Vision - Cable!Vision Europe

Die Seite wird erstellt Kevin Mertens
 
WEITER LESEN
Vision - Cable!Vision Europe
vision
                                                                              Nr. 5/ Oktober 2021

Europe Businessmagazin für Breitband, IPTV, Kabel und Satellit

 Special Mecklenburg-                                         | Helltec Engineering AG:
     Vorpommern                                                Geschäftsmodelle FTTH

|Infra-Com Swiss engagiert    | netzkontor nord unterstützt     | Main-Tauber-Kreis
sich für Nachwuchsförderung    beim Glasfaserausbau              kooperiert mit BBV
Vision - Cable!Vision Europe
WAVEPACE®
                                                               MDU Spleiß-
                                                               Patch Wandbox
                                                               Zum Abschluss der NE3
                                                               in Mehrfamilienhäusern

       Kompakte Bauweise                      Modulare Konstruktion                     Geförderter Ausbau
Außenmaße von 250 x 170 x 90 mm für         Gehäuse, Deckel und Glasfaser­        Erfüllt die Anforderungen des Bundes­
bis zu 72 Spleiße und 48 LC­/24 SC­Ports   modul sind unabhängig installierbar   förderprogramms für den Breitbandausbau

                                             Erhältlich bei:
                                             braun teleCom
                                             info@brauntelecom.de
 Technische Daten und weitere                shop.brauntelecom.de
 Produkte auf www.wavepace.de                www.brauntelecom.de
Vision - Cable!Vision Europe
EDITORIAL |

                         Liebe Leserinnen und Leser,
                         Deutschland hat gewählt. Nun ist es an den Sondierern, Verhandlern und schließlich
                         an den Abgeordneten, eine neue Bundesregierung zu bilden und einzusetzen. Auf der
                         Agenda der Parteien steht Digitalisierung ganz oben. Das ist wenig erstaunlich, denn
                         noch ist viel zu tun. Aber der Netzausbau, vor allem mit Glasfaser, geht voran. Gerade
                         in ländlichen Räumen bedeuten schnelle Telekommunikationsnetze Standortsiche-
                         rung und -entwicklung sowie Teilhabe. Das Flächenland Mecklenburg-Vorpommern
                         setzt dabei auf den geförderten Ausbau.

                         Bürokratieabbau tut dringend not wie auch gezielte Förderung statt Gießkannen-
                         prinzip. Geld im Markt ist vorhanden, in dem sich mittlerweile zahlreiche Investoren
                         tummeln. Die Investitionen müssen sich aber für alle Beteiligten lohnen. Die Wahl
                          des richtigen Partners und des passenden Geschäftsmodells ist gerade für Kommu
                                                                                                    Kommu-
                            nen im ländlichen Raum wichtig, um Daseinsvorsorge nachhaltig in der Fläche
                             betreiben zu können.

                             Ein weiteres Hemmnis stellt der große Fachkräftemangel dar. Das gilt auch für die
                             Installation im Gebäude. Hier entsteht ein attraktiver Wachstumsmarkt – doch
                             es fehlen bereits qualifizierte Planer und Installateure, um die Nachfrage decken
                            zu können. Die Technologie ist vorhanden, um leistungsstarke Netze zu bauen,
                           zu betreiben und Gebäude anzuschließen und auszurüsten.

                             Mit diesen und anderen Themen beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe von
                                     Cable!vision Europe.

                                           Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre

                                              Erwin Teichmann
© Elmar Witt, Mannheim

                                                                                         Cable!Vision 5/2021   3
Vision - Cable!Vision Europe
Enabling the future

           Die Remote-PHY-Technologie (R-PHY) vereint
           Intelligenz und zukunftsweisende Geschwindigkeit.
           Dank der Operabilität gemäss Cable Labs
           generiert sie 10 Gbit/s Datenströme und moder-
           nisiert damit das Kabelnetz der Zukunft.

           Erivision – Ihr Partner für Technetix Produkte.

                                                  Brunnersmoosstrasse 13
                                                  CH-4710 Balsthal
                                                  Tel. +41 62 391 11 34
                                                  Fax +41 62 391 48 19
                                                  info@erivision.ch
                                                  www.erivision.ch
Vision - Cable!Vision Europe
INHALT |

     12     Branche traf sich beim Breitbandkongress                       20     Helltec Engineering stellt Geschäftsmodelle

                                                                                                                                             © Helltec
            des FRK                                           © FRK
                                                                                  für FTTH vor

3 Editorial                                                           | UNTERNEHMEN & MÄRKTE
                                                                      20        Gigabitregion Stuttgart: Telekom und Stadtwerke
                                                                                Weinstadt kooperieren beim Glasfaserausbau
| POLITIK & WIRTSCHAFT
                                                                      21        Glasfaser Nordwest: Rückschlag für größtes Glasfaser-
8         Trends auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt:                     ausbauprojekt der Deutschen Telekom
          „Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Geschäfts-
          modellen“                                                   22        Vattenfall Eurofiber startet Glasfaserausbau in Berlin
12        FRK-Breitbandkongress wächst weiter und gibt                23        Liberty Global kehrt auf den deutschen Markt zurück
          wichtige Impulse
                                                                                DKT investiert in Aktivitäten in Großbritannien
18        Regionale BREKO-Sommerfeste in Berlin und
          Gelsenkirchen                                               24        carrierwerke: Starkes Internet für Stadtwerke
                                                                      26        Helltec Engineering: Geschäftsmodelle für FTTH
                                                                                in der Schweiz

                                                                                                                   Cable!Vision 5/2021   5
Vision - Cable!Vision Europe
| INHALT

                                                                                                                                                   © Niklas Tschöpe, CC BY-SA 4.0 ausschnitt, , via Wikimedia Commons
                                                              © Infra-Com Swiss
    32    Infra-Com Swiss engagiert sich für Lehrlings-                                46     Mecklenburg-Vorpommern: Breitbandausbau im
          ausbildung                                                                          am dünnsten besiedelten Bundesland

     32    Infra-Com Swiss übernimmt Verantwortung                                | TECHNOLOGIE & SERVICES
           für den Nachwuchs
                                                                                  54        Kohärente Optik im Access-Netz … und es ward Licht
     36    Eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau: Kooperation
           zwischen Main-Tauber-Kreis und BBV                                     57        BTV Multimedia Group: WAVEPACE erfüllt Anforderungen
                                                                                            an den geförderten Breitbandausbau
     40    vitronet Gruppe bietet Leistungen aus einer Hand
                                                                                  58        Televes stellt „Overlight“ vor: Neues System für die
     44    Gemeinsame Veranstaltung von dibkom und ZVEH:                                    optische Sat-ZF-Verteilung
           Fachtag Glasfaserausbau in Deutschland

                                                                                  | PERSONALIA
     | SPECIAL MECKLENBURG-VORPOMMERN
                                                                                  63 DKT, Zattoo, Connect Com
     46    Überblick Breitbandausbau in Mecklenburg-
           Vorpommern
     48    Kommentar vom Bundesverband Glasfaseranschluss                         | SERVICE
           e.V. (BUGLAS)
                                                                                  60        Cable!vision Guide
     50    Erfolgreiche Zusammenarbeit in Mecklenburg-
           Vorpommern:Herausforderungen und Lösungen                              70        Inserentenverzeichnis
           in einem Glasfaserprojekt
                                                                                            Vorschau und Impressum

6    Cable!Vision 5/2021
Vision - Cable!Vision Europe
Wir
         finden
         für jede
(Internet-)Situation
die passende
   Lösung.
Vision - Cable!Vision Europe
| POLITIK & WIRTSCHAFT

                                    Trends auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt

                   „Aufgeschlossenheit gegenüber
                     neuen Geschäftsmodellen“
                  Interview mit Dr. Simon Osterwalder, Geschäftsführer beim Verband Suissedigital,
                                        anlässlich des Suissedigital-Days 2021

