Im Passauer Land 2020 - toubiz
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
im Passauer Land
FREIZEIT UND URLAUB IN NIEDERBAYERN 2020
GRÜNE INSELN
Hinter den Kulissen der Kurgärtnerei
Badespaß und Erholung am Rannasee
Hof Grillenöd – faszinierend und inspirierend
Naturidyll Kollnbergmühle
ERLEBNIS MIT GESCHICHTE
Den Millionenbauern auf der Spur
Immer auf Abruf – Donaufähre Sandbach
Freizeitspaß im Wildpark Ortenburg
PASSAUER LANDLUST
Zu Besuch bei einer Gewürzsommeliére
Wild, edel und einzigartig – der Schätzlhof
MIT DER ZEIT GEWACHSEN
Vom Bauernhof zum Wellnessresort
Wie der Hoama Hof zum Golfplatz wurdeNatur
Wandern
Radeln
Familie
Gesundheit
Kulinarik
Kultur
Impressum:
Herausgeber:
Zweckverband Tourist-Information
Passauer Land, Domplatz 11, 94032 Passau
Telefon: 0851/397-600, Fax: 0851/397-488
Mail: tourismus@landkreis-passau.de
Idee, Konzeption, Anzeigen,
Gesamtherstellung:
Donaudruck GmbH, Vilshofen
www.donaudruck.de
Redaktion: Petra Anzenberger
redaktion@griass-di.com
Layout: Amanda Messerer
grafik@donaudruck.de
Fotos: Tobias Müller, Kerstin Klinger,
Robert Geisler (S. 76/78), Das Stemp (S. 48, S. 52 oben, S. 53),
R. Baumgartner (S. 83),
stock.adobe.com, www.pixabay.com
Karte: www.landkarten-erstellung.de HF/AB
Auflage: 35.000 Stück
© Donaudruck, Vilshofen 2019
„Griaß’ Di – im Passauer Land“ unterliegt dem
Titelschutz (gem. § 5 Abs. 3 MarkenG).
Die Zeitschrift sowie sämtliche in ihr enthaltenen
Beiträge, Abbildungen und Anzeigen sind
urheberrechtlich geschützt. Der Abdruck, auch
auszugsweise, bedarf der schriftlichen Genehmigung.Griaß’Di bei uns im Passauer Land
Liebe Leserinnen und Leser von „Griaß’Di“,
herzlich willkommen im Passauer Land! Lassen Sie sich auf den folgenden Seiten entführen auf eine
Entdeckungstour durch unsere Heimat. Denn unsere Region bietet viele verborgene Schätze, die dieses Magazin ans
Tageslicht bringt. Vom Naturparadies, über kulinarische Besonderheiten bis hin zu den geschichtlichen
Wurzeln des Passauer Landes: So vielfältig wie unsere Heimat selbst ist, zeigt Ihnen „Griaß’Di“
die schönsten Seiten der Region. Hier haben Sie die Gelegenheit, einiges kennenzulernen,
was unser Passauer Land auszeichnet und so besonders macht.
Gemeinsam blicken wir zum Beispiel hinter die Kulissen der Kurgärtnerei in Bad Füssing.
Dort wartet so mancher Geheimtipp für Ihren heimischen Garten! Die Redakteure dieser Ausgabe haben sich aber auch
auf den Weg gemacht und die Geschichte des Graphit-Abbaus in Kropfmühl erforscht.
Dabei erfahren Sie, was es mit den sagenumwobenen „Millionenbauern“ auf sich hatte.
Eng verknüpft ist unsere Geschichte darüber hinaus mit der Donau, die den südlichen und nördlichen Landkreis verbindet.
Eine Jahrhunderte alte Tradition bewahren Renate und Walter Rieger mit ihrer Gierseilfähre
in Sandbach – der einzigen ihrer Art in Niederbayern. Im neuen Griaß’Di nehmen wir Sie mit auf eine Überfahrt.
Im Interview erzählt zudem ein Landwirt aus dem Bayerwald, wie er aus seinem Bauernhof ein weit über die Landkreis-
grenzen hinaus bekanntes Wellnessressort geschaffen hat.
Außerdem verrät Ihnen Dr. Gabriele Weishäupl, die ehemalige Chefin des Münchner Oktoberfestes,
die Lieblingsplätze ihrer Heimat, dem Passauer Land.
Wenn Ihnen der Sinn nach Erholung steht, dann finden Sie mit dem Naturidyll Kollnbergmühle
einen wahren Geheimtipp zum Walken und Wandern oder mit dem Rannasee ein herrliches Ausflugsziel
zum Schwimmen, Fischen und Entspannen. Herrschaftlichen Freizeitspaß und tierische Begegnungen
erwarten Sie auf den Seiten zum Wildpark Schloss Ortenburg.
Sportlich hingegen wird es in Raßbach, am Golfplatz der Familie Anetseder.
Natürlich kommt auch die Kulinarik nicht zu kurz:
Dieses Mal dreht sich alles um Rotwildspezialitäten und edle Brände aus Ruderting.
Doch lernen Sie selbst die Vielfalt des Passauer Landes kennen, die dieses Magazin für Sie bereithält.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Blättern und Lesen im neuen „Griaß’Di“!
Ihr
Landrat Franz Meyer
3INHALT
Griaß’Di 2020 | Freizeit und Urlaub in Niederbayern
8 – 13 Immer auf Abruf
Das blühende Heilbad
32 – 35
16 – 21
Faszinierend,
still und inspirierend 24 – 29
Das schwarze Gold
des Bayerwaldswürzig frisch
46 – 47 42 – 45
Wild, edel und
einzigartig
54 – 58
46 – 47
36 – 39 Von der Kuhweide
zum Golfrasen
Herrschaftlicher Freizeitspaß
und tierische Begegnungen
Impressum 2
Editorial 3
Die Urlaubsregionen 6 – 7
Der Rannasee 14 – 15
48 – 53 Die Kollnbergmühle 22 – 23
(K)ein Münchner Kindl 60 – 62
Gastro Guide 64 – 69
Vom Bauernhof
zum Wellnessresort Ausflugstipps 70 – 75
Veranstaltungen 76 – 81FLÜSSE, WÄLDER, THERMEN
Gr ia ß’ Di !“
„
Foto: ©Guenter Albers - stock.adobe.com
IN DEN URLAUBSREGIONEN
DES PASSAUER LANDES
Wer gleich so bei uns begrüßt wird, das Passauer Land zu Bayern. So andere, was viele an unserer Region
muss sich nicht wundern. Das kann wie wir es heute kennen. Natürlich heute schätzen: Die „Weite und Tiefe“,
einem überall passieren im Passau- aber hat uns und unsere Kultur die so wird uns zum Beispiel häufig ge-
er Land. Völlig normal! Ebenso, dass Natur hier stark geprägt. Wald und sagt – unbeschreibliche Panoramen,
nicht lange um den heißen Brei he- Wasser – das war im Passauer Land egal an welchem Punkt. Eine einzig-
rum geredet wird. Nur wenige der schon immer wichtig. An den großen artige Naturidylle und prächtige Ku-
liebenswerten Eigenheiten von Land Lebensadern Donau und Inn. Mäch- lisse für eine Unzahl an Freizeit- und
und Leuten, denen man hier be- tige Transportachsen für Salz, Holz Erholungsmöglichkeiten – in drei
gegnen kann. Vielleicht liegt das ja und anderes wertvolles Handelsgut, Urlaubsregionen und insgesamt acht
auch daran, dass wir vielerorts lan- das manchen Ort hier zum Blühen Feriengebieten. Ein Paradies, mitten
ge Zeit eigenständig waren. Über brachte. Inzwischen eine der belieb- in Europa! So groß wie Gran Canaria.
Jahrhunderte hinweg, bis 1806. testen Kreuzfahrt-Destinationen in Nur eben vielfältiger. Und vor allem:
Denn erst zu Napoleons Zeiten kam Europa. Es gibt aber noch manches Sehr viel näher!
Vielfalt, Offenheit und Herzlichkeit genießen im Passauer Land
6Foto: ©Jacob Ammentorp Lund - stock.adobe.com
Der Bayerische Wald Das Donautal Golf- & Thermenland
Mit seiner unnachahmlichen Weite und An einer der mächtigsten Lebensadern Herzlich willkommen in einem der belieb-
Tiefe, wie man sie nur hier so genießen Europas. Die so viele Grenzen überwindet testen Erholungs- und Gesundheitszen-
kann. Seinen sanften Hügeln, urtümli- wie kein Strom sonst auf der Welt. Einem tren Europas, im Paradies für Golfer, im
chen Flusstälern und herrlichen Ausbli- der schönsten Abschnitte in einer der mar- Himmel kulinarischer Genüsse! In allem,
cken. An den Ausläufern des mächtigsten kantesten Flusslandschaften. Aktivurlaub, was gut tut, für Körper, Geist und Seele.
