Biologie Schulinterner Lehrplan zum Kernlehrplan für die gymnasiale Oberstufe des Albert-Einstein-Gymnasiums, Düsseldorf ...

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Schulinterner Lehrplan
zum Kernlehrplan für die gymnasiale Oberstufe
 des Albert-Einstein-Gymnasiums, Düsseldorf

                Biologie
Inhalt

                                                                  Seite

1        Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit                      3

2        Entscheidungen zum Unterricht                                6

2.1 Unterrichtsvorhaben                                               6
2.1.1 Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben                            8
2.1.2 Mögliche konkretisierte Unterrichtsvorhaben                     9
2.2 Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit     32
2.3 Grundsätze der Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung      33
2.4 Lehr- und Lernmittel                                            35

3        Entscheidungen zu fach- und
         unterrichtsübergreifenden Fragen                           36

4        Qualitätssicherung und Evaluation                          37

2
1      Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit

Das Albert-Einstein-Gymnasium befindet sich in Düsseldorf, im nördlichen
Stadtteil Rath. Die Schülerschaft stammt aus dem gesamten Großraum
Düsseldorf. Die Schule wurde 2016 gegründet und ist eines der jüngsten
Gymnasien der Region. Derzeit ist die Schule zweizügig. Trägerin der
Schule ist die Jüdische Gemeinde Düsseldorf und es ist die einzige Schu-
le in NRW, die als Gymnasium ein jüdisches Profil bietet.

Das Albert-Einstein-Gymnasium legt ein besonderes Augenmerk auf den
Erziehungsauftrag, Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, sich zu
selbstständigen, demokratisch eingestellten Persönlichkeiten zu entwi-
ckeln. Sie sollen fachliche und fächerübergreifende Kompetenzen erwer-
ben, die sie in ihrer individuellen Charakterentwicklung und in der Ausbil-
dung zur Mündigkeit unterstützen. Dabei gilt als wichtiges Leitziel, es
jüdischen Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, eine jüdische Identi-
tät zu entfalten und zu stärken. Dies ist eng verbunden mit der Hinführung
zu einem offenen und freundlichen Umgang miteinander und mit der Ge-
sellschaft. Die Schule steht allen Konfessionen offen und versteht sich als
Begegnungsschule.

Das Schulgebäude verfügt über zwei naturwissenschaftliche Fachräume
und Hochbeete auf dem Schulhof. In der Sammlung sind in ausreichender
Anzahl regelmäßig gewartete Lichtmikroskope und Fertigpräparate zu
verschiedenen Zell und Gewebetypen vorhanden. Zudem verfügt die
Sammlung über verschiedene Struktur- und Funktionsmodelle wie bspw.
ein DNA-Modell, Schädel verschiedener Hominiden und Zellmodelle. Die
Fachkonferenz Biologie stimmt sich bezüglich in der Sammlung vorhan-
dener Gefahrstoffe mit der dazu beauftragten Lehrkraft der Schule ab.

Jeder Raum ist mit einem digitalen Kurzdistanzbeamer ausgestattet. Dar-
über hinaus verfügen alle Lernenden über ein IPad mit allen erforderlichen
Textverarbeitungs- und Präsentationsprogrammen. Die Lehrkraftbeset-
zung und die übrigen Rahmenbedingungen der Schule ermöglichen einen
ordnungsgemäßen laut Stundentafel der Schule vorgesehen Biologieun-
terricht.

In der Oberstufe befinden sich durchschnittlich ca. 40 Schülerinnen und
Schüler in jeder Stufe. Das Fach Biologie ist in der Einführungsphase in
der Regel mit 2 Grundkursen vertreten.

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Die Verteilung der Wochenstundenzahlen in der Sekundarstufe I und II ist
wie folgt:
 Jg.                      Fachunterricht von 5 bis 6
    5                                BI (2)
    6                                BI (2)
                          Fachunterricht von 7 bis 9
    7                                 ---
    8                                BI (2)
    9                                BI (1)
                  Fachunterricht in der EF und in der QPH
    10                               BI (3)
    11                              BI (3/5)
    12                              BI (3/5)

Die Unterrichtstaktung an der Schule folgt einem 45 Minutenraster, wobei
angestrebt wird, dass der naturwissenschaftliche Unterricht möglichst in
Doppelstunden stattfindet.
In nahezu allen Unterrichtsvorhaben wird den Schülerinnen und Schülern
die Möglichkeit gegeben, Schülerexperimente durchzuführen; damit wird
eine Unterrichtspraxis aus der Sekundarstufe I fortgeführt. Insgesamt wer-
den überwiegend kooperative, die Selbstständigkeit des Lerners fördernde
Unterrichtsformen genutzt, sodass ein individualisiertes Lernen in der Se-
kundarstufe II kontinuierlich unterstützt wird. Hierzu eignen sich besonders
Doppelstunden. Um die Qualität des Unterrichts nachhaltig zu entwickeln,
vereinbart die Fachkonferenz vor Beginn jedes Schuljahres neue unter-
richtsbezogene Entwicklungsziele. Aus diesem Grunde wird am Ende des
Schuljahres überprüft, ob die bisherigen Entwicklungsziele weiterhin gel-
ten und ob Unterrichtsmethoden, Diagnoseinstrumente und Fördermate-
rialien ersetzt oder ergänzt werden sollen. Nach Veröffentlichung des
neuen schulinternen Lehrplans steht dessen unterrichtliche Umsetzung im
Fokus. Hierzu werden sukzessive exemplarisch konkretisierte Unterrichts-
vorhaben und darin eingebettet Überprüfungsformen entwickelt und er-
probt.

Der Biologieunterricht soll Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestel-
lungen wecken und die Grundlage für das Lernen in Studium und Beruf in
diesem Bereich vermitteln. Dabei werden fachlich und bioethisch fundierte

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Kenntnisse die Voraussetzung für einen eigenen Standpunkt und für ver-
antwortliches Handeln gefordert und gefördert. Hervorzuheben sind hier-
bei die Aspekte Ehrfurcht vor dem Leben in seiner ganzen Vielfältigkeit,
Nachhaltigkeit, Umgang mit dem eigenen Körper und ethische Grundsät-
ze.

Ein wichtiger Aspekt des Schulkonzepts ist die Nachhaltigkeit. Diesen un-
terstützt die Schule mit verschiedenen Aktionen und Teilnahmen an ver-
schiedenen. Die Organisation liegt dabei hauptverantwortlich bei den
Fachschaften Physik und Biologie.

Darüber hinaus kooperiert die Schule mit außerschulischen Lernorten wie
z.B. dem Aquazoo, der Waldschule und mit verschiedenen universitären
Einrichtungen.

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2      Entscheidungen zum Unterricht

2.1 Unterrichtsvorhaben
Die Darstellung der Unterrichtsvorhaben im schulinternen Lehrplan besitzt
den Anspruch, sämtliche im Kernlehrplan angeführten Kompetenzen aus-
zuweisen. Dies entspricht der Verpflichtung jeder Lehrkraft, den Lernen-
den Gelegenheiten zu geben, alle Kompetenzerwartungen des Kernlehr-
plans auszubilden und zu entwickeln.

Die entsprechende Umsetzung erfolgt auf zwei Ebenen: der Übersichts-
und der Konkretisierungsebene.

Im „Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben“ (Kapitel 2.1.1) werden die für
alle Lehrerinnen und Lehrer gemäß Fachkonferenzbeschluss verbindli-
chen Kontexte sowie Verteilung und Reihenfolge der Unterrichtsvorhaben
dargestellt. Das Übersichtsraster dient dazu, den Kolleginnen und Kolle-
gen einen schnellen Überblick über die Zuordnung der Unterrichtsvorha-
ben zu den einzelnen Jahrgangsstufen sowie den im Kernlehrplan ge-
nannten Kompetenzerwartungen, Inhaltsfeldern und inhaltlichen Schwer-
punkten zu verschaffen. Um Klarheit für die Lehrkräfte herzustellen und
die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden in der Kategorie „Schwer-
punkte der Kompetenzentwicklung“ an dieser Stelle nur die übergeordne-
ten Kompetenzerwartungen ausgewiesen, während die konkretisierten
Kompetenzerwartungen erst auf der Ebene der möglichen konkretisierten
Unterrichtsvorhaben Berücksichtigung finden. Der ausgewiesene Zeitbe-
darf versteht sich als grobe Orientierungsgröße, die nach Bedarf über-
oder unterschritten werden kann. Um Spielraum für Vertiefungen, beson-
dere Schülerinteressen, aktuelle Themen bzw. die Erfordernisse anderer
besonderer Ereignisse (z.B. Praktika, Kursfahrten o.ä.) zu erhalten, wur-
den im Rahmen dieses schulinternen Lehrplans nur ca. 75 Prozent der
Bruttounterrichtszeit verplant.

Während der Fachkonferenzbeschluss zum „Übersichtsraster Unterrichts-
vorhaben“ zur Gewährleistung vergleichbarer Standards sowie zur Absi-
cherung von Lerngruppen- und Lehrkraftwechseln für alle Mitglieder der
Fachkonferenz Bindekraft entfalten soll, besitzt die exemplarische Ausge-
staltung „möglicher konkretisierter Unterrichtsvorhaben“ (Kapitel 2.1.2)
abgesehen von den in der vierten Spalte im Fettdruck hervorgehobenen
verbindlichen Fachkonferenzbeschlüssen nur empfehlenden Charakter.

