Sicher leben in Niederösterreich - Land Niederösterreich
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2. Auflage: Manuela Schlager (2004/05)
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4. Auflage: Ulrike Fitzthum (2009)
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in Niederösterreich
Landeshauptmann
Die folgenschweren Hochwässer, die schlim- Wer das einzigartige Engagement unserer
men Unwetter im Sommer aber auch die ex- Frauen und Männer, die größtenteils frei-
tremen Schneemengen im letzten Winter ha- willig ihr Amt ausüben, schon einmal in ei-
ben für manche von uns sehr viel materiellen ner Notsituation in Anspruch nehmen muss-
Schaden und persönliches Leid gebracht. te, weiß von welchem „Luxusgut“ der Näch-
Gleichzeitig haben sie uns sehr eindringlich stenliebe ich hier spreche. Dennoch wünsche
gelehrt, was in einer Notsituation am wich- ich uns, dass wir dieses Können unserer Ka-
tigsten ist - nämlich der Zusammenhalt unse- tastrophenschützer auch in Zukunft nicht
rer Gesellschaft. Umso mehr bin ich jedes Mal allzu oft in Anspruch nehmen müssen.
von der einzigartigen Hilfsbereitschaft unse-
rer Landsleute berührt, die auch über die Lassen Sie mich deshalb an dieser Stelle al-
Grenzen Niederösterreichs hinweg geschätzt len Helferinnen und Helfern dieses Landes,
wird – sei es in anderen Bundesländern, in an- die tagtäglich zum Wohle unserer Lands-
deren Teilen Europas oder gar auf anderen leute unterwegs sind, zu Ihrer vorbildlichen
Kontinenten. Das macht stolz und gibt Kraft, Lebenseinstellung gratulieren und danken.
wenn man weiß, dass in diesem Land Men- Diese Menschen sind auch in der Zukunft der
schen bereit sind, für andere da zu sein. Garant für den Familiensinn in unserem Land.
Wir in Niederösterreich sind in der glücklichen
Lage ein flächendeckendes Krisen- und Ka-
tastrophenschutzmanagement auf Knopf-
druck abrufbar zu haben, das es uns er-
möglicht innerhalb kürzester Zeit helfende
Hände in ausreichendem Maße in allen Lan-
desteilen zur Verfügung zu haben - eine Tat-
sache, um die uns andere Staaten beneiden.
WORT
VOR
2Dr. Stephan Pernkopf
Landesrat
Extreme Naturereignisse wie Unwetter, Sturm, Unsere Krisen- und Katastrophenstäbe sind
Schnee, Kälte, Hitze und deren Auswirkungen durch die direkte Einbindung von Fachleuten
stellen uns vor große Herausforderungen. Zu- der Einsatzorganisationen, der Infrastruktur-
sätzlich sind wir mit Großbränden, Explosio- betreiber, der öffentlichen Interessensvertre-
nen, aber auch mit gefährlichen Stoffen nach tungen, sowie der Wissenschaft mit hohem
Unfällen konfrontiert. Globale Szenarien, wie Fachwissen ausgestattet. Die im Einsatzalltag
etwa die Auswirkungen des Klimawandels, gelebte Partnerschaft aller Organisationen
die Verknappung von Rohstoffen, Energie, sorgt dafür, dass sich die Katastrophenschüt-
Lebensmittel und Trinkwasser müssen in un- zer auch gut kennen, eine wichtige Grund-
seren Notfallplänen zukünftig berücksichtigt voraussetzung in Extremsituationen.
werden.
Im neuen Kompetenzzentrum für Brand-, Kat-
Das Land Niederösterreich sorgt vor und kann astrophen- und Zivilschutz in Tulln ist das
auf ein dynamisches Krisen- und Katastro- Niederösterreichische Krisen- und Katastro-
phenschutzmanagement verweisen. Oberstes phenschutzwesen beheimatet. Unter einem
Ziel ist Gefahren frühzeitig zu erkennen, zu Dach erarbeiten hier unsere Fachleute ge-
beurteilen und wenn möglich durch Präven- meinsam mit allen Blaulichtorganisationen
tionsmaßnahmen zu verhindern bzw. die mög- die Ausbildungskonzepte und Übungen. So
lichen Schäden zu minimieren. Die Ereignisse freut es mich ganz besonders, dass wir ab 2009
der letzten Jahre haben uns gelehrt, die Bür- einen neuen Ausbildungsschritt „Katastro-
gerinnen intensiver in die Katastrophenvor- phenschutzplanung“ speziell für Gemeinden
sorge einzubeziehen. Durch einfache Vorsor- und Bezirke anbieten können. Außerdem
gemaßnahmen im Privatbereich, etwa vor ei- wird 2009 noch das neue, digitale Funknetz
nem Sturm oder Hochwasser, können Schäden fertig gestellt.
in Millionenhöhe verhindert werden.
Ich möchte mit dieser Publikation vor allem all
Um diese Vorsorge zu ermöglichen, wurden in jenen Menschen danken, die tagtäglich frei-
den letzten Jahren hohe Investitionen in der willig ihren Dienst am Nächsten leisten und so-
Hochwasservorhersage getätigt. Umfassende mit unser Niederösterreich als lebenswerten
Schulungsangebote und Verhaltenstipps des Standort sichern.
NÖ Zivilschutzverbandes ermöglichen der Be-
völkerung, sich auf Notsituationen vorzube-
reiten. Bei einer Katastrophe garantieren ein
flächendeckendes Warn- und Alarmsystem,
straffe Führungsstrukturen, gut vorbereitete
Einsatzstrategien, einheitliche Ausrüstung
und eine gemeinsame Sprache der Hilfskräfte
den Einsatzerfolg. Regelmäßige Ausbildun-
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gen und Übungen stellen dies sicher.
