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Fachverlag 3. Jahrgang
www.informationstechnologie.tc
www.x-technik.com
Informations-
technologie
Bildungskatalog
It
16
Innovationsmanagement 4.0 in der Intralogistik:
Die Zukunft im Blick xxx
www.ITcluster.at
Digitalregion Oberösterreich
IT Consultant
Datenbank-Architekt
App-Entwickler
IT-Fachkräfte gestalten die Zukunft
im Netzwerk der Innovation.
Der IT-Cluster (ITC) von Business Upper Austria ist das IT-Themen, die uns bewegen
größte österreichische Kooperationsnetzwerk für IT.
Wir machen unsere Mitglieder fit für die Innovation, Derzeitige Schwerpunkte unserer Aktivitäten:
indem wir aktuelle Themen aufgreifen und IT-Experten, • IT-Security
Innovatoren und Business-Strategen aller Branchen • IT-Qualität
zusammenbringen. Software-Hersteller, IT-Anbieter • IT-Humanressourcen
und industrielle IT-Nutzer schätzen den ITC als kom- • Industrie 4.0
petente, neutrale Drehscheibe. • Connected Mobility
ITC - Das volle Potenzial der digitalen
Transformation!
2 Der ITC ist eine Initiative von Business Upper Austria, der Wirtschaftsagentur Oberösterreichs.
Bildungskatalog Informationstechnologie 2017EDITORIAL
MMag.a
Sabine Steiner
Leitung Fachbereich Ausbildung
sabine.steiner@x-technik.com
Im Informationszeitalter angekommen
Die Digitalisierung zieht sich durch sämtliche Lebens- und Arbeitsbereiche und steht damit für
Veränderungen und Innovationen. Nachhaltig beeinflusst die Informations- und Kommunikationstechnologie
unseren Alltag und sie wird auch für weiteren wirtschaftlichen Zuwachs sorgen – vor allem im Bereich der
industriellen Produktion. Schlagwort Industrie 4.0: Die Interaktion von Mensch und Maschine und die damit
einhergehende Datenflut sowie die Herausforderung, notwendige Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur
Verfügung zu stellen, sind nur ein Teil des sich in Veränderung befindlichen Aufgabenbereichs. Zusehends
werden traditionelle, standardisierte und sich wiederholende Abläufe durch die Digitalisierung ersetzt.
Durch die weitgehende Automatisierung finden sich die Mitarbeiter immer öfter in der Rolle des
Überwachens und des Eingreifens bei Problemen wieder. Die Datenflut ist enorm und muss handelbar
bleiben: Informationen müssen generiert, bewertet und ausgetauscht werden, Qualitätsmeldungen der
Produktion in Echtzeit erfolgen usw. Innovative IT-Lösungen mit höchster Zuverlässigkeit und Sicherheit
werden gefordert. Dazu benötigt es gut ausgebildete, engagierte Mitarbeiter mit einem fundierten
IT-Hintergrund.
IT-Spezialisten gesucht
Viele etablierte, große wie kleine, Unternehmen sind ständig auf der Suche nach IT-Profis aller
Ausbildungsniveaus. Die Nachfrage reißt nicht ab, sondern erhöht sich ständig. Auch in unserer dritten
Ausgabe des Bildungskatalogs IT stellen sich Top-Arbeitgeber vor und geben Einblick in ihre Arbeitswelt.
Ausbildungsmöglichkeiten
Darüber hinaus stellen wir konkret alle Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Informations- und
Kommunikationstechnologie in Österreich vor: beginnend bei der Lehre bis hin zum Universitätsstudium.
Der Bildungskatalog IT versteht sich als eine fundierte Orientierungshilfe und Entscheidungsgrundlage für
Schüler, Studenten, Lehrer, Eltern sowie Bildungsberater und soll noch mehr Jugendliche informieren und
motivieren, den Ausbildungsweg zum Traumberuf des IT-Spezialisten einzuschlagen.
PS: Den IT Bildungskatalog gibt es übrigens auch als PDF-Version, interaktives E-Paper sowie als
kostenfreie App-Version: Mit der x-technik-App (für iOS und Android, Smartphones und Tablets) stellen
wir alle Ausgaben zusätzlich in digitaler Form zur Verfügung. Kostenlos versteht sich – versehen mit
interaktiven Inhalten wie Videos, Bildgalerien, Links zu Firmen, Jobportalen etc.
www.informationstechnologie.tc 3INHALT
Programmierwettbewerb
Meet the Challenge 8
Coverstory Zukunftssparte
Innovationsmanagement 4.0 in der Intralogistik: Informationstechnologie
Die Zukunft im Blick 16 im Spritzgussmaschinenbau 22
coverstory
16 Die Zukunft im Blick 12 Internationale IT-Challenge
Sie ebnen heute bereits den Weg für die Technologien 13 IT-Talent gewinnt Bronze
der Zukunft. Technologien, die derzeitige Systeme 14 Erfolgreichstes Start-up Australiens
revolutionieren werden und zahlreichen Prozessen neuen
Durchblick verleihen: Augmented Reality hält Einzug in IT in der Praxis 16 – 25
die Intralogistik. Die Experten von TGW sind mittendrin
und entwickeln neue Ansätze für die Aufgaben in einem 16 Die Zukunft im Blick – Coverstory
Logistikzentrum – Innovationsmanagement 4.0. 20 Maschinen auf der ganzen Welt im Griff
21 Industrial Ethernet auf dem Raspberry Pi2
Allgemeines 6 – 15 22 Zukunftsweisende Perspektiven in der IT
24 Die Vision
6 In der Arbeitswelt der Zukunft wird gezockt
8 Meet the Challenge TOP-Arbeitgeber 26 – 27
10 Coding for Kids
11 Wearables vor dem Durchbruch in den Mainstream?
4 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017Ausbildungsüberblick 3D-Informationen
Berufsbilder in der Unbemannte Helikopter
Informationstechnologie28 zur Datenerhebung 42
FH-Studium Forschung
Duales Studium Smart Engineering 38 Spezielle 3D-Brille 44
Ausbildung im Überblick 28 – 35 iT-Ausbildung in Österreich 46 – 57
28 IT-Berufe im Überblick 46 Burgenland
32 Ausbildungsmöglichkeiten 47 Tirol
33 Lehre 48 Oberösterreich
12 18 34
20 42 – 48
8 11 42
9 10 13
15 33 36
38 39 51 – 52
34 HTL 50 Salzburg
49 – 50
16 17 35
14
19
2
25 24
21 26 40 37
51 Kärnten 22
58
Ausbildung FH 36 – 39
62 64
63 1
52 Niederösterreich
23
61
3 5 55
4 56
6 7
57 54
53 Wien
59 60
30
53
28 27
36 Fachhochschulstudium IKT 55 Steiermark
29
31 32
37 IT & Medien studieren in Hagenberg 56 Vorarlberg
38 FH St. Pölten – Smart Engineering
Ausbildungseinrichtungen58
Ausbildung UNI 40 – 45
40 Universitätsstudium
42 Unbemannte Helikopter zur Datenerhebung STANDARDS: 3 Editorial, 58 Ausbildungseinrichtungen |
44 Virtual Reality – Spezielle 3D-Brille Firmenverzeichnis | Impressum
www.informationstechnologie.tc 5 Allgemeines
Im Rahmen
von Lifetime
Services-
Paketen sind
Datenbrillen
bereits im
Einsatz.
Zahlreiche
Entwicklungs-
projekte im
Bereich von
Virtual und
Augmented
Reality bestä-
tigen deren
Wichtigkeit.
(Bild: TGW)
In der Arbeitswelt
der Zukunft wird gezockt
Wenn beim Computerspiel die Brille aufgesetzt wird, dann muss der Spieler nicht zwingend einen Sehfehler haben.
Immer mehr Spiele werden mit Unterstützung von Virtual- oder Augmented Reality Brillen gespielt. Das Eintauchen in
die dreidimensionale Spielwelt ermöglicht so ganz neue Erlebnisse an der Konsole. Nach den Zockern entdecken jetzt
immer mehr Unternehmen die Möglichkeiten der schönen neuen Welt für sich. Und werden damit die Arbeitsplätze der
Zukunft massiv verändern.