Waldgebietes in Europa. Unendliche Natur- und Kulturerlebnis auf 55 Flusskilo- Im alten Bauernland. Willkommen in der
Freiheit, das ganze Jahr! metern Länge. Mitten im Passauer Land! Bayerischen Toskana!
ILZTAL & DREIBURGENLAND BAYERISCHES DONAUTAL ZWISCHEN ROTT UND INN
Auf den Spuren der Säumer und Pan- UND KLOSTERWINKEL Im einstigen Zentrum der Pferdezucht.
duren. Wo alles noch ganz wild und Da wo Niederbayern am ursprünglichs- Dem alten Bauernland. Wo man noch
ungezähmt ist. Und man noch ten und die Donau noch unverbaut ist, altes Brauchtum erleben, aber auch selbst
Unerwartetes entdecken kann – in das Land fruchtbar und das Wasser die Pferde satteln kann. Für Entdeckungs-
der urwüchsigen Flusslandschaft der noch reich an Fischen. Das Bier süffig touren durch unsere traditionsreiche
Ilz, der „schwarzen Perle“, und ihrer ist und die Kirchen prächtig sind. Wo Kulturlandschaft mit ihren vielen
wilden Kinder. Oder alte Kultur erleben, man sich schon immer aufs Bauen und Schätzen. Um die Uhr noch einmal zurück
hautnah – im Land der drei Burgen mit Brauen verstanden hat und man auf so zu drehen in längst vergangene Zeiten
seinen idyllischen Badeseen. Wo es manchen bekannten Meister trifft. Der oder auch selten gewordene Tierarten zu
nicht nur eines der größten Freilichtmu- Fluss regelmäßig in Flammen aufgeht treffen. Hoch zu Ross, auf dem Drahtesel
seen Europas gibt, sogar wilde Bisons und es zwei interessante Inseln gibt. oder einfach auch zu Fuß!
und Indianer. Vogelwild! Sogar noch manches mehr.
>> TOURIST-INFO 08533-960038
Ein Paradies zu Land und zu Wasser!
>> TOURIST-INFO 08555-961910
>> TOURIST-INFO 08541-208112 BAD FÜSSING
GRANITLAND Dort, wo man einst nach Öl gebohrt
Wo das Land und die Leute „hart, aber DONAUPERLEN hat, um noch Wertvolleres zu Tage zu
herzlich“ sind. Der Stein schon immer Wo der Gulden einst in Strömen floss. fördern: schwefelhaltiges Heilwasser,
unser Leben bestimmt hat. Und der Gra- Und das Wasser seine ganze Kraft zeigt. das heute in drei modernen Thermen
nit einem in jeder Form begegnet. Ob als Wo man brandheiße Geschichte(n) und sprudelt. Auf einer Fläche so groß wie
beeindruckender Fels in wilder echte Manöver erleben kann, dunklen mehrere Fußballplätze. In Europas
Natur, an aufgelassenen Steinbrüchen Geheimnissen auf die Spur kommt beliebtester Wellness-, Beauty- und
oder malerischen Badeseen. Sprichwört- und sogar auf Fischen reiten kann. Die Gesundheits-Oase. Wo man wieder
lich auf der Straße – unter den Füßen Tier- und Pflanzenwelt einmalig, die Bewegung in die Sache bringt, in Kno-
und an unseren Häusern. Hier kann Aussicht majestätisch und der Spaß am chen und Gelenke – in Deutschlands
man ihn in aller Vielfalt erleben. Immer Radeln und Wandern grenzenlos ist. größtem Therapiezentrum.
wieder und vor allem in unserem Gra- Ob hoch über der Donau oder direkt am Gesundheitsurlaub der Extraklasse!
nitzentrum: auf dem „Weg im Fels“! Fluss – ein überwältigender
Natur- und Kulturgenuss! >> TOURIST-INFO 08531-975580
>> TOURIST-INFO 08586-3030
>> TOURIST-INFO 08593-900921 BAD GRIESBACH
WEGSCHEIDER LAND Wo man das einmalige „Quellness“
Wo alte Handwerkskunst noch einen genießen kann: Kuren, Wellness und
Boden hat. Und man große Sprünge Golf in einem – um es sich rundum gut
machen kann, ohne ihn unter den gehen zu lassen. Im Paradies für Golfer
Füßen zu verlieren. Weltbekannt durch und Himmel kulinarischer Genüsse.
seine Skisprung-Schanzen und interna- Mit der höchsten Platzdichte und dem
tionalen Wettbewerbe. Vor allem aber Golf-Resort Nummer Eins in Europa. Der
ein Natur- und Erholungsparadies, das besten Küche Niederbayerns. Maßge-
sich immer zu entdecken lohnt – ob in schneiderten Wohlfühl- und Über-
Wanderstiefeln oder Schneeschuhen, nachtungsangeboten. Wo sich auch die
auf dem Rad oder auch auf Ski. Zu jeder Prominenz zu Hause fühlt: „Alles vom
Jahreszeit! Feinsten“. (W)hole in one!
>> TOURIST-INFO 08592-88811 >> TOURIST-INFO 08532-79240
7BAD FÜSSING –
DAS BLÜHENDE
HEILBAD
EIN BLICK HINTER DIE KULISSEN
DER KURGÄRTNEREI
B ad Füssing ist vor allem für seine drei
Thermen bekannt. Nicht umsonst darf
die 7.000-Einwohner-Gemeinde auf die
größte Thermalwasserfläche in ganz
Europa stolz sein und hat jährlich mehr als
320.000 Gästeankünfte zu verbuchen. Auch
das Freizeitangebot ist riesig. Neben vielen
kulturellen Veranstaltungen und unzähli-
gen Rad- und Wanderwegen hat Bad Füssing
einen einzigartigen Kurpark, der sich jedes
Jahr in ein Blütenmeer verwandelt. Wir
dürfen mit Kurdirektor Rudolf Weinberger
und Gärtnermeister Rudolf Fuchs einen
Blick hinter die Kulissen werfen.
8GRÜNE INSELN
Fast die Hälfte des Kurorts ist
von Bäumen, Blumen oder Grün-
flächen überzogen. Davon zeugen
bereits die aufwendig gestalteten
Kreisverkehre an den Einfalls-
toren zum Gesundheitsort oder
die Säulenbuchen-Allee in der
Thermalbadstraße. Zwischen den
Thermen liegt der Kurpark, direkt
an der Kurhausstraße. Ein dich-
tes Netz von Spazierwegen zieht
sich durch die 15 ha große Anlage.
Gesäumt von farbenprächtigen
Blumenbeeten, grünen Hecken
und altem Baumbestand. Damit
der Kurpark seine Einzigartigkeit
und Attraktivität behält, ist viel
Arbeit nötig. Regelmäßig werden
die Beete per Hand geharkt, aus-
gegrast und teilweise gegossen.
„Ein enormer Aufwand“, wie Kur-
direktor Rudolf Weinberger verrät.
Organisiert werden Pflanzung,
Pflege und alles was Bad Füssing
grünen lässt, von Gärtnermeister
Rudolf Fuchs, dem Leiter der Kur-
gärtnerei. Mit ihm kümmern sich
insgesamt 24 Mitarbeiter darum,
dass das Heilbad im Frühling und
Sommer erblüht. Das lässt sich die
Kommune jährlich mehrere Mil-
lionen Euro kosten. Trotz Kurbei-
trag ein enormer Brocken für den
Gemeindehaushalt.
Unser Besuch fällt in die ersten
Herbsttage. Lampenputzergras,
Rizinus, Salvien, Tagetes sowie ro-
ter und gelber Hahnenkamm, um
9ECHT. ENTSPANNEND.
SAUNAHOF – GENUSS FÜR JEDEN TAG
W ie schön, einfach einmal für einen Tag
die Seele baumeln zu lassen, den Alltag
abzustreifen und sich zu entspannen. Das
Saunen von 40° - 90° C, Ruheräume und das
Thermalerlebnisbecken im gepflegten Garten.
