Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko

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Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Der Markt für Medizintechnik in
                                                                                                                                                Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko

                                                                                                                                      Branche
                                                                         Über uns

                                                                         Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft zur Außenwirt-
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                                                                         schaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland. Sie un-
                                                                         terstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte
                                                                         erschließen wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen.

                                                                         Germany Trade & Invest wird gefördert vom Bundesministe-
                                                                         rium für Wirtschaft und Technologie und vom Beauftragten
                                                                         der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer aufgrund
                                                                         eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
                                      Germany Trade and Invest
                                      Gesellschaft für Außenwirtschaft
                                      und Standortmarketing mbH                                                        www.gtai.de
                                      Villemombler Straße 76
                                      53123 Bonn

                                      T. +49 (0)228 24993-0
                                      F. +49 (0)228 24993-212
                                      info@gtai.de
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Exportinitiative Gesundheitswirtschaft
Die Produkte und Dienstleistungen der deutschen Gesundheitswirtschaft sind in vielen Ländern der Welt sehr
gefragt. „Health made in Germany“ steht für Qualität, Innovation und Erfahrung. Um insbesondere kleinere und
mittlere Unternehmen beim Auslandsgeschäft zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft lanciert. Ziel ist es, Deutschlands Position als eines der
führenden Exportländer im Bereich der Gesundheitswirtschaft zu stärken.

Umfassendes Unterstützungsangebot
Erstmals werden die bestehenden Aktivitäten im Bereich der Außenwirtschaftsförderung zentral vernetzt. Die neu
entwickelte Website www.exportinitiative-gesundheitswirtschaft.de bietet umfassende Informations- und Service-
angebote. Unternehmer finden dort Expertenwissen zu den Exportchancen auf den weltweiten Zielmärkten.
Eine Übersicht über Ausschreibungen und Förderprogramme oder ein Veranstaltungskalender mit Messen,
Kongressen, Geschäfts- und Delegationsreisen ergänzen den Service.

Vermarktung im Ausland
Die Stärken der deutschen Gesundheitswirtschaft stellt die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft auf dem
englischen Internetportal www.health-made-in-germany.com dar. Ausländische Kunden, Partner und Meinungs-
träger erfahren dort, warum es sich lohnt, mit Anbietern aus Deutschland zusammenzuarbeiten. Um die
deutschen Unternehmen im Ausland zu vermarkten, erstellt die Exportinitiative Firmenverzeichnisse, die sie
an die Zielgruppen verteilt. Eigene Veranstaltungen auf Messen und Kongressen verhelfen den Unternehmen zu
einer stärkeren öffentlichen Präsenz.

Verschiedene Branchen im Fokus
Die Exportinitiative ist breit abgestützt, zu den Partnern gehören Bundesministerien, Verbände und die
Bundesländer. Im Fokus stehen zunächst die folgenden Branchen:

       n   Medizintechnik
       n   Pharma
       n   Medizinische Biotechnologie
       n   Telemedizin und Gesundheitsbezogene Dienstleistungen

Weitere Branchen werden in Zukunft hinzukommen. Mit der Umsetzung der Exportinitiative ist Germany Trade &
Invest beauftragt, die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundesregierung.

Zusammenarbeit mit den Fachverbänden
Die Exportinitiative richtet sich an den konkreten Bedürfnissen der Industrie aus und arbeitet deshalb eng mit
den Fachverbänden zusammen. Die vorliegende Studie zur lateinamerikanischen Gesundheitswirtschaft ist auf
Anregung der im Arbeitskreis Medizintechnik vertretenen Verbände entstanden.
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Inhalt

         Vorwort Germany Trade & Invest                                 6

         Vorwort Bundesministerium für Wirtschaft                       7
         und Technologie

         1.      Einführung in die Absatzregion                         8
                 Lateinamerika
         1.1     Die Wirtschaftsregion im Überblick                    8
         1.2     Außenhandel                                          11
         1.3     Bevölkerungsentwicklung und                          13
                 Gesundheitsausgaben

         2.      Der Markt für Medizintechnik in                      15
                 Argentinien
         2.1     Marktüberblick                                       15
         2.2     Marktentwicklung und -bedarf                         16
         2.2.1   Rahmenbedingungen und Nachfrage                      16
                 bestimmende Faktoren
         2.2.2   Marktvolumen und Importbedarf                        21
         2.3     Produktion und Branchenstruktur                      25
         2.4     Außenhandel                                          30
         2.5     Geschäftspraxis                                      32
         2.5.1   Vertrieb                                             32
         2.5.2   Zulassungsbedingungen, Normen,                       33
                 Einfuhrverfahren
         2.6     Kontaktanschriften                                   34

                                       Germany Trade & Invest www.gtai.de 3
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Inhalt

                                         3.       Der Markt für Medizintechnik in Brasilien   37
                                         3.1   Marktüberblick                                 37
                                         3.2   Marktentwicklung und -bedarf                   38
                                         3.2.1 Rahmenbedingungen und Nachfrage                38
                                               bestimmende Faktoren
                                         3.2.2 Marktvolumen und Importbedarf                  43
                                         3.3   Produktion und Branchenstruktur                44
                                         3.4   Außenhandel                                    48
                                         3.5   Geschäftspraxis                                50
                                         3.5.1 Vertrieb                                       50
                                         3.5.2 Zulassungsbedingungen, Normen,                 52
                                               Einfuhrverfahren
                                         3.6   Kontaktanschriften                             54

                                         4.    Der Markt für Medizintechnik in Chile          56
                                         4.1   Marktüberblick                                 56
                                         4.2   Marktentwicklung und -bedarf                   57
                                         4.2.1 Rahmenbedingungen und Nachfrage                57
                                               bestimmende Faktoren
                                         4.2.2 Marktvolumen und Importbedarf                  63
                                         4.3   Produktion und Branchenstruktur                65
                                         4.4   Außenhandel                                    67
                                         4.5   Geschäftspraxis                                68
                                         4.5.1 Vertrieb                                       68
                                         4.5.2 Zulassungsbedingungen, Normen,                 69
                                               Einfuhrverfahren
                                         4.6   Kontaktanschriften                             70

4 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
5.    Der Markt für Medizintechnik in Mexiko              71
5.1   Marktüberblick                                      71
5.2   Marktentwicklung und -bedarf                        72
5.2.1 Rahmenbedingungen und Nachfrage                     72
      bestimmende Faktoren
5.2.2 Marktvolumen und Importbedarf                       79
5.3   Produktion und Branchenstruktur                     80
5.4   Außenhandel                                         80
5.5   Geschäftspraxis                                     82
5.5.1 Vertrieb                                            82
5.5.2 Zulassungsbedingungen, Normen,                      83
      Einfuhrverfahren
5.6   Kontaktanschriften                                  84

                           Germany Trade & Invest www.gtai.de 5
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Vorwort

                                        Mit der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft hat das Bundesministerium
                                        für Wirtschaft und Technologie ein schlagkräftiges Instrument geschaffen,
                                        um das Auslandsgeschäft einer leistungsfähigen deutschen Wachstums-
                                        branche zielgerichtet zu unterstützen. Die Initiative zeichnet sich dadurch
                                        aus, dass die Ziele und sektorspezifischen Konzepte aller Fördermaß-
                                        nahmen im engen Dialog mit Unternehmen und Branchenvertretern ent-
                                        wickelt werden. Darüber hinaus sind sie in eine übergreifende Markt-
                                        erschließungsstrategie eingebunden, die speziell auf kleine und mittel-
                                        ständische Betriebe zugeschnitten ist.

                                        Germany Trade & Invest wurde vom Bundeswirtschaftsministerium damit
                                        beauftragt, den Koordinierungs- und Entscheidungsprozess in der Ini-
                                        tiative zu moderieren und für eine effiziente Umsetzung der beschlossenen
                                        Maßnahmenpakete zu sorgen. Hierbei kommen der Bundesgesellschaft
                                        für Außenwirtschaft und Standortmarketing die Erfahrungen aus über
                                        60 Jahren Außenwirtschaftsförderung zugute.

                                        Die vorliegende Marktstudie zu wichtigen Medizintechnik-Märkten in
                                        Lateinamerika baut auf der fachlichen Fokussierung in der Exportinitiative
                                        auf. Im Arbeitskreis Medizintechnik wurde der außenwirtschaftliche Infor-
                                        mationsbedarf definiert, an dem sich die Marktbeobachter von Germany
                                        Trade & Invest bei ihren Recherchen orientierten.

                                        Lateinamerika gilt als Region, in der für deutsche Medizintechnikunter-
                                        nehmen ein besonders großes Geschäftspotenzial gesehen wird. Fundierte
                                        Länderinformationen sind dabei eine wichtige Grundvoraussetzung, um in
                                        diesem schwierigen Markt erfolgreich zu bestehen.

                                        Wir wünschen Ihnen bei Ihren Aktivitäten in Lateinamerika viel Erfolg!

