Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!

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Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
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Jahrgang 6 • Ausgabe 4 / November 2021 • Malteser in der Diözese Hildesheim

                                              Wir Malteser sagen:
                                              Danke, Raphael Ebenhoch!
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
E di t orial / I nhalt

Liebe Malteser,                                                   Inhalt
mein letztes Editorial – und keines fiel                          Ein Glücksfall für die Gesellschaft
mir je so schwer! Wie Sie wissen, lege                            Ehrenamtliche Malteser von SPD-Politikern mit
ich die Geschäftsführung der Malteser in                          „Gedenkmedaille Willy Brandt“ geehrt ................................. 3
der Diözese Hildesheim in andere Hän-
                                                                  Endlich zusammen
de. Was schreibt man also Menschen,
                                                                  Alle Malteser in Göttingen sind nun am gleichen Standort ... 4
die einem ans Herz gewachsen sind, mit
denen man gemeinsam Stürme über-                                  Eine Erfolgsgeschichte
standen, aber auch viel gelacht hat?                              Abschlussfeste für die Mitarbeiter der Impfzentren
Vielleicht: Niemals geht man so ganz! Oder ich entfalte die       Hannover und Braunschweig/Helmstedt .............................. 5
Idee, dass Leben immer Veränderung bedeutet. Alles richtig        Gliederungen und Dienste ................................................. 6–7
– und dennoch abgedroschen. Viel lieber lege ich Ihnen an
dieser Stelle einen Gedanken ans Herz, der mich in den letzten    Der Dream-Teamer
Jahren immer drängender beschäftigt: die Notwendigkeit            Raphael Ebenhoch verlässt die Malteser als Geschäfts-
nämlich, bei unserer Arbeit einen Ausgleich zwischen Mensch-      führer der Diözesangliederung Hildesheim .................... 8–10
lichkeit und Wirtschaftlichkeit, zwischen Gesinnungsethik         Anekdoten ................................................................................. 11
und Verantwortungsethik zu finden.                                Fotogalerie ........................................................................... 12–13
                                                                  Testimonials ........................................................................ 14–18
Der Soziologe Max Weber hat 1919 diese zwei moralischen
Grundpositionen beschrieben: eine Gesinnungsethik, die –          Die Ernte einfahren
stark zugespitzt – moralische Prinzipien über alles stellt und    Grußwort von Diözesanleiter Maximilian Freiherr
Folgekosten zweitrangig behandelt. Ihr entgegen steht nach        von Boeselager an den scheidenden Geschäftsführer ........ 19
Weber eine Verantwortungsethik, welche zuerst nach den
Folgen und der Verantwortbarkeit einer moralischen Entschei-      Poliertes Messing für ein Leben
dung fragt. Aufgabe politisch Handelnder soll es sein, einen      Hildesheimer Malteser machten sich auf
gesunden Ausgleich zwischen diesen beiden Positionen zu           einen „Stolpersteinrundgang“ ............................................... 20
finden.
                                                                  Freiheit auf zwei Reifen
Ich bin kein Politiker, aber das beschriebene Grundproblem        Die Malteser in Celle halfen Frauen aufs Rad .................... 21
hat auch mich immer begleitet: Wenn Not und Bedürftigkeit
grenzenlos sind, müsste dann nicht auch unsere Hilfe gren-        Acht Fragen an:
zenlos sein? Andererseits zeigt uns ein Blick in die Briefta-     Raphael Ebenhoch, Geschäftsführer der Malteser
sche schnell die Grenzen der Barmherzigkeit auf. In unserer       in der Diözese Hildesheim ..................................................... 22
Gesellschaft wird diese Auseinandersetzung längst mit großer
Schärfe ausgetragen: Müssen wir allen Menschen helfen, ohne       Medienspiegel ......................................................................... 23
Rücksicht auf die Kosten? Oder dürfen beziehungsweise müs-        Schlusspunkt ........................................................................... 24
sen wir unsere Hilfe begrenzen? Gesinnungsethiker gelten
dann schnell als naive und verantwortungslose Gutmenschen,
Verantwortungsethiker als menschenverachtende Rassisten.
Natürlich ist beides falsch, richtig ist der gesunde Ausgleich.      Impressum
Um den habe ich mich immer bemüht. Ob mir das gelang,
                                                                     Malteser Hilfsdienst in der Diözese Hildesheim
müssen andere entscheiden.
                                                                     Herausgegeben von Diözesanleitung und Geschäftsführung,
Ich möchte Sie jedenfalls bitten: Lassen Sie uns auch in Zu-         V.i.S.d.P.: Raphael Ebenhoch, Lohweg 15, 30559 Hannover
kunft immer nach guten Kompromissen zwischen Mensch-                 Redaktion und Konzeption: Dr. Michael Lukas
lichkeit und Wirtschaftlichkeit suchen und mehr miteinander,         Fotos: Hahn (Cover), Hahn (S. 2), Hüttig (S. 6/7: Hinter-
als übereinander reden! Bleiben wir in diesem christlichen           grund), privat (S. 12/13), Gossmann (S. 24), Einzelnachweis
Geist zusammen. Darum bittet Sie – ein letztes Mal,                  am Foto.
                                                                     Druck: Fischer-Druck GmbH, Wilhelm-Rausch-Straße 13,
Ihr                                                                  31228 Peine
                                                                     Internet: www.maltinews.malteser-hannover.de
                                                                     Spendenkonto: Pax Bank, IBAN: DE49 3706 0120 1201 2090 10
                                                                     Stichwort: D09ALLG
Raphael Ebenhoch

2                                                                                                maltinews • Nr. 4 / November 2021
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
N achrich t en
Foto: Lukas/Malteser

                                                                                                                              Ministerpräsident
                                                                                                                              Stephan Weil (links) und
                                                                                                                              SPD-Kanzlerkandidat
                                                                                                                              Olaf Scholz (rechts) im
                                                                                                                              Gespräch mit Maltesern.

                       Ein Glücksfall für die Gesellschaft
                       Ehrenamtliche Malteser von SPD-Politikern mit
                       „Gedenkmedaille Willy Brandt“ geehrt
                       Sie kamen als Ehrenamtliche und gin-       se nahmen. Im Original erhielt jede der   Bombenevakuierungen und ihrem Ein-
                       gen als Geehrte: Rund 30 Helferinnen       eingeladenen Hilfsorganisationen die      satz im Impfzentrum vor allem auch ihr
                       und Helfer des Malteser Hilfsdienstes      Medaille nur einmal, die Urkunde da-      Kältebus, der Obdachlose in Hannover
                       machten beim Ehrenamtsfest der SPD         gegen wurde an alle vergeben.             inzwischen rund ums Jahr mit Nahrung
                       am Montag, 5. Juli, auf dem Sportge-                                                 versorgt. Eindruck gemacht hatte dem
                       lände Hasenheide TKH in Hannover           „Ihr Hilfsorganisationen sorgt            Ministerpräsidenten bei einem Besuch
                       nicht nur persönliche Bekanntschaft        dafür, dass die Dinge klappen“            in der Malteser-Dienststelle im Jahr zu-
                       mit SPD-Finanzminister Olaf Scholz                                                   vor auch der Herzenswunsch-Kranken-
                       und dem niedersächsischen Minister-        Und das zurecht, wie SPD-Kanzlerkan-      wagen (siehe maltinews Nr. 4/2020).
                       präsidenten Stephan Weil, sondern er-      didat Scholz und sein Parteifreund Weil     „Ihr Hilfsorganisationen sorgt dafür,
                       hielten für ihren Einsatz auch die „Ge-    vor den zahlreich erschienenen Gästen     dass die Dinge klappen“, lobte der Vize-
                       denkmedaille Willy Brandt“.                immer wieder betonten: Geführt vom        kanzler bei seinem Rundgang, während
                                                                  Bundestagsabgeordneten Adis Ahme-         der Ministerpräsident bekannte, auch
                         „Sie setzen sich in besonderer Weise     tovic, dem Vorsitzenden der SPD Han-      den Hilfsdiensten sei es zu verdanken,
                       für unsere Gesellschaft und damit für      nover, machten Scholz und Weil in Be-     dass Niedersachsen bislang glimpflich
                       die Ideale ‚Freiheit, Gerechtigkeit und    gleitung der Bundestagsabgeordneten       durch die Covid-Pandemie gekommen
                       Solidarität‘ ein. Ihre Verbundenheit mit   Yasmin Fahimi auf dem wunderschön         sei. „Eine Gesellschaft, die über eine sol-
                       der Gesellschaft und Ihre Verdienste       gelegenen Freigelände des TKH die         che Zivilgesellschaft verfügt, kann sich
                       um die Gesellschaft sind beispielhaft.“    Runde von Hilfsorganisation zu Hilfs-     glücklich schätzen“, so Stephan Weil,
                       So heißt es in der Urkunde zur Verlei-     organisation, deren Vertreter in ihrer    bevor eine kleine Abordnung der Malte-
                       hung der Gedenkmedaille, die neben         jeweiligen Dienstkleidung gekommen        ser im Namen aller die Gedenkmedaille
                       den Maltesern auch zahlreiche Vertre-      waren. Was fiel Adis Ahmetovic zu den     in Empfang nahm.
                       ter anderer Hilfsdienste mit nach Hau-     Maltesern ein? Neben deren Hilfe bei                                   Michael Lukas

                       maltinews • Nr. 4 / November 2021                                                                                             3
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
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Die neue Dienststelle der Malteser Göttingen.