I                                                                                                        SUISSEDIGITAL-Day
    m Vorfeld des Branchentreffens              zum wichtigen Thema „IT-Sicherheit
    Suissedigital-Day sprach Cable!vision       für KMU“ halten. Cyber Security ist für                        2021
    Europe mit dem Geschäftsführer des          unseren Verband ein wichtiges Thema,
                                                                                                      Die Kongressmesse des Ver-
Verbandes, dem rund 200 zumeist regio-          für das wir die Öffentlichkeit sensibili-   bands Suissedigital findet am 24. No-
nale Betreiber von Glasfaserkabelnetzen in      sieren möchten. Unter anderem durch         vember 2021 im Kursaal Bern statt.
der Schweiz und Liechtenstein angehören.        Informationen und den „Security             Informationen und Anmeldung unter:
                                                Check“, den man auf unserer Website         www.suissedigital.ch/suissedigital/verband/
Cable!vision Europe: Was sind die               durchführen kann.                           anlaesse
Programm-Highlights des diesjährigen            Mayencourt ist Gründer und Geschäfts-
Suissedigital-Days?                             führer des IT-Sicherheitsunternehmens
Dr. Simon Osterwalder: Keynote Spea-            Dreamlab Technologies, das seit über
ker ist Prof. Dr. Lutz Jäncke, Professor        zwanzig Jahren Sicherheitskonzepte und      Im vergangenen Jahr sind die Abon-
für Neuropsychologie an der Universität         -lösungen für Kunden auf vier Kontinen-     nentenzahlen beim TV bei den Suis-
Zürich, der zum Thema „Von der Stein-           ten erarbeitet. Er ist außerdem Programm-   sedigital-Mitgliedern um vier Prozent
zeit ins Internet – Der analoge Mensch          direktor der Swiss Cyber Security Days.     zurückgegangen. Reichen die Zuwächse
in der digitalen Welt“ sprechen wird. Es        Im Weiteren wird Frédéric Goetsch-          in der Mobiltelefonie, die Verluste beim
geht dabei um die spannende Frage, ob           mann, CEO Quickline und Vorstands-          TV auszugleichen? Rund 70 Prozent der
die moderne digitale Technik unser Sozi-        mitglied von Suissedigtal, die gemeinsam    Zuwächse bei der Mobiltelefonie sind
alverhalten, die Kommunikation und die          mit mehreren Energieversorgungsunter-       auf Kundenzuwächse bei Ihrem weitaus
Art und Weise, wie wir uns selbst sehen,        nehmen entwickelte Lösung zum Messen        größten Mitglied, Sunrise UPC, zurück-
verändert und wie wir mit der zuneh-            von Strom, Wasser, Gas und Fernwärme        zuführen.
menden Informationsflut fertig werden.          sowie zum Steuern von Stromverbrauch
Nick Mayencourt wird einen Vortrag              präsentieren.

                           Nach einer Corona-bedingten Pause 2020 soll
                           der SUISSEDIGITAL-Day dieses Jahr wieder
                           als Präsenzveranstaltung im Kursaal Bern
                           stattfinden
                                                                                                                                          © commons.wikimedia /Kongress + Kursaal Bern AG
Vision - Cable!Vision Europe
Die nächste
                                                                                                              Generation
                                                                                                              Kommunika-
                                                                                                              tionsnetze
                                                                                                              Anschlüsse im

                                                                                            © SUISSEDIGITAL
                                                                                                              Gigabit-Bereich
Suissedigital-Geschäftsführer Dr. Simon Osterwalder
                                                                                                              Bringen Sie den Ball
                                                                                                              ins Rollen. Wir unterstützen
                                                                                                              Sie bei der Umsetzung:
Ich würde nicht von einem Ausgleich                   2020 haben Ihre Mitglieder während
sprechen. Was wir sehen, ist eher eine                der Corona-Pandemie nach Ihrer Aus-
Stabilisierung der Märkte. In der                     sage substantiell in den Glasfaserausbau
                                                                                                              – wirtschaftlich
Schweiz gibt es im Großen und Gan-                    investiert. Welche Ausbaumodelle wur-                   – strategisch
zen zwei parallele Netze, wenn wir von                den dabei favorisiert: FTTC, FTTB,                      – technisch
leitungsgebundenen Netzen sprechen:                   FTTH? Gibt es aktuell größere Glasfa-
Das Netz der Swisscom und das der                     serausbauprojekte?
alternativen Anbieter, im Wesentlichen                FTTC ist das Ausbaumodell der Kabel-
die Mitglieder von Suissedigital, wozu                netzbetreiber und bereits flächende-
ich mittlerweile auch die in den letz-                ckend realisiert, die Cluster werden
ten Jahren entstandenen FTTH-Netze                    verkleinert und die Glasfaser bis zum
von Energieversorgungsunternehmen                     Verteilerkasten näher zum Kunden
zählen darf. Bei uns gehen die Zahlen                 gebracht. Insofern schreitet der FTTB-
der Fernsehkunden leicht zurück, bei                  Ausbau zügig voran, obschon dieser
der Swisscom jedoch die der Festnetz-                 Ausbau weiterhin evolutiv stattfindet,
anschlüsse. Irgendwann wird der Trend                 d.h. sich ein Ausbau in erster Linie
sich stabilisieren.                                   nach den konkreten Bedürfnissen der
Das zukünftige Kerngeschäft unserer                   Kunden richtet. Und dieser wird weiter-
Mitglieder wird nebst dem TV in den                   gehen. Im Neubaubereich wird zuneh-
Bereichen Internet und Mobilfunk lie-                 mend nur noch mit FTTH gearbeitet.
gen. Natürlich ist der Zuwachs beim                   Andere verfolgen auch eine Mixstrate-
Mobilfunk erfreulich. Für mich ist aber               gie: Das mit DOCSIS 3.1 aufgerüstete
vor allem dies wichtig: Die Kundenzah-                Kabelnetz, das ja sehr hohe Bandbrei-
len beim Internet sind konstant, das ist              ten bietet, wird dort belassen, wo die
sehr erfreulich. Vor allem, da wir uns                Marktdurchdringung nicht allzu hoch
hier in einem hochkompetitiven Markt                  ist. In Gebieten, in denen vergleichs-
bewegen.                                              weise mehr Kunden auf dem gleichen
Generell ist der Schweizer Markt sehr                 Raum bedient werden können, baut
stabil – die Änderungen bewegen sich                  man mit FTTH aus.
im niedrigen Prozentbereich. Die                      Anderseits gibt es einige unserer Mit-
Qualität der Telekommunikationsleis-                  glieder, die eine Komplettmigration
tungen ist durchweg hoch, die Zufrie-                 zu FTTH machen bzw. bereits abge-
denheit der Kunden dementsprechend                    schlossen haben. Zu nennen wären
auch. haben sie natürlich auch wenig                  hier beispielsweise Energie Wasser
Gründe zu wechseln. Die Herausforde-                  Aarberg, Technische Betriebe Weinfel-
rung ist, den Kunden weiterhin hohe                   den, Thurwerke, die Werke Wallisel-
Qualität zu bieten und sie dadurch hal-               len oder die Gemeindebetriebe Muri-
ten zu können.                                        Gümligen.
                                                                                                              Helltec Engineering AG
                                                                                                              CH-6023 Rothenburg
                                                                                                              www.helltec.ch
Vision - Cable!Vision Europe
| POLITIK & WIRTSCHAFT

Bei den Geschäftsmodellen gibt es viele                  fentlicht. Kurz zusammengefasst ist uns
Möglichkeiten, die Betätigungsfelder                     wichtig, dass ein gezielter, nachfragege-
Netzausbau, -betrieb und das Anbieten                    triebenen Ausbau anstatt eines ineffizien-
von Diensten exklusiv zu betreiben, in                   ten Giesskannenprinzips gefördert wird.
Kooperation mit anderen oder sich auf                    Eine künftige staatliche Förderung der
bestimmte Felder zu konzentrieren.                       Telekom-Erschliessung soll grundsätz-
Sehen Sie hier bei Ihren Mitgliedern                     lich nur dort greifen, wo der Markt die
einen Trend?                                             Versorgung mit Hochbreitbandnetzen
Aufgeschlossenheit gegenüber neuen                       nicht bewerkstelligen kann. Die kon-
Geschäftsmodellen, vor allem im Bereich                  krete Situation vor Ort muss berücksich-
Vorleistungserbringung für andere Tele-                  tigt werden. Außerdem muss der Wett-
kommunikationsdienstanbieter, ist bei                    bewerb im Telekommunikationsmarkt
unseren Mitgliedern absolut vorhanden.                   geschützt werden. Und ein künftiges
Auf dem bestehendem Kabelnetz werden                     Fördermodell sollte technologisch offen
Endkunden dabei noch weiterhin direkt                    sein, so dass die Hürden für den Einsatz
bedient, auf einem Glasfasernetz gibt es                 von Satellit, 5G-Mobilfunk oder noch
aus technischer Sicht die Möglichkeit,                   nicht bekannten weiteren Technologien
am Umsatz der anderen Telekommuni-                       gesenkt werden. (CBT) n
kationsdienstanbieter als Vorleistungser-
bringer zu partizipieren. Diese Chancen
werden zunehmend genutzt.

