Verband Bernischer Gemeinden VBG Association des Communes Bernoises ACB - INFO 2/2018 - Berner Gemeinden

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Verband Bernischer Gemeinden VBG
Association des Communes Bernoises ACB
              INFO 2/2018
«Gemeinsam Mehrwert schaffen.»
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VBG-Info 2/2018

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort des Präsidenten .....................................................................................................................................            2
Editorial du président ............................................................................................................................................      6
Wichtige Geschäfte ..................................................................................................................................................    9
Les principaux dossiers en cours ..................................................................................................................                     14
Entlastungspaket 2018 –Brückenangebote ...........................................................................................                                      19
Programme d’allègement 2018 – ­financement des solutions transitoires ..................                                                                                23
Hinweis zur Umsetzung der kantonalen Verordnung über die Begriffe und
Messweisen im Bauwesen ................................................................................................................................                 27
Précision concernant la mise en œuvre des dispositions de l’ordonnance
sur les notions et les méthodes de mesure dans le domaine de la construction .....                                                                                      28
Zügeln leicht gemacht: Kanton Bern startet Projekt eUmzugBE ......................................                                                                      30
Le canton de Berne lance le projet « eDéménagement BE » ...................................................                                                              33
Porträt der Gemeinde Spiez .............................................................................................................................                37
Interview mit Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner ................................................................                                                      42
Vorankündigung der Hauptversammlung des VBG 2019 ........................................................                                                               45
Préavis pour l’Assemblée générale 2019 de l’ACB .........................................................................                                               46
Veranstaltungshinweise / Manifestations 2018 / 2019 ..............................................................                                                      47

IMPRESSUM
Herausgeber                                                                     Verband Bernischer Gemeinden VBG
                                                                                Kramgasse 70, Postfach, 3000 Bern 8
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Präsident                                                                       Daniel Bichsel
Geschäftsführer                                                                 Daniel Arn
Redaktion                                                                       Monika Gerber
Übersetzungen VBG                                                               Michel Jacot-Descombes, 2534 Orvin
Druck                                                                           Hansen Druck, 3011 Bern
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Redaktionsschluss Info 3 / 18                                                   15. November 2018

                                                                                                                                                                         1
VBG-Info 2/2018

VORWORT DES PRÄSIDENTEN

DER VBG IST NICHT DAGEGEN…

                                             Der VBG ist nicht gegen eine Lasten­
                                             verschiebung aufgrund einer neuen
                                             Aufgabenteilung, wie diese im Finanz-
                                             und Lastenausgleichsgesetz (FILAG) fest-
                                             geschrieben ist (Art. 29b), im Gegen­teil.
                                             Dieses Instrument ist seinerzeit auf
                    Daniel Bichsel
                                             Anregung des VBG ins FILAG aufge-
                    VBG-Präsident
                                             nommen worden und hat sich seither be­­
                                             währt. Dank dieser Bestimmung fällt es
                                             viel leichter, eine sinnvolle Ver­schie­bung
Der VBG ist nicht gegen eine Fusions­        der Aufgabenverantwortung von den Ge­­
stra­­­tegie, im Gegenteil, er würde eine    meinden zum Kanton (weit seltener in
sol­­che begrüssen. Der VBG beurteilt        umgekehrter Richtung) vorzunehmen.
aber den von der Regierung angestrebten      Übernimmt der Kanton von den Ge­­mein­
Fusionsrichtplan bzw. den ihm zugrun-        den eine Aufgabe, liefern die Gemeinden
deliegenden Bericht kritisch, weil dieser    dem Kanton gleichzeitig auch die ent-
einerseits Binsenwahrheiten enthält,         sprechenden Steuermittel ab. Mass­­­­­geb­
andererseits Festlegungen trifft, die sich   lich ist der Zeitpunkt der neuen Auf­
bereits auf den ersten Blick als unzutref-   gaben­­­­­­teilung. Bei der Kanto­na­li­sie­rung
fend erweisen. Die Fusionen müssen           der Vormundschaft und der damit ein-
nach wie vor von «unten nach oben» er­­      hergehenden Schaffung einer kantonalen
folgen, die Fusionsstrategie soll – unter    Kindes- und Er­­wach­senen­schutzbehörde
Einbezug des VBG – in einem partner-         (KESB) wurden den Gemeinden in erheb-
schaftlichen Verfahren entwickelt wer-       lichem Ausmass Steuermittel entzogen,
den. Der VBG erwartet, dass die Gemein­      eben im Ver­fah­ren nach Art. 29b FILAG.
den bei der Entwicklung der Fusions­stra­    Und innerhalb der im FILAG vorgese-
te­­gie mitwirken können, anders als dies    henen Frist wurde die nach Gesetz zuläs-
bei der Entstehung des fraglichen Be­­       sigen Kor­r ek­­t uren der Lasten­v erschie­
richts der Fall war. Der VBG will poli-      bung vorgenommen. Danach ist es un­­
tisch mitgestalten, wenn es um die Ge­­      statt­­haft, auf die Verteilung der Lasten
meinden geht.                                (Finanzierung) zurück zu kommen. Es

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... der Treffer ins Schwarze!

             ...denn das Zeitalter der
             EDV Dinosaurier ist vorbei –
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                                                                         3
VBG-Info 2/2018