                                        Ihr

                                        Dr. Jürgen Friedrich
                                        Geschäftsführer Germany Trade & Invest

6 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Die Nachfrage nach Gesundheitsprodukten und -dienstleistungen wächst
               weltweit. Bis 2030 könnte sich der Umsatz mehr als verdreifachen – eine
               große Chance für die deutsche Gesundheitswirtschaft und damit auch für
               die Medizintechnik, die zu den größten und wichtigsten Branchen gehört.
               2010 verbuchten die über 11.000 Unternehmen einen Umsatz von rund 20
               Milliarden Euro; dies mit einem Exportanteil von 64 Prozent.

               Mit der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft unterstützt das Bundes-
               ministerium für Wirtschaft und Technologie die deutsche Gesundheitswirt-
               schaft noch stärker als bisher. Deutschlands Unternehmen sollen von der
               weltweit steigenden Nachfrage nachhaltig profitieren können.

               Die Exportinitiative richtet sich dabei nach den konkreten Bedürfnissen der
               Industrie. Angesprochen sind insbesondere kleinere und mittlere Unter-
               nehmen. Sie sind über ihre Fachverbände in den Arbeitskreisen der Export-
               initiative vertreten und bestimmen so deren Ausrichtung mit. Die vor-
               liegende Studie ist auf Anregung des Arbeitskreises Medizintechnik ent-
               standen. Sie bietet deutschen Unternehmen einen fundierten Überblick
               über den Gesundheitsmarkt Lateinamerikas.

               Erfolgreiche Auslandgeschäfte wollen gut vorbereitet sein: Nur wer die
               Zielmärkte kennt, kann auch die richtigen Entscheidungen treffen. Deshalb
               wurde mit der Umsetzung der Studie Germany Trade & Invest beauftragt,
               die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing der Bundes-
               regierung. Deren Experten haben die aktuelle Marktsituation direkt vor Ort
               recherchiert und die Informationen zu den Rahmenbedingungen aus erster
               Hand zusammengetragen. Ihre Einschätzungen basieren auf jahrlanger
               Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass mit diesem Expertenwissen ein solider
               Grundstein für viel versprechende Auslandsgeschäfte in Lateinamerika
               gelegt ist.

               Ernst Burgbacher, MdB
Foto: © BMWI

               Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft
               und Technologie, Mittelstands- und Tourismusbeauftragter der
               Bundesregierung

                                                     Germany Trade & Invest www.gtai.de 7
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Einführung in die Absatzregion Lateinamerika

1. Einführung in                        kursrelationen und eine gestiegene      wicklungs- und Schwellenländern
die Absatzregion                        Kaufkraft haben insbesondere in
                                        den rohstoffreichen Staaten dazu
                                                                                führen können. Der IWF zieht in
                                                                                seiner Regionalbetrachtung den
Lateinamerika                           geführt, dass auch die Binnen-          Schluss, dass die Abhängigkeit
                                        nachfrage kräftig wächst. Länder        Lateinamerikas von den inter-
                                        wie Brasilien oder Chile sahen sich     nationalen Rohstoffmärkten nach
1.1 Die Wirtschafts-                    sogar dazu veranlasst, ihre Leitzins-   wie vor erheblich ist.
                                        sätze zu erhöhen, um eine zuneh-
region im Überblick                     mende Überhitzungsgefahr und            Indes haben viele Staaten der
                                        aufkommenden Inflationsdruck zu         Region den Aufschwung der letzten
Nach der durch den Zusammen-
                                        bekämpfen.                              Jahre genutzt, um die Defizite ihrer
bruch von Lehman Brothers im
                                                                                öffentlichen Haushalte zurück-
September 2008 ausgelösten welt-
                                                                                zuführen. 2010 lag in Lateinamerika
weiten Finanz- und Wirtschafts-         Der IWF geht in seinem Regional
                                                                                einschließlich der Karibik der
krise fanden die führenden Volks-       Economic Outlook vom Oktober
                                                                                durchschnittliche Anteil der öffent-
wirtschaften Lateinamerikas ver-        2011 davon aus, dass die Region
                                                                                lichen Schulden am BIP bei einem
gleichsweise schnell wieder auf         ihren Aufschwung 2012, wenn auch
                                                                                Wert von lediglich circa 50%. Dies
einen Wachstumspfad zurück. Die         mit etwas geringerer Dynamik,
                                                                                war deutlich weniger als etwa in
Region profitierte von einer star-      fortsetzen wird. Nach einem Real-
                                                                                den USA oder anderen westlichen
ken Nachfrage nach Rohstoffen, die      wachstum 2011 von 4,5% prognos-
                                                                                Industriestaaten und weist auf die
durch weltweit aufgelegte Konjunk-      tiziert der Fonds für Lateinamerika
                                                                                vergrößerten finanziellen Spiel-
turprogramme und eine robuste           und die Karibik im kommenden Jahr
                                                                                räume lateinamerikanischer
Nachfrage aus asiatischen Wachs-        eine Zunahme des regionalen BIP in
                                                                                Länder hin, auf künftige makro-
tumsländern angetrieben wurde.          Höhe von 4%. Vor allem der lokale
                                                                                ökonomische Schocks reagieren
Hinzu kamen extrem lockere Geld-        Konsum sollte das Wachstum weiter
                                                                                zu können.
politiken westlicher Industrie-         anschieben. Etwas schwächer sieht
staaten, die dafür sorgten, dass        der IWF die Entwicklung in Mexiko
große Mengen internationalen An-        und in einigen Staaten Zentral-         Die komfortablere Kassenlage
lagekapitals nach Lateinamerika         amerikas, da diese Länder wirt-         ermöglicht es zudem vielen
flossen und die Nachfrage nach          schaftlich enger den USA ver-           Regierungen, die Gesundheits-
lokalen Vermögensgütern, Roh-           flochten sind.                          versorgung der Bevölkerung zu
stoffen und Agrarprodukten bis 2011                                             verbessern. Außer von öffentlichen
zusätzlich anheizten.                   Das zunehmende Risiko eines             Investitionen in diesem Bereich
                                        erneuten, weltweiten Konjunktur-        profitiert die örtliche Gesundheits-
Nachdem das aggregierte Brutto-         einbruchs trübt den Ausblick des        wirtschaft aber auch von den
inlandsprodukt (BIP) Lateinameri-       IWF. Eine Rezession in Nord-            wachsenden privaten Gesund-
kas einschließlich der Karibik 2009     amerika oder Europa dürfte auch         heitsausgaben. Mit den zuletzt
um 1,7% schrumpfte, erzielte die        in den Schwellenländern Latein-         realisierten Kaufkraft- und
Region 2010 wieder einen realen         amerikas nachhaltige Auswirkun-         Einkommenszuwächsen haben
BIP-Zuwachs von 6,1%. Die wirt-         gen zeigen. Die Marktturbulenzen        sich in der örtlichen Bevölkerung
schaftliche Expansion fußt jedoch       im Frühherbst 2011 haben bereits        nicht nur die finanziellen Möglich-
inzwischen nicht mehr nur auf der       gezeigt, wie schnell aufkommende        keiten, sondern auch die Bereit-
Nachfrage aus Drittländern nach         Konjunkturängste zu einem Ein-          schaft vergrößert, in eine bessere
lokalen Produkten. Einkommens-          bruch der Rohstoffpreise und einem      medizinische Versorgung zu
zuwächse, günstigere Wechsel-           massiven Kapitalabzug aus Ent-          investieren.

8 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Die zehn größten Volkswirtschaften Lateinamerikas und der Karibik:
Reale BIP-Wachstumsraten 2010, 2011 und 2012 (%)
                n Reales BIP-Wachstum 2010 n Reales BIP-Wachstum 2011 *) n Reales BIP-Wachstum 2012 *)

Lateinamerika und die Karibik                                                                    6,1
                (ohne Kuba)                                               4,5
                                                                    4,0

                                                                                                             7,5
                    Brasilien
                                                                                        3,8
                                                                                       3,6

                                                                                   5,4
                      Mexiko
                                                                                        3,8
                                                                                       3,6

                                                                                                                               9,2
                 Argentinien                                                                                       8,0
                                                                          4,6

                                     -1,5
                   Venezuela                          2,8
                                                              3,6

                                                                      4,3
                  Kolumbien                                                      4,9
                                                                          4,5

                                                                                 5,2
                        Chile                                                                          6,5
                                                                           4,7

                                                                                                                         8,8
                        Peru
                                                                                                 6,2
                                                                                       5,6

                                                              3,6
                    Ecuador
                                                                                        5,8
                                                                3,8

                                                                                                             7,8
    Dominikanische Republik
                                                                                                                                                    © Germany Trade & Invest

                                                                       4,5
                                                                                       5,5

                                                     2,8
                  Guatemala
                                                     2,8
                                                        3,0

                                 0          1   2     3         4           5                6           7    8          9           10
  *) Prognose
  Quelle: IWF - Regional Economic Outlook, October 2011

                                                                                                                     Germany Trade & Invest www.gtai.de 9
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Einführung in die Absatzregion Lateinamerika