Im Juni 2021 wurde beschlossen, dass der
Bundesrat eine Hochbreitbandstrategie
erarbeiten soll. Sie soll aufzeigen, wie die
Entwicklung der Internetversorgung der
Schweiz dort sichergestellt werden kann,
wo der Markt in den nächsten Jahren
nicht die gewünschte Versorgung mit
Hochbreitband von über 80 Mbit pro
Sekunde erreicht. Was ist aus Sicht Ihres
Verbandes bei der Ausgestaltung der Stra-
tegie wichtig?
Dazu haben wir gemeinsam mit den
Verbänden asut, economiesuisse und
der Swisscom eine Stellungnahme veröf-

     Brancheneinigung zum Replay-TV
     Die Branchenverbände Suissedigital und               breiter Replay-Angebote mit stark reduzierter
     Swissstream (Schweizerischer Verband der             Werbung oder sogar ohne Werbung mit Ad-
     Streaminganbieter) hatten sich im Juni 2020 sich     Skipping anbieten. Der gefundene Kompromiss
     auf einen neuen Tarif (Gemeinsamen Tarif 12)         sieht für die TV-Sender demgegenüber neu
     geeinigt, der das zeitversetzte Fernsehen in der     die Möglichkeit zur Vermarktung einer Start-
     Schweiz gestützt auf das Urheberrechtsgesetz         Werbung von wenigen Sekunden, von kurzen
     regelt. Die maximale Speicherdauer bleibt bei        Spots, wenn die Werbung im Programm über-
     sieben Tagen. Neu können die Zuschauer aus           spult wird, sowie einer Display Werbung beim
     dem Angebot der TV-Verbreiter zukünftig selber       Drücken des Pausen-Knopfs vor. Zudem müs-
     wählen, ob und wieviel Werbung sie im Replay-        sen die Zuschauer beim Einstieg ins Replay-TV
     TV anschauen wollen. Die neue Regelung tritt         nicht mehr bis zum Start manuell vorspulen,
     per 1. Januar 2022 in Kraft, die Umsetzung der       sondern sie sind neu nach der Start-Werbung
     Branchenvereinbarung am 11. Mai 2022.                automatisch am Anfang des gewünschten Re-
     Die Zuschauer können TV-Sendungen anschau-           play-Programms. Ebenso können sie nach dem
     en, die bis zu sieben Tage zurückliegen. Sie kön-    Abspielen der kurzen Werbespots direkt zum
     nen zudem aus dem Angebot der TV-Verbreiter          Programm springen.
     selbst wählen, wieviel Werbung sie im Replay         Der Beitritt zur Branchenvereinbarung steht je-
     anschauen wollen. Aufgrund des neuen Urhe-           dem TV-Verbreiter und TV-Sender offen und ist
     berrechtstarifs ist es möglich, dass die TV-Ver-     nicht zwingend. (CBT)

10    Cable!Vision 5/2021
§   für Medien & Recht
      •
      •
      •
          Titelarchiv•mit•über•74.000•geschützten•Titeln
          aktuelle•Titel-Anmeldungen
          frische•News•über•Urteile,•Kanzleien,•Gesetze•
          und•Prozesse

          www.titelschutzanzeiger.de
| POLITIK & WIRTSCHAFT

                           FRK-Breitbandkongress wächst weiter und gibt wichtige Impulse

                 „Glasfaserausbau ist kein Sprint“
       Einen neuen Besucherrekord, persönliche Begegnungen, Fachvorträge und die Diskussion aktueller
       Branchenthemen bot der 24. Breitbandkongress des FRK im September in Leipzig. Von Thomas Fuchs

D
         er 24. Breitbandkongress des      Jahr bot der Kongress auch mit seiner                   Am Vorabend der Bundestagswahl wur-
         Fachverbandes Rundfunk-           diesjährigen Weiterentwicklung eine                     den die wichtigen Themen beschleunigter
         und BreitbandKommunika-           beispielhafte Blaupause für ähnliche                    Glasfaserausbau, staatliche Förderung, die
tion (FRK) ist seinem Ruf als kleine,      Branchenveranstaltungen.                                Rolle privater Investoren, die Novelle des
aber feine Veranstaltung auch in die-      Am 15. und 16. September 2021 tra-                      Telekommunikationsgesetzes (TKG) und
sem Jahr gerecht geworden. Sehr viele      fen sich unter strenger Beachtung der                   dessen Bedeutung für die Aufrüstung der
neue Besucher nutzten die Gelegenheit,     coronabedingten sächsischen Hygiene-                    Netzebene 4 mit Glasfaser diskutiert.
Kollegen und Kunden von Angesicht zu       vorschriften und mit einem schlüssigen                  Cable!vision Europe traf sich am Rande
Angesicht zu treffen. So verzeichnete      Pandemiekonzept über 400 Fachbesu-                      des Kongresses mit dem FRK-Vorsitzen-
die einzige wichtige Präsenzveranstal-     cher (+19,2 Prozent) und 60 Aussteller                  den Heinz-Peter Labonte und sprach mit
tung der Branche einen neuen Besu-         (+ 13,2 Prozent) in Leipzig zum kommu-                  ihm über seine Eindrücke und Zukunfts-
cherrekord. Wie schon im vergangenen       nikativen Austausch.                                    themen.

Gigabitausbau wird perspektivisch bis 2040 dauern

Warum Kommunen bei alternativen Verlegemethoden vorsichtig sein sollten

Cable!vision Europe: Wie ist der Breit-
bandkongress 2021 für Sie gelaufen?
Heinz-Peter Labonte: Mit über 400
Fachbesuchern und 60 Ausstellern an
beiden Tagen waren wir noch erfolgrei-
cher als in den Vorjahren. Ralf Berger
und das tolle Team unserer Geschäfts-
stelle haben es mit hohem Aufwand und
großem persönlichen Engagement der
Branche erneut ermöglicht, sich wieder
persönlich zu treffen, Informationen
direkt bei den Ausstellern abzuholen
und die wichtigen Zukunftsthemen für
den Mittelstand zu besprechen. An bei-
den Tagen konnten wir zudem viele neue
Fachbesucher begrüßen, die einfach aus
dem Pandemiealltag ausbrechen und sich
wieder einmal von Angesicht zu Ange-
sicht sehen und unterhalten wollten.
Dieser große Erfolg ist zugleich Ansporn
für uns, im kommenden Jahr noch eine
                                                                                                                                                © Thomas Fuchs

Schippe draufzulegen. Die Voraussetzun-
gen sind sehr gut.

Als einzige Präsenzveranstaltung der
Branche in diesem Jahr so kurz vor der     Der FRK-Vorsitzende Heinz-Peter Labonte führte durch zwei hochinteressante Kongresstage

12   Cable!Vision 5/2021
POLITIK & WIRTSCHAFT |

    Bundestagswahl und nach den zahlrei-          sierung und damit auch Voraussetzung              30- und 50-Mbit/s-Ziele sind heute nicht
    chen Gesprächen und Diskussionen: Wo          für aktive Klimaschutzmaßnahmen,                  überall in Deutschland erreicht, weil eben
    sehen Sie unser Land beim Gigabitaus-         neue Energie- und Verkehrskonzepte                viele Fördermittel einfach nicht abgerufen
    bau?                                          und auch die E-Mobilität, wenn wir nur            wurden und werden. Auf unserem Kon-
    Der Glasfaserausbau ist kein Sprint,          an den Betrieb eines flächendeckenden             gress haben sich Netzbetreiber und Bran-
    sondern ein Marathonlauf mit immer            Ladenetzes denken. Mir ist rätselhaft,            chenvertreter massiv darüber beklagt, dass
    neuen politischen Hindernissen. Nach          warum viele Politiker diese Überregu-             die Förderbedingungen und -regularien
    den jüngsten Äußerungen von Frau              lierung immer noch wegen der Macht                unter anderem durch den Einfluss von
    Baerbock befürchte ich, dass sich der         der Planstellenjäger fürchten und nicht           Brüssel und auch des Gigabitbüros des
    flächendeckende Ausbau perspektivisch         endlich mehr Effizienz durch schlankere           Bundes zunehmend komplexer werden.
    2040 annähert. Wer Verbote für Inno-          Entscheidungsprozesse schaffen.                   Immer mehr Kommunen und Zweckver-
    vationstreiber hält und den Glasfaseraus-                                                       bände haben es inzwischen aufgegeben,
    bau noch mehr in die Hand des Staates            „Keine einzige Bundesre-                       Fördergelder zu beantragen und wol-
    legen will, hat offenbar nicht verstanden,                                                      len erst einmal die weitere Entwicklung
    warum unser Land im internationalen
                                                    gierung hatte in den vergan-                    abwarten. Hier ist eine toxische Mischung
    Vergleich bei Digitalisierung und Gigabit       genen zwei Jahrzehnten ein                      entstanden und mir fehlt die Phantasie,
    in den letzten zwei Jahren weiter zurück-      realisierungsfähiges Ausbau-                     wie sich diese in einem politisch immer
    gefallen ist. Nehmen Sie nur das Bei-                    konzept.“                              staatsgläubigeren Umfeld auflösen soll.
    spiel Genehmigungen. Wenn Sie heute                                                             Wenn Politiker von staatseigenen Gigabit-
    eine Polygonstrecke von einem Ort zum         Die Grünen und die meisten anderen                netzen träumen, werden Privatinvestoren
    anderen verlegen möchten, haben Sie es        Parteien wollen noch mehr Steuergelder            hellwach. Warum Milliarden investieren,
    teils mit zehn und manchmal noch mehr         in den Ausbau stecken. Ist diese Förde-           wenn diese nicht ausreichend geschützt
    Genehmigungsbehörden zu tun. Dies             rung zielführend?                                 sind? Politiker bestimmter Farbenlehren
    reicht vom kommunalen Bauamt über             Wohl kaum, denn keine einzige Bun-                senden aus Berlin völlig falsche Signale
    den Landkreis und die Wasserschutzbe-         desregierung hatte in den vergangenen             in den Markt. Von der Enteignung von
    hörden bis hin zum Denkmalschutz. Jede        zwei Jahrzehnten ein realisierungsfähiges         Wohneigentum bis zur Verstaatlichung
    dieser Behörden hat etwas zu sagen und        Ausbaukonzept. Die letzten acht Jahre             oder Wiederverstaatlichung privater
    wenn einer etwas quer im Magen liegt,         im zuständigen Ministerium waren ver-             Breitbandnetze ist es kein weiter Schritt,
    gibt es erst einmal keine Genehmigung.        lorene Jahre. Milliarden Euro Fördergel-          wenn erst einmal die Dämme brechen.
    Dies ist absurd und damit treibt man          der wurden genehmigt, flossen aber nicht          Daher: Wehret den Anfängen nebst Ruf
    gewiss keine Innovationen voran. Dabei        ab. Stattdessen haben wir nun statt einem         nach noch mehr Staat beim Glasfaseraus-
    sind Gigabitnetze die Basis der Digitali-     sogar zwei Projektbüros. Selbst die alten         bau.

