ZUKUNFTSRAUM ST. PÖLTEN Ausgabe 2018 - stp2020
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
ZukunftsRaum
Jeder Gast ist anders.
Und erst recht
wir Gastronomen!
Foto: Herfert
Mauerblümchen war.
Kletterrose ist.
Sollte St. Pölten je ein „Mauerblümchen“ gewesen sein, dann ist es heute nicht wieder- Apropos „Sprießen“: Sie sind noch nicht dabei in
zuerkennen. Die Stadt putzt sich als Anwärterin zur Europäischen Kulturhauptstadt 2024 der Plattform stp 2020?
heraus – mit entschlossener Unterstützung vom Land (Seite 9). Krems wandelt sich vom Lassen Sie uns doch gemeinsam weiterwachsen:
Um uns darauf einzustellen, hatten Rivalen mehr und mehr zum Junior-Partner in der Dynamisierung der Region (Seite 22).
Mit 5.000 neuen Wohnungen in der Pipeline (Seite 28) zeigt die Stadt Muskeln, mit dem
Sie als engagierte(r) Bürger(in). Allenfalls Ihr Un-
ternehmen. Und in jedem Fall unser Standort St.
wir von AGM immerhin 50 Jahre entstehenden Masterplan Bildung (Seite 17) und findigen Startups (Seite 16) ebensoviel Pölten. Gemeinsame Ideen bzw. regelmäßige Mit-
Zeit. Wir haben vom Dorfgastwirt
Hirn … gliedsbeiträge wirken dazu Wunder!
gelernt, dass er die Zeit fürs Um im Bild zu bleiben: Die Stadt ist zur gesunden Kletterrose gewachsen. Im „Masterplan
Innenstadt“ fand und findet sie nährstoffreichen Boden. Ob Kultur, Bildung oder „fittest
Treten Sie in 3 Minuten bei unter www.stp2020.at
Kartoffelschälen lieber für seine City“: Als Kulturachse zwischen Altstadt und Kulturbezirk, als Bildungsnetzwerk oder als
Gäste hat. Von der Spitzenköchin,
Radweg-Offensive zeigen sich die jüngsten Sprosse schon im Stamm des Masterplans an-
gelegt.
dass sich auf der Speisekarte jenes
Es ist die Vielzahl der Ranken, die dem Ganzen seinen festen Halt gibt. So trägt und stützt
besondere Stück vom Rind findet, eines das Andere. Das Miteinander von Stadt und Plattform stp 2020 ist in diesem Sinn zum
für das der Gast wieder kommt. Erfolgsrezept schlechthin geworden. Ein Erfolg, der im letzten Jahr mit der neuen Organisa-
tion und der weiter vertieften Integration der Marketing St. Pölten Gmbh in die Stadt eine
Und von den Hüttenwirtsleut noch breitere Basis gefunden hat.
haben wir gelernt, dass man sich die
plattform
auf unsere Lieferung felsenfest Generalsponsor:
verlassen können muss. Dr. Josef Wildburger
Obmann Plattform stp 2020
Jahressponsoren:
Christoph Schwarz
Magistrat Stabsabteilung Zukunftsentwicklung,
Wirtschaft und Marketing
DI (FH) Matthias Weiländer
Geschäftsführer St. Pölten Marketing GmbH
3
WIR VERSTEHEN UNS.Inhalt ZukunftsRaum
Verein Plattform St. Pölten 2020:
21
Allein die Existenz ist wichtig
Viele meiner Stadtmarketing-Kollegen kla- gangen worden ist, herrscht wohl Einigkeit
gen über streitende Vereinigungen in ihren über die vorhandene Umsetzungskraft und
Städten, die sich selbst mehr blockieren als strategische Intelligenz der Plattform. Ich
dem Standort dienlich zu sein. Auch wenn sehe den Verein als Sprachrohr des Ortes
wir selbst mitten am Weg sind und man – des Genius Loci St. Pöltens – mit seinen
27 9 sich immer weiter verbessern kann: Das ganz speziellen Eigenschaften, räumlich als
animiert mich, eine aus meiner Sicht we- auch atmosphärisch. Keiner kann diese Ei-
sentliche Rolle der Plattform genauer zu genschaften besser sichtbar machen als die
3 Editorial 27 Pop-up! formulieren. ortsverbundenen und vor Ort agierenden
Die City hatte die Einkaufsidee Personen, Immobilienbesitzer und Unter-
5 Plattform stp2020 heute des Jahres. Nach einem guten Jahrzehnt im Dienste nehmer. Aus der guten Zusammenarbeit
der Marketing St. Pölten GmbH und de- mit der Stadtpolitik und auch der Stadt-
6 Standortmarketing by Service 30 WohNUNgen! ren Eigentümer, sprich der Plattform und verwaltung erwächst ein Einfluss auf Ent-
Wie baut man mehr als 5.000 der Stadt St. Pölten, bekommt man so scheidungsfindungen, oftmals schon durch
9 Kulturhauptstadt neue Wohungen in 10 Jahren. Einiges mit, welche Kräfte auf die Stadt Vermittlung auf den richtigen Ebenen.
St. Pöltens ehrgeiziger Weg zur wirken. Die offensichtlichen stehen hin-
Europäischen Kulturhauptstadt 2024. 33 Vorrang für Bike, Bus & Bahn ter sachlichen Entscheidungen im Sinne In vielen Gesprächen mit anderen Städten fällt mir
der Weiterentwicklung der Stadt und der
eines sehr deutlich auf: Diese langfristige und unpolitische
14 Startups 35 Fittest (Tagungs-)City Wirtschaftlichkeit des Vorhabens. Doch es
gibt parallel stets auch gesellschaftliche, Vereinsgeschichte, wie wir sie in St. Pölten mit der
17 Die lernende Stadt 39 Guten Tag, Tagungen! politische und menschliche Beweggründe. Plattform leben, ist eine Seltenheit, wenn nicht sogar
Wie die Bildung in St. Pölten aufzeigt. Tagungsgäste nehmen St. Pölten Auf beiden Ebenen spielt die Plattform
eine Einzigartigkeit.
gerne sportlich. eine Rolle.
18 Zukunftslabor „Smart Pölten“
41 Starker Service, starke Sprüche Wie es bei Initiativen und Vereinen üblich Im Sinne der Vorsätze für das bevorstehen-
21 t. Pölten-Krems, retour
S ist, wird jedes Jahr aufs Neue ein Rechen- de Neue Jahr möge uns die Freude an der
Zwei Städte, zwei Bürgermeister, 43 St. Pöltner(in), woher kommst Du? schaftsbericht aufbereitet, um die erbrach- Weiterentwicklung für das neue St. Pölten
eine Vision. ten Leistungen zu dokumentieren. Diese weiterhin als Inspirations- und Kraftquelle
45 Neue Mitglieder bei der Plattform Berichte werden in unserem Fall von Jahr zu dienen!
25 Messen nach Maß Jahr umfangreicher. Auch deshalb, weil die
50 Veranstaltungskalender meisten Stadtmarketingdisziplinen unter
dem Dach der Marketing St. Pölten GmbH
vereint wurden. Doch meiner Ansicht nach
Impressum: Herausgeber/für den Inhalt verantwortlich: Marketing St. Pölten GmbH, Rathausplatz 1, 3100 St. Pölten, Tel.: 02742/333-5300, Fax: 02742/333-5308, ist nicht alleine das "Größer-Schneller-Wei-
E-Mail: matthias.weilaender@st-poelten.gv.at, Web: www.insbesondere.at, www.stp2020.at; MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Andreas Spannring, Beate Steiner,
ter" das Wesentliche. Schon die Existenz
Patrizia Liberti, Stefan Haiderer, Christoph Rauchberger, Matthias Weiländer, Bernadette Schwab, Barbara Ringseis, Michael Bachel, Maximilian Zirkowitsch,
Karin Schreylehner; Fotos: Josef Vorlaufer; Josef Herferth, Barbara Ringseis, Johannes Traun; Theo Kust, lames, Sepa Media, Shutterstock; Bärnstein, Landes- der Plattform ist wichtig. Das einfache
Foto: Herfert
theater Niederösterreich, Museum Niederösterreich; Edith Haiderer, Leopold Schreylehner, weitere bei den Abbildungen genannt. Grafik: www.katharinakainz.at; Vorhandensein sehe ich als ganz konkre-
Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, www.np-druck.at; Die enthaltenen Beiträge/Interviews müssen nicht der Meinung der Redation entsprechen.
