18/18 16. November 2018 7 Aargau DV alv: Der alv jubiliert und kämpft weiter 24 Solothurn
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SCHULBLAT T Aargau und Solothurn 18/18 16. November 2018 7 Aargau DV alv: Der alv jubiliert und kämpft weiter 24 Solothurn Leseförderung: Eine äusserst wertvolle Viertelstunde 36 Praxis Naturmuseum: Strassentauben – verehrt und verpönt
SCHULREISEN
Lehre! Im Themenheft «Schulreisen»
Zukunft? geht die Reise ins Berner Ober-
land. Der Naturpark Diemtigtal
und das Tropenhaus Frutigen
werden unter anderem Thema
sein. Im Weiteren lernen Sie
die Vielfalt in der Lenk und im
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Schulblatt AG/SO · 18/2018
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2Schulblatt alv Aargau BKS Aargau
6 Politisch agieren, 7 Würdige Jubiläums-DV 20 Arbeiten Projekt Lohn-
wenn das Geld regiert Der alv feiert die 125 Jahre system gestartet
Die Aargauer Lehrerin- seines Bestehens anläss- Das aktuelle Lohnsystem
nen und Lehrer sind gut lich seiner Delegierten- der Lehrpersonen sowie
beraten, politische Zu- versammlung in Aarau. der Schulleitenden an
sammenhänge zu durch- Das Orchester ASTOR der Volksschule wird
blicken – nur gut infor- machte den glanzvollen revidiert. Das künftige
mierte und taktisch Auftakt zur 125. DV – Lohnsystem soll auf einer
agierende Stimm- und Lesen Sie die ausführliche analytischen Funktions-
Wahlberechtigte können Berichterstattung zum bewertungsmethodik
weiteren Bildungsabbau Anlass ab S. 7. basieren. Bis März 2019
verhindern, meint Daniel finden Interviews mit
Hotz, alv-Vizepräsident. Lehrpersonen statt.
3 Cartoon von Frida Bünzli 7 Der alv jubiliert und kämpft 20 Projektarbeiten zum Lohn-
6 Politisch agieren, wenn das weiter system gestartet
Geld regiert 10 Grussworte von BKS und LCH 21 Berufstätige live
22 Portrait: Sacha Ali Akbari 11 Viel Applaus und ein Plakat 21 Neu Check P5
13 «Ihr habt es verdient, auch ein-
mal etwas Sinnloses zu tun» 45 Offene Stellen Aargau
Titelbild: Feierlicher Rahmen: Die 14 Die berufspolitischen
jungen Musikerinnen und Musiker Forderungen des alv
des Aarauer Studentenorchesters 16 Schluss mit dem Bildungs-
ASTOR sorgten für Glanz an der abbau auf Raten
Jubiläums-Delegiertenversamm- 17 @Internet
lung des alv. 18 Ein arbeitsintensives Jahr
Foto: Simon Ziffermayer. 19 Die Fraktion Musik triff t sich
19 Termine
SCHULBL AT T
Aargau und Solothurn
Impressum
Schulblatt Aargau und Solothurn, 135. Jahrgang Inserate und Stellenausschreibungen im Schulblatt Verantwortlich für die Seiten Pädagogische Hochschule: Druck und Versand: Vogt-Schild Druck AG
Auflage: 10752 Exemplare (WEMF-Basis 2016). dürfen durch Dritte nicht abgedruckt oder auf Online- Michael Hunziker, Bahnhofstrasse 6, 5210 Windisch Gutenbergstrasse 1, 4552 Derendingen
Schulblatt AG/SO · 18/2018
Erscheint alle 14 Tage. Redaktionsschlüsse unter Dienste übernommen werden. Tel. 056 202 70 38 Telefon 058 330 11 11, Telefax 058 330 11 12
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Herausgeber Aargau: Irene Schertenleib, Schulblatt AG/SO Abonnemente, Administration und Adressänderungen
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und Verband Lehrerinnen und Lehrer Solothurn (LSO). Telefon 062 823 66 19 Telefon 062 824 77 60, Telefax 062 824 02 60