 Die zehn größten Volkswirtschaften Lateinamerikas und der Karibik: Ausgewählte wirtschaftliche
 Rahmendaten 2010
                                                             Anteil am
                                                            nominalen                                         Öffentliche
                                                               BIP der           Pro-Kopf-BIP                  Schulden/
 Land                         BIP (Mrd. US$)                Region (%)                (US$) 1)                 BIP (%) 2)         Inflation (%) 3)
 Lateinamerika
 und die Karibik
 (ohne Kuba)                            4.833,9                       100                  11.280                      50,7                       6,6
 Brasilien                              2.090,3                      43,2                  11.273                      66,8                       5,9
 Mexiko                                 1.034,3                      21,4                  14.406                      42,9                       4,4
 Argentinien                               370,0                       7,7                 15.901                      49,1                     10,9
 Venezuela                                 293,3                       6,1                 12.048                      38,4                     27,2
 Kolumbien                                 289,4                       6,0                   9.593                     36,0                       3,2
 Chile                                     203,3                       4,2                 15.040                        9,2                      3,0
 Peru                                      153,8                       3,2                   9.358                     24,5                       2,1
 Ecuador                                    58,0                       1,2                   7.828                     20,7                       3,3
 Dominikanische
 Republik                                   51,6                       1,1                   8.860                     28,7                       6,2
 Guatemala                                  41,2                       0,9                   4.907                     24,2                       5,4
 1) auf Kaufkraftparitätenbasis; 2) Bruttoschulden; 3) Konsumentenpreisinflation Dezember 2010 (für die Gesamtregion einfache Durchschnittsbildung)

 Quelle: IWF - Regional Economic Outlook, Oktober 2011

Wirtschaftliche Schwergewichte in                  per annum). Damit konnten sie                      und dem Bergbau sind auch die
Lateinamerika sind Brasilien und                   Mexiko und Brasilien (+2,0%                        Landwirtschaft beziehungsweise
Mexiko, die zusammen auf fast zwei                 beziehungsweise +4,2% im Jahres-                   Fischerei und Viehzucht von Bedeu-
Drittel der regionalen Wirtschafts-                durchschnitt) deutlich auf Abstand                 tung. Die Industrie konzentriert sich
leistung kommen. Als weitere be-                   halten. Das höchste Pro-Kopf-BIP                   häufig auf die Weiterverarbeitung
deutende regionale Volkswirt-                      der größten Wirtschaftsnationen                    dieser Rohstoffe. Daher sind die
schaften folgen Argentinien,                       Lateinamerikas weisen Argentinien,                 Sektoren Chemie, Nahrungsmittel
Venezuela, Kolumbien, Chile und                    Chile und Mexiko auf.                              und Getränke, Metalle sowie nicht-
Peru. Argentinien und Peru ver-                                                                       metallische Mineralien, in einigen
zeichneten unter den Genannten im                  Wesentliches Standbein vieler re-                  Ländern auch Leder oder Papier,
Zeitraum 2005 bis 2010 die größten                 gionaler Volkswirtschaften sind die                sehr ausgeprägt. Darüber hinaus
durchschnittlichen Wachstumsraten                  umfassenden natürlichen Ressour-                   wird auch die Kfz-Industrie für die
(jeweils +7,2% reale BIP-Zunahme                   cen. Neben der Erdölindustrie                      Region immer wichtiger.

10 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Wirtschaftliche Zusammenschlüsse mit lateinamerikanischen Mitgliedstaaten (Auswahl)
Bezeichnung                                              Mitglieder
Mercosur (Mercado Común del Sur);                        Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay; assoziiert:
portugiesisch: Mercosul                                  Chile, Bolivien, Peru, Kolumbien, Ecuador; im Beitritts-
                                                         prozess: Venezuela
Andengemeinschaft CAN                                    Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru; assoziiert:
(Comunidad Andina de Naciones)                           Argentinien, Brasilien, Chile, Paraguay, Uruguay
NAFTA (North American Free Trade Area)                   Mexiko, USA, Kanada
MCCA (Mercado Común Centroamericano)                     Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua,
                                                         Costa Rica
DR-CAFTA (Dominican Republic-Central America             Costa Rica, Dominikanische Republik, El Salvador,
Free Trade Agreement)                                    Guatemala, Honduras, Nicaragua, USA
SELA                                                     Argentinien, Bahamas, Barbados, Belize, Bolivien,
(Sistema Economico Latinoamericano y del Caribe)         Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Chile,
                                                         Ecuador, El Salvador, Grenada, Guatemala, Guyana,
                                                         Haiti, Honduras, Jamaika, Mexiko, Nicaragua, Panama,
                                                         Paraguay, Peru, Dominikanische Republik, Surinam,
                                                         Trinidad und Tobago, Uruguay, Venezuela
ALADI (Asociación Latinoamericana de Integración)        Argentinien, Kolumbien, Paraguay, Bolivien,
                                                         Brasilien, Kuba, Peru, Ecuador, Uruguay, Venezuela,
                                                         Mexiko, Chile
Quelle: Germany Trade & Invest

                                      laut CEPAL (Comisión Económica         bringt eine hohe Konjunkturabhän-
1.2 Außenhandel                       para América Latina) einen Wert        gigkeit und Krisenanfälligkeit mit
                                      von 687 Mrd. US$ (-30% gegenüber       sich.
Eine gute Weltkonjunktur, die an-
                                      2008). Dem standen Güterimporte
haltend hohe Nachfrage nach Roh-
                                      von 629 Mrd. US$ (-25%) gegenüber.
stoffen und deren immer höhere                                               Die deutschen Exporte nach Latein-
                                      Die Dienstleistungsbilanz der Re-
Preise ließen den Außenhandel                                                amerika machten 2010 einen kräf-
                                      gion war zugleich mit 34 Mrd. US$
Lateinamerikas (ohne Karibik) bis                                            tigen Sprung. Insgesamt legten sie
                                      im Minus.
2008 stetig anschwellen. In der                                              gegenüber dem Jahr zuvor um fast
weltweiten Finanz- und Wirtschafts-                                          die Hälfte auf einen Wert von knapp
krise brachen dann die Handels-       Die hohe Abhängigkeit von Roh-         28 Mrd. Euro zu. 62% der deutschen
überschüsse kräftig ein. Dennoch      stoffpreisen und Primärgüter-          Lieferungen in die Region gingen in
konnte die Region als Ganzes auch     exporten sowie eine geringe geo-       die beiden wirtschaftlich stärksten
2008 und 2009 noch positive Au-       grafische Diversifikation der Aus-     Länder, Brasilien und Mexiko. Die
ßenbeiträge erzielen. Im Krisenjahr   fuhren spiegeln sich auch in den       Importe aus der Region erreichten
2009 erreichten die Güterexporte      starken Schwankungen der Han-          2010 rund 22 Mrd. Euro, knapp ein
Lateinamerikas ohne die Karibik       delsbilanz wider. Dies wiederum        Viertel mehr als 2009.

                                                                            Germany Trade & Invest www.gtai.de 11
Einführung in die Absatzregion Lateinamerika

   Deutsche Exporte nach Lateinamerika und in ausgewählte Länder 2009 und 2010
   (in Mio. Euro)
                                                               n 2009      n 2010

    Lateinamerika                                                                                           19.106

                                                                                                                           27.913 +46,1%

                                                                            7.263
          Brasilien
                                                                                                 10.401 +43,2%

           Mexiko                                           5.095

                                                                         6.939    +36,2%

       Argentinien             1.380

                                        2.400    +73,9%

                              1.214
             Chile

                                                                                                                                                 © Germany Trade & Invest
                                1.812     +49,3%

                      0   1.000 2.000    3.000   4.000    5.000 6.000   7.000    8.000 9.000 10.000 15.000 20.000 25.000    30.000
   Quelle: Destatis

 Einfuhr von medizintechnischen Produkten nach Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko (in Mio. US$;
 Veränderung in %) *)
 Land                                                     2009             2010            Veränderung 2010/09             aus Deutschland (2010)
 Argentinien                                              358,6            405,4                                 13,1                          45,4
 Brasilien                                           1.610,6            2.196,8                                  36,4                         298,0
 Chile                                                    319,3            405,5                                 27,0                          47,5
 Mexiko                                              2.213,2            2.459,0                                  11,1                         147,1
 *) Für die zugrundeliegenden Warengruppen und weitere statistische Erläuterungen siehe die detaillierten Tabellen in den Außenhandelsabschnitten der
 Länder