te, wohl wichtigste Leistung überhaupt
Die Redaktion behält sich das Recht auf Auswahl und Kürzungen vor. Der Herausgeber ist bestrebt, die hier enthaltenen Informationen nach bestem Wissen
und Gewissen vollständig und richtig darzustellen. Alle Angaben jedoch ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit, insbesondere für bereitgestellte an. Nachdem bereits ein beachtliches Teil- DI (FH) Matthias Weiländer
Informationen. Für Druckfehler wird keine Haftung übernommen. stück in Richtung des neuen St. Pölten ge- Geschäftsführer der Marketing St. Pölten GmbH
4 5ZukunftsRaum
Ecopoint für Unternehmer und Investoren
Das Hauptaufgabengebiet des Wirtschaftsservice ecopoint ist die
Bewerbung und strategische Weiterentwicklung des Wirtschafts-
standortes sowie die Beratung und Begleitung von Investoren für
Standortmarketing
Betriebsansiedlungen in St. Pölten. Ecopoint versteht sich dabei
als One-Stop-Shop für Unternehmen und bietet Services in den Veranstaltungsservice für Veranstalter –
Bereichen Förderungen, Grundstücke, Personal und regionale Ver- und für erlebnisreiche Seen
netzung. „Eigenproduktionen“ wie der Hauptstadtball, das Sommerfestival
by Service Michael Bachel Wohnservice für Bauende und Wohnende
Das Wohnservice leistet – auch überregional – die Vermarktung
oder der Christkindlmarkt bilden längst starke Event-Marken. Da-
rüber hinaus ist das Veranstaltungsservice oft erste Anlaufstelle
für externe Veranstalter. Als Verwalter der beiden St. Pöltner Seen
des Wohnstandortes und einzelner Bauprojekte. Darüber hinaus begleitet bzw. supportet das Team zumeist Sportveranstaltungen.
BürgerInnen sind für das Standortmarketing der Stadt wird Unterstützung für Bauträger und Investoren bei der Einrei- Zudem wurden die Agenden der Parkraumbewirtschaftung über-
immer auch Kunden. Und die erwarten heute von jedem chung und Planung bzw. der Konzipierung von Wohnbauprojek- nommen. Aber auch für Großveranstaltungen wie das Frequency
ten angeboten. Die Analyse und aktive Steuerung des Wohnungs- fungiert das Veranstaltungsservice als Schnittstelle zur Stadt. Da-
Service eigentlich nur drei Qualitäten: Erstens kompetent. marktes im Hinblick auf die St. Pöltner Wohnbauoffensive ist eine bei geht es um die Themen Sicherheit, Anrainerschutz, Verkehr,
Zweitens einfach. Drittens schnell. zentrale Aufgabe. Marketing u.v.m.
Stadt St. Pölten
60 %
Für die Vertreter der öffentlichen Hand öffentlich
heißt das: Nicht ums Eck denken. Niemand
hat heute endlos lange Zeit, sich Erklä- Marketing St. Pölten GmbH
rungen anzuhören. Es müssen Lösungen
auf den Tisch gebracht werden. Und zwar Stabsabteilung Zukunftsentwicklung, Ideen und Initiativen für die City
verständlich. So, dass Kunden schnell er- Wirtschaft & Marketing Für eine lebendige „insBesondere Innenstadt“ hat die
kennen, was sie selbst zu tun haben und Marketing St. Pölten GmbH Ideen – oder unterstützt
was das Magistrat bzw. die Marketing St. Wirtschafts- und Standortmarketing solche. Gemeinsam mit Handel, Immobilieneigentü-
ecopoint Wohnservice
Pölten GmbH für Sie tun kann. Wirtschaftsservice mern, Kulturschaffenden u.a.
Strategisches
Das Prinzip des One-Stop Shops – alles aus Tourismus für Reiseveranstalter und Reisende
Grundstücks-
einer Hand – beruht auf dieser Einfachheit Marketingstrategie Innenstadtmarketing St. Pölten Tourismus bietet ein Rundumservice für Se-
management
und ist doch schwierig: Der Vertreter der henswürdigkeiten, Stadtrundgänge, Souvenirs, Näch-
jeweiligen Abteilung muss fachlich exzel- tigungen, Gastronomie, Veranstaltungen und vieles
lent qualifiziert sein, kundenfreudlich den- mehr in der Stadt. Dazu zählen auch die Betreuung der
ken und viele Informationen auf den Punkt Veranstaltungsservice Homepage, der Tourismusterminals, des Meldeschein-
bringen können. programms, die Gestaltung von Werbemitteln, die
Durchführung des Kellergassenfestes und vieles mehr.
Dazu ist Zeitdruck eher die Regel als die
Ausnahme. Keine leichte Anforderung. St. Pölten Tourismus Incoming Reisebüro und Convention Bureau
Dementsprechend kundenorientiert, flexi-
bel und individuell ist die Arbeit angelegt:
Plattform St. Pölten 2020 Das Team vom städtischen Reisebüro erstellt viele
buchbare Angebote in St. Pölten für jede Zielgruppe.
in der Wirtschaftsservicestelle ecopoint, Die Bandbreite reicht von Kulturinteressierten, priva-
40 %
im Veranstaltungsservice, im Wohnservice, ten Gäste, Busreisen von Vereinen und Betrieben bis zu
Content & Medienproduktion
im Tourismusbüro und im Incoming Reise- Tagungs- und Seminaraufenthalten von Firmen.
büro der Stadt.
privat
6 7DER
Kultur
A D E N
SCH RBER Mitten in Europa
V E R D E Mitten im Aufbruch
Miteinander zur Kulturhauptstadt Beate Steiner
St. Pölten hat sich auf den Weg gemacht. Das Ziel ist sechs Jahre entfernt.
Im Jahr 2024 will Niederösterreichs Landeshauptstadt Europäische Kulturhauptstadt sein.
• Karosserie- und Lackarbeiten Die meisten Reiseleiter für die einladende Tour in die städtische Zukunft sind bekannt,
(Lackierbox 6m x 3m) was sie und die aufbruchshungrigen St. Pöltner erwartet, will gefunden werden.
Worauf und auf wen die Kultur-Schürfenden treffen werden, das wird noch spannend.
• Windschutzscheibenservice
Verkauf, Reparatur, Tausch (1.200 Scheiben auf Lager!)
• Versicherungsabwicklung
• NEU! SCHEIBENFOLIERUNG
• Spotrepair
• TIPP: KLIMAANLAGENSERVICE
auch mit neuem Klimagas R1234YF sowie für
Elekto- und Hybridfahrzeuge möglich
• Kunststoffscheinwerferreparatur
(Polieren von trüben Scheinwerfern)
• Leihauto
• NEU! BESCHRIFTUNG UND DESIGN Jetzt jedenfalls, Anfang des Jahres 2018, ist
klar, dass Landes- und Stadtpolitik gemein-
sondern viel umfassender für die Grund-
lagen unseres Zusammenlebens, „etwa für
eingeholt. All das wird dann zusammen-
gefasst. „Wir suchen einen roten Faden,
für Ihr Auto und Ihre Textilien. Info: Seit Sept 2017 sam das Jahrhundertprojekt unterstützen Wissenschaft und Bildung, Baukultur, sozi- möchten eine stimmige Erzählung über
haben wir die Firma Snowex im Bereich und finanzieren. Michael Duscher und ale Fragen, lokale Bräuche, die Kreativ-Sze- die Kulturstadt St. Pölten schreiben“, so
Jakob Redl, Geschäftsführer und Projekt- ne, die Handwerkskunst, die Kochkunst, Michael Duscher.
Werbebeschriftung übernommen. leiter der Kulturhauptstadtbetriebsgesell- unsere Geschichte und unser Wirtschafts-
R S B E R GER schaft, haben bereits ihre Büros im Rat- leben, unser Verhältnis zu Europa“, defi- „Dabei geht es noch nicht um konkrete
A .EBE haus bezogen. In den kommenden zwölf niert Jakob Redl. Projekte oder gar Veranstaltungen. Wir
o m a s H uber e.U. Monaten werden sie feststellen, was die wollen den Gedankenaustausch auf den
h
Inhaber T
Kultur-Stadt St. Pölten zu bieten hat. Sie Animieren, moderieren, strukturieren … unterschiedlichsten Ebenen weit über den
, 3 1 0 0 S t. Pölten werden die Stärken und Potenziale definie- Antworten auf Fragen zur so lokalisier- klassischen Kulturbereich hinaus animie-
5
h nstraße 2 0 ren, quasi eine „profunde Analyse der kul- ten Kultur sollen in einem intensiven ren, moderieren, strukturieren, analysieren
R e n n b a
3 ( 0 ) 2 7 4 2/25 29 6 turellen DNA St. Pöltens erstellen“, erklärt Gedankenaustausch mit allen Interessier- und dann entsprechend transportieren!“,
+4
erger.at
Michael Duscher. Wobei Kultur hier nicht ten erarbeitet werden: Zunächst werden konkretisiert Jakob Redl die Vorhaben bis
- e b e r s b
office@a
nur für das kulturelle Angebot wie Kon- Meinungen, Wissen, Visionen und Gedan- Ende 2018. Da muss dann die erste Bewer-
zerte, Ausstellungen oder Theater steht, kenansätze von unterschiedlichen Seiten bungsunterlage abgeliefert werden.