Endlich zusammen!
Alle Malteser in Göttingen sind nun am gleichen Standort
Es wuchs zusammen, was zusammen-                alle Dienste unter einem Dach vereint      gleitungs- und Entlastungsdienst für De-
gehört: Seit Anfang Juni residieren             sind, so war der Rettungsdienst der Mal-   menzkranke und ein großzügiger Aus-
alle Malteser in Göttingen unter einer          teser in Göttingen jahrelang in der Zim-   bildungsraum für die Erste-Hilfe-Ausbil-
gemeinsamen Adresse. Rettungswache              mermannstraße zu finden, die Malteser-     dung.
und Dienststelle finden sich nun in der         Dienststelle zuletzt in der Benzstraße,       Der Rettungsdienst freut sich über eine
Wilhelm-Lambrecht-Straße 3 im Stadt-            was dem Gemeinschaftsgefühl nicht zu-      geräumige Halle von rund 950 Quad-
teil Hagenberg.                                 träglich war. Schon im Herbst 2019 gab     ratmetern Grundfläche für die beiden
                                                es daher erste Überlegungen, alle Malte-   Krankentransportwagen und ein Mehr-
  Die Wurzeln des katholischen Hilfs-           ser-Dienste in Göttingen zusammenzu-       zweckfahrzeug, das sowohl für den Ret-
dienstes liegen im Sanitäts- und Ret-           führen.                                    tungsdienst wie auch für Krankenfahr-
tungsdienst. Doch seit vielen Jahrzehn-           Die Corona-Pandemie hat diese Um-        ten eingesetzt wird. Außerdem werden
ten sind die Malteser auch auf anderen          zugspläne zwar zunächst verzögert,         in der Halle neun Fahrzeuge des Katas-
Gebieten tätig, zum Beispiel im Hausnot-        doch unter Dienststellenleiter Markus      trophenschutzes stehen. Darüber hinaus
ruf oder in verschiedenen Besuchs- und          Stottut konnten nun im Frühsommer          blieb den Retterinnen und Rettern noch
Begleitungsdiensten. Während an den             endlich Umzugswagen rollen.                genug Platz, sich häuslich einzurichten:
meisten deutschen Malteser-Standorten                                                      Ein gemütlicher Aufenthaltsraum und
                                                360 Quadratmeter Bürofläche,               Ruheräume bieten Rückzugsmöglichkei-
                                                geräumige Halle für Fahrzeuge              ten für lange Bereitschaftsdienste.
                                                                                              Das neue Malteser-Domizil zeigt sich
    Malteser Göttingen:                           Die neue Niederlassung der Malteser      dem Besucher freundlich und offen. Bo-
    Wilhelm-Lambrecht-Straße 3                  verfügt über rund 360 Quadratmeter         dentiefe Glasfenster sorgen für viel Hel-
    37079 Göttingen                             Bürofläche. Platz genug für zehn haupt-    ligkeit und eine gute Arbeitsatmosphäre.
    Tel.: (05 51) 89 06 97 70                   amtliche Mitarbeiter und rund 30 Ehren-    Kein Wunder – die Gebäude gehörten
    Fax: (05 51) 89 06 97 79                    amtliche im Sanitätsdienst und Katastro-   einst einem Unternehmen für Ladenein-
    E-Mail: info.goettingen@malteser.org        phenschutz, die in der Regel nur abends    richtungen und haben einen ganz eige-
    Web: www.malteser-goettingen.de             oder am Wochenende in der Dienststelle     nen architektonischen Charme.
                                                sind. Hinzu kommen Büros für den Be-                                   Michael Lukas

4                                                                                          maltinews • Nr. 4 / November 2021
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
N achrich t en

Eine Erfolgsgeschichte
Abschlussfeste für die Mitarbeiter der Impfzentren
Hannover und Braunschweig/Helmstedt
Neun Monate lang haben die Malteser         Foto:s Lukas/Malteser
in Hannover und Braunschweig sowie
Helmstedt geholfen, die Bevölkerung
gegen das Coronavirus zu impfen. Mit
zwei großen Abschlussfesten in der
Braunschweiger Dienststelle am Sams-
tag, 25. September, sowie der Diözesan-
geschäftsstelle in Hannover-Misburg
am Sonntag, 26. September, bedankte
sich der Hilfsdienst nun bei seinen Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeitern aus den
Impfzentren und stellte ihnen zugleich
die ganze Bandbreite der Malteser-
Einsatzgebiete vor. Vielleicht bleibt der
eine oder die andere dem Malteser-Eh-
renamt erhalten.

  Etwas mehr als 200 Mitarbeiter hatten
die Malteser für das Impfzentrum Han-
nover neu eingestellt, etwa 65 waren es
in Braunschweig und Helmstedt. Ein                                  Bestes Wetter und gute Laune beim Abschlussfest der Malteser Braunschweig.
großer Teil von ihnen war den Einladun-
gen zu den Abschlussfesten gefolgt, um                              reichen Einsatzgebiete der Malteser zu       im Impfzentrum Hannover als „Er-
einmal abseits des Impfdienstes mitei-                              informieren. Ehrenamtliche präsentier-       folgsgeschichte, die unserem Einsatz
nander zu reden und sich über die zahl-                             ten ihnen jeweils den Herzenswunsch-         2015/2016 bei der Bewältigung der
                                                                                       Krankenwagen, den         Flüchtlingskrise in nichts nachsteht. Sie
                                                                                       Katastrophenschutz,       haben seit Ende des vergangenen Jah-
                                                                                       die    Demenzarbeit       res eine wirklich tolle Arbeit geleistet
                                                                                       der Malteser und          und dazu beigetragen, die Pandemie
                                                                                       vieles mehr.              zu bekämpfen“, lobte der stellvertre-
                                                                                                                 tende Diözesanleiter in seiner Rede, die
                                                                                        „Ihr habt                schriftlich an die Gäste verteilt wurde,
                                                                                        viel gegeben“            da er zeitlich verhindert war.
                                                                                                                   „Ihr habt durch Euren Einsatz viel ge-
                                                                                          Zunächst      aber     geben und ich kann sagen, dass alle das
                                                                                        hieß es, Rückschau       auch mit Herzblut getan haben,“ lobte
                                                                                        zu halten und Dank       auch Nicolai Hollander, Dienststellenlei-
                                                                                        zu sagen. In einem       ter in Braunschweig und Koordinator der
                                                                                        Grußwort bezeich-        Malteser-Impfteams in Braunschweig
                                                                                        nete Dr. Manfred         und Helmstedt. Auch wenn er nach dem
                                                                                        Schneider, der stell-    Schließen der Impfzentren leider nie-
                                                                                        vertretende Diöze-       manden weiterbeschäftigen könne, so
                                                                                        sanleiter der Mal-       hoffe er doch, viele von ihnen für einen
                                                                                        teser in der Diöze-      ehrenamtlichen Dienst bei den Maltesern
                                                                                        se Hildesheim, den       gewinnen zu können.
Ehrenamtliche informierten über die Dienste der Malteser.                               Dienst der Malteser                                  Michael Lukas

maltinews • Nr. 4 / November 2021                                                                                                                       5
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
G liederungen und D iens t e

                                                                                                                                                                             Bild: Screenshot
    Mutmachlied macht Laune
    Hannover. Mit „Walk on“ hat der NDR einen klei-
    nen Corona-Sommerhit gelandet. 200 Menschen aus
    verschiedensten Berufen stellte der Sender an verschiedenen Orten vor die Kamera und ließ sie gemeinsam das Mutmach-Lied
    „Walk on“ gegen den Corona-Blues ansingen: Pflegekräfte, Schülerinnen und Schüler, Zugschaffner, Künstler und viele andere.
    Mit dabei: das Malteser-Impfteam des Impfzentrums Hannover unter der Leitung von Hans Höing. Wunderschöne Bilder sind
    den NDR-Machern gelungen, die sie am Ende auf viereinhalb Minuten komprimieren mussten. Der Videoclip ist zu finden auf:
    www.ndr.de, Suchwort „Walk on“
                                                Foto: Lukas/Malteser

