Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland

Die Seite wird erstellt Leonard Wegener
 
WEITER LESEN
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
Wirtschaft
    im Saarland
www.saarland.ihk.de

Einzelhandel
mit gebremster Zuversicht

Saarkonjunktur:                DIHK-Präsident Braun   Psychische Erkrankungen
Talsohle noch nicht erreicht   verabschiedet sich     auf dem Vormarsch

April 2009
G11547 • Einzelheft 2,00 
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
KOLUMNE

Wagenburg im Autoland?
Von IHK-Vizepräsident Paul-Martin Milius

Jeder hat die Szene schon einmal im Film gesehen: Hinter einer Wa-       entwickeln - eine Strategie der offenen Märkte, die am Ende allen
genburg verschanzte Siedler verteidigen Hab und Gut sowie Leib und       nutzt:
Leben gegen heranstürmende Scharen wilder Angreifer. Was als             • vordergründig profitieren sicher vor allem die exportorientierten
Schutzmechanismus in weniger zivilisierten Zeiten hilfreich war, wird      Volkswirtschaften wie Deutschland, wo jeder vierte Arbeitsplatz vom
offenbar auch noch heute als brauchbar angesehen.                          Export abhängt.
Noch anlässlich jeder Krise wurde und wird die „Wagenburg-Strategie“     • Gewinner - in allen Ländern - sind aber die Verbraucher. Sie profi-
beschworen: Verschanzen hinter den Landesgrenzen und mit „Bord-            tieren von niedrigeren Preisen, innovativen Produkten und einem
mitteln“ überwintern. Das ist vielleicht gut für das „Wir-Gefühl“ und      vielfältigen Angebot - kurz: von der segensreichen Wirkung einer
hilft sicher bei der Rückbesinnung auf eigene Stärken und Tugenden.        weltweiten Konkurrenz.
Es ist aber schlecht, wenn dabei längst überwundene Denkmuster           • Von den Wohlstandsgewinnen durch den Welthandel profitieren
wieder hochkommen: „Buy-American“ oder „British Workers First“ -           schließlich alle. Der Weg zurück zu Autarkie und Selbstversorgung
Rufe nach Importbeschränkungen und neuen Zollschranken ertönen             würde alle ärmer machen.
ebenso wieder wie Forderungen nach „zielgenauen“ Subventionen            Zumindest innerhalb der EU beginnen sich diese Erkenntnisse durch-
für einheimische Arbeitsplätze.                                          zusetzen. Hier in SaarLorLux, einem ehemaligen Grenzraum mit fast
Taugt die internationale Arbeitsteilung plötzlich nicht mehr als Ge-     200.000 Berufspendlern, erscheinen nationale Sonderwege ohnehin
schäftsmodell? War es falsch, als Nation, Bundesland oder Unterneh-      besonders absurd. Wenn hier im Saarland Arbeitskollegen den Kauf
men auf den Export zu setzen? Zweimal ein entschiedenes „Nein“.          neuer Autos diskutieren, zeigt sich etwa: Der Grenzpendler aus Loth-
Der in Deutschland erreichte Wohlstand beruht vor allem auf den          ringen bekommt keine Abwrackprämie - auch dann nicht, wenn er ein
Erfolgen im Export. Die Saarindustrie hat in den letzten Jahren fast     deutsches Auto fährt. Falls er ein französisches Auto kauft, kann er die
jeden zweiten Euro im Ausland verdient. Und auch die Importländer        durch Subvention verbilligten Kaufangebote wahrnehmen. Wenn sein
profitieren: Vom Know-how, von besseren oder billigeren Produkten.       deutscher Kollege ein französisches Auto kauft, kann auch er vom
Protektionismus und Isolation taugen deshalb weder kurz - noch lang-     subventionierten Preis profitieren. Zusätzlich bekommt er die Ab-
fristig als Alternative. Schon in der Weltwirtschaftskrise nach 1929     wrackprämie für sein Altauto - selbst für ein französisches Fabrikat.
wurde der Protektionismus zum Brandbeschleuniger: Erst die Politik       Die Angleichung der Lebensverhältnisse im Binnenmarkt hat dabei
der nationalen Abschottung machte aus einer „normalen“ Rezession         sicher nicht als Orientierungspunkt gedient.
mit Börsencrash eine Weltwirtschaftskrise. Ersten Importbeschrän-        Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist gut, dass die deutsche
kungen der USA folgten rasch „Retorsionsmaßnahmen“ aller anderen         Abwrackprämie nicht an den Kauf eines deutschen Neuwagens ge-
Handelspartner. Dass dies auch heute wieder so ablaufen könnte,          bunden ist - die Globalisierung sorgt ohnehin längst dafür, dass Teile
lassen Zeitungsmeldungen der letzten Wochen bereits ahnen.               deutscher Zulieferer auch in französische Autos eingebaut werden.
Die Erfahrung vergangener Krisen verhindert offenbar nicht, dass         Schöne Pointe: Wenn der französische Staat seine Automobilindustrie
Politiker aller Nationen und jeder Couleur in Notlagen den nationalen    subventioniert, mit der Auflage, nicht in Asien oder Osteuropa zu
Eigennutz wiederentdecken. Schon Formulierungen wie „Zielgenau-          produzieren, profitieren davon auch saarländische Zulieferer: Sie blei-
igkeit der Konjunkturpakete“ sollten misstrauisch machen. Es ist ja      ben näher dran!
auch zu verführerisch, wenn in der Krise allenthalben nach Sicherheit    Die Erfahrung mit der Globalisierung hat längst bewiesen: Weder
und Schutz gerufen wird. Aber alte Muster helfen nicht. Weil wir nicht   Industrie- noch Entwicklungsländer brauchen Angst vor dem Wettbe-
mehr in der Prärie leben. Das Modell „Wagenburg“ passt nicht in eine     werb zu haben. Angst ist vielmehr angebracht gegenüber all jenen,
Zeit hochkomplexer Arbeitsteilung.                                       die Schutz vor Wettbewerb versprechen. Auch wenn die Sehnsucht
Noch sind die Vorboten eines neuen Protektionismus eher verhalten.       nach Sicherheit und Idylle wachsen mag: Widerstehen wir dem Lock-
Überhörbar sind sie längst nicht mehr. Umso wichtiger ist es deshalb,    ruf der Wagenburg!
möglichst umgehend eine gemeinsame internationale Strategie zu

                                                                                                                 „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009   1
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
I N H A LT

                                                                                   Eine Mischung aus Skepsis und gebremster Zuversicht begleitet den saarlän-
                                                                                   dischen Einzelhandel mit Blick auf die Entwicklung im weiteren Jahresverlauf.
                                                                                   In den ersten Wochen ist der Konsum jedenfalls nicht in dem erwarteten
                                                                                   Umfang eingebrochen, stellte der Präsident des Landesverbandes Einzelhan-
                                                                                   del und Dienstleistung Saarland e.V. in der Jahrespressekonferenz des Ver-
                                                                                   bandes fest.

                                                                                                                             Titelfoto: TypoServ GmbH, Saarbrücken

     KOLUMNE                                                                                AUS-        UND       WEITERBILDUNG
     1    Wagenburg im Autoland?                                                          25     Rekordbesuch bei der IHK-Weiterbildungsmesse

     STANDORTPOLITIK                                                                        INTERNATIONAL
     4    Neues aus Berlin und Brüssel                                                    30     20 Jahre World Trade Center Metz-Saarbrücken
     6    Saarkonjunktur: Talsohle noch nicht erreicht                                    31     Aktuelle Meldungen des Enterprise Europe Network
     8    Einzelhandel mit gebremster Zuversicht

     WIRTSCHAFTSJUNIOREN SAARLAND                                                           INNOVATION                 UND     U M W E LT
    19    Junge saarländische Wirtschaft mit neuer Führungsspitze                         32     Wir stellen vor: Wirtschaftsnahe Forschungsinstitute
                                                                                                 Leibniz-Institut für Neue Materialien entwickelt
                                                                                                 Spezialbeschichtungen für die Bauwirtschaft

     IHK REGIONAL                                                                           IHK-SERVICE
    22    „Krise als Chance – Überleben in einer schwierigen Branche“                     I      Recyclingbörse
    22    Preis – Wert argumentieren                                                      II     Existenzgründungsbörse
                                                                                          III    Kooperationsbörse
                                                                                          IV     Für Ihren Terminkalender

                                                                                            S TA R T H I L F E   UND   UNTERNEHMENSFÖRDERUNG
                                                                                          44     5. Gründermesse auf dem Messegelände
                                                                                          45     Businessplanwettbewerb 1,2,3 GO:
                                                                                                 Seminarreihe wird fortgesetzt

                              Konjunkturklima-Indices

                                                                                          Das Geschäftsklima der Saarwirtschaft hat sich im März weiter einge-
                                                                                          trübt. Der IHK-Lageindikator, der die Einschätzungen der Unterneh-
                                                                                          men zu ihrer Geschäftslage widerspiegelt, ist gegenüber dem Vormo-
                                                                                          nat um weitere acht Punkte gesunken. Er hat mit minus 17 Zählern
                                Quelle: ifo, eigene Berechnungen; Grafik: IHK Saarland    einen neuen Tiefstand erreicht, liegt aber nach wie vor über dem
                                                                              Seite 6     vergleichbaren Ifo-Indikator für Deutschland.

