COVID 19 Bataillon fährt auf Sicht und macht weiter
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Ausgabe Juli 2020 Jahrgang 58
Der Aufklärer
Verbandszeitung der Kameradschaft
Aufklärungsbataillon 6 Holstein und seiner Traditionsverbände
COVID 19
Bataillon fährt auf Sicht
und macht weiterInhaltsverzeichnis
1 Titelbild 22 Aus der 3. Kp: HOLSTEIN MISSION
- die Abschlussübung zur Einsatzvorbereitung
2 Inhalt | Impressum
24 Übergabe Gelbes Band
3 Grußwort Kommandeur
26 Quartalsappell II/2020 im „New Normal“
4 Grußwort 1. Sprecher 27 Stellenbesetzung
Bataillon Kameradschaft
5 Blaue Stunde - „Ritt durch das Jahr 2019“ 28 Es war einmal...
6 Adventskonzert in Bad Schwartau 29 „Dynamische“ Jahresvorhabensübersicht
7 Politische Bildung - Seminar in Dänemark 30 Säbelübergabe
8 Besinnlicher Jahresabschluss 31 Übergabe Fotoaktion / Großbild
Quartalsappell IV/2019 und Weihnachtsmarkt 32 Tradition verpflichtet! Weihnachtsessen am 24.12.2019
8 Jeden Tag eine gute Tat - Spendenübergabe 33 „Leistenschneiders - Kohlfahrt“
9 Neujahrsempfang Stadt Eutin und AufklBtl 6 34 Grünkohlessen
35 Spieleabend im Kasino mit neuer „Disziplin“
10 Bataillons-Späh-Parcour HOLSTEIN-RITT
36 OPA -- Oster-Paket-Aktion
11 BtlGefÜbung HOLSTEIN HUSAR
38 Meilensteine der „Kameradschaft AufklBtl 6
13 Aus der 1. Kp: HOLSTEIN HUSAR HOLSTEIN und seiner Traditionsverbände“
14 Der neue Feind COVID 19 40 STARKE BANDE | Ausbildung und Übung im KVK
AufklBtl 6 „Holstein“ fährt auf Sicht
41 Bataillonsfahne für die Einsatzkontingente
15 ArbTagung Offiziere mit Zusammenziehung der
OA / ROA PzGrenBrig 41 42 Traditionsverbände:
1. Großherzoglich-Mecklenburgisches DR 17 - Teil 1
16 Aus der 2. Kp: Vom Gefreiten zum Major
44 Aus der Geschichte: Eutiner Soldaten sicher
17 Aus der 2. Kp: Grillecke fertiggestellt Flugzeugabsturzstelle
18 Aus der 2. Kp: TrAusb der OA´s auch unter Corona
46 Beitrittserklärung / Änderungsmitteilung
20 Aus der 3. Kp: 1 Jahr Truppe nach OL 3
-Führen mit Auftrag 47 Neumitglieder | Traueranzeigen | Geburtstage
Werbeanzeigen Bitte beachten Sie die Werbeanzeigen in dieser Ausgabe
Ausgabe 01/2020 | Redaktionsschluss: 30.06.2020 Anschrift & Kontakt
Herausgeber: Eeckbusch 20
Kameradschaft Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ und seiner 23701 Eutin
Traditionsverbände
Tel.: (0 45 21) 794 18 44
Verantwortlich für Inhalte
Email: info@aufklaerer-eutin.de
V.i.S.d.P - Kameradschaftsbeiträge Web: www.aufklaerer-eutin.de
OTL a.D. Walter Hertz
V.i.S.d.P - Bataillonsbeiträge
Stabsfeldwebel Michael Schmidtke Bankverbindung Kameradschaft
Fotos & Abbildungen: Sparkasse Holstein
Bundeswehr, Archiv, Junge Foto-Service IBAN: DE 75 2135 2240 0000 0343 06
BIC: NOLADE 21 HOL
Verantwortlich für Satz, Gestaltung & Anzeigen
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Friedlandstr. 66
23701 Eutin
Tel.: (0 45 21) 7 65 37 02
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www.aufklaerer-eutin.de
Seite 2Grußwort
Tobias Aust
Soldaten,
Freunde und Förderer des Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“!
Das Jahr 2020 begann wie 2019 endete: voller Ausbildungen und Übungen. Ambitioniertes Ziel für die Eutiner Aufklärer ist dieses
Jahr nicht nur der Fähigkeitserhalt, sondern gar die Steigerung unseres Könnens im hochintensiven Gefecht. Denn das neue Jahr-
zehnt verspricht nicht weniger sicherheitspolitisch volatil zu werden, wie sich die Welt insbesondere seit dem Zäsurjahr 2014 darstellt.
Als Stichworte seien hier aus deutscher und europäischer Sicht vor allem die Instabilität an der NATO-Ostflanke sowie im Nahen
Osten und Nordafrika genannt, das angespannte transatlantische Verhältnis, aber auch die weitreichenden strategischen Ambitionen
Chinas.
Entsprechend stiegen wir noch im Januar mit einer Grundlagenausbildung ein – der sogenannten Kombinierten Führer- und Truppen-
ausbildung. Kaum drei Wochen später im Februar setzten wir das hier erlernte im Bataillonsspähparcours HOLSTEIN RITT um. Im
März schließlich der vorläufige Höhepunkt: die jährliche Bataillonsgefechtsübung HOLSTEINER HUSAR auf dem Truppenübungs-
platz Jägerbrück.
Und dann kam Corona. Wähnten wir uns auf dem Übungsplatz mit seinen bereits äußerst reduzierten Sozialkontakten in einer Art
selbstgewählten Quarantäne, ereilten uns die Auswirkungen der Epidemie auch in der nordöstlichsten Ecke Deutschlands. Zurück im
Standort schalteten wir auf Krisenmodus. Die Bilder des Einsatzes der italienischen Armee in Bergamo vor Augen, bereiteten wir uns
auf mögliche Hilfeleistungen vor, teilten Bereitschaftszüge ein und bildeten Alarmketten. Vor allem aber galt und gilt es, Infektionen im
Bataillon zu unterbinden. Entsprechend begab sich die Masse des Bataillons wie das gesamte Land in den „Lockdown“ – ein Novum
in der Geschichte „von Sechs“.
Mittlerweile hat sich die Sicht etwas aufgeklart. Die erwarteten Unterstützungsanträge an das Bataillon sind ausgeblieben, ebenso ist
es bis dato zu keinen Infektionen unter unseren Soldaten gekommen – und wir wollen alles dafür tun, dass dies so bleibt. Seit Mai
nehmen wir sukzessive wieder den regulären Ausbildungsbetrieb auf und sind mittlerweile in Ausbildung und Übung wieder recht gut
unterwegs. Denn Einsatzbereitschaft hat für uns Eutiner Aufklärer in Corona-Zeiten zwei Seiten einer Medaille: Gesund bleiben und
gleichzeitig unseren Ausbildungsstand zu halten – sprich die Balance zwischen individueller Gesunderhaltung und militärischer Pro-
fessionalität in unverändert sicherheitspolitisch unruhigen Zeiten. Das Ganze freilich unter den Bedingungen einer „neuen Normalität“
und einem eigens hierfür erstellten „Corona-Knigge“.
