Fühle deine Stadt. Wiesbaden - KNUSPERHÄUSCHEN JUNGE BUSFAHRERIN AMATOS WEG April 2020 Nr.83 - sensor Wiesbaden
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Fühle deine Stadt. Wiesbaden. April 2020 Nr. 83 D E R WA L D R U F T C O R O N A : PA N I S C H V S . K R E AT I V L E B E N I M K N U S P E R H Ä U S C H E N J U N G E B U S FA H R E R I N A M AT O S W E G
S P E E R S P I T Z E sensor 04/20 3
DU BIST DI E
Editorial / Inhalt
S E R E L U F T ? Editorial Geradezu danach lechzende Head- Solidarität. In all dem Schlechten, Impressum
FÜ R B E S
lines standen über Artikeln, aus de- teilweise Schrecklichen, vielfach
VRM GmbH & Co KG
usfahrer/in.
nen dann aber hervorging, dass da Hilflosen, geschieht auch viel Gu-
eld: Werde B
Handelsregister: Amtsgericht Mainz HR A 535
People Are Strange, liebe sensor- doch noch längst nichts klar ist. Sie tes. Vieles, was bislang nicht denk-
D u e in A ll ta g s h phG: VRM Verwaltungs-GmbH
rde auch
Leser*innen, kam dann ja auch nicht, weil plötz- bar schien, ist nun plötzlich mög-
We
Handelsregister: Amtsgericht Mainz HR B 325
lich – Danke auch an den Wetter- lich, oft von heute auf morgen. Geschäftsführer: Hans Georg Schnücker
das wusste schon Jim Morrison. gott – am entscheidenden Tag die (Sprecher), Dr. Jörn W. Röper, Joachim Liebler
Der Mensch, dieses seltsame We- meisten plötzlich ziemlich brav zu- Auch bei uns hat „Corona“ einiges Erich-Dombrowski-Straße 2, 55127 Mainz
(zugleich ladungsfähige Anschrift der V.i.S.d.P.)
sen, läuft in diesen seltsamen Co- hause blieben. durcheinandergewirbelt. Anzeigen-
WIR B ILDEN
rona-Zeiten zu Hochform auf, auf stornos, Umsatzrückgang – und Wirtschaftliche Beteiligung i. S. § 9 Absatz 4
LMG Rheinland-Pfalz:
der ganzen Welt und auch in der Es wurde „nur“ ein Kontaktver- die besonders wichtige Frage: Wie
AUCH AUS!
VRM Holding GmbH & Co. KG, Mainz (94%)
Wiesbadener Welt. Nur ein paar bot – all diese Worte in diesen bringen wir diesen sensor über- und Dr. Hans-Peter Bach, Darmstadt (6%).
Minütchen in den sozialen Medien Zeiten … Kontakte kann man be- haupt zu Ihnen, wenn die üblichen
Objektleitung
genügen, um dies zu beobachten. kanntlich auch pflegen, ohne sich Auslagestellen geschlossen sind? (Redaktions- & Anzeigenleitung)
in Spuckweite gegenüberzustehen Auch wir gehen, buchstäblich, Dirk Fellinghauer (Verantwortlich i.S.d.P.)
Es sind ver-rückte Zeiten. Was – in Wirklichkeit ist es ein Begeg- neue Wege. Einer davon: Sie fin- Langgasse 21 – 65183 Wiesbaden
eben noch selbstverständlich war, nungsverbot. Auf jeden Fall ver- den diese Ausgabe auch im Wies- Tel: 0611/355 5268 Fax: 0611/355 5243
www.sensor-wiesbaden.de
ist nun obsolet. Ein Virus stellt gingen kaum 24 Stunden, bis Stim- badener Kurier. Großes Danke an
hallo@sensor-wiesbaden.de
vieles in Frage und auf den Kopf. men laut wurden, dass es so nun alle, die das möglich gemacht ha-
Layout/Satz Thorsten Ullrich, www.175lpi.de
Wissen und „Wahrheit“, Müssen, aber wirklich nicht lange gehen ben. Und „Schön, Sie kennenzuler-
Können, Wollen, Dürfen – alles könne und bestimmt „bald“ (?) die nen“ an alle, die unser Stadtmaga- Titelbild Steffen Kraft/ICONEO, www.iconeo.de
überschlägt und überholt sich in Stimmung wieder kippen würde. zin, das mit dieser Ausgabe seinen Mitarbeiter dieser Ausgabe
Windeseile. Und der Mensch, die- 8. Geburtstag feiert, so vielleicht Text Anja Baumgart-Pietsch, Max Blosche,
Alia Bouhaha, Julia Bröder, Hendrik Jung,
ses seltsame Wesen, reagiert irri- Ein Fest für Psychologen muss das zum ersten Mal in den Händen hal-
Marie-Luise Raupach, Dorothea Rector, Falk
tiert und oft irrational. alles sein gerade, was ein Albtraum ten. Wenn Sie es Ihrerseits schön Sinß, Hendrik Tillmann-Zorn, Selma Unglaube
für ganz viele, in unterschiedlich oder interessant oder bereichernd
Foto/Illustration Alia Bouhaha, Marc „King
Es dauerte ziemlich „lange“ – also starker Ausprägung und Auswir- finden, uns kennenzulernen: Hal- Low“ Hegemann, Arne Landwehr, Erika Noack/
ein paar Tage, auch das Zeitge- kung eigentlich für fast alle ist. Es ten Sie gerne auch künftig Aus- wiesbaden-fotos.de, Kai Pelka, Jan Pieper,
fühl verändert sich immens –, gibt kaum jemanden, der nicht ir- schau nach uns. Normalerweise Christof Rickert, Samira Schulz, Hendrik
bis den meisten klar wurde, jetzt gendwie betroffen ist. Es gibt kaum finden Sie sensor 20.500-fach an Tillmann-Zorn, Veranstalter- und Hersteller
fotos, Repro / ISDN Team
wird´s doch irgendwie „ernst“. Die etwas, was nicht auf dem Spiel rund 1000 ganz unterschiedlichen
Scherze wichen der Panik, plötz- steht. Im schlimmsten Fall tatsäch- Auslagestellen in der ganzen Stadt. Lektorat Hildegard Tischer
lich war nichts mehr egal, erst recht lich das Leben, in fast allen Fäl- Termine termine@sensor-wiesbaden.de oder
nicht scheißegal – ich sage nur … len zumindest das Leben, wie wir Ich wünsche Ihnen von Herzen, wiesbaden-lokales@vrm.de
Sie ahnen es … Klopapier. Es wurde es bisher kannten. dass Sie gut durch diese Zeit kom- Redaktions- und Anzeigenschluss:
gehamstert, was ging. Und dann: men. People Are … Strong! 15. des Vormonats
AUSGANGSSPERRE!!! wurde im- Zum Glück ist, so platt wie wahr, Verteilung
mer lauter gebrüllt. Auch tages- jede Krise auch eine Chance. Ein VRM Logistik GmbH
schau.de schien irgendwie rich- Fest der Kreativität erleben wir Dirk Fellinghauer, kostenlose Auslage in Wiesbaden | Innenstadt
und Vororten an über 1.000 Auslageplätzen |
tig scharf drauf, dass sie kommt. auch, ein Fest der Ideen und der sensor-Kontakthaltender
Gesamtauflage 41.000 Exemplare
(20.500 Mainz / 20.500 Wiesbaden)
Druck
VRM Druck GmbH & Co. KG
Alexander-Fleming-Ring 2
65428 Rüsselsheim
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www.facebook.com/sensor.wi
www.twitter.com/sensorWI
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((( 8 ((( 12 ((( 16
Wir danken unseren Förderabonnenten
Andrea Baermann, Silvia Bergmann, Peter
Inhalt Blähser, Michael Brandt, Gloria-Brigitte
Brinkmann, Dennis Centner, Sabine Drotleff,
Patrick Ebeling, Richard Eisenblätter, Fauth &
Bewirb Dich jetzt unter: 6 ))) Zwischen Sehnsucht und
Sorge – Zustandsbericht aus
16 ))) Lebenswege: Gianfranco
Amato – Nicht hadern,
30 ))) Chance für Liveacts:
Singer-Songwriter-Contest
Gundlach GmbH, David Geisberger, Barbara
Haase, Sascha Hillingshäuser, Talley Hoban,
Bernd Hofmann, Kerstin Hennig, Andreas &
www.eswe-verkehr.de/alltagshelden dem Wiesbadener Wald sondern machen „Das goldene Z“ Mirjam Kempers-Handke, Alexander-Kim
Hardt, Susanne Jensen, Dr. Julia Kleinhenz,
10 ))) Corona-Kreativität 18 ))) Kulturbeirat: Wählen / 31 ))) Auf und zu – Kommen und Peter Kabelitz, Kai Klose, Kochwerkstatt
11 ))) Was ist los? Gesprächsstoff goEast: kontrovers Gehen in der Gastro- und Wiesbaden, Meike Körner, Karsten Krämer,
Sabine Krug, Frauke Lenz, Alrun Piur, Sven
Kontakt: ESWE Verkehrsgesellschaft mbH und Gerede 20 ))) Perlen des Monats & Geschäftswelt
Moritz, Michaela Reuthe, Helga Schuler, Dirk
Veranstaltungskalender Geschäft des Monats:
Geschäftsbereich Personal · Postfach 23 69 · 65013 Wiesbaden 12 ))) So wohnt Wiesbaden 33 ))) Scharhag, Ute Schmidt, Bettina Schreiber,
– Zuhause im Wald 26 ))) Das große 2x5-Interview: Gartencenter Emmermann Markus Stein, Kerstin Stephan, Thomas Storz,
Telefon: (0611) 450 22-189 | E-Mail: karriere@eswe-verkehr.de Andrea Kuhlenschmidt,
SPD-Rathausfraktion, Ticketschmiede GmbH,
14 ))) Kunst: Steffen Kraft / 34 ))) Kleinanzeigen und Jens Uhlherr, Angela Vockel, Erika Wagner,
Busfahrerin das Orts-Rätsel Katrin Walsdorfer, Adriano Werner, Mihaela
ICONEO – Die Realität
Zaremba. www.sensor-wiesbaden.de/abo
verdauen 28 ))) Bullerbü am Elfenplätzchen
Zaremba. www.sensor-wiesbaden.de/abo
– Ein Tag im Waldkindergarten4 sensor 04/20 @ sensor 04/20 5
Sag bloß! Was ist los? Schicken Sie Kolumne
Ihre Neuigkeiten an
hallo@sensor-wiesbaden.de
LANDESHAUPTSTADT Sag bloß! Falk Fatal
Kultur
im Corona-Shutdown
City-Manager mit Referat ten Schulwettbewerb Deutschlands,
deine
mittendrin am Mauritiusplatz nominiert. Geplant ist, dass alle no-
Mittendrin statt nur dabei. Das per- minierten Schulen mit einer Dele- In einer ersten Version dieser Ko-
sonell aufgestockte Referat für Wirt- gation an der feierlichen Preisver- lumne wollte ich mich über die Co-
Stimme
schaft und Beschäftigung ist nach leihung mit der Bundeskanzlerin rona-Hysterie lustig machen. Über
dem Umzug in die Kirchgasse 47 am 20. Mai in Berlin teilnehmen. die Hamsterkäufe der Menschen,
(über „Esprit“) die ihren SUV jetzt auf der Straße
geben!
