Zusammenhalt Programm Januar bis Juli 2020 - Entschieden im Dialog - Katholische Akademie Freiburg
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Inhalt
2 Fokus Zusammenhalt
4 Theologie und Religion
24 Politik und Nachhaltigkeit
40 Ethik und Gesellschaft
56 Kunst und Kultur
39 Palliative Care Forum
72 Mit Ihnen im Kontakt
74 Das Tagungshaus
76 Veranstaltungsübersicht
85 Informationen und Anreise
1Fokus
Zusammenhalt
Rechtspopulismus, Klimawandel, Migrationsgesell-
schaft, Kirchenkrise, Landflucht … Die Stichworte
sind noch um einige vermehrbar und markieren
Spannungen in Gesellschaft und Kirche, die uns
derzeit umtreiben. Die damit verbundenen Her-
ausforderungen sind real. Den zugrunde liegenden
Fragen wollen wir uns stellen.
2Die zentripetalen Kräfte und Gruppierungen, die ein
gemeinsames Ringen um und eine respektvolle Su-
che nach Lösungen aufgegeben haben, sind in den
letzten Jahren stärker geworden, politisch, gesell-
schaftlich, kirchlich. Die Diskurse werden schroffer.
Bislang Unsagbares ist heute scheinbar salonfähig,
in der politischen Debatte, aber auch in der Kirche.
Das sind gute Gründe für die Katholische Akade-
mie, ihren Fokus im Jahr 2020 auf die Frage nach
dem »Zusammenhalt« in Kirche und Gesellschaft
zu legen. Welche Überzeugungen und Haltungen,
Werte und Argumente tragen dazu bei? Welche Dif-
ferenzen müssen markiert und ausgetragen, welche
aber auch ausgehalten werden? Welche Art und
welches Maß von Zusammenhalt braucht es und
wie geschieht die Verständigung darüber, im Kleinen
Quelle: Michael Schwarzenberger / Pixabay
wie im Großen?
Wir laden Sie herzlich ein, an unseren Fokus- und
allen anderen Veranstaltungen teilzunehmen und
unsere Gäste zu sein. Auf den Dialog mit Ihnen
freuen wir uns!
Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Dr. Karsten Kreutzer
Akademiedirektor
3»Ein anderer Umgang
miteinander, wenn er als
Vorschein dessen, was
die Kirchen verkünden,
erlebbar wäre, hätte selbst
missionarische Wirkung«
– Hans Joas
Welche Bedeutung hat die Religion, haben die
Kirchen für das Zusammenleben in unserer Ge-
sellschaft, die auch religiös immer pluraler wird?
Sind sie Kitt in dieser Gesellschaft, unverzichtbar
für das soziale Miteinander, aber etwa auch für
die politische Stabilität? Gerade von den Kirchen
wird dies immer noch erstaunlich oft erwartet. Für
andere hingegen sind Religion und Kirchen eher
Keil denn Kitt für eine moderne Gesellschaft. Unter
unserem Fokus-Thema »Zusammenhalt« fragen wir
im Themenbereich »Theologie und Religion« eben
nach Kitt oder Keil. Aber ebenso auch danach, wie
die katholische Kirche mit Pluralität und Vielfalt
in ihren eigenen Reihen umgeht, wie es um ihren
inneren Zusammenhalt bestellt ist.
Quelle: Annette Krimmer
5Quelle: Antje Siemon
VORTRAG UND DISKUSSION
Weiberaufstand – die Vision
einer gerechten Kirche
FR 10 Reihe »Kirchenvisionen«
Januar »Je älter ich werde, je mehr Erfahrungen ich mit und in der katholi-
19.30 Uhr schen Kirche gesammelt habe, desto mehr fallen mir die Nadelstiche
auf. Die selbstverständlichen Benachteiligungen, die Ignoranz, die
Arroganz, die sich als Demut tarnt, das Nicht-Ernstnehmen, nur weil
das Gegenüber eine Frau ist. Würde man so handeln und reden, weil
dieses Gegenüber eine dunkle Hautfarbe hat, dann wäre man Rassist.
Handelt und redet man so, weil das Gegenüber eine Frau ist, was ist
man dann? Katholisch.« (Christiane Florin)
Seit dem Jahr 2019 macht die Initiative »Maria 2.0«
mit zahlreichen Aktionen auf die Situation aufmerk-
sam, dass Frauen der Zugang zu Weiheämtern in der
katholischen Kirche verwehrt bleibt. Christiane Florin
hatte mit ihrem Buch »Weiberaufstand – Warum
Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brau-
chen« die Debatte bereits 2017 durch ihre provokan-
ten Thesen neu entfacht. Sie stellt die Grundlagen
lehramtlicher Argumentation nicht theologisch,
sondern von deren alltäglicher Plausibilität in Frage
und fordert das gleiche Recht für Frauen ein. Als
Politikwissenschaftlerin stellt sie zugleich auch die
Frage nach der Verteilung von Macht in der Kirche.
Doch: Welche positive Vision von Kirche folgt daraus?
An diesem Abend stellt Christiane Florin ihre Vision
einer gerechteren Kirche zur Diskussion.
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemein-
de Littenweiler/PH Freiburg, den Studienbegleitungen für
Theologiestudierende im Karl-Rahner-Haus Freiburg und dem
Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg
Referentin: Dr. Christiane Florin (Deutschlandfunk, Köln)
Podium: Ursula Knoll-Schneider (Diözesanrat)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
Ort: Universität Freiburg, Platz der Universität 3,
6 KG I, HS 1015Quelle: Bistum Mainz
VORTRAG UND DISKUSSION
»Eine priesterliche
Gemeinschaft« (LG 11)
Würde und Berufung als Grundlage
kirchlichen Lebens
FR 17 Reihe »Kirchenvisionen«
Januar
19.30 Uhr In verschiedenen kirchlichen Zusammenhängen
zeigt sich die Problematik von Kirchenbildern, die
Macht und Autorität auf wenige Amtsträger kon-
zentrieren. Am dramatischsten decken die Miss-
brauchsverbrechen durch Kleriker und der Umgang
der Verantwortlichen in den vergangenen Jahrzehn-
ten die katastrophalen Folgen der Machtthematik
auf. Aber auch in kirchlichen Strukturüberlegungen
und in pastoralen Planungen zeigen sich Konflikt-
herde, wenn es um Fragen der Verantwortung, der
Leitung und des Zu- und Miteinanders der ver-
schiedenen Glieder im Volk Gottes geht. Pastorale
Veränderungen rühren an das Selbstbild der Priester
und anderen Hauptamtlichen, und fordern eine
theologische Reflexion der Bedeutung der Taufe, um
zu zeigen, dass die Mitwirkung aller Getauften an
den Aufgaben der Kirche keine Notlösung darstellen
darf. Auf den zukünftigen Wegen der Kirche müssen
die Tatsache der Berufung aller Gläubigen und ihre
Würde ernst genommen werden. Ohne Folgen kann
diese Entscheidung nicht bleiben.
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemein-
de Littenweiler/PH Freiburg, den Studienbegleitungen für
Theologiestudierende im Karl-Rahner-Haus Freiburg und dem
Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg
Referent: Bischof Dr. Peter Kohlgraf (Mainz)
Podium: Dr. Stefan Eschbach (Diözesanrat)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
Ort: Thomas-Morus-Burse Freiburg,
Robert-Schlund-Saal, Kappler Str. 57
7Quelle: Peter Weidemann / Pfarrbriefservice
TAGUNG
DO/FR/SA
23 »GottesKlänge«
Religion und Sprache in der Musik
24
25
Januar
Musik ist ein Lebensgefühl: expressiver, emotionaler
Beginn und persönlicher als jede andere Kunstform. Musik
DO 17 Uhr spürt Grundfragen der menschlichen Existenz nach.
