Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine

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Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Camino
  Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft          März 2021

                                       „Hier kann ich
                                       stark und glück-
Im Wandel                              lich werden“
der Zeit

            7-19                                      22

                                       50 Jahre Caritas-
                                       Kinder- und
                   Berichte WG für     Jugendheim
                   junge Erwachsene

                               39-41               50-51
Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Liebe Leserinnen und Leser,

                                                                                                                                                                5
      „farbenfroh 5.0“ ist das Motto unseres diesjährigen        Mutlosigkeit und Schwarzmalerei sind in den erzieheri-

                                                                                                                                                                                                          5.0
      Jubiläumsjahres. Das Caritas-Kinder- und Jugend-           schen Hilfen wahrlich reich gesät. Insbesondere wenn
      heim ist 50 Jahre jung und wird das Jubiläum im            wir auf die bisherigen Biografien unserer zu betreuen-
      Laufe des Jahres mit vielen Aktivitäten und einem          den und zu fördernden jungen Menschen schauen.                                                        Jahre
      Sommerfest am 13. August feiern.                           Wie kann da noch jemand Lebensfreude empfinden,                                                        1971-2021   Caritas-Kinder- und
      Unser Jubiläumsmotto setzt sich aus den Wörtern
                                                                 dem schon in jungen Jahren übel mitgespielt wurde,                                                                 Jugendheim
                                                                 so häufig eine wiederkehrende Frage.
      „farben“ und „froh“ zusammen. „farben“ soll dabei
      verdeutlichen, wie bunt und vielfältig sich in den ver-    Die emotionalen Brüche und Enttäuschungen daher
      gangenen 50 Jahren unsere Betreuungsangebote und           nicht kleinreden oder ignorieren, sondern behutsam
      – formen entwickelt haben. Angebote der erzieheri-         und zugewandt aufgreifen. Im Tempo des Kindes blei-
                                                                                                                                    farbenfroh 5.0
      schen Hilfen stehen dabei immer in einem unmittelba-       ben und auch Zeiten der Distanzierung und Desori-
      ren Kontext zu gesellschaftlichen Entwicklungen und        entierung aushalten. Trösten und „da bleiben“, wenn                Das rote Blau und grüne Gelb
      Anforderungen.                                             Konflikte und Enttäuschungen die Seele erschüttern
                                                                 und die Tür immer einen Spalt aufhalten, auch wenn
      Besonders deutlich zeigte sich diese Unmittelbarkeit
                                                                 im Alltag wieder mal ein Streit mit den Betreuern aus              Es machen uns die Farben froh
      in der Flüchtlingskrise der vergangenen Jahre. Hier
                                                                 den Fugen zu geraten droht.
      wurden in Kooperation mit den kommunalen Stellen
      innerhalb kürzester Zeit Strukturen und Angebote           Dazu das Leben in seiner Farbigkeit und Erlebnistiefe
                                                                                                                                    Mit fünfpunktnull gleich sowieso
      differenzierter Betreuungs- und Förderintensitäten         erfahrbar machen. Sowohl in unzähligen Unterneh-                   Das rote Blau und grüne Gelb
      geschaffen. Viele vertriebene junge Menschen aus           mungen und Aktivitäten im Gruppenalltag, aber auch
      Ländern Afrikas und Asiens integrierten sich dadurch       in erlebnispädagogischen Maßnahmen und Begeg-                      All die Farben dieser Welt
      in Nachbarschaften und Vereinen, erlernten einen           nungen mit Jugendlichen und Mitarbeitern unserer
                                                                                                                                    Leuchten auf im jungen Leben
      Beruf und fanden eine neue Heimat. Eine Erfolgs-           Partnereinrichtung aus dem litauischen Trakai. Auch
      geschichte sondergleichen, auch wenn nicht alles           das gemeinsame Pilgern auf dem Jakobsweg ver-                      Geben Zuversicht und Segen
      reibungslos verlief.                                       mittelt tolle Erlebnisse und neue Sichtweisen auf sich
                                                                 selbst. Junge Menschen erfahren sich in vielfältiger
      In der derzeitigen Corona-Pandemie zeigt sich eben-
      falls, wie professionell und kreativ, aber auch mutig
                                                                 Weise und lernen sich in ihren Grenzen und Möglich-                Wer so fröhlich eingefärbt
                                                                 keiten neu kennen.
      und zuversichtlich auf veränderte Herausforderungen
                                                                                                                                    Durch die Alltagsstraßen fährt
      reagiert werden muss. Wie in vielen anderen Jugend-        Neben den fachlichen Standards in der Betreuung
      hilfeeinrichtungen auch, blieben unser Haus offen und      von Kindern und Jugendlichen in den erzieherischen                 Hier und da mal ausprobiert
      unsere Angebote weiterhin verfügbar.                       Hilfen ist daher die (er)spürbare Lebensfreude ein ent-
                                                                 scheidender Faktor in der Gestaltung erzieherischer                Was aus krummen Wegen wird
      Das lokale Virusgeschehen wurde fortlaufend ana-
                                                                 Prozesse und auch für das Gelingen des weiteren                    Lebt mit allen seinen Sinnen
      lysiert und sofern notwendig auf der Basis gegen-
                                                                 Lebensweges. In diesem Sinne ist das Caritas-Kinder-
      seitiger Achtsamkeit weitere Schutzmaßnahmen
      abgestimmt. Stets war uns wichtig, dass nicht das
                                                                 und Jugendheim seit 50 Jahren „farbenfroh“ unter-                  Leuchtet gerne auch von innen
                                                                 wegs.
      Virus unser Denken und Handeln bestimmt, sondern
      die Frage, wie wir unter den gegebenen Umständen
      unsere Betreuung bestmöglich organisieren und                                                                                 N. D. 2021
                                                                 Es grüßt
      durchführen können. Neben dem Blick auf Grenzen
      und Möglichkeiten basiert „das Machbare“ auf einer
      guten Portion Zuversicht und Lebensfreude. Sie sind
      quasi der Kraftstoff für Veränderungsprozesse.
                                                                 Winfried Hülsbusch
      Der Begriff Lebensfreude bildet sich daher im zweiten
                                                                 Geschäftsführer
      Teil unseres Mottos „farbenfroh“ ab. Alles, was wir tun,   Caritas-Kinderheim gGmbH
      wird über die fachlichen Überlegungen hinaus durch         Heimleiter
      unsere Befindlichkeit eingefärbt. Sie entscheidet,
      ob wir eher in Grautönen und Verzagtheit oder mit
      Optimismus und Selbstvertrauen handeln. Anlässe zur

2                                                                                             Caritas-Kinderheim gGmbH     Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                   3
Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Cuma, 7, CKJH                                                                      Nachbarin, 81
        Lichtblicke in der Corona-Zeit                                                                                                              „der (selbst-                         Andrea, 45, MA
                                                                                                                                                                                                                                  „viele Spaziergänge mit
                                                                                                                                                                                                                                 Freunden und Bekannten“
                                                                                                                                                    organisierte)                         „weniger Termine
                                                                                                                                                  Laternenumzug“                            und Stress“
        Die Tagesgruppe hat sich auf den Weg gemacht und nach den
        positiven Seiten der Corona-Pandemie Ausschau gehalten. Hierzu
        hat die Gruppe verschiedene Personen wie beispielsweise Mitarbei-
        tende, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Spaziergänger oder auch
                                                                                                                                                                                       Eva, 28, MA
        Nachbarn des Caritas-Kinder- und Jugendheimes befragt. Dabei                                                                    Vater, 33, SFA
                                                                                                                                                                                „weniger Freizeitstress                           Sirin, 19, Praktikantin
        stand folgende Frage im Mittelpunkt:                                                                                       „unglaublich viel Zeit mit
                                                                                                                                                                                und mehr Zeit mit der                            „Zeit für Dinge, die man
                                                                                                                                          der Familie“
                                                                                                                                                                                          Familie“                               sonst aufgeschoben hat“

                     persönlicher Lichtblick in der Corona-Zeit?
    Was ist Dein/Ihr
                                                                                                                                                    Monika, 60, MA
                                                                                                                                              „viele schöne Wanderungen                      Spaziergängerin, Rheine
                                                                                                 Carsten, 39, MA                                                                             „wissen, wer und welche                          Marlon, 11, CKJH
                                                                                                                                                    mit Freunden“
        Enno, 9, Rheine                  Johanna, 20, Praktikantin                               „mehr Zeit mit                                                                             Umarmungen einem wirk-                        „weniger Hausaufgaben“
         „weniger Stau“                 „mehr Wertschätzung für                                  meinen Kindern“                                                                                 lich wichtig sind“
                                         Dinge, die vorher selbst-
                                        verständlich und alltäglich                                                                              Britta, 45, MA
                                                  waren“                                                                                      „mehr Zeit für die                                                                         Spaziergängerin
                                                                                                                                              Familie und für mich“                                                                    „weniger Andrang an
                                                                                                                 Gabi, 55, MA                                                                                                             schönen Orten“
                                                                                                            „Wert der Gesundheit
                                                                           Mahmud, 11, CKJH                        erkennen“                                                              Francesco, 13, TG
             Winfried, 60, GF                                              „mehr Freizeit und                                                                                        „mehr Zocken und länger
           „Entschleunigung und                                            weniger Termine“                                                                                                   schlafen“
                                                                                                                                                   Annette, 61, MA
         mehr Zeit füreinander“              Nachbar, 80
                                                                                                                                                „neue kreative Ideen
                                                                                                                                                                                                                                               Hanna, 27, MA
                                            „die Impfung“                                                                                                                                                                               „Weihnachten und Silvester
                                                                                                                                                entwickeln, umsetzen
                                                                                                                                                                                                                                        war noch nie so entspannt“
                                                                                                                                                 und feststellen, es
                                                                                                Sabrina, 23, Praktikantin                         geht auch anders“                                    Mädchen, 6, CKJH
                                                                                                „gutes und reibungsloses                                                                             „die vielen Spaziergänge“
                                                                                                Praktikum mit wenigen