dürfte kein Zufall sein, dass der rechtlich       gesetzes soll das so bleiben. Es ist nicht
unzulässige Entzug kommunaler Steuer­             etwa vorgesehen, diese Aufgabe wieder
mittel zum Zeitpunkt der Konsul­ta­tion           zu kommunalisieren. Der Kanton will
in der ZAV noch nicht vorgesehen war.             von den Gemeinden einzig CHF 10 Mio.
Die Re­­gierung hat dann diese Be­­stim­          pro Jahr zur Finanzierung seiner eigenen
mung – bei Nacht und Nebel und ohne               Hausaufgaben! Das ist unverständlich
den VBG zu informieren – im Nachhinein            und dreist. Nach erfolgter Aufgaben­tei­­
noch aufgenommen. So nicht! Es mag                lung liegt die Dynamik im entsprechen­
deshalb nicht erstaunen, dass der VBG             den Bereich immer beim Träger der Auf­
eine Musterbeschwerde verfassen liess             gabe. Es geht nicht an, nach Jahr und Tag
und diese den Gemeinden zur Verfügung             den Gemeinden entsprechende Ver­ä n­­
stellt. Der VBG will rechtlich mitge-             derungen finanziell überbinden zu wol-
stalten, wenn es um die Gemeinden geht.           len. Die Behandlung des Berufs­bil­dungs­
                                                  ­ esetzes im Grossen Rat wird zum Prüf­
                                                  g
Der VBG ist nicht gegen Brücken­ange­             stein der Partnerschaft zwischen Kanton
bote, im Gegenteil, der VBG findet diese          und Gemeinden. Hier wird sich zeigen,
An­­gebote sehr gut. Aber es geht nicht an,       ob sich unsere Grossrätinnen und Gross­
dass der Kanton im Jahr 2002 genau                räte hinter die über lange Jah­re hinweg
diese Aufgabe an sich zieht (mit Zu­­stim­        ent­­­w ickelten Aufgaben­t ei­l ungs- und
­mung der Gemeinden), die Gemeinden               Finan­­zierungsgrundsätze stellen, oder ob
 die entsprechenden Aufwendungen in               sie die rein finanzpolitisch motivierten
 Form einer Steuerbelastungs­v erschie­           Ab­­­sichten des Kantons auf den Schild
 bung zugunsten des Kantons abgelten              heben. Der VBG wird den Ge­­mein­­­den zu
 und dieser Kanton dann den Gemeinden             gegebener Zeit die nötigen Argumen­ta­
 16 Jahre später noch einmal einen er­­­­         rien zustellen, damit sie bei den Gross­
 heblichen Teil dieser Kosten erneut ab­­­­­­­­   ratsmitgliedern ihrer Re­­gion vorstellig
 schöpfen will. Die Brückenangebote ge­­­­­       werden können. Der VBG will politisch
 hören unbestrittenermassen zur Sekun­­­­         verhindern, was den Inte­res­sen der Ge­­
 dar­­stufe 2, liegen also in der Zuständig­      meinden zuwiderläuft und die langjährig
 keit des Kantons. Auch mit der vorgese-          bewährten Regeln der Partner­schaft Kan­
 henen Revision des Berufs­b ildungs­             ton–Gemeinden in Frage stellt.

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                                                                 info@abplanalp.ch
                                                                 www.abplanalp.ch / www.archiv.ch

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VBG-Info 2/2018

EDITORIAL DU PRÉSIDENT
L’ACB N’EST PAS CONTRE…

Daniel Bichsel, président de l’ACB

L’ACB n’est pas contre une stratégie          judicieux, il est plus facile de procéder à
d’encouragement des fusions de com-           des transferts de responsabilités de
munes, au contraire. Toutefois, pour          tâches des communes vers le canton (ils
l’ACB, le plan directeur des fusions et le    sont plutôt rares dans le sens contraire).
rapport du gouvernement sur lequel il         Lorsque le canton reprend la responsa-
repose non seulement enfoncent des            bilité d’une tâche jusque-là assumée par
portes ouvertes, mais encore contiennent      les communes, ces dernières lui cèdent
des propositions qui se révèlent d’em-        simultanément une part correspondante
blée irréalistes. Les fusions doivent         de leur substance fiscale. C’est l’entrée
continuer de répondre à une volonté qui       en vigueur du transfert de la responsabi-
s’exprime « de bas en haut ». La straté-      lité de la tâche qui est déterminante
gie en matière de fusion doit donc être       pour cette cession. Lors de la cantonali-
élaborée dans le cadre d’un partenariat       sation des tutelles avec la création de
canton-communes. L’ACB n’imagine en           l’Autorité de protection de l’enfant et de
effet pas que cette stratégie puisse être     l’adulte (APEA), les communes avaient
construite sans la participation des com-     déjà cédé au canton une part non négli-
munes, comme cela a été le cas du rap-        geable de leur substance fiscale, précisé-
port susmentionné, et elle tient à appor-     ment en vertu de cet art. 29b LPFC. De
ter sa contribution politique dès lors        plus, dans les délais prévus par la LPFC,
qu’il en va de l’intérêt des communes.        le canton a aussi procédé aux corrections
                                              légalement admises des transferts de
L’ACB n’est pas contre un transfert de        charges. Après-coup, il n’est plus pos-
charges résultant d’une nouvelle répar-       sible de revenir sur la répartition des
tition des tâches tel qu’il est prévu par     charges (financement). Cela ne doit cer-
l’art. 29b de la loi sur la péréquation       tainement rien au hasard si le projet
finan­­cière et la compensation des           d’ordonnance sur la collaboration des
charges (LPFC), au contraire. A l’époque,     services communaux avec les autorités
cet instrument avait en effet été intro-      de protection de l’enfant et de l’adulte et
duit dans la LPFC à l’initiative de l’ACB.    l’indemnisation des communes (OCInd)
Et il a fait ses preuves depuis lors. Grâce   qui a été mis en consultation ne pré-
à cette disposition, lorsqu’ils s’avèrent     voyait pas encore le prélèvement illicite

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VBG-Info 2/2018

d’une part supplémentaire de la subs-           l’orientation professionnelle (LFOP) ne
tance fiscale des communes. Le gouver-          modifie pas cet état de fait. Il n’est pas
nement a rajouté cette disposition après-       non plus prévu de « recommunaliser »
coup, en catimini et sans en informer           cette tâche. Non, le canton veut « juste »
l’ACB. Cela est tout bonnement inaccep-         prélever 10 millions de francs par an
table ! Il n’y a donc rien d’étonnant à ce      dans les caisses communales pour
que l’ACB ait fait rédiger un recours type      financer ses propres tâches ! C’est tota-
à l’attention des communes. L’ACB tient         lement incohérent et cynique. Une fois
à apporter sa contribution juridique dès        la nouvelle répartition de tâche effec-
lors qu’il en va de l’intérêt des com-          tuée, il incombe toujours à la partie qui
munes.                                          en a la responsabilité de répondre à
                                                l’évolution du secteur correspondant.
 L’ACB n’est pas contre les offres de           Les communes ne sauraient accepter
­for­­­mations transitoires, au contraire. En   que, au lieu de prendre les décisions qui
 revanche, elle ne saurait accepter que,        s’imposent et d’avoir le courage et la dé­­
 après avoir cantonalisé cette tâche en         cence d’en répondre directement envers
 2002 avec l’assentiment des com-               ses citoyens, le canton veuille main­­­
 munes – qui, depuis lors, le rémunèrent        tenant améliorer sa situation financière
 en conséquence au moyen du transfert           à leurs dépens au motif que l’accomplis-
 de charge fiscale correspondant opéré          sement de certaines tâches qui lui
 simultanément -, le canton veuille main-       incombent coûte plus cher aujourd’hui
 tenant, seize ans plus tard, procéder à un     qu’hier. L’examen de la LFOP par le
 nouveau transfert de charge pour cette         Parlement sera la pierre de touche de
 même tâche, obligeant ainsi les com-           l’esprit de partenariat entre le canton et
 munes à payer deux fois pour les mêmes         ses communes. Ce test montrera si nos
 prestations. Les offres de formations          députés défendront les principes régis-
 transitoires relèvent incontestablement        sant la répartition des tâches et leur
 du degré secondaire II, partant de la          fi­nan­­­cement mis au point durant toutes
 compétence du canton. La révision par-         ces années ou s’ils se rendront aux argu-
 tielle de la loi sur la formation profes-      ments en fin de compte purement bud-
 sionnelle, la formation continue et            gétaires du canton. En temps et en