Entdecken Sie unsere Lösungen
WISI liefert Komponenten für Breitbandnetze,
Breitband-Glasfasertechnik, Empfang, Verarbeitung
und Modulation digitaler TV- und Radio-Signale
sowie Multimediatechnik im Haus.

Lösungen für: · IPTV · SMATV · CATV
              · Content Streaming over Internet (OTT)
              · FTTx · GPON

Empfangen              Verarbeiten               Verteilen

                                                 Weitere Details finden Sie auf unserer Website unter   wisigroup.com/de-de/loesungen
| POLITIK & WIRTSCHAFT

Die Novelle des Telekommunikationsge-                  Gesetz und die Art und Weise, wie es                                 der Bauwirtschaft, die dabei entstehen-
setzes (TKG) hat für sehr viel Diskussio-              ohne ausreichende Rücksprachemög-                                    den möglichen hohen Folgekosten und
nen auf dem Kongress gesorgt. Warum?                   lichkeit durchgepeitscht wurde, dient nur                            langfristigen Risiken für die Kommunen
Zu Recht. Lange Zeit lief es nach dem                  dazu, Olaf Scholz in den letzten Tagen als                           zu unterschätzen. Diese Verfahren sind
Motto: „Management by Surprise“. Alle                  Finanzminister eine Milliarde Dividende                              in der Regel für das ausbauende Unter-
wurden im Unklaren gelassen und am                     von der immer noch zu erheblichen Tei-                               nehmen kostengünstiger und sollen die
Ende wurden die Bedenken der Bran-                     len staatseigenen Deutschen Telekom zu                               Glasfaserverlegung in den Kommunen
chenvertreter und sogar die aus anderen                sichern. Dabei nimmt er offenbar gerne                               beschleunigen. In der Realität aber lau-
Ministerien von Wirtschaftsminister                    in Kauf, den unliebsamen Mittelstand                                 fen die Kommunen ohne entsprechende
Peter Altmeier beiseite gefegt. Die Aus-               als Wettbewerber bequem und angeblich                                Garantien oder Versicherungen der Netz-
wirkungen dieser wettbewerbsunfreund-                  verbraucherfreundlich aus dem Markt                                  betreiber Gefahr, dabei nach Ablauf der
lichen TKG-Novelle auf die Aufrüstung                  zu drängen. Dies ist weder sozial, noch                              im Markt üblichen fünfjährigen Gewähr-
der Netzebene 4 und die Wohnungswirt-                  zeugt es gegenüber den Mittelständlern                               leistungsfrist mit beachtlichen Folge-
schaft sind verheerend. Die Branche ist                und ihren Beschäftigten von Respekt,                                 kosten für ihre Haushalte konfrontiert
sich so einig wie selten, dass die Strei-              von dem er immer spricht.                                            zu werden. Da können je nach Größe
chung der mietrechtlichen Umlagefä-                                                                                         einer Kommune rasch sehr hohe Beträge
higkeit der Betriebskosten von Gemein-                 Ein weiteres Thema war die Frage: Tren-                              zustande kommen.
schaftsantennenanlagen sowie die neuen                 ching oder herkömmlicher Tiefbau?
Refinanzierungsregelungen kontrapro-                   Warum warnt der FRK eindringlich vor                                    „Ohne Not wurde mit der
duktiv sind und mittel- bis langfristig                möglichen hohen Folgekosten?
den Glasfaserausbau für Mieter massiv                  Niemand von uns ist gegen alternative
                                                                                                                             TKG-Novelle dem Mittelstand
entschleunigen. Ohne Not wurden mit                    Verlegemethoden. Wir denken jedoch im                                  Refinanzierungssicherheit
der Novelle dem Mittelstand Refinanzie-                Sinne unserer Partnerschaften mit Kom-                                        entzogen.“
rungssicherheiten entzogen, mit fatalen                munen langfristig. Unsere mittelständi-
Folgen Man hat den Eindruck, dieses                    schen Netzbetreiber teilen die Skepsis                               Woran liegt das?
                                                                                                                            Seitens der Bauwirtschaft sind uns
                                                                                                                            Beispielrechnungen erläutert worden,
                                                                                                                            wonach die Haftung für Schäden, die
                                                                                                                            zum Beispiel bei Verlegetiefen der Glas-
                                                                                                                            faser von nur 20 bis 40 Zentimeter bei
                                                                                                                            späteren Arbeiten an den deutlich tiefer
                                                                                                                            liegenden eigenen Versorgungsinfra-
                                                                                                                            strukturen enstehen können, dann voll
                                                                                                                            zu Lasten der Kommunen gehen bzw. zu
                                                                                                                            Streitigkeiten mit den Bauunternehmen
                                                                                                                            führen. Daher bauen unsere mittelständi-
                                                                                                                            schen, meist lokal oder regional verwur-
                                                                                                                            zelten FRK-Mitglieder herkömmlich aus:
                                                                                                                            60 Zentimeter unter dem Bürgersteig,
                                                                                                                            80 Zentimeter unter der Straße und 120
                                                                                                                            Zentimeter unter Kreis-, Landes- und
                                                                                                                            Bundestrassen. Diese Tiefen bieten seit
                                                                                                                            vielen Jahrzehnten die Gewähr für ein
                                                                                                                            reibungsloses Zusammenspiel beim Bau
                                                                                                                            und der Unterhaltung der Infrastruktu-
                                                                                                                            ren, wenn früher oder später wieder not-
                                                                                                                            wendige Arbeiten anfallen.

                                                                                                                            Sie weisen darauf hin, dass es einige
                                                                                                                            Unternehmen im Markt gäbe, die nur
                                                                                                                            ausbauten, wenn Trenching genehmigt
                                                                                                                            würde. Wie soll man damit umgehen?
                                                                                                           © Thomas Fuchs

                                                                                                                            So ist es mit der Freiheit, auch wenn wir
                                                                                                                            uns hier in einem Grenzbereich bewe-
                                                                                                                            gen. Kommunen lassen sich darauf ein,
                                                                                                                            dass sich der Partner nach einer weniger
Über den lang vermissten direkten Kundenkontakt freuten sich die SELOCA-Geschäftsführer Matthias Künsken                    erfolgreichen Vermarktung Ausbauge-
und Norbert Banaszak                                                                                                        biete neu zurechtschneidet oder sogar

14    Cable!Vision 5/2021
bern vertraglich zusichern zu lassen,

                                                                                                               Verstärker
                                                                    dass die Risiken aus alternativen Ver-
                                                                    legemethoden nicht nach der fünfjäh-
                                                                    rigen Garantiefrist von den Eigentü-
                                                                    mern bei deren eventuellem Verkauf in
                                                                    schwer verständliche Finanzkonstrukte
                                                                    ausgegliedert werden.
                                                                                                               für HFC & FTTH
                                                                         „Einige der neuen
                                                                      Akteure investieren nach
                                                                      dem Schrotflintenprinzip.“               High Power für den
                                                                    Geld scheint keine Rolle mehr beim         Outdoor Bereich
                                                   © Thomas Fuchs