im Zentrum des Kunst in Kirchen parken, um die Garage mit Klopa-
Innenstadtge- Die Gewinner des mit 45.000 Euro pier und Nudeln zu füllen. Wollte
schehens ange- dotierten Kunstpreises „Kunstini positiv hervorheben, dass sich
kommen. Ne- tiative 2020“ der Evangelischen dank Corona Männer endlich die
www.kulturbeirat-wiesbaden.de
ben dem Aus- Kirche in Hes- Hände waschen und das Klima pro- lich immer waren und sind: ima-
blick auf das sen und Nas- fitiert, weil die CO2-Belastungen ginäre Linien. Sars-CoV-2 lässt
„Sorgenkind“ Mauritiusplatz punk- sau (EKHN) sinken, wenn das öffentliche Le- sich nicht von Zäunen, Mauern
Die Wahl tet der Standort auch mit der Nähe sind Ivana Ma- ben zum Erliegen kommt. Das war oder Grenzschutzbeamten aufhal-
endet am zum Rathaus. Die neue Lage ist auch tic aus Mainz vor einer Woche – kurz bevor Ita- ten. Und Sars-CoV-2 zeigt, dass
24.4.2020 für den neuen City Manager Axel (Foto), Jonas lien das gesamte Land unter Qua- es Gefahren gibt, denen wir alle
Klug (Foto) vorteilhaft. Grubelnik aus rantäne gestellt hat. schutzlos ausgeliefert sind (zu de-
Kassel und Patrick Wüst aus Kiel. Jetzt am 15. März ist der Spaß ei- nen auch der Klimawandel gehört).
Eiszeit aufs Bowling Green Ihre Konzepte zum Projektthema nem Galgenhumor gewichen, der Diesen können wir nur mit Wissen-
Das Casting für einen neuen „Die Anderen“ werden sie in den sich fragt, warum so viele Men- schaft, Schulmedizin, internatio-
„Eiszeit“-Schauplatz in Wiesba- kommenden Monaten realisieren schen vor allem Toilettenpapier nale Zusammenarbeit und Solida-
den ist abgeschlossen. Das Bow- und vom 30. August an in drei wie verrückt horten. Zur Not tut rität trotzen und nicht mit den Lü-
ling Green vor Wiesbadener Kirchen – Marktkir- es doch auch ein Waschlappen gen, der Kleinstaaterei und Hetze
dem Kurhaus che, Bergkirche, Kreuzkirche – zei- oder man spült sich das Arschloch der Populisten und Faschisten von
soll, nach dem
Aus für den
gen. www.ekhn-kunstinitiative.de Jürgen Schmitt-Gehrke schnell in der Dusche aus (was ei-
gentlich die hygienischste Vari-
AfD und Co.
Es liegt an uns, was wir aus die-
langjährigen Weinwoche-Wasserglass- ante ist). ser Pause machen: Werden wir uns
Standort Warmer Damm, der Ort Wettbewerb Lehrer in Pension, 66 Jahre Was wir gerade erleben, ist eine danach zerfleischen oder werden
www.wiesbaden.de
des winterlichen Vergnügens wer- Wenn sich im August wieder Win- Naturkatastrophe in Zeitlupe. Das wir gemeinsam und solidarisch
den. So entschied der Haupt- und zer auf der 45. Rheingauer Wein- Wir stecken in der Corona-Krise. Welche Ängste öffentliche Leben ist weitgehend versuchen, den Karren aus dem
Finanzausschuss, die Stadtverord- woche präsentieren, darf auch der und Hoffnungen haben Sie momentan? lahmgelegt. Die halbe Welt macht Dreck zu ziehen und die Welt zu
netenversammlung muss noch zu- Erfrischungs- Ich hoffe, dass ich und meine Familie nicht krank den Laden dicht und geht auf Be- einem besseren Platz für alle zu
stimmen. Die Wiesbadener Con- stand mit Gra- werden. Wenn ich doch krank werde, hoffe ich, triebsferien. Ab heute für unbe- machen? Ich fürchte ersteres und
gress & Marketing GmbH soll per tis-Wasser von nicht zu sterben. In Wiesbaden ist ja erst vor kur- stimmte Zeit geschlossen. Wir hof- hoffe auf letzteres.
Ausschreibung einen Generalun- ESWE Ver- zem ein Mann in etwa meinem Alter verstorben. fen, bald wieder öffnen und dann
Ansonsten habe ich aber keine großen Ängste, nur
ternehmer für die nächsten fünf sorgung nicht einfach weitermachen zu können. Mehr Falk Fatal:
ein dumpfes Unwohlgefühl.
Jahre finden. Die Grünen fordern fehlen. Das be- Doch ich glaube, wir werden da- https://www.fatalerror.biz/
einen Blick auf die Ökobilanz und gehrte Wasser- Was hat sich in Ihrem Alltag wegen Corona nach nicht weitermachen können
verändert?
die Prüfung, ob eine synthetische glas wird wieder gestaltet von kre- wie bisher. Es ist ja noch nicht ein-
Ich vermeide Menschenansammlungen und treffe
Eisbahn klimafreundlicher als eine ativen Bürgern. Mitmachen können mal klar, wann wir den Laden wie- Rekordstadt
nur noch Einzelpersonen. Leider fallen auch alle
Natureisbahn ist. alle mit Spaß am Zeichnen und Ma- meine Sportveranstaltungen aus. Außerdem fin- der öffnen können. Deshalb sollten Wiesbaden
len, ob Kinder, Erwachsene, Hobby- det das Einkaufen unter erschwerten Bedingungen wir nicht einfach so weitermachen,
Digitaler Einkaufs- und Gastro- Künstler oder Profis. Vorlagen und statt: Bei unserem Supermarkt gibt es einen Türste- sondern die richtigen Lehren aus Das Haus des Jugendrechts
guide weitere Infos unter www.eswe-ver- her, der nur eine bestimmte Anzahl von Menschen dem Outbreak ziehen. (HdJR) nahm als erstes seiner
Ein digitaler Einkaufs- und Gastro sorgung.de/wasserglas. Einsende- hineinlässt. Und in den Regalen finde ich kein Klo- Wir sollten endlich aufhören, den Art im Bundesland Hessen am
guide, realisiert von Wiesbaden schluss ist der 30. April. papier mehr. neoliberalen Hasspredigern zu 1. Februar 2010 seine Tätigkeit
Marketing, führt durch die Wies- Gibt es auch Dinge, die sich durch die Corona- glauben, die meinen, der Markt auf. Es führt als behörden-
badener Einkaufs- und Gastro- Follow Fluxus-Stipendiat aus L.A: Situation zum Positiven verändert haben? wird es schon richten. Der Markt übergreifende Einrichtung alle
welt. Unter www.wiesbaden-erle- Das von der Landeshauptstadt hat es gerichtet, und den Kranken- am Jugendstrafverfahren be-
Interview & Foto: Alia Bouhaha, Illustration: Marc “King Low” Hegemann
Die Luft und der Lärm verbessern sich. Generell ist
ben.de können Einkaufsmöglich- Wiesbaden und dem Nassauischen auch der geringe Verkehr angenehm. Im Allgemei- häusern fehlen jetzt die Kapazitä- teiligten Institutionen (Polizei
keiten, Restaurants und Cafés der Kunstverein vergebene „Follow nen tut die gezwungene Entschleunigung vielleicht ten, um mit dem erwarteten An- und Staatsanwaltschaft sowie
Stadt entdeckt werden – mit jewei- Fluxus“-Sti- dem ein oder anderen ganz gut. sturm an Patienten klarzukommen. Jugendhilfevertreter des Am-
ligem Steckbrief, Adress- und Kon- pendium geht Es wird offensichtlich, dass Lohn- tes für Soziale Arbeit) unter
einem Dach zusammen. Ziel-
taktdaten sowie Öffnungszeiten. 2020 an David fortzahlung im Krankheitsfall keine
setzung ist ein abgestimmtes
Horvitz. Neben dumme Idee ist. Und dass Fakten
und schnelles Reagieren auf
Blücherschule nominiert einem Preisgeld die Realität machen und nicht un-
strafbares Verhalten junger
in Höhe von ser Wunschdenken.
