ZSC-Stadion wächst in die Höhe

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ZSC-Stadion wächst in die Höhe
85. Jahrgang         Donnerstag, 10. September 2020                         Nr. 37/38

GZA/PP-A 8048 Zürich, Post CH AG
Erscheint alle 14 Tage, am Donnerstag Herausgeber: Lokalinfo AG, Buckhauserstrasse 11, 8048 Zürich Verlag Tel. 044 913 53 33, www.lokalinfo.ch

                                                     Foto: Pascal Wiederkehr                                                                                      Foto: ETH-Bibliothek Zürich, Swissair

ZSC-Stadion wächst in die Höhe Als Doppeldeckerbusse durch Zürich fuhren
Die Swiss-Life-Arena nimmt immer weiter Form an. Für die ZSC Lions             Vor 40 Jahren wurde die Flughafenlinie eröffnet und     1985 eröffnet. Doch zurück zur Flughafenbahn der
steht darum bald ein Umzug von Zürich-Nord in den Westen der Stadt             verknüpfte erstmals direkt Flugzeug und Eisenbahn.      SBB. Es war definitiv ein Meilenstein in der Geschich-
an. Im August 2022 wird das neue Eishockeystadion beim Bahnhof Alts-           Vorher verkehrten spezielle Swissair-Doppeldeckerbus-   te des Schweizer Verkehrs: Am 1. Juni 1980 wurde
tetten eröffnet. Eine Führung für Medienschaffende gab vergangenen             se zwischen HB und Kloten. Aus heutiger Sicht ist es    der Flughafen Zürich-Kloten ans Schweizer Bahnnetz
Sonntag Einblick in den Baufortschritt. Anwesend war Peter Zahner, CEO         fast unvorstellbar, wie umständlich man vor 1980 an     angebunden. Nicht mittels «Stichbahn» vom HB mit
der ZSC Lions (im Bild). Dem Geschäftsführer war die Begeisterung und          den Flughafen gelangte. Die damaligen Doppelde-         Kopfbahnhof, nicht als U-Bahn (eine solche hatten
Vorfreude anzusehen. Die Arena, benannt nach ihrem Namenssponsor,              cker-Spezialbusse der Swissair tuckerten durch be-      die Stimmberechtigten per Volksabstimmung ver-
dem Versicherungskonzern Swiss Life, soll dank steilen Tribünen zu ei-         schauliche Quartiere. Denn damals gabs weder den        senkt), sondern als Teil der Ost-West-Achse durchs
nem Hexenkessel mit 12 000 Plätzen werden. (pw.)                Seite 5        Letten- noch den Milchbucktunnel. Diese wurden erst     ganze Land. (zb.)                          Letzte Seite

                                                                                                                      Ihr Pflege-Team
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                                                                                                                      Seit 2008.

                                                                                                                      T 044 920 49 51
                                                                                                                      Persönlich und aus der
                                                                                                                      Region für mehr Lebens-
                                                                                                                      qualität und Sicherheit.
                                                                                                                      Tag und Nacht Senioren-
                                                                                                                      betreuung u. v. m.
ZSC-Stadion wächst in die Höhe
2     Lokalinfo      Nr. 37/38      10. September 2020                                                                                                                                         KULTUR

Eine aufsehenerregende Kunstära geht zu Ende
Elf Jahre leitete Christoph
Doswald die Arbeitsgruppe
Kunst im öffentlichen Raum.
In seine Zeit fielen Ausstel-
lungen wie «Neuer Norden
Zürich», der umstrittene
Hafenkran und die temporä-
re Begrünung des Münster-
hofs. Doswald beendet seine
Tätigkeit auf Ende 2020.
Um der Kunst in der Stadt Zürich
buchstäblich mehr öffentlichen Raum
zu geben, gründete der Stadtrat 2006
die Arbeitsgruppe Kunst im öffentli-
chen Raum (AG KiöR). Deren Aufga-
be ist es unter anderem, die Entwick-
lung Zürichs in künstlerischen Pro-
jekten widerzuspiegeln.
    Als externe Fachperson im Man-
datsverhältnis leitet Christoph Dos-
wald die AG KiöR seit Oktober 2009.                                                                                                                                   Jan Morgenthaler in Zusammenar-
                      Der Antritt sei-                                                                                                                                beit mit Barbara Roth, Martin
                      nes Mandats fiel                                                                                                                                Senn, Fariba Sepehrnia, zürich
                      in eine Phase ei-   Heinrich Gartentor, Insel in der Stadt, 2019, Kunst für den Münsterhof (22. August bis 17. September 2019),                 transit maritim, 2009–2015, Lim-
                      nes ausgeprägten    Münsterhof, Zürich.                                                                          Foto: Peter Baracchi           matquai, Zürich.      Foto: Ruth Erdt
                      städtischen Be-
                      völkerungs-         «Art and the City» für Zürich-West im   transit maritim» mit dem Hafenkran,      kussionen und hinterliess die Sprach-      fern und nah nach Zürich holte, hat
                      wachstums und       Jahr 2012, drei Jahre später «Art       der Öffentlichkeit und Politik über      schöpfungen «Nagelhaus» und «Gol-          mich seit jeher zutiefst beeindruckt.
                      der damit ver-      Altstetten Albisrieden» und 2018        mehrere Jahre auf Trab hielt, obwohl     digi Schiissi». Auf einhellige Begeiste-   Für mich und viele andere eröffneten
                      bundenen dyna-      «Neuer Norden Zürich», das die viel-    er nur temporär, von April 2014 bis      rung stiess im Sommer 2019 die tem-        sich dadurch neue Perspektiven auf
                      mischen    Stadt-   fältigen Auswirkungen der Einhau-       Januar 2015, am Limmatquai stand.        poräre Begrünung des Münsterhofs           die Stadt und ihre Entwicklung», bi-
                      entwicklung.        sung Schwamendingen auf die umlie-                                               von Heinrich Gartentor. Diese Aktion       lanziert Stadtrat Richard Wolff (AL)
Christoph Dos- Umbruch ist da-            genden Quartiere untersuchte.           «Goldigi Schiissi»                       warf Fragen des urbanen Lebens auf         als politisch Verantwortlicher für die
wald.       Foto: ls. her eines der           Auch in der Innenstadt setzte die   Das geplante begehbare Kunstwerk         wie Ökonomie und Ökologie, Aufent-         Kunst im öffentlichen Raum.
                      Themen, für das     AG KiöR unter Doswalds Vorsitz Ak-      «Nagelhaus» mit Restaurationsbe-         haltsqualität und Verkehr, Funktiona-          Christoph Doswald gibt sein Man-
die AG KiöR Formate, Projekte und         zente in der Auseinandersetzung mit     trieb auf dem Escher-Wyss-Platz          lität und Ästhetik. «Die Art, wie          dat auf Ende 2020 ab, um «nach elf
Ausstellungen entwickelte. So kura-       dem städtischen Lebensraum. Legen-      wurde 2010 an der Urne knapp ab-         Christoph Doswald Künstlerinnen            intensiven Jahren nochmals einen
tierte Doswald im öffentlichen Raum       där geworden ist das Projekt «zürich    gelehnt, führte aber zu lebhaften Dis-   und Künstler und deren Werke von           neuen Schwerpunkt zu setzen». (pd.)

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«Marina Tiefenbrunnen»: Plan liegt auf
Mit der Umsetzung der
neuen «Marina Tiefenbrun-
nen» geht es voran. Nun
liegt der Gestaltungsplan
bis 27. Oktober auf.
Das Seeufer zwischen dem Bahnhof
Tiefenbrunnen und der Stadtgrenze
zu Zollikon soll durch das neue Was-
sersportzentrum Marina, eine Park-
erweiterung, aufgewertet werden.
Ausserdem wird das Gebäudes der
Wasserschutzpolizei in Tiefenbrun-
nen aufgewertet. Der Gestaltungsplan
und die Teilrevision der Bau- und Zo-
nenordnung «Marina Tiefenbrun-
nen» liegen nun öffentlich auf. So soll
für das Projekt eine rechtliche Grund-
lage geschaffen werden.
    Noch bis zum 27. Oktober können
im Amtshaus IV alle Unterlagen ein-
gesehen werden. Ausserdem ist alles
– coronakompatibel – auch online auf
der Website der Stadt Zürich abruf-        Von der ersten öffentlichen Präsentation der Projektidee (Foto) bis hin zur Auflage des Gestaltungsplans sind 10 Jahre vergangen.                  Archivfoto: A. J. Minor
bar. Während dieser Zeit können sich
die Bevölkerung und Interessierte zu       Projektkosten mit rund 38 Millionen      verlagert werden. «Damit können           le der «Marina» und der Wasser-           420 Standplätzen, den Gästeplätzen
den Vorlagen äussern. «Aufgrund der        Franken: günstiger als mehrere Jah-      Nutzungskonflikte entschärft und die      schutzpolizei ein Gestaltungsplan so-     und über 100 Bootsplätzen an Land
erhaltenen Einwendungen werden             re vorher prognostiziert.                heutige Parkanlage bis zur ‹Marina›       wie mit einer BZO-Teilrevision eine       wird in einem Bericht nachgewiesen.
die Planungsinstrumente dann über-             Das Gesamtprojekt «Marina Tie-       hin vergrössert werden», hält die         Zone für öffentliche Bauten festgelegt    Beispielsweise sind die überbreite
arbeitet», teilte die Stadt Zürich kürz-   fenbrunnen» inklusive der Verlegung      Stadt Zürich in ihrer Medienmitteilung    werden, betonen das Präsidialamt          Hauptmole in Ufernähe sowie die
lich den Medien mit.                       des Gebäudes der Wasserschutzpoli-       fest. Dem Projekt liegt das Leitbild      und das Hochbauamt der Stadt Zü-          Einwasserungsrampen lichtdurchläs-
                                           zei und der Erweiterung des Parks        Seebecken der Stadt und des Kantons       rich. Für die geplante Parkerweite-       sig gestaltet, damit die Unterwasser-
Rechtliche Grundlage schaffen              sieht eine Neugestaltung des Seeufers    Zürich aus dem Jahr 2009 zugrunde,        rung wird eine Freihaltezone festge-      pflanzen möglichst nicht beeinträch-
Nach der Einarbeitung des Feed-            zwischen dem Bahnhof Tiefenbrun-         welches 2018 revidiert wurde.             legt. Und nicht nur Bootsbesitzer oder    tigt werden. Die neue Hafenanlage
backs wird die «Marina» dem Stadt-         nen und der Grenze zu Zollikon vor.                                                -mieter sollen mit der neuen «Marina»     liegt deutlich weiter vom Ufer weg als
rat vorgelegt. Doch die Stadtregie-            In einer ersten Etappe wird der      Boote raus aus Seebecken                  einen Mehrwert erhalten: Die 180 Me-      die heutige. (ajm./pd.)
rung kann nicht alleine entschieden:       neue Hafen inklusive Wassersport-        Eines der seit Jahren anvisierten Ziele   ter lange Hauptmole soll allen offen-
Die «Marina»-Vorlage muss noch vor         zentrum realisiert.                      ist es, mit der neuen «Marina» die        stehen. In der «Marina» wird es ein       Mehr Infos und ein Video mit Stadtrat An-
das Stadtparlament, den Gemeinde-              In einer zweiten Etappe soll die     Bootsplätze aus dem Seebecken in den      Restaurant geben – mit wunderschö-        dré Odermatt sowie ein Video mit Rein-
                                                                                                                                                                        hard Finazzi, Vertreter des Zürcher Segel
rat. Wann der Gemeinderat entschei-        Wasserschutzpolizei weiter südlich       neuen Hafen beim Tiefenbrunnen zu         nem Blick über den See in die Berge.
                                                                                                                                                                        Clubs, sind auf der Homepage der Stadt
den wird, ist noch offen. 2018 veran-      des neuen Wassersportzentrums in         verlegen. Um dieses Vorhaben reali-           Die Umweltverträglichkeit der         Zürich www.stadt-zuerich.ch, Stichwort
schlagte Stadtrat André Odermatt die       ein neues Gebäude mit einer Werft        sieren zu können, müsse für die Area-     «Marina» mit den geplanten rund           «Marina Tiefenbrunnen», zu sehen.