Autor: DI Dr. Robert Stubenrauch, Cluster-Manager, IT-Cluster der Business Upper Austria
Nachdem Google im Jahr 2012 seine dieser Technologie gesehen und entwi- Reparaturarbeiten, Schulungen, Confe-
Augmented Reality Brille Google Glass ckeln seitdem erfolgreich Brillen, Senso- rence/Collaboration, Visualisierung oder
vorstellte, kam es zu einem unvorstellba- ren, spezialisierte Computer und Anwen- Produktentwicklung nachgefragt werden.
ren Hype. Unzählige Unternehmen stürz- dungen für die gewerbliche Nutzung.
ten sich auf die neuen Möglichkeiten und Schöne, neue, künstliche Arbeitswelt
entwarfen Anwendungen dazu. Und dann Eine aktuelle Studie von Deloitte schätzt,
war es schnell wieder ruhig – richtig mas- dass alleine in Deutschland im Jahr 2020 Für die Unternehmen besonders interes-
sentauglich war Google Glass zu diesem Virtual-Reality (VR)- und Augmented Re- sant ist die Verschmelzung von virtuellen
Zeitpunkt nicht. Unbemerkt für den pri- ality (AR)-Anwendungen im Wert von ca. Elementen mit der realen Welt. Damit ist
vaten Anwender haben aber eine Reihe 840 Millionen Euro in den Bereichen Pro- der Nutzer nie vollständig von seiner Um-
von Unternehmen durchaus das Potenzial duktion, Logistik, Navigation, Wartung/ welt abgeschnitten und kann mit Mensch
6 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 Allgemeines
Definition der neuen Realitäten
Unter vermischter Realität bzw. ge-
mischter Realität = mixed reality,
werden Umgebungen oder Systeme
zusammengefasst, die die reelle (phy-
sische) Welt mit einer virtuellen Realität
vermischen. Neben einer rein virtuellen
Realität sind dies insbesondere Syste-
me der erweiterten Realität und der er-
weiterten Virtualität. Mixed Reality wird
Bildquelle: © Melpomene – fotolia.com
dabei als Oberbegriff verstanden.
Unter einer erweiterten Realität =
augmented reality (AR) versteht man
die computergestützte Erweiterung der
Realitätswahrnehmung. In der Regel
wird unter erweiterter Realität nur die
visuelle Darstellung von Informationen
verstanden, also die Ergänzung von
Bildern oder Videos mit computerge-
nerierten Zusatzinformationen oder vir-
Mit einer VR-Brille können Produkte in 360° betrachtet werden. Damit werden sie
tuellen Objekten mittels Einblendung/
„plastisch“ und somit auch für Nicht-Techniker greifbar.
Überlagerung.
Als virtuelle Realität = virtual reality
(VR), wird die Darstellung und gleich-
und Maschine in seiner Nähe kommuni- greifbar. Der Reifegrad des Prototyps zeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit
zieren. Wie kann man sich das vorstellen? kann so abseits des Reißbretts viel ein- und ihrer physikalischen Eigenschaften
Hier ein paar Anwendungsmöglichkeiten facher bewertet werden. Wird zusätzlich in einer in Echtzeit computergenerierten,
für VR- und AR-Technologien, die bereits noch eine AR-Brille eingesetzt, kann auch interaktiven virtuellen Umgebung be-
Realität geworden sind: das Design eines bereits bestehenden zeichnet.
Produktes einfach verändert werden. Das Quelle: Wikipedia
Die Medizin erlebt durch die Möglichkeit, Team arbeitet dann gemeinsam und ohne
neue Operationsmöglichkeiten zu testen großen Aufwand – auch über verschie-
ohne mit lebenden Patienten zu arbeiten, dene Kontinente hinweg – an einem Pro-
ganz neue Ausbildungsmöglichkeiten. dukt. Genutzt wird das heute schon recht Handwerksbetriebe, die eigene Inhouse-
Spezielle Kameras mit 360 Grad Aufnah- erfolgreich von Automobilherstellern. Lösung betreiben. Denn es gilt nicht nur
metechnik lassen z. B. Studierende an Anwendungen für die neuen Technologi-
realen Operationen teilnehmen und dabei Visionäre gesucht! en zu entwickeln – die IT-Strukturen in
den eigenen Blickwinkel und -punkt in den Unternehmen müssen auch fit für die
Echtzeit selber wählen. Dies sind nur einige Beispiele, wie sich virtuelle Realität gemacht werden. Wie
die Arbeitswelt verändern wird. IT-Fach- Studien zeigen, könnte das Marktvolu-
Der Automechaniker sieht nicht nur das leute sind einmal mehr als innovative Vi- men für Hard- und Software für VR bis
reale Fahrzeug, sondern bekommt gleich- sionäre und Vordenker gefragt. Wer sein zum Jahr 2018 Knapp 10 Milliarden Dol-
zeitig über seine AR-Brille eine original- Unternehmen zukunftsfähig erhalten will, lar betragen. Die IT ist daher jetzt in be-
getreue Einblendung der elektrischen der wird sich mit der neuen Technologi- sonderen Maße gefordert zu zeigen, dass
Leitungen und der Baugruppen des Mo- en beschäftigen müssen. Sonst tut es die es sich hier nicht nur um teures Spielzeug
dells angezeigt. Mithilfe der überlagerten Konkurrenz. handelt, sondern dass sich mit den virtu-
Zeichnungen vor seinem Auge und mit ellen Technologien Einsparungen und
exakten Anweisungen kann er z. B. defek- Für die Mitarbeiter wird es umso wichti- Umsatzzuwächse erzielen lassen. Dane-
te Baugruppen einfach demontieren oder ger sein, nicht den Anschluss zu verlieren ben wird das datengetriebene Business
reparieren. Damit wird sich die Ausbil- und mit der modernen Technik auch um- ganz neue Geschäftsmodelle entstehen
dung der KFZ-Mechatroniker in Zukunft gehen zu können. In Österreich werden lassen. Und du kannst dabei sein!
weiter verändern. IT-Fachleute von den Unternehmen oft
fast schon verzweifelt gesucht. Insbeson-
Verändern wird sich auch die Entwicklung dere in Gebieten fern der Zentralräume Business Upper Austria
neuer Produkte. Mit Unterstützung einer kämpfen kleinere Unternehmen um die OÖ Wirtschaftsagentur GmbH
VR-Brille können neue Produkte rundher- Gunst der Berufsanfänger und Spezia-
um in 360 Grad betrachtet werden. Damit listen. Das sind oft nicht nur Anbieter Hafenstraße 47 – 51, A-4020 Linz
Tel. +43 732-79810-5233
wird das neu entwickelte Produkt plas- von Soft- oder Hardware, sondern auch
www.ITcluster.at
tisch und somit auch für Nicht-Techniker produzierende Unternehmen oder große
www.informationstechnologie.tc 7 Allgemeines
Knapp Coding Contest 2017:
Meet the Challenge
Beim 6. Knapp Coding Contest tüfteln Schüler und Studenten am 10. März 2017 wieder an einer kniffligen
Programmieraufgabe aus der Logistik und wetteifern um attraktive Preisgelder und begehrte Praktikumsplätze.