2        „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
I N H A LT

                                                                 Seite 17
                                                                               Nach acht Jahren erfolgreicher Amtszeit legt der Präsident
                                                                               des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK),
                                                                               Ludwig Georg Braun, satzungsbedingt sein Amt nieder.
                                                                               DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben blickt auf die
                                                                               Präsidentschaft zurück. Nachfolger Brauns ist der 61-jährige
                                                                               Unternehmer Hans Heinrich Driftmann (siehe Seite 62).

 RECHT      UND     FAIR PLAY                                         AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN
46   IHK-Beiträge: Ihre häufigsten Fragen und unsere Antworten       61     Bestellung von Sachverständigen

 INDUSTRIE                                                            PERSONALIEN
49   VSE-Gruppe: Gesamtleistung knackt Eine-Milliarde-Grenze         63     Dipl.-Ing. Rudolf Sprickmann Kerkerinck gestorben
50   Nothof Verpackungen GmbH mit gesicherter Auftragslage           63     Karl Kunrath gestorben
                                                                     64     Dienstjubiläen

 HANDEL                                                               K U LT U R S Z E N E
51   50 Jahre „Wochenspiegel“                                        65     Festival „Welcome America“ 2009
51   CAP-Markt in Elversberg feiert „Einjähriges“

 DIENSTLEISTUNGEN                                                     STANDPUNKT
52   Bank 1 Saar: Vom Vertrauen ins System profitiert                66     Standortmarketing ist Gemeinschaftsaufgabe
53   Sparda-Südwest bleibt beim gebührenfreien Konto
54   Deutsche Bank an der Saar will sich stärker um
     den Mittelstand kümmern

 BETRIEBLICHE PRAXIS                                                  DIE      LETZTE      SEITE
57   Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch                       68     Impressum

                                                                                                                         Seite 57

          Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch
          und sorgen für erhebliche Zusatzkosten in dem
          ohnehin schon stark strapazierten Gesundheitssys-
          tem. Nach einer aktuellen Analyse der AOK fehlten
          im vergangenen Jahr von 9,7 Millionen AOK-Versi-
          cherten rund acht Prozent wegen psychischer Pro-
          bleme, ein Anstieg der Fehlzeiten in diesem Bereich
          um 80 Prozent seit 1995.

                                                                                                                   „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009   3
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
STAN D O RTPO LITI K

    Neues aus …

                                       … Berlin und Brüssel

                                       Steuerliche Entlastungen in Milliardenhöhe
                                       Berlin. Die steuerliche Absetzbarkeit von Kosten   Pflichten für Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug,
                                       der Kranken- und Pflegeversicherung muss ar-       weil jede Verkomplizierung das Haftungsrisiko
                                       beitgeberfreundlich und bürokratiearm umge-        erhöhen würde. Darauf dringt die IHK-Organisa-
                                       setzt werden. Das heißt vor allem: Keine neuen     tion. Hintergrund: Ab 2010 sind diese Kosten
                                                                                          steuerlich voll absetzbar. Bisher war dies nur in
                                                                                          beschränktem Umfang möglich. Dies wertete das
                                                                                          Bundesverfassungsgericht jedoch als Verstoß
                                                                                          gegen das Grundgesetz. Die Bundesregierung
                                                                                          musste deshalb den steuerlichen Abzug zulassen.
                                                                                          Gute Nachricht für die Bürger, denn sie zahlen
                                                                                          demnächst rund 9,3 Milliarden Euro Steuern pro
                                                                                          Jahr weniger - das entspricht etwa der gesamten
                                                                                          jährlichen Steuersenkung durch das Konjunktur-
                                                                                          paket II. Einziger Wermutstropfen: Zukünftig sind
                                                                                          Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und zu
                                                                                          Lebensversicherungen nicht mehr absetzbar.
                                                                                          Konkret soll der steuerliche Abzug wie folgt aus-
                                                                                          sehen: Gesetzlich Versicherte können 96 Prozent
                                                                                          ihrer Beiträge zur Kranken- und Pflegeversiche-
                                                                                          rung absetzen, privat Versicherte den jeweiligen
                                                                                          Anteil ihrer Beiträge, der einer Grundversorgung
                                                                                          entspricht.

                                                                                          ➜ Ansprechpartner:
                                                                                              gewinnus.jens@dihk.de

4   „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
STAN D O RTPO LITI K

Umweltzonen:                                          von fünf Ministern und einer 40-köpfigen Wirt-        rige Unternehmen, deren gesamte Rechnungsle-
uneinheitlich,                                        schaftsdelegation begleitet. Höhepunkt des Fo-
                                                      rums war die Unterzeichnung einer bilateralen
                                                                                                            gung zentral im Heimatland der Konzernmutter
                                                                                                            gebündelt wird, als auch mittelständische Unter-
bürokratisch, teuer                                   Wirtschaftspartnerschaft und mehrerer Abkom-          nehmen, die Kostenvorteile nutzen wollten.
                                                      men auf Unternehmensebene. In Anwesenheit
Berlin. Komme ich mit der roten Umweltplakette        von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu         ➜ Ansprechpartner:
noch in die Stadt oder brauche ich hier die gelbe?    Guttenberg kündigte DIHK-Hauptgeschäftsführer             vogt.guido@dihk.de
Deutschlands Autofahrer müssen sich derzeit in        Martin Wansleben an, dass der DIHK gemeinsam
32 Umweltzonen mit unterschiedlichen Regelun-         mit dem Wirtschaftsministerium noch in diesem
gen, bürokratischen Hürden und z. T. sehr hohen       Jahr eine Repräsentanz der deutschen Wirtschaft       IHKs machen Azubis
Kosten auseinandersetzen. Das zeigt der aktuelle      in Luanda eröffnen wolle. Immer mehr deutsche
DIHK-Umweltzonen-Check. Demnach können für            Unternehmen interessierten sich für die Region.       fürs Ausland mobil
eine zeitlich begrenzte Ausnahmegenehmigung           Sie seien derzeit insbesondere in den Bereichen
bis zu 1000 Euro fällig werden! Die IHK-Organisa-     Energie und Bergbau sowie Verkehrsinfrastruktur       Brüssel. Für ihr Mobilitätsberater-Projekt ernten
tion fordert vor diesem Hintergrund zügig Nach-       engagiert.                                            die IHKs jetzt Lob aus Brüssel. Es wird aus Mitteln
besserungen. Außerdem rät der DIHK Städten, die                                                             des Europäischen Sozialfonds gefördert und soll
noch keine Umweltzonen haben, zu alternativen         ➜ Ansprechpartner:                                    jetzt europaweit als „best-practice“ bekannt ge-
Modellen. In Aachen haben sich in der „Partner-           schwiderowski.heiko@dihk.de                       macht werden. Und so funktioniert es: Seit Febru-
schaft für Luftgüte und schadstoffarme Mobilität“                                                           ar 2009 beraten Fachleute in 13 IHKs landesweit
Stadtverwaltung und Wirtschaft verpflichtet, frei-                                                          Unternehmen, wie ihre Azubis und jungen Arbeit-
willig für die Einhaltung der Grenzwerte zu sorgen.   Antrag auf Kurzarbeiter-                              nehmer Erfahrungen im Ausland sammeln können.
Mehr zum 3. DIHK Umweltzonen-Check finden Sie                                                               Sie zeigen Wege auf, wie Auslandsaufenthalte or-
unter www.dihk.de.                                    geld vereinfacht                                      ganisiert und durchgeführt werden können. Zudem
                                                                                                            initiieren sie Austauschprojekte. Hintergrund: Die
➜ Ansprechpartnerin:                                  Berlin. Das Verfahren beim Kurzarbeitergeld ist für   Exportnation Deutschland benötigt verstärkt inter-
    wurster.bettina@dihk.de                           die Unternehmen deutlich verschlankt worden. So       national erfahrene und fremdsprachlich versierte
                                                      konnte der DIHK erreichen, dass jetzt nur noch        Fachkräfte. Der beste Weg dahin führt über ein
                                                      zwei statt bisher vier Seiten beim Anzeigeformular    Auslandspraktikum. Derzeit gehen nur knapp zwei
Börsenumsatzsteuer                                    ausgefüllt werden müssen. Und: Unternehmen            Prozent der Auszubildenden beruflich ins Ausland.
                                                      brauchen nicht mehr detailliert darzulegen, mit       Die IHK-Organisation und die EU wollen diesen
droht                                                 welchen Maßnahmen sie versucht haben, den             Anteil bis 2015 deutlich erhöhen.
                                                      Arbeitsausfall zu vermeiden. Viele kleine und mitt-
Berlin. Die Pläne von Bundesfinanzminister Peer       lere Unternehmen schreckten bislang auch des-         ➜ Ansprechpartner:
Steinbrück, künftig wieder eine Börsenumsatzsteu-     halb vor Kurzarbeit zurück, weil der bürokratische        maerz.jaqueline@dihk.de
er zu erheben, haben einem längst erledigt ge-        Aufwand für sie zu hoch war. Mit der Vereinfa-
glaubten Thema neue Aktualität verliehen. Der         chung können die im Konjunkturpaket vorgesehe-
DIHK ist gegen die Wiedereinführung: Sie würde        nen finanziellen Entlastungen beim Kurzarbeiter-      Betriebe sollen
den Wertpapierhandel verteuern und damit dem          geld - für die sich der DIHK ebenfalls eingesetzt
Ziel entgegenwirken, breite Bevölkerungskreise am     hat - auch bei den kleinen und mittleren Unter-       Infrastrukturatlas
Unternehmensvermögen zu beteiligen. Zudem             nehmen ankommen.                                      mit aufbauen
würden Teile des Finanzmarktes aus Deutschland
vertrieben und damit die Kapitalbeschaffung der       ➜ Ansprechpartner:                                    Berlin. Unternehmen sollen sich an der Erstellung
Unternehmen sowie die konjunkturelle Erholung             hardege.stefan@dihk.de                            des Infrastrukturatlasses beteiligen, den die Bun-
behindert. Und: Die Börsenumsatzsteuer würde                                                                desregierung im Rahmen ihrer Breitband-Offensi-
EU-Recht unterlaufen, das eine Steuerfreiheit der                                                           ve plant. Dazu fordert der DIHK auf. Der Atlas stellt
Umsätze im Geschäft mit Wertpapieren vorsieht.        Neu: Buchführung                                      Informationen über vorhandene und geplante
                                                                                                            Infrastrukturen von öffentlicher Hand und privaten
➜ Ansprechpartner:                                    im Ausland                                            Unternehmen (Energieversorgung, Standorte für
    neeser.alexander@dihk.de                                                                                Funktürme etc.) zusammen, die beim Ausbau
                                                      Berlin. Mit dem Jahressteuergesetz 2009 ist die       schneller Internetanschlüsse mitgenutzt werden
                                                      Buchführung jetzt auch im Ausland möglich. Damit      können. Der DIHK hält zudem die systematische
Rieseninteresse                                       konnte sich der DIHK mit einer langjährigen Forde-    Verlegung von Leerrohren bei anstehenden Tief-
                                                      rung durchsetzen. Die neue Regelung spart unter-      bauarbeiten für sinnvoll. Das spare Kosten, weil
an Angola                                             nehmerische Kosten und senkt den Bürokratieauf-       Straßen beim Netzausbau nicht für jede neue In-
                                                      wand. Bislang konnten Unternehmen nur in Einzel-      frastrukturmaßnahme neu aufgerissen werden
Berlin. Mehr als 300 Unternehmer kamen Ende           fällen ihre elektronische Buchführung ins Ausland     müssten.
Februar 2009 zum 2. deutsch-angolanischen Wirt-       verlagern, weil die Vorschriften der Abgabenord-
schaftsforum nach Berlin. Eingeladen hatte der        nung eine Rechnungslegung im Inland verlangten.       ➜ Ansprechpartnerin:
DIHK. Angolas Staatspräsident Dos Santos wurde        Betroffen hiervon waren sowohl konzernangehö-             sobania.katrin@dihk.de

