Wirtschaft - am Bayerischen Untermain
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Wirtschaft
Dezember 2020/
Januar 2021
Bayerischen Untermain
am
www.aschaffenburg.ihk.de
75 Jahre IHK Aschaffenburg
1946 – 2021
Jubiläums-Serie: Teil 1
IHK-Geschichte Bayerns
Vollversammlung hybrid
Die aktuelle Ausgabe der „Wirtschaft am Bayerischen Untermain“ ab 17. Dezember 2020 unter www.aschaffenburg.ihk.de.
GemeinsamFürDieRegionEDITORIAL
IHK-Jubiläum 1946-2021
Seit fast 75 Jahren
gemeinsam für die Region
Mit dieser Doppelausgabe der „Wirtschaft des Bayerischen Untermains zu einer starken Wirt-
am Bayerischen Untermain“ beginnt unser schaftsregion mit einer leistungsfähigen Selbstver-
Jubiläumsjahr. Die IHK Aschaffenburg wurde waltung der Wirtschaft, der IHK Aschaffenburg.
am 27. November 1946 gegründet. Die Coro-
na-Pandemie, die unser Leben auf den Kopf Diese Errungenschaften gilt es für die Zukunft zu
stellt, hat unsere Planungen für Jubiläums- sichern. 2021 ist nicht nur unser Jubiläumsjahr, die
veranstaltungen und Feierlichkeiten über Wahl zur neuen IHK-Vollversammlung steht eben-
den Haufen geworfen, die meisten Vorha- falls auf der Agenda. Machen Sie mit und bringen
ben mussten in dieser für unsere Wirtschaft Sie Unternehmergeist, Visionen und Kreativität in
am Bayerischen Untermain sehr schwieri- unser Parlament der Wirtschaft ein!
gen Zeit ersatzlos gestrichen werden. Die
Pandemie ist in den 75 Jahren unseres Be- Zum Ende des Corona-Jahres wünsche ich Ihnen
stehens die größte Herausforderung, der wir ein schönes Weihnachtsfest und Zuversicht für das
uns stellen müssen. Mit Unternehmergeist, neue Jahr! ■
Zuversicht, Mut, Visionen, Kreativität steu-
ern die Unternehmen seit neun Monaten
durch die Krise, deren Ende hoffentlich ab-
zusehen ist.
Unternehmergeist, Zuversicht, Mut, Visionen und
Kreativität haben auch die Persönlichkeiten bewie-
sen, deren Lebensgeschichten im Rahmen einer Serie
zum Jubiläum in der IHK-Zeitschrift zu lesen sind. Friedbert Eder
Sie haben einen großen Anteil an der Entwicklung Präsident IHK Aschaffenburg
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 3Prozesse optimieren
und Kosten senken Ordnung ist das halbe Leben. Das wissen
mit intelligenten
wir nicht erst seit LEAN und Kaizen in den
Unternehmen Einzug finden. Und doch
rückt der kontinuierliche Verbesserungs-
Ausgabesystemen
prozess das Thema Aufbewahrung und
Zugriffszeiten immer mehr in den Fokus.
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Jubilä u m
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! PR-Beilagen, PR-Anzeigen und
Advertorial-Strecken geben
nicht unbedingt die Meinung der
IHK Aschaffenburg wieder.
EDITORIAL Veröffentlichung/Amtliche Bekanntmachung
Änderung des Statuts für die Ausstellung von
IHK-Jubiläum 1946-2021 Ursprungszeugnissen: Neue Anlage „Vordruck Antrag
Seit fast 75 Jahren gemeinsam für die Region....................... 3
Ursprungszeugnis, Vordruck Ursprungszeugnis
(Original, Durchschrift)“..................................................................18
AKTUELLES ....................................................................................6
Brexit
1946-2021: Der Countdown läuft .......................................................................19
75 Jahre GemeinsamFürDieRegion
Abschlussprüfungen
Jubiläums-Serie Teil 1 Gelungener Start ins Berufsleben ................................................ 21
TH Aschaffenburg
Johann („Hans“) Birkart Förderverein finanziert Technik für virtuelle
Speditionsunternehmer Konferenzen ........................................................................................22
mit Intuition
und Weitblick ..................8 Veröffentlichung/Amtliche Bekanntmachung
Gefahrgutfahrerschulung: Verwaltungsvorschriften
betreffend die Schulung für Fahrzeugführer
für die Beförderung gefährlicher Güter auf der
Straße nach dem Kapitel 8.2 ADR ..............................................23
„Ideen haben Kraft“:
Zur Geschichte der bayerischen Gemeinsame Handelsausschusssitzung
Industrie- und Handelskammern .............................................11 Plattformen und Workshops für den Handel ...........................23
Forschungsprojekt Stadt- und Stiftsarchiv Ausschuss für Industrie und industrienahe Dienstleistungen
Geschichte von Aschaffenburg ..................................... ...........14 Einblicke in das Digitale Gründerzentrum ...............................26
SANTO in Pandemie-Zeiten
Unsere IHK Zwölfte Runde der Schüler-Akademie
IHK-Vollversammlung digital eröffnet ..................................................................................27
Sitzung erstmals hybrid ............................................................... 15
Unsere WIRTSCHAFTSREGION
Veröffentlichung/Amtliche Bekanntmachung
Wirtschaftssatzung der Industrie- und Handelskammer
Burg Apotheke Alzenau
Aschaffenburg für das Geschäftsjahr 2021 .......................... 16
Seit 200 Jahren nah am Kunden ................................................29
Veröffentlichung/Amtliche Bekanntmachung
Schwerpunkte des IHK-Budgets 2021..................................... 17 Unser SERVICE .................................................................................35
facebook.com/ihkaschaffenburg
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 5AKTUELLES
Betriebe nutzen Unterstützungsmaßnahmen
Rund 44 Prozent der deutschen Unternehmen nehmen nach
aktuellen Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskam-
mertages (DIHK) in der Corona-Krise staatliche Unterstüt-
zungsmaßnahmen in Anspruch oder planen, dies zu tun, um
die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern.
Das zeigt eine Sonderauswertung der jüngsten DIHK-Blitzum-
frage unter mehr als 13.000 Unternehmen. Die Betriebe ma-
chen demnach vor allem vom Kurzarbeitergeld Gebrauch (67
Prozent); sie nehmen aber auch KfW-Sonderprogramme oder
Dipl.-Betriebswirt (FH)
Ähnliches (33 Prozent), Überbrückungshilfe II und die Novem-
Michael Wangler
berhilfe (35 beziehungsweise 39 Prozent) in Anspruch.
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Über die aktuellen Hilfsmaßnahmen hinaus wünschen sich die
Fachanwalt für Steuerrecht
Unternehmen von der Politik noch weitere flankierende Maß-
nahmen. Dazu zählen beispielsweise Bürokratieentlastung (60
Prozent), Investitionen in Digitalisierung (32 Prozent), ver-
besserte Abschreibungsmöglichkeiten (27 Prozent), eine Aus-
weitung des steuerlichen Verlustrücktrags (29 Prozent) sowie
wettbewerbsfähige Energiepreise (24 Prozent). ■
Unsere Informationsveranstaltung
Die Sonderauswertung der DIHK-Blitzumfrage
steht unter www.dihk.de zur Verfügung.
UPDATE ARBEITSRECHT 2021
können wir leider im Januar nicht durchführen.