Meet the challenge – unter diesem Motto Ingo Spörk, Personalleiter bei Knapp. nur attraktive Preisgelder, sondern ist auch
lädt die Knapp AG bereits das 6. Mal zum Beim Coding Contest können Schüler und ein Sprungbrett ins Unternehmen. „Knapp
Coding Contest in die Firmenzentrale nach Studenten ihr Talent zeigen und ihr Wissen zählt zu den Global Playern in der Intralo-
Hart bei Graz. Der Wettbewerb bietet IT- praktisch anwenden. Jeder Teilnehmer ist gistik. Viele Teilnehmer nutzen die Chance
Nachwuchstalenten die Möglichkeit, ihr ein Gewinner. Der Wettbewerb bietet nicht über Praktika oder Teilzeitjobs erste Be-
Wissen an einer konkreten Aufgabe zu
testen und sich mit den teilnehmenden
“
Kollegen zu messen. „Knapp ist Spezialist
für Lagerautomation und Lagerlogistiksoft- Knapp zählt zu den Global Playern in
ware und zählt mit mehr als 600 Mitar- der Intralogistik. Viele Teilnehmer nutzen die
beitern allein im Softwarebereich zu den Chance über Praktika oder Teilzeitjobs erste
größten steirischen IT-Arbeitgebern. Mit Berufserfahrungen zu sammeln. Gerne
diesem Wettbewerb wollen wir IT-Talente
unterstützen wir auch bei Projekt- und
für die vielseitigen und herausfordernden
Diplomarbeiten
Aufgaben in der Logistik und im Supply
Chain Management begeistern“, erklärt Ingo Spörk, Personalleiter bei Knapp
8 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 Allgemeines
“ Knapp ist Spezialist
für Lagerautomation und
Lagerlogistiksoftware und zählt
mit mehr als 600 Mitarbeitern
allein im Softwarebereich
zu den größten steirischen
IT-Arbeitgebern. Mit diesem
Wettbewerb wollen wir IT-
Talente für die vielseitigen und
herausfordernden Aufgaben in
der Logistik und im Supply Chain
Management begeistern.
Teilnehmen kann jeder ab 16 Jahren. Die Teilnehmeranzahl ist jedoch begrenzt, daher sollten
sich Interessierte möglichst rasch unter www.coding-contest.at anmelden. Ingo Spörk, Personalleiter bei Knapp
rufserfahrungen zu sammeln. Gerne unter- auch die Ausbildungsstätte mit den besten
stützen wir auch bei Projekt- und Diplom- teilnehmenden Schülern und Studenten.
arbeiten“, so Spörk.
Siegerehrung und Chill-out
IT Know-how für die Praxis
Nach dem Programmieren können sich
Informationstechnologie ist eine der aus- die Schüler und Studenten an der Beer &
sichtsreichsten Zukunftsbranchen mit Burger-Bar stärken und im Anschluss an
Die Knapp AG ist ein international tä-
hervorragenden Karrierechancen. Mo- die Siegerehrung mit den Knapp Software- tiges Unternehmen auf dem Gebiet
tiviert und mit einer gesunden Portion Experten über die Aufgabe fachsimpeln, der Lagerautomation und Lagerlogi-
Ehrgeiz stellten sich in den letzten fünf oder sich über Karrierewege bei Knapp stik-Software. Über 1.700 aktive Sys-
Jahren rund 400 Teilnehmer aus mehreren informieren. Wer möchte, kann einen Ein- teme in mehr als 60 Ländern machen
Bundesländern der Challenge und lösten blick gewinnen, wie ein modernes Logis- KiSoft – Knapp integrated Software
knifflige Aufgaben aus dem Supply Chain tikzentrum entsteht und welche Techno- – zu einer der führenden Softwarelö-
Management. Sie messen sich an den bes- logien dafür sorgen, dass Logistikabläufe sungen. Softwareexperten befinden
sich in allen Niederlassungen, wobei
ten, sammeln neue Erfahrungen und viele reibungslos funktionieren.
sich die Softwareentwicklung in der
Kontakte. Steiermark auf die Standorte Graz,
Online-Anmeldung Leoben, Grambach und Dobl kon-
Die besten Drei werden mit Preisgeldern in zentriert.
der Höhe von 1.500 Euro, 1.250 Euro und Die Challenge ist machbar! Die Aufgabe
1.000 Euro prämiert. Über die Schecks vom Vorjahr finden IT-Begeisterte mit ent- Niederlassungen und
freuten sich schon Teilnehmer von der TU sprechenden Instructions und einer Sand- Repräsentanzen: 35 weltweit
Graz (2015, 2016), HTL Kaindorf (2015, box unter www.coding-contest.at. Mitma- Mitarbeiter: 3.000 weltweit, davon
2016), TU Wien (2015), FH Joanneum chen können Interessierte ab 16 Jahren. mehr als 2.000 in der Steiermark
Kapfenberg (2014) oder der HTL Pinkafeld Bei der Online-Anmeldung können die
Benefits: Knapp-Akademie, Werks-
(2012, 2014). Unter den Top 10 befanden Teilnehmer auswählen, ob sie die Aufgabe restaurant, betriebliche Kinderbetreu-
sich auch Schüler von der HTL Villach und in Java oder C# lösen möchten. Anmelde- ung, Gesundheitsprogramm, etc.
HTL Bulme Graz-Gösting. Geehrt wird schluss ist der 28. Februar 2017.
Firmenführungen: Erlebnistour
Gewinner des „World of Logistics“ in Hart bei Graz
Knapp Coding Bewerbungen:
Contest 2016
www.Knapp.com/karriere
V.l.n.r: Peter Pötzi,
Martin Zimmermann,
Christian Michael
Krickl, hinten: Ingo
Spörk, Personalleiter Knapp AG
Knapp und Mario
Löfler, Senior Günter-Knapp-Straße 5-7
Software Consultant A-8075 Hart bei Graz
bei Knapp Tel. +43 5-04952-0
(Bild: Knapp / www.Knapp.com
Kanižaj Marija-M)
www.informationstechnologie.tc 9 Allgemeines
Besonders viel
Freude hatten die
Nachwuchs-Entwick-
ler beim Program-
mieren der kleinen
Roboter.
Das Video zum Bericht
Schulkinder programmieren Apps:
Coding for Kids
Die erfolgreiche Coding for Kids Roadshow von Samsung zieht Zwischenbilanz: von Juni bis Oktober
2016 tourte der gelbe Schulbus als mobiles Klassenzimmer durch alle neun österreichischen
Bundesländer. In 62 Workshops lernten über 1.100 Kinder das Programmieren von Apps und Robotern
unter Anleitung von ausgebildeten IT-Trainern – spielerisch, anfängertauglich und völlig kostenlos.
“
Samsung fördert so als führendes Tech-
nologieunternehmen die digitale Bildung Uns war es wichtig, unsere gesellschaftliche
in Österreich. Die TU Graz ist als inhaltli- Verantwortung in einem Bereich wahrzunehmen,
cher Partner an Bord. Wegen des hohen in dem wir weltweit führend sind. Als innovatives
Zuspruchs führt Samsung die erfolgrei- Technologie-Unternehmen investieren wir seit
che Workshop-Reihe im Jahr 2017 fort. rund 4 Jahren in die digitale Kompetenz unserer
Kinder
Über 2.000 Apps programmierten Kin-
der im Alter von 8 bis 14 Jahren in den
Martina Friedl, Corporate Citizenship & Public Affairs
letzten Monaten bei den Coding for Managerin bei Samsung Electronics Österreich
Kids Workshops. Insgesamt nahmen 43
Schulen in allen 9 Bundesländern teil. Wolfgang Slany und seinem Team am begrüßt und das kreative, lustbetonte Ler-
Der gelbe Schulbus machte 16-mal Sta- Institut für Software-Technologie der TU nen als gute Motivation für den Unterricht
tion und ließ Schüler in einer kreativen Graz. gelobt.
Lernumgebung in die Welt des Program-
mierens eintauchen. Damit setzt sich Hoher Zuspruch www.news.samsung.at
Samsung als Innovationstreiber für den
sinnvollen und produktiven Umgang mit Bei den teilnehmenden Schülern kamen
Technologie ein und bringt jungen Men- die Workshops sehr gut an. Für viele war
schen jene Fertigkeiten näher, die sie es faszinierend, das Smartphone nicht nur
in einer zunehmend digitalisierten Welt zum Telefonieren oder Spielen zu nutzen,
brauchen. sondern selber einfache Apps zu kreieren.