Und seit jeher braucht auch der christliche Glaube
eine musikalische Sprache. »GottesKlänge« ergänzen
liturgisch die gesprochene Verkündigung des Evange-
liums. Auch Konzerte sind nicht nur Kunstgenuss, sie
eröffnen Wege zur Annäherung an den Glauben.
Dennoch ist die Musik ein vernachlässigtes Thema
der Theologie. Zu selten findet eine Begegnung von
Musikwissenschaft und Theologie, von Theorie und
Praxis statt. Die Tagung gibt – im Wechselspiel von
wissenschaftlicher Annäherung und musikalischer
Performance – die Gelegenheit zum interdisziplinären
Austausch sowie zur Diskussion über kirchenmusi-
kalische, liturgische und pastorale Zukunftsperspek-
tiven.
8Im Zusammenhang mit der Tagung findet ein
kirchenmusikalisches Konzert im Freiburger Münster
statt am Freitag, 24. Januar 2020, 20 Uhr.
U. a. mit der Uraufführung der Motette »Cantate
Domino Canticum Novum« von Thomas Blomenkamp.
In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Dogmatik und
Liturgiewissenschaft der Universität Freiburg/Arbeitsstelle für
Liturgie, Musik und Kultur und dem Institut für Kirchenmusik
der Hochschule für Musik Freiburg
Mitwirkende: Dr. Stefan Berg
(Religionsphilosophie, Basel)
Prof. Boris Böhmann (Domkapellmeister,
Freiburg)
Michael Denhoff (Komponist/Cellist, Bonn)
Prof. Dr. Hans-Martin Gutmann
(Theologie, Hamburg)
Prof. Dr. Moritz Heffter
(Musikwissenschaft, Freiburg/Basel)
Prof. Dr. Helmut Hoping (Theologie, Freiburg)
Prof. Dr. Alois Koch (Kirchenmusik, Luzern)
Prof. Dr. Reiner Marquard (Theologie, Freiburg)
LKMD Kord Michaelis (Karlsruhe)
Prof. Dr. Stephan Wahle (Theologie, Freiburg)
DKMD Godehard Weithoff (Freiburg)
Leitung: Prof. Dr. Meinrad Walter
9Quelle: Katholische Akademie
GESPRÄCH
Wie viel Vielfalt in der
Einheit?
Pluralität und Einheit in der Kirche
MI 5 Kapellengespräch für Suchende und Fragende
Februar
18.30 Uhr Die Kapelle der Akademie und ein kurzer geistlicher
Text geben dem gemeinsamen Nachdenken, dem
Gespräch einen besonderen Rahmen. Inspiriert
durch den Raum und »angestiftet« durch einen Im-
puls geht es um den Austausch zu aktuellen Fragen
des Glaubens und der Theologie.
Von Anfang an war die Jesusbewegung nie nur
»ein Herz und eine Seele« (Apg 4,32). Schon die
Evangelien berichten von Meinungsverschiedenhei-
ten unter den Jüngern, und erst recht sah sich die
nachösterliche Gemeinde immer wieder vor neue
Herausforderungen gestellt, wurde die »Einheit« von
außen und innen durch die Konfrontation mit sehr
unterschiedlichen Fragestellungen auf die Probe
gestellt. Nicht anders stellt sich die Situation heute
dar. Wie geht die katholische Kirche mit dieser
Spannung um? Und wie gelingt es den Einzelnen,
diese Spannung auszuhalten?
Studienleiter: Norbert Schwab / Alexander Foitzik
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
Weitere Veranstaltungen der Reihe am 25. März und 24. Juni 2020
Einzelprogramme auf Anfrage
10Quelle: Katholische Akademie
GESPRÄCH
Kapellen-Gespräche für
MI 25 Suchende und Fragende
März
18.30 Uhr Die Kapelle der Akademie und ein kurzer geistlicher
Text geben dem gemeinsamen Nachdenken, dem
Gespräch einen besonderen Rahmen. Inspiriert
durch den Raum und »angestiftet« durch einen Im-
puls geht es um den Austausch zu aktuellen Fragen
des Glaubens und der Theologie.
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer / Norbert Schwab
Weiterer Termin der Reihe am 24. Juni 2020
Einzelprogramm auf Anfrage
AUS UNSERER SCHRIFTENREIHE
Anstöße der Theologie Karl Rahners
für gegenwärtige Theologie und Kirche
gegenwärtige Theologie und Kirche
Karl Rahner gilt als einer der bedeutendsten
katholischen Theologen
des 20. Jahrhunderts. Sein Denken hat
die katholische Kirche auf
Karsten Kreutzer / Albert Raffelt (Hg.)
und nach dem II. Vatikanischen Konzil
wesentlich mit geprägt.
Doch wie steht es heute, mehr als 30
Jahre nach seinem Tod, um
Aktualität und Relevanz seiner Theologie?
Lassen sich gegenwärtige
Problemstellungen in Theologie, Kirche
und Gesellschaft mit seinem
Mit Beiträgen von Georg Essen, Thomas P. Fößel,
transzendentalen Denken noch gewinnbringend
bearbeiten?
Anstöße der Theologie Karl Rahners für
Diesen Fragen stellen sich die hier versammelten
Beiträge und
versuchen Antworten aus systematisch-
und praktisch-theologischen
Gisbert Greshake, Richard Hartmann, Karsten Kreutzer,
Perspektiven, die in ihrer Aktualität und
Zeitgenossenschaft mitunter
überraschen. Die Katholische Akademie
Freiburg kommt damit aus
Anlass des Abschlusses der »Sämtlichen
Werke« ihrem selbst gesetz-
ten Auftrag nach, Karl Rahners Denken
in regelmäßigen Abständen
August Laumer, Albert Raffelt, Johanna Rahner,
vor den Herausforderungen der Zeit zu
befragen und zu bewähren. Karsten Kreutzer / Albert Raffelt (Hg.)
Anstöße der Theologie Karl Rahners
für gegenwärtige Theologie und Kirche
Klaus Vechtel SJ und Stephan Weber Mit Beiträgen von
Georg Essen, Thomas P. Fößel, Gisbert
Karsten Kreutzer / Albert Raffelt (Hg.)
Greshake,
Richard Hartmann, Karsten Kreutzer, August
Laumer,
Albert Raffelt, Johanna Rahner, Klaus
Vechtel SJ
und Stephan Weber
ISBN: 978-3-928698-43-6 (2019, 224 Seiten)
Verlag der Katholischen Akademie
der Erzdiözese Freiburg
ISBN 978-3-928698-43-6 Tagungsberichte der Katholischen Akademie
der Erzdiözese Freiburg
19,80 €
11Quelle: Harald Oppitz / KNA
GESPRÄCH
Wege aus der Krise?
Unsere Kirchenvisionen im Gespräch mit
Weihbischof Christian Würtz, Professor
Bernhard Spielberg und Klemens Gramlich
MI 1 Reihe »Kirchenvisionen«
April
19.30 Uhr Die katholische Kirche in Deutschland befindet sich
derzeit in einer schweren Krise. Die Verantwortlichen
reagieren auf die Situation mit Gesprächsprozessen
auf diözesaner und nationaler Ebene. Die frühere
Volkskirchlichkeit ist in weiten Teilen des Landes
»verdunstet«. Nichts weniger als die Glaubwürdigkeit
und Relevanz von Kirche in unserer demokratischen
Gesellschaft und Kultur stehen auf dem Spiel.
An diesem Abend werden die Themen der Reihe »Kir-
chenvisionen« zur kirchlichen Sexualmoral, zur Frauen-
frage und zum Miteinander im Volk Gottes diskutiert,
bewertet und in den Kontext der Erzdiözese Freiburg
gestellt. Dafür stehen der Freiburger Weihbischof
Christian Würtz, Professor Bernhard Spielberg von der
Theologischen Fakultät Freiburg und Klemens Gramlich
aus dem Vorstand des Diözesanrats zur Verfügung. Sie
werden ihre Perspektiven und Vorstellungen von einer
zukunftsfähigen Kirche zur Debatte stellen.