Referendarinnen und Referendaren sowie neuen Kolleginnen und Kolle-
gen dienen diese vor allem zur standardbezogenen Orientierung in der

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neuen Schule, aber auch zur Verdeutlichung von unterrichtsbezogenen
fachgruppeninternen Absprachen zu didaktisch-methodischen Zugängen,
fächerübergreifenden Kooperationen, Lernmitteln und -orten sowie vorge-
sehenen Leistungsüberprüfungen, die im Einzelnen auch den Kapiteln 2.2
bis 2.4 zu entnehmen sind. Abweichungen von den vorgeschlagenen Vor-
gehensweisen bezüglich der konkretisierten Unterrichtsvorhaben sind im
Rahmen der pädagogischen Freiheit und eigenen Verantwortung der
Lehrkräfte jederzeit möglich. Sicherzustellen bleibt allerdings auch hier,
dass im Rahmen der Umsetzung der Unterrichtsvorhaben insgesamt alle
Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Berücksichtigung finden.

                                                                     7
2.1.1 Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben
                                          Einführungsphase
Unterrichtsvorhaben I:                             Unterrichtsvorhaben II:

Thema/Kontext: Kein Leben ohne Zelle I – Wie          Thema/Kontext: Kein Leben ohne Zelle II – Wel-
sind Zellen aufgebaut und organisiert?                che Bedeutung haben Zellkern und Nukleinsäu-
                                                      ren für das Leben?
Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung:
• UF1 Wiedergabe                                      Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung:
• UF2 Auswahl                                         • UF4 Vernetzung
• K1 Dokumentation                                    • E1 Probleme und Fragestellungen
                                                      • K4 Argumentation
Inhaltsfeld: IF 1 (Biologie der Zelle)                • B4 Möglichkeiten und Grenzen

Inhaltliche Schwerpunkte:                             Inhaltsfeld: IF 1 (Biologie der Zelle)
w Zellaufbau w Stofftransport zwischen Kompar-
timenten (Teil 1)                                     Inhaltliche Schwerpunkte:
                                                      w Funktion des Zellkerns w Zellverdopplung und
Zeitbedarf: ca. 11 Std. à 45 Minuten                  DNA

                                                      Zeitbedarf: ca. 12 Std. à 45 Minuten
Unterrichtsvorhaben III:                              Unterrichtsvorhaben IV:

Thema/Kontext: Erforschung der Biomembran –           Thema/Kontext: Enzyme im Alltag – Welche
Welche Bedeutung haben technischer Fortschritt        Rolle spielen Enzyme in unserem Leben?
und Modelle für die Forschung?
                                                      Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung:
Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung:                • E2 Wahrnehmung und Messung
• K1 Dokumentation                                    • E4 Untersuchungen und Experimente
• K2 Recherche                                        • E5 Auswertung
• K3 Präsentation
• E3 Hypothesen
• E6 Modelle
• E7 Arbeits- und Denkweisen
                                                      Inhaltsfeld: IF 2 (Energiestoffwechsel)
Inhaltsfeld: IF 1 (Biologie der Zelle)
                                                      Inhaltlicher Schwerpunkt:
Inhaltliche Schwerpunkte:                             w Enzyme
w Biomembranen w Stofftransport zwischen Kom-
partimenten (Teil 2)                                  Zeitbedarf: ca. 19 Std. à 45 Minuten

Zeitbedarf: ca. 22 Std. à 45 Minuten
Unterrichtsvorhaben V:

Thema/Kontext: Biologie und Sport – Welchen
Einfluss hat körperliche Aktivität auf unseren Kör-
per?

Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung:
 • UF3 Systematisierung
 • B1 Kriterien
 • B2 Entscheidungen
 • B3 Werte und Normen

Inhaltsfeld: IF 2 (Energiestoffwechsel)

Inhaltliche Schwerpunkte:
w Dissimilation w Körperliche Aktivität und Stoff-
wechsel

Zeitbedarf: ca. 26 Std. à 45 Minuten
                              Summe Einführungsphase: ca. 90 Ustd.

8
2.1.2 Mögliche konkretisierte Unterrichtsvorhaben

Einführungsphase:

Inhaltsfeld: IF 1 Biologie der Zelle

   •   Unterrichtsvorhaben I: Kein Leben ohne Zelle I – Wie sind Zellen aufgebaut und or-
       ganisiert?
   •   Unterrichtsvorhaben II: Kein Leben ohne Zelle II – Welche Bedeutung haben Zell-
       kern und Nukleinsäuren für das Leben?
   •   Unterrichtvorhaben III: Erforschung der Biomembran – Welche Bedeutung haben
       technischer Fortschritt und Modelle für die Forschung?

Inhaltliche Schwerpunkte:
   • Zellaufbau
   • Biomembranen
   • Stofftransport zwischen Kompartimenten
   • Funktion des Zellkerns
   • Zellverdopplung und DNA

Basiskonzepte:

System
Prokaryot, Eukaryot, Biomembran, Zellorganell, Zellkern, Chromosom, Makromolekül, Cytos-
kelett, Transport, Zelle, Gewebe, Organ, Plasmolyse

Struktur und Funktion
Cytoskelett, Zelldifferenzierung, Zellkompartimentierung, Transport, Diffusion, Osmose, Zell-
kommunikation, Tracer

Entwicklung
Endosymbiose, Replikation, Mitose, Zellzyklus, Zelldifferenzierung

Zeitbedarf: ca. 45 Std. à 45 Minute

                                                                                        9
Unterrichtsvorhaben I:
Thema/Kontext: Kein Leben ohne Zelle I – Wie sind Zellen aufgebaut und organisiert?
Inhaltsfeld: IF 1 Biologie der Zelle
Inhaltliche Schwerpunkte:                                               Schwerpunkte übergeordneter Kompetenzerwartungen:
   • Zellaufbau                                                         Die Schülerinnen und Schüler können …
   • Stofftransport zwischen Kompartimenten (Teil 1)                        • UF1 ausgewählte biologische Phänomene und Konzepte beschreiben.
                                                                            • UF2 biologische Konzepte zur Lösung von Problemen in eingegrenz-
Zeitbedarf: ca. 11 Std. à 45 Minuten                                           ten Bereichen auswählen und dabei Wesentliches von Unwesentli-
                                                                               chem unterscheiden.
                                                                            • K1 Fragestellungen, Untersuchungen, Experimente und Daten struk-
                                                                               turiert dokumentieren, auch mit Unterstützung digitaler Werkzeuge.
Mögliche didaktische Leitfragen        Konkretisierte Kompe-            Empfohlene Lehrmittel/ Materialien/ Me-       Didaktisch-methodische
/ Sequenzierung inhaltlicher           tenzerwartungen des Kern-        thoden                                        Anmerkungen und Empfeh-
Aspekte                                lehrplans                                                                      lungen sowie Darstellung
                                       Die Schülerinnen und Schü-                                                     der verbindlichen Abspra-
                                       ler …                                                                          chen der Fachkonferenz
SI-Vorwissen                                                            muliple-choice-Test zu Zelle, Gewebe,         Verbindlicher Beschluss der
                                                                        Organ und Organismus                          Fachkonferenz:
                                                                                                                      SI-Vorwissen wird ohne Be-
                                                                                                                      notung ermittelt (z.B.
                                                                        Informationstexte                             Selbstevaluationsbogen)
                                                                        einfache, kurze Texte zum notwendigen
                                                                        Basiswissen                                   Möglichst selbstständiges Auf-
                                                                                                                      arbeiten des Basiswissens zu
                                                                                                                      den eigenen Test-
                                                                                                                      Problemstellen.
Zelltheorie – Wie entsteht aus         stellen den wissenschaftli-      Advance Organizer zur Zelltheorie             Zentrale Eigenschaften natur-
einer zufälligen Beobachtung eine      chen Erkenntniszuwachs                                                         wissenschaftlicher Theorien
wissenschaftliche Theorie?             zum Zellaufbau durch techni-     Gruppenpuzzle                                 (Nature of Science) werden
    • Zelltheorie                      schen Fortschritt an Beispie-    vom technischen Fortschritt und der Entste- beispielhaft erarbeitet.
    • Organismus, Organ, Ge-           len (durch Licht-, Elektronen-   hung einer Theorie
       webe, Zelle                     und Fluoreszenzmikroskopie)
                                       dar (E7).