D ERBE R.AT
8
ADE N V E R .AT 9
H ERGER
WWW.SC WWW.A -EBERSBKultur
Im Februar 2019 entscheidet eine europäi- „Freie Szene, Kulturvereine und Bürger-
sche Jury über die österreichischen Bewer- projekte“ Musiker und Künstler Andreas
ber, die auf die Shortlist kommen und ein Fränzl.
erweitertes und verfeinertes Konzept in
der nächsten Runde schicken dürfen. Wel- Alle sind dafür, alle ziehen mit
cher Stadt dann der Titel „Europäische Kul- Klar ist jetzt auch, dass die Kulturhaupt-
stadt-Wanderer Rückenwind haben. „Wir
haben nur positive Rückmeldungen“, freut
Besonders stark stiegen die sich Michael Duscher über die spürbare
Aufbruchsstimmung bei den St. Pöltnern.
Besucherzahlen in kleineren
Kulturhauptstädten. „Das ist einmalig und überhaupt ein Al-
leinstellungsmerkmal dieses Leuchtturm-
projekts, dass alle dafür sind. Und auch,
turhauptstadt 2024“ verliehen wird, gibt dass alle politischen Parteien die Bewer-
die Jury Ende 2019 bekannt. Unterstützen bung unterstützen.“ Nicht nur ideell, auch
soll bei der Formulierung der Strategie und finanziell: Für die erste Projektphase tei-
noch mehr bei der Bewerbung eine Visio- len sich die Landeshauptstadt und das
nären-Gruppe, die ihre Ideen einbringt. Für Land jeweils zur Hälfte die Kosten von 2,4
Stadtentwicklung ist das Architekten-Duo Millionen Euro.
Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und
Ernst Fuchs zuständig, für „Zukunft und Danach gibt es eine Abzweigung auf dem
Künstliche Intelligenz“ die St. Pöltner Desi- Kultur-Pfad: Auch wenn der Weg zu Euro-
gnerin Helene Steiner und für den Bereich pas Kulturhauptstadt versperrt sein sollte,
arbeitet das Team an der Kulturstrategie
Der Fahrplan 2030 weiter: „Dieses Wachstum hat einen
kulturell hochwertigen Unterbau“, ver-
„Kulturhauptstadt“ wirkt
Selbstverständlich gibt es Studien, die zei-
spricht Michael Duscher. Dafür holen sich gen, wie sich der Titel einer Europäischen
zur Kulturhauptstadt
Mag.
die Kulturhauptstadt-Macher Stakeholder Kulturhauptstadt auswirkt. Zum Beispiel Mag. Matthias Stadler, Johanna Mikl-Leitner,
an Bord. St. Pöltens Wirtschaft soll einge- auf Luxemburg, das seit seiner Kultur-Re- Bürgermeister der Stadt Landeshauptfrau von
FOTOS: KLAUS ENGELMAYR, JOANNA PIANKA, ALEXI PELEKANOS, WERNER JÄGER
bunden werden, die künstlerischen Leiter gentschaft 2007 mit Kunst- und Kulturan- St. Pölten Niederösterreich
Jänner bis Dezember 2018: der Kulturbetriebe und die Plattform Kul- geboten assoziiert wird. Inzwischen wächst
turhauptSTART, die wertvolle Vorarbeit dort auch die Kreativwirtschaft, schreibt Gemeinsam statt „abgehoben“ Kulturbotschafter für Niederösterreich
Entwicklung der Kulturstrategie St. Pölten 2030 sowie der
geleistet hat. Studienautor Stefan Höffinger in der Welt Die Bewerbung zur Europäischen Kultur- Niederösterreich ist ein Hotspot für Kultur,
Bewerbung St. Pöltens als Kulturhauptstadt Europas 2024. am Sonntag. Alle Kulturhauptstädte profi- hauptstadt 2024 mit Unterstützung des der über die Grenzen hinaus bekannt und
tierten von mehr Nächtigungen, besonders Landes Niederösterreich bringt zunächst anerkannt ist. Sowohl in der Landeshaupt-
31. Dezember 2018: Unser Ansporn ist, dass stark stiegen die Besucherzahlen in kleine- die Chance, einen Kulturentwicklungsplan stadt mit dem Kulturbezirk und dem Lan-
ren Städten. Spitzenreiter ist Weimar, mit für die Stadt für die nächsten Jahre zu er- destheater Niederösterreich als auch in der
Einreichung der Bewerbung für die Vorauswahlphase. das alles in einem europäischen
65.000 Einwohnern annähernd so groß wie stellen. Sollte unsere Bewerbung erfolgreich umliegenden Region sind mit Grafenegg, der
Kontext bestehen muss. St. Pölten: Mehr als doppelt so viele Men- sein – und davon gehe ich selbstverständ- Kunstmeile Krems oder der Schallaburg vor-
schen besuchen jährlich die Goethestadt, lich aus – kann sich St. Pölten international zeigbare Kultureinrichtungen präsent. Diese
Februar 2019: Erstellung der „short list“ durch die
seit sie 1999 Europäische Kulturhauptstadt präsentieren und etablieren. Davon wird Stärke wollen wir weiter ausbauen. St. Pölten
europäische ExpertInnen-Jury. Wenn St. Pölten in die Diese dynamische Entwicklung mit Kultur war. Klar ist 2018 jedenfalls auch, dass auf St. Pölten in ähnlicher Weise profitieren, als Speerspitze soll Niederösterreich auch
engere Wahl kommt, folgt bis Ende 2019 ein „bid-book“ als Motor unter dem Motto „Mitten im diese Reise bis 2024 und darüber hinaus wie von der Hauptstadtentscheidung. Es international als Kulturland positionieren
Aufbruch, mitten in Europa“ wird weitrei- die wertvollsten Aspekte der Stadt, der geht nicht darum ein „aufgesetztes“ oder und bekannt machen. An den wesentlichen
mit konkreten Umsetzungs- Vorstellungen.
chende Auswirkungen auf das Zusammen- Region mit St. Pölten als kulturellem Mit- gar „abgehobenes“ Kulturprojekt umzu- Verkehrsachsen und im Zentrum Nieder-
leben in St. Pölten haben: auf das Wachs- telpunkt und des Landes Niederösterreich setzen, sondern vielmehr darum, durch die österreichs gelegen ist St. Pölten mit seinem
März bis November 2019: Konkretisierung der Bewerbung. tum, die Lebensqualität, die Arbeitsplätze mitgenommen werden. „Unser Ansporn ist, Bürgerbeteiligung eine Bewerbung aller florierenden Kulturleben prädestiniert für
und deren Flexibilisierung im Zuge der Di- dass das alles in einem europäischen Kon- Menschen dieser Stadt und unserer Region die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas
gitalisierung, auf die Kreativwirtschaft, die text bestehen muss“, erläutert Projektleiter zusammenzubringen. Alle St. PöltnerInnen 2024. Die Bewerbung zur Kulturhauptstadt
Dezember 2019: Infrastruktur, die Mobilität, den Touris- Jakob Redl und zitiert Ulrich Fuchs, Mit- und NiederösterreicherInnen sollen sich wird Kraft und Dynamik entfalten: für die
Entscheidung durch die Europäische ExpertInnen-Jury. mus. Und natürlich ist die Bewerbung eine glied der Jury für die Europäische Kultur- 2024 als Gastgeber für ganz Europa fühlen Landeshauptstadt als auch für das gesamte
Investition in die Standortmarke, in das hauptstadt: „Die Bewerbung ist wie ein und im Herzen für die Idee und die Umset- Umland, das im Rahmen eines Kulturent-
Infos: www.st-poelten2024.eu Image von St. Pölten. Stipendium, das wir selber zahlen.“ zung nachhaltiger Kulturprojekte brennen! wicklungsplanes miteinbezogen werden soll.
10 11Kultur
Was macht St. Pölten
zur Kulturhauptstadt?
