Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...

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Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
LEADER-Journal Donau-Böhmerwald
                    Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014

Leben im Wandel
Bürger gestalten ihre Region nachhaltig
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
Gemeinsam die Lebensqualität in der
Dreiländer-Region stärken!
LEADER ist Impulsgeber für eine
lebenswerte Region. Meine großen
Anliegen sind die zukunftsorientier-
te Gestaltung unserer Region und
das Wohlbefinden ihrer Bewohne-
rinnen und Bewohner.
Die Region hat die Zukunft, die wir
ihr gemeinsam geben. Wir müssen
daher unsere Region in ihrer Be-
deutung neu denken und klug wei-
terentwickeln. Lebensqualität und
die Qualität der Kulturlandschaft
müssen dabei Vorrang haben. Im
Rahmen der ländlichen Entwicklung
gilt es etwa auch soziale Dienst-
leistungen und Maßnahmen wie
Kinder- und Altenbetreuung sowie
sozialen Ausgleich zu gewährleis-
ten. Um unsere überregional hoch
angesehene Kulturlandschaft zu         LAbg. Georg Ecker,
erhalten, benötigen wir ein intelli-   Obmann des LEADER Regional-             Inhalt
gentes Lebensraum-Management           vereines Donau-Böhmerwald
im Zeichen der Nachhaltigkeit. Not-                                            2        Vorwort
wendige Infrastrukturen für unsere     Bedürfnissen vor Ort oft viel besser    3        Wir über uns
Region müssen weiterentwickelt         entsprechen als zentrale Planungen.     4        Die Region in Zahlen
werden.                                Ich bin überzeugt, dass uns ein         5        Europa zu Gast
Das erfolgreiche Projekt LEADER        naturnaher, nachhaltiger, traditions-   6-7      LEADER Strategie
ist Teil des Österreichischen Pro-     und innovationsbewusster Weg in         8-9      Artenvielfalt
gramms für die Entwicklung des         der Donau-Böhmerwald Region             10       ecoforma
ländlichen Raumes.                     als Ganzes weiterbringt. Ökologi-       11       Schauplatz Nachhaltigkeit
LEADER - Projekte sind Motor           sierung und eine attraktive Region      12-13    LEADER Projekte 2014
der Regionalentwicklung in ganz        schaffen den notwendigen Aus-           14-15    Genussfest
Europa. Unsere Region wird un-         gleich zur fortschreitenden Urba-       16       Genussregion
terstützt, einen zukunftsfähigen       nisierung. Gemeinsam können wir                  Schlägler Bioroggen
Weg in Richtung mehr Lebensqua-        das Erfolgsmodell einer regionalen      17       Kräuterkirtag Klaffer
lität und Nachhaltigkeit zu gehen.     Kreislaufwirtschaft in eine nachhal-    17       Erntedankfest Wien
Beteiligungsprozesse und daraus        tige, moderne Zukunft führen und        18-19    Netzwerker: Vorstand und
hervorgehende Projekte sind ent-       eine lebenswerte Dreiländer-Region               Regionalausschuss
scheidende Instrumente, um diese       für alle möglich machen!                20       Kunst-Kulinarik-Festival
Herausforderungen bewältigen zu                                                21       Topothek
können. Die Stärke von LEADER                                                  22       Lebensklima
ist, dass die Ideen in der Region                                              23       Frauennetzwerk Rohrbach
entwickelt werden. Es entstehen                                                23       Bioregion Mühlviertel
Konzepte und Projekte, die den                                                 24-25    Gastbeitrag: Regionalität
                                                                               26-27    Energiegenossenschaft
                                                                               28-29    E-Mobilität
                                                                               30       Klimaschulen
                                                                               31       E-Rally in Sarleinsbach
                                                                               32       Kultur: Die Grenze 2015
                                                                               33       Marktkulturenfest Lembach
                                                                               34       Globales Dorf
                                                                               35       Veranstaltungshinweise

2        LEADER Journal 2014
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
Das Team des Leader-Büros v.l.n.r.: GF DI Klaus Diendorfer,
                                                  Obmann LAbg. Georg Ecker, Manuela Greiner, DI Markus Altenhofer

Wir über uns
LEADER steht für “Liaison ent-         all ihren spannenden Facetten vom       führung als LEADER Region bewor-
re actions de développement            Korn bis zum (veredelten) Produkt       ben haben. Damit der erfolgreich
de l'économie rurale”. Wörtlich        und somit einer geschlossenen           beschrittene Weg GEMEINSAM
übersetzt heißt das “Verbindung        regionalen Lebensmittelwertschöp-       fortgeführt wird.
zwischen Aktionen zur Entwick-         fung verschrieben hat.
lung der ländlichen Wirtschaft“.
Die vielfältigen LEADER-Projekt-       Die Donau-Böhmerwald Region hat
ansätze sind in den Bereichen          viel zu bieten. Die Menschen, die
Grundversorgung, Soziales, regi-       naturräumlichen Besonderheiten          Das LEADER Büro der Donau-
onale Produkte, Naturschutz oder       und die natürlichen Ressourcen          Böhmerwald Region
Tourismus angesiedelt. Tatsache        (unser Grund und Boden) bieten
ist, dass die Menschen vor Ort am      ein herausragendes Potential für        Marktplatz 7, A-4152 Sarleinsbach
besten wissen, was ihrer Region        die Regionalentwicklung. Ganz im        leader@donau-boehmerwald.info
gut tut. Und auf deren Einfälle und    Sinne eines Regionalvereins nach
Initiativen kommt es an. Das ist die   dem Motto „Von der Region, für die                  DI Klaus Diendorfer
Grundidee der LEADER – Methode.        Region“ können wir dabei helfen.                    Regionalentwickler
Unsere Aufgabe im LEADER-Büro          Das heißt auch voneinander lernen                   Tel.: 07283/81070-2
ist es, diese Ideen zu sammeln,        und sich auszutauschen, ein Netz-                   diendorfer@donau-
gemeinsam voranzubringen und in        werk an motivierten Personen zu                     boehmerwald.info
der Umsetzung sowie Förderung zu       knüpfen und zu stärken.
begleiten.                                                                                 DI Markus
                                       Im vergangenen Jahr wurde unter                     Altenhofer
Damit nicht genug: wir arbeiten        breiter Beteiligung der Bevölkerung                 Energiemanager
eigeninitiativ an Projekten wie der    intensiv an der gemeinsamen regi-                   Tel.: 07283/81070-6
Klima- und Energiemodellregion         onalen Zukunft gearbeitet. Ausge-                   altenhofer@donau-
mit den Handlungsfeldern Bio-          hend von der Startveranstaltung im                  boehmerwald.info
masse, Nachwachsende Rohstoffe,        Jänner, den fünf regionalen Work-
Erneuerbare Energie, Klimaschutz       shops zu den Themen Tourismus,                      Manuela Greiner
und Mobilität. Daraus ist eine Ener-   Kultur, Bildung, Biodiversität und                  Assistenz und
giegenossenschaft mit Bürgerbetei-     Energie, einer Zukunftswerkstatt so-                Öffentlichkeitsarbeit
ligung entstanden. Ein e-carsharing    wie vielen persönlichen Gesprächen                  Tel.: 07283/81070-1
Projekt wird im Frühjahr 2015 eröff-   wurde die LEADER 2020 Strategie                     greiner@donau-
net, weitere sollen folgen. Oder die   auf den Weg gebracht. Darin sind                    boehmerwald.info
Genussregion Schlägler Bioroggen,      künftige Aktionsfeldthemen und
die sich der heimischen Getrei-        beispielhafte Projekte angeführt,
desorte „Schlägler Bioroggen“ mit      mit denen wir uns um die Weiter-

                                                                                        LEADER Journal 2014        3
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
Die Region in Zahlen                                                                  beträchtlich variiert (z.B.: 28,1 % in Al-
                                                                                      tenfelden, 71,2 % in Schwarzenberg).