                                                                                   AUS DEM GEMEINDERAT

Wir müssen unsere Stadt          Beim «Frieden» muss Abbruch-
«klimafit» in die Zukunft führen alternative geprüft werden
Diesen Sommer war unsere Aufmerksamkeit                                       die Gebäudestellung         Frieden ist ein absolut zentrales und wohl                                   die    Quartierbevölke-
auf das Coronavirus gerichtet. Im Bann der                                    optimiert wird. Der         kaum an Relevanz zu überbietendes weltweites                                 rung.      Generationen
Fallzahlen und Massnahmen zur Bewältigung                                     kühlende Wind ge-           Thema. Nichts hat die Menschheit so stark be-                                von Sportlerinnen, Ge-
der Covid-19-Krise rückten andere Meldungen                                   langt jedoch bereits        schäftigt wie das Schaffen und Erhalten von                                  werblern und Quartier-
in den Hintergrund. So zum Beispiel die Nach-                                 jetzt nicht in alle         Frieden. Erst durch das friedliche Zusammen-                                 bewohnenden haben
richt, wonach die Schmelze des Grönland-Eis-                                  Quartiere. Es sollen        leben von Nationen, Völkern und Volksgruppen                                 im «Frieden» den Frie-
schilds – das zweitgrösste Eisreservoir der Welt                              daher weitere Mass-         wird ein Klima geschaffen, welches für persön-                               den gesucht und sich
– sich dermassen beschleunigt habe, dass sie                                  nahmen          ergriffen   liche, wirtschaftliche und soziale Prosperität                               bei Essen, Trinken und
nicht mehr gestoppt werden könne; auch dann                                   werden, damit die           erforderlich ist. Seit Menschengedenken plagt                                guten Gesprächen vom
nicht, wenn der Klimawandel sofort aufhören                                   Überwärmung im ge-          sich die Welt mit Krieg und Frieden. Konflikte                               Alltag erholt.
würde. Konkret heisst das: Im Rekordjahr 2019 Ann-Catherine                   samten       Stadtgebiet    jeglicher Art ziehen sich wie ein roter Faden Peter Anderegg                 Im Rahmen des Tram-
sind mehr als 500 Milliarden Tonnen Eis weg- Nabholz                          vermieden        werden     durch die Geschichte.                                                        projektes      Affoltern
geschmolzen. Das Schrumpfen gigantischer                                      kann. Einfach zusam-            Im Jahr 2019 gab es weltweit 358 Dispute, steht der «Frieden» nun im Weg. Für den Bau
Eismassen zeigt auf, dass wir leider mit einer mengefasst: Wir brauchen mehr Grün, mehr                   Krisen (gewaltlose und gewaltsame) und Krie- der Tramlinie nach Affoltern ist eine Verbreite-
wärmeren Zukunft unseres Planeten rechnen Schatten, weniger Entsiegelung und weniger                      ge. Auf 5 von 7 Kontinenten (ohne Australien rung des Strassenraums erforderlich. Das Res-
und uns darauf vorbereiten müssen.                 dunkle Oberflächen. Komplexer wird die Sache           und Antarktika) gab es bewaffnete Konflikte.      taurant Frieden steht weit vor der Baulinie und
    Die Herausforderungen des Klimawandels bei der Wirksamkeit der vorgeschlagenen                            Wenn man diese Zahlen sieht, schätzt man soll abgerissen werden. Kein Wunder also,
beschäftigen auch den Zürcher Gemeinderat. Handlungsansätze. Welche Massnahme am                          es erst so richtig, in einer friedlichen Schweiz wenn da ein emotionaler Aufschrei durchs
Sein erklärtes Ziel ist,                                                   wirksamsten ist – zum          leben zu dürfen. Konflik-                                                 Quartier geht. Ich frage
unsere Stadt «klimafit»                                                    Beispiel eher Baumpflan-       te und Meinungsver-
in die Zukunft zu führen.
                                   «Wir brauchen mehr Grün,                zungen oder Fassaden-          schiedenheiten gibt es
                                                                                                                                       «Das Restaurant Frieden steht weit mich,            warum auf die ur-
                                                                                                                                                                                    sprünglichen Pläne, das
Dies auch deshalb, weil                   mehr Schatten,                   begrünungen oder inten-        immer, aber wir versu- vor der Baulinie und soll abgerissen Gebäude des Restau-
die globale Erwärmung weniger Entsiegelung und weniger sive Dachbegrünung –,                              chen sie mit Worten statt werden. Kein Wunder also, wenn da rants Friedens zu erhal-
besonders in Städten ex-              dunkle Oberflächen.»                 hängt von der lokalen Si-      Fäusten zu lösen.             ein emotionaler Aufschrei durchs ten und zu verschieben,
treme Hitzebelastungen                                                     tuation und der Bauwei-            Das Bedürfnis nach                                                    verzichtet werden soll?
mit sich bringt. Auch in                                                   se des Quartiers ab. Die       Frieden zeigt sich auch
                                                                                                                                                   Quartier geht.»                  Der Platz dafür wurde
Zürich werden mehr Hit-                                                    jüngst      stattgefundene     darin, dass es in der                                                     beim Projekt der Alters-
zetage und Tropennächte unser Wohlbefinden Debatte rund um die Erneuerungsstrategie des                   Schweiz in fast jedem                                                     siedlung Frieden ja vor-
beeinträchtigen. Prognosen zufolge wird eine Friesenbergquartiers zeigt, dass das Fachpla-                Dorf und jeder Stadt ein                                                  gesehen. Ich stehe voll
Verdoppelung der Hitzetage von 20 auf 44 so- nungswerk den Blick vieler GemeinderätInnen                  Restaurant gibt, das «Frieden» heisst. Hier und ganz hinter dem Bau der Tramlinie nach
wie 50 Tropennächte erwartet. Damit das Le- auf bauliche Veränderungen bereits prägt. Und                 wurde von innovativen Wirt/innen das Bedürf- Zürich Affoltern. Selbstverständlich liegt es in
ben in unserer Stadt weiterhin erträglich bleibt, das ist auch gut so! Das besagte Verdichtungs-          nis nach Ruhe und Frieden erkannt und ge- der Natur der Sache, dass die Tramlinie Raum
hat die Stadt ein Programm zur Klimaanpas- projekt der FGZ zeigt zudem, dass auch Bauträ-                 schickt in ein Marketingkonzept umgesetzt. benötigt und dass nicht alles, was wünschens-
sung, die sogenannte «Fachplanung Hitzemin- gerschaften bereit sind, die Weichen für eine                 Hier, im Restaurant Frieden, lässt sich nach wert ist, auch machbar ist, aber im Fall vom
derung», erarbeitet, welche derzeit im Gemein- klimaoptimierte Zukunft zu stellen.                        dem Feierabend, nach dem Training oder ein- «Frieden» muss seriös und intensiv abgeklärt
derat beraten wird.                                                         Ann-Catherine Nabholz,        fach über Mittag entspannt Ruhe, Frieden und werden, ob es eine Alternative zum Abbruch
    In über mehr als 200 Seiten erhält die Lese-               Gemeinderätin Grünliberale 7 und 8         sozialer Austausch geniessen.                     des Gebäudes gibt.                Peter Anderegg,
rin der «Fachplanung Hitzeminderung» Ein-                                                                     Ein typisches Restaurant Frieden steht auch                          Gemeinderat EVP Kreis 11
sicht in die stadtklimatische Situation Zürichs.                                                          in Zürich Affoltern an der Wehntalerstrasse
Diese ist stark geprägt durch Kaltluftbahnen, In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben               444. Seit vielen Jahren ein geschätzter Treff- In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben
die von den bewaldeten Hügeln in die Stadt Volksvertreter wöchentlich einen Beitrag. Alle im              punkt für das Quartier. Eine «Beiz» mit Volksvertreter wöchentlich einen Beitrag. Alle im
                                                   Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hier-                                                       Stadtparlament vertretenen Parteien bekommen hier-
fliessen. Dieses Kaltluftsystem gilt es trotz bau- zu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden äus-      Charme. Das Restaurant ist ein Teil des Versor- zu regelmässig Gelegenheit. Die Schreibenden äus-
licher Veränderung zu erhalten, indem bspw. sern im Beitrag ihre persönliche Meinung.                     gungsangebots und ein wichtiger Treffpunkt für sern im Beitrag ihre persönliche Meinung.
ZSC-Stadion wächst in die Höhe
4     Züriberg/Zürich Nord               Nr. 37/38    10. September 2020                                                                                                                    VE R M I S C H TE S

