Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg - IHK Emden
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Wirtschaft
Ostfriesland & Papenburg
Industrie- und Handelskammer
für Ostfriesland und Papenburg
Januar 2019
www.ihk-emden.de
Titelthema
E-Food
IHK Nord Umwelt
Bericht zur Standortkonferenz Neue Gewerbegebiete helfen
Norddeutschland 2018. S. 18 Wirtschaft und Umwelt. S. 27Firmenkunden
Landwirte
Privatkunden
Bild © Anton_Gvozdikov / Fotolia.com
Finanzielle Absicherung von Cyber-Gefahren!
Cyber-Kriminalität ist längst alltäglich geworden. Die Frage ist nicht „ob“, sondern „wann“ Ihr Unter-
ŶĞŚŵĞŶ ŽĚĞƌ /Śƌ WƌŝǀĂƚƌĞĐŚŶĞƌ ĂƩĂĐŬŝĞƌƚ ǁŝƌĚ͊ ŝĞ ŵƂŐůŝĐŚĞŶ &ŽůŐĞŶ͗ ^LJƐƚĞŵĂƵƐĨćůůĞ͕ WƌŽĚƵŬƟŽŶƐƐƚŽƉƉ͕
ĚĂƐ ƵƐƐƉćŚĞŶ ǀŽŶEditorial
Die Wirtschaft
wird digital
D ie Digitalisierung ist in vollem
Gange. Industrie 4.0, Teleme-
dizin, Einzelhandel – es gibt kaum
einen Bereich des täglichen Lebens,
der nicht von dem Wandel betroffen
ist. Anfangs waren es nur Bücher,
die online verkauft wurden. Weitere
Artikel folgten: Elektronik, Klei-
dung, Reisen, Versicherungen, so-
gar Autos, Yachten und Häuser
können mittlerweile mit nur weni-
gen Klicks im Internet gekauft wer-
den. Es war nur eine Frage der Zeit,
bis auch Lebensmittel online ein-
gekauft und bis zur Wohnungstür
geliefert werden würden. Nun ist es
soweit. Auch wenn es so scheint,
dass die IHK für Ostfriesland und
Papenburg mit ihrer E-Food-Bro-
schüre ihrer Zeit voraus ist, erfolgt
die Veröffentlichung genau im rich- Stefan Muhle, Staatssekretär im Niedersächsischen
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und
tigen Moment. Die Broschüre bie- Digitalisierung. Foto: Privat
tet Unternehmensgründern wich-
tige Hinweise zur Kennzeichnungs-
pflicht, Hygienestandards, Netzwerken und vielem mehr
– Informationen also, die ein Online-Händler für Lebens-
mittel VOR der Gründung seines Unternehmens wissen
sollte. Damit weist die IHK gleich zu Beginn auf wichtige
Rahmenbedingungen hin. Das ist gut, richtig und wichtig,
wenn der digitale Wandel auch in der Lebensmittelbranche
klappen soll.
Auf die Rahmenbedingungen kommt es an. Das gilt im
Übrigen für die gesamte Digitalisierung. Eines steht fest:
Die Wirtschaft wird digital und die Region darf dabei nicht
den Anschluss verlieren. Darum hat das Land Niedersach-
sen im Jahr 2018 eine Milliarde Euro für die Digitalisierung
bereitgestellt. Ein Großteil des Geldes soll in den Ausbau
des Breitbandnetzes fließen. Mit diesen Mitteln soll am En-
de auch Ostfriesland und Papenburg fit für die digitale Zu-
kunft gemacht werden – damit die Region mit ihren Häfen,
der Windenergie, dem Automobilbau und seinen mehr als
30.000 Mitgliedsunternehmen auch in Zukunft ihre Lei-
stungsfähigkeit erhält und ein wichtiger Standortfaktor für
Titelfoto: StockPhotoPro / stock.adobe.com
das Land bleibt. <
Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 3Inhalt
Wirtschaft
Ostfriesland & Papenburg
Editorial
3 Kommentar
Die Wirtschaft wird digital
Positionen
6 Energiewende
Ein „Ja“ zur Energiewende
Titelthema
8 E-Food zwischen Laptop und Labskaus
van Buten un Binnen
12 Firmen & Personen
8
Jubiläen Titelthema: E-Food
12 Zahlenspiegel
Daten und Fakten aus der Region E-Food zwischen Laptop
14 In Kürze und Labskaus
Meldungen aus der Region
18 Standortkonferenz Norddeutschland Die IHK hat eine Broschüre zum Thema
Ein neuer Spirit E-Food veröffentlicht.
19 IHK Nord
IHK Nord diskutiert EU-Wasserpolitik
21 ValiKom Transfer
Eine Fachkräfteinitiative mit Potential
21
23 Neues aus Berlin und Brüssel ValiKom Transfer
Meldungen vom Bund und der EU
24 IHKN-Tourismusnachrichten Eine Fachkräfteinitiative
Kein Hygienebarometer in Niedersachsen mit Potential
WOP stellt das
IHK-Ratgeber neue Projekt zur
Validierung von
26 Recht kompakt Berufsqualifi-
Einstellung von Arbeitnehmern kationen vor.
27 Umwelt
Biologische Vielfalt mit nachhaltigen
Gewerbegebieten
Foto: Claus
28 Ostfriesland Digital
Produktplatzierungen mit Ausrastern
4 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019Die
Wirtschaft
Ostfriesland &
Papenburg
gibt es auch als
Onlineversion im
Internet.
www.ihk-
emden.de
Veranstaltungen
29 Save the date
Veranstaltungen in der Region
30 Seminarkalender
Weiterbildung von A bis Z
31 Messekalender
AUMA MesseGuide 2019 erschienen
Das letzte Wort
36 Unternehmer des Monats
„Nicht auf halber Strecke kehrt machen“
Foto: StockPhotoPro / stock.adobe.com
Ihre Ansprechpartner bei der IHK
• Hauptgeschäftsführer: Dr. Torsten Slink, Tel. 8901-22,
E-Mail: torsten.slink@...
• Referent: Patrick Möller, Tel. 8901-73, E-Mail: patrick.moeller@...
• Öffentlichkeitsarbeit: Stefan Claus, Tel. 8901-30,
E-Mail: stefan.claus@...
• Sekretariat Hauptgeschäftsführer:
lnsa Hamphoff, Tel. 8901-23, E-Mail: insa.hamphoff@...
Karoline Aden, Tel. 8901-25, E-Mail: karoline.aden@...
Industrie, Innovation und Umwelt
• Stellv. Hauptgeschäftsführer: Dr. Jan Amelsbarg, Tel. 8901-26,
E-Mail: jan.amelsbarg@...
• Referent: Michael Tischner, Tel. 8901-37,
28
Ostfriesland Digital E-Mail: michael.tischner@...
• Referentin: Dr. Katharina Mohr, Telefon 04921 8901-152
E-Mail: katharina.mohr@...
Produktplatzierungen Handel, Dienstleistungen und Recht
mit Ausrastern • Abteilungsleiter: Reinhard Hegewald, Tel. 8901-85,
E-Mail: reinhard.hegewald@...
Beim ersten Social Media-Stammtisch • Referent: Simon Alex, Tel. 8901-83, E-Mail: simon.alex@...
in Leer berichteten zwei Influencer über International, Raumordnung, Tourismus, Verkehr,
Wirtschaftsförderung
Werbung der etwas anderen Art. • Abteilungsleiter: Arno Ulrichs, Tel. 8901-38, E-Mail: arno.ulrichs@...