                                                                                         7
VBG-Info 2/2018

heure, l’ACB fournira aux communes un                              tueux à la base du partenariat qui
argumentaire pertinent qui leur permet-                            cimente les relations entre le canton et
tra d’intervenir auprès des députés qui                            ses communes.
représentent leur région. L’ACB veut
apporter sa contribution politique afin
d’éviter des décisions qui iraient à l’en-
contre des intérêts des communes et
remettraient en cause les principes ver-

                                        Car je fais confiance à un partenaire engagé

                                                         ne o re de pr vo ance flexible, une prise en charge individuelle
                                                       de la client le et une qualit de service de premier ordre. elles
                                                       sont les valeurs que d fend Previs Pr vo ance depuis 60 ans dans
                                                       le service public, et continuera de d fendre l avenir.

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                                                        ommunes Bernoises      B et la Previs.

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    rz_19405018002_Inserat_VBG-Info_A6quer_FR.indd 1                                                              28.06.18 11:56

8
VBG-Info 2/2018

WICHTIGE GESCHÄFTE

MUSTERBESCHWERDE                                      tätig sind, stelle eine neue Auf­g aben­
(ZAV, ÜBERWÄLZUNG KOSTEN                              teilung dar und ermächtige den Kanton,
VIA ART. 29B FILAG)                                   diese Lastenverschiebung bei den Ge­­
                                                      meinden geltend zu machen. Die Kom­
Die Gemeinde Köniz hat vor dem Ver­                   pensation der Lastenverschiebung wird
wal­tungsgericht erstritten, dass den Ge­­            jährlich durch den Kanton im Rah­m en
mein­­den zusätzlich auch der Sachauf­                der Finanz- und Lasten­aus­gleichs­ver­fü­
wand abzugelten ist, der auf den Sozial­              gung in Rechnung gestellt. Diese Ver­
diens­ten im Zusammenhang mit KESB-                   fügung muss deshalb von jeder Ge­­mein­
Auf­­trägen anfällt (und nicht nur die                de individuell angefochten werden,
Gehaltskosten). Die Höhe der Abgeltung                wenn diese die Kompensation via Art.
ist allerdings immer noch streitig und                29b FILAG bestreiten will. Mehrere
wird wohl neuerlich zu Beschwerde­ver­                gros­­­­s e Gemeinden haben beschlossen,
fahren führen. Die Regierung hat in der               diese Verfügung anzufechten und haben
Folge mittels einer Änderung der ZAV                  durch einen Anwalt eine entsprechende
entschieden, dass der Mehraufwand des                 Be­­­­schwerde ausarbeiten lassen. Im Rah­
Kantons, der durch die Abgeltung dieses               men dieser Arbeiten wurde gleichzeitig
Sachaufwandes anfällt, den Gemeinden                  die Kurzfassung einer Beschwerde erar-
via Art. 29b FILAG unter dem Titel                    beitet, die allen bernischen Gemeinden
«Neue Aufgabenteilung» wieder abge-                   kostenlos zur Verfügung gestellt werden
führt werden soll. Dieses Vorgehen                    konnte. Diese «Musterbeschwerde» wur­
erscheint aus rechtlicher Sicht kaum zu­­     ­­­­­­­­d e auch in die französische Sprache
lässig. Die Korrekturmechanismen bei                  über­­­­­­­­­­s etzt. Es ist abzusehen, dass die
neuen Aufgabenteilungen sind im Ge­­                  meis­­­­­­­­­­­­­t en Beschwerdeverfahren sistiert
setz über den Finanz- und Lasten­a us­                werden, bis in der Sache entschieden ist.
gleich FILAG festgelegt und können                    Unter­­­­lässt eine Gemeinde die Be­­schwer­
nicht mittels Verordnung ausgehebelt                  de­­­­­­­­­­­­­f ührung, erwächst die Verfü­g ung in
werden. Der Kanton beurteilt das aller-               die­­­sem Punkt in Rechtskraft, mit der
dings anders und führt aus, diese zu­­sätz­           Wirkung, dass die Gemeinde die Kom­
liche Abgeltung des Sachaufwandes der                 pensation bezahlen muss (ca. CHF 6 pro
Sozialdienste, die im Auftrag der KESB                Jahr und Einwohner/-in). Nach aktu-

                                                                                                        9
VBG-Info 2/2018

ellem Kenntnisstand habe sehr viele             grossräumig abgebaut werden, einzig
Gemeinden Gebrauch von der Muster­              der innerkommunale Finanzausgleich
beschwerde gemacht und führen eine              nach einer Fusion bringt Linderung für
entsprechende Beschwerde.                       den oder die finanzschwächeren Partner
                                                in einer Fusion.