                                                                       Malteser gut dargestellt
                                                                       Diözesangliederung. Am 22. April 1996 hat Raphael Ebenhoch als Trainee
                                                                       bei den Maltesern angefangen und ist über die Jahre zum Diözesan-, Bezirks-
                                                                       und Landesgeschäftsführer der Malteser in der Diözese Hildesheim aufge-
                                                                       stiegen (siehe Schwerpunktthema). Ein Vierteljahrhundert später bereiteten
                                                                       ihm seine Mitarbeiter am 22. April in der neuen Diözesangeschäftsstelle ei-
                                                                       nen kleinen Überraschungsempfang, zu dem auch Regionalgeschäftsführer
                                                                       Sebastian Kliesch kam. Der lobte neben Ebenhochs wirtschaftlichen Erfol-
                                                                       gen vor allem auch sein freundliches Auftreten und die gute Darstellung der
                                                                       Malteser nach außen. Lohn dafür: ein Jubiläums-Abzeichen samt Buch und
                                                                       Korb mit Leckereien für den Jubilar, ein Blumenstrauß für dessen Frau.
                                                                                            Foto: Lukas/Malteser

    Ein Hauch von Lourdes
    Hildesheim-Marienrode. Pilgertag statt Pilgerreise – zum
    zweiten Mal schon musste die traditionelle Wallfahrt der Mal-
    teser in der Diözese Hildesheim nach Lourdes Ende August co-
    ronabedingt ausfallen. Mit einem Pilgertag haben sich ehemali-
    ge Pilger und Lourdes-Freunde am Sonntag, 26. September, in
    der Klosterkirche von Marienrode bei Hildesheim zumindest
    ein wenig Pilger-Feeling geholt. Der Tag begann mit einem
    Gottesdienst mit Kaplan David Bleckmann, der bei der bislang
    letzten Lourdesreise 2019 als Geistlicher dabei gewesen war,
    und endete mit Kaffee und Kuchen im Pilgersaal.
                                                                                   Foto: Symbolfoto Malteser

                                                                                                                   Großzügiger Dank
                                                                                                                   Braunschweig. Ein „Weihnachtsgeschenk“ mit Folgen:
                                                                                                                   Nachdem zwei Braunschweiger Rettungssanitäter am
                                                                                                                   26. Dezember 2020 – dem zweiten Weihnachtsfeiertag!
                                                                                                                   – ihrem Mann bei einem „beispiellosen Einsatz“ sehr ge-
                                                                                                                   holfen haben, hat eine Braunschweiger Bürgerin Anfang
                                                                                                                   März 600 Euro an die Braunschweiger Malteser gespen-
                                                                                                                   det. Je ein Drittel soll Obdachlosen, den Malteser-Ret-
                                                                                                                   tungshunden und dem Herzenswunsch-Krankenwagen
                                                                                                                   der Malteser zugute kommen.

6                                                                                                                                  maltinews • Nr. 4 / November 2021
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
G liederungen und diens t e

                                                                                                                              Foto: Lukas/Malteser
  Impfen unterwegs
  Hannover. Impfschutz mit nur einem Termin und ohne vorherige Anmeldung bot
  die Stadt Hannover seit Juli in ihrem „Impfbus“, der mehrere Wochen an verschie-
  denen Punkten Impfstoff von Johnson&Johnson verimpfte. Besetzt war der Bus
  mit fachkundigen Helferinnen und Helfern der Malteser aus dem Impfzentrum
  Hannover, die gut zu tun hatten: Über Langeweile konnten sie sich nicht beklagen,
  denn das Angebot wurde meist gut angenommen. Das Projekt „Impfbus“ fand
  in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr und dem Fachbereich Soziales der
  Landeshauptstadt Hannover statt.
                                                                    Foto: Lukas/Malteser

                                                                                           Unter Gottes Schutz
                                                                                           Hannover. Die Rikschas der Malteser Hannover stehen nun auch offiziell
                                                                                           unter Gottes Segen: In einer kleinen geistlichen Zeremonie segnete Propst
                                                                                           Dr. Christian Wirz, Regionaldechant der Katholischen Kirche in der Regi-
                                                                                           on Hannover, am Mittwoch, 7. Juli, vor der Basilika St. Clemens die beiden
                                                                                           Fahrräder. Im Rahmen des Projektes „KulTour Begleitungsdienst“ sollen
                                                                                           sie in Zukunft ältere und einsame Menschen zur gemeinsamen Ausfahrt
                                                                                           verführen (siehe maltinews 2021-03). „Dieser Segen gilt den Menschen,
                                                                                           die die Rikschas fahren, und denen, die gefahren werden”, sagte Wirz,
                                                                                           der auch dem Domkapitel des Mariendoms in Hildesheim angehört.
                                                                                                               Foto: Balzer

  Hilfe an der Pforte
  Hildesheim. Das MediMobil der Hildesheimer Malteser für sozial
  Schwache und Obdachlose hält seit Sommer nun auch alle zwei Wochen
  an der sozialen Begegnungsstätte Vinzenzpforte der Hildesheimer Vin-
  zentinerinnen, um Bedürftigen eine kostenlose Arztsprechstunde anzu-
  bieten. „Wir freuen uns darüber sehr“, sagt Jeanne Golla, die Leiterin des
  Sozialen Treffpunkts mit Essensausgabe. „Viele der Menschen, die zu
  uns kommen, sind nicht krankenversichert oder scheuen vor Arztbesu-
  chen zurück.“ Das MediMobil ist mit Verbandmaterial und Medikamen-
  ten ausgestattet und mit Ehrenamtlichen besetzt, darunter immer auch
  einem Arzt. Finanziert wird das MediMobil durch Spenden.
                                                 Bild: Screenshot

                                                                                   SAT1 besuchte Impfzentrum
                                                                                   Hildesheim. Die damals bevorstehende Schließung der Impfzentren war dem
                                                                                   Sender Sat1 Regional am 15. September einen Besuch in Hildesheim wert.
                                                                                   Vor der Kamera: Janna Beitzen, Teamleiterin des Malteser-Impfteams Hildes-
                                                                                   heim. „Wir haben uns hier so viele Stunden gesehen und sind zusammenge-
                                                                                   wachsen. Alle haben an einem Strang gezogen und wollten das bestmöglich
                                                                                   rocken.“ Es klang wehmütig, was Beitzen den Redakteuren über das Team
                                                                                   erzählte, und doch: „Wir werden uns ja nicht verlieren im Leben.“ Wie alle
                                                                                   Impfzentren in Niedersachsen, so wurde auch das Hildesheimer zum 30. Sep-
                                                                                   tember geschlossen. Der Sat1-Beitrag im Internet: https://www.sat1regional.
                                                                                   de/impfzentren-in-niedersachsen-ende-september-ist-schluss/

maltinews • Nr. 4 / November 2021                                                                                                                                       7
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
S chwerpunk t

Der Dream-Teamer
Raphael Ebenhoch verlässt die Malteser als Geschäftsführer
der Diözesangliederung Hildesheim
Mehr als ein Vierteljahrhun-                                                                       zer und Klassenkasper“,

                                                                                                 Foto: Lukas/Malteser
dert hat Raphael Ebenhoch                                                                          der zunehmend auf
die Malteser in der Diözese                                                                        Distanz zu einer unre-
Hildesheim in verschiedenen                                                                        flektierten Rosenkranz-
Positionen mitgeprägt, die                                                                         Frömmigkeit ging. Den-
längste Zeit als Diözesan- und                                                                     noch gelang ein gutes
Landesgeschäftsführer. Die-                                                                        Abitur, nachdem der
se Aufgabe gibt er nun Ende                                                                        Schüler auf dem Wirt-
November ab. Wie tickt der                                                                         schaftsgymnasium sein
Mann, der als Diözesange-                                                                          Interesse für Zahlen und
schäftsführer alle glücklich                                                                       Wirtschaft entdeckt hat-
machen sollte – Ehrenamt                                                                           te. Nach einer Banklehre
und Hauptamt, Katastrophen-                                                                        entschloss sich der jun-
schutz und soziales Ehrenamt,                                                                      ge Mann zum Studium
die Spendablen und die Spar-                                                                       der      Verwaltungswis-
füchse? Annäherung an einen                                                                        senschaften an der Uni-
Macher zwischen Mitleid und                                                                        versität Konstanz, wo
Moneten:                                                                                           er sich nicht nur in die
                                                                                                   Stadt und das Studen-
   Raphael Ebenhoch ist ein                                                                        tenleben verliebte, son-
Allgäuer, geboren in Leut-                                                                         dern auch in eine junge
kirch als jüngster von vier                                                                        Physiotherapeutin mit
Brüdern in eine tief im katho-                                                                     schlesischen Wurzeln.
lischen Glauben verwurzelte                                                                        Letzteres mündete 1994
Familie. Väterlicherseits kom-                                                                     in eine Ehe, der 1996 ein
men seine Vorfahren aus dem                                                                        Sohn entsprang, und in
Allgäu und dem Voralberg                                                                           eine lebenslange Liebe
und pflegten einen boden-                                                                          zu Polen. Davon zeugen
ständigen Glauben. Mütterli-                                                                       polnische Sprachkennt-
cherseits hat Ebenhoch sude-                                                                       nisse und nicht zuletzt
tendeutsch-katholisches Blut.                                                                      das      Nummernschild
Seine Großmutter – ehemalige                                                                       seines Dienstwagens –
Gouvernante der österreichi-                                                                       „PL“.
schen Kaiserin Zita – floh mit                                                                        Vor etwas mehr als ei-
zwei Töchtern, seiner späteren                                                                     nem Vierteljahrhundert,
Mutter und seiner Tante, 1945 „Malteser läuft“ beim Grillabend des Diözesanvorstands im Juli 2021. am 22. April 1996, stellte
aus Freiwaldau ins Allgäu und                                                                      sich Raphael Ebenhoch
exerzierte einen strengen katholisch- katholische Volkskirche hinein, mit schließlich in den Dienst der Malteser.
aristokratischen Erziehungsstil.        sonntäglichem Kirchgang und regelmä- Wie kam es dazu? Ganz klassisch über
                                        ßigen Wallfahrten.                            einen Absolventenkongress in Köln.
Langhaariger „Revoluzzer                  Geordnete Verhältnisse also, wenn Dort blieb der Noch-Student am Stand
und Klassenkasper“                      auch vielleicht ein wenig zu viel des Gu- der Malteser hängen. Ursprünglich hat-
                                        ten. Die Familiengeschichte Ebenhoch te Ebenhoch eine Karriere im Bereich
   Wie alle seine Brüder, so wurde auch blieb jedenfalls nicht ohne Brüche und Personalmanagement und Personalar-
Raphael Ebenhoch Ministrant und auch Sohn Raphael wurde als junger Er- beit geplant, doch den Gedanken, das
wuchs ganz selbstverständlich in eine wachsener zum langhaarigen „Revoluz- Wirtschaftliche mit dem Sozialen zu ver-