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemeinde
Littenweiler/PH Freiburg, den Studienbegleitungen für Theologie-
studierende im Karl-Rahner-Haus Freiburg und dem Diözesanrat
der Erzdiözese Freiburg
Referent: Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz
(Erzdiözese Freiburg)
Prof. Dr. Bernhard Spielberg
(Universität Freiburg)
Klemens Gramlich (Diözesanrat)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
12Quelle: Ruhr
Universität Bochum
VORTRÄGE UND DISKUSSION
Kirche als Netzwerk
oder flächendeckende
Versorgung?
Ideen und Konzepte für die Zukunft des
pastoralen Raums
DI 21 Reihe »Kirchenvisionen«
April
19.30 Uhr Die Volkskirche, die Sozialgestalt von Kirche der
vergangenen Jahrhunderte, ist in Deutschland an ihr
Ende gekommen. Eine flächendeckende »Versorgung«
der Gläubigen mit kirchlichen Dienstleistungen und
Angeboten ist aufgrund des zunehmenden Mangels
an Priestern und Finanzen nicht mehr möglich. Aber
auch die »Pfarrgemeinde«, das Leitbild von Kirche seit
den 1970er Jahren, mit engagierter »Kerngemein-
de«, konzentrischen Kreisen von mehr oder weniger
verbundenen »Gemeindegliedern« und flüchtigen
Rändern funktioniert immer weniger. Welche neuen
Ideen und Konzepte für die Zukunft kirchlichen
Lebens gibt es? Was bedeutet hierbei, Kirche als
Netzwerk zu denken? – Im Kontext der Fragen, die
durch den Prozess »Kirchenentwicklung 2030« aufge-
worfen sind, werden die Pastoraltheologen Matthias
Sellmann und Bernd Hillebrand alternative Modelle
kirchlicher Präsenz und Organisation vorstellen.
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemeinde
Littenweiler/PH Freiburg, den Studienbegleitungen für
Theologiestudierende im Karl-Rahner-Haus Freiburg und dem
Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg
Referenten: Prof. Dr. Matthias Sellmann
(Universität Bochum)
Prof. Dr. Bernd Hillebrand
(Katholische Hochschule Freiburg)
Podium: Theresa Seng (BDKJ Freiburg/Diözesanrat)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
13Quelle: Andreas Kühlken
VORTRAG UND DISKUSSION
Zölibat
Kirche in der Glaubwürdigkeitskrise
DO 23
April
19.30 Uhr Mit seinem Buch »Zölibat. 16 Thesen« hat Hubert
Wolf die Debatte um die priesterliche Ehelosigkeit
in der römisch-katholischen Kirche wieder stark
belebt. Sofort nach Erscheinen gab es viel Zustim-
mung in den Gemeinden und auch bei Bischöfen,
aber auch heftigen Gegenwind bis hinauf in höchste
kirchliche Ämter. Die Gegner sehen bei einer Ab-
schaffung des Pflicht-Zölibats für Priester die Kirche
in ihrem Auftrag von Christus her und in ihrer
bisherigen Gestalt in Gefahr. Der prominente Müns-
teraner Kirchenhistoriker argumentiert dagegen mit
Blick in Geschichte und Gegenwart differenziert.
Er zeigt auf, welch unterschiedliche Regelungen
in Hinblick auf das Zölibats-Gebot in der einen
katholischen Kirche existierten und bereits heute
existieren. Neben solchen kartographischen Vermes-
sungen der kirchlichen Landschaft sollen an dem
Abend grundsätzliche systemische Fragen mit Blick
auf Rolle und Funktion des Zölibats in der Kirche
debattiert werden.
Referent: Prof. Dr. Hubert Wolf (Mittlere und Neuere
Kirchengeschichte, Münster)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
14Quelle: Pixabay
TAGUNG
FR/SA
Braucht die Stadt noch
24 Kirchen?
25 Kirchen(raum) in pluralen Stadtgesellschaften
April
In Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim und Freiburg
Beginn entstehen gerade große neue Stadtteile. Für das
FR 16 Uhr Erzbistum Freiburg wie für die Landeskirche Baden
stellen sich damit eine Reihe von auch grundsätzli-
chen Fragen: Wie wollen die Kirchen in derartigen
neuen pluralen städtischen Strukturen präsent sein?
Welchen Beitrag leisten sie für den Aufbau eines
neuen Stadtviertels und für das gesellschaftliche
Leben überhaupt? Mit welchen religiösen Bedürf-
nissen und Erwartungen müssen oder dürfen die
Kirchen vor Ort rechnen? Welche Kirchenräume
braucht es, braucht es sie überhaupt? Und wenn ja,
wie lassen sie sich angemessen gestalten?
In Zusammenarbeit mit den kirchlichen Projektbeauftragten für
den neu entstehenden Freiburger Stadtteil »Dietenbach«
Mitwirkende: Dr. Clemens Back (Stadtteilarbeit, Freiburg)
Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz (Soziologie und
Theologie, Freiburg)
Prof. Dr. Thomas Erne
(EKD-Institut für Kirchenbau, Marburg)
Ulrich von Kirchbach
(Erster Bürgermeister, Freiburg)
Dr. Silke Obenauer
(Evangelischer Oberkirchenrat, Karlsruhe)
Annegret Trübenbach-Klie
(Evangelische Erwachsenenbildung Baden)
Prof. Dr. Johannes Stückelberger
(Kunstgeschichte, Basel)
Prof. Dr. Stephan Wahle
(Liturgiewissenschaft, Freiburg)
Barbara Winter-Riesterer
(Erzbischöfliches Seelsorgeamt, Freiburg)
Studienleitung: Alexander Foitzik / Dr. Mareike Hartmann
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
15Quelle: Kerstin Klupsch
VORTRAG UND GESPRÄCH
dies|seits
Gott in der Stadt
MO 18 Vom Finden und Suchen
Mai
20 Uhr Katharina Schridde ist geborene Berlinerin, hat
Theologie studiert und Kinderkrankenschwester
gelernt, sie lebte als evangelische Benediktinerin
in der fränkischen Provinz und im Augustinerklos-
ter Martin Luthers in Erfurt. Sie ist eine Frau, die
immer wieder aufbricht und sich auf die Suche
begibt. Heute arbeitet die ordinierte Seelsorgerin
und Autorin als Stadtmissionarin. Sie begegnet in
der Großstadt »Menschen, die an Grenzen leben, vor
Übergängen stehen, Abgründe aushalten müssen
und wieder lernen wollen, zu leben«. Wo ist Gott in
der Stadt? »Mittendrin«, sagt sie – so heißt auch ihr
neues Buch.
In Zusammenarbeit mit dem c-punkt/Münsterforum und der
Evangelischen Stadtkirchenarbeit Freiburg
Referentin: Katharina Schridde (Stadtmissionarin, Berlin)
Studienleiter: Alexander Foitzik / Norbert Schwab
VORLETZTE FRAGEN ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE
dies|seits: Zu Gast in dieser Reihe sind Menschen,
die selbst suchend ihre Erfahrungen teilen und
damit andere inspirieren. Das Leben spielt diesseits.
Für die vorletzten, aber durchaus entscheidenden
Fragen, die es stellt, eröffnet die Reihe dies|seits
Räume der Orientierung und Zeit für Einsichten
zwischen Himmel und Erde.