St. Pölten hat sich bereits jetzt als Kultur- Erfahrungs- und Erlebnisdrang tagtäglich Es müssen sich möglichst viele heterogene
hauptstadt etabliert. befriedigen und somit selbst Teil der Kultur- Teams an einen Tisch setzen und den Mut
Helge Haslinger, hauptstadt werden. haben von alten Strukturen abzuweichen. Ein
Vorstandsdirektor Sparkasse NÖ Mitte West AG René Voak, MUTausbruch sozusagen. Wenn es gelingt,
Geschäftsführer NXP Veranstaltungsbetriebe
Strukturen aufzubrechen und konzentriert et-
Das Spannungsfeld zwischen Geschichte, Tra- was dafür zu tun, damit St. Pölten endlich auch
dition und modernen Aspekten – die barocke St. Pölten leistet bereits seit vielen Jahren pro- die Wertschätzung und Anerkennung erhält,
Innenstadt und das moderne Landhausviertel. funde Kulturarbeit. Die Europäische Kultur- die der Stadt schon lange zustehen, dann ist
Entscheidend sind aber das Engagement der hauptstadt ist nunmehr ein Wunschprojekt es genau das, was eine Kulturhauptstadt aus-
Was ist Kultur? Was ist Kunst? Künstlerinnen und Künstler, die vielfältigen
Kulturangebote und das Wechselspiel zwischen
dieser Stadt und ihrer Bewohner, ein sichtbarer
politischer Schulterschluss zwischen Stadt und
macht. Patrizia Liberti, Höfefest-Organisatorin
Stadt und Land auch in Bezug auf Tourismus, Land – und der Zeitpunkt ist genau richtig. St. Pölten wird durch genau diesen gemein-
Kulturschauplätze bis hin zur Kulinarik. Brigitte Fürle, schaftlichen Prozess – durch den Weg zur
Martin Lammerhuber, Künstlerische Leiterin Festspielhaus St. Pölten
Kunst spiegelt Veränderungen und Entwick- Kultur ist die Erfüllung des menschlichen Ich denke, dass wir den Kulturbegriff in seinem Kulturhauptstadt2024 – zeigen, dass es alte
Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich
lungen wieder und formt damit die Selbstwahr- Daseins. ganzen Umfang erfassen müssen, was durch Le- Muster sprengt und eine nachhaltige kreative
nehmung der Gesellschaft. Wichtig ist, dass die Brigitte Fürle, benskultur als Leitthema am besten geschieht. Durch die Menschen, die sich jetzt zusammen- Kraft entwickelt.
Künstlerische Leiterin Festspielhaus St. Pölten Johannes „Hennes“ Beitl, Kulturbeisl-Wirt und DJ
Wirtschaft die gesellschaftliche Entwicklung Der Rahmen, in dem wir uns präsentieren, ist St. Pölten blüht seit Jahren stetig auf. Vor allem gefunden haben, um den Prozess der Kultur-
auch über die Kunstförderung wahrnimmt. der Zentralraum. Wie leben wir hier, was sind aber spüre ich hier eine Haltung, die primär hauptstadtwerdung in Gang zu setzen. Die
Peter Hronek, Für mich ist Kultur all das, wodurch sich der unsere Traditionen, was erzählt unsere Ge- darauf ausgerichtet ist, der Gemeinschaft, der stolz auf bereits Erreichtes sind und sich Gro- Die Authentizität und die (lebens)kulturellen
Vorstandsdirektor Sparkasse NÖ Mitte West AG
Mensch zum Ausdruckbringt – ob er seine schichte, was bietet die Umgebung, wie ist un- Stadt als Identifikationspunkt etwas zu geben. ßes vorstellen können. Der Planungsprozess Zukunftschancen eines der schönsten und viel-
Kräuter im Garten symmetrisch anbaut oder ser Stadt/Land-Verhältnis, unser starkes bäuer- Martin Rotheneder, wird positiv und dauerhaft in die Zukunft wir- fältigsten Lebensräume der Welt zu vermitteln,
Musiker, Produzent, Kulturmanager
Kultur macht das Leben für die Gesellschaft ein Graffity auf die Traisenbrücke sprüht oder liches Umfeld, unser Verhältnis zu Wien, unsere ken — egal, ob wir europäische Kulturhaupt- sollte unser Ziel sein. Das hat auch viel mit
attraktiver. Es geht um Schlüsselkompetenzen ein Theaterstück schreibt. Ess- und Trinkkultur, unsere Bildungskultur, stadt werden oder „nur“ ein schönes und inter- Kulturräumen, Zuwanderung, mit culture clash
in intellektueller und ästhetischer Hinsicht. Dietmar Kirchner-Schindele, unser Kunsthandwerk, unser Lebensgefühl. Das in unserer Stadt vorhandene kulturelle und essantes „Kaff“ bleiben. zu tun. Wir waren in der Monarchie durch die
Geschäftsführer Café Schubert Josef Wildburger, Dietmar Kirchner-Schindele,
Eine lebenswerte Zukunft erfordert solche künstlerische Potential, die positive Stimmung Nähe zu Wien und unsere nahen Grenzen zu
Unternehmer, Obmann Plattform stp2020 Geschäftsführer Café Schubert
Qualitäten. der Bevölkerung und letztlich die Summe aller Ungarn, der Slowakei und vor allem Tschechi-
Martin Lammerhuber, Kultur ist Widerstreit und Auflehnung. Solan- Bemühungen, Kulturhauptstadt zu werden. en immer genauso ein melting pot of nations
Geschäftsführer Kultur.Region.Niederösterreich ge es den Willen zur Gegenwehr gibt, gibt es Kultur ist für mich die Vielfalt aller mensch- Thomas Karl, Leiter des Kulturamts St. Pölten Das interessante ist aber am Projekt „Kultur- wie ein Bollwerk des christlichen Abendlandes
auch Kultur. Hat Kunst diesen Drang nicht, lichen Aktivitäten, Produktionen und Schöp- hauptstadt“, dass dieses dazu anregt, Städte gegenüber Begehrlichkeiten des muslimischen
Per Definition ist Kultur als Gegenteil zur Na- verkommt sie zu Zeremoniell und Ritual – frei fungen, mit denen Schönes, Geistvolles, Ein- Wir haben gemeinsam mit Stadt und Land be- neu zu entdecken und auch Unscheinbares als Ostens. Ich denke, wir haben viel Einzigartiges
tur alles, was der Mensch gestaltend hervor- nach Peter Weiss. Anders gesagt: Kultur ist die maliges, Neues, Innovatives, Nachhaltiges und wusst neue Wege eingeschlagen und in enger kulturell relevant zu betrachten, etwa die Qua- zu bieten, was unserem Image entscheidende
bringt. Im Rahmen der Kulturhauptstadtidee Essenz unseres Daseins. sozial Qualitätsvolles geschaffen wird. Partnerschaft die Basis für eine erfolgreiche lität öffentlicher Räume, die kreative Nutzung Impulse geben kann.
gilt es, unsere Kultur als Grundlage unseres Alexander Syllaba, Norbert Steiner, Bewerbung gelegt. Die NÖ Kulturlandeshaupt- von Leerständen, die Bedeutung weniger hüb- Josef Wildburger,
Geschäftsführer Cinema Paradiso Hauptstadtplaner, Obmann Alpenland Unternehmer, Obmann Plattform STP2020
Zusammenlebens in einem europäischen Kon- stadt St. Pölten GmbH wird in Abstimmung mit scher Viertel, das Nachtleben und die Aktivitä-
text zu analysieren, zu hinterfragen, zu erzäh- Stadt und Land, aber gerade auch mit den Kul- ten von Subkulturen.
len und weiterzuentwickeln. Das verdeutlicht: Vor allem ist Kultur für mich die Akzeptanz von Wenn wir uns auf den geistigen und sozialen turinstitutionen und -Vereinen und vor allem Christian Rapp, Kulturhauptstadt ist die Chance für St. Pölten,
Wissenschaftlicher Leiter Haus der Geschichte
Kultur muss immer etwas Lebendiges sein, Vielfalt – in allen Bereichen. Aspekt von Kultur konzentrieren, dann wird mit der Bevölkerung die Bewerbungsunterlagen einmal auf breiter Basis und mit vielen Kreati-
ohne ihre Bezugspunkte zu verlieren. Patrizia Liberti, Organisatorin des Höfefestes sie vital und dynamisch, weil sie nicht nur be- konzipieren. Diese Aufgabe werden wir verant- ven über die Zukunft der Stadt und der Region
Paul Gessl, Geschäftsführer NÖ Kulturwirtschaft schreibt, was Menschen hervorbringen, sondern wortungsbewusst und mit aller wirtschaftlichen Selbstbewusstsein ist angesagt. Wir können es. nachzudenken und eine verstärkte kulturelle
Kultur passiert schon in dem Augenblick, in etwa auch die Qualität von Beziehungen zwi- Professionalität wahrnehmen, denn Kultur Dafür braucht es eine Stadtpolitik, die in ihre Entwicklung zu konzipieren.