Wir möchten aber nicht, dass Sie den Boden
unter den Füßen verlieren…
… und geben Ihnen gerne einen Überblick
In eigener Sache
über alle wichtigen Änderungen in IHK Aschaffenburg zwischen
einem persönlichen Gespräch oder Telefonat.
den Jahren geschlossen
Die IHK Aschaffenburg bleibt zwischen den Jahren
vom 28. bis 31. Dezember geschlossen.
Am 4. Januar 2021 sind wir wieder zu den gewohnten
Emrich Wangler Blank Emrich Wangler Blank Öffnungszeiten, montags bis donnerstags
Wendelbergstraße 4 Dr.-Birkner-Str. 2 von 07:30 bis 17:00 Uhr und freitags von 07:30 bis
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6 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN Dezember 2020 / Januar 2021AKTUELLES
Neues aus Berlin und Brüssel
Neue DIHK-Broschüre
„Umgang mit Verpackungen in Europa“
Bagatellgrenzen, Meldepflichten, Recyc- So wird in Dänemark eine Sonderverbrauchs-
lingquoten: Wie die Mitgliedstaaten der steuer auf bestimmte Verpackungen erhoben,
Europäischen Union die novellierte EU- in Griechenland können sich ausländische On-
Verpackungsrichtlinie umgesetzt haben und line- und Versandhändler nur über einen Reprä-
was in weiteren europäischen Ländern gilt, sentanten registrieren lassen, in Spanien be-
beschreibt der DIHK in einer neuen Veröffent- steht eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht,
lichung. sodass der Grüne Punkt obligatorisch auf die
Verpackungen zu drucken ist. All diese Details
Auch wenn die Mitte 2018 in Kraft getrete- hat der DIHK in der Übersicht „Umgang mit Ver-
ne EU-Richtlinie zu zahlreichen gesetzlichen packungen in Europa“ zusammengestellt.
Anpassungen geführt hat, sind die nationalen
Regelungen zum Umgang mit Verpackungen Auf 58 Seiten erfahren die Unternehmen, was
nach wie vor sehr unterschiedlich. Unterneh- in den 27 EU-Mitgliedstaaten, aber auch in
men, die auf dem europäischen Binnenmarkt Großbritannien, Norwegen, der Türkei und in
verpackte Waren in den Verkehr bringen, der Schweiz zu beachten ist. Die Veröffentli-
müssen die Anforderungen des jeweiligen chung ist auf der Homepage des DIHK unter
Landes beachten. www.dihk.de zu finden. ■
KI-Praxisleitfaden für den Mittelstand Corona-Krise lässt Eigenkapital
der Unternehmen schmelzen
„Künstliche Intelligenz für den Mittelstand – ein Praxisleitfaden“
lautet der Titel einer kostenfrei erhältlichen Broschüre für kleine Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie belasten
und mittlere Unternehmen. Darin werden Chancen und Risiken von zunehmend die Bilanzen der deutschen Betriebe. Das zeigt eine
künstlicher Intelligenz (KI) beschrieben sowie Erfolgsgeschichten Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Corona-Blitzumfrage unter
aus der Praxis vorgestellt. mehr als 13.000 Unternehmen. Demnach beklagen rund 40 Prozent
der Betriebe einen Rückgang ihres Eigenkapitals. Rund 27 Prozent
Den Lesern soll es ermöglicht werden, konkrete Anwendungsmög- der Unternehmen kämpfen trotz vielfältiger staatlicher Hilfen mit
lichkeiten im eigenen Unternehmen zu identifizieren und mit ent- Liquiditätsproblemen. Zehn Prozent verzeichnen zunehmende For-
sprechenden Tools die Di- derungsausfälle.
gitalisierungsbereitschaft
im Unternehmen realistisch Diese Entwicklung trifft etwa Industrieunternehmen besonders hart,
einschätzen zu können. ■ weil sie ihre kostenintensiven Produkte und Hochtechnologieinves-
titionen häufig vorfinanzieren müssen. Engen sich in der aktuellen
Das Heft kann im Internet Situation die Spielräume für Vorfinanzierungen zu sehr ein, droht die
unter www.mittelstand- Gefahr, dass Unternehmen sogar trotz vorhandener Nachfrage nach
digital.de heruntergeladen ihren Produkten ums Überleben kämpfen müssen. Darüber hinaus
werden. Das Netzwerk beschränken zunehmende Finanzierungssorgen die Möglichkeiten
„Mittelstand Digital“ der Betriebe für Investitionen in den Aufschwung.
wird vom Bundeswirt-
schaftsministerium gefördert Über alle Branchen hinweg sieht sich derzeit jeder elfte der Befrag-
und bietet weitere kosten- ten von einer Insolvenz bedroht. Mehr als 80 Prozent davon sind klei-
freie Hilfen an. ne Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern. Fast jeder zweite
Betrieb, der eine Insolvenz befürchtet, gibt an, den Geschäftsbetrieb
nur noch maximal drei Monate lang aufrechterhalten zu können. Im
Großhandel sind es sogar 55 Prozent, im Einzelhandel 50 Prozent
und im stark betroffenen Gastgewerbe 56 Prozent. ■
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 71946 – 2021: 75 Jahre GemeinsamFürDieRegion
Johann („Hans“) Birkart
Speditionsunternehmer
mit Intuition und Weitblick
Alexander Köhl zwang Birkart bereits in jungen Jahren, Ver- Italien an den Untermain transportiert wer-
antwortung zu übernehmen. Neunzehnjäh- den mussten. Aber auch die daraus gefertigte
rig trat er in das Familienunternehmen ein, Ware musste in die gesamte Republik ausge-
in dem er erst unter Leitung seiner Mutter liefert werden. Birkart zeigte Investitionsbe-
Führungsaufgaben und 1939 schließlich die reitschaft. Bis 1964 erweiterte er sein Filial-
Geschäftsleitung übernahm. netz im Bundesgebiet auf 23 Niederlassungen.
1937 eröffnete Birkart in Würzburg durch den In jenem für Birkart richtungsweisenden
Erwerb der Spedition Kordovich & Sohn seine Jahrzehnt der „Wirtschaftswunder-Zeit“
erste Zweigstelle. Ein kluger Schachzug, wie übernahm seine Firma in immer stärker wer-
sich im Nachhinein herausstellte. In Würz- dendem Umfang Transportaufträge für das
burg hatte die Regierung von Unterfranken Bekleidungsunternehmen C&A. „Das Ge-
ihren Sitz, was dem Transportunternehmen schäft mit C&A wirkte wie ein Katalysator
Umzugsaufträge zahlreicher Staatsbeamter für die weltweite Expansion der Spedition“,
einbrachte. resümiert Arwed Fischer, ehemaliger Gene-
ralbevollmächtigter der Johann Birkart Inter-
Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mach- nationale Spedition GmbH & Co. KG. Birkart
te weitere Expansionspläne vorerst zunichte. habe später auch genau in jenen Ländern
Foto: Birkart
Birkart, mittlerweile verheiratet, wurde zum Niederlassungen eröffnet, in denen C&A pro-
Kriegsdienst eingezogen. Fortan musste für duzieren ließ.