16Quelle: Bernd Scheunemann / Pfarrbriefservice
STUDIENTAG
Kirche weiter denken
DI 26 Kirchenreform in theologischer Perspektive
Mai
9 - 17 Uhr Die gegenwärtig diskutierte Reformagenda der
Kirche ist lang und reicht von der Amtsfrage bis
zum Zentralismus, von der Frauenordination bis
zur Frage von Beteiligung und Macht überhaupt.
Dabei liegen zu allen Reformthemen gut begründete
theologische Argumente längst auf dem Tisch, und
der Spielraum für die dringend gebotene Reform der
Kirche ist weiter, als oft behauptet. Und in allem
geht es darum, wie die Kirche glaubwürdig Zeugnis
geben kann von der Botschaft des angebrochenen
Reiches Gottes. Wie kann sich die Kirche, die sich
durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder
reformiert hat, heute erneuern?
In Zusammenarbeit mit dem Erzbischöflichen Ordinariat und
dem Institut für Pastorale Bildung
Mitwirkende: Dr. Claudia Lücking-Michel (Theologin und
Vize-Präsidentin des ZdK, Bonn)
Prof. Dr. Johanna Rahner
(Dogmatik, Tübingen)
Prof. Dr. Thomas Schüller
(Kirchenrecht, Münster)
Prof. Dr. Magnus Striet
(Fundamentaltheologie und Philosophische
Anthropologie, Freiburg)
Studienleiter: Alexander Foitzik
17Quelle: Lars Berg / KNA-Bild
VORTRAG UND DISKUSSION
Leitungsmodelle zwischen
kirchenrechtlichen Nor-
men und pastoraler Praxis
DO 28 Reihe »Kirchenvisionen«
Mai
19.30 Uhr Die immer größer werdenden pastoralen Räume
führen zu einem immer stärkeren Rückzug der
katholischen Kirche aus der Fläche. Entscheidendes
Kriterium hierbei ist vor allem die ständig sinkende
Anzahl an Priestern, denen – laut Kirchenrecht –
die Leitung einer Pfarrei obliegt. Angesichts dieser
Zahlen-Entwicklung gerät aber gerade das Prinzip
des priesterlichen Leitungsvorbehalts immer stärker
unter Druck. In manchen Diözesen gibt es alterna-
tive Leitungsmodelle, neue Modelle werden derzeit
erprobt.
Welche anderen Formen der Leitung gibt es über-
haupt in der Kirche? Prof. Dr. Thomas Schüller wird
überraschende Möglichkeiten des Kirchenrechts in
dieser Frage aufzeigen. Gleichzeitig kommt mit Frau
Barbara Metzner eine Pastoralassistentin zu Wort,
die in Mettau (Schweiz) bereits seit einigen Jahren
als Gemeindeleiterin beheimatet ist.
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemeinde
Littenweiler/PH Freiburg, den Studienbegleitungen für
Theologiestudierende im Karl-Rahner-Haus Freiburg und dem
Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg
Referent: Prof. Dr. Thomas Schüller (Kirchenrecht, Münster)
Podium: Barbara Metzner
(Gemeindeleiterin, Mettau/Schweiz)
Klemens Gramlich (Diözesanrat)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
Ort: Katholische Hochschule
Aula 1000, Karlstraße 63
18Quelle: Susanne Krahe
VORTRAG UND GESPRÄCH
dies|seits
Vom ungeliebten Mitleid
Der barmherzige Samariter (Lk 10) in den Augen
MO 22 des Überfallenen
Juni
20 Uhr »Mitleid? Brauche ich nicht!«, behaupten viele
Menschen mit Behinderungen heute. Das Mit-
leid als eine religiöse Tugend ist auch in anderen
Zusammenhängen aus der Mode gekommen. In
ihrem Vortrag sucht Susanne Krahe nach Ursa-
chen für den schlechten Ruf – vielleicht nur eines
Begriffs? Mitleid wird unterschiedlich empfunden, je
nachdem, ob es gewährt oder empfangen, gegeben
oder erlitten wird. Die Referentin, selbst seit über 30
Jahren blind, lädt zu einem Perspektivwechsel ein:
Wie sieht der überfallene Mensch in Jesu Gleichnis
wohl seinen Retter, den berühmten barmherzigen
Samariter?
In Zusammenarbeit mit dem c-punkt/Münsterforum und der
Evangelischen Stadtkirchenarbeit Freiburg
Referentin: Susanne Krahe (Theologin und Schriftstellerin,
Unna)
Studienleiter: Alexander Foitzik / Norbert Schwab
19Quelle: Katholische Akademie
GESPRÄCH
Kapellen-Gespräche für
MI 24 Suchende und Fragende
Juni
18.30 Uhr Die Kapelle der Akademie und ein kurzer geistlicher
Text geben dem gemeinsamen Nachdenken, dem
Gespräch einen besonderen Rahmen. Inspiriert
durch den Raum und »angestiftet« durch einen Im-
puls geht es um den Austausch zu aktuellen Fragen
des Glaubens und der Theologie.
Studienleiter: Alexander Foitzik / Dr. Karsten Kreutzer
Einzelprogramm auf Anfrage
20Quelle: Rawpixel
STUDIENTAG
Alle gleich und doch
verschieden
Diversität und Diversity-Konzepte
DI 30 in Kirche und Pastoral
Juni
10–17 Uhr Menschen sind gleich und doch einzigartig, viel-
fältig und verschieden. In den gender-politischen
Debatten der letzten Jahre spielt der Begriff der
Diversität eine zunehmend wichtige Rolle. Diversi-
tät oder Diversity steht dabei für einen bewussten
und wertschätzenden Umgang mit dieser Ver-
schiedenheit und Vielfalt in den unterschiedlichen
gesellschaftlichen Institutionen und Organisationen
– auch in der Kirche und ihrer Pastoral. Innerhalb
der so genannten Diversity-Dimensionen widmet
sich der Studientag den familiären Lebensformen,
der sexuellen Identität und Orientierung. Auch oder
gerade in der Kirche geht es um eine theologisch
begründete Wahrnehmung und Respektierung der
individuellen Vielfalt und Verschiedenheit, denn dies
bedeutet, bei aller Komplexität, letztlich eine große
Bereicherung, wenn ein »Leben in Fülle« gewollt ist.
In Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten des
Erzbistums Freiburg und dem Referat »Ehe-Familie-Diversität«
im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg
Mitwirkende: Prof. Dr. Sigrid Schmitz
(Biologie und Genderstudies, Berlin)
Prof. Dr. Saskia Wendel
(Theologie und Philosophie, Köln)
Studienleitung: Alexander Foitzik / Dr. Mareike Hartmann
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
21Quelle: Herder Verlag
VORTRAG UND GESPRÄCH
»Dieselbe Kirche anders
denken«
Unsere Kirchenvisionen im Gespräch mit
Weihbischof Christian Würtz, Professor Michael
Seewald und Martin Müller
DO 2 Reihe »Kirchenvisionen«
Juli
19.30 Uhr Die in der Reihe »Kirchenvisionen« zur Sprache
gebrachten Herausforderungen verlangen danach,
die Kirche der Zukunft nicht nur strukturell neu
zu organisieren, sondern sie immer wieder neu zu
denken. Wie kann das gelingen? Wie ist dies gerade
angesichts vielfach festgefahrener Debatten und
scheinbar endgültig festgestellter Lehrmeinungen
überhaupt möglich? Prof. Dr. Michael Seewald hat
in seinem Buch »Reform. Dieselbe Kirche anders
denken« einige Strategien herausgearbeitet, derer
sich die Kirche bereits in der Vergangenheit häufig
bedient hat, um sich zu wandeln. Gemeinsam mit
dem Freiburger Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz
diskutieren wir an diesem abschließenden Abend
der Reihe die Chancen und Grenzen eines solchen
»Anders-Denkens« von Kirche und dessen Konse-
quenzen in Freiburg und Rom …
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschulgemeinde
Littenweiler/PH Freiburg, den Studienbegleitungen für
Theologiestudierende im Karl-Rahner-Haus Freiburg und dem
Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg
Mitwirkende: Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz
(Erzdiözese Freiburg)
Prof. Dr. Michael Seewald
(Dogmatik, Münster)
Martin Müller (Diözesanrat)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
Ort: Thomas-Morus-Burse Freiburg, Kappler Str. 57
2223
Politik und
Nachhaltigkeit
24»Zusammenhalt heißt:
Widersprüche aushalten.«
– Frank-Walter Steinmeier
Was verbindet die Themen, die wir in diesem
Halbjahr im Bereich »Politik und Nachhaltigkeit«
gemeinsam mit Ihnen bearbeiten wollen? Sie alle
sind nicht unstrittig – im Gegenteil: Selbst wo ein
Grundanliegen konsensfähig scheint, zeigt sich bei
näherem Hinsehen, wie unterschiedlich und auch
kontrovers die Wege sind, die vorgeschlagen wer-
den, um diese Grundanliegen umzusetzen. Dies gilt
für die Bewahrung der Schöpfung ebenso wie für
das Projekt Europa – sofern es hier einen gesell-
schaftlichen Konsens überhaupt noch gibt. Oder je
gegeben hat? Ganz zu schweigen von der Gestal-
tung einer durch zunehmende Migration gepräg-
ten Gesellschaft oder von Fragen nach Krieg und
Frieden. Eine Auseinandersetzung über Argumente
ist gefordert sowie die Bereitschaft zu Kompromiss
und Interessenausgleich – und noch mehr:
»Zusammenhalt heißt: Widersprüche aushalten.«
Quelle: Fionn Große
25Quelle: Grafik Werkstatt Bielefeld
PODIUMSGESPRÄCH
Alle(s) grün jetzt?
Wie haben die GRÜNEN die Republik, wie hat
MO 13 die Republik die GRÜNEN verändert?
Januar
19.30 Uhr Vierzig Jahre nach Gründung einer sich als »grün«
bezeichnenden Partei wollen wir in einer Serie
von Gesprächen der leitenden Frage nachgehen,
welche Folgen das Aufkommen und die Etablierung
einer grünen Partei für Politik und Gesellschaft in
Deutschland hatten und haben. Den Auftakt bildet
ein Podiumsgespräch am 40. Geburtstag der Partei
in Karlsruhe, dem Ort des Gründungsparteitags.
In Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-
Württemberg und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe
Studienleiter: Josef Mackert
Ort: Badisches Staatstheater Karlsruhe
26Quelle: Heiner Monheim
VORTRAG UND DISKUSSION
Wege zur Verkehrswende
Was Bund, Länder, Kommunen und die Wirtschaft
tun können und sollten
MI 29 Reihe »Mensch und Schöpfung«
Januar
19 Uhr Warum muss sich die Verkehrsentwicklung deutlich
von der bisherigen Autoorientierung verabschieden?
Was können Fuß- und Radverkehr leisten? Und wie
muss die Bahn der Zukunft gestaltet werden? Wie
sieht ein Rechts- und Finanzrahmen für weniger
und anderen, »domestizierten« Autoverkehr aus?
Welche Potenziale haben Car- und Ride-Sharing?
Wie kann man den öffentlichen Raum für die
Menschen zurückerobern? Wie sieht eine moderne
Verkehrswirtschaft aus? Wie können sich Städte
und Dörfer weiter entwickeln, um unabhängig vom
Auto zu werden? Diesen Fragen werden wir uns in
Anknüpfung an die von Professor Monheim vorge-
stellten Konzepte stellen.
In Zusammenarbeit mit der Musella-Stiftung für eine
sozial-ökologische Zukunft
Referent: P rof. Dr. Heiner Monheim (Institut für
Raumentwicklung und Kommunikation, Trier)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
27Quelle: Gabi Schmitt
VORTRAG UND DISKUSSION
Warum das Dorf
Zukunft hat
Von gleichwertigen Lebensverhältnissen in
DO 6 Stadt und Land
Februar
19 Uhr Im Grundgesetz ist die Herstellung gleichwertiger
Lebensverhältnisse als politisches Handlungsziel
festgeschrieben. Menschen in ländlichen Räumen
oder strukturschwachen Gebieten sollen demnach
gleiche Chancen und Möglichkeiten haben wie die
Bewohnerinnen und Bewohner der Städte. Trotzdem
fühlen sich viele auf dem Land »abgehängt« und
beklagen eine Privilegierung der Stadt. Wie steht es
um die gebotene Gleichwertigkeit in unserem Land?
Und wie kann es gelingen, den ländlichen Raum
durch entsprechende Rahmenbedingungen so zu
gestalten, dass er für junge wie ältere Menschen,
für Familien wie Alleinstehende das größtmögli-
che Maß an Lebensqualität bietet? Und was heißt
Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse für die Rolle
der Kirche und für die Seelsorge in den Dörfern?
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Landvolk Bewegung
in der Erzdiözese Freiburg
Mitwirkende: Dr. Thomas Dietrich (Erzbischöfliches Seelsorge-
amt, Freiburg)
Prof. Dr. Gerhard Henkel (Humangeograph,
Fürstenberg)
Hannelore Reinbold-Mench (Bürgermeisterin,
Freiamt)
Ursula Knoll-Schneider (Dekanatsrat, Acher-
Renchtal)
Studienleiter: Alexander Foitzik
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
28Quelle: Banksy / Paul Appleyard
/ Flickr
GESPRÄCH
Das deutsch-französische
Verhältnis
Kooperation oder »fruchtbare Konfrontation«?
DO 13 Reihe »Europäische Perspektiven«
Februar
19 Uhr Seit Charles de Gaulle und Konrad Adenauer
spricht man von der besonderen Rolle, die das
deutsch-französische Verhältnis für den euro-
päischen Einigungsprozess spielt. Der gerne so
genannte deutsch-französische »Motor« zog auch
die anderen europäischen Länder – die Einfüh-
rung des EURO beispielsweise wäre anders nicht
zustande gekommen. Doch dieser Motor läuft nicht
mehr rund und die Störungen in dieser besonderen
Partnerschaft blockieren auch die dringend nötigen
Reformen der EU. Das ist fatal angesichts eines
bevorstehenden Brexit und völlig unberechenbar
gewordene transatlantischen Beziehungen.
Das dritte Gespräch über »Europäische Perspektiven«
will die Gründe für die offensichtliche Vertrau-
enskrise analysieren und die Frage nicht aussparen,
ob die Schwächung der deutsch-französischen
Vorreiterrolle für andere europäische Länder nicht
auch Vorteile bringt.
In Zusammenarbeit mit
Landeszentrale für politische Bildung Außenstelle Freiburg
Colloquium politicum der Universität Freiburg
Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg
Centre Culturel Français Freiburg e. V.
Centro Culturale Italiano Freiburg e. V.
Gesprächsleitung: Dr. Winfried Veit
Studienleiter: Josef Mackert
29Quelle: DinoPh / Shutterstock
VORTRAG UND DISKUSSION
Mit Tieren leben und
Gott erleben
MI 11 Reihe »Mensch und Schöpfung«
März
19 Uhr An Tieren kann man lernen, wie Gott ist. Auf der
einen Seite die bedingungslose Annahme und Liebe,
auf der anderen Seite die bleibende Fremdheit.
»Das Tierische transzendiert. Alles Tierische ist
transzendent.« Diesem Satz von Thomas Mann ist
nachzudenken. Haben wir vielleicht Gott verloren,
weil wir die Tiere verloren haben?