     Handwerker im CKJH, 26                      Michael, 32, stellv. HL                           Einschränkungen“
                                                                                                                                                                                                                                            Cornelius, 9, Rheine
          „Geld sparen“                        „mehr Zeit für sich und
                                                                                                                                           Bewohnerin CKJH, 18                        Christian, 41, MA                                     „unter den Masken
                                                für Dinge, für die man
                                                                                                                                              „mehr Zeit mit                     „sich auf die wesentlichen                                  kann man besser
                                                 sonst nur wenig Zeit
                                                                                                                                                der Familie“                       Dinge zu konzentrieren“                                   Grimassen ziehen“
                                                           hat“

                                                                                                        Katharina, 27, MA
                                                                                                       „mehr Zeit für sich
                    Eva, 24, MA
                                                                                                     selbst, die Familie und
                „mehr Zeit für die                                                                                                      Nicole, 49, MA
                                                                                                      für eigene Projekte“                                                                   Magdalena, 21, MA
                      Familie“                                                                                                      „die Wiederaufnahme                                                                                   Gianna, 38, MA
                                                            Josephine, 9, CKJH                                                                                                            „mehr Zeit mit der Familie
                                                                                                                                     der Arbeit im April“                                                                              „die Spaziergänge mit
                                                               „dass wir keine                                                                                                             und für sich selbst. Aber                     meiner Familie und
                                                                  Schule haben“                                                                                                              auch für die Schule“                         leckeres Essen“

                    Hannah, 30, MA
                                                                                                     Spaziergängerin                                                Ruth, 56, MA
                 „mit gutem Gewissen
                                                                                                       „Homeoffice“                                             „dass wir und besonders
                   zuhause bleiben zu                                                                                                                                                                                       CKJH: Caritas-Kinder- und Jugendheim
                                                                                                                                                            auch das Kinderheim bisher
                          können“                                                                                                                                                                                           MA: Mitarbeitende
                                                              Erik, 9, Rheine                                                                               so gut durchgekommen sind“
                                                                                                                                                                                                                            GF: Geschäftsführer
                                                           „kleinere Schulklassen“
                                                                                                                                                                                                                            Stellv. HL: stellvertretende Heimleitung
                                                                                                                                                                                                                            FBL: Fachbereichsleitung

4                                                                                                  Caritas-Kinderheim gGmbH          Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                                                                5
Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Lasse, 8, Rheine
     „weniger Umwelt-
                                                                                                  Nachbarin, 55
                                                                                          „Auseinandersetzung mit wich-
                                                                                                                                      Ehemalige berichten …
      verschmutzung“
                                     Romina, 15, Geschwisterkind                      tigen (Sinnes-)fragen (z.B. „Was
                                       „mehr Zeit mit meinem                              tut mir gut?“) und so die Ent-              Hallo, mein Name ist Katja und im Alter von 16 Jahren bin ich in das JWH (Jugendwohnhaus des Caritas-Kinder-
                                               Freund“                                    scheidung getroffen zu haben,               und Jugendheimes) in Rheine gezogen. Damals mit 16 Jahren war das Verhältnis zu meiner Familie seit vielen
                                                                                      zurück ins Elternhaus zu ziehen“                Jahren sehr schlecht, ich hatte keine gute Aussicht, meinen Hauptschulabschluss zu absolvieren, ging nur selten
                                                                                                                                      zur Schule und hing lieber mit so genannten Freunden ab, nahm Drogen, trank Alkohol und lebte in den Tag
                                                                                                                                      hinein.

           Margarete, 59, MA                                                                                                          Wie es dazu kam ist eine lange Geschichte, durch frühes Mobbing in der Grundschule häuften sich dann auch
                                                            Handwerker im CKJH, 22                                                    die Probleme zu Hause. Ich veränderte mich, bekam psychische Probleme und es rebellierte in mir selbst, was
       „schwierige Situationen und
                                                             „mehr Zeit für andere                                                    ich auch nach außen trug. Es entstand ein Teufelskreis, der ein Problem nach dem anderen mit sich brachte, ich
     Herausforderungen gemeistert
                                                              Dinge statt feiern“                                                     erfuhr häusliche Gewalt und schottete mich immer mehr von meinen Eltern und allem ab. Mit 12 Jahren waren
     zu haben und daran gewachsen                                                                         Reinhild, 61, MA
     zu sein (keine Besuche der Mut-                                                                 „viele schöne Telefonate         meine psychischen Probleme so groß, dass ich anfing mich selbst zu verletzen, mit 13 Jahren in einer Jugend-
           ter im Altenheim)“                                                                        mit Menschen, mit denen          schutzstelle fing ich an, Alkohol zu trinken und andere Drogen zu nehmen. Viele Jahre verlief mein Leben dann
                                                                                                     man vorher nicht so oft          zwischen Wohnen zu Hause und Einweisungen in die Psychiatrie aufgrund von starker Depression und alles, was
                                                                                                          gesprochen hat“             diese so mit sich brachte, bis meine Eltern beschlossen, dass sie diese Situation nicht mehr tragen können.

                                                                     Nieka, 8, CKJH
                            Diana, 29, MA                         „ich finde alles blöd
                                                                         daran“
                                                                                                                                     Im Wandel der Zeit
                            „mehr Zeit zum
                             Entspannen“
                                                                                                                                      Vorerst war ich alles andere als begeistert von dem Einzug ins JWH. Doch dort wurde auf mich eingegangen, mir
                                                                                                                                      wurde in meinem Tempo ein geregelter Alltag geboten, der mich nicht überforderte, was sich positiv auf meine
                                                                                                            Lara, 23, Praktikantin
                                                                                                                                      Ansichten auswirkte. Die ErzieherInnen standen mir immer zur Seite, glaubten an mich, wenn ich es nicht konnte
                                                                                                            „Zeit mit Freunden
                                                                                                                                      und keine Kraft dazu hatte. Ich schaffte es sogar, meinen Hauptschulabschluss als Klassenbeste abzuschließen,
       Luina, 9, CKJH                                                                                              und Familie“
                                                             Mutter, 33, CKJH                                                         ich gewann an Glauben an mich selbst dank all der täglichen Unterstützung aller Mitarbeiter im JWH. Ich bekam
    „die Spielplatzzeiten
                                                           „ich habe meinen Sohn                                                      die Möglichkeit einer eigenen Wohnung im JWH. Das allererste Mal hieß es, sich selbst zu versorgen und sich um
     und Besuch von der
                                                         besser kennengelernt, weil                                                   seinen Haushalt zu kümmern, aber auch da erfuhr ich immer Unterstützung aller Erzieherinnen und Erzieher. Auch
    Familie trotz Corona“
                                                           ich mehr Zeit mit ihm                                                      das Verhältnis zu meinen Eltern wurde besser. Natürlich war es eine harte Zeit und ich musste viel kämpfen, aber
                                                              verbracht habe“                                                         durch die tägliche Unterstützung aller Mitarbeiter, die mich nie aufgegeben haben, habe ich es geschafft, aus
                                                                                                                                      dem Teufelskreis herauszukommen. Ich bin allen ErzieherInnen und allen anderen Mitarbeitern der Caritas, die da-
                                                                                                                                      mals mit mir gekämpft haben, unendlich dankbar für deren Hilfe. Ich wüsste nicht, wie mein Leben nun aussehen
                                                                                                                                      würde, geschweige denn, ob ich noch leben würde, ohne die Hilfe. Von mir und im Namen meiner Eltern kann ich
                Marlen, 19, Praktikantin                                                            Tobias, 29, MA                    nur Dankeschön sagen und ich hoffe, dass dieser Beitrag andere dazu motiviert, sich niemals aufzugeben.
                „Zeit mit der Familie“                                                            „mehr Zeit für die
                                                                                                        Familie“
                                                                                                                                      Katja Heinze

                                                         Jana, 33, FBL
                                               „viele unfassbar schöne und
                                                                                                                                      PS: Auch heute noch steht auf meinem Nachtschrank dieses
                                                neue Ecken, Landschaften
       Clemens, 7, Rheine                                                                                                             Foto von meinen damaligen Bezugsbetreuerinnen und mir bei
                                                und Wanderrouten, die wir
          „Ausschlafen“                                                                                                               meinem Abschluss. Ein besonderer Dank geht an Euch zwei,
                                               sonst sicherlich nie entdeckt
                                                                                                                                      niemals werde ich vergessen, was Ihr für mich getan habt.
                                                           hätten“
                                                                                                      Anne, 27, MA
                                                                                              „weniger Freizeitstress und ein
                                                                                              stärkeres Bewusstsein für die
        Anton, 8, CKJH                                                                       kleinen, oft so selbstverständli-
         „dass es bald                                                                                  chen Dinge“
                                                  Conny, 43, MA
      hoffentlich wieder
                                                „Wanderlust und die
          vorbei ist“
                                                vielen schönen Ecken
                                                 ganz in der Nähe“

6                                                                                                 Caritas-Kinderheim gGmbH            Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                                                 7
Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Interview mit Nicole (20)                                                                                             Kurzberichte
    Sie lebte vom 9. bis zum 19. Lebensjahr in der Wohngruppe Dinkelstraße
                                                                                                                          ehemaliger Jugendlicher