                                                                    Glasfaserausbau zu spielen. Wie sehen
                                                                    Sie die Rolle der Infrastrukturinves-
                                                                    toren und den jüngsten Markteintritt
                                                                    von Liberty Global?
 Sandra Berger und Dr. Phil Mackensen von
 ropa bringen schnelles Internet aufs Land und                      Mit einem weinenden und einem
 versorgten die Kongressteilnehmer mit geistigen                    lachenden Auge. Deutschlands rück-
 Getränken                                                          ständige Infrastrukturen locken die
                                                                    Investoren an wie der Speck die Made.
                                                                    Zumindest von der Ankündigungsseite
                                                                    kommt viel dringend benötigtes Geld
nur einige Straßen ausbaut. Dies hal-                               in den Markt. Doch Geld und Verspre-
ten wir für sehr problematisch. Denn
Kommunen, die nicht klug beraten
                                                                    chen alleine bauen keine Netze. Viele
                                                                    der neuen Player im Markt haben hier                          OHPAo...
sind, laufen so Gefahr, sich dem Part-                              noch kein einziges Glasfasernetz reali-
ner völlig auszuliefern. Dieser "Rosi-                              siert, stecken noch in den ersten Ver-
nenausbau schreckt andere davon ab,                                 marktungen fest und verfolgen Kon-
selbst auszubauen. Kommunen sollten                                 zepte, die an einen Ritt auf der Rasier-
selbstbewusst auftreten und die eigenen                             klinge erinnern. Da gibt es großspurige
Interessen fest vertreten. Es gibt immer                            Ankündigungen und es wird auf dicke
mehr Anbieter, die als echte Partner auf                            Hose gemacht. Dabei fehlt es sehr oft
traditionellen Tiefbau setzen oder die                              schon an der Grundexpertise und es
hiesige Rechts- und Verordnungslage                                 müssen erst einmal hohe personalpoli-
kennen. Clevere Kommunen sondie-                                    tische Lernkurven durchlaufen werden.
ren Markt und Angebote sehr genau.                                  Woher auch, der Markt für wirklich                optischer High-Power Verstärker
                                                                                                                      für HFC und FTTH Netzwerke
                                                                    geeignete Fachkräfte ist weitgehend
Ihr Rat?                                                            leergefegt. Einige der neuen Akteure              erweiterter Temperaturbereich für
Kommunale Vertreter sollten auf poten-                              investieren nach dem Schrotflinten-               Außenmontage
tielle Folgekosten und Risiken beim                                 prinzip. Man baut ohne Konzept auf                GPON und XGPON kombiniert mit
Ausbau achten und sich nicht durch                                  dem Land aus, nur um den eigenen                  1550 nm CATV
Versprechen von Vertrieblern blenden                                Investoren und beim „Secondary Buy
                                                                                                                      1550 nm optische Wellenlänge
lassen. Wer sich als echter, langfris-                              Out“ dem nächsten Investor eine hohe
tig orientierter Partner versteht, gibt                             Zahl an Homes Passed vorweisen zu                 ErYb dotierte double-clad Techno-
beim Trenching entsprechende oder                                   können. Effiziente und zukunftsorien-             logie
durch Versicherungspolicen unterlegte                               tierte Verdichtung bleiben jedoch auf             8 / 16 / 32 optische Ausgänge mit
Garantien, die auch nach Ablauf der                                 der Strecke. Der nächste Eigentümer               je 17 dBm opt. Ausgangsleistung
Gewährleistungsfrist die Risiken nicht                              muss es dann halt richten.
                                                                                                                      19“-Gehäuse, zwei Höheneinheiten
auf die Kommune abschieben. Mit                                     Wenn ein großer Investor wie Liberty
diesem Gedanken konnte sich auch                                    Global in den Markt kommt, liegt es               redundante AC oder DC Netzteile
unser Keynote-Sprecher, der bisherige                               nicht in seiner DNA, nur ein paar kleine
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende                               Netze zu bauen. Man darf gespannt sein,
der FDP-Bundestagsfraktion und                                      wer hier als erster gefressen bzw. über-
ehemalige Vorsitzende der FDP Sach-                                 nommen wird und dann weiter teuer
sen-Anhalt, Frank Sitta, anfreunden.                                mit Unterstützung der Kartellbehörden                              Folgen Sie uns:
Zudem rate ich, sich von den Betrei-                                an Vodafone weiterverkauft wird. n
                                                                                                               ASTRO Strobel Kommunikationssysteme GmbH
                                                                                                               Olefant 3                     Telefon: 02204 / 405 - 0
                                                                                                               D-51427 Bergisch Gladbach     Telefax: 02204 / 405 - 10
                                                                                                                                             E-Mail: kontakt@astro-kom.de
                                                                                                                                             Internet: www.astro-kom.de
| POLITIK & WIRTSCHAFT

      Impressionen vom
      FRK-Kongress 2021
        Sich von Angesicht zu Angesicht treffen,
      Vorträge und Technik vor Ort erleben stand im
       Mittelpunkt der beiden Veranstaltungstage.

                                                            Einchecken fü
                                                                          r den Kongress
                                                                                            am ersten Vera
                                                                                                           nstaltungstag

                  Reges Interesse an den Messeständen

                                                                                                 Pascal Germanus, Ocilion IPTV Technologies, bei seinem
                                                                                                 Vortrag „Vom Netzbetreiber zum Alleinunterhalter“

                                                                                                                                                          © alle Fotos: FRK

Expertenvorträge standen im Mittelpunkt des ersten Veran-
                                                                                                                                                   rund
staltungstages: hier Benedikt Breuer, AXING                                                                                        perten an den
                                                                                                                     akt mit den Ex
                                                                                                        direkten Kont
                                                                           cher freuten   sich über den
                                                            Die Fachbesu n
                                                               M es se st än de
                                                            60
      16    Cable!Vision 5/2021
POLITIK & WIRTSCHAFT |

  Blick ins Plenum. Das Interesse an den Fachvorträgen war groß.

                                                                                                                    Frank Fuhrmann, DCT DELTA, informierte über den
                                                                                                                    Einfluss der Anschaffungs- und Betriebskosten auf die
                                                                                                                    Gesamtbetriebskosten in einem Kabelnetz

  Tim Brauckmül
                ler, atene KOM
  des Bundes                   , gab einen ak
                                              tuellen Überblic
                                                               k über die Brei
                                                                              tbandförderung

                                                                   -             Podiumsdiskussion zur TKG-Novelle am zweiten Veranstaltungstag
                                  hatte die Vera   nstaltung Corona
                K-Geschäftsstelle
Das Team der FR
                  ns organisiert
konform und beste
                                                                                                                                          Cable!Vision 5/2021         17
| POLITIK & WIRTSCHAFT

                 Regionale BREKO-Sommerfeste in Berlin und Gelsenkirchen bilden das Vorzeichen

                     „Unternehmen streben zurück
                         in die Messehallen“
          Nach langer, Corona-bedingter Durststrecke ohne physische Veranstaltung hat der BREKO
    im August 2021 zwei regionale Sommerfeste für seine Mitglieder in Gelsenkirchen und Berlin veranstaltet.
                     Für 2022 ist mit den Fiberdays22 wieder eine Präsenzmesse geplant.

B
        ei den Teilnehmerinnen und Teil-            auch von der Politik noch stärker in die                                       Tickets für die Ausstellung
        nehmern herrschte große Freude              Öffentlichkeit getragen werden muss.“                                          mit integriertem Kongress-
                                                                                                                                  programm sind ab sofort
        über das Wiedersehen und den per-           Im Anschluss an die Begrüßung durch                                           verfügbar und können hier
sönlichen Austausch. Im Vorfeld der Som-            Verbandsgeschäftsführer Dr. Stephan                                          erworben werden:
merfeste drehte sich bei den angeglieder-           Albers bot sich den Mitgliedsunterneh-                     www.fiberdays.de/die-fiberdays/anmeldung
ten Workshops in diesem Jahr alles um die           men bei Grillbuffet und Kaltgetränken in                   Alle weiteren Informationen finden Sie unter
Frage, wie Kooperationen zwischen Woh-              entspannter Atmosphäre die Möglichkeit                     www.fiberdays.de
nungs- und Telekommunikationswirt-                  zum persönlichen Austausch. Auch beim
schaft aussehen können, damit der Glasfa-           regionalen Sommerfest in Berlin herrschte
serausbau auch bis in die Wohnungen der             gute Stimmung bei angenehmen Tempera-                      durchgeführt. Nun plant der BREKO
Mehrfamilienhäuser vorangebracht wird.              turen. Der BREKO begrüßte Staatssekre-                     die Messe wieder als Präsenzmesse im
                                                    tär Christian Rickerts (Senatsverwaltung                   RMCC Wiesbaden umzusetzen. Dazu
Gesellschaftliche Bedeutung                         für Wirtschaft, Energie, Betriebe) auf dem                 BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan
des Glasfaserausbaus                                Podium, auch er machte mit seinem State-                   Albers: „Die Nachfrage der Branche
                                                    ment deutlich: „Digitalisierung und Glas-                  nach einer Präsenzmesse ist sehr hoch.
Bei der Auftaktveranstaltung in Gelsen-             faserausbau müssen im Wahlkampf eine                       Der Ausflug in die virtuelle Welt hat
kirchen unterstrich Staatssekretär Chris-           größere Rolle spielen als bisher. Lassen Sie               das Veranstaltungsportfolio bereichert
toph Dammermann (Ministerium für                    uns gemeinsam daran arbeiten.“                             – auch im kommenden Jahr werden die
Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung                                                                        Fiberdays digital erlebbare Elemente ent-
und Energie NRW) auf dem Eröffnungs-                Neues Konzept für Fiberdays22                              halten. Aber: Die Unternehmen streben
podium mit seinem Appell, dass „die                                                                            zurück in die Messehallen. Das Bedürfnis
gesellschaftliche Bedeutung des Glasfa-             Corona-bedingt wurden die Fiberdays                        nach direktem persönlichen Austausch
serausbaus von den Unternehmen aber                 2020 als rein virtuelle Veranstaltung                      zwischen den Geschäftspartner:innen
                                                                                                               und Kund:innen, ist groß. So groß, dass
                                                                                                               wir die Messefläche der Fiberdays22 im
                                                                                                               RMCC Wiesbaden auf ganze zwei Mes-
                      Bei den Workshops im Rahmen der Sommerfeste stand das Thema Ko-                          sehallen erweitert haben. Wir freuen
                      operationen zwischen Wohnungs- und Telekommunikationswirtschaft im                       uns, der Glasfaserbranche im März
                      Mittelpunkt. (v.l.n.r.) Oliver Ulke (BREKO Landespolitik), Jens Kliemt (Eins
                      Energie in Sachsen) und Dr. Stephan Albers (BREKO-Geschäftsführer)
                                                                                                               2022 wieder eine echte Plattform für
                                                                                                               den branchenweiten Austausch und mit
                                                                                                               dem neuen Messeformat mit integrierten
                                                                                                               Kongressprogramm ein echtes Highlight
                                                                                                               bieten zu können.“
                                                                                                               Das neue Konzept der Fiberdays sieht
                                                                                                               neben einem zeitgemäßen Hygienekon-
                                                                                                               zept viele Neuerungen für die Besuche-
                                                                                                               rinnen und Besucher vor. Auf sieben
                                                                                                               Aktionsflächen präsentieren Aussteller
                                                                                                               und Technologieführer Lösungen zu zen-
                                                                                                               tralen Themen wie Smart City, Tiefbau
                                                                                                               und Gebäudeverkabelung, 5G, Campus-
                                                                                                               Netze, Digitale Verwaltung, Start-ups und
                                                                                                     © BREKO

                                                                                                               New Media. Es werden über 200 Ausstel-
                                                                                                               ler und 3.500 Teilnehmer erwartet. n
N E U !