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Solothurn. Telefon 032 621 85 26, Telefax 032 621 85 27 in den Jahresbeiträgen inbegriff en)
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E-Mail sonja.rohner@vsdruck.chLSO Solothurn DBK Solothurn PH FHNW Praxis
24 Eine äusserst wertvolle 30 Im Kanton Solothurn 31 Die Rolle der Erstsprache 36 Strassentauben –
Viertelstunde unterrichten zu vier Ob Immersion, CLIL oder verehrt und verpönt
Die «Erzählviertelstunde Fünftel Frauen Bili – viele Begriffe, eine Das Naturmuseum
E15», ein Projekt von Im Schuljahr 2017/18 Idee: Eine Fremdsprache Solothurn beleuchtet in
Maria Dea Covella (Olten), unterrichteten im Kanton dient als Unterrichts- einer Sonderausstellung
animiert die Primar- Solothurn 3485 Lehr- sprache in einem oder vom November 2018
schülerinnen und -schü- personen. Davon waren mehreren Sachfächern. bis zum 22. April 2019
ler, sich mit dem Lesen 2807 Lehrerinnen und Das Projekt «CLAIRE» die unterschiedlichen
auch ausserschulisch 678 Lehrer. Aus der untersucht, was guten Facetten der Strassen-
zu befassen. Tägliches Statistik des Schuljahrs bilingualen Unterricht tauben und ihrer Ver-
Vorlesen stärkt die Lese- 2017/18 sind weitere ausmacht und welche wandten und die Ge-
entwicklung. Details zu entnehmen. Rolle die Erstsprache schichte ihrer Bedeu-
dabei spielt. tung für uns Menschen.
24 Eine äusserst wertvolle 30 Im Kanton Solothurn unter- 31 «May I speak German?» – 36 Strassentauben – verehrt
Viertelstunde richten zu vier Fünftel Frauen Die Rolle der Erstsprache im und verpönt
25 Termine 2018/19 bilingualen Unterricht 37 Missbrauch oder nicht? Das ist
25 LSO-Vorteile für Mitglieder 46 Offene Stellen Solothurn 32 Digitalisierte Umweltbildung? die Frage
26 Darstellendes Spiel – eine 32 650 Lehrerinnen und Lehrer 38 Auf dem Schulweg Schnecken
wirksame Methode für stress- feiern ihr Diplom zählen
freies Lernen 33 Überfachliche Kompetenzen 39 Publireportage: Die EGK
27 Spendenaufruf durch Theaterspielen wird 100-jährig
27 Da sind wir dran 33 Freie Plätze in der Weiter- 40 Werkbank: Herz und Sterne
28 1001 Nacht als Schatten- bildung auf Holzscheiben
theater 41 Das Museum Burghalde
29 Kurzportrait: in neuem Glanz
Cornelia Binzegger 42 Kinokultur: Drei empfehlens-
werte Filme
43 Das Baumhaus-Projekt
35, 37 Mediothek
42 Kiosk
44 Agenda
Aargauischer Lehrerinnen- und Lehrerverband alv Verband Lehrerinnen und Lehrer Solothurn LSO
www.alv-ag.ch, alv@alv-ag.ch www.lso.ch, info@lso.ch
Präsidentin: Elisabeth Abbassi, abbassi@alv-ag.ch Präsidentin: Dagmar Rösler
Schulblatt AG/SO · 18/2018
Entfelderstrasse 61, 5001 Aarau Allmendstrasse 14, 4515 Oberdorf
Telefon 062 824 77 60 Telefon 032 621 56 80, d.roesler@lso.ch
Geschäftsführung: Manfred Dubach, Kathrin Scholl Geschäf tsführer: Roland Misteli
Entfelderstrasse 61, 5001 Aarau Hauptbahnhofstrasse 5, 4500 Solothurn
Telefon 062 824 77 60 Telefon 032 621 53 23, Telefax 032 621 53 24
dubach@alv-ag.ch r.misteli@lso.ch
scholl@alv-ag.ch
5Standpunkt
Politisch agieren, wenn das Geld regiert
nünftig ist und erst danach diskutieren, Im September ist die «Millionärssteuer»-
was dies kosten darf. Initiative der JUSO wuchtig abgelehnt