In Zusammenarbeit mit der Musella-Stiftung für eine
sozial-ökologische Zukunft
Referent: Prof. Dr. Thomas Ruster (Theologie, Dortmund)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer
30Quelle: Deutscher Bundestag
GESPRÄCH
Demokratie - verunsichert
DI 28 Gespräch mit Dr. Gregor Gysi
April
19 Uhr Viele bisherige Gewissheiten der deutschen Ge-
sellschaftsordnung scheinen angesichts von neuen
autoritären und populistischen Strömungen, der
Sehnsucht nach einem starken Staat, einer zuneh-
menden sozialen Spaltung, hasserfüllten politischen
Debatten und einer immer größer werdenden kultu-
rellen Diversität in unserem Land fraglich geworden
zu sein. Wir können nicht genau sagen, wann sich
dieses diffuse Gefühl der Verunsicherung in unserer
Gesellschaft ausgebreitet hat. Doch: Ist auch die De-
mokratie selbst verunsichert? Oder verunsichert die
demokratische Kultur ihre Bürgerinnen und Bürger
im 21. Jahrhundert? An diesem Abend wollen wir mit
Gregor Gysi, dem streitbaren Linken-Politiker,
der tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche selbst
erlebt hat, über aktuelle politische Fragen unserer
demokratischen Grundordnung ins Gespräch kommen
und dem Unbehagen auf den Grund gehen.
Diese Veranstaltung musste 2019 krankheitsbedingt ausfallen
und wird deshalb im Frühjahr 2020 nachgeholt.
Referent: Dr. Gregor Gysi MdB (Politiker, Berlin)
Studienleitung: Dr. Karsten Kreutzer / Julia Söhne
31Quelle: Ortwin Renn
VORTRAG
Gefühlte Wahrheiten
Orientierung in Zeiten
MO 4 postfaktischer Verunsicherung
Mai
20 Uhr Populistische Strömungen gewinnen weltweit
an Resonanz. Gleichzeitig beobachten wir ein
tiefes Misstrauen in die Problemlösungsfähigkeit
der Politik, in die Fairness der Wirtschaft und die
Unabhängigkeit der Wissenschaft. Viele Menschen
sind zutiefst verunsichert darüber, welche kollektiv
verbindlichen Normen und Werte noch Geltung
haben und inwieweit ihre Interessen und Anliegen
bei den Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft noch gut aufgehoben sind.
Der Vortrag fragt nach den Ängsten in unserer Ge-
sellschaft, deren Wahrnehmung, ihren Gründen und
ihrer Wirkung. Wie kann wieder mehr Zutrauen in
die eigene Gestaltungskraft geweckt werden? Wie
kann Zuversicht in die Leistungskraft der zentralen
Institutionen von Wissenschaft, Politik und Zivilge-
sellschaft zurückgewonnen werden?
»Gefühlte Wahrheiten« ist der Titel einer 2019 von
Professor Renn publizierten Monografie.
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung
Freiburg
Referent: Prof. Dr. Ortwin Renn (Risikosoziologie und
Partizipationsforschung, IASS e. V., Potsdam)
Studienleiter: Norbert Schwab
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
32Quelle: Cigdem / Shutterstock
PODIUMS- UND WERKSTATTGESPRÄCH
Welterschöpfungstag 2020,
MO 4 Deutschland
Mai
11 Uhr Die Menschheit verbraucht mehr natürliche Res-
sourcen, als die Erde produzieren bzw. erneuern
kann. Würden alle Menschen so leben wie wir in
Deutschland, wären die Ressourcen derzeit bereits
Anfang Mai »erschöpft«. Dieser Tag rückt immer
weiter nach vorne im Jahr. Die damit verbundene
Dramatik nehmen wir zum Anlass, in der Dekade
2020 bis 2030 jährlich den deutschen »Welter-
schöpfungstag« bzw. »Erdüberlastungstag« mit
einem Aktionstag in der Katholischen Akademie
zu begehen: Was muss sich ändern, was kann sich
ändern, was hat sich auch bereits geändert an
unserem Lebensstil? Zugleich ist es unser Anliegen,
das von Erzbischof Stephan Burger ausgerufene am-
bitionierte Ziel zu befördern, als Erzdiözese Freiburg
bis 2030 klimaneutral zu werden.
In Zusammenarbeit mit der Diözesanstelle für Umwelt, Energie
und Arbeitsschutz des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg
und der Musella-Stiftung für eine sozial-ökologische Zukunft
Mitwirkende: Erzbischof Stephan Burger (Freiburg)
Prof. Dr. Rüdiger Glaser (Physische Geographie,
Freiburg)
Walli Lang (Fridays for future, Freiburg)
Prof. Dr. Tine Stein (Politikwissenschaften und
Ideengeschichte, Göttingen)
Studienleiter: Dr. Karsten Kreutzer / Josef Mackert
33TAGUNG Quelle: Von Bildagentur Zoonar GmbH / Shutterstock
Die Zukunft der
FR 8 Migrationsgesellschaft
Mai
9.30 Uhr Die Migrationsgesellschaft ist zu einer deutschen
und zum Teil auch europäischen Realität geworden.
Deutschland hat das für die in Deutschland gebore-
nen Kinder von Einwanderern verspätet, dafür aber
u. a. durch die Änderungen im Staatsbürgerschafts-
recht konsequent anerkannt. Auch wenn die Illusion
eines ethnisch homogenen Kollektivs gesellschaft-
lich noch tief verankert ist (Mark Terkessidis), haben
sich die Politik und viele andere gesellschaftlich
relevante Akteure von alten Illusionen verabschiedet
und begonnen, sich auf die neuen Gegebenheiten
einzustellen. Jeder vierte Mensch in Deutschland
hat einen Migrationshintergrund. Bei den unter
35-Jährigen sogar jeder Dritte. 2009 konnte Navid
Kermani noch die Frage stellen: »Wer ist Wir?« Zehn
Jahre später könnten wir mit Aladin El-Mafaalani
sagen: »Ein Kennzeichen offener Einwanderungs-
gesellschaften ist es, dass alle, die wollen, zum Wir
gehören können.« Aber sind wir wirklich schon so
weit?
34Die vier kirchlichen Akademien in Baden-Würt-
temberg wollen mit einer Tagung zur »Zukunft der
Migrationsgesellschaft« zunächst eine gesellschaft-
liche Standortbestimmung versuchen. Diese könnte
die Form eines Spagats annehmen, wenn man mit
Yildiz Erol feststellt, dass unser gesellschaftliches
Selbstbild noch einer Prä-Migrationsgesellschaft
entspricht, während längst eine post-migrantische
Generation entstanden ist. In diesem Spannungsfeld
wollen wir uns exemplarisch Problemzonen unserer
Gesellschaft anschauen, in denen die Aushandlung
von Zugehörigkeiten stattfindet, und dabei Beispiele
des Gelingens und Beispiele des Scheiterns analy-
sieren. Bei dieser Standortbestimmung wird uns die
Frage begleiten, welche Rollen die staatlichen und
die kirchlichen Institutionen bei der zukünftigen
Gestaltung unserer Migrationsgesellschaft spielen
sollen. Diese Rollen werden zum Teil sehr verwandt
und zum Teil sehr verschieden sein. Was nicht
zuletzt in der einfachen Feststellung begründet ist,
dass es für die Kirchen ‚Ausländer‘ – theologisch
strenggenommen – gar nicht gibt.
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Baden
und der Landesarbeitsgemeinschaft der kirchlichen Akademien
Baden-Württemberg
Mitwirkende: Prof. Dr. Andrea Cnyrim
(Interkulturelle Kommunikation, Karlsruhe)
Björn Bicker (Dramaturg, München)
Prof. Dr. Naika Foroutan (Integrationsforschung
und Gesellschaftspolitik, Berlin)
Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer
(Soziologie, Bielefeld)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann
(Stuttgart)
Prof. Dr. Regina Polak (Theologie, Wien)
und weitere
Studienleiter: Josef Mackert
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
35Quelle: Mathieu Alexandre
VORTRAG UND DISKUSSION
Entfremdet nach
sechs Jahren Krieg
Sind Frieden und Versöhnung in der Ukraine
FR 15 möglich?