8                                                                                    maltinews • Nr. 4 / November 2021
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
S chwerpunk t

                                                                            Foto: Schulze/Malteser

                                                                                                                                                       Foto: Malteser
Raphael Ebenhoch mit Diözesanleiter Max von Boeselager.                                              Mit seinem Vorgänger Hartmut Berkowsky (links).

binden, wurde er nicht mehr los. Nach           Raphael Ebenhoch musste in seine                              die Gespräche, wenn ich in die Büros
mehreren Bewerbungsgesprächen und             Führungsaufgaben erst hineinwachsen:                            kam,“ erinnert sich der scheidende Diö-
einem Assessment-Center wechselte             „Als ich in Braunschweig Dienststellen-                         zesangeschäftsführer mit Schaudern.
Ebenhoch schließlich als Trainee nach         leiter wurde, da verstummten plötzlich                          „Erst allmählich habe ich begriffen, dass
Hannover.

Können und Einsatz, aber
auch ein Quäntchen Glück                         Lebenslauf Raphael Ebenhoch
   Die ersten Jahre waren nicht leicht: Der      • Geboren: 22. September 1968 in Leutkirch, römisch-katholisch
junge Universitätsabsolvent kam in eine          • 1988: Abitur am Wirtschaftsgymnasium Wangen
Diözesangliederung, die sehr stark auf           • 1988 – 1990: Banklehre (Deutsche Bank AG Ravensburg),
den damaligen Diözesangeschäftsfüh-                Abschluss: Bankkaufmann
rer zugeschnitten war und wirtschaftlich         • 1990 – 1995: Studium der Verwaltungswissenschaften an der
am Boden lag. Zudem stand die Aufspal-             Universität Konstanz, Schwerpunkt Arbeitspolitik und Verwaltungs-
tung der Malteser in einen e. V. und eine          management
gGmbH an. So musste sich Ebenhoch                • 22. April 1996 – April 1997: Traineeprogramm der Malteser in der
damals unter teilweise heftigem Gegen-             Diözesangeschäftsstelle Hannover
wind um mehrere Baustellen gleichzei-            • Mai 1997 – Dezember 1997: Malteser-Dienststellenleiter Braunschweig
tig kümmern: Unwirtschaftliche Dienste           • Januar 1998 – Dezember 2000: Malteser-Bezirksgeschäftsführer
und Standorte waren zu schließen, Ret-             Braunschweig
tungswachen mussten auf Vordermann               • Januar 2001 – November 2021: Malteser-Bezirksgeschäftsführer Bezirk
gebracht und die Ehrenamtlichen mit                Hildesheim (Verschmelzung der Bezirke Braunschweig und Hildesheim)
den neuen Malteser-Strukturen versöhnt           • Juli 2004 - November 2021: Diözesangeschäftsführer der Malteser in
werden. Im Großen und Ganzen ist das               der Diözese Hildesheim
gelungen, dank Ebenhochs Können und              • Seit 2004: Landesgeschäftsführer der Malteser Niedersachsen
Einsatz, einem Quäntchen Glück und               • Seit 2007: Beiratsmitglied im Hospizbeirat des Malteser Hilfsdienst
vielleicht auch ein wenig Vorsehung.             • Seit Januar 2014: kommissarischer Schulleiter der Malteser-
Denn als Trainee gewann Ebenhoch die               Altenpflegeschule Duderstadt
Ausschreibung des Rettungsdienstes in            • 2015 – 2020: Berufenes Mitglied als Diözesangeschäftsführer im
Lehre-Wendhausen, was ihm Rücken-                  Präsidium des Malteser Hilfsdienst
wind bei seinen Vorgesetzten gab. Den-           • Mitglied im Landesbeirat Katastrophenschutz Niedersachsen
noch erinnert sich Ebenhoch bis heute            •	Träger der Malteser-Verdienstauszeichnungen in Bronze, Silber und Gold
mit gemischten Gefühlen an seine An-             • 22. April 2021: Träger des Malteser-Jubiläumsabzeichens für
fangszeit: „Einem jungen Mitarbeiter so            25-jährige Tätigkeit
viel Verantwortung zu geben – das war            • Verheiratet, ein Kind
schon ein Ritt auf der Rasierklinge.“

maltinews • Nr. 4 / November 2021                                                                                                                      9
Maltinews - Wir Malteser sagen: Danke, Raphael Ebenhoch!
S chwerpunk t

                                                                                        Fotos: Lukas/Malteser
Raphael Ebenhoch mit den Organisatoren der Radpilgertour im August 2015 am Dom.                                 Als Zuhörer beim DUKE-Workshop 2014.

diese Zurückhaltung nicht mir, sondern     ne Hauptaufgabe nach eigenen Worten                                    Beide haben sich der Aufgabe gestellt,
meiner Funktion galt.“ Und auch das        darin, Menschen nach ihren Talenten zu                               die auseinanderstrebenden Interessen
musste er lernen: Man kann es nicht        fördern und auf die richtige Position zu                             der Malteser zu integrieren, Ehrenamt
allen recht machen. „Die Vorgesetzten-     bringen. Damit legte er die Grundlage                                und Sozialunternehmertum zu ver-
rolle macht manchmal einsam und man        für eine gute Arbeitsatmosphäre, die die                             söhnen und einen Mittelweg zwischen
muss damit leben können, dass man bei      Diözesangliederung bis heute prägt.                                  Barmherzigkeit und Wirtschaftlichkeit
manchen Menschen nicht wohlgelitten           Gelungen ist ihm das nicht zuletzt mit                            zu finden. Nicht alle konnten ihnen da-
ist.“ Gemeistert hat Ebenhoch diese An-    Hilfe seines stellvertretenden Diözesan-                             bei folgen. Bis heute gibt es Kritik von
fechtungen „durch Selbstreflexion, Ge-     geschäftsführers Jens Engel. Vielleicht                              Ehrenamtlichen, Ebenhoch habe sich zu
spräche mit anderen Führungskräften        war auch hier Vorsehung im Spiel, denn                               wenig um das Ehrenamt gekümmert,
und ein gesundes Fundament im Freun-       Ebenhoch wollte Engel ursprünglich gar                               sei zu selten präsent gewesen. Andere
des- und Familienkreis.“ Und nicht zu-     nicht haben, was beide lachend erzäh-                                Ehrenamtliche dagegen springen ihm in
letzt durch einen starken Glauben, der     len. Das hat sich längst geändert, sagt                              diesem Punkt bei und betonen, ein Diö-
sich nicht in formaler Frömmigkeit, son-   Ebenhoch: „1998 habe ich als blutjunger                              zesangeschäftsführer könne nicht über-
dern im konkreten Handeln ausdrückt,       Bezirksgeschäftsführer in Braunschweig                               all sein und nicht jeden Wunsch erfüllen.
wie langjährige Weggefährten sagen.        Jens Engel als Rettungswachenleiter an                                 Wie auch immer: Raphael Ebenhoch
                                           die Hand bekommen. In mittlerweile 23                                übergibt seiner Nachfolgerin oder sei-
Gemeinsam durch Täler, Berge               gemeinsamen Jahren sind wir beruflich                                nem Nachfolger eine geordnete Diöze-
und manchmal Schlachtfelder                durch alle Täler, Berge und manchmal                                 sangeschäftsstelle mit einem erprobten
                                           auch Schlachtfelder gegangen. Wir ha-                                Stellvertreter. Die Finanzen sind in Ord-
  Zu Ebenhochs größten Leistungen für      ben uns immer gegenseitig unterstützt                                nung, der Teamgeist stimmt, die Integ-
die Malteser gehört neben der Sanierung    und aufeinander geachtet, vor allem ge-                              ration der unterschiedlichen Interessen
der Finanzen sicher auch der Aufbau        sundheitlich, denn gemeinsam haben                                   bleibt jedoch eine Daueraufgabe, für die
eines guten Teams. „Ich brauche eine       wir mit dem Rauchen aufgehört, uns                                   Ebenhoch jedem, der zukünftig in der
Mannschaft, auf die ich mich verlassen     besser ernährt und für mehr Bewegung                                 Diözesangeschäftsstelle das Sagen haben
kann, und ein angenehmes Miteinan-         gesorgt. Wir konnten uns immer aufei-                                wird, ein glückliches Händchen wünscht.
der. Ich wünsche mir ein Betriebsklima,    nander verlassen, schon fast wie ein altes                           „Ich bin überzeugt, dass unser Team mei-
bei dem alle Mitarbeiter jeden Tag gern    Ehepaar. Vertrauen wächst nun mal mit                                nen Nachfolger oder meine Nachfolge-
zur Arbeit kommen.“ Das sei ihm nicht      den Jahren. Und mein Vertrauen in ihn                                rin nach Kräften unterstützen wird. Wer
immer und überall gelungen, bekennt        als Mensch, Kollegen und Freund liegt                                auch immer dies sein wird – er oder sie
der scheidende Diözesangeschäftsfüh-       bei weit über 100 Prozent.“ Das Tandem                               kann hier sehr schnell kreativ werden
rer. Er habe aber zumindest versucht,      Ebenhoch-Engel – es war auch in den                                  und neue Ideen entwickeln. Das ist etwas
diesen Anspruch selbst vorzuleben.         Augen von Jens Engel ein Dream-Team                                  sehr Schönes und darauf freue ich mich.“
Als Führungskraft sieht Ebenhoch sei-      (siehe S. 15).                                                                                   Michael Lukas