Menschen (14 bis 21 Jahre).
10.000 Euro Diese Pandemie macht dreier- Damit soll ein Beitrag zur
beinhaltet das Stipendium einen lei deutlich: Wir sind alle gleich. nachhaltigen Bekämpfung
dreimonatigen Arbeitsaufenthalt Sars-CoV-2 unterscheidet nicht und Reduzierung der Jugend-
Die Blücher-Europaschule ist als in der hessischen Landeshauptstadt nach Herkunft, Hautfarbe, Reli- kriminalität im Stadtgebiet
eine von 15 Schulen für den Deut- (Juni - September 2020) sowie eine gion oder Einkommenshöhe. Un- Wiesbaden geleistet werden.
schen Schulpreis, den höchstdotier- Einzelausstellung im Kunstverein. sere Grenzen sind, was sie letztend-sensor 04/20 7
Wald
Intensiv die Natur spüren, das ist der Sinn des Wald-
badens. Es stärkt sogar die Immunabwehr, verspricht
Antje Jung, die die Erfahrungen in Wiesbaden anbietet.
Eine Dreiviertelstunde sind wir im Goldsteintal unterwegs und nur 500
Meter weit gekommen. Aber was haben wir beim Waldbaden mit Antje
Jung nicht alles erlebt. Wir, das sind Georg Siderus und ich. Drei Frauen,
die sich ebenfalls angemeldet hatten, haben wegen der Corona-Pande-
mie abgesagt. „Dabei stärkt Waldbaden noch die Immunabwehr“, be-
merkt Antje Jung. Für uns geht es los, ganz langsam: Wir fokussieren
uns erst mal auf jeden einzelnen Schritt, um das Tempo raus zu neh-
men. Dann lenkt die Waldbaden-Expertin unsere Sinne auf das Rau-
schen des Goldbachs, die verschiedenen Grüntöne und den würzigen
Geruch des Mooses. Lange lehnen wir uns an einen Baum, um den Halt
zu genießen, den er uns gibt und um bei einem Blick in die noch unbe-
laubte Krone über sein Streben zum Licht zu sinnieren. Im Wurzelwerk
von gestürzten Bäumen riecht es modrig, und die Erdbrocken, die wie
in den Barten eines Wales zu hängen scheinen, verleihen den Eingän-
gen zu winzigen Höhlen etwas Mystisches. „Ich spüre die Natur intensi-
ver, als wenn ich jogge“, urteilt der 68-jährige Georg. Das geht mir ge-
nauso, denn ich bewege mich durch den Wald wie früher als Kind. Den-
noch entdecke ich erst auf dem kurzen Rückweg einen Baum, der sich
auf Brusthöhe in drei starke Stämme teilt und uns trotz aller Aufmerk-
samkeit auf dem Hinweg entgangen ist.
Erholung, Naturschutz, Einnahmen
Gelegenheit zum Waldbaden bietet Wiesbaden genug. Rund 58 Quadrat-
kilometer bewaldete Fläche gehören zum Stadtgebiet. 72 Prozent davon
gehören der Landeshauptstadt. „Es geht in erster Linie um einen Erho-
lungswald, zweitens um Naturschutz und dann erst um das Erzielen von
Einnahmen“, erklärt Sabine Rippelbeck, Leiterin der Abteilung Landwirt-
schaft und Forsten im Grünflächenamt. Vom Wegenetz über Aussichts-
punkte bis zu Schutzhütten sorgen die rund zwanzig Mitarbeitenden in
vier Revierförstereien und Verwaltung für Infrastruktur im Stadtwald.
Dieser trägt sowohl ein Naturland- als auch ein FSC-Zertifikat, weshalb
er seit rund 20 Jahren auch über stillgelegte Flächen verfügt. „Bei uns
sind viele geschützte Arten nachgewiesen. Interessanterweise alle in be-
wirtschafteten Flächen“, berichtet Sabine Rippelbeck.
Wild auf Wald
Ob beruflich oder privat, viele Menschen zieht es in den Wald.
Doch der Sehnsuchtsort der Deutschen gibt auch Anlass zur
((( Mitten in der Natur, aber immer Sorge. Ein Zustandsbericht aus dem Wiesbadener Wald.
auch die Wirtschaft im Blick. Die
Verbindung dieser Aspekte reizt die
Text: Hendrik Jung Fotos: Samira Schulz
Forstinspektor-Anwärterin Nora
Waldbrun besonders an ihrem
Beruf, der in Zukunft noch an-
spruchsvoller werden dürfte. )))8 sensor 04/20 sensor 04/20 9
Wald Wald
Geschützte Arten, bedrohte Fichten gisch vertretbaren Kompromiss finden, zwischen Bewirtschaftung und
Flächendeckend seien etwa Wildkatze und Bechsteinfledermaus zu fin- Erhalt“, erläutert die 27-jährige. Ihr sei bewusst, dass ihr Beruf in Zu-
den, neun weitere Fledermausarten und Hirschkäfer festgestellt worden. kunft wohl anspruchsvoller werde. Aber sie sei jung, sehe die Dinge po-
Nicht gut sieht es bei den Fichten aus. Obwohl die Zahlen noch nicht sitiver und könne sich gut vorstellen, in der Verbindung mit der Wissen-
abschließend erhoben sind, müsse man allein für das vergangene Jahr schaft mit Baumarten wie Roteiche, Esskastanie, Baum-Hasel oder Weiß-
bereits jetzt mit 15.000 Festmetern Katastrophenholz bei dieser Baumart tanne zu experimentieren.
rechnen. „Sonst hatten wir über alle Baumarten hinweg einen Einschlag
von 20.000 bis 25.000 Festmeter“, verdeutlicht Sabine Rippelbeck. In Wächter des Waldes kümmert sich um den Müll anderer
weniger als zehn Jahren sei der Anteil der Fichten am Stadtwald von Von Widerständen nicht abhalten lassen will sich auch Florian Früchel,
13 auf 7 Prozent gesunken. Eine Alternative könne die Tanne sein, die der im Internet als Wächter des Waldes firmiert. Er gehört zu der Gruppe
in der Naturverjüngung gut funktioniere. Für Pflanzungen wähle man von Menschen, die den Müll anderer einsammeln, wenn sie im Wald un-
in der Hauptsache Eichen, unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ seien terwegs sind. „Ich liebe die Natur und versuche, meinen Teil dazu bei-
aber auch mal Kirschen, Speierling oder Mehlbeere dabei. Eine geplante zutragen, sie zu erhalten. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen
Pflanzaktion unter Beteiligung der Bürgerschaft ist der Pandemie zum Stein ist: Ich möchte auch in 30 Jahren noch einen Planeten haben“, er-
Opfer gefallen. Ein weiterer Termin ist für den Herbst geplant. klärt der 28-jährige. Weil er nicht immer nur rund um seinen Wohnort
Heusenstamm aktiv sein möchte, fährt er dafür auch nach Wiesbaden.
Viele wollen dem Wald helfen Obwohl gegen ein solches Engagement eigentlich niemand etwas haben
Das wird viele Engagierte freuen, allen voran das Dotzheimer Ehepaar kann, wird er dafür angefeindet. „Es gibt Leute, die mich beleidigen, weil
Sesterhenn, das die Pflanzaktion mit initiiert hat. Dass sich dabei ledig- sie behaupten, das sei Selbstbeweihräucherung“, berichtet Früchel, der
lich 120 Menschen eingebracht hätten, lag lediglich daran, dass nicht in den Sozialen Medien mehr als 15.000 Follower hat.
mehr hätten fachlich betreut werden können. „Viele wollen helfen, die Nicht jedermanns Geschmack ist auch das Engagement der Gravity Pi-
Folgen des Klimawandels abzumildern und sie wollen sofort etwas tun lots. Die 270 Mitglieder sind Mountain Biker, die am Schläferskopf eine
und nicht auf die Wirkung des Kohleausstiegs warten“, verdeutlicht Sa- 2,5 Kilometer lange legale Strecke mit jeweils rund zwei Dutzend Hinder-
bine Sesterhenn. Ihr selbst mache es Angst, wenn sie sehe, wie sich das nissen und Anliegerkurven geschaffen haben. „Vorher hat es am Schlä-
Weilburger Tal gewandelt habe, in dem sie mit ihrem Ehemann viel Zeit ferskopf allein vier illegale Strecken gegeben. Die sind seit der Eröff-
verbringe. Sie habe auch Zusagen für mehr als eintausend Euro für die nung verschwunden“, berichtet der Vereinsvorsitzende Oliver Strack. Er
Anschaffung von Setzlingen gehabt. Da diese jedoch seitens der Stadt schätzt, dass das Angebot bislang jährlich mehrere tausend Mal genutzt
zur Verfügung gestellt worden wären, wolle sie nun recherchieren, wo worden sei und betont, dass es ohne den Wald darum herum bei weitem
Neues Leben auf dem Friedhof. Im Friedwald erobert sich Der Wald ist ein Ort der Ruhe, aber auch der Konflikte. Eine 2,5 km
Spenden im Sinne des Waldes auch sinnvoll verwendet werden. Ihre ei- nicht so attraktiv wäre. „Der Wald ist absolute Entspannung und ein Ru-
die Natur ihren Raum. Mountainbike-Strecke regt manche auf. „Die illegalen Strecken sind
genen Sinne seien nun geschärft, das Ehepaar will den Stadtwald wei- damit verschwunden“, argumentieren die „Gravity Pilots“.
hepol“, betont der Mittdreißiger. Eine Erfahrung, die er und seine Frau
ter im Auge behalten. nun auch ihrem neugeborenen Sohn vermitteln wollen.