Auch die Lehrer begrüßten die Möglich-
Heimische Entwicklung keiten, die die kostenlosen Workshops ge-
boten haben. Im Unterricht bleibe kaum
Die bei den Workshops eingesetzte Po- Zeit, um moderne Hilfsmittel einzusetzen
cket Code App hat sich als einfache und und Dinge einfach auszuprobieren, so der
Für viele war es faszinierend, das Smartphone
intuitive Methode bewährt. Entwickelt Tenor. Die Workshops wurden als guter nicht nur zum Telefonieren oder Spielen zu nut-
wurde sie von Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Ing. Einstieg in die Welt des Programmierens zen, sondern selber einfache Apps zu kreieren.
10 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 Allgemeines
Aufgeschlossenheit vor allem gegenüber Fitnessarmbändern:
Wearables vor dem
Durchbruch in den Mainstream?
Wearables – intelligente Kleidungsstücke mit integrierten Sensoren, Smartwatches, Fitnessarmbänder oder
Datenbrillen (Google Glass) – erobern den Alltag. Hier geht es um mehr als Kommunikation und IT: digitale Trends aus
der Modewelt, Smart Wear – die Kleidung der Zukunft – und mobile Lifestyle-Accessoires. Wearables sind aktuell noch
ein Minderheitenprogramm. Doch das könnte sich rasch ändern.
Ein Drittel der Bevölkerung steht der
künftigen Nutzung von Fitnessarmbän-
dern generell positiv gegenüber, und zwar
breit gestreut über die Altersgruppen. Bei
Smart Watches ist ein Viertel aufgeschlos-
sen – hier dominieren jedoch die Jungen.
Datenbrillen werden dagegen noch recht
zurückhaltend gesehen. Wer dabei den
Ton angibt, zeigt der Austrian Internet Mo-
nitor.
Nicht nur Junge interessieren
sich für Fitnessarmbänder
Zwar sind es die 20- bis 29-jährigen, un-
ter denen sich das größte Potenzial zeigt –
48 % dieser Altersgruppe können sich vor-
stellen, ein Fitnessarmband zu verwenden.
Das Video zu
Doch ist das Interesse quer über die Alters-
den top futuristic
gruppen vorhanden. So kann sich immer-
wearables 2017
hin noch ein Drittel der Personen zwischen
50 und 69 Jahren vorstellen, das Wearab-
le fürs Handgelenk zu nutzen. Besonders
ausgeprägt ist die potenzielle Verwendung
bei leitenden Angestellten und bei Perso- drastisch ab. Frauen sind kaum an dieser Nutzungsverhalten über dem Bevölke-
nen in Ausbildung (jeweils 49 %). Form der Wearables interessiert (9 %), rungsdurchschnitt, so ist zu erwarten, dass
während Männer mit 25 % zumindest eine in naher Zukunft auch andere Zielgruppen
Smartwatches gewisse Aufgeschlossenheit bekunden. Es neue Trends übernehmen.
reizen vor allem die Jugend bleibt abzuwarten, ob die neu erschienene
Kamerabrille „Spectacles“ von Snapchat Datenschutz und
Unter jenen, die sich vorstellen können, dem Thema frischen Wind verleiht. Alltagstauglichkeit verunsichern
eine Smartwatch zu verwenden, ist dage-
gen ein deutliches Altersgefälle erkennbar. Digitale Avantgarde zeigt sich Wearables Allgemein gibt es noch etliche Unsicher-
52 % der 14- bis 19-jährigen interessieren gegenüber aufgeschlossen heiten bezüglich Wearables. Wichtige
sich für die multifunktionale Uhr, jedoch Diskussionsthemen sind etwa Datenschutz
nur 9 % in der Gruppe 70+. Das Potenzial Die Trendzielgruppe der Digitalen Indivi- oder gesundheitliche Fragen. Am we-
liegt bei Männern (31 %) deutlich höher dualisten unterstreicht, wo die Reise hin- sentlichsten ist aber wohl die Frage der
als bei Frauen (22 %). geht. Vier Fünftel wollen in Zukunft Weara- Alltagstauglichkeit und des praktischen
bles verwenden – das lässt ein beachtliches Nutzens. Teile der Digitalen Avantgarde
Datenbrillen als Nischenprogramm Wachstum auch in anderen Zielgruppen sind diesbezüglich schon begeistert und
erwarten. Diese individualistische, ver- langsam kann sich auch der Mainstream
Nur 16 % interessieren sich für Datenbril- netzte, digitale Avantgarde nimmt in ihrer besser vorstellen, was man mit den Wea-
len. Bei den Teenagern ist das Interesse Eigenschaft als Trendsetter, die ständig auf rables anfangen kann.
mit 41 % zwar recht ausgeprägt, doch der Suche nach neuen Erfahrungen sind,
nimmt dieses mit zunehmendem Alter künftige Entwicklungen vorweg. Liegt ihr www.integral.co.at
www.informationstechnologie.tc 11 Allgemeines
Jährlicher IT-Wettbewerb für Studenten:
Internationale IT Challenge
Atos, ein international führender Anbieter digitaler Services, ruft jedes Jahr zur IT Challenge – dem ersten
internationalen Technologiewettbewerb für Studenten. Die Sieger sowie die Zweit- und Drittplatzierten
erhalten Preisgelder in Höhe von 10.000 Euro, 5.000 Euro und 3.000 Euro.
Ziel ist es, in der nächsten Generation noch jungen Technologie schlummert Mitte Dezember bekanntgegeben. An-
von IT-Fachleuten innovatives, vernetz- aber ein noch viel größeres Potenzial: So schließend starten die Teams in die heiße
tes Denken stärker zu wecken. Studen- soll sie die nächsten großen Revolutio- zweite Phase des Wettbewerbs – die App-
ten aus aller Welt können daran teilneh- nen in der Finanz- und Wirtschaftswelt Entwicklung. Die Sieger werden im Juni
men und sich als Teams mit zwei bis bringen, wie einst das Internet. 2017 in Paris gekürt.
vier Mitgliedern online für den nächsten
Wettbewerb (Anmeldung im Herbst) Für die teilnehmenden Studenten des Das Konzept
registrieren. 2013 holten Teams der Nachwuchs-Wettbewerbs besteht die
FH Hagenberg erstmals Gold und Sil- Herausforderung darin, ein innovatives Die IT Challenge ist Bestandteil der Ini-
ber nach Österreich, zwei Jahre später Konzept zu entwickeln, das zeigt, wie tiative Atos Wellbeing@work und unter-
Bronze. die Prinzipien sicherer, öffentlicher Kon- stützt deren Ziel, Talente zu ermutigen
ten eingesetzt werden können, um kon- und zu fördern. Der Wettbewerb wurde
Worum geht es 2017? ventionelle Geschäftsmodelle zu durch- im Jahr 2012 auf den Weg gebracht. Die
brechen. Das Konzept kann dabei auf Anmeldung für den Wettbewerb erfolgt
Blockchain – das ist jene Technologie, verschiedene Geschäftsanwendungen immer im Herbst (Oktober/November)
hinter der auch die Cyber-Währung ausgerichtet sein, wie etwa Gesundheit, für das kommende Jahr. Nützliche Infor-
Bitcoin steckt und um die sich die IT Bildung oder Behördendienste, sollte mationen und Daten zur Anmeldungen
Challenge 2017 dreht. Unter der „Block- aber auf bereits bestehenden Block- für den Wettbewerb 2018 finden Sie
kette“ versteht man ein dezentral organi- chain-Plattformen (Bitcoin, Ethereum, unter:
siertes und unveränderbares, sprich fäl- Multichain etc.) basieren. Die besten 15
schungssicheres, Datenregister. In der Konzepte aus allen Einreichungen werden � www.atositchallenge.net
12 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 Allgemeines
Olpympia Bronze für HTL-Leonding bei
der 28. Informatik-Olympiade in Kazan/Russland:
IT-Talent gewinnt Bronze
Florian Leimgruber, Schüler der HTL Leonding/OÖ, hat bei der 28. Informatik-Olympiade in
Kazan/Russland die Bronze-Medaille gewonnen und die Silber-Medaille nur Knapp verpasst.