Kultur aus Wipkingen im Mittelpunkt                                                                                                                                       Erneuter Versuch, alte
                                                                                                                                                                          Wohnsiedlung zu retten
Neun Kunstschaffende, drei                                                                                                                                                Fünf Mehrfamilienhäuser beim Hegi-
                                                                                                                                                                          bachplatz sollen abgerissen werden.
Autorinnen und zwei Musi-
                                                                                                                                                                          Seit zwei Jahren wehren sich einige
ker nehmen am Kultur-                                                                                                                                                     Mieter gegen den Abriss.
projekt «Wip-kinge – ein                                                                                                                                                      Fünf Mehrfamilienhäuser an der
                                                                                                                                                                          Hofackerstrasse 1 bis 5a sollen abge-
Klang aus dem Quartier»
                                                                                                                                                                          rissen werden und durch Neubauten
teil. An 20 Orten in Wipkin-                                                                                                                                              ersetzt werden. Die Eigentümerin, die
gen wird bis 18. September                                                                                                                                                Stiftung Gemeinnützige Gesellschaft
Raum für Kunst geboten.                                                                                                                                                   von Neumünster (GGN), hat die Mieter
                                                                                                                                                                          bereits im September 2017 informiert.
Pia Meier                                                                                                                                                                 Mit dem Abriss verlieren rund 80 Per-
                                                                                                                                                                          sonen ihre Wohnung. Deshalb haben
«In Wipkingen hat es eine grosse An-                                                                                                                                      sich 2018 einige Mieter zur IG Hof-
zahl von Künstlerinnen und Künst-                                                                                                                                         acker zusammengeschlossen. Zu ei-
lern», hielt Regula Weber bei der Er-                                                                                                                                     nem Gespräch mit der Eigentümerin
öffnung des Kulturprojekts «Wip-kin-                                                                                                                                      kommt es nicht. Im Sommer 2018 lan-
ge – ein Klang aus dem Quartier»                                                                                                                                          cierte die IG Hofacker eine Petition
fest. Sie gehört mit Antonia Hersche                                                                                                                                      und sammelte 3600 Unterschriften.
und Maria Bill zum Team von «na-                                                                                                                                          Die Petition wurde dem Stadtrat über-
no-Raum für Kunst» an der Röschi-                                                                                                                                         geben. Die GGN nahm die Petition
bachstrasse 57. Das Projekt «Wip-                                                                                                                                         nicht an. Die Petition blieb so erfolglos.
kinge» sei aber eine grosse Heraus-                                                                                                                                       Nun hat die IG Hofacker einen neuen
forderung gewesen. «nano – Raum                                                                                                                                           Anlauf genommen: Am 24. August hat
für Kunst» hatte es in Kooperation                                                                                                                                        sie einen offenen Brief an die Stiftung
mit dem Bahnhofreisebüro Wipkin-                                                                                                                                          GGN und den Stadtrat geschrieben.
gen realisiert. «Regula Fischer vom                                                                                                                                       Der Brief verlangt ein Moratorium des
Bahnhofreisebüro war sofort begeis-       Im leider per Ende 2020 für immer geschlossenen Bahnhofreisebüro Wipkingen präsentierten Dominik Burger                         Abbruchs und ein Verbleib der Mieter
tert von der Idee», freute sich Weber.    und Jerry Rojas Werke aus «Zürich Wipkingen».                                               Foto: Pia Meier                     in den Wohnungen, bis eine Abbruch-
                                                                                                                                                                          bewilligung vorliegt. (cal.)
Schuss aus dem Nichts                     viel Überraschendes im Quartier zu      heit der Hände. Mit den Händen ge-       des Wassers, die Strudel, das Glitzern
Die     teilnehmenden     Autorinnen,     entdecken», betonte Weber. Die          stalten wir die Welt.» Lukas Kur-        des Lichts und vieles mehr. Im Bahn-
Kunstschaffenden und Musiker aus          Kunstprojekte von Christine Bännin-     mann und Nelly Rodriguez beschäfti-      hofreisebüro präsentierten Dominik             Die Bevölkerung soll
Wipkingen machen sich auf Spuren-         ger und Peti Wiskemann sind ein Zu-     gen sich in «Bänkli Beobachtungen»       Burger und Jerry Rojas Werke aus ih-
suche. Auf poetische, spielerische,       sammenspiel aus Malerei und Zeich-      mit Wipkingens Sitzbänken im öffent-     rem Album «Zürich Wipkingen».                  bei der Entwicklung
gesellschaftskritische Art nähern sie     nung, Performance und Aktion, Kom-      lichen Raum. Sie werden untersucht,                                                     in Witikon mitreden
sich dem Puls des Quartiers, eröffnen     munikation und Installation. Johanna    getestet und dokumentiert. Auch          Samstag, 12. September, 14–20 Uhr, Na-
                                                                                                                           no-Raum für Kunst, Ausstellungen mit Jo-
mit unterschiedlichen Ausdrucksmit-       Bossart ist fasziniert vom Unaufge-     Beobachtungen zum Sitzerlebnis wäh-                                                     Die Quartierentwicklungskommission
                                                                                                                           hanna Bossart, Lukas Kurmann, Nelly Ro-
teln neuen Einblicke und machen ih-       regten, manchmal auch Skurrilen im      rend eines gewissen Zeitraums finden     driguez, Bettina Eberhard, Peter Rüesch,       und der Quartierverein Witikon ma-
re Impressionen sichtbar. Die drei        Alltäglichen. Dem, was selbstver-       statt. Peter Rüesch befasst sich in      Karin Schuh, Thomas Krempke. 14–18             chen eine Umfrage zur Entwicklung
Autorinnen Melanie Katz, Isolde           ständlich erscheint. Bettina Eberhard   «Hand_Werk» mit Fragen in Form ei-       Uhr Bahnhofreisebüro Wipkingen. «Wip-          im Quartier.
                                                                                                                           kingen–Athen via Brindisi retour». Aktion
Schaad und Tabea Steiner nehmen           erinnert mit «Bucheggplatz Narrativ»    ner Reflexion in Bildern, Texten und                                                        Witikon wächst: Gemäss dem offi-
                                                                                                                           mit Christine Bänninger und Peti Wiske-
im alten Bahnhofswartesaal und an         an einen Schuss aus dem Nichts, der     einem Spiel über das Handwerk des        mann. 19 Uhr, Bahnhofreisebüro Wipkin-         ziellen Szenario von heute 11 100
einem literarischen Spaziergang Be-       vor über 20 Jahren einen Menschen       Velomechanikers und der Velomecha-       gen, Lesung mit Melanie Katz, Isolade          Einwohnern auf 13 200 im Jahr
zug aufs Quartier. Die neun Kunst-        aus dem Leben riss. Thomas Kremp-       nikerin. Karin Schuh verbindet mit       Schaad und Tabea Steiner.                      2040. Der Entwurf des neuen kom-
                                                                                                                           Freitag, 18. September, 17 Uhr, literari-
schaffenden stellen in verschiedenen      ke begeistert mit «Handlungen           dem Leben in Wipkingen während ei-                                                      munalen Richtplans sieht Teile Witi-
                                                                                                                           scher Spaziergang mit Melanie Katz, An-
Geschäften im Quartier aus, aber          2020», einer Fotoinstallation rund      ner langen Zeit das Leben am Fluss.      meldung www.minipli.ch, Treffpunkt: Na-        kons als Verdichtungsgebiete vor –
auch im öffentlichen Raum. «Es gibt       um den Röschibachplatz. «Die Schön-     Dazu gehören Gurgeln und Rauschen        no-Raum für Kunst. 18 Uhr Finissage.           über die aktuelle Bau- und Zonenord-
                                                                                                                                                                          nung hinaus. Was ist beim weiteren
                                                                                                                                                                          Wachstum zu beachten? Wie zufrie-
                                                                                                                                                                          den ist die Bevölkerung mit ihrem
Fast doppelt so viel Wohnraum für Senioren realisiert                                                                                                                     Quartier? In welchen Bereichen be-
                                                                                                                                                                          steht Handlungsbedarf?

152 altersgerechte und güns-                                                                                                                                              Alle sollen sich beteiligen
tige Wohnungen bieten die                                                                                                                                                 Um diese Fragen zu klären, lanciert
Ersatzneubauten der Stiftung                                                                                                                                              die Quartierentwicklungskommission
                                                                                                                                                                          (QUEK) des Quartiervereins Witikon
Alterswohnungen der Stadt                                                                                                                                                 eine Umfrage. Teilnehmen können al-
Zürich (SAW) in der Siedlung                                                                                                                                              le, die in Witikon wohnen oder arbei-
Helen Keller in Schwamen-                                                                                                                                                 ten oder sonst mit Witikon verbun-
                                                                                                                                                                          den sind.
dingen, rund 70 Wohnungen                                                                                                                                                     Mit dieser Umfrage will die QUEK
mehr als im Altbau.                                                                                                                                                       einen breit abgestützten partizipati-
                                                                                                                                                                          ven Prozess starten – mit dem Ziel,
Die Siedlung Helen Keller liegt inmit-                                                                                                                                    die Entwicklung Witikons mitzube-
ten eines Parks mit altem Baumbe-                                                                                                                                         stimmen. Wie dieser Prozess weiter-
stand, in unmittelbarer Nachbar-                                                                                                                                          geht, hängt von den Ergebnissen der
schaft der Sportanlage Heerenschürli                                                                                                                                      Umfrage ab. Alle sind aufgerufen,
und des Pflegezentrums Mattenhof.                                                                                                                                         sich zu beteiligen. Der im Quartier-
Erholungsgebiete liegen vor der                                                                                                                                           Anzeiger und auf der Witiker Website
Haustüre, Stadtzentrum und Ein-                                                                                                                                           veröffentlichte Fragebogen kann bis
kaufsmöglichkeiten sind mit Tram,                                                                                                                                         30. September 2020 ausgefüllt und
Bus und S-Bahn gut erreichbar. An-                                                                                                                                        per Mail oder Post ans Sekretariat
stelle einer aufwendigen Sanierung                                                                                                                                        des Quartiervereins Witikon, Zwei-
der 1974 von Kunz + Götti erbauten                                                                                                                                        ackerstrasse 63, 8053 Zürich, quar-
SAW-Siedlung entschied sich die Stif-                                                                                                                                     tierverein@zuerich-witikon.ch     ge-
tung Alterswohnungen vor acht Jah-                                                                                                                                        schickt werden. (pd.)
ren für einen Neubau, dessen erste
Etappe 2018 fertiggestellt wurde.         Grosses Plus: Statt rund 80 Seniorenwohnungen gibt es jetzt 152 bezahlbare Wohneinheiten.            Fotos: Stadt Zürich/zvg.   ANZEIGEN
    Mit vier Häusern ist die Siedlung
nun vollständig und verfügt über 152      Hannes Wittwer (Schlaginstrumente)      Fischer gemeinsam auf die Eröffnung
moderne, helle Wohnungen, einen           und Leo Marcionetti (Saiteninstru-      anstossen können. «Abstand wahren
Gemeinschafts- und einen kleinen          mente) bespielen die in den vier        heisst bei der SAW nicht, auf Gemein-
Fitnessraum sowie eine Kindertages-       Hauseingängen montierten «Kunst-        schaft zu verzichten», so die Stiftung
stätte, die bereits seit zwei Jahren      rumente» der international renom-       Alterswohnungen.
Leben in die Siedlung bringt. Die Er-     mierten Berliner Künstlerin Nevin
satzüberbauung wurde von Abraha           Alada, deren klingende «Kunst am        70 Jahre SAW
Achermann Architekten ETH/SIA Zü-         Bau» im Siedlungsalltag zum sponta-     Die Stiftung feiert ihren 70. Geburts-
rich realisiert.                          nen Spiel einladen soll.                tag während eines ganzen Jahres mit
                                              Die Mieterinnen und Mieter erhal-   mehreren kleineren Anlässen und
Hauskonzert ohne Gäste                    ten je einen kleinen Papiersack mit     Aktionen. Dazu gehört der neue On-
Um die neue Siedlung virensicher ge-      Snacks und Getränken vor ihrer Woh-     lineauftritt. Die neue Website ist re-
meinsam mit ihren Mieterinnen und         nungstüre, sodass sie während der       sponsive, barrierefrei gestaltet und
Mietern eröffnen zu können, veran-        Ansprachen von Stadtrat und SAW-        informiert rasch und unkompliziert
staltet die SAW ein Hauskonzert ohne      Stiftungsratspräsident Andreas Hauri    über die Tätigkeiten und die Angebo-
externe Gäste. Die beiden Musiker         und SAW-Direktorin Andrea Martin-       te der Stiftung. (pd.)                   Blick in eine Wohnung.
ZSC-Stadion wächst in die Höhe
SPORT                                                                                                                                                Lokalinfo    Nr. 37/38       10. September 2020       5

