Bericht über die 12. Amtszeit der synodalen Gremien im Bezirk Main-Taunus (2012 - 2016)
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Inhalt
Vorwort 3
Übersicht über die Themen der Sitzungen des Bezirkssynodalrates Main-Taunus 3
Presseartikel „Hans-Joachim Hampel für die Stimme der Katholiken“ 6
Konstituierende Bezirksversammlung mit Wahl (28.2.2011) 7
Schritte auf dem Weg zu den vier großen Pastoralen Räumen (27.03.2012) 7
Stellungnahme des Bezirkssynodalrats Main-Taunus zur Integrationsförderung
im Main-Taunus-Kreis (5.6.2012) 8
Klausurtagung (31. 8. 2012) 10
Vorstellung der Planung zur Visitation des Bischofs 2013 (18.9.2012) 10
Presseartikel „Die Außenwirkung ist peinlich und schlimm“ 11
Neujahrsempfang 2013 und Rede des BSR-Vorsitzenden, Hans-Joachim Hampel 12
28. Februar 2013 Papst Benedikt tritt zurück.
13. März 2013 Papst Franziskus wird gewählt 14
Persönliche Begegnung und offener Austausch
Bischof Tebartz-van Elst im Gespräch mit kommunalen Spitzenvertretern 15
Einführung des BV-Vorsitzenden Hans-Joachim Hampel in das Visitationsgespräch
des Bezirkssynodalrates MT mit unserem Bischof (26.6.2013) 16
BSR-Sitzung nach der Beurlaubung des Bischofs mit Generalvikar Wolfgang Rösch,
Johannes Weuthen und Dr. Gerhard Buballa (21.11.2013) 19
Neujahrsempfang 2014 und Rede des BSR-Vorsitzenden, Hans-Joachim Hampel 19
Planung der weiteren Arbeit des BSR (11.3.2014) 22
Podiumsdiskussion mit Europapolitikern (7.5.2014) 23
Erklärung des BSR und der BV Main-Taunus zum Thema
„Folgen der Europäischen Flüchtlingspolitik“ (8.5.2014) 24
Ergebnisse der Klausurtagung des BSR „Hauptamtliche und Ehrenamtliche –
Im Zusammenwirken Gemeinde leiten (13.6.2015) 26
Gespräch mit dem Apostolischen Administrator Manfred Grothe 26
Flüchtlingsarbeit im Bezirk: Vorstellung der neu entwickelten Homepage
1www.fluechtlinge-mtk.de (18.11.2014) 28
Neujahrsempfang 2015 und Rede des BSR-Vorsitzenden, Hans-Joachim Hampel 28
Einstimmiger Vorschlag des BSR: 5 pastorale Räume im Bezirk (25.2.2015) 30
Misereor Solidaritätsgang 2015 der Bezirke Main-Taunus und Hochtaunus
(14.3.23015) 30
Votum aufgrund der Vorschläge von Weihbischof Dr. Löhr zur Neustrukturierung des
Bezirks (14.10.2015) 31
Klausurtagung des BSR (20.11.2015) 32
2Vorwort
Die 12. Amtszeit des BSR und der BV Main-Taunus war eine mit den schwierigsten
Beratungen für unseren Bezirk Main-Taunus. Die Neustrukturierung der Kirchengemeinden
war zwar schon in der letzten Amtszeit vom Bischöflichen Ordinariat eingebracht worden und
auf großen Widerspruch gestoßen; durch die Visitation des Bischofs Franz-Peter Tebartz van
Elst wurde der Widerstand in intensiven Diskussionen mit den synodalen Gremien deutlich.
Durch den Rücktritt des Bischofs kurz vor dem Ende der Visitation blieb die Entscheidung
über die Zahl der Pfarreien neuen Typs weiter offen. Immerhin wurde in den Gesprächen mit
dem Apostolischen Administrator Weihbischof Manfred Grothe eine zeitliche Verlängerung
für die Errichtung der Pastoralen Räume erreicht.
Eine neue aktuelle Entscheidung der Bistumsleitung soll Anfang Februar 2016 dem Bezirk
bekannt gegeben werden und damit diesen Beratungspunkt abschließen.
Trotz der innerkirchlichen Themen (Neustrukturierung des Bezirks, neuer Papst mit einem
neuen inhaltlichen Programm usw.) hat sich der BSR Main-Taunus den gesellschaftlichen
neuen Herausforderungen gestellt und sich der Unterstützung der Flüchtlinge, die in noch nie
dagewesener Zahl zu uns gekommen sind, zum Ziel gesetzt. Mit Hilfe der Mitarbeiter/innen
des Kath. Bezirksbüros wurden die ehrenamtlichen Asylarbeitskreise mit aufgebaut und
inhaltlich in ihrer Arbeit beraten und weitergebildet. Die neue Homepage bietet ein Forum zur
Vernetzung der Arbeitskreise, eine breite Informationsplattform und aktuelle Nachrichten
(www.fluechtlinge-mtk.de ).
Der nachfolgende Bericht macht den Diskussionsprozess zu den genannten Schwerpunkt-
themen nachvollziehbar.
Günter Adam, Geschäftsführer
Zusammenfassung von Aktionen und Ereignissen in der 12. Amtszeit des
Bezirkssynodalrates Main-Taunus
28.02.2012 Konstituierende Sitzung der BV und des BSR Main-Taunus
27.03.2012 Bildung eines Sachausschusses Caritas und Soziales
Benennung eines Mitglieds für den Caritasrat Main-Taunus
Benennung eines Mitglieds für den Vorstand des Kath. Bildungswerkes Main-
Taunus
Schritte auf dem Weg zu den vier großen Pastoralen Räumen
05.06.2012 Weitere Schritte auf dem Weg zu den vier großen Pastoralen Räumen:
Austausch über Erfahrungen im Bereich der Katechese (Erstkommunion,
Firmungen, Glaubenskurse, etc.)
Bericht über die Konstituierung des Sachausschusses Caritas und Soziales
Beschlussfassung „Stellungnahme zur Integrationsförderung im Main-Taunus-
Kreis“
31.08.2012 Woraus leben wir / Quellen, aus denen ich für mein Leben Kraft schöpfen kann
Zukunftsbild / Arbeit im BSR
3Wie kann die katholische Kirche mit ihren Gemeinden und Einrichtungen als
Ort der Glaubensverkündung in einer säkularen Gesellschaft präsent sein?
18.09.2012 Weitere Schritte auf dem Weg zu den vier großen Pastoralen Räumen:
Weiterführung des Austausches über Erfahrungen im Bereich der
Glaubenskurse, Tauf- und Ehevorbereitung
Das Zusammenwirken von Charismen und Diensten im priesterlichen,
prophetischen und königlichen Volk Gottes – Erste Diskussion der Thesen
Vorstellung der Planungen zur Visitation des Bischofs in 2013
Kurzbericht zur Diskussion unserer Stellungnahme zur Integrationsförderung
im Integrationsbeirat des Main-Taunus-Kreises
28.11.2012 Vorstellung der Kath. Familienbildungsstätte Taunus, Leiterin Ellen Steyer
Visitation des Bischofs in 2013, Besprechung des Visitationsberichtes und
Wünsche an das Gespräch am 26.06.2013
Brief der Bischöfe an die Priester
Personelles, u. a. Verabschiedung von Jacqueline Schlesinger
26.02.2013 Vorstellung der Kath. Fachstelle für Jugendarbeit Taunus, Thorsten Klug,
Leiter
Bericht vom Gespräch des Vorstandes mit dem Bischof am 31.01.13
Antwort der Dezernentin auf den Beschluss des BSR das Projekt „welcome“
der Kath. Familienbildungsstätte Taunus finanziell zu unterstützen
18.04.2013 Vorstellung des Religionspädagogischen Amtes Taunus
Selbstverpflichtungserklärung im Rahmen der Präventionsordnung
26.06.2013 (mit Bischof Dr. Tebartz-van Elst)
Eindrücke des Bischofs zu seinen bisherigen Visitationsgesprächen
Was tut die Bistumsleitung um hauptamtlich pastorale Mitarbeiter/innen zu
gewinnen?
Wo und wie will uns die Bistumsleitung helfen, ehrenamtliche
Mitarbeiter/innen zu gewinnen?