Die Corona-Lage hat es ferner erfordert, nicht nur Ausbildungsvorhaben, sondern auch einige öffentlichkeitswirksame Veranstaltun-
gen wie zum Beispiel unsere halbjährliche Blaue Stunde abzusagen. Dies erfolgte von unserer Seite mit größtem Bedauern, war
jedoch angesichts der allgemeinen Lage unausweichlich. Gleichwohl ist uns bewusst, wie wichtig derartige Veranstaltungen für die
tiefe Verwurzelung des Bataillons in die Region sind. Deshalb ist es uns eine Herzensangelegenheit, die Veranstaltungen wieder an-
zubieten, sobald es die Umstände wieder zulassen – wenn möglich noch in diesem Jahr, spätestens jedoch in 2021. Hierzu bitte ich
Sie um Verständnis und Geduld. Wir wiederum wollen neben der unbedingten Vermeidung unnötiger Infektionsrisiken, Augenmaß
sowie Pragmatismus walten lassen und gegebenenfalls neue Wege suchen.
Die Corona-Lage ist für uns alle neu – ich zumindest kann mich an eine vergleichbare Situation nicht erinnern. „Von Sechs“ hat jedoch
in seiner über sechzigjährigen Geschichte bereits einige Lagen gemeistert, von der Sturmflut 1962 bis hin zum Gefecht in unseren
zahlreichen Einsätzen. Denn insbesondere, wenn es darum geht, ins Ungewisse zu handeln, ist auf unsere Männer und Frauen
Verlass! Da wird nicht verzagt, sondern mit einer Mischung aus professioneller Gelassenheit und Zuversicht angepackt – so auch
diesmal. Wieder einmal bin ich stolz und froh, diesem Bataillon „von Sechs“ als meiner militärischen Heimat vorstehen zu dürfen.
In der Hoffnung, dass sich die Lage immer weiter entspannt, bleiben Sie und Ihre Angehörigen bitte weiterhin gesund!
Mit einem kräftigen und zuversichtlichen Horrido!
Stets Ihr
Tobias Aust
01.07.2020
Seit Juni kann man dem Bataillon auch auf „Twitter“ folgen
@aufklvonsechs
www.aufklaerer-eutin.de
Seite 3Grußwort
Walter Hertz
Sehr geehrte Mitglieder der Kameradschaft AufklBtl 6 „Hol- werden sich die enormen Corona-Kosten auf den Verteidigungs-
stein“ und seiner Traditionsverbände, liebe Freunde! haushalt auswirken? Geht das „Kaputtsparen“ in eine neue Run-
de oder verschärft sich die Unterfinanzierung sogar? Haben die
Dieses Jahr 2020 ist ja ein ganz Besonderes. Ich hoffe sehr, dass Streitkräfte noch eine „Systemrelevanz“? Es bleibt spannend, die
Sie es bis jetzt gut überstanden haben und Sie sich mit den Coro- weiteren Entwicklungen zu beobachten.
na-Einschränkungen einigermaßen arrangieren konnten. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer 2020, nicht zu tro-
Wie die Kameradschaft von Corona betroffen ist, können Sie in cken und nicht zu nass, nicht zu heiß und nicht zu kühl und win-
meinem Beitrag „Es war einmal ….“ in diesem Heft nachlesen. dig, in nah oder fern soweit es geht, aber vor allem immer bei
Die Kunst wird sein, den Kontakt nicht zu verlieren und behut- guter Gesundheit.
sam wieder Tritt zu fassen, wenn es die Lage zulässt. Bei all dem Mit einem kräftigen Horrido
steht der risikofreie Kontakt für eine direkte Kommunikation im Ihr
Vordergrund – übertrieben hin oder her. Videochats und Online-
Besprechungen sind für uns nicht das Mittel der Wahl – wir blei-
ben meistens analog, wie beim direkten Richten. Deshalb bitte
ich Sie, mit den Kameraden in Ihrem Umfeld Kontakt zu halten.
Walter Hertz, 1. Sprecher
Vielleicht geht Ihnen in diesen Tagen auch durch den Kopf, wie
01.07.2020
die Bundeswehr wohl aus dieser Krise herauskommen mag: Wie
Allen unseren Sponsoren und Inserenten möchte ich an dieser Stelle
ein ganz herzliches DANKE sagen.
In dieser besonderen von COVID 19 geprägten Saison ist es für viele
Betriebe, Restaurants, Gaststätten oder auch Einzelpersonen nicht leicht,
die Unterstützung für unseren „Aufklärer“ in gewohnter Weise zu leisten.
Ich verstehe gut, dass es die finanziellen Coronabedingten Einbußen
erforderlich machen können, Investitionen und Werbemaßnahmen zu
überdenken. Umso mehr freue ich mich über Ihr Inserat in unserer
Broschüre, zeigt es doch, dass Ihnen unsere Sache,
die „Kameradschaft zwischen den Generationen“ und die Wertschätzung
unserer „Männer und Frauen in Fleck-Tarn“ etwas bedeutet und gerade in
schwierigen Zeiten wichtig ist.
Deshalb noch einmal vielen Dank mit einem kräftigen „Horrido“
Und bleiben Sie gesund
www.aufklaerer-eutin.de
Seite 4Bataillon
Ein Ritt durch das
Jahr 2019
Wie immer galt das Motto „Ein Griff ins pralle Leben der Eutiner
Aufklärer“ bei der letzten Blauen Stunde 2019. Über 80 Gäste
folgten mit großem Interesse den Berichten zu den Themen
Landes- und Bündnisverteidigung, Einsatz sowie Ausbildung
des Nachwuchses. Ein besonderes Highlight stellte eine Live-
Schaltung nach Masar-e Scharif in Afghanistan zu einem Euti-
ner Aufklärer im Einsatz dar, der sich den interessierten Fragen
des Publikums zu seinem Einsatz stellte.
Über 80 Gäste fanden sich zur Blauen Stunde im letzten Quartal 2019 im
Offizierkasino des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ ein.
Zunächst resümierte jedoch Hauptmann David Cacic, Stabs- Grüße aus Afghanistan
zugführer und S3-Offizier, die Ausbildungen und Übungen der Zu seinem Einsatz in Afghanistan stand anschließend
Eutiner Aufklärer in 2019. Mit einer Funksequenz der Übung Hauptmann Michael Jaeck, Technischer Offizier des Bataillons,
„HOLSTEIN FEDER“, einer computergestützten, taktischen Si- live aus Masar-e Scharif den Gästen Rede und Antwort. Jaeck
mulation, führte er den Gästen die komplexe Aufklärungsleistung berichtete zu seinen Aufgaben im Camp und wie die Soldaten
in solchen Übungen vor Augen. Dabei müssen die unterschied- fernab der Heimat die Adventszeit und das Weihnachtsfest
lichen Daten aller Sensoren, zu Boden, in der Luft und am Men- begehen.
schen zusammengeführt werden, um den Anspruch als „Auge
und Ohr“ der Brigade erfüllen zu können. Stellvertretend für die-
sen Anspruch ging er auf zwei der großen Übungen des Batail-
lons ein. Zum einen der dreiwöchige Übungsplatzaufenthalt in
der Oberlausitz als Biwak mit 400 Soldaten und 140 Fahrzeugen,
bei welchem die Eutiner Aufklärer über 1.100 Km im Gefechts-
marsch zurücklegten, an die 34.000 Liter Betriebsstoffe und über
52.000 Patronen verbrauchten. Zum anderen – keine drei Wo-
chen später – die Durchschlageübung „HOLSTEIN EXTREM“,
bei welcher die Soldaten einem überlegenen Feind ausweichen
mussten und auf sich gestellt eine Woche in der Natur zu über-
leben hatten, um sich zu den eigenen Kräften zurückzuschlagen.