Olympische Spiele fanden im Sommer die ersten Europäer (aus Polen und Bulga-
2016 nicht nur in Rio statt, sondern auch rien). Als bester österreichischer Teilneh-
in der russischen Stadt Kazan. Dort haben mer erreichte Florian Leimgruber mit 311
sich, vom 12. bis 19. August 2016, über Punkten (von 600) Rang 89 und landete
300 junge Informatik-Talente aus 84 Län- damit in den Bronze-Medaillen-Rängen. Er
dern zur 28. Informatik-Olympiade (IOI) verpasste damit nur Knapp die Silberme-
versammelt. daille, die ab 328 Punkten vergeben wur-
de. Florian bestätigte mit diesem Ergebnis
Bei der IOI mit dabei sind auch vier jun- auch sein Abschneiden in Österreich. Er
ge Österreicher: Florian Leimgruber von war Sieger der Österreichischen Informa-
der HTL Leonding/OÖ, Miklós Zsigmond tik-Olympiade Ende Mai 2016 in Wörgl.
Horváth vom Gymnasium Schillerstraße in Team-Kollege Stefan Kurzbauer verpasste
Feldkirch/Vbg sowie die beiden St. Pölte- mit 186 Punkten (Rang 199) nur Knapp
ner HTL-Schüler Simon Lehner-Dittenber- die Bronze-Medaille, während die beiden
ger und Stefan Kurzbauer. Die Teilnahme anderen heimischen Kandidaten ein sehr
der vier Schüler an der IOI wurde durch ähnliches Resultat erzielten.
die Österreichische Computer Gesellschaft
(OCG), die engagierten Betreuer Prof. Hel- Österreich bei der IOI
mut Achleitner (BG Amstetten) und Direk- Florian Leimgruber, Schüler der HTL Leon-
ding/OÖ, hat bei Informatik-Olympiade in Ka-
tor Johann Fellner (BRG Wörgl), Univ.-Prof. Österreich nimmt seit 1992 an der IOI teil zan Russland die Bronze-Medaille gewonnen.
Gerald Futschek (TU Wien) sowie weiteren und war bisher sehr erfolgreich. Bei 25
Sponsoren aus Wirtschaft und Bildung er- Teilnahmen konnten insgesamt 31 Medail-
möglicht. len errungen werden (3 x Gold, 5 x Silber, 1999) teil und gewann zweimal Gold und
23 x Bronze). Der bisher erfolgreichste zweimal Silber.
Asiaten führend österreichische Olympionike ist Wolfgang
Thaller: Er nahm an vier IOIs (1996 bis www.ocg.at
Sechs Aufgaben waren an zwei Wettbe-
werbstagen zu lösen, für jede Aufgabe
“
wurden 100 Punkte vergeben. Die Nase
vorn hatten eindeutig Schüler aus Asien. Die Nachwuchs- und Talente-Förderung
Vor allem China bot eine überragende im Bereich Informatik ist uns ein ganz wichtiges
Mannschaftsleistung: Die Plätze eins, zwei Anliegen, die Teilnahme an Wettbewerben ist da
und fünf gingen an China. Auf den Plätzen
ein ganz wichtiger Beitrag.
drei und vier landeten russische Schüler,
insgesamt schnitten die Asiaten sehr stark Ronald Bieber, Generalsekretär der Österreichischen
ab, erst auf Platz acht landeten ex-aequo Computer Gesellschaft
© Fotolia, bezahlte Anzeige
DIGITAL BUSINESS studieren
Managing Organizations. Inspiring Society.
>> Marketing & Electronic Business (Bachelor, Vollzeit & berufsbegleitend)
>> Digital Business Management (Master, berufsbegleitend)
www.fh-ooe.at/digital-business
www.informationstechnologie.tc 13
FH OÖ CAMPUS STEYR Allgemeines
Canva wurde 2012
von Cliff Obrecht,
Melanie Perkins
und Cam Adams
gegründet. Mehr
als 100 feste
Mitarbeiter hat
Canvas mittlerweile,
Freiberufler
dazugerechnet sind
es knapp 160.
Erfolgreichstes
Start-up Australiens
Melanie Perkins brach ihr Studium ab, um eine einfache Design-Software zu bauen.
Heute ist ihre Firma 345 Millionen wert.
Schon mit 18 Jahren machte Melanie Perkins immer nur das, wo-
rauf sie Lust hatte. Mit ihrem Freund Cliff Obrecht reiste sie wo-
chenlang mit einem Rucksack durch Indien. Wenige Monate nach
der Rückkehr in ihre Heimat, der australischen Metropole Perth,
“ Als wir angefangen
haben, gab es das Wort Start-up
noch gar nicht. Wir hatten keine
eröffnete sie ihrer Mutter, dass sie das Studium abbrechen würde. Ahnung, wie wir genau vorgehen
Zusammen mit ihrem Freund wollte sie ein eigenes Unternehmen müssen. Wir haben einfach
gründen. Die Idee: Eine Software für Grafikdesign, die – anders als losgelegt und nie aufgegeben.
beispielsweise Photoshop – so leicht verständlich ist, dass sie jeder
Melanie Perkins,
bedienen kann. An der Universität hatte Perkins mehrere Kurse
für Design besucht und dabei festgestellt, dass die angebotenen
Gründerin Samwers und Canva
Programme zu kompliziert waren. Die Studenten brauchten meh-
rere Stunden, um erst einmal die grundlegenden Funktionen zu gar nicht“, erzählt Perkins. „Wir hatten keine Ahnung, wie wir ge-
verstehen. nau vorgehen müssen. Wir haben einfach losgelegt und nie auf-
gegeben.“ Mit einem kleinen Kredit von der Bank und mehreren
Start-up gegründet Nebenjobs hielten sich Perkins und Obrecht in den ersten Jahren
über Wasser. Jahrelang lief das Geschäft von Fusion Yearbook vor
Anfang 2007, einige Monate nach Perkins 20. Geburtstag, starte- sich hin. Die Zahl der Schulen, die ihre Jahrbücher mithilfe des
ten Perkins und Obrecht ihr erstes Start-up namens Fusion Year- Programms von Perkins entwickelten, stieg stetig. Heute ist Fusion
book. Damit konnten Nutzer unkompliziert Jahrbücher erstellen, Yearbook der Marktführer in Australien.
sie mussten die Texte und Bilder lediglich per Drag-and-Drop ein-
fügen und den fertigen Entwurf für den Druck herunterladen. Neue Design-Software
Heute ist die Gründerin 29 Jahre alt – und kann rückblickend kaum Doch damit nicht genug: Parallel entwickelten Perkins und Ob-
glauben, wie sich ihr Leben in den vergangenen Jahren entwickelt recht die Idee für das heute weltweit bekannte Programm Canva,
hat. „Als wir angefangen haben, gab es das Wort Start-up noch das anfangs auf Fusion Yearbook aufbaute. Mit Canva können
14 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 Allgemeines
Tipps für Start-ups
Mehr als zehn Millionen Menschen aus 179 Ländern
zählt Canva mittlerweile zu seinen Kunden.
Nutzer jegliche Grafik für verschiedene Zwecke erstellen, mehr kann ich dazu leider nicht sagen“, räumt sie ein. Und strahlt. Mit
beispielsweise für Facebook, Flyer, Visitenkarten oder Prä- den eingesammelten Millionen bereiten die Mitarbeiter nun die inter-
sentationen. nationale Expansion vor. In 16 Sprachen soll die Software von Canva
bis Ende des Jahres 2016 verfügbar sein. Eine deutsche Seite hat Can-
Investoren gesucht va schon, wirklich funktionieren tut diese aber noch nicht.
Zu Beginn pitchten Perkins und Obrecht ihre Idee vor zahl- www.canva.com
reichen Investoren – mit nur mässigem Erfolg. Perkins arbei-
tete weiter an ihrem Pitchdeck, reiste für Monate ins Silicon
Valley, um Geld aufzutreiben. Nach etlichen Gesprächen
konnte sie schließlich mehrere Business Angel gewinnen,
die den Start von Canva im August 2012 ermöglichten. Einer
der wichtigsten: Lars Rasmussen, Mitgründer von Google
Maps. Der große Paukenschlag folgte im vergangenen Jahr,
drei Jahre nach dem Start: Insgesamt 15 Millionen US-Dollar
konnte Canva in der Serie-A-Finanzierung einsammeln – bei
einer Bewertung von 165 Millionen US-Dollar. Unter den In-
vestoren: Die Samwer-Brüder über ihre Beteiligungsgesell-
schaft Global Founders Capital, aber auch der Hollywood-
Schauspieler Owen Wilson.