WO
VOR
3KRISEN- UND KATASTROPHEN-
SCHUTZMANAGEMENT
in Niederösterreich
D
as Krisen- und Katastrophen- minalität, Migration, Massenflucht, chische Sicherheitspolitik nach be-
schutzmanagement umfasst al- etc. erweitert werden. Auch Umwelt- stimmten Grundsätzen zu gestalten
le Vorsorgemaßnahmen und probleme und die Verteilung knapper und zur Umsetzung der Sicherheits-
Maßnahmen im Krisen- und Katastro- Ressourcen wie Wasser, Erdöl und an- und Verteidigungsdoktrin eine Ge-
phenfall mit dem Ziel den Schaden für derer strategischer Rohstoffe werden samtstrategie und Teilstrategien für al-
Österreich bzw. für das Land Nieder- hier mit einbezogen. le relevanten Bereiche auszuarbeiten.
österreich und seine Einwohner so ge-
ring als möglich zu halten. Die Sicherheits- Im Rahmen der Teilstrategie „Innere
und Verteidigungsdoktrin Sicherheit“ sind folgende Kernberei-
Der Begriff Krisen- und Katastrophen- Auf Grund der Änderungen in der che vorgesehen:
schutzmanagement ist als organisato- geopolitischen Situation hat der Na- • öffentliche Sicherheit
rischer Oberbegriff aller Maßnahmen tionalrat am 12. Dezember 2001 eine • Zivilschutz
des Zivil- und Katastrophenschutzes zu neue Sicherheits- und Verteidigungs- • Krisenmanagement
verstehen. doktrin beschlossen. Diese basiert auf • unabhängige Rechtssprechung und
folgenden Grundprinzipien: Strafrechtspflege
Der Zivilschutz selbst basierte in Öster-
reich über zwei Jahrzehnte auf dem • dem Prinzip der umfassenden Si- Katastrophenschutz
Konzept der Umfassenden Landesver- cherheit, die sowohl den militäri- ist Ländersache
teidigung (ULV), die bereits am 10. Ju- schen als auch den nichtmilitärischen Katastrophenschutz ist in Österreich
ni 1975 im Artikel 9a in der Bundes- Aspekten der Sicherheit entspre- gemäß Bundesverfassung den Län-
verfassung verankert wurde. chende Bedeutung beimisst, dern zugewiesen. Im Bundesland
• dem Prinzip der präventiven Sicher- Niederösterreich bildet die Grundlage
Seit dem EU-Beitritt 1995 und der da- heit, wodurch das Bedrohungsreak- für die Katastrophenhilfe und die Kat-
mit erfolgten Verpflichtung zu einer tionskonzept abgelöst wird und astrophenvorsorge das NÖ Katastro-
Gemeinsamen Außen- und Sicher- • dem Prinzip der europäischen Soli- phenhilfegesetz (NÖ KHG). Weiters ist
heitspolitik der Europäischen Union darität, die das Konzept einer auto- die Richtlinie der NÖ Landesregierung
(GASP) ist diese Zielsetzung aus den nomen Sicherheitspolitik ersetzt. zur „Aufstellung der Katastrophen-
70er-Jahren teilweise überholt und schutzpläne für Gemeindegebiete,
muss durch einige Szenarien und Risi- Gleichzeitig hat der Nationalrat die Verwaltungsbezirke und für das Lan-
ken wie Terrorismus, organisierte Kri- Bundesregierung ersucht, die österrei- desgebiet“ maßgeblich.
4ZIVILSCHUTZ
• Katastrophenschutz mit
Einsatzvorsorgen
• Warn- und Alarmdienst
• Schutzraumbau
• Sanitätsvorsorgen
• veterinärmedizinische Vorsorgen
• Strahlenschutz
• Selbstschutzmaßnahmen der
Bevölkerung
Vorkehrungen Vorkehrungen Vorkehrungen
der Behörden der Einsatzorganisationen im Privatbereich
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In Niederösterreich sind folgende Orga- phenschutzmanagements und hält stän- ko, Pakistan; Hochwasserhilfe in Rumä-
nisationen und Institutionen bei der dig Kontakt zu den Landeswarnzentra- nien und Bulgarien).
Mitwirkung im Katastrophenhilfsdienst len der benachbarten Bundesländer und Auch die Überwachung des Strahlen-
maßgeblich beteiligt: zur Bundeswarnzentrale (BWZ). frühwarnsystems und die Auslösung der
• Feuerwehr So gelangen nach Katastrophenereig- Zivilschutzsignale im landesweiten Kat-
(Körperschaft öffentlichen Rechtes) nissen im Ausland die Hilfeersuchen astrophenfall werden von der Landes-
• Rettungsorganisationen fremder Staaten oder international täti- warnzentrale wahrgenommen.
(Rotes Kreuz, Arbeitersamariter- ger Organisationen (Vereinte Nationen, Sollten die Ressourcen des Landes bei ei-
bund, Bergrettung, Höhlenrettung, Europäische Union) über die BWZ an die nem Großereignis einmal nicht ausrei-
Wasserrettung) LWZ Niederösterreich. chen kann Unterstützung über das Staat-
• Österreichisches Bundesheer im liche Krisen- und Katastrophenschutz-
Assistenzeinsatz Über diesen Mechanismus kommen re- management des Bundes angefordert
• Zivilschutzverband gelmäßig auch niederösterreichische werden. Über diesen Mechanismus sind
Die Leistungsparameter der NÖ Einsat- Einsatzkräfte im Ausland zum Einsatz österreichische und internationale Res-
zorganisationen finden Sie ab Seite 15. (z.B. Erdbebeneinsätze im Iran, Marok- sourcen und Hilfskräfte verfügbar.