Er unterlegte dies mit dem eindrucksvollen Video, welches zu
der Durchschlageübung erstellt wurde (zu finden auf Youtube:
„Die Bundeswehr hinter Feindlinien – Was nun?“). Am Ende
seines Auftrages resümiert Cacic: „Der Auftrag 2019 ist erfüllt,
nun heißt es in 2020 weiter angreifen!“. Mit dem Spähparcour
Der Technische Offizier des Bataillons, Hauptmann Michael Jaeck, derzeit in
„HOLSTEIN RITT“ in Ostholstein im Frühjahr Afghanistan im Einsatz, grüßt die Gäste der Blauen Stunde live aus Masar-e
sowie zahlreichen weiteren Übungen gibt es dazu mehr als Scharif.
genug Möglichkeiten.
Das Publikum stellte dem Hauptmann zahlreiche Fragen zu
Zeigen Sie sich!
seiner Tätigkeit, dem Tagesablauf oder auch dem afghanischen
Wetter um diese Jahreszeit. Zum Abschluss trug Fähnrich Max
Krakow zu seiner Ausbildung als Reserveoffizier bei den Eutiner
Mit Street View Aufnahmen Aufklärern vor. Im Rückblick auf sein baldiges Ausbildungs-
ende hielt er fest: „In den vergangenen zwei Jahren habe ich
Ihres Unternehmens. viele Kompetenzen erworben, denn ich durfte hier in Eutin viel
lernen. Ich konnte als Gruppenführer und Kommandant eines
Wir sind: Fenneks schon mit jungen Jahren in einer äußerst verantwor-
tungsvollen Führungsposition arbeiten. Und auch bei der erlebten
Kameradschaft handelt es sich um etwas, das ich im Zivilen so
wohl nicht wieder vorfinden werde, denn gerade bei „von 6“ wird
Kameradschaft groß geschrieben!“.
Mit zahlreichen weiteren Themen, wie der Lage in Sy-
rien, der Debatte um eine Dienstpflicht, Einsatz- und
Schonzeiten der Soldaten, der Materiallage und dem
Reservistenwesen im Aufklärungsbataillon, fand die Blaue Stun-
de in einer Fragerunde sowie zahlreichen Gesprächen im kleinen
Rahmen bei dem ein oder anderen Sherry ihren Ausklang. Auch
2020 blicken die Eutiner Aufklärer vielen Aufgaben, Übungen und
Aufträgen entgegen und freuen sich schon darauf, bei der nächsten
Blauen Stunde wieder „aus dem prallen Leben der Aufklärer von
Sechs“ berichten zu können.
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Seite 5Bataillon
Gemeinsames Adventskonzert mit der
Stadt Bad Schwartau:
Eine erfolgreiche Premiere!
Die Premiere ist geglückt, erstmals haben die Eutiner Aufklärer
mit der Stadt Bad Schwartau ein Adventskonzert ausgerichtet.
Rund 120 Besucher genossen in der liebevoll dekorierten Men-
sa des Gymnasiums am Mühlenberg das abwechslungsreiche
und etwas andere Weihnachtskonzert – ganz nach dem Motto
der Eutiner Aufklärer: „Wir sind nicht besser als die Anderen, wir
sind nur anders“.
Die Band „Mace Sharp and the Halebobs“ beim Weihnachtskonzert des Aufklä-
rungsbataillon 6 „Holstein“ und der Patenstadt Bad Schwartau.
Auftakt zum Adventskonzert bildete die Rockabilly-Band „Mace boten die Eutiner Aufklärer mit stimmungsvollen Weihnachts-
Sharp and the Halebobs“, die neben rythmisch-rockigen Klän- geschichten sowie einem Trompeter des Aufklärungsbataillons
gen auch einige amerikanisch geprägte Weihnachtslieder zum einen besinnlichen Ausklang des Programms.
Besten gaben. Literarisch wurde das Publikum durch den Poet- Während des kostenlosen Adventskonzerts wurden Spenden für
ry-Slam-Poeten Lennart Harmann unterhalten und abschließend das Jugendzentrum „Alte Zwölf“ in Bad Schwartau gesammelt.
Am Ende des Abends kamen dabei respektable 416 Euro für den
guten Zweck bei den großzügigen Besuchern des
Adventskonzerts heraus. Timo Michaelsen, Leiter des Amtes für
Bildung, Sport, Soziales und Kultur zeigte sich äußerst erfreut
über die Premiere des Adventkonzerts in Bad Schwartau:
„Das war der erfolgreiche Auftakt für kommede gemeinsame
Adventskonzerte mit den Eutner Aufklärern. Der nächste Termin
steht bereits fest. Am 04. Dezember 2020 geht es in die
Krummlandhalle mit dem Reservemusikkorps“.
Zum Abschluss des Abends sangen alle gemeinsam
„Stille Nacht, heilige Nacht“, begleitet durch Mace Sharp and
the Halebobs, einem Trompeter des Bataillons und dem
stellvertretenden Bürgermeister Bad Schwartaus, Carsten Dyck,
auf dem Akkordeon.
Oberstleutnant Tobias Aust (re.) überreicht der Stadtjugendpflegerin Sigrid H Simon
Wassermeyer einen Spendenscheck in Höhe von respektablen 416 Euro.
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Seite 6Bataillon
Auf in den hohen Norden
Das Eutiner Offizierkorps auf politischer
Bildungsfahrt nach Dänemark
Der Montagmorgen am 09. Dezember begann früh, es war kalt,
windig und regnerisch. Die Gewässerüberquerung sollte in der
nächsten Stunde erfolgen, um sich danach weiter Richtung
Norden durchzuschlagen. Was viele Offiziere der Eutiner
Aufklärer zunächst an die Durchschlageübung „Holstein
Extrem“ aus September erinnerte, stellte zum Glück jedoch eine
politische Bildungsfahrt im warmen Bus und mit der Fähre nach
Kopenhagen dar. Mit knapp 30 Offizieren wollte man aber auch die
traditionellen Verbindungen zum dänischen Militär wieder verstärkt
aufleben lassen, insbesondere mit dem Patenbataillon „Jydske Dra-
gonregiment“ in Holstebro – aber dazu später mehr. Die Offiziere des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ auf dem Dach der Dänischen
Heeresoffiziersschule im Palast „Frederiksberg“ in Kopenhagen.
Nach geglückter Anreise nach Kopenhagen wurden die Stuben immer weiter ein und man traf sich eher am Hindukusch, statt in
in der ehemaligen Offiziersschule der dänischen Marine auf Ny- Eutin oder Holstebro. Nun wollen beide Seiten – auch im Hinblick
holm, einer kleinen, militärisch genutzen Insel, bezogen. In bes- auf die Refokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung
ter Lage mit Meerblick und Aussicht auf die Kleine Meerjungfrau, – diese alte Patenschaft wiederaufleben lassen und die ersten
gleich gegenüber der Kopenhagener Innenstadt. Nach dem Be- Schritte wurden gemacht! So begrüßte uns Captain Morck, der
zug der Stuben widmeten sich die Eutiner Aufklärer am ersten Tag dänische Verbindungsoffizier, am Frederiksberg-Palast und er-
dann voll und ganz dem Kulturprogramm. Verschiedene Referate möglichte den Eutiner Aufklärern eine exklusive Führung durch
brachten den Eutinern zunächst Dänemark, dessen Bevölkerung das historische, traditionsreiche und kulturell äußerst bedeu-
und Lebensstil näher und warfen zudem einen gesonderten Blick tende Gebäude. Ein Einblick in eine dänische Stabsübung, Dis-
auf die dänischen Streitkräfte und die sicherheitspolitischen Inte- kussionen über die unterschiedlichen Strukturen der Streitkräfte
ressen des Landes. Im Anschluss folgte dann eine Stadtführung sowie der dänischen und deutschen Offiziersausbildung sowie
entlang der typischen „Touristen-Highlights“, die ihren Abschluss natürlich ein Abschlussbier im „Kadetten-Keller“ der Offiziers-
in der Wachablösung vor dem Schloss Amalienborg fand. Der akademie rundeten den Besuch der dänischen Offiziersschule
zweite Tag vertiefte zunächst die sicherheitspolitische Weiter- vollends ab. Während die Hauptkräfte am dritten Tag nach Eutin
bildung des Offizierkorps. Am renommierten Danish Institute verlegten, fuhren der Kommandeur des Aufklärungsbataillon 6
for International Studies (DIIS), hatten die Eutiner Aufklärer die „Holstein“, Oberstleutnant Tobias Aust, sowie die Kompaniechefs
Möglichkeit mit zwei Forschern des DIIS über die dänischen Ko- weiter nach Holstebro zum Patenbataillon, um mit dem dortigen
operationen im Bereich Verteidigungspolitik sowie der dänischen Bataillonskommandeur konkrete Kooperationsobjekte für 2020
Perspektive auf Russland zu diskutieren und interessante Ver- festzuhalten.