sechs Jahre kommissarisch seine Ehefrau Erna
die Geschäftsführung übernehmen. 1964 gründete Birkart mit dem befreundeten
Sein Name war in der Speditionsbranche Spediteur Thomas Dachser in Aschaffenburg
auf der ganzen Welt bekannt. Johann Nach Kriegsende besaß der Aufbau des fast die Deutsche Kleiderspedition (DKS). Dem zu-
Birkart formte in sechs Jahrzehnten aus vollständig zerstörten Stammhauses in grunde lag die revolutionäre Vision, Kleidung
dem von seinem Großvater Gabriel Aschaffenburg oberste Priorität. Dies zu be- in Zukunft hängend zu transportieren, anstatt
gegründeten örtlichen Fuhrgeschäft ein wältigen erwies sich als Herkulesaufgabe. In wie bisher liegend in Pappkartons. So sollte
international operierendes Logistikunter- der Folgezeit eröffnete Birkart weitere Filia- die Ware knitterfrei bei Kunden ankommen.
nehmen. Mit Intuition und Weitblick len in der neu gegründeten Republik. Dabei Positiver Nebeneffekt: durch die Einsparung
erkannte er frühzeitig die Bedarfsfelder spezialisierten sich die Niederlassungen in von Verpackungsmaterial wurden Transport-
seiner Kunden. Eine Fähigkeit, die ihm Landstuhl und Wiesbaden auf Umzüge von kosten reduziert. Geboren wurde die innova-
ermöglichte, vor seinen Mitbewerbern Familien der US-Army. Eine profitable Diver- tive Geschäftsidee bei einem privaten Tref-
neue Märkte zu erschließen. sifikation des bestehenden Dienstleistungs- fen der beiden Spediteure, bei dem auch die
angebots, die erneut verdeutlicht, wie glän- Ehefrauen anwesend waren. Im Gegensatz zu
Birkart, Jahrgang 1914, absolvierte an der zend Birkart es vermochte, Marktchancen zu anderen Textilspeditionen setzte die DKS auf
Oberrealschule Aschaffenburg die Mittlere erkennen und zu nutzen. den Aufbau eines Abhol- und Verteilernetzes
Reife. Im Anschluss daran sammelte er ers- mit verbindlichen Fahrplänen und festem
te berufliche Erfahrungen bei verschiedenen Während der Nachkriegsjahre wickelte Bir- Streckennetz. Im Laufe der Zeit entwickelte
deutschen Speditionsfirmen. Schon damals karts Unternehmen traditionell die Bahn- sich das Konzept der Hanging Garments zu
faszinierte ihn die Perspektive, Güter in Be- amtliche Rollfuhr ab. Parallel dazu generierte einem immer größeren Erfolg. Was Mitte der
wegung zu setzen und Distanzen schrumpfen es seinen Umsatz hauptsächlich mit Mö- 1960er Jahre mit 2,3 Millionen beförderten
zu lassen. beltransporten. Das änderte sich allerdings Kleidungsstücken begann, steigerte sich in-
in dem Maße, indem sich Aschaffenburg und nerhalb von nicht einmal zwanzig Jahren auf
An Silvester 1933 starb Birkarts Vater, der Umgebung immer stärker zur Hochburg der über 75 Millionen transportierte Teile.
bis dahin die Geschicke des Aschaffenburger deutschen Textilindustrie entwickelte. In den
Transportunternehmens leitete. Die Lücke, 1950er Jahren gab es einen stetig wachsen- Den sprichwörtlich richtigen Riecher für den
die der Verstorbene in der Firma hinterließ, den Bedarf an Bekleidungsstoffen, die aus Ausbau und die Spezialisierung seines logis-
8 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN Dezember 2020 / Januar 2021- Anzeige -
Zur Sache:
Keine Grunderwerbsteuer auf den
75 Jahre IHK Aschaffenburg
Erwerb von Zubehör
Anlass für uns, in einer Jubiläumsserie zehn Persönlich-
keiten mit Weitblick, Visionen, Mut und Engagement
in der IHK-Zeitschrift vorzustellen. Im Jubiläumsjahr
lesen Sie in jeder Ausgabe Geschichten von Menschen,
Der Erwerb von Zubehör unterliegt nicht der Grund-
die Handel, Industrie und IHK in unserer Wirtschaftsre- erwerbsteuer. Ein darauf entfallendes Entgelt gehört
gion Bayerischer Untermain maßgeblich geprägt haben. nicht zur Bemessungsgrundlage für die Grunderwerb-
Freuen Sie sich auf spannende Leseerlebnisse! steuer. Im konkreten Fall hatte das Finanzamt die
Rechtsfrage aufgeworfen, ob die Einrichtung eines
Ladengeschäfts unter die Grunderwerbsteuer fällt.
Da es sich um Zubehör handelt, fällt dieses nicht
unter den Grundstücksbegriff. Das für das Zubehör
anfallende Entgelt stellt keine Gegenleistung dar, die
als Voraussetzung für die Grunderwerbsteuer gilt, so
der Bundesfinanzhof.
Der Autor Michael Wangler ist Rechtsanwalt
und Partner der Kanzlei Emrich Wangler Blank,
Aschaffenburg, Telefon-Nr.: 06021 44325-0
Umzug der Spedition Birkart in den 1960er Jahren.
Foto: Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg, Foto Dümmler
tischen Dienstleistungsangebots bewies Bir- teilungen in Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf Aschaffenburg zu engagieren. 1948 wurde
kat auch bei anderen Unternehmensbeteili- und München. 1971 erhielt sein Unternehmen er in den Beirat der neu gegründeten Kam-
gungen. Die Gründung des Deutschen Paket eine Lizenz der IATA (International Air Trans- mer gewählt, dem er bis 1958 angehörte.
Dienstes (DPD) mit 14 weiteren deutschen portation Association), woraufhin Birkart kon- Anschließend war er 27 Jahre lang ordent-
Speditionsfirmen war der nächste Meilen- sequent den Aufbau eines weltweiten Über- liches Mitglied des Nachfolgegremiums
stein in seiner beruflichen Karriere. Zudem seenetzes in Angriff nahm. Bereits Vollversammlung. Über Jahrzehnte
engagierte er sich später anteilig bei der 1972 nahm in Hongkong die stand er mehreren Fachaus-
System-Gut Logistik Service GmbH, der For- erste Dependance in Asi- schüssen mit Wissen und
schungs- und Entwicklungsgesellschaft für en ihre Arbeit auf. Fili- Rat zur Verfügung.
das Transportwesen mbH (FORTRAS) und der alen in Brasilien und 1987 ernannte ihn die
Sentrans Logistik GmbH. Südafrika folgten. In Vollversammlung der
Australien fasste Bir- Kammer zum Ehren-
Die Erschließung jener neuen Geschäftsfelder kart erst 1989 Fuß. mitglied.
bedeutete aber nicht nur für Birkarts Unter-
nehmensgruppe ökonomische Vorteile. Die Mit der globalen Expan- Fot
Aufgrund seiner außer-
o: S urg
Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze stärkte sion auf alle fünf Kontinente tadt-
und Stiftsarchiv Aschaf f e nb gewöhnlichen unternehmeri-
auch die Wirtschaftskraft am Bayerischen formte Birkart das Transportunter- schen Leistungen und wegen seines
Untermain und an den anderen Niederlas- nehmen, das sein Großvater einst gegründet beachtlichen ehrenamtlichen Engagements
sungsorten im gesamten Bundesgebiet. hatte, zu einer Unternehmensgruppe, die in wurde Birkart sowohl mit dem Bundesver-
der Logistikbranche Deutschlands ihresglei- dienstkreuz am Bande als auch mit dem
Den bedeutendsten Schritt in puncto Expan- chen suchte. Anfang der 1990er Jahre be- 1. Klasse geehrt.