18.09.2012 Vorstellung der KFJ
Gespräch mit der Präsidentin der Diözesanversammlung Ingeborg Schillai zur
aktuellen Situation des Bistums
Revision der Synodalordnung mit Blick auf die Pfarrei neuen Typs –
Diskussion des Vorschlages des Diözesansynodalamtes
Anmerkungen zum Entwurf Rahmenleitbild für katholische
Kindertageseinrichtungen im Bistum Limburg
21.11.2013 Aktuelle Situation im Bistum Limburg
Revision der Synodalordnung
Beschlussfassung zur Weiterführung der Sozialpastoralstelle im Bezirk
(s. Beschlussantrag)
11.03.2014 Planung der weiteren Arbeit des BSR
Stärkung der Sozialpastoral im Main-Taunus – Vorstellung von
Pastoralreferentin Susanne Schuhmacher-Godemann
408.05.2014 Flüchtlinge im Main-Taunus – Information und Aufbau von
Flüchtlingsinitiativen (Arbeitskreise vor Ort)
Erklärung zur Europawahl in Bezug auf den Umgang mit Flüchtlingen
Anregungen für die Arbeitsgruppe des Bistums „Dialog und Beteiligung
13.06.2014 Wie können Hauptamtliche und Ehrenamtliche vertrauensvoll
zusammenarbeiten, um den synodalen Auftrag zu erfüllen, „im
Zusammenwirken gemeinsam Gemeinde leiten“ (§ 14 Synodalordnung)?
10.09.2014 Vorbereitung des Gesprächs mit dem Apostolischen Administrator
Weihbischof Manfred Grothe am 15.10.2014
15.10.2014 Gespräch mit dem Apostolischen Administrator Weihbischof Manfred Grothe
Kurze Vorstellung des sozialpastoralen Schwerpunktes des Bezirks
Zukünftige Struktur der Pfarreien des Bezirks – Darstellung der aktuellen
Situation in den Pfarreien und Pastoralen Räumen
Information und Austausch: Was geschieht – was ist geplant im Prozess der
Aufarbeitung?
18.11.2014 Feedback und Austausch zur letzten Sitzung (15.10.14)
Aktuelle Informationen
- Kath. Familienbildungsstätte Taunus
- Sachausschuss Caritas und Soziales
- Flüchtlingsarbeit im Bezirk
- Referat Sozialpastoral
25.02.2015 Unser Vorschlag zur Neustrukturierung des Bezirks
Bericht aus dem DSR
Rückmeldungen aus den Pfarreien
Unser Vorschlag
Verabschiedung von Pfarrer Franz Lomberg
15.04.2015 Die Errichtung der Pastoralen Räume im Main-Taunus
Wie kann die Bildung der Pastoralen Räume sinnvoll begleitet werden?
Beispiele aus anderen Bezirken des Bistums
Aktueller Stand der Flüchtlingsunterbringung und –Begleitung durch die
Arbeitskreise in den Kommunen
Personelles
27.05.2015 Stand der Gespräche über unseren Vorschlag zur Neustrukturierung der
Pastoralen Räume
Neuwahl der synodalen Gremien, z. B. unsere Vorstellungen zur
Zusammenstellung der BV- und des BSR 2016, PGR-Wahl
Aktuelles aus der Flüchtlingsarbeit
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Am 28. Februar 2012 fand die konstituierende Bezirksversammlung der Katholiken im
Main-Taunus-Kreis statt, bei der der neue Vorstand von den Vertretern der neuen Pastoralen
Räume im Bezirk Main-Taunus gewählt wurde. Vorsitzender der Bezirksversammlung ist
wieder Hans-Joachim Hampel aus Bad Soden, stellvertretende Vorsitzende Annette Zwaack
aus Hochheim. Als Vertreterin des Bezirkssynodalrates Main-Taunus wurde Frau Beate
Müller aus Eppstein gewählt. Bezirksdekan Klaus Waldeck ist kraft Amtes Vorsitzender des
Bezirkssynodalrates Main-Taunus und Günter Adam Geschäftsführer der beiden Gremien.
27.03.2012
Schritte auf dem Weg zu den vier großen Pastoralen Räumen
Hans-Joachim Hampel stellt noch einmal die Herausforderung für die Arbeit des BSR in den
nächsten vier Jahren vor, nämlich die Begleitung der Pastoralen Räume auf dem Weg zu den
vier großen Pastoralen Räumen, die dann die Pfarreien neuen Typs bis spätestens 2019
werden sollen.
Im nächsten Frühjahr wird uns der Bischof visitieren und Gespräche in den vier großen
Pastoralen Räumen führen. Dazu ist es notwendig, dass die jetzigen Pastoralen Räume
aufeinander zugehen, sich kennenlernen und das Gespräch vorbereiten. Er lädt heute ein zu
einem Rundgespräch über den derzeitigen Stand der Pastoralausschüsse, die ja hier im
Synodalrat vertreten sind.
Es beginnt der Pastorale Raum Schwalbach-Eschborn, der die nächsten vier Jahre
strukturell in den drei Pfarreien weiter arbeitet. Der Pastoralausschuss hat erst seit zwei Jahren
richtig seine Arbeit aufgenommen und Kooperationen in die Wege geleitet, so gibt es eine
gemeinsame Firm Vorbereitung. Informell sind erste Kontakte mit dem Pastoralen Raum Bad
Soden aufgenommen.
Der Pastorale Raum Bad Soden ist seit 01.01.2012 die Pfarrei St. Marien und St. Katharina.
Die Fusionierung ist noch nicht bei vielen Gemeindemitgliedern angekommen, so dass ein
weiterer Schritt die Fusionierung mit dem Pastoralen Raum Schwalbach-Eschborn viel zu
früh wäre. Der Pfarrgemeinderat versucht jetzt vier Ortsausschüsse in den Kirchorten zu
bilden, jeweils ein Pfarrgemeinderatsmitglied aus diesen Kirchorten ist beauftragt Mitarbeiter
dafür zu gewinnen.
Der Pastoraler Raum Kelkheim-Fischbach-Liederbach hat bereits die Zusammensetzung
des großen Pastoralen Raumes. Im Pastoralausschuss herrscht eine positive Grundstimmung.
Man ist bereit das Auseinanderzugehen selbst zu gestalten. In den vier Pfarrgemeinderäten
soll im nächsten halben Jahr folgende Fragen besprochen werden:
Was ist die Stärke und das Besondere unserer Gemeinde?
Was könnte auch den anderen Gemeinden Nutzen bringen?
Was hätte in welcher Kirche Platz?
Der Pastorale Raum ist auch vom Bistum beauftragt kleine christliche Gemeinschaften
aufzubauen.
Ein gerade stattgefundener Klausurtag des Pastoralen Raumes Hofheim-Kriftel mit den drei
Pfarrgemeinderäten mit dem Schwerpunkt Bibelarbeit hat zum gegenseitigen Kennenlernen
beigetragen und die Mitglieder untereinander nähergebracht. Seit einiger Zeit wird die Firm
Vorbereitung gemeinsam durchgeführt. Ein gemeinsamer Internetauftritt soll verbessert
werden und die Vernetzung untereinander verstärken. Ein erster Kontakt zum Pastoralen
Raum Eppstein ist für Herbst geplant.
Der Pastorale Raum Eppstein ist seit 01.01.2012 eine neue Pfarrei. Auch hier versucht man
in den bisherigen fünf Kirchorten Ortsausschüsse aufzubauen. Die nächsten vier Jahre werden
gebraucht um die Gemeindemitglieder zu einer Pfarrei zusammenzuführen. Der Pastorale
Raum Flörsheim besteht noch aus vier Pfarreien. Der Pastoralausschuss hat sich konstituiert
und einen Zeitplan der Fusionierung der vier Gemeinden entwickelt. Die Pfarreiwerdung ist
7für den 01.01.2014 geplant. Das Pastoralteam tritt gemeinsam mindestens einmal im Jahr in
jeder Gemeinde auf, auch die Firm Vorbereitung geschieht gemeinsam. Ein großer
gemeinsamer Gottesdienst ist an Christi Himmelfahrt geplant.