gleiche zu Deutschland zu ziehen. Neben gegenseitigen Truppenübungsplatzbesuchen ist auch
mit einer dänischen Wettkampfmannschaft beim Hubertus-Hil-
Vom DIIS wurde dann an die dänische Heeresoffiziersschule im gendorff-Pokal 2020 zu rechnen. Sowohl Dänen und Deutsche
Palast Frederiksberg verlegt. Dort besuchte der Verbindungsof- blicken dieser erneuten Kooperation nach nunmehr fast
fizier des dänischen Partnerbataillons „Jydske Dragonregiment“ 25 Jahren mit Vorfreude und Spannung entgegen.
gerade den zweiten Teil seiner Ausbildung zum Hauptmann.
Die Verbindung zu dem dänischen Aufklärungsbataillon besteht Mange tak für diesen eindrucksvollen Besuch und Austausch in
schon seit dem Kalten Krieg und war bis in die 1990er Jahre Dänemark!
sehr intensiv. Mit den zunehmenden Auslandseinsätzen – sowohl
für Dänen wie auch Deutsche – schlief diese Patenschaft jedoch H Simon
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Seite 7Bataillon
Appell und Weihnachtsmarkt –
besinnlicher Jahresabschluss
Mit einem Bataillonsappell sowie einem anknüpfenden
Weihnachtsmarkt in der Kaserne bestreitet das Aufklärungs-
bataillon 6 „Holstein“ den Jahresabschluss.
Neben Soldaten waren auch Freunde & Förderer sowie Gäste
aus der Öffentlichkeit zu Besuch.
Ein Spähpanzer Fennek der 2. Kompanie in „weihnachtlicher Ausführung“.
Der Kommandeur, Oberstleutnant Tobias Aust, blickte in seiner Neben einem Resümee des vergangenen Jahres und einem
Ansprache an das Bataillon auf das Jahr 2019 zurück: „Ich sehe Ausblick auf kommende Ausbildungen und Ziele, galt es auch
dabei viele Übungen, die „HOLSTEIN-Serie“ mit einem Spähpar- zum Ende des Jahres noch mal verdiente Kameraden auszu-
cour, einem Übungsplatzaufenthalt sowie einer Durchschlageü- zeichnen. Herausragend war dabei die Auszeichnung des Feld-
bung, den Truppenübungsplatzaufenthalt über drei Wochen als webel Matthias Meinelt. Er schloss seinen Feldwebellehrgang als
Biwak mit unserer Brigade oder die SIRA Übung „HOLSTEIN bester Absolvent des Bataillons ab.
FEDER“. Es war also ein intensives Übungsjahr, ganz nach mei- Im Anschluss an den Appell ließen die Eutiner Aufklärer das Jahr
nem Geschmack“. Die Rahmenbedingungen waren und bleiben bei einem gemeinsamen Weihnachtsmarkt mit den Patenkom-
jedoch nicht einfach, so Oberstleutnant Aust: „Doch gestern wie panien sowie zahlreichen Freunden und Förderern aus ganz
heute gilt: Auf die Truppe ist Verlass! Ganz nach dem Motto „Gute Ostholstein ausklingen und stärken sich über die kommenden
Leute muss man haben“. Dafür meinen Dank an die Truppe, an Feiertage für ein spannendes und forderndes Jahr 2020, voller
Ostholstein für das gute Verhältnis und die intensive Unterstüt- Ausbildung und Übung.
zung sowie vor allem an die Angehörigen der Soldaten“. H Simon
Und wieder einmal ein gut besuchter Weihnachtsmarkt á la von Sechs. OStFw Starck bittet um Gehör!
„Jeden Tag eine gute Tat“
Damit sich nicht nur die Soldaten und Soldatinnen des
Bataillons mit ihren Familien am Weihnachtsmarkt erfreuen
konnten, wurde der Verkaufserlös wie schon in den Jahren davor,
einem guten Zweck zugeführt.
Im Nachgang zur Veranstaltung wurde dem Soldatenhilfswerk
– eine Organisation zur Unterstützung von unverschuldet in Not
geratenen Soldaten und ihren Familien – ein Scheck mit einer
stattlichen Summe übergeben, aufgestockt und aufgerundet
durch die Kameradschaft.
So haben nicht nur wir Freude gehabt – wir haben sie auch ein Die Mutter der 2. Kompanie, OSF Starck und der 1. Sprecher der Kamerad-
schaft übergeben den Scheck an den Vertreter des Soldatenhilfswerks.
wenig weitergegeben – jeden Tag eine gute Tat.
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Seite 8Bataillon
Neujahrsempfang 2020
im Speisesaal von Sechs
Wie bereits im vergangenen Jahr wurde der gemeinsame Neu-
jahrsempfang der Stadt Eutin und des Aufklärungsbataillon 6
„Holstein“ in der liebevoll dekorierten Truppenküche der Eutiner
Aufklärer ausgerichtet. Eine Talkrunde und viel Musik bestimmten
den abwechslungsreichen Sonntagmittag mit fast 300 Gästen.
Die Gastgeber des Neujahrsempfanges: (v.l.) Ingrid und Dieter Holst, Carsten
und Marina Behnk, Oberstleutnant Tobias Aust und seine Frau
Silke Kleinschmidt.
„Ich möchte meinen großen Dank an die Bundeswehr für die Spannende Diskussionsrunde und Grüße aus Masar-e Scharif
unkomplizierte Bereitstellung und für die zahlreichen Helfer aus- Abwechslungsreich gestaltete sich jedoch nicht nur das
sprechen“ bemerkte Bürgermeister Carsten Behnk in seiner musikalische Programm, sondern auch die Talkrunde.
Eröffnungsrede. Denn nach wie vor muss der traditionelle,
jährliche Ortswechsel aufgrund der Reparatur der Schloss-
terrassen ausgesetzt werden. Kein Problem für die Eutiner
Aufklärer, die sich über die vielen Gäste in ihrer liebevoll
dekorierten Truppenküche freuen.
Talkrunde bei von Sechs (vl.): Harald Werner, Bettina Hagedorn, Carsten Behnk,
Kerstin Stein-Schmidt, Tobias Aust, Dieter Holst und Ingo Gädechens. Im Hinter-
grund Gideon-Philip Möller mit Grüßen aus Afghanistan.
Unterlegt mit zahlreichen Videos ließen die Vertreter von Stadt,
Land, Bataillon sowie dem Bundestag das Jahr 2019 resümieren.