Seitens des Amtes der Niederösterrei-
chischen Landesregierung werden die
Aufgaben rund um den Katastrophen- Kompetenzzentrum für Brand-,
schutz von der Abteilung Feuerwehr Zivil- und Katastrophenschutz in Tulln
und Zivilschutz wahrgenommen.
Hauptaufgaben der Fachabteilung sind
der Betrieb der rund um die Uhr be-
setzten Landeswarnzentrale, sowie die
Bereitstellung des Personals für den be-
hördlichen Landesführungsstab.
Landeswarnzentrale NÖ (LWZ) - nationale
und internationale Anlaufstelle
Die Landeswarnzentrale bildet mit ih-
ren technischen Einrichtungen das
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Schneeeinsatz in Lunz am See
Einsatzleitung auf Gemeindeebene
Einsatzleitung Bgm. Ploderer mit Feuerwehrkommandant
OBI Friedrich Grubner
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m eine Katastrophe bewältigen Statut der Bürgermeister, im Verhinde- Der behördliche Landesführungsstab
zu können, sind klare Führungs- rungsfalle deren Stellvertreter. besteht aus der Führungsgruppe
strukturen und einheitliche Or- (Sachgebiete S1-S7 und Hilfspersonal)
ganisationsabläufe notwendig. Das Der behördliche Bezirksführungs- und der Fachgruppe. Die Fachgruppe
Land Niederösterreich bedient sich der stab besteht aus der Führungsgruppe besteht je nach Erfordernis aus:
im Alltag gelebten Verwaltungsebe- (Sachgebiete S1-S7 und Hilfspersonal) • Verbindungsoffizier Landesfeuer-
nen (Gemeinde-Bezirk-Land). und einer Fachgruppe, die je nach wehrverband NÖ
Bedarf einberufen wird. Die Fachgrup- • Verbindungsoffizier Landespolizei-
Einsatzleitung auf pe besteht je nach Erfordernis aus: kommando NÖ
Gemeindeebene • Verbindungsoffizier des • Verbindungsoffizier Militärkom-
Die Gemeinden unterstützen die Tä- Bezirksfeuerwehrkommandos mando NÖ
tigkeit des behördlichen Bezirks-Ein- • Verbindungsoffiziere der örtlichen • Verbindungsoffizier Rotes Kreuz,
satzleiters. Im Bedarfsfall sowie auf Sanitätsorganisationen Landesverband NÖ
Anordnung des behördlichen Bezirks- • Verbindungsoffizier des • Verbindungsoffizier Arbeiter-
Einsatzleiters wird durch die Gemein- Bezirkspolizeikommandos Samariter-Bund Österreich
de eine örtliche Einsatzleitung einge- • Verbindungsoffizier des • die erforderlichen Sachverständigen
richtet. Bundesheeres des Amtes der NÖ Landesregierung
Dies ist erforderlich, wenn: • Vertreter der Sonderrettungs- • Akutteam Niederösterreich
• Hilfsdienste dem Bürgermeister organisationen • ökumenische Notfallseelsorge NÖ
durch den Bezirkshauptmann direkt • Zivilschutzbeauftragter • Beauftragter des NÖ Zivilschutzver-
unterstellt werden, des Bezirkes bandes
• Maßnahmen unverzüglich zu tref- • Sachverständige je nach • Vertreter der ÖBB
fen sind und der Bezirkseinsatzleiter betroffenem Sachgebiet • Vertreter der Post Telekom
infolge zerstörter Infrastruktur und • Vertreter der Zollverwaltung Austria AG
Fernmeldeverbindungen nicht die • ÖBB • Vertreter der gesetzlichen
Möglichkeit hat, zeitgerecht Anord- • Energieversorgungsunternehmen Interessensvertretungen
nungen zu treffen, oder • Vertreter der gesetzlichen • Vertreter der Sicherheitsdirektion
• eine Vielzahl von Gemeinden im Interessensvertretungen • Vertreter der Sonderrettungs-
Verwaltungsbezirk von einem Ereig- organisationen
nis betroffen sind und die Führungs- Einsatzleitung auf • Energieversorgungsunternehmen
kapazität der behördlichen Bezirks- Landesebene • Vertreter des NÖ Tourismus
Einsatzleitung nicht mehr ausreicht. Einsatzleiter ist das nach der Ge-
schäftsordnung der NÖ Landesregie- In besonderen Krisenfällen wird der
Einsatzleiter ist der Bürgermeister, bei rung für den Katastrophenschutz zu- Allgemeine Krisenstab des Landes NÖ
dessen Verhinderung der Vizebürger- ständige Regierungsmitglied. Die Ver- unter Leitung des Landeshauptman-
meister oder ein Mitglied des Gemein- tretung hat der Landesamtsdirektor. nes einberufen.
devorstandes. Die Besetzung des Füh-
rungsstabes orientiert sich nach Art und Die Landeseinsatzleitung tritt
Umfang des Ereignisses und wird vom
Katastrophenschutz
zusammen: auf Bundesebene
örtlichen Einsatzleiter vorgeplant (zB: • wenn durch ein Naturereignis oder Seitens des Bundes stehen das Staatliche
Umweltgemeinderat, Zivilschutzbeauf- sonstiges Ereignis dem Umfange Krisenmanagement und das Staatliche
tragter, Gemeindearzt, Verbindungsof- nach eine außergewöhnliche Schädi- Katastrophemanagement beim Bundes-
fiziere zu Feuerwehr, Rettung, Polizei; gung von Menschen oder Sachen ministerium für Inneres, Abteilung II/4
Vertreter des Bauamtes, etc.). eingetreten ist oder unmittelbar be- (Zivilschutz, Krisen- und Katastrophen-
vorsteht, schutzmanagement) zur Verfügung. Der
Einsatzleitung auf • die Einrichtungen des Landes für die Bund unterstützt im Bedarfsfall den Ein-
Bezirksebene Erfüllung der Aufgaben der Katastro- satz von notwendigen personellen und
Zur einheitlichen Koordinierung des phenhilfe eingesetzt werden müssen, materiellen Ressourcen des Bundes, der
Katastropheneinsatzes im Verwaltungs- • eine Koordinierung und Unterstüt- Länder und der Einsatzorganisationen.