Gewirkt hat die Pflanzaktion, obwohl sie vorerst gar nicht stattgefunden
hat. „Viele Leute haben sich gemeldet und gesagt: Wir wollen das ko- Jäger mit Ökobewusstein
pieren. Mit fünftausend Bäumen retten wir das Klima nicht. Aber wenn Zu den Nutzergruppen des Waldes, die teils umstritten sind, gehört auch
die nächsten Orte sich anschließen, werden es immer mehr Bäume“, be- die Jägerschaft. Seit 30 Jahren existiert der Ökologische Jagdverein (ÖJV),
richtet Jürgen Sesterhenn. Vor allem aber erhofft sich das Ehepaar, dass der dafür eintritt, dass sich jagdliche Praxis an ihrer Wirkung auf das
alle, die sich an zukünftigen Aktionen beteiligen, eine noch stärkere Bin- Ökosystem orientiere. „Wer das Gleichgewicht gefährdet, muss gejagt
dung zum Wald entwickeln. werden“, fordert Gerd Bauer, Geschäftsführer des ÖJV Hessen. Wer bei
der Aufforstung Zäune verhindern wolle, müsse Rot- und Rehwild stär-
Vorsicht vor zu viel des Guten ker bejagen. Deshalb setze sich der Verein dafür ein, dass Rehböcke und
Dem Bedürfnis, zu helfen, hatte man auch beim Forstamt Chaussee- Schmalrehe nicht erst ab Mai, sondern bereits ab April bejagt werden
haus Raum geben wollen. Hier waren die Sesterhenns ebenfalls ange- können. Aufgrund des Klimawandels behindere die Vegetation inzwi-
meldet, konnten aber wegen Corona nicht aktiv werden. In der Gemar- schen bereits im Mai den Durchblick bei der Jagd.
kung Wiesbaden betreut das von Hessen Forst betriebene Forstamt rund
16 Quadratkilometer Staatswald. Gepflanzt wird hier eigentlich mög- Reges Leben im Bestattungswald
lichst wenig. „Bei großen Sturmereignissen der vergangenen zwanzig Angehende Försterin reizt Verbindung aus Wirtschaft und Naturschutz Kein Schuss fällt dagegen auf den 15 Hektar des städtischen Bestat-
Jahre stellt man oft fest, dass man zu viel des Guten getan hat“, erläu- „Wenn man den ganzen Tag nur Bohrmehl sucht, ist das zwar nötig, tungswaldes Terra Levis bei Frauenstein. „Das Wild hat sofort reagiert.
tert Forstamtsleiter Ralf Bördner. Deshalb wolle man nicht in Hektik ver- aber nicht so spannend“, blickt Nora Walbrun auf das vergangene Jahr Die Rehe sind schon nach drei bis vier Jahren nicht so scheu“, berichtet
fallen, sondern vor allem dort, wo keine großen Freiflächen entstanden zurück. Für die Forstinspektor-Anwärterin war es kein normales Aus- Förster Wolfgang Schmidt. Nicht nur Menschen können hier ihre letzte
sind, mutig die Naturverjüngung Standort-heimischer Baumarten ab- bildungsjahr im Forstamt Chausseehaus. Oft hat sie unter Fichten nach Ruhe finden. Auch Bäume, die Wind, Wetter oder Schädlingen zum Op-
warten. Wenn gepflanzt werde, dann mit einer Mischung aus Baumar- Bohrmehl Ausschau gehalten, um von Borkenkäfern befallene Bäume fer fallen, bleiben oft auf der Fläche, die rechtlich ein Friedhof ist. Tot-
ten, die zumindest aus heutiger Sicht klimastabil seien, wie Eiche, Dou- zu identifizieren. Nach drei Jahren Studium hat sie aber auch Pflan- holz diene Igeln oder Äskulapnattern als Winterquartier. In Stämme, die
glasie oder stellenweise Lärche. zungen geplant, Waldpädagogik angeboten und einen Einschlag koor- stehen bleiben können, ohne dass die Sicherheit der Besucherinnen und
„Der eigentliche Kern der Nachhaltigkeit ist, den nachfolgenden Ge- diniert. Dafür hat sie entschieden, welche Bäume eines Waldstücks als Besucher gefährdet wird, ziehen Spechte ein, und im Feuchtbiotop fin-
nerationen Wälder zu hinterlassen, die auch noch Wälder sind“, findet Zukunftsbäume in ihrem Wachstum gefördert werden sollen, indem det sich kurz vor Beginn des Frühjahrs Froschlaich.
Ralf Bördner. Damit das gelingen kann, hoffe er auf einen kühlen, ver- Konkurrenten um das Sonnenlicht entnommen werden. Welche Bäume Der Bestattungswald ist also voller Leben. Verliert man einen der bislang
regneten Sommer, weil Buchen hinsichtlich ihres Anspruchs an Tempe- als Habitat für Tiere wie den Specht stehen bleiben und welche gefällt 1.080 Bestattungsbäume, setzt man in möglichst unmittelbarer Nähe ein
ratur und Wasser den Fichten relativ ähnlich seien. Bei Darmstadt gebe werden sollen. „Man muss sehen: Was kann ich nachhaltig entnehmen, sechs bis sieben Jahre altes Exemplar der möglichst gleichen Baumart.
es bereits flächig absterbende Buchenbestände. Diese machten im deut- ohne den Einrichtungsplan zu verletzen, und wie viel Arbeitskapazi- Wegen der vergangenen beiden trockenen Jahre, stelle man in dem von
schen Wald etwa die Hälfte der Bäume aus, die Fichten ein Viertel. Der tät brauche ich?“, erklärt Nora Walbrun. Entsprechend des benötigten Buchen dominierten Bereich allerdings zunehmend auf Eiche um. Zum
Verlust beider Baumarten lasse dem Förster den Angstschweiß auf der Personals erfolgt die finanzielle Kalkulation, und es gehört zur prak- Glück sei der Boden endlich wieder durchfeuchtet. „Bis Januar hatten
Stirn stehen. „Wenn wir einen einigermaßen mit Regen gesegneten Som- tischen Prüfungsleistung zu entscheiden, für welchen Bedarf das Holz wir noch Stellen, wo wir auf 70 Zentimetern keinen Tropfen Wasser ge-
mer haben, gibt es Hoffnung, dass die Entwicklung bei der Buche nicht geschnitten werden soll. funden haben. Seit Februar ist es jetzt so weit. Das stimmt zuversicht-
eintritt. Für die Fichte ist das kein Rettungsanker“, betont Ralf Börd- Lebenslanges Lernen ist für Waldbrun nur einer der Aspekte, die für lich“, freut sich Wolfgang Schmidt. Aktuell können die biologisch ab-
ner: Es könne drei bis vier Jahre dauern, bis eine Borkenkäfer-Popula- sie den Beruf so reizvoll machen. „Was ich schätze, ist die Verbindung baubaren Urnen auch in 80 Zentimetern Tiefe noch in feuchter Erde
tion wieder abebbe. aus Wirtschaft und Naturschutz. Ich möchte einen möglichst ökolo- bestattet werden.10 sensor 04/20 sensor 04/20 11
Corona Stadtgeschehen
Die Menschen rücken zusammen,
wenn sie sich nicht mehr begeg-
nen dürfen – eines der Corona-
Phänomene. Auf Balkonen wird
Zweck, und nun: Mit der tatkräfti-
gen Unterstützung ihrer neunjäh-
rigen Tochter Anna und Ann-Kat-
rin Fischer von Little Heroes näht
Was ist los? Sit tibi
Erleben Sie die Schönheit
unseres Bestattungswaldes,
eine Oase der Ruhe und
Einkehr vor den Toren
terra levis
geklatscht, gesungen, musiziert. sie Mundschutzmasken – an die
Gesprächsstoff und Gerede
Das ist gut und tut gut. Und ja, 200 Stück täglich, kunterbunt mit Wiesbadens, bei einem
auch wenn es „nur“ Klatschen ist, unterschiedlichsten Mustern und Möge Dir die Erde leicht sein! Rundgang mit dem Förster.