10                                                                                                              maltinews • Nr. 4 / November 2021
S chwerpunk t

                       Anekdoten
                                                                                   „Herzi“
                                                                                                             „Selbst als treuer Ehemann hat Raphael Ebenhoch auf

                                                                   Foto: Hahn
                                                                                                             einer Lourdeswallfahrt noch liebevolle Zeilen an eine
                                                                                                             fremde Frau namens ‚Herzi‘ geschrieben – und zwar auf
                                                                                                             Anweisung eines bettlägerigen Kranken, der Herrn Eben-
                       Die Säge                                                                              hoch als Schreiber nutzte, um seinen breiten Freundes-
                                                                                                             und Freundinnenkreis zu grüßen.“
                       „Als ich einmal während seines Ur-
                       laubs Ebenhochs Dienstwagen nutzen                                                    Marie-Rose Frfr. v. Boeselager,
                       durfte, deponierte ich im Kofferraum                                                  Teamchefin im Lourdes-Krankendienst
                       eine Säge, weil ich in einer Dienststelle
                       etwas reparieren musste. Leider vergaß
                       ich die Säge im Kofferraum und als                          Ein Bier?
                       Herr Ebenhoch seinen Dienstwagen                            „Im Jahre 2005 sollten sich bei einem Malteser Team Training im Harz unter
                       wieder übernahm, fragte er lachend, ob                      anderem Rettungswachenleiter des Bezirks Hildesheim und der noch nicht allen
                       das die Säge sei, mit der ich an seinem                     gut bekannte Geschäftsführer Raphael Ebenhoch besser kennenlernen. Bei der
                       Stuhl sägen würde.“                                         Ankunft in Torfhaus gegen Mittag fragte Ebenhoch in die

                                                                                                                                                                      Foto: Lukas/Malteser
                                                                                   Runde, wer denn ein Bier wolle. Alle schauten sich fragend
                       Überteuert                                                  an, manche auch irritiert, bestellten dann aber doch und
                                                                                   erlebten in der Folge eine offizielle Weiterbildung, bei der
                                              „In meiner Braun-
Foto: Lukas/Malteser

                                                                                   es unter anderem darum ging, behutsam ein rohes Ei aus
                                              schweiger Zeit
                                                                                   dem Fenster zu werfen oder mit einer Seilkonstruktion
                                              unterschrieb ich
                                                                                   einen Fluss zu überqueren.“
                                              einmal versehent-
                                              lich den Auftrag                            Sven Pfeiffer,
                                              eines windigen                              stellv. Leiter Rettungsdienst Bezirk Hildesheim
                                              Unternehmens,
                                              das eine völ-                          Katzentisch
                                              lig überteuerte
                                                                                     „Ebenhochs Schreibtisch als Trainee stand in meinem Büro in der damali-
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                       schalten wollte. Als Herr Ebenhoch das
                                                                                                          Schreibtische am Fenster waren unter anderem durch
                       hörte, ließ er Vertreter des Unterneh-
                                                                   Foto: Lukas/Malteser

                                                                                                          mich besetzt, sein Tisch neben der Tür wirkte wie ein
                       mens antanzen, um sich zu beschweren.
                                                                                                          Katzentisch. Was er gar nicht mochte, war mein laufen-
                       Die legten ihm einen Vertragstext vor,
                                                                                                          des Radio, über das ich halbstündlich die Staumeldun-
                       um sich gütlich zu einigen. Das war
                                                                                                          gen hörte, um später ohne Stau gen Süden zu meinem
                       allerdings der Vertrag zu einer wei-
                                                                                                          kleinen Sohn fahren zu können. Trotzdem ist uns aus
                       teren Anzeige, sodass wir nun zwei
                                                                                                          der damaligen Zeit das ‚Du‘ geblieben.“
                       überteuerte Firmenanzeigen bezahlen
                       mussten.“                                                                             Bernhard Glasow,
                                                                                                             langjähriger Diözesanausbildungsreferent

                       Immer wieder
                       „Herr Ebenhoch und ich waren im
                                                                                  Albernes Eis
                       Konflikt mit dem Team einer Rettungs-                      „Als ich einst in der Rettungswache Braunschweig-Querum durch nicht ord-
                       wache, das sich von ihm ungerecht be-                      nungsgemäßes Sitzen auf dem Heizkörper diesen nahezu vollständig aus der
                       handelt fühlte. Irgendwann sagte Herr                      Wand gerissen hatte, zitierte mich Raphael Ebenhoch am
                                                                                                                                                                      Foto: privat

                       Ebenhoch: ‚Und ich würde es immer                          Folgetag zu sich und tat so, als würde er sich aufregen,
                       wieder so tun‘, was den Konflikt leider                    was natürlich nicht der Fall war. Zur Strafe musste ich zu
                       noch weiter anheizte. Aber seitdem ist                     ‚Onkel Toms Hütte‘, einem Kiosk auf der anderen Straßen-
                       der Satz ‚Ich würde es immer wieder                        seite, und dort ein möglichst albernes Eis für ihn und mich
                       tun‘ zu einem geflügelten Wort zwi-                        besorgen. Es wurde ein Clownskopf mit Kaugumminase
                       schen uns beiden geworden.“                                und Herr Ebenhoch grinste von Ohr zu Ohr.“
                         Jens Engel,                                                      Dirk Bielstein,
                         stellvertr. Diözesangeschäftsführer                              Referat Notfallvorsorge Malteser Braunschweig

                       maltinews • Nr. 4 / November 2021                                                                                                          11
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Michael Freericks                                                                               Kunigunde Lebek