Blick von oben auf die Swiss-Life-Arena in Altstetten: Bis Mitte nächsten Jahres soll der Rohbau der neuen ZSC-Lions-Heimstätte fertig sein.                                                  Foto: ZSC Lions

ZSC-Stadion erhält trotz Corona Stehplätze
Die neue Heimspielstätte
der ZSC Lions ist noch eine
Baustelle. Für die Medien
wurde aber schon mal um
den Puck gekämpft.
Pascal Wiederkehr
Noch ist vieles der eigenen Vorstel-
lungskraft überlassen. Etwa wenn
Peter Zahner, CEO der ZSC Lions,
den geplanten Kraftraum zeigt oder
in die zukünftige Garderobe führt.
Diese soll oval werden, damit sich die
Spieler sehen. Die Begeisterung war
dem Geschäftsführer anzumerken:
«Wir werden wirklich eine Top-Infra-
struktur haben.» Der imposante Be-                                                                                                                   ZSC-CEO Peter Zahner führte über die Baustelle.
ton-Rohbau des Eishockeystadions in
der Nähe des Bahnhofs Altstetten
wächst immer weiter.
    Vergangenen Sonntag ging es mit
Zahner durch die Baustelle. Die
Swiss-Life-Arena könnte zum Befrei-
ungsschlag für die ZSC Lions werden,
denn im Gegensatz zum Hallensta-
dion ist der Club hier Herr über die
Gastronomie. Das verspricht Mehr-
einnahmen und man kann zum gros-
sen Konkurrenten aus der Bundes-
stadt, dem SC Bern, aufschliessen,
der selbst stark auf die Gastronomie
setzt. Ausserdem werden 14 Logen à
12 Plätze vermietet. Auch das soll
Geld in die Kasse spülen. Die teuerste
Kategorie mit bester Sicht kostet ge-
mäss Preisdokumentation pro Saison
168 150 Franken.                         Chris Baltisberger (l.) am Bullypunkt gegen Patrick Geering.                     Fotos: Pascal Wiederkehr   Hier entsteht die später ovale Garderobe des ZSC.

Vorbild ist eine Arena in Finnland                                               aber auf rund 11 200 Plätze reduzie-       Patrick Geering und Chris Baltisber-
Bei der Führung wird offensichtlich,         ZSC-CEO Zahner                      ren. Die Pandemie führte auf der           ger hatten sich dafür extra in Schale
                                                                                                                                                                       ANZEIGEN

wie steil die Tribünen werden. Die
ZSC Lions bauen einen Hexenkessel.
                                            sagte, dass man                      Baustelle bisher zu keinen Verzöge-
                                                                                 rungen. Geholfen habe jedoch, dass
                                                                                                                            geworfen und ihre Ausrüstung ange-
                                                                                                                            zogen. Dort, wo später einmal auf
Sicher zur Freude der Fans, sie sind       wegen Corona nicht                    beim Rohbau weniger Menschen               dem Eis packende Zweikämpfe für
hier viel näher am Geschehen als im                                              gleichzeitig vor Ort arbeiten als bei-     Stimmung im Stadion sorgen sollen,
Hallenstadion. Das Architekturbüro            anders baue.                       spielsweise beim Innenausbau. Die-         duellierten sich am improvisierten
Caruso St John Architects AG hat                                                 ser soll Mitte 2021 starten.               Bullypunkt Captain Geering und Stür-
sich weltweit bei Eishockeystadien       aktuellem Stand ab 1. Oktober vom                                                  mer Baltisberger um den Puck.
inspirieren lassen. Für Zahner per-      Bund erlaubt, allerdings unter stren-   Erster Kampf am Bullypunkt                     Da das Bully für die Foto- und
sönlich gilt die Hartwall-Arena in der   gen Auflagen. Nur zwei Drittel der      Die Swiss-Life-Arena wird nicht nur        Videokameras mehrfach wiederholt
finnischen Hauptstadt Helsinki als       Plätze dürfen in Stadien besetzt wer-   ein Eishockeystadion. Im gleichen          wurde, bleibt offen, wer es am Ende
Vorbild. Doch er hat auch lobende        den, Stehplätze sind keine erlaubt.     Gebäude versteckt sich eine Trai-          wirklich für sich entschied. Für Gee-
Worte für die Schweizer Teams übrig:        Zahner sagte, dass man wegen         ningshalle mit 254 Sitzplätzen. Aus-       ring und Baltisberger wird der An-
«Biel hat wirklich ein Schmuckstück      Corona nicht anders baue. Die ZSC       serdem werden Büroflächen vermie-          lass als spezieller Moment in Erinne-
gebaut», sagte der CEO.                  Lions hoffen, dass sich die Lage bis    tet und die Administration der ZSC-        rung bleiben.
    Insgesamt wird das neue Eisho-       zur Eröffnung des Stadions im Au-       Lions-Organisation zieht ebenfalls             Am 17. August 2022 soll in Alt-
ckeystadion 12 000 Plätze bieten, da-    gust 2022 wieder normalisiert. Doch     von Zürich-Nord nach Altstetten.           stetten das erste Vorbereitungsspiel
von sind rund 1700 Stehplätze. Dar-      ganz unvorbereitet wäre der Club            Der Höhepunkt der Baustellenfüh-       als Test für die Arena stattfinden.
an hat die Corona-Krise mit ihren Re-    nicht: Die Stehplätze können je nach    rung war ein symbolischer Puckein-
striktionen bei Grossveranstaltungen     Anlass umfunktioniert werden. Die       wurf inmitten der Baustelle und auf        Mehr Bilder vom Besuch auf der Baustelle
nichts geändert. Zwar sind sie nach      Kapazität der Halle würde sich dann     dem nackten Beton. Die ZSC-Spieler         in der Galerie auf www.lokalinfo.ch.
ZSC-Stadion wächst in die Höhe
6      Lokalinfo      Nr. 37/38     10. September 2020                                                                                                                                            FORUM