• Referent: Hartmut Neumann, Tel. 8901-34,
E-Mail: hartmut.neumann@...
• Referent: Murat Özdemir, Tel. 8901-24, E-Mail: murat.oezdemir@...
• Referentin: Kerstin Kontny, Tel. 8901-48, E-Mail: kerstin.kontny@...
Aus- und Weiterbildung
• Abteilungsleiter: Timo Weise, Tel. 8901-40, E-Mail: timo.weise@...
• Referent: Bastian Wehr, Tel. 8901-82, E-Mail: bastian.wehr@...
Projektkoordinator ValiKom Transfer: Ulrich Wingbermühlen,
Tel. 8901-185, E-Mail: ulrich.wingbermuehlen@...
Zentrale Dienste, Finanzen und Beiträge
• Abteilungsleiterin: Elfriede Ritzenthaler, Tel. 8901-50,
E-Mail: elfriede.ritzenthaler@...
• Referent: Walther Dörr, Telefon: 04921 8901-53,
E-Mail: walther.doerr@...
Foto: Privat
Tel. 04921 ..., E-Mail: ...@emden.ihk.de, Ringstraße 4, 26721 Emden
Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 5Positionen I Energiewende
Foto: Luftbild Ostfriesland
6 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019Ein „ Ja“ zur
Energiewende
Die Energiepolitik steht sich selbst
im Weg. Die IHK fordert vom
Bund endlich ein klares Bekenntnis
zur Energiewende.
Die deutsche Klimapolitik ist nicht nur ehrgeizig, sie
steckt auch voller Widersprüche. Auf der einen Seite
soll der CO2-Ausstoß gesenkt werden, um die Erder-
wärmung aufzuhalten. Auf der anderen Seite führt der
Atomausstieg zu einem Anstieg der CO2-Emissionen,
weil der Energiebedarf nun von Kohlekraftwerken ge-
deckt werden muss.
Die regenerativen Energien sollen langfristig fossile
Brennstoffe ablösen und eine umweltverträgliche, be-
zahlbare und verlässliche Energieversorgung gewähr-
leisten. Die Entwicklung der Erneuerbaren wird aber
von vielen Seiten behindert: Umweltverbände beklagen
die Windkraft, weil Vögel in die Rotorblätter von Wind-
energieanlagen fliegen. Bürgerinitiativen wehren sich
gegen den Bau von Windparks und Stromleitungen.
Und die Deckelung des Ausbaus durch den Gesetzge-
ber, verbunden mit dem neuen Ausschreibungsmodell,
hat für einen Abwärtstrend am Heimatmarkt gesorgt.
Mehrere tausend Arbeitsplätze wurden schon abgebaut,
Knowhow geht der Branche verloren.
Die Folgen sind unübersehbar: Der Ausbau der rege-
nerativen Energien stockt, der CO2-Ausstoß wird nicht
weniger, die Klimaziele werden verfehlt und die Ener-
giewende rückt in weite Ferne.
Das alles ist das Ergebnis einer Politik, die es verlernt
hat, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu tra-
gen und einmal getroffene Beschlüsse konsequent bis
zum Ende durchzusetzen. Die IHK fordert seit Jahren
immer wieder „verlässliche Rahmenbedingungen“, weil
sie Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft
sind. Die Regierung soll Entscheidungen treffen, zu
ihnen stehen und sie auch gegen Widerstände umsetzen.
In Bezug auf die Energieversorgung lässt sich diese
Forderung der IHK relativ einfach übersetzen: Wenn
Deutschland ein Land mit einer Stromversorgung über-
wiegend aus regenerativen Energien sein soll, dann muss
die Politik alle legislativen Möglichkeiten ausschöpfen,
um dieses hohe Ziel zu realisieren – ohne Wenn und
Aber. <
Mehr zu diesem Thema
Dok.-Nr. 4287294
Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 7Titelthema I E-Food
E-Food zwischen Laptop
und Lapskaus
Der deutsche Lebensmittelmarkt steht vor einem Umbruch. Die
Nachfrage nach einem Online-Handel mit Lebensmitteln steigt. Die
IHK hat jetzt eine Broschüre zum Thema „E-Food“ veröffentlicht.
len mit 23 Prozent sogar die größte Grup- besonders im Online-Handel sind.
VON STEFAN CLAUS pe der Onlineeinkäufer von Lebensmitteln Die zu erwartenden Gewinnspannen wei-
dar. Die Zielgruppe der bis zu 20-Jährigen sen einen eindeutigen Trend auf. Das
D ie Industrie und Handelskammer hat
im Januar eine Broschüre zum The-
ma „E-Food für Start-Ups“ veröffentlicht.
liegt derweil auf Rang zwei – zusammen
mit der Gruppe der über 60 Jährigen.
Bisher fühlen sich vor allem stressgeplag-
Unternehmen REWE wird mit seinem
Online-Handel auf mehr als 100 Millio-
nen Euro Jahresumsatz taxiert. In nur drei
„Nach dem Online-Handel mit Waren te Großstadtbewohner, die lieber bequem Jahren möchte es seinen Umsatz auf 800
bekommt nun das Internet-Geschäft mit vom Smartphone aus und in der U-Bahn Millionen Euro steigern.
Lebensmitteln immer mehr Auftrieb“, sagt sitzend ihren Wocheneinkauf planen, von Noch profitiere der stationäre Handel von
IHK-Referent Julian Stodt. Er hat die dem Angebot angesprochen. In der Stadt der Haptik-Romantik – also dem persön-
Broschüre verfasst. ist der Anteil von Verbrauchern, die über lichen Augenschein und der Möglichkeit,
Etablierte Händler und innovative Start- das Internet ihre Lebensmittel einkaufen, die Ware zu riechen und zu drücken. Wie
Ups haben bereits reagiert und folgen dem mit 20 Prozent deutlich höher als in länd- schnell sich das ändern kann, zeigt der
neuen Trend. Anbieter wie „Hello Fresh“, lichen Regionen. Das liegt zum Teil aber rasche Aufstieg des Online-Schuhhandels.
„Amazon Fresh“ oder „Lieferando“ ver- auch an der Vertriebsstruktur, die sich Niemand hätte vor 15 Jahren gedacht, dass
zeichnen steigende Absätze. Auch der ost- zurzeit noch auf Metropolregionen kon- eines Tages völlig normal sein würde, Schu-
friesische Anbieter Bünting ist mit seinem zentriert. he über das Internet zu bestellen, ohne sie
Online-Lieferdienst „Mytime“ bereits seit Im Gegensatz zum stationären Einzelhan- vorher in der Hand gehabt zu haben.
2012 auf dem deutschen Markt aktiv. del fehlt es den Online-Supermärkten „Natürlich wird es auch zukünftig einen
„Es sind nicht nur die Millennials und zurzeit noch an Stammkundschaft. Ledig- stationären Lebensmittelhandel geben,
überdrehten Hipster, die ihre Lebensmit- lich 16,6 Prozent, also nur jeder sechste aber er wird sich verändern“, prognosti-
tel online kaufen“, sagt Stodt. Eine aktuelle Haushalt, hat 2018 mindestens einmal ziert Stodt. Das bisherige Hauptkriterium
Studie der Wirtschaftsprüfer und Berater frische Lebensmittel im Internet bestellt. für die Wahl der Einkaufsstätte sei bisher
Ernst & Young belegt, dass die ‚E-Food-Kun- Vier von fünf Konsumenten nutzen dabei die Parkplatzsituation. „Das bedeutet, dass
den‘ eben nicht nur aus der digital affinen als erste Anlaufstelle eine Suchmaschine. der Kunde im Wesentlichen allen Super-
jüngeren Kundschaft bestehen, sondern Dies zeigt, wie wichtig Werbeinvestitionen märkten in seiner Region eine ähnliche
auch die 41-50-Jährigen umfassen. Sie stel- in PPC (Pay per Click)-Kampagnen – Qualität unterstellt oder zumindest eine
8 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019lität der Lebensmittel entwickelt hat, wird weise günstigen Grundstückpachten in der
die Schwelle für den Endverbraucher Region. Ein Logistikzentrum in Ostfries-
zunehmend niedriger, den Wochenein- land zu unterhalten, ist deutlich günstiger
kauf im Internet zu tätigen. als im Großraum Berlin oder München.