Der Pastorale Raum Hattersheim ist auch ab 01.01.2012 die neue Pfarrei St. Martinus.
Gemeinsamer Fronleichnamsgottesdienst, gemeinsame Firm Vorbereitung und ein
Gemeindetag aller drei Pfarreien ist bereits seit der letzten Amtszeit eingeführt.
Der Pastorale Raum Hochheim ist schon seit 2006 eine Pfarrei. Die Erstkommunion und die
Firm Vorbereitung werden gemeinsam geleistet. Die Gottesdienste finden jeweils in den
beiden Kirchorten statt. Die Gemeindemitglieder sind noch sehr an ihren alten Kirchen
orientiert.
Der BSR beschließt einstimmig wieder einen Sachausschuss Caritas und Soziales zu bilden
mit dem Auftrag, die sozialpolitische Situation im Main-Taunus-Kreis zu beobachten und
Stellungnahmen für den Bezirkssynodalrat vorzubereiten. Als Mitglieder werden Bettina
Lassak und Beate Steinmetz aus dem PR Hofheim-Kriftel, Dr. Margarete Peters aus dem PR
Kelkheim-Fischbach-Liederbach und Petra Kunz aus dem PR Hochheim. Es soll jeweils ein
Platz aus den anderen Pastoralen Räumen zur Mitarbeit freigehalten werden. Die Anwesenden
werden das in ihren Pastoralausschüssen besprechen. Marita Thum als Geschäftsführerin des
Ausschusses, Ottmar Vorländer und Günter Adam sind ebenfalls dabei.
Hans-Joachim Hampel wird in den Aufsichtsrat des Caritasverbandes, den Caritasrat,
gewählt.
Ernst-Dieter Racky wird ernannt, den Bezirkssynodalrat im Vorstand des Katholischen
Bildungswerkes zu vertreten.
5. Juni 2012
Stellungnahme des Bezirkssynodalrats Main-Taunus zur Integrationsförderung im
Main-Taunus-Kreis
„Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du
sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin
der Herr, euer Gott“ Lev 19,34.
Seit Jahrzehnten engagieren sich christliche Kirchen im Main-Taunus für Asylbewerber in
den Gemeinschaftsunterkünften des Main-Taunus-Kreises mit großem ehrenamtlichen
Engagement, organisieren Hausaufgabenhilfen für die Kinder, Orientierungs-Deutschkurse
für noch nicht zu Integrationskursen zugelassenen Personen, begleiten Familien bei
Behördengängen, gestalten gemeinsame Feste, helfen manchmal finanziell. Ziel dieses
christlich motivierten Einsatzes für diese Menschen ist es, ihnen eine sichere Zukunft zu
ermöglichen. Dieses Anliegen verfolgt auch der Runde Tisch: „Viele Kulturen – eine
Zukunft“, der vom katholischen Bezirksbüro und dem evangelischen Dekanat koordiniert
wird, der sich auch als Interessenvertretung zusammen mit dem Caritasverband und dem
Diakonischen Werk versteht.
Aufgrund dieses langjährigen vielfältigen Engagements spricht sich der Bezirkssynodalrat für
eine Weiterentwicklung der Integrationspolitik im Main-Taunus-Kreis durch folgende
Empfehlungen aus:
8 Das Ziel der Weiterentwicklung der kommunalen Integrationspolitik im Main-Taunus-
Kreis ist eine vertrauensvolle Kooperation und Vernetzung der maßgeblichen Institutionen
im Main-Taunus-Kreis. Dabei soll von einem Leitbild der Integrationsunterstützung und
der Integrationsförderung ausgegangen werden.
Konkrete Empfehlungen:
I Zusammenlegung von Ausländeramt und Integrationsdiensten des Amtes für Arbeit
und Soziales zu einem Ausländer- und Migrationsamt
II Räumliche Zusammenlegung
III Eine gemeinsame Amtsleitung
IV Einrichtung einer Funktionsstelle: Ausländerbeauftragte zur Koordination aller
integrationsfördernden Maßnahmen
V Die Migrationsdienste der Ligaverbände erhalten einen Beratungsraum und eine
Beratungszeit innerhalb der Räumlichkeiten des Ausländer- und Migrationsamtes
VI Aufbau einer Beratungsstelle für qualifizierte Zuwanderer
VII Regelhafte Arbeitsbesprechungen zwischen Ausländeramt, Integrationsdiensten des
Kreises sowie der Ligaverbände
VIII Interkulturelle Besetzung der Dienste
Weitere Anregungen für integrationsfördernde Maßnahmen, die von einer Funktionsstelle
Ausländerbeauftragte umgesetzt werden könnten:
- Ausweitung des Angebots: Integrationslotsen auf andere Kommunen im Main-
Taunus-Kreis
- Interkulturelle Trainings für Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter
- Förderung eines Netzwerkes der verschiedenen islamischen Gruppierungen
- Veranstaltungen zum christlich-islamischen Dialog
- Koordination und Aufbau zielgruppenspezifischer Integrationskurse
- Regelhafter Runder Tisch der Ausländerbeiräte auf Kreisebene
- Migrationsorientierte Altenhilfeplanung
- Sprachförderung in Deutsch für Migrantenkinder
- Sprachkurse für Senioren
- Arbeitskreis für Erzieherinnen aus Kindertagesstätten zum Thema Migration
- Selbstorganisation der Migrantenvereine
Eppenhain, den 05.06.2012
9Unsere Mitglieder in der Diözesanversammlung und im Diözesansynodalrat
Agnes Spießmann ist in die DV zu gewählt worden. Weiterhin wurden Pfarrer Alexander
Brückmann, Klaus Gierse und Annette Zwaack aus unserem Bezirk in den
Diözesansynodalrat gewählt.
Klaus Gierse kandidiert wieder für den Kirchensteuerrat.
Bei der Klausurtagung am 31. August 2012 setzte sich der BSR mit folgenden Fragen
auseinander:
Woraus leben wir? / Quellen, aus denen wir für unser Leben Kraft schöpfen können
Zukunftsbild / Arbeit im BSR
- Welche Hoffnungen und Befürchtungen haben wir in Bezug auf die Zukunft des
kirchlichen Lebens in unseren Pfarrgemeinden, im Bezirk, im Bistum? Wo liegen
unsere Stärken, wo unsere Schwächen?
Wie kann die katholische Kirche mit ihren Gemeinden und Einrichtungen als Ort der
Glaubensverkündung in einer säkularen Gesellschaft präsent sein?
18. Sept. 2012
Vorstellung der Planung zur Visitation des Bischofs 2013
Austausch über Erfahrungen im Bereich der Glaubenskurse, Tauf- und
Ehevorbereitung.
Dieser Punkt wurde in den vergangenen Sitzungen bereits begonnen und diente u. a. auch
dem besseren Kennenlernen der Pastoralen Räume und Kirchengemeinden im Bezirk.
Diskussion unserer Stellungnahme zur Integrationsförderung im Integrationsbeirat des
Main-Taunus-Kreises.
Sie stieß auf ein positives Echo. Alle Kreistagsfraktionen unterstützen unser Anliegen, eine
Willkommenskultur im Main-Taunus-Kreis und in der Kreisverwaltung zu fördern und
werden demnächst ein Gespräch mit dem Landrat führen.
10Den Missbrauchsskandal erschüttert Kirchen und Gesellschaft
1121. Januar 2013
Neujahrsempfang
Aus der Neujahrsansprache 2013 des BV-Vorsitzenden Hans-Joachim Hampel am
21. Januar 2013
Feier und Erinnerung : 50 Jahre ( 1962-1965) Beginn des 2. Vatikanischen Konzils
Den Beginn des 2. Vatikanischen Konzils haben sicher einige hier im Raum persönlich
erleben können, bzw. es wurde Ihnen davon berichtet. In unserem Bezirk fanden im
Gedenken an dieses besondere Ereignis im letzten Jahr vielfältige Veranstaltungen statt. Mit
Vorträgen und anschließenden Diskussionen konnten wir uns dazu austauschen.