bezirk, ist ein behördlicher Einsatzleiter zung der Einsätze der Katastrophen-
eingesetzt. Einsatzleiter ist der Bezirks- hilfsdienste der Bezirke notwendig Nähere Informationen unter:
hauptmann, in Städten mit eigenem ist. www.bmi.gv.at
8Donauhochwasser 2006 –– Landeseinsatzleiter
Landeseinsatzleiter LRLR
DI Josef Plank,
Plank, Landesfeuerwehrkommandant
Landesfeuerwehrkommandant LBD
LBD
KR Josef Buchta, HVHV Gerhard
Gerhard Urschler
Urschler und
und Be-
Be- ...behördliche Einsatzleitung am Gemeindeamt
zirksfeuerwehrkommandant OBR
OBR Walter
Walter Harrauer
Harrauer Dürnstein während einer Übung ...
bei einer Lagebesprechung ...
BM.I
BEZIRKS- LANDESHAUPTMANN GENERALDIREKTOR
BÜRGERMEISTER
HAUPTMANN LANDESRAT FÜR DIE ÖFFENT-
LICHE SICHERHEIT
EINSATZSTAB DER BEHÖRDLICHER BEHÖRDLICHER SKKM*
GEMEINDE BEZIRKSFÜHRUNGSSTAB LANDESFÜHRUNGSSTAB KOORDINATIONSAUSSCHUSS
Örtliche Einsatzleitungen Führungs-/Einsatzstäbe Führungs-/Einsatzstäbe Führungsstäbe
der Einsatzorganisationen der Einsatzorganisationen der Einsatzorganisationen der Einsatzorganisationen
* SKKM: Staatliches Krisen- und Katastrophenschutzmanagement des Bundes
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Landes
10Warn- und Alarmsystem
Warnung 3 Minuten
gleichbleibender Dauerton
Österreich besitzt ein
Warn- und Alarmsystem Herannahende Gefahr!
Radio oder Fernseher (ORF) ein-
Auf der Grundlage einer Vereinbarung schalten, Verhaltensmaßnahmen
nach Artikel 15a der Bundesverfassung beachten.
sind die Steueranlagen der Feuerwehr-
Alarm 1 Minute
sirenen der Gemeinden mit Funkemp-
auf- und ab-
fängern ausgestattet worden, sodass schwellender
sie über Fernwirkanlagen ausgelöst Heulton
werden können. Die Auslösung der Akute Gefahr!
Feuerwehrsignale, der Zivilschutzsigna- Schützende Räumlichkeiten auf-
le und der wöchentlichen Sirenenprobe suchen, über Radio oder Fern-
kann von der jeweiligen Gemeinde, ei- sehen (ORF) durchgegebene Ver-
ner Bezirksalarmzentrale (vereinzelt haltensmaßnahmen befolgen.
auch von Abschnittsalarmzentralen),
der Landeswarnzentrale und der Bundes-
warnzentrale durchgeführt werden. Die Entwarnung 1 Minute
gleichbleibender
Signalauslösung kann für ein Gemein-
Dauerton
degebiet, mehrere Gemeinden (Unter-
abschnitte), einen oder mehrere Ge- Ende der Gefahr!
richtsbezirke (Abschnitte), einen oder Weitere Hinweise über Radio
mehrere Bezirke, ein oder mehrere oder Fernsehen (ORF) beachten.
Bundesländer oder das Bundesgebiet
programmiert werden!
Bundesweit sind über 7.000 Sirenen,
davon allein in Niederösterreich 2.300
Sirenen in dieses System integriert!
Im Alltag wird dieses System für die Signal für die Feuerwehr Sirenenprobe
Alarmierung der Feuerwehren (auch
„Stiller Alarm“ über Pager) von den
Abschnitts-, Bezirks- und Bereichsal-
3 x 15 Sekunden 15 Sekunden
armzentralen nach Eingang eines Not-
dazwischen jeweils 7 Sek. Pause jeden Samstag mittags
rufes 122 verwendet.
Darüber hinaus gibt es weitere spe- wichtig sein kann (Sturmwarnung an
Jeden 1. Samstag im Oktober eines zielle Alarmsignale (z. B. Flutwellen- Seen oder am Meer, alpines Notsignal
Jahres wird ein österreichweiter Pro- alarm bei Talsperren) und Warn- bzw. u. a.). Im Interesse der persönlichen Si-
bealarm der Zivilschutzsignale durch- Notsignale, deren Kenntnis vor allem cherheit sollte vor Ort eine diesbezüg-
geführt. für den Sport- und Freizeitbereich liche Information eingeholt werden.
WICHTIG: Im Zivilschutzfall werden wichtige Informationen und Verhaltensregeln über den Österreichischen Rundfunk gesendet.
Bitte wählen Sie Notrufnummern nur im Notfall, da sonst die Notrufleitungen überlastet sein können.