Kultur ist für mich der gemeinsam definierte, dem man sich unverhofft verstanden fühlt. schen den Menschen. braucht unternehmerisches Denken und unter- Kultur(einrichtungen) investiert. Dazu sollten Norbert Steiner,
Christian Rapp, Hauptstadtplaner, Obmann Alpenland
über Jahrtausende gewachsene Rahmen, auf Kultur ist etwas Zwischenmenschliches, das nehmerisches Denken braucht Kultur. ausgelagerte Plattformen der Stadt erkennen,
wissenschaftlicher Leiter Haus der Geschichte Paul Gessl, Geschäftsführer NÖ Kulturwirtschaft
den wir Menschen uns geeinigt haben. jede Art von Körper annehmen kann. Kultur dass diese Kulturorte wichtige Motoren der In-
Martin Rotheneder, Musiker, Produzent, Kulturmanager ist das Leben, das wir außerhalb der Funktion nenstadt, der Wirtschaft und dabei nachhaltig Die kreative und kritische künstlerische Viel-
führen. Etwas, das uns menschlich ausmacht, Für mich gehört zu Kultur Kreativität, Quali- Die Menschen, die in dieser Stadt agieren, sind. Nur so werden diese Investitionen wach- falt von vielen Menschen, die hier leben, macht
Letztlich zeugt Kultur vom Selbstverständnis nicht traditionell definiert. tät, Talent, Einzigartigkeit, Unabhängigkeit, schaffen und gestalten, machen St. Pölten zur sen, blühen und letztlich wieder der Stadt und St. Pölten zur Kulturhauptstadt.
und vom Zeitgeist einer Epoche. Johannes „Hennes“ Beitl, Querdenken sowie Hirn & Herz. Kulturhauptstadt. Blickt man auf St. Pölten, somit uns allen in St. Pölten zu Gute kommen. Daniela Wandl,
Thomas Karl, Leiter des Kulturamts St. Pölten Kulturbeisl-Wirt und DJ Daniela Wandl, Künstlerische Leiterin Bühne im Hof Alexander Syllaba, Geschäftsführer Cinema Paradiso Künstlerische Leiterin Bühne im Hof
so kann man den kulturellen Wissens-,
12 13Was Sie von mir erwarten können als …
Business- & Persönlichkeitscoach | Trainerin: Wissen auf den Punkt
gebracht – Einzelcoachings und Seminare … mit Empathie und Erfahrung
Moderatorin: den roten Teppich – für Sie, für Ihr Unternehmen, für Ihren
Event … mit Charme und Esprit!
Vortrags-Rednerin: knackige, praxisbezogene Wissensvermittlung … mit
Leidenschaft und Professionalität
www.susanna-fink.at
info@susanna-fink.at | 0676 88 780 342
nntnis
sch utz triff t Menschenke ontakte & Geschäfte
Daten sen, K
Startups Bernadette Schwab
Cross-Over –
Do., 1 . März 20
Event für Wis
de r
18
n
| Seminarzentrum Sc
–21 Uhr
hwaighof | 18
Rhetorik & Kommunikation
Auftreten & Wirkung
2 Expertinne
rt rä ge á 30 Minuten Präsentation & Rede
2 Vo
Startups sind die Hefezellen im Teig der Wirtschaft. 4 Vorteile e… Persönlichkeit & Selbstmarketing
erken á la cart
Startups bringen frische Chancen und neue Talente. ts | Ex pe rten wissen | Netzw M en sc he n Farbe & Image
Fachinpu interessante
tskontakte & .at
Und Startups sind in St. Pölten angekommen. Neue Geschäf w.susanna-fink wingwave®
le In fo s & An meldung: ww
Al
SF-inserat-210x148.indd 1 30.12.17 11:51
Die „Bodenmischung“ stimmt: Eine breit aufgestellte Wirtschaft am Österreich, die auf die
Standort, fast ein „Vollsortimenter“ in Sachen Ausbildung, Studen- belebende Wirkung
ten-Campus, kreative Coworking-Spaces … Mit einer stattlichen des grünen Kaffees
Garnitur an Startup-Unternehmen erntet St. Pölten inzwischen die setzen – in Verbindung Treffen Sie die richtige Entscheidung
Früchte. Früchte, die die Stadt sorgfältig weiter kultivieren möchte: mit Zutaten aus der
Noch im Frühjahr ist ein Gemeinderatsantrag für ein mittelfristig österreichischen Natur. für Ihr Unternehmen durch
angelegtes Förderprogramm zur Entwicklungs von Startups vor-
gesehen. Zu den treibenden Kräften hinter dem Aufkeimen der
Das Bärnstein wurde als
innovativsten Geschäfts- betriebswirtschaftliche Klarheit.
St. Pöltner Startup-Szene zählt die Fachhochschule. Dazu Hannes idee Niederösterreichs aus-
Raffetseder, Leiter für Forschung und Wissenstransfer an der FH: gezeichnet und erreichte bei
„Unser Creative Pre-Incubator, den wir gemeinsam mit der accent der internationalen Falstaff-Ver-
Gründerservice GmbH eingerichtet haben, ist so erfolgreich, dass kostung in der Kategorie „Innovative
andere Hochschulen das Modell bereits übernommen haben!“ Softdrinks aus Österreich“ den 2. Platz. Betriebswirtschaftliche Trainings:
Einzelcoaching
Abwehrrecken im Cyber-Raum
Kleingruppenseminare
Das Team der Sonar Cyber Intelligence GmbH (Bild ganz oben) ent- A Slice of Reality
wickelt Technologien zur Abwehr von gezielten Cyber-Angriffen. Unter diesem Projekttitel hat sich ein Team an der FH St. Pölten
Beratung:
Unter anderem baut man dabei auf neueste Forschungsergebnisse darangemacht, 360°-Videos in neue Sphären der Virtual Reality zu
des Josef Ressel-Zentrums an der FH St. Pölten auf. Hinter dem führen: Statt statischer Fotokameras setzen sie simultan zahlreiche Sie möchten auf Basis der Zahlen Ihres Unternehmens eine objektive Meine Stärken:
St. Pöltner Startup steht mit IKARUS ein österreichweit führender Filmkameras ein. Betrachter steuern per Maus oder sogar über ihre Analyse als Grundlage für weitere Entscheidungen und Optimierungen
Sie möchten sich ein Bild über ein anderes Unternehmen machen Unternehmerisches Denken
Anbieter für IT-Security, weiter die FH St. Pölten und die Kapsch Bewegungen, aus welchem Blickwinkel sie eine Szene sehen.
(nur für GmbH auf Basis der Daten im Firmenbuch) und Handeln
BusinessCom AG. Auf dieser Basis produziert das Team innovative Videos. Das Pro-
Komplexe Zusammenhänge –
jekt wurde mit dem Förderpreis im Rahmen des Staatspreises Die Lösung: Unternehmensanalyse und Beratung übersichtlich Erklärungen
Die Kaffee-Kreativen Digital Solutions 2017 ausgezeichnet und gewann 2016 in der Ka- Sie erhalten hier einen „Quick-Check“
Die St. Pöltner Lukas Renz und Martin Paul (im runden Bild rechts) tegorie „Interactive“ mit dem Golden Wire den Medienpreis der je nach Unternehmensgröße zu den Fragen: Das bedeutet für Sie:
lassen mit ihrem Startup den Bärn brüllen. Sie sind die ersten in FH St. Pölten. Eigenkapital | Ertragsanalyse | Liquidität | Cashflow 100 % Praxis
14 Mag. Karl Fink e.U.
Schloss Straße 4 Tel. 0676-88 780 341
3204 Kirchberg/Pielach fink@karl-fink.at www.karl-fink.atBildung & Forschung
Was zählt,
sind die Menschen.
Fot
o:
T U Wi e n
GründerInnen,
wir glauben an euch. Peter Skalicky,
Physiker und vormals langjähriger Rektor der TU
sparkasse.at/gruender #glaubandich Wien sowie Vorsitzender der Österreichischen
Die lernende Stadt Andreas Spannring
Rektorenkonferenz.
Einmalig in Österreich: Der entstehende „Masterplan St. Pölten hat enorme Fortschritte geschafft und
Bildung“ baut das Fundament für eine „lernende Stadt“. macht heute einen ausgezeichneten Eindruck.