Ein besonderes Ereignis war sicher die Konziliare Versammlung vom 18.-21. Oktober 2012
in Frankfurt , zu der eine Vielzahl von Organisationen, Gruppen, Initiativen eingeladen
hatten. Nach der Eröffnung in der vollbesetzten Paulskirche fanden weitere Gesprächs- und
Diskussionsforen in der Gallus Gemeinde, Frankfurt statt. Intensiv eingebracht bei der
Organisation der Durchführung hatte sich hier die „Kommission für Gesellschaftliche
Aufgaben“ aus der Gemeinde Christ-König, Eschborn.
Das Miterleben der Auftaktveranstaltung in der Paulskirche – ich war mit einigen Kollegen
hier aus dieser Runde dabei- war eindrucksvoll. Die Berichte von damaligen Konzils-
Teilnehmern, u.a. Hans Küng, in vielleicht seinem letzten öffentlichen Auftritt, waren
emotional bewegend.
Ich frage mich, was ist aus all dem damaligen Aufbruch der Kirche geworden, die ja ganz
wesentlich von den Deutschen Bischöfen vorangebracht wurde.
Wie geht es weiter, können wir die derzeitige Rückwärtsbewegung unserer Amtskirche
stoppen und wieder auf den Pfad der Hoffnung nach Erneuerung zurück finden??
Was können wir als Laien dazu tun??
Ich denke die Diskussionen zum 2. Vatikanischen Konzil werden auch in diesem Jahr
weitergehen und ich habe die Hoffnung, dass auch die positiven Entwicklungen weitergehen.
Kirche in der öffentlichen Wahrnehmung
Im letzten Jahr und schon wieder in diesen Tagen hat Kirche keine gute Presse erhalten.
Seien es Vorkommnisse in Rom, wie Vatileaks, Finanzen des Vatikans, Interne Intrigen im
Vatikan, Prozess und Verurteilung des Sekretärs des Papstes.
Seien es Ereignisse in Limburg, wie Kosten für das Haus des Bischofs, Flüge nach Indien,
Entlassung des Frankfurter Leiters des Hauses der Begegnung Herrn Dehm.
Sei es in diesen Tagen das Ereignis, dass die Deutschen Bischöfe den Vertrag mit dem
kriminologischen Instituts, Prof. Pfeiffer zur Aufklärung des Sexuellen Missbrauchs in der
Katholischen Kirche gekündigt haben.
Zumindest dieses letzte Ereignis ist derzeit schwer einzuordnen.
Aber unabhängig davon, was bei diesem Ereignis, den Ereignissen in Rom oder Limburg
konkret vorgefallen ist, es führt dazu, dass das leider schon erheblich angeschlagenen Image
der Katholischen Kirche in der deutschen Öffentlichkeit leider noch schlechter geworden ist.
Darunter leiden wir persönlich und als Gemeinden ganz besonders.
Hoffentlich wird das bald besser!!!!
1. Ausblick auf die pastorale und synodale Entwicklung in unserem Bezirk in 2013
Nach diesem ereignisreichen Jahr 2012 blicken wir nach vorne auf 2013, was wird dieses Jahr
uns hier im Bezirk bringen.
12Da steht ganz klar im Mittelpunkt die Visitation unseres Bischofs hier im Bezirk Main-
Taunus.
Visitationen durch den Bischof oder den Weihbischof finden alle 4-5 Jahre statt und sind ein
ganz normaler Vorgang in der Kath. Kirche. Es geht nicht darum zu kontrollieren oder die
Gemeinden auf Linie zu bringen, es geht vielmehr um Begegnung und Ermutigung, um
Zuhören und voneinander lernen.
Die Gespräche dienen der Kontaktpflege und der Verbindung zwischen Bistumsleitung und
den Gläubigen in den Gemeinden.
In unserer besonderen Situation im Bezirk geht es natürlich auch und insbesondere um die
Strukturreform.
Der Bischof will sich selbst ein Bild verschaffen, wie es in den Gemeinden aussieht und wie
der Struktur-Prozess sich entwickelt.
Es sind vielfältige Gespräche mit dem Bischof geplant, insbesondere mit den Hauptamtlichen
und den Ehrenamtlichen in den aktuellen und den künftigen Pastoralen Räumen.
Ich denke, das ist unsere Chance dem Bischof direkt aus dem Gemeindeleben zu berichten
über das was gut läuft, aber auch wo es klemmt, was problematisch ist und ihm unsere
Vorschläge für alternative Aktionen, Maßnahmen zu unterbreiten.
Es sind folgende Gespräche vorgesehen:
Gespräche mit dem BSR-Vorstand
Gespräche mit dem Bezirksbüro
Gespräche mit den Hauptamtlichen und Priestern
Gespräche mit den Pastoral-Ausschüssen der aktuellen und künftigen Pastoral-Räume
Weiterhin wird der Bischof in allen Pastoralen Räumen die Firmungen in diesem Jahr
vornehmen.
Beim diesjährigen Misereor-Solidaritätsgang, den wir traditionsgemäß mit dem Bezirk
Hochtaunus durchführen, wird der Bischof zusammen mit dem Misereor Pfarrer Pirmin
Spiegel teilnehmen, zumindest wird er den Abschlussgottesdienst halten.
Begleitung Strukturprozess, inhaltliche Begleitung:
Wir haben uns als BSR für die 12. Amtszeit vorgenommen, aktiv an der nachhaltigen
Gestaltung von Kirche vor Ort teilzunehmen.
Im Hinblick auf die größer werdenden Pastoralen Räume und später Pfarreien neuen Typs,
wird das Leben/Überleben unserer Kirchengemeinden vor Ort ganz wesentlich davon
abhängig sein, wie wir Gemeinden vor Ort gestalten.
Das beinhaltet ganz wesentlich Mitwirkung der Ehrenamtlichen bei:
Gottesdiensten
Erstkommunion und Firm Katechese
Glaubenskurse
Caritasarbeit
Dies kann nur erfolgreich werden, wenn es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen
Haupt- und Ehrenamt auch im Bereich der Pastorale geben wird.
Im Oktober letzten Jahres habe ich in einem Brief der Deutschen Bischöfe an die Priester
ermunternde Worte gelesen:
„Die aktuelle kirchliche Situation bringt uns dazu, eine zentrale theologische Einsicht
des 2. Vatikanischen Konzils neu zu entdecken: Das Konzil hat mit dem Zueinander
von gemeinsamem Priestertum der Gläubigen und Priestertum des Dienstes den
königlichen, priesterlichen und prophetischen Charakter des ganzen Gottesvolkes
wieder betont.
Die Bischöfe schreiben weiter:
13Priesterlicher Leitungsdienst ist nicht auf die Vermehrung der eigentlichen Macht oder
zur Herrschaft über die anderen ausgerichtet, sondern darauf, dass alle Gläubigen ihre
je eigene Verantwortung für die Sendung in der Kirche erkennen und wahrnehmen
können.
Also ergreifen wir das Angebot der Mitarbeit in der Pastoral.
2. Fazit:
Es wird also ein spannendes Jahr werden. Die Begegnungen mit dem Bischof bieten uns die
Chance direkt aus dem Gemeindeleben zu berichten und unsere Fragen und Vorschläge
vorzubringen. Nutzen wir diese Gelegenheiten.
Genauso wichtig ist es aber, dass wir weiterhin als BSR mit Ihnen in den Gemeinden
zusammen arbeiten in den Struktur-Prozessen und insbesondere in der nachhaltigen
Weiterentwicklung der Pastoralen Strukturen in den Ortsgemeinden.
Dazu wünsche ich uns allen gutes Gelingen, gute Zusammenarbeit und Gottes Segen.
Hans-Joachim Hampel, Vorsitzender der Bezirksversammlung Main-Taunus
28. Februar 2013 Papst Benedikt tritt zurück.
13. März 2013 Papst Franziskus wird gewählt.
aus „Die Welt“ v. 21.08.2013 Foto: dpa
14Persönliche Begegnung und offener Austausch
Bischof Tebartz-van Elst im Gespräch mit kommunalen Spitzenvertretern
HOFHEIM. – Das soziale Engagement der katholischen Kirche im Main-Taunus war eines
der Gesprächsthemen einer Begegnung von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst mit den
Spitzenvertretern der Kommunalpolitik im Main-Taunus-Kreis. Im Rahmen seiner Visitation
des Bezirks tauschte sich der Limburger Bischof am Donnerstag, den 18.April 13, im
Vincenzhaus mit Landrat Michael Cyriax, dem Vorsitzenden des Kreistages, Wolfgang
Männer, und den Kreisbeigeordneten aus. Der Einladung von Bezirksdekan Klaus Waldeck
waren auch fast alle Bürgermeister der zwölf Kommunen gefolgt. Bei seinen Besuchen in
sozialen Projekten habe er viele Kooperationen zwischen katholischer Kirche und Caritas mit
dem Kreis wahrgenommen, sagte der Bischof. Von Seiten der Politik wurde diese intensive
Zusammenarbeit bestätigt und ausdrücklich wertgeschätzt.