Was sind pro- und eukaryotische        beschreiben den Aufbau pro-      elektronenmikroskopische Bilder sowie        Gemeinsamkeiten und Unter-

10
Zellen und worin unterscheiden       und eukaryotischer Zellen        2D-Modelle zu tierischen, pflanzlichen und       schiede der verschiedenen
sie sich grundlegend?                und stellen die Unterschiede     bakteriellen Zellen                              Zellen werden erarbeitet. EM-
    • Aufbau pro- und eukaryoti-     heraus (UF3).                                                                     Bild wird mit Modell verglichen.
        scher Zellen
Wie ist eine Zelle organisiert und   beschreiben Aufbau und           Stationenlernen zu Zellorganellen und zur        Erkenntnisse werden in einem
wie gelingt es der Zelle so viele    Funktion der Zellorganellen      Dichtegradientenzentrifugation                   Protokoll dokumentiert.
verschiedene Leistungen zu er-       und erläutern die Bedeutung      Mögliche Stationen bspw.:
bringen?                             der Zellkompartimentierung          • Station: Arbeitsblatt Golgi-Apparat
    • Aufbau und Funktion von        für die Bildung unterschiedli-          („Postverteiler“ der Zelle)
        Zellorganellen               cher Reaktionsräume inner-          • Station: Arbeitsblatt Cytoskelett
    • Zellkompartimentierung         halb einer Zelle (UF3, UF1).        • Station: Modell-Experiment zur Dich-        Analogien zur Dichtegradien-
    • Endo – und Exocytose                                                   tegradientenzentrifugation (Tisch-        tenzentrifugation werden erläu-
    • Endosymbiontentheorie                                                  tennisbälle gefüllt mit unterschiedlich   tert.
                                                                             konzentrierten Kochsalzlösungen in
                                                                             einem Gefäß mit Wasser)
                                                                         • Station: Erstellen eines selbsterklä-
                                                                             renden Mediums zur Erklärung der
                                                                             Endosymbiontentheorie für zufällig
                                                                             gewählte Adressaten.
                                                                                                                       Hierzu könnte man wie folgt
                                     präsentieren adressatenge-                                                        vorgehen:
                                     recht die Endosymbionten-                                                         Eine „Adressatenkarte“ wird
                                     theorie mithilfe angemesse-                                                       per Zufallsprinzip ausgewählt.
                                     ner Medien (K3, K1, UF1).                                                         Auf dieser erhalten die SuS
                                                                                                                       Angaben zu ihrem fiktiven Ad-
                                     erläutern die membranver-                                                         ressaten (z.B. Fachlehrkraft,
                                     mittelten Vorgänge der Endo-                                                      fachfremde Lehrkraft, Mitschü-
                                     und Exocytose (u. a. am                                                           ler/in, SI-Schüler/in etc.). Auf
                                     Golgi-Apparat) (UF1, UF2).                                                        diesen richten sie ihr Lernpro-
                                                                                                                       dukt aus. Zum Lernprodukt
                                     erläutern die Bedeutung des                                                       gehört das Medium (Flyer,
                                     Cytoskeletts für den intrazel-                                                    Plakat, Podcast etc.) selbst
                                     lulären Transport [und die                                                        und eine stichpunktartige Er-
                                     Mitose] (UF3, UF1).                                                               läuterung der berücksichtigten
                                                                                                                       Kriterien.
Zelle, Gewebe, Organe, Organis-      ordnen differenzierte Zellen     Mikroskopieren von verschiedenen Zellty-         Verbindlicher Beschluss der
men – Welche Unterschiede be-        auf Grund ihrer Strukturen       pen                                              Fachkonferenz:

                                                                                                                                                11
stehen zwischen Zellen, die ver-         spezifischen Geweben und                                    Mikroskopieren von Fertig-
schiedene Funktionen überneh-            Organen zu und erläutern                                    präparaten verschiedener
men?                                     den Zusammenhang zwi-                                       Zelltypen an ausgewählten
    • Zelldifferenzierung                schen Struktur und Funktion                                 Zelltypen
                                         (UF3, UF4, UF1).
Diagnose von Schülerkompetenzen:
    • SI-Vorwissen wird ohne Benotung ermittelt (z.B. Selbstevaluationsbogen); Selbstevaluationsbogen mit Ich-Kompetenzen am Ende
       der Unterrichtsreihe (Überprüfen der Kompetenzen im Vergleich zum Start der Unterrichtsreihe)
Leistungsbewertung:
    • multiple-choice-Tests zu Zelltypen und Struktur und Funktion von Zellorganellen
    • ggf. Teil einer Klausur

Unterrichtsvorhaben II:
Thema/Kontext: Kein Leben ohne Zelle II – Welche Bedeutung haben Zellkern und Nukleinsäuren für das Leben?
Inhaltsfeld: IF 1 (Biologie der Zelle)

12
Inhaltliche Schwerpunkte:                                         Schwerpunkte übergeordneter Kompetenzerwartungen:
   • • Funktion des Zellkerns                                     Die Schülerinnen und Schüler können …
   • • Zellverdopplung und DNA                                    • UF4 bestehendes Wissen aufgrund neuer biologischer Erfahrungen und
                                                                     Erkenntnisse modifizieren und reorganisieren.
Zeitbedarf: ca. 12 Std. à 45 Minuten                              • E1 in vorgegebenen Situationen biologische Probleme beschreiben, in Teil-
                                                                     probleme zerlegen und dazu biologische Fragestellungen formulieren.
                                                                  • K4 biologische Aussagen und Behauptungen mit sachlich fundierten und
                                                                     überzeugenden Argumenten begründen bzw. kritisieren.
                                                                  • B4 Möglichkeiten und Grenzen biologischer Problemlösungen und Sichtwei-
                                                                     sen mit Bezug auf die Zielsetzungen der Naturwissenschaften darstellen.
Mögliche didaktische Leit-         Konkretisierte Kompe-          Empfohlene Lehrmittel/ Materialien/ Me-        Didaktisch-methodische An-
fragen / Sequenzierung in-         tenzerwartungen des Kern-      thoden                                         merkungen und Empfehlun-
haltlicher Aspekte                 lehrplans                                                                     gen sowie Darstellung der
                                   Die Schülerinnen und Schüler                                                  verbindlichen Absprachen
                                   …                                                                             der Fachkonferenz
Erhebung und Reaktivierung                                        Strukturlegetechnik bzw. Netzwerktechnik       Verbindlicher Beschluss der
von SI-Vorwissen                                                                                                 Fachkonferenz:
                                                                                                                 SI-Vorwissen wird ermittelt
                                                                                                                 und reorganisiert.
                                                                                                                 Empfehlung: Zentrale Begriffe
                                                                                                                 werden von den SuS in eine
                                                                                                                 sinnvolle Struktur gelegt, auf-
                                                                                                                 geklebt und eingesammelt, um
                                                                                                                 für den Vergleich am Ende des
                                                                                                                 Vorhabens zur Verfügung zu
                                                                                                                 stehen.
Was zeichnet eine naturwis-        benennen Fragestellungen       Plakat zum wissenschaftlichen Erkenntnisweg Naturwissenschaftliche Frage-
senschaftliche Fragestellung       historischer Versuche zur                                                     stellungen werden kriterienge-
aus und welche Fragestellung       Funktion des Zellkerns und     Acetabularia-Experimente von Hämmerling        leitet entwickelt und Experi-
lag den Acetabularia und den       stellen Versuchsdurchführun-                                                  mente ausgewertet.
Xenopus-Experimenten zu-           gen und Erkenntniszuwachs
grunde?                            dar (E1, E5, E7).
    • Erforschung der Funk-        werten Klonierungsexperi-      Experiment zum Kerntransfer bei Xenopus
       tion des Zellkerns in der   mente (Kerntransfer bei Xe-
       Zelle                       nopus) aus und leiten ihre
                                   Bedeutung für die Stammzell-
                                   forschung ab (E5).

                                                                                                                                         13
Welche biologische Bedeutung      begründen die biologische         Informationstexte und Abbildungen            Die Funktionen des Cytoske-
hat die Mitose für einen Orga-    Bedeutung der Mitose auf der      Filme/Animationen zu zentralen Aspekten:     letts werden erarbeitet, Infor-
nismus?                           Basis der Zelltheorie (UF1,       1. exakte Reproduktion                       mationen werden in ein Modell
    • Mitose (Rückbezug auf       UF4).                             2. Organ- bzw. Gewebewachstum und Er-        übersetzt, das die wichtigsten
        Zelltheorie)                                                    neuerung (Mitose)                        Informationen sachlich richtig
    • Interphase                  erläutern die Bedeutung des       3. Zellwachstum (Interphase)                 wiedergibt.
                                  Cytoskeletts für [den intrazel-
                                  lulären Transport und] die
                                  Mitose (UF3, UF1).
Wie ist die DNA aufgebaut, wo     ordnen die biologisch bedeut-
findet man sie und wie wird sie   samen Makromoleküle [Koh-
kopiert?                          lenhydrate, Lipide, Proteine,]
    • Aufbau und Vorkom-          Nucleinsäuren den verschie-
        men von Nukleinsäuren     denen zellulären Strukturen
                                  und Funktionen zu und erläu-
                                  tern sie bezüglich ihrer we-
                                  sentlichen chemischen Ei-
                                  genschaften (UF1, UF3).