                                                                                                                                                                                Foto: Schulze/Malteser
                                                                         Foto: Schulze
„‚Ich will Dich segnen – Ein Segen sollst                                                       „Als ich Herrn Ebenhoch kurz nach
Du sein‘“ lautet nicht nur das Jahresthe-                                                       seinem Antritt als Geschäftsführer in
ma 2021 für uns Malteser. Für Raphael                                                           Hannover kennenlernte und seinen Aus-
Ebenhoch steht es auch sinnbildlich für                                                         bildungsweg erfuhr, war mein erster Ge-
die rund 17 Jahre, die er in Diensten der                                                       danke: Der Mann ist doch für uns hier
Malteser als Landesgeschäftsführer Nie-                                                         überqualifiziert. Das war ein großer Irr-
dersachsen und als Diözesangeschäfts-                                                           tum! Das Aufgabengebiet in Hannover
führer Hildesheim gewirkt hat: Raphael                                                          expandierte enorm und überall waren
Ebenhoch war ein Segen für uns nieder-                                                          seine ganzen Qualitäten und Erfahrun-
sächsische Malteser. In dieser Zeit war er                                                      gen, sein Wissen um betriebswirtschaftli-
ein erfolgreicher, viel beschäftigter, stets                                                    che Zusammenhänge gefragt. Wir hier in
gern gesehener Manager und Repräsentant der Malteser gegenüber Poli-                            Salzgitter verdanken Herrn Ebenhoch sehr viel. Obwohl sicher die kleinste
tik, Wirtschaft und Unternehmen, den anderen Hilfsorganisationen, Ein-                          Ortsgliederung in seinem Geschäftsbereich ließ er es niemals an Aufmerk-
richtungen der Zivilgesellschaft und Bürgerinnen und Bürgern in unse-                           samkeit für unsere Sorgen und Probleme sowie unsere Freuden und Erfolge
rem Bundesland. Als mir vor zehn Jahren das Amt des Landesbeauftragen                           fehlen. Immer ein offenes Ohr, immer bereit – soweit es seine Zeit erlaubte -
der Malteser für Niedersachsen übertragen wurde, ließ man mich diskret                          unseren Einladungen Folge zu leisten. Nie hatten wir das Gefühl unwichtig
wissen: ‚Auf Raphael Ebenhoch kann man sich immer hundertprozentig                              zu sein – und das hat mich immer wieder beeindruckt und begeistert. Wie
verlassen‘. Und genauso kam es. Mit seiner umfassenden und fundierten                           sehr ich mich auf Herrn Ebenhoch verlassen konnte, erfuhr ich bei einer Rei-
Fachexpertise, seinem außergewöhnlichen Engagement, seinem klaren ka-                           se mit einer Malteser-Gruppe 2019 nach Straßburg, als eine Mitreisende
tholischen Wertekompass, seinem Fingerspitzen- und Taktgefühl im Um-                            verunglückte und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ich rief Herrn
gang mit Haupt- und Ehrenamt, seiner sympathischen, lebensbejahenden                            Ebenhoch an, der sofort reagierte und in kürzester Zeit über die Malteser in
Freundlichkeit und seinem Humor war er mir in all diesen Jahren ein                             Freiburg einen Rücktransport im Krankenwagen organisierte.“
kluger und unverzichtbarer Helfer und Ratgeber. Gern schaue ich auf die                           Kunigunde Lebek,
gemeinsame Zeit zurück und weiß schon jetzt: Auch für die neue Region                             Malteser-Stadtbeauftragte Salzgitter
Nordost wird Raphael Ebenhoch ein Segen sein.“
  Michael Freericks,
                                                                                                Andreas Zahn

                                                                                                                                                                                Foto: Lukas/Malteser
  Landesleiter der Malteser in Niedersachsen
                                                                                                „Als Raphael Ebenhoch die Verantwor-
                                                                                                tung in der gGmbH und im e.V. unserer
Boran Burchhardt
                                                                             Foto: aidminutes

                                                                                                Malteser-Diözesangliederung übernahm,
„Raphael Ebenhoch ist mir begegnet als                                                          waren die Finanzen in beiden Rechtsträ-
ein Mensch, der immer aufgeschlossen                                                            gern katastrophal. Die Bank weigerte sich
und handlungsbereit ist, den Weg vom                                                            zum Beispiel, Zahlungen für die Malte-
Kleinen zum Großen zu gestalten: In                                                             ser (e. V.) zu leisten, denn wir hatten auf
der Krankenstation der Malteser-Erst-                                                           dem laufenden Giro-Konto der Diözesan-
aufnahmeeinrichtung in Friedland bei                                                            gliederung ein Minus von einer Million
Göttingen begegnete ich im Jahr 2015                                                            Euro. Eigentlich hätten wir Konkurs
das erste Mal Raphael Ebenhoch, es ging                                                         anmelden müssen und wurden letztlich
damals um ein scheinbar kleines Projekt.                                                        nur von der Gesamtheit der Malteser mitgetragen. Zu meinen ersten Ein-
Der Beweggrund, warum sich Raphael                                                              drücken zählen die Gespräche, die ich mit Raphael Ebenhoch führen durfte
Ebenhoch in diesem Projekt engagierte,                                                          – oder musste. Eine seine ersten Aufgaben war nämlich, im Zuge der finan-
war ganz einfach, aber keinesfalls selbstverständlich: Er wollte, dass die                      ziellen Sanierung Pflegeeinrichtungen zu schließen. Dazu hat er mit allen
dort Mitarbeitenden der Malteser mit ihrer täglichen wichtigen Tätig-                           Dienststellenleitern, ebenso mit den Mitarbeitern und den Diensteleitern
keit mit anderssprachigen Patient:innen gesehen werden. An den ersten                           persönliche Gespräche geführt. Es hat mich schon damals sehr beeindruckt,
Erfolg wurde anknüpfend gleich ein weiteres Projekt mit den Rettungs-                           dass ein so junger Mann in der Lage ist, respektvoll und trotzdem zielfüh-
diensten der Malteser und wieder mit der Universitätsmedizin Göttin-                            rend solche Gespräche zu führen. Personen zu entlassen, diese eventuell in
gen auf den Weg gebracht. Die Applikation aidminutes.rescue, die daraus                         die Arbeitslosigkeit zu schicken, ist keine einfache Aufgabe. Trotzdem hat
hervorging, nutzen mittlerweile 40 Prozent aller Notfallsanitäter:innen                         er es geschafft, dass die Mitarbeiter ihn nicht als Feind gesehen haben, son-
in Deutschland. Einem Gedankenanstoß von Raphael Ebenhoch in einem                              dern tatsächlich Respekt vor ihm hatten und in den meisten Fällen auch die
unserer gemeinsamen Telefonate ist es zu verdanken, dass der Rescue-                            Notwendigkeit dieser Maßnahme eingesehen haben. Ohne die Schließung
App ein Impfmodus in 40 Sprachen hinzugefügt wurde. Eine bessere                                der Pflegedienste wären alle anderen Dienste gefährdet gewesen.“
Zusammenarbeit hätte ich mir nicht wünschen können.“                                              Andreas Zahn,
  Boran Burchhardt,                                                                               Verwaltungsleiter der Malteser-Diözesangeschäftsstelle
  Geschäftsführer aidminutes GmbH                                                                 Hannover

14                                                                                                                        maltinews • Nr. 4 / November 2021
S chwerpunk t

Jens Engel                                                                                     Sebastian Kliesch

                                                                        Foto: Lukas/Malteser

                                                                                                                                                                            Foto: privat
„Eigentlich wollte er mich nicht haben.                                                        „Mit der Übernahme der Verantwortung
Als ich mich 1997 für die ausgeschrie-                                                         als Regionalgeschäftsführer in der künf-
bene Stelle des Rettungswachenleiters                                                          tigen Region Nordost findet für Rapha-
in Braunschweig bewarb, hatte Raphael                                                          el Ebenhoch, aber auch für die Diözese
Ebenhoch schon einen anderen Bewer-                                                            Hildesheim ein einschneidender Wechsel
ber im Sinn. Ich wurde ihm quasi auf-                                                          statt. Eine Epoche geht zu Ende. Was
gedrängt und das ist deshalb so bemer-                                                         mich daran freut: Es ist eine nur logische
kenswert, weil aus uns beiden längst ein                                                       Weiterentwicklung aufgrund der fachli-
Dreamteam geworden ist. Wir wurden                                                             chen und persönlichen Befähigung und
von höheren Mächten zusammengefügt                                                             er hinterlässt eine bestens aufgestellte
und sind mittlerweile wie ein altes Ehe-                                                       Diözese Hildesheim. Seit seinem Einstieg
paar, das gemeinsam viel durchgestanden hat und sich blind versteht.                           am 22. April 1996, also vor über 25 Jahren, bei uns Maltesern als Trainee
Nun hat er gegen meinen Willen die Scheidung eingereicht. Einerseits                           hat er stets die Bereitschaft gezeigt, Verantwortung zu übernehmen. So
kann ich das verstehen: Herr Ebenhoch wird in Zukunft etwas machen,                            auch ein Jahr später nach seinem Einstieg als Bezirksgeschäftsführer im
das hundertprozentig zu ihm passt. Andererseits reißt er damit das Team                        damaligen Bezirk Braunschweig, nach Zusammenlegung mit dem Bezirk
Engel-Ebenhoch auseinander, das etwas ganz Besonderes ist. Wir kann-                           Hannover dann als Bezirksgeschäftsführer im Bezirk Hildesheim zum 1.
ten uns im Schlaf, bis in die Körpersprache hinein und auch persönlich.                        Januar 2001. Und nach dem Ausscheiden von Hartmut Berkowsky dann
Wenn wir beide in Verhandlungen saßen, dann waren wir unschlagbar,                             die Gesamtverantwortung als Diözesan- und Bezirksgeschäftsführer Hil-
weil wir uns blind verstanden und genau wussten, wie der andere tickt.                         desheim. In dieser Zeit habe ich Raphael Ebenhoch immer als sehr empathi-
Wir kennen jeweils unsere Stärken und Schwächen und gleichen das un-                           schen, engagierten, strategisch denkenden Kollegen erlebt, dabei immer mit
ausgesprochen aus. Da gab es niemals einen Machtkampf oder irgendein                           Blick auf eine gute Entwicklungsperspektive im Ehren- und Hauptamt.
Statusgehabe zwischen uns. Seine größten Leistungen für unsere Di-                             Dazu strahlt er eine sympathische und fröhliche Grundhaltung aus, ging
özesangliederung sind neben der finanziellen Sanierung das kollegiale                          aber auch unangenehme Herausforderungen gezielt und überlegt an. In
Miteinander, das stark durch ihn beeinflusst ist. Für diese enormen Leis-                      einer kleinen ‚Denkgruppe‘ auf Regionalebene war er ein hilfreicher Part-
tungen dürfen wir ihm alle dankbar sein.“                                                      ner. Seine humorvolle und doch auch immer angemessene Haltung hat ihn
  Jens Engel,                                                                                  zu einem unverzichtbaren Mitglied der Führungsmannschaft in Nord/Ost
  stellvertretender Geschäftsführer der Malteser                                               werden lassen, nach so vielen Jahren sind wir inzwischen freundschaft-
  in der Diözese Hildesheim                                                                    lich verbunden. So kann ich gut verstehen, wenn die Diözesanleitung, der
                                                                                               Vorstand und die Beauftragten, die ehren- und hauptamtlichen Mitarbei-
                                                                                               tenden den Wechsel in die neue Verantwortung mit Blick auf die Diöze-
                                                                                               sangliederung einerseits bedauern, aber ihn auch alle guten Wünsche für
Marlis Wegmann
                                                                        Foto: Service94