 Quellen: Nationale Statistikämter der Länder, Comtrade

12 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Die deutschen Medizintechnik-                         die Altersstruktur der Einwohner          Anzahl der Personen zu, die sich
Lieferungen in die Region legten                      zwischen Feuerland und Mexiko.            eine bessere gesundheitliche Ver-
2010 ebenso kräftig zu. Allerdings                    Das Durchschnittsalter der im Ver-        sorgung leisten können. Darüber
ist hier die deutsche Marktposition                   gleich zu westlichen Industrie-           hinaus korrelieren die staatlichen
insbesondere gegenüber den US-                        ländern noch recht jungen Bevölke-        Gesundheitsausgaben wie auch
amerikanischen Herstellern noch                       rung der Region wird weiter an-           anderswo stark mit der öffentlichen
ausbaufähig.                                          steigen. In den vier in dieser Studie     Kassenlage. Bei guter Konjunktur
                                                      betrachteten Ländern lag der Anteil       steigen die Staatseinkünfte und
                                                      der über 60-jährigen mit 15% in           damit auch die Möglichkeiten, in die
1.3 Bevölkerungsent-                                  Argentinien am höchsten, danach           öffentlichen Versorgungssysteme zu
                                                      folgte Chile mit 13%. Bis 2020 wird       investieren.
wicklung und Gesund-                                  für Lateinamerika eine Gesamt-
heitsausgaben                                         einwohnerzahl von rund 670 Mio.           Die Gesundheitsausgaben sind in
                                                      prognostiziert.                           Brasilien, Mexiko und Chile zwi-
Lateinamerika hatte 2009 insge-                                                                 schen 2000 und 2008 stärker als
samt etwa 582 Mio. Einwohner. Die                     Die sich verändernde demogra-             das jeweilige BIP gewachsen. Le-
meisten Menschen des Kontinents                       phische Struktur der Bevölkerung          diglich in Argentinien, das um die
lebten in Brasilien (194 Mio.) und                    mit einer steigenden Zahl älterer         Jahrtausendwende eine gravierende
Mexiko (110 Mio.). Die lateiname-                     Menschen wird sich positiv auf die        Finanz- und Wirtschaftskrise zu be-
rikanische Bevölkerung wuchs mit                      zukünftige Nachfrage nach Gesund-         wältigen hatte, deren Auswirkungen
einer jährlichen Rate von etwa 1,1%                   heitsleistungen auswirken. Bleiben        noch lange Zeit später zu spüren
(2008: 1,2%). Zukünftig wird sich                     die wirtschaftlichen Rahmenbedin-         waren, lag der Anteil der Gesund-
diese Quote weiter rückläufig ent-                    gungen für die Region weiter vor-         heitsaufwendungen am BIP 2008
wickeln. Dadurch ändert sich auch                     teilhaft, nimmt tendenziell auch die      noch niedriger als im Jahr 2000.

 Einwohnerzahl und Altersstruktur in Lateinamerika 2009
                                                      Bevölkerungs-                                                     Prognose
                           Einwohner 2009                  wachstum      Anteil der unter    Anteil der über           Einwohner
 Region/Land                      (in Mio.)             (in % p.a.) 1) 15-Jährigen (in %) 60-Jährigen (in %)         2025 (in Mio.)
 Lateinamerika                            582,4                   1,1 2)                k.A.                  k.A.           669,5
 Argentinien                                   40,3                  1,0               25,0                   15,0             46,1
 Brasilien                                193,7                      1,2               26,0                   10,0           213,8
 Chile                                         17,0                  1,1               23,0                   13,0             19,2
 Mexiko                                   109,6                      1,1               28,0                    9,0           124,0
 1) durchschnittliche jährliche Wachstumsrate 2000 bis 2009; 2) 2005 bis 2010

 Quelle: World Health Statistics 2011, Cepal

                                                                                               Germany Trade & Invest www.gtai.de 13
Einführung in die Absatzregion Lateinamerika

 Gesundheitsausgaben in ausgewählten Ländern Lateinamerikas (% des BIP)

                                                                                        n Gesamte Gesundheitsausgaben in % des BIP
    10,0
                                                                                        n Private Gesundheitsausgaben in % des BIP

     9,0
              2000            2008              2000               2008    2000                2008           2000              2008
                                                              8,4
     8,0
              7,7
                             7,4                                                               7,5
                                                7,2
     7,0
                                                                           6,6

     6,0                                                                                                                  5,9

                                                                                                             5,1
     5,0                                                             4,7
                                                      4,3                                            4,2
     4,0            4,0

                                   3,2                                           3,2
                                                                                                                                 3,1
     3,0
                                                                                                                   2,7

                                                                                                                                       © Germany Trade & Invest
     2,0

     1,0

      0
                    Argentinien                        Brasilien                       Chile                         Mexiko

     Quelle: WHO World Health Statistics 2011

14 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien

2. Der Markt für                                  weiterhin ein großer Nachholbedarf              ranten von Medizintechnik zukom-
Medizintechnik in                                 an Investitionen in die Gesundheits-
                                                  versorgung. Allerdings bemängeln
                                                                                                  men. Allerdings würde dieses Sze-
                                                                                                  nario für hoch spezialisierte Pro-
Argentinien                                       Skeptiker, die Entwicklung des Ge-              dukte vermutlich nicht zum Tragen
                                                  sundheitswesens gehöre nicht zu                 kommen.
Autor: Carl Moses, Buenos Aires                   den Prioritäten der Politik in Argen-
                                                  tinien.                                         Der Aufschwung der argentinischen
                                                                                                  Wirtschaft in den vergangenen acht
2.1 Marktüberblick                                Für deutsche Anbieter gestaltet                 Jahren - mit einem durchschnitt-
                                                  sich das Geschäftsumfeld teilweise              lichen Wachstum des realen Brutto-
Argentiniens Nachfrage nach Me-                   schwierig. Jüngste Änderungen am                inlandsprodukts (BIP) um mehr als
dizintechnik steigt stark an. Die                 Regulierungsrahmen des argenti-                 7% per annum - hat eine starke Zu-
Einfuhren, die etwa zwei Drittel der              nischen Gesundheitswesens könn-                 nahme der Beschäftigung und der
Inlandsnachfrage abdecken, haben                  ten zu einer stärkeren Nivellierung             Einkommen erzeugt. Die Arbeits-
sich in den letzten acht Jahren auf               der Leistungen auf niedrigerem                  losenrate sank von 21,5% (2002) auf
US$-Basis im Durchschnitt um 21%                  Niveau führen. Auf dem Medizin-                 7,3% (2011), die Reallöhne stiegen
pro Jahr erhöht. Nach einer Wachs-                technikmarkt herrscht ein starker               nach Schätzungen von Germany
tumsabschwächung 2009 und 2010                    Preiswettbewerb, bei dem Quali-                 Trade & Invest zwischen 2003 und
expandierten die Auslandsbezüge in                tätsaspekte oft in den Hintergrund              2010 um 24%. Mit der Zunahme der
den ersten acht Monaten 2011 sogar                treten. Auch ein Angebot günstiger              Beschäftigung und der Löhne sind
um 33% im Vergleich zur Referenz-                 Finanzierungsbedingungen wird                   auch die Beitragszahlungen an die
periode im Vorjahr.                               immer wichtiger, um Aufträge zu                 privaten und gewerkschaftlichen
                                                  ergattern.                                      Krankenkassen deutlich gestiegen.
Strukturelle Faktoren sprechen für                                                                Das stärkte die Investitionskraft und
ein mittel- und langfristig kräftiges             Die in anderen Branchen bereits                 -bereitschaft dieser Institutionen.
Wachstum der lokalen Medizin-                     geltenden Forderungen nach der
techniknachfrage um 5 bis 10% per                 Substitution von Importen durch                 Für 2012 wird eine Abschwächung
annum (auf US$-Basis). Der Anteil                 lokal produzierte Güter oder nach               des BIP-Wachstums auf etwa 5%
älterer Menschen an der Bevölke-                  dem Ausgleich der Einfuhren durch               erwartet, nach 7 bis 8% im Jahr
rung nimmt stetig zu. Es besteht                  Exporte könnten auch auf die Liefe-             2011. Die Entwicklung der Gesamt-

 Wichtige Daten zu Argentinien
 Bruttoinlandsprodukt (BIP, nominal)                                           2010: 370 Mrd. US$
 BIP-Wachstum (real)                                                           2010: 9,2 2011 *): 8,0%; 2012 *): 4,6%
 Inflation (Dezember 2010)                                                     2010: 10,9%
 Pro-Kopf-BIP                                                                  2010: 15.901 US$
 Währung                                                                       Argentinischer Peso (arg$); 1 arg$ = 100 Centavos
 Devisenkurs (Oktober 2011)                                                    1 US$ = 4,210 arg$; 1 Euro = 5,686 arg$
 Durchschnittlicher Devisenkurs 2010                                           1 US$ = 3,901 arg$; 1 Euro = 5,177 arg$
 Länderbonität (gemäß Institutional Investor)                                  Sept. 2011: Rang 87/178 (Sept. 2010: Rang 94)
                                                                               Bonitätsindex 40,7 (+7,3 ggü. Sept. 2010)
 Geschäftssprachen                                                             Spanisch, Englisch
 *) Prognose