                                                                                           LESERBRIEFE
800 Bäume fällen für                      rückkaufen und eine andere Planung                                                 menbedingungen in entscheidender         nur mit Hochhäusern lasse sich die
                                          vorantreiben.                                                                      Hinsicht noch verschlechtert. Dazu       angestrebte bauliche Verdichtung er-
ein zweites Stadion?                           Christina Schiller, 8048 Zürich,                                              später mehr. Die Pläne für eine Über-    zielen, ist objektiv falsch. Hochhäuser
                                                                  IG Freiräume                                               bauung des Hardturmareals sind we-       sind gemäss Fachleuten der schlech-
Ausgabe vom 27.8., «Fragen und                                                                                               gen der beiden riesigen Hochhäuser       teste Ansatz zur Verdichtung. Sie
Antworten zur Hardturm-Vorlage»           Miteinander vorwärts                                                               völlig verfehlt. Deren Dimensionen       sind viel teurer im Bau, sie erfüllen –
    Die Gegner des Gestaltungsplans                                                                                          sprengen mit fast 138 Metern alle        weil sie Energieschleudern sind – die
Hardturm-Areal sind keine Fundis!         zum neuen Stadion                                                                  Massstäbe. Sie wären deutlich höher      klimapolitischen Richtlinien der Stadt
Die IG Freiräume, die das Referen-                                                                                           als der Primetower und reichten bis      Zürich nicht, sie schaffen sterilen
dum mit 5000 Unterschriften einge-        Fakt ist, Grüne, AL und SP akzeptie-                                               auf die Höhe des Restaurants Waid.       Wohnraum und sie führen zu men-
reicht hat, besteht aus Architekten,      ren den Volkswillen nicht. Zürcherin-                                              Sie würden das historisch gewachse-      schenfeindlichen Umgebungsräumen.
Stadtplanern, Historikern, Sozialar-      nen und Zürcher wollen das Fuss-                                                   ne Stadtbild zerstören. Kein Wunder,     Umso mehr würden die 2000 Bewoh-
beitern, Künstlern und Journalisten,      ballstadion. Am 25. November 2018        Das Ensemble-Projekt sorgt für            dass sich die Stadt und die Investo-     ner der Türme jeweils in den nahen
die die Art und Weise bekämpfen,          haben sie dazu Ja gesagt. Den Geg-       Emotionen.              Bild: zvg.        ren mit billigen Ausreden weigern,       Limmatraum drängen, der jetzt
wie die Stadt Zürich zurzeit in allen     nern geht es um reine Zwängerei.                                                   das Projekt mit Bauprofilen auszuste-    schon von Erholungssuchenden hoff-
Quartieren verbaut wird. Natürlich        Vieles zum Inhalt des Gestaltungs-       Es geht um Spitzensport, ökologische      cken.                                    nungslos überrannt wird.
muss die Stadt verdichtet werden,         plans war bereits vor der Abstim-        Energiegewinnung, Breitensport, Ju-           Die Hochhäuser widersprechen             Kommt dazu, dass sich die Rah-
aber es ist eine andere Verdichtung       mung im 2018 bekannt.                    niorenförderung, sinnvolle Freizeit-      auch den geltenden Hochhausricht-        menbedingungen für das Projekt
möglich. Eine Verdichtung mit tiefe-          Im (Züri-)Westen nichts Neues:       beschäftigung, Integration, Kinder-       linien, die keine Bauten über 80 Me-     nochmals negativ verändert haben.
ren Bauten, mit Grünräumen und            Der Gemeinderat hatte den Gestal-        gärten, Arbeitsplätze, gemeinnützi-       ter zulassen. Ebenfalls sind Hochhäu-    Heute gehört der Fussballclub GC ei-
Plätzen, wo die Menschen sich be-         tungsplan 2019 wenig überraschend        gen Wohnraum und um Demokratie-           ser in der Nähe von Hanglagen nicht      ner intransparenten chinesischen
gegnen können. Eine Verdichtung,          gutgeheissen. Seit 15 Jahren wartet      verständnis. Es macht den Anschein,       erlaubt, weil sie hier besonders stö-    Firma, die letztlich vom chinesischen
bei der Nachbarschaften entstehen         die Stadt Zürich mit zwei (!) traditi-   als interessiere die Gegner des Bau-      rend sind. Die Stadt Zürich will nun     Staat gesteuert wird. Dass der Zür-
können. Ein Nein zum Gestaltungs-         onsreichen Fussballvereinen (FCZ         projektes all dies nicht. Nicht zu ver-   ihre eigenen Bestimmungen mit ei-        cher Steuerzahler mit verbilligten
plan Hardturm-Areal am 27. Sep-           und GC) nun auf ein richtiges Fuss-      gessen, die Bau- und die Betriebs-        nem Gestaltungsplan aushebeln und        Baurechtszinsen die undurchsichti-
tember wäre ein starkes Signal. Das       ballstadion. Dank dieser Arena wird      kosten werden von Privaten getra-         ohne jede Rücksicht auf die direkt be-   gen Transaktionen chinesischer Ge-
Signal, dass die Bevölkerung keine        nicht nur das Zuschauererlebnis,         gen. Dieses ausgewogene Projekt           troffenen Stadtbewohner sämtliche        schäftemacher subventionieren soll,
anonyme zubetonierte Stadt will.          sondern auch die Wirtschaftlichkeit      heisst nicht nur Ensemble, sondern        Wünsche der Investoren erfüllen.         ist mehr als stossend. Diese wollen
Und ein Nein macht die Tür für eine       der beiden Vereine stark verbessert.     verkörpert es auch. Deshalb nicht         Diese wohnen übrigens alle ausser-       mit Spielertransfers Millionen verdie-
soziale und klimafreundliche Ent-         Basel, Genf, Bern, St. Gallen, Neuen-    links, nicht rechts, sondern mitein-      halb der Stadt, weshalb ihnen die ne-    nen. Ob sie darüber hinaus noch wei-
wicklung des letzten grossen freien       burg, Luzern, Thun, Schaffhausen,        ander vorwärts in der Stadtentwick-       gativen Folgen ihrer Pläne für die       tergehende      Absichten     verfolgen,
Areals im Kreis 5 auf. Denn die Stadt     Biel haben alle ohne Probleme neue,      lung: Ja zum Gestaltungsplan «Areal       umliegenden Quartiere egal sind.         weiss niemand, weil sie jedem Kon-
könnte dann das Areal definitiv zu-       zeitgemässe Fussballstadien erstellt.    Hardturm – Stadion» am 27.9.20.               So würden die beiden Wolken-         takt mit der Öffentlichkeit systema-
                                                                                                            Daniel Weiss,    kratzer die fortschreitende Zerstö-      tisch aus dem Weg gehen. Steuern
                                                                                              Präsident CVP Zürich 6+10      rung des Limmatraums zwischen            werden keine bezahlt, weil die Besit-
             Ende der Abstimmungsdiskussion                                                                                  Wipkingen und Altstetten durch plan-     zerfirma ja in Hongkong sitzt. Dort
    Bitte beachten Sie, dass Leserbrie-   AG, Buckhauserstrasse 11, 8048                                                     los hingeklotzte Hochbauten zu ei-       hat der chinesische Staat gerade die
    fe immer mit dem Vor- und Nach-       Zürich. Weil vor dem Abstim-             Keine Subventionen                        nem neuen Höhepunkt bringen.             Demokratie niedergeknüppelt. Solche
    namen sowie der vollständigen         mungswochenende vom 27. Sep-                                                       Wenn jetzt dann Wolkenkratzer von        Kreise haben auf dem Hardturm
    Adresse gekennzeichnet werden         tember nur noch eine Zeitungsaus-        für chinesische Firma                     137 Metern entstehen – wie hoch          nichts zu suchen. Und noch weniger
    müssen. Leserbriefe können Sie        gabe erscheint, beenden wir hier-                                                  werden die nächsten Bauten sein?         brauchen sie staatliche Unterstüt-
    bitte senden an: lokalinfo@lokalin-   mit die Berichterstattung zu die-        Das Projekt Ensemble ist seit der         160 Meter, 180 Meter? Es gilt, dieser    zung durch den Steuerzahler.
    fo.ch oder per Post an Lokalinfo      sem Thema. (zb.)                         letzten Abstimmung nicht besser ge-       schädlichen Entwicklung jetzt einen               Peter Aisslinger, 8049 Zürich,
                                                                                   worden. Zudem haben sich die Rah-         Riegel zu schieben. Das Argument,            Komitee «Gegen den Höhenwahn»

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ZSC-Stadion wächst in die Höhe
S TAD T L E B E N                                                                                                                    Züriberg/Zürich Nord         Nr. 37/38      10. September 2020         7

Bänke fördern Dialog und Begegnungen in Seebach
In Seebach gibt es bis 31.                 platz von Organisationen, Schulen und
                                           Privatpersonen gebaut und im ganzen
Oktober farbige und deko-                  Quartier verteilt. Mit dabei waren:
rierte Sitzbänke, auf denen                Verein Quartierscheune, Verein Zu-
die Quartierbewohnerinnen                  sammenleben im Kolbenacker, Stif-
                                           tung der islamischen Jugend Seebach,
und -bewohner den Dialog                   Verein Stadtgeiss, Eltern Schulhaus
pflegen können. Die Initiati-              Himmeri, Familienzentrum VSJF,
ve entstand aus dem Netz-                  Claro Weltladen Seebach, Reformier-
                                           ter Kirchenkreis 11, Pfarreiwerkstatt
werk der Care Kultur See-                  Maria Lourdes, Verein Inter National-
bach zusammen mit «About                   hof und Maxim sowie GZ Seebach. Al-
Us! Zürich Interkulturell».                le Bänke – sie sind mit QR-Code verse-
                                           hen – sind speziell. Auf der Bank des
Pia Meier                                  VSJF-Familientandem beispielsweise
                                           durften Besucherinnen und Besucher
«Sandbank»,      «Naturbank»,    «Ge-      gar ihren Handabdruck machen.
sprächsbank», «Bank der Träume»,               Mit Freude zeigten die involvierten
«Alphornbank», «Banco dei Vicini»,         Personen, Schulen und Organisatio-
so heissen einige der Bänke, die bis       nen am vergangenen Samstag ihre
31. Oktober an verschiedenen Orten         Werke dem interessierten Publikum.        Gunda Zeeb, About us!, Denise Huber, Kirche Maria Lourdes, Eric Kuster, Inter Nationalhof, Laura Steiner, Maxim.
in Seebach stehen. Sie sind bunt und       Geführte Touren, eine zu Fuss, die an-
verziert und laden zum Verweilen,          dere mit dem Velo, führten zu den 16
zum Ausruhen, aber vor allem zu Be-        ausgestellten Bänken.
gegnungen und zum Dialog ein. Die
verschiedenen Bänke stehen an öf-          Care Kultur
fentlichen Orten, aber auch vor priva-     Das Projekt wurde von «About Us! Zü-
ten Häusern. Wo die Bänke zu finden        rich Interkulturell» und dem Netzwerk
sind, erfahren Interessierte auf einer     Care Kultur Seebach mit Pfarrei Maria
Karte.                                     Lourdes, Architecture for Refugees
                                           und GZ Seebach organisiert. «About
Gemeinsam zusammensitzen                   Us!» realisiert im Auftrag der Stadt
Das Projekt mit dem Titel «Hansbank        Zürich interkulturelle Programmwo-
in allen Gassen» soll die Identifikation   chen, in denen mit künstlerischen
mit dem eigenen Quartier stärken und       Projekten und soziokulturellen Aktivi-
dessen verschiedene Bewohnerinnen          täten die Diversität der Stadt aufge-
und Bewohner miteinander in Kontakt        zeigt wird. Care Kultur Seebach will,
bringen. Die Organisatoren des Pro-        dass sich die Menschen im Quartier
jekts hatten im August alle Menschen       kümmern und dem Leben Sorge tra-
in Seebach eingeladen, ihre eigene         gen. Eigentlich war die Bankaktion im
Bank zu bauen, um die Strassen vor         Juni am Seebacherplatzfest geplant
ihren Häusern zu beleben. Insgesamt        gewesen. Wegen der Pandemie muss-
wurden 37 Bänke auf dem Seebacher-         te sie verschoben werden.                 Laura Steiner von Maxim & Co.                      Fotos: pm.   Eric Kuster, IG Care Kultur und Inter Nationalhof.