lenkt es sehr wohl auch – mindes- Motiven. Die Nachfrage ist riesig,
tens unterschwellig, mitunter auch vom Verkaufspreis geht 1 Euro als Mobilitätsleitbild fertig: Weniger www.terra-levis.de
explizit – Aufmerksamkeit darauf, Spende an Bärenherz. Die wasch- Autos!
dass in der Pflege vieles im Argen baren Masken – offiziell „Behelf- Das Mobilitätsleitbild für die Lan-
liegt. Nicht wegen Corona, son- Mund-Nasen-Schutz/BMNS“ – aus deshauptstadt Wiesbaden ist fertig.
dern besonders offenbar durch Co- Musselin können die Übertragungs- Teilnehmer*innen aus rund 80 ein-
rona. Eines der Themen, die man wege einer Corona-Infektion redu- geladenen Organisationen haben T E R R A L EV I S
Wiesbadener Bestattungswald
für die Zeit „danach“ nicht verges- zieren und sollten besonders beim es zusammen erarbeitet. Die Er-
sen sollte. Kontakt mit Risikopersonen An- gebnisse stehen unter www.mobili-
wendung finden. „Auch wenn die taet365.de zum Download bereit. Zu
Ein weiteres Corona-Phänomen – Masken in erster Linie nicht so den Kernzielen gehört unter ande-
zu sehen in den sozialen Medien: sehr den Träger, aber zu 80 % an- rem die Reduzierung des Autover-
Selfideos! Eine Schwemme von Vi- dere schützen, halten sie doch mehr kehrs auf Wiesbadens Straßen. Die
deos mit mehr oder weniger rele- Viren vom Träger ab als gar kein heutige Vorrangstellung des mo- Weniger kriminell
vanten Botschaften und Beiträgen. Mundschutz“, erklärt Sabine Gräff, torisierten Individualverkehrs soll Die Kriminalitätsentwicklung in
Was man vorher schriftlich postete, die mittlerweile steigende Anfragen aufgebrochen werden, eine Gleich- Wiesbaden verläuft weiter „positiv“.
muss man nun offenbar dringend von Ärzten, EVIM und dem Medi- berechtigung unter den Verkehrs- 2019 wurde in der Landeshauptstadt
in die Kamera erzählen. Wer sich teilnehmern erreicht werden durch mit insgesamt 20.131 Fällen das ge-
Vielfältige Motive, riesige Nach-
das alles anschauen und anhö- frage. 200 Stück der „Behelfs- Erweiterung des Radwegenetzes ringste Gesamtstraftatenaufkommen
ren soll, ist die andere Frage. Mal und neue Aufteilung des Straßen- seit 1984 festgestellt. Die Anzahl der
Krise kreativ
Mundschutz“-Masken pro Tag pro-
eben durchscrollen, wird da etwas duziert die Wiesbadenerin Sabine raums. Auch die CityBahn wird Delikte ging um 233 Fälle zurück
schwierig. Gräff gemeinsam mit ihrer Tochter. mehrheitlich als Teil der Lösung ge- (minus 1,1 Prozent). 12.981 Straf-
sehen. Nach dem Stadtverordneten- taten wurden aufgeklärt, die Quote Wir haben weiterhin Mo- Sa. von 10-18 Uhr für Sie
geöffnet und sind telefonisch zu erreichen.
In der Offline- wie in der Online- beschluss wird das Mobilitätsleit- von 64,5 Prozent ist laut Stadt „ein Innerhalb von Wiesbaden beliefern wir Sie persönlich
Welt ist zu beobachten: Viel gut bild der Öffentlichkeit vorgestellt. weiterer Höchststand“. Eine positive oder deutschlandweit über unseren Onlineshop.
Gemeintes passiert, auch eini- Corona-Not macht erfinderisch. Zwischenbilanz zogen Ordnungsde-
ges gut Gemachtes. Die Krise setzt In diesen schweren Zeiten sprudeln zernent Oliver Franz und Polizeiprä-
Kräfte frei und Kreativität. Impro- sident Stefan Müller zur Waffenver-
auch gute Ideen.
visation und Solidarität wird groß- botszone: 6348 Kontrollen brachten HOCHSCHULE MAINZ
UNIVERSITY OF
geschrieben. Auch in Wiesbaden. 132 verbotene Gegenstände, davon APPLIED SCIENCES
110 Messer, zutage.
Lieblingsorte retten cum bekommen. Ebenfalls im Ge- buch und vieles mehr. Die Angebote Bürger, die eine Einkaufshilfe be-
CvO-Rohbau steht
MACH
Ein gelungenes Beispiel: in kür- spräch befindet sie sich mit Markt- werden stetig aktualisiert auf www. nötigen, können sich täglich von 8
zester Zeit realisierte Pascal Rück leitern von REWE und EDEKA. dekanat-wiesbaden.de oder auf den bis 20 Uhr unter 0611 / 31 80 80 an Der Rohbau der Carl-von-Os-
die „Rettungs“-Plattform wiesba- Webseiten der einzelnen Kirchen- das Infotelefon der Stadt wenden. sietzky-Schule ist fertig (Foto
den.help – unter dem Motto „Hei- Kunst ersteigern gemeinden sowie bei den Katholi- oben). Das Richtfest musste wegen
DICH
matliebe. Rettet euren Lieblings- „Kunst im Chaos“ heißt eine Ini- ken zum Beispiel auf www.bonifa- Auch sensor berichtet online inten- der aktuellen Situation rund um
ort“ finden sich (zum Redaktions- tiative lokaler Künstler, die zum tius-wiesbaden.de. Vereinzelt blei- siv über Corona – vor allem über Startschuss für Boelcke„allee“ das Coronavirus abgesagt werden.
schluss) 100 Wiesbadener Bars, Wohle kleiner lokaler Gastrono- ben auch Kirchen zum stillen Gebet Angebote, wichtige Entscheidungen Die Stadt beginnt mit der Neu- Der Neubau der Schule, von vie-
SCHLAU!
Restaurant, Kneipen, Geschäfte, men ihre Werke versteigern. „Du geöffnet. Auch eine Pfarrer*innen- und gute Ideen – und unsere Au- gestaltung der vielbefahrenen len kurz CvO genannt, hat eine
Kulturorte und andere Einrichtun- kannst dir etwas Schönes für dein Hotline gibt es täglich von 9 bis 17 torin schreibt ihr Coronatagebuch, Boelckestraße. Ziel: Verkehrsfluss lange Vorgeschichte. Die Ossietz
gen, die man per Klick und Paypal Zuhause zum günstigen Preis er- Uhr unter 0611 / 73 42 42 -82. alles zu finden unter www.sensor- für alle Verkehrsarten verbessern ky-Schule ist nun das einzig ver-
nach dem Motto „Jetzt zahlen, steigern und obendrein den Helden wiesbaden.de/search/corona/ und Attraktivität des Gewerbege- bliebene reine Oberstufengymna-
später genießen“ unter die Arme unserer Stadt dabei helfen, diese Rund um die Uhr ist wie gewohnt bietes Petersweg Ost für neue Un- sium in Wiesbaden. Der Umzug
greifen und über die schwere Zeit harte Zeit zu überstehen!“, heißt die die Telefonseelsorge zu erreichen Selma Unglaube, ternehmensansiedlungen erhöhen. soll im Verlauf des Schuljahres
hinweghelfen kann. Eine weitere Idee für „Kunst im Chaos“. Künst- − Telefon 0800 / 111 0 111 oder Dirk Fellinghauer Bis Dezember 2022 soll zwischen 2020/21 über die Bühne gehen. Der
Plattform für kleine Läden ist klei- ler und begünstigte Orte wechseln 0800 / 111 0 222. Bürgerinnen und Foto Max&Anna Anschlussstelle 015 der A 671 und Neubau kostet einschließlich der
neswiesbaden.de. Erfinderisch wer- wöchentlich. Otto-Suhr-Ring in Kastel die Straße Aufwendungen für Grunderwerb
den auch zahlreiche Geschäfte und auf vier Fahrspuren ausgebaut und und Einrichtung mehr als 20 Mil-
Infos und Hilfen
Gastronomen, die To-Go- oder Lie- Gott nahe bleiben eine bessere Abbiegemöglichkeit in lionen Euro. Zurzeit werden 435
www.wiesbaden.help
ferdienste anbieten. Auch Online- Da keine Gottesdienste stattfinden das Gewerbegebiet entstehen. Ne- Oberstufenschüler*innen an der
kurse finden verstärkt statt. Sin-
gen, Tanzen und Gitarre lernen per
können und das analoge gemeind-
liche Leben zum Erliegen kommt,
www.kleineswiesbaden.de
www.instagram.com/supportwiesbadenfood
ben der Erhöhung der Leistungs-
fähigkeit für Pkw- und Lkw-Ver-
CvO unterrichtet. Schulleiter Niko
Lamprecht rechnet mit mehr als
DEIN STUDIUM AN DER
Skype – alles möglich. machen Kirchengemeinden mit der
Botschaft „Gott fällt nicht aus …“
www.wiesbaden.de – “Buy Local”-Übersicht
www.die-einkaufshelfer.de
www.wiesbaden.de/coronavirus
kehr werden auch neue Geh- und
Radwege mit Netzfunktion ange-
450 Schüler*innen nach der Fer-
tigstellung.