FUSIONSSTRATEGIE
(PRÜF­BERICHT ZUKUNFT                           VORPRÜFUNGS- UND
GEMEINDE­LANDSCHAFT)                            GENEHMIGUNGSVERFAHREN IM
                                                BEREICH BAU UND PLANUNG
Die Absicht, Fusionsförderungen künf-
tig anhand einer klaren strategischen           Das Vorgehen des Amtes für Gemeinde
Aus­­richtung zu betreiben, wird seitens        und Raumordnung (AGR) im Rahmen
der kommunalen Verbände unterstützt.            von bau- und planungsrechtlichen Ge­­
Allerdings erscheint der Fusions­r icht­        schäften der Gemeinden hat bereits
plan, der sich an den dem Prüfbericht           mehr­­mals zu Interventionen beim zu­­
bei­­­­­l iegenden Karten orientiert, nicht     stän­­digen Direktor der Justiz-, Gemein­
ziel­­­­­führend. Zu theoretisch und zu büro-   de- und Kirchendirektion (JGK) geführt.
kratisch erscheint die Annäherung an            Viele Gemeinden, aber auch Raum­
mögliche Fusionsräume. Die vorlie-              planer/innen sowie Bau- und Planungs­
gende Studie erbringt kaum einen prak-          juristen beklagen sich über das Verhalten
tischen Beitrag zur Förderung von Ge­­          des AGR in diesen Verfahren. Es ist den
meindezusammenschlüssen. Die kom-               kommunalen Verbänden bewusst, dass
munalen Verbände vertreten durchaus             es im Rahmen der neuen Vorgaben des
die Ansicht, dass Gemeindefusionen              eid­­g enössischen Raumplanungsrechts
gefördert und vorangetrieben werden             für die Gemeinden ganz allgemein
sollen. Allerdings muss dieser Prozess          schwieriger geworden ist, sich zu ent­
nach wie vor «bottom up» erfolgen, und          wickeln. Es geht vorliegend nicht etwa
nicht vom Kanton verordnet. Die grossen         darum, von der JGK etwas zu verlangen,
Finanzkraftunterschiede zwischen den            was vom übergeordneten Recht her nicht
Gemeinden können mittels Fusion nicht           möglich ist. Es erscheint aber unerläss-

10
VBG-Info 2/2018

lich, dass das AGR in diesen Verfahren         Projekt E-Umzug wird auch in abseh-
politisch geführt wird und dass für die        barer Zeit einem Pilotversuch unter­
Ge­­m einden mögliche Handlungs­s piel­        worfen und ist gut unterwegs. In beiden
räume konsequent gefördert und genutzt         Pro­­j ekten laufen die Ge­­s etz­g e­b ungs­
werden. Der JGK-Direktor hat im Zu­­           arbeiten, damit die nötigen Gesetzes­
sammen­­­­hang mit der Intervention einer      ände­­rungen in die Wege geleitet werden
Gemeinde in Aussicht gestellt, verschie-       können. Im Bereich E-Umzug soll für
dene Vorfälle in bestimmten Gemeinden          die Pilotphasen vorerst mit einer «Ver­
im Rahmen einer Veranstaltung zu prä-          suchs­­­­­v ersordnung» gearbeitet werden.
sentieren und einer breiteren Diskussion       Im Bereich E-Anzeiger hat eine Aus­
zuzuführen. Er hat den VBG angefragt,          sprache mit dem AGR auf der «tech-
ob er auch mitwirke und die JGK bei der        nischen» Ebene stattgefunden. Das AGR
Eva­­­luation von Problemfällen unterstüt-     ist offen für die Möglichkeit, die An­­zei­
ze. Die in Aussicht gestellte Ver­a n­s tal­   ger dereinst elektronisch herausgeben
tung hat am 14. August 2018 in An­­we­         zu können. Diese Möglichkeit würde al­­
sen­­­­heit der neuen JGK-Direktorin statt­­   ler­­dings eine Anpassung des Gemeinde­
gefunden.                                      ­g esetzes bedingen. Dabei wird es nicht
                                                mehr ein klassischer Anzeiger sein, son-
                                                dern eine Plattform zur Publikation der
E-PROJEKTE                                      kommunalen Veröffentlichungen. Re­­
                                                gio­­nen, die weiterhin einen Anzeiger in
Im Bereich der Digitalisierung laufen           Papierform herausgeben wollen, sollen
aktuell mehrere Projekte: Das Projekt           dies tun können.
E-Bau kommt bereits in die Pilotphase
mit zehn Gemeinden im Emmental. Im
Rahmen der Vernehmlassung sind sei-            GESETZ ÜBER DAS ERBRINGEN
tens der Gemeinden auch kritische              VON SICHERHEITS­DIENST­
Stimmen laut geworden. Es erscheint            LEISTUNGEN DURCH PRIVATE
sehr wichtig, dass diese Einwände ein-
lässlich erörtert und die nötigen An­­pas­     Die Gemeinden sind bei der Sicherheit
sungen vorgenommen werden. Das                 auf die Dienstleistungen Privater ange-

                                                                                         11
VBG-Info 2/2018

wiesen. Der VBG hat stets mit Nach­         tig, dass hier seitens des Kantons umge-
druck verlangt, dass der Kanton diesen      hend minimale Standards definiert wer-
Dienstleistungsbereich reguliert, damit     den. Der Grosse Rat hat die Vorlage in
die Gemeinden davon ausgehen kön-           einer Lesung beraten und verabschiedet.
nen, dass die Mitarbeitenden von Sicher­
heits­­firmen gut beleumundet und aus-
gebildet sind. Ein Argument gegen die       VERNEHMLASSUNGEN
Regulierung besteht darin, das die natio­
nal tätigen Unternehmen bei jedem            Die Stellungnahmen der kommunalen
Kan­­ton vorstellig werden müssen bzw.       Verbände (VBG / BGK) zu den jeweils
in jedem Kanton andere Regeln gelten.        aktuellen Themen werden stets umge-
Es dürfte aber lange gehen, bis eine         hend auf der Homepage begem.ch publi­
Bundeslösung eingeführt werden kann.        ­z iert. https://www.begem.ch/vernehm-
Für die Gemeinden ist es deshalb wich-       lassungen

12
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                                                               13
VBG-Info 2/2018