11BWZ Landeswarnzentrale Niederösterreich Integrierter Führungsstab während der EURO 08
Bundeswarnzentrale Strahlenfrühwarnsystem des Bundes
lenfrühwarnsystems. Sie steht im In-
formationsverbund mit den Landes-
LWZ warnzentralen (LWZ), allen zuständi-
gen Stellen auf Bundes- und Landes-
ebene, den Hilfs- und Rettungsorgani-
Landeswarnzentrale
sationen, wie Feuerwehr, Rotes Kreuz,
Bergrettung sowie den Kontaktstellen
BAZ auf bilateraler (Nachbarstaaten), su-
pranationaler (EU), multinationaler
(NATO-Partnerschaft für den Frieden)
Bezirksalarmzentrale
und internationaler (UN) Ebene.
Landeswarnzentrale
Warn- und Die Landeswarnzentrale ist die perma-
Alarmzentralen nent besetzte Katastrophenschutzzen-
trale auf Landesebene. Ihre Aufgabe ist
die Warnung und Alarmierung der Be-
Die Feuerwehrsirene heult. Ein Signal, das Staatliche Krisen- und Katastro- völkerung im Katastrophenfall sowie die
das allen vertraut ist, das kaum je- phenschutzmanagement (SKKM) sowie Koordination der Einsatzkräfte bei Groß-
mand bewusst registriert. Man nimmt für den überregionalen und internatio- katastrophen im jeweiligen Bundesland.
eher an, dass die Feuerwehr zu einem nalen Zivil- und Katastrophenschutz. Die LWZ ist im Informationsverbund mit
Einsatz gerufen wird. Über die gleiche den regionalen Zentralen der Hilfs- und
Sirene können jedoch auch andere Die BWZ ist die österreichische Anlauf- Rettungsorganisationen sowie mit den
Signale abgegeben werden; sie sollen stelle u. a. für regionalen Kontaktstellen der jeweils
die Bevölkerung vor einer heran- • die Info-Hotline Temelin, angrenzenden Nachbarstaaten.
nahenden Gefahr warnen, damit Zeit • das ECURIE-System (European Com-
für Vorbereitungsmaßnahmen bleibt. munity Urgent Radiological Informa- Abschnitts-, Bezirks- und
tion Exchange), Bereichsalarmzentralen
Um dieses Ziel zu erreichen wurde in • die IAEO (gemäß Übereinkommen In Niederösterreich sind im normalen
Österreich ein Warn- und Alarmsystem über die frühzeitige Benachrichti- Dienstbetrieb von den 24 Feuerwehr-
aufgebaut, das vom Bundesministe- gung bei nuklearen Unfällen); zentralen 13 Zentralen rund um die
rium für Inneres gemeinsam mit den • das MIC (Monitoring and Information Uhr besetzt. Im Bedarfsfall können die
Ämtern der Landesregierungen be- Centre der EK (Europäische Kommission) anderen Zentralen innerhalb kürzester
trieben wird. (vgl. Seite 11) im Rahmen des Gemeinschaftsverfah- Zeit nachbesetzt werden.
Zivilschutz- und Feuerwehrsignale rens bei Katastrophenschutzeinsätzen),
können von folgenden Zentralen aus- • das EADRCC (Euro Atlantic Disaster Relief Abschnittsalarmzentralen
gelöst werden: Coordination Centre im Rahmen NATO Schwechat, Purkersdorf
Partnerschaft für den Frieden (PfF), Bezirksalarmzentralen
Bundeswarnzentrale • die ESA/ESOC (European Space Agen- Melk, Mödling, Baden, Neunkirchen,
Die Bundeswarnzentrale (BWZ) ist die cy/Operation Centre) u. Wiener Neustadt, Krems
operationelle Basis des Bundes zur Ko- • für Meldungen im Rahmen des Über- Bereichsalarmzentralen übernehmen die
ordination von Hilfsmaßnahmen bei einkommens über die grenzüber- Notrufannahme und die Erstalarmie-
Großschadensereignissen. Sie ist seit schreitenden Auswirkungen von In- rung für die Feuerwehren eines be-
Anfang 2006 in das im BM.I neu ge- dustrieunfällen (UN ECE). nachbarten Bezirkes.
schaffene Einsatz- und Krisenkoordina- • Amstetten (Scheibbs)
tionscenter (EKC) eingebunden. Diese Die BWZ ist die Zentralstelle für das ge- • St. Pölten (Lilienfeld)
permanent besetzte Koordinations- meinsame Warn- und Alarmsystem des • Korneuburg (Klosterneuburg)
und Informationszentrale ist im Anlass- Bundes und der Länder und perma- • Mistelbach (Gänserndorf)
fall auch Informationsdrehscheibe für nente Beobachtungsstelle des Strah- Landeswarnzentrale (vgl. Seite 6,10)
12Behördlicher Landesführungsstab in Tulln,
Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz
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ge n mB ü n, n o in k la et ein aler
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w hW igkeit D op e s F
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ein z u h ein s c h ac h - st e h e ung e n dyna-
s e h e r (ORF) u r c hsagen . e tt erwarn g ie u nd Geo r
Fer n eche r d olge n U n w oro lo en de
L autspr h m en bef f ü r Mete r p rognos
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diese
13Vernetzung im Krisen- und Katastrophenfall
LANDESRAT
Staatliches Krisen- und Katastro- DR. PERNKOPF Wirtschaft und Forschung
phenschutzmanagement EINSATZLEITER Energieversorger, Infrastrukturbe-
des Bundes, der Bundesländer und treiber, etc.