                                                                                      Energie
Bevölkerung                               Gebiet 176.000. Rund 64 % des               Die Region zeichnet sich durch viele
Mit 57.987 EinwohnerInnen hat die         Nächtigungstourismus findet also            Sonnenstunden und wenig Nebel,
Donau-Böhmerwald Region eine              im Norden statt. Herkunft der Gäste:        genauso wie durch einen hohen

21.370 Beschäftigte
Bevölkerungsdichte von 69 Einwoh-         Etwa zwei Drittel aus Österreich, ein       Waldanteil, aus. Nachwachsende Roh-
nerInnen pro km². Seit 2001 sinkt die     Drittel aus dem Ausland, hier vor           stoffe aus der Landwirtschaft können
Bevölkerungszahl der Region (-2,2%        allem Deutschland.                          energetisch oder stofflich verwertet
zwischen 2001 und 2013), wobei die                                                    werden. Aufgrund der Topographie
Prognoseszenarien von einer Stagna-       Land- und Forstwirtschaft                   sind Kleinwasserkraftwerke häufig an-
tion der Bevölkerungszahlen ausge-        Die Agrarstrukturerhebung 2010              zutreffen (mehr als 100 Anlagen). Die
hen. Die Wanderungssalden zeigen          ergab für die Region Donau-Böhmer-          Photovoltaikfläche auf öffentlichen
ebenfalls eine negative Tendenz. Die      wald einen Anteil an Haupterwerbs-          Gebäuden liefert Energie in der Höhe
Gruppe der 15-25jährigen ist in der       betrieben von 42% (OÖ 46,3%) und            von 1,3 MW, ca. knapp das Doppelte
Region auffällig größer als in Oberös-    an Nebenerwerbsbetrieben 53,4%              liefern Zellen auf privaten Dächern.
terreich. Der Anteil der AusländerIn-     (OÖ: 49,2%). Daraus wird ersichtlich,

    57.987 Einwohner
nen in der Region ist mit 3% geringer     dass die Region nicht zu den Gunst-         Demographische Daten
als im oberösterreichischen Vergleich.    lagen in OÖ zählt und daher immer           Die Anzahl der Geburten ist bei
                                          mehr LandwirteInnen in den Neben-           jährlich zwischen 550 und 590 Babies
Wirtschaft                                erwerb wechseln müssen bzw. den             stabil. Die Geburtenbilanz ist leicht
4.931 Arbeitsstätten bieten 21.370        Betrieb stilllegen. Bei der Viehhaltung     positiv (+115 im Jahr 2012). Dem
Beschäftigten eine Arbeitsmöglich-        ist in der Region die Rinderhaltung         gegenüber steht eine leicht negative
keit. Jeder fünfte Beschäftigte ist mit   von wesentlich größerer Bedeutung           Wanderungsbilanz von -232 Einwoh-
der Herstellung von Waren befasst,        als in Oberösterreich gesamt, wo die        nerInnen, die regional unterschiedlich
rund 13% arbeiten je in der Land-         Schweinehaltung dominiert.                  hoch ausgeprägt ist (große Abwande-

                         550-590 Babies
und Forstwirtschaft sowie im Handel                                                   rungstendenzen im Norden, zum Teil
und jeder 10. Beschäftigte verdient       Kultur und Ortsentwicklung                  Zuwanderung in südlichen Gemein-
sein Geld in der Bauwirtschaft bzw.       Vielfältig sind die kulturellen Aktivitä-   den aufgrund der Nähe zu Linz).
im Gesundheits- und Sozialwesen.          ten der Kulturträger, Kulturinitiativen     Bei den Haushaltsgrößen nehmen
Gewerbe und Handwerk dominieren           und kulturellen Ausbildungseinrich-         1-Personen-Haushalte seit 2001 stark
die betriebliche Landschaft, gefolgt      tungen. Neben den traditionellen            zu(+15%), ebenso Familien ohne
von Handel und Tourismus. Größere         Formen (Musikkapellen und Musik-            Kinder (+25%). Der generelle Trend
Bedeutung weist noch die Sparte           schulen, Museen, etc.) haben seit           zur „Überalterung“ der Bevölkerung
Information und Consulting auf.           den neunziger Jahren vor allem auch         macht auch vor Donau-Böhmerwald
                                          Veranstaltungen zur zeitgenössischen        nicht halt: seit 2001 nahmen sämtli-
Bildung                                   Kultur und Kunst wie auch neue For-         che Bevölkerungsschichten bis 45 J.

Mittelgebirgsregion
Auch wenn immer noch über ein             men der Vermittlung zugenommen.             ab, besonders starke Zunahmen ver-
Drittel der Bevölkerung als höchs-        Die Ortskerne und Marktplätze sind          zeichnen die Altersschichten ab 80 J.
te abgeschlossene Ausbildung die          unverzichtbarer Teil der idyllischen
Pflichtschule aufzuweisen hat, ist in     Wahrnehmung der Kulturlandschaft            Erwerbsquote Frauen/Männer
dieser Gruppe im Vergleich zu 2001        Donau-Böhmerwald, einige davon              Auch in der Region Donau-Böhmer-
ein stärkerer Rückgang (-19%) zu er-      sind jedoch akut von Entleerung             wald klafft die Einkommensschere
kennen als im gesamten Bundesland         bedroht.                                    zwischen Männern und Frauen nach
(-14%). Am Anteil der Gesamtbevöl-                                                    wie vor weit auseinander.
kerung gemessen steigen Raten bei         Naturräumliche Voraussetzungen

                  Sonnenstunden
den höheren Abschlüssen zum Teil          Die Region Donau-Böhmerwald ist             Pendlerströme
sehr deutlich (BHS: +57,1, Studium:       eine Mittelgebirgsregion, die Höhen-        Immer mehr Linz-PendlerInnen
+54%).                                    lagen reichen von 268 Metern an der         entdecken ihre Liebe zu öffentlichen
                                          Donau bis zu 1.378 m im Böhmer-             Verkehrsmitteln: 22% der täglich rund
Tourismus                                 wald. Dieser bestimmt ihr Land-             21.000 Zielwege nach Linz werden auf
Die Entwicklung im Tourismus in der       schaftsbild im Norden wie die Donau         der Achse B127- L581/Mühlkreisbahn
Region ist als sehr erfreulich zu beur-   im Süden. Die Region ist der Inbegriff      laut Verkehrserhebung mit öffentli-
teilen. Seit 2001 sind Zuwächse bei       einer klein strukturierten bäuerlichen      chen Verkehrsmitteln gemacht. Damit
den Nächtigungen zu verzeichnen,          Kulturlandschaft. Im Vergleich zu           steigerte sich der Anteil seit 2001 um
die über den oberösterreichischen         anderen Gebieten des Mühlviertels           13%. Wegen des starken Verkehrsauf-
Zuwächsen liegen. Von den 277.000         weist sie mit knapp 40 Prozent einen        kommens ist hier auch die Zahl der
Nächtigungen in der Region im Jahr        höheren Waldanteil auf, wenngleich          Autofahrer um 4% angestiegen.
2013 entfielen auf das Böhmerwald-        dieser auch innerhalb der Region

4         LEADER Journal 2014
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Europa zu Gast
Austausch mit der LEADER Region Tarnais-Ouest/Frankreich
Eine kleine Abordnung aus der LEADER Region Tarnais-
Ouest (Frankreich) tauschte sich Ende Jänner mit Vertre-
tern aus der Donau-Böhmerwald Region über bisherige
Projekte und regionale Initiativen aus. Die LEADER Region
Tarnais-Ouest liegt im Süden von Frankreich in der Nähe
von Toulouse und umfasst 64 Gemeinden mit rund 66.000
Einwohnern. Schwerpunkte der lokalen Aktionsgruppe
sind im Bereich der Revitalisierung von Ortskernen und
von Landschaften in der Region.

Die Delegation interessierte sich sehr für die bisherigen
Projekte von Akteuren aus der Donau-Böhmerwald Regi-
on, sowie die regionale Initiative Klima- und Energiemo-
dellregion. Im Anschluss besuchten wir das revitalisierte
Textile Zentrum in Haslach - ein gelungenes Beispiel für
Ortskernbelebung.

                                                            LEADER Regionen aus Olomouc,
                                                            Tschechien zu Gast
                                                            Rund 50 Gäste aus den LEADER Regionen des Kreises
                                                            Olomouc informierten sich am 22. Mai über die Um-
                                                            setzung des LEADER Ansatzes in unserer Region. Das
                                                            Augenmerk lag auf gemeinschaftlichen Projekten, die
                                                            das Zusammenleben in der Region verbessern. Besucht
                                                            wurden unter anderem das Textile Zentrum in Haslach
                                                            und die Labyrinthe in Hofkirchen. Beeindruckt waren
                                                            die Besucher auch von der Vielfalt an regionalen Bio-
                                                            Lebensmitteln und unserem eigenständigen Weg in der
                                                            Wärmeversorgung auf Holzbasis.

Internationales Waldseminar in der Donau-Böhmerwald Region

Ein internationaler Erfahrungsaustausch zum Thema Wald
und Holz fand am 26./27. Mai 2014 in unserer Region
statt. Besucher aus den LEADER Regionen Müllerthal
(Luxemburg) und Vaxtlust (Schweden) tauschten sich mit
Vertretern aus der Donau-Böhmerwald Region über ver-
schiedenste Aspekte des Waldes aus:
   - Holzwirtschaft,
   - Tourismus und Wald,
   - Naturraum Wald,
   - Holzbauwirtschaft und Tischlerhandwerk,
   - erneuerbare Energie, sowie
   - Wald- und Umweltpädagogik.