LES PRINCIPAUX DOSSIERS EN COURS

RECOURS TYPE À L’ATTENTION                      dique, un tel procédé ne semble guère
DES COMMUNES (OCIND,                            recevable tant il est vrai que les méca-
­TRANSFERT DE CHARGES EN                        nismes de corrections en cas de nouvelle
 INVOQUANT L’ART. 29B LPFC)                     répartition des tâches sont fixés dans la
                                                LPFC et ne peuvent pas être contournés
La Commune de Köniz a obtenu du                 par voie d’ordonnance. Le canton a toute-
Tribunal administratif qu’il confirme           fois choisi de voir la situation d’un tout
que, en plus des charges salariales, les        autre œil et de considérer que la rémuné-
communes doivent également être                 ration des communes pour lesdites
indemnisées pour leurs charges d’infras-        charges d’infrastructure découle d’une
tructure imputables aux prestations de          nouvelle répartition des tâches, cela afin
leurs services sociaux en faveur de l’Auto-     de lui permettre de faire valoir ce trans-
rité de protection de l’enfant et de l’adulte   fert de charges auprès des communes. Le
(APEA). Le montant de cette indemnisa-          canton a donc facturé la compensation
tion fait toutefois encore l’objet de           qui en découle à chaque commune au
contentieux qui aboutiront sans doute à         moyen de la décision annuelle sur la
de nouvelles procédures de recours. Le          compensation des char­ges concernant les
gouvernement a réagi en modifiant l’or-         transferts de charges résultant d’une
donnance sur la collaboration des ser-          nouvelle répartition des tâches entre le
vices communaux avec les autorités de           canton et les communes. Chaque com-
protection de l’enfant et de l’adulte et        mune doit donc elle-même attaquer cette
l’indemnisation des communes (OCInd)            décision si elle souhaite contester cette
de façon à récupérer auprès des com-            compensation par le biais de l’art. 29b
munes le montant de ces dépenses sup-           LPFC. Plusieurs grandes communes ont
plémentaires découlant de l’indemnisa-          décidé de se battre contre cette décision
tion desdites charges d’infrastructures en      du canton et ont chargé un avocat de rédi-
invoquant l’art. 29b « transferts de            ger un recours correspondant. A l’initia-
charges résultant d’une nouvelle réparti-       tive de l’ACB, un recours type a été rédigé
tion des tâches » de la loi sur la péréqua-     dans la foulée et mis gratuitement à la
tion financière et la répartition des           disposition de toutes les communes ber-
charges (LPFC). D’un point de vue juri-         noises. Ce document a également été tra-

14
VBG-Info 2/2018

duit en français. Il faut s’attendre à ce     cartes annexées au rapport d’expertise,
que la plupart de ces procédures soient       ne semble toutefois pas permettre d’at-
suspendues jusqu’à l’entrée en force          teindre le but visé. L’approche relative à
d’une décision définitive dans la procé-      la constitution d’unités spatiales par
dure qui oppose la Ville de Bienne à l’Ad-    fusion de communes paraît trop théo-
ministration des finances du canton. La       rique et bureaucratique. L’expertise n’ap-
décision cantonale entre en force sur ce      porte aucune véritable contribution à
point pour chaque commune qui ne l’au-        l’encouragement des fusions de com-
rait pas attaquée dans les délais, la ren-    munes. Les associations sont certes
dant du même coup redevable de la com-        d’avis qu’il faut promouvoir et stimuler
pensation, soit environ 6 francs par an et    ces fusions, mais elles sont convaincues
par habitant. Compte tenu des informa-        que la volonté de fusionner doit s’expri-
tions disponibles au moment de la rédac-      mer de bas en haut et ne saurait être
tion du présent article, il apparaît que de   imposée par le canton. Les grandes dis-
très nombreuses communes ont utilisé le       parités entre les capacités contributives
recours type et recouru contre la décision    des communes ne se laissent pas réduire
du canton.                                    par des fusions à grande échelle en tant
                                              que telles. Seule une péréquation finan-
                                              cière interne opérée après la fusion peut
STRATÉGIE D’ENCOURAGEMENT                     apporter un soulagement pour le ou les
DES FUSIONS DE COMMUNES                       partenaires les plus désavantagés avant la
(RAPPORT D’EXPERTISE AVENIR                   fusion.
DU DÉCOUPAGE GÉOPOLITIQUE
DU CANTON DE BERNE)
                                              PROCÉDURES D’EXAMEN
Les défenseurs constitués des intérêts        ­PRÉALABLE ET D’APPROBATION
des communes (ci-après : les associa-          EN MATIÈRE DE CONSTRUCTION
tions) sont favorables à un encourage-         ET D’URBANISME
ment des fusions de communes suivant
une orientation stratégique claire. Le        La procédure suivie par l’Office des
plan directeur des fusions, fondé sur les     affaires communales et de l’organisation

                                                                                     15
VBG-Info 2/2018

du territoire (OACOT) pour traiter les       munes et de les soumettre à une large
dossiers de construction et d’urbanisme      discussion. Il avait également demandé
des communes a déjà donné lieu à plu-        à l’ACB d’y participer et d’aider la JCE
sieurs interventions auprès du directeur     lors de l’évaluation desdits problèmes.
de la justice, des affaires communales et    La présentation annoncée a en lieu le
des affaires ecclésiastiques (JCE). De       14 août 2018, en présence de la nouvelle
nombreuses communes, mais aussi de           directrice de la JCE.
nombreux urbanistes et juristes spécia-
lisés dans les domaines de la construc-
tion et de l’urbanisme se plaignent de la    PROJETS D’E-ADMINISTRATION
manière dont l’OACOT conduit ces dos-
siers. Les associations sont tout à fait     Plusieurs projets d’e-administration
conscientes que, dans le cadre des nou-      sont en cours. Ainsi le projet eBau (pro-
velles prescriptions du droit fédéral        cédure électronique d’octroi du permis
régissant l’aménagement du territoire, il    de construire) entre déjà dans sa phase
est, d’une manière tout à fait générale,     pilote dans dix communes de l’Emmen-
devenu plus difficile pour les communes      tal. Il avait suscité quelques critiques de
de se développer. Les communes n’at-         la part des communes lors de la procé-
tendent en l’occurrence pas de la JCE        dure de consultation déjà. Pour l’ACB, il
des concessions en contradiction avec le     est très important que ces objections
droit supérieur. Elles estiment en           soient examinées de manière approfon-
revanche indispensable que, pour la          die afin de procéder aux adaptations
conduite de telles procédures, l’OACOT       nécessaires. Le projet eDéménagement
soit tenu de respecter des principes défi-   entrera bientôt en phase pilote dans le
nis à l’échelon politique afin qu’elles-     canton de Berne. Au début, les phases
mêmes puissent disposer de la plus           pilotes se baseront sur une « ordon-
grande marge de manœuvre permise par         nance à l’essai ». Par ailleurs, une dis-
le droit fédéral. Donnant suite à l’inter-   cussion a eu lieu à l’échelon « techni­
vention d’une commune, le directeur de       que » avec l’OACOT en vue d’une éven-
la JCE avait promis de présenter des pro-    tuelle publication en ligne des feuilles
blèmes rencontrés dans diverses com-         officielles d’avis. L’OACOT reste ouvert