HOCHSCHULE MAINZ
Schutzmasken nähen digitale Angebote. Pfarrer*innen legt. Optisch soll die Durchgangs- TECHNIK |GESTALTUNG WIRTSCHAFT
www.fwz-wiesbaden.de
Auf riesige Resonanz stößt eine bieten Gespräche und Seelsorge an. straße durch mehr als 200 Baum- Dirk Fellinghauer
http://bit.ly/corona-reader - heimathafen-#conquercorona-Reader
Aktion von Sabine Gräff. Seit Außerdem gibt es Predigten online, pflanzungen zu einer Allee aufge- Fotos Erika Noack/wiesbaden-
http://kunst-im-chaos.de CAMPUS | LUCY-HILLEBRAND-STR. 2 | 55128 MAINZ
acht Jahren näht die Wiesbadene- geistliche Impulse per Mail, Inter- wertet werden. Drei Bushaltestellen fotos.de, Landeshauptstadt
www.sensor-wiesbaden.de/search/corona studium@hs-mainz.de | www.hs-mainz.de | /hsmainz | /hs_mainz
rin mit ihrer Familie für den guten netexerzitien, ein digitales Gebets- werden barrierefrei umgestaltet. Wiesbaden12 sensor 04/20 sensor 04/20 13
Wohnen Wohnen
Weg führt durch ein Gartentor hoch zu der Ter-
Wer kennt es nicht aus dem Märchen „Hän- rasse und dem Garten, von dem man durch eine
sel und Gretel“ der Gebrüder Grimm: Die Hexe Art Vorraum in der ehemaligen Gaststube steht
hält die beiden Bauernkinder in ihrem Knusper- – dem heutigen Wohn- und Essraum. Der Holz-
häuschen gefangen und mästet sie. Das Mär- boden und die freigelegten Balken waren noch
chen geht gut aus, denn mit einer List kann nicht immer da: „Als wir hier 1999 eingezo-
Gretel die Hexe überlisten und in den Holzofen gen sind, wollten wir viel verändern und haben
stoßen. Auch im Knusperhäuschen in Wiesba- selbst renoviert“, erinnert sich Jürgen. „Wir hat-
den, der ehemaligen (von 1925 bis 1972) Wald- ten damals viel Unterstützung durch Bekannte
gaststätte zwischen Chausseehaus und Georgen- und Freunde.“
born, gibt es einen Ofen. „Das ist das Herz des
Hauses und im Winter unser Lieblingsplatz“, So wurden die Fliesen des ehemaligen Gastraums
erklärt Jürgen Wistrik, der mittlerweile seit 21 durch Holzdielen ersetzt und „gefühlt 400 Qua-
Jahren das Waldhäuschen bewohnt. dratmeter Nud- und Federbretter abgerissen“,
wodurch die schönen Holzbalken des Fachwerk-
In der früheren Gaststube haben sich nun die Bewohner eingerichtet – Geselligkeit und Gemütlichkeit strahlt die Einrichtung aus.
Was als Wohngemeinschaft mit zwei Freunden hauses zum Vorschein kamen. Die Architektur
mit viel Platz für Freunde, die noch häufig zu Besuch kommen.
begann, wurde heute zum Zuhause von Jür- So wohnt Wiesbaden des Hauses zeugt von verschiedenen Um- und
Zuhause
gen und seiner Partnerin Christine Reitz, die vor Anbauten sowie Renovierungen: Keinen Raum
etwa 14 Jahren dazu zog. Eine Hexe müssen sie kann man betreten, ohne Stufen überwinden
dort natürlich nicht besiegen. Stattdessen nut- zu müssen oder sich zu ducken. Steile Treppen
im Wald
zen Jürgen und Christine den Ofen zum Heizen führen heute im Inneren des Hauses in die obe-
des Hauses im Winter und als Treffpunkt, um ren Stockwerke, die sich früher noch an der Au-
nach der Arbeit und am Wochenende „gemüt- ßenwand befanden.
lich zusammenzusitzen“.
Freiheit genießen, Trubel vermissen
Ehemalige Gaststube als Wohn- und Essraum Ein Grund für die tatkräftige Hilfe beim Um-
Fährt man den kleinen Abstecher der Bundes- Jürgen Wistrik und bau mag die Belohnung im Anschluss gewe-
straße zu dem Waldhaus hoch, so fällt einem Christine Reitz sen sein. So ging man nicht selten nach einem
gleich der mit Brezeln und Zuckerguss ver- anstrengenden Tag in einen gemütlichen Grill
wohnen im
zierte Dachgiebel mit der original erhaltenen abend über, wie Christine berichtet. „Alle ha-
Aufschrift „Knusperhäuschen“ auf. Ein kleiner „Knusperhäuschen“ ben sich so frei gefühlt, denn sie kamen ja aus
Gemeinsames Kochen ist auch immer gerne angesagt.
Herz des Hauses und
Lieblingsplatz – Jürgen
Wistrik und Christine Reitz
fühlen sich zu zweit wohl im
„Knusperhäuschen“, das sie
ursprünglich mit einer WG
bewohnt hatten.
zu Fuß spontan in ein Lokal oder Café zu kön- einmal bei einer Mutter mit ihrer Tochter ge-
nen. „Ich bin eindeutig eine Stadtfrau, das Leben macht haben. Die haben sich dann zu uns nach
und der Trubel fehlen mir manchmal“, erklärt draußen gesetzt und gemeinsam mit uns Kaf-
Christine. Dennoch sei die Natur, die Umgebung fee getrunken“, schmunzelt Jürgen.
und die Freiheit ein lohnenswerter Ausgleich zu
dem Verzicht. Die meiste Zeit verbringt das Pärchen im Som-
mer auf seiner Terrasse. Bänke in mehreren
Unverhoffte Besucher stellen Gastfreundlich- Ecken garantieren Sonne, während diese im
keit auf die Probe Laufe des Tages über den Himmel wandert. Auf
der Stadt. Hier konnte man Musik hören, laut Die Gastfreundlichkeit des Paares wird durchaus zwei Momente freuen sich die beiden im Früh-
sein und feiern, und keinen hat es gestört“, er- auch mal auf die Probe gestellt. So finde das Zu- jahr besonders: Den ersten Kaffee oder Tee am
innert sie sich. Und auch heute kämen am Wo- sammentreffen mit anderen „Waldbewohnern“, Morgen auf ihrer Lieblingsbank vor dem Haus
chenende oft Freunde zu Besuch, man arbeite wie Rehen oder Wildschweinen zwar selten statt. zu trinken, während „die Vögel in der Früh be-
im Garten und koche gemeinsam. „Wir bekommen aber Besuch von Menschen, die sonders laut zwitschern“, wie Jürgen schwärmt.
glauben, dass sie hier einen Kaffee bekommen“, Und das Hacken für den eigenen Holzvorrat,
„Das Haus lädt dazu ein, gastfreundlich zu sein. berichtet Christine grinsend. Diese würden sich während ihm die Lieblingsmusik über Außen-
Wir haben so viel Platz, manchmal zu viel.“ Da beim Anblick des höhergelegenen Knusperhäus- boxen den Takt vorgibt.
müsse man aufpassen, nicht zu sehr zu vereinsa- chens von der Straße die Möglichkeit einer klei-
Früher kehrten Ausflügler und Wanderer im „Knusperhäuschen“ vorbei. Heute dient es als Wohn- men. Ein anderer Aspekt, den Jürgen und Chris- nen Rast versprechen. „Ganz selten kommt es Marie-Luise Raupach
haus. Was nicht bedeutet, dass nicht trotzdem dann und wann Unbekannte vor der Tür stehen. tine beim Wohnen im Wald vermissen: Nicht vor, dass wir die Leute versorgen – wie wir es Fotos Arne Landwehr14 sensor 04/20 sensor 04/20 15
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Ausschweifung
ROBERT SMITH (GAMBE)
NATHAN BONTRAGER
(VIOLONCELLO)
„Steffen Kraft, auch bekannt als seiner Ideen sind Geistesblitze, an-
ICONEO, ist in Heidelberg geboren dere wiederum entstehen nach lan-
und lebt seit dem Kommunikations- ger Recherche. Erste Entwürfe ent-
design-Studium mit seiner Fami- stehen immer im Skizzenbuch, die
lie in Wiesbaden. In einem kleinen er dann digital verwirklicht. Eine
Coworking-Haus in der Nähe des
neu gestalteten Wellritzparks arbei-
wichtige Aufgabe der Kunst ist es,
die Realität zu verdauen. Die Co-
20.
tet er für Kunden aus Wiesbaden und rona-Krise stellt alle Menschen vor FESTIVAL
weltweit. Er fokussiert sich dabei auf
die Themenbereiche Kultur, Sozia-
eine schwer zu verarbeitende Auf-
gabe. Hier erlaubt die ungewohnte
DES MITTEL-
les, Nachhaltigkeit und Bildung. In Sichtweise seiner Illustrationen, die UND
seinen Illustrationen, die er auf In-
stagram veröffentlicht, zeigt er auf
Probleme und Sorgen aus einer an-
deren Perspektive zu sehen.“
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kreative Weise aktuelle Herausfor- www.iconeo.de, www.panakustika.de FILMS
derungen der Gesellschaft. Manche www.instragram.com/iconeo16 sensor 04/20 sensor 04/20 17
Lebenswege
Nicht hadern,
sondern machen
Das Schicksal legte Gianfranco Amato ein paar Steine in den Weg.
Wenn sich ein Weg versperrte, wählte er halt einen anderen.