                                                                                                                                                        AUS DEN PARTEIEN
Ein Hindernis weniger für Fische in der Limmat
Über eine neue Aufstiegs-                  die Nutzung des Brauchwassers an          uns ein weiterer Puzzlestein zur Auf-     Biodiversität in der Stadt:
                                           eine Fischtreppe knüpfte, baute ERZ       wertung der Gewässer in der Stadt
hilfe können Fische neu
auch durch den Hauser-
                                           unterhalb des Einlaufbauwerks eine
                                           Fischtreppe. Diese besteht aus im
                                                                                     Zürich», sagte Stadtrat Richard Wolff
                                                                                     anlässlich der Einweihung.
                                                                                                                               Ein Umdenken hat begonnen
kanal die Limmat hinauf-                   Wasser liegenden quer geneigten               Während der letzten 30 Jahre hat      Mit der Ökologin Gaby Abt Tietje lud
                                           Steinblöcken. Die Blöcke imitieren        die Stadt Zürich Bäche auf einer Län-     die SP 11 am 9. August zur sonntäg-
schwimmen.
                                           einen natürlichen Bach und sorgen         ge von insgesamt 20 Kilometern offen      lichen Wanderung ein. Trotz grosser
Der Hauserkanal ist ein alter Fabrik-      für Ruhebecken.                           gelegt, die in der Vergangenheit ein-     Hitze stiess das Thema Biodiversität
kanal, der oberhalb des Wehrs Höngg            Den Höhenunterschied der Lim-         gedolt oder kanalisiert worden wa-        auf reges Interesse. Gaby Abt Tietje
beginnt und durch das Areal des            mat überwinden die Fische, indem          ren. Bis 2023 wird die Stadt an sie-      führte die Teilnehmenden vom Wah-
Klärwerks Werdhölzli von ERZ Ent-          sie von einem Becken in das nächst-       ben weiteren Stellen und über eine        lenpark über die Endstation Seebach
sorgung + Recycling Zürich führt.          höhergelegene gelangen. Dadurch           Länge von 4 Kilometern Bäche an die       dem Katzenbach entlang bis zum
Von dort bezieht ERZ das sogenannte        können die Fische nun auch den            Oberfläche zurückholen oder natur-        Katzensee.
Brauchwasser – Wasser, das für den         obersten Abschnitt des Hauser-            nah umgestalten. Ausserdem hat die            Ein erster Halt wird beim Oerliker-
Betrieb der Klärwerkanlagen benötigt       kanals passieren.                         Stadt im Laufe der Jahre die Zugäng-      und beim Wahlenpark eingelegt. Die
wird. Gleichzeitig ist der Kanal ein                                                 lichkeit der Flüsse markant verbes-       Pärke entstanden im Rahmen der Ge-
Lebensraum für Fische und weitere          Zwei Monate gebaut                        sert, zum Beispiel mit der Sigi-Fei-      bietsentwicklung «Zentrum Zürich
Wasserlebewesen. Für sie war es bis-       Die Fischtreppe wurde im Mai und          gel-Terrasse an der Sihl.                 Nord» (2001 bis 2005). Sie haben ih-
her unmöglich, durch den Hauser-           im Juni gebaut. Stadtrat Richard              Der Hauserkanal wurde bereits in      ren «eigenen Reiz», aber aus ökologi-
kanal die Limmat hinaufzuschwim-           Wolff hat sie am 27. August 2020 ein-     den Nullerjahren renaturiert. Das         scher Sicht sind sie monoton und ein-
men. Dies, weil der Kanalabschnitt         geweiht. Von dem für Laien kaum er-       Fliessgewässer war einst ein natürli-     seitig. In Monokulturen können sich       Exkursion mit der SP 11: der Biodi-
beim sogenannten Einlaufbauwerk            kennbaren Bauwerk profitieren vor         cher Seitenarm der Limmat, bevor es       Krankheiten einfach verbreiten, was       versität auf der Spur.     Foto: zvg.
ein unüberwindbares Hindernis dar-         allem die Äschen, die beim Wehr           Ende des 19. Jahrhunderts als Fab-        hier auch bereits zum Problem wur-
stellte.                                   Höngg stark vertreten sind, aber          rikkanal umgenutzt wurde. Unter-          de. Stabile biologische Lebensräume       Freiland etwas sehr Schönes entwi-
    Mit Partnern wie dem AWEL, das         auch die Nase, die Groppe und die         halb des Klärwerks mündet der Hau-        brauchen Diversität.                      ckelt und gleichzeitig den Kindern
auch die Konzessionserneuerung für         Seeforelle. «Die Fischtreppe ist für      serkanal wieder in die Limmat. (pd.)                                                ein Stück Natur nahegebracht wer-
                                                                                                                               Lebenswichtige Ökosysteme                 den kann.
                                                                                                                               Einzelne Abschnitte vom Binzmühle-           Mit mehr Struktur und einheimi-
                                                                                                                               bach wurden wieder frei gelegt und        schen Pflanzen kann jeder in seinem
                                                                                                                               renaturiert. Da die Wasserfassungen       Garten etwas zur Vielfalt und zur Le-
                                                                                                                               erneuert und erweitert werden             bensqualität beitragen. Es gibt sehr
                                                                                                                               mussten, konnten Massnahmen für           schöne Gärten, oft aber sind mono-
                                                                                                                               den Hochwasserschutz, eine Entlas-        tone Rasenflächen mit Exoten be-
                                                                                                                               tung der Kläranlage und gleichzeitig      stückt. Die Bodenversiegelung ist zu-
                                                                                                                               durch die Renaturierung die Förde-        dem ein grosses Problem, sie zer-
                                                                                                                               rung der Biodiversität und der Le-        stört den Boden, lässt keine Pflanzen
                                                                                                                               bensqualität erreicht werden. Offene      mehr zu und erhitzt die Umgebung.
                                                                                                                               Gewässer sind Erholungsgebiete für
                                                                                                                               Menschen, aber auch lebenswichtige        Naturschutzgebiet Katzensee
                                                                                                                               Adern für die Ökosysteme. Beim re-        Ein Höhepunkt der Exkursion ist das
                                                                                                                               naturierten Leutschenbach haben           Naturschutzgebiet Katzenseen. Seit
                                                                                                                               sich inzwischen Biber angesiedelt.        1912 steht es unter kantonalem
                                                                                                                                   Beim Bahnhof Seebach trifft die       Schutz und wurde darum weitge-
                                                                                                                               Gruppe auf das Areal von Julia Hof-       hend vor Verbauungen und Amelio-
                                                                                                                               stetters Stadtgeissen. Es befindet        rationen bewahrt. Mit der Autobahn-
                                                                                                                               sich in der Grundwasserschutzzone,        überdeckung in Affoltern kann die-
                                                                                                                               das heisst, hier darf nicht gebaut        ses Gebiet nun wieder mit anderen
                                                                                                                               werden. Das Grundstück ist ein Bei-       Lebensräumen verbunden werden.
Freier Schwumm für Fische in die Limmat: Der Hauserkanal imitiert einen natürlichen Bachlauf.                     Foto: zvg.   spiel, wie aus einem kleinen Stück                        Monika Wick, SP 11
ZSC-Stadion wächst in die Höhe
8     Züriberg/Zürich Nord               Nr. 37/38     10. September 2020                                                                                                                                 SPORT

Auswärtsniederlage gegen den FC Red Star
Mit dem letzten Aufgebot
reiste der FC Seefeld nach
der enttäuschenden Start-
niederlage in Urdorf und
dem Heimsieg gegen
Männedorf in die Allmend
Brunau zu Red Star. Zu
beklagen gab es ein 2:5.
Theo Phon
Die lange Verletztenliste sowie eine
Sperre gegen Yann Schlüchter zwan-
gen Trainer Bollmann zu Umstellun-
gen auf verschiedenen Positionen,
und bereits in der ersten Minute er-
lebte der FC Seefeld eine Schreckse-
kunde. Nach einem Ballverlust in
Strafraumnähe kam ein Red-Star-
Stürmer unverhofft zu einer ausge-
zeichneten Abschlussgelegenheit, die
jedoch vom glänzend parierenden
Torhüter Vollenweider zunichte ge-
macht wurde. Als Weckruf eignete
sich diese Szene jedoch nicht, in der
Folge stieg der Druck von Red Star,
und nur dank Vollenweider gerieten        Mit 2:5 verloren die Riesbächler (in den blauen Tenues) gegen den FC Red Star auf der Allmend Brunau.                                                    Foto: Marty Trezzini
die Riesbächler nicht in Rückstand.
Offensiv war von den Seefeldern           in der 24. Minute pfiff der Schiedsrich-   und schliesslich fiel das 3:2 durch Me-   zur 64. Minute, als der starke Schni-         durch den 5. Treffer von Red Star je-
nicht viel zu sehen.                      ter einen harten Elfmeter wegen            sonero auf Vorabeit von Hänni kurz        drig aus 16 Metern das Heimteam mit           doch endgültig geknickt.
                                          Handspiels gegen die Gäste. Diese          vor der Pause. Nach dem Pausentee         4:2 in Führung schoss. Die Seefelder              So wird das Team am nächsten
Überraschende Führung                     spielten in der Folge fehlerhaft, und      suchte der FCS mit Nachdruck den          gaben nicht auf, suchten den An-              Samstag im Spiel gegen das bislang
Umso überraschender fiel in der 17.       ein weiterer Ballverlust führte zum 3:1    Ausgleich. Die Bemühungen mündeten        schlusstreffer und kamen zu verschie-         sieglose Wettswil-Bonstetten alles in
Minute das 0:1 durch Mesonero per         für Red Star. Danach kam Seefeld wie-      in einen erneuten Lattenschuss durch      denen guten Möglichkeiten. Die mit            die Waagschale werfen müssen, um
Kopf nach drei Eckbällen in Folge. Red    der besser ins Spiel, Bischofberger        Bischofberger. Nach 60 Minuten nahm       zunehmender Zeitdauer schwindende             wieder auf die Erfolgsstrasse zurück-
Star glich jedoch kurz darauf aus, und    hämmerte einen Schuss an die Latte,        die Intensität ab, und es dauerte bis     Hoffnung wurde in der 90. Minute              zufinden.