16
VBG-Info 2/2018

à une telle possibilité. Le cas échéant, il       territoire de plusieurs cantons devra
sera nécessaire d’adapter la loi sur les          répondre aux exigences de chacun des
communes en conséquence. Les feuilles             cantons concernés et celles-ci ne seront
officielles d’avis classiques seront alors        pas forcément les mêmes. Cela étant, il
remplacées par une plateforme sur                 s’écoulera encore bien du temps avant
laquelle les communes pourront mettre             qu’une réglementation puisse entrer en
leurs communications en ligne. Il faut            vigueur à l’échelon fédéral. Pour les
toutefois que les régions qui souhaitent          communes, il est important que le can-
continuer de publier une feuille offi-            ton définisse rapidement des normes
cielle d’avis imprimée puissent conti-            minimales en la matière. Lors de la ses-
nuer à le faire.                                  sion de mars 2018, le Grand Conseil a
                                                  examiné le projet de LPESP en première
                                                  lecture et l’a approuvé.
LOI SUR LES PRESTATIONS DES
ENTREPRISES DE SÉCURITÉ
PRIVÉES (LPESP)                                   CONSULTATIONS

En matière de sécurité, les communes              Les avis rendus par les associations
sont tributaires de prestations fournies          (ACB/CCB) sur les thèmes d’actualité
par des entreprises de sécurité privées.          sont toujours immédiatement publiés
L’ACB a toujours insisté pour que le              (en allemand) sur le site Web begem.ch
canton réglemente ce domaine afin que             https://www.begem.ch/vernehmlassun-
les communes puissent partir du prin-             gen.
cipe que les collaborateurs des entre-
prises de sécurité privées jouissent
d’une bonne réputation et sont bien for-
més. Un argument milite toutefois
contre la régulation des prestations des
entreprises de sécurité privées à l’éche-
lon cantonal : le cas échéant, l’entreprise
de sécurité qui voudra travailler sur le

                                                                                       17
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VBG-Info 2/2018

ENTLASTUNGSPAKET 2018 –
BRÜCKENANGEBOTE

Die kommunalen Verbände haben am               um seinen Haushalt im Gleichgewicht
8. Juni 2018 die folgende Vernehm­las­         und die Steuern möglichst tief zu hal-
sung eingereicht:                              ten. Eine Verlagerung von Kosten hin zu
                                               den Gemeinden führt aber aus einer
ENTLASTUNGSPAKET 2018                          Gesamtsicht nicht zu einer Entlastung
                                               des öffentlichen Finanzhaushalts. Was
Die Teilrevision des BerG erfolgt in Um­­      beim Kanton wegfällt, kommt bei den
setzung der vom Grossen Rat beschlos-          Gemeinden wieder hinzu, aus volkswirt-
senen Massnahme 48.4.5 zur Finan­zie­          schaftlicher Sicht ein Nullsummenspiel.
rung der Brückenangebote. Die kommu-
nalen Verbände haben sich vor der Be­­­
ratung dieser Massnahme zu Wort ge­­mel­       VERLETZUNG BEWÄHRTER
d
­ et und ihre grundsätzlichen Be­­denken       REGELN DURCH DEN KANTON
gegen die fragliche Massnahme vorge-
bracht. Nach einem Auftritt des VBG vor        Der Kanton verletzt mit dieser Mass­nah­
der Finanzkommission des Gros­­sen Rats        me die in mehreren Aufgaben­t eilungs­
hat sich die Kommission gross­­­­­mehr­heit­   projekten entwickelten und bewährten
lich gegen diese Mass­nahme ausgespro-         Spielregeln, wonach Lasten­v er­s chie­
chen. Der Grosse Rat ist hingegen der          bungen zwischen Kanton und Ge­­mein­
Regierung gefolgt und hat die Massnahme        den konsequent saldiert und gegenseitig
zur Entlastung des kantonalen Haushalts        verrechnet werden. Der VBG hat sich
um ca. CHF 10 Mio. jährlich (zulasten der      bisher konsequent an diese Regel gehal-
Gemeinden) gutgeheissen.                       ten, die der Kanton mit der vorgesehe­
                                               nen Massnahme missachtet. Wenn der
                                               Kanton die Gemeinden neu an den Kos­
KEINE ENTLASTUNG, NUR EINE                     ten für die Brückenangebote (z.B. be­­
KOSTENVERSCHIEBUNG VOM                         rufs­­­vorbereitendes Schuljahr, Vorlehre)
KANTON AUF DIE GEMEINDEN                       be­­teiligen will, verstösst er gegen diese
                                               Abmachung. Dieser Aufgabenbereich
Der VBG kann nachvollziehen, wenn              liegt nicht in der Zuständigkeit der Ge­­
der Kanton weniger Geld ausgeben will,         meinden und demnach auch nicht in

                                                                                       19
VBG-Info 2/2018

deren Finanzierungsverantwortung. Die          lichen Anteil dieses Aufwandes mitfi-
Sekundarstufe II, wozu die Brücken­            nanzieren, entbehrt jeglicher Logik. Bei
ange­­bote gehören (Vortrag, Ziffer 3.1.1.),   einem Anstieg der Zuwanderung von
wurde mit FILAG I (2002) kantonali-            Asylsuchenden werden beispielsweise
siert. Die Gemeinden mussten dafür da­­        die Spitäler stärker in Anspruch genom-
zu­­mal in erheblichem Ausmass Steuer­­        men, was aber nicht dazu führen kann,
substrat abgeben. Wenn der Kanton nun          dass sich die Gemeinden plötzlich an
die Gemeinden wieder für die Finan­zie­        den Kosten für die stationäre Gesund­
rung dieser Angebote in die Pflicht neh-       heitsversorgung beteiligen müssten.
men will, lässt er die Gemeinden für die
gleiche Leistung ein zweites Mal bezah-
len. Das kann im Sinne eines fairen            DIE GEMEINDEN HABEN STETS
Miteinanders nicht sein.                       LEIH GEHALTEN

                                               In den vergangenen Jahren sind die Kos­
KEINE NEUE AUFGABENTEILUNG                     ten der Lastenverteiler – zum Teil mas-
                                               siv – gestiegen. Die Gemeinden haben
Vorliegend geht es nicht darum, eine           diese Mehraufwendungen stets mitge-
Auf­­gabe neu von den Gemeinden erfül-         tragen und haben sich den dahinter ste-
len zu lassen. Es verhält sich nicht etwa      henden politischen Entscheiden unter-
so, dass der Kanton die Zuständigkeit          worfen. Bei allen Aufgabenteilungen hin
für die Erfüllung der Brückenangebote          zum Kanton (so auch bei der Kantonali­
den Gemeinden übertragen möchte. Der           sierung der Brückenangebote auf das
Kanton will diese Aufgabe weiterhin sel-       Jahr 2002 hin) haben die Gemeinden
ber erfüllen, nur sollen die Gemeinden         akzeptiert, dass sie die entsprechenden
jährlich CHF 10 Mio. an die Kosten bei-        Mittel via Steuerbelastungsverschiebung
tragen. Dass Asylsuchende diese Ange­­         abtreten mussten bzw. via Lastenverteiler
bote auch in Anspruch nehmen, wird             «Neue Aufgabenteilung» (Art. 29b
nicht bestritten, das war schon immer          FILAG) jährlich finanzieren.
so. Aus diesem Umstand abzuleiten, die
Gemeinden müssten neu einen erheb-