benachbarter Staaten Forschungseinrichtungen,
Abt. Feuerwehr und Zivil- Universitäten
schutz - Landeswarnzentrale
besetzt den behördlichen
Gruppe Landesamtsdirektion - LAD Landesführungsstab
stellt den Einsatzleiter-Stv. NÖ Landes-Feuerwehrschule
Call Center - Info Point Katastrophenschutzlager
Einsatzorganisationen
Feuerwehr, Rotes Kreuz,
Psychosoziales Akutteam ASBÖ, Bergrettung, Gruppe Wirtschaft, Sport
Betreuung von Betroffenen Wasserrettung, und Tourismus
Personen in Extremsituationen Höhlenrettung, etc. Gewerberecht
durch Fachpersonal
Energieversorgung
Kraftwesen, Fuhrpark
Gruppe Innere Verwaltung
Gruppe Raumordnung, Umwelt,
Polizeiangelegenheiten
Verkehr Gruppe Baudirektion
Flüchtlingsangelegenheiten
Raumordnung Geologischer Dienst
stellt Personal für den Stab
Umwelt-, Naturschutz Sachverständige für Bautechnik,
zur Verfügung
Verkehrsangelegenheiten Brandschutz, Elektrizitätswirtschaft,
Strahlenphysik und gefährliche Stoffe
NÖGIS - geografisches
Informationssystem
Sowohl in der Prävention als auch
Gruppe Gesundheit und Soziales
im Katastrophenfall ist die Landes-
Medizinische Angelegenheiten
warnzentrale auf eine enge Zu-
Tuberkulosebekämpfung
sammenarbeit mit den Einsatzorga- Gruppe Straßenbetrieb
Trinkwasserhygiene
nisationen, allen Verwaltungsein- Bundes-, Landesstraßen
Lebensmittelkontrolle
heiten des Bundes und Landes und Brücken, Tunnel
Strahlenschutz
Vertretern aus dem Bereich Wirt- Verkehrsinformationssysteme
Überwachung d. Chemikalienrechtes
schaft und Forschung angewiesen.
Opferfürsorge
Krankenanstalten
NÖ
Landeskliniken-Holding
ZAMG
Zentralanstalt Gruppe Wasser Lawinenwarndienst NÖ
für Meteorologie Wasserrecht, Wasserwirtschaft, Wasserbau, Abteilung Hydrologie
und Geodynamik Siedlungswasserwirtschaft, Hydrologie und Zentralanstalt
(Unwetterwarnungen, Unterstützung im Hochwasserfall für Meteorologie
Prognosen und mit Sachverständigen und Experten und Geodynamik
Ausbreitungs- der Hochwasserzentrale NÖ
berechnungen...)
14Hochwasser-
vorsorge
in Niederösterreich
Vorsorge kommt hördlichen Katastrophenschutzpläne
vor dem Einsatz und Sonderalarmpläne für Hochwasser
Das Land Niederösterreich hat aus den in den nächsten Jahren laufend zu
Erfahrungen der letzten Jahre eine um- adaptieren.
fassende Hochwasserstrategie entwi- Im Anlassfall sind die Landeswarnzen-
ckelt, die federführend von den Abtei- trale und die Hochwasserzentrale der
lungen der Gruppe Wasser in Koopera- Abteilung Hydrologie in engstem Kon-
tion mit der Abteilung Feuerwehr und takt, um die bestmöglichen Informatio-
Zivilschutz umgesetzt wird. nen für die Bezirke und die Gemeinden
Die Unwetterwarnungen der ZAMG
Der Begriff „Katastrophenschutzmana- zur Verfügung zu stellen.
sind mittlerweile ein gewohntes Hilfsmittel
gement“ steht in Niederösterreich für So gehört etwa die Homepage der NÖ
zur vorausschauenden Einsatzplanung.
das organisatorische Zusammenwirken Hochwasserzentrale „www.wasserstand- Niederschlagsprognose vom 15.08.2008
aller Behörden, Einsatzorganisationen, niederoesterreich.at“ zu den meist be- mit der Angabe der erwarteten Nieder-
der Wirtschaft, der Wissenschaft und suchten Internetseiten des Landes Nie- schlagsmengen.
der Privatpersonen um Menschen, Tiere derösterreich.
und Sachwerte vor drohenden Katas-
trophen zu schützen und im Katastro- „Uns entgeht kein Tropfen“ -
phenfall die Auswirkungen zu mindern 1.000 Messstellen über-
und zu bewältigen. wachen den Wasserkreislauf
Somit zählen die Vorkehrungen der Be- in Niederösterreich
hörden, der Einsatzorganisationen aber Das Land Niederösterreich betreibt ei-
auch der betroffenen Hochwasseranrai- ne Vielzahl an Messstationen rund um
ner zur Basis eines funktionierenden das Element Wasser. Insgesamt liefern
Katastrophenschutzmanagements. knapp 1.000 Messstationen ein klares
Bild über die Wassersituation in Nieder-
Vorkehrungen österreich. So wird das Grundwasser,
der Behörden und das Oberflächenwasser und der Nieder-
Einsatzorganisationen schlag rund um die Uhr überwacht.
Im Bereich der Hochwasservorsorge ar- Fast 150 Messstationen sind mittlerwei-
beiten vor allem die Fachabteilungen le im Internet abfragbar.
der Gruppe Wasser eng mit der Abtei- Von der Zentralanstalt für Meteorolo-
lung Feuerwehr und Zivilschutz zusam- gie und Geodynamik, die ein wichtiger Starkregenwarnung „Rot“ an den rund 60
men. Hier gilt es präventiv auf Basis neu- Partner im Niederösterreichischen Ka- Niederschlagsmessstellen in NÖ – Nieder-
er und moderner Grundlagen die be- tastrophenschutz ist, fließen zusätzli- schlagssituation am 16.08.2008
15che Daten von Messstationen in die modell für die Donau, das in Koopera- Thurnberg als aktuelle und geplante
Hochwasserprognosesysteme des Lan- tion der Länder Niederösterreich und Abgabemenge in die Modellierung des
des ein. Ergänzt werden diese durch Un- Oberösterreich unter wissenschaftlicher Abflusses ein. Die Prognosen am Kamp
wetterwarnungen und Niederschlags- Leitung der Technischen Universität werden kontinuierlich berechnet; eine
prognosen, die rund um die Uhr an die Wien erstellt wurde. Die erwarteten Zu- Veröffentlichung im Internet erfolgt
Abteilung Hydrologie bzw. an die Lan- flüsse aus den Teileinzugsgebieten von nur bei Hochwassergefahr.