sion machte Birkart allerdings mit der inter- schäftigte Birkart 2.300 Mitarbeiter, die einen
nationalen Ausrichtung seiner logistischen Umsatz von 1 Milliarde DM erwirtschafteten. Doch den Ausnahmespediteur Birkart nur auf
Aktivitäten. Im Laufe seines langen Berufsle- Weltweit betrug der Gruppenumsatz sogar dessen geschäftlichen Erfolge, Engagements
bens eröffnete er mehrere Dutzend Auslands- rund 1,8 Milliarden DM bei 3.800 Beschäf- und Würdigungen zu reduzieren, würde sei-
filialen. Den Anfang machte 1957 die Ge- tigten. ner Person nicht gerecht. Freunde, Mitarbei-
schäftsstelle in Österreich. Niederlassungen in ter, Geschäftspartner und Familie schätzten
anderen Ländern Europas und im Nahen Osten Trotz der gewissenhaften Wahrnehmung ihn für seine menschliche und bodenständige
folgten. Ende der 1960er Jahre begann Birkart seiner unternehmerischen Pflichten fand Art. Eitelkeiten aufgrund seines gesellschaft-
mit der Entwicklung des Geschäftsbereichs Birkart ausreichend Zeit, sich ehrenamtlich lichen Ansehens waren ihm fremd. Birkart
Sea & Air Cargo. Er gründete Luftfrachtab- in der Industrie- und Handelskammer (IHK) unternahm auch keine aufwendigen Reisen
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 91946 – 2021: 75 Jahre GemeinsamFürDieRegion
Die Birkart-Zentrale in der Weichertstraße. Foto: Birkart
in exotische Länder. Am liebsten fuhr er an Stammtisch des Gasthofs „Zum Heißen Stein“, der Fasanerie Aschaffenburg zu bewirten, sei
den Tegernsee, den er als sein persönliches an dem sich die Aschaffenburger Unterneh- Birkart eine große Freude gewesen.
Refugium betrachtete. mer der Textilbranche regelmäßig trafen.
Besonders wohl fühlte er sich aber im Kreise Johann Birkart verstarb nach kurzer schwerer
Birkart war ein Mann, der für sein Unterneh- seiner Mitarbeiter, die für ihn wie eine zweite Krankheit am 26. September 1993 im Alter
men lebte. In Ruhestand zu gehen und Ge- Familie waren. „Ein Highlight war für ihn je- von 79 Jahren. Er hinterließ seine Ehefrau
schäftliches hinter sich zu lassen, war nicht des Mal, wenn im Sommer seine Expats nach und zwei erwachsene Kinder. ■
seine Sache. Selbst als er die Leitung seiner Aschaffenburg kamen“, erinnert
Firmen abgab, ging er noch bis kurz vor sei- sich Fischer mit einem Lächeln auf
nem Lebensende beinahe täglich ins Büro. den Lippen. Sie und seine hiesige
Führungsmannschaft – die er alle
In seiner Freizeit begab sich Birkart auch in nahezu väterlich-liebevoll seine
Gesellschaft. Er war gern gesehener Gast am „Buben“ nannte – im Restaurant
Johann Birkart Internationale Spedition
GmbH & Co. KG
• Gründung 1877 in Aschaffenburg durch Gabriel Birkart
als Ein-Mann/Ein-Pferd-Firma
• 1911 Bestellung zum offiziellen „Bahnamtlichen Spediteur“
• 1939 Johann Birkart übernimmt die Geschäftsführung
• 50er Jahre Einstieg in das Geschäftsfeld Textiltransporte
• 1964 Mitgründung der Deutsche Kleiderspedition (DKS)
• 90er Jahre Expansion zu einer der größten
inhabergeführten Speditionen Deutschlands
• 1997 Umfirmierung in Birkart Globistics GmbH & Co.
Logistik und Service KG
• 2002 Verkauf an Thiel Logistik AG
• 2006 erwirtschaften 1.700 Mitarbeiter weltweit
einen Umsatz von über 380 Millionen Euro
• 2008 Umbenennung in Logwin AG
© 2020 Ihr Biograf Alexander Köhl Werbeschild der Firma Birkart, um 1967
Foto: Ines Otschik Museen der Stadt Aschaffenburg
10 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN Dezember 2020 / Januar 20211946 – 2021: 75 Jahre GemeinsamFürDieRegion
Feier des 10-jährigen Bestehens der IHK Aschaffenburg, 1956. Prominente Festgäste (v.l.n.r.): Hanns Seidel (CSU, Ministerpräsident
1957-1960), IHK-Präsident Heinrich Euler (Inhaber der Aschaffenburger Kleiderfabrik Euler, IHK-Präsident 1948-1958), der ehe-
malige Aschaffenburger Oberbürgermeister Jean Stock (SPD, Oberbürgermeister 1945-1946) und Ministerpräsident Wilhelm Hoegner
(SPD, Ministerpräsident 1945-1946 und 1954-1957). Foto: Bayerisches Wirtschaftsarchiv
„Ideen haben Kraft“:
Zur Geschichte der bayerischen
Industrie- und Handelskammern
Eva Moser, Bayerisches Wirtschaftsarchiv ren schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts schinenindustrie entstanden große Fabri-
in den damals französisch besetzten Ge- ken. Die Wirtschaft wurde zu einem immer
In seiner Sommerresidenz zu Berchtes- bieten links des Rheins die ersten Han- wichtigeren Faktor im Staat. Dem konnte
gaden erließ der bayerische König delskammern errichtet worden. Und auch sich auch der König nicht mehr verschlie-
Ludwig I. am 19. September 1842 seine in Bayern diskutierte man um 1830 die ßen. 1843 ging er noch einen Schritt weiter
„Allerhöchste Verordnung, die Einrich- Einrichtung einer eigenständigen Interes- und genehmigte die Bildung von sechs Han-
tung von Handelskammern betreffend“. senvertretung von Gewerbe und Handel. delskammern, darunter am 19. Mai für den
Nach Paragraph 12 sollten sie „die Doch der Monarch zögerte, er war miss- Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaf-
Regierung in der Förderung des Gewer- trauisch. Eine Beratung der Staatsverwal- fenburg mit Sitz in Würzburg. Zugleich er-
befleißes und in der Beseitigung der tung in wirtschaftlichen Angelegenheiten nannte er 12 prominente Vertreter aus dem
ihrem Aufblühen entgegenstehenden schien überflüssig. Außerdem fürchtete „Handels-, Fabrikanten- und Gewerbsstan-
Hindernisse durch ihren Rath und ihre Ludwig I. zu viel Liberalität. Doch mit Be- de“ als Mitglieder. Aschaffenburg wurde
Mitwirkung unterstützen“. ginn der 1840er Jahre ging allmählich die durch den Unternehmer Carl Dessauer ver-
vorindustrielle Epoche in Deutschland zu treten, der für die von seinem Vater gegrün-
Die Vorarbeit hatte Innenminister Karl von Ende. Der Eisenbahnbau begann, in der dete Aschaffenburger Buntpapierfabrik tätig
Abel einiges an Mühe gekostet. Zwar wa- Textil-, später auch in der Eisen- und Ma- war.
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 111946 – 2021: 75 Jahre GemeinsamFürDieRegion
Inhaberaktie
der Aschaffen-
burger Aktien-
gesellschaft für
Zellstoff- und
Papierfabrikation,
1929
Foto: Bayerisches
Wirtschaftsarchiv
Ludwigs Verordnung machte Bayern zum in ihrem Bezirk und legten umfangreiche
eigentlichen „Vorreiter der Handelskammer- Verbesserungsvorschläge vor. 1857 reichte
gesetzgebung in Deutschland“. Die Kammern die unterfränkische Kammer ihren ersten
sollten die gesamte gewerbliche Wirtschaft Bericht ein, in dem es unter anderem um
eines Bezirkes vertreten, ihre Zuständig- Zollerleichterungen beim Maschinenbezug
keit entsprach den Grenzen der jeweiligen für Fabrikanlagen ging.