20
VBG-Info 2/2018

DIE GEMEINDEN HABEN DIE                          FAZIT
BRÜCKENANGEBOTE BEREITS
ABGEGOLTEN                                       Die kommunalen Verbände lehnen die
                                                 Re­vision des BerG, soweit sie die Finan­
Nach langer Zeit der Partnerschaft und           zierung der Brückenangebote betrifft,
der Einhaltung der Aufgaben­t eilungs­           mit Nachdruck ab. Sie äussern sich
regeln erfolgt ein Rückfall in alte, uner-       nicht zu den Varianten, weil die Vorlage
freuliche Zeiten. Die Gemeinden kön-             ganz grundsätzlich abgelehnt wird. Die
nen nicht nachvollziehen, dass es dem            Gemeinden werden im Rahmen der wei-
Kanton in den Sinn kommt, sich im er­­           teren politischen Behandlung dieses
wähn­t en Ausmass bei den Gemeinden              Geschäfts alles daran setzen, damit die-
zu bedienen. Die Gemeinden stehen –              ser Vorlage kein Erfolg beschieden sein
wie der Kanton – unter grossem finanz-           wird. Die kommunalen Verbände sind
politischem Druck und sind bemüht,               überzeugt, dass sich die Gemeinden bei
ihren Haushalt im Gleichgewicht zu               den Mitgliedern des Grossen Rates ihrer
halten. Sie haben kein Verständnis, dass         Region Gehör verschaffen werden.
sie an den Kosten eines Sekundarstufen
II – Angebots partizipieren sollen, wel­
ches dereinst bei den Gemeinden lag
und mit FILAG 2002 kantonalisiert wor-
den ist. Es ist nicht ganz untypisch für
das Vorgehen des Kantons, dass im
Vortrag verschwiegen wird, dass den
Gemeinden bei der Kantonalisierung
dieser Aufgabe entsprechend bereits
Steuersubstrat abgeführt worden ist.
Nun will der Kanton zur Sanierung sei-
nes Haushalts das Gleiche von den Ge­­
meinden ein zweites Mal einfordern.

                                                                                       21
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22
VBG-Info 2/2018

PROGRAMME D’ALLÈGEMENT 2018 –
­FINANCEMENT DES SOLUTIONS TRANSITOIRES

Le 8 juin 2018, les associations qui          commission n’a toutefois pas été suivie
défendent les intérêts des communes           par le Grand Conseil. Ce dernier s’est en
(ci-après : les associations) ont rendu       effet rallié au gouvernement et a, malgré
l’avis ci-dessous.                            tout, décidé d’imputer les offres de for-
                                              mations transitoires à la répartition des
                                              charges de l’école obligatoire afin de
PROGRAMME                                     décharger le ménage cantonal de
D’ALLÈGEMENT 2018                             quelque 10 millions de francs par an
                                              (aux dépens des communes).
La révision partielle de la loi sur la for-
mation professionnelle, la formation
continue et l’orientation professionnelle     UN SIMPLE TRANSFERT
(LFOP) intègre la mise en œuvre de la         DE CHARGES DU CANTON VERS
mesure 48.4.5 relative au financement         SES COMMUNES N’EST PAS
des « solutions transitoires sur la base      UN ALLÈGEMENT !
de la clé de l’école obligatoire », autre-
ment dit elle crée la base légale pour        L’ACB peut comprendre que le canton
l’imputation des offres de formations         veuille réduire ses dépenses pour préser-
transitoires à la répartition des charges     ver son équilibre budgétaire et mainte-
de l’école obligatoire. Les associations      nir les impôts à un niveau le plus bas
ont réagi avant l’examen de cette mesure      possible. Dans une perspective globale,
par le Parlement et fait part de leurs        elle estime toutefois qu’un simple trans-
objections fondamentales à l’encontre         fert de charges vers le canton ne saurait
cette mesure. Leur représentant a même        alléger les finances publiques. Le mon-
été invité à faire part de leur position      tant ainsi économisé à l’échelon canto-
devant la Commission des finances du          nal viendrait alourdir d’autant la facture
Grand Conseil (CFin). Sensibles aux           pour les communes, ce qui, d’un point
préoccupations exposées, les membres          de vue économique, constituerait une
de la CFin se sont en grande majorité         opération à somme nulle pour le contri-
prononcés contre l’introduction de ladite     buable bernois.
mesure d’économie. Sur ce point, la

                                                                                     23
VBG-Info 2/2018

LE CANTON TRANSGRESSE UNE                    quent, l’imputation de ces offres de for-
RÈGLE QUI A FAIT SES PREUVES                 mations transitoires à la répartition des
                                             charges obligerait les communes à payer
Si la mesure critiquée entrait en vigueur,   deux fois pour les mêmes prestations, ce
le canton transgresserait des règles         qui serait nûment contraire à des rela-
éprouvées établies d’un mutuel accord        tions loyales.
avec ses communes dans le cadre des
projets de répartition des tâches. En
vertu de l’une de ces règles, les trans-     PAS DE NOUVELLE RÉPARTITION
ferts de charges entre canton et com-        DES TÂCHES
munes doivent être systématiquement
soldés et réciproquement compensés. A        Dans le cas d’espèce, il n’est nullement
ce jour, l’ACB a toujours respecté cette     question de confier une nouvelle tâche
règle que le canton veut maintenant          aux communes. La volonté du canton
enfreindre en faisant nouvellement par-      n’est pas de transférer aux communes
ticiper les communes aux coûts des           ses compétences en matière d’offres de
offres de formations transitoires (telles    formations transitoires. Non, le canton
qu’années scolaires de préparation pro-      souhaite continuer d’accomplir cette
fessionnelle ou préapprentissage). Ces       tâche, toutefois en exigeant des com-
tâches n’entrent pas dans le champ de        munes qu’elles contribuent à son finan-
compétences des communes qui ne sau-         cement à hauteur d’une dizaine de mil-
raient par conséquent être tenues de         lions de francs par an. Le fait que les
participer à leur financement. Le degré      requérants d’asile recourent également
secondaire II, dont les offres de forma-     aux offres de formations transitoires
tions transitoires relèvent (voir para-      n’est pas contesté. Il en est d’ailleurs tou-
graphe 3.1.1 du rapport du Conseil-          jours allé ainsi. Mais déduire de cet état
exécutif), a été cantonalisé en 2002 dans    de choses qu’il faut dorénavant associer
le cadre de la LPFC I. A l’époque, les       les communes au financement d’une
communes avaient dû, en contrepartie,        part importante des charges qui en
céder une partie importante de leurs         découlent échappe à toute logique. En
recettes fiscales au canton. Par consé-      effet, une augmentation de l’afflux de