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                                                                                     Unnötige und glücklose                                                                  Auftakt für FC
                                                                                     Pleite des SV Höngg                                                                     Oerlikon/Polizei
                                                                                                                                                                             Der FC Oerlikon/Polizei mit
                                                                                     Der SV Höngg unterlag den
                                                                                                                                                                             ausgeglichenem Saison-
                                                                                     Glarnern vom FC Linth mit
                                                                                                                                                                             start: ein Sieg, ein Remis
                                                                                     einem 0:1. So bleiben die
                                                                                                                                                                             und einer Niederlage.
                                                                                     Höngger vorerst im unteren
                                                                                     Tabellenmittelfeld der                                                                  Die erste Mannschaft des FC Oerli-
                                                                                                                                                                             kon/Polizei aus Zürich-Nord absol-
                                                                                     Gruppe 3 in der ersten Liga.                                                            vierte drei Meisterschaftsspiele und
                                                                                                                                                                             gewann dabei einmal, verlor einmal
                                                                                     Nach einer Niederlage und zwei Un-                                                      und spielte einmal Unentschieden.
                                                                                     entschieden streben die Höngger ei-                                                         Im ersten Saisonspiel gastierten
                                                                                     nen ersten Sieg an. Unentschieden                                                       die Neudörfler in Wetzikon und
                                                                                     wohlan, aber um sich vom Tabellen-                                                      mussten sich nach einem insgesamt
                                                                                     ende zu entfernen, bräuchte es einen                                                    ausgeglichenen Spiel mit 1:3 ge-
                                                                                     Sieg, respektive Siege. Mit nur zwei                                                    schlagen geben. Für die Oerliker
                                                                                     Punkten Differenz liegen die Höngger                                                    traf Hüseyin Heralp. Im zweiten
                                                                                     Fussballer lediglich vier Plätze hinter                                                 Spiel gelang dem FCOP gegen
                                                                                     der Equipe aus der Linth-Ebene.                                                         Schaffhausen 2 ein klarer 4:1-Sieg.
                                                                                         Also gingen die Spieler voll moti-                                                  Hier trafen Yves Matumona, Renato
                                                                                     viert in diese Partie, die wegen des                                                    Frangella, Espinoza und Leo Rapi-
                                                                                     Umbaus auf dem Hönggerberg weiter                                                       sarda. Das dritte Spiel gegen den
                                                                                     auf dem Stadion Utogrund auf Natur-                                                     FC Dübendorf endete mit einem
                                                                                     rasen ausgetragen werden musste.                                                        1:1-Unentschieden. Torschütze für
                                                                                     Das Spiel konnte bei prächtigem Son-                                                    die Neudörfler war Leo Rapisarda.
                                                                                     nenschein ausgetragen werden.             Der SV Höngg verlor zu Hause mit              (mm)
                                                                                                                               viel Pech.            Archivfoto: kst.
                                                                                     Feinere Klinge                                                                          ANZEIGEN
                                                                                     Die Höngger führten die feinere Klin-
                                                                                     ge, doch die Glarner gingen dezidiert     auch ein Knipser, der die herausge-
                                                                                     und entschlossen ans Werk. In der         spielten Chancen auch verwerten
                                                                                     63. Minute gingen die Linthaler mit-      kann. Wie es Marin Wiskemann in
                                                                                     tels eines prächtigen Schusses durch      der Vergangenheit war. Trost mag
                                                                                     Sabanovic in Führung.                     spenden, dass die direkten Kontra-
                                                                                         Das Tor für die Glarner fiel zu ei-   henten Kosova und St. Gallen II eben-
                                                                                     nem Zeitpunkt, an dem man dachte,         falls keine Punkte einfahren konnten.
                                                                                     die Höngger würden die Partie mit             In den nächsten zwei Partien ge-
                                                                                     mindestens einem Tor für sich vor-        gen Kosova und Thalwil müssen nun
                                                                                     entscheiden. Neben einem über weite       halt Punkte her.
                                                                                     Strecken gehende «Mittelfeldgeplän-            Andreas Zimmermann, SV Höngg
                                                                                     kel», waren es doch die Höngger,
                                                                                     welche sich wenigstens bis zum Ge-
                                                                                     gentor die besseren Chancen erarbei-      1. Liga Gruppe 3, SV Höngg – FC Linth GL
                                                                                     teten. Generell wurde in der Abwehr       0:1 (0:0). Utogrund, 170 Zuschauer,
                                                                                     und im Mittelfeld gut gearbeitet, doch    Schiedsrichter: Dedukic Mujo, Bajrami
                                                                                                                               Mirvan, Hunziker Florent, Aufstellung SV
                                                                                     im Abschluss gibt es noch Luft nach
                                                                                                                               Höngg: Winzap, Von Thiessen, Kocayildys
                                                                                     oben. Gut zu gefallen wusste Noah         (69. Noah Weiler), Salkic, Constancio (69.
                                                                                     Weiler, der erst in der 69. Minute ein-   Nico Lodise), Anjoke, Riso, Schreiner, Sto-
                                                                                     gewechselt wurde.                         janov, Nardo (86. Gullo), Rutz, Tore: 63.
                      Das ganze Jahr gut informiert:                                                                           0:1 Amar Sabanovic, Nächste Spiele:
                                                                                         Bei den Previtali Boys wurden die
                                                                                                                               Höngg – Thalwil. 26. Sept. Hönggerberg,
                           www.lokalinfo.ch                                          kämpferischen Bétrisey, Forny und         Kosova – Höngg, 13. Sept. 15 Uhr, Buch-
                                                                                     Pepperday vermisst. Es fehlte halt        lern
ZSC-Stadion wächst in die Höhe
AKTUELL / MARKTPLATZ                                                                                                                                Lokalinfo         Nr. 37/38         10. September 2020          9

Schrumpfkur für die                                                                                                             Promis werben für «Frieden»-
                                                                                                                                Petition ohne ihr Wissen
Bellerivestrasse geplant                                                                                                        Auf der Petition zur
                                                                                                                                Rettung des Restaurants
Wenn es nach dem Willen des                zum Providurium», sagte ACS-Zü-           bauamt seit 2019 ein Beteiligungsver-      Frieden in Affoltern sind
                                           rich-Direktor Lorenz Knecht im «Ta-       fahren mit den Interessengruppen al-
Stadtrats geht, soll die Belle-                                                                                                 mit Rainer Maria Salzgeber
                                           ges-Anzeiger». SVP-Gemeinderat Ste-       ler Verkehrsteilnehmenden, dem örtli-
rivestrasse nächsten Frühling              phan Iten sprach von einem «als Test-     chen Quartier- und Gewerbeverein so-       und mit Monika Weber
versuchsweise von vier auf                 lauf getarnten Angriff auf die Autofah-   wie Anwohnenden durch. Zwei der            zwei Erstunterzeichner
                                           rer der Landbevölkerung». Am Mitt-        drei geplanten Workshops fanden            aufgeführt, die noch gar
zwei Fahrspuren halbiert                   woch vor einer Woche hatte Richard        statt, der dritte Workshop musste auf-
werden. Ein «Angriff auf die               Wolff im Gemeinderat geflunkert, dass     grund der Coronavirus-Pandemie von         nicht angefragt wurden.
Autofahrer» oder «endlich                  der Kanton mit dem Versuchsbetrieb        Mai auf Mitte Dezember 2020 ver-
                                           einverstanden sei. Laut der NZZ stim-     schoben werden.                            Lorenz Steinmann
mehr Platz für Velos»?                     me dies nicht. Der Stadtrat habe im           Eine der wichtigsten Erkenntnisse      Der Petitionsbogen lag schon vor drei
«Im Rahmen des Beteiligungsverfah-         Parlament den Sachverhalt «zuge-          aus den bisherigen Workshops war           Wochen auf im Restaurant Frieden.
rens zur Bellerivestrasse wird ab          spitzt und verkürzt» wiedergegeben,       laut der Stadt Zürich «der Wunsch, ei-     «Rettet den Frieden» steht darauf.
Frühjahr 2021 ein halbjähriger Ver-        wie Wolffs Sprecher Pio Sulzer sagte.     ne Reduktion von vier auf zwei Fahr-       Nicht wenige Leute hatten schon un-
kehrsversuch durchgeführt», heisst es      Der Kanton habe sich inhaltlich ein-      spuren» für den motorisierten Indivi-      terschrieben. Grund: Das stattliche            Erstaunlich viele Promis auf der
in der Medienmitteilung der Stadt.         fach nicht zum Versuch geäussert. Für     dualverkehr sowie die Anordnung            Gebäude ist eine Institution in Zü-            Liste. Nun zeigte sich: Nicht alle
Dieser sehe in der Bellerivestrasse die    den Testlauf brauche es aber auch         zweier Velospuren anstelle von zwei        rich-Affoltern. Das Problem: Es liegt          wussten von ihrem Glück. Foto: zvg.
abschnittsweise Reduktion von vier         keine explizite Zustimmung des Kan-       Autospuren zu testen. Verkehrsstudi-       genau in der Baulinie des geplanten
auf zwei Fahrspuren für den motori-        tons. Doch hier gehen die Meinungen       en als Grundlagen für den Verkehrs-        Trams nach Zürich-Affoltern. Ein Ab-           nika Weber, wie diese auf Anfrage
sierten Individualverkehr sowie eine       auseinander.                              versuch hätten ergeben, dass mit die-      bruch droht. Kein Wunder, gibt es              bestätigten. Eine heikle Sache, ein
beidseitige Veloinfrastruktur vor. Diese                                             ser Reduktion im Abschnitt Bahnhof         Leute, welche gegen die Kahlschlag-            peinliches Vorgehen, wie es scheint.
trockenen Zeilen und vor allem die         SVP Küsnacht will rekurrieren             Tiefenbrunnen bis Kreuzstrasse das         pläne kämpfen wollen (wir berichte-
mündliche Vorankündigung im Ge-            Die SVP Küsnacht fordert mit Schrei-      heutige Verkehrsaufkommen weiter-          ten). Eine davon ist Sylvia Weder, die         «Nur ein Entwurf»
meinderat durch Tiefbauvorsteher Ri-       ben vom Montag an die Volkswirt-          hin bewältigt werden könne. «Leis-         in Wipkingen wohnt, aber in Affol-             Darauf angesprochen, windet sich
chard Wolff (AL) haben eingeschlagen       schaftsdirektorin, Carmen Walker          tungsbestimmend ist heute wie auch         tern arbeitet. Sie hat besagten Petiti-        Sylvia Weder. Es sei nur ein Entwurf
wie eine Bombe.                            Späh (FDP) gar eine anfechtbare Ver-      während des Verkehrsversuchs der           onsbogen aufgesetzt. Er fällt auf, weil        gewesen, der im Restaurant Frieden
    Der «Tages-Anzeiger» und die           fügung. Dort müssten die Rechts-          Flaschenhals Bellevue», ist die Stadt      erstaunlich viele prominente Zeitge-           auflag. Die Namen nur provisorisch
«Neue Zürcher Zeitung» berichteten         grundlagen aufgeführt sein, warum         überzeugt. Unter den Teilnehmenden         nossen als Erstunterzeichner aufge-            aufgeführt. «Die Meinung war, dass
von den Reaktionen der Gemeinderä-         die Stadt Zürich die Bellerivestrasse –   des Beteiligungsverfahrens habe weit-      führt sind. So neben ZSC-Kultfigur             ich den Petitions-Entwurt vorzu mit
te, der Auto- und der Gewerbeverbän-       als kantonale Hauptverkehrsstrasse        gehend Einigkeit bestanden, dass die       Mathias Seger, Startrainer Urs Fi-             neuen Namen ergänze, bis er defini-
de. Diese fühlen sich «gegängelt». Der     der höchsten Klassifikationsstufe – im    Auswirkungen einer abschnittsweisen        scher von Union Berlin und FCZ-                tiv ist», so Weder auf Anfrage. Ein
Kanton ist sauer, weil er offenbar         Rahmen eines Versuchs von vier auf        Reduktion der Fahrspuren mit einem         Masseurlegende Hermann Burger-                 korrektes Vorgehen sieht anders aus.
nicht gefragt wurde vorher. Besonders      zwei Spuren reduzieren will.              Verkehrsversuch einem «Realitäts-          meister auch Alt-Stadträtin Monika             Immerhin: Die Petition ist nun in den
scharf fiel die Kritik seitens der Zür-        Doch warum überhaupt die Dis-         check» unterzogen werden sollen.           Weber und SRF-Moderator Rainer                 Schlagzeilen und die Rettung des
cher Sektion des Automobil-Clubs der       kussion um die Bellerivestrasse? Diese        Der Start des Verkehrsversuchs ist     Maria Salzgeber. Das Problem: Zu-              «Frieden» näher gerückt. Er soll
Schweiz (ACS) aus. Er verlässt nun die     befindet sich laut der Stadt Zürich in    zu Beginn der Velosaison im April          mindest einige der aufgeführten Pro-           nämlich, wie das technisch schon bei
Begleitgruppe der Bellerivestrassen-       einem schlechten Zustand und muss         2021 geplant und würde voraussicht-        mis wussten bisher nichts von ihrem            anderen Gebäuden möglich war, um
sanierung, weil der Versuch dort nicht     erneuert werden. Um ein realisierba-      lich ein halbes Jahr dauern. Sicher ist,   Glück, dass sie als Zugpferd für die           einige Meter verschoben werden. So
vorbesprochen wurde. «Was proviso-         res und konsensfähiges Sanierungs-        dass das letzte Wort noch nicht ge-        Petition eingespannt wurden. So et-            soll    das   Restaurant     erhalten
risch eingeführt wird, wird meistens       projekt zu erarbeiten, führt das Tief-    sprochen ist. (ls.)                        wa Rainer Maria Salzgeber und Mo-              bleiben.