                                                                                       LEADER Journal 2014      5
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
LEADER Strategie bis 2020 festgelegt
        Die LEADER-Region Donau-Böhmerwald erstreckt sich
        künftig über nahezu den gesamten Bezirk Rohrbach und
        die Gemeinde Herzogsdorf, somit ist eine optimale Zu-
        sammenarbeit und Koordination gewährleistet.
        „Im vergangen Jahr wurde der Entwicklungsbedarf             Durch eine hoch entwickelte ökologische Kreislauf-
        der Region analysiert und mit großer Beteiligung der        wirtschaft können zusätzliche attraktive Arbeitsplät-
        Bevölkerung eine entsprechende Strategie für die            ze geschaffen werden.
        nächsten Jahre entwickelt,“ blickt LEADER-Obmann
        LAbg. Georg Ecker optimistisch in die Zukunft. Diese        Die Bedeutung der Landwirtschaft – insbesondere der
        „Lokale Entwicklungsstrategie“ stellt einerseits den        biologischen Wirtschaftsweise – ist eine besondere
        Umsetzungsrahmen für Projekte dar, die in Zukunft           Stärke der Region. Großes kreatives und unternehme-
        in der Region umgesetzt werden, andererseits ist sie Be-    risches Potenzial konnte durch LEADER bereits unter-
        werbungsgrundlage für die neuerliche Anerkennung als        stützt werden. Kooperationsprojekte sollen hier weiter
        LEADER-Region. Analysiert wurden dabei die Bereiche         professionalisiert werden: innerhalb der ProduzentInnen
        Tourismus, Wirtschaft, Kultur, Biodiversität, Erneuer-      und mit gewerblichen VerarbeiterInnen (z.B. Genussre-
        bare Energie, Land- und Forstwirtschaft, Soziales und       gion Schlägler Bioroggen, Bioregion Mühlviertel).
        Gender, Jugendliche, Daseinsvorsorge sowie Lebensbe-
        gleitendes Lernen. Dann wurden Entwicklungsnotwen-          Die touristische Wertschöpfung wird durch neue
        digkeiten in diesen Themen formuliert und drei Akti-        Angebote, zusätzliche Nächtigungsmöglichkeiten
        onsfelder mit 10 Aktionsfeldthemen festgelegt.              und geschlossene Vermarktung gesteigert.

                                                                    Der Norden der Region mit den Schwerpunkten Winter
                                                                    und Wellness ist touristisch hoch entwickelt. Dem steht
                                                                    ein vielfältiges Tagesausflugsangebot im Donauraum
                                                                    gegenüber. Nächtigungsinfrastruktur mit touristischen
                                                                    Packages fehlen hier aber. Hochwertige Urlaub-am-
                                                                    Bauernhof-Angebote sind ein Ansatz. Authentizität und
                                                                    Entschleunigung sind Leitmotive für den Tourismus in
                                                                    der gesamten Region.

                                                                    Natürliche Ressourcen und kul-
                                                                    turelles Erbe entwickeln
                                                                    Innovative Kunst- und Kulturangebote fördern
                                                                    Identität und erhöhen Freizeitqualität für Bewohner
Foto: Tips/Gahleitner
                                                                    und Gäste

                                                                    Historische Angebote (Museen), traditionelle Volkskul-
        Wertschöpfung steigern                                      tur (Brauchtum, Musik) bis hin zu darstellender Kunst
                                                                    und zeitgenössischen Musik- und Theaterveranstaltun-
                                                                    gen spiegeln die Vielfalt von Angeboten. Lokale An-
        Der Wirtschaftsstandort Donau-Böhmerwald bietet             sätze sollen thematisch vernetzt werden, wobei Quali-
        attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen                tätsaspekte im Vordergrund stehen.
        und Arbeitskräfte.
                                                                    Vielfältige Kulturlandschaft und hohe Biodiversität
        Der „Wirtschaftspark Oberes Mühlviertel“ bietet sehr        werden als Basis für die regionale Lebensqualität
        gute Rahmenbedingungen für Betriebsansiedlungen. In         erhalten und weiterentwickelt.
        Zukunft gilt es das Umfeld für Betriebe z.B. durch Infor-
        mation und mehr Familienfreundlichkeit zu verbessern.       Zahlreiche Schätze können von Einheimischen und
        Gerade in den Branchen Holz- und Bauwirtschaft, sowie       Gästen bewundert werden (z.B. Enzian- und Orchideen-
        der Lebensmittelproduktion kann vorhandenes Know-           Wiesen, Biberreviere, eine europäisch einzigartige
        how weiter ausgebaut werden.                                Heckenlandschaft etc.). Die Vielfalt der Kulturlandschaft

        6               LEADER Journal 2014
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
soll erhalten und gezielt ge-
fördert werden. Eingebunden
werden Partner aus dem Bereich
Naturschutz und Kultur, Bildung,
Landwirtschaft, Tourismus, Ge-
meinden sowie der Bevölkerung.

Innovative Anwendungen im
Einsatz erneuerbarer Energien
und alternativer Mobilitäts-
angebote verbessern Umwelt-
und Klimaschutz.

Die Region Donau-Böhmerwald verfügt über ein
                                                      Gemeinwohl ausbauen
großes Potenzial an natürlichen Energiequellen
(z.B. Biomasse, Wasserkraft, Solar/Photovoltaik).     Innovative soziale Dienstleistungen und generationen-
Innovative Technologien sollen pilothaft angewen-     übergreifende Modelle der Daseinsvorsorge erhöhen die
det werden (z.B. Biomasse-Kraft-Wärme-Kopp-           Lebensqualität.
lungsanlagen). Mobilität ist in peripheren Gebieten
eine große Herausforderung. Ergänzend zu den          Das Netz sozialer DienstleisterInnen in der Region ist viel-
guten Busverbindungen werden verstärkt Formen         fältig und professionell. Das Zusammenspiel von ehren-
von Mitfahrbörsen (z.B. flinc.org) oder Car-Sharing   amtlichen mit professionellen Kräften soll weiter entwickelt
vorangetrieben.                                       werden. Soziale Dienstleistungen in Kombination mit Land-
                                                      wirtschaft – sogenannte „Green Care“ Angebote – bieten eine
Eine qualitativ hochwertige ganzheitliche Orts-       neue Perspektive.
entwicklung erhöht die Attraktivität und Bele-
bung von Gemeinden, Märkten und Dörfern.              Donau-Böhmerwald bietet ansprechende Lebens- und
                                                      Arbeitsperspektiven für junge Menschen.
Viele Gemeinden sehen sich zunehmend mit leer
stehenden Gebäuden im Ortskern konfrontiert.          Obwohl im Vergleich zum Landesschnitt verhältnismäßig vie-
Nahversorgungsangebote oder andere alterna-           le junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren in der Region
tive Nutzungsmöglichkeiten (zentrale Wohnpro-         leben, schwebt das Damoklesschwert „Abwanderung“ dieser
jekte) können dem entgegen wirken. Fragen der         Bevölkerungsgruppe ständig über dem gesamten Gebiet.
Siedlungsentwicklung erfordern manchmal auch          Es gilt ein Lebens- und Beziehungsumfeld zu schaffen, das
gemeindeübergreifende Lösungen. Eine erhöhte          junge Menschen in der Region bindet (durch Vereins- und
Konzentration auf Flächennutzung in den Zentren       Jugendarbeit, Jugendbeteiligung).
– anstelle der Verbauung von Grünflächen entlang
der Verkehrsadern - wäre hilfreich.                   Die Region Donau-Böhmerwald festigt ihren Status als ler-
                                                      nende Nachhaltigkeitsregion im internationalen Vergleich.

                                                      Dass die Region Donau-Böhmerwald als Nachhaltigkeitsregi-
                                                      on auch im internationalen Vergleich wahrgenommen wird,
                                                      zeigen zahlreiche Exkursionen anderer LEADER-Regionen aus
                                                      dem In- und Ausland, sowie die Nominierung für das EU-For-
                                                      schungsprojekt Lebensklima. Die Bioschule Schlägl als Bio-
                                                      kompetenzzentrum zu etablieren, in dem nicht nur gelehrt,
                                                      sondern auch zum biologischen Landbau geforscht wird, ist
                                                      ein weiterer Meilenstein in den nächsten Jahren. Durch Erfah-
                                                      rungsaustausch mit anderen Regionen, die Entwicklung von
                                                      Bildungsangeboten, sowie die Sicherung alten Erfahrungs-
                                                      wissens entsteht eine „Lernende Nachhaltigkeitsregion“.