     •   Aufbau der DNA           erklären den Aufbau der DNA       Modellbaukasten zur DNA Struktur und Rep-    Der DNA-Aufbau und die Rep-
                                  mithilfe eines Strukturmodells    likation                                     likation werden lediglich mo-
                                  (E6, UF1).                                                                     dellhaft erarbeitet. Die Kom-
     •   Mechanismus der DNA-                                       http://www.ipn.uni-kiel.de/eibe/UNIT06DE.PDF plementarität wird dabei her-
         Replikation in der S-    beschreiben den semikonser-                                                    ausgestellt.
         Phase der Interphase     vativen Mechanismus der
                                  DNA-Replikation (UF1, UF4).
Verdeutlichung des Lernzu-                                          Strukturlegetechnik bzw. Netzwerktechnik     Methode wird mit denselben
wachses                                                                                                          Begriffen wie zu Beginn des
                                                                                                                 Vorhabens erneut wiederholt.
                                                                                                                 Ergebnisse werden verglichen.
                                                                                                                 SuS erhalten anschließend
                                                                                                                 individuelle Wiederholungsauf-
                                                                                                                 träge.

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Welche Möglichkeiten und         zeigen Möglichkeiten und        Informationsblatt zu Zellkulturen in der Bio-   Zentrale Aspekte werden her-
Grenzen bestehen für die Zell-   Grenzen der Zellkulturtechnik   technologie und Medizin- und Pharmafor-         ausgearbeitet.
kulturtechnik?                   in der Biotechnologie und       schung
Zellkulturtechnik                Biomedizin auf (B4, K4).
    • Biotechnologie                                             Rollenkarten zu Vertretern unterschiedlicher    Argumente werden erarbeitet
    • Biomedizin                                                 Interessensverbände (Pharma-Industrie, For-     und Argumentationsstrategien
    • Pharmazeutische In-                                        scher, PETA-Vertreter etc.)                     entwickelt.
        dustrie                                                                                                  SuS, die nicht an der Diskussi-
                                                                 Pro und Kontra-Diskussion zum Thema:            on beteiligt sind, sollten einen
                                                                 „Können Zellkulturen Tierversuche ersetzen?“    Beobachtungsauftrag bekom-
                                                                                                                 men.
                                                                                                                 Nach Reflexion der Diskussion
                                                                                                                 können Leserbriefe verfasst
                                                                                                                 werden.
Diagnose von Schülerkompetenzen:
    • Selbstevaluationsbogen mit Ich-Kompetenzen am Ende der Unterrichtsreihe
Leistungsbewertung:
    • Feedbackbogen und angekündigte multiple-choice-Tests zur Mitose; schriftliche Übung (z.B. aus einer Hypothese oder einem Versuchsde-
       sign auf die zugrunde liegende Fragestellung schließen) zur Ermittlung der Fragestellungskompetenz (E1)
    • ggf. Klausur

                                                                                                                                           15
Unterrichtsvorhaben III:
Thema/Kontext: Erforschung der Biomembran – Welche Bedeutung haben technischer Fortschritt und Modelle für die Forschung?
Inhaltsfeld: IF 1 (Biologie der Zelle)
Inhaltliche Schwerpunkte:                                              Schwerpunkte übergeordneter Kompetenzerwartungen:
   • Biomembranen                                                      Die Schülerinnen und Schüler können …
   • Stofftransport zwischen Kompartimenten (Teil 2)                   • K1 Fragestellungen, Untersuchungen, Experimente und Daten struktu-
                                                                          riert dokumentieren, auch mit Unterstützung digitaler Werkzeuge.
Zeitbedarf: ca. 22 Std. à 45 Minuten                                   • K2 in vorgegebenen Zusammenhängen kriteriengeleitet biologisch-
                                                                          technische Fragestellungen mithilfe von Fachbüchern und anderen
                                                                          Quellen bearbeiten.
                                                                       • K3 biologische Sachverhalte, Arbeitsergebnisse und Erkenntnisse ad-
                                                                          ressatengerecht sowie formal, sprachlich und fachlich korrekt in Kurz-
                                                                          vorträgen oder kurzen Fachtexten darstellen.
                                                                       • E3 zur Klärung biologischer Fragestellungen Hypothesen formulieren
                                                                          und Möglichkeiten zu ihrer Überprüfung angeben.
                                                                       • E6 Modelle zur Beschreibung, Erklärung und Vorhersage biologischer
                                                                          Vor-gänge begründet auswählen und deren Grenzen und Gültigkeitsbe-
                                                                          reiche angeben.
                                                                       • E7 an ausgewählten Beispielen die Bedeutung, aber auch die Vorläufig-
                                                                          keit biologischer Modelle und Theorien beschreiben.
Mögliche didaktische Leitfragen /       Konkretisierte Kompe-          Empfohlene Lehrmittel/ Materialien/       Didaktisch-methodische An-
Sequenzierung inhaltlicher Aspekte      tenzerwartungen des            Methoden                                  merkungen und Empfehlungen
                                        Kernlehrplans                                                            sowie Darstellung der verbind-
                                        Die Schülerinnen und Schü-                                               lichen Absprachen der Fach-
                                        ler …                                                                    konferenz
Weshalb und wie beeinflusst die Salz-   führen Experimente zur         Plakat zum wissenschaftlichen Er-         Das Plakat soll den SuS proze-
konzentration den Zustand von Zel-      Diffusion und Osmose           kenntnisweg                               durale Transparenz im Verlauf
len?                                    durch und erklären diese                                                 des Unterrichtsvorhabens bieten.
                                        mit Modellvorstellungen auf
                                        Teilchenebene (E4, E6, K1,
                                        K4).                           Zeitungsartikel z.B. zur fehlerhaften    SuS formulieren erste Hypothe-
                                                                       Salzkonzentration für eine Infusion in   sen, planen und führen geeigne-
     •   Plasmolyse                     führen mikroskopische Un-      den Unikliniken                          te Experimente zur Überprüfung
                                        tersuchungen zur Plasmo-                                                ihrer Vermutungen durch.
                                        lyse hypothesengeleitet
                                        durch und interpretieren die   Experimente mit Schweineblut, roter      Versuche zur Überprüfung der

16
beobachteten Vorgänge         Zwiebelzelle und Rotkohlgewebe und      Hypothesen
                                      (E2, E3, E5, K1, K4).         mikroskopische Untersuchungen
                                                                    Kartoffel-Experimente
                                      recherchieren Beispiele der      a) ausgehöhlte Kartoffelhälfte mit
                                      Osmose und Osmoregulati-             Zucker, Salz und Stärke          Versuche zur Generalisierbarkeit
                                      on in unterschiedlichen          b) Kartoffelstäbchen (gekocht und    der Ergebnisse werden geplant
                                      Quellen und dokumentieren            ungekocht)                       und durchgeführt.
                                      die Ergebnisse in einer ei-
                                      genständigen Zusammen-        Informationstexte, Animationen und
                                      fassung (K1, K2).             Lehrfilme zur Brownschen Molekular-
   •   Brownsche-                                                   bewegung (physics-animations.com)       Phänomen wird auf Modellebene
       Molekularbewegung                                                                                    erklärt (direkte Instruktion).
                                                                    Demonstrationsexperimente mit Tin-
                                                                    te oder Deo zur Diffusion
   •   Diffusion
                                                                    Arbeitsaufträge zur Recherche osmo-
                                                                    regulatorischer Vorgänge
   •   Osmose                                                                                               Weitere Beispiele (z. B. Salzwie-
                                                                                                            se, Niere) für Osmoregulation
                                                                    Informationsblatt zu Anforderungen      werden recherchiert.
                                                                    an ein Lernplakat (siehe LaBudde
                                                                    2010)                                   Ein Lernplakat zur Osmose wird
                                                                                                            kriteriengeleitet erstellt.
                                                                    Checkliste zur Bewertung eines Lern-
                                                                    plakats
                                                                                                      Lernplakate werden gegenseitig
                                                                    Arbeitsblatt mit Regeln zu einem  beurteilt und diskutiert.
                                                                    sachlichen Feedback
Warum löst sich Öl nicht in Wasser?   ordnen die biologisch be-     Demonstrationsexperiment zum Ver- Phänomen wird beschrieben.
                                      deutsamen Makromoleküle       halten von Öl in Wasser
   •   Aufbau und Eigenschaften von   ([Kohlenhydrate], Lipide,
       Lipiden und Phospholipiden     Proteine, [Nucleinsäuren])    Informationsblätter                     Das Verhalten von Lipiden und
                                      den verschiedenen zellulä-        • zu funktionellen Gruppen          Phospholipiden in Wasser wird
                                      ren Strukturen und Funktio-       • Strukturformeln von Lipiden und   mithilfe ihrer Strukturformeln und
                                      nen zu und erläutern sie            Phospholipiden                    den Eigenschaften der funktio-
                                      bezüglich ihrer wesentli-         • Modelle zu Phospholipiden in      nellen Gruppen erklärt.
                                      chen chemischen Eigen-              Wasser

                                                                                                                                        17
schaften (UF1, UF3).                                                    Einfache Modelle (2-D) zum Ver-
                                                                                                                 halten von Phospholipiden in
                                                                                                                 Wasser werden erarbeitet und
                                                                                                                 diskutiert.
Welche Bedeutung haben technischer       stellen den wissenschaftli-                                             Verbindlicher Beschluss der
Fortschritt und Modelle für die Erfor-   chen Erkenntniszuwachs                                                  Fachkonferenz:
schung von Biomembranen?                 zum Aufbau von Biomemb-                                                 Durchführung eines wissen-
   • Erforschung der Biomembran          ranen durch technischen                                                 schaftspropädeutischen
       (historisch-genetischer Ansatz)   Fortschritt an Beispielen dar                                           Schwerpunktes zur Erfor-
                                         und zeigen daran die Ver-                                               schung der Biomembranen.
                                         änderlichkeit von Modellen
                                         auf (E5, E6, E7, K4).           Plakat(e) zu Biomembranen               Folgende Vorgehensweise wird
                                                                                                                 empfohlen: Der wissenschaftli-
       - Bilayer-Modell                                                  Versuche von Gorter und Grendel mit     che Erkenntniszuwachs wird in
                                                                         Erythrozyten (1925) zum Bilayer-        den Folgestunden fortlaufend
                                                                         Modell                                  dokumentiert und für alle Kurs-
                                                                                                                 teilnehmerinnen und Kursteil-
                                                                                                                 nehmer auf Plakaten festgehal-
                                                                                                                 ten.