                        Mit uns gibt's
                         Internet in
     i e r
Neug e 24!
           i g ?     Stadtwerke-
  Seit                qualität!

  Fair         zuverlässig          auf augenhöhe
                   www.carrierwerke.de
| UNTERNEHMEN & MÄRKTE

Projekt Gigabitregion Stuttgart
Telekom und Stadtwerke Weinstadt kooperieren beim Glasfaserausbau
Im Rahmen der Kooperation der Deut-                      der Gigabitregion Stuttgart. „Ich freue                  Hans-Jürgen Bahde, Breitbandbeauftrag-
schen Telekom mit der Gigabitregion                      mich sehr über diese langfristig ange-                   ter der Region Stuttgart und Geschäfts-
Stuttgart gab der Bonner Konzern Anfang                  legte Partnerschaft. Mit den Stadtwer-                   führer der Gigabit Region Stuttgart
Oktober eine neue Zusammenarbeit                         ken Weinstadt haben wir einen weiteren                   GmbH betont: „Der nunmehr dritte
mit den Stadtwerken Weinstadt Anfang                     idealen Partner gefunden, um unsere                      Kooperationsvertrag eines Stadtwerks im
Oktober bekannt. „Unser gemeinsames                      Ausbaustrategie fortzusetzen“, sagt Thilo                Rahmen der Gigabitregion zeigt, dass der
Ziel ist es, circa 13.000 Haushalten die                 Höllen, Leiter Breitbandkooperationen                    Rahmenvertrag der Region Stuttgart mit
Möglichkeit eines Glasfaseranschlusses                   Telekom Deutschland. „Unser Ansatz                       der Telekom eine hervorragende Basis für
zu bieten“, erklärte Weinstadts Oberbür-                 etabliert sich zusehends als neuer Stan-                 Kooperationen bildet.“ In der Gigabit-
germeister Michael Scharmann Anfang                      dard für Kooperationen für den Glasfa-                   Region sind bisher bereits Kooperatio-
Oktober.                                                 serausbau bis ins Haus (FTTH). Wir sind                  nen zwischen der Deutschen Telekom
Die Stadtwerke Weinstadt bauen das neue                  zuversichtlich, dass weitere Kooperatio-                 und den Stadtwerken Filderstadt (passi-
FTTH-Netz und etablieren damit einen                     nen mit Stadtwerken in der Region und                    ves Modell – Stadtwerk baut Infrastruk-
neuen Geschäftszweig. Bis zum Jahr 2030                  außerhalb folgen werden.“                                tur, Telekom mietet an und betreibt das
sollen rund 13.000 Haushalte in 4.500                    Die Telekom will das neue Netz aktiv                     Netz) und Ludwigsburgs (aktives Modell
Gebäuden die Möglichkeit erhalten,                       mit ihrer eigenen Technik betreiben und                  – Stadtwerk baut Netzinfrastruktur.
einen Glasfaseranschluss zu nutzen.                      vermarkten. Es soll auch anderen Kom-                    Stadtwerke und Telekom betreiben ihre
Für die Telekom ist es die dritte Koope-                 munikationsanbietern zur Vermarktung                     Netze und geben sich gegenseitig Zutritt)
ration mit Stadtwerken in diesem Jahr in                 ihrer Produkte offenstehen.                              zustande gekommen. n

Die Gigabitregion Stuttgart
Im Mai 2019 war die Gigabitregion Stuttgart mit ihrem ambitionierten Glasfaserausbauprogramm an den Start gegangen. In enger Kooperation mit der Telekom
sollen bis 2025 alle Schulen und Gewerbegebiete und fünf Jahre später 90 Prozent der Haushalte einen Glaserfaseranschluss bekommen. Die Telekom will
dafür 1,1 Milliarden Euro investieren, die Kommunen sollen 500 Millionen Euro beisteuern.
Das Ausbaugebiet umfasst 175 Kommunen in der Stadt Stuttgart sowie in den fünf benachbarten Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg
und Rems-Murr. In dem Ballungsraum leben rund 2,8 Millionen Menschen. Etwa 140.000 Unternehmen sind dort angesiedelt.
Kritik an der Kooperation mit der Telekom war damals vom Glasfaserverband BREKO gekommen: Die Bevorzugung eines Unternehmens sei kontraproduktiv
und wettbewerbsbeschränkend und würde letztlich zu Lasten der Bürger und Unternehmen gehen. Außerdem würden 2030 immer noch 10 Prozent über keinen
Glasfaseranschluss verfügen.
Bisher seien 170.000 Anschlüsse gebaut worden,
teilt Hans-Jürgen Bahde, Geschäftsführer der Giga-
bitregion, auf Anfrage zum aktuellen Ausbaustand
mit, Ende 2021 sollen es etwa 200.000 sein. Ausbau-
projekte seien in 117 Kommunen im Gange. Nach-
dem sich Bahde im Februar gegenüber den Stuttgar-
ter Nachrichten, noch skeptisch zur Zielerreichung
geäußert hatte und einen „realistisch erreichbaren
                                                                                                                                                                                        C

Zielwert zwischen 66 und 80 Prozent“ genannt hat-                                                                                                                                       M

te, zeigt er sich jetzt optimistischer: „Aufgrund der                                                                                                                                   Y
derzeitigen Ausbaugeschwindigkeit von Telekom,
Stadtwerken der Region und anderen Telekommuni-                                                                                                                                        CM

kationsunternehmen in der Region, können die Aus-                                                                                                                                      MY

bauziele von 90 Prozent für die dem Kooperations-
programm und den Zweckverbänden beigetreten 175                                                                                                                                        CY

Kommunen aller Voraussicht nach erreicht werden“,                                                                                                                                      CMY

sagt er gegenüber Cable!vision Europe.
Auch die Deutsche Telekom gibt sich zuversichtlich:
                                                                                                                                                                                        K

„Durch Kooperationen mit Stadtwerken wird die
                                                                                                                                                                  © Deutsche Telekom

Anzahl der Haushalte, die Zugang zu einem Glas-
faseranschluss erhalten können, noch einmal signi-
fikant erhöht“, sagt eine Unternehmenssprecherin
auf Anfrage. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das
Ausbauziel aus dem vergangenen Jahr in diesem
Jahr übertreffen werden.“ (CBT)                        (v.l.n.r.) Thomas Meier, Leiter der Stadtwerke Weinstadt, Thilo Höllen, Leiter Breitbandkooperationen Telekom
                                                         Deutschland und Weinstadts OB Michael Scharmann freuen sich über die Kooperation zum Glasfaserausbau

20    Cable!Vision 5/2021
UNTERNEHMEN & MÄRKTE |

   500.000 Haushalte bis Ende 2026
   Vattenfall Eurofiber startet Glasfaserausbau in Berlin
   Vattenfall Eurofiber, ein Joint Venture des                 fasernetzbetreibers Eurofiber, und das                                         zeichnet und sind Partner im Rahmen
   schwedischen Energiekonzerns Vattenfall                     Land Berlin haben Anfang Oktober eine                                          der Gigabit-Strategie. Der Erklärung
   und des niederländisch-belgischen Glas-                     gemeinsame Absichtserklärung unter-                                            zufolge sichert Vattenfall Eurofiber eine
                                                                                                                                              Investition in Millionenhöhe zum Aus-
                                                                                                                                              bau eines leistungsstarken Glasfasernetzes
                                                                                                                                              für Berlin zu. Das Land Berlin will durch
                                                                                                                                              begleitende Maßnahmen den eigenwirt-
                                                                                                                                              schaftlichen Ausbau von Vattenfall Euro-
                                                                                                                                              fiber unterstützen. Ziel ist, bis Ende 2026
                                                                                                                                              mehr als 500.000 Haushalte und Unter-
                                                                                                                                              nehmen an ein Glasfasernetz anschließen.
                                                                                                                                              Das Netz will das Unternehmen anderen
                                                                                                                                              Anbietern diskriminierungsfrei via Open
                                                                                                                                              Access zur Verfügung stellen.
                                                                                                                                              Der Startschuss für das erste Ausbaupro-
                                                                                                                                              jekt fiel am 24. September in Wasserstadt