                                                      Die gesamte Strategie (Ersteinreichung) ist auf der Regions-
                                                      Internetseite www.donau-boehmerwald.info unter „Aktuelles“
                                                      einzusehen.

                                                                                        LEADER Journal 2014       7
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
Biodiversität: „Artenvielfalt fördern“
Eine engagierte Gruppe entwickelte Ideen
zu regionalen Schätzen der Biodiversität

„Artenvielfalt fördern“ – zu           Wir stehen nicht
diesem Thema luden die
Österreichische Natur-
                                       am Anfang!
schutzjugend (ÖNJ) Kasten
und das LEADER Büro der                Die Region Donau-Böhmerwald            Die Verarbeitung und Vermarktung
Donau-Böhmerwald Region                steht keineswegs am Anfang             von Bio-Obst und Wildfrüchten
im Rahmen der Unterkage-               hinsichtlich der Förderung von         sowie die gemeinschaftlichen
rer Sunnseitn 2014 zu einer            Artenvielfalt. Genannt wurden          Saftpressen wurden ebenso her-
Zukunftswerkstatt ein.                 Biotope wie Enzian-, Bürstling und     vorgehoben wie Bildungseinrich-
                                       Orchideenwiesen, Biberreviere, eine    tungen wie die Bioschule Schlägl,
Das Ziel war, so Organisator Hel-      Torfau in Ulrichsberg, die Hecken      die Böhmerwaldschule, die Land-
mut Eder in der Einführung, Kultur     in Ödenkirchen/Ulrichsberg (ein-       schaftsschule Donauschlinge sowie
und Engagement für die Natur           zigartig in Europa), die Donauleitn,   die Schülercamps der ÖNJ am Un-
zu verbinden. Am Abend gab es          der Steinbruch Saladobl in Nie-        terkagererhof, von denen wertvolle
ein Konzert der steirischen Band       derkappel, das Rannatal oder das       Impulse ausgehen.
„Aniada A Noar“, am nächsten Tag       Naturwaldreservat Bayerische Au/
das bereits traditionelle Musikan-     Schlägl sowie die Böhmerwald-          Aktionen wie das Asphaltackern
tentreffen am Unterkagererhof          Moore. Akzente setzen auch             oder das Simultansensenmähen, die
mit Musikgruppen aus Österreich,       innovative Projekte wie ein Gemein-    von der Österreichischen Natur-
Tschechien und Deutschland. An         schaftsgarten in Wurmbrand, ein        schutzjugend und „sunnseitn“ orga-
die 30 Ideen wurden entwickelt und     Kräutergarten in Klaffer sowie eine    nisiert werden, bieten die Chance,
für die lokale Entwicklungsstrategie   Kräuteralm, ein Permakulturhof, der    so die einhellige Meinung, auf
2014-2020 der Donau-Böhmerwald         BöhmerWaldGarten sowie Maßnah-         spielerische Weise auch Jüngere für
Region eingebracht.                    men zur Rettung seltener Tierarten     Fragen des Naturschutzes und der
                                       wie Luchse, Elche, Wachtelkönige,      Biodiversität zu interessieren und zu
15 Teilnehmende arbeiteten ei-         Flussperlenmuscheln, Laubfrösche       sensibilisieren.
nen halben Tag lang an Ideen zur       und Fledermäuse.
Förderung der Artenvielfalt in der                                            Wie geht es weiter?
Region. Die Gruppe zeichnete sich      Im Bereich Landwirtschaft wurden
durch hohes Engagement, lustvolles     die zahlreichen Biobetriebe in der
„Werken“ und ein breites Experten-     Region, die Förderung des Böhmer-      Am 14. März 2015 gibt es einen
wie Erfahrungswissen aus. So waren     waldschafs sowie von Pflegeaus-        Folgeworkshop am Unterkagerer-
die Forstwirtschaft und Jägerschaft    gleichswiesen, die Förderung von       hof. Dort werden die nachfolgen-
ebenso vertreten wie Naturschutz-      Hecken in Ödenkirchen/Ulrichsberg,     den Projekte weiter konkretisiert.
vereine, der Biolandbau, Gemein-       der Schlägler Bioroggen oder die       Interessenten dafür können sich
schaftsgärten, der Schulbereich        Streuobstwiesen am Unterkagerer-       gerne im LEADER Büro melden.
sowie das LEADER-Management.           hof und in der Umgebung genannt.

8        LEADER Journal 2014
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
Kreatives Brainstorming: 30 Ideen für Artenvielfalt und Naturschutz
Vorschläge, was Bürger und Bür-       12) Feuersalamander aus Flüs-          Vorschläge für die Gemeinden
gerinnen tun können                   sigholz zum Bemalen für Kinder
                                      herstellen,                            20) Ausschreibungen über „Lieb-
1) Im eigenen Garten (wieder) die     13) in Ergänzung zu www.mühlvier-      lingsplätze“ in der Gemeinde
Vielfalt fördern und zulassen,        telnatur.at Arbeitsblätter über 10     durchführen und anschließend ge-
2) Gemeinschaftsgärten nach dem       heimische Arten und 3 Lebensräu-       meinsame Wanderungen zu diesen
Vorbild von Wurmbrand anregen         me erstellen.                          organisieren,
und umsetzen, was auch für Pfarr-                                            21) Gemeindeobstbäume als öffent-
gärten möglich wäre,                  Vorschläge für                         liche Treffs pflanzen, deren Früchte
3) Sammelbestellungen für erhal-      Bildungseinrichtungen                  von allen geerntet werden dürfen
tenswerte Obstsorten und heimi-                                              (z. B. Apfel- oder Nussbäume),
sche Gehölze durchführen,             14) Gemeinsames Obstklauben            22) „Zukunftslinden“ in allen Ge-
4) eine Saatguttausch- und Erhal-     und -verwerten mit Schulklassen        meinden, die 500 Jahre alt werden
tungsbörse einrichten,                organisieren,                          dürfen, pflanzen,
5) Patenschaften für Naturdenkmä-     15) Gartenthemen bei den „Bio-         23) jeden Neugeborenen einen
ler und Naturjuwele übernehmen,       gesprächen“ der Bioschule Schlägl      „Lebensbaum“ überreichen,
6) ein Kräuterfrauen-Netzwerk         anbieten,                              24) einen „Hofbaum“ für alle Jung-
gründen.                              16) Workshops zur Schnecken-           übernehmer spenden,
                                      “plage“ mit Kommunikation über         25) Schilder bei nicht gemähten
Vorschläge für Naturschutz- und       Naturkreisläufe und natürliche Be-     Straßenrändern mit der Aufschrift
Kultureinrichtungen                   handlungsmethoden durchführen,         „Hier investiert die Donau-Böhmer-
                                      17) Wühlmausfangkurse mit Aspek-       wald Region in die Biodiversität“
7) einen Stammtisch von Initiativen   ten der Biodiversität verbinden.       anbringen,
aus der Region einrichten, um sich                                           26) Biodiversitäts-BotschafterInnen
besser zu vernetzen,                  Vorschläge für Tourismus               in jeder Gemeinde einrichten.
8) das ÖNJ-Projekt der „Gstöggn-      und Freizeit
patenschaften“ wiederbeleben,                                                Vorschläge für die Region
9) das ÖNJ-Projekt des „Asphalta-     18) „Gasthöfe der Vielfalt“ gründen,
ckern“ ausweiten,                     in denen regionale Lebensmittel        27) „Green Events“ im ganzen Bezirk
10) am Unterkagererhof altes Kräu-    serviert werden und über Natur-        forcieren, 28) ein Biodiversitätsmo-
terwissen sowie alte Handarbeits-     schätze der Region informiert wird,    nitoring in der Region installieren,
techniken an die Jugend weiterver-    19) ein Reitwegenetz im oberen         29) einen Biosphärenpark „Oberes
mitteln,                              Mühlviertel anlegen, um diese Art      Mühlviertel anstreben.
11) Info-Veranstaltungen für ein      der entschleunigten Naturerfahrung
naturbelebendes „Gstöggnmähen“        zu ermöglichen und zu fördern.
durchführen,