Mitarbeiterpool wächst permanent
Mehr als 100 feste Mitarbeiter hat Canvas mittlerweile, Frei-
berufler dazugerechnet sind es Knapp 160. Die Hälfte arbei-
tet im Büro in Sydney, alle anderen auf den Philippinen. „Ein
Teil meiner Familie kommt von den Philippen und wir haben
es geschafft, dort ein großartiges Tech-Team aufzubauen“,
sagt Perkins.
Mehr als zehn Millionen Menschen aus 179 Ländern zählt
Canva mittlerweile zu seinen Kunden, heißt es offiziell. Wie
viel Designs mit Canva bereits erstellt wurden, kann jeder
Nutzer auf der Seite live mitverfolgen: Aktuell sind es deut-
lich mehr als 75 Millionen. Für ein erstelltes Bild müssen
Nutzer in den meisten Fällen einen Euro zahlen, einige Funk-
tionen sind kostenlos. Den genauen Umsatz möchte Perkins 13 Bachelor-, 18 Master-Stud
iengänge
allerdings nicht kommunizieren. „Wir wachsen wie verrückt, und 5 Master-Lehrgänge!
Die beste Adresse für deine Zu
kunft:
www.technikum-wien.at
www.informationstechnologie.tc 15 15 IT in der Praxis | Coverstory
Innovationsmanagement 4.0 in der Intralogistik:
Die Zukunft im Blick
Sie ebnen heute bereits den Weg für die Technologien der Zukunft. Technologien, die derzeitige Systeme revolutionie-
ren werden und zahlreichen Prozessen neuen Durchblick verleihen: Augmented Reality hält Einzug in die Intralogistik.
Die Experten von TGW sind mittendrin und entwickeln neue Ansätze für die Aufgaben in einem Logistikzentrum –
Innovationsmanagement 4.0.
16 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 IT in der Praxis | Coverstory
links Augmented Reality hält Einzug in die Intralogistik.
rechts Durch den Tiefensensor in der HoloLens erhält der Mitarbeiter genau die
Information in seinem Blickfeld, die er benötigt – egal in welche Richtung er blickt.
S
ie liegt nicht ganz leicht in der Hand, Technologie befindet sich in einem sehr
diese HoloLens. Ein bisschen sieht frühen Reifegrad, jedoch hält sie langsam
sie aus wie eine überdimensionale aber sicher Einzug in den Markt. Für un-
Skibrille, die jedoch ganz viel Intelligenz in sere Branche hat diese Technologie eine
sich trägt und das auch jedem beweist, der besondere Bedeutung“, erzählt Thomas
sie aufsetzt. Denn sie eröffnet dem Träger Knogler, Innovation Manager bei der TGW
komplett neue Welten, ohne ihn aus seiner Logistics Group. Das Intralogistikunterneh-
Umgebung herauszureißen. men plant, designt und realisiert Intralogis-
tikanlagen für weltweit bekannte Marken
Augmented Reality in der Intralogistik wie Amazon, Zalando, Esprit, Kärcher oder
Jack Wolfskin. Und für diese Intralogiksys-
Die HoloLens basiert auf dem Prinzip der teme entwickelt die Unternehmensgruppe
sogenannten Mixed Reality – ein Konzept, auch ihre Komponenten, Technologien und
das die Augmented Reality noch einen IT selbst.
Schritt weiter führt. Im Gegensatz zu Virtu-
Der Gartner Hype Cycle … al Reality, die den Betrachter in eine völlig Daniel Pachinger, Software Development
neue Welt katapultiert, lädt die HoloLens Engineer bei TGW, arbeitet bereits seit
… beschreibt den Lebenszyklus den Träger auf eine andere Reise ein. „Die drei Jahren bei TGW. Während seiner Ar-
einer Technologie vom ersten HoloLens ist eine Hardware für eine kom- beit in der Software-Entwicklung entdeckte
Auftreten bis zur Marktreife. Der plett neue Technologie, die wir in der Int- er die Technologien rund um Augmented
Lebenszyklus ist bei jeder Tech-
ralogistik bald nutzen werden. Diese neue Reality und begann nebenbei sein Ú
nologie gleich: sie wird gepusht,
bis sie den Höhepunkt erreicht,
Investitionen werden getätigt,
“
der Hype geht zurück. Konkrete
Anwendungsfälle und die Fokus- Mit der HoloLens betreten wir ein komplett
sierung auf bestimmte Bereiche neues Terrain, denn durch den Tiefensensor der
führen am Ende zur Marktreife.
Brille erhält der Mitarbeiter genau die Information
Augmented Reality befindet sich
in diesem Hype Cycle unmittelbar in seinem Blickfeld, die er benötigt, egal in welche
vor der Marktreife. Die Prognosen Richtung er blickt. Er hat dabei beide Hände frei
rechnen mit der Markteinführung und kann ungestört arbeiten.
2017/18.
Daniel Pachinger, Software Development Engineer bei TGW
www.informationstechnologie.tc 17 IT in der Praxis
und wie man alles am besten umsetzt“,
sagt Thomas Knogler aus Innovationssicht.
„Schließlich muss man auch die Akzeptanz
des Kunden in Betracht ziehen, um ein Ent-
wicklungsprojekt erfolgreich abschließen
zu können“, fügt er hinzu.
Hand in Hand: Innovation
und Softwareentwicklung
Thomas Knogler hat an der FH Wels In-
novations- und Produktmanagement
studiert und bereits während eines TGW-
Praktikums seine Masterarbeit verfasst.
Sein Einstieg im Innovations-Management
bei TGW war die logische Konsequenz:
„Innovationsmanagement bedeutet, neue
Technologien und Marktanforderungen im
Auge zu behalten, sie zu bewerten, und die
Die HoloLens wird in Zukunft für das Kommissionieren Benefits für die Branche und den Kunden
von Waren in verschiedenen Bereichen im Logistikzentrum eingesetzt. herauszufinden. Nicht jede gute Idee wird
zur Innovation, nicht jede Innovation kann
den Markt durchdringen“, weiß der Exper-
Studium des Software Engineerings an der Forschungsprojekt On the Job te. Das Projekt dient dazu, Erfahrungen zu
FH Hagenberg. Für seine Abschlussarbeit sammeln und so genannte „Use Cases“ zu
forscht er nun gemeinsam mit TGW und TGW ist somit eines der ersten österrei- erstellen, um herauszufinden, wie das Pro-
der Fachhochschule an der Nutzung von chischen Unternehmen, die sich näher dukt am besten einsetzbar ist. „Die Holo-
Augmented Reality für die Intralogistik. mit dieser Technologie beschäftigt, denn Lens gibt es schon, Augmented Reality ist
„Wir haben hier die großartige Chance, eigentlich war die Microsoft HoloLens bis nicht erst seit Pokémon Go auf den Handys
an den Entwicklungen der Zukunft mitzu- zu diesem Zeitpunkt nur in den USA er- für alle ein Begriff. Für unsere Bedürfnisse
arbeiten. Die HoloLens wird in Zukunft für hältlich. „In Zusammenarbeit mit unserer in der Intralogistik gibt es diese Technolo-
das Kommissionieren von Waren in ver- Unit in den USA konnten wir für unse- gie jedoch noch nicht. Unser Ziel ist, die
schiedenen Bereichen im Logistikzentrum re Forschung eine der begehrten Brillen HoloLens genauso zu adaptieren, dass wir
eingesetzt. Heute werden dem Kommissi- erstehen. Und dank diesem Teamwork sie für unsere Kunden in den Logistikzent-
onier- oder Verpackungsmitarbeiter über kann ich mein Studium mit meinem Job ren einsetzen können.“
einen Bildschirm Informationen angezeigt, verbinden“, freut sich Daniel Pachinger.