                                                                                                                               „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009     5
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
STAN D O RTPO LITI K

    Saarkonjunktur: Talsohle noch nicht erreicht
    Das Geschäftsklima der Saarwirtschaft hat sich            die kommenden sechs Monate widerspiegelt.          aber, dass sich die Abwärtsdynamik abschwächt,
    im März weiter eingetrübt. Der IHK-Lageindikator,         Nach einem Anstieg im Januar und Februar ist er    weil stabilisierende Faktoren wie die gesunkenen
    der die Einschätzungen der Unternehmen zu                 im März wieder gesunken und liegt mit minus        Energiepreise, die niedrigeren Zinsen und die
    ihrer Geschäftslage widerspiegelt, ist gegenüber                                                                                Konjunkturprogramme der öf-
    dem Vormonat um weitere acht Punkte gesun-                                                                                      fentlichen Hand zu greifen be-
    ken. Er hat mit minus 17 Zählern einen neuen                                                                                    ginnen. Positiv ist auch, dass
    Tiefstand erreicht, liegt aber nach wie vor über                                                                                der Arbeitsmarkt nach wie vor
    dem vergleichbaren Ifo-Indikator für Deutsch-                                                                                   relativ stabil ist, weil die Unter-
    land. Hauptgrund für die anhaltende konjunktu-                                                                                  nehmen alle Möglichkeiten
    relle Schwäche sind erneute Umsatz- und Auf-                                                                                    ausschöpfen, ihre Stammbeleg-
    tragseinbußen in der Industrie, vor allem im                                                                                    schaften zu halten. Alles in al-
    Auslandsgeschäft. Dagegen ist die Lage in den                                                                                   lem sehen wir gute Chancen,
    eher binnenorientierten Branchen bisher noch                                                                                    dass die Konjunktur in den
    stabil: So kommen aus dem Ernährungsgewerbe,                                                                                    Sommermonaten einen Boden
    von der IT-Branche, von den Versicherungen,                                                                                     finden wird. Dazu dürfte auch
    vom Handel und den unternehmensorientierten                                                                                     beitragen, dass die US-Regie-
    Dienstleistern weiterhin mehr „Gut“- als                                                                 Foto: Becker & Bredel rung jetzt einen neuen über-
    „Schlecht“-Meldungen. In den Frühjahrs- und          18 Punkten zurzeit deutlich im negativen Bereich zeugenden Anlauf macht, die Finanzmärkte zu
    Sommermonaten wird die Lage weiter ange-             – nur wenige Punkte über dem Tiefpunkt vom stabilisieren.“ So kommentierte IHK-Hauptge-
    spannt bleiben. Das signalisiert der IHK-Erwar-      Dezember 2008. „Die Stabilisierung der Konjunk- schäftsführer Volker Giersch die Märzumfrage
    tungsindikator, der die Geschäftserwartungen für     tur lässt weiter auf sich warten. Hoffnung macht der IHK Saarland, an der sich 180 Unternehmen
                                                                                                                 mit rund 110.000 Beschäftigten beteiligten.
                                           IHK-Konjunkturindikatoren                                             Über alle Branchen gerechnet bewerten derzeit
                                                                                                                 rund 18 Prozent der befragten Unternehmen
                                                                                                                 ihre Geschäftslage mit gut, 47 Prozent mit befrie-
                                                                                                                 digend und 35 Prozent mit schlecht. Vor allem in
                                                                                                                 der Industrie hat sich die Lage nochmals deutlich
                                                                                                                 verschlechtert. Hier ist der Lageindikator von
                                                                                                                 minus 40 auf minus 48 Punkte gefallen. Beson-
                                                                                                                 ders betroffen sind die strukturprägenden Bran-
                                                                                                                 chen Stahlindustrie, Fahrzeugbau, Maschinenbau,
                                                                                                                 Gießereien sowie die Gummi- und Kunststoff-
                                                                                                                 industrie. Sie leiden besonders stark unter der
                                                                                                                 schwachen Weltkonjunktur, nutzen andererseits
                                                                                                                 aber auch die Chance, ihre Position auf den Welt-
                                                                                                                 märkten zu verbessern und Marktanteile hinzu-
                                                                                                                 zugewinnen. Dabei hilft die deutliche Abwertung
                                                                                                                 des Euros gegenüber dem japanischen Yen, die
                                                                                Quelle, Grafik: IHK Saarland     die preisliche Wettbewerbsfähigkeit gegenüber
                                            Konjunkturklima-Indices                                              japanischen Konkurrenten deutlich verbessert
                                                                                                                 hat. Giersch: „Die Saarindustrie ist wettbewerbs-
                                                                                                                 fähig und innovationsstark. Wir sind zuversicht-
                                                                                                                 lich, dass sie vorne mit dabei sein wird, wenn die
                                                                                                                 Weltkonjunktur wieder anzieht.“
                                                                                                                 Die konjunkturelle Abkühlung wird sich nicht eins
                                                                                                                 zu eins auf dem Arbeitsmarkt auswirken. Die
                                                                                                                 Unternehmen wollen ihre Stammbelegschaften
                                                                                                                 halten, um im kommenden Aufschwung über
                                                                                                                 qualifizierte Mitarbeiter verfügen zu können.
                                                                                                                 Dort, wo Kurzarbeit unerlässlich ist, wird sie in
                                                                                                                 vielen Fällen für Weiterbildungs- und Qualifizie-
                                                                                                                 rungsmaßnahmen genutzt. Ein starker Rückgang
                                                                                                                 ist indes in der Zeitarbeitsbranche zu verzeich-
                                                                                                                 nen. Viele Unternehmen sehen sich gezwungen,
                                                                                                                 die Zahl der Zeitarbeiter im Rahmen der nötigen
                                                     Quelle: ifo, eigene Berechnungen; Grafik: IHK Saarland
                                                                                                                 Personalanpassung deutlich zu verringern.