Die Thermenlandschaft ist vielfältig, und wer
dungen und die von erfahrenen Sauna-Profis
durchgeführten Aufgüsse, so dass man sich als
Besucher ganz entspannt zurücklehnen und
Saunieren ist eine wunderbare Möglichkeit auch das wohltuende Thermalwasser ge- sich auf die vielfältigen wohltuenden Aspekte
genau das zu tun. Der Saunahof in Bad Füssing nießen möchte, hat Glück: Die Therme kann des Saunierens konzentrieren kann. Das beson-
hat eine lange Tradition und ist bekannt für sein mit dem Kombiticket kostenfrei mitgenutzt dere Plus: intensive und zugleich sanfte Ent-
einmaliges Ambiente im historischen Rottaler werden. Ebenso überzeugen die zahlreichen spannung von Körper und Geist z.B. mit einem
Vierseithof. Traditionelle Urigkeit verbindet sich Serviceleistungen, die im Eintrittspreis bereits Klangschalen-Aufguss. Zusammen mit Düften
mit modernstem Saunaerlebnis: Dampfbäder, inkludiert sind: Dazu zählen besondere Anwen- wird dieser Aufguss zum Erlebnis für alle Sinne.
DaySPA in der THERME EINS mit SAUNAHOF
Wir stehen gerne unter der Tel. +49 (0) 8531 9446 - 0
10 oder unter kontakt@thermeeins.de für Fragen zur VerfügungKurdirektor
Rudolf Weinberger
und Gärtnermeister
Rudolf Fuchs
gewähren einen
Einblick in die
Kurgärtnerei.
nur einige Ar- Pflanzung werden an die 150.000 nung der Bepflanzung zustän-
ten zu nennen, Setzlinge benötigt. Dies nimmt in dig und lässt sich jedes Jahr was
blühen in kräfti- etwa drei Wochen in Anspruch. Neues einfallen, um die Kurgäs-
gen Farben. Im Okto- Bei schlechtem Wetter kann es te zu begeistern. Seine digitalen
ber weichen sie Stiefmütterchen, auch vier Wochen dauern“, fügt Pflanzkonzepte sind bereits im
Vergissmeinnicht, Gänseblüm- der Kurdirektor hinzu. Wir flanie- Juni des Vorjahrs fertig, damit
chen und Blumenzwiebeln. Denn ren an der Blumenstraße entlang. die Blumen herangezogen wer-
zweimal im Jahr wird die Bepflan- Hoch gewachsene Bananenbäu- den können. Die Nährstoffver-
zung komplett getauscht. Blumen sorgung der Pflanzen erfolgt nur
me, besonders trendige Süßkar-
und Gehölze stammen dabei über- mit organischen Düngern. Ökolo-
toffelpflanzen und Klassiker wie
wiegend aus der Kurgärtnerei, gie wird in Bad Füssing großge-
Fleißige Lieschen zieren die Beete.
nur wenige Jungpflanzen werden schrieben. „Nach dem Abräumen
zugekauft und im Gewächshaus der Beete werden die alten Pflan-
Biologischer Dünger –
vermehrt. „Unsere Frühjahrsblü- zen kompostiert und der Boden
her kommen schon einige Wochen
das Geheimnis des Gärtnermeisters mit Horn-Knochen-Blutmehl ge-
vor Wintereinbruch in die Beete, Rudolf Fuchs hat seine Ausbil- düngt“, verrät der Gärtnermeister.
damit sie gut anwachsen und im dung schon in der Kurgärtnerei „Darin sind alle Hauptnährele-
nächsten Jahr reich blühen“, verrät gemacht. Seit 2010 ist er als Leiter mente wie Stickstoff, Phosphor
Gärtnermeister Rudolf Fuchs. „Pro der Gärtnerei auch für die Pla- und Kali enthalten“, fährt er fort.Nachdem nun ein erster Trupp die ausgetauscht. Bewässert werden wirft Kurdirektor Rudolf Wein-
Beete abgeräumt hat, werden pro die Pflanzen nun durch einen mo- berger ein. Denn auch auf die In-
Quadratmeter etwa 100 Gramm bilen Tank und abends, wenn die sektenfreundlichkeit wird bei der
des Grunddüngers aufgestreut Urlaubsgäste in ihre Hotels zurück- Auswahl der Pflanzen geachtet.
und mit einem Bodenaktivator gekehrt sind, fahren automatische Der Rasen hingegen wird gepflegt
per Gartenfräse zirka 20 cm tief Wassersprenger aus der Tiefe und und relativ kurz gehalten. Das
eingearbeitet. Dadurch sei die beregnen Beete und Grünflächen. hat zum einen den Grund, dass
Erde ganz locker und lasse sich Daher grünt es auch in trockenen sich viele Therapiegruppen zur
leicht bepflanzen. Das Fräsen der Sommern in Bad Füssing. Gymnastik im Kurpark treffen,
Erde trage zudem zur ökologischen außerdem nutzen Gäste den Ra-
Minimierung der Schneckenpopu- Blühende Bienenweiden sen frühmorgens zum Tautreten,
lation bei, weiß der Gärtnermeis- rund ums Heilbad was sich äußerst positiv aufs Im-
ter. Im nächsten Schritt zeichnet „Mehrjährige Pflanzen wie das munsystem auswirken soll. „Da-
einer der Gärtner den Pflanzplan Wandelröschen werden im Herbst für haben wir schon vor einigen
auf, dann kommt der letzte Trupp ausgegraben und dürfen im Ge- Jahren rund um den Ort sehr viele
zum Einsatz und setzt die Blumen wächshaus überwintern“, sagt Blühflächen angelegt und sensi-
ein. Die Erde bleibt in der Regel im Rudolf Fuchs. „Sie sind besonders bilisieren unsere Landwirte, Blüh-
Beet. Sie wird nur alle paar Jahre bei Bienen und Hummeln beliebt“, streifen anzulegen“, bekräftigt
12freundliche Pflanzen. Dieses Kon-
zept zieht sich durch den gesam-
ten Ort, angefangen vom Bäcker
bis hin zu den Beherbergungsbe-
trieben, gilt Bad Füssing als be-
sonders allergikerfreundlich und
wurde daher vom Bayerischen
Heilbäderverband ausgezeichnet.
Anregungen zur Bepflanzung des
eigenen Gartens können sich die
Besucher in den Schaugärten ho-
len. Denn im Kurpark gibt es ein
„Bauerngartl“, einen „Schattengar-
ten“, einen „Schottergarten“ und
den beliebten „Heilkräutergarten“.
ärtner ei
ffenen G
he der o
Woc o c h e d er offe n e n Gä rtnerei
hrt Gä r t n
ein.
ermeiste
r
zur W . Dann fü rei
der Kurdirektor. Auch beim Un-
K ur g ä rtnerei r s o w eit r K u rgärtne
dt d ie wied e ser d e
kraut an den Verkehrswegen wird
lle z w e i Jahre lä ch e 2 0 20 ist es ie Ge w ächshäu
A o hd
auf Chemie verzichtet und auf ein
it en Mai-W cher durc .
In de r z w e
r e ss ie r t e B es u
r t e n g estaltung
modernes Verfahren durch Heiß- e dGa
uchs int flege un
wasser gesetzt. Beim Pflanzen der Rudolf F Pf la n ze np
n d g ibt Tipps zu
Blumen und Nachpflanzen von u
Bäumen und Sträuchern achtet
die Kurgärtnerei auf allergiker-
Bad Füssings größte Therme - mit Wellenbad,
Salzwasser-Felsenlagune & Strömungskanal
13OLU NG
ASS & ERH
ESP
R, BAD
NATU
Der größte Badesee des Bayerischen Waldes
liegt zwischen Wegscheid und Wildenranna
und lädt an warmen Sommertagen zum gro-
ßen Naturerlebnis ein. An schönen Badesträn-
den und schattigen Plätzen lässt sich die Natur
des Wegscheider Landes besonders genießen.
Für eine Abkühlung sorgt das frische Wasser
des Rannasees. Kinder begeistert die 120 Meter
lange Wasserrutsche oder der Abenteuerspiel-
platz am Ufer. Wer aktiv sein möchte, der kann
sich beim Stand-up Paddling versuchen, Beach
Volleyball spielen oder mit dem Tretboot auf
den See hinaus fahren. Angler stoßen dabei auf
heimische Fischarten wie Karpfen, Hechte oder
Forellen. Sommer wie Winter lässt sich auch zu
Fuß eine schöne Runde um den See drehen.