Die Gäste sahen Meinungen der Eutiner Bürger und Touristen
Musikalische Untermalung durch das Orchester der Eutiner Festspiele. zur Stadtentwicklung und Veranstaltungen in 2019, den Fest-
spielen sowie Grüße in Form einer Videobotschaft aus Afghanis-
Untermalt wurde der Neujahrsempfang in diesem Jahr mit tan von den derzeit 30 Eutiner Aufklärern im Einsatz, verbunden
mehreren Einlagen durch das Orchester der Eutiner Festspiele. mit einer kleinen Führung durch deren Alltag fernab der Heimat.
Ob Bläser, Streicher oder Klavier – musikalischer Hochgenuss Neben vielen lokalen Themen, Bauprojekten und der Stadtent-
war garantiert. wicklung in Eutin, standen auch die Aufklärer im Zentrum der
Talkrunde. Brandaktuell mit den Soldaten im Irak-Einsatz, welche
erst wenige Tage zuvor in ihrem Lager mit Raketen beschossen
wurden. Oberstleutnant Aust konnte Entwarnung geben: „Unse-
ren Soldaten geht es gut und sie sind wohlauf. Nichtsdestotrotz
zeigen Vorfälle wie dieser jedoch die Gefahren und Risiken, de-
nen wir uns in den Einsatzländern stellen müssen“. Neben den
Einsätzen stehe für das Bataillon vor allem auch die Ausbildung
und Übung im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung im
Fokus. „2019 haben viele der Eutiner Aufklärer über 12 Wochen
auf Übungsplatzen in ganz Deutschland verbracht und intensiv
die Landes- und Bündnisverteidigung geübt. Das ist auch unser
Beitrag zu einer wehrhaften Demokratie“, so Aust. Abschließend
stellt der Kommandeur fest: „Um dies zu erreichen brauchen wir
gute Ausrüstung, motivierte Soldaten und ein Umfeld, in dem
man sich aufgehoben fühlt. Und hier in Ostholstein fühlen wir
uns sehr wohl! Danke daher an die Ostholsteiner für die gesamte
Unterstützung, die wir als Eutiner Aufklärer von Ihnen erfahren
Gut besuchter Neujahrsempfang mit knapp 300 Gästen. dürfen“.
H Simon
www.aufklaerer-eutin.de
Seite 9Bataillon
HOLSTEIN RITT -
Eutiner Aufklärer spähen in Ostholstein
Bei einer freilaufenden Übung trainierten im Februar 2020
die Soldaten des Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ die Lan-
des- und Bündnisverteidigung.
Die Bundesstraße 432 zwischen Scharbeutz und Gnissau im
verregneten Ostholstein ist durch eine Minensperre unpassier-
bar geworden. Sie liegt mitten im Niemandsland zwischen den
Sicherungslinien der sich bekämpfenden blauen und gelben
Streitkräfte. Entlang dieser Linien erkennen vorsichtig ein-
gesickerte Spähtrupps mehrere Türme feindlicher Schützen- Ein Spähwagen FENNEK auf einer Landstraße in Ostholstein, unmittelbar vor
panzer. All das ist Teil des freilaufenden Übungsszenarios für das dem Abmelden bei der eigenen Sicherung.
(Quelle: Bundeswehr/Sabine Oelbeck)
Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ in Eutin.
Entlang eines Spähparcours namens „HOLSTEIN RITT“ üben Spähtrupp bei einer freilaufenden Übung: „Aufklärung in freiem
die Eutiner Aufklärer in Ostholstein die Landes- und Bündnis- Gelände ist schon eine Herausforderung. Wir versuchen jeden
verteidigung. Aufgeteilt in blaue und gelbe Einheiten, treten die Tag besser zu werden, und die Spähaufklärung hier im freien
Soldaten gegeneinander an. Dabei nutzt das Aufklärungsbatail- Gelände bietet uns ganz andere Ausbildungsmöglichkeiten“, so
lon 6 all seine zur Verfügung stehenden Fähigkeiten. Neben den Zigelski.
Spähwagen Fennek und den Transportpanzern Fuchs mit den Sein Spieß, Oberstabsfeldwebel Stephan Starck, begleitet den
leichten Spähkräften, kommen auch die Feldnachrichtenkräfte, Oberleutnant als Schiedsrichter und bestätigt den großen Mehr-
die Radaraufklärer und das Kleinfluggerät Zielortung, kurz Droh- wert einer freilaufenden Übung. Das Unvorhersehbare führe zu
ne KZO, zum Einsatz. Die 270 Eutiner Soldaten üben dabei über Fehlern und Herausforderungen und nur so können die Soldaten
vier Tage und bestem norddeutschen Schmuddelwetter im freien dazu lernen. Wie aufs Wort versperrt kurz darauf ein liegenge-
Gelände in Ostholstein. bliebenes Fahrzeug mitten auf einem schmalen Waldweg die
Aufklärungslinie. Die geplante Route ist dahin. Oberleutnant Zi-
Größer als jeder Truppenübungsplatz: Ostholstein gelski befiehlt kurzentschlossen das Hindernis quer durch den
Mit einer Ausdehnung von 30 km auf der Nord-Süd-Achse und Wald zu umgehen – die Kraftfahrer sind nun gefordert, und meis-
von 15 km von Ost nach tern das matschige und schwierige Gelände.
West ist der Übungsraum
größer als jeder Truppen- Ausbildungslager auf dem Butterberg
übungsplatz und bietet den Auf einem ganz anderen
Eutiner Aufklärern damit Ausbildungsstand befinden
ganz andere Dimensionen sich die Soldaten auf dem
und Möglichkeiten für die Butterberg westlich von
freilaufenden Übung. Eutin.
„Solch große Distanzen zur
In einem weitläufigen Wald-
Aufklärung sind auf einem
Truppenübungsplatz nicht stück findet die sogenannte
Spähtruppführer plant seine Route Spezialgrundausbildung
möglich“, so der Komman-
deur der Aufklärer, Oberst- statt. In dieser Ausbildung
leutnant Aust. „Das reale Gelände mit all den Ortschaften und lernen die neu zuversetz-
Straßen, der Zivilbevölkerung und zahlreichen Unberechenbar- Bewegungsart: Schützenreihe ten Soldaten, den Umgang
keiten, bietet einen zusätzlichen Ausbildungsmehrwert. Denn mit weiteren Handwaffen
Übungsplätze sind für unsere Spähaufklärung weit in der Tiefe wie dem Maschinengewehr MG 3, der Pistole P8 oder der Pan-
des Feindes meist zu klein und zu künstlich“. Das eher nicht all- zerfaust. Auch das Leben im Felde, der Gefechtsdienst sowie
tägliche Bild von gepanzerten Fahrzeugen im freien Gelände ist die Ausbildung als Spähtrupp zu Fuß werden den 35 neuen Auf-
für viele Zivilisten zunächst etwas überraschend, stellt jedoch klärern in Eutin vermittelt. Schwer verdreckt und voller Matsch
kein Problem dar. „Wir erfahren sehr positiven Zuspruch für diese sitzen die Soldaten bei leichtem Regen nach der Ausbildung von
Übung. Das liegt daran, dass die Bundeswehr in Eutin und
Bewegungsarten im Gelände am Platz ihrer Gruppe und reini-
Ostholstein fest verankert und ein Teil des öffentlichen Lebens
gen ihre Waffen. „Erst die Waffe, dann die Ausrüstung, und erst
ist“, sagt Major Felix Lotzin, Chef der „Roten Zwoten“, der
Projektkompanie für die Übung „HOLSTEIN RITT“. dann kommt der Soldat“ erklärt Gefreiter Mehmet Günay, der die
Grundsätze des Gefechtsdienstes bereits verinnerlicht hat und
Großes Interesse an freilaufender Übung die notwendige feldmäßige Reinigung vor dem Mittagessen vor-
Nicht nur bei der Ostholsteiner Bevölkerung ruft die freilaufende nimmt. Es wartet jedoch nicht eine Therme aus der Truppenkü-
Übung großes Interesse hervor. che auf ihn, sondern die neben ihm liegenden Einmannpackung
Auch ein Kamerateam eines - bevor es also ein warmes Essen gibt, muss zunächst wieder ein
Privatsenders begleitete Feuer entfacht werden. Leben im Feld und unter erschwerten Be-
die Übungstruppe. dingungen nennt man das beim Militär. „Irgendwo da draußen ist
Der Spähtruppführer, Ober-
vielleicht schon ein Fennek und versucht uns aufzuklären – ein
leutnant Michael Zigelski,
komisches Gefühl“ so Günay. „Aber dafür haben wir ja unsere
stand dabei auf den Repor-
tern von seinem Spähwa- Alarmposten eingesetzt und Stellungen gebaut“, sagt der junge
gen Fennek gerne für ein Gefreite zuversichtlich und widmet sich wieder der Reinigung sei-
Interview zur Verfügung. Er ner Waffe.