                                                                         Arbeitsblatt zur Arbeit mit Modellen    Der Modellbegriff und die Vorläu-
                                                                                                                 figkeit von Modellen im For-
                                                                                                                 schungsprozess werden verdeut-
                                                                                                                 licht.

                                                                         Partnerpuzzle zu Sandwich-Modellen      Auf diese Weise kann die Arbeit
       - Sandwich-Modelle                                                Arbeitsblatt 1: Erste Befunde durch     in einer scientific community
                                                                         die Elektronenmikroskopie (G. Palade,   nachempfunden werden.
                                                                         1950er)                                 Die „neuen“ Daten legen eine
                                                                         Arbeitsblatt 2: Erste Befunde aus der   Modifikation des Bilayer-Modells
                                                                         Biochemie (Davson und Danielli,         von Gorter und Grendel nahe
                                                                         1930er)                                 und führen zu neuen Hypothe-
                                                                                                                 sen (einfaches Sandwichmodell /
                                                                                                                 Sandwichmodell mit eingelager-
                                                                                                                 tem Protein / Sandwichmodell mit
                                                                                                                 integralem Protein).

18
Abbildungen auf der Basis von Ge-        Das Membranmodell muss er-
                                                                frierbruchtechnik und Elektronenmikro-   neut modifiziert werden.
                                                                skopie

- Fluid-Mosaik-Modell            ordnen die biologisch be-      Partnerpuzzle zum Flüssig-Mosaik-
                                 deutsamen Makromoleküle        Modell
                                 (Kohlenhydrate, Lipide, Pro-   Arbeitsblatt 1:
                                 teine, [Nucleinsäuren]) den    Original-Auszüge aus dem Science-
                                 verschiedenen zellulären       Artikel von Singer und Nicolson (1972)
                                 Strukturen und Funktionen      Arbeitsblatt 2:
                                 zu und erläutern sie bezüg-    Heterokaryon-Experimente von Frye
                                 lich ihrer wesentlichen        und Edidin (1972)
                                 chemischen Eigenschaften
- Erweitertes Fluid-Mosaik-      (UF1, UF3).                    Experimente zur Aufklärung der Lage      Das Fluid-Mosaik-Modell muss
  Modell (Kohlenhydrate in der                                  von Kohlenhydraten in der Biomemb-       erweitert werden.
  Biomembran)                    recherchieren die Bedeu-       ran
                                 tung und die Funktionswei-
                                 se von Tracern für die Zell-   Checkliste mit Kriterien für seriöse
                                 forschung und stellen ihre     Quellen
                                 Ergebnisse graphisch und                                                Quellen werden ordnungsgemäß
                                 mithilfe von Texten dar (K2,   Checkliste zur korrekten Angabe von      notiert (Verfasser, Zugriff etc.).
                                 K3).                           Internetquellen
- Markierungsmethoden zur                                                                            Die biologische Bedeutung (hier
  Ermittlung von Membranmo-      recherchieren die Bedeu-       Internetrecherche zur Funktionsweise nur die proximate Erklärungs-
  lekülen (Proteinsonden)        tung der Außenseite der        von Tracern                          ebene!) der Glykokalyx (u.a. bei
                                 Zellmembran und ihrer                                               der Antigen-Anti-Körper-
                                 Oberflächenstrukturen für                                           Reaktion) wird recherchiert.
                                 die Zellkommunikation (u. a.
- dynamisch strukturiertes Mo-   Antigen-Antikörper-            Informationen zum dynamisch struktu- Historisches Modell wird durch
  saikmodel (Rezeptor-Inseln,    Reaktion) und stellen die      rierten Mosaikmodell Vereb et al (2003) aktuellere Befunde zu den Re-
  Lipid-Rafts)                   Ergebnisse adressatenge-                                               zeptor-Inseln erweitert.
                                 recht dar (K1, K2, K3).        Abstract aus:
                                                                Vereb, G. et al. (2003): Dynamic, yet
                                                                structured: The cell membrane three
                                                                decades after the Singer-Nicolson
                                                                model.

                                                                                                                                    19
•   Nature of Science – naturwis-                                  Lernplakat (fertig gestellt) zu den Bio-   Ein Reflexionsgespräch auf der
         senschaftliche Arbeits- und                                    membranen                                  Grundlage des entwickelten Pla-
         Denkweisen                                                                                                kats zu Biomembranen wird
                                                                                                                   durchgeführt.

                                                                                                                   Wichtige wissenschaftliche Ar-
                                                                                                                   beits- und Denkweisen sowie die
                                                                                                                   Rolle von Modellen und dem
                                                                                                                   technischen Fortschritt werden
                                                                                                                   herausgestellt.
Wie macht sich die Wissenschaft die                                     Elisa-Test                                 Durchführung eines ELISA-Tests
Antigen-Antikörper-Reaktion zunutze?                                                                               zur Veranschaulichung der Anti-
    • Moderne Testverfahren                                                                                        gen-Antikörper-Reaktion.
Wie werden gelöste Stoffe durch Bio-     beschreiben Transportvor-      Gruppenarbeit:                             SuS können entsprechend der
membranen hindurch in die Zelle bzw.     gänge durch Membranen          Informationstext zu verschiedenen          Informationstexte 2-D-Modelle zu
aus der Zelle heraus transportiert?      für verschiedene Stoffe mit-   Transportvorgängen an realen Beispie-      den unterschiedlichen Transport-
    • Passiver Transport                 hilfe geeigneter Modelle       len                                        vorgängen erstellen.
    • Aktiver Transport                  und geben die Grenzen
                                         dieser Modelle an (E6).
Diagnose von Schülerkompetenzen:
    • Selbstevaluationsbogen mit Ich-Kompetenzen am Ende der Unterrichtsreihe
    • KLP-Überprüfungsform: „Dokumentationsaufgabe“ und „Reflexionsaufgabe“ (Portfolio zum Thema: „Erforschung der Biomembranen“) zur
       Ermittlung der Dokumentationskompetenz (K1) und der Reflexionskompetenz (E7)
Leistungsbewertung:
    • KLP-Überprüfungsform: „Beurteilungsaufgabe“ und „Optimierungsaufgabe“ (z.B. Modellkritik an Modellen zur Biomembran oder
       zu Transportvorgängen) zur Ermittlung der Modell-Kompetenz (E6)
    • ggf. Klausur

20
Einführungsphase:

Hinweis: Thema, Inhaltsfelder, inhaltliche Schwerpunkte und Kompetenzen hat die Fachkonferenz
der Beispielschule verbindlich vereinbart. In allen anderen Bereichen sind Abweichungen von den
vorgeschlagenen Vorgehensweisen bei der Konkretisierung der Unterrichtsvorhaben möglich. Darüber
hinaus enthält dieser schulinterne Lehrplan in den Kapiteln 2.2 bis 2.4 übergreifende sowie z.T. auch
jahrgangsbezogene Absprachen zur fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit, zur Leistungs-
bewertung und zur Leistungsrückmeldung. Je nach internem Steuerungsbedarf können solche Ab-
sprachen auch vorhabenbezogen vorgenommen werden.

Inhaltsfeld: IF 2 (Energiestoffwechsel)

    •   Unterrichtsvorhaben IV: Enzyme im Alltag – Welche Rolle spielen Enzyme in unse-
        rem Leben?
    •   Unterrichtsvorhaben V: Biologie und Sport – Welchen Einfluss hat körperliche Akti-
        vität auf unseren Körper?