14GRÜNE INSELN
15HOF
GRILLENÖD –
FASZINIEREND, STILL
UND INSPIRIEREND
O berhalb des Wallfahrtsorts Der Weg zum Paradies, wie könnte er an-
deres sein? Folgt man der kleinen Kies-
Sammarei liegt das Anwe-
straße hinaus aus Bergham bei Haar-
sen Grillenöd – völlig abgelegen bach, durchschreitet man irgendwann
und doch nur wenige Kilometer ein steinernes Tor. Dort beginnt die Al-
von Bad Griesbach, Vilshofen lee von Grillenöd, die einen die Anhöhe
hinaufführt. Nach einer Kurve wird der
und Passau entfernt. Hier lebt
Blick frei auf eine nicht erwartete Welt.
und arbeitet die Künstlerin Strahlend liegt dort ein weißes herr-
Mona Zimen, die einen ganz schaftlich aussehendes Haus. Geht man
besonderen Ort erschaffen hat. das letzte Stück des Weges, tauchen rote
16GRÜNE INSELN
farblich abgesetzte Nebengebäu- Bücher. 2001 adoptierte das Ehe- waren nach wie vor da. Das hat
de auf. Alles ist eingerahmt von paar vier Geschwister-Kinder, mich immer getragen und mir
Büschen und Bäumen. Hier ist ein und so wurden sie eine große geholfen, das Begonnene mit mei-
Ort der Ruhe, der Schönheit, der Familie. Doch es kam anders als nen eigenen neuen Intentionen
ganz besonderen Art. Fast scheint geplant. Ein Jahr später erkrank- weiterzuentwickeln“, so Mona Zi-
der Ort aus der Zeit gefallen. te Erik Zimen und verstarb kurze men. Heute, siebzehn Jahre später,
Zeit darauf. Nun war sie alleine hat sich Grillenöd in ein natürlich
Wie alles so kam mit vier Kindern, etlichen Tieren wirkendes „Gesamtkunstwerk“
und den begonnen Bauprojekten. verwandelt, mit dem die Künstle-
Mona Zimen ist es, die dieses Pa-
„Mein Mann war weg, aber unser rin die Idee und die Vision von ei-
radies, wie wir es heute vorfinden,
Vorhaben und unsere Lebensidee nem Ort der Begegnung mit Natur
geschaffen hat. Seit zweieinhalb
Jahrzehnten arbeitet und lebt sie
hier für die Verwirklichung ihres
Traums. Begonnen hat er vor 26
Jahren, als sie aus Baden-Würt-
temberg, damals 28-jährig, mit
ihrem schwedischen Mann nach
Grillenöd kam. Sie erwarben die
ehemalige landwirtschaftliche
Hofstelle, die niedergebrannt und
längst verlassen war. Jahre eines
ersten Aufbaus folgten. Nach und
nach errichteten sie erste Gebäu-
de, Stall und Heuschober, legten
Wege, Blühflächen, Allee, Hecken
und einen Badeteich an. Ein Leben
sollte es werden in und mit der
Natur, mit Tieren, Menschen und
einem offenen Haus. Beeinflusst
von ihrem Mann Erik Zimen, der
Verhaltensforscher, Dokumentar-
filmer und Buchautor war, baute
sie mit ihm eine kleine Bioland-
wirtschaft auf. Wenn sie nicht auf
Grillenöd arbeiteten, waren sie
rund um die Welt auf Drehreisen
für Dokumentarfilme unterwegs
und schrieben und illustriertenund Kultur, den Menschen und
vor allem mit sich selbst in die Re-
alität umgesetzt hat.
Bildhauerin und
(Lebens-)Künstlerin
Einst waren Tiere, Kinder und
Familie im Mittelpunkt. Mona Mona Zimen.
Zimen ist aber auch all die Jahre
ihren künstlerischen Weg weiter-
gegangen, indem sie sich in Bild-
hauerei ausbilden ließ und nun
als Bildhauerin und Künstlerin
erfolgreich tätig ist.
Vor dem weißen Haus stehen vier
Bronzeporträts. Sie zeigen ihre
vier Kinder, ihre ersten Arbeiten.
Das Interesse an Menschen, ihre
ganz starke, eigene Welt und das
Ergründen des fremden und ihres
eigenen Inneren sind Grundlagen
für ihr Schaffen und die künstle-
rische Umsetzung in Porträts und
weiteren Skulpturen. Ihr Ziel ist
es, etwas Unsichtbares hervortre-
ten zu lassen. „In einem Teil mei-
ner Arbeiten suche ich mithilfe
von einfachen Vertikalen und Ho-
rizontalen nach grundlegenden
Formen unseres Menschseins.“
Ort des Schaffens ist ein beeindru-
ckendes, lichtdurchflutetes Ate-
lier im weißen Haus, das durch
viele Fenster die Verbindung mit
der Natur herstellt und in dem
sich in einem übervollen, großen
Regal eine Vielzahl ihrer Werke in
verschiedenen Schaffensstadien
befindet.
Die Künstlerin beteiligt sich stets
an der Aktion „Offene Ateliers
18Niederbayern“ und öffnet ihr Ate-
lier gelegentlich auf Nachfrage.
Im vergangenen Jahr veranstalte-
te sie zudem ein Künstlersympo-
sium mit dem Titel „Atelierbesuch
Europa“, bei dem zehn Bildhauer
und Maler aus verschiedenen eu-
ropäischen Ländern auf Grillenöd
arbeiteten und Besucher an einem
Tag der offenen Tür willkommen
hießen. Mona Zimens Arbeiten
für den öffentlichen Raum findet
man vor allem im Landkreis Pas-
sau. Eines ihrer jüngsten Werke ist
eine große Libellenskulptur aus
Bronze und Glas im Dorf Uttlau,
dem Herzen der Golfregion.
Mona Zimen hält aber auch noch
Tiere auf ihrem Biohof, Rinder,
Pferde, Esel, Schafe und Hühner,
die Teil der Lebensgemeinschaft
sind. Egal ob Kinder, Freunde, Be-
sucher der Kapelle, zufällig vorbei-
kommende Wanderer, Gäste der
Ferienwohnungen im roten Haus
oder Künstlerkollegen aus ganz
STADTFUCHS-TOUREN
Europa, jeder findet auf Grillenöd
Spannend – lehrreich – unterhaltsam
einen Platz, der seine geheimen
Wünsche und Sehnsüchte erfüllt
und für manchen wird Grillenöd
auch zum Sehnsuchtsort, an den
er immer wieder zurückkehrt, wie
es so viele Feriengäste über Jahre
hinweg tun. Mal ist der Hof belebt
und dann wieder still, Mona Zi-
men findet das auch gut so. Alles
soll das richtige Maß haben. „Da-
rauf zu achten wie viel wir von rleben Sie Geschichte hautnah, präsentiert als interaktive Schauspiel-
der Welt verkraften und was in
einem guten Austausch gedeihen
kann, das finde ich wichtig.“
E und Kulturführungen. Folgen Sie Freiherrn von Hörnigk, Ritter Tuschl,
Anna Maria Mozart und vielen anderen historischen Figuren, auch
hinter sonst verschlossene Türen!
INFOTAINMENT höchster Qualität, das Sie begeistern
wird und unvergesslich bleibt!
Lindental 46 c · D-94032 Passau · +49 (0)851 / 4 58 92
stadtfuchspassau@aol.com · www.stadtfuchs-passau.deHoch oben thront
die Kapelle Grillenöd
Am höchsten Punkt von Grillenöd
findet man schließlich die kleine
Holzkapelle, ein rotes Gebäude
mit goldener Turmspitze. Der Weg
dazu führt über einen schmalen
Pfad durch Glockenblumen den
Hügel hinauf zum Waldrand. Von
hier aus hat man eine besonders
schöne Sicht. Vor einem liegt das
weite Hügelland mit seinen Fel-
dern und Wäldern und den klei-
nen Dörfern, dahinter die Hügel
des Bayrischen Waldes und auf
der anderen Seite sieht man bei
gutem Wetter einen Teil der Al-
penkette. „Wir sind früher oft am
20Ende des Tages hierher gekommen in ihrer besonderen Maltechnik hier erzählt, vom immer wieder-
und haben uns gedacht, dass dies einen Hymnus an die Schöpfung kehrenden Kreislauf. Wendet man
der richtige Ort für eine Kapelle geschaffen. Ein Triptychon bildet sich nach draußen, entdeckt man
wäre“, erzählt Mona Zimen. „Aber den Mittelpunkt mit Szenarien eine Kordel zum Läuten der Glocke.