    Wie war es für dich, als du mit 9 Jahren in die Gruppe gekommen bist?
    Am Anfang war es schwierig für mich, da ich eher schüchtern war und die anderen Kinder viel älter waren als ich.
                                                                                                                                                                  Ich war von meinem
    Es wurde dann aber schnell einfacher. Aber ich wollte immer gerne zurück zu meiner Mama.                              Hi, ich bin Jens, aktuell 29 Jahre alt.
                                                                                                                                                                erheim in der WG Lilien-
                                                                                                                          16. bis zum 18. Lebensjahr im Kind
                                                                                                                                                              te bin ich Berufskraftfahrer,
                                                                                                                          thal. Damals war ich Schüler. Heu
                                                                                                                                                                   leben in einem Haus in
    Wie ging es dann so im Laufe deiner Zeit in der Dinkelstraße für dich weiter?                                         verheiratet, Vater von 3 Kindern. Wir                                    Der Saftladen bietet wieder die
                                                                                                                                                                  Motorradfan (fahre auch
    Zunächst lief alles ganz okay, aber als ich in die Pubertät kam, habe ich viele Entscheidungen getroffen, die nicht   Horstmar. Und ich bin ein absoluter                                      Möglichkeit Saft aus eigenen
    gut für mich waren. Ich hatte die falschen Freunde und einen für mich schlimmen Schicksalsschlag. Nach einigen        selber, na klar).                                                        Früchten pressen zu lassen
    Auszeiten innerhalb des Kinderheims hatte sich mein Verhalten nicht geändert und meine letzte Chance war eine                                                                                  oder Lagerbestände in 5 Liter
    Auszeit in einer anderen Wohngruppe in Bernburg. Danach hatte ich entschieden, weiter in der Wohngruppe in                                                                                     Saftbeuteln käuflich zu erwer-
    Rheine zu bleiben und meine letzte Chance zu nutzen. Die Ungewissheit, wo ich nach einem „Rauswurf“ hinsollte,                                                                                 ben. Aus (den eigenen) Äpfeln
    brachte mich dazu, auch eine andere Sicht auf das Leben in der Dinkelstraße zu bekommen. Ich konnte nun auch                                                                                   wird frischer, naturtrüber Apfel-
                                                                                                                                                                     mer 2013 bis Frühjahr
    besser das Positive sehen.                                                                                                 Ich bin Riso, 23 Jahre alt. Vom Som                                 Direktsaft gepresst.
                                                                                                                                                                   Die letzten Monate in einer
                                                                                                                               2018 war ich in der WG Lilienthal.                                  Sprechen Sie telefonisch einen
                                                                                                                                                                  habe damals die gymnasiale
                                                                                                                               „eigenen“ Wohnung im SBW. Ich                                       Termin mit uns ab. Ab einer
                                                                                                                                                                   ich über einige berufsbil-
    Was war denn so das Positive?                                                                                               Oberstufe besucht. Danach habe                                     Menge von mindestens 25 kg
                                                                                                                                                                      iert, um den passenden
                                                                                                                                denden Maßnahmen Vieles ausprob                                    pressen und pasteurisieren wir
    Man konnte seine Probleme mit den Betreuern besprechen, zuvor habe ich es nur in mich hineingefressen. Ich                                                         he ich eine Ausbildung
                                                                                                                                Beruf für mich zu finden. Aktuell mac                              Ihren Saft in handliche 5 Liter
    habe außerdem eine große letzte Chance bekommen von der Caritas, dass ich weiter in der Dinkelstraße bleiben                                                       spiele gerne Keyboard
                                                                                                                                zum Kaufmann im Einzelhandel. Ich                                  Saftbeutel, samt Kartonage.
    durfte. Die Betreuer haben mir in der Zeit in der Dinkelstraße sehr viel beigebracht und auch nach meinem Auszug,                                              ichtig für mich und ein guter
                                                                                                                                und Gitarre. Freunde sind superw                                   Nach telefonischer Information
    als ich weiterhin betreut wurde.                                                                                                                                 mit anderen ehemaligen
                                                                                                                                Kontakt zur WG ist auch da, sowie                                  können Sie ihren Apfelsaft aus
    Die Betreuer haben mir Sicherheit und Orientierung gegeben, wenn ich mal nicht weiterwusste. Die Meinung der                Mitbewohnern.                                                      eigenem Anbau bei uns abho-
    Betreuer war mir wichtig beim Treffen von Entscheidungen. Ich musste relativ früh alleine, nur in Begleitung von
                                                                                                                                                                                                   len.
    Bezugsbetreuern zu Hilfeplangesprächen. Diese waren dann in den Gesprächen mein Sicherheitspool, da ich mich
    darauf verlassen konnte, auch wenn diese nicht immer alles für gut befanden, was ich machte, dass sie hinter mir
    stehen. Ich konnte mich auf sie verlassen, auch wenn das Jugendamt viel von mir erwartete oder mich kritisch                                                                                   Kosten?
                                                                                                                                                                jung und war von 1984
    hinterfragte. Die Betreuer der Dinkelstraße haben mich auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Ich habe             Iris ist mein Name. Ich bin 53 Jahre
                                                                                                                                                               rst in der damaligen                Für 5 Liter Saft werden 3 €
    mit Hilfe der Betreuer, dann diese Ziele erreichen können. Ich habe viele soziale Kompetenzen gelernt, wie man         bis Ende 1988 im Kinderheim. Zue
                                                                                                                                                                  dann im SBW. Ich habe
    zum Beispiel Konflikte löst und wie man sich mitteilt und über seine Gefühle spricht. Ich konnte viel für die Zeit     Gruppe N3, anschließend in N1 und                                       berechnet (für Saftschlauch
                                                                                                                                                                  Einzelhandelskauffrau
    nach meinem Auszug lernen, wie man zum Beispiel Rechnungen bezahlt und einen Haushalt führt. Als ich dann               währenddessen eine Ausbildung zur                                      und Box). 1/4 des gepressten
                                                                                                                                                                ulung zur Bürokauffrau
    ausgezogen war, war ich bereit dazu und wusste auch, dass ich es schaffe, obwohl die Wohngruppe wirklich mein           abgeschlossen. Später eine Umsch                                       Saftes verbleiben als Spende
                                                                                                                                                                  re verheiratet und habe
    Zuhause war und ich auch ein wenig traurig darüber war, dass ich ausziehe.                                              absolviert. Ich bin schon über 26 Jah                                  im Saftladen zur Unterstützung
                                                                                                                                                                  SBW Betreuerin bin ich
                                                                                                                            zwei erwachsene Söhne. Mit meiner                                      und Selbstfinanzierung unseres
                                                                                                                                                                Kontakt.                           Projektes.
                                                                                                                            immer noch im freundschaftlichen
    Das Interview führte Ina Miezal,
    Mitarbeiterin in der Wohngruppe Dinkelstraße

                                                                                                                          Zusammengefasst von Sabine Wensing,
                                                                                                                          Mitarbeiterin in der WG Lilienthal

             Schutz-Klarheit-Neue Chancen
             Aus: Stationäre Familienarbeit

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Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Kreiskinderheim an der Saline

                                                                                                                                                                                                      Schwester Arnhild feiert in den 60ern

                                                                                                                                 Zeitungsbericht MZ, April 1972: Umzug der ersten Kinder zum Unland

                                                                                                       Ein Blick zurück
                                                    Städtisches Kinderheim am Mühlentörchen

                                                                                                                                                                                                      Die MitarbeiterInnen feiern die 70er

     Zeitungsbericht MV, 1963: Zusammen-
     legung des Kreiskinderheimes und des
     städtischen Kinderheimes

                                                                                                                                                                                                      Feste feiern im Caritas-Kinderheim (1990)

                                                                                                                   Zeitungsbericht MV, 1972:
                                                                                                                   Umzug ins Kinderheim am Unland

Eingang des Caritas-Kinderheimes an der
Unlandstraße

                  Zeitungsbericht 08.03.1969, MV:                                                                         Zeitungsbericht MV 1972:
                  Startschuss Bau des Caritas-                                                                            Schwester Oberin Beda
                  Kinderheimes am Unland                                                                                  feiert Abschied im Caritas-
                                                                                                                          Kinderheim

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Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Forschungsprojekt „Religion in der Jugendhilfe“
      … und Religion war irgendwie immer schon da                                                                  Religionssensible Erziehung Jugendpastoralinstitut Benediktbeuern
                                                                                                                   F.O.R.U.M. und Netzwerk

                                                                                                                                                                          2001
                                                                                                                   Fachtag: Von Wertebastlern und Sinnsuchern
                                                                                                                   Jugendaktionen
     Vorsehungsschwestern
     Sakramentenkatechese                1971
     Eucharistiefeiern
     katholisch geprägte religiöse Erziehung
     Feste im kirchlichen Jahreszyklus

                                                                 Taizé-Fahrten
                                                                 Exerzitien auf Juist              1981
                                                                 Pfarrfeste
                                                                 Erntedankfeier
                                                                 Taufe / Kommunion / Firmung / Konfirmation
                                                                 Meditationen, Einkehrtage
                                                                 Arbeitskreis Religionspädagogik                                        Fortbildungs-Modul „Religionssensible Erziehung“ für neue Mitarbeiter
                                                                                                                                        Pilgern ist Beten mit den Füßen
                                                                                                                                        BVkE-Fachausschuss „Christliches Profil und Ethik“
       Neue Chancen für alte und neue Formen                                                                                            BVkE-Beteiligungsprojekt „Du bist dran!“
       Besinnungstage für Mitarbeiter und Jugendliche in Esens                                                                          CIM-Catholic Identity Matrix
                                                                                                                                                                                                  2011
       Mitarbeiter- und Heiligabendgottesdienste
       Adventsprogramme
       Frühschichten
       Fastenzeit / Kreuzwege / Ostern
                                                   1991

                                                                                                                              2021           geht es weiter mit Bewährtem
                                                                                                                                             und Neuem …

                                                                                                                    Einige unserer langjährigen, geistlichen Begleiter:

                                                                                                                    Pfarrer Trappe, Pater Eduard, Pastor Jasbinschek, Pater Willi, Pfarrer Brömmelhaus,
                                                                                                                    Pastor Hillebrandt, Pfarrer Winzeler

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Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Spielverhalten – damals besser als heute?
     So wie alles mit dem Lauf der Zeit geht, so veränderte sich auch das „Spielverhalten“ der Kinder und Jugendlichen     Wie in beiden Beispielen klar wird, hat jede Zeit ihren eigenen Reiz.
     in den letzten fünf Jahrzehnten.                                                                                      Heute sind die Möglichkeiten vielfältiger, das digitale Leben kann
                                                                                                                           Fluch und Segen zugleich sein. Natürlich hält all das Digitale die
     Nehmen wir als Beispiel für „Wie hat man denn so gespielt vor fünfzig Jahren?“ Ulrike. Ihr Tag beginnt, als ihre
                                                                                                                           Kinder und Jugendlichen nicht davon ab, auch mal Brettspiele zu
                                                          Mutter sie weckte. Nach dem Frühstück ist sie mit ihrem Fahr-
                                                                                                                           spielen. Dinge wie Playmobil oder Lego sind und waren sowohl            Das Projekt Holz Kontor
                                                              rad zur Schule gefahren, darauf war sie besonders stolz.
                                                                                                                           heute als auch früher immer sehr beliebt. Kinder und Jugendliche        bietet wieder Brennholz an.
                                                               Dort freute sie sich am meisten auf die Pausen, da konnte
                                                                                                                           benötigen nur einen gewissen Anreiz auch mal Gummitwist, Sack-
                                                               man nämlich immer mit den Schulkameradinnen „Hinkel-
                                                                                                                           hüpfen oder Ähnliches zu spielen.
                                                               stein“, „Himmel und Hölle“ oder „Gummitwist“ spielen, das                                                                           1. Reines Eichenholz
                                                              hat ihr immer am besten an der Schule gefallen! Nach der     Außerdem ist für die Jugend der soziale Austausch über online
                                                              Runde „Völkerball“ im Sportunterricht verabredete sich       Netzwerke sehr wichtig. Diese Möglichkeit gab es vor einigen            ƒ   Das Holz ist ein Jahr gelagert
                                                             Ulrike mit ihrer besten Freundin Hilde, sie wollten gemein-   Jahren noch nicht und wird heutzutage gerne genutzt.                    ƒ   Ein Schüttraummeter kostet
                                                             sam das große 1000er Puzzle weiter zusammensetzen. Ob                                                                                     55 € bei Selbstabholung
                                                            sie heute wohl fertig werden? Den Rand hatten sie schon                                                                                ƒ   Lieferung ist nach Absprache
                                                            fertig und die anderen Puzzlestücke schon sortiert. Hilde                                                                                  möglich
                                                            erzählte, dass Guido aus ihrer Klasse einen Computer hätte –
                                                           Ulrike staunte nicht schlecht. Scheinbar war Guido eine gute                                                                            2. Laub-Mischholz
                                                           Partie, wenn sich seine Familie einen Computer kaufen konn-                                                                             ƒ   Das Holz ist ein Jahr gelagert
                                                          te. Nachdem sie keine Lust mehr zum Puzzeln hatten, gingen                                                                               ƒ   Ein Schüttraummeter kostet
                                                     sie nach draußen, dort spielten Anja, Gitta und Hans „Mutter,                                                                                     55 € bei Selbstabholung
                                                  Mutter, der Reis kocht über“. Als die Straßenlaternen angingen, musste
                                                                                                                                                                                                   ƒ   Lieferung ist nach Absprache
     Ulrike                                   zum Abendessen mit ihrem Rad wieder nach Hause fahren, wo ihre Eltern
                                                                                                                                                                                                       möglich
     sie schon                       erwarteten. Nach dem Essen gab es etwas ganz Besonderes – eine Sendung im
     Fernsehen! Ihre Eltern hatten lange für einen Fernseher gespart – ein echtes Highlight. Zufrieden beendete Ulrike                                                                             Bei Rückfragen und Interesse
     ihren Tag und freute sich auf den nächsten.                                                                                                                                                   einfach in der Jugend-Kreativ-
     Wir haben die Zeit vorgespult, es ist ein Morgen im Jahr 2019 und der Handywecker klingelt. Die 15-jährige Julia                                                                              werkstatt JoB in der Sprickmann-
     drückt nochmal auf „snooze“, sie will noch nicht aufstehen. Nach fünf Minuten klingelt der Wecker wieder – dies-                                                                              straße 80 nachfragen.
     mal kann sie sich aufraffen und steht auf. Natürlich nimmt sie ihr Smartphone mit, sie könnte ja etwas verpassen                                                                              Telefon: 05971 80077-02
     auf dem Weg zum Frühstück. Schon pingt ihr Handy – Vanessa hat ihr Frühstück gepostet. Wow, so eine „Bowl“
     mit Obst isst sie morgens nie, das gibt ein Herzchen für das Foto. Als sie sich fertig angezogen hat, muss sie sich
     echt beeilen, denn der Bus wartet nicht auf sie. Ganz knapp erwischt sie ihn noch und muss feststellen – Kopfhö-
     rer zu Hause vergessen, was soll sie bloß die Fahrt über machen? Als sie in der Schule ankommt, wartet Vanessa
     schon auf sie und bedankt sich für ihren „Like“. Gemeinsam gehen sie in den Englischunterricht. Sie müssen einen
     Text übersetzen – gut, dass es einen Übersetzer im Handy gibt und das Wörterbuch nur in der Klausur benutzt
     werden muss! Nach einem langen Schultag fährt Julia mit zu Vanessa, das hat sie mit ihrer Mutter über WhatsApp
     besprochen. Gemeinsam „hängen sie ab“ und schießen Fotos für ein neues „best friends“ Foto, das sie hoch-
     laden wollen. Schon nach fünf Minuten haben sie zehn „Gefällt mir“-Angaben. Gegen Abend fährt Julia zurück
                                                                                                                               Freude, nicht Mitleid, und der Glaube an Ent-
     nach Hause. Ihre Mutter fängt sie im Flur ab – Familienspieleabend. Da hat sie ja gar keine Lust drauf. Sie schlägt
                                                                                                                               wicklungspotenziale bestimmen das berufliche
     vor, sich einfach eine „App“ für das Kartenspiel „Phase 10“ herunterzuladen, dann spielen sie gemeinsam, ohne
                                                                                                                               Handeln. Damit kommen die Mitarbeiterinnen und
     zusammen im Wohnzimmer zu sitzen. Julias Mutter fand die Idee doof und ließ sie in ihr Zimmer gehen. Nach
                                                                                                                               Mitarbeiter dem Vorbild Jesu nahe, der sich kon-
     einem kurzen Videochat mit Vanessa, in dem die aktuelle Anzahl an „Likes“ besprochen wurde, stellt Julia sich den
                                                                                                                               sequent für soziale Teilhabe einsetzte, der Kinder
     Handywecker und träumt von einer großen Karriere als „Influencerin“.
                                                                                                                               und Ausgegrenzte besonders mochte, der die
                                                                                                                               Mitmenschlichkeit zum Programm machte. Der
                                                                                                                               Auftrag der Caritas findet hier seine Entsprechung.
                                                                                                                               Aus: Konzeption Wohnhaus für Kinder und Jugendliche mit
                                                                                                                               Behinderungen, Caritas-Kinderheim Gesellschaft 2019

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Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Gruppenleben anno 1972                                                                                            Tagesablauf
     Eine Besonderheit für die Kinder und Jugendlichen war der Bekleidungseinkauf. Sie kannten seit ihrem Heimauf-
     enthalt keine individuelle Kleidung, sondern nur Einheitskleidung.
     Die Mitarbeiter der Gruppen durften 2-mal im Jahr an das Jugendamt einen Bekleidungsantrag stellen von max.
     350,- DM. Es musste detailliert aufgeführt werden, was eingekauft werden sollte. Es standen zum Einkauf ein
     Schuhgeschäft und drei Bekleidungsgeschäfte zur Verfügung.
     Der Schulbedarf der Kinder und Jugendlichen wurde
     vom Haus zentral eingekauft. Die Mitarbeiter konnten zu
     festgelegten Zeiten bei der Schwester Oberin z. B. neue
     Schulhefte bekommen, aber nur dann, wenn sie das volle
     Heft vorlegen konnten.
     Es gab einen Hausfriseur, der 1-mal im Monat ins Haus
     kam, um den Kindern und Jugendlichen die Haare zu
     schneiden. Es war verpflichtend, dies in Anspruch zu neh-
     men. Nach einer recht schwierigen Auseinandersetzung
     mit der Leitung des Hauses, durfte ich meinen Kindern
     und Jugendlichen die Haare selber schneiden.
     Fortan sah man meinen Gruppenkindern nicht mehr von
     weitem an, dass sie aus dem Heim kamen.