Inhaltliche Schwerpunkte:
   • Enzyme
   • Dissimilation
   • Körperliche Aktivität und Stoffwechsel

Basiskonzepte:

System
Muskulatur, Mitochondrium, Enzym, Zitronensäurezyklus, Dissimilation, Gärung

Struktur und Funktion
Enzym, Grundumsatz, Leistungsumsatz, Energieumwandlung, ATP, NAD+

Entwicklung
Training

Zeitbedarf: ca. 45 Std. à 45 Minuten

                                                                                              21
Unterrichtsvorhaben IV:
Thema/Kontext: Enzyme im Alltag – Welche Rolle spielen Enzyme in unserem Leben?
Inhaltsfelder: IF 1 (Biologie der Zelle), IF 2 (Energiestoffwechsel)
Inhaltliche Schwerpunkte:                                                Schwerpunkte übergeordneter Kompetenzerwartungen:
   • Enzyme                                                              Die Schülerinnen und Schüler können …
                                                                         • E2 kriteriengeleitet beobachten und messen sowie gewonnene Ergeb-
Zeitbedarf: ca. 19 Std. à 45 Minuten                                         nisse objektiv und frei von eigenen Deutungen beschreiben.
                                                                         • E4 Experimente und Untersuchungen zielgerichtet nach dem Prinzip
                                                                             der Variablenkontrolle unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften pla-
                                                                             nen und durchführen und dabei mögliche Fehlerquellen reflektieren.
                                                                         • E5 Daten bezüglich einer Fragestellung interpretieren, daraus qualitati-
                                                                             ve und einfache quantitative Zusammenhänge ableiten und diese fach-
                                                                             lich angemessen beschreiben.
Mögliche didaktische Leitfragen /         Konkretisierte Kompe-          Empfohlene Lehrmittel/ Materialien/       Didaktisch-methodische An-
Sequenzierung inhaltlicher Aspekte        tenzerwartungen des            Methoden                                  merkungen und Empfehlun-
                                          Kernlehrplans                                                            gen sowie Darstellung der
                                          Die Schülerinnen und Schü-                                               verbindlichen Absprachen der
                                          ler …                                                                    Fachkonferenz
Wie sind Zucker aufgebaut und wo          ordnen die biologisch be-      Informationstexte zu funktionellen        Gütekriterien für gute „Spickzet-
spielen sie eine Rolle?                   deutsamen Makromoleküle        Gruppen und ihren Eigenschaften so-       tel“ werden erarbeitet (Übersicht-
    • Monosaccharid,                      (Kohlenhydrate, [Lipide,       wie Kohlenhydratklassen und Vorkom- lichkeit, auf das Wichtigste be-
    • Disaccharid                         Proteine, Nucleinsäuren])      men und Funktion in der Natur             schränkt, sinnvoller Einsatz von
    • Polysaccharid                       den verschiedenen zellulä-                                               mehreren Farben, um Inhalte zu
                                          ren Strukturen und Funktio-    „Spickzettel“/Buddy-Book als legale       systematisieren etc.) werden
                                          nen zu und erläutern sie       Methode des Memorierens                   erarbeitet.
                                          bezüglich ihrer wesentlichen
                                          chemischen Eigenschaften       Museumsgang
                                          (UF1, UF3).                                                              Der beste „Spickzettel“ kann
                                                                         Beobachtungsbogen mit Kriterien für       gekürt und allen SuS“ zur Verfü-
                                                                         „gute Spickzettel“                        gung gestellt werden.

Wie sind Proteine aufgebaut und wo        ordnen die biologisch be-      Haptische Modelle (z.B. Legomodelle)      Der Aufbau von Proteinen wird
spielen sie eine Rolle?                   deutsamen Makromoleküle        zum Proteinaufbau                         erarbeitet.
    • Aminosäuren                         ([Kohlenhydrate, Lipide],
    • Peptide, Proteine                   Proteine, [Nucleinsäuren])     Informationstexte zum Aufbau und          Die Quartärstruktur wird am Bei-

22
•   Primär-, Sekundär-, Tertiär-,    den verschiedenen zellulä-     der Struktur von Proteinen                spiel von Hämoglobin veran-
       Quartärstruktur                  ren Strukturen und Funktio-                                              schaulicht.
                                        nen zu und erläutern sie       Gruppenarbeit
                                        bezüglich ihrer wesentlichen   Lernplakate zum Aufbau von Protei-        Lernplakate werden erstellt und
                                        chemischen Eigenschaften       nen                                       auf ihre Sachrichtigkeit und An-
                                        (UF1, UF3).                                                              schaulichkeit hin diskutiert und
                                                                                                                 ggf. modifiziert.
                                                                                                                 Sie bleiben im Fachraum hän-
                                                                                                                 gen und dienen der späteren
                                                                                                                 Orientierung.
Welche Bedeutung haben Enzyme im        beschreiben und erklären       Experimentelles Gruppenpuzzle:            Die Substrat- und Wirkungsspe-
menschlichen Stoffwechsel?              mithilfe geeigneter Modelle       a) Ananassaft und Quark oder           zifität werden veranschaulicht.
                                        Enzymaktivität und Enzym-            Götterspeise und frischgepress-
   •   Aktives Zentrum                  hemmung (E6).                        ter Ananassaft in einer Verdün-     Die naturwissenschaftlichen
                                                                             nungsreihe                          Fragestellungen werden vom
   •   Allgemeine Enzymgleichung                                          b) Kiwi mit Quark ge-                  Phänomen her entwickelt.
                                                                             kühlt/ungekühlt/erhitzt
   •   Substrat- und Wirkungsspezifi-                                     c) Lactase und Milch sowie Gluco-      Hypothesen zur Erklärung der
       tät                                                                   seteststäbchen (Immobilisie-        Phänomene werden aufgestellt.
                                                                             rung von Lactase mit Alginat)       Experimente zur Überprüfung
                                                                          d) Peroxidase mit Kartoffelscheibe     der Hypothesen werden geplant,
                                                                             oder Kartoffelsaft (Verdün-         durchgeführt und abschließend
                                                                             nungsreihe)                         werden mögliche Fehlerquellen
                                                                          e) Urease und Harnstoffdünger          ermittelt und diskutiert.
                                                                             (Indikator Rotkohlsaft)
                                                                                                                 Die gestuften Hilfen (Checklis-
                                                                                                                 ten) sollen Denkanstöße für jede
                                                                                                                 Schlüsselstelle im Experimen-
                                                                                                                 tierprozess geben.

                                                                       Hilfekarten (gestuft) für die vier ver-   Vorgehen und Ergebnisse wer-
                                                                       schiedenen Experimente                    den auf Plakaten präsentiert.

                                                                                                                 SuS erhalten Beobachtungsbo-
                                                                                                                 gen für den Museumsgang und

                                                                                                                                           23
Checklisten mit Kriterien für            verteilen Punkte. Anschließend
                                                                               - naturwissenschaftliche Frage-    wird das beste Plakat gekürt.
                                                                                   stellungen,
                                                                               - Hypothesen,                      Modelle zur Funktionsweise des
                                                                               - Untersuchungsdesigns.            aktiven Zentrums werden er-
                                                                                                                  stellt.
                                                                         Plakatpräsentation
                                                                         Museumsgang                              Hier bietet sich an die Folgen
                                                                                                                  einer veränderten Aminosäu-
                                                                                                                  resequenz, z. B. bei Lactase
                                                                         Gruppenrallye mit Anwendungsbei-         mithilfe eines Modells zu disku-
                                                                         spielen zu je einem Beispiel aus dem     tieren.
                                                                         anabolen und katabolen Stoffwechsel.

Welche Wirkung / Funktion haben          erläutern Struktur und Funk-    Schematische Darstellungen von           Die zentralen Aspekte der Bioka-
Enzyme?                                  tion von Enzymen und ihre       Reaktionen unter besonderer Berück-      talyse werden erarbeitet:
   • Katalysator                         Bedeutung als Biokatalysa-      sichtigung der Energieniveaus                1. Senkung der Aktivie-
   • Biokatalysator                      toren bei Stoffwechselreak-                                                      rungsenergie
   • Endergonische und exergoni-         tionen (UF1, UF3, UF4).                                                      2. Erhöhung des Stoffum-
       sche Reaktion                                                                                                      satzes pro Zeit
   • Aktivierungsenergie, Aktivie-
       rungsbarriere / Reaktions-
       schwelle
Was beeinflusst die Wirkung / Funkti-    beschreiben und interpretie-    Checkliste mit Kriterien zur Beschrei-   Verbindlicher Beschluss der
on von Enzymen?                          ren Diagramme zu enzyma-        bung und Interpretation von Diagram-     Fachkonferenz:
   • pH-Abhängigkeit                     tischen Reaktionen (E5).        men                                      Das Beschreiben und Interpre-
   • Temperaturabhängigkeit                                                                                       tieren von Diagrammen wird
   • Schwermetalle                       stellen Hypothesen zur Ab-      Experimente mithilfe von Interaktions-   geübt.
                                         hängigkeit der Enzymaktivi-     boxen zum Nachweis der Konzentrati-
     •   Substratkonzentration / Wech-   tät von verschiedenen Fak-      ons-, Temperatur- und pH-                Experimente zur Ermittlung der
         selzahl                         toren auf und überprüfen sie    Abhängigkeit (Lactase und Bromelain)     Abhängigkeiten der Enzymaktivi-
                                         experimentell und stellen sie                                            tät werden geplant und durchge-
                                         graphisch dar (E3, E2, E4,      Modellexperimente mit Schere und         führt.
                                         E5, K1, K4).                    Papierquadraten zur Substratkonzent-     Wichtig: Denaturierung im Sinne
                                                                         ration                                   einer irreversiblen Hemmung

24
durch Temperatur, pH-Wert und
                                                                                                                 Schwermetalle muss herausge-
                                                                                                                 stellt werden.