Mit einem Wort lässt sich kaum beschreiben,
was Gianfranco Amato beruflich macht. Er ist
Barkeeper, klar- und: Kreativer, Unternehmer,
Spirituosenhersteller – und ein bisschen auch
Psychologe. „Viele Leute denken, es sei so ein-
fach, ein paar Zutaten zusammen zu mixen und
das Ganze kurz zu schütteln“, sagt der 36-Jäh-
rige. Dabei steckt viel mehr dahinter, jedem Gast
den richtigen Drink zu servieren. Amato mag
es, herauszufinden, zu wem zum Beispiel et-
was Herbes passt, und wer es eher süß mag. Er
kann zu jeder der unendlich vielen Flaschen,
die hinter seiner Bar stehen, eine Geschichte er-
zählen. Sein Wissen hat sich der heutige Besit-
zer der Manoamano Bar mit Leidenschaft und
über viele Jahre in der internationalen Gastro-
Szene angeeignet.
Von der Mutter die verrückte, vom Vater die
ruhige Ader
Gianfranco Amato wuchs im Wiesbadener West- Naturell, Entscheidungen FÜR etwas Neues und nusstraße, waren im Frühjahr 2010 die perfekte
end mit seinen Eltern, gebürtige Italiener, und nicht GEGEN etwas Altes zu treffen. In diesem Gelegenheit. Amato verbrachte ab sofort quasi
zwei Geschwistern auf. Mit seiner Familie trifft er Fall hieß das gewählte Ziel Hangar 7 in Salzburg, sein Leben dort und machte die Adresse, nicht
sich noch heute jeden Sonntag zum Essen – von Österreich. „Hier habe ich, gelernt, was echte In- zuletzt auch als Gründerpreis-Gewinner 2010 in
der Mutter habe er die verrückte, von seinem Va- novationen an der Bar sind. Die Leute vom Han- der Kategorie „Gründung aus der Arbeitslosig-
ter die ruhige Ader, lacht er. Nach dem Realschul- gar 7 waren die ersten, die beispielsweise mit keit“, nach und nach vom Café zu einer der an-
abschluss an der Albrecht-Dürer-Schule wollte er Zitronengras experimentiert haben“, schwärmt gesagtesten Cocktailbars in der Stadt.
eigentlich Fotograf werden, eine Rot-Grün-Seh- Amato. Das hat ihn geprägt, und die Einflüsse
schwäche hinderte ihn daran. Amato ist nicht der sind auch heute in seinen Cocktails zu finden. Tinder & Co verändern Ausgehverhalten
Typ, der so etwas als Schicksalsschlag bezeich- Seit 2014 schenkt er hier seinen selbst kreier-
nen würde. Statt zu hadern, suchte er neue Wege, Ibiza-Lektion: Respekt für jeden ten Gin aus, der längst auch in Gastronomie und
kreativ zu sein und fand eine Ausbildungsstelle Gianfrancos sorglose Art hat dazu beigetragen, Einzelhandel gefragt ist, seit anderthalb Jahren
als Restaurantfachmann auf Schloss Rheinharts- dass er heute erfolgreicher Unternehmer ist. Er gibt es bei „Manoamano“ auch Pizza. Ein An-
hausen in Eltville. Das klingt klassisch – der wei- hat Dinge ausprobiert, die sich andere womög- gebot, mit dem der Gastronom auf den Wandel
tere Weg von Gianfranco Amato sollte aber zei- lich nicht trauen würden. Zum Beispiel, ohne in der Ausgehkultur reagiert. Denn ja: Seit Tin-
gen, dass in der Gastronomie Gestaltungstalent Wohnung und Job nach Ibiza zu ziehen. „Weil der & Co kämen die Menschen tatsächlich weni-
und Ideen durchaus gefragt sind. ich Lust auf Sonne und Party hatte.“ Er arbeitete ger in Bars und tränken auch weniger Alkohol.
in verschiedenen Clubs und lernte, wie er sagt, Der Charme der dunkel und stylisch eingerich-
Entscheidungen für Neues, nicht gegen Altes „jeden Menschen mit Respekt zu behandeln und teten Bar zieht trotzdem noch genug Gäste an.
Nach der Ausbildung zog es Amato erst ein- so zu nehmen, wie er ist.“ Dabei heißt sorglos Als Nachtmensch steht der Inhaber auch selbst
mal weg aus Wiesbaden. Auf eine Zwischensta- nicht planlos oder gar naiv. Nach den zwei Jah- noch gerne hinter der Theke – in vielen Nächten
tion im Hamburger Atlantikhotel („Mit Hamburg ren in Ibiza, in denen er übrigens fließend spa- kümmert er sich aber auch um seine vier Monate
wurde ich nie richtig warm“) folgte eine Stelle nisch lernte, ging Amato in die Schweiz. Mit alte Tochter. In hoffentlich naher Zukunft – der
in Italien. Er habe sich als Sohn eingewanderter dem „guten Geld“, das er dort verdiente, erfüllte geplante Termin am 18. April musste corona-
Italiener in Deutschland zwar nie fremd gefühlt. er sich unter anderem einen großen Wunsch und bedingt verschoben werden – feiert das Mano-
Trotzdem war die Zeit in Italien eine Art nächs- ließ sich die Augen lasern. amano 10. Geburtstag mit einem Aufgebot an
((( In seinem, oder besser gesagt,
tes Level. Beide Sprachen fließend beherrschend, Die Berge aber hätten ihn „erdrückt“, und so angesagten DJs und Barkeepern aus der ganzen
in einem Element – Gianfranco war er für die Hotelbar in Livorno, in der er ar- kehrte er wieder in die Heimat zurück. Eine Stadt und der gesamten Region. Ein Freund-
Amato ist Barkeeper, aber auch beitete, der perfekte Mann. Warum er dann trotz- Zeit lang arbeite Amato noch als Barkeeper in schaftsdienst unter Kollegen, sagt Gianfranco
noch vieles mehr. ))) dem nach zwei Jahren weiter zog? „Ich hatte Frankfurt und Wiesbaden, liebäugelte aber im- Amato, denn: „Mit Konkurrenzdenken kommt
Lust, auf eine richtig coole angesagte Bar“, so mer mehr mit einem eigenen Laden. Eine Kündi- man in der Bar-Szene nicht weit.“
Amato. Es ist ihm wichtig, dass seine Ortswech- gung mit folgender Arbeitslosigkeit, gepaart mit
sel immer freiwillig waren. Es passt zu seinem einem gerade freiwerdenden Café in der Tau- Julia Bröder, Fotos privat18 sensor 04/20 sensor 04/20 19
Kultur Stadtentwicklung
Das Walhalla
Manchmal genügt ein Wort, um je-
manden zum Explodieren zu brin-
Kulturbeirat –
gen. Ein Wort wie „Kulturschätz-
ist KEIN
chen“ zum Beispiel. Als solches ha-
ben die Herren Gert-Uwe Mende
kann der was?
(Oberbürgermeister), Axel Imholz
(Kulturdezernent) und Rainer Em-
Aber ja! Warum sich die Stimmabgabe
mel (WVV-Geschäftsführer) das
Walhalla bezeichnet, als sie stolz
per Pressemitteilung verkündeten,
dass sie nun eine gemeinsame „Ab-
Kulturschätzchen!