Aktuelle Projekte zeigen, wie sich die worden. Zu viele Leute befürchteten ei-
ungenügende Finanzierung auswirken nen negativen Einfluss auf die Standort-
wird: Die integrierte Schule im Aargau attraktivität des Kantons, oder dass sie
ist wegen fehlenden Ressourcen gefähr- selbst davon betroffen wären. Es ist para-
det. Seit dem Schuljahr 2018/19 werden dox: Bildungsabbau wird in Abstimmun-
die Ressourcen für verstärkte Massnah- gen abgelehnt, wenn es aber um zusätz-
men (VM) teilweise pauschaliert zu- liche Finanzen geht, um weitere Abbau-
geteilt. Muss eine Schule mit weniger runden in der Bildung zu verhindern,
VM-Lektionen auskommen als bisher, werden diese nicht bewilligt. Angesichts
wird deren Tragfähigkeit geschwächt und dieser klaren Ablehnung frage ich mich,
sie wird vermehrt Sonderschulzuweisun- ob sich die Aargauer Lehrerschaft ge-
gen in Erwägung ziehen müssen. Mit schlossen dem Lager der Befürworter
der Einführung des neuen Aargauer Lehr- angeschlossen hat, oder ob einige (naiv
plans wird die Anzahl der Schüler-Lektio- wie ich 2012) die Lage anders beurteilt
nen pro Woche vor allem an der Primar- oder gar nicht an der Abstimmung teil-
und an der Realschule nach oben an genommen haben.
diejenige der anderen Kantone angepasst. Es scheint mir enorm wichtig, dass die
Es scheint logisch, dass dies mehr kosten Aargauer Lehrerschaft lernt, ein Ver-
wird. Das Departement Bildung, Kultur ständnis für diese politischen Zusammen-
Standpunkt. Die Aargauer Lehrerinnen und Sport rechnet anders und will alles hänge zu entwickeln und sich entspre-
und Lehrer sind gut beraten, politische kostenneutral umsetzen. Und nicht erst chend taktisch zu verhalten. Ich rufe alle
Zusammenhänge zu durchblicken – nur seit dem letztjährigen Bundesgerichts- auf, dies künftig bei Wahlen und Abstim-
gut informierte und taktisch agierende urteil ist klar, dass die Löhne der im mungen in ihre Entscheidungen einzu-
Stimm- und Wahlberechtigte können Aargau unterrichtenden Lehrpersonen, beziehen. Wir haben übrigens bald eine
dazu beitragen, dass es letztendlich zu im Vergleich mit den umliegenden Kan- weitere Chance auf eine neue Einnahme-
weniger Bildungsabbau kommt, meint tonen, zu tief sind. Zwar wird nun ein quelle zugunsten der Bildung: Die kan-
Daniel Hotz, Vizepräsident des alv. neues Lohnsystem für Lehrpersonen ent- tonale Gegensteuerinitiative der SP ist zu-
wickelt, aber dies wird nicht «kosten- stande gekommen. Ich hoffe, es werden
«Wir können uns das leisten und müssen neutral» geschehen können. Viertes Bei- sich dann alle Lehrerinnen und Lehrer im
den Gürtel nicht enger schnallen!», sagte spiel: Die Schülerzahlen steigen aktuell persönlichen Umfeld vor der Abstimmung
der inzwischen verstorbene Finanzdirek- im Aargau um etwa 1000 pro Jahr. Das für ein Ja einsetzen und schliesslich auch
tor des Kantons Aargau, Roland Brogli, wird zusätzliche Klassen und mehr Lehr- bei der Abstimmung ein Ja einlegen.
während der Debatte über die Steuerge- personen erfordern, die aber schwierig zu Daniel Hotz
setzrevision im Grossen Rat 2012. Wie so finden sein werden, wenn sie in den um-
viele hatte auch ich diesen Worten naiv liegenden Kantonen immer noch mehr
geglaubt. Mittlerweile bin ich – aus guten verdienen können.