Ausführlich begründete Bischof Tebartz-van Elst im Gespräch mit den Politikern die
Notwendigkeit einer Neustrukturierung der Kirchengemeinden im Main-Taunus zu größeren
Einheiten. Habe es 1982 noch knapp eine Million Katholiken im Bistum Limburg gegeben, so
seien es heute rund 645.000, wobei allein aufgrund der demografischen Entwicklung mit
einem weiteren Rückgang gerechnet werde. Zudem gebe es weniger pastorale Mitarbeiter und
Priester. Es gehe jetzt darum, eine Organisation zu schaffen, die die nächsten 25 Jahre halte,
damit es nicht immer neue Strukturdiskussionen gebe, warb der Bischof um Verständnis für
die geplanten Maßnahmen. Die nötige Nähe der Kirche vor Ort zu den Menschen dürfe dabei
nicht verloren gehen, antwortete er auf entsprechende Nachfragen. Im Rahmen seiner
Visitation werde er sich ein genaues Bild machen und dann den synodalen Gremien einen
konkreten Vorschlag unterbreiten.
Ein lobendes Feedback gab es von den Bürgermeistern für die Arbeit der katholischen Kirche
im Bereich der Kindertagesstätten. Ihr Angebot bedeute auch eine finanzielle Entlastung für
die Städte. Der Bischof versprach in diesem Zusammenhang, sich weiterhin für junge
Familien zu engagieren, unter anderem mit Einrichtungen für unter Dreijährige (U3), bei
denen die katholische Kirche mit der Eröffnung der ersten Gruppen Vorreiter im Main-
Taunus gewesen sei. Auf den Fachkräftemangel angesprochen, machte er deutlich, dass es
keine Abstriche bei den Einstellungskriterien für Erzieher in katholischen Kindertagesstätten
geben könne. Die Kitas seien aus Sicht der Kirche pastorale Orte, für deren katholisches
Gepräge es entsprechend geprägte Erzieher brauche.
Die notwendige Unterstützung einkommensschwacher Familien gehörte ebenfalls zu den
angesprochenen Themen. Dazu gehört der Ausbau von Kindertageseinrichtungen zu
Familienzentren, wie sie der Caritasverband in Hofheim und Eschborn in Planung hat. Einig
waren sich Kirche und Politik darin, dass es zu wenige bezahlbare Mietwohnungen im Kreis
gibt. Einige Bürgermeister berichteten in Bezug darauf von ihren Bemühungen,
Neubaugebiete auszuweisen, wo preiswerte Wohnungen gebaut werden sollen.
Positiv fiel zum Abschluss das Resümee aller Beteiligten aus. Ihm sei das Gespräch sehr
wichtig gewesen, sagte Bischof Tebartz-van Elst. Im Gegenzug bekundeten die Politiker
einhellig ihren Dank für die Gelegenheit zu ausführlicher Begegnung und offenem Austausch.
15Einführung des BV-Vorsitzenden Hans-Joachim Hampel in das
Visitationsgespräch des Bezirkssynodalrates Main-Taunus mit unserem
Bischof am 26. Juni 2013 in Niederhöchstadt
„Sehr geehrter Herr Bischof,
bei unserem letzten Gespräch mit Ihnen, am 7. Dezember 2011, im Pfarrzentrum St.
Dionysius, Kelkheim Münster, hatten wir ihnen ausführlich unsere Bedenken über die auch in
unserem Bezirk Main-Taunus anstehende Strukturreform dargelegt:
Ich möchte kurz zitieren:
Die Absicht des Herrn Bischofs, die geplanten vier pastoralen Räume zu jeweils einer
Großpfarrei zu machen, wird von allen Gremien grundsätzlich abgelehnt.
Wie wir in der letzten BSR Sitzung am 18. April 2013 abgefragt haben, wird diese Position
nach wie vor von der Mehrheit der Pfarreien und Pastoralen Räume in unserem Bezirk
geteilt.
Ich bin mir sicher, dass bei den verschiedenen Visitationsgesprächen in diesen Wochen, dies
auch Thema war und Sie die aktuellen und auch unterschiedlichen Positionen der Gremien
erfahren und auch diskutieren konnten, bzw. dies bei den noch ausstehende Gesprächen
behandelt werden wird.
Deshalb schlage ich vor, dass dieser Punkt heute Abend nicht im Mittelpunkt unseres
Gesprächs stehen sollte.
Wir haben uns als BSR Gremien für die 12. Amtszeit vorgenommen die Pfarreien und
Pastoralen Räume auf dem Weg der bis 2019 abzuschließenden Fusionen organisatorisch
und vor allem inhaltlich zu begleiten.
Uns ist es wichtig, die Nähe vor Ort in den Gemeinden (nicht Kirchorten) zu erhalten und
weiter zu gestalten. Wenn dies nicht gelingt, dann werden die Pfarreien neuen Typs scheitern,
das ist meine feste Überzeugung.
Es ist uns wichtig uns darüber heute Abend mit Ihnen auszutauschen.
Sicher werden Sie gleich antworten, dass die Notwendigkeit der Gestaltung von Nähe vor Ort
erkannt ist und natürlich an Lösungen gearbeitet wird.
In unserem Eingangsgespräch zur Visitation haben wir ja auch schon darüber gesprochen.
Ich möchte aber kurz einige Problempunkte aufführen, die mir und vielen Mitgliedern des
BSR so im täglichen Engagement in unseren Gemeinden präsent sind. Diese Probleme
kommen nicht erst, wenn wir die Pfarreien neuen Typs etablieren, sie sind auch heute schon
in den kleine Pastoralen Räumen präsent, und werden folglich in der Zukunft noch größer
werden, wenn hier nicht gegengesteuert wird.
Nähe vor Ort ist sicher vielfältig zu beschreiben. Für die weitere Eigenständigkeit der
Gemeinden in einer großen Pfarrei neuen Typs gibt es in den Bereichen, Veranstaltungen,
Vorträge, Musik, auch bei der Verwaltung Lösungsansätze, wenn auch nicht immer einfache
zu realisieren.
Wir haben uns hier im BSR Gremium zu Beginn unserer Amtszeit zur Situation und Zukunft
der Erst-Kommunion, der Firm-Katechese, der Glaubens- und Bibelarbeit ausgetauscht und
festgestellt, dass wir in diesem wichtigen Bereich der Glaubensvermittlung und
missionarischen Tätigkeit zur Gewinnung neuer Gemeindemitglieder die größten Probleme
sehen.
16Es ist nachzuvollziehen, dass in einem größeren Raum kategoriales Arbeiten des pastoralen
Teams notwendig ist, jedoch muss dabei mit Augenmaß die Situation in den einzelnen
Gemeinden berücksichtigt werden.
Schon im Statut Nr. 327 vom 15. August 2006, für die Seelsorge in Pfarreien und Pastoralen
Räumen des Bistums Limburgs heißt es:
Gewachsene und lebendige pastorale Aktivitäten in den ehemals eigenständigen
Kirchengemeinden sollen gefördert und nicht eingeebnet werden.
Jeder möge selbst beurteilen, wie es dazu in seiner Pfarrei, Pastoralem Raum aussieht.
Wenn es uns gelingt (man verzeihe mir den populistischen Begriff) die XXL Katechese zu
vermeiden, dann brauchen wir weniger Sorgen vor einer XXL Pfarrei zu haben.
Ich glaube wir sind uns alle darüber einig, dass der Zusammenarbeit zwischen Pfarrer,
Pastoral Team und den Ehrenamtlichen dabei eine große Bedeutung zukommt.