erst nach dem Tod meines Man- aus der Natur und dem Garten „Wer daran zieht und in die weite
nes habe ich diese Idee realisiert“, Eden. Alles ist da, das ganze Uni- Landschaft blickt, darf sich etwas
fügt sie hinzu. Die Kapelle steht versum mit all seinen Lebewesen, wünschen“, lacht Mona Zimen
jederzeit und für jeden offen. Hier Tag und Nacht, Sonne und Mond, und hält einen Moment inne. Auf
ist ein inspirierender Platz, ein Pflanzen, Tiere und Menschen. die Frage was sie sich wünscht,
Ort mit besonderer Ausstrahlung, Umgeben von einem gemalten antwortet sie: „Mein größter
den viele Menschen auf ihre Wei- Spitzentuch, das das Wunder und Wunsch ist erfüllt. Oft, wenn ich
se nutzen. Beim Eintreten wird Geheimnis unserer Welt kostbar nachts von weither nach Hause
man überrascht. Wände, Chor- umhüllt. Zwischen kleinen Rund- komme, atme ich zuerst die frische
raum und Gewölbe sind über und bogenfenstern findet man einen Luft ein und schaue zum Himmel,
über bemalt und ausgeschmückt. Jahreszyklus als Anspielung auf manchmal sieht man hier die gan-
Über einen Zeitraum von acht das Mysterium der Zeit mit Dar- ze Milchstraße. Dann denke ich,
Jahren hat die mit Mona Zimen stellungen der einzelnen Monate. welches Glück ist es, dass ich hier
befreundete Malerin Rut Kohn Vom Werden und Vergehen wird an diesem Ort leben darf.“
T R E ND T R IF F T T R A D I T I O N
FEIERN te
IDEAL FÜbiRs zu
E KÜCHE
BAYERISCH-ITALIENISCH
170 Gäs
Plat z für
GAST HAUS GÖ TT LINGER
D EVENTS SCHÖNE GASTRÄUME
VERANSTALTUNGEHoNmUN
epage
Berger Straße 59
94099 Ruhstorf
sind auf der
www.gasthaus-g
oettlinger.de GUTE WEINE an der Rott
0 85 34.2 66 21
ok zu lesen!
oder auf Facebo22
DIE KOLLNBERGMÜHLEGRÜNE INSELN
Die Kollnbergmühle ist ein ganz
besonderes Naturidyll im Dreibur-
genland. Eingesäumt von hoch-
gewachsenen Fichten und satt-
grünen Laubbäumen spiegelt sich
die Sonne im glänzenden Wasser
des Mühlweihers. Er ist der älteste
Mühlweiher im Bayerischen Wald,
der noch immer mit einem funk-
tionstüchtigen Wasserrad ausge-
stattet ist. Gespeist wird er von der
„Kleinen Ohe“. Imposante und lie-
bevoll gepflegte Gebäude zeugen
von der historischen Bedeutung der
Mühle. Einen Moment zum Inne-
halten bietet die schmucke Kapel-
le, die an einer kleinen Anhöhe auf
den See niederblickt. Während das
Wasser vom Mühlrad plätschert,
lädt ein Wassertretbecken zum
Kneippen ein. Am wenige Schritte
entfernten Parkplatz starten eini-
ge Wanderwege und ausgewiese-
ne Nordic-Walking-Strecken durch
das Dreiburgenland. Sie alle führen
rund um das Naturidyll. Besonders
familienfreundlich ist die etwa
drei Kilometer lange „Doblrunde“,
ein leichter Rundweg, ohne nen-
nenswerte Steigung. Ein bisschen
anspruchsvoller ist die „Panorama-
runde“, die zirka sieben Kilometer
weit durchs Dreiburgenland führt.
Gesteigert wird sie durch die „Gro-
ße Dreiburgenland Runde“, die auf
13 Kilometern Training und Natur-
erlebnis für geübte Walker vereint.
23GRAPHIT – DAS SCHWARZE
GOLD DES BAYERWALDS
DEN MILLIONENBAUERN AUF DER SPUR
I n Untergriesbach warf das Land einst doppelt Früchte ab. Unweit von
Passau verlaufen unter der Erde starke Graphitadern, die das schwarze
Gold des Bayerwalds hervorbrachten. Die „Millionenbauern“ entstanden.
Von ihrem großen Reichtum zeugen noch heute herrschaftliche Anwesen.
Denn das Mineral Graphit war und ist ein gefragter Rohstoff.
Schwarze Graphitadern machten le, fast schwarze Mineral zum Vor- be geschickt und im Frühling,
einst aus einfachen Bauern reiche schein. Aufgrund der Entdeckung Sommer und Herbst die Felder be-
Männer. Rein zufällig stießen die machten sich immer mehr Bauern wirtschaftet. Der Boden hat also
Landwirte hier in der Gegend auf auf die Suche nach dem schwar- doppelt Früchte getragen und die
das bleigraue, glänzende Material, zen Gold und hatten das größte Bauern strichen durch den Handel
das ihnen Reichtum und Wohl- Vorkommen in ganz Deutschland satte Gewinne ein. Die Millionen-
stand bescheren sollte. Aber auch entdeckt. Das Graphitfieber brach bauern entstanden. Ihre Erträge
Neid, Missgunst und Leid mit sich aus. Die Kernzone im Unteren Bay- wurden meist für den Grunder-
brachte. Überlieferungen zufolge erischen Wald bildete die Gegend werb oder einen hohen Lebensstil
hatte Ende des 18. Jahrhunderts ein um Kropfmühl, Pfaffenreuth und eingesetzt. Im Untergriesbacher
schwerer Sturm einen Baum ent- Leizesberg. Im Winter haben die Gasthaus Lanz traf man sich im
wurzelt, darunter kam das dunk- Bauern ihre Knechte in die Gru- sogenannten „Millionenstüberl“
24ERLEBNIS MIT GESCHICHTE
zum Kartenspielen, Geschäftema-
chen oder auf eine gute Zigarre.
Die harte und gefährliche Arbeit
verrichtete das Gesinde.
Harte Arbeit unter Tage
Versteckt unter Wiesen und Fel-
dern verwittert das Erz in Ober-
flächennähe. Dadurch ließ es sich
mit Pickel und Spaten abtragen.
Sogar in offenen Gruben oder pri-
mitiven Schächten förderten die
Bauern das Gestein. Je tiefer man
allerdings kam, desto schwieriger
wurde der Abbau. Eindringendes
Wasser und abgebautes Material
mussten durch die engen Schäch-
te nach oben befördert werden
– mit Körperkraft. Per Radlbock,
also Schubkarre, wurde der Gra-
phit horizontal im Stollen und per
Handhaspel vertikal im Schacht
nach oben befördert. Ein Relikt
aus dieser Zeit ist noch heute in
Scherlesreuth zu finden. Dort er-
zählt ein alter Förderschacht, der
vom hiesigen Knappschaftsverein
erhalten wird, die Geschichte von
Seilwinden, Pickel und Spaten.
Einige Bauern verstanden es, ih-
ren Graphit zu vermarkten und
den Profit zu mehren. Andere leb-
ten über ihren Verhältnissen und
verloren ihr Hab und Gut beim
Glücksspiel. Ganz anders Anton
Rouge. Der Franzose und später
sein Sohn verstanden den Abbau
25und die Geschäfte. Vom Reichtum mühlen eingesetzt, mit deren Hilfe Tage beläuft sich heute auf über
dieser Familien zeugen große das Mineral zerstampft, gemahlen 100 Kilometer. Mittels Fuhrwerk
Bauernhöfe mit mächtigen An- und gesiebt wurde. Immer tiefer und Pferdebahn hatte man den
wesen und prächtige Grabmale und tiefer schlugen Knechte und Graphit zum nächsten Bahnhof
auf den Friedhöfen. später Bergmänner Schächte in gebracht, damit er beispielsweise
Nach dem Abbau musste das Ge- den Untergrund. Der tiefste Abbau- nach Obernzell – einst Hafnerzell –
stein aufbereitet werden. Lange ort liegt 230 Meter unter der Erde. transportiert werden konnte. Am
Zeit waren dafür eigene Graphit- Die aufgefahrene Strecke unter Ufer der Donau angekommen,
verwendeten ihn die Hafner zur
Graphit
Schmelztiegelherstellung. Denn
Graphit hält selbst sehr hoher Hitze
Stand, wodurch die Schmelztiegel
insbesondere zum Schmelzen von
Graphit ist ein Mineral, das aus
Kohlenstoff besteht und in
Kristallform vorkommt.
Ähnlich wie ein Diamant.
Seine Farbe ist bleigrau und
mattglänzend. Abgebaut wird
graphithaltiges Erz. Es schwärzt und
schmiert. Besonders bekannt ist Graphit
in der Mine des Bleistifts.