Kreisregierung. Außerdem hatten sie den
Auftrag, die Regierung bis hin zum König zu Es war König Ludwig II., der 1868 mit ei-
beraten. Ihr offizieller Charakter lässt sich ner Verordnung wichtige Neuerungen für
daran ablesen, dass die Mitglieder nicht ge- die Kammern brachte: die dauerhafte Ein-
wählt, sondern vom König berufen wurden. richtung mit einem fachwissenschaftlich
Die Anfänge in Unterfranken waren freilich gebildeten Sekretär, die direkte Wahl der
noch bescheiden: Anfangs tagte das Gremi- Kammerrepräsentanten und die Beitrags-
um alle zwei Monate. Die Stadt Würzburg erhebung bei den Wahlberechtigten, be-
stellte dafür ein Sitzungszimmer zur Verfü- schränkt allerdings auf die Unternehmer am
gung und übernahm die Kosten für Kanzlei- jeweiligen Kammersitz. Die wirtschaftliche
arbeiten. Schon bei der ersten gemeinsamen Struktur der Region begann sich damals
Sitzung ging es darum, die Staatsregierung nachhaltig zu verändern. Aschaffenburg
zur Einführung eines allgemeinen Handels- wandte sich in seiner industriellen Entwick-
gesetzbuches zu bewegen. Weitere Themen lung verstärkt der Konsumgüterbranche
waren das kaufmännische Bildungswesen, zu. Von der Reichsgründung 1871 bis zum
Missstände im Münzwesen und die Besei- Ausbruch des Ersten Weltkriegs bestimmten
tigung der Schifffahrtszölle auf dem Main. vor allem vier Themenbereiche die Tätigkeit
der bayerischen Kammern. Dabei ging es um König Ludwig I. (1825-1848)
In den 1850er Jahren festigte sich nach die Folgen der inneren Reichseinheit wie Der kunstbegeisterte König setzte sich
und nach der organisatorische Aufbau der die Vereinheitlichung des Währungswesens dafür ein, dass Bayern nicht den Anschluss
Handelskammern in Bayern. Sie verfassten sowie der Maße und Gewichte und die Ein- an die Industrialisierung verpasste.
Jahresberichte zur wirtschaftlichen Lage führung einer verbindlichen Einheitszeit. Ein Foto: Bayerisches Wirtschaftsarchiv
12 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN Dezember 2020 / Januar 2021weiteres wichtiges Anliegen war der Ausbau
des Eisenbahnnetzes. Darüber hinaus lag ein
besonderes Augenmerk auf der Handelspo-
litik. Die Kammern beschäftigten sich aber
auch mit der sozialen Frage und den damit
verbundenen gesetzlichen Regelungen wie
Kranken- und Unfallversicherung. Neben
den Themen von gesamtdeutscher Bedeu-
tung ging es aber immer auch um die loka-
len Belange des eigenen Bezirks.
1908 wurden in Bayern als dem letzten
deutschen Staat die dem Handwerk ange-
hörenden Gewerbetreibenden aus den Kam-
mern ausgegliedert. Sie erhielten mit den
Handwerkskammern ihre eigene Vertretung.
Die Handelskammern empfingen die Rech-
te einer juristischen Person und führten ein
Siegel mit dem Herzschild des bayerischen
Staatswappens. Sie konnten von da an dem
Handelsverkehr dienende Bescheinigungen
und Zeugnisse ausstellen. Darüber hinaus
durften sie Einrichtungen für die technische
und geschäftliche Ausbildung von Gehilfen
und Lehrlingen gründen und unterhalten.
Damit waren die Weichen für das später
so wichtige Tätigkeitsfeld der Berufsaus-
bildung gestellt. Auf der Grundlage dieser
Verordnung trat 1909 erstmals der Bayeri-
sche Handelskammertag als Gemeinschaft-
seinrichtung der bayerischen Kammern zu-
sammen.
Nach der Machtübernahme durch die Nati-
onalsozialisten wurden die Kammern gleich-
geschaltet. Seit 1934 unterstanden sie der Die Allerhöchste Königliche Verordnung vom 19. September 1842
Aufsicht des Reichswirtschaftsministers, Diese Verordnung schuf die Rechtsgrundlage für die Bildung von sechs der heute neun
der die Kammerpräsidenten ernannte. An- bayerischen Industrie- und Handelskammern 1843. Foto: Bayerisches Wirtschaftsarchiv
stelle der gewählten Vollversammlung trat
ein vom Präsidenten berufener Beirat, der
lediglich beratende Funktion hatte. 1937 später zehn bayerische Industrie- und Han- genständigen IHK für die Region des bayeri-
wurde die Beitragszahlung der sog. Klein- delskammern, darunter auch Würzburg, zu, schen Untermains durch. Am 27. November
gewerbetreibenden - also der nicht im allerdings auf der Rechtsgrundlage der frei- 1946 fasste der Bayerische Ministerrat den
Handelsregister eingetragenen kleinen selb- willigen Mitgliedschaft von Unternehmen Beschluss, offiziell die IHK Aschaffenburg
ständigen Unternehmer - und die Erhebung und nur in beratender Funktion. Ihr Kam- mit der Zuständigkeit für die kreisfreie Stadt
der Kammerbeiträge nach dem Maßstab der merbezirk entsprach dabei dem jeweiligen Aschaffenburg und die Landkreise Aschaf-
Gewerbesteuer zur Pflicht. 1943 erfolgte in Regierungsbezirk. In Aschaffenburg hatten fenburg und Miltenberg entstehen zu las-
Bayern die Überführung der Kammern – so- die Amerikaner bereits im Mai 1945 die sen. 1948 wurde Heinrich Euler zum ersten
weit nicht aufgelöst – zusammen mit den Bildung einer provisorischen Industrie- und Präsidenten der IHK Aschaffenburg gewählt.
Handwerkskammern in die neue Organisa- Handelskammer mit dem Kleiderfabrikanten Es sollte noch bis Dezember 1956 dauern,
tionsform der Gauwirtschaftskammern. Die Heinrich Euler an der Spitze genehmigt. Bei bis ein einheitliches Kammergesetz für ganz
Kammer Würzburg ging in der "Gauwirt- der ersten Sitzung dieses Gremiums in ei- Deutschland verabschiedet wurde. Mit Wir-
schaftskammer Mainfranken“ auf. nem fensterlosen Raum des schwer zerstör- kung zum 1. Januar 1958 wurde schließlich
ten Gebäudes der Bayerischen Hypotheken- der IHK Aschaffenburg aufgrund des Ge-
Nach dem Zusammenbruch 1945 löste und Wechsel-Bank beriet man vor allem die setzes zur vorläufigen Regelung des Rech-
eine Direktive der US-Militärregierung im Auswirkungen der Einnahme durch die US- tes der Industrie- und Handelskammern
August die Gauwirtschaftskammern auf. Truppen und die Wiederingangsetzung des vom 18. Dezember 1956 die Eigenschaft
Wenige Monate später ließ das bayerische Wirtschaftslebens. In der Folgezeit setzten einer Körperschaft des öffentlichen Rechts
Wirtschaftsministerium zunächst sechs, sich die Befürworter der Errichtung einer ei- verliehen. ■
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 131946 – 2021: 75 Jahre GemeinsamFürDieRegion
Forschungsprojekt Stadt- und Stiftsarchiv
Geschichte von Aschaffenburg
Dr. Vaios Kalogrias die vorrückenden US-Truppen verteidigt, die
bereits Anfang April 1945 die Verwaltung
ASCHAFFENBURG. Seit Januar 2020 läuft ein wissenschaftliches Projekt zur Erfor- übernahmen.