                                                                                     LEADER Journal 2014        9
Leben im Wandel Bürger gestalten ihre Region nachhaltig - LEADER-Journal Donau-Böhmerwald Ausgabe Nr. 7, Dezember 2014 - Leader Region Donau ...
Für die Natur des Lebens Raum schaffen!
In der Modellregion Donau Böhmerwald
entsteht ein Prototyp für ein Haus, das für
ruhiges und gesundes Schlafen die best-
möglichen Bedingungen schafft.
                                                                             Ob rein natürliche Räume eine
                                                                             Auswirkung auf das Raumklima und
                                                                             das Wohlbefinden der Menschen
Am Haselhof in Sarleinsbach wird       fen aus Hanfleinen, Bettwaren und     haben, wird auch in einer umfang-
einerseits ein Neubau mit schad-       physiologisch optimale Bettsysteme    reichen Forschungsarbeit unter-
stofffreien, ökologischen und          uvm.                                  sucht. Leiterin der Untersuchungen
überwiegend regionalen Baustoffen      Die regionale Wertschöpfung wird      ist Umweltmedizinerin
gebaut: Gesunder Wohnraum, der         gestärkt, neue Zukunftstrends für     Dr. Karin Grafl: „Die meiste Zeit
über den gesamten Lebenszyklus         den ökologischen Hausbau werden       unseres Lebens verbringen wir in
positive Auswirkungen auf die Ge-      auf den Weg gebracht: eine neue       Innenräumen - Grund genug, um
sundheit der Menschen hat.             Mühlviertler Bauform für die Mo-      Schadstoffen in Gebäuden, Einrich-
Andererseits wird auch der Bestand     dellregion Donau-Böhmerwald!          tungselementen und der Innen-
vollständig ökologisch saniert. Neu-                                         raumluft mehr Aufmerksamkeit
bau und Sanierung liefern                                                             zu widmen. Diese Studie
neueste Forschungserkennt-                                                            soll objektiv zeigen, wie
nisse, welche von führenden                                                           positiv sich eine natürliche
regionalen Betrieben im                                                               und gesunde Umgebung
Bereich gesundes, ökolo-                                                              auf das Wohlbefinden der
gisches Bauen angewandt                                                               Bewohner auswirken.“
und umgesetzt werden. In
einem Netzwerk haben sich                                                             Zusätzlich werden im Eco-
Produzenten, Verarbeiter                                                              haus Ausbildungen ange-
und Dienstleister zusam-                                                              boten. Für Häuslbauer wird
mengeschlossen. Das eco-                                                              ein BauherrenInnen-Füh-
forma-Haus dient ihnen als                                                            rerschein angeboten. Die
Drehscheibe für Forschung,                                                            zukünftigen Häuslbauer er-
Innovation und Weiterbil-                                                             halten so einen objektiven
dung. Es werden nur Rohstof-                                                          Überblick über die vorhan-
fe verwendet, die vorwiegend auf       Die zahlreichen neuen Produkte        denen Systeme und Produkte. Darin
den Feldern, Wiesen und Wäldern        und Innovationen sind am Stand-       inkludiert: eine Übernachtung in
des Mühlviertels wachsen.              ort Haselhof in den neu sanierten     den ökologisch sanierten Zimmern,
Gemeinsam wird an neuen ökolo-         Räumen bereits zu besichtigen.        sowie Referenzfahrten zu Beispiel-
gischen Produkten wie Klimaput-        Viele regionale und internationa-     bauten, immer abgestimmt auf die
ze, Naturkalkoberflächen in den        le Unternehmen zeigen großes          TeilnehmerInnen.
verschiedensten Farben, Prote-         Interesse an den neuen Ideen und
inholzkleber, Naturdämmstoffe,         Produkten und möchten am Projekt      Das Kompetenzzentrum Haselhof
Öko-Brandschutzlösungen und            mitarbeiten und somit neue Innova-    als wichtiger Grundstein für eine
Biodünger geforscht. Besondere         tionen für die Region bringen und     regionale ökologische Kreislaufwirt-
Beachtung finden auch die vielfälti-   den Standort stärken.                 schaft freut sich auch zukünftig auf
gen Entwicklungen von Möbelstof-       Die Räumlichkeiten sind Ausstel-      viele Interessierte, Mitstreiter und
                                       lungsfläche für neueste, ökologi-     BauherrInnen!
                                       sche Innovationen UND gemütliche
                                       Schlafzimmer zugleich. Zukünftige
                                       Häuslbauer, Errichter öffentlicher    Kontakt:
                                       Gebäude etc. erhalten kompakte        www.ecoforma.co.at
                                       Info über gesunde, ökologische        Alfred Ruhdorfer
                                       Bauweise und können eine oder         Fürling 5c | AT-4152 Sarleinsbach
                                       mehrere Nächte Probeschlafen,         T +43 664/444 9221
                                       um zu erleben, wie es sich anfühlt,   F +43 7283/81070/4
                                       „gesund“ zu schlafen.                 E-Mail: office(at)ecoforma.co.at

10       LEADER Journal 2014
Ziel des einmaligen Pro-
jektes „Schauplatz Nach-
haltigkeit“ ist es, die drei
                                         Schauplatz Nachhaltigkeit
Säulen der Nachhaltigkeit
„Natur-Mensch-Wirtschaft“            Du hast viele Möglichkeiten, du      „Die Veränderungen, die auf uns
an Hand der Modellgemein-            hast einen Auftrag! Entdecke         zukommen, werden sehr herausfor-
de Sarleinsbach sichtbar zu          deine Möglichkeiten, du kannst       dernd. Wir sind es, die diese Verän-
machen.                              gestalten, du trägst Verantwor-      derungen mitgestalten können“, so
                                     tung!                                Rupert Engleder, ein begeisterter
Als besonders positiv wird empfun-                                        Initiator.
den, dass der neue Rundweg sich      Zum Abschluss wird der Besucher
auf den Marktbereich in Sarleins-    beim Gedankenrad eingeladen sich     Buchungsanfragen für Gruppen mit
bach konzentriert und der histo-     einen positiven Gedanken mitzu-      Führung und Filmpräsentation:
rische Marktplatz mit seinen vier    nehmen. Dreht man am Gedanken-       Tourismusverband Sarleinsbach,
einzigartigen Türmen eingebunden     rad, dann erscheint ein positiver,   Roswitha Märzinger
ist.                                 ermutigender Spruch.                 Tel. 07283/8255-22, Email: touris-
                                     Beispiel: Sei Du selber die Verän-   musverband@sarleinsbach.at
Idealerweise starten die Besucher    derung, die Du dir für diese Welt    www.sarleinsbach.at/nachhaltigkeit
mit einem Guide im Rathaus mit       wünschst.
dem Film „Biophilia – Liebe zum
Leben³“. Darin werden auf emo-
tionale Art und Weise praktische
Haltungen einer nachhaltigen
Lebensweise vermittelt.

Morgen wirst Du das sein,
was Du heute denkst ….

Da es sich bei diesem Projekt um
einen Bewusstseinsprozess handelt,
spielen die Gedanken jedes ein-
zelnen eine Schlüsselrolle. Dieses
Faktum zieht sich beim Schauplatz
Nachhaltigkeit wie ein roter Faden
durch. Dem entsprechend lautet
die Kernbotschaft auch:

                                                                                   LEADER Journal 2014       11
Kraft-Quelle-Baum
Auf DU und DU mit unseren
Bäumen im Hansbergland
"Auf Du und Du mit unseren Bäumen" ist der
Slogan des "Kraft-Quelle-Baum"-Wanderwegs,
der am 11. Oktober 2014 eröffnet wurde.

                                       Baumheilkunde ist die Lehre von       Neben St. Johann sind die Ge-
                                       der Lebenskraft der Bäume. Pflan-     meinden St. Veit, Oberneukirchen,
                                       zenteile werden aber auch in der      Ahorn, Helfenberg, Afiesl, St. Stefan,
                                       Volksheilkunde, Homöopathie,          Haslach, Auberg, St. Peter an dem
                                       Bachblütentherapie und natürlich      LEADER-Projekt beteiligt.
                                       in der Traditionellen Europäischen
                                       Medizin verwendet.                    Tiefer thematische Einblicke ge-
                                                                             währt das Buch „Baumheilkunde
                                       Der Rundweg erstreckt sich über       - Heilkraft, Mythos und Magie der
                                       den Hansberg, die Ruine Waxen-        Bäume" von Renato Strassmann,
Der rund 60 km lange Rundwan-          berg bis zur Burg Piberstein, über    das am beim Gemeindeamt um
derweg widmet sich dem Thema           die Steinerne Mühl zur Waldkapelle    29,80 Euro erhältlich ist.
„Baumheilkunde“. Schritt für Schritt   bei Piberschlag und deren Heilquel-
erfährt der Besucher am Weg nähe-      le. Dann geht es hinauf zum Nord-     Information:
res über die Heilkraft, Mythologie     waldkammweg entlang der Hotels        Tourismusverband St. Johann a.W.
und Wirkungen der Bäume. Das           Bergergut und Aviva über den          St. Johann 10
Eichenblatt wurde zum Symbol des       Wendenstein St. Stefan hinunter zur   4172 St. Johann am Wimberg
Weges gewählt, da die Eiche für        Großen Mühl und schließlich beim      +43 (0) 7217 7155-13
Kraft und Ausdauer steht.              Unterkagererhof vorbei durch schö-    baum@hansbergland.at
                                       ne Landschaften mit Blick übers       www.facebook.com/HansBergLand
                                       obere Mühlviertel bis ins Gebirge.