Besonders in den ländlichen Regionen Dadurch wird die Region zu einem enorm
sieht Stodt ein großes Potenzial für den attraktiven Standort für den Lebensmittel-
Online-Handel mit Lebensmitteln. „Die Online-Handel.
Ansprüche der Kunden steigen. Wenn es „Im Moment steckt der E-Food-Handel
vor 20 Jahren noch gereicht hat, dass der aber noch in den Kinderschuhen. Viele
Kunde in einem Supermarkt ein paar Dinge müssen noch optimiert werden“,
Sorten Aufschnitt, Milchprodukte und sagt Stodt. Neben der Einhaltung der
Hygiene-Artikel findet, muss es heute Kühlkette und der schnellen Kundenzu-
schon ein wenig mehr sein. Der Kunde stellung sei hierbei vor allem die Verpa-
wünscht sich den Wein aus Spanien, die ckungsproblematik genannt. Um die
Oliven aus der Toskana, die Marshmal- Kühlkette einzuhalten, sind alle Frische-
Immer mehr Menschen kaufen Lebensmittel im lows zusammen mit den Burgerpatties aus produkte mehrfach verpackt und mit
Internet. Foto: StockPhotoPro / stock.adobe.com
den USA und so weiter. Ein Vollsortiment Gelkissen entsprechend gekühlt. Die Fol-
muss heute viel mehr Produkte vorhalten, ge daraus ist ein großer Berg Verpackungs-
Qualität, die ihn so zufriedenstellt, dass er als das ein kleiner Dorfsupermarkt könnte. müll. Dafür muss die Branche in Zukunft
für ein anderes Produkt nicht in einen Genau diese Lücke kann der E-Food-An- noch intelligentere Lösungen finden. <
anderen Laden fahren möchte. Wenn der bieter mit seinem Angebot schließen – und
Online-Lebensmittelhandel in naher Zu- dazu muss er als Online-Kunde nicht ein- Mehr zu diesem Thema
kunft seine Vertriebsroutinen verbessert mal die Wohnung verlassen“, so Stodt. Dok-Nr. 3434944
und ein vergleichbares Image für die Qua- Ein weiterer Pluspunkt sind die vergleichs-
„Das perfekte Match:
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Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 9Titelthema I E-Food
Der „Start-Up-Guide 2018: E-Food
Die IHK hat vor kurzem den „Start-Up-
Guide 2019: eFood“ veröffentlicht. Die Bro-
schüre gibt Hilfestellungen beim Start eines
eigenen Geschäfts für Lebensmittel, die insbe-
chigen Raum gehören die „Anuga“ in Köln,
die „Biofach“ in Nürnberg und der „Markt
des guten Geschmacks“ in Stuttgart.
Das Lebensmittel- und Futter-
3
mittelgesetzbuch (LFGB) regelt den
Umgang mit Lebensmitteln zum Schutz des
Verbrauchers vor Täuschung. Für jeden Le-
sondere über Online-Plattformen vertrieben bensmittelhändler – Online oder stationär
werden sollen. Hygiene – sind diese Regeln bindend.
Ebenso bindend sind die Standards der
Lieferanten finden Lebensmittelhygieneverordnung (EG) Nr. Kennzeichnung
852/2004. Es handelt sich dabei um die Ba-
Die Online-Plattform „wer-liefert-was.de“ sisregelung der Lebensmittelhygiene für alle Die Lebensmittelkennzeichnungsverord-
bietet einen Überblick über die Anzahl der Betriebe in sämtlichen Bereichen des Lebens- nung regelt die Art der Angaben, die auf
nationalen Anbieter eines bestimmten Pro- mittelkreislaufs. jedem Lebensmittel enthalten sein müssen.
duktes am Markt. Foren wie „Ixpos“ oder Sie gilt indes nicht für lose abgepackte
„Alibaba“ bieten Kontaktmöglichkeiten zu Lebensmittel und nicht für Transportver-
internationalen Firmen. Lebensmittelsicherheit packungen der Händler.
Im deutschen Lebensmittelrecht finden sich
Messen keine ausdrücklichen Pflichten zur Unter- Rückverfolgbarkeit
suchung und Kontrolle der Ware. Jedoch ist
Messen sind nach wie vor der beste Ort, mit jeder Unternehmer, der Lebensmittel in der Lebensmittel müssen rückverfolgbar sein,
potenziellen Lieferanten in Kontakt zu treten. EU verkauft, für die Verkehrsfähigkeit seines und zwar vom Acker bis zum Teller. Die
Zu den wichtigsten Messen im deutschspra- Produktes verantwortlich. Verordnung EG Nr. 178/2002 regelt die
Gefällt allen, die erfolgreich kommunizieren, und 187 weiteren
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10 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019Art, mit der nachgewiesen werden muss, was
wann wo von wem an wen geliefert wurde. Fullfillment-Center
Grundsätzlich sind von dem Unternehmen
Nachweise über Herkunft und Qualität der Das Fulfillment-Center ermöglicht es Händ-
eingesetzten Vorprodukte und Zutaten sowie lern, Lager, Versand und bei Bedarf auch den
Informationen über den gesamten Herstel- Kundensupport an Dritte auszugliedern. Das
lungsprozess bereitzuhalten. entlastet das Tagesgeschäft und befähigt den
Unternehmer, sich auf seine kernstrategischen
Aufgaben zu konzentrieren.
Bio-Siegel
Ein Bio-Siegel darf nur angebracht werden, Lebensmittelimport
wenn mindestens 95 Prozent der Zutaten
ökologischen Ursprungs sind. Internethänd- Für die Einfuhr von Lebensmitteln aus einem
ler sind immer kontrollpflichtig, auch wenn anderen EU-Land sind unter Umständen keine
sie nicht verarbeiten. Weitere Informationen Kontrolluntersuchungen notwendig. Eigenkon-
gibt der Leitfaden Anmeldung und Ablauf trollen sind dann notwendig, wenn auf dem Trans-
Bio-Zertifizierung. portweg vom Hersteller Veränderungen auf-
treten können, die nicht vom Qualitätssystem
des Herstellers erfasst sind. Importeure von Pro-
Trade-Control and Expert-System tel in die EU einführen möchte, in der Da- dukten, die nicht aus der EU oder dem EWR stam-
tenbank TRACES der EU registriert sein: men, sind als Hersteller dieser Waren anzusehen
Seit Oktober 2017 muss jedes Unterneh- Das System soll die Rückverfolgbarkeit von und haben zu gewährleisten, dass nur sichere
men, das aus einem Drittland Biolebensmit- Waren gewährleisten. Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden.