schung der Stadtgeschichte im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert. Aschaffen-
burger Unternehmen sind eingeladen, das Forschungsprojekt zu unterstützen und Doch aus den Trümmern entstand Hoffnung,
geschichtsrelevante Unterlagen und Dokumente zur Verfügung zu stellen. Ziel dieses und ein demokratischer Neubeginn zeichne-
Projekts ist die Herausgabe eines umfangreichen Sammelbandes, der den aktuellen te sich ab. Der erfolgreiche Wiederaufbau
Forschungsstand reflektiert und ein breites Lesepublikum anspricht. ging mit einer Modernisierung der Stadt-
verwaltung einher. Als wichtiger Standort
Der Blick des Projekts richtet sich auf der das „Zeitalter der Extreme” einleitete. der Automobilindustrie in Bayern erlangte
das „lange neunzehnte” und das „kurze Aschaffenburg wurde zum Nebenschau- Aschaffenburg überregionale Bedeutung,
zwanzigste Jahrhundert”, die fünf Epochen platz revolutionärer Unruhen, die bayerische die Bevölkerung wuchs und der Pendler-Ver-
umfassen: die so genannte Dalberg-Zeit, „Räterepublik” fand auch hier ihren Nie- kehr mit der Großstadt Frankfurt am Main
das Königreich Bayern, die Weimarer Repu- derschlag. Auch in Aschaffenburg stand die stieg an. Die Gründung der Industrie- und
blik, das „Dritte Reich” und die Nachkriegs- Republik vor enormen Herausforderungen: Handelskammer unterstrich die zunehmen-
jahre. Die Darstellung beginnt mit dem Weltwirtschaftskrise, soziale Unsicherheit de wirtschaftliche Bedeutung der Stadt.
grundlegenden Reformwerk der Dalberg-Ära und politische Radikalisierung bedrohten Aschaffenburg nahm deutsche Flüchtlinge
(Karl Theodor von und zu Dalberg regierte Anfang der 1930er Jahre den gesellschaft- und Heimatvertriebene aus der SBZ bezie-
die Fürstentümer Aschaffenburg und Re- lichen Zusammenhalt und schufen ideale hungsweise der DDR und osteuropäischen
gensburg von 1803 bis 1810) am Ende der Voraussetzungen für den machtpolitischen Ländern auf und begrüßte die „Gastarbeiter”
jahrhundert langen Zugehörigkeit zum Erz- Aufstieg der NSDAP. Bis zur Reichstagswahl aus Südeuropa und der Türkei.
bistum Mainz. im März 1933 gelang es ihr jedoch nicht, die
Mehrheit der Stimmen in Aschaffenburg auf Neben Porträts bedeutender Aschaffenburger
Die Stadt im Königreich Bayern (1814-1918) sich zu vereinigen. Persönlichkeiten stehen wirtschaftliche und
ist ein zentraler Schwerpunkt: Eine moderne soziale Zusammenhänge, aber auch Musik,
Infrastruktur wurde damals aufgebaut, die Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schre- Kunst, Literatur, Theater und Wissenschaft
Eingliederung in das Eisenbahnnetz folgte ckensherrschaft des Nationalsozialismus. im Mittelpunkt der Ausführungen. Insgesamt
und die Industrialisierung - von der Ent- Hitlers Diktatur setzte auch in Aschaf- sind mehr als 50 Autoren am Projekt betei-
wicklung der Mainschifffahrt begünstigt fenburg die demokratischen Parteien und ligt. Unter ihnen befinden sich sachkundige
- wurde vorangetrieben. Unternehmer wie Institutionen außer Kraft, führte zur Aus- Ortsexperten, Mitarbeiter des Stadt- und
Alois Dessauer und Hermann Koloseus leg- schaltung jeglicher Opposition sowie zur Stiftsarchivs und ausgewiesene Fachleute
ten technischen Erfindungsgeist an den Tag Vernichtung der Juden und ebnete den Weg verschiedener Universitäten und Disziplinen.
und prägten jahrzehntelang das wirtschaft- für die Errichtung einer rassistisch gemein- Der wissenschaftliche Nachwuchs ist auch
liche Bild der Stadt, die mit ihren Papierfa- ten „Volksgemeinschaft”. Die Stadt litt ab vertreten. ■
briken und einer innovativen Bekleidungsin- September 1944 zunehmend unter alliierten
dustrie hervorstach. Luftangriffen, die große Zerstörungen an- Ansprechpartner für Unternehmen, die das
richteten und viele Zivilisten das Leben kos- Forschungsprojekt unterstützen möchten,
Das „lange neunzehnte Jahrhundert” aber teten. Als „Festung” wurde Aschaffenburg ist Dr. Vaios Kalogrias, Mobil 0172 5393 364;
endete abrupt mit dem Ersten Weltkrieg, in der letzten Kriegsphase militärisch gegen E-Mail: vaios.kalogrias@aschaffenburg.de.
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Zur ersten hybriden Vollversammlung der IHK
Aschaffenburg begrüßte Präsident Friedbert Eder am
26. November im Martinushaus Aschaffenburg.
Foto: IHK Aschaffenburg
IHK-Vollversammlung
Sitzung erstmals hybrid
ASCHAFFENBURG. Zur ersten hybriden Vollversammlung der IHK Aschaffenburg und im Werkzeugfachhandel und knapp 60
begrüßte Präsident Friedbert Eder am 26. November im Martinushaus Aschaffenburg Prozent beim Outdoorausrüster.