Wege der Entschleunigung
Böhmerwald-Rundwanderwege eröffnet
                                                                             Der Tourismusverband Böhmerwald
                                                                             eröffnete am 15. Juni ein neues
                                                                             Leitprojekt der Donau-Böhmerwald
                                                                             Region - den Weg der Entschleuni-
                                                                             gung. 5 Rundwanderwege verbin-
                                                                             den alte Energie- und Kraftplätze.
                                                                             Diese laden zum Wandern ein. Ein
                                                                             attraktives Begleitprogramm mit
                                                                             Vorträgen rund um das Wandern
                                                                             und die Natur des Böhmerwal-
                                                                             des ergänzte das Angebot in der
                                                                             Eröffnungswoche. Der Böhmerwal-
                                                                             drundweg wird von ortskundigen
                                                                             Wanderern begleitet. Altes Wissen
                                                                             über besondere Plätze und die Na-
                                                                             tur wird so neu vermittelt - ganz im
                                                                             Sinne des LEADER-Ansatzes der EU!
                                                                             Nähere Informationen finden Sie
                                                                             unter www.boehmerwald.at

12       LEADER Journal 2014
Donauwellen
in Obermühl
Im Rahmen dieses barriere-
freien Themenweges entlang
der Donau in Obermühl wer-
den typische Faunenelemen-
te des oberen Donautales
präsentiert.

                                        v.l.n.r.: Bgm. Josef Wögerbauer, Bgm. Franz Hofer, LAbg. Ulrike Schwarz, LAbg.
Neben den für diesen Flussab-           Georg Ecker, Erich Aumüller, Klaus Diendorfer
schnitt typischen Vertretern der
Fischfauna Nase (Chondrostoma
nasus) und Barbe (Barbus bar-           vorkommenden teils hoch gefähr-          schränkte Nutzung. Die Gesamtlän-
bus) werden auch für die Donau          deten Arten sensibilisiert.              ge des Weges beträgt ca. 2 km in
teilweise endemische Fischarten         Die Donaufische und damit ver-           einer Richtung – eine ideale Länge
vorgestellt. Auch unbekanntere          bundene Ökosysteme bzw. Lebens-          insbesondere für Menschen mit
Fischarten wie Zingel und Streber       räume bedürfen des besonderen            Beeinträchtigung. Am Start- bzw.
werden einbezogen und weisen auf        Schutzes.                                Endpunkt befindet sich das Gast-
die Vielfalt der heimischen Fisch-      Entlang der Stationen führt ein          haus Aumüller, das sich auf Fischkü-
fauna hin.                              asphaltierter Fußgänger- und             che spezialisiert hat und damit eine
Besucher des Themenweges wer-           Radfahrweg und ermöglicht auch           ideale Ergänzung zum Themenweg
den so für diese zum Teil nur in der    RollstuhlfahrerInnen oder Familien       darstellt. Wir gratulieren zu diesem
Donau und ihrem Einzugsgebiet           mit Kinderwagen die uneinge-             gelungenen LEADER Projekt!

Donaublick Kettenturm in Untermühl
Am Sonntag 4. Mai 2014
wurde die neue Aussichts-
plattform beim Kettenturm
in Untermühl eröffnet.

Im südöstlichen schroffen Felsabfall
des Schlossberges Neuhaus steht
auf einem vorstehenden Granitriff
etwa 25m über dem Donauspiegel
der Kettenturm (im Volksmund auch
„Lauerturm“ oder „Räuberturm“
genannt). Der Kettenturm wurde
wahrscheinlich im 14. Jahrhundert
errichtet und diente zur Mautein-
hebung und Schutz der Kaufleute
auf der Donau. Auf Initiative von
Besitzer Dr. Otto Plappart errichtete
der Tourismusverband St. Martin
eine Aussichtsplattform. Für die        geschaffen, die den touristischen        Wir gratulieren dem Tourismus-
Radfahrer, Donausteigwanderer,          Wert der Region erhöht und viele         verband St. Martin und Initiator
aber auch für die Gäste auf den Do-     Gäste zu einem weiteren Besuch in        Dr. Otto Plappart herzlich zu diesem
nauschiffen wurde eine Attraktion       die Region bewegen soll.                 LEADER Projekt!

                                                                                          LEADER Journal 2014      13
Genusskulinarium in Rohrbach
„Biete dem Leib etwas Gutes, damit die Seele Lust hat,
darin zu wohnen.“
                                          Sir Winston Churchill

14   LEADER Journal 2014
Genussfest 2014
Ein Fest zu „Ähren“ der alten Mühlviertler
Getreidesorte Schlägler Bioroggen

                        LEADER Journal 2014   15
GenussRegion Schlägler Bioroggen
                Als Teil der Gemeinschaftsinitiative LEADER                   GenussWirten kann diese beson-
                der Europäischen Union werden in der Mühl-                    dere Getreidesorte wirtschaftlich
                viertler Region Donau-Böhmerwald ländliche                    genutzt und damit auch für künfti-
                Entwicklung und Wertschöpfung in Verbindung                   ge Generationen erhalten werden.
                mit Förderung der Biodiversität und des Klima-
                schutzes gelebt.                                              Die junge GenussRegion Schlägler
                                                                              Bioroggen hat noch viel Potenzial:
                                                                              So gilt es aus ihrem Leitprodukt
Die GenussRegion Schlägler Biorog-    die Kulturlandschaft des Mühl-          eine breite Palette an Produkten
gen umschließt diese Region mit       viertels. Bei der Herstellung des       und Dienstleistungen zu entwickeln,
ihren weitläufigen Roggenfeldern      Schlägler Bioroggens, einer alten       die KundInnen von heute und mor-
und stellt mit der Erzeugung regi-    lokalen Hofsorte, halten sich die       gen ansprechen und gleichzeitig
onaler Produkte einen wichtigen       LandwirtInnen der Region an die         zur Bewusstseinsbildung für dieses
Aspekt im Entwicklungskonzept der     Richtlinien des biologischen Anbaus     Kulturgut beitragen. Veranstaltun-
Region dar. Gemeinsam mit der GE-     und achten so auf Sortenreinheit,       gen und Marketingmaßnahmen
NUSS REGION ÖSTERREICH werden         Fruchtfolge und standortangepass-       innerhalb, wie auch außerhalb der
hier die zentralen Werte und Ziele,   te Kulturführung.                       Region können so die Bekanntheit
wie die Förderung der regionalen                                              und das Image der Region weiter
Wirtschaft, die Qualitätssicherung    Wie es für Österreichs GenussRegi-      vorantreiben und vor allem für ein
der heimischen Lebensmittel und       onen typisch ist, werden auch hier      qualitatives Wachstum in Zusam-
die Wertschöpfung der ländlichen      die Produkte entlang der Wert-          menarbeit mit der GENUSS REGION
Regionen, umgesetzt.                  schöpfungskette und in der Region       ÖSTERREICH sorgen.
                                      verarbeitet. Durch die besten Köpfe
Denn die Bäuerinnen und Bauern        der Region, in diesem Fall einem                  Margareta Reichsthaler,
der GenussRegion sichern nicht nur    Müller, mehreren Bäckereien, einer                           Obfrau der
einen wichtigen Teil der Lebens-      Käserei, einer Schnapsbrennerei,             GENUSS REGION ÖSTERREICH
mittelversorgung, sie prägen auch     einer Fleischerei, einer Brauerei und

Erntedankfest am Wiener Heldenplatz
„Was gibt es besseres als
Produkte und Lebensmittel
aus der Heimat?“

Unter diesem Motto präsentierten
die Genussregionen Österreichs
am Wiener Heldenplatz Anfang
September heimische kulinarische
Tradition mit allen Sinnen.

Mit dabei beim Erntedankfest                                                        Schlägler
waren auch Schmankerl aus der
mühlviertler Region Donau-Böh-                                                      Bioroggen
merwald. Vorgestellt wurde das
Bio-Körndleck der Käserei Stöbich -
Bioweichkäse, veredelt mit Schläg-
ler Bioroggenkörnern.

Zahlreiche Besucherinnen und
Besucher aus nah und fern kosteten
und kauften regionale Spezialitäten
                                                                                    www.genuss-region.at
aus unserer Genussregion.