 Quellen: IWF - Regional Economic Outlook (Oktober 2011), Germany Trade & Invest

                                                                                               Germany Trade & Invest www.gtai.de 15
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien

wirtschaft wird sich ab 2012 zwar                  Die Gesamtausgaben im argen-           66,4% an, im Vergleich mit anderen
verlangsamen, sollte jedoch mit                    tinischen Gesundheitssektor            Ländern Lateinamerikas ein relativ
realen Steigerungsraten von 3 bis                  haben nach Schätzung des Markt-        hoher Wert.
5% in den kommenden Jahren recht                   forschungsunternehmens Key Mar-
kräftig bleiben. Zudem wertet der                  ket 2010 einen Wert von 116,4 Mrd.     Argentiniens Gesundheitssektor
argentinische Peso in realer Be-                   arg$ (rund 29,8 Mrd. US$) erreicht.    weist eine komplexe Struktur auf.
trachtung tendenziell gegenüber                    Das entsprach rund 8% des BIP und      Im Wesentlichen wird das System
dem US-Dollar auf. Dies erhöht die                 bedeutete einen nominalen Zu-          von drei Subsektoren getragen:
Kaufkraft für die Anschaffung von                  wachs um 28,6% gegenüber dem
Importgütern, die den lokalen Medi-                Vorjahr - dies bei einer allgemeinen   Erstes Standbein ist das staatliche
zintechnikmarkt dominieren.                        Preissteigerungsrate, die 2010 laut    Gesundheitswesen, das durch
                                                   amtlicher Statistik (Indec) 10,9%      Steuermittel finanziert wird und
                                                   erreichte (nach Schätzungen von        hauptsächlich in der Verantwortung
2.2 Marktentwicklung                               Germany Trade & Invest: etwa 24%).     von Provinzen und Gemeinden (ein-
und -bedarf                                        Für 2011 erwartet Key Market bei       schließlich der Hauptstadt Buenos
                                                   ähnlichen Inflationsraten eine Aus-    Aires) liegt. Seine Leistungen
2.2.1 Rahmenbedingungen und                        gabensteigerung um 32% auf 153,7       stehen allen Bürgern kostenlos zur
Nachfrage bestimmende Faktoren                     Mrd. arg$. Die Weltbank gibt den       Verfügung. Zum staatlichen System
                                                   Anteil des öffentlichen Sektors an     wird auch das Rentner-Sozialwerk
2.2.1.1 Das Gesundheitssystem in                   den gesamten Gesundheitsausga-         Instituto Nacional de Servicios
Argentinien                                        ben in Argentinien für 2009 mit        Sociales Para Jubilados y

 Rahmendaten zum Gesundheitssystem in Argentinien
 Indikator                                                                                                       Wert (Jahr)
 Einwohnerzahl (Mio.)                                                                                          40,9 (2011) *)
 Bevölkerungswachstum (% p.a.)                                                                                  0,9 (2011) *)
 Altersstruktur der Bevölkerung
  Anteil der unter 15-Jährigen (%)                                                                                 25 (2009)
  Anteil der über 60-Jährigen (%)                                                                                  15 (2009)
 Durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt (Jahre)                                                              75 (2008)
 Gesundheitsausgaben pro Kopf (US$)                                                                               663 (2007)
 Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP (%)                                                                         7,4 (2008)
 Ärzte/100.000 Einwohner                                                                                          320 (2008)
 Zahnmedizinische Fachkräfte/100.000 Einwohner                                                                92 (2000-2010)
 Krankenhausbetten/100.000 Einwohner                                                                         410 (2000-2009)
 *) Schätzung

 Quellen: Indec, Worldbank, World Health Organization

16 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Gesundheitsausgaben in Argentinien 2005-2011 (Veränderung in %)
 Jahr               Ausgaben in arg$            Veränderung zum Vorjahr      Ausgaben in US$       Veränderung zum Vorjahr
 2011                            153.660                              32,0               37.205                          25,0
 2010                            116.409                              28,6               29.772                          22,7
 2009                              90.490                             19,8               24.260                           1,5
 2008                              75.560                             33,0               23.911                          31,3
 2007                              56.812                             30,6               18.208                          28,5
 2006                              43.501                             29,6               14.169                          23,3
 2005                              33.563                             11,4               11.494                          12,2
 Quelle: Germany Trade & Invest auf Basis von Key Market

Pensionados mit seinem Gesund-                     Von den gesamten Gesundheits-          und eine zusätzliche private Pre-
heitsprogramm „Programa de                         ausgaben werden laut Key Market        paga, sind 5% der Patienten. Die
Atención Médica Integral“ (Pami)                   29% über die Obras Sociales kanali-    übrigen 28% der Bevölkerung (11,5
gerechnet, das aus Zwangsbeiträ-                   siert, 25% gehen auf Rechnung des      Mio. Personen) sind ausschließlich
gen der Arbeitgeber (0,5% der Brut-                öffentlichen Sektors und 13% ent-      auf die Leistungen der öffentlichen
tolöhne) und aus staatlichen Haus-                 fallen auf das Rentner-Sozialwerk      Krankenhäuser angewiesen, die
haltsmitteln finanziert wird.                      Pami. Über die privaten Kranken-       ihre Dienste kostenlos anbieten.
                                                   versicherungen (Medicinas Pre-         Die jährlichen Ausgaben je Patient
Der zweite Pfeiler sind die obliga-                pagas) werden 14% der Ausgaben         sind bei den Prepagas mit rund 852
torischen Krankenversicherungen                    abgewickelt. Die restlichen rund       US$ je Kopf etwa doppelt so hoch
(Obras Sociales), die von Pflichtbei-              20% verteilen sich auf andere pri-     wie die Pro-Kopf-Aufwendungen
trägen der Arbeitnehmer (3% des                    vate Aufwendungen - dazu gehören       der Obras Sociales (400 US$). Über-
Bruttolohns) und der Arbeitgeber                   neben den direkten Zahlungen der       durchschnittlich hoch sind auch die
(6%) finanziert werden und über-                   Haushalte auch die betrieblichen       Aufwendungen für die Patienten des
wiegend unter der Verwaltung der                   Gesundheitsaufwendungen von            Pami (rund 860 US).
Gewerkschaften stehen.                             Unternehmen und anderen Einrich-
                                                   tungen für deren Angestellte und       Insgesamt existieren rund 250 ver-
Der dritte Bereich umfasst eine                    Mitglieder.                            schiedene Obras Sociales für unter-
Vielzahl von privaten Gesundheits-                                                        schiedliche Berufsgruppen und Ge-
dienstleistern, zu denen die privaten              Rund 72% der 40,9 Mio. Argentinier     meinschaften. Davon sind indes nur
Krankenversicherungen (Medicinas                   werden von mindestens einer der        wenige von größerer Bedeutung, der
Prepagas) und die von verschiede-                  verschiedenen Arten von Kranken-       Sektor ist stark konzentriert. Allein
nen Gemeinschaften getragenen                      versicherungen erfasst. Etwa 54%       die 15 größten Obras Sociales verei-
privaten Krankenhäuser zählen.                     (22,1 Mio. Personen) sind über die     nigen die Hälfte aller Mitglieder auf
Darunter fallen auch das auf die                   halb öffentlichen, halb privaten       sich. Nur 17 Organisationen haben
deutsch-argentinische Klientel spe-                Obras Sociales versichert, 12% (4,9    mehr als 100.000 Mitglieder. Die
zialisierte Hospital Alemán sowie                  Mio.) über eine private Medicina       größte dieser Institutionen, OSECAC
entsprechende Häuser der italieni-                 Prepaga und 11% (4,5 Mio.) über das    (Obra Social der Handelsangestell-
schen, spanischen, britischen und                  Rentner-Gesundheitsprogramm Pa-        ten), zählt 1,2 Mio. Mitglieder. Zu
französischen Gemeinschaften in                    mi. Doppelt abgesichert, also zum      den größten Sozialkassen gehören
Argentinien.                                       Beispiel über eine Obra Social         ferner OSPRERA (Landarbeiter),

                                                                                         Germany Trade & Invest www.gtai.de 17
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien

Construir Salud (Bauarbeiter),          holt und bei der Krankenkasse zur         zu erlassenden Durchführungsbe-
OSPCN Unión Personal (Staatsbe-         Genehmigung vorgelegt werden.             stimmungen geregelt werden.
dienstete), OSUTHGRA (Beschäftigte      Wenn der Patient etwa bei Mate-
der Gastronomie) und Obras Social       rialien oder Implantaten aufgrund         Die Prepagas klagen über eine
de Chofers de Camiones (Last-           ärztlicher Empfehlungen einen hö-         zunehmende Diskrepanz in der
wagenfahrer). Jede der 23 argen-        heren Qualitätsstandard als den von       Entwicklung von Kosten und Ein-
tinischen Provinzen unterhält eine      der Krankenkasse vorgesehenen             nahmen. Während die allgemeine
Obra Social für ihre jeweiligen öf-     wünscht, muss er die Kostendiffe-         Preissteigerung 2010 und 2011 nach
fentlichen Bediensteten.                renz aus eigener Tasche decken.           Schätzungen von Germany Trade
                                                                                  & Invest bei etwa 24% lag, gestand
Auch die bei einer Obra Social oder     Die Medicinas Prepagas und die            die Regierung den Prepagas 2011
einer Medicina Prepaga versicher-       betriebseigenen Krankenversi-             lediglich eine Erhöhung ihrer Bei-
ten Patienten müssen oft erhebliche     cherungsprogramme von privaten            tragssätze um bis zu 18% zu. Allein
Beträge aus eigener Tasche zahlen.      Krankenhäusern wickelten 2010             2010 hätten die Kosten um 33,8%
Die Krankenkassen schließen Ab-         Zahlungen von insgesamt rund 16           zugenommen, kalkuliert die Ver-
kommen mit bestimmten Ärzten,           Mrd. arg$ ab. Die Marktforscher           einigung der privaten Klinik- und
Zahnärzten, Krankenhäusern und          von Key Market rechnen damit, dass        Krankenhausbetreiber Asociación
sonstigen Gesundheitsdienstleis-        die Mitgliederzahl der Prepagas           de Clínicas, Sanatorios y Hospitales
tern („Prestadores“). Nur unter         2011 erstmals leicht zurückgehen          Privados de la República Argenti-
diesen gelisteten Prestadores kön-      wird (-2%). Durch ein neues Ge-           na (Adecra). Getrieben wurde der
nen die Kassenmitglieder wählen,        setz, das die Prepagas zwingt, jeden      Kostenanstieg laut Adecra vor allem
ansonsten müssen sie die Behand-        Bewerber unabhängig von seinem            von den Lohnkosten, die 2010 um
lung selbst bezahlen. Auch sind bei     Gesundheitszustand aufzunehmen,           40,4% gestiegen seien.
vielen Leistungen zum Teil erhebli-     könnten die Patienten einen Anreiz
che Zuzahlungen erforderlich. Bei       erhalten, erst dann einer (relativ        Die Prepagas gehören zu den wich-
den Prepagas gibt es sehr unter-        teuren) privaten Kasse beizutreten,       tigsten Betreibern von Privat-
schiedliche Versicherungspläne, die     wenn es sich wirklich „lohnt“. Kri-       kliniken im qualitativ höchsten
differenzierte Leistungspakete zu       tiker des neuen Regulierungsrah-          Segment. Die mit mehr als 1,5 Mio.
unterschiedlichen Preisen anbieten.     mens befürchten eine Nivellierung         Mitgliedern größte Privatversiche-
Vor einem chirurgischen Eingriff        der Leistungen auf niedrigerem            rung Osde betreibt allerdings keine
oder einer aufwendigen Behandlung       Niveau. Details der neuen Kondi-          eigenen Gesundheitseinrichtungen.
muss ein Kostenvoranschlag einge-       tionen müssen indes durch die noch        Andere führende Medicinas Pre-