Foto: ©alex alex - stock.adobe.com
26 Foto: ©Bjrn Wylezich - stock.adobe.comGold Nutzung fanden. Doch der bau keine Ahnung. Ihre Knechte bauern zu Ende. Graphitförderung
Untergriesbacher Graphit trat auch waren teils nur spärlich mit Werk- und –verarbeitung wurden völlig
einen Siegeszug in viele Herrenlän- zeug ausgestattet, man konzen- industrialisiert. Nach dem 2. Welt-
der an. Während des 1. Weltkrieges trierte sich schließlich auf den ein- krieg blieb schließlich nur noch die
wurde der Rohstoff immer noch be- facheren, oberflächlichen Abbau. Graphit Kropfmühl AG bestehen.
gehrter: für die Rüstungsindustrie. In die Zeit, als der Graphitabbau Ihre Schürfrechte verpachteten
Der Staat griff ein und machte den für die Bauern immer schwieriger oder verkauften die Bauern nach
Bauern hohe Auflagen, die kaum wurde, fällt auch die Gründung der und nach. Wessen Grund und Bo-
umzusetzen waren. Das Ende der „Graphit Kropfmühl AG“. Erfolgrei- den ein gutes Vorkommen hatte,
glorreichen Zeit kündigte sich an. che Techniken und wegweisende der konnte sich zurücklehnen und
Die fortschreitende Industrialisie- Patente wurden hier in Kropfmühl mit der Pacht verdienen. Der in-
rung verschärfte das Problem. Wie entwickelt. Der technische Fort- dustrialisierte Abbau brachte der
sollten die Bauern mit der rasanten schritt löste den bäuerlichen Abbau Region um Hauzenberg und Unter-
technischen Entwicklung mithal- nach und nach ab. Ende der 1930er griesbach viele Arbeitsplätze und
ten? Die meisten hatten vom Berg- Jahre ging es für die Millionen- wirtschaftliches Wachstum.
Veste Oberhaus und Oberhausmuseum
Eine Zeitreise durch die Jahrhunderte!
27
Geschichte trifft Lebenslust
WWW.OBERHAUSMUSEUM.DEGraphit, ein wichtiger Rohstoff –
damals wie heute
Eines ist geblieben – auch wenn
sich die Technik durch den Fort-
schritt veränderte: Früher wie
heute benötigt man Graphit
für die Herstellung alltäglicher
Dinge. Darunter verschiede-
ne Schmierstoffe und Bleistifte.
Mittlerweile ist er auch wichti-
ger Bestandteil zur Herstellung
von Dämmstoffen, Kohlebürsten,
aber auch für die Stahl- und Ei-
sen- sowie Automobilindustrie.
Die negativen Elektroden von
Lithium-Ionen-Akkus bestehen
beispielsweise aus Graphit. Ver-
wendung finden sie nicht nur in
Elektroautos und E-Bikes, sondern
auch in Smartphones, Notebooks
und Tablets.
Die Nachfahren der einstigen
„Millionenbauern“ haben mitt-
lerweile zu tun, um die einst so
prächtigen Bauten ihrer Familien
zu erhalten. Heute wird in Kropf-
mühl nur noch wenig Graphit ab-
gebaut. Im Besucherbergwerk und
dem Museum „Graphiteum“ kann
man die Geschichte und den Gra-nradweg
phitabbau hautnah erleben. Nach
ferdebah
P a radeln.
einem informativen Film führen
h eu t e p r im
r
st es sich zenberge
erfahrene Bergmänner durch das
b a hn läs de r Ha u
erde 1, in
stigen Pf Parkplatz
Besucherbergwerk. Dazu geht es
r en d e r e in eg ist am sen u n d Wälder
p u ad w Wie
Auf den S rdebahnr
– eingekleidet mit Umhang und
d e n P f e t dan n z wischen
punkt in üh r
Strecke f
Schutzhelm – in den Berg hinein
Einstiegs a c h. Die ch H a uz enberg.
und dann 45 Meter in die Tiefe.
Untergrie
sb eßli
t r a ß e in pf m üh l und schli
S Kro
orf nach
Sommer wie Winter hat es im
m p er sd
Stollen etwa 12 Grad. Eine richtig über Ra
„coole“ Entdeckungsreise.
KULTUR-ERLEBNIS-KELLER:
BIERUNTERWELTEN
VILSHOFEN AN DER DONAU
Felsengang, Wirtshauskultur,
Stadtgeschichte, Bierherstellung,
Politischer Aschermittwoch, Bierprobe u.v.m.
Jeden Samstag geöffnet von 14 – 17 Uhr
Jeden ersten Sonntag im Monat
öffentl. Führung „Auf den Spuren von
Joseph Groll und Bierunterwelten“.
Infos und Anmeldung unter 08541/208-112
oder tourismus@vilshofen.deANZEIGE
LUFTKURORT STADT HAUZENBERG
Tourismusbüro
HAUZENBERG
Marktplatz 10
94051 Hauzenberg
Telefon +49 (0)8586 3030
besucherinfo@hauzenberg.de
H
auzenberg, seit 2000 staatlich anerkannter Luftkurort liegt
18 Kilometer nordöstlich von Passau nicht weit vom Drei-
ländereck Bayern-Böhmen-Österreich entfernt in einem
weiten Talkessel, umgeben von dicht bewaldeten Berghängen.
Wandern, Radeln, Berge, ausgezeichnete Luft – prima Klima!
Landschaft, Kureinrichtungen, Bewegungs- und Erlebnisange-
bote bieten ideale Voraussetzungen für gesundheitssportliche
Aktivitäten. Die Region – auch als Granitland bekannt – ist be-
rühmt für ihren Granit. Stillgelegte Steinbrüche haben sich zu
Naturparadiesen entwickelt. Granitzentrum Bayerischer Wald,
Granitwanderstrecken – das und vieles mehr zeugt von der Ver-
gangenheit der Gegend.
LERNEN SIE HAUZENBERG
IN DER GEGENWART KENNEN!
ERLEBEN SIE ECHTES STEINHAUERHANDWERK
Noch lebt die Tradition der Steinhauer im Bayerischen Wald
und kann bei Führungen live und hautnah erlebt werden – vom
Felsmassiv bis zum fertigen Pflasterstein. Und wer will, kann
sich auch selbst einmal am harten Granit versuchen. Mai – Ok-
tober, jeden Mittwoch ab 10.00 Uhr.
FEIERN SIE MIT IM REIGEN
DER SOMMERVERANSTALTUNGEN
WÖCHENTLICH ERLEBEN SIE
DEN SOMMERSOUND LIVE BEI DEN KURKONZERTEN
Kein anderer Fleck tut so gut und klingt so schön wie der Kur-
und Bürgerpark am Staffelbach. Gerade an Sommertagen und an
lauen Abenden, in aller Ruhe allein oder auch als Treffpunkt der
Generationen, mit Freunden und Bekannten. Ein großes grünes
Herz mitten in der Stadt lädt alle ein zum Urlaubmachen – all
inclusive. Jeden Mittwoch im Juli und August – Kurkonzerte auf
der Seebühne im Bürgerpark.
SOMMERSPASS AM FREUDENSEE
Abkühlen, untertauchen, reinspringen, zusammen Spass haben
in einer Naturidylle zum Abtauchen – darauf freuen sich nicht
nur die Kinder – ein insgesamt 26.000 m² großes, im Jahr 2018
neu gestaltetes Freizeitareal am naturbelassenen Badesee er-
wartet Sie.ANZEIGE
e!
omepag
serer H
en Sie u
n s auf un
n berg .de
Besuch
w.h a u ze
wwIMMER AUF ABRUF –
DIE DONAUFÄHRE IN SANDBACH
D ie Donaufähre in Sandbach ist nicht nur ein Relikt
aus der Zeit, als es noch keine Brücken gab. Zwischen
Vilshofen und Passau stellt sie noch heute die einzige Über-
querungsmöglichkeit der Donau sicher. Die Überfahrt ist
ein Erlebnis für Kinder und Erwachsene, wenn eine feine
Brise um die Nase weht und das Wasser der Donau herrlich
im Sonnenlicht glitzert. Von Familie Rieger wird die Fähre
mittlerweile in vierter Generation betrieben.
Immer auf Abruf: Renate und eilen sie hinunter zur Donau, um Einsatz. Bei Wind und Wetter. Ihr
Walter Rieger führen ein Leben Fahrgäste ans andere Ufer zu Standort ist ideal – auf beiden Sei-
auf dem Sprung. Sie sind die Besit- bringen. Von Mitte März bis Mit- ten führt der Donauradweg am
zer der Sandbacher Donaufähre. te November sind sie täglich von Fluss entlang.