6       „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
Wirtschaft im Saarland - IHK Saarland
STAN D O RTPO LITI K

    Einzelhandel mit
    gebremster Zuversicht

                                       Von Udo Rau
                                                     Der saarländische Einzelhandel blickt mit einer     ten auf jeden Fall weniger Geld in der Tasche und
                                                     Mischung aus Skepsis und gebremster Zuversicht      also auch weniger zum Ausgeben. Dennoch: „Die
                                                     auf den weiteren Jahresverlauf. „In den ersten      deutschen Verbraucher konnten die Hiobsbot-
                                                     Wochen des Jahres 2009 ist der Konsum nicht         schaften aus der Wirtschaft bisher nicht schre-
                                                     so eingebrochen, wie mancher angesichts der         cken. Das Konsumklima hat sich laut GfK-Index
                                                     globalen Finanzmarktkrise und ihren realen Fol-     im Februar sogar verbessert“, so Jakob, der auch
                                                     gen erwartet hatte“, stellt Carl Jakob, Präsident   Vizepräsident der IHK Saarland ist.
                                                     des Landesverbandes Einzelhandel und Dienst-        Alles in allem seien die Voraussetzungen für den
                                                     leistung Saarland, fest. Die Gründe: Rückzahlun-    Einzelhandel für 2009 so schlecht nicht. Denn die
                                                     gen aus der Pendlerpauschale vom Finanzamt          verfügbaren Einkommen werden angesichts wei-
                                                     haben etlichen Saarländern zusätzliche Euros auf    ter steigender Löhne zulegen. Die hohe Sparquo-
                                                     die Konten gespült. Zudem profitierten die Ver-     te von aktuell zwölf Prozent werde wohl stagnie-
                                                     braucher vom derzeit niedrigen Niveau der Ener-     ren, so Jakob. Und der Zuwachs bei den Einzel-
                                                     giepreise. Andererseits macht Jakob, im Haupt-      handelspreisen dürfte angesichts der enormen
                                                     beruf Geschäftsführer des Saarlouiser Kaufhau-      Konkurrenz in Deutschland und exogener Fakto-
                                                     ses Pieper, der enorme Anstieg der Kurzarbeit im    ren bei unter einem Prozent liegen, schätzen die
                                                     Saarland („bundesweit bei uns am höchsten“)         saarländischen Handelsoberen. „Das alles be-
                                                     Sorge. Denn die betroffenen Arbeitnehmer hät-       stärkt uns in der Erwartung, dass der saarländi-

8   „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
sche Einzelhandel im ersten   Wo lief es 2008 gut, wo hakte es? Die stärksten
                      Halbjahr 2009 das Vorjah-     Rückgänge gab es bei Textilien und Bekleidung,
                      resniveau halten kann“, so    gut schnitt der Fachhandel mit elektrischen Haus-
                      Jakob, sein Vizepräsident     haltsgeräten und Unterhaltungselektronik ab.
                      Hans E. Agostini und Ver-     Prognosen für das zweite Halbjahr seien für den
                      bandsgeschäftsführer Chris-   Handel ebenso wie für andere Branchen schwie-
                      toph Kleer in der Vorschau    rig. „Alles in allem rechne ich übers ganze Jahr
Carl Jakob            auf den weiteren Jahresver-   mit nominal Null bis Minus eins Prozent, als real
                      lauf. Der Saar-Einzelhandel   Umsatzverlust“, wagt Jakob dennoch eine Prog-
- der rund 6000 Betriebsstätten mit rund 36 000     nose für das Saarland. „Es gibt keine einheitliche
Beschäftigten zählt - kam 2008 nach Berechnun-      Branchenkonjunktur mehr, dafür verzeichnen wir
gen des Saar-Verbandes mit einem Umsatzzu-          zunehmend Firmenkonjunkturen. Das heißt: Et-
wachs von 0,7 Prozent über die Runden. Aller-       lichen geht es blendend, anderen dafür misera-
dings: Nicht jedes Unternehmen konnte zulegen       bel“, kennzeichnet Jakob die Branchentrends.
- laut aktueller Verbandsumfrage waren es 2008      Zunehmend beobachte man eine Zurückhaltung
im Saarland rund 40 Prozent der befragten Fir-      der Kreditwirtschaft bei der Finanzierung von
men, bei denen mehr Geld in der Kasse klingel-      Handelsunternehmen, da man der Bonität der
te als 2007, immerhin 18 Prozent.                   Branche nicht traue. „Wir müssen uns von den

                                                                                                         „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009   9
STAN D O RTPO LITI K

     Banken dauernd sagen lassen, was
     für eine risikobehaftete Branche wir
     sind“, ärgert sich Jakob. Und berich-
     tet von einem „saarländischen Spiel-
     warengeschäft, das wegen fehlender
     Finanzierung von 8000 Euro in die
     Insolvenz ging“.
     Nach wie vor stelle die schwache
     Ertragslage viele Handelsbereiche
     vor große Probleme, so Jakob. „Die
     Erhöhung der Mehrwertsteuer ist
     noch nicht verdaut. Die bleibt voll
     bei uns hängen.“
     Sorgen macht dem Präsidenten des
     Einzelhandelsverbandes an der Saar
     etwa die erwartete Bau-Dauer des
     Saarbrücker Großprojektes „Stadt
     am Fluss“. Bauzeiten von fünf oder
     mehr Jahren blieben nicht ohne Aus-
     wirkungen auf den innerstädtischen
     Einzelhandel, befürchtet Jakob. Des-    Jakob vermisst mangelnde Solidari-    mehr Geschlossenheit, mehr Mit-         Abschmelzungsprozess bei den saar-
     halb drängt er die Verwaltung auf       tät bei vielen Saar-Einzelhändlern:   glieder und weniger Trittbrettfahrer,   ländischen Betriebstätten. In etlichen
     zügige Umsetzung, bevor wegen           So zählt der Dachverband gerade       wenn wir uns vernehmlich mit unse-      saarländischen Orten sei deshalb
     wegbleibenden Kunden in der City        noch knapp eintausend Mitglieder      ren Problemen artikulieren und          bereits die Nahversorgung zusam-
     der Landeshauptstadt Betriebe auf-      und liege damit in einer kritischen   wahrgenommen werden wollen“             mengebrochen. „Vielleicht fahren
     geben müssten.                          Größenordnung. „Wir brauchen          appelliert Jakob an die Händler im      bald wieder mehr Bäckerwagen
                                                                                   Lande. Nach wie vor wurmt ihn im-       durch die Gemeinden und stellen
                                                                                   mer noch die „Isolation, in die die     die Versorgung etwa für Ältere we-
                                                                                   Landespolitik die Händler in Sachen     niger mobile Menschen sicher“, so
                                                                                   Ladenschluss gebracht hat“. Die li-     Jakob. Die Verkaufsstände auf vier
                                                                                   beraleren Ladenöffnungszeiten und       Rädern sind etwa im benachbarten
                                                                                   die Sonntagsöffnungen im benach-        Lothringen schon seit Jahren in vie-
                                                                                   barten Rheinland-Pfalz und das          len Dörfern unterwegs und bringen
                                                                                   massive Angebot des DOZ in Zwei-        den Bewohnern kleiner Orte ohne
                                                                                   brücken seien ein eindeutiger Wett-     Geschäfte nicht nur das Baguette
                                                                                   bewerbsnachteil vor allem für die       und den Camembert, sondern auch
                                                                                   ostsaarländischen Händler. Ange-        Wurst, Fleisch und Gemüse vor die
                                                                                   sichts oft fehlender Nachwuchslö-       Haustür!
                                                                                   sungen für Betriebsübergaben („Vie-
                                                                                   le Junge wollen nicht mehr in den
                                                                                   Handel“) rechnet Jakob in den           ➜ Weitere Informationen:
                                                                                   nächsten Jahren mit einem weiteren          www.einzelhandel-saarland.de

10       „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
STAN D O RTPO LITI K

Saar-Handelsexperte Professor Joachim Zentes:
In der Krise neue Gelassenheit der Verbraucher
Von Udo Rau
Der deutsche Konsument entwickelt       in deutschen Geschäften knapp“, hat       senden Newcomern - im Textilseg-
gegenüber der akuten Wirtschafts-       der Saarbrücker Handelsforscher           ment etwa von Zara, Mango, Esprit,
und Finanzkrise offenbar ein dickes     beobachtet.                               S.Oliver oder H&M. „Nicht mehr Pra-
Fell. „Wir beobachten eine neue Ge-     Unterdessen geht der Strukturwan-         da und Gucci, sondern bezahlbarer
lassenheit des Verbrauchers. Das        del im Einzelhandel weiter. Die klas-     Lifestyle ist gefragt“, fasst Zentes
war in schwierigen Zeiten noch nie      sische Mitte wie die traditionellen       zusammen. Der Kunde suche Pro-
zuvor so der Fall“, sagt der Saarbrü-   Warenhäuser und Fachgeschäfte             dukte mit wertsteigerndem Zusatz-
cker Handelsexperte Professor Joa-      oder die älteren Textilfilialisten ver-   nutzen (etwa Öko oder fair trade).
chim Zentes im Gespräch mit „Wirt-      lieren immer mehr an Bedeutung.           Im Lebensmittelmarkt sei der Preis
schaft im Saarland“ zur aktuellen       Zentes: „Mit dem Niedergang der           zwar immer noch mit entscheidend,
Lage in der deutschen Handelsland-      Warenhäuser geht ein Stück Han-           aber nicht mehr allein. Der Handel
schaft. Zentes ist Inhaber des Lehr-    delskultur und Attraktivität der In-      setze sowohl auf preiswerte Eigen-
stuhls für Betriebswirtschaftslehre,    nenstädte verloren“. Die alte Dreitei-    marken, aber auch auf Eigenmarken,
insbesondere Außenhandel und in-        lung in ein unteres, mittleres und        die preislich über den etablierten      Prof. Joachim Zentes
ternationales Management und leitet     oberes Segment verschwinde, so            Marken liegen. Beispiele solcher
das Institut für Handel & Internatio-   Zentes. Die einst starke mittlere         Mehrwertmarken im Lebensmittel-         elle Fachgeschäfte aber immer noch
nales Marketing an der Universität      Preislage ent wickelt sich zum            handel seien in Großbritannien Tes-     Chancen. „Der Verbraucher sucht
des Saarlandes.                         schwächsten Segment. Die Nachfra-         co Organic oder Tesco healthyliving     die Einzigartigkeit und Professionali-
Nach wie vor stelle sich die Lage des   ge konzentriere sich mehr auf das         oder Naturaplan und Oecoplan der        tät, die Herausforderungen sind aber
deutschen Einzelhandels als erstaun-    obere und untere Segment. Die alte,       Schweizer Coop.                         groß“, macht Zentes dem deutschen
lich robust dar. „Die Krise ist beim    oft als mittelmäßig und spießig emp-      Trotz des Vordringens der Discoun-      Handel Mut.
Handel noch nicht angekommen“,          fundene Mitte macht indes „einer          ter und Kettenläden, die oft zu einer
sagt Zentes. „Die Kauflaune beim        neuen Mitte“ Platz. Diese offene          Uniformität der städtischen Handels-    ➜ Weitere Informationen:
Verbraucher ist noch ungetrübt.“        Flanke wird besetzt von rasant wach-      szene führen, gebe es für individu-         www.hima.uni-saarland.de
Während früher schon eine Negativ-
schlagzeile eines großen deutschen
Boulevardblattes genügte, um mas-
sive Verbraucherreaktionen auszulö-
sen, nehme der Konsument die
Negativ-Botschaften – noch – gelas-
sen auf. Die gute private Binnen-
nachfrage im Handel dämpfe den
Abschwung, so Zentes. Auch das
über Erwarten gute Weihnachtsge-
schäft war Beweis für die positive
Stimmung des deutschen Käufers.
Ein lang anhaltender Winter habe
dem Textil- und Schuhhandel „nicht
nur zu vielen, sondern auch profi-
tablen Geschäften verholfen“. Die
Folge der Nachfrage: „Schuh- und
Textilhandel hatten es kaum nötig,
im Januar größere Rabatte zu geben.
Sogar Handschuhe wurden zeitweise                                                                                                           Fotos: Becker & Bredel