Die künftigen Aufgaben, sind neu und herausfordernd für alle Gruppierungen.
Neben einer Anpassung der Synodalordnung, an der ja schon gearbeitet wird, ist sicher
Weiterbildung, Begleitung und Moderation von Seiten des Bistums dringend notwendig. Eine
enge Zusammenarbeit zwischen Synodalamt und den synodalen Gremien ist ebenso
erforderlich.
Ich möchte diesen Einstieg in unsere Gesprächsrunde schließen mit einigen Gedanken, die ich
einem Vortrag von Melanie Zillig, der Leiterin der Kommission für Gemeindebildung in
meiner Gemeinde Christ-König, Eschborn entnommen habe und die weitere wichtige Aspekte
zum Thema „Nähe vor Ort“ aufzeigen:
Bei Markus 20 heißt es:
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen , da bin ich in ihrer Mitte.
Was bedeutet dass heute für Kirche, Diözese, Bezirk, Pastoraler Raum, Gemeinde??
2 oder 3 Menschen, sind nicht viele, da waren die Apostel ja schon mehr! Es wird nicht so
wichtig sein, wie viele genau gemeint sind. Aber interessant zu überlegen, mit wie vielen
Menschen ich eigentlich wie in Beziehung stehen kann und wo dies stattfindet.
Ganz intensive Beziehung leben wir in Ehen, Partnerschaften, zwischen Eltern und Kind,
unter besten Freunden. Nicht ganz zufällig findet Zusammenleben in Kleingruppen von 2 oder
3 statt, mit Gesprächen, mit Zeit zum Reden und zum Zuhören, mit Geborgenheit und tiefem
Vertrauen.
20-30 Menschen, finden wir in der Großfamilie, bei der Arbeit, in der Schulklasse, in
Gemeindegruppen, im BSR heute Abend hier in diesem Raum. Das sind überschaubare
Personengruppen und Räume, das erzeugt Nähe und Bekanntheit, die Vertrauen schaffen und
Beziehungen ermöglichen. Menschen, von denen wir wissen, wie sie leben, was sie bewegt.
Und das Hinausgehen aus den privaten 4 Wänden bringt dabei Chancen, das Leben
zusammen zu gestalten: Feste feiern, Gesellschaft erleben, verschiedene Meinungen hören,
neue Ideen ausprobieren, sich gegenseitig helfen und Mut zusprechen, Glauben erleben und
gemeinsam über den Tellerrand blicken, das alles geht sogar besser als mit einer knappen
Handvoll Menschen.
200 – 300 Menschen, überschauen wir noch, so wie Sonntags in der Kirche, wir kennen uns
vom Sehen, zum Teil auch mit Namen. Auch hier kann Gemeinschaft gelingen. Aber schon
17hier wird deutlich, wie verschieden wir und unsere Lebenssituationen sind. Hier ist bewusstes
Wahrnehmen nötig, Offenheit und Auseinanderzugehen,
ins Gespräch kommen
2000-3000 Menschen, ist eine anspruchsvoll große Menge Menschen. Wir tun uns schwer,
hier in Kontakt zu kommen. Hier können wir den Anderen nicht gleich einschätzen, da
verursacht der Abstand Unsicherheit und Fremdheit.
Das ist die Größenordnung Menschen, die - auf dem Papier – in unserer Stadt Eschborn
wohnen und zu unserer katholischen Gemeinde Christ-König zählen. Immerhin kann man die
Stadt, in der wir wohnen, noch zu Fuß erlaufen. Und wir können uns an erreichbaren Orten
zusammenfinden, Treffpunkten wie z. B. im Gemeindezentrum.
Werden die Menschenmengen und Räume noch größer, lassen sich wohl Synergien nutzen
und Ressourcen sparen. Aber lässt es sich im Großen auch miteinander leben? Geborgenheit
schaffen, aus der heraus sich Ideen ausprobieren lassen?
Je größer die Menschenzahl, desto mehr verliere ich den Blick auf den Einzelnen, desto
unpersönlicher und unüberschaubarer wird das Geflecht der Beziehungen, mit dem Abstand
nimmt die Anonymität zu und gemeinsames Leben wird schwieriger.
Wider dieses Wissen geht aber der Trend in der globalisierten Welt und auch in unserer
Kirche weiter zum Vergrößern und in der für uns angestrebten Großpfarrei sollen an die
20.000 Katholiken zusammengefasst werden. Die leben in einem Umkreis, deren
Entfernungen sich nicht mehr einfach überwinden lassen, wo Anforderungen an die Mobilität
zu Herausforderungen werden. Wo wir für Begegnungen zu Reisenden werden und dabei
unser Zuhause zurücklassen müssen.
Dann fehlt der Ort der Nähe und Vertrautheit, wo wir und andere Menschen Halt finden und
Kraft schöpfen können.
Auch und gerade wenn sich Strukturen erweitern, erweitert werden müssen, wird die Basis
vor Ort umso wichtiger. Große Gemeinschaften erfahren ihre Kraft immer wieder von
Keimzellen im Kleinen, wo persönlicher Austausch stattfindet. Gerade heute hängt also für
die große Kirche und damit auch für die Pfarreien neuen Typs viel davon ab, ob die kleine
Gemeinde vor Ort lebendiger Ort des Glaubens und Heimat für die Menschen vor Ort sein
kann. Weil nur dann Kirche als Ganzes Heimat für Menschen überhaupt sein wird.“
Die Nähe vor Ort zu bewahren, war das große Anliegen aller Vertreterinnen und Vertreter der
Pastoralen Räume in dem anschließenden Rundgespräch mit dem Bischof.
„Die Nähe zu den Menschen und die vielen positiven Initiativen, die ich bei meinen Besuchen
bisher kennenlernen konnte, sollen und dürfen nicht verloren gehen“ betonte Bischof Franz-
Peter Tebartz-van Elst in seiner Stellungnahme. Die Pfarrei neuen Typs bildet die Struktur für
ein neu zu bauendes Netzwerk, an deren Knotenpunkten die Gemeinden vor Ort weiterhin die
lebendigen Zellen der Pfarrei bleiben sollen.
Es wird unser aller Aufgabe sein, dies den vielen engagierten Ehrenamtlichen zu vermitteln.
Die Caritas hat bereits gute Erfahrung im Aufbau von Netzwerken gemach, wovon die
Pastoral sicher lernen kann.
18Am 2. Oktober 2013 wird Bischof Tebartz-van Elst beurlaubt.
BSR-Sitzung nach der Beurlaubung des Bischofs mit Generalvikar Wolfgang Rösch,
Johannes Weuthen und Dr. Gerhard Buballa am 21. November 2013
Aktuelle Situation im Bistum
Zuerst bittet Hans-Joachim Hampel die Anwesenden sich kurz vorzustellen, um den Gästen
aus dem Bischöflichen Ordinariat einen Eindruck über die Zusammensetzung des BSR zu
geben.
Im anschließenden Gespräch informiert der Generalvikar über den augenblicklichen Stand der
schwierigen Situation im Bistum und erklärt seine Rolle als Generalvikars eines Bischofs, der
laut päpstlichen Dekret zurzeit nicht in der Lage ist, das Bistum zu führen. Er selbst ist nur der
Bischofskongregation des Vatikans rechenschaftspflichtig. Der Generalvikar sieht es als
seine erste Aufgabe an, die Verwaltungsabläufe im Bistum wieder in einen geordneten Gang
zu bringen und für Ruhe zu sorgen, bis die Prüfungskommission der Bischofskonferenz ihr
Ergebnis vorlegt und daraufhin eine Entscheidung des Vatikans erwartet wird.
Hans-Joachim Hampel berichtet von der Stellungnahme der Diözesanversammlung, die klar
benennt, dass das Vertrauen in den Bischof nicht mehr vorhanden und eine Rückkehr von
Bischof Dr. Tebartz-van Elst nicht mehr vorstellbar ist.
Von den Anwesenden werden Konsequenzen aus der schlimmen Krise gefordert.
Verschiedene Gruppen haben Vorschläge erarbeitet, die in den synodalen Gremien bearbeitet
werden sollen.