Der letzten Gierseilfähre Nieder- sieben bis 18 Uhr und in den Som- Eine Überfahrt dauert etwa fünf
bayerns. Sobald die Glocke schellt, mermonaten sogar bis 19 Uhr im Minuten. Sie erspart Ausflüglern
32ERLEBNIS MIT GESCHICHTE
Renate und Walter
Rieger sind die
Besitzer der einzigen
Gierseilfähre
Niederbayerns.
oder Berufspendlern 16 Kilome- Dann ist die Fließgeschwindigkeit Tag auf der Donau unterwegs.
ter Umweg über die Donaubrücke zu gering und die Fähre kommt Am Wochenende oder abends
von Vilshofen. „Nur bei Hochwas- nur ganz langsam voran. An kräf- wenn ihr Mann Walter von sei-
ser, Sturm oder dichtem Nebel set- tigen Ketten und Seilen wird der ner Arbeit beim Amt nachhause
zen wir nicht über – die Sicherheit Fährprahm, wie man den Fähr- kommt, dann übernimmt er das
geht schließlich vor“, sagt Renate kahn in der Fachsprache nennt, Ruder auf der Donau und Rena-
Rieger und lächelt: „da kann mich am Ufer befestigt. Das zeigt sich te in Küche und Haushalt. Denn
auch keiner überreden“. Wenn sie auf der Einfahrt zur Fähre. tagsüber zu kochen oder bügeln
sieht, dass eine Gewitterfront auf hat sie schon lange aufgegeben.
Sandbach zukommt und der Ost- Seit Generationen mit der Donau Sie ist immer auf „der Pass“, wie
wind schon kräftig bläst, lässt sie verbunden man hier in Niederbayern sagen
den Fährkahn lieber im Hafen. würde. Im Sommer findet man
Walter Rieger hat sie von seinem
Sicherheit wird im Fährbetrieb Renate oft bei der Gartenarbeit.
Vater Max übernommen. Seine
überhaupt großgeschrieben. Re- Das ist ihre Leidenschaft. Dort hat
gelmäßig werden Fähre, Masten Familie ist seit Generationen fest sie ankommende Fahrgäste stets
und das dicke Stahlseil von of- mit der Donau verwurzelt. Auch im Blick, um sie nicht warten zu
fiziellen Stellen geprüft. Walter für Ehefrau Renate gab es keine lassen. Früher sei das noch anders
Rieger verbringt viele Stunden Frage, den Fährbetrieb fortzu- gewesen, erzählt sie. Ihre Schwie-
mit der Wartung. Seine Gierseil- führen. Ihre beiden erwachsenen germutter habe oft gerufen: „Ich
fähre wird durch die Strömung Söhne Florian und Thomas waren komm gleich, setz dich nieder“.
betrieben und gilt als sehr um- schon im Kinderwagen mit dabei, Das war kein Problem. Bei schlech-
weltfreundliches Verkehrsmittel. als sich Renate das Überfahren tem Wetter hat man auch in ihrer
Den Motor muss er nur betätigen, mit ihrer Schwiegermutter auf- Stube ausgeharrt. „Da war oft was
wenn Niedrigwasser herrscht. teilte. Heute ist sie den ganzen los! Es wurde geraucht, getrunken
33und gelacht – wie im Wirtshaus“,
erinnert sich Walter Rieger an sei-
ne Kindheit. Die Zeiten änderten
sich. „Das geht heute nicht mehr,
die Passagiere müssen schnell von
einer Donauseite auf die andere
gebracht werden“, sagt Renate Rie-
ger. Auf ihren Fährkahn gesellen
sich Autofahrer, Radfahrer oder
Spaziergänger, manchmal fahren
die Riegers sogar Traktoren oder
kleine Lastwägen über. Ganze
Maibäume haben sie schon trans-
portiert. Immer häufiger kommen
auch Wanderreiter, die samt Pferd
übersetzen. Besonders faszinie-
rend ist die Fahrt für Kinder. Doch
auch Erwachsene genießen die
leichte Brise auf der Donau und
die malerische Landschaft im Do-
34f ür Radler
nautal. Flussaufwärts kann man
die Rundkirche von Hausbach
Tipp b ie t et s ich eine Radto
ur üb er d ie
k
N
ir
e
ch
benstraße d
e in
er
Hausbach,
n au s un d
Von Vilshofe rbei an der R
sehen und weiße Charolais Rin-
S ie f üh r t v o
e 8 an.
Bundesstraß derbayerns.
der, die am Hügel grasen. Flussab-
dk ir c h e Nie
wärts spitzen kleine Felsen aus Run
der ältesten n d ie D onau per Fähr
e
der Donau, man hat einen tollen
s k a n
Blick auf Sandbach, seine alte Flussabwärt u n d der Weg
w e r de n
und neue Kirche. Auf der anderen überquert s sau oder über
r n a c h P a
entwede en
nach Vilshof
Uferseite ragt ein langer Fichten-
o r f zu r ü c k er
Wind Gesäumt ist
© zenina - stock.adobe.com
wald empor, gleich oberhalb liegt
e n .
Otterskirchen. genomme n w er d
e hr m ög lic hkeiten und
k
ichneten Ein
von ausgeze e n t lan g der Donau.
Einst von großer Bedeutung lätze n
idyllischen P
Erstmals urkundlich erwähnt
wurde die Sandbacher Donaufähre ren. Übriggeblieben ist neben der Linie Urlauber und Ausflügler, die
1379, als Graf Heinrich von Orten- Sandbacher Fähre nur noch eine befördert werden. Meist Radfah-
burg das Fährrecht an die Herzö- in Obernzell. Der letzte hauptbe- rer. Der Fährbetrieb reicht nicht
ge Stephan, Friedrich und Johann rufliche Sandbacher Fährmann mehr zum Leben. Es ist lediglich
von Bayern verpfändete. „Bis ins war Walter Riegers Großvater. Da- ein Zuverdienst. „Reich werden
16. Jahrhundert hinein gab es weit mals herrschte am Donauufer den wir nicht davon, aber wir machen
und breit keine Brücke. Daher hat- ganzen Tag über reges Treiben. unsere Arbeit gerne. Ich könnte
te das Überfahrtsrecht enormen „Die Passagiere sind aus Otterskir- mir nicht vorstellen, wo anders
Wert. Das brachte den Lehnsherren chen, Besensandbach und sogar zu leben oder zu arbeiten“, strahlt
viel Geld“, weiß Walter Rieger. Bis Kirchberg vorm Wald gekommen, Renate während sie die Fähre in
heute liegt die Fähre an derselben um vom Sandbacher Bahnhof Betrieb setzt. Dass sie ihren Beruf
Stelle. Im Förgengaßl 1, ganz in der aus nach Vilshofen oder Passau aufgegeben hat, bereut sie bis heu-
Nähe zum Förgenhof, zu dem einst zu fahren“, erzählt Walter Rieger. te nicht. Denn die Donau mit all
das Recht der Urfahr gehörte. Zwi- Nicht selten haben sie auch ihre ihren Facetten und die Begegnun-
schen der Isarmündung und der Viehherden befördert. Früher war gen mit den unterschiedlichsten
bayerisch-österreichischen Grenze die Überfahrt besonders beruflich Menschen macht ihre Arbeit so
gab es ursprünglich 20 Donaufäh- wichtig. Heute sind es in erster besonders.
Von Ostern bis Ende Oktober
täglich geöffnet von 9 – 17 Uhr
Telefon: 0 85 04 / 84 82
Gasthaus Mühlhiasl
mit historischer Kegelbahn,
Kinderspielplatz & Museumsladen
Telefon: 0 85 04 / 83 34 35
Am Dreiburgensee | 94104 Tittling
www.museumsdorf.comHERRSCHAFTLICHER
FREIZEITSPASS UND
TIERISCHE BEGEGNUNGEN
EIN SPAZIERGANG DURCH DEN
WILDPARK SCHLOSS ORTENBURG
H och über dem Markt Ortenburg thront nicht nur das Renaissance-
Schloss der ehemaligen Reichsgrafschaft – auch der Wildpark Schloss
Ortenburg. Ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Gäste. Im
einstigen Tiergehege der Grafen tummeln sich nämlich Steinböcke,
Hirsche, Alpakas und sogar Waschbären und Präriehunde. Betrieben wird
es heute von Tierpflegermeister Frank Schobesberger und seiner Familie.
36ERLEBNIS MIT GESCHICHTE
Der Weg zum Wildpark führt vor-
bei am historischen Schloss und
alten kräftigen Bäumen. Am Ein-
gang erstreckte sich im 16. und 17.
Jahrhundert die prächtige franzö-
sische Gartenanlage der Grafen.
Nun leben hier possierliche Wasch-
bären, die ihren Besuchern entge-
genblicken. Wenige Meter weiter
treffen wir auf die ersten Dam-
hirsche. Dort sieht Frank Schobes-
berger gerade nach dem Rechten.