führte das erste Mal einen H Simon
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Seite 10Bataillon
HOLSTEIN HUSAR
Eutiner Aufklärer einsatzbereit!
„Da ist doch was?! ALARM!“ – schallt es durch den Wald.
Der Alarmposten hat vor seiner Stellung einen feindlichen
Spähtrupp aufgeklärt. Nun eilen alle Soldaten in ihre Stel-
lungen, auch diejenigen die gerade geruht haben und be-
kämpfen den Feind. Vom 9. bis 18. März übten die Eutiner
Aufklärer auf dem Truppenübungsplatz in Jägerbrück. Ziel:
Einsatzbereit sein für ein Szenario der Landes- und Bünd-
nisverteidigung.
Das Aufklärungsbataillon 6 angetreten: Zum Abschluss der Übung treten alle
Übungsteilnehmer auf der größten Schießbahn des Truppenübungsplatzes
nochmal an, um den Übungsplatzaufenthalt Revue passieren zu lassen.
„Ich beabsichtige mit der Übung, das gesamte Aufgabenspekt- Nicht nur die Panzer-, Radar- und leichten Späher am Boden,
rum eines Aufklärungsbataillons mit allen seinen Kompanien und sondern auch der taktische Einsatz der Drohne LUNA, sowie die
Fähigkeiten zu beüben. Wir sind das Auge und Ohr unserer Bri- Feldnachrichtenkräfte mit einer eingerichteten „Temporären Be-
gade. Wir müssen vor allen anderen wissen, wo der Feind ist. fragungsstelle für Kriegsgefangene“ in Anlehnung an die Kampf-
Nur so können wir unsere übergeordnete Führung bestmöglich truppe, haben geübt. Die Feldnachrichtenkräfte des Aufklärungs-
unterstützen.“ So Tobias Aust, Bataillonskommandeur des Auf- bataillons sind in der temporären Befragungsstelle in der Lage,
klärungsbataillons 6 „Holstein“. Kriegsgefangene so zu befragen, dass im besten Fall gefechts-
Gesagt getan – die Holsteiner Husaren, auch bekannt als Eutiner entscheidende Informationen der feindlichen Kräfte gewonnen
Aufklärer, marschierten am 9. März 2020 mit rund hundert Fahr- werden können.
zeugen nach Jägerbrück. Das heißt jedoch nicht, dass alle ein- Das besondere dieses Jahr war, dass die Spähaufklärung bei
fach losfahren. Ein Gefechtsmarsch läuft da doch etwas anders Nacht im Fokus stand. Hierbei konnten insbesondere die Fen-
ab. Aufgeteilt in 4 Marschgruppen fahren die Aufklärer mit einem neks ihre hervorragende Nachtkampffähigkeit ausspielen. Mit
zeitlichen Abstand zueinander, um im Falle eines Angriffs fle- ihrer Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung, kurz BAA, sind
xibel reagieren zu können. Wichtig hierbei ist auch, dass jede die Späher in der Lage, auch bei Nacht aufklären zu können. Die
Fahrzeugbesatzung alle Abläufe innerhalb seiner Marschgruppe BAA hat nämlich unter anderem eine Wärmebildkamera, welche
kennt. Warum das Ganze? Ganz einfach – wenn es zu einem auch im Dunkeln klare Bilder liefern kann.
Fahrzeugausfall kommt oder im Ernstfall die Marschgruppe an- Doch erst im Verbund entfaltet das Aufklärungsbataillon seine
gegriffen werden sollte, verliert niemand den Überblick. Jeder volle „Kampfkraft“ nach dem Grundsatz „viel sehen ohne selbst
kennt seine Aufgaben, wie zum Beispiel den Luftraum absichern gesehen zu werden“. Dazu wirkten die Späher am Boden eng mit
oder Schäden am Fahrzeug reparieren. Doch das war für die Eu- der Drohnenaufklärung in der Luft zusammen.
tiner Aufklärer nichts Neues, schließlich üben sie den Gefechts-
marsch nun schon mehrere Jahre. In Jägerbrück angekommen,
lebten vom Kommandeur bis hin zum jungen Gefreiten alle Sol-
daten mit der Waffe am Mann kontinuierlich „in der Lage“. Diese
sah wie folgt aus: Das Aufklärungsbataillon befindet sich auf dem
Gebiet eines Bündnispartners, der sich in einer Bedrohungsla-
ge befindet. Die Eutiner Aufklärer sind nun dazu eingesetzt, den
Bündnispartner zu unterstützen und vor einem möglichen Angriff
zu bewahren.
Gefechtsübung im freien Gelände
Während der Übung ging es für die Aufklärer auch ins freie
Gelände. Von Prenzlau bis auf den Truppenübungsplatz Jäger-
brück - alle und alles wurde beübt!
Die Drohne LUNA wird gründlich vorbereitet, damit sie erneut über das Start-
katapult in die Luft gebracht werden kann.
Aufklärung aus der Luft
Wetter – check, Flugfreigabe – check, System startbereit – check,
und schon ist die Drohne in der Luft. Was sich so einfach anhört,
ist es aber ganz und gar nicht. Hier in Deutschland gelten strenge
Regeln, die den Luftraum betreffen. Aus Sicherheitsgründen darf
daher die Drohne nur bei ganz bestimmten Wetterdaten starten.
Auch sonst muss am Systemgerät LUNA, einer von zwei Droh-
nensystemen des Aufklärungsbataillons, alles in Ordnung sein.
Es muss alles stimmen und das ist selten. Am 14. März 2020 war
es dann jedoch soweit - die Eutiner Drohneure führten während
Ein getarnter Fennek tritt zum Gefechtsschießen an der Übung 9 Flüge hintereinander an einem Tag durch – damit
neuer Rekord seit Einführung des Systems LUNA 2003.