                                                                                               weiterhin viel Erfolg in seinem Einsatz für uns Malteser in der künftigen
„Ich kenne Herrn Ebenhoch, seit er Ge-                                                         Region Nordost begleiten. Dies wünsche ich Raphael auch – Danke für die
schäftsführer wurde. Er ist für mich ein                                                       gute, vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit und Gottes
Geschäftspartner, den man nicht ver-                                                           reichen Segen für die neue Herausforderung!“
gisst: smart, sympathisch, souverän,                                                             Sebastian Kliesch,
zuverlässig, ehrlich und aufrichtig. Ich                                                         Malteser-Regionalgeschäftsführer Nord/Ost
habe in mehr als 45 Berufsjahren nur
eine Handvoll Geschäftsleute erlebt,
von denen ich sagen würde, das sind
                                                                                               Dr. Ralf Selbach
                                                                                                                                                                            Foto: DRK

ehrliche, aufrichtige Kaufleute und da
steht ganz vorne Raphael Ebenhoch. Er                                                          „Kollegial, kreativ, kompetent – so habe
war immer offen und ehrlich und wenn                                                           ich Raphael Ebenhoch stets erlebt und
ich ihm etwas anvertraute, dann konnte ich sicher sein, dass er das                            so schätze ich ihn fachlich wie mensch-
für sich behält. Im Umgang mit den Mitarbeitern von Service94 habe                             lich sehr. Gemeinsam haben wir uns
ich ihn freundlich erlebt, nie überheblich. Ich bin der Typ, der gerne                         für die Arbeit der Hilfsorganisationen
Geburtstage vergisst. Seinen aber vergesse ich nicht. Es macht Spaß,                           eingesetzt, etwa für den Rettungsdienst
ihn anzurufen, denn da kommt einem die gute Laune schon am Telefon                             bei der Aktion ‚Rettet die 112‘ oder auch
entgegen. Da Service94 auch einen Vertrag mit der Diözese Erfurt hat,                          im Landesbeirat Katastrophenschutz,
werden wir uns glücklicherweise nicht aus den Augen verlieren und                              insbesondere während der Pandemie
vielleicht auch in Zukunft den einen oder anderen Kaffee miteinander                           und der jüngsten Flutkatastrophe.“
trinken können.“                                                                                 Dr. Ralf Selbach,
  Marlis Wegmann,                                                                                Vorstandsvorsitzender des DRK-Landesverbandes
  Prokuristin von Service94, Vertriebspartner der Malteser                                       Niedersachsen

maltinews • Nr. 4 / November 2021                                                                                                                                    15
S chwerpunk t

                                                                                                                    Testimonials
Ludwig Unnerstall                                                                                     Wolfgang Herzog

                                                                         Foto: Malteser Osnabrück

                                                                                                                                                                                  Foto: Herzog
„Ich habe Raphael Ebenhoch als Kol-                                                                   „Durch das Niedersächsisches Rettungs-
legen kennengelernt, der von hoher                                                                    dienstgesetz wurden erstmals Qualitäts-
Fachkompetenz geprägt, aber auch                                                                      standards gesetzt, die der Rettungsdienst
hervorragend geerdet ist. Sein Ziel, die                                                              vorher nicht kannte. Schon bald warf ein
Malteserdienste zu stärken und auch                                                                   privater Anbieter in Lehre-Wendhausen,
innovativ zu entwickeln, bezieht in                                                                   dem westlichsten Zipfel des Landkreises
angemessener Weise immer auch das                                                                     Helmstedt, das Handtuch und stellte den
Ehrenamt mit ein oder die betroffenen                                                                 Dienst ein. In großer Not griff ich damals
Mitarbeiter. Entscheidungen kommen                                                                    zum Telefon und wählte alle Nummern
nicht einfach vom ‚grünen Tisch‘. In                                                                  der mir bekannten Hilfsdienste an. Bei
früheren Jahren war auch die Funktion                                                                 den Maltesern stieß ich ohne Bedenken
des Landesgeschäftsführers eher symbolischer Natur. Raphael hat die                                   auf offene Ohren. So konnte recht kurzfristig eine Lösung geschaffen wer-
Aufgabe jedoch stark entwickelt, was uns allen in Niedersachsen enorm                                 den und die Malteser übernahmen am 1. Januar 1997 den Standort Lehre-
weitergeholfen hat, wenn man zum Beispiel an die Flüchtlings- oder Co-                                Wendhausen. Als sorgfältiger Beobachter der ‚Rettungsdienst-Szene‘ war
ronakrisen denkt. Durch seine Initiative kam es auch zu diversen Füh-                                 Raphael Ebenhoch mit den Maltesern sofort zur Stelle, als ein provisori-
rungskräfte-Fußballduellen mit anderen Regionen, wo auch klargestellt                                 scher Rettungswachenstandort in Königslutter am Elm zu besetzen war.
wurde, dass die Fußballmeister aus dem Nord-Osten kamen und nicht                                     Aus dem Provisorium sind die Malteser mittlerweile in eine schmucke und
aus Bayern.                                                                                           funktionale neue Rettungswache umgezogen. Gleiche Flexibilität und Un-
  Ludwig Unnerstall,                                                                                  terstützung zeichnete die Malteser aus, als ein landkreiseigener Standort
  Geschäftsführer der Malteser-Diözesangliederung Osnabrück                                           in Schöningen vorübergehend mit Schwierigkeiten kämpfte. Gemeinsame
                                                                                                      Projekte funktionieren nur, wenn Menschen zusammenkommen, die die
                                                                                                      gleiche Sprache sprechen und für die es keine Denkverbote gibt. Wenn es
                                                                                                      um den sprichwörtlich ‚kurzen Draht‘ oder die ‚gleiche Wellenlänge‘ geht,
Elfriede Kollarz
                                                                             Foto: Schulze/Malteser

                                                                                                      landet man als Verantwortungsträger gleich bei Raphael Ebenhoch und
„Auch Raphael Ebenhoch war noch neu                                                                   seinem Team. So wie ich Raphael Ebenhoch kenne, hinterlässt er ein gut
in seiner Position als ich im Sommer                                                                  bestelltes Feld, sodass es keinen Bruch in der guten Beziehung zwischen
2006 meine Arbeit beim MHD begann.                                                                    den Maltesern und dem Landkreis Helmstedt geben wird.“
Im Grunde war völlig offen, wie das mit                                                                 Wolfgang Herzog,
dem sozialen Ehrenamt funktionieren                                                                     Erster Kreisrat Landkreis Helmstedt
sollte. Herr Ebenhoch gab mir fast alle
Freiheiten, sodass ich meine Ideen und
meine Kreativität in die Tat umsetzen
                                                                                                      Sven Albrecht