                                                                                                                               „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009      11
STAN D O RTPO LITI K

     Auto-Standort Saarland trägt Zuversicht in der Krise
     Ford strukturiert Produktion um – Gutachten bewertet die Automotive-Region positiv

     Von Udo Rau
     Die Nachricht sorgt in diesen Wo-         als Kuga und C-Max erreichen. Ford       Wirtschaftsanalyse und Kommuni-            konzerne und im Saarland ansässi-
     chen der hektischen Aktualitäten um       beschäftigt in Saarlouis rund 6500       kation im Auftrag des Saar-Wirt-           ger einheimischer Zulieferer“, so
     die Zukunft des Automobilbaus in          Mitarbeiter, die in einem Standort-      schaftsministeriums vorgelegte Stu-        Becker. Bundesweit ist das Saarland
     Deutschland für einen Lichtschein         sicherungsvertrag bis 2011 vor Kün-      die (im Sommer 2008 vor der Krise          hinter der Region um Stuttgart und
     am düsteren Horizont der Vorzeige-        digungen geschützt sind.                 angekurbelt) über den Automobilin-         der Gegend um Kassel die drittgröß-
     branche Deutschlands: Das Werk            Ungeachtet der mit Erleichterung         dustrie-Standort Saarland der Region       te Automobil-Zuliefererregion in
     Saarlouis des US-amerikanischen           aufgenommenen Nachricht aus              insgesamt keine schlechte Ausgangs-        Deutschland.
     Ford-Konzerns bleibt Stammwerk für        Saarlouis durchleidet die saarländi-     basis für die stärkste Industriebran-      Wo liegen Chancen? Die Zulieferer,
     alle Modellvarianten der nächsten         sche Automotive-Branche derzeit -        che der Saarwirtschaft. „Das Auto-         meint Becker, müssten schon heute
     Generation des Ford Focus (ab             ebenso wie bundesweit - eine hefti-                         land Saar kann          damit beginnen, Konzepte und An-
     2010). „Das ist eine gute Nachricht,      ge Krise mit offenem Ausgang. Von                           gestärkt aus der        triebsformen von morgen zu entwi-
     die uns in der Krise hilft und Arbeits-   Bosch in Homburg bis Saarstahl in                           Krise hervorge-         ckeln, also etwa Elektroautos oder
     plätze sichert“, so der saarländische     Völklingen (das zu 60 Prozent seiner                        hen“, so das Fazit      Hybrid-Antrieb. Das kleine und über-
     Ministerpräsident Peter Müller jüngst     Produktion vom Auto abhängig ist)                           von IWK-Forscher        schaubare Saarland könnte sich etwa
     nach einem Gespräch mit Ford-             - Kurzarbeit allenthalben. Realisti-                        und Mitglied der        als Testmarkt für Elektroautos profi-
     Deutschland-Chef Bernhard Mattes          sche Prognosen vermag und will in        Dr. Helmut Becker Institutsleitung,        lieren, so Becker. Von Seiten der
     nach der Bekanntgabe der Umstruk-         diesen Tagen niemand machen.                                Dr. Helmut Be-          Bildungspolitik mahnte die Automo-
     turierung in Saarlouis. So wird unter     Bosch-Chef Franz Fehrenbach ver-         cker. „Die saarländische Automobil-        tive-Branche gegen den IWK-For-
     anderem die Produktion des Focus-         sucht, auch mitten in der Krise - die    industrie ist im Durchschnitt und im       scher mehr Anstrengungen für die
     Viertürers vom spanischen Valencia        den größten Autozulieferer des Glo-      Vergleich zu konkurrierenden Anbie-        Heranbildung eines qualifizierten
     auf den Saarlouiser Röderberg ver-        bus massiv trifft - optimistisch zu      tern aus anderen Regionen wettbe-          Nachwuchses für die Unternehmen
     lagert. „Damit ist der Standort Saar-     bleiben: Allzu lang, meint er, dürfe     werbsfähig.“ Das gilt sowohl für den       an. „Der Stamm an Ingenieuren und
     louis langfristig garantiert“, sagte      es aber nicht mehr abwärts gehen.        einzigen im Saarland produzieren-          Facharbeitern ist gut, aber er muss
     Müller. Immerhin werde es in Saar-        Unterdessen bescheinigte auch eine       den Autohersteller Ford wie für die        auch gut bleiben“, sagt Becker. Zu-
     louis bei einem jährlichen Ausstoß        kürzlich vom Münchener Institut für      Werke bundesdeutscher Zulieferer-          dem sei dringend dafür zu sorgen,
     von 350 000 Fahrzeugen bleiben. Im                                                                                            dass junge Firmen, die sich an der
     Gegensatz zum Werk in Valencia                                                                                                Saar angesiedelt haben, auch ausrei-
     werde es in Saarlouis beim etablier-                                                                                          chend mit Eigenkapital ausgestatten
     ten Drei-Schicht-Betrieb bleiben und                                                                                          werden. Bleibt dem saarländischen
     man müsse nicht wie in Spanien auf                                                                                            Wirtschaftsminister Joachim Rippel
     Zweischichtbetrieb zurückschalten.                                                                                            nur die Bekräftigung der strategi-
     Allerdings ist das Plus nur die eine                                                                                          schen Leitlinie der regionalen Struk-
     Seite der Medaille. Die andere: Die                                                                                           turpolitik. „Die Sicherung der Wett-
     Produktion der Modelle Kuga und                                                                                               bewerbs- und Zukunftsfähigkeit der
     Ford C-Max in Saarlouis wird einge-                                                                                           heimischen Automobilindustrie ist
     stellt und verlagert. Der C-Max soll                                                                                          eine vordringliche Aufgabe der Wirt-
     ab 2011 in Valencia gebaut werden,                                                                                            schaftspolitik.
     der Kuga ab 2013 voraussichtlich in
     den USA. Der Tausch lohne sich,
     heißt es bei den Arbeitnehmern.
     Denn - so die Hoffnung - der Focus-       Der Ford Kuga soll ab 2013 an einem anderen Ford-Standort produziert werden.        ➜ Weitere Informationen:
     Viertürer werde größere Stückzahlen                                                                           Foto: Guldner       www.iwk-muenchen.de

12       „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
STAN D O RTPO LITI K

Saar-Metallindustrie stark gebeutelt
Branche rechnet 2009 mit sinkenden Auftragseingängen
und Umsätzen
„Wir bewegen uns in schwerem Fahr-         rifverträge zu nutzen. Das sind der
wasser. Seit Mai 2008 hat ein regel-       Einsatz von Standortsicherungsver-
rechter Absturz eingesetzt.“ Georg         trägen mit „passgenauen Abweichun-
Weisweiler, Präsident des Verbandes        gen vom Flächentarifvertrag“ und
der Metall- und Elektroindustrie des       die Möglichkeit, die zweite Stufe der
Saarlandes (ME Saar) rechnet für das       Ende 2008 vereinbarten Entgelterhö-
Jahr 2009 bei den heimischen Unter-        hung (ab Mai 2,1 Prozent mehr) bis
nehmen der Branche mit „deutlichen         Dezember 2009 per Betriebsverein-
Rückgängen bei Kapazitätsauslas-           barung zu verschieben. Malter: „Im-
tung, Umsatzentwicklung und Auf-           merhin wollen zwei Drittel der von
tragseingängen“. Weisweiler: „Die          uns befragten Unternehmen diese
Aussichten sind alles andere als rosig,    Möglichkeit nutzen.“               ur
die Krise hat uns auch im Saarland
mit voller Wucht erwischt. Zudem           ➜ Weitere Informationen:
werden immer mehr bereits erteilte             www.mesaar.de
Aufträge storniert.“ Im letzten Quar-
tal 2008 lagen die Umsätze der Me-
tall- und Elektroindustrie um rund ein
Drittel unter dem Vorjahresver-
gleichszeitraum. Rund 83 Prozent der
vom Verband jüngst zur aktuellen
Lage befragten Saar-Unternehmen
gehen für 2009 von einem Umsatz-
rückgang aus, nur 17 Prozent erwar-
ten gleich bleibende Erlöse. Ein Plus
sagt derzeit niemand voraus. Beim
Auftragseingang gehen 79 Prozent
von einem Minus aus, 21 Prozent
erwarten Auftragseingänge auf dem
Niveau von 2008. Auch hier: Eine
Steigerung erwartet kein befragtes
Unternehmen. Schlecht sieht es bei
der Kapazitätsauslastung der Anlagen
aus: 84 Prozent der befragten Unter-
nehmen erwarten im Jahresverlauf
eine geringere, 16 Prozent eine gleich
bleibende Auslastung. Von steigender
Auslastung seiner Maschinen ging
kein Unternehmen aus. Die vom Ver-
band befragten Unternehmen reprä-
sentieren rund 50.000 der 54.000
Beschäftigten in der saarländischen
Metall- und Elektroindustrie.
In den vergangenen Monaten ging
die Beschäftigtenzahl der Branche an
der Saar um rund 1.800 zurück - zu-
nächst wird mit „Bordmitteln“ (etwa
Altersteilzeit) versucht, die Krisenfol-
gen abzufangen. „Unsere Umfrage
lässt hoffen, dass ein dramatischer
Personalabbau vermieden werden
kann“, so ME-Saar-Hauptgeschäfts-
führer Joachim Malter.
Deshalb empfiehlt der Verband auch,
alle flexiblem Elemente der Metallta-