18 Mitglieder, 23 Mitglieder hatten virtuell an der Sitzung teilgenommen.
Das Gremium verabschiedete einstimmig das Budget für das Jahr 2021. Das Gründungsgeschehen in der Region stand
ebenfalls auf der Tagesordnung der Vollver-
Zum 1. Januar 2021 wird die IHK Aschaffen- menleben und beschleunige gesellschaft- sammlung. Dr. Marianne Hock-Döpgen prä-
burg Mitglied bei „PERFORM Zukunftsregion liche Prozesse, so Eder. Er verwies auf die sentierte das Digitale Gründerzentrum (DGZ)
FrankfurtRheinMain“. Die Vollversammlung Unterstützung, die die IHK seit Beginn der Alte Schlosserei. Die Leiterin des DGZ sprach
fasste den Beschluss zum Beitritt. PERFORM Pandemie für ihre Unternehmen geleistet von einer „Erfolgsstory“ des Zentrums, das
tritt an die Stelle des früheren IHK-Forums habe. Seit März gibt es eine telefonische 2019 auf dem Gelände der Stadtwerke eröff-
Rhein-Main. Dem Gremium gehören außer- Corona-Hotline und täglich aktualisier- net wurde. Anteil an der „Erfolgsstory“ hat
dem die IHKs Frankfurt, Gießen-Friedberg, te Informationen zu Corona auf der IHK- auch das Aschaffenburger Start-up Green
Limburg, Rheinhessen/Mainz, Wiesbaden Homepage. Die regelmäßigen Telefonkonfe- MNKY GmbH. Gründer und Geschäftsführer
und Darmstadt sowie die Handwerkskam- renzen mehrmals monatlich zwischen IHK, Ziya Orhan stellte die Entwicklung seines jun-
mer Rhein-Main an. PERFORM hat die Auf- Gebietskörperschaften, Agentur für Arbeit, gen Unternehmens, das 2019 gegründet wur-
gabe, Projekte zur Förderung der Wirtschaft Handwerkskammer und Zentec gehen auf de, vor. Die drei Gründer haben eine Lösung
in der Metropolregion zu fördern und enge die Initiative der Industrie- und Handels- entwickelt, mit der sich im Handumdrehen
Kontakte mit den drei Landesregierungen, kammer zurück. Schutzfolien unter anderem für Handys, Ka-
den Landtagen sowie anderen für die Wirt- meras, Spiele-Konsolen, Smartwatches anfer-
schaft wichtigen Institutionen zu pflegen. Die Wirtschaft am Bayerischen Untermain ist tigen lassen. Mit dieser Geschäftsidee konn-
unterschiedlich stark von den Auswirkungen ten sie sogar Investoren der Sendung „Die
Präsident Eder gab in seinem Bericht ei- der Corona-Pandemie betroffen. Mitglie- Höhle der Löwen“ begeistern. Mittlerweile hat
nen Rückblick auf das Corona-Jahr 2020, der der Vollversammlung berichteten über die Green MNKY GmbH 12 Mitarbeiter und
das „nach Aussagen einiger Ökonomen die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Un- 640 Standorte in Deutschland und Europa. ■
die stärkste weltweite Wirtschaftskrise seit ternehmen. Die Umsatzrückgänge liegen in
100 Jahren“ verursacht habe. Dies habe den ersten drei Quartalen des Jahres je nach IHK Corona-Hotline: 06021 880-100
fatale Auswirkungen auf zahlreiche Wirt- Branche gegenüber dem Vorjahr zwischen Aktuelle Informationen gibt es auch unter
schaftsbranchen, verändere unser Zusam- 30 Prozent beim Nutzfahrzeugzulieferer www.aschaffenburg.ihk.de/corona
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 15Unsere IHK
Veröffentlichung/Amtliche Bekanntmachung
Wirtschaftssatzung der Industrie- und Handelskammer Aschaffenburg
für das Geschäftsjahr 2021
Die Vollversammlung hat in ihrer Sitzung am 26. November 2020 2.2. IHK-Zugehörigen, die im Handelsregister oder im Genossenschafts-
folgende Wirtschaftssatzung für das Geschäftsjahr 2021 register eingetragen sind oder deren Gewerbebetrieb nach Art und
(1. Januar bis 31. Dezember 2021) beschlossen: Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäfts-
betrieb erfordert, soweit sie nicht unter Ziffer 2.3 oder Ziffer 2.4
fallen 190 €
I. Wirtschaftsplan
2.3. IHK-Zugehörigen, die zwei der folgenden drei Kriterien erfüllen:
Der Wirtschaftsplan wird - mehr als 8,0 Mio. € Bilanzsumme
- mehr als 16,5 Mio. € Umsatz
1. in der Plan-GuV - mehr als 250 Arbeitnehmer,
mit der Summe der Erträge in Höhe von 5.813.200 Euro soweit sie nicht unter Ziffer 2.4 fallen 720 €
mit der Summe der Aufwendungen in Höhe von -6.734.800 Euro
2.4. IHK-Zugehörigen, die zwei der folgenden drei Kriterien erfüllen:
mit einem Ergebnisvortrag aus dem Vorjahr 920.190 Euro
- mehr als 15,5 Mio. € Bilanzsumme
mit dem Saldo der Rücklagenveränderung in Höhe von 501.658 Euro
- mehr als 26,0 Mio. € Umsatz
- mehr als 500 Arbeitnehmer 3.000 €
2. im Finanzplan
mit der Summe der Investitionseinzahlungen in Höhe von 0 Euro 3. Als Umlage ist zu erheben 0,20 % des Gewerbeertrages bzw.
mit der Summe der Investitionsauszahlungen in Höhe von -28.900 Gewinns aus Gewerbebetrieb. Bei natürlichen Personen und Perso-
Euro nengesellschaften ist die Bemessungsgrundlage einmal um einen
mit der Summe der Einzahlungen in Höhe von 0 Euro Freibetrag von15.340 € für das Unternehmen zu kürzen.
mit der Summe der Auszahlungen in Höhe von -724.400 Euro
4. Bemessungsjahr für Grundbeitrag und Umlage ist das Geschäftsjahr
festgestellt. 2021.
5. Soweit ein Gewerbeertrag bzw. Gewinn aus Gewerbebetrieb für
II. Beitrag
das Bemessungsjahr nicht bekannt ist, wird eine Vorauszahlung
des Grundbeitrages und der Umlage auf der Grundlage des letzten
1. Natürliche Personen und Personengesellschaften, die nicht in das
Handelsregister eingetragen sind, und eingetragene Vereine, wenn der IHK vorliegenden Gewerbeertrages bzw. Gewinns aus Gewer-
nach Art oder Umfang ein in kaufmännischer Weise eingerichteter bebetrieb erhoben. Dies gilt analog für die zu berücksichtigende
Geschäftsbetrieb nicht erforderlich ist, sind vom Beitrag freigestellt, Bilanzsumme, den Umsatz und die Zahl der Arbeitnehmer.
soweit ihr Gewerbeertrag nach dem Gewerbesteuergesetz oder, Soweit ein IHK-Zugehöriger, der nicht im Handelsregister oder im
soweit für das Bemessungsjahr ein Gewerbesteuermessbetrag nicht Genossenschaftsregister eingetragen ist und dessen Gewerbebetrieb
festgesetzt wird, ihr nach dem Einkommensteuergesetz ermittelter nach Art und Umfang keinen in kaufmännischer Weise eingerich-
Gewinn aus Gewerbebetrieb 5.200 Euro nicht übersteigt. teten Geschäftsbetrieb erfordert, die Anfrage der IHK nach der
Höhe des Gewerbeertrages bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb nicht
Nicht im Handelsregister eingetragene natürliche Personen, die ihr beantwortet hat, wird eine Veranlagung nur des Grundbeitrages
Gewerbe nach dem 31.12.2003 angezeigt und in den letzten fünf
gem. Ziffer 2.1. durchgeführt.
Wirtschaftsjahren vor ihrer Betriebseröffnung weder Einkünfte aus
Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbstständiger Ar- III. Bewirtschaftungsvermerke
beit erzielt haben noch an einer Kapitalgesellschaft mittelbar oder Nach § 11 (3) des Finanzstatuts der IHK Aschaffenburg vom 3. Juli
unmittelbar zu mehr als einem Zehntel beteiligt waren, sind für das 2014 wird der Personalaufwand und alle übrigen Aufwendungen für
Geschäftsjahr der IHK, in dem die Betriebseröffnung erfolgt, und gegenseitig deckungsfähig erklärt.
für das darauf folgende Jahr von der Umlage und vom Grundbeitrag
sowie für das dritte und vierte Jahr von der Umlage befreit, wenn Nach § 11 (4) des Finanzstatuts der IHK Aschaffenburg vom 3. Juli
ihr Gewerbeertrag hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb 25.000 € 2014 werden die Investitionsausgaben für gegenseitig deckungsfä-
nicht übersteigt. hig erklärt.