Die Bildungsinitiative der Stadt kann Schulen
und Bildungseinrichtungen unter anderem hel-
Jeder Organismus hat sich auf wechselnde Anforderungen in der Umgebung einzustellen. fen, ein unverwechselbares und attraktives Pro-
Unabhängig von seinem Alter und jeden Tag aufs Neue. So gesehen sind Lernen und Leben fil in ihrer Region aufzubauen.
eins. Für das (Über)Leben in der Wirtschaft als MitarbeiterIn, als SpezialistIn, als Unterneh-
merIn gilt das heute mehr denn je.
„Sollte man einen erfolgreichen Standort nicht als lernenden Organismus sehen und anle-
gen?“ fragt der Bildungsbeauftragte St. Pöltens, Josef Kolarz-Lakenbacher. – „Sollte man!“,
ist Bürgermeister Matthias Stadler überzeugt, der sich persönlich für die Initiative Bildung
Fot
o:
am Standort stark gemacht hat. Nach umfassenden Erhebungen liegt seit November 2017
Andreas S
das „Weißbuch Bildung“ vor – mit einer detaillierten Stärkenanalyse des Bildungsstandor-
tes St. Pölten:
alc
r
he
• R und 60.000 Bildungsplätze am Standort erlauben durchgängige „Bildungspfade“. Egal
ob die Begabung in der Technik, im Gesundheit & Sozialen, in der Informatik oder in der
Wirtschaft liegt: Sie lässt sich hier am Standort über unterschiedliche Ausbildungsebenen Andreas Salcher,
entwickeln – von der Pflichtschule und Berufsschule über AHS und HTL und Hochschule Gründer der „Sir Karl Popper-Schule“ in Wien,
bis zum landesweiten Zentrum der berufsnahen Erwachsenenbildung. Berater und kritischer Vordenker in Bildungsfragen,
• An wenigen anderen Standorten kann man so praktisch die Theorie erlernen – und lässt Autor von Bestsellern wie „Der talentierte Schüler
sich die fachpraktische Ausbildung so gut mit theoretischer Ausbildung verbinden: Unter und seine Feinde“.
dem Motto MEISTERschaft und MASTERship positioniert sich St. Pölten als „Integrator“
zwischen Theorie und Praxis.
• In einzelnen Fachbereichen ist St. Pölten mit starker LEITKOMPETENZ aufgestellt, so Was heute alle Bildungsstudien zeigen, sollte
dass der Standort als überregionales Zentrum der Fachausbildung prädestiniert ist. Das auch die Entwicklung des Bildungsstandortes
sind insbesondere die Bahntechnologie und Gesundheit & Soziales. St. Pölten leiten: In den Kindergärten und den
Volksschulen sind die Mittel am besten einge-
Einer stadtweiten „Kultur des Lernen und der Freude am Lernen“ will Kolarz-Lakenbacher setzt. Verbesserungen später sind aufwendiger
mit dem entstehenden „Masterplan Bildung“ Tür und Tor öffnen. – „Und nicht zuletzt – und teurer.
einen Navigator bereitstellen, wo Investitionen in die Bildung dem Standort am meisten
bringen!“, ergänzt Masterplan-Experte und Plattform stp 2020-Obmann Josef Wildburger.
Die Sache hat Schwung aufgenommen: Schon wird an der Auftaktveranstaltung zur Mas-
terplan-Entwicklung im Frühjahr gearbeitet – gemeinsam mit Österreichs Top-Experten für
Bildung, Andreas Salcher.
16 17Bildung & Forschung
Diese „Vision der NutzerInnen“ war es dann auch, auf deren Ba-
sis konkrete Umsetzungsmaßnahmen präsentiert wurden: von der
Schaffung von „Naturdenkmälern“ als soziale Begegnungs- und
Erholungszonen bis hin zur „essbaren Stadt“, in der ein großes An-
gebot an Fallobstwiesen und Nutzpflanzen besteht. Ideen, die nun Demonstrationsprojekt Stadtoasen
sukzessive und verteilt über den Stadtraum erprobt werden sollen.
Wie müssen Oasen in einer Stadt wie St. Pölten aussehen?
Zukunftslabor Im Herbst 2017 wurden die Ergebnisse des BürgerInnen-Beteili-
gungsprojektes sowie der Folgeförderantrag bei der Förderstelle
des Klima- und Energiefonds eingereicht. Im November 2017 wur-
Das Demonstrationsprojekt ist ein Folgeprojekt des „Smart &
green living lab“. Es vertieft die Frage, wie soziale Innovationen aus
de das Demonstrationsprojekt mit einer Projektsumme von über der Gesellschaft heraus entstehen und breit wirksam werden kön-
einer Millionen Euro als förderwürdig erklärt. nen. Basierend auf einem Beteilungsprozess der Bürger unter dem
Stichwort „Empowerment“ werden „grüne Trittsteine“ umgesetzt:
Christoph Rauchberger
Kühlende Stadtoasen mit einem Angebot, das zur Kommunikation
anregt. Die Standorte erstrecken sich zentral vom Hammerpark hi-
Vertical Farming naus zum nördlich gelegenen Wirtschaftshof ebenso wie durch die
Spannende Themen sind es, an denen Forscher in St. Pölten Innenstadt, über den Rathausplatz bis zum Sonnenpark im Süden.
gerade arbeiten. Gemeinsam mit Kollegen auf der ganzen Welt Können Menschen und Nutzpflanzen zusammenleben
– und wie eng? Am Projektende Mitte 2020 sollen sich auf Basis der sozialen Inno-
stellen sie sich die Frage: „Wie können und wie wollen wir
vation mehr als 200 BürgerInnen um die Weiterentwicklung und
künftig in unseren Städten leben?“ Die Städte wachsen, damit auch der Bedarf an frischen und quali- laufende Pflege dieser prototypischen Grün- und Freiräume küm-
tativ hochwertigen Lebensmitteln. Mehr denn je erfordert die Zu- mern. Innovative Konzepte vom mobilen „urban pocket gardening“
kunft, dass diese umweltschonend und nachhaltig erzeugt wurden. über Elemente der „essbaren Stadt“ (s. links), Fassaden- bzw. Mo-
Erstmals in der Geschichte der Menschheit lebt über die Hälfte der Weltbevölkerung in Das wiederum braucht neue Lösungen im Anbau von Kulturpflan- bilarbegrünungen, ein Kinder-Klima-Forschungslabor sowie eine
Städten. Überall auf der Welt ziehen Menschen mit ihren Familien vermehrt vom Land in zen und eine intelligente Verdichtung von urbanen Flächen. Eine Sammlung für freie Initiativen sollen dabei ihren Platz im Grünen
die Stadt. Und doch befinden wir uns erst am Anfang einer neuen Stufe von Urbanisierung. innovative Lösung dazu ist „Vertical Farming“. finden.
Als Lebens- und Kulturform erleben Städte eine Renaissance. Und eine durchgreifende Ent-
wicklung: Die urbanen Räume der Zukunft könnten heterogener, vernetzter, noch lebens- Ziel dieser Sondierungsstudie ist die Erarbeitung von Grundlagen
werter und in jeder Hinsicht „grüner“ sein als wir sie heute kennen. für die Errichtung und den Betrieb einer „Vertical Farm“ als koope-
ratives Forschungsprojekt. Anhand dreier Bestandsgebäude, wel- BürgerInnenbeteiligung
Nicht zuletzt, weil sich das Verhältnis der Bürger zu ihren Städten wandelt. Das zeigt sich che erweitert werden können, ermittelt das Team die Potenziale:
am neuen Verständnis des Begriffes „Smart City“: Nicht mehr allein der Einsatz neuer Tech- Was kann „Vertical Farming“ zum Zusammenleben Wie kann direkte Demokratie in einer Stadt
nologie ist damit gemeint. Vielmehr fasst er heute Strukturen ins Auge, die den Raum für beitragen? Welche Möglichkeiten zeichnen sich wie St. Pölten aussehen?
soziale und technologische Innovation öffnen, indem sie Bevölkerung einbeziehen. Die für die Reduktion des Energieverbrauchs ab?