16      LEADER Journal 2014
Fotos: Ludwig Gierlinger

Kräuterkirtag in Klaffer
Heuer erstmals mit den Genussregionen aus Österreich
Rund 5000 Besucher be-                    Erstmals waren heuer auch 12 Ge-        Genussregionen Innviertler Sur-
suchten den Kräuterkirtag                 nussregionen aus ganz Österreich        speck, Wachauer Marille, Steirisches
in Klaffer. 130 Aussteller aus            vertreten, die die Besucher des         Kürbiskernöl, Vulkanlandschinken
ganz Österreich und Bay-                  Kräuterkirtags mit Köstlichkeiten       und natürlich der Genussregion
ern – die weitest angereis-               aus Ihrer Region verwöhnten. So         Schlägler Bioroggen schmecken.
ten kamen aus Regensburg                  ließen sich die zahlreichen Besucher
und Augsburg – zeigten ihre               unter anderem Schmankerl aus den
Produkte.

Frauennetzwerk Rohrbach                                                           Dieser Entwicklung Rech-
                                                                                  nung tragend wurde die
                                                                                  25-Jahr-Feier im Centro zum
Aus einer Schar aktiver junger Frauen ent-                                        Anlass genommen, das Frau-
stand vor 25 Jahren ein nicht mehr wegzu-                                         enTreff auf Frauennetzwerk
                                                                                  Rohrbach umzubenennen.
denkendes Netzwerk von und für Frauen
aus der Region.                                                                   Die Gäste erlebten eine spritzige
                                                                                  Präsentation des Frauennetzwerks,
                                                                                  bei der auch die Bedeutung der
                                                                                  Arge Region Kultur in der Geschich-
                                                                                  te des FrauenTreff sichtbar wurde.
                                                                                  Die Einleitung gestaltete Geschäfts-
                                                                                  führerin Jutta Müller, die anschlie-
                                                                                  ßend die Moderation an Christine
                                                                                  Haiden übergab. Sie brachte mit
                                                                                  interessanten Fragen zwei kurz-
                                                                                  weilige und amüsante Talkrunden
                                                                                  auf die Bühne, an denen zahlreiche
                                                                                  Landes-, Bezirks- und Gemeindepo-
                                                                                  litiker sowie die Geschäftsführerin
                                                                                  der Arge Region Kultur teilnahmen.
                                                                                  Die Chefin der Soroptimistinnen
                                                                                  Club Rohrbacher Land unterstützte
                                                                                  das Frauennetzwerk bei der Grün-
                                                                                  dung eines Frauenfonds und spen-
                                                                                  dete Lebensmittelgutscheine in der
                                                                                  Höhe von € 1.000,-. Die Poxrucker
v.l.n.r. Mag. Elfie Hackl, Bezirkshauptfrau Dr. Wilbirg Mitterlehner, Bgm. And-   Sisters rundeten den Abend musi-
reas Lindorfer, Michaela Billinger, LAbg. Georg Ecker, Christine Haiden           kalisch stimmungsvoll ab.

                                                                                          LEADER Journal 2014           17
18   LEADER Journal 2014
Engagierte Netzwerker!
         Vorstand und
    Regionalausschuss
   der LEADER Region

            LEADER Journal 2014   19
Großartige Leistungen zeigten die Teilnehmer beim Talentebewerb 2014. Sieger wurde das Schlagzeugensemble „Groo-
ve Regiment“ der Musikschule Rohrbach (Christian Stelzer, Simon Hintringer, Benedikt Langer und Sebastian Lachtner).

Kunst- und Kulinarik-Festival 2014
Um der inhaltlichen Ausrichtung des traditio-
nellen Marktfestes in Sarleinsbach noch mehr
Nachdruck zu verleihen, wurde das Fest in
„Kunst- und Kulinarik-Festival“ umbenannt.
Schon die offizielle Eröffnung war ein High-
light: Käse und Wein, die Präsentation des
Kochbuches „Alles Käse“ sowie die Vernissa-
ge der Ausstellung „Mal-Zeit“ mit Exponaten
gestaltet von Klienten des ARCUS Sozialnetz-
werkes begeisterten die Besucher.

                                                           Michaela Stöbich, Franz Eibl, Bgm. Roland Bramel und
                                                           Manuela Eilmansberger beim Käseanschnitt

„Die tollen Leistungen der Teilneh-    Qualität der künstlerischen und         Der erste Käsemarkt im Rahmen
mer an der Talenteshow im Rahmen       stimmungsvollen Darbietungen.           dieses Festes fand sowohl bei den
des Kunst- und Kulinarikfestivals      Elf Talente aus der LEADER-Region       Ausstellern als auch bei den Besu-
haben sich wirklich jeden einzel-      Donau-Böhmerwald zogen die              chern einhellig Anklang. 22 Aus-
nen der mehr als 1.100 Zuhörer         Zuschauer in den Bann und stellten      steller präsentierten ihre Produkte
verdient“, so Bürgermeister und        sich der Jury.                          direkt am Marktplatz. „Dass trotz
Jurymitglied Ing. Roland Bramel.                                               des schlechten Wetters so viele
Leider zwang das unsichere Wetter      Sieger wurde das Schlagzeugen-          Besucher kommen, das hat mich
zu einer Zweiteilung der Show.         semble „Groove Regiment“ der            total überrascht“, so ein mehr als
Rund 400 der Gäste erlebten im         Musikschule Rohrbach.                   zufriedener Aussteller. Einhelliger
Saal des Gasthauses Reiter die                                                 Tenor: „Diese Veranstaltung muss
Künstler live. Eine professionelle     Bürgermeister Roland Bramel über-       weitergeführt werden.“
Übertragung auf den Marktplatz         raschte alle Teilnehmer mit einer
sicherte allerdings auch allen Zu-     Jahreseintrittskarte 2015 für das
schauern im Freien eine perfekte       Naturbad Sarleinsbach.

20       LEADER Journal 2014
Gemeinsam die Vergangenheit erleben
Was verbindet Alt und Jung mehr,
als die Vergangenheit? Altes Wis-
sen gepaart mit moderner Technik,
so wie mit einer Topothek, bringt
die Generationen zueinander und
sichert historische Schätze.

Das hat auch die LEADER Region          Denn das ist die
Donau-Böhmerwald erkannt und            weitere Besonderheit
hat sich für die nächsten Jahre zum     der Topothek, dass sie
Ziel gesetzt ein regionalhistorisches   nicht nur viele Bilder
Online-Archiv aufzubauen. Ab 2015       zeigt, sondern diese
umfasst die LEADER Region 41            auch alle verschlag-
Mühlviertler Gemeinden, von denen       wortet sowie verortet
bereits Kollerschlag, Neufelden,        sind. Man sieht gleich,
Oepping und Haslach über eine           wo der Photograph
eigene Topothek verfügen.               stand, welchen Blick-
                                        winkel er aufnahm und
Da aber nur regionale Kräfte die        in welchem Kontext
örtliche Geschichte umfassend           das jeweilige Bild ein-
und detailliert sichern können, ist     zuordnen ist.
das Prinzip der Topothek, dass
ihre Betreuer, die Topothekare und      Dass das Einpflegen      Anbauzeit 1930
Topothekarinnen, in der Gemeinde        des jeweiligen Materi-
verankert sind. Sie können durch        als nicht nur in der Gruppe äußerst     nerer (Oepping) und Mag. Thomas
ihre Vertrautheit mit den örtlichen     kurzweilig ist, sondern auch noch       Engleder (Haslach), bestätigen.
Gegebenheiten die regional rele-        sehr einfach ist, können die enga-
vanten Fragen stellen, historische      gierten Topothekare der LEADER          Die Topothek ist aber mehr als ein
Quellen auffinden und mit ihrer         Region Donau-Böhmerwald, Ignaz          Werkzeug. Sie ist eine Gemein-
Ortskenntnis die Einträge hochwer-      Märzinger (Kollerschlag), Katrin        schaft Gleichgesinnter, denen die
tig beschlagworten und verorten.        Sammer (Neufelden), Erwin Han-          Bewahrung und Zugänglichkeit der
                                                                                Ortsgeschichten ein Anliegen ist.
                                                                                Newsletter, Forum und Topothekar-
                                                                                treffen bieten eine Diskussionsplatt-
                                                                                form, inhaltlicher und technischer
                                                                                Support stehen stets zur Verfügung.

                                                                                 „Wir möchten weiteren Gemeinden
                                                                                Mut machen, verborgene Schätze
                                                                                ihrer Ortschaft in einer Topothek
                                                                                für die Nachwelt zu erhalten und
                                                                                bieten dazu über das LEADER-
                                                                                Management Hilfestellung an“, so
                                                                                Klaus Diendorfer, Geschäftsführer
                                                                                des LEADER Büros.

                                                                                Ganz im Sinne der Topothek: Damit
                                                                                es nicht vergessen wird!