sichtserklärung“ zum Walhalla un-
bei der Wahl lohnt Ein Wutanfall
terzeichnet haben. Eine Absichtser-
klärung, um sich – wohlgemerkt im
Jahr 4 des kompletten Leerstands Kulturbeirat lässt OB
Ob der Kulturbeirat, dessen erste chen zu kommen. Außer den fast vier Millionen Euro im Jahr, mehr Jede*r Wiesbadener*in über 18 – und der Sperrung des Gebäudes nachsitzen
Amtszeit bald endet und der nun monatlichen öffentlichen Sitzun- Sichtbarkeit für Kulturschaffende neben deutschen Staatsbürgern für jegliche Nutzung – „Schritt für „Im Hinblick auf den kürzlich
zum zweiten Mal gewählt wird, ei- gen im Rathaus passiert noch jede zum Beispiel durch Finanzierung auch EU-Bürger und Nicht-EU- Schritt in Richtung Kultur“ zu be- bekannt gewordenen Zeitrah-
gentlich etwas bringt, wird immer Menge hinter den Kulissen. Ar- von Plakataushängen, Belebung Ausländer – hat es in der Hand, geben. Es ist: zum Ausrasten! men von mindestens 2025 für
wieder gerne gefragt. Und ob, stellt beitskreise, Arbeitsgruppen, au- der öffentlichen Diskussion um mit der Teilnahme an der Wahl Man könnte glatt zum Gernot eine Revitalisierung der Wal-
fest, wer sich etwas mit dem eh- ßerordentliche Sitzungen, öffent- das Kulturdenkmal Walhalla und dieses „Schnittstellen“-Gremium Hassknecht – wer ihn nicht kennt, halla-Immobilie kann sich
renamtlichen und beratenden Gre- liche Veranstaltungen … Aufnahme eines Interessenbekun- – und damit die Kultur in unse- das ist der „heute show“-Chole- der Kulturbeirat nicht mit der
mium beschäftigt. Da wurde nicht Alle Themen, Initiativen, State- dungsverfahrens für die künftige rer Stadt – zu stärken. Bis zum 24. riker – werden. Und einen hoch- Antwort des Oberbürgermeis-
nur vieles diskutiert, sondern auch ments, Beschlüsse werden aktuell Nutzung, Wiederaufnahme des April 2020 ist die Stimmabgabe roten Kopf bekommen und los- ters zufriedengeben, dass eine
ordentlich was angestoßen und und transparent auf der Home- Kunst am Bau-Projekts der inter- möglich. Ganz wichtig: Es handelt brüllen: Das Walhalla Wiesbaden temporäre Nutzung pauschal
bewirkt. page www.kulturbeirat-wiesba- national renommierten Künstlerin sich um eine Briefwahl, die Unter- IST KEIN KULTURSCHÄTZCHEN, nicht möglich sei“, stellte die
den.de dokumentiert. Nur ein paar Monica Bonvicini auf dem RMCC- lagen muss jede*r über die Home- Herr Oberbürgermeister, Herr Kul- stellvertretende Vorsitzende
Als eine der ersten Amtshandlun- der Themen, bei welchen der Kul- Vorplatz, Stellungnahme zur Frei- page www.kulturbeirat-wiesbaden. turdezernent, Herr Geschäftsfüh- Dorothea Angor klar. In seiner
gen verordnete sich der insgesamt turbeirat in seiner „Premieren“- heit der Kunst und als „Dauer- de anfordern. Dort stellen sich auch rer. Wann kapieren Sie das end- nächsten Sitzung wird sich
25-köpfige Kulturbeirat „Mehrar- Amtsperiode maßgeblich mitge- aufgabe“ die ständige fachliche die Kandidat*innen vor. Lohnt sich lich in Ihrem Rathäuschen, Ihrem Brachland, wo das pralle Leben tobte, wieder toben sollte, im besten Fall
der Beirat weiter mit der Frage in frühestens fünf Jahren wieder toben könnte: der seit Jahrzehnten für die
beit“. Die Sitzungsintervalle wur- wirkt hat: Erhöhung des städti- Begleitung der laufenden Kultur- das? Aber ja! Dezernätchen, Ihrem Holdingchen! beschäftigen, wie eine Teilnut- Öffentlichkeit gesperrte große Walhalla-Saal. Wenigstens für Teilbereiche des
den deutlich erhöht, um ins Ma- schen Kulturhaushalts um etwa entwicklungsplanung 2030. Max Blosche (Naaa, wie klingen diese niedli- zung der Walhalla temporär riesigen Gebäudekomplexes sollten für die viel zu lange Wartezeit temporäre
chen Bezeichnungen für Ihre Ar- möglich wäre. Dies soll auch Nutzungen geprüft werden. Ernsthaft!
beitsplätze und Wirkungsstätten? als Teil der generellen Frage
Fühlt man sich und das, was man nach Leerstandsnutzungen war gestern. Wenn hier etwas ge- und immer weiter noch viel mehr
goEast
so tut, da nicht gleich eine gehörige für die Kultur diskutiert wer- fordert ist, dann ist es UNGEDULD! schreiben, zum Beispiel über die
Schippe unbedeutender?) den: „Die aktuelle Raumsuche Die Bezeichnung als „Kulturschätz- Komplettverweigerung der Ver-
wirklich wichtiger Vereine chen“ mag nur ein Wort, oder bes- antwortlichen, mögliche Pop-Up-
Ein Pfund, mit dem die Stadt ser ein Wörtchen, sein. Es ist ein Nutzungen in kleinen Teilbereichen
kontrovers
für die Wiesbadener Jugend
wuchern könnte – wenn sie nur wie Sabot und Kulturpalast heißer Anwärter auf das Wiesba- des gigantischen Komplexes we-
wollte ist auch mit der leerstehenden den-Unwort des Jahres. Es zeugt nigstens mal ernsthaft zu prüfen.
Das Walhalla ist mindestens ein Walhalla zu verknüpfen.“ vom Umgang der Stadt mit diesem
Kulturschatz, ein Kulturpfund, ein Thema und davon, was hier alles Für heute nur so viel: Das Walhalla
Kulturkaliber! Ein Pfund, mit dem viel zu lange nicht oder allerhöchs- ist KEIN KULTURSCHÄTZCHEN.
Das Festival des mittel- und die Stadt wuchern könnte, wenn sie melt und Sonntagsreden geschwun- tens halbherzig passiert. Oder viel Handeln Sie und behandeln Sie es
osteuropäischen Films denn nur wollte. Und zwar nicht gen werden, wo Waffenverbotszo- zu spät – wie das Interessenbekun- doch bitte endlich auch entspre-
nur – auch wenn das zum zentralen nen anstatt Belebungsgebotszonen dungsverfahren, zu dem es nun – so chend. Das Walhalla ist ein Schatz,
plant die 20. Ausgabe.
Inhalt des riesigen Gebäudes wer- eingerichtet werden. Das Walhalla eigentlich erfreulich wie überfällig der vor sich hingammelt. Ein Pfund
Daumen drücken lohnt sich. den soll und nach Beschlusslage ist nicht nur „eine zentrale Liegen- – endlich kommen soll – „mit Un- mit dem Zeug zum Leuchtturm –
werden muss – mit der Kultur, die schaft“ im Herzen der Innenstadt, terstützung einer eigens beauftrag- für die Stadt, in die Stadt hinein
goEast schaut nicht nur wie immer Läuft alles nach Plan, startet Bird“ (Foto) verfilmte Václav Mar- Schon bei diesen ersten Aussich- darin eines fernen Tages („Wenn (!) sondern von ZEN-TRA-LER BE- ten Rechtsanwaltskanzlei“, um es und weit über die Stadt hinaus. So
interessiert und aufschlussreich gen das von sensor als Medienpart- houl den gleichnamigen Kriegsro- ten kann man dem Team um Fes- alles reibungslos läuft, dann könn- DEU-TUNG für die Innenstadt und „den Gremien im zweiten Quartal etwas verniedlicht man nicht. So
Osten, sondern aus aktuellem An- ner präsentierte Festival radi- man von Jerzy Kosinski und macht tivalchefin Heleen Gerritsen, aber ten (!!) Ende 2025 (!!!) die Tore wie- damit für die ganze Stadt! zur Beschlussfassung vorzulegen“. etwas vertrödelt man nicht. So et-
lass auch optimistisch und zuver- kal und in Schwarz-Weiß – mit das Thema Fremdenhass greifbar. natürlich auch den vorgesehenen der öffnen“) stattfinden soll. was packt man an.
sichtlich in die nahe Zukunft. Das dem Neo-Noir-Thriller „The Ser- Bei seiner Weltpremiere in Vene- Gästen und dem Publikum nur sehr Wenn man schon mit Kultur in die- Wenn hier etwas gefordert ist, So etwas packt man an
Team plant weiter für den Fall, dass vants“ als Eröffnungsfilm. Regis- dig wurde der Film wegen seiner feste die Daumen drücken, dass das ser Stadt nur schwerlich irgendeinen dann ist es Ungeduld Walhalla und Wiesbaden, darüber Text und Fotos
Reiseeinschränkungen und Veran- seur Ivan Ostrochovský setzt mit expliziten Gewaltdarstellung kon- Festival stattfinden wird. Das kom- Blumentopf gewinnen kann, dann „Alle Beteiligten sind sich einig ließe und lässt sich immer wieder Dirk Felllinghauer
staltungsverbote in Europa im Mai seinen durchkomponierten Bildern trovers diskutiert. In der sieben- plette Programm wird Mitte April sehen Sie doch bitte endlich mal ein: darüber, dass es jetzt möglichst zu
wieder gelockert sind – auf dass die ein kompromissloses Statement für jährigen Produktionszeit des Films veröffentlicht. Walhalla in und für Wiesbaden, da keiner weiteren Verzögerung kom-
20. Ausgabe des Festivals des mit- die Trennung von Kirche und Staat. hat der Regisseur eine „interslawi- geht es auch um die Innenstadt, die men soll. Trotzdem fordert der Zeit-
tel- und osteuropäischen Films vom Ereignisse wie die rassistisch mo- sche“ Kunstsprache für den illust- Selma Unglaube Fußgängerzone, den Mauritiusplatz, plan von allen, die lieber heute als
5. bis 11. Mai wie vorgesehen in tivierte Gewalttat in Hanau zei- ren Cast erfunden. In einer Master- um Leben in der Stadt, um Sicher- morgen das Walhalla wiederbe-
Wiesbaden stattfinden kann. Paral- gen, dass rechtsextremer Hass class berichtet Marhoul bei goEast heit, um Attraktivität und Anzie- lebt sehen wollen, weiterhin Ge-
lel prüfen die Festivalmacher*innen auch 75 Jahre nach dem Ende des von der Produktionsgeschichte des hungskraft und Zusammenhalt – duld“, zeigen Sie sich in Ihrer ge-
„alternative Angebote“, lassen sie – Zweiten Weltkriegs allgegenwärtig Films sowie über Themen wie Ge- um all das, über das so fieberhaft meinsamen Pressemitteilung wei-
abgesehen vom Wörtchen „online“ ist. In seinem fast dreistündigen walt auf der Leinwand und künst- diskutiert wird, wozu Arbeitskreise ter auf Einlullungskurs. Nein, das
– ohne nähere Angaben wissen. Schwarzweiß-Epos „The Painted lerische Kompromisslosigkeit. und Task Forces zusammengetrom- fordert er nicht, die Herren. GeduldSie können auch lesen