 Die größten privaten Krankenversicherungen in Argentinien (Umsatz in Mio. arg$, Veränderung in %)
                                                                  Veränderung
 Unternehmen                               2009      2010             2010/09 Internetadresse
 OSDE                                      4.940    6.496                     31,5 www.osde.com.ar
 Swiss Medical                             3.081    3.550                     15,2 www.swissmedical.com.ar
 Galeno                                    2.539    3.000                     18,2 www.e-galeno.com.ar
 Omint                                     1.118    1.405                     25,7 www.omint.com.ar
 Medicus                                     696    1.065                     53,0 www.medicus.com.ar
 Sociedad Italiana de Beneficencia           580      690                     16,4 www.hospitalitaliano.org.ar
 Medifé                                      422      485                     14,9 www.medife.com.ar
 Quelle: Mercado

18 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
pagas sind Swiss Medical, Galeno,                Die privaten Krankenhäuser            anspruchsvoller Ausstattung um
Omint, Medicus und Medifé. Da-                   konzentrieren sich vornehmlich        Kunden.
neben existieren die Gesund-                     auf planbare Dienstleistungen
heitspläne (Planes de Salud),                    wie die Betreuung von Geburten,       Zu den expandierenden Betreibern
mit denen einige Krankenhäuser                   Herzoperationen, Rehabilitation       von eigenen Gesundheitsdiensten
ihre Kunden an sich binden                       oder „Luxusangebote“ wie              zählen auch einige gewerkschaft-
(Hospital Italiano, Hospital Alemán,             Schönheitsoperationen oder            liche Krankenkassen wie beispiels-
Hospital Británico). Auf die ge-                 Reproduktionsmedizin. Die             weise die Obras Sociales der Ge-
nannten Versicherer entfallen 96%                führenden privaten Versorgungs-       werkschaften der Lastwagenfahrer
des Gesamtumsatzes sowie 85%                     anbieter wie Galeno oder Swiss        (Obra Social de Chofers de
der Versicherten aller Prepagas.                 Medical konkurrieren mit besonders    Camiones) oder die Krankenkasse

 Führende private Betreiber von Krankenhäusern und Kliniken in Argentinien (Auswahl)
 Einrichtung                                                                          Internetadresse
 Krankenhäuser argentinischer Betreiber:
 Centro de Educación Médica e Investigaciones Clínicas
 “Norberto Quirno” (CEMIC)                                                            www.cemic.edu.ar
 Swiss Medical (Clinica y Maternidad Suizo Argentina, Sanatorio de los
 Arcos, Clínica Olivos, San Lucas, Sanatorio Agote)                                   www.swissmedical.com.ar
 Galeno (Sanatorios de la Trinidad: Mitre, Palermo, Quilmes, San Isidro;
 Sanatorio Dupuytren)                                                                 www.e-galeno.com.ar
 Medicus (Sanatorio Las Lomas)                                                        www.medicus.com.ar
 Omint (Clínica Santa Isabel, Clínica del Sol, Clínica Bazterrica)                    www.omint.com.ar
 Sanatorio Mater Dei                                                                  www.sanatoriomaterdei.com.ar
 Clínica Adventista de Belgrano                                                       www.clinicaadventista.com.ar
 Sanatorio Otamendi y Miroli                                                          www.sanatorio-otamendi.com.ar
 Fundación Favaloro                                                                   www.fundacionfavaloro.org
  Instituto Argentino de Diagnóstico y Tratamiento (IADT)                             www.iadt.com
 Hospital Universitario Austral                                                       www.hospitalaustral.edu.ar
 Sanatorio Allende (Córdoba)                                                          www.sanatorioallende.com

 Krankenhäuser ausländischer Gemeinschaften in Argentinien:
 Hospital Italiano (Sociedad Italiana de Benefeciencia)                               www.hospitalitaliano.org.ar
 Hospital Alemán (Krankenhaus der deutschen Gemeinschaft
 in Argentinien)                                                                      www.hospitalaleman.com.ar
 Hospital Británico                                                                   www.hospitalbritanico.org.ar
 Hospital Francés                                                                     -
 Hospital Español                                                                     www.hospitalespanolar.com.ar
 Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

                                                                                      Germany Trade & Invest www.gtai.de 19
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien

der Staatsangestellten (Unión           amerikas einen hohen Standard-          Argentinien verfügte laut der Welt-
Personal Civíl de la Nación).           der medizinischen Versorgung und        bank im Zeitraum 2000 bis 2009
                                        Ausbildung. Das Land verfügt über       pro 100.000 Einwohner über durch-
Auch viele Privatpatienten landen       3,2 Ärzte je 1.000 Einwohner, was       schnittlich 410 Krankenhausbetten,
in akuten Notfällen in staatlichen      die mit Abstand höchste Ärztedichte     die sich zu etwa gleichen Teilen auf
Krankenhäusern. Diese verfügen          in Südamerika bedeutet. Dagegen         öffentliche und private Anbieter
vielfach über hervorragende Ärzte       gibt es nur 0,5 Krankenschwestern       verteilten. Im Privatsektor gibt es
und zum Teil auch über eine recht       je 1.000 Einwohner. Die jährlichen      insgesamt eine größere Zahl von
gute Ausstattung, vor allem in der      Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit        Einrichtungen, die jedoch im Durch-
Stadt Buenos Aires. Oft fehlt es je-    (Kaufkraftunterschiede bereinigt)       schnitt über eine geringere Anzahl
doch an Verbrauchsmaterialien und       waren 2008 mit 1.062 US$ deutlich       von Betten verfügen (im Mittel 35
an Medikamenten. Auch die War-          höher als in Brasilien (875 US$) und    Betten bei den privaten, 64 bei den
tung der Ausrüstungen lässt viel-       Mexiko (837 US$). Argentinien ver-      öffentlichen). Indec zählte 2004
fach zu wünschen übrig. In vielen       fügt über 2.554 Operationssäle und      insgesamt 8.000 öffentliche Ge-
öffentlichen Krankenhäusern ist die     7.650 Betten auf Intensivstationen.     sundheitseinrichtungen, darunter
Infrastruktur veraltet, die Kapazi-     15 öffentliche und 14 private Univer-   1.321 Einrichtungen mit stationärer
täten sind überlastet. Patienten        sitäten bilden Ärzte aus.               Behandlung, die insgesamt über
stehen teilweise früh morgens                                                   78.057 Betten verfügten (davon rund
Schlange, um einen Behandlungs-         Beim letzten Wirtschaftszensus          46% in Stadt und Provinz Buenos
termin zu ergattern. Häufig müssen      (2004) zählte das nationale Statis-     Aires, 9% in Córdoba und 7% in
sie Instrumente und Verbrauchsma-       tikinstitut Indec landesweit 21.740     Santa Fé).
terial selbst beschaffen und zu Ope-    Arztpraxen, 10.763 Zahnarztpraxen,
rationen oder sonstigen Behandlun-      5.044 Diagnosezentren, 3.559 Be-        Arztpraxen (Consultorios) sind in
gen mitbringen.                         handlungszentren sowie 709 „inte-       Argentinien meist spartanisch aus-
                                        grierte Gesundheitszentren“ (mit        gerüstet und dienen lediglich der
Insgesamt hat Argentinien im Ver-       Beratungs-, Diagnose- und Behand-       Erstuntersuchung und Beratung
gleich zu anderen Ländern Latein-       lungsleistungen).                       durch den Arzt. Selbst für ein EKG
                                                                                oder eine Blutabnahme wird der
                                                                                Patient in der Regel an ein Diagno-
                                                                                sezentrum oder ein Krankenhaus
                                                                                überwiesen. Viele Ärzte wirken an
                                                                                mehreren Arbeitsplätzen, etwa
                                                                                in einem Krankenhaus und in der
                                                                                eigenen Praxis. Häufig anzufinden
                                                                                sind Gemeinschaftspraxen, die sich
                                                                                mehrere Ärzte unterschiedlicher
                                                                                Fachrichtungen teilen (auch diese
                                                                                sind jedoch in der Regel kaum aus-
                                                                                gerüstet).