Ausflug zur Ameisbergwarte 1954

                                                                                         LEADER Journal 2014      21
Eifrige Diskussion zur Frage: Was ist die Grundlage für das gute
                                                                                     LebensKlima in unserer Region?

LebensKlima
                                                                              Eckdaten
                                                                              LebensKlima
Den Erfolgsgeheimnissen der Nachhaltig-                                       Donau-Böhmerwald
keitspioniere auf der Spur                                                    Laufzeit: 2014 - 2016
                                                                              Finanzierung: Forschungsrahmenpro-
                                                                              gramm der Europäischen Kommis-
Was macht die Nachhaltigkeitspioniere der Region so erfolg-                   sion
reich? Wie kommt es, dass sich in dieser Region Nachhaltig-                   Team: Zentrum für Umweltforschung
keitsinitiativen von A wie ALOM über B wie Böhmerwaldschu-                    Leipzig, SPES Zukunftsakademie,
le, Bioregion oder E wie Energiegenossenschaft, Ecoforma                      LEADER-Region Donau Böhmerwald,
oder S wie Sozialsprengel Oberes Mühlviertel bis Z wie Zug-                   Bioregion Mühlviertel
kunft Mühlkreisbahn bestens etabliert haben?                                  Projektkonsortium: Das Projekt ist
Antworten auf diese Fragen werden von höchster Ebene, näm-                    in ein EU-Projekt bestehend aus elf
lich der Europäischen Kommission, durch das Forschungspro-                    europäischen Forschungseinrichtun-
jekt LebensKlima Donau-Böhmerwald gesucht.                                    gen eigebettet: Leitung: Universität
                                                                              La Coruña, Spanien.
                                                                              Nächste Schritte: Workshop zur Ana-
Ein neunköpfiges Team (Zentrum
für Umweltforschung Leipzig, SPES
Zukunftsakademie, Bioregion Mühl-
                                        Wie wirken sich die vielfältigen
                                        Nachhaltigkeitsinitiativen auf die
                                        Umwelt sowie das Wohlbefinden
                                                                                                           Six life
                                                                              lyse des Netzwerkes der Nachhaltig-
                                                                              keitsakteure, Tiefeninterviews mit ca.
                                                                              15 Personen und 2 Fokusgruppen
viertel, LEADER-Region Donau Böh-
merwald) wartet voller Tatendrang
                                        der Menschen aus? Was ist die
                                        Grundlage für das gute LebensKli-
                                                                              (Gruppendiskussionen) zu je 12
                                                                              Personen zum Thema „Nachhaltige
                                                                                                               GLAMUR
darauf, „die Weisheit der Region of-    ma und macht die Lebensqualität       Lebensstile“
fenzulegen“ und lud deshalb zur öf-     der Region aus? Was können ande-                                         use, hou
fentlichen Auftaktveranstaltung. Auf    re Regionen von der Modellregion      Mitmachen gefragt!
die im Laufe des Abends oft zitierte    Donau-Böhmerwald lernen?                                                    manuf
Mühlviertler- Mentalität“ („und jetzt   Fragen wie diese werden durch         Bei Interesse, das Projekt LebensKli-
packen wir es an!“) war auch diesmal    Untersuchungen in sieben euro-        ma Donau-Böhmerwald durch Ihre ding of
Verlass: rund 70 Personen - Vertre-     päischen Modellregionen, wovon        Meinungen und Ihre Erfahrungen zu
ter von Nachhaltigkeitsinitiativen,
interessierte Bürger, Bürgermeister
                                        Donau-Böhmerwald die einzige in
                                        Österreich ist, nachgegangen. Ant-
                                                                              bereichern, dem Projektteam für eine
                                                                              Befragung oder einen Workshop zur
                                                                                                                     are po
und Bezirkshauptfrau – folgten der
Einladung am 11. November ins
                                        worten auf diese Fragen haben die
                                        Bewohner bereits zahlreich in den
                                                                              Verfügung zu stehen, freuen wir uns
                                                                              sehr über Kontaktaufnahme!            (Spain)
Centro in Rohrbach.                     Gesprächen bei der Auftaktveran-      Einfach im Büro der LEADER-Region
Nachdem zahlreiche Nachhaltig-          staltung eingebracht: „Wir mö-        melden!                               Bohem
keitsinitiativen im Foyer Stände zur    gen zwar stur sein, aber in einem     leader@donau-boehmerwald.info
Präsentation ihrer Aktivitäten aufge-   positiven Sinne. Wir nutzen unsere    Tel.: 07283 / 81070                 Lazio R
baut hatten, wurde der Abend mit        Sturheit um durchzusetzen, dass       Marktplatz 7, 4152 Sarleinsbach
einer Begrüßung durch LAbg. Georg       aus Ideen auch wirklich Projekte                                         find out
Ecker und einer Projektvorstellung      werden.“ „Wir haben hier so viele
durch das Projektteam eröffnet: Le-
bensKlima Donau-Böhmerwald wird
                                        engagierte Bürger und Entschei-
                                        dungsträger und ein so hohes Aus-
                                                                                                               actors to
                                                                                in der Region ein breites Spektrum
in den nächsten eineinhalb Jahren
untersuchen, wie es in der Region
                                        maß an ehrenamtlich Tätigen – das
                                        zeichnet unsere Region aus!“ „Wir
                                                                                                            regions
                                                                                an Nachhaltigkeitsinitiativen gibt.
                                                                                Bei einem regionalen Buffet aus der
                                                                                                                         wi
zu einem Klima des Miteinanders
kam, das den Bewohner aber auch
                                        leben unsere Philosophie und reden
                                        nicht nur und es gibt hier eine
                                                                                                         analyses wil
                                                                                Bio- und Genussregion mit aktiver
                                                                                Vernetzung der Nachhaltigkeitspi-
der Umwelt gut tut - und wie dieses
noch verbessert werden kann.
                                        Handschlagqualität“ – so einige
                                        Meinungen auf die Frage, warum es                              and econom
                                                                                oniere klang der Abend aus – Le-
                                                                                bensKlima praktisch sozusagen.

22       LEADER Journal 2014
BioRegion Mühlviertel: Anerkennungspreis
für Umwelt und Nachhaltigkeit

v.l.n.r.: Klaus Bauernfeind, Susanne Maier, Friedrich Kaindlstorfer, Bgm. Albert Stürmer, Daniel Breitenfellner, LAbg. Ga-
briele Lackner-Strauss und Ernst Simader nahmen den Preis von LAbg. Ulrike Schwarz und Landesrat Rudi Anschober
entgegen. Foto: Land OÖ

Die BioRegion Mühlviertel wurde           „Es ist für uns eine besondere Freude, dass wir
bei der Verleihung des OÖ Landes-         beim OÖ Landespreis für Umwelt und Nachhal-
preises für Umwelt und Nachhaltig-        tigkeit mit dem Anerkennungspreis ausgezeich-
keit 2014 mit dem Anerkennungs-           net wurden. Das zeigt, dass das Netzwerk, das
preis ausgezeichnet. Das Team rund        mittlerweile aus 126 Partnerbetrieben besteht,
um Sprecher Bgm. Albert Stürmer           auf einem guten Weg ist“, sagt Bgm. Albert
und seine Stellvertreterin LAbg.          Stürmer, Sprecher der BioRegion Mühlviertel.
Gabriele Lackner-Strauss nahm den
Preis im Schlossmuseum in Linz
entgegen.
                                          Die Partner der BioRegion Mühl-           Ein besonderer BioRegion Mühl-
Die BioRegion Mühlviertel arbeitet        viertel setzen viele Initiativen, die     viertel-Most – die „Selektion Mühl-
seit einigen Jahren an der Vernet-        die Bedeutung des Mühlviertels            viertel“ – wurde von drei Partner-
zung der Biobetriebe des Mühl-            und die Top-Produkte aus der Re-          betrieben in gemeinsamer Arbeit
viertels. Zudem engagiert sie sich        gion weiter hervorheben. So wurde         erzeugt und vor kurzem präsentiert.
stark im Bereich Bildung, um der          im November die Gruppe „Perma             Auf das Qualitätsprodukt, das die
Bevölkerung Wissen über regiona-          Böhmerwald“ gegründet, die von            Wertigkeit der Mühlviertler Obst-
le und ökologische Kreisläufe zu          Roswitha Diaz-Winter (Biogartenhof        gärten hervorhebt, ist die BioRegi-
vermitteln. Biologische Wirtschafts-      Mühlland, Schlägl) und Waltraud           on derzeit besonders stolz.
und Lebensweise sowie Regionalität        Müller (Böhmerwaldgarten, Kräu-
stehen dabei im Mittelpunkt.              tergarten Klaffer) angeregt wurde.

                                                                                             LEADER Journal 2014        23
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