deswarnzentrale weitergegeben wer- Inn und deutscher Donau vorläufig Das Hochwasserprognosesystem für
den. Durch diese einzigartige Koopera- noch mit einem provisorischen Nieder- die Traisen wurde in Form eines Nieder-
tion steht in Niederösterreich eines der schlags-Abfluss-Modell berechnet. So- schlags-Abfluss-Modells unter wissen-
dichtesten Messnetze im Bereich Was- bald die Prognosen des Bayrischen Lan- schaftlicher Leitung der Universität für
ser zur Verfügung. desamtes für Wasserwirtschaft an der Bodenkultur entwickelt. In die automa-
Schnittstelle Passau verfügbar sind, sol- tisierte Berechnung der Prognosen flie-
Hochwasserprognosesysteme len diese eingebunden und dadurch die ßen neben gemessenen Niederschlägen
in Niederösterreich Genauigkeit des österreichischen Mo- und Abflüssen auch numerische Wet-
Die Abteilung Hydrologie des Landes dells erhöht werden. Bei der automati- tervorhersagen (Rasterdaten von Nieder-
Niederösterreich betreibt für 18 Fluss- sierten Berechnung der Prognosen wer- schlag und Lufttemperatur) ein. Die ge-
einzugsgebiete Hochwasserprognosen. den neben gemessenen Niederschlägen wählte Form der Darstellung der Pro-
Das Schlachtschiff unter den Prognose- und Abflüssen auch numerische Wet- gnosen (Ganglinien und Zahlenwerte
modellen ist das Hochwasserprognose- tervorhersagen (Rasterdaten von Nie- für die Profile Herzogenburg, Windpas-
derschlag und Lufttemperatur) berück- sing, St. Veit und Lilienfeld bzw. Grö-
sichtigt. Die Berücksichtigung der Wet- ßenklassen für die Profile Türnitz, Ho-
tervorhersagen ermöglicht die Verlän- henberg und Ramsau) berücksichtigt
gerung der Prognosefrist von ursprüng- den Umstand, dass mit fallender Größe
lich 6 bis 10 Stunden auf 48 Stunden. Der des Einzugsgebietes auch die erreichba-
aus der Wettervorhersage resultierende re Prognosegenauigkeit abnimmt.
Unsicherheitsfaktor steigt mit der Län- Für 15 kleinere Einzugsgebiete (wie
ge des Prognosezeitraumes. Triesting, Piesting, Lainsitz etc.) wurde
Das Hochwasserprognosemodell für ein Hochwasserprognosesystem auf
den Kamp wurde in Kooperation des Grundlage eines vereinfachten Verfah-
Landes Niederösterreich mit der EVN rens entwickelt. Anhand historischer Er-
AG unter wissenschaftlicher Leitung der eignisse wird ein funktionaler Zusam-
Technischen Universität Wien erstellt. menhang zwischen dem Input (gemes-
Um den Prognosezeitraum in diesem sener und prognostizierter Nieder-
wesentlich kleineren Einzugsgebiet zu schlag) und dem Output (gemessener
erhöhen, fließen in die Prognosebe- und prognostizierter Abfluss) herge-
rechnung auch numerische Wettervor- stellt. Hochwässer bei kleinen Einzugs-
hersagen (Rasterdaten von Nieder- gebieten werden meist durch kurze, lo-
schlag und Lufttemperatur) ein. Der kal begrenzte aber dafür umso intensi-
Prognose für den Pegel Kienstock in der
Wachau vom 15.08.2008. Die prognostizier- daraus resultierende Unsicherheitsfak- vere Niederschläge (vielfach Gewitter-
ten Niederschläge (vgl. Warnung der ZAMG tor steigt mit der Länge des Prognose- regen) verursacht. Die Bewegung einer
auf Seite 15) werden in der Prognose im zeitraumes. Weiters geht der Betrieb Gewitterzelle um nur wenige Kilometer
Abfluss der Donau bereits dargestellt. der Kraftwerkskette Ottenstein-Dobra- kann die Verlagerung der Hochwasser-
gefahr in ein benachbartes Flussgebiet
bewirken, sodass Hochwasserprognosen
bei kleinen Einzugsgebieten erhebliche,
potentielle Unschärfen aufweisen.
Wichtiger Hinweis
zu Prognosen
Erfahrungen der letzten Hochwasser
haben gezeigt, dass durch die Veröf-
fentlichung der Prognosewerte (Inter-
net, aber auch Medien) sich beim Bür-
ger ein etwa sehr hoch prognostizierter
Wert im Gedächtnis förmlich „ein-
brennt“. Sollte also das Prognosesystem
einen sehr hohen Wert in 48 Stunden
berechnen – der wegen der langen Pro-
gnosefrist naturgemäß noch mit gro-
ßen Unsicherheiten verbunden ist –, so
Emmersdorf an der Donau: Die Bevölkerung lebt mit dem Hochwasser. Aktuell werden sämt- ist dieser schwer mit aktuelleren Werten
liche Donaugemeinden mit mobilen Hochwasserschutzdämmen gesichert. Bis 2016 werden in wieder aus dem Gedächtnis der Betrof-
Niederösterreich rund 550 Millionen Euro in den vorbeugenden Hochwasserschutz investiert. fenen zu bekommen.