                                                                                                                 Die Wechselzahl wird problema-
                                                                                                                 tisiert.

                                                                                                                 Experimenten zur Ermittlung von
                                                                                                                 Enzymeigenschaften an ausge-
                                                                                                                 wählten Beispielen.
Wie wird die Aktivität der Enzyme in   beschreiben und erklären      Gruppenarbeit                               Wesentliche Textinformationen
den Zellen reguliert?                  mithilfe geeigneter Modelle   Informationsmaterial zu Trypsin (al-        werden in einem begrifflichen
   • kompetitive Hemmung,              Enzymaktivität und Enzym-     losterische Hemmung) und Allopurinol        Netzwerk zusammengefasst.
   • allosterische (nicht kompetiti-   hemmung (E6).                 (kompetitive Hemmung)                       Die kompetitive Hemmung wird
       ve) Hemmung                                                                                               simuliert.
                                                                     Modellexperimente mit Fruchtgummi
   •   Substrat und      Endprodukt-                                 und Smarties                                Modelle zur Erklärung von
       hemmung                                                                                                   Hemmvorgängen werden entwi-
                                                                     Experimente mithilfe einer Interakti-       ckelt.
                                                                     onsbox mit Materialien (Knete, Moos-
                                                                     gummi, Styropor etc.)
                                                                                                                 Reflexion und Modellkritik
                                                                     Checkliste mit Kriterien zur Modellkritik
Wie macht man sich die Wirkweise       recherchieren Informationen   (Internet)Recherche                         Die Bedeutung enzymatischer
von Enzymen zu Nutze?                  zu verschiedenen Einsatz-                                                 Reaktionen für z.B. Veredlungs-
   • Enzyme im Alltag                  gebieten von Enzymen und                                                  prozesse und medizinische
      - Technik                        präsentieren und bewerten                                                 Zwecke wird herausgestellt.
      - Medizin                        vergleichend die Ergebnisse
      - u. a.                          (K2, K3, K4).
                                                                                                                 Als Beispiel können Enzyme im
                                       geben Möglichkeiten und                                                   Waschmittel und ihre Auswir-
                                       Grenzen für den Einsatz                                                   kung auf die menschliche Haut
                                       von Enzymen in biologisch-                                                besprochen und diskutiert wer-
                                       technischen Zusammen-                                                     den.
                                       hängen an und wägen die

                                                                                                                                              25
Bedeutung für unser heuti-
                                     ges Leben ab (B4).
Diagnose von Schülerkompetenzen:
    • Selbstevaluationsbogen mit Ich-Kompetenzen am Ende der Unterrichtsreihe
Leistungsbewertung:
    • multiple choice -Tests
    • KLP-Überprüfungsform: „experimentelle Aufgabe“ (z.B. Entwickeln eines Versuchsaufbaus in Bezug auf eine zu Grunde liegende Frage-
       stellung und/oder Hypothese) zur Ermittlung der Versuchsplanungskompetenz (E4)
    • ggf. Klausur

26
Unterrichtsvorhaben V:
Thema/Kontext: Biologie und Sport – Welchen Einfluss hat körperliche Aktivität auf unseren Körper?
Inhaltsfeld: IF 2 (Energiestoffwechsel)
Inhaltliche Schwerpunkte:                                             Schwerpunkte übergeordneter Kompetenzerwartungen:
• Dissimilation                                                       Die Schülerinnen und Schüler können …
• Körperliche Aktivität und Stoffwechsel                               • UF3 die Einordnung biologischer Sachverhalte und Erkenntnisse in
                                                                           gegebene fachliche Strukturen begründen.
Zeitbedarf: ca. 26 Std. à 45 Minuten                                   • B1 bei der Bewertung von Sachverhalten in naturwissenschaftlichen
                                                                           Zusammenhängen fachliche, gesellschaftliche und moralische Bewer-
                                                                           tungskriterien angeben.
                                                                       • B2 in Situationen mit mehreren Handlungsoptionen Entscheidungs-
                                                                           möglichkeiten kriteriengeleitet abwägen, gewichten und einen begrün-
                                                                           deten Standpunkt beziehen.
                                                                       • B3 in bekannten Zusammenhängen ethische Konflikte bei Auseinan-
                                                                           dersetzungen mit biologischen Fragestellungen sowie mögliche Lö-
                                                                           sungen darstellen.
Mögliche didaktische Leitfragen        Konkretisierte Kompetenzer-    Empfohlene Lehrmittel/ Materia-         Didaktisch-methodische Anmer-
/ Sequenzierung inhaltlicher           wartungen des Kernlehrplans    lien/ Methoden                          kungen und Empfehlungen sowie
Aspekte                                Die Schülerinnen und Schüler                                           Darstellung der verbindlichen
                                       …                                                                      Absprachen der Fachkonferenz
Welche Veränderungen können                                           Münchener Belastungstest oder           Begrenzende Faktoren bei unter-
während und nach körperlicher                                         multi-stage Belastungstest.             schiedlich trainierten Menschen
Belastung beobachtet werden?                                                                                  werden ermittelt.
                                                                      Selbstbeobachtungsprotokoll zu
Systemebene: Organismus                                               Herz, Lunge, Durchblutung Muskeln

   •   Belastungstest                                                 Graphic Organizer auf verschiede-    Damit kann der Einfluss von Trai-
   •   Schlüsselstellen der kör-                                      nen Systemebenen                     ning auf die Energiezufuhr, Durch-
       perlichen Fitness                                                                                   blutung, Sauerstoffversorgung,
                                                                                                           Energiespeicherung und Ernäh-
                                                                                                           rungsverwertung systematisiert
                                                                                                           werden.

                                                                                                           Die Auswirkung auf verschiedene

                                                                                                                                        27
Systemebenen (Organ, Gewebe,
                                                                                                          Zelle, Molekül) kann dargestellt und
                                                                                                          bewusst gemacht werden.
Wie reagiert der Körper auf unter-   erläutern den Unterschied zwi-   Partnerpuzzle mit Arbeitsblättern   Hier können Beispiele von 100-
schiedliche Belastungssituationen    schen roter und weißer Musku-    zur roten und weißen Muskulatur     Meter-, 400-Meter- und 800-Meter-
und wie unterscheiden sich ver-      latur (UF1).                     und zur Sauerstoffschuld            Läufern analysiert werden.
schiedene Muskelgewebe vonei-        präsentieren unter Einbezug
nander?                              geeigneter Medien und unter      Bildkarten zu Muskeltypen und       Verschiedene Muskelgewebe wer-
                                     Verwendung einer korrekten       Sportarten                          den im Hinblick auf ihre Mitochond-
Systemebene: Organ und Gewebe        Fachsprache die aerobe und                                           riendichte (stellvertretend für den
   • Muskelaufbau                    anaerobe Energieumwandlung                                           Energiebedarf) untersucht / ausge-
                                     in Abhängigkeit von körperli-                                        wertet.
Systemebene: Zelle                   chen Aktivitäten (K3, UF1).                                          Muskeltypen werden begründend
   • Sauerstoffschuld, Energie-                                                                           Sportarten zugeordnet.
      reserve der Muskeln, Gly-      überprüfen Hypothesen zur Ab-    Informationsblatt
      kogenspeicher                  hängigkeit der Gärung von ver-   Experimente mit Sauerkraut (u.a.    Die Milchsäuregärung dient der
                                     schiedenen Faktoren (E3, E2,     pH-Wert)                            Veranschaulichung anaerober Vor-
Systemebene: Molekül                 E1, E4, E5, K1, K4).             Forscherbox                         gänge:
   • Lactat-Test                                                                                          Modellexperiment zum Nachweis
   • Milchsäure-Gärung                                                                                    von Milchsäure unter anaeroben
                                                                                                          Bedingungen wird geplant und
                                                                                                          durchgeführt.

                                                                                                          Verbindlicher Beschluss der
                                                                                                          Fachkonferenz:
                                                                                                          In diesem Unterrichtsvorhaben
                                                                                                          liegt ein Schwerpunkt auf dem
                                                                                                          Wechsel zwischen den biologi-
                                                                                                          schen Systemebenen gemäß der
                                                                                                          Jo-Jo-Methode (häufiger Wechsel
                                                                                                          zwischen den biologischen Orga-
                                                                                                          nisationsebenen)

28
Welche Faktoren beeinflussen den    stellen Methoden zur Bestim-      Film zur Bestimmung des Grund-          Der Zusammenhang zwischen re-
Energieumsatz und welche Me-        mung des Energieumsatzes bei      und Leistungsumsatzes                   spiratorischem Quotienten und Er-
thoden helfen bei der Bestim-       körperlicher Aktivität verglei-   Film zum Verfahren der Kalorimetrie     nährung wird erarbeitet.
mung?                               chend dar (UF4).                  (Kalorimetrische Bombe / Respirato-
                                                                      rischer Quotient)
Systemebenen: Organismus,
Gewebe, Zelle, Molekül
   • Energieumsatz (Grundum-
      satz und Leistungsumsatz)
   • Direkte und indirekte Kalo-
      rimetrie