Mai
17–20 Uhr In der Ukraine herrscht seit sechs Jahren Krieg.
Doch es nicht nur ein Krieg, den Russland oder
prorussische Separatisten gegen das ukrainische
Volk führen. Die Abspaltung der »Volksrepubliken«
Donezk und Lugansk, die Besetzung der Krim und
die unterschiedlichen Sichtweisen des Konflikts ent-
fremden die gesellschaftlichen Gruppen innerhalb
der Ukraine voneinander. Mehr als 1,5 Millionen
Binnenflüchtlinge aus Donezk, Lugansk und der
Krim müssen in die Gesellschaft integriert werden.
Kann es einen Frieden zwischen den verschiedenen
Gruppen geben? Wie kann die Beziehung zu Russ-
land, dem einst familiär, kulturell und wirtschaftlich
so eng verflochtenen Nachbarstaat, neu gestaltet
werden? Und welchen Einfluss hat die soziale Arbeit
der Kirchen in der Ukraine auf einen Versöhnungs-
prozess? Zum Auftakt der Renovabis Pfingstaktion
2020 »In Frieden leben« widmet sich die Veran-
staltung dem vergessenen Krieg in Europa und den
Perspektiven zur Versöhnung.
36In Zusammenarbeit mit Renovabis, der Solidaritätsaktion
der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und
Osteuropa, und Caritas international, dem Hilfswerk der
Deutschen Caritas
Mitwirkende: Gernot Erler (Staatsminister a. D. und MdB a. D.,
ehemaliger Russlandbeauftragter der Bundesre-
gierung, Freiburg)
Dr. Eduard Klein (Forschungsstelle Osteuropa der
Universität Bremen)
Erzpriester Oleksandr Petrenko (Leiter eines
kirchlichen Rehazentrums, Zelenyi)
Svetlana Shukh (Leiterin des Caritas-Sozialzent-
rums in Dnipro)
Andrij Waskowycz (Präsident der Caritas
Ukraine)
Studienleiter: Alexander Foitzik
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
AUS UNSERER SCHRIFTENREIHE
Kinder im Zweiten Weltkrieg
Spuren ins Heute
Karin Orth / Verena Wetzstein (Hg.)
Mit Beiträgen von Carola Fack, Ingrid Gröber, Marianne
Hartmann, Barbara Henninges, Katrin Einert, Hans Keppler,
Bernhard Kraus, E. N., Karin Orth, Ilka Quindeau, Jürgen
Reulecke, Anno Rublack, Heinz Rüegger, Wolfgang Stich,
Katja Thimm, Jochen Vogt, Verena Wetzstein
ISBN 978-3-928698-39-9 (2016, 164 Seiten)
11,80 €
37Quelle: Banksy / Paul Appleyard
/ Flickr
GESPRÄCH
Das Demokratiedefizit
der EU
Diagnosen und Lösungsansätze
DO 28 Reihe »Europäische Perspektiven«
Mai
19 Uhr Die vierte Folge der Gesprächsreihe »Europäische
Perspektiven« hat einen besonderen Kontext: In
Freiburg findet vom 20. bis 29. Mai das Freiburger
Theater-Festival statt. Die Veranstalter wählten als
Ausgangspunkt für die Konzeption des Festivalpro-
gramms das Motto »Performing Democracy«. Sie
haben die Katholische Akademie eingeladen, eine
Folge der »Europäischen Perspektiven« im Rahmen
des Festivals zu veranstalten und dabei die demo-
kratische Verfassung der EU zum Thema zu machen.
Diese wird im Allgemeinen mit dem negativen
Schlagwort »Demokratiedefizit« belegt. Doch was
sind die Merkmale dieses Mangels und warum ist
es offensichtlich so schwer, ihn zu beheben? Gibt es
überhaupt ernsthafte Bemühungen dazu, oder wür-
de ein »mehr« an Demokratie die EU in ihrer jetzigen
Form sehr schnell in Frage stellen?
In Zusammenarbeit mit
Landeszentrale für politische Bildung Außenstelle Freiburg
Colloquium politicum der Universität Freiburg
Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg
Centre Culturel Français Freiburg e. V.
Centro Culturale Italiano Freiburg e. V.
Gesprächsleitung: Dr. Winfried Veit
Studienleiter: Josef Mackert
Ort: Theaterfestival
38WEIL STERBEN EIN TEIL DES LEBENS IST
Gemeinsam Sorge tragen.
In der diözesanen Initiative Palliative Care Forum kristal-
lisiert sich die gemeinsame Sorge um Menschen in der letz-
ten Phase ihres Lebens. Die Sorge um sterbende Menschen
und ihre Angehörigen stellt seit jeher einen Kernbestand
der christlichen Botschaft dar.
Somit begibt sich die Kirche heute auf Kontaktsuche, auf
die Suche nach Anknüpfungspunkten und »Bündnispart-
nern« in der Verwirklichung des gemeinsamen Ziels, die
Situation für sterbende Menschen und ihre Angehörigen
weiter zu verbessern. Mit dem »Palliative Care Forum«
möchte die Erzdiözese Freiburg Vernetzungen fördern und
Raum bieten für Impulse, die in breitere gesellschaftliche
Diskurse und in die Praxis münden.
Im Rahmen von Praxisprojekten setzt das Palliative Care
Forum so etwa Impulse in den Bereichen »Palliative Care
Kultur im Pflegeheim« oder »Ethikberatung in der ambulan-
ten Palliativversorgung«. Es begleitet Prozesse der Entwick-
lung von Palliative Care Strategien. Es vernetzt Menschen
und Institutionen und begibt sich so gemeinsam mit auf
den Weg zur Umgestaltung unserer Lebenswelt hin zu einer
»Caring Community«.
Nicht zuletzt beteiligt sich das Palliative Care Forum aktiv
am Diskurs über die Themen Sterben, Tod und Trauer. In der
Katholischen Akademie. Und darüber hinaus.
Weitere Informationen: www.palliative-care-forum.de
Das Palliative Care Forum ist eine
Initiative der Erzdiözese Freiburg
39Ethik und
Gesellschaft
40»Am gesellschaftlichen Zusammen-
halt bemisst sich die Qualität des
Zusammenlebens.«
– Initiative für gesellschaftlichen Zusammenhalt,
Deutscher Caritasverband 2018
Globalisierung und Digitalisierung, Beschleunigung
und Entgrenzung verändern die Gesellschaft und
erfordern eine Neuverhandlung der Spielregeln un-
seres Miteinanders. Diese Veränderungen führen zu
Verunsicherung und Überforderung. Demographischer
Wandel, Zuwanderung und zunehmende Alterung
verstärken die Prozesse: So wird etwa in den kom-
menden Jahrzehnten der Anteil an älteren Menschen
an der Gesamtbevölkerung stark zunehmen.
Mit Blick auf die demografische Entwicklung ist es
wichtig, ein Bewusstsein für die künftigen Heraus-
forderungen hinsichtlich des Zusammenhalts der
Gesellschaft und der Generationen sowie für die
Folgen individuellen Handelns zu schaffen.
Wir fragen in diesem Halbjahr nach sozialen Struk-
turen, in denen Menschen dauerhaft füreinander
Verantwortung übernehmen, wie zum Beispiel in
Familien, im Ehrenamt, in Gemeinden und Städten.
Aber auch die Bereiche Bildung, Arbeit oder Ge-
sundheit sind in diesem Zusammenhang fundamen-
tal für die Vermittlung von Werten wie Solidarität
und Toleranz und unersetzlich für ein gesellschaft-
Quelle: Maurice Korbel
liches Miteinander.