     Heike Wallmeyer, ehemalige, langjährige Gruppenleiterin

     Kinder und Jugendliche in den erzieherischen
     Hilfen, mit ihren biografischen Brüchen, traumati-
     schen Erfahrungen und mangelnden frühkindlichen
     Förderungen sind altersentsprechend in dem Ent-
     decken und Entwickeln ihrer Lebenskompetenzen
     („life skills“) zu unterstützen.
     Aus: Stärkung des heilpädagogischen Handelns durch die
     Kompetenzen-Orientierung, Caritas-Kinderheim Gesellschaft 2016

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Camino Zeitschrift der Caritas-Kinderheim Gesellschaft - März 2021 - Caritas Rheine
Eine Verwaltung geht mit der Zeit                                                                                           Bundesfreiwilligendienst abgelöst. Heute sind
                                                                                                                                  für die Haustechnik fünf Mitarbeiter und zwei
                                                                                                                                  Bundesfreiwilligendienstler zuständig. Mitt-
                                                                                                                                  lerweile gibt es für die einzelnen Systeme im
      Von der IBM-Kugelkopfmaschine hin zu IGEL Thin Client mit zwei Bildschirmen                                                 Haus insgesamt 17 Stellen für BfD´ler.
      50 Jahre Kinderheim heißt auch 50 Jahre Kinderheim verwalten. Viele Jahre gehören wir nun schon zum Verwal-                 Wurde der Verwaltungsaufwand in den 70er
      tungsteam und sind richtige Urgesteine, haben unsere Ausbildung entweder im Kinderheim selber oder im Caritas-              Jahren noch von zwei Mitarbeiterinnen mit 80
      verband Rheine absolviert, sind dann zur Unlandstraße gewechselt und dort auch geblieben. Wir arbeiten teilweise            Wochenarbeitsstunden bewältigt, stemmen
      seit über 30 Jahren zusammen und können auf insgesamt 120 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückschauen. Was                    dieses heute insgesamt fünf Mitarbeiterinnen
      sich da nicht alles getan hat …                                                                                             und eine Auszubildende mit ca. 200 Wochen-
      Haben wir uns gestern noch den IBM-Kugelkopf mit dem                                                                        arbeitsstunden. Es wird deutlich, dass das
      Sekretariat des Caritasverbandes geteilt, arbeiten wir                                                                      Kinderheim mit seinen Systemen immens ge-
      heute an einem PC mit zwei Bildschirmen. Gibt man heute                                                                     wachsen und der Verwaltungsaufwand größer
      einen mehrfachen Druckauftrag ein, musste damals mit                                                                        geworden ist. Im Personalbereich verwalten
      Durchschlagpapier gearbeitet werden. Wehe, wenn der                                                                         wir 300 Personalfälle und in der Heimver-
      Fehlerteufel sich eingeschlichen hat. Hier konnte dann                                                                      waltung ca. 250 stationäre, teilstationäre wie
      nur noch mit dem Tipp-Ex-Blättchen korrigiert werden,                                                                       auch ambulante Fälle. Wir gehen ständig mit
      ausschließlich auf dem Original. Die Durchschriften wurden                                                                  der Zeit, es gab niemals einen Stillstand in der Entwicklung des
      fachmännisch mit einem Radierstift bearbeitet.                                                                              Kinderheimes.

      Vervielfältigen wir heute leicht mit dem Kopierer das Proto-                                                                Vieles hat sich auch für uns geändert: Die Briefwaage z. B. ist
      koll, standen wir damals im Archiv und vervielfältigten eine                                                                ebenfalls digital und deutlich genauer, bis aufs letzte Gramm.
      vorab geschriebene Matrize im Matrizendrucker (Hand-                                                                        Selbst die Fischfütterung, damals waren wir Verwaltungsmitar-         Es muss nicht
      kurbelantrieb) mit entsprechendem Lösungsmittel (kein                                                                       beiterinnen dafür zuständig, wird heute über eine Zeitschaltuhr       immer die
      Mensch will heute wissen, was drin war!). Mittlerweile geht                                                                 gesteuert. Die Büros und Konferenzräume sind seit langer Zeit
      das Protokoll per Mail an alle.                                                                                             rauchfrei. Auch jedes Schreibutensil hat seinen Stifteköcher, denn    Papierform sein
                                                                                                                                  früher wurden Zigarrenkisten dafür wiederverwertet.
      Gestern wie heute wird noch mit dem Telefon kommuniziert, allerdings hat sich die Wählscheibe verabschiedet.
      Heute hat jeder Arbeitsplatz seinen eigenen Telefonanschluss, damals teilte man sich ein Telefon mittels Telefon-           Aber noch immer sind wir abends als „Wach- und Schließgesell-
                                                                                                                                  schaft“ unterwegs, wir lassen die Jalousien runter, schließen die
      schwenkarm. Auch die Anfänge des Telefax waren spannend. Es gab den Ausdruck auf Endlospapier, was zur                                                                                           Camino-Ausgaben
      Folge hatte, dass ein mehrseitiges Fax entsprechend zugeschnitten werden musste.                                            Büros, Besprechungsräume und Toiletten ab und schalten das
                                                                                                                                  Licht aus.                                                           im PDF-Format

     Vieles hat sich verändert                                                                                                    Abschließend können wir sagen, dass wir nach wie vor gerne
                                                                                                                                  im Kinderheim arbeiten. Jede ist auf ihre Art ein wichtiger
                                                                                                                                  Bestandteil und macht unser Team aus.
      Der „Pieper“ ist seit vielen Jahren nicht mehr aktiv und wurde vom Handy abgelöst. Suchten wir damals unseren
      Hausmeister, musste er über ein Signal „angepiept“ werden und meldete sich dann in der Zentrale. Schnelle Kom-
      munikation geht heute anders.
                                                                     Wir erinnern uns auch an den damaligen Fuhrpark, der
                                                                     übersichtlich zu organisieren war. Einen VW Polo sowie
                                                                     einen VW Bulli galt es für das komplette Haus einzutei-
                                                                     len. Heute verliert man schnell die Übersicht bei knapp       Was angenommen wird, kann heilen
                                                                     40 Dienstfahrzeugen. Die Organisation erfolgt nun ganz                                                                            Die Camino-Ausgaben können
                                                                                                                                   Aus: Schreibwerkstatt TÜ
                                                                     aktuell digital. Nicht nur für die Verwaltung eine Heraus-                                                                        auch als PDF-Datei zur Verfügung
                                                                     forderung.                                                                                                                        gestellt werden. Wer den Camino
                                                                                                                                                                                                       zukünftig auf dem Tablett, PC
                                                                     Mit dem Ende der Wehrpflicht gab es auch keine
                                                                                                                                                                                                       oder dem Handy lesen möchte,
                                                                     Zivildienstleistenden mehr für das Kinderheim. Zivil-
                                                                                                                                                                                                       möge bitte unter camino@caritas-
                                                                     dienstleistende wurden damals vorrangig in der Haus-
                                                                                                                                                                                                       rheine.de seine Mailadresse
                                                                     meisterei eingesetzt. Ein Hausmeister und zwei „Zivis“
                                                                                                                                                                                                       hinterlegen.
                                                                     reichten aus, um das Kinderheim haustechnisch zu
                                                                     versorgen. Der Zivildienst wurde dann 2011 durch den

18                                                                                                  Caritas-Kinderheim gGmbH      Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                                      19
Update Baumaßnahme                                                                  Therapeutische Übergangshilfe: ICH WILL KIND SEIN
                   Der Rückbau unserer Großküche und die Nutzung                                      Mit Phantasie und großen kreativen Tagesplänen aufstehen, nach
                   der dadurch geschaffenen Flächen als Konferenz-                                    dem Frühstück Fußball spielen, Buden aus Holz bauen, Welten aus
                 und Besprechungsräume befinden sich auf der Ziel-                                    Pappe und Leim erschaffen, Märchengeschichten nachspielen und
              geraden.                                                                                20-Jährige alt finden.
                 Die nun auf ein Drittel geschrumpfte Küche wird bereits                              Kinder haben Ideen, Phantasien, Vorstellungen und Hoffnungen.
                 wieder eingerichtet und kann in den nächsten Wochen                                  Tag für Tag wollen sie Neues erleben, versuchen oder ausprobieren.
             ihren Betrieb aufnehmen. Für die neuen Konferenz- und
                                                                                                      Auch in der Therapeutischen Übergangshilfe bauen, basteln, toben
     Besprechungsräume wurde eine spezielle Lüftungsanlage instal-
                                                                                                      und spielen die Kinder tagtäglich und sind trotz ihrer belasteten
     liert, so dass auch in Zeiten einer Pandemie in größeren Runden
                                                                                                      Lebensgeschichten einfach nur Kinder.
     Besprechungen abgehalten werden können. Zudem werden alle
     Räume mit digitaler Technik ausgestattet, um möglichst effektiv ar-
     beiten und kommunizieren zu können. Auch die Cafeteria, unsere
     „Kaffeebar“, erhielt einen neuen Standort und lädt im modernen
     Design zum Verweilen ein.

     WG IMPULS „einmal auf links und zurück“
     Der „Schlachtplan“ war lange vorbereitet: Neue Fußböden und
     Wandanstriche in elf Zimmern, sechs Fluren und drei Essbereichen
     … und das im Normalbetrieb! Ein Fest für alle LogistikerInnen,
     zu denen Bewohnende und Team-Mitglieder der WG IMPULS in
     Kooperation mit dem haustechnischen Dienst und den beteiligten
     Handwerkern mutierten. Innerhalb von vier Wochen war die Sache
     „gewuppt“ – inklusive neuer Möbel für neun Bewohnende. Das
     wurde mit großem Dank an alle bei einem internen Frühstücksbuffet
     gebührend gefeiert!