                                                                                                                                                              Publireportage

                                                                                                                                                                                 Dominique Zygmont
Nein zur Veloschnellrouten-Initiative                                                                                                                                           Dominique Zygmont (Jahrgang
                                                                                                                                                                                1980) nutzt das Velo in der
                                                                                                                                                                                Freizeit und im Sharing-Modell

schafft Platz für sinnvolle Lösungen                                                                                                                                            in der Stadt. Er vertritt seit
                                                                                                                                                                                Sommer 2019 den Kreis 7 und
                                                                                                                                                                                8 im Gemeinderat und ist Mit-
                                                                                                                                                                                glied der Verkehrskommission.
Die beiden Velofahrer und                                                                                                       Anwohner solcher Veloschnellrouten.             Der zweifache Familienvater ar-
                                                                                                                                Sie müssen sich nicht nur mit der               beitet als Ressortleiter beim
FDP-Gemeinderäte Raphaël                                                                                                        Baustelle abfinden, sondern auch mit            Verband     der   Maschinen-,
Tschanz und Dominique                                                                                                           der                     Einschränkung           Elektro- und Metallindustrie,
Zygmont erklären im                                                                                                             ihrer Zufahrt und der neuen                     Swissmem.
                                                                                                                                Verkehrssituation vor ihrer Haustüre.
Gespräch, warum sie gegen
die Volksinitiative «Sichere                                                                                                    Gegenvorschlag der FDP hätte be-               der links-grünen Seite nicht auf unse-
Velorouten für Zürich» sind.                                                                                                    darfsgerechtes Netz geschaffen                 re Argumente eingehen. Man wollte
                                                                                                                             Raphaël Tschanz: In der FDP haben                 um jeden Preis an der übertriebenen
Vors Volk kommt die Vor-                                                                                                     wir diskutiert, wie wir uns zur Volks-            Maximalvariante der Initiative festhal-
lage am 27. September.                                                                                                       initiative stellen. Wir sind für eine Ver-        ten. Die SVP zeigte wie üblich kein In-
                                                                                                                             besserung        der    Veloinfrastruktur.        teresse an einer besseren Veloinfras-
Zürich braucht eine sichere und leis-                                                                                        Kannst du erzählen, wie es zum Ge-                truktur. Als Folge davon kann das Volk
tungsfähige Veloinfrastruktur. Die                                                                                           genvorschlag im Gemeinderat gekom-                nicht über den Gegenvorschlag ab-
Volksinitiative «Sichere Velorouten für                                                                                      men ist?                                          stimmen, sondern nur über die Initia-
Zürich» ist jedoch kompromisslos und                                                                                             Dominique Zygmont: Wir wollten                tive.
nimmt keine Rücksicht auf andere. Im                                                                                         nicht einfach gegen die Initiative sein,              Dominique Zygmont: Ich sehe es
Gespräch erklären zwei Gemeinderäte                                                                                          ohne einen Kompromiss aufzuzeigen.                gleich. Die Gegenseite hat keine Kom-
der FDP, warum ein Nein an der Urne        «Veloschnellstrassen erfüllen die         «Kein Nein zu einer besseren Fahr- Deshalb haben wir im Gemeinderat                       promissbereitschaft gezeigt. Dabei
Platz schafft für einen Kompromiss.        Erwartungen der Velofahrerinnen           radinfrastruktur, sondern ein Tür- einen Gegenvorschlag eingereicht.                      hätte unser Gegenvorschlag zu einer
    Dominique Zygmont: Am 27. Sep-         und Velofahrer nicht», warnt Domi-        öffner für bessere Lösungen», be- Dieser hätte ein bedarfsgerechtes Netz                  ausgewogenen Lösung geführt. Es wä-
tember stimmen wir über die Volks-         nique Zygmont.             Fotos: zvg.    tont Raphaël Tschanz.                   an Veloschnellrouten geschaffen und               ren Veloschnellrouten entstanden,
initiative «Sichere Velorouten für Zü-                                                                                       dafür auf die Vorgabe von 50 Kilome-              aber nicht rücksichtslos und einseitig.
rich» ab. Kannst du erklären, worum        loschnellstrassen die Erwartungen         licht eine ausgewogene Lösung zur tern Länge verzichtet. Wegfallende                      Meine Schlussfolgerung daraus: Die
es geht?                                   nicht erfüllen. Darin wurde kein ein-     Verbesserung der Veloinfrastruktur.     Parkplätze wären in nützlicher Di-                Mehrheit des linken Gemeinderates
    Raphaël Tschanz: Die Initiative        deutiger Nutzen für die Veloförderung,        Dominique                                                  stanz     kompen-          hat kein Gehör für die Interessen der
fordert den Bau von 50 Kilometern          den Velokomfort oder die Velosicher-      Zygmont: Die Be-                                               siert worden. Die          Fussgängerinnen und Fussgänger, der
Veloschnellrouten. Das heisst, es          heit nachgewiesen. Stattdessen be-        völkerung in der
                                                                                                               Raphaël Tschanz                      Stadt hätte auf            Anwohnenden in den Quartieren und
müsste ein sternförmiges Netz von          fürchte ich, dass die Gefahren eher       Stadt wächst wei-    Raphaël Tschanz (1974) ist lei-           Fussgängerinnen            der schwächeren Verkehrsteilneh-
Strassen geschaffen werden, welche         steigen als sinken.                       ter, der Raum        denschaftlicher Velofahrer und            und Fussgänger             menden.
fast nur von Fahrradfahrenden be-              Raphaël Tschanz: Dieses Risiko        bleibt gleich. Die   Gemeinderat der FDP aus dem               explizit Rücksicht             Raphaël Tschanz: Deshalb bleibt
nutzt werden dürften. Wenn man auf         besteht tatsächlich. Wenn die Velos in    Aufgabe        der   Kreis 3. Seit 2014 im Rat, setzt er       nehmen müssen,             uns jetzt nur, für ein Nein an der Urne
diesen Veloschnellstrassen an eine         der Regel Vortritt haben, wird das ho-    Stadt      müsste    sich regelmässig für die Anliegen         etwa bei der Vor-          zu kämpfen. Dies ist kein Nein zu ei-
Kreuzung käme, hätte man «in der           he Tempo auf solchen Strecken zu ei-      sein, den knap-      der Zweiradfahrer ein. Beruflich          trittsregelung.            ner besseren Fahrradinfrastruktur,
Regel» Vortritt.                           ner Gefahr. Anstatt das Nebeneinan-       pen Platz sorgfäl-   ist der diplomierte Ökonom stell-         Wie hast du die            sondern ein Türöffner für bessere Lö-
    Dominique Zygmont: Ich bin da-         der zu fördern, werden so schwächere      tig    aufzuteilen   vertretender Geschäftsführer der          Debatte erlebt?            sungen. Übertriebene Maximalforde-
für, dass wir die Zürcher Velowege si-     Verkehrsteilnehmende      wie    ältere   und nicht mit der    Stiftung Switzerland Innovation.          Raphaël                    rungen haben in der Stadt Zürich im
cherer machen und diese dafür durch-       Menschen oder Kinder auf dem Schul-       Brechstange die                                                Tschanz: Leider            wahrsten Sinne des Wortes keinen
gehend sein müssen. Das Bundesamt          weg gefährdet. Die strikte Vorgabe der    Stadt umzubau-                                                 gar nicht kon-             Platz. Wir rufen Sie deshalb auf: Stim-
für Strassen (Astra) hat aber in einem     Initiative mit den 50 Kilometern in       en. Ich vermisse dahingehend die struktiv. Es wurde schnell klar, dass                    men Sie Nein und setzen Sie sich ein
Pilotversuch gezeigt, dass solche Ve-      sternförmiger Anordnung verunmög-         Rücksicht auf die Anwohnerinnen und die Velolobby und ihre Vertreter auf                  für einen Kompromiss! (pd.)
ZSC-Stadion wächst in die Höhe
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