„smartest City“ ist also die „fittest City“ im Sinne der Anpassungsfähigkeit: Die Stadt ent- Mit der Smart Pölten Projektreihe und dem damit verbundenen
wickelt sich entlang der Bedürfnisse ihrer Bewohner. Interessierte St. Pöltnerinnen und St. Pöltner Ebenso werden mögliche Synergien zwi- Ansatz zur Bürgerbeteiligung begibt sich die Landeshauptstadt auf
sind herzlich eingeladen mitzumachen. schen Wohnen und Lebensmittelproduk- einen neuen und spannenden Weg zur Gestaltung der Stadt. Die
Vor diesem Hintergrund betreibt die Stadt unter dem Titel „Smart Pölten“ seit 2015 For- tion untersucht. Der ganzheitliche Ansatz Grundidee ist ebenso einfach wie vielversprechend: Über die Be-
schungsprojekte mit der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und Nähere Informationen unter www.stp-buerger. at dieser Sondierung wird durch die Einbezie- teiligung der BürgerInnen Ideen, Know-how und Ressourcen der
dem Klima- und Energiefond: E-Mail: office@stp-buerger.at hung der lokalen Bevölkerung unterstützt. Bevölkerung einzubinden und so Akzeptanz und Lebensqualität
Für das Bestandsgebäude mit den größten Po- der Stadt zu erhöhen.
tentialen wird im Rahmen des Sondierungsprojektes
ein Business Model Canvas erstellt. Die Ergebnisse des Forschungs- Im Herbst 2017 wurde daher von TeilnehmerInnen des „Smart &
Smart & Green Living Lab projektes werden als Projektabschluss im Spätsommer oder Herbst Green Living Lab“ der Verein „Smart Pölten BürgerInnenbeteili-
2018 im Rahmen einer Abschlusskonferenz präsentiert. gung“ gegründet. Die Ziele des Vereins sind auf mehreren Ebenen
Sind Ideen, die von unten nach oben wachsen, effizienter als solche, angesiedelt: Neben der Mitarbeit beim Projekt „Stadtoasen“ soll
die von oben nach unten verordnet werden? sich der Verein in weiterer Folge zur zentralen Plattform
für Bürgerbeteiligung in der Landeshauptstadt
Typisch: Mit besten Absichten führt „die Obrigkeit“ eine neue Über einhundert Bewohner haben ihre Visi- entwickeln. „In der eigenen Wohngemeinde
Technologie ein – und dann wird die nicht angenommen. Das Pro- on entwickelt, wie sie zukunft- und umwelt- mitgestalten zu können, ist eine spannende
blem ist oft nicht die Technologie, sondern der Prozess der Ein- gerecht wohnen, ihre Lebensqualität steigern Herausforderung. Der Pioniergeist bei die-
führung. Was „top down“, also scheinbar alternativlos von oben und das Miteinander zwischen den Generatio- sem Projekt begeistert viele von uns!“, freut
kommt, provoziert Widerstand. Rund um Maßnahmen für die Ent- nen verbessern sollen. Sie selbst schlagen vor, welche sich Obmann DI Christian Groissmaier
wicklung ökosozialer Wohnräume und Stadtareale wird in St. Pöl- Maßnahmen oder Technologien in ihrem „ökosozialen Wohnraum“ schon auf die künftige Zusammenarbeit
ten deshalb genau der umgekehrte Weg sondiert. zum Einsatz kommen werden. mit der Stadt.
18 Bürgerbeteiligungs-Manager: 19
Vorstand des Vereins smart Pölten.Anzeige Wirtschaft
Start der Ingenieur-Zertifizierung in der WKNÖ
Bereits 87 „neue“ Ingenieure zertifiziert!
Mit dem neuen Ingenieurgesetz und der im September 2017 erfolg- anderen WKO-Zertifizierungsstelle. Bisher konnten bereits 87
ten Einreihung der Ingenieur- Qualifikation in die Stufe 6 des NQR Fachgespräche in 7 verschiedenen Fachgebieten erfolgreich durch-
(Nationaler Qualifikationsrahmen) wurde nun die Möglichkeit ge- geführt werden. Personen, die einen Ingenieur-Titel mit NQR-Stu-
schaffen, im Rahmen eines Zertifizierungsverfahrens den „neuen“ fe 6 erwerben möchten, können diesen bei der Ingenieur-Zertifi-
Ingenieur-Titel zu erlangen. In diesem Zertifizierungsverfahren zierungsstelle der WKNÖ beantragen.
samt abschließendem Fachgespräch mit einer Experten-Kommissi-
on kann die Befähigung einer Ingenieurtätigkeit auf hohem Niveau
unter Beweis gestellt werden. Mit der Einreihung in Stufe 6 des
NQR ist der Ingenieur auf dem gleichen Niveau wie der Bachelor
zu finden – dadurch gewinnt der Ingenieur höhere nationale und
internationale Anerkennung. Am 27. Oktober 2017 führte die Zer-
tifizierungsstelle der Wirtschaftskammer Niederösterreich ihre Interessenten wenden sich diesbezüglich an Marion Aistleitner, BA
ersten Fachgespräche durch. Die Antragstellerinnen und Antrags- (Tel.: 02742 851 17557, E-Mail: ingzert@wknoe.at, WKO Nieder-
steller konnten in den unterschiedlichen Fachrichtungen ihre in- österreich, Wirtschaftskammer-Platz 1, 3100 St. Pölten).
genieurmäßigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenz auf dem
Qualifikationsniveau 6 des NQR demonstrieren. Alle näheren Details zu den Voraussetzungen
Bei der Ingenieur-Zertifizierungsstelle der WKNÖ sind bereits und dem Online-Antrag für den Ingenieur-Titel sind unter
über 175 Ingenieur-Anträge eingegangen – so viele wie bei keiner www.ingenieurtitel.at zu finden.
„Man soll’s nicht
allen recht machen!“ Maximilian Zirkowitsch
Was passiert eigentlich, wenn sich der Bürgermeister
von St. Pölten und der Bürgermeister von Krems in einem
Restaurant treffen, das ein Kremser in St. Pölten eröffnet
hat? Der niederösterreichische „Zentralraum“ gewinnt
Konturen.
Wir sitzen im Schau.Spiel. Otto Raimitz, Lokalmatatador der Kremser wichtig das Team ist. Dazu brauchts Einsatzfreude, Idealismus und
Gastronomie, hat das neue Szenerestaurant in St. Pölten eben erst er- Beharrlichkeit.
öffnet. Matthias Stadler erscheint unter Grippeverdacht. Sein Krem- Stadler: Es kommt auf die richtige Mischung aus Tradition und Mo-
ser Amtskollege Reinhard Resch ist zum Glück im Nebenberuf Arzt. dernem an. Du musst das Schnitzel genauso auf der Karte haben
Er bestätigt ihm, dass er nicht ins Bett muss und verordnet ein Heiß- wie irgendwas mit Tofu. Auf der einen Seite gilts die Stammkunden
getränk („Für mich einen trockenen Weißen. Der Mag. Stadler nimmt zu streicheln, auf der anderen natürlich neue Besucher zu finden
einen Kräutertee!“). Neidvoll blickt Stadler auf die Weißweingläser von und das Spektrum zu erweitern. Aber man solls nicht allen recht
Raimitz und Resch während er am Tee nippt. machen! Wobei ich neidvoll zugestehen muss, die Politik hat ein
viel schlechteres Image als die Wirte.
Herr Bürgermeister, Herr Bürgermeister, Raimitz (nickt): Ein erfolgreicher Wirt ist konzepttreu und braucht
was haben denn Wirte und Politiker gemeinsam? konzepttreue Mitarbeiter. Ich glaub, jeder Bürgermeister hat in den
UNSER MULTI-PROTECT: Resch: Man muss die Menschen gernhaben und etwas auf den eigenen Reihen schon das Problem gehabt, die Leute auf Linie zu
Unser neuer Existenzschutz federt finanzielle Folgen bei Unfällen Weg bringen wollen. Wir sind beide Dienstleister und wissen, wie halten.
und schweren Krankheiten ab und hilft, den Lebensstandard Ihrer
Familie zu sichern bzw. laufende Kosten zu finanzieren.
21
/wienerstaedtische
IHRE SORGEN MÖCHTEN WIR HABENWirtschaft
ich in Wien und in 30 Minuten bin ich in vollständig! Wirtschaft und Kultur sind wichtig füreinander, sie
Lilienfeld und kann Schifahren. Da hab ich ergänzen sich. Die Kultur ist ein Motor für die Wirtschaft und
mir gedacht: Okay, wenn ich eine Stadt so für uns Wirtschaftstreibende. Ich will etwas in meinem Leben
definier, dass ich schnell wegkomme … schaffen! Auch wir Unternehmer leben Kultur – und wenn’s die
Managementkultur ist!
Gibt es etwas, das Ihnen an Krems miss-
fällt, Herr Stadler? Sie beide sind eine Ausnahme, weil sie Sozialdemokraten sind
Stadler: Ein Ort, der gemütlich ist, wo der und Wahlen gewinnen. Das interessiert mich auch persönlich.