                                                                                                                                                      So kurz wie möglich – so lange wie nötig
                                                                                                                                                      Aus: Therapeutische Übergangshilfe

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„Hier kann ich stark und glücklich werden“                                                                                  Ein Häuschen für unsere Mäuschen
     Trauma heilende Therapie mit Kindern im Caritas-Kinder- und Jugendheim                                                      Nachdem wir im Sommer viel Zeit draußen in unserem Garten verbracht
                                                                                                                                 haben, ging es nun auf die kalten Tage zu. Zunächst kam der Herbst. Wir
     „Darf ich mich da mal reinlegen?“
                                                                                                                                 tauschten unsere kurzen Ärmel gegen lange Ärmel aus und einige Wochen
     Die Hängematte im Therapiezimmer nimmt die 7-jährige Susanne sofort wahr, als sie den Raum zum ersten Mal                   später brauchten wir Jacken, um uns warm zu halten. Die Fenster dekorier-
     betritt. Sie tappt zunächst etwas unsicher, aber dann doch gezielt in das wackelige Etwas, um sich vorsichtig in die        ten wir mit selbstgebastelten Igeln, Pilzen, suchten draußen nach schönen
     Stoffschaukel gleiten zu lassen und Schutz und Geborgenheit zu spüren.                                                      Blättern und was uns die Natur noch schenkte, um diese auf die Fensterbank
     „Hier darfst du bestimmen, was wir spielen und ich spiele mit, so wie du es willst.“ Dieses ist eines der ersten An-        zu legen. Abends kochten wir Tee und fingen an, die ersten Plätzchen zu
     gebote an Kinder, die zur Kinderpsychotherapie in den Heilpädagogischen und Psychologischen Dienst kommen.                  backen. Die frischgebackenen Plätzchen dufteten herrlich. Manchmal öffne-
                                                                                                                                 ten wir ein Fenster, damit der Geruch nach draußen in die kalte Luft ziehen
     Insbesondere für Vorschul- und Grundschulkinder ist die Spieltherapie, in der gezielte traumabezogene Interven-
                                                                                                                                 konnte.
     tionen eingesetzt werden, eine von unterschiedlichen therapeutischen Angeboten, in der unsere traumatisierten

                                                                                                                                In unserem Haus muss niemand Angst haben
     Kinder zur Ruhe kommen und ihre Traumabilder bearbeiten können.
                                  In unseren Therapieräumen bieten wir den Kindern unterschiedliche Materialien zum
                                  Rollenspiel an.
                                                                                                                                 Eines Abends fiel uns plötzlich etwas Ungewöhnliches auf. Die Plätzchendo-
                                  Ein Kaufladen, eine Ritterburg sowie viele kleine Tierfiguren, die in den offenen Rega-        sen waren leerer, als sie sein sollten. Inzwischen war es draußen so kalt, dass
                                  len liebevoll angeordnet sind, aber auch eine Nuckelflasche, Schwerter zum Kämpfen             wir unsere Mützen aufsetzten und die Jacken bis obenhin zuzogen. Auf der
                                  oder Kostüme, mit denen man sich verkleiden kann, sind wichtige Materialien, die               Suche nach dem Plätzchennascher fielen uns kleine Krümelspuren auf, die
                                  Susanne mehr und mehr im Therapiezimmer für sich entdecken wird.                               von der Küche bis ins Wohnzimmer führten und dort - unter dem Schrank
                                  Im Rollenspiel thematisieren die Kinder Inhalte, mit denen sie ihre Belastungen verar-         endeten. Aber wie kamen die Krümel unter den Schrank? Schnell wurden
                                  beiten. Manchmal ist es den Kindern nur über das Spiel möglich, erlebte Kränkungen,            neue Plätzchen gebacken und diese dufteten so lecker, dass alle eins probie-
                                  Bedrohungen oder Todesängste mitzuteilen und zu verstehen. Durch das Erleben in                ren mussten, bevor sie in die Gläser gelegt wurden und dieses Mal versteck-
                                  der Therapie, dass ein Erwachsener (die Therapeutin) es für möglich hält, dass das             ten wir uns alle gut, um den heimlichen Plätzchennascher zu entdecken. Wir
                                  Kind diese Erfahrungen gemacht haben kann, kann das Kind Zugang zu seinem Leid                 warteten ganz leise, bis wir hörten, wie die Plätzchendose geöffnet wurde und
                                  und seiner Trauer finden.                                                                      machten zügig das Licht an. „Erwischt!“, schrien alle im Chor und verstumm-
                                                                                                                                 ten wieder, denn auf der Küchenzeile stand jemand, den niemand erwartet
                                  Susanne kann im Spiel eine Welt rekonstruieren, die sie sich immer gewünscht hat,
                                                                                                                                 hätte. Es war eine kleine Maus, die ängstlich guckte. Aber in unserem Haus
                                  oder auch eine Welt, die ihr vertraut ist, vielleicht eine Welt, die ihr Angst macht oder
                                                                                                                                 muss niemand Angst haben und das sagten wir der kleinen Maus.
                                  auch eine Welt, in der sie Einfluss hat, in der sie stark ist und in der sie für Gerechtig-
                                  keit sorgen kann.                                                                              Sie erzählte uns, dass sie mit ihrer Familie in unser Haus eingezogen ist, weil
                                                                                                                                 es draußen so kalt war und bei uns im Haus sah es doch immer so warm und
                                  Vielleicht sagt Susanne: „Ich wäre mal eine Prinzessin und würde in einem großen
                                                                                                                                 gemütlich aus – und das war es auch! Außerdem backten wir die köstlichsten
                                  Schloss leben. Und da würde es eine Speisekammer geben, für die nur ich den
                                                                                                                                 Plätzchen, die die Mäuschen jemals gegessen hatten. Die Maus schaute trau-
                                  Schlüssel hätte. Und du wärst mein Diener und würdest alles tun, was ich sage.“ So
                                                                                                                                 rig und fragte, ob sie mit ihrer Familie jetzt ausziehen muss. Natürlich muss-
                                  gestaltet die Therapeutin mit dem Kind ein großes Schloss mit einem Thron für die
                                                                                                                                 ten sie ausziehen, aber nicht aus dem Haus, nur unter den Schrank, denn
                                  Prinzessin, einer großen Speisekammer und übernimmt in der Rolle des Dieners die
                                                                                                                                 schon bald bauten wir den Mäuschen ein Häuschen und das in unserem
                                  Verantwortung, dem Kind alle Bedürfnisse nach Versorgung und Schutz zu erfüllen.
                                                                                                                                 Haus. Zunächst bekamen die Mäuse ein Bett und dann einen Schrank, eine
                                  Die Therapeutin begibt sich mit dem Kind in die vorgegebenen Rollen und plant im               Küche, sogar ein Fahrrad und einen Schlitten! Die Mäuse wurden gekleidet,
                                  Vorfeld sehr genau mit ihm, wie die Szenen gespielt werden. Dadurch erlebt das Kind            mit Winterjacken und Wollmützen, bekamen was zu essen und reichlich Tee
                                  seine Möglichkeiten der Einflussnahme und seiner Wirksamkeit.                                  mit Plätzchen. Außerdem spielten wir den ganzen Tag zusammen, bastelten,
                                                                                                                                 malten Bilder und warteten geduldig auf den ersten Schnee.
     Beruhigung tritt auch dadurch ein, indem die Szenen räumlich gestaltet und die Rollen realistisch gespielt werden.
                                                                                                                                 Wenn es wärmer wird, bekommen die Mäuschen Kleidung für warme Tage
     An der Art, wie das Kind vorgibt, „du würdest…und ich wäre…,“ lässt sich schon ableiten, dass sich das Kind in
                                                                                                                                 und dürfen im Garten spielen. Dann gibt es Lagerfeuer und Stockbrot. Doch
     ein symbolisches Rollenspiel begibt. Das bedeutet, alle Beteiligten wissen, dass sie sich gerade nicht in ihren rea-
                                                                                                                                 jetzt ist es noch Winter und statt Stockbrot gibt es Zuckerhäuschen und eins
     len Rollen des 7-jährigen Mädchens und der Therapeutin, sondern auf einer anderen Möglichkeitsebene bewegen.
                                                                                                                                 davon steht auch bei den Mäuschen. Das haben sie nämlich schon ganz
     Dadurch wird eine Distanz zu dem real Erlebten aufgebaut.
                                                                                                                                 alleine gebacken, in ihrem eigenen Häuschen. Denn in unserem Haus gibt es
     Wichtigstes Ziel der therapeutischen Arbeit ist, das Kind zu unterstützen, seine Stärken und Kraftquellen zu ent-           einen Platz für kleine Mäuse, denen einmal kalt gewesen ist.
     decken, seine Einflussmöglichkeiten kennen zu lernen und Kompetenzen im Umgang mit sich selbst und seiner
     Umwelt zu entwickeln.
                                                                                                                                 Fulya Balikci, Mitarbeiterin der Familienwohngruppe an der
     … und es auf diese Weise bei seiner Neuorientierung in der Welt zu unterstützen.                                            Osnabrücker Straße

22                                                                                                 Caritas-Kinderheim gGmbH      Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                23
Ein paar Anekdoten aus dem Alltag der
     Ambulanten Familienarbeit
                                                                                                                                                                              Fachtag am
     Ein Elternpaar bringt die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und                                                                                                         5. November 2021
     der Mitarbeiterin der Ambulanten Familienarbeit auf den Punkt.
     Herr R. sagt: „Am Anfang wollte ich nichts davon wissen!
     ... Aber wenn ich ehrlich bin, die Beratschlagung hat geholfen!“                                                                                                         Die Wertebastler und Sinn-
                                                                                                                                                                              sucher sind weiter (und wieder)
     Frau R. meint: „Die Chemie hat gepasst und das Vertrauen ist da
                                                                                                                           Wir sind Wertebastler und Sinnsucher               unterwegs. Zu einer kurzweili-
     … gut ist, man kann reden, wie man denkt!“
                                                                                                                                                                              gen Halbtagesveranstaltung mit
                                                                                                                           Aus: Fachtag 2010
                                                                                                                                                                              Impuls-Vortrag, gemeinsamen
     Teambesprechung: „Manchmal komme ich mir vor, wie eine                                                                                                                   Pilgern und fachlichem Aus-
     „moderne Dorfhelferin“. Wir sind irgendwie „Mädchen für alles“,                                                                                                          tausch laden wir herzlich ein.
     eine Frau für alle Fälle, die alles kann, alles weiß und sich um alles
     kümmert!“
     … und das machen wir natürlich mit Begeisterung! Manchmal
     wünschen wir uns allerdings „Zauberkräfte“!