Die Paarhufer leben in einem über
Schautafeln an den Gehegen ver- zum Beispiel sehr genügsam“, sagt
30.000 Quadratmeter großen Frei-
raten näheres über ihre Bewohner. der kleine Andreas stolz zu seinen
gehege und dürfen gestreichelt
und gefüttert werden. Huch, was Klassenkameraden. Verraten habe
war da? „Ein Präriehund“, lacht der
Zwischen Ziegen und Schafen ihm das der Chef, beim Füttern
Wildpark-Chef. Hinter uns befin- Gleich neben den Damhirschen der Damhirsche. Andreas rasselt
det sich ein kleiner Hügel, etwas empfangen Zwergziegen und mit einer grünen Papierbox, die
größer als der eines Maulwurfs. Schafe ihre Besucher. Begeister- viele einzelne Maiskörner preis-
Immer wieder taucht ein kleines te Schulkinder beobachten jun- gibt. „Hier darf wieder gefüttert
hellbraunes Tierchen auf. Wenige ge Zicklein, die friedlich im Gras werden!“, schreit ein blondes Mäd-
Augenblicke später huscht es aus scherzen, ehe sie weiter in Rich- chen. „Trauben“ aus rotbraunen
dem nächsten Hügel. Daneben lie- tung Kamerunschafe gehen. Schafen mit schwarzen Beinchen
gen die Damhirsche im Schatten Letztere brauchen besonders viel bilden sich um die Kinder und fres-
oder versammeln sich um Besu- Pflege. „Ihre Klauen müssen regel- sen ihnen vergnügt aus der Hand.
cher, die sie mit Mais füttern. Re- mäßig gepflegt werden, um ge- Eine besondere Erfahrung für die
gelmäßig laden Bänke zum Ver- sund zu bleiben. Rothirsche, Wild- Kleinen. Hier können sie den Wild-
weilen ein. Es ist sehr ruhig hier. schweine und Damhirsche sind tieren richtig nahe kommen.
Öf fnung sze ite n
vom 01. Ap ril –
01. Novembe r
Einlas s täglic h
von 9 – 18 Uhr
Vogel- und Tierpark Irgenöd Wildpark Schloss Ortenburg
D-94496 Ortenburg, Irgenöd 3 D-94496 Ortenburg, Vorderschloss 3 1/2
Telefon 0 85 42 / 71 30 Telefon 0 85 42 / 71 71 oder 71 30
www.vogelpark-irgenoed.de www.wildpark-ortenburg.detenburg Tierpflegermeister
s Or Frank Schobesberger
Schlos
Grafen
führt den Wildpark
it z der schon seit zehn Jahren.
e Zeit Stamms
g
n b u r g war lan tenden
Ort e edeu
Schloss burg. Einem b ener
en g
von Ort chlecht vergan
s
Adelsge erte. Bis 1806
d
Jahrhun rten sie
lie
kontrol biete im
e
große G Land und
r en
Passaue nen bedeutend r
i e
hatten e uf die Herrsch
a
Einfluss toriums.
ri
des Ter
Ganz schön wild
Mit Frank Schobesberger küm-
mern sich drei Tierpfleger um das
Wohl von etwa 450 Tieren. Bis zu
„Wenn man den Wildpark mit ei-
25 verschiedene Wildtierarten le-
nem Zoo vergleicht, haben unsere
ben hier. Überwiegend in Europa
Tiere das zehn- bis zwanzigfache
heimische Wildtiere, aber auch
an Platz“, erklärt Frank Schobes-
Exoten aus anderen Kontinenten.
berger, während wir an Mufflons
Zum Beispiel Stachelschweine,
vorbei gehen. Sie haben wunder-
buschige Waschbären oder zotte-
bare Schnecken auf. So bezeichnet
lige Yaks. Die Yaks passieren wir
man ihr Gehörn. Ausreichend Platz
soeben. Den Bewohner des nächs-
und eine artgerechte, naturnahe
ten Geheges verrät uns ein kleines
Haltung sind dem Tierpfleger-
weißes Schild mit grüner Auf-
meister sehr wichtig. Nur dadurch
schrift: „Eurasischer Luchs“. Stolz
leben die Wildtiere möglichst ver-
richtet das Raubtier seinen Blick
letzungsfrei und gesund. Der jun-
auf uns und spitzt seine Ohren,
ge Ortenburger hat den Wildpark
deren schwarze Haarpinsel auf-
vor zehn Jahren von seinem Vater
recht stehen. Er gilt als besonders
übernommen, der ihn bereits in
geschütztes Tier und ist vielerorts
den 1970er Jahren gekauft hatte.
vom Aussterben bedroht. Vor we-
Mittlerweile liegt er schon seit 33
nigen Jahren wurde er im Baye-
Jahren in Familienhand.
rischen Wald wieder heimisch.
Die Nachbarn der beiden Luchse
haben letzte Woche Nachwuchs
Wildromantische Waldwege
erhalten. Unter strenger Beobach- Obwohl die Sonne kräftig scheint,
tung ihrer Mutter tapsen zwei ist es angenehm kühl. Der Rund-
kleine Lamas noch ein bisschen gang führt bergab, durch wild-
ungeschickt durch ihr Gehege. romantische Waldwege, bis wireine kleine Lichtung erreichen. von ihren Müttern gesäugt wer- Plötzlich landet ein Rabe auf dem
Sie gibt einen großen Kinderspiel- den. Ein ähnliches Bild zeigt sich stolzen Tier. Frank Schobesberger
platz frei. Hier toben, schaukeln, nebenan bei den Hängebauch- erklärt: „Das ist die Natur. Unse-
springen und spielen Kinder, schweinen. Hier sind fünf Junge re Steinböcke sind nun, wie viele
während Eltern eine kleine Rast zum Scherzen aufgelegt. andere Tiere im Frühsommer, im
einlegen. Im Hintergrund grasen Fellwechsel. Die Raben zupfen ih-
Ziegen und Esel. Fast idyllisch. Röhrende Hirsche nen das lose Fell aus und benutzen
Einzig die Einstellung mancher es zum Nestbau“. Faszinierend! Die
Die Rothirsche haben sich ein
Menschen macht Frank Schobes- Wildparkbewohner leben also im
schattiges Plätzchen gesucht. Sie
berger sorgen. „Viele bringen Brot Einklang mit dem freien Wild. Das
stehen am steilen Hang unterhalb
mit, meinen es gut und füttern kommt einem natürlichen Lebens-
die Wildtiere. Doch das fremde des Schlosses. Um sie richtig be- raum sehr nahe.
Futter kann gefährlich werden“, obachten zu können, betreten wir Die Anlage ist sehr weitläufig, an-
berichtet er. Die Wege säumen im- einen Aussichtsturm. Durch einen gelehnt an einen Spaziergang im
mer wieder Automaten, an denen steilen Waldweg geht es weiter zu Wald. Den letzten Abschnitt des
Mais gekauft werden kann. So den Steinböcken. Während sich Wildparks bildet Sigrid’s Futter-
zum Beispiel bei den Wildschwei- die Jungtiere aufgeregt vor uns häusl. Vor dem kleinen Kiosk lädt
nen. Ein mächtiger Keiler liegt im versammeln, lässt sich der gro- ein Biergarten mit Blick auf die
Schatten, während kleine Ferkel ße Steinbock nicht beeindrucken. Damhirsche ein.
ORTENBURG
Freizeit & Erholung
SCHLOSS ORTENBURG HEIMATMUSEUM
Renaissance-Holzdecke in der Schlosskapelle
Heiraten im Schloss,
Tel. 08542/164-0, www.schloss-ortenburg.de
Öffnungszeiten: Di – So von 10 – 17 Uhr
VOGEL- UND TIERPARK IRGENÖD
WILDPARK SCHLOSS ORTENBURG
Geöffnet von 1. April bis 1. November, Einlass von 9 – 18 Uhr
Infos und Winteröffnungszeiten unter:
www.vogelpark-irgenoed.de | www.wildpark-ortenburg.de
FREIZEITZENTRUM UNTERIGLBACH
Geheizte Freibadanlage, ca. 50 m Großwasserrutsche,
Minigolf, Tennis, Tel. 08542/7205
Mai bis September geöffnet
täglich geöffnet von 9 – 19 Uhr
EVANGELISCHE MARKTKIRCHE
450 Jahre Reformation in Ortenburg –
Ausstellung im Kantorhaus
Gruppen und Führungen mit Anmeldung im
Evangelischen Pfarramt, Tel. 08542/7526
WALLFAHRTSKIRCHE SAMMAREI
Täglich Wallfahrtsgottesdienst um 16 Uhr
Wallfahrtsanmeldung beim Kath. Pfarramt Sammarei,
Tel. 08542/653,
www.wallfahrtsland-sammarei.de
39
www.ortenburg.de Nähere Auskünfte erteilt die
Touristinformation, Tel.: 08542/164-21Sie können auch lesen