                                                                                   „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009   13
STAN D O RTPO LITI K

     St. Ingbert will die Gewerbesteuer erhöhen
     Die Wirtschaft sieht Vertrauensbruch
     Der Haushaltsentwurf der Stadt St.       und Stadtkämmerer Dieter Detemp-        Neunkirchen den höchsten Gewer-           also die Devise, um Unternehmen
     Ingbert sieht für das kommende Jahr      le gegenüber der Presse. Parallel mit   besteuerhebesatz im Land. Um die          anzulocken, Arbeitsplätze zu schaf-
     eine Erhöhung des Gewerbesteuer-         der Gewerbesteuererhöhung soll          Vermarktungschancen der Gewerbe-          fen und so letztlich auch dem demo-
     hebesatzes in der Mittelstadt von        auch der Hebesatz bei der Grund-        gebiete - insbesondere des Draht-         grafischen Trend entgegenzuwir-
     derzeit 270 auf 390 Prozent vor. Das     steuer B angehoben werden, von          werk Nord Areals - zu erhöhen, be-        ken.
     wurde nach einer Sitzung des Wirt-       340 auf 400 Prozent.                    schloss der Stadtrat im Herbst 2006       So manches Unternehmen ist dem
     schafts- und Finanzausschusses des       Sollte diese Empfehlung tatsächlich     einstimmig eine kräftige Absenkung        Lockruf gefolgt und hat sich in St.
     Stadtrats der Stadt St. Ingbert am 17.   verabschiedet werden - der Stadtrat     des Hebesatzes in zwei Schritten -        Ingbert angesiedelt. Andere, bereits
     März bekannt. Begründet wird die-        entscheidet am 12. Mai - dann ginge     auf zunächst 360 Prozent in 2007          ansässige Betriebe haben die güns-
     ser Schritt mit der aktuellen Wirt-      damit ein zweijähriges Intermezzo       und dann ab 2008 auf 270 Prozent.         tigen Rahmenbedingungen genutzt,
     schaftskrise und einer deutlich ge-      zu Ende, das der Stadt überregiona-     Die massive Steuersatzsenkung wur-        um ihre Präsenz in St. Ingbert aus-
     stiegenen Kreisumlage. Beides gehe       le Aufmerksamt und den Ruf einge-       de damals mit dem Argument be-            zuweiten und entsprechend inves-
     zu Lasten eines ordentlichen Haus-       bracht hat, wirtschaftsfreundlichste    gründet, dass eine nur minimale           tiert. Sie haben das im Vertrauen auf
     haltsabschlusses und mache „ein          Kommune im Saarland zu sein. Zur        Reduzierung im hart umkämpften            die Dauerhaftigkeit der Steuersen-
     gnadenloses Gegensteuern“ nötig,         Erinnerung: Bis 2006 hatte St. Ing-     Ansiedlungsgeschäft zu verpuffen          kung getan. Sie sehen in der beab-
     so Oberbürgermeister Georg Jung          bert mit 450 Prozent zusammen mit       drohe. Klotzen statt kleckern war         sichtigten Erhöhung des Hebesatzes
                                                                                                                                einen massiven Vertrauensbruch
                                                                                                                                und können ihre Enttäuschung kaum
      Paradise Lost                                                                                                             verbergen. „Uns wurde noch beim
      Versetzen wir uns mal in die Haut       das nicht die Sympathien der 51         mit höheren Ausgaben und niedri-          Notartermin zugesichert, dass von
      eines Unternehmers, der sich unter      anderen Gemeinden im Land ein-          geren Steuern den Abschwung zu            dem Hebesatz von 270 Prozent bis
      anderem wegen der niedrigen Ge-         gebracht hat, haben wir im Inter-       dämpfen. Denn höhere Gewerbe-             2015 nicht abgewichen wird“, so Pe-
      werbesteuer in St. Ingbert nieder-      esse der Sache in Kauf genommen.        steuern belasten die Erträge der          ter Böhler, Inhaber der CE-Logistik
      gelassen hat. Und nehmen wir            Auch wir sind jetzt enttäuscht. Vor     Unternehmen, schmälern deren              GmbH.
      weiter an, dass dieser Unternehmer      allem aber sind wir besorgt, dass       Eigenkapital und schränken so den         Regelrecht sauer ist Wolfgang Prein-
      im Vertrauen auf die Nachhaltigkeit     die Steuererhöhung jetzt Nachah-        Spielraum für zusätzliche Investiti-
      der Standortoffensive der Stadt sei-    mer findet. Denn wo ist die Ge-         onen ebenso ein wie ihre Kredit-
                                                                                                                                falk, Inhaber des gleichnamigen
      nen bisherigen Firmensitz aufgege-      meinde, die von der Wirtschaftskri-     würdigkeit. Und das in einer Situa-       mittelständischen Maschinenbauun-
      ben und massiv in Gebäude, Anla-        se verschont bleibt. Wobei die          tion, in der die Banken sich immer        ternehmens: „Wir hätten uns nie-
      gen und Ausrüstungen an seinem          meisten saarländischen Kommu-           zugeknöpfter gegenüber den Kre-           mals in St. Ingbert niedergelassen,
      neuen Standort in St. Ingbert inves-    nen noch darauf verweisen könn-         ditwünschen der Unternehmen               wenn wir gewusst hätten, dass die
      tiert hat. Stellen wir uns also einen   ten, dass ihre Haushaltslage noch       zeigen.                                   Gewerbesteuer wieder erhöht wird.
      solchen Unternehmer vor, der jetzt                                                               Man kann die be-
                                                                                                                                Wir überlegen jetzt, statt der bauli-
      aus den Medien erführe, dass in St.                                                              absichtigte Gewer-
      Ingbert die Gewerbesteuer kräftig                                                                besteuererhöhung         chen Erweiterung in St. Ingbert un-
      erhöht werden soll. Man braucht                                                                  in St. Ingbert des-      ser Werk in Saarbrücken wieder
      nicht viel Menschenkenntnis, um zu                                                               halb drehen und          aufzustocken.“
      wissen, dass er so richtig sauer sein                                                            wenden wie man           Heftiger Widerspruch kommt auch
      wird. Je nach Temperament dürfte                                                                 will, sie ist kontra-    von Wolfgang Herges, Gesellschaf-
      er diesen Vertrauensverlust mit Em-                                                              produktiv. Sie zer-      tergeschäftsführer von Herges Stahl-
      pörung, Wut oder sogar Zorn quit-                                                                stört Vertrauen und
                                                                                                                                und Blechbau: „Erst ködern, dann
      tieren.                                                                                          wirkt prozyklisch.
      Und das zu Recht. Schließlich hat                                                                Vertrauen ist ein        abkassieren - dreister geht es nicht.
      die Stadt St. Ingbert in den vergan-                                                             hohes Gut. Wer da-       Ich kann jetzt nur hoffen, dass von
      genen beiden Jahren überregional                                                                 gege n ve rstößt ,       der Hebesatzerhöhung in St. Ingbert
      mit ihrem bundesweit fast konkur-                                                                darf sich nicht wun-     keine Signalwirkung ausgeht. Die
      renzlos niedrigen Gewerbesteuer-                                                                 dern, wenn ihm           Bemühungen der Landesregierung
      hebesatz um Ansiedlungen gewor-                                                                  schon bald der Rü-       zur Standortaufwertung würden da-
      ben. Seitens der IHK haben wir                                                                   c ke n zu g e ke h r t
      diese Politik immer unterstützt und
                                                                                                                                durch ein gutes Stück weit konter-
                                                                                                       wird. Man kann
      mit unserer Zeitschrift dafür ge-                                                                deshalb nur hoffen,      kariert.“ Über die Auswirkungen
      sorgt, dass dieses Positivbeispiel                                                               dass in St. Ingbert      sollten man sich keine Illusionen ma-
      mutiger Kommunalpolitik im Land                                                                  noch nicht das letz-     chen.
      bekannt wird. In der November-          viel prekärer ist als in St. Ingbert.   te Wort zur Gewerbesteuer gespro-         Rolf Wilhelmi, Geschäftsführer der
      ausgabe 2006 haben wir deshalb          Aber auch konjunkturpolitisch           chen wurde. Wir appellieren des-          MBZ Gesellschaft für mechanische
      für unsere Verhältnisse geradezu        passt die Gewerbesteuererhöhung         halb an den Rat der Stadt St. Ing-
                                                                                                                                Bearbeitung: „Wir sind enttäuscht.
      reißerisch mit einem Titelbild auf      nicht in die Landschaft. Sie steht in   bert, ökonomische Vernunft walten
      das „Steuerparadies St. Ingbert“        diametralem Gegensatz zu allen          zu lassen.                                Die höhere Gewerbesteuer wird
      aufmerksam gemacht. Dass uns            Bemühungen in Bund und Land,             Rolf Schneider, IHK-Vizepräsident        Wachstum und Arbeitsplätze kos-
                                                                                                                                ten.“                             WiS