     Die 13-jährige Laura fragt eine Kollegin interessiert: „Frau W., was
     arbeitest du eigentlich?“
     Laura geht davon aus, dass die Kollegin gerne ihre Freizeit in der
     Familie verbringt!

     Der 9-jährige Maik hat einer Mitarbeiterin ein „Glücksschwein“                                       Kinder, Jugendliche und Erwachsene wollen
     geschenkt, mit den Worten: „Damit ihr immer Glück habt und
                                                                                                            ƒ    Kraft, Mut und Lebensfreude entwickeln
     Corona bald vorbeigeht!“
                                                                                                            ƒ    ihren Platz in der Familie und in der Gesell-
                                                                                                                 schaft finden
                                                                                                            ƒ    sich binden und eingliedern
                                                                                                            ƒ    Störungen abbauen
                                                                                                            ƒ    lernen und arbeiten
                                                                                                            ƒ    eigene Werte bilden und vertreten

                                                                                                          Wir unterstützen junge Menschen und Familien auf
                                                                                                          ihrem Weg, indem wir
                                                                                                            ƒ    schützen und versorgen
                                                                                                            ƒ
                                                                                                            ƒ
                                                                                                                 annehmen und zuwenden
                                                                                                                 nachdenken und vorleben
                                                                                                                                                                                           WAHL!
                                                                                                            ƒ    fördern und heilen
                                                                                                            ƒ    ermutigen und fordern
                                                                                                            ƒ    Entfaltungsraum geben und strukturieren                      MAV-Wahl
                                                                                                          Aus: Vom Ziel zum Ergebnis – Nur wer sich Ziele setzt, kann auch    14. April 2021!
                                                                                                          Ziele erreichen, Schreibwerkstatt Caritas-Kinderheim Gesellschaft
                                                                                                          2004

24                                                                            Caritas-Kinderheim gGmbH   Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                                     25
1972 - Christian,                                         1974 - Dagmar,                                                                                                                   1978 - Frank, ehemaliger
                                      Jugendwohnhaus                                            Jugendwohnhaus                                                       1976 - Swetlana,                1977 - Ines,                Zivi Tagesgruppe
        1971- Petra,                                        1973 - Nuria, Regenbogen                                     1975 - Andrea, Hauswirtschaftskraft         WG LebensArt                    KiJu Runde Straße                                         1979 - Peter,
        Verwaltung                                                                                                                                                                                                                                             WG Brockhausenweg

                                                                                                                                                                                                                                                                                              1989 - Jule,
                                                                                                                                                                                                                                1987 - Inga,
                                                                                                                                                                                                                                                                                              Ehemalige WG Lilienthal
                                                                                                                                                                     1985 - Olga, Mutter,              1986 - Ina,              Heilpädagogischer und         1988 - Michael,
                               1981- Nadine,
                                                                                                                                         1984 - Torsten,             Stationäre Familienarbeit         WG Dinkelstraße          Psychologischer Dienst        stellvertretende Heimleitung
                               WG Sprickmannstraße           1982 - Philipp,

                                                                                                                                                                                                                                                      Gesichter
                                                                                             1983 - Matthias, Fachbereichsleiter         Haustechnischer Dienst
    1980 - Hansi,                                            ehemaliger Gruppenleite
                                                                                     r

                                           - 5 0
    Ehemaliger WG IMPULS

          50 Jahre - 5 0 J a h r g ä n g e

                                                                                                                                                                                                                                                         1998 - Lennart,
                                                                                                                                                                                                                             1997 - Manuel,                                                    1999 - Sascha,
                                                                                                                                                                                                                                                         Bundesfreiwilligendienstler
                                                                                                                                                                  1995 - Teresa,                                             Ehemaliger Grüne Villa                                            KiJu Runde Straße
                                  1991 - Tobias,                                                                                                                                                  1996 - Riso,
  1990 - Hannah,                                                                                                                   1994 - Johanna,                WG IMPULS
                                  Haustechnischer Dienst          1992 - Marc,                                                                                                                    Ehemaliger WG Lilienthal
  Heilpädagogischer und                                                                          1993 - Alina,                     Stationäre Familienarbeit
  Psychologischer Dienst                                          IG Klinsch
                                                                                                 Regenbogen

                                                                                                                                                                                                                                                                                        2009 - Kim,
                                                                                                                                                                                                                                                            2008 - Moesha,
                                                                                                                               2004 - Saskia,                  2005 - Oliver,                                                 2007 - Melina,                                            WG Dinkelstraße
                                                                                                                                                                                                                                                            WG Lilienthal
                                                                2002 - Michelle,                                               Jugendwohnhaus                  WG IMPULS                         2006 - Sebastian,            Grüne Villa
                                                                KiJu Runde Straße                  2003 - Salimatou,                                                                             WG Dinkelstraße
     2000 - Johanna,                  2001 - Florian,
                                rin                                                                Jugendwohnhaus
     Bundesfreiwilligendienstle       WG Sprickmannstraße

                                                                                                                                                                                                                                                                                             2021 - Lassen wir
                                                                                                                                                                                                                                                                                             uns überraschen!
                                                                                                                                                                                                                                                  2019 - Ole,
                                                                                                                                                                    2016 - Luisa,                                                                 Therapiehund
                                                                                                                 2014 - Tilo,                                       Mitarbeiterkind                                      2018 - Monika,
                                                                                                                                    2015 - Jason,                                            2017 - Rosalie,             Stationäre Familienarbeit                      2020 - Milan,
                                  2011 - Luina,              2012 Mats,                  2013 - Jordan,          Mitarbeiterkind                                                                                                                                        Stationäre Familienarbeit
  2010 - Maja,                                                                                                                      Regenbogen                                               Mitarbeiterkind
26Tagesgruppe                     Arche                      Mitarbeiterkind             Regenbogen         Caritas-Kinderheim gGmbH                                 Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                                                                            27
Feurige Unterhaltung                                                                                                                  Mert (12 Jahre) hat zum „Feuer“ folgendes Gedicht von James Krüss gefunden:
                                                                                                                                           Hörst du, wie die Flammen flüstern,
                                                                                                                                           Knicken, knacken, krachen, knistern,
     In Tagen von Corona sind die Unternehmungsmöglichkeiten begrenzt. Am besten möglichst viel in den eigenen vier
                                                                                                                                           Wie das Feuer rauscht und saust,
     Wänden verweilen. Plätzchen backen „ohne Ende“, Gesellschaftsspiele, kreatives Gestalten und Basteln, Medien-
     konsum geht immer.                                                                                                                    Brodelt, brutzelt, brennt und braust?
     Jede Abwechslung ist willkommen finden die Jugendlichen der Wohngruppe Lilienthal und so ist zum Beispiel ein
     schönes Lagerfeuer immer wieder faszinierend! Um ein Feuer herumzusitzen und in die Flammen zu schauen macht                          Siehst du, wie die Flammen lecken,
     einfach Spaß. Außerdem spendet es in kühlen Nächten Wärme und Behaglichkeit und man kann sich herrliche
     Geschichten erzählen oder der Gitarrenmusik lauschen.                                                                                 Züngeln und die Zunge blecken,

     Doch für ein sicheres Feuer gibt es auch einige Dinge zu beachten, so weiß Leon (16 Jahre) zu erzählen:                               Wie das Feuer tanzt und zuckt,
                                                                                                                                           trockne Hölzer schlingt und schluckt?
      ƒ   Feuer machen nur im Beisein von Erwachsenen
      ƒ   Es sollte immer für ausreichend Löschmaterial (Wasser oder Sand) gesorgt sein, bevor ein Feuer
                                                                                                                                           Riechst du, wie die Flammen rauchen,
          angezündet wird
      ƒ   Es ist sicherer, das Feuer in einer Feuerschale anzuzünden                                                                       Brenzlig, brutzlig, brandig schmauchen.

      ƒ   Die Feuerstelle sollte möglichst windgeschützt liegen und in sicherer Entfernung von Büschen und                                 Wie das Feuer, rot und schwarz,
          Bäumen sein                                                                                                                      Duftet, schmeckt nach Pech und Harz?
      ƒ   Bei großer Trockenheit auf ein Feuer verzichten, umliegende Büsche können durch Funkenflug Feuer fangen
      ƒ   Lasse ein Feuer niemals unbeaufsichtigt! Lösche es, bevor du dich von der Feuerstelle entfernst. Auch die                        Fühlst du, wie die Flammen schwärmen,
          Glut muss gelöscht werden!
                                                                                                                                           Glut aushauchen, wohlig wärmen,

     Dann steht einer coolen Feueraktion nichts mehr im                                                                                    Wie das Feuer, flackrig-wild,
     Wege! Stockbrot oder Marshmallows gehen immer und                                                                                     Dich in warme Wellen hüllt?
     schmecken leeecker!!!

                                                                                                                                           Hörst du, wie es leiser knackt?
                                                                                                                                           Siehst du, wie es matter flackt?
                                                                                                                                           Riechst du, wie der Rauch verzieht?
                                                                                                                                           Fühlst du, wie die Wärme flieht?

                                                                                                                                           Kleiner wird der Feuerbraus:
                                                                                                                                           Ein letztes Knistern,
                                                                                                                                           Ein feines Flüstern
                                                                                                                                           Ein schwaches Züngeln,
                                                                                                                                           Ein dünnes Ringeln -
                                                                                                                                                   Aus.

                                                        Wir wollen ein lebendiger Ort sein, wo Menschen
                                                                                                                       Und zu guter Letzt: Feuer hatte schon immer eine unfassbare Symbolkraft.
                                                        sich verstanden und angenommen fühlen und
                                                        Hoffnung schöpfen auf eine gerechte, menschen-                 Das Licht des Feuers steht unter Anderem für Umwandlung, Reinigung, Erkennen und für die lebensspendende Kraft
                                                        würdige Zukunft.                                               der Sonne. Feuer symbolisiert für uns auch etwas Großes, etwas Festliches!