24
VBG-Info 2/2018

candidats à l’asile influe également sur la   LES COMMUNES ONT DÉJÀ
charge de travail des hôpitaux sans pour      PAYÉ POUR LES OFFRES DE
autant que cela entraine une obligation       ­FORMATIONS TRANSITOIRES
pour les communes de participer aux
frais des soins stationnaires du canton.      Après des années de partenariat et de
                                              respect des principes régissant la répar-
                                              tition des tâches, le canton retombe dans
LES COMMUNES ONT TOUJOURS                     de vieilles ornières. A cet égard, les com-
JOUÉ LE JEU                                   munes ne comprennent pas qu’il ait pu
                                              lui venir à l’esprit de se servir pareille-
Au cours de ces dernières années, les         ment dans leurs caisses. Comme le can-
coûts liés à la répartition des charges ont   ton, les communes subissent une forte
augmenté, même massivement dans               pression fiscale et s’efforcent de mainte-
certains cas. Les communes ont toujours       nir leur équilibre budgétaire. Elles ne
assumé leur part de ces surcroîts de          parviennent pas à comprendre pourquoi
dépenses et accepté les décisions poli-       elles devraient participer au finance-
tiques sur lesquelles ils se fondent. Lors    ment d’une offre relevant du degré
de chaque transfert de tâches vers le can-    secondaire II. Cette tâche a en effet été
ton (donc aussi lors de la cantonalisation    cantonalisée (LPFC 2002). Dans son
des offres de formations transitoires en      rapport, le canton oublie de rappeler – ce
2002), les communes ont accepté de            qui n’est pas complètement inhabituel
renoncer en faveur du canton à la part        pour lui – qu’à cette occasion, les com-
correspondante de leurs recettes fiscales     munes lui avaient déjà cédé la part cor-
ou de participer au financement de            respondante de leurs recettes fiscales.
charges résultant d’une nouvelle répar-       Pour assainir ses finances, le canton
tition des tâches (art. 29b LPFC).            veut maintenant leur faire payer ces
                                              mêmes prestations une deuxième fois.

                                                                                      25
VBG-Info 2/2018

CONCLUSION                                          l’occasion des débats politiques à venri,
                                                    les communes feront tout ce qui est en
Les associations rejettent fermement la             leur pouvoir pour faire échouer cette
révision de la LFOP dans la mesure où               tentative. Les associations sont persua-
elle institutionnalise le principe de l’im-         dées que les communes sauront se faire
putation des offres de formations transi-           entendre des députés de leur région.
toires à la répartition des charges de
l’école obligatoire. Elles n’entrent pas en
matière sur les variantes, car elles rejet-
tent le projet dans son intégralité. A

     «Wir beraten Gemeinden
     in allen Bankfragen»

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26
VBG-Info 2/2018

HINWEIS DES AGR
ZUR UMSETZUNG DER ­KANTO­­NALEN VERORDNUNG ÜBER DIE
BEGRIFFE UND MESSWEISEN IM BAUWESEN (BMBV; BSG 721.3)
IN DIE KOMMUNALEN BAUREGLEMENTE, ZONENPLÄNE UND
ÜBERBAUUNGSORDNUNGEN

(Bernische Systematische Information               Be­­­stimmungen. In Gemeinden wo diese
der Gemeinden [BSIG] Nr. 7/721.3/1.1               An­­passung noch nicht erfolgt ist, gel-
vom 1. März 2018)                                  ten – gemäss Absatz 2 der Bestim-
                                                   mung – weiterhin (aber längstens bis
 Im Jahr 2008 hat der Regierungsrat des            zum 31.12.2020) die bisherigen Be­­stim­
 Kantons Bern den Beitritt zur interkanto-         mungen von Artikel 93 bis 98 aBauV.
 nalen Vereinbarung über die Harmo­ni­
 sierung der Baubegriffe (IVHB) be­­schlos­        Spätestens ab dem 1. Januar 2021 gelten
­s en. 1 Zur Einführung dieser har­m o­­           die Bestimmungen in allen Gemeinden,
 nisierten Baubegriffe und Mess­­weisen hat        d.h. auf alle Baugesuche, welche ab die-
 der Regierungsrat am 25. Mai 2011 die             sem Zeitpunkt eingereicht werden, sind
 BMBV beschlossen und auf den 1. August            die Bestimmungen der BMBV auch dann
 2011 in Kraft gesetzt. Mit der BMBV und           uneingeschränkt anwendbar, wenn die
 den damit verbundenen Änderungen der              Gemeinden ihre Vorschriften nicht
 kantonalen Bau­ver­ord­nung2 werden die           angepasst haben (vgl. Art. Abs. 3 BMBV).
 Konkordats­bestim­mun­­gen ins kantonale
 bernische Bau­r echt überführt und zu­­           Konkret bedeutet dies, dass Gemeinden,
 gleich wird den Ge­meinden eine Über­             die bis zum Ablauf der Frist zur An­­pas­­
 gangsfrist bis zum 31. Dezember 2020              sung ihrer Vorschriften nichts unternom-
 eingeräumt, ihre Be­­stimmungen zu über-          men haben, Massnahmen des Re­­gie­­rungs­
 prüfen und gegebenenfalls anzupassen.             rates nach Artikel 65 Absatz 2 Buchstaben
                                                   a und c BauG zu gewärtigen haben
Die BMBV gilt in den Gemeinden ab                  [→ «fak­­­tischer Baustopp»; vgl. dazu die
dem Zeitpunkt der Anpassung ihrer                  BSIG 7/721.3/1.2 vom 6. No­­vem­­ber 2015].
bau­­­­­­­­­­­rechtlichen Grundordnung an diese
                                                   Bruno Küenzi, Abt. Bauten des kanto-
                                                   nalen Amtes für Gemeinden und Raum­
                                                   ordnung (AGR)

1 RRB 444/08 vom 12. März 2008
2 Kantonale Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)

                                                                                           27
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