Welche Faktoren spielen eine Rol-                                     Diagramme zum Sauerstoffbin-            Der quantitative Zusammenhang
le bei körperlicher Aktivität?                                        dungsvermögen in Abhängigkeit           zwischen Sauerstoffbindung und
    • Sauerstofftransport im Blut                                     verschiedener Faktoren (Tempera-        Partialdruck wird an einer sigmoiden
    • Sauerstoffkonzentration im                                      tur, pH-Wert) und Bohr-Effekt           Bindungskurve ermittelt.
        Blut
    • Erythrozyten                                                    Arbeitsblatt mit Informationstext zur   Der Weg des Sauerstoffs in die
    • Hämoglobin/ Myoglobin                                           Erarbeitung des Prinzips der Ober-      Muskelzelle über den Blutkreislauf
    • Bohr-Effekt                                                     flächenvergrößerung durch Kapilla-      wird wiederholt und erweitert unter
                                                                      risierung                               Berücksichtigung von Hämoglobin
                                                                                                              und Myoglobin.
Wie entsteht und wie gelangt die    erläutern die Bedeutung von       Arbeitsblatt mit Modellen / Sche-       Die Funktion des ATP als Energie-
benötigte Energie zu unterschied-   NAD+ und ATP für aerobe und       mata zur Rolle des ATP                  Transporter wird verdeutlicht.
lichen Einsatzorten in der Zelle?   anaerobe Dissimilationsvorgän-
                                    ge (UF1, UF4).
Systemebene: Molekül
   • NAD+ und ATP
Wie entsteht ATP und wie wird der   präsentieren eine Tracermetho-    Advance Organizer                       Grundprinzipien von molekularen
C6-Körper abgebaut?                 de bei der Dissimilation adres-   Arbeitsblatt mit histologischen         Tracern werden wiederholt.
                                    satengerecht (K3).                Elektronenmikroskopie-Aufnahmen
Systemebenen: Zelle, Molekül                                          und Tabellen
   • Tracermethode                  erklären die Grundzüge der
   • Glykolyse                      Dissimilation unter dem Aspekt    Informationstexte und schemati-         Experimente werden unter dem As-
   • Zitronensäurezyklus            der Energieumwandlung mithilfe    sche Darstellungen zu Experimen-        pekt der Energieumwandlung aus-

                                                                                                                                           29
•   Atmungskette                einfacher Schemata (UF3).          ten von Peter Mitchell (chemiosmo-      gewertet.
                                                                        tische Theorie) zum Aufbau eines
                                     beschreiben und präsentieren       Protonengradienten in den Mito-
                                     die ATP-Synthese im Mito-          chondrien für die ATP-Synthase
                                     chondrium mithilfe vereinfachter   (vereinfacht)
                                     Schemata (UF2, K3).
Wie funktional sind bestimmte        erläutern unterschiedliche Trai-   Fallstudien aus der Fachliteratur       Hier können Trainingsprogramme
Trainingsprogramme und Ernäh-        ningsformen adressatengerecht      (Sportwissenschaften)                   und Ernährung unter Berücksichti-
rungsweisen für bestimmte Trai-      und begründen sie mit Bezug                                                gung von Trainingszielen (Aspekte
ningsziele?                          auf die Trainingsziele (K4).                                               z.B. Ausdauer, Kraftausdauer, Ma-
                                                                                                                ximalkraft) und der Organ- und Zell-
Systemebenen: Organismus,                                                                                       ebene (Mitochondrienanzahl, Myo-
Zelle, Molekül                                                                                                  globinkonzentration, Kapillarisie-
    • Ernährung und Fitness                                                                                     rung, erhöhte Glykogenspeiche-
    • Kapillarisierung                                                                                          rung) betrachtet, diskutiert und beur-
    • Mitochondrien                                                                                             teilt werden.
                                     erklären mithilfe einer graphi-
Systemebene: Molekül                 schen Darstellung die zentrale     Arbeitsblatt mit einem vereinfach-      Verschiedene Situationen können
   • Glycogenspeicherung             Bedeutung des Zitronensäu-         ten Schema des Zitronensäurezyk-        „durchgespielt“ (z.B. die Folgen ei-
   • Myoglobin                       rezyklus im Zellstoffwechsel       lus und seiner Stellung im Zellstoff-   ner Fett-, Vitamin- oder Zuckerun-
                                     (E6, UF4).                         wechsel (Zusammenwirken von             terversorgung) werden.
                                                                        Kohlenhydrat, Fett und Proteinstoff-
                                                                        wechsel)
Wie wirken sich leistungssteigern-                                      Anonyme Kartenabfrage zu Do-            Juristische und ethische Aspekte
de Substanzen auf den Körper                                            ping                                    werden auf die ihnen zugrunde lie-
aus?                                                                                                            genden Kriterien reflektiert.
                                     nehmen begründet Stellung zur      Informationstext zu Werten, Nor-
Systemebenen: Organismus,            Verwendung leistungssteigern-      men, Fakten
Zelle, Molekül                       der Substanzen aus gesund-         Informationstext zum ethischen
    • Formen des Dopings             heitlicher und ethischer Sicht     Reflektieren (nach Martens 2003)
           - Anabolika               (B1, B2, B3).
           - EPO                                                        Exemplarische Aussagen von
           - …                                                          Personen
                                                                                                                Verschiedene Perspektiven und
                                                                        Informationstext zu EPO                 deren Handlungsoptionen werden

30
Historische Fallbeispiele zum Ein-   erarbeitet, deren Folgen abge-
                                                            satz von EPO (Blutdoping) im Spit-   schätzt und bewertet.
                                                            zensport
                                                                                                 Bewertungsverfahren und Begriffe
                                                            Weitere Fallbeispiele zum Einsatz    werden geübt und gefestigt.
                                                            anaboler Steroide in Spitzensport
                                                            und Viehzucht
Diagnose von Schülerkompetenzen:
• Selbstevaluationsbogen mit Ich-Kompetenzen am Ende der Unterrichtsreihe
Leistungsbewertung:
    • KLP-Überprüfungsform: „Bewertungsaufgabe“ zur Ermittlung der Entscheidungskompetenz (B2) und der Kriterienermittlungs-
       kompetenz (B1) mithilfe von Fallbeispielen
    • ggf. Klausur.

                                                                                                                              31
2.2 Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen
    Arbeit
In Absprache mit der Lehrerkonferenz sowie unter Berücksichtigung des Schul-
programms hat die Fachkonferenz Biologie die folgenden fachmethodischen und
fachdidaktischen Grundsätze beschlossen. In diesem Zusammenhang beziehen
sich die Grundsätze 1 bis 14 auf fächerübergreifende Aspekte, die auch Gegen-
stand der Qualitätsanalyse sind, die Grundsätze 15 bis 25 sind fachspezifisch
angelegt.

Überfachliche Grundsätze:

1.)    Geeignete Problemstellungen zeichnen die Ziele des Unterrichts vor und
       bestimmen die Struktur der Lernprozesse.
2.)    Inhalt und Anforderungsniveau des Unterrichts entsprechen dem Leis-
       tungsvermögen der Lerner.
3.)    Die Unterrichtsgestaltung ist auf die Ziele und Inhalte abgestimmt.
4.)    Medien und Arbeitsmittel sind lernernah gewählt.
5.)    Die Schülerinnen und Schüler erreichen einen Lernzuwachs.
6.)    Der Unterricht fördert und fordert eine aktive Teilnahme der Lerner.
7.)    Der Unterricht fördert die Zusammenarbeit zwischen den Lernenden und
       bietet ihnen Möglichkeiten zu eigenen Lösungen.
8.)    Der Unterricht berücksichtigt die individuellen Lernwege der einzelnen Ler-
       ner.
9.)    Die Lerner erhalten Gelegenheit zu selbstständiger Arbeit und werden da-
       bei unterstützt.
10.)   Der Unterricht fördert strukturierte und funktionale Einzel-, Partner- bzw.
       Gruppenarbeit sowie Arbeit in kooperativen Lernformen.
11.)   Der Unterricht fördert strukturierte und funktionale Arbeit im Plenum.
12.)   Die Lernumgebung ist vorbereitet; der Ordnungsrahmen wird eingehalten.
13.)   Die Lehr- und Lernzeit wird intensiv für Unterrichtszwecke genutzt.
14.)   Es herrscht ein positives pädagogisches Klima im Unterricht.

Fachliche Grundsätze:

15.) Der Biologieunterricht orientiert sich an den im gültigen Kernlehrplan aus-
     gewiesenen, obligatorischen Kompetenzen.
16.) Der Biologieunterricht ist problemorientiert und an Unterrichtsvorhaben und
     Kontexten ausgerichtet.
17.) Der Biologieunterricht ist lerner- und handlungsorientiert, d.h. im Fokus
     steht das Erstellen von Lernprodukten durch die Lerner.
18.) Der Biologieunterricht ist kumulativ, d.h. er knüpft an die Vorerfahrungen
     und das Vorwissen der Lernenden an und ermöglicht das Erlernen von
     neuen Kompetenzen.
19.) Der Biologieunterricht fördert vernetzendes Denken und zeigt dazu eine
     über die verschiedenen Organisationsebenen bestehende Vernetzung von
     biologischen Konzepten und Prinzipien mithilfe von Basiskonzepten auf.
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