                                                                                Diagnosedienstleistungen werden
                                                                                meist von spezialisierten Unter-
                                                                                                                       Foto: © gladiolus - iStockphoto.com

                                                                                nehmen erbracht. Im Bereich der
                                                                                Diagnose sind nach Angaben der
                                                                                Branchenkammer Cadime 10.000
                                                                                kleine und mittlere Unternehmen
                                                                                mit insgesamt 50.000 Beschäftigten
                                                                                tätig (15.000 medizinische Fach-
                                                                                kräfte).

20 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
Ein Großteil der öffentlichen Inves-   nach Angaben des Nationalen              waren laut Indec 2008 Herz-Kreis-
titionen im Gesundheitswesen wird      Statistikinstituts Indec 2010 bei        lauf-Krankheiten (Anteil: 29,9%),
durch Mittel multilateraler Kredit-    4.222 arg$ im Monat. Für 2011            Krebs (18,9%) und Atemwegser-
geber (teil)-finanziert. Die Inter-    prognostizieren Ökonomen eine            krankungen (14,4%). Die Kinder-
amerikanische Entwicklungsbank         durchschnittliche Erhöhung der           sterblichkeit lag 2008 bei 12,5
(IADB) gewährte 2007 einen Kredit      Löhne um 26% (nominal). Nach             Fällen je 1.000 Lebendgeburten,
von 230 Mio. US$ für die Stärkung      amtlichen Angaben lebten 2010            bei starken Abweichungen zwi-
der primären Gesundheitsversor-        noch 12% der Einwohner unterhalb         schen den einzelnen Regionen des
gung, dessen Mittel zur Jahresmitte    der Armutsgrenze - Germany Trade         Landes. In Nordargentinien ist die
2011 erst zu 30% ausgezahlt worden     & Invest schätzt die Rate indes          Rate deutlich höher als im Süden
waren. Das argentinische Gesund-       wesentlich höher ein (zwischen           des Landes oder in der Hauptstadt
heitsministerium verpflichtete sich    23 und 30%).                             Buenos Aires (7,7 Fälle in Buenos
im gleichen Schritt, 57,5 Mio. US$                                              Aires, 6,8 in Feuerland, aber 19,2 in
für das Programm bereitzustellen.                                               Formosa).
                                       Bisher ist das Gesundheitsbewusst-
Schwerpunkte sind vorbeugende
                                       sein im Land jedoch noch ver-
und Behandlungsmaßnahmen zur                                                    Viele Krankheiten im Land werden
                                       gleichsweise gering ausgeprägt. Die
Bekämpfung chronischer Krank-                                                   durch das Rauchen und schlechte
                                       meisten Argentinier gehen nur dann
heiten, die Stärkung von Basis-                                                 Essgewohnheiten verursacht. Etwa
                                       zum Arzt oder ins Krankenhaus,
Gesundheitsdiensten, Ausbildungs-                                               jeder dritte Mann und eine von vier
                                       wenn es nicht mehr anders geht.
programme für Gesundheits-                                                      Frauen unter allen Argentiniern
                                       Selbstmedikation ist weit verbreitet.
personal sowie die Verbesserung                                                 über 15 Jahren sind Raucher. Rund
                                       In den oberen Einkommensschich-
der Beschaffungs- und Verwal-                                                   27% der Männer und 31% der Frau-
                                       ten wird dagegen zum Teil sehr viel
tungsprozesse. Die Weltbank stellte                                             en im Alter von mehr als 20 Jahren
                                       Geld für Schönheitsoperationen
unter anderem ein Kreditprogramm                                                sind übergewichtig.
                                       ausgegeben. Auch die Reprodukti-
von 230 Mio. US$ für die Bekäm-
                                       onsmedizin wird stark in Anspruch
pfung der Grippe A/H1N1 und ähn-                                                Ein wichtiger Faktor für die Gesund-
                                       genommen.
licher Krankheiten zur Verfügung                                                heitswirtschaft ist die hohe Konzen-
(Laufzeit bis März 2012). Ferner                                                tration der Bevölkerung in städti-
unterstützt sie mit 300 Mio. US$ ein   Die demographische Entwicklung           schen Ballungsräumen. Rund 92%
Regierungsprogramm zur besseren        im Land dürfte den Trend zu stei-        der Argentinier haben sich in Städ-
Gesundheitsversorgung von Müttern      genden Gesundheitsausgaben be-           ten niedergelassen. Allein 46% der
und Kindern (Plan Nacer). Anfang       stärken. Das Durchschnittsalter der      40,9 Mio. Argentinier leben in der
2011 sagte die Weltbank überdies       Argentinier liegt derzeit bei 30 Jah-    Stadt und der Provinz Buenos Aires.
einen Kredit in Höhe von 400 Mio.      ren. Argentinien weist im Vergleich
US$ für die Entwicklung des Kran-      zu anderen Ländern Lateinamerikas        2.2.2 Marktvolumen und Import-
kenversicherungssystems auf der        einen relativ hohen Anteil älterer       bedarf
Ebene der Provinzen sowie für die      Menschen an der Bevölkerung auf.
Stärkung der Gesundheits-              Nach Angaben des Statistikinsti-         Das Volumen des argentinischen
behörden auf nationaler und            tuts Indec waren 2010 rund 4,1 Mio.      Medizintechnikmarktes ist mangels
provinzieller Ebene zu (läuft bis      Einwohner älter als 65 Jahre (10,2%      genauer Daten zur lokalen Pro-
Ende 2015).                            der Gesamtbevölkerung). Bis 2015         duktion nur schwer zu bestimmen.
                                       dürfte der Anteil der Senioren auf       Einer groben Schätzung zufolge be-
2.2.1.2 Weitere Einflussfaktoren       10,7% steigen. Die durchschnittliche     trug es 2010 etwa 636 Mio. US$. Die
                                       Lebenserwartung liegt bei 75 Jah-        Nachfrage wird zu etwa zwei Drit-
Mit steigenden Einkommen nimmt         ren (für Frauen 79, für Männer 72        teln durch Importe gedeckt. In den
auch in Argentinien die Bereitschaft   Jahre).                                  ersten acht Monaten 2011 expan-
zu, in eine bessere Gesundheits-                                                dierten die Einfuhren nach vorläu-
versorgung zu investieren. Der         Die häufigste Todesursache bei den       figen Angaben um 33% gegenüber
durchschnittliche Bruttolohn lag       insgesamt 302.133 Sterbefällen           der gleichen Vorjahresperiode.

                                                                               Germany Trade & Invest www.gtai.de 21
Der Markt für Medizintechnik in Argentinien