2. Als Grundbeiträge sind zu erheben von
Aschaffenburg, 26. November 2020
2.1. IHK-Zugehörigen, die nicht im Handelsregister oder im Genossen-
schaftsregister eingetragen sind und deren Gewerbebetrieb nach Industrie- und Handelskammer Aschaffenburg
Art oder Umfang keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten
Geschäftsbetrieb erfordert, soweit für sie nicht die Befreiung nach Präsident Hauptgeschäftsführer
Ziffer 1 zutrifft 60 € gez. Friedbert Eder gez. Dr. Andreas Freundt
Auslegung des Wirtschaftsplans
Der Wirtschaftsplan (Plan GuV und Finanzplan) für das Jahr 2021 liegt in der Zeit vom 1. bis 31. Januar während der üblichen Geschäftszeiten
in der IHK (Kerschensteinerstraße 9, 63741 Aschaffenburg-Leider) zur Einsicht für alle IHK-Zugehörigen aus.
16 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN Dezember 2020 / Januar 2021Unsere IHK
Veröffentlichung/Amtliche Bekanntmachung
Schwerpunkte des IHK-Budgets 2021
Erträge aus IHK-Beiträgen 4.500.000 Euro
Erträge aus Gebühren 817.300 Euro
Erträge aus Entgelten 442.100 Euro
Sonstige betriebliche Erträge 37.800 Euro
Betriebserträge 5.797.200 Euro
Materialaufwand -660.600 Euro
Personalaufwand inkl. soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung -3.596.300 Euro
Abschreibungen -138.900 Euro
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.206.600 Euro
Betriebsaufwand -6.602.400 Euro
Betriebsergebnis -805.200 Euro
Finanzergebnis -111.000 Euro
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -916.200 Euro
Außerordentliches Ergebnis 0 Euro
Sonstige Steuern -5.400 Euro
Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag -921.600 Euro
Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 920.190 Euro
Entnahmen aus Rücklagen 501.658 Euro
Einstellungen in Rücklagen 0 Euro
Bilanzgewinn/Bilanzverlust 500.248 Euro
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Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 17Unsere IHK
Veröffentlichung/Amtliche Bekanntmachung
Änderung des Statuts für die Ausstellung von Ursprungszeugnissen:
Neue Anlage „Vordruck Antrag Ursprungszeugnis, Vordruck Ursprungszeugnis
(Original, Durchschrift)“
Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Aschaffenburg Die Änderung tritt zum 26. November 2020 in Kraft.
hat in ihrer Sitzung am 26. November 2020 beschlossen, im „Statut für
die Ausstellung von Ursprungszeugnissen und anderen dem Außenwirt- Aschaffenburg, 26. November 2020
schaftsverkehr dienenden Bescheinigungen“ vom 28. November 2019 die
Anlage „Vordruck Antrag Ursprungszeugnis, Vordruck Ursprungszeugnis Industrie- und Handelskammer Aschaffenburg
(Original, Durchschrift) durch die angefügte Fassung zu ersetzen.
Präsident Hauptgeschäftsführer
gez. Friedbert Eder gez. Dr. Andreas Freundt
Anlagen:
Vordruck Antrag zum Ursprungszeugnis
Vordruck Ursprungszeugnis (Original, Durchschrift)
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18 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN Dezember 2020 / Januar 2021Unsere IHK
Brexit Beschluss des Präsidiums
Dr. Bausback stellvertretende
Der Countdown läuft Hauptgeschäftsführerin
Der Brexit-Countdown läuft und dennoch sind noch viele
Punkte offen. Bei Redaktionsschluss am 1. Dezember 2020 ASCHAFFENBURG.
gibt es immer noch viele Fragezeichen, ob und wie die Das Präsidium der IHK Aschaf-
Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich (VK) fenburg hat Dr. Maria Bausback
und der Europäischen Union (EU) enden werden. mit Wirkung zum 1. Januar 2021
zur stellvertretenden Hauptge-
Die Verhandlungen über die Zukunft der Beziehungen zwischen schäftsführerin bestellt. Die Ju-
der EU und dem Vereinigten Königreich laufen auf Hochtouren. ristin ist seit neun Jahren bei der
Unabhängig vom Verhandlungsergebnis wird es vom 1. Januar IHK Aschaffenburg beschäftigt,
2021 an weitreichende Änderungen für Unternehmen geben, seit 2014 ist sie Bereichsleiterin
die in Zukunft die Geschäftsbeziehungen zum Königreich ver- Aus- und Weiterbildung.
ändern und damit auch erschweren werden. Eine gute Vorbe-
reitung ist daher unabdingbar.
Unternehmen, die bislang nur Geschäfte innerhalb der Euro-
päischen Union (EU) getätigt haben und in diesem Rahmen
auch ins Vereinigte Königreich liefern, werden viele neue Vor-
schriften beachten müssen. Wertvolle Hinweise, welche po-
tenzielle Unternehmensbereiche betroffen sein können, gibt
die Checkliste des DIHK. Diese reicht von Warenverkehr (Ein-
und Ausfuhr) über Entsendung, Verträgen bis zu gewerblichen
Schutzrechten und Normen und bietet die Basis für eine unter-
nehmensspezifische Risikobewertung. ■
Diese und weitere Informationen rund um das Thema Brexit
gibt es unter www.aschaffenburg.ihk.de/international
www.rvbmil.de
Das Team aus dem Geschäftsbereich International
bietet ebenso Hilfestellung bei Fragen.
Ansprechpartner sind: Ursula Müller, Bereichsleiterin
International, Telefon 06021 880-113,
E-Mail: mueller@aschaffenburg.ihk.de; Christiane Stock,
Telefon 06021 880-133, E-Mail: stock@aschaffenburg.ihk.de;
Susanne Wayman, Telefon 06021 880-123,
E-Mail: wayman@aschaffenburg.ihk.de
fü r d ie Zukunft –
Zeit
Dienstleister Zoll gesucht it d e r ric htigen
m
Im Hinblick auf den bevorstehenden Brexit gehen wir
davon aus, dass es viele „Newcomer“ in der Zollthematik
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geben wird, die Unterstützung bei Zollanmeldungen be- Der Finanzberatung, die zuerst zuhört und
dann berät: ehrlich, kompetent, glaubwürdig
nötigen werden. und gerne auch zu Finanzthemen rund um
Krisenbewältigung und Zukunftsstrategien.
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Aschaffenburg können sich gerne bei Jessica Redmann,
Telefon 06021 880-153,
E-Mail: redmann@aschaffenburg.ihk.de, melden. ■
Dezember 2020 / Januar 2021 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN 19Unsere IHK
Informieren. Vorbereiten. Starten.
Erfolgreiche Existenzgründung
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tigen. Die Seminar-Reihe, die speziell auf einzelne Themenbereiche ausgerichtet ist, informiert über die
wichtigsten gründungsrelevanten Themen.
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betragen 50 Euro pro Person. Es wird um Anmeldung per E-Mail an nabein@aschaffenburg.ihk.de bis
spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Seminartermin gebeten.
Folgende Seminare finden Dienstag, 26. Januar
im Januar und Februar statt: Steuerrecht
Mittwoch, 13. Januar Mittwoch, 3. Februar
Absicherung für Unternehmen und Unternehmer Die Kunst, Kunden zu gewinnen
Montag, 18. Januar Freitag, 5. Februar
Businessplan für Gründer Kalkulation
Dienstag, 19. Januar Bitte beachten Sie unsere Hinweise
Buchführung für IHK-Besucher.
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20 WIRTSCHAFT AM BAYERISCHEN UNTERMAIN Dezember 2020 / Januar 2021
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