Weinbau floriert und wo man die Genüs- Wie macht man das denn?
se des Lebens kennt, kann nicht schlecht Resch (geschmeichelt): Na, grundsätzlich ist es so, dass die Sozi-
sein! (Grinst.) aldemokratie es nicht wirklich schwer hat. Das Problem ist, die
Raimitz: Manche Städte erstrecken sich ja meisten wissen nicht, dass sie Sozialdemokraten sind. Wer will
über 40, 50 Kilometer. Vielleicht erleben nicht faire Chancen? Wer will nicht, dass der Wohlstand gerecht
wir noch, dass St. Pölten und Krems zu- verteilt wird? Wer will nicht Gerechtigkeit in seinem Leben? Jeder
sammenwachsen. Die Kulturhauptstadt ist Patient, in den ich reingeschaut hab, war drinnen rot. (Lacht.) Im
der erste Impuls dafür. Ernst, die Menschen müssen spüren, dass man es ernst meint. Du
brauchst drei P: Passion, also Leidenschaft. Dann kommen auch
So lange im Voraus plant man vielleicht die richtigen Leute, People. Und damit hast du Erfolg, Profit.
in der Wirtschaft. In der Politik ist man Stadler: Zu uns kommen die Putzfrau genauso wie der Akade-
nur für ein paar Jahre gewählt. Macht es miker und man hört zu. Oft geht’s nur ums Zuhören. Und um
Spaß, etwas zu planen, dass man selbst Mediation bei Nachbarschaftsstreitigkeiten. Und du musst die
Kunst ist ein gutes Stichwort! St. Pölten bewirbt sich als Kultur- reiche hineinbringen. Und ein breiter Kulturbegriff ist auch der vielleicht nicht mehr erlebt – zumindest politisch? Leute immer wieder überzeugen. Als Bürgermeister bist du der
haupstadt 2024. Man ist geneigt zu fragen, auf was hinauf? Ansatz, den wir für 2024 haben. Es geht nicht darum, den nächs- Stadler: Ein Beispiel: Wir haben durch alle Instanzen um den Trup- erste Botschafter der Stadt und musst dich damit identifizieren.
Stadler: Gerade Deshalb! Es gibt keine Stadt dieser Größenord- ten großen Kulturbau zu errichten, sondern um eine nachhaltige penübungsplatz Völtendorf gestritten und ihn bekommen. Für die Ich mach, trotz engem Terminkalender, Stadtführungen. Er lebt
nung, die über drei Theater verfügt. Da spielen wir schon in einer Stadt- und Regionsentwicklung – auch zu einem beachtlichen Teil Stadtentwicklung wird das in 40 Jahren wichtig, aber wenn ich Krems, ich lebe St. Pölten. Ich bin gerne Kommunalpolitiker. Du
tollen Liga. Das Defizit ist, dass noch immer viele nicht wissen, parteiübergreifend. Wenn Gäste aus den USA, China oder Japan jetzt nicht dafür die Weichen stelle, vergeben wir eine Chance. spürst alles, bekommst alles mit – innerhalb von wenigen Stun-
was sich hier abspielt. Ich sehe die Riesenchance, nach Graz und kommen, bemerke ich immer wieder, dass die 25 oder 30 km, die Das ist meine Aufgabe als Bürgermeister. Und darum geht’s auch den. (Resch nickt.)
Linz als europäische Kulturhaupstadt unser Image zu verbessern. Krems und St. Pölten trennen, nix sind. bei der Kulturhauptstadtbewerbung. Wir haben dafür auch eine Resch: Was die Heurigenwirte ab zweiundzwanzig Uhr aushalten
Das ist auch eine Einladung, uns schon vor 2024 zu besuchen und Resch: Ihr habts eine Kremser Gasse, wir haben eine St. Pöltner- eigene Gesellschaft mit zwei Geschäftsführern … müssen, wenn die Leute an der Theke stehen, erleben wir Politiker
St. Pölten heute und 2024 zu vergleichen. Die Stadt wird sich Brücke. Resch: Einer ist Kremser! auch – wobei unsere Gäste nüchtern sind.
nochmal beachtlich weiterentwickeln. Wir suchen den Schulter- Stadler: Die Kremser Gasse sogar seit Jahrhunderten! Raimitz: Wir wachsen zusammen! Raimitz (lacht): Das ist die richtige Botschaft! "Meine Stadt" und
schluss mit Krems und den Umlandgemeinden. Wir können nicht Resch: Die Brücke hat ein bissel länger gedauert. Resch: Die Bewerbung alleine ist schon ein Motor für Investitio- "mein Lokal" – eigentlich sind wir jetzt wieder beim Konzept.
ohne die Region leben, weder als Einkaufsstadt noch als Touris- Stadler: Das sind die Symbole. In Wahrheit hat es mit Krems im- nen. Das hat jetzt schon Nachhaltigkeit!
musstadt, Kulturstadt oder Wirtschaftsstandort. mer auch politisch Kontakt gegeben. Mit dem Hölzl Franz (Vor- Stadler: So ist es. Wir haben einen gemeinsamen Kulturentwick- Oder der Ideologie!
vorgänger von Resch; Anm.) hab ich zum Beispiel einen sehr guten lungsplan. Sollten wir den Zuschlag nicht bekommen, ziehen wir Raimitz: Wir leben unsere Konzepte und wir leben unsere Aufga-
Mit Krems zusammenarbeiten? Kontakt gehabt. Nachher wars schwieriger … Jetzt sind wir wieder das trotzdem durch. ben. Das find ich so schön, weil ich glaube, dass Bürgermeister die
Kann es gut gehen, zwei jahrhundertelange Konkurrenten froh. Es kommt sehr auf die Menschen drauf an. Resch: Das ist keine verlorene Investition. wichtigsten Politiker sind – eben weil sie so nah an den Bürgern
vor einen gemeinsamen Karren zu spannen? Raimitz: Sag ich doch! Stadler: So ist es! Wir wollen nicht Geld in den Sand setzen, son- sind. Ich finde die Aussage "meine Stadt, seine Stadt" toll, weil
Resch: Wir arbeiten ja schon eng zusammen. Es ist notwendiger dern eine nachhaltige Entwicklung in Gang bringen. Ich glaub man spürt, dass sie es ernst meinen.
denn je, über den Tellerrand zu schauen. Beide Städte müssen sich Was mögen sie denn an der Stadt des andern nicht? schon, dass diese Bewerbung ein neues Selbstwertgefühl für die
nix beweisen. Es gibt vieles, das uns verbindet: die Eisenbahn und Resch: Ich hab einen großen persönlichen Bezug zu St. Pölten, Stadt bringt. Die Wirtschaft ist ein wichtiger Player bei der Po- Das Schlusswort möchte ich dem Gastgeber lassen.
die Donau-Brücke zum Beispiel (Er lacht). Das gehört gemeinsam weil ich Ender der 80er meinen Turnus und einen Teil meiner sitionierung und wird es auch bei der Kulturhauptstadt sein. Wir Was wünschen Sie als Unternehmer sich von der Politik,
genutzt und entwickelt. Da gehts um Arbeitsplätze und die wirt- Facharztausbildung gemacht habe. Also damals (räuspert sich) … werden attraktiver für Betriebsansiedlungen und als Studenten- damit Sie Ihre Pläne umsetzen können?
schaftliche Entwicklung. Was ist denn nicht Wirtschaft? Was ist Das ist mir in Erinnerung (räuspert sich wieder) … da hat man die stadt. Bei uns werden jetzt zwei Hotels mit 360 Betten gebaut. Raimitz: Ich wünsche mir, dass die Herren diese Power, die sie da
denn nicht Kultur? Wenn wir das eng sehen, bleiben wir stehen. Stadt schon, hmmmmm… von der Weite (räuspert sich) also, ähm Und gemeinsam mit Krems haben wir 85.000 Ausbildungsplätze! an den Tag gelegt haben, beibehalten. Vollgas und mit aller Kraft
(räusper räusper) … hat St. Pölten so einen Glanz gehabt. nach vorn. Ich wünsche mir, dass die Entwicklung weitergeht, dass
Die Frage geb ich gleich weiter. Stadler: Magst einen Schluck Tee? Was für einen Stellenwert hat Kultur für die Wirtschaft? noch viele die unheimlich starken Impulse spüren. So werden wir
Was ist denn nicht Wirtschaft oder Kultur? Resch: Ein St. Pöltner Kollege hat mir einmal erzählt, was so toll Raimitz: Kultur ist das Hauptgericht, Gastronomie und Hotellerie 2024 Kulturhauptstadt werden und davon profitieren. Dann ha-
Stadler: Wirtschaft und Kultur kann man in fast alle Lebensbe- an der Stadt ist: in 30 Minuten bin ich in Krems, in 30 Minuten bin sind das Dessert. Und ohne Nachspeise ist das ganze Essen un- ben wir etwas in unserm Leben geschaffen.
22 23Sie können auch lesen