oder er nutzt ein Handheld Device, um sei- Gemeinsam mit dem Innovations- und den Mit Studienprojekt
ne Aufträge abzuwickeln. Mit der HoloLens Software-Teams wird so an einer neuen zur internationalen Karriere
betreten wir hier komplett neues Terrain, Software gearbeitet, die die Hardware für
denn durch den Tiefensensor der Brille er- die künftigen Prozesse im Logistikzentrum Mit dem Prototypen und Ideen, wie man
hält der Mitarbeiter genau die Information unbezahlbar macht. „Wir entwickeln so- die HoloLens für die TGW-Intralogistikan-
in seinem Blickfeld, die er benötigt, egal zusagen eine App, die wir danach auf die lagen adaptieren kann wird Daniel Pachin-
in welche Richtung er blickt. Er hat beide Hardware installieren. Die HoloLens ist ger sein Forschungsprojekt beenden und
Hände frei und kann ungestört arbeiten – das erste Hardware-Produkt dieser Art am seiner Karriere damit auch etwas Gutes
das bringt natürlich eine massive Steige- Markt, aber natürlich macht dieses Produkt tun. „Die Möglichkeit an derartigen In-
rung der Effizienz mit sich“, so Pachinger. nicht für alle Anwendungen Sinn. Man novationsprojekten beteiligt zu sein, ist
„Wir gehen von einer Leistungssteigerung muss sich hier schon sehr gut überlegen, nicht nur für das Unternehmen wichtig“,
von rund 20 Prozent aus. Und genau darauf welche Strategien man einsetzt, wofür sie erklärt Dietrich Birngruber, Team Lead
arbeiten wir hin.“ letztendlich wirklich genutzt werden kann und Product Owner bei TGW. Bereits seit
mehreren Jahren unterstützt der Software-
Experte Schüler und Studenten bei ihren
Ambitionen und Ideen. In der gesamten
Branche wird stark geforscht und Techno-
logien werden stets weiter entwickelt. „Bei
“
TGW widmen wir uns immer mehr den
Viele unserer aktuellen Bereichsleiter und sogar Themen Automatisierung und Robotik –
natürlich sind auch die Technologien der
Geschäftsführer konnten bereits während oder kurz
Zukunft bereits heute auf unserem Plan“,
nach ihrem Studium bei TGW Erfahrungen sammeln.
erklärt Birngruber. Sämtliche Aspekte
Dietrich Birngruber, Team Lead und Product Owner bei TGW rund um die Software sind für die Intra-
18 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 IT in der Praxis | Coverstory
Über die TGW Logistics Group:
Die TGW Logistics Group ist ein
weltweit führender Systemanbieter
von hochdynamischen, automati-
sierten und schlüsselfertigen Logisti-
klösungen. Seit 1969 realisiert das
Unternehmen unterschiedlichste in-
nerbetriebliche Logistiklösungen, von
kleinen Fördertechnik-Anwendungen
bis zu komplexen Logistikzentren. Mit
rund 2.600 Mitarbeitern weltweit rea-
lisiert die Gruppe Logistiklösungen für
führende Unternehmen in verschie-
densten Branchen. Dadurch erzielte
die TGW Logistics Group im Wirt-
schaftsjahr 2015/16 Umsatzerlöse
von 532 Mio. Euro.
logistikexperten von großer Bedeutung, TGW kooperiert mit unterschiedlichen Bildungseinrichtungen und arbeitet mit Studenten
denn die Anforderungen an eine Logistik- und den Fachbereichen an diversen Forschungsprojekten. Auf die Erkenntnisse dieser
Projekte baut die TGW-Gruppe auf.
Software sind hoch: „Eine Intralogistikan-
lage besteht aus vielen Einzelteilen, die
jedoch schließlich alle Hand in Hand ar-
beiten müssen, um das Ziel zu erreichen. FH Oberösterreich, vor allem aber Wels, tige Einsatzgebiet der angehenden Data
Es ist beeindruckend, wenn man bedenkt, Hagenberg und Steyr und der Johannes Analysts erstreckt sich von der Analyse
dass sowohl die Mechanik und die Mecha- Kepler Universität in Linz. Neben Daniel von Materialflüssen zur Konzeptionierung
tronik als auch die Steuerung und die Soft- Pachinger arbeiten auch noch weitere Stu- von Intralogistiklösungen über die Soft-
ware dafür sorgen, dass Behälter wie von denten und/oder Mitarbeiter gemeinsam wareentwicklung bis hin zum Einsatz von
Geisterhand durch die Hallen transportiert mit dem TGW-Innovationsmanagement Robotik in der automatisierten Lager- und
werden“, so Dietrich Birngruber. an unterschiedlichen Projekten. „Diese Fördertechnik“, freut sich Dietrich Birn-
Projekte bergen hohes Potenzial und wir gruber über die vielfältigen Möglichkeiten.
Junge Talente fördern bauen auf den Erkenntnissen dieser For-
schungen auf“, so Birngruber. Karrierechancen nutzen
Und genau deshalb ist es wichtig, junge
Talente zu fördern. Dietrich Birngruber Seit diesem Herbst stellt TGW ein Spon- Die TGW-Experten sind sich einig: Wer an
weiß: „Es liegt an uns, die richtige Pro- sorship Programm für angehende Exper- neuen Technologien interessiert ist, enga-
grammierung und Mathematik in unsere ten der Datenanalyse zur Verfügung. An giert und ambitioniert an seiner Karriere
Strategien einzubinden, um eine intelli- der Johannes Kepler Universität in Linz arbeitet, der kann eine langfristige Karrie-
gente Logistik zum Leben zu erwecken. Es hat TGW ein zweijähriges Stipendien-Pro- re bei TGW einschlagen: „Viele unserer ak-
steckt viel Wissen und Know-how in unse- gramm für Master-Studierende der Statis- tuellen Bereichsleiter und sogar Geschäfts-
ren Anlagen – wir bieten den Studierenden tik, Mathematik und Wirtschaftsinformatik führer konnten bereits während oder kurz
einen Einblick in die Praxis und sogar in gestartet. Finanzielle Unterstützung wäh- nach ihrem Studium bei TGW Erfahrungen
zukünftige Technologien!“ rend des Studiums, zeitlich flexible Teil- sammeln. Und diese Erfahrungen sind von
zeitbeschäftigung und Sommerpraktika unschätzbarem Wert“, weiß Dietrich Birn-
TGW kooperiert mit unterschiedlichen Bil- im Unternehmen sowie die Unterstützung gruber. Auch Thomas Knogler und Daniel
dungseinrichtungen in ganz Österreich, so bei der Masterthesis, die von TGW-Spe- Pachinger können dem nur zustimmen:
auch mit der TU Wien oder Graz. Ein spe- zialisten betreut wird, und schließlich ein „Es ist und bleibt spannend, sich mit den
zieller Fokus liegt hier bestimmt auf der Angebot für eine Fixanstellung: „Das künf- neuesten Technologien auseinander zu
setzen, die der Markt bislang noch nicht
kennt. Wir sind ganz vorne mit dabei und
freuen uns auf die Entwicklungen der
Zukunft!“
“ Innovationsmanagement bedeutet, neue
Technologien und Marktanforderungen im Auge
zu behalten, sie zu bewerten, und die Benefits für
TGW Logistics Group GmbH
Collmannstraße 2
A-4600 Wels
die Branche und den Kunden herauszufinden. Tel. +43 7242-486-0
www.tgw-group.com
Thomas Knogler, Innovation Manager bei TGW
www.informationstechnologie.tc 19 IT in der Praxis
Der SiteManager der Fernwartungslösung von B&R kann via LAN, WLAN und Mobilfunk angebunden werden.
Einfache und sichere Fernwartungslösung von B&R:
Maschinen
auf der ganzen Welt im Griff
Mit der neuen Fernwartungslösung 10.000 Maschinen hinterlegt. Ein um- Anbindung via LAN,
von B&R können Maschinen und fangreiches Maschinen-Pool-Manage- WLAN oder Mobilfunk
ment lässt sich einfach einrichten.