14       „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
STAN D O RTPO LITI K

Keine Chance mehr für Vergabe- und Tariftreuegesetz
Die drei Spitzenorganisationen der      nisterpräsidenten vom 11. März 2008      dafür nicht noch ein
saarländischen Wirtschaft (IHK,         sind aufgrund einer Entscheidung         zusätzliches Tariftreue-
HWK und VSU) sehen auch nach            des Europäischen Gerichtshofs vom        gesetz. Sachsen-Anhalt
einer Expertenanhörung im Landtag       3. April 2008 vollständig überholt       und Nordrhein-Westfa-
keine Chance mehr für ein Saarlän-      und können keine Grundlage mehr          len haben ähnliche
disches Vergabe- und Tariftreuege-      für ein Vergabe- und Tariftreuege-       Gesetze bereits aufge-
setz.                                   setz sein.                               hoben. Das Saarland
Joachim Malter, Hauptgeschäftsfüh-      Malter: „Der EuGH hat eindeutig          kam nicht umhin, das
rer der VSU, der für die drei Organi-   festgestellt, dass die von den beiden    frühere Vergaberecht
sationen an der Anhörung teilnahm:      Fraktionen ursprünglich verlangten       durch Verwaltungsakt
„Das Vergaberecht ist auf seine ori-    Regelungen die Europäische Dienst-       auszusetzen. Die drei
ginären Aufgaben zu konzentrieren,      leistungsfreiheit und die im Grund-      Organisationen der
nämlich einen günstigen, qualitativ     gesetz verankerte Koalitionsfreiheit     saarländischen Wirt-
hochwertigen und wirtschaftlichen       verletzen. Es gibt eben nicht den        schaft haben die Lan-
Einkauf zu organisieren. Es muss        Grundsatz, dass Tarifverträge immer      desregierung auch im
transparent und leicht überprüfbar      einzuhalten sind. Sie gelten nur für     Rahmen der Anhörung
sein, damit ein fairer Wettbewerb       die tarifgebundenen Unternehmen          aufgefordert, die richti-
herrscht und Korruption verhindert      und Arbeitnehmer und es wäre             gen Konsequenzen aus                                      Foto: Becker & Bredel
wird. Es kann und darf auch nicht       wettbewerbsfeindlich, sie für alle       der Entscheidung des Europäischen      sendegesetz fallen, genügen völlig,
dazu missbraucht werden, die Ein-       öffentlichen Aufträge auf alle Betrie-   Gerichtshofs vom 3. April 2008 zu      um Lohndumping zu vermeiden. Es
haltung von Tarifverträgen vorzu-       be und Beschäftigten zu übertra-         ziehen und das ohnehin ausgesetzte     geht nicht an, das Vergaberecht
schreiben oder zu überwachen.“          gen.“                                    saarländische Gesetz über die Ver-     letztlich auch dazu zu nutzen, den
Die in der Expertenanhörung disku-      Ausnahmen lasse der EuGH nur             gabe von Bauaufträgen nunmehr          Gewerkschaften eine Durchsetzung
tierten Entwürfe sowohl der CDU,        noch zu, soweit Tarifverträge allge-     auch definitiv aufzuheben.             höherer Löhne zu erleichtern und
als auch der SPD-Fraktion vom Feb-      meinverbindlich sind. Dies wird aber     Die eng umgrenzten Ausnahmen           die bereits erreichten hohen Löhne
ruar 2008 und auch eine von Eugen       schon im Tarifvertragsgesetz gere-       allgemeinverbindlicher Tarifverträge   zwangsweise auf die gesamte Wirt-
Roth (DGB) zitierte Zusage des Mi-      gelt und deswegen braucht man            oder von Fällen, die unter das Ent-    schaft zu übertragen.          WiS

                                                                                                                             „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009      15
STAN D O RTPO LITI K

     Mit dem Service „Q“ fit für den Wettbewerb
     Die ersten saarländischen Unternehmen mit Qualitätssiegel ausgezeichnet

     Im Rahmen des IHK-Branchenforum
     Tourismus am 2. März 2009 wurden
     die ersten 24 Unternehmen von
     Wirtschafts- und Wissenschaftsmi-
     nister Joachim Rippel mit dem Qua-
     litätssiegel der „ServiceQualität
     Deutschland“ Stufe I ausgezeichnet.
     Das primäre Ziel der Qualitätsinitia-
     tive „ServiceQualität“ ist es, über die
     Sicherung der Servicequalität in den
     einzelnen Betrieben zu einer nach-
     haltigen und kontinuierlichen Ver-
     besserung der Servicequalität in der
     gesamten Dienstleistungskette Tou-                                                                                                                   Foto: TZS
     rismus zu gelangen.                       tungsträgern die Möglichkeit, ihre        • Restaurant Moselbrück,              • Hohenburg-Jugendherberge
     Mit der Teilnahme am Seminar „Aus-        Kundenfreundlichkeit zu optimie -           Perl-Nennig,                        • Jugendgästehaus Homburg/Saar,
     bildung zum Qualitäts-Coach“ hat-         ren.                                      • Tourismus Zentrale Saarland           Europa-Jugendherberge
     ten sich im vergangenen Jahr 18           Damit sichern sich die teilnehmen-          GmbH, Saarbrücken,                    Jugendgästehaus Saarbrücken,
     Betriebe qualifiziert und im Rahmen       den Betriebe einen Wettbewerbs-           • Hotel-Café-Kaiserhof,               • Jugendherberge Weiskirchen,
     der erfolgreichen Initiative „Service-    vorteil gegenüber ihren Mitbewer-           Saarbrücken,                        • Jugendherberge an der
     Qualität Deutschland im Saarland“         bern. Das Prädikat „Q“ ServiceQua-        • Hochwald-Touristik GmbH,              Saarschleife,
     zum Qualitäts-Betrieb prüfen lassen.      lität Deutschland wird mittlerweile in      Weiskirchen,                        • Jugendgästehaus Dreisbach,
     Sechs Betriebe aus Rheinland-Pfalz        15 Bundesländern vergeben. Neues-         • Hotel Haus Schons, Mettlach,        • Hochschule für Technik und
     werden ebenfalls im Rahmen der            tes Mitglied in der Qualitätsinitiative   • Restaurant Forsthaus Neuhaus,         Wissenschaft des Saarlandes,
     Veranstaltung ausgezeichnet. Part-        ist Nordrhein-Westfalen. Gemein-            Saarbrücken,                          Lehrstuhl ICT in der
     ner der Initiative „ServiceQuali-         sam wollen alle beteiligten Länder        • Hotel Maurer, Saarwellingen,          Tourismusbranche (INTOURS),
     tät Deutschland im Saarland“ sind         den Weg zu mehr ServiceQualität           • DAS BAD/Merziger Bäder              • Ministerium für Wirtschaft
     die Tourismus Zentrale Saarland           ebnen.                                      GmbH, Merzig,                         und Wissenschaft,
     GmbH, IHK Saarland, DEHOGA                Nachfolgende Unternehmen erhiel-          • Hotel Hofgut Imsbach,                 Referat für Tourismus und
     Saarland, DEHOGA Akademie und             ten das Qualitätssiegel „ServiceQua-        Tholey-Theley,                        Tourismusförderung, Saarland.
     BFW Berufsförderungswerk Saarland         lität Deutschland“, Stufe I:              • angels das hotel am fruchtmarkt,
     GmbH.                                     • Flair Parkhotel Weiskirchen GmbH,         St. Wendel,
     Die Seminare werden vom Ministe-              Weiskirchen,                          • Dreiländereck Touristik GmbH,       ➜ Weitere Informationen:
     rium für Wirtschaft und Wissen-           • Saarpfalz-Touristik, Homburg,             Merzig,                                 Tourismus Zentrale Saarland
     schaft mit Mitteln aus dem Euro-          • Hotel Am Triller, Saarbrücken,          • Campingplatz Bostalsee,                 GmbH
     päischen Sozialfonds gefördert.           • Landkreis Saarlouis                       Nohfelden,                               (06 81) 9 27 20 30
     Das Qualitätssiegel bietet touristi-          Tourist-Information,                  • Schaumberg-Jugendherberge                info@servicequalitaet-
     schen und tourismusnahen Leis-            • Hotel Madeleine, Saarbrücken,             Jugendgästehaus Tholey,                     saarland.de