                                                        Aus: Leistungsvereinbarung                                     In diesem Sinne gratuliert die Wohngruppe Lilienthal mit einem bunten „Feuerwerk“ aus Glückwünschen
                                                                                                                       zum 50. Jubiläum!

28                                                                                          Caritas-Kinderheim gGmbH   Camino 03/2021 | caritas-rheine.de                                                                               29
Spielplatz Natur                                                                                Fußballfabrik
                                                                                                                                                                            Unsere Arbeit gefällt
     Was die Natur zu bieten hat, das stellt und findet die Tagesgruppe                              Fußballbegeisterte Mädchen und Jungen des Caritas-Kinder- und          Ihnen, dann unter-
     (TG) immer wieder aufs Neue heraus! Schon seit längerer Zeit                                    Jugendheimes nahmen auf dem Sportgelände des St. Josefshau-
     zieht es die Gruppe immer wieder nach draußen in die Natur. Die                                 ses am Fußballcamp der „Fussballfabrik“ (www.fussballfabrik.com)       stützen Sie uns
     Jahreszeit spielt dabei weniger eine Rolle, denn Möglichkeiten und                              aus Recklinghausen teil. An diesem Tag wurden nicht nur fußbal-        gerne!
     Aktivitäten gibt es genügend. Egal ob zu Fuß, mit dem Kettcar                                   lerische Fähigkeiten erlernt, während eines Inputs fand ein Aus-
     oder mit dem Roller – es findet sich immer ein Weg. Ganz oben                                   tausch über Werte (Teamgeist, Respekt, Fairplay) statt. In der Mit-
     auf der Beliebtheitsliste stehen jedoch nach wie vor die Mountain-                              tagspause gab es Leckereien vom Grill, bevor dann zum Ende die        Die Finanzierung der Arbeit des
     bikes – heiß geliebt von den Kindern und aus dem Gruppenalltag                                  Teams gegeneinander antreten durften. Zur Erinnerung streiften        Caritas-Kinder- und Jugendhei-
     nicht mehr wegzudenken!                                                                         sich bereits zu Beginn alle Teilnehmer/innen ein bedrucktes Shirt     mes und der Josefsschule erfolgt
                                                                                                                                                                           überwiegend durch öffentliche
                                                                                                     über. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass dieser Tag im
     Auch bei Wind und Regen findet sich nur selten eine Ausrede, in                                                                                                       Gelder.
                                                                                                     nächsten Jahr gerne wiederholt werden darf. Die „Fussballfabrik“
     der Gruppe zu bleiben. Stattdessen gibt es in der TG mittlerweile
                                                                                                     entstand übrigens aus der „Fußballschule Ingo Anderbrügge“, die       Trotzdem sind wir für besondere
     ein großes Depot an Wechsel- und Ersatzmonturen, um so für
                                                                                                     nach dem Gründer und ehemaligen Bundesligaspieler (321 Spiele         Projekte auf Spenden angewie-
     jede Wetterlage gewappnet zu sein. Ein sehr beliebtes Ziel und                                                                                                        sen, beispielsweise
                                                                                                     für Schalke 04, 76 für Borussia Dortmund) benannt und bereits
     Mountainbike-Highlight stellt hier vor allem die Jump-Strecke,
                                                                                                     1997 ins Leben gerufen wurde.                                         ƒ Begegnungsmaßnahmen mit
     in der TG-Sprache auch „Rampenwald“ genannt, dar. Hierbei
                                                                                                                                                                             jungen Menschen aus einem
     handelt es sich um einen kleinen, etwas versteckt gelegenen Bike-
                                                                                                                                                                             Heim in Trakai in Litauen
     Park unmittelbar an der Ems, der von einer Gruppe Rheiner Kinder
     und Jugendlicher gepflegt und instand gehalten wird. Aber nicht                                                                                                       ƒ Pilgern mit Kindern, Jugend-
     nur der Bike-Park, sondern auch die Umgebung hat ihre ganz be-                                                                                                          lichen und Familien auf dem
     sonderen Reize. So laden auf dem Weg dorthin beispielsweise das                                                                                                         Jakobsweg
     Kloster Bentlage oder auch der Salinenpark zum Verweilen ein. Da
                                                                                                                                                                           ƒ spezielle Förderung einzelner
     schmeckt der Pausensnack gleich umso besser! 
                                                                                                                                                                             junger Menschen und Familien
     Und ein Zwischenstopp im Bentlager Wald darf ebenfalls nicht
     fehlen, denn der hat neben seinen Wander- und Mountainbike-                                                                                                           ƒ Forschungsarbeiten zur
     Routen noch viel mehr zu bieten: Eine Schnitzeljagd, Tipis bauen,                                                                                                       wissenschaftlichen Über-
     Stöcker für die Weihnachtsdeko sammeln und, wer hätte das                                                                                                               prüfung und Weiterentwick-
                                                                                                                                                                             lung unserer Konzepte und
     gedacht, auch für ein Fotoshooting eignet sich der Bentlager Wald
                                                                                                                                                                             Qualitäten
     hervorragend. 
     Besonders jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie heißt das
                                                                                                                                                                           Wir freuen uns daher sehr, wenn
     Fazit der TG: Wir haben´s gut, wir haben den größten Spiel-                                                                                                           Sie uns in unserer Arbeit unter-
     platz vor der Tür!                                                                                                                                                    stützen.

                                                                                                                                                                           Bankverbindung:
                                                                                                                                                                           Stadtsparkasse Rheine
                                                                                                                                                                           IBAN:
                                                                                                                                                                           DE65 403 500 05 000 70 46 410
                                                                                                                                                                           BIC: WELADED1RHN

                                                                                                             Nur wer sich Ziele setzt, kann Ziele erreichen.
                                                                                                             Aus: Vom Ziel zum Ergebnis/Navi fürs Leben

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Das Naturgrundstück der Josefsschule                                                                                Die letzten Stunden in 2020 mit Franz von Hahn
     Seit dem Sommer 2018 findet der Unterricht der Josefsschule nicht mehr                                              Der Countdown läuft …
     nur in den Klassenräumen und auf dem weitläufigen Gelände der Schule
                                                                                                                         Weil es im letzten Jahr wenig Grund gab zu feiern für alle Menschen, haben wir uns an diesem Silvester besonders
     in Wettringen statt, sondern zusätzlich auch noch auf einem gepachteten
                                                                                                                         viel Zeit für unsere Party-Vorbereitungen genommen.
     Naturgrundstück in Asbeck.
                                                                                                                         Der gesamte Wohnbereich wurde von uns gemeinsam zu einer richtigen Partyhöhle geschmückt. Leuchtarmbänder
     Dieser außerschulische Lernstandort, bestehend aus zwei Teichen, Wie-
                                                                                                                         wurden geknotet, Luftschlangen verteilt, Luftballons aufgehängt und nicht zuletzt stimmungsvolle LED Lichter richtig
     sen, einer Grillstätte und einem kleinen Haus, bietet den Schülerinnen und
                                                                                                                         platziert, damit der Partysause nix mehr im Wege stehen konnte.
     Schülern vielfältige Möglichkeiten, die Natur, die Elemente und sich selbst
     neu zu erfahren, zum                                Beispiel durch Angeln,
                                                         Floßbau, Rasenmähen,
                                                          Pflanzen- und Tierkun-                                        KiJu-Berichte
                                                          de, Grillen und diverse
                                                           erlebnispädagogische                                          Der Frühdienst und unsere Hauswirtschaftsfee Margret zauberten uns ein hervorragendes Buffet als Einstieg für
                                                           und gruppenbildende                                           einen gelungenen Abend.
                                                            Maßnahmen.
                                                                                                                         Gesättigt und gestylt wurde die vorher erstellte Playlist zum Besten gegeben und die choreografischen Möglichkei-
                                                          Bereits jetzt lässt sich sagen, dass dieses wunderschöne       ten des Wohnbereiches voll ausgeschöpft. Bei diesem vielfältigen Musikangebot war für jeden etwas dabei.
                                                          Grundstück in Asbeck für die gesamte Schülerschaft und die
                                                                                                                         Nach der ersten Tanzphase erfreuten wir uns an einem kleinen Feuerwerk der Gruppen Johnny Mauser und Walde-
                                                          Josefsschule ein sonderpädagogischer Gewinn ist.
                                                                                                                         mar. Mit Abstand genossen wir die bunten Farben.
                                                                                                                         Ein kleines Tischfeuerwerk im Wohnbereich sorgte für heitere Stimmung. So sprang für eine ausgewählte Herzdame
                                                                                                                         glatt der passende Ring heraus.
                                                                                                                         Dank viel Cola, welche die Bettschwere nach hinten verlegte und dem bereitgestellten alkoholfreien Sekt, hatte
                                                                                                                         jeder, der wollte, die Gelegenheit das Jahr 2021 gebührend in Empfang zu nehmen.
                                                                                                                         Wir freuen uns mit Euch, auf ein aufregendes, partyreiches, emotionales und vor allem gesundes Jahr.

                                                                                                                         Franz von Hahn

              Jede und jeder ist uns wichtig. Alle bringen sich mit
              ihrer Persönlichkeit ein. Lebensfreude wecken –
              positiv denken. Lust auf Neues und auf Kontinuität.
              Aus: Flyer Philosophie der WG IMPULS

                                                          Durch klare und ehrliche Beziehungsangebote
                                                          geben wir den Kindern und Jugendlichen
                                                          Orientierung und Halt.
                                                          Aus: Leistungsvereinbarung

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