                                                                                                                                                                                  Foto: Lukas/Malteser
konnte. Von Anfang an erlebte ich ein
offenes und freundliches Miteinander,                                                                 „Für uns Ehrenamtliche hatte Raphael
dem ich zuerst mit einem gewissen                                                                     Ebenhoch immer ein offenes Ohr, auch
Misstrauen begegnete (und meinem Mann gegenüber äußerte, ‚dass mir                                    wenn er nicht all unsere Wünsche er-
dies etwas komisch vorkäme‘), das aber auch ein positives Ringen um die                               füllen konnte. Er war aber immer kom-
beste Lösung zuließ. Auf die Unterstützung von Herrn Ebenhoch konnte                                  promissbereit und in der Regel fanden
ich mich grundlegend verlassen, da er wusste, dass ich mich selbst auch                               wir auch eine gute Lösung. Die konnte
um die Finanzierung kümmerte und Geldquellen zu erschließen wusste.                                   zum Beispiel darin bestehen, dass wir
Regelmäßige Dienstgespräche und ein jährlicher Klausurtag im Priester-                                statt zweier alter Rettungswagen nur
seminar förderten den regen Austausch und das erfolgreiche Miteinander.                               einen bekamen, dafür einen neuen. Ich
Sein großer Einsatz für das Soziale Ehrenamt wurde übrigens auch im                                   kann mich auch an ein Gespräch mit
Generalsekretariat in Köln sehr anerkannt, denn dieses war alles andere                               Raphael Ebenhoch bei einem Italiener in
als selbstverständlich! In der Malteser Pastoral, meiner weiteren Aufgabe,                            Burgdorf erinnern, bei dem wir zweieinhalb Stunden über mögliche kon-
kam diese Offenheit ebenfalls zum Tragen: Im katholischen Malteser Ver-                               zeptionelle Veränderungen in unserer Einheit gesprochen haben. Das
band wurde niemand ausgeschlossen. Alle Mitarbeitenden waren eingela-                                 war immer unkompliziert und er hatte ohnehin die Gabe, Gespräche so
den - Herr Ebenhoch sorgte dafür, dass alle Kosten übernommen wurden!                                 zu lenken, dass man dachte, man hätte etwas selbst vorgeschlagen. Zur
- in ökumenischer Offenheit Vortragsabende mit unterschiedlichsten The-                               Pflege der Ehrenamtlichen gehörte auch, dass er für jeden, der in seinem
men zu besuchen, einen Besinnungstag im Klettergarten oder zum Bei-                                   Dienstzimmer vorbeischaute und kurz zuvor Geburtstag gehabt hatte,
spiel mittels Einkehrtage im Kloster Marienrode zur Ruhe zu kommen,                                   spontan ein kleines Geschenk aus seinem Schrank zauberte.“
‚aufzutanken‘ und – nicht zuletzt – gemeinsam Gottesdienst zu feiern.“                                   Sven Albrecht,
  Elfriede Kollarz,                                                                                      ehemaliger Leiter Einsatzdienste der Malteser Hannover
  bis Ende 2019 Leiterin Soziales Ehrenamt und Malteser Pastoral                                         und Leiter der Garde

16                                                                                                                             maltinews • Nr. 4 / November 2021
S chwerpunk t

Frank Stautmeister                                                                                       Dr. Andreas Schubert

                                                                               Foto: Lukas/Malteser

                                                                                                                                                                                  Foto: Caritas
„Als der frühere Braunschweiger Dienst-                                                                  „Ich habe Raphael Ebenhoch 2002
stellenleiter Stefan Eisenhart in den 90er-                                                              kennengelernt, als ich bei ihm Trainee
Jahren einen jungen Mann mit Wuschel-                                                                    wurde. Die Diözesangliederung war
haaren mitbrachte und erklärte, der sei                                                                  damals in einer schwierigen Phase. Es
nun unser Trainee, da musste ich mir erst                                                                mussten zu dem Zeitpunkt Angebote
erklären lassen, was das ist. Schnell ha-                                                                und Ausgaben in allen Bereichen im
ben wir gemerkt, dass Raphael Ebenhoch                                                                   Hinblick auf ihre Perspektive kritisch
ein Schwabe ist, der aufs Geld schaut und                                                                hinterfragt werden. Herr Ebenhoch
ich musste ihm später insgeheim oft Recht                                                                hat das mit schwerem Herzen getan,
geben: Manche finanzielle Forderung, die                                                                 aber wenn seine betriebswirtschaft-
man über die Jahre an ihn stellte, war rei-                                                              liche Analyse zeigte, dass es keine
nes Wunschdenken. Aber wenn man ihm klar und deutlich den Sinn einer                                     andere Möglichkeit gab, dann ist er den Weg der wirtschaftlichen
geplanten Investition erklärt hat, dann konnte man auch mit ihm rechnen.                                 Reorganisation konsequent gegangen. Damit verkörperte er für die
Da fuhr er eine klare Linie. Vor allem hat er uns Braunschweiger machen                                  damalige Zeit einen neuen Typ des Sozialmanagers, den des analy-
lassen, so lange die Sache lief. Aber wenn wir ihn brauchten, war er für uns                             tischen Rechners, der sich auch der neuen ökonomischen Herausfor-
da. Für mich geht ein Freund, mit dem ich auch Persönliches besprechen                                   derung stellt und gleichzeitig das Gesamtsystem einer Organisation
konnte und ich hoffe, dass er in der neuen Funktion gut auf sich aufpasst.“                              in den Blick nimmt. Das waren viele Entscheider in den Behörden
  Frank Stautmeister,                                                                                    und auch manche Mitarbeiter nicht gewohnt. Insofern steht Raphael
  Stadtbeauftragter der Malteser Braunschweig                                                            Ebenhoch auch für einen Zeitenwechsel in der Sozialwirtschaft. Mei-
                                                                                                         ne wichtigste und bis heute prägende Erfahrung aus meiner Zeit als
                                                                                                         Trainee: Die Ökonomie ist kein Selbstzweck, jedoch ein Teil unserer
                                                                                                         Existenz und wir müssen auch diese Herausforderung mit ihren viel-
Elisabeth Freifrau
                                                                               Foto: Malteser Freiburg

                                                                                                         fältigen Möglichkeiten professionell annehmen und aktiv gestalten.
Spies von Büllesheim                                                                                     Der wichtigste Kompass dabei, unser christliches Glaubenszeugnis
„Raphael Ebenhoch habe ich in meiner                                                                     und eine dienende Haltung gegenüber den Bedürftigen, die durch un-
Zeit als Generaloberin und Vizepräsi-                                                                    ser Handeln gestärkt werden.“
dentin des Malteser Hilfsdienstes als                                                                      Dr. Andreas Schubert,
zugewandten und gegenüber neuen                                                                            Vorstand des Caritasverbands Hannover
Ideen offenen Diözesangeschäftsführer
kennen gelernt. Damals, nach der Jahr-
tausendwende, gab es zwar das Referat
                                                                                                         Frank Rieken

                                                                                                                                                                                  Foto: privat
Hospizarbeit, aber im Gesamtverband
der Hospizarbeit selbst mangelte es noch                                                                 „Als ich in den Kreis der Diözesan-
gewaltig an Unterstützung. Deshalb                                                                       geschäftsführer aufrückte, habe ich
planten wir einen Beirat zu gründen, in dem natürlich auch ein Mitglied                                  versucht, mir bei anderen Diözesange-
aus dem Kreis der Geschäftsführer Platz und Stimme haben sollte. Bei                                     schäftsführern das Beste abzuschauen
der Frage, wer dies sein könnte, fiel mir sofort Raphael Ebenhoch ein. Ich                               und was mir an Raphael Ebenhoch von
wusste, in der Diözese Hildesheim gab es schon wunderbare Ansätze der                                    Anfang an imponierte, war seine lockere
Hospizarbeit, die von Herrn Ebenhoch sehr gefördert wurden und ich weiß                                  und leichte Art, Menschen zu führen.
noch, wie froh und erleichtert ich war, als ich hörte: ‚Ja, ich mach mit‘.                               Dabei ist es ihm wichtig, dass auch die
Von 2006 bis 2016 hat er die Entwicklung vom Referat Hospizarbeit zur                                    Schwachen mitkommen. Wie bei den
Fachstelle Hospizarbeit, Palliativmedizin und Trauerbegleitung wesent-                                   Fußballspielen, die er gerne auf unseren
lich mitgeprägt. Wir sind ihm heute sehr dankbar, denn er hat das Thema                                  Geschäftsführertagungen organisiert:
in den Kreis seiner Kollegen und Kolleginnen gebracht und uns aus der                                    Alle sollen mitspielen, egal, wie gut sie sind. Da geht es ihm mehr um
Perspektive der Geschäftsführer beraten, was realisierbar ist. Ich erinnere                              das Teambuilding, als um das Gewinnen. In der aktuellen Coronapan-
mich noch sehr gut, dass er uns nach einer ersten Umfrage zum Thema                                      demie hat er meinen Osnabrücker Kollegen und mich als offizieller Lan-
Hospiz in seinem Kreis eher erschüttert und überrascht davon berichtete,                                 desgeschäftsführer bestens vertreten und sich dabei immer so mit uns
wie minimal die Kenntnisse, aber auch wie gering das Interesse an diesem                                 abgestimmt, dass wir uns mitgenommen und gut vertreten fühlten. Ich
wichtigen Auftrag aus der Gründerzeit unseres Ordens ist. Wie wir heute                                  denke, dass die Malteser durch ihn bei der Landesregierung an Ansehen
dankbar feststellen können, hat sich das grundlegend geändert – eben auch                                gewonnen haben. Dabei weiß er sehr genau, was er will und hat aus
dank des Einsatzes von Raphael Ebenhoch.“                                                                den Krisen der vergangenen Jahre durchaus auch Nutzen für unseren
  Elisabeth Freifrau Spies von Büllesheim,                                                               Verband gezogen.“
  langjährige Vizepräsidenten und Generaloberin                                                            Frank Rieken,
  des Malteser Hilfsdienst e. V.                                                                           Diözesangeschäftsführer der Malteser im Offizialatsbezirk Vechta

maltinews • Nr. 4 / November 2021                                                                                                                                           17
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