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Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 11van Buten un Binnen I Jubiläen
Firmen & Personen
Geschäftsjubiläen Karl-Heinz Müller (26. Januar), beschäftigt Ingo Schmidt (1. Januar), beschäftigt bei der
bei der Firma EVAG Emder Verkehrs und Firma EWE Netz GmbH, Leer
25 Jahre Automotive Gesellschaft mbH, Emden
Jens Manott (1. Januar), beschäftigt bei der
EPAS Verwaltungs- und Beteiligungs Hinrich Otten (16. Januar), beschäftigt bei Firma EWE Netz GmbH, Esens
GmbH, Emden (1. Januar) der Firma Klingele Papierwerke GmbH &
Co. KG, Weener Berthold Riemann (17. Januar), beschäftigt
50 Jahre bei der Firma Cordes & Graefe Emden KG,
35 Jahre Emden
Menü 2000 Catering Röttgers GmbH
& Co. KG, Papenburg (1. Januar) Wilhelm Saathoff (30. Januar), beschäftigt Alste Kassens und Gunda Mecklenburg
bei der Firma Döling KG, Neermoor (beide am 1. Januar), beide beschäftigt bei
der Firma ALDI GmbH & Co. Komman-
25 Jahre ditgesellschaft, Hesel
Arbeitsjubiläen
Wolfgang Schröder (1. Januar), beschäftigt Jörg Harms (1. Januar), beschäftigt bei der
40 Jahre bei der Firma Nordwest-Blumen Wiesmoor Firma Schüt-Duis Fenster & Türentechnik
GmbH, Wiesmoor GmbH & Co. KG, Aurich
Jan Hoek (2. Januar), beschäftigt bei der
Firma Salamander Technische Kunststoff- Hans-Werner Janßen (3. Januar) und Lothar Anja Schmidt (1. Januar), beschäftigt bei der
profile GmbH, Papenburg Schröder (24. Januar), beide beschäftigt bei der Firma BERDING BETON GmbH, Werk
Firma Doepke Schaltgeräte GmbH, Norden Leer
Zahlenspiegel
Preisindex für die Lebenshaltung1 Industrie-Beschäftigte im IHK-Bezirk
für Ostfriesland und Papenburg
Verbraucherpreisindex für Deutschland1
26.000
Basis 2010 = 1002 Prozent3
2016 JD 4 107,4 + 0,5 25.000
2017 JD 4 109,3 + 1,8 24.000
Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
2017 November 109,9 + 1,8
Grafik: IHK für Ostfriesland und Papenburg
23.000
2018 Oktober 112,3 + 2,5
22.000
2018 November 112,4 + 2,3
21.000
1
Angaben nach Verbrauchsverhältnissen des Jahres 2010
2
Basisumstellung von 2005 auf 2010 erfolgte im
Februar 2013 20.000
3
Veränderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
4
Jahresdurchschnitt 2017 2018
12 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019Anzeige Wir wünschen einen guten Start ins Jahr 2019. www.nports.de
van Buten un Binnen I Meldungen
Grenzüberschreitende Projekte
genehmigt
Ostfriesland. Der Lenkungsausschuss des IN-
TERREG V A-Programms hat im Dezember einer
Fortsetzung des grenzüberschreitenden Projekts „Ar-
beitsmarkt Nord“ zugestimmt. Unter dem Projekt Der Vorstand der Wirtschaftsjunioren 2019 (v.l.): Gerd Janssen, Ingo Schmidt, Marcel Schmidt,
Jens van Mark und Hartmut Neumann. Foto: Privat
versammeln sich verschiedene Initiativen im Bereich
Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Einer der Pro-
jektbausteine ist der GrenzInfoPunkt EDR in Bad Wirtschaftsjunioren: Marcel Schmidt ist neuer Vorsitzender
Nieuweschans. Hier können sich Interessierte über
Unternehmen, Arbeiten, Wohnen oder Studieren im Emden. Die Wirtschaftsjunioren für Ostfriesland und Papenburg haben im Dezem-
Nachbarland informieren. Ebenfalls genehmigt wur- ber Marcel Schmidt (Oldenburgische Landesbank) zum neuen Vorsitzenden gewählt.
de das neue Projekt „Ohne Grenzen“. Dabei handelt Er wird damit zum 1. Januar 2019 Nachfolger von Gerd Janssen. Wie bei den Wirt-
es sich um eine grenzüberschreitende Redaktion, die schaftsjunioren üblich, gibt Janssen diese Funktion nach einem Jahr wieder ab. „Wir
verschiedene Themen im deutsch-niederländischen werden auch für das kommende Jahr, ein spannendes und abwechslungsreiches
Kontext recherchiert und für Fernsehen und Internet Programm für unsere Mitglieder zusammenstellen“, so der künftige Vorsitzende
aufbereitet. Schmidt.
IHK-Einigungsstelle neu besetzt
Emden. Die IHK-Einigungsstelle für Wettbewerbs-
streitigkeiten ist neu besetzt worden. Die Vollversamm-
lung der Kammer hat auf ihrer Sitzung am 11. Dezem-
ber für das Jahr 2019 folgende Mitglieder als Beisitzer
berufen: Dirk Barghoorn (Emden), Heiko Bockstiegel
(Emden), Bernd Gröttrup (Emden) und Gerrit Symens
(Emden). Auf Vorschlag der Handwerkskammer für
Ostfriesland gehören künftig Joachim Eilts, (Norden)
und Harald Gerjets (Aurich) der Einigungsstelle als
Beisitzer an. Vorsitzender bleibt Hans-Otto Bartels
(Aurich) und sein Stellvertreter Simon Alex (Emden).
Die Einigungsstelle hat die Aufgabe, wettbewerbsrecht-
Jann Eilert Abrams (links) und IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons. Foto: Privat liche Auseinandersetzungen zwischen Unternehmen
zu schlichten und dadurch teure Gerichtsverfahren zu
vermeiden.
Sachverständige bestellt Weitere Informationen erteilt die Rechtsabteilung der IHK
unter Tel. 04921 8901-83.
Emden. Jann Eilert Abrams, Leer, wurde kürzlich von IHK-Präsident Dr.
Bernhard Brons als Sachverständiger für An- und Verkauf von Seeschiffen,
Schiffswertschätzungen, Kaskoschäden öffentlich bestellt und vereidigt. Die
Bestellung durch die IHK geschieht im öffentlichen Interesse, um Gerichten,
der Wirtschaft und Privatpersonen unabhängige, unparteiische und fachlich
kompetente Experten für viele Fragestellungen zur Verfügung zu stellen.
Mit Abrams hat die IHK nun einen weiteren Fachmann im Bezirk, der
Foto: Monet / stock.adobe.com
sich zu Bewertungen und Schäden an Schiffen gutachterlich äußern kann.
Bundesweit gibt es auf diesem Sachgebiet nur sieben IHK-Sachverständige.
Neben Abrams wurden darüber hinaus Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegemann,
Norden, als Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, Georg Reinders,
Bunde, als Binnenschiffseichaufnehmer, Dipl.-Ing. Architekt (TU) Rüdiger
Voges, Leer, als Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, öffentlich be- Die Einigungsstelle der IHK schlichtet bei Wettbewerbsstrei-
stellt und vereidigt. tigkeiten.
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Quelle: GfK Studie zur Nutzung der Verzeichnismedien 2017; Kommunikation
repräsentative Befragung von 15 Tsd. Personen ab 16 Jahren.