16Es ist daher im Hochwasserfall be-
sonders wichtig, die Entwicklung im
Internet laufend zu verfolgen und stets
die jüngsten Prognosen als Entschei-
dungsgrundlage heranzuziehen. An
dieser Stelle verweisen wir auf die de-
taillierten Informationen auf den Seiten
der Landeshomepage zum Thema Pro-
gnosegenauigkeit und Vertrauensbe-
reiche.
Hochwasser-
abflussbereiche
Das Land Niederösterreich erstellt ak-
tuell mithilfe neuer Vermessungsme-
thoden aus der Luft (Airborne Laser-
canning) ein hoch auflösendes, digitales
Geländemodell. Mit diesem können
verschiedenste Hochwasserszenarien si-
muliert werden. Die Resultate dieser Si-
mulationen sind so genannte Hochwas- Die neuen Sonderalarmpläne für Hochwasser enthalten sämtliche Maßnahmen der Behörden
serabflussbereiche, die bei Hochwasser und Organisationen für die Dammwache, -verteidigung, Ortsverteidigung und detaillierte
überflutet werden. Im Internet auf der Evakuierungspläne (siehe oben) mit drei unterschiedlichen Evakuierungszonen (A,B,C).
Homepage des Landes sind entlang von
rund 2.500 Flusskilometern für 30-, 100- „Sonderalarmplan wasserfall die Betreiber von Dämmen,
und 300-jährliche Hochwasser grund- Hochwasser NEU“ Behörden, Sachverständige und Ein-
stücksscharfe Abflussbereiche ausgewie- Da in den letzten Jahren in Niederös- satzkräfte optimal zusammen arbeiten
sen (siehe http://www.noe.gv. at/ Um- terreich hohe Investitionen in die Instal- können, wurden gemeinsam Handbü-
welt/Wasser/Hochwasserschutz/Hochwa lierung der genannten Prognosemodel- cher erstellt, in denen praktische Emp-
sser_Hochwasseranschlagslinien_Nieder le und in die Ausweisung der Hochwas- fehlungen für die Überwachung und
oesterreich.html). serabflussbereiche getätigt wurden, die Verteidigung von Schutzdämmen
sollen nun darauf aufbauend auch die bei Hochwasser dargestellt sind.
Ein 30-jährliches Hochwasser bedeutet, Hochwasseralarmpläne auf Gemeinde- So konnten bereits 5.000 Exemplare des
dass ein solches Hochwasser im langjäh- und Bezirksebene neu erstellt werden. Handbuches „Hochwasserschutzdämme
rigen Durchschnitt alle 30 Jahre auftritt. Die Sonderalarmpläne der neuen Gene- – Überwachung und Verteidigung im
Ein 100-jährliches Hochwasser tritt sta- ration wurden an der March und am Hochwasserfall“ über den Feuerwehr-
tistisch nur alle 100 Jahre auf. Diese sta- Kamp im Rahmen einer Pilotstudie (EU verband an die Feuerwehren verteilt
tistische Definition heißt aber nicht, Förderung) neu entwickelt. Diese Pläne werden.
dass nun am Kamp, wo ein 1000 jährli- enthalten die Maßnahmen der Behör-
ches Ereignis stattgefunden hat, nun den und Einsatzorganisationen für die Aktion Notstrom
die nächsten 1000 Jahre kein großes Hochwasserwarnung, den Hochwasser- Naturkatastrophen beeinträchtigen meist
Hochwasser mehr auftreten kann. alarm, für die Dammwachen, sowie die die öffentliche Stromversorgung. Wich-
Dammverteidigung. Auch der Fall eines tiges Einsatzgerät, wie Pumpen und
Dammbruches ist in den neuen Plänen Scheinwerfer, aber auch hochwertige
berücksichtigt. Ortsverteidigungspläne Einrichtungen des Katastrophenschut-
und die Ausweisung von Evakuierungs- zes benötigen gerade dann eine autar-
zonen ermöglichen das rasche Handeln. ke Stromversorgung. So konnte das Land
Wichtig ist, dass diese Pläne allen han- Niederösterreich gemeinsam mit dem
delnden Personen und vor allem der be- NÖ Landesfeuerwehrverband 21 Stück
troffenen Bevölkerung bekannt sind Notstromaggregate (150 kVA) für alle
und auch regelmäßig auf ihre Aktua- NÖ Bezirke anschaffen. Weiters wurden
lität im Rahmen von Übungen über- seitens des Landes Sonderförderungen
prüft werden. initiiert, die den Gemeinden den Ankauf
von Notstromaggregaten ermöglichten.
Gemeinsame Ausbildungs-
unterlagen und Schulungen Aktion Großpumpen
für den Hochwassereinsatz Mit Mitteln des Katastrophenfonds
Das Land Niederösterreich hat gemein- konnten für alle 21 Bezirke Schmutz-
sam mit dem NÖ Landesfeuerwehrver- wasserpumpen mit einer Förderleistung
Das Land NÖ hat an 2.500 Flusskilometern
band die Hochwasserereignisse evalu- von 300 m3/h angekauft werden. Weiters
die Ausweisung der HQ 100 Abflussbereiche iert und die Erkenntnisse in Konzepte wurden in den Landesvierteln Groß-
durchgeführt. Im Bild die Ausmaße eines verpackt, die zum Großteil bereits um- pumpen mit einer Leistung von rund
HQ 100 in der Ortschaft Pitten an der Pitten. gesetzt werden konnten. Damit im Hoch- 900 m3/h stationiert.
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