Anlagen einfach diagnostiziert und
Über die sichere VPN-Verbindung kön-
gewartet werden. Die Lösung steht Integrierte Firewall nen alle Wartungs- und Diagnosefunkti-
im Einklang mit gängigen IT- und onen des B&R-Systems genutzt werden.
Sicherheitsrichtlinien und ermöglicht Der SiteManager verfügt über integrier- Der SiteManager wird einfach über die
te digitale Ein- und Ausgänge, so kann Automatisierungssoftware Automation
große Einsparungen bei geringen
zum Beispiel ein Schlüsselschalter ange- Studio parametriert und ist damit her-
Investitionskosten. schlossen werden, um Wartungszugriffe vorragend für die Serienproduktion oder
erst nach Betätigung des Schlüsselschal- Nachrüstung von Maschinen geeignet.
Servicetechniker können von jedem Ort ters zu ermöglichen. Vor unerwünsch-
der Welt auf Maschinen zugreifen. Dazu ten Zugriffen von Dritten schützt eine Wo eine Anbindung über LAN oder
wird eine zertifikatgesicherte und ver- integrierte Firewall. Um Sicherheits- WLAN nicht möglich oder erwünscht
schlüsselte VPN-Verbindung zwischen konflikte mit werksseitigen Firewalls zu ist, kann die VPN-Verbindung via GPRS-
dem SiteManager an der Maschine und vermeiden, läuft die Kommunikation in und UMTS-Mobilfunk aufgebaut wer-
einem Gateway hergestellt, welches das Internet über firewallverträgliche, den. Somit können abseits liegende
typischerweise im Service-Center des verschlüsselte Web-Protokolle. Es müs- Anlagen optimal betreut werden. Teure
Maschinenbauers steht. Dort sind sämt- sen keine zusätzlichen Ports geöffnet Anfahrtskosten für den Servicetechniker
liche Zugriffsberechtigungen für bis zu werden. entfallen. �
20 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017 IT in der Praxis
Powerlink auf dem neuesten Einplatinenrechner implementiert:
Industrial Ethernet
auf dem Raspberry Pi 2
Industrial Ethernet-Protokolle ermöglichen den deterministischen Austausch von Prozessdaten in Echtzeit.
Powerlink ist ein Industrial Ethernet-Protokoll, das harte Echtzeit bietet und vollständig als Open Source
für Master- und Slave-Implementierung vorliegt. Es basiert auf Standard Ethernet und ist daher auf jeder
beliebigen Hard- und Softwareplattform lauffähig.
Der Raspberry Pi 2 ist ein kleiner und kos-
tengünstiger Einplatinen-PC. Neben der
ARM Coretex-A7 Vierkern-CPU verfügt er
u. a. über einen Ethernet-Port und einige
GPIOs. Wegen seines geringen Preises
und der weiten Verbreitung eignet sich
der Raspberry Pi 2 ideal für kleine oder
private Automatisierungsaufgaben. Open-
Powerlink-Master und -Slave mit Linux
wurden auf der zweiten Generation des
Einplatinencomputers implementiert. Der
Raspberry Pi 2 bietet eine neue Dimension
der Leistungsfähigkeit auf dieser namhaf-
ten Plattform. Wegen seines geringen Preises und der weiten
Verbreitung eignet sich der Raspberry Pi 2 ideal für
kleine oder private Automatisierungsaufgaben.
Kalycito hat eine Demoanwendung ent-
wickelt, die zeigt, dass Powerlink auf dem
Raspberry Pi 2 in Kombination mit Steue- Industrie- und Heimautomatisierung sein Kurzanleitung und vorgefertigte Demo-
rungen und dezentralen I/O-Systemen eine kann. Das Demo wurde mit dem unmodi- Binärdateien können für den Einstieg ver-
interessante Plattform für die vernetzte fizierten Open-Source-Paket erstellt. Eine wendet werden, bevor die C-Programme
für das Senden und Empfangen von Daten
über die I/O Pins weiter modifiziert werden.
Die Demo-Anwendung zeigt, wie einfach
es ist, openPowerlink auf dem Raspberry
Pi 2 einrichten und laufen zu lassen, um
dezentrale Automatisierungslösungen zu
entwickeln und die Signale von Motoren,
Sensoren, Aktoren, Relais usw. zu steuern.
Weitere Informationen zur Demo-Anwen-
Über B&R:
dung gibt es im Internet unter
Der Automatisierungsprofi zählt seit über 35 Jahren international zu den größten www.ethernet-powerlink.org/de/
Privatunternehmen im Bereich der Prozessautomatisierung, Antriebs- und Steue- raspberrypi2.
rungstechnik, Visualisierung und integrierten Sicherheitstechnik. Mit 2.820 Mitar-
beitern und einem weltweiten Vertriebs- und Supportnetz mit mehr als 180 Büros
ist B&R kompetenter Partner für integrierte Automatisierungslösungen. Lösungen
für die industrielle Feldbus-Kommunikation – allen voran Powerlink und der offene Bernecker + Rainer
Standard openSAFETY – runden das Leistungsportfolio ab. Darüber hinaus ist die Industrie-Elektronik GmbH
Software-Entwicklungsumgebung Automation Studio Wegweiser für zukunftsge-
richtetes Engineering. Mit seinen innovativen Lösungen setzt das Unternehmen B&R Straße 1, A-5142 Eggelsberg
neue Standards in der Automatisierungswelt, hilft Prozesse zu vereinfachen und Tel. +43 7748-6586-0
übertrifft Kundenerwartungen. www.br-automation.com
www.informationstechnologie.tc 21 IT in der Praxis
Zum YouTube
Channel von Engel
Die IT ist jene Zukunftssparte, die durch die zunehmende
Vernetzung und Digitalisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Informationstechnologie im hochkomplexen Spritzgießmaschinenbau:
Zukunftsweisende
Perspektiven in der IT
Wer möchte nicht gerne an der Entwicklung eines revolutionären neuen Engel Austria, ein familiengeführtes Unternehmen
Produkts mitarbeiten oder seine berufliche Qualifikation an einem der mit seinem Stammsitz in Schwertberg, OÖ, ist
Technologieführer in der Spritzgießtechnik, dem
industriellen oder technologischen Hotspots rund um den Erdball erweitern. wichtigsten Verfahren in der Kunststoffverarbei-
Für jeden, der seine Chancen bestmöglich nutzen will, bietet der berufliche tung, und als Einzelmarke der größte Hersteller
Werdegang eines IT-Technikers, -Organisators oder -Projektleiters bei Engel von Spritzgießmaschinen weltweit. Täglich entwi-
alle Möglichkeiten. Und Engel ist als weltweit führendes Unternehmen im ckeln die Engel Mitarbeiter mit ihren Kunden und
Partnern neue Produkt- und Prozessideen, für die
Spritzgießmaschinenbau der ideale und sichere Arbeitgeber, um diesen Automobilindustrie genauso wie für die Medizin-
Traum in allen Dimensionen zu verwirklichen. technik, die Verpackungsherstellung oder für den
Elektronikbereich: Zum Beispiel für den BMW i3
“
oder für Marken wie Samsung, Apple, Lego oder
Was ich an meinem Job so spannend Procter & Gamble. Die perfekte Spielwiese mit
finde, ist, dass in Zeiten der Digitalisierung einem großen Entwicklungspotential für kreative
die IT einen starken Wandel durchmacht. Köpfe aus dem IT-Bereich.
Das Zusammenbringen von Produktent-
wicklung, Mechatronik, Elektrotechnik und Zukunftsbranche IT
der gesamten Bandbreite der Informati-
onstechnologien stellt schon eine große Die IT ist genau jene Zukunftssparte, die durch die
zunehmende Vernetzung und Digitalisierung ein-
Herausforderung dar.
zelner Produkte – Stichwort „Industrie 4.0“ – im-
Matthias Keil, Leiter der mer mehr an Bedeutung gewinnt. Die hochkomple-
Informationssysteme bei Engel Austria xe und zukunftsorientierte Kunststoffindustrie ist
22 Bildungskatalog Informationstechnologie 2017Sie können auch lesen