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Seite 11Bataillon
Leben in der Lage Kampftruppe, um den Aufklärungsauftrag bestmöglich ausfüh-
Da ein Angriff einer feindlichen Armee vermutet wurde, konnten ren zu können. Um sich selbst zu schützen, bildet der Gegner
die Eutiner Aufklärer ihre Gefechtsstände und Versorgungspunk- zumeist eine sogenannte Sicherungslinie. Hier stehen Gefechts-
te nicht einfach so betreiben. Diese galt es zu sichern, denn auch fahrzeuge, unter anderem Kampf- und Schützenpanzer, in Stel-
den Soldaten nicht freundlich gesonnene Personen könnten sich lungen bereit, um den Gegenüber keine Angriffsfläche zu bieten.
im Bündnisland formieren und Angriffe auf das Aufklärungsbatail- So eine Sicherungslinie unentdeckt zu überwinden, ist nicht im-
lon ausführen. So fanden sich die Gefechtsstand- und Versor- mer möglich. Daher fuhren die Fenneks der Aufklärer zusam-
gungssoldaten während der Übung wiederholt bei Angriffen von men mit den Mardern der Grenadiere im verstärkten Spähtrupp
über die Schießbahn und übten das Durchstoßen dieser feind-
lichen Sicherungslinie. Der Marder als „schwere“ Waffe vorweg
bekämpft dabei den Gegner so lange, bis sich eine Lücke in der
Sicherungslinie auftut. Die Aufklärer nutzen diese Gelegenheit
und können so in den Rücken des Feindes aufklären um ihren
Auftrag als „Auge und Ohr“ ihrer Panzergrenadierbrigade 41 wei-
ter fortzuführen.
Übungsende
Damit die Eutiner Aufklärer auch wieder in ihren Heimatstandort
Eutin kommen, muss getankt werden. Denn ohne Kraftstoff gäbe
es kein Vorankommen für die über 100 Fahrzeuge der Aufklärer
aus Eutin. Doch getankt wird nicht einfach an einer Tankstelle.
Das Aufklärungsbataillon muss selbst die Fähigkeit haben, sei-
ne Fahrzeuge zu betanken. Auf dem Gefechtsmarsch passiert
das in einem vorher erkundeten Bereich. Hier stehen dann die
eigenen Tankwagen bereit, welche alle Gefechtsfahrzeuge des
Der Soldat bewegt sich dem Gelände angepasst in seine Stellung, um im Bataillons mit Kraftstoff versorgen können.
Alarmfall seinen eigenen Raum zu sichern und im Fall eines Angriffs diesen zu Nach zwei Wochen intensiven Übens resümiert der Bataillons-
verteidigen.
kommandeur Tobias Aust: „Mit dem Holsteiner Husar 2020 stei-
gen wir in die nächste Phase unseres Ausbildungs- und Übungs-
verdeckt operierenden Kräften in ihren Alarmstellungen wieder programmes ein.
– bei Tag, aber vor allem auch bei Nacht. Damit will der Komman-
deur jedem seiner Männer und Frauen klarmachen, dass „hoch-
intensives Gefecht heute, 360 Grad-Bedrohung für alle jederzeit
und überall bedeutet.“ Denn wenn es „hart auf hart kommt, muss
JEDER Aufklärer kämpfen können“. Fragte man die Soldaten
des Alarmpostens so berichteten diese: „Die Übung versetzt uns
in ein Bild, wie intensiv ein heutiger Konflikt ohne ‚vorne und hin-
ten‘ sein kann. So können wir üben, wie wir uns im Ernstfall ver-
halten müssen – auch wenn es anstrengend ist, allzeit bereit zu
sein. Dazu Leben im Felde bei -6 Grad. Sportlich, aber auf jeden
Fall machbar! Schließlich weiß man wofür man das ganze macht,
nämlich im Falle eines Angriffs bereit zu sein. Der Feind wartet
bestimmt nicht auf schönes Sommerwetter“.
Aufklärung durch Kampf
„Alter Wein in neuen Schläuchen.“ Zusammen mit den Grenadie-
ren vom Panzergrenadierbataillon 411 aus Viereck übten die Eu- Ein Tankwagen steht bereit und betankt nun zwei Fenneks gleichzeitig. Diese
können ihren Kraftstoff wieder zu 100% auffüllen und so ihre volle Reichweite
tiner Aufklärer das „Aufklären durch Kampf“. Früher wurde dieses ausnutzen.
Konzept bereits angewendet, doch geriet es in den Hintergrund
als Stabilisierungseinsätze wie beispielsweise die Missionen in Es geht nicht nur darum, unseren Ausbildungsstand zu halten,
Afghanistan dazu kamen. Doch nun steht die Landes- und Bünd- sondern noch zu erweitern – besser zu werden. Wenn Material
nisverteidigung wieder im Fokus und so muss sich das Aufklä- fehlt, muss dies durch gute Ausbildung und Taktik ausgeglichen
rungsbataillon auf seine alten Grundsätze berufen – werden.“ Dies ist dem Aufklärungsbataillon 6 mit dem Holsteiner
Enge Zusammenarbeit, sprich Schulter an Schulter mit der Husar 2020 mehr als gelungen.
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Die Marder fahren, nachdem die Aufklärungskräfte den Feind ausgespäht haben,
in ihre Stellungen und vernichten den Feind.
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Seite 121. Kompanie
HOLSTEIN HUSAR
Der Truppenübungsplatzaufenthalt des
Bataillons in Jägerbrück
Mitte März marschierte das gesamte Bataillon zum Truppen-
übungsplatz Jägerbrück, um dort zwei Wochen im Rahmen
des Gefechtsdienstes zu üben. Für die 1. Kompanie stand im
Schwerpunkt der beiden Wochen Gefechtsschießen auf dem
Dienstplan. Und natürlich die Realversorgung des Bataillons mit
allen Unterstützungskräften der Kompanie, damit alle immer ge-
nügend Diesel im Tank, Munition auf der Schießbahn und abends
einen gedeckten Tisch hatten.
Parallel zu dem Aufenthalt des Bataillons fand die große Verlege-
übung DEFENDER EUROPE 20 der Amerikaner statt, sodass
die Unterbringungskapazitäten der Kaserne an ihre Grenzen stie-
ßen. Doch aus der Not eine Tugend gemacht, wurde die Mehrheit
des Bataillons in nicht mehr genutzten Hallen untergebracht, was
den Charme eines Feldlagers hatte, aber genauso auch die Ka-
meradschaft und Gemeinsamkeit stärkte.
Bei den Gefechtsschießen kam es dem Kompaniechef Major
Wittgenstein besonders darauf an, dass die in vergangenen Unterstützungsgefechtsstand ENIGMA.
Gefechtsschießen gezogenen Rückschlüsse für die Zukunft
konsequent durch die Gruppenführer umgesetzt werden. Die
Ausbildungsziele wurden erreicht, so dass auch der stringente Versorgungspunkt aufgeklärt wurde, musste die Kompanie unter
nächste Schritt auf der „Ausbildungsleiter“ - ein Gruppengefechts- hohem Feinddruck ausweichen und überschlagend einen Not-
schießen bei Nacht - tadellos durch die Soldaten der Kompanie fallsammelraum beziehen. Für viele Soldaten der Kompanie war
ausgeführt wurde. der Auf- und Abbau in dieser Intensität das erste Mal. Trotz allem
Über das Wochenende wurde in der Aufklärungsübung ENIGMA wurden die Ausbildungsziele allesamt erreicht und die Kompanie
das gesamte Bataillon in der jeweiligen Fähigkeit der Kompanie ist wiederum ein großes Stück weitergekommen, um für die zu-
beübt, da auf dem Übungsplatz nicht geschossen werden darf. künftigen Ausbildungsabschnitte gut gerüstet zu sein.