Gründen – misstrauisch geworden: Vier
von der Aargauer Politik nacheinander
beschlossene Abbaupakete führten zu
schädlichem Bildungsabbau, der sich auf Die Politik müsste sich zuerst fragen,
40 Mio. Franken alleine für die Volks-
Schulblatt AG/SO · 18/2018
schule beziffern lässt: Leistungsanalyse was bei der Bildung vernünftig ist
(2015), Entlastungsmassnahmen (2016)
und Sanierungsmassnahmen (2017 und und erst danach diskutieren, was dies
2018). Es ist falsch, dass die Finanzpolitik
die Sachpolitik dominiert, es müsste um-
kosten darf.
gekehrt sein: Die Politik müsste sich zu-
erst fragen, was bei der Bildung ver-
6alv Aargau
Der alv jubiliert und kämpft weiter
125 Jahre alv: Das Orchester ASTOR unter der Leitung von Ramin Abbassi sorgte für den würdigen Rahmen der feierlichen Delegiertenversammlung.
Fotos: Simon Ziffermayer.
DV alv. Der grosse Saal im Aarauer tements Bildung, Kultur und Sport, mit sicht, dass das aktuelle Lohnsystem für
Kultur- und Kongresszentrum (KuK) denen der alv gut zusammenarbeitet, Lehrpersonen revidiert werden muss,
war bis auf den letzten Platz besetzt: sowie Philipp Grolimund, dem Co-Präsiden- wuchs, nun wird dieses erarbeitet. In der
Die Delegier ten hiessen an der Jubi- ten des Verbands der Schulleiterinnen und Begleitgruppe für das Projekt arbeitet mit
läums-Delegier tenversammlung alle Schulleiter des Kantons Aargau (VSLAG). Manfred Dubach, Kathrin Scholl und Mi-
Geschäf te gut und liessen sich vom Die beiden Verbände pflegten seit Jahren chael Laufer (AMV) auch der alv promi-
Aarauer Studentenorchester ASTOR eine enge und freundschaftliche Zusam- nent mit.
bezaubern. menarbeit und seien das beste Beispiel Vor einem Jahr gelang es auch dank des
dafür, dass Schule dann gut gelinge, alv, «einen groben Fehler zu korrigieren»,
alv-Präsidentin Elisabeth Abbassi wäre wenn Schulleitung und Lehrpersonen am so Abbassi: Der Mutationsgewinn – die
nicht alv-Präsidentin Elisabeth Abbassi, selben Strick ziehen würden. Unter den Differenz, die entsteht, wenn eine ältere,
wenn sie nicht ihren Dank an das ASTOR- Gästen begrüsste sie auch Beat Zemp vom teure Lehrperson durch eine jüngere er-
Orchester für seinen glanzvollen Auftritt Dachverband Lehrerinnen und Lehrer setzt wird – verbleibt nun im System. «So
verknüpfen würde mit dem hohen Wert Schweiz (LCH). wurde es möglich, dass die schlimmsten
der Bildung: «Es sind Menschen wie ihr, Rückstände bei «jungen» Lehrpersonen
die erfolgreich den Beweis antreten, dass Ein neues Lohnsystem in Sicht bis 45 Jahre letzten August leicht korri-
Bildung die beste und sinnvollste Investi- Elisabeth Abbassi kam in ihrem Rück- giert werden konnten.»
Schulblatt AG/SO · 18/2018
tion mit dem grössten Outcome ist.» Man blick noch einmal auf die wichtigsten Er-
habe übrigens das KuK als feierlichen DV- eignisse in Zusammenhang mit der Lohn- Problematische Entwicklungen
Ort gewählt, obwohl der Grossratssaal von klage zu sprechen (vgl. auch Jahresrückblick bei den Arbeitsbedingungen