& Wirtschaft GmbHvan Buten un Binnen I In Kürze
Deutsche Wirtschaft zeigt
sich spendierfreudig
Gütersloh. Die deutsche Wirtschaft Jessica Ferklass stellte
spendet jährlich rund 9,5 Milliarden die US-Außenhandels-
politik vor. Foto: Möller
Euro für wohltätige Zwecke. Das ist
das Ergebnis einer aktuellen Studie
der Bertelsmann-Stiftung. Damit en-
gagieren sich Unternehmen deutlich
stärker für die Gesellschaft als bisher
angenommen, teilte die Stiftung bei
einem Pressegespräch im Dezember AHK-Expertin berichtet über Geschäftsmöglichkeiten in den USA
mit. Insgesamt spenden vier von fünf
Unternehmen Geld, davon fast jedes Emden. Jessica Ferklaas, Außenwirtschaftsexpertin von der Auslandshandelskammer in Chicago,
zweite (45 Prozent) regelmäßig. Der hat im vergangenen Jahr über die Auswirkungen der US-Politik auf das internationale Geschäft
Betrag von rund 9,5 Milliarden Euro berichtet. „Viele Unternehmen unterhalten Geschäftsbeziehungen in die USA“, sagte IHK-Außen-
übersteige dabei die Gesamtsumme wirtschaftsreferent Murat Özdemir. Ferklaas folgte einer Einladung des Außenwirtschaftskreises der
der privaten Spenden in Deutschland, IHK. Der Leiter der Geschäftsentwicklung USA von der Senator International Spedition GmbH in
so die Stiftung. Ebenfalls beliebt sind Hamburg, Uwe Hasselberg, veranschaulichte anhand konkreter Beispiele aktuelle zoll- und außen-
bei den Unternehmen Sachspenden: wirtschaftliche Entwicklungen speziell aus deutscher Sicht.
Rund jedes dritte Unternehmen spen- Der Außenwirtschaftskreis richtet sich insbesondere an Verantwortliche im Exportbereich sowie an
det regelmäßig Lebensmittel oder Entscheidungsträger im Bereich der internationalen Geschäftsaktivitäten, die sich über aktuelle Ge-
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16 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019Hafen erhält Förderung Migrations- und
Teilhabekonferenz
Harlesiel. Das Niedersächsische Mini- in Emden erfolgreich
sterium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr
und Digitalisierung wird die Ausbag- Emden. Im November hat in
gerung des Hafenbeckens in Harlesiel Emden die 5. Migrations- und Viele Verantwortliche und Interessierte nahmen an der Konferenz in
der VHS Emden teil. Foto: Möller
mit 350.000 Euro unterstützen. Im De- Teilhabekonferenz Ostfriesland
zember überreichte Dr. Niels Kämpny, stattgefunden. Thema der Veranstaltung war in diesem Jahr die Integration von Migranten in den
Abteilungsleiter Industrie und maritime Arbeitsmarkt. „Die Integration schreitet am schnellsten voran, wenn die Menschen einer Arbeit
Wirtschaft, dem Hafenzweckverband nachgehen“, erklärte Abdou Ouedraogo, Vorsitzender des Emder Integrationsrates. Im Mittel-
den Förderbescheid. punkt der Konferenz standen Impulsvorträge sowie eine Podiumsdiskussion, bei der Vertreter aus
Wirtschaft, Verwaltung und Politik zu Wort kamen.
Sport Klahsen zum Händler des
Jahres gewählt Startschuss für LNG-Umrüstung
Papenburg. Das Münchener Fachmagazin Emden. Die Aktien-Gesellschaft „Ems“
„SAZsport“ hat das Sportgeschäft Klahsen in hat im November einen Förderbescheid des
Papenburg-Aschendorf als „Besten Händler Bundes für die Umrüstung der Fähre MS
2018“ in der Kategorie „Vollsortiment“ ausge- „Münsterland“ auf LNG erhalten. Damit
zeichnet. Geschäftsführer Jens Klahsen nahm wolle der Bund den Startschuss für weitere
den Preis im November beim Sporthandels- Umrüstungen von Seeschiffen auf einen
kongress in München entgegen. Das Fachma- umweltfreundlichen Antrieb geben, so
gazin ruft jedes Jahr Sporthändler und Sport- Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staats-
artikelhersteller dazu auf, Nominierungen in sekretär beim Bundesminister für Verkehr
sechs Kategorien einzureichen. In der Kate- und digitale Infrastruktur. Mit der MS
gorie „Vollsortiment“ setzte sich das Sport- „Ostfriesland“ hat AG „EMS“ 2015 bereits
geschäft Klahsen dabei unter anderem gegen 2015 wurde bereits die MS „Ostfriesland“ auf LNG eine umgerüstete LNG-Fähre in Betrieb
L&T Lengermann aus Osnabrück durch. umgerüstet. Foto: AG Ems genommen.
Neuer Schiffsantrieb
übertrifft Erwartungen
Leer. Der neue Flettner-
Schiffsantrieb, den die Hoch-
schule Emden/Leer zurzeit
Foto: Zwoch / Nationalparkverwaltung
an Bord des Leeraner Frach-
ters „Fehn Pollux“ erforscht,
konnte bisher im Realbetrieb
überzeugen. Bei optimalen
Bedingungen bringe der
18 Meter hohe Rotor mehr
Ministerin Birgit Honé (2.v.r.) überreichte den Bewilligungsbescheid an die Projektgemeinschaft. Schub als die Hauptmaschi-
ne, so Professor Michael Vahs
Wattenmeerregion erhält 1,7 Millionen für Projekt von der Hochschule. Damit
könne der Brennstoffver-
Leer. Die Europäische Union wird das Projekt „Watten-Agenda 2.0“ der Ems Dollard Region (EDR) mit brauch an Bord erheblich
rund 1,7 Millionen Euro fördern. Das Projekt setzt sich für einen nachhaltigen und wertschätzenden Touris- gesenkt werden. Das Projekt
mus im Weltnaturerbe Wattenmeer ein. „Das Projekt Watten-Agenda ist ein sehr erfolgreiches Beispiel für „Eco-Flettner“ wird von der
gelebte, grenzüberschreitende Kooperation in Europa und gilt als Vorbild für vergleichbare Projekte“, sagte EU finanziert. Die Koordina-
die niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, Birgit tion übernimmt das Maritime
Honé. Bei einer Tagung in Leer überreichte sie den Verantwortlichen den offiziellen Förderbescheid der EU. Kompetenzzentrum in Leer.
Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 17van Buten un Binnen I IHK Nord
Ein neuer Spirit
Süd-Nordgefälle, Fachkräfte und Innovationen – das waren die Themen auf der
diesjährigen „Standortkonferenz Norddeutschland“ der IHK Nord in Wilhelmshaven.