                                                                                                                     © Vattenfall Eurofiber
                                                                                                                                              Spandau, wo die Mieter von berlinovo,
                                                                                                                                              einem Immobilienunternehmen im
                                                                                                                                              Besitz des Landes Berlin, Glasfaseran-
                                                                                                                                              schlüsse erhalten sollen.
                                                                                                                                              Vattenfall Eurofiber verlegt die Glasfaser
   (v.l.n.r.) Jan Timmermann, Vice President Strategy & Business Development von Vattenfall Wärme Berlin AG,                                  größtenteils über vorhandene Kapazitäten
   Marco Sick, CEO von Vattenfall Eurofiber, Alf Aleithe, Geschäftsführer der berlinovo, Eric Kuisch, COO von Eurofiber                       der Fernwärmekanäle. (CBT)n
ai16341074267_Telecom Fachmagazin okt 2021.pdf 1 13-10-2021 08:43:48

                                      Innova�ve Glasfasertechnologie
                                      von Experten
                                      HFiberCORE™ - die wahrscheinlich besten Glasfaserkabel
                                      auf dem Markt mit einzigar�ge Blasdistanzen.
                                      Wir entwickeln Glasfaserkabel nach Ihren
                                      Bedürfnissen

                                                                                                                                                        Neugierig auf HFiberCORE™

                                                                                                                                               hf@hf.net / Tel. +49 4321 963 8440
| UNTERNEHMEN & MÄRKTE

Glasfaser Nordwest
Rückschlag für größtes Glasfaserausbauprojekt der Deutschen Telekom
Steht das größte Glasfaserausbauprojekt   werbsbeeinträchtigungen genügend zu           ihres Joint Ventures: „Glasfaser Nord-
der Deutschen Telekom auf der Kippe?      reduzieren. „Denn dass die Entgelte und       west treibt den Glasfaserausbau aktuell
Die Fusionsgenehmigung des Bundes-        Konditionen dem entsprechen würden,           und zukünftig weiter voran. In allen
kartellamts für das Joint Venture zwi-    was bei einem funtkionierenden Wett-          Ausbaugebieten werden die Baumaß-
schen EWE und Telekom im Nordwes-         bewerb zwischen Telekom und EWE               nahmen wie geplant ausgeführt. GFNW,
ten Deutschlands hat das Oberlandes-      zustande gekommen wäre, sei nicht             EWE und Telekom stehen weiterhin
gericht (OLG) Düsseldorf am 22. Sep-      ersichtlich“, heißt es in der Begründung      vollumfänglich zu den Ausbauzusagen
tember aufgehoben. Damit hat es einer     des OLG.                                      und zu der freien Anbieterauswahl.“ Den
Beschwerde der Konkurrentin Vodafone      Die Gerichtsentscheidung ist ein              Gerichtsbeschluss kommentiert Glasfa-
stattgegeben, nach deren Ansicht die      Beschluss, noch kein rechtskräftiges          ser Nordwest: „Entgegen den Behaup-
Zusammenarbeit der beiden Unterneh-       Urteil.                                       tungen sind wir nach wie vor überzeugt,
men den Wettbewerb zu sehr behindere.     Wie geht es weiter? Da das OLG den            dass der Wettbewerb durch die Koope-
Über das Gemeinschaftsunternehmen         Gang zur nächsten Instanz, den Bun-           ration und die mit dem BKartA ver-
Glasfaser Nordwest (GFNW) sollen          desgerichtshof, nicht erlaubt hat, gilt als   einbarten Zusagen nicht eingeschränkt
zusammen mit dem niedersächsischen        sicher, dass Telekom und EWE diesen           wird. Im Gegenteil, Glasfaser Nordwest
Regionalversorger EWE in den nächsten     über eine Nichtzulassungsbeschwerde           fördert den Wettbewerb. Eine Blockade
zehn Jahren 1,5 Millionen Haushalte mit   dennoch erreichen wollen. Sollte es bei       der Glasfaser Nordwest bremst hingegen
Glasfaseranschlüssen versorgt                                                                    die Digitalisierung durch den
werden. Dafür sind Investiti-                                                                    Glasfaserausbau und somit den
onen bis zu 2 Milliarden Euro                                                                    Wettbewerb.“
geplant. Das Unternehmen                                                                         Der Geschäftsführer des Bun-
ist in zahlreichen Kommu-                                                                        desverband Breitbandkommu-
nen in nordwestdeutschen                                                                         nikation (BREKO) Dr. Ste-
Raum aktiv und hat bisher                                                                        phan Albers kritisiert die Ent-
nach eigenen Angaben bereits                                                                     scheidung des OLG: „Gerade
130.000 Glasfaseranschlüsse                                                                      vor dem Hintergrund, dass das
im Land Bremen, in Nieder-                                                                       Gemeinschaftsunternehmen
sachsen und im nördlichen                                                                        allen interessierten Unterneh-
Nordrhein-Westfalen gebaut.                                                                      men einen diskriminierungs-
Das Joint Venture war Ende                                                                       freien offenen Netzzugang
2019 unter Auflagen vom                                                                          anbietet, um Endkunden mit
Bundeskartellamt genehmigt worden:        dem Beschluss des Düsseldorfer OLG            zukunftssicherem Glasfaser-internet zu
Neben der Verpflichtung, innerhalb der    bleiben, hätte das Kartellamt fünf            versorgen, sehen wir den Beschluss mit
nächsten vier Jahre 300.000 Glasfaser-    Monate Zeit, um eine neue Entschei-           Sorge. Dies gilt umso mehr, als dass das
anschlüsse zu bauen und keine öffentli-   dung zu fällen. Denkbar ist, dass die         Bundeskartellamt bei der ursprüngli-
chen Fördermittel zu beantragen, gehö-    Wettbewerbshüter strengere Auflagen           chen Freigabe des Joint Ventures erst-
ren dazu auch die Öffnung der Netze       verlangen, aber auch ein „Nein“ zur           mals ein Unternehmen verpf lichtet
für Dritte.                               Fusion ist nicht ausgeschlossen.              hatte, das Prinzip der ‚Gleichwertigkeit
Aus Sicht des Gerichts war die dama-      Auch das Kartellamt prüft noch, Rechts-       des Zugangs‘ (Equivalence of Input –
lige Begründung für die Freigabe „nicht   mittel einzulegen. Ein Sprecher des           EoI) zu gewährleisten. Das EoI-Konzept
tragfähig“ (Aktenzeichen: VI-Kart 5/20    Bundeskartellamtes erklärte gegenüber         sieht vor, dass Vorleistungsnachfrager
V). Die Begründung: Eine der Verpflich-   Cable!vision Europe auf Nachfrage:            auf dieselben sachlichen und personel-
tungen, die Mindestausbauzusage, führe    „Wir nehmen den Beschluss des OLG             len Ressourcen zugreifen wie der Ver-
nicht zu einer Verbesserung des Wett-     Düsseldorf mit Bedauern zur Kennt-            trieb von EWE und Telekom. Dadurch
bewerbs, sondern das Maß des Ausbaus      nis.“ Nach Einschätzung seiner Behörde        können zum Beispiel dieselben Daten-
führe selbst zu wettbewerbsbeschrän-      komme es durch die Verpflichtungszusa-        banken zur Information über Anschlüsse
kenden Effekten. Weiter bemängelt das     gen und die wettbewerblichen Leitplan-        und dieselben Technikerressourcen für
Gericht, dass die Verpflichtungszusagen   ken zu Verbesserungen auf den Telekom-        Bereitstellungen und Entstörungen
das Gemeinschaftsunternehmen für          munikationsmärkten in der betroffenen         genutzt und damit das Risiko eines
vier bis sechs Jahre binden würden, die   Region und auch im ländlichen Raum.           Missbrauchs einer marktbeherrschenden
Fusionswirkungen aber nicht auf diesen    EWE und die Telekom machten in Stel-          Stellung erheblich reduziert werden.“
Zeitraum beschränkt seien, da Laufzeit-   lungnahmen deutlich, dass sie an dem          Außerdem bestehe die Gefahr, dass
verlängerungen um jeweils fünf Jahre      Gemeinschaftsunternehmen festhalten           kooperative Ausbaumodelle allgemein in
möglich seien. Auch die Vermarktungs-     und weiter ausbauen werden. In die glei-      Frage gestellt und potenzielle Ausbau-
ziele würden nicht helfen, die Wettbe-    che Richtung geht auch die Erklärung          partner abgeschreckt werden. (CBT) n