     Neue Förderprogramme für den Güterkraftverkehr
     Anträge können jetzt gestellt werden – Antragsfrist läuft bis 15. Mai
     Die IHK Saarland verweist auf zwei        kehrsunternehmen, die Eigentümer          Aufwendungen für die Erstausbil-      stellung sowie die entsprechenden
     neue Förderprogramme, die von der         oder Halter von in Deutschland zu-        dung oder für Schulungen nach dem     Merkblätter und Formulare gibt es
     Bundesregierung schon in Zusam-           gelassenen schweren Nutzfahrzeu-          Berufskraftfahrerqualifikationsge-    auf den Internetseiten des BAG
     menhang mit der Mauteinführung            gen sind. Dem Verkehrsgewerbe             setz“, so der stellvertretende IHK-   (www.bag.bund.de). Zusätzlich hat
     zugesagt und jetzt konkretisiert wur-     werden mit den Programmen jähr-           Hauptgeschäftsführer Hermann          das BAG unter der Telefonnummer
     den. Gefördert werden zum einen           lich rund 350 Millionen Euro zur          Götzinger. Die Anträge können ab      0221/5776-2699 eine Hotline einge-
     Investitionen in Umweltschutz und         Verfügung gestellt.                       sofort beim Bundesamt für Güter-      richtet. Ansprechpartner in der IHK
     Sicherheit, zum anderen Qualifizie-       „Die Unternehmen können etwa              verkehr (BAG) gestellt werden. För-   Saarland ist Michael Arnold, Telefon
     rungsmaßnahmen für Mitarbeiter            Zuschüsse für Fahrerassistenz- oder       deranträge für alle Maßnahmen im      0681/9520-810, michael.arnold@
     sowie Ausgaben für die betriebliche       Partikelminderungssysteme sowie           laufenden Jahr müssen bis spätes-     saarland.ihk.de.
     Ausbildung Jugendlicher. Zuwen-           für Weiterbildungsmaßnahmen er-           tens 15. Mai eingereicht sein. Aus-
     dungsberechtigt sind Güterkraftver-       halten. Förderfähig sind aber auch        führliche Informationen zur Antrag-

16       „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009
STAN D O RTPO LITI K

Ludwig Georg Braun:
Acht Jahre erfolgreicher Einsatz an der DIHK-Spitze
Von Dr. Martin Wansleben

Nach acht Jahren erfolgreicher Amts-                                                                                         Darüber hinaus hat Braun die inter-
zeit legt der Präsident des Deutschen                                                                                        nen Veränderungsprozesse des
Industrie- und Handelskammertages                                                                                            DIHK mit gestaltet: Mit dem vom
(DIHK), Ludwig Georg Braun, sat-                                                                                             ihm vorangetriebenen Beschluss,
zungsbedingt sein Amt nieder. DIHK-                                                                                          das kaufmännische Rechnungswe-
Hauptgeschäftsführer Martin Wans-                                                                                            sen einzuführen, wurde eine ent-
leben blickt auf die Präsidentschaft                                                                                         scheidende Grundlage für die Ge-
zurück.                                                                                                                      sundung und Konsolidierung der
„Das Jahrhundert der Frau - Die un-                                                                                          DIHK-Finanzen gelegt. Der DIHK
gewöhnlichen Ansichten des neuen                                                                                             erstellt seit dem 1. Januar 2002 han-
DIHT-Chefs Ludwig Georg Braun“,                                                                                              delsrechtliche Einzel- und Konzern-
schrieb die Berliner Morgenpost am                                                                                           abschlüsse. Finanzen sind Vertrau-
15. Februar 2001. Lange vor anderen     verhindern können. Gestritten hatte        in seinen Unternehmen nieder: Sei-        enssache! Mit der neu geschaffenen
in der Wirtschafts- und Verbands-       er für eine einfache Steuer mit nied-      ne an den verschiedenen Standorten        Transparenz, Verlässlichkeit und
welt brachte er die Themen Familie      rigem Satz und wenigen Ausnah-             geschlossenen Zukunftssicherungs-         Nachhaltigkeit der DIHK-Finanzen
und Beruf, Kinderbetreuung und          men.                                       verträge beweisen Kreativität trotz       wurde ein Fundament für eine ver-
frühkindliche Förderung auf die         Beharrlich war sein Einsatz für die        tariflicher Zwänge. Gleichzeitig bietet   trauensvolle Zusammenarbeit mit
Agenda. Heute, acht Jahre später,       erleichterte Beschäftigung ausländi-       die B. Braun Melsungen AG ihren           den IHKs und deren Mitgliedsunter-
sind die bessere Vereinbarkeit von      scher Fachkräfte. Bereits im Oktober       Beschäftigten Lösungen für verschie-      nehmen gelegt.
Familie und Beruf, die Förderung        2003 warnte Braun vor der Abwan-           dene Lebenssituationen. Zum Bei-          Wichtige Impulse leistete Braun zu-
von Innovation und Forschung und        derung qualifizierter Fachkräfte.          spiel ermöglicht das Angebot der          dem beim Umstieg auf ein moder-
die Forderung nach einer besseren       Doch erst als im Jahr 2005 über            Familienteilzeit, Berufstätigkeit und     nes, beitragsfinanziertes Altersvor-
Bildungspolitik fester Bestandteil      140.000 – und damit so viele Deut-         familiäre Aufgaben miteinander in         sorgemodell.
politischer Arbeit aller demokrati-     sche wie noch nie seit 1954 – das          Einklang zu bringen.                      Ludwig Georg Braun war in den letz-
schen Parteien. Das sind nur einige     Land verließen, wachten Politik und                                                  ten acht Jahren gefragter Gesprächs-
der großen Verdienste, die Ludwig       Teile der Gesellschaft auf. Es ist nicht   Internationaler Einsatz                   partner von Politik, Verbandsvertre-
Georg Braun sich in seiner DIHK-        zuletzt Brauns unermüdlichem Wir-                                                    tern und Gewerkschaftern. Seine
Präsidentschaft erworben hat.           ken in dieser Sache zu verdanken,          In seiner Funktion als DIHK-Präsident     Integrität sowie sein Wille, zu prag-
                                        dass die Regierung entschieden hat,        hat sich Braun besondere Verdienste       matischen Lösungen zu gelangen,
Vater des Ausbildungspaktes             ausländischen Absolventen deut-            durch seinen großen Einsatz für die       haben dabei die Gespräche geprägt.
                                        scher Hochschulen nach Abschluss           europäische Integration, für eine         In Interviews wählt Braun gern klare
„Welchen Beitrag leisten wir für zu-    ihres Studiums die Aufnahme einer          innovationsfreundliche Rechtsetzung       Worte. So wundert es nicht, dass die
sätzliche Ausbildungsplätze?“ Mit       Beschäftigung hierzulande zu er-           auf europäischer Ebene sowie für          Berliner Morgenpost schreibt: „Die-
diesem Satz wurde Braun der Vater       leichtern - angesichts des wachsen-        die Förderung effizienter Energie-        ser Mann wird niemals in Sabine
des Ausbildungspaktes. Gegen alle       den Fachkräftemangels ein wichtiges        nutzung erworben. Dem überzeug-           Christiansens Talksendung auftreten.
Skepsis unterzeichnete er mit den       Ergebnis.                                  ten Europäer Braun war es ein be-         Denn dem neuen DIHT-Präsidenten
damaligen Bundesministern Wolfgang                                                 sonderes Anliegen, die Schlagkraft        Ludwig Georg Braun ist der Sonntag
Clement und Edelgard Bulmahn im         Glaubwürdiger                              der IHK-Organisation in Brüssel zu        heilig.“ Daran vermochte auch Anne
Jahr 2004 die Übereinkunft zur Erhö-                                               erhöhen - zugunsten der deutschen         Will bis heute nichts zu ändern.
                                        Familienunternehmer
hung der Ausbildungsbereitschaft der                                               Unternehmen.
Unternehmen. Der Erfolg ist beispiel-   Nicht nur auf die Politik warten, son-     Bei zahlreichen Jubiläen der Aus-
haft: Seit Beginn des Paktes konnte     dern bei sich selber anfangen, lebte       landshandelskammern überraschte
die Zahl der Neuverträge um etwa 20     Braun als Chef eines international         der Weltbürger Braun die Anwesen-
Prozent gesteigert werden.              tätigen Unternehmens, der B. Braun         den mit einer Festrede in der jewei-
Mit unermüdlichem Einsatz hat           Melsungen AG, vor. Er verkörpert im        ligen Landessprache. Nicht nur seine
Braun auch für eine Reform der Erb-     besonderen Maße den „ehrbaren              unternehmerisches Engagement in
schaftsbesteuerung gekämpft. Selbst     Kaufmann“. Als global agierender           Lateinamerika, sondern vor allem
wenn Koalitionszwänge das zum           Unternehmer ist er dennoch dem             seine persönliche Affinität zu dieser ➜ Der Autor
Jahresende 2008 gefundene Kom-          Standort Deutschland treu. Sein Ein-       Region haben ihm als Vorsitzendem
promissergebnis erkennbar prägen,       satz für bessere Rahmenbedingun-           der Lateinamerika-Initiative der        ist Hauptgeschäftsführer
hat der DIHK-Präsident doch eine        gen und für die Vereinbarkeit von          deutschen Wirtschaft (LAI) eine be-     des Deutschen Industrie- und
wesentlich schädlichere Lösung mit      Familie und Beruf schlägt sich auch        sondere Glaubwürdigkeit verliehen.      Handelskammertages e. V., Berlin

                                                                                                                                  „Wirtschaft im Saarland“ 04/2009   17
Sie können auch lesen