VON JANA WERNER
W as die Wirtschafts- und Verkehrs-
minister der fünf norddeutschen
Bundesländer nicht mögen, ist, dass Po-
litiker ständig nur reden. Stattdessen
„wollen wir konkrete messbare Ergeb-
nisse liefern“, versprach Niedersachsens
Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althus-
mann am 26. November bei der „Stand-
ortkonferenz Norddeutschland“ der IHK
Nord in Wilhelmshaven. Gemeinsam
habe er mit seinen Amtskollegen bei der
Konferenz der Küstenminister (KüWiVer-
MinKo) „klare Ziele“ für das Jahr 2019
festgelegt. Eine Ankündigung, die den
Nerv der 120 norddeutschen Spitzenver-
treter der Industrie- und Handelskam-
mern traf. Geht es doch um den inner-
deutschen wie internationalen Wettbe-
werb, Fachkräfte, Innovationen und In-
vestitionen. „Konkrete messbare Ergebnisse“ will der Niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann
gemeinsam mit anderen Küstenministern im kommenden Jahr liefern. Foto: Andreas Burmann / IHK Nord
„Das Süd-Nord-Gefälle, das seit Jahren
zwischen dem wirtschaftlich starken Sü-
den Deutschlands und Norddeutschland wie die Podiumsdiskussion der Standort- So darf es auch aus Sicht von Schleswig-
besteht, hat sich manifestiert“, erklärte konferenz bestätigte. „Bewerber erreicht Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd
der Vorsitzende der IHK Nord, Gert Stu- man heute nicht mit Zeitungsanzeigen, Buchholz nicht mehr um kleinteiliges
ke. Um den Anschluss an den Süden nicht sondern vor allem in den sozialen Medi- Denken gehen, sondern um eine gemein-
zu verlieren, „müssen wir in Norddeutsch- en“, sagte Ulrike Mix, Geschäftsführerin same norddeutsche Industriepolitik. Kon-
land stärker zusammenarbeiten, unsere eines Logistikdienstleisters in Schwerin. kret verständigten sich die Küstenminister
Kräfte bündeln und unsere vorhandenen Carsten-Sünnke Berendsen, Projektleiter auf eine bessere Mobilfunkversorgung,
Stärken und Potentiale gemeinsam wei- eines Windkraftanlagen-Herstellers in eine länderübergreifende Strategie für die
terentwickeln“. Der Norden komme nur Cuxhaven, forderte flächendeckendes Wasserstofftechnologie, eine Digitalplatt-
voran, so Stuke, „wenn Politik und Wirt- schnelles Internet, „damit unsere Mitar- form für Häfen sowie auf Planungen für
schaft an einem Strang ziehen“. beiter überall gut arbeiten können“. das erste Importterminal für Flüssigerd-
Um aus diesem wichtigen Schulterschluss Charli Kruse, Leiter der Fraunhofer- gas in Deutschland.
eine Selbstverständlichkeit zu machen, Einrichtung für Marine Biotechnologie Es sei „ein neuer Spirit“ unter den Mini-
hat die IHK Nord bereits 2015 das Pro- und Zelltechnik in Lübeck, hält eine fi- stern zu spüren gewesen, erklärte Buch-
jekt „Zukunft Norddeutschland“ initiert nanzielle Förderung der Wissenschaft für holz, der für das Jahr 2019 den Staffelstab
– mit dem Ziel, eine Perspektive für Nie- hilfreich, die nicht aufgrund verschie- der KüWiVerMinKo von Niedersachsen
dersachsen und Bremen, Schleswig-Hol- dener Richtlinien an den Landesgrenzen übernimmt. Das Anpacken der größten
stein, Hamburg und Mecklenburg-Vor- Halt macht. Und nicht zuletzt erinnerte Probleme hätte im Vordergrund gestan-
pommern zu entwickeln. Dazu zählen Dov Moran, einer der führenden Köpfe den. Erste Ergebnisse der nun angesto-
Strategien zur Energiewende, digitalen der israelischen Hightech-Szene und Er- ßenen Punkte sollen 2019 thematisiert
Bildung, Zukunft der Seehäfen und zum finder des USB-Sticks, in seinem Impuls werden. Dann soll das Format „Stand-
Ausbau der Wasserstoffmobilität. daran, dass „Veränderung stets die ein- ortkonferenz Norddeutschland“ unter
Eines der drängendsten Probleme für zige Konstante“ in seinen Unternehmen dem Vorsitz von Schleswig-Holstein wei-
Unternehmer ist der Fachkräftemangel, war. tergeführt werden. <
18 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019IHK Nord diskutiert über
EU-Wasserpolitik
Die Wasserrahmenrichtlinie der EU stellt die Wirtschaft
in Norddeutschland vor große Herausforderungen.
Vella begrüßte die Initiative der Indus-
VON IHK NORD trie- und Handelskammern zur Beteili-
gung an der öffentlichen Konsultation zur
D ie IHK Nord sowie der Deutsche
Städte- und Gemeindebund haben
im Dezember eine Diskussionsrunde
Wasserrahmenrichtlinie.
Herr Rainer Jürgensen, Amtsdirektor des
Amtes Geest und Marsch Südholstein,
zum Thema „Wasserrahmenrichtlinie als Vorsitzender des Europaausschusses des
Kerninstrument der EU-Wasserpolitik“ DStGB präsentierte anschließend nach-
veranstaltet. In der Handelskammer haltige Wasserpolitik aus kommunaler
Hamburg sprachen Experten aus Politik Sicht. Während Dr. Renate Taugs, die
Foto: fdenb / stock.adobe.com
und Wirtschaft über die Regelungsdich- Leiterin des Amtes für Umweltschutz der
te und Komplexität der europäischen und Behörde für Umwelt und Energie Ham-
nationalen Gesetzgebung und die daraus burg, die Wasserrahmenrichtlinie aus der
resultierenden Herausforderungen für Perspektive des Hamburger Senats be-
Wirtschaft und Kommunen aus. leuchtete.
Herr Adrian Ulrich, Geschäftsführer und Herr Dr. Karl Falkenberg, Sonderberater Die Wasserrahmenrichtlinie soll einen guten
ökologischen Zustand für Oberflächengewässer
Leiter des Geschäftsbereichs Innovation für nachhaltige Entwicklung beim Euro- gewährleisten.
und Umwelt der Handelskammer Ham- päischen Zentrum für politische Strategie
burg, eröffnete mit einer Vorstellung der (EPSC), ehemaliger Leiter der General- Bernd Gawlik von der EU-Kommission,
IHK-Nord Expertise zu den wirtschaft- direktion Umwelt der EU-Kommission Herrn Bernd Düsterdiek, Referatsleiter
lichen Folgen der Wasserrahmenrichtlinie (2009-2015) und Sonderberater des EU- Deutscher Städte- und Gemeindebund
in Norddeutschland. Konkrete Auswir- Kommissionspräsidenten Jean-Claude sowie Dr. Karin Hinrichs-Petersen, Lei-
kungen seien insbesondere erhöhte Ko- Juncker (bis Juli 2017), referierte anschlie- terin Konzernumweltschutz Aurubis.
sten für Unternehmen bei der Umsetzung ßend über die Nachhaltigkeit der Euro- Zentrales Thema war insbesondere die
der Anforderungen der Wasserrahmen- päischen Wasserpolitik und die Wasser- mögliche Verlängerung der Richtlinie
richtlinie sowie die Verzögerung der für rahmenrichtlinie als Kerninstrument über das Jahr 2027 hinaus zur Erreichung
den Wirtschaftsstandort Norddeutsch- ihrer Umsetzung. des in der Richtlinie vorgeschriebenen
land zentralen Infrastrukturvorhaben. Darauf aufbauend moderierte Herr Prof. „guten Zustandes“ der Gewässer. <
Ein zusätzliches Grußwort gab es per Dr. Holger Schwemer eine Podiumsdis-
Videobotschaft vom EU-Kommissar für kussion mit Frau Dr. Taugs, Herrn Da- Mehr zu diesem Thema
Umwelt, Maritime Angelegenheiten und niel Hosseus (Hauptgeschäftsführer Zen- www.ihk-nord.de
Fischerei Karmenu Vella. Kommissar tralverband der Seehäfen), Herrn Dr.
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Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 19van Buten un Binnen I Energiewende
Hoher Wettbewerb um EEG-Förderung
Die Bundesnetzagentur in Bonn hat die Ergebnisse der Ausschreibung für Solar- und
Windanlagen veröffentlicht. Das Ausschreibungsvolumen betrug rund 670 Megawatt.