Der Generalvikar warnt vor überstürztem Handeln in der gegenwärtigen Lage und bittet um
Ruhe und Gelassenheit. Er selbst wird in der nächsten Woche nach Rom fahren, um zu
berichten und seine Kompetenzen abzuklären.
In der Diözese stehen einige Pfarreien neuen Typs vor der Errichtung, was eigentlich nur der
Bischof vollziehen kann. Der Papst könnte aber für jeden Einzelfall dem Generalvikar die
Vollmacht zur Errichtung der Pfarrei übertragen.
Was den Main-Taunus betrifft, stehen aktuell keine Entscheidungen dieser Art an. Die
Visitation des Bischofs ist ohne Ergebnis abgeschlossen. Dem Dezernat liegen keine
Ergebnisse des Bischofs vor. Um nicht von vorne später beginnen zu müssen, werden alle
Gremien gebeten, ihre Protokolle über die Visitationsgespräche aufzuheben oder dem
Dezernat Pastorale Dienste zuzusenden.
Aus der Ansprache des BV-Vorsitzenden Hans-Joachim Hampel beim
Neujahrsempfang des Bezirks am 20. Januar 2014
Rückblick auf die Ereignisse in der katholischen Kirche
Im Februar tritt Papst Benedikt zurück, das ist erst der 2. Rücktritt eines Papstes in der fast
2.000 Jahre alten Kirchengeschichte. Er erfährt großen Respekt für diese Entscheidung.
Im März wird der neue Papst, Papst Franziskus gewählt
o Der erste Papst aus Lateinamerika, der erste Jesuit als Papst und der erste Papst,
der den Namen Franziskus wählt
o Er wendet sich besonders den Armen zu
o Er überrascht mit klarer Zeichensetzung zur Bescheidenheit und Nähe zu den
Menschen:
19 Keine pompöse Kleidung
Er wohnt im Gästehaus des Vatikans
Fahrt zu den Flüchtlingen nach Lampedusa
Fußwaschung im Jugendgefängnis am Gründonnerstag
Klare einfach verständliche Ansprachen
Neustrukturierung der Vatikanbank
Weltweite Umfrage zu Ehe und Familie, als Vorbereitung der
Bischofssynode im Oktober 2014
Im Dezember erscheint das Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium,
das überrascht und ermutigt. Inhalte sind Aussagen zu u.a.:
Die missionarische Umgestaltung der Kirche
Seelsorge in der Neuausrichtung
Eine Kirche im Aufbruch
Krise des gemeinschaftlichen Engagements
Versuchungen der in der Seelsorge tätigen
Die soziale Dimensionierung der Evangelisierung
Dieses Schreiben wird uns sicher in den nächsten Jahren sehr beschäftigen
und ich werde darauf noch zurückkommen.
3. Rückblick auf die Ereignisse im Bistum und im Bezirk
Bistum:
Im Bistum erlebten wir eine schwere Zeit, die uns alle sehr belastet hat. Ich möchte nicht
detailliert darauf eingehen, nur die wesentlichen Ereignisse nennen:
Im August eskaliert die Situation mit Bischof Tebartz-van Elst.
Der offene Brief der Frankfurter Stadtversammlung wird von vielen Menschen in der
Diözese unterschrieben.
Die explodierten Kosten des Bischofshauses werden veröffentlicht.
Im Oktober stellt die Bischofskongregation in Rom fest: Bischof Tebartz-van Elst ist
derzeit nicht in der Lage sein Amt auszuführen.
Tebartz-van Elst zieht sich zu einer Auszeit in das Benediktinerkloster Metten in
Niederbayern zurück.
20 Im Dezember verabschiedet die DV eine Erklärung, in der festgestellt wird, dass das
Vertrauensverhältnis zwischen Bischof Tebartz-van Elst und seiner Diözese so zerstört ist,
dass ein Neubeginn mit dem Bischof nicht möglich erschien.
Der Bericht der von der deutschen Bischofskonferenz eingesetzten
Untersuchungskommission wird für Ende Januar erwartet.
Generalvikar Rösch tritt sein Amt an, versucht die Verwaltungsabläufe im Ordinariat
wieder in Gang zu setzen und Vertrauen wieder aufzubauen.
Wir warten alle mit Sorge auf die Entscheidung des Papstes, wie es in Limburg weiter
geht.
Visitation:
In 2013 fand die Visitation des Bischofs in unserem Bezirk statt.
Über 150 Gespräche mit den Gremien, den Mitarbeitern, sowie sozialen Einrichtungen
fanden statt, sowie Gottesdienste in allen Pfarreien.
Unser soziales Engagement im Bezirk Main Taunus wurde vom Bischof anerkannt und in
der Presse gewürdigt.
Wir haben dem Bischof in mehreren Gesprächen deutlich gemacht, dass die Gremien nach
wie vor mehrheitlich die Bildung der Pfarreien neuen Typs ablehnen und statt- dessen
eines System von eigenständigen Pfarreien in den neuen großen Pastoralen Räumen
favorisieren.
Der Bischof hat aufmerksam zugehört, aber keine Aussagen dazu gemacht, in welche
Richtung er entscheiden wird.
Durch die Auszeit des Bischofs ist die Visitation nicht abgeschlossen und Ergebnisse sind
von ihm auch nicht offiziell dokumentiert worden. Über den Zuschnitt der neuen Räume
in unserem Bezirk ist somit noch nicht entschieden worden.
Neue Pfarreiwerdungsprozesse benötigen derzeit eine Entscheidung von Rom. Die
Einrichtung neuer Pastoraler Räume wird derzeit nicht vorgenommen.
Weitere Aktionen im Bezirk:
Der neunte Misereor-Solidaritätsgang war wieder ein großer Erfolg. Mit uns gewandert ist
der neue Leiter von Misereor, Pfarrer Pirmin Spiegel, der auch den Abschlussgottesdienst
zusammen mit dem Bischof gestaltet hat. Wir konnten knapp 30.000 € erwandern, die für
ein Misereor Projekt in Niger zur Verbesserung der dortigen Nahrungsmittelversorgung
verwendet werden soll.
Das Sozialbüro Main-Taunus hat zu seinem 15järigen Bestehen am 6. September 2013 in
Anwesenheit unseres Bischofs den Kurt-Graulich-Preis für seine wertvolle Arbeit
verliehen bekommen.
Was haben wir uns im BSR nun im Einzelnen für 2014 vorgenommen:
Stabilisierung der Pfarreiarbeit in den bereits fusionierten Kirchengemeinden
Aufbau und Unterstützung der Ortsausschüsse
21 Neuorientierung der Verwaltungsräte und Pfarrgemeinderäte
Sich finden und Neuaufteilung der Aufgaben im Pastoralteam
Klare Regeln für die Zusammenarbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen
Weiterführung der sozialpastoralen Arbeit im Bezirk
Aufbau und Unterstützung der Flüchtlingsarbeitskreise vor Ort, wesentlich gefordert
durch die Zunahme der Zahl der Flüchtlinge
Bereitstellung von nicht mehr genutzten Immobilien und Grundstücken für den
Ausbau von Sozialwohnungen
Zuwendung und Unterstützung der Armen im Bezirk durch konkrete Projekte wie
Tafel, Hausaufgabenhilfe, Beratung usw.
Stärkung der caritativen und sozialpolitischen Arbeit (Sozialbüro, Wohnhilfe usw.)
Einsatz für Projekte in den armen Regionen dieser Welt: Förderung der
Partnerschaften auf Augenhöhe
Vertiefung unseres Glaubens und der frohmachenden biblischen Botschaft vom Reich Gottes,
das Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen zum Ziel hat
offene Gesprächskreise für alle Menschen, die auf der Suche sind
Aufbau von kleinen christlichen Basisgemeinden mit Bibelteilen und
christlichem Einsatz für die Ärmsten
Ausbau der theologischen Erwachsenenbildung und Bibelarbeit
gutes Gelingen, gute Zusammenarbeit und Gottes Segen.
11. März 2014
Planung der weiteren Arbeit des BSR
Hans-Joachim Hampel erläutert die schon beim Neujahrsempfang von ihm vorgetragenen
Vorschläge:
1. Stabilisierung der Pfarreiarbeit in den bereits fusionierten Kirchengemeinden und
Unterstützung beim Prozess neuer Zusammenschlüsse.