Der Markt für Medizintechnik in Argentinien (in Mio. US$; Veränderung                                US$ zu erzielen und eine Freigabe
in %) 1)                                                                                             neuer Kredite und Bürgschaften zu
                                                                                                     ermöglichen.
Kennziffer                                 2009            2010     Veränderung 2010/09
Lokale Produktion                            230             266                            15,7
                                                                                                     Die Sozialwerke Obras Sociales ver-
Import                                       376             429                            14,1     halten sich bei ihrer Nachfrage eher
                                                                                                     wie die privaten Institutionen. Die
Export                                        65               59                           -9,2
                                                                                                     Technologieanforderungen liegen
Marktvolumen 2)                              541             636                            17,6     auf mittlerem bis niedrigem
                                                                                                     Niveau. Neben der Beziehungs-
1) Schätzung; 2) rechnerisch: lokale Produktion + Import - Export
                                                                                                     pflege sind ein guter Service und
Quelle: Germany Trade & Invest auf Basis von Daten des Centro de Estudios para la Producción (CEP)   günstige Preise wichtig. Anders als
                                                                                                     bei den rein privaten Abnehmern
Die Abnehmer von Medizintech-                      nach Abnehmerkreis gibt es jedoch                 sind die Finanzierungsbedingungen
nik gliedern sich in drei wichtige                 erhebliche Unterschiede im Nach-                  bei den zahlungskräftigen Obras
Gruppen: Zum einen ist dies der                    frageverhalten und bei den Kaufkri-               Sociales nicht so entscheidend.
öffentliche Sektor (Krankenhäuser                  terien.
und Gesundheitszentren, die vom                                                                      Die Gewerkschaften und deren Sozi-
Bundesstaat, den Provinzen oder                    Qualitativ hochwertige Erzeugnis-                 alkassen haben unter den peronis-
den Gemeinden betrieben werden)                    se würden fast nur von besonders                  tischen Regierungen von Ex-Prä-
einschließlich des Rentner-Sozi-                   renommierten Privatinstitutionen                  sident Néstor Kirchner und dessen
alwerks Pami, das zu den größten                   nachgefragt und machten höchsten                  Gattin Cristina, die seit Ende 2007
Direktimporteuren von Medizintech-                 10% des Marktes aus, bekundet ein                 als seine Nachfolgerin amtiert, eine
nik gehört. Zum anderen sind es                    Marktkenner. Bei den Staatsbetrie-                deutliche Stärkung erfahren. So
die von den Gewerkschaften ver-                    ben zählt dagegen vor allem der An-               kann es sich ein gewerkschaftlich
walteten Sozialwerke (Obras Soci-                  schaffungspreis. Um an Aufträge zu                betriebenes Krankenhaus leisten,
ales), die aus den Pflichtbeiträgen                kommen, seien vor allem gute Kon-                 mehr als die Hälfte eines neuen
der Arbeitnehmer und Arbeitgeber                   takte zu öffentlichen Institutionen               Auftrags für OP-Ausrüstungen in
finanziert werden und vielfach ei-                 entscheidend. Mehr Transparenz                    Vorkasse zu bezahlen. In jüngerer
gene Krankenhäuser betreiben. Zu                   herrsche bei Projekten mit interna-               Zeit mehren sich jedoch Konflikte
guter Letzt kaufen auch die privaten               tionaler Finanzierung (durch Welt-                zwischen den Gewerkschaften und
Krankenversicherungen (Medici-                     bank und ähnliche Institutionen).                 der Regierung. Gewerkschaftsver-
nas Prepagas), die aus freiwilligen                                                                  treter warfen dem Gesundheitsmi-
Beiträgen finanziert werden, sowie                 Hinderlich für deutsche Anbieter ist,             nisterium vor, Beitragsgelder zu-
Privatkliniken und andere private                  dass Geschäfte mit dem argentini-                 rückzuhalten. Staatschefin Cristina
Gesundheitsdienstleister (Prestado-                schen Staat und seinen Dependan-                  Kirchner ging im Wahljahr 2011 auf
res) Medizinprodukte ein.                          cen aufgrund der seit 2002 fort-                  Distanz zur wenig populären Ge-
                                                   bestehenden Zahlungsrückstände                    werkschaftsführung. Es kursierten
Nachgefragt werden in aller Regel                  gegenüber öffentlichen und privaten               sogar Gerüchte, wonach die Regie-
Ausrüstungen mit niedrigem bis                     Auslandsgläubigern nicht durch die                rung eine Verstaatlichung der Obras
mittlerem Niveau. Internationale                   staatlichen Ausfuhrkreditversiche-                Sociales ins Auge fassen könnte.
Neuentwicklungen kommen in Ar-                     rungen (in Deutschland: Euler/Her-                Wahrscheinlicher ist jedoch, dass
gentinien oft erst mit einem Rück-                 mes) gedeckt werden. Argentinien                  die Regierung die Gewerkschafts-
stand von vier bis fünf Jahren auf                 hat jedoch Verhandlungen mit den                  kassen weiter fördern wird.
den Markt. Entscheidendes Krite-                   Regierungen des Pariser Clubs auf-
rium sei in den meisten Fällen der                 genommen, um eine Regelung der                    Von den insgesamt rund 3.300
Preis, sagen Brancheninsider. Je                   Außenstände von fast 9 Mrd.                       Krankenhäusern stuft ein führender

22 Der Markt für Medizintechnik in Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko
internationaler Hersteller von hoch-   Gesamtmarktes geblieben (durch-         setzt. Vor allem in der Provinz wür-
wertigen Spezialgeräten rund ein       schnittliches Importwachstum von        den immer wieder Anlagen in sehr
Drittel als potenzielle Kunden ein.    2004 bis 2008: 25% jährlich). Das       fragwürdigem Zustand gekauft und
Ein anderer führender Anbieter von     geringste Wachstum verzeichneten        zum Einsatz gebracht. Abnehmer
elektromedizinischen Ausrüstungen      im genannten Zeitraum die Importe       für gebrauchte Geräte sind zudem
zählt im privaten Sektor Argen-        von Verbrauchsgütern (+12% per          Firmen, die sich auf den Verleih von
tiniens 20 mögliche Kunden mit         annum).                                 Ausrüstungen spezialisieren. Es
einem Jahresumsatz von mehr als 8                                              würden praktisch keine Kontrollen
Mio. US$, 60 mit einem Umsatz von                                              des Zustands und der Funktions-
                                       Deutsche Anbieter haben in Argen-
3 bis 8 Mio. US$ und 320 potenzielle                                           tüchtigkeit von Geräten durch die
                                       tinien eine starke Marktposition.
Kunden mit einem Umsatz von                                                    Behörden durchgeführt, beobachten
                                       Mit einem Anteil von rund 12% an
weniger als 3 Mio. US$.                                                        Kenner. Öffentliche Stellen kaufen
                                       der Gesamteinfuhr ist Deutschland
                                                                               grundsätzlich keine gebrauchten
                                       nach den USA das zweitwichtigste
Nachfrageentwicklung in den wich-                                              Ausrüstungen, in einigen Provinzen
                                       Lieferland vor der VR China, Ja-
tigsten Sparten der Medizintechnik                                             habe es jedoch Ausnahmen gege-
                                       pan, verschiedenen europäischen
                                                                               ben.
                                       Ländern sowie Brasilien und Me-
Gemessen an den Importwerten in
                                       xiko. Besonders stark ist die deut-
US$ ergab sich 2010 ein besonders                                              Marktausblick und Zukunftstrends
                                       sche Position bei Röntgengeräten,
kräftiger Anstieg der Nachfrage bei
                                       Magnetresonanzgeräten, Über-
medizinischen Möbeln (+137% ge-                                                Argentiniens Markt für Medizin-
                                       wachungsapparaten, künstlichen
genüber 2009), Rollstühlen (+40%),                                             technik dürfte in den kommenden
                                       Nieren und anderen Instrumenten
Zahntechnik (+31%) und ophthal-                                                Jahren mindestens im Tempo des
                                       der HS-Position 9018.90, augen-
mologischen Instrumenten (+29%).                                               gesamtwirtschaftlichen Wachstums
                                       ärztlichen Instrumenten, Herz-
Auch die Nachfrage nach Ver-                                                   um 3 bis 5% pro Jahr expandieren.
                                       schrittmachern und Medizinmöbeln.
brauchsmaterialien stieg über-                                                 Je nach Entwicklung der branchen-
                                       Geringe Chancen haben deutsche
durchschnittlich (+16%). Die Im-                                               spezifischen Rahmenbedingungen
                                       Erzeugnisse auf dem Markt für Ver-
porte von Elektrodiagnoseaus-                                                  erscheinen auch höhere Steige-
                                       brauchsgüter, der vornehmlich von
rüstungen (+12%) sowie Prothesen                                               rungsraten möglich. Das starke
                                       US-amerikanischen, brasilianischen
und Orthopädietechnik (+11%)                                                   Wachstum während der letzten acht
                                       und chinesischen Lieferanten ver-
blieben dagegen 2010 leicht hinter                                             Jahre (Importwert: +21% jährlich in
                                       sorgt wird.
dem Wachstum des Gesamtmarktes                                                 US$), das aus dem großen Nach-
(+13%) zurück, während die Einfuhr                                             holbedarf wegen der Krise 1999 bis
von Atmungs- und Therapiegerä-         Ein großer Markt besteht in Argenti-    2002 und der sehr guten gesamt-
ten weitgehend stagnierte. Für die     nien für gebrauchte Ausrüstungen.       wirtschaftlichen Entwicklung re-
kommenden Jahre erwarten Bran-         Nach Schätzung eines führenden          sultierte, wird sich in diesem Maße
chenexperten das größte Nach-          internationalen Herstellers elekt-      allerdings auf längere Sicht kaum
fragewachstum bei bildgebenden         romedizinischer Geräte entfallen        fortsetzen können. Im günstigen
Ausrüstungen für Diagnosezwecke        rund 30% der Gesamtnachfrage auf        Fall erscheint in den kommenden
(diagnostic imaging).                  gebrauchte Geräte. Den Vorschrif-       Jahren eine Zuwachsrate des Me-
                                       ten nach dürfen diese nur nach          dizintechnikmarktes mit knapp
Schon von 2004 bis 2008 war die        vollständiger Überholung und mit        zweistelligen Raten auf US$-Basis
Einfuhr von bildgebenden Ausrüs-       entsprechenden Garantien des Ori-       möglich.
tungen für Diagnosezwecke am           ginalherstellers eingeführt werden.
stärksten gewachsen (durchschnitt-     Es bestehe jedoch ein großer grauer     Im Jahr 2011 herrschte allerdings
lich um 44% jährlich). Die Importe     Markt, der sich den Kontrollen der      noch Hochkonjunktur. In den ersten
von Zahntechnik (+23% per annum)       Behörden und der Originalhersteller     acht Monaten lag die Einfuhr
sowie von orthopädischen Pro-          entziehe, sagen Branchenexperten.       nach vorläufigen Daten in US$-
dukten und Prothesen (+21% pro         Häufig würden gebrauchte Ausrüs-        Werten um 33% über dem Vorjahr.
Jahr) waren nur leicht unter dem       tungen in Teilen importiert und in      Nachdem sich für die Präsident-
durchschnittlichen Zuwachs des         Argentinien wieder zusammenge-          schaftswahlen am 23.10.11 eine

                                                                              Germany Trade & Invest www.gtai.de 23
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