D ie Ergebnisse der Ausschreibung für
Solar- und Windanlangen sind ver-
öffentlicht. Wie gewohnt ist ein hoher
670 Megawatt. Demgegenüber wurden
insgesamt 62 Gebote mit einem Volumen
von knapp 400 Megawatt eingereicht. Von
Umfang von 551 Megawatt wurden ab-
gegeben. Damit wurde das Ausschrei-
bungsvolumen drei Mal überzeichnet. Von
Wettbewerb um EEG-Förderungen für diesen erhielten 57 Gebote einen Zuschlag den eingegangen Geboten erhielten 37
Solaranlagen zu beobachten. Die Aus- für Anlagen mit einem Volumen von 363 Gebote mit einem Volum von 192 Mega-
schreibungen für Windenergieanlangen Megawatt. Dabei entfielen die meisten watt einen Zuschlag. Auch hier gingen die
an Land sind stark unterzeichnet. Zuschläge auf Bayern (10 Anlagen mit 69 meisten Zuschläge an Bieter aus Bayern
Bis zum 1. Oktober 2018 konnten bei der MW), gefolgt von Brandenburg (9 mit 63 (14), gefolgt von Brandenburg (7). Auf-
Bundenetzagentur in Bonn Gebote für die MW). Neun Zuschläge gingen an Bürge- grund des bayerischen Flächenkontingents
Ausschreibung für Windenergie an Land renergiegesellschaften. für Solaranlagen auf Ackerflächen in be-
und Solarenergie abgegeben werden. Da- Das niedrigste Gebot, das einen Zuschlag nachteiligen Gebieten konnten aber nur
bei handelt es sich trotz gleicher Gebots- erhielt, betrug 5,00 ct/kWh. Das höchste noch vier Gebote bezuschlagt werden.
termine um getrennte Verfahren. Nun hat Gebot lag bei 6,30 ct/kWh. Der durch- Dies hat zu Folge, dass die übrigen zehn
die Bundesnetzagentur die Zuschläge der schnittliche, mengengewichtete Zuschlags- Zuschläge in Bayern für 2018 nicht mehr
Ausschreibung bekannt gegeben. wert beträgt 6,26 ct/kWh. berücksichtig werden können.
Die Ausschreibungsrunde für Windener- Im Gegensatz dazu besteht bei Ausschrei- Das niedrigste Gebote, das einen Zuschlag
gieanlagen war, trotz einer theoretisch bungen für Solaranlagen nach wie vor ein erhielt, lag bei 3,86 ct/kWh. Das Gebot
ausreichend großen Zahl an vergebenen hoher Wettbewerb um eine EEG-Förde- mit dem höchsten Zuschlagswert betrug
Genehmigungen, deutlich unterzeichnet. rung. Hier lag das Ausschreibungsvolumen 5,15 ct/kWh. Der durchschnittliche Zu-
Das Ausschreibungsvolumen betrug rund bei 182 Megawatt. 76 Gebote mit einem schlagswert liegt bei 4,69 ct/kWh. <
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20 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019Eine Fachkräfteinitiative mit Potenzial
Zum Jahresbeginn startet die IHK mit dem Projekt „ValiKom Transfer“.
Projektleiter Ulrich Wingbermühlen stellt es vor.
VON STEFAN CLAUS
S eit Dezember betreut Ulrich Wing-
bermühlen das Projekt ValiKom in
der IHK. In der WOP verrät er, worum
es dabei geht und was Unternehmer da-
von haben.
WOP: Herr Wingbermühlen, seit
Dezember betreuen Sie das Pro-
jekt Validierung von Kompetern-
zen, kurz, „ValiKom Transfer“.
Was genau ist das?
Ulrich Wingbermühlen: Mit dem
Projekt ValiKom helfen wir Menschen
ohne formalen Berufsabschluss bei der
Anerkennung ihrer berufsspezifischen
Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompe-
tenzen.
WOP: Was bedeutet das? Ulrich Wingbermühlen ist in der IHK zuständig für das Projekt „ValiKom Transfer“. Foto: IHK
Wingbermühlen: Stellen Sie sich vor,
Sie arbeiten seit einigen Jahren erfolg- Programm „IHK-FOSA“ abgewickelt. Beide Branchen sind besonders fach-
reich im Einzelhandel, haben jedoch nie Es kann aber passieren, dass Zuwanderer kräfte- und personalintensiv. ValiKom
eine Ausbildung in diesem Bereich ab- in ihrer Heimat keine Ausbildung ge- bietet hier viel Potenzial, um mögliche
solvieren können. Das ist nicht unüblich. macht haben, obwohl Sie in einem Beruf, Lücken zu schließen.
Über ValiKom könnten Sie sich ihre zum Beispiel Koch, gearbeitet haben. In
erworbenen Berufskompetenzen von Ex- diesem Fall können sie ihre Fähigkeiten WOP: Wozu ist so ein Abschluss
perten der Kammern zertifizieren lassen. über ValiKom feststellen lassen. überhaupt wichtig? Können die
Diese Feststellung, am Maßstab des an- Menschen nicht einfach so in dem
erkannten Ausbildungsberufes, eröffnet WOP: Und mit diesem Verfahren Job arbeiten, den sie über ihre Er-
sowohl Arbeitnehmern als auch Unter- kann man dann die Ausbildung um- fahrungen gelernt haben?
nehmen enorme Chancen. gehen? Wingbermühlen: Nicht unbedingt.
Wingbermühlen: Nein. Am Ende des Stellen Sie sich eine Arzthelferin vor, die
WOP: Wer soll mit diesem Angebot Validierungsverfahrens wird der Person vor Jahren ihre Ausbildung abgebrochen
angesprochen werden? ein Zertifikat ausgestellt, das bescheinigt, hat. Um ihr Haushaltsaufkommen auf-
Wingbermühlen: Das Angebot richtet welche Tätigkeitsfelder eines Berufes sie zustocken, hat sie mehrere Jahre in
sich vor allem an Menschen über 25 oh- sicher beherrscht. In einem vorange- einem Backshop gearbeitet. Die Arbeit
ne anerkannten formalen Berufsab- henden Beratungsgespräch werden je- macht ihr Spaß und der Chef ist zufrie-
schluss, Arbeitslose, Berufswechsler oder doch auch weitere Möglichkeiten hinter- den mit ihr. Er würde sie sogar gerne als
Quereinsteiger und bezieht Deutsche als leuchtet. Filialleiterin aufbauen. Leider geht das
auch Zuwanderer ein. nicht, weil sie als „Ungelernte“ dafür
WOP: Besteht denn für ein solches nicht die erforderlichen Qualifikationen
WOP: Zuwanderer? Projekt überhaupt Bedarf im IHK- mitbringt. Hier kann ValiKom hel-
Wingbermühlen: Ja. Zuwanderer müs- Bezirk? fen. <
sen sich häufig berufliche Qualifikationen Wingbermühlen: Auf jeden Fall. Der
erst in Deutschland bestätigen lassen. Ein IHK Bezirk ist mit seiner Küstenlage Mehr zu diesem Thema
Großteil der Anerkennung ausländischer nicht nur ein beliebter Tourismusstand- Dok.Nr.: 4285568
Berufsabschlüsse wird dabei über das ort, er zählt auch viele Industriebetriebe.
Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 21van Buten un Binnen I Meldungen
Bundestag beschließt Brückenteilzeit
Der Entwurf wurde bereits im Oktober verabschiedet. Seit dem 1. Januar 2019
gilt die neue Regel. Das kommt auf die Arbeitgeber zu.