41Quelle: kalhh / Pixabay
VORTRAG UND DISKUSSION
Koloniale Hinterlassen-
schaften
Europas Verantwortung für die Entstehung von
DO 16 Konflikten in Afrika und der arabischen Welt
Januar
19 Uhr Es ist ein Gebot der Menschlichkeit zu helfen, wo
Völker oder einzelne Menschen in Not geraten.
Gegenüber Menschen, die vor den Gewaltkonflikten
aus Afrika, Asien und der arabischen Welt fliehen,
gibt es für die meisten europäischen Staaten eine
in der neueren Geschichte begründete besondere
Verantwortung – über die stets gebotene Solidarität
innerhalb der Völkergemeinschaft hinaus: die Kolo-
nialherrschaft der Europäer in diesen Gebieten, die
auf Ausbeutung beruhte. Die seinerzeit etablierten
politischen Herrschaftssysteme, die ganz auf diese
Ausbeutung ausgerichtet waren, haben in nicht we-
nigen ehemaligen Kolonien bis heute überlebt. Der
vorgeblich ethnische Konflikt zwischen Hutus und
Tutsis in Ruanda und Burundi zeigt dies besonders
deutlich.
Mitwirkende: Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven (Institut
für Theologie und Frieden, Hamburg)
P. Dr. Déogratias Maruhukiro ISCH
(Afrikanisches Netzwerk für Frieden,
Versöhnung und nachhaltige Entwicklung/
RAPRED-girubuntu, Freiburg)
Studienleiter: Alexander Foitzik
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
42Quelle: Nele Heitmeyer
VORTRAG
Autoritäre Versuchungen
in entsicherten Zeiten
DO 30 Reihe »Konturen der nächsten Gesellschaft«
Januar
19.30 Uhr Die Entwicklung nach rechts in Deutschland kommt
nicht aus dem Nichts. Sie hat eine längere Vorge-
schichte, die aber weder von politischen Eliten noch
von großen Teilen der Gesellschaft ernstgenommen
worden ist – trotz immer wiederkehrender wissen-
schaftlicher Thematisierungen.
Diese Entwicklung muss aus dem Zusammenwirken
eines globalen Kapitalismus, sozialen Desintegrati-
onsprozessen und politischen Demokratieentleerun-
gen erklärt werden.
Einstellungen der gruppenbezogenen Menschen-
feindlichkeit in Teilen der Bevölkerung, ein partei-
politischer autoritärer Nationalradikalismus, ein
systemfeindlich gewaltorientierter Rechtsextremis-
mus und neonazistische Unterstützungsnetzwerke
für rechtsterroristische Zellen bilden ein Eskalati-
onskontinuum gegen die offene Gesellschaft und
liberale Demokratie.
In Zusammenarbeit mit dem Studium generale der Universität
Freiburg und dem Theater Freiburg
Referent: Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer
(Soziologie Bielefeld)
Studienleiter: Josef Mackert
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
43Quelle: Maurice Korbel
INFORMATIONSVERANSTALTUNG
Jugendliche sprechen mit
Sterbenden
MO 3 Palliative Care Forum trifft Schule
Februar
Jugendliche haben häufig kaum Kontakt zu Men-
schen in der letzten Lebensphase. Oft wohnen die
Großeltern weit entfernt, Freizeitaktivitäten mit
Gleichaltrigen sind spannender und das Lebensende
erscheint weit weg.
Das Palliative Care Forum bringt Jugendliche mit
Menschen auf dem letzten Lebensweg zusammen.
Im Projekt »Junge Menschen sprechen mit Sterben-
den« des Palliative Care Forums besuchen Jugendli-
che als Weiterführung und Vertiefung des Compas-
sion-Praktikums der Schulstiftung Menschen im
Pflegeheim oder im Hospiz.
Diese Gespräche ermöglichen es jungen Menschen,
sich mit dem Lebensende auseinanderzusetzen und
ihr eigenes Leben zu reflektieren.
Die geschlossene Informationsveranstaltung für
Schülerinnen und Lehrende des St. Ursula-Gymna-
siums findet im Rahmen des Reflexionstages zum
Compassion-Praktikum statt.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Palliative Care
Forums in Kooperation mit der Schulstiftung der Erzdiözese
Freiburg statt. Das Palliative Care Forum ist eine Initiative der
Erzdiözese Freiburg.
Mitwirkende: Manuela Längle (St. Ursula-Gymnasium)
Daniel Mark (St. Ursula-Gymnasium)
Christoph Klüppel (Schulstiftung)
Jutta Link (Palliative Care Forum)
Studienleiterinnen: Jutta Link / Dr. Verena Wetzstein
Ort: St. Ursula-Gymnasium Freiburg
44Quelle: Münchrath / Ideen+Medien
AKTIONSTAG
Wundertüte Leben
SO 9 Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit
Februar
15 - 19 Was macht eigentlich ein Kinder- und Jugendhos-
Uhr pizdienst? Sterbebegleitung, oder?
Falsch, Sterbebegleitung ist nur ein kleiner Teil
der Arbeit. Die Kinder- und Jugendhospizarbeit ist
eine Lebensbegleitung. Familien werden meist über
mehrere Jahre hinweg begleitet.
Sobald ein Familienmitglied die Diagnose erhält,
dass eine lebenszeitverkürzende Erkrankung vor-
liegt, kann die Familie bereits unterstützt werden.
Dabei spielt es keine Rolle, ob die erkrankte Person
ein Elternteil oder ein Kind ist. Und es ist auch nicht
von Bedeutung, wie hoch die Lebenserwartung
aufgrund der Erkrankung ist.
Anlässlich des »Tages der Kinder- und Jugendhos-
pizarbeit« veranstaltet der Malteser Kinder- und
Jugendhospizdienst zusammen mit dem Palliative
Care Forum einen Aktionstag in den Räumlichkeiten
der Katholischen Akademie. Ein Tag mit Informatio-
nen, Unterhaltung, Kunst und Zeit, um miteinander
ins Gespräch zu kommen.
In Zusammenarbeit mit dem ambulanten Kinder- und Jugend-
hospizdienst der Malteser, Freiburg
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Palliative Care Forums,
einer Initiative der Erzdiözese Freiburg, statt.
Mitwirkende: Kian Bank (Kinder- und Jugendhospizdienst,
Malteser in Freiburg)
Verena Berg (Hospizarbeit, Malteser in Freiburg)
Studienleiterin: Dr. Verena Wetzstein
F OKUS ZUSAM M E N H ALT
45Quelle: Laurent T/Shutterstock
TAGUNG
DO/FR
Künstliche Intelligenz:
13 Eine Frage der Ethik!
14 Netzwerktreffen Ethik der Katholischen Akademien
Februar
Jährlich treffen sich die Kolleginnen und Kolle-
gen aus den Arbeitsbereichen Sozialethik und
Medizinethik der Katholischen Akademien zum
kollegialen Austausch. Im Mittelpunkt des Netz-
werktreffens steht jeweils der kollegiale Austausch
über Erfahrungen und aktuelle Entwicklungen der
Ethik-Arbeitsbereiche in den Akademien. Darüber
hinaus bietet das Treffen Gelegenheit, Feedback und
Anregungen einzuholen.
Thematischer Schwerpunkt wird in diesem Jahr
die Reflexion der sozial- und individualethischen
Herausforderungen sein, die sich im Themenfeld
»Künstliche Intelligenz« ergeben.
Zu dieser geschlossenen Veranstaltung sind
Programmverantwortliche für Ethikfragen der Ka-
tholischen Akademien im deutschsprachigen Raum
eingeladen.
Referentin: Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer
(Christliche Gesellschaftslehre, Freiburg)
Studienleitung: Norbert Schwab / Dr. Verena Wetzstein
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