Konkret schlägt der Vorstand dazu vor:
Fortführung der Information in den Sitzungen durch jeweils einen Vertreter aus
den Gemeinden, bzw. Pastoralen Räumen über den aktuellen Stand der
Strukturreform.
Individuelle Unterstützung durch das Bezirksbüro
Information durch das Bezirksteam aus dem Hochtaunuskreis über die dort
gewonnene Erfahrung in den Strukturprozessen bei einer der nächsten
Sitzungen
Klausurtagung mit dem Schwerpunkt: Stärkung der Zusammenarbeit Haupt-
und Ehrenamt. Termin wird heute Abend noch abgestimmt.
222. Weiterführung der sozialpastoralen Arbeit im Bezirk
Sie hat knapp 10 Jahre im Pastoralen Raum Schwalbach-Eschborn gearbeitet und ist
seit 1. März 2014 im Bezirksbüro als Referentin für Sozialpastoral mit einer 50 %-
Stelle angestellt.
Als erstes will sie die Flüchtlingskreise vor Ort unterstützen, da zurzeit sehr viele
neue AsylbewerberInnen in die Kommunen verteilt werden. Weiterhin will sie die
Pastoralen Räume und Pfarreien bei der sozialen Arbeit unterstützen und wird deshalb
bis zu den Sommerferien alle Pastoralteams besuchen. Dort will sie über die
Möglichkeit sprechen, einen Runden Tisch Sozialpastoral ins Leben zu rufen, in dem
folgende Vertreter im Pfarreigebiet oder Pastoralen Raum zusammen kommen sollen:
Pfarrer/HPM´s, Caritasausschuss, Kindertagesstätten, Einrichtungen des
Caritasverbandes und städtische Vertreter mit dem Ziel, die Lebenssituation der
Menschen in Not zu verbessern. Sie will eng mit der Referentin für Gemeindecaritas
Marita Thum zusammen arbeiten und sich mit ihr die Arbeit vor Ort aufteilen.
7. Mai 2014
Podiumsdiskussion mit Europapolitikern
HOFHEIM. – „Asyl in Europa“ – zu diesem Thema werden
am Mittwoch, 7. Mai, Europapolitiker im Rahmen einer
Podiumsdiskussion im Katholischen Gemeindezentrum St.
Peter und Paul (Pfarrgasse 4) befragt. Teilnehmen werden
Verena David (CDU), Jennifer Bartelt (Die Grünen) sowie
Timo Scherenberg vom Hessischen Flüchtlingsrat. Die Fragen
stellen Günter Adam, Katholisches Bezirksamt Main-Taunus,
und Elke Lentz, Flüchtlingsberaterin des Evangelischen
Dekanats Kronberg, die die Veranstaltung im Vorfeld der
Europawahl (am 25. Mai) initiiert haben.
Im Fokus der Diskussion soll das sogenannte Dublin Verfahren und seine Folgen stehen,
kündigt Günter Adam an. Im Dublin Verfahren soll festgestellt werden, welcher europäische
Staat für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist. Entscheidend ist dafür bislang, wo
Flüchtlinge zum ersten Mal europäischen Boden betreten haben. Wenn sie dort per
Fingerabdruck registriert seien, bliebe ihnen in Deutschland nur sieben Tage Zeit, ein
Eilverfahren einzuleiten, um der drohenden Abschiebung zu entgehen, berichtet Adam. Der
„unglaubliche Aufwand an Beratung“, der dadurch entstehe, sei nicht zu leisten. Letztlich
würden alle abgeschoben, vielfach nach Italien, da hier sehr viele Asylbewerber über das
Mittelmeer ankämen, allein 18.000 in diesem Jahr.
Die Menschen lebten dort in völlig überfüllten Lagern unter schlechten hygienischen
Verhältnissen oder gleich auf der Straße, wo sich manche jahrelang alleine durch schlügen, so
der Bezirksreferent. Eine menschenwürdige Unterbringung, wie es das jüngste Urteil des
Europäischen Gerichtshofes fordere, sei dort nicht gewährleistet. „Wir sind daher der
Meinung, die Flüchtlinge sollten frei entscheiden können, in welchem Land sie in Europa
einen Asylantrag stellen wollen.“ (rei)
23Die Veranstaltung wurde mit fast 100 Teilnehmern gut besucht. Darunter waren viele
betroffene Asylbewerber aus Eritrea, Somalia und Syrien, die ihre, die zumeist über die
gefährliche Bootsfahrt übers Mittelmeer gekommen sind und aufgrund der fehlenden
sozialen Versorgung in Italien, Malta und Spanien, gezwungen waren, weiter nach
Norden zu wandern.
8. Mai 2015
Erklärung des BSR und der BV Main-Taunus zum Thema
„Folgen der Europäischen Flüchtlingspolitik“
Täglich erreichen Menschen, die auf der Flucht sind, unser Land. Sie verlassen Haus und Hof,
ihre Wohnung, das Dorf oder die Stadt, in der sie gelebt haben. Sie fliehen vor Gewalt und
Verfolgung, vor Krieg und Repression, vor Hunger und Elend, vor Krankheit und Tod. Sie
gehen weder leichtfertig noch freiwillig aus ihren Heimatländern fort.
Der Weg zu uns ist gefährlich: Viele ertrinken, werden gewaltsam aufgehalten oder fallen
Schleusern und Menschenhändlern in die Hände, die sie ausbeuten. Die Kinder, Frauen und
Männer, die bei uns ankommen, sind an Leib und Seele erschöpft, teils krank, teils
traumatisiert. Sie kommen in eine ihnen fremde Kultur mit einer fremden Sprache, fremden
Bräuchen und fremden Menschen. Sie sind voll Hoffnung, dass das Leben besser wird. Es
liegt an uns, ob wir sie willkommen heißen oder ihre Hoffnung enttäuschen.
Die Bezirksversammlung Main-Taunus steht unmissverständlich auf der Seite der
Flüchtlinge, Asylbewerber/innen und Migranten/innen und erklärt sich solidarisch mit ihnen.
Sie erkennt in ihnen nicht nur einen humanitären Auftrag für unsere ganze Gesellschaft,
sondern auch einen Anruf Gottes an unsere Zeit: „Ich war fremd und obdachlos und Ihr habt
mich aufgenommen“ (Mt 25, 35).
Die Präambel des Vertrags von Lissabon hält ausdrücklich fest, dass die EU aus dem
„kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas, aus dem sich die unverletzlichen
und unveräußerlichen Rechte des Menschen sowie Freiheit, Demokratie, Gleichheit und
Rechtsstaatlichkeit als universelle Werte entwickelt haben“ schöpft.
Für die synodalen Bezirksgremien des katholischen Bezirks Main-Taunus ist es ein Skandal,
dass in der EU ein großer finanzieller, organisatorischer und personeller Aufwand zur
Abschreckung von Flüchtlingen betrieben wird, für ihre Würde dagegen kaum ein Bruchteil.
Europa braucht dringend eine neue, gerechtere und seinen Grundwerten entsprechende
Flüchtlingspolitik.
Die Bundesregierung fordert von den EU-Mitgliedsstaaten mehr Solidarität im Umgang mit
Flüchtlingen. Die Bezirksversammlung Main-Taunus unterstützt diese Forderung und fordert
die Bundesregierung auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und zum Wohle der Flüchtlinge
eine Revision des sogenannten Dublin-Verfahrens anzustreben, das vorschreibt,
Asylverfahren nur in dem Land zuzulassen, welches der Asylbewerber zuerst in Europa
betreten hat. So werden Tausende von Asylbewerber/innen von Deutschland wieder nach
Italien, Malta, Spanien usw. abgeschoben, wo eine menschenwürdige Versorgung und ein
rechtmäßiges Asylverfahren nicht möglich sind. Nur für Griechenland gibt es einen
Abschiebestopp wegen unmenschlichen Bedingungen für die Asylbewerber/innen.
So schlagen wir z.B. vor:
- Jeder Flüchtling, der Europa erreicht, soll das Land wählen dürfen, in dem er
sein Asylverfahren durchführen will (z. B. weil er dort Verwandte oder Freunde
hat).
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