22   Cable!Vision 5/2021
Zwei Jahre nach Unitymedia-Verkauf
Liberty Global kehrt auf deutschen Markt zurück
Liberty Global kehrt nach Deutschland      land abziele. Weiter investieren wolle
zurück. Nachdem der Telekommuni-           man erst, wenn sich in der ersten Phase
kations-Konzern vor zwei Jahren seine      konkret definierte Erfolgskriterien
Tochter Unitymedia an Voda-                         erfüllen würden. Robert Dunn,
fone verkauft hat, will er                               Managing Director Con-
jetzt in den Bau von                                          nectivity Investments,
Glasfaseranschlüssen                                           Liberty Global, kom-
investieren. Dafür                                               mentiert: „Liberty
wurde zusammen                                                    Networks Ger-
mit dem Finanz-                                                   many bietet eine
investor InfraVia                                                 spannende Gele-
Capital Partners ein                                              genheit, unsere
neues Joint Venture                                              Expertise bei der
unter dem Namen                                                 Bereitstellung kriti-
Liberty Networks Ger-                                         scher Breitbandinfra-
many gegründet.                                            struktur in einem Markt
InfraVia Capital Partners ist
eine auf Infrastruktur- und Technolo-
                                                      zu nutzen, den wir sehr gut
                                           kennen. Wir freuen uns auch über die
                                                                                        Netzmanagement
gieinvestitionen spezialisierte Private-
Equity-Gesellschaft. Der Zusammen-
                                           attraktiven Renditen, die der Aufbau
                                           von Glasfasernetzen auf der grünen           cloud Services
schluss muss noch von den Behörden         Wiese in einem Land bietet, in dem
genehmigt werden.                          Millionen von Haushalten noch keinen         Pla�orm «cSP+»
Das Joint Venture will einen modu-         Zugang zu schnellem und zuverlässigem
laren Ansatz verfolgen, heißt es in        Breitband haben. Wir freuen uns auf
der Mitteilung des Unternehmens,           die partnerschaftliche Zusammenarbeit
wobei die erste Phase auf eine kleine      mit InfraVia, da wir diese Chance in
Anzahl von Kommunen in Deutsch-            Zukunft kontrolliert nutzen.“ (CBT)n
                                                                                        Online-basiertes ICT-Netz-
                                                                                        management in Echtzeit

Neuer Geschäftsführer und „First-Meter-Initiative“                                      Effiziente, kostengünsge
DKT intensiviert Aktivitäten in Großbritannien                                          Netzmanagement Tools aus
                                                                                        unserer Schweizer Cloud.
DKT A/S, Anbieter von Breitbandkomponenten für FTTH- und HFC-Anwen-
dungen und Teil der BTV Multimedia Group, hat im September Robin Abel
zum Geschäftsführer der neu gegründeten DKT Fibrecom Ltd in Großbritannien              ICT-Netzdokumentaon und
ernannt. Das ursprünglich dänische Unternehmen hat den Angaben zufolge in der
Vergangenheit bereits starke Partnerschaften mit britischen Netzbetreibern aufge-       Netzmanagement - einfach,
baut und agiert dort unter anderem als Lieferant von Gateways für Großprojekte
zur Glasfaserversorgung ländlicher Gebiete. Die Personalveränderung ermöglicht
                                                                                        skalierbar und flexibel.
es DKT, die Geschäftsaktivitäten in Großbritannien auszuweiten.
Robin Abel ist promovierter Elektroingenieur und gilt mit seiner langjährigen
Erfahrung, unter anderem in Vertriebspositionen bei VMware und ADVA, als Spe-           Sur ipp
zialist der Telekommunikationsbranche. Zuletzt war er als Regional Sales Manager
bei Calix für die Geschäftsaktivitäten in Großbritannien und Irland zuständig. Bei
DKT wird Abel für den Aufbau der Marke und des Vertriebs des Unternehmens
in eben diesen Märkten verantwortlich sein.
DKT hat die Intensivierung der Marktaktivitäten mit dem Launch der unter-
nehmenseigenen First-Meter-Initiative auf der Connected Britain 2021 (21.–22.
September, London) gestartet. First Meter hinterfragt, warum der Anschluss des
Endkunden in der Breitbandbranche gemeinhin als „Last Mile“ bezeichnet wird,
wo er doch der elementare Einflussfaktor auf das Nutzungserlebnis zwischen
Kunde und Netzbetreiber ist, und somit als Möglichkeit zur Wertschöpfung sowie
zur Steigerung der Kundenzufriedenheit gesehen werden sollte. (CBT) n
                                                                                        Infra-Com Swiss AG ----------------------------
                                                                                        Enterprise ---------------------------------------
                                                                                        CH - 6210 Sursee --------- www.infra-com.ch
| ADVERTORIAL

                                               Starkes Internet für Stadtwerke

                     Frischer Wind für Deutschland
                                            Von Daniel Röcker, carrierwerke GmbH

D                                                                                         carrierwerke sind Partner in
          er neue Bundestag ist gewählt,     Versorgung für private und gewerbliche
          eine neue Bundesregierung          Kunden. Sie tragen zur Standortsiche-        allen Projektphasen
          muss sich nun finden. Gründe       rung bei, mit zuverlässigen, hochwerti-
für das Ergebnis werden in Politik und       gen Leistungen. Mit unserem Programm         Wo fängt man an, wo hört man auf?
Medien gesucht und diskutiert. Das           wollen wir sie dabei unterstützen, nun       Telekommunikationsinfrastrukturen zu
politische Programm, die Kandidaten          auch Chancen durch Telekommunika-            betreiben ist eine vielfältige Aufgabe.
und die Regierungsarbeit in den letzten      tionsleistungen zu nutzen. Kurz: Wir         Soll es nur die passive Infrastruktur sein
Wochen, Monaten und Jahren gaben den         machen das Stadtwerk zum Carrierwerk!        oder auch die aktive? Soll es ein eige-
Ausschlag. Und die Stimmung im Land          Corona hat offengelegt, dass Deutsch-        nes Diensteangebot geben? Speziell für
beschreibt den Bedarf. Sie kann sich, wie    land nach wie vor einen großen Bedarf        kleine und mittlere Stadtwerke sind diese
gesehen, schnell und folgenreich verän-      an Breitbandnetzen – vor allem an Glas-      Fragen nicht einfach zu beantworten.
dern. Und: Politik ist Kommunikation,        fasernetzen – hat. Hier sind bereits viele   Schließlich soll am Ende ein nachhaltiges
denn nur Wähler, die verstehen und ver-      Stadtwerke und Carrier mit eigenem           Geschäftsmodell stehen. Mit einem star-
standen werden, können zu Anhängern          Netz und dem Betrieb dieser unterwegs,       ken Angebot, reichlich Branchenerfah-
werden.                                      andere errichten das Netz derzeit. Viele     rung und einem Team pfiffiger Performer
So weit, so gut. All dies hat zunächst       warten aber noch ab, denn die Entschei-      unterstützen wir, die carrierwerke, bei der
nichts mit uns zu tun, doch ist vieles       dung für ein Breitbandnetz bedeutet          Erschließung dieses neuen Geschäftsfel-
übertragbar. Zunächst einmal: wir, die       Investitionen mit langer Amortisations-      des. Unsere Kunden und Partner profi-
carrierwerke, treten zu Wahl als moder-      dauer. Und oftmals fehlen die notwendi-      tieren von Erfahrungen aus vielen unter-
ner technischer Dienstleister für Stadt-     gen Kompetenzen und Ressourcen in den        schiedlichen Projekten. Technik muss
werke und Carrier an. Denn Deutschland       eigenen Reihen, um solch ein komplexes       funktionieren, aber Technik ist nicht
braucht frischen Wind für den Ausbau         Vorhaben erfolgreich in die Tat umzuset-     alles. Wir setzen auf eine enge, vertrau-
seiner Telekommunikationsinfrastruktu-       zen. Das gilt auch für andere Bereiche,      ensvolle Begleitung unserer Kunden in
ren. Hier liegen Chancen und Heraus-         wie Mobilitätsangebote, durch die aus        allen Projektphasen. Nach unserem Ver-
forderungen für starke lokal verankerte      einem traditionellen Strom-Gas-Wasser-       ständnis sind besonders Stadtwerke auf
Daseinsvorsorger wie die Stadtwerke. Sie     Stadtwerk ein erweiterter Daseinsvorsor-     ihrem Weg zum Carrier hochkomplexen
kennen sich aus mit leitungsgebundener       ger werden kann.                             Anforderungen ausgesetzt. Wir verstehen
                                                                                          uns daher als Brückenbauer zwischen
                                                                                          bestehenden und neuen Anforderungen.
                                                                                          Kurzum: als carrierwerke.

                                                                                          Alles aus einer Hand
                                                                                          Es geht uns darum, für unsere Kunden die
                                                                                          passende Lösung zu finden und umzuset-
                                                                                          zen. Wir bieten die gesamte Palette an
                                                                                          technischen Dienstleistungen an, um ein
                                                                                          Breitbandnetz erfolgreich betreiben zu
                                                                                          können. Dies ist für uns jedoch nur die
                                                                                          Basis. Um nachhaltig und erfolgreich als
                                                                                          Internet-Service-Provider am Markt Fuß
                                                                                          zu fassen, bedarf es - neben der reinen
                                                                                          technischen Dienstleistung - mindestens
                                                                                          auch eines durchdachten Tarife- und
                                                                                          Marketingkonzepts, automatisierter und
                                                                                          digitaler Prozesse sowie geschulter Mitar-
                                                                                          beiter: Wir haben daher einen ganzheit-
                                                                                          lichen Blick auf Betrieb und Vermark-

24   Cable!Vision 5/2021
Sie können auch lesen