Die 1. Kompanie erhielt Freitagmittag den Auftrag die Arbeits- Durch die aufkeimende Corona-Pandemie musste der Übungs-
bereitschaft mit dem Unterstützungsgefechtsstand inklusive des platz vorzeitig beendet werden und zwei Tage vor dem geplanten
Bataillonsinstandsetzungs- und Versorgungspunktes herzustel- Ende marschierten die Hauptkräfte des Bataillons wieder nach
len. Im Vordergrund stand hier, die Zeiten des Auf- und Abbaus Eutin, um auf mögliche Amtshilfeersuche in der Krise vorbereitet
zu verkürzen. So musste bereits am Samstagmorgen ein neuer zu sein. Die vorgezogene Beendigung wurden bei allen logisti-
Standort erkundet werden und nur eine Stunde später rollte die schen Maßnahmen, die zu treffen waren, hochprofessionell und
Kompanie zum neuen befohlenen Punkt, um erneut aufzubauen. reibungslos durchgeführt.
Höhepunkt der Übung war der Sonntagmorgen. Nachdem der H Pfeil
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Seite 13Bataillon
„Von Sechs“ und der
unsichtbare Feind
Nach zwei Wochen Übung „Holsteiner Husar“ kehrten die
Soldaten des Bataillons nicht in den gewohnten Alltag, son-
dern in eine gänzlich unbekannte Lage zurück. Das Coro-
na-Virus Covid-19 – ein unsichtbarer Feind, legte Staat und
Wirtschaft lahm. Auch für die Bundeswehr galt es, die Lage
zu beurteilen und zu reagieren.
Ausbildung an der FLW zu Zeiten Covid-19.
Absicht des Kommandeurs Oberstleutnant Tobias Aust war es, Trotz aller Einschränkungen – Wirkung geht vor Deckung, die
„unter kontinuierlicher Beurteilung der Lage“, mit einer Minimal- Erfüllung des Auftrages steht an erster Stelle. Deshalb gilt es,
besetzung die Führungsfähigkeit und Reaktionsbereitschaft des einsatzvorbereitende Ausbildung und Übungsvorhaben weiterhin
Bataillons aufrecht zu erhalten – „von Sechs“ fährt auf Sicht! durchzuführen.
In der konkreten Umsetzung bedeutete dies die Einteilung von Der 1. Feldnachrichtenzug beginnt seinen Einsatz im August. Die
Bereitschaftszügen, Transportkräften und einer Wachverstär- Einsatzvorbereitung hat daher höchste Priorität und wird derzeit,
kung. Alle Soldaten des Bataillons waren zudem bereit, bei unter Einhaltung aller Auflagen, erfolgreich durchgeführt. Auch
Unterstützungsanträgen unverzüglich aus der Bereitschaft in die Ausbildung an der „Fernbedienbaren leichten Waffensta-
die Kaserne zurückzukehren. Für den Dienst von Zuhause tion“ (FLW) für die gesamte Division findet weiterhin statt. Die
wurden viele Abläufe im Bataillon in Windeseile digitalisiert, ein Kombinierte Führer- und Truppenausbildung (KoFTrA) und
interner Messenger etabliert sowie Tablets und Laptops bereit- anschließende vertiefenden Zugausbildung sind ebenfalls
gestellt. essentiell für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft
Mit den Lockerungen der durch die Politik vorgegebenen des Bataillons. Dabei erfordert die Ausbildung nicht nur eine
Einschränkungen im Mai begann auch der Parkplatz der Kaserne, Anpassung des täglichen Dienstes, sondern auch die lage-
sich langsam wieder zu füllen. „Von Sechs“ nimmt wieder Fahrt bezogene Ergänzung der persönlichen Ausrüstung um den
auf, das „New Normal“ hält Einzug im Aufklärungsbataillon 6. allgegenwärtigen Mund-Nasenschutz.
Unter Federführung des Kommandeurs in Zusammenarbeit Der Aufenthalt im Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ)
mit dem medizinischen Fachpersonal vor Ort wurde ein soge- als Ausbildungshöhepunkt wurde aufgrund von Corona leider
nannter „Corona-Knigge“ erstellt. Dieser fasst alle Hygiene- und abgesagt.
Schutzmaßnahmen zusammen, sodass alle Angehörigen des Nichtsdestotrotz plant das Aufklärungsbataillon seinen neuen
Bataillons stets wissen, wie sie sich verhalten müssen, um das Höhepunkt mit den „Holstein Wochen“ im August. „Von Sechs“
Infektionsrisiko zu minimieren. Abstandsgebot, Mund-Nasen- behält den Angriffsschwung, es gilt bis zum Kernurlaubszeitraum
schutz und „kleine, feste Kampfgemeinschaften“ erschweren weiter konsequent alle Maßnahmen umzusetzen, um den Urlaub
zwar den Dienstalltag, sorgen aber dafür, dass der Verband gesund und sicher zu verbringen und so im August voller Elan mit
weiterhin frei von Infektionen bleibt und so seinem Auftrag den „Holstein Wochen“ in das zweite Halbjahr zu starten.
gerecht werden kann. Der „Corona-Knigge“ findet dabei nicht nur
innerhalb der Kaserne, sondern auch „draußen“ im Gefechts-
dienst konsequente Anwendung. OL Linke
Montägliche Sherry-Runde des Offiziercorps in Corona-Zeiten: An der frischen Luft
- aufgelockert - das Leben geht weiter!
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Seite 14Bataillon
Zusammenziehung der Fähnrichoffiziere,
Offizieranwärter/Reserveoffizieranwärter
der Brigade bei „von Sechs“
Das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ war in diesem Jahr
Gastgeber für die Zusammenziehung der Fähnrichoffiziere und
der Offizier- und Reserveoffizieranwärter der Panzergrenadier-
brigade 41. Dabei gab es ein straffes, forderndes aber vor allem
auch lehrreiches Programm.
Zunächst zeigte der Kommandeur der Brigade, Brigadegeneral
Andreas Durst dabei den jungen Fähnrichoffizieren Grundsätze
auf, wie der Führernachwuchs in Zukunft bestmöglich geprägt
und ausgebildet werden kann. Schwerpunkt war hier die kom-
mende Umstellung bei der Ausbildung der Offizieranwärter und Unverkennbar: die Wurzeln der Aufklärer liegen bei der Kavallerie.
Reserveoffizieranwärter, welche künftig nicht mehr in geschlos-
senen Offizieranwärterbataillonen ausgebildet werden sollen, Nach der physischen Herausforderung der Hindernisbahn ging
sondern schnellstmöglich Berührungspunkte mit der „echten“ es dann erneut in das Kasino des Bataillons, wo den jungen
Truppe erhalten werden. Offizieranwärtern und Reserveoffizieranwärtern aufgezeigt wurde,
Was Führen mit Beispiel bedeutet, zeigten Brigadegeneral Durst welches Führungsverständnis einen Offizier ausmacht. Das
und der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Tobias Aust dann Zusammenwirken von geistiger und körperlicher Fitness, aber
auf unserer Boeselager-Hindernisbahn auf dem Standortübungs- eben auch moralischen und ethischen Anforderungen ist es, was
platz. Hier überwanden sie mit ihren Gruppen aus Offizieranwär- diesen Beruf so einzigartig macht.
tern und Fähnrichoffizieren körperlich fordernde Hindernisse und Dazu gehört unter anderem auch ein starker Zusammenhalt
geistig anspruchsvolle Rätsel. Dabei blieben an beiden Tagen des Offizierkorps. So konnten die Teilnehmer der erfolgreichen
der Zusammenziehung weder Uniformen noch Augen trocken. Zusammenziehung den Tag im Kasinogarten ausklingen lassen
und resümieren. Der Kompass ist ausgerichtet, mit starken,
richtungsweisenden Fähnrichoffizieren und motivierten, wiss-
begierigen Offizieren von morgen.
OL Linke
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