D er Bundestag hat im Oktober das
Gesetz zur Brückenteilzeit beschlos-
sen. Damit erhalten Arbeitnehmer einen
als sechs Monate dort beschäftigt sind,
künftig eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit
verlangen können. Dies soll für einen im
zeitbeschäftigte ausgeweitet werden, ihre
Arbeitszeit zu verlängern (Beweislastum-
kehr zulasten des Arbeitgebers).
gesetzlichen Anspruch auf zeitlich be- Voraus zu bestimmenden Zeitpunkt von Der DIHK hatte dem Bundesministerium
grenzte Teilzeit. Die Brückenteilzeit gilt ab einem Jahr bis zu fünf Jahren möglich sein. für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rah-
2019. Das „Gesetz zur Weiterentwicklung Der neue Anspruch ist nicht an bestimmte men der Gesetzgebung seine Stellungnah-
des Teilzeitrechts sieht vor, einen gesetz- Gründe gebunden. Nach Ablauf der me übermittelt. <
lichen Anspruch auf zeitlich begrenzte Brückenteilzeit sollen die Beschäftigten auf Weitere Informationen zur Brückenteilzeit stellt
Teilzeit (Brückenteilzeit) neu einzuführen. ihre ursprünglich vereinbarte Arbeitszeit u. a. das BMAS zur Verfügung:
In Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten zurückkehren können. https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/
sollen Arbeitnehmer, wenn sie bereits mehr Zudem soll der Anspruch für bereits Teil- Brueckenteilzeit/brueckenteilzeit.htmlt
Schiffbau beklagt Fachkräftemangel
Im Dezember stellte die IHK Nord ihre Konjunkturumfrage zur Maritimen Wirtschaft
vor. Die Reeder waren weniger zuversichtlich als im Frühjahr.
ren. Gert Stuke, Vorsitzender der IHK schaft verliert nur einen Punkt und steht
DR MALTE HEYNE Nord, sagte: „Das geringere Wachstum der jetzt bei 117,6 Punkten. Mehr als 70 Pro-
Weltwirtschaft und drohende Handels- zent der Betriebe sind aber unzufrieden
D ie Stimmung der maritimen Wirt-
schaft in Deutschland ist getrübt.
Dies ist das Ergebnis der aktuellen Herb-
kriege wirken sich mittlerweile auch nega-
tiv auf die globale Schifffahrt aus.“
Die Werften stehen robust da. Der Kon-
mit den Rahmenbedingungen. Stuke: „Wir
brauchen mehr Tempo bei der Planung
und dem Bau wichtiger Infrastruktur für
stumfrage der IHK Nord. Während sich junkturindex gibt nur drei Punkte ab und die Seehäfen.“ Auch fiskalische Nachteile
das Geschäftsklima in der Schifffahrt deut- fällt auf 132,1 Punkte. Sorge bereitet die gegenüber anderen EU-Ländern bei der
lich eintrübt, halten sich die Rückgänge Suche nach qualifiziertem Personal. Der Erhebung der Umsatzsteuer auf Importe
beim Schiffbau und in der Hafenwirtschaft IHK Nord-Vorsitzende betonte: „Der müssten schnell beseitigt werden.<
in Grenzen. Fachkräftemangel ist derzeit im Schiffbau Kontakt: Dr. Malte Heyne, IHK Nord e.V., T
Die deutschen Reeder sind weit weniger das größte Risiko mit Blick auf die wirt- 040 36138 459, heyne@ihk-nord.de
zuversichtlich als noch im Frühjahr. Das schaftliche Entwicklung. Zudem sehen
Konjunkturbarometer verliert mehr als 20 über drei Viertel der befragten Unterneh- Mehr zu diesem Thema
Punkte und liegt derzeit bei 90,9 Punkten. men die Höhe der Arbeitskosten kritisch.“ www.ihk-nord.de/maritim
Dies ist der niedrigste Wert seit zwei Jah- Das Stimmungsbarometer der Hafenwirt-
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22 Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019Politik und Wirtschaft
Neues aus Berlin & Brüssel
Klare Berufsbezeichnungen
wichtig und richtig
Berlin. DIHK-Vize-Chef Achim
Dercks hält den Vorstoß aus dem Bil-
dungsministerium, neue Namen für
einzelne Stufen der beruflichen Fort-
bildung einzuführen, für sinnvoll: „Der
Vorschlag von Bundesbildungsministe-
rin Anja Karliczek, beruflichen Fort-
bildungsstufen klare Bezeichnungen zu
geben, ist ein wichtiges und richtiges
Signal“, so Dercks. Die vorgeschla-
genen Begriffe Berufsspezialist, Be-
rufsbachelor und Berufsmaster unter-
streichen nicht nur die Praxisnähe und
Fähigkeiten von Menschen mit höherer
Berufsbildung. Sie bringen zudem die
Gleichwertigkeit von beruflicher und
akademischer Bildung zum Ausdruck.
Sie fördern die Markenbildung der
Steuerzahler sollen künftig stärker entlastet werden. Foto: graja / stock.adobe.com Höheren Berufsbildung und leisten
einen Beitrag dazu, noch mehr junge
Menschen für die Berufliche Bildung zu
Familienentlastungsgesetz beschlossen begeistern.
Ansprechpartner: heikaus.oliver@dihk.de
Berlin. Der Bundestag hat im November das neue „Familienentlastungsgesetz“
beschlossen. Mit dem Gesetz werden Steuerpflichtige in den Jahren 2019 und
2020 um knapp zehn Milliarden Euro entlastet. Ein großer Teil dieser Entlas-
tung entsteht durch eine Anpassung des Einkommensteuertarifs, die den Effekt Umsatzsteuerbetrug auf
der sogenannten kalten Progression bereinigen soll. Der DIHK begrüßt das Ge- Online-Plattformen stoppen
setz, fordert aber noch weitere Maßnahmen, da die Steuerquote weiterhin stetig
steigt. Berlin. Die im Jahressteuergesetz 2018
Ansprechpartner: kambeck.rainer@dihk.de enthaltenen Neuregelungen zur Um-
satzsteuer im E-Commerce bewertet
DIHK-Präsident Eric Schweitzer positiv.
Der zuletzt gestiegene Missbrauch durch
Online-Händler aus Nicht-EU-Ländern
EU sieht von Zielverschärfung bei Klimapolitik ab geht nicht nur zulasten der Staatskasse,
er führt auch zu großen Wettbewerbs-
Brüssel. Die Europäische Kommission sieht von einer Verschärfung des Treibhausgas- verzerrungen und schadet damit allen
minderungsziels der Europäischen Union für das Jahr 2030 ab. Ursprünglich hatte die Händlern in Deutschland. Mit der neuen
Behörde diesen Vorschlag im November in ihrer neuen Klimastrategie bis 2050 unter- Regelung schiebe der Gesetzgeber dem
breiten wollen. Der DIHK hatte sich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich Ganzen einen Riegel vor, so Schweitzer.
dafür ausgesprochen, den Fokus auf die Erreichung der bestehenden Ziele zu legen. Letz- Nachholbedarf sieht der Präsident aller-
tere stellen die Wirtschaft bereits vor große Herausforderungen und können nur mithilfe dings bei den Nachweisverfahren. Diese
wettbewerbsfähiger europäischer Unternehmen eingehalten werden. müssten einfach und digital erfolgen.
Ansprechpartner: schorpp.julian@dihk.de Ansprechpartnerin: neugebauer.brigitte@dihk.de
Wirtschaft Ostfriesland & Papenburg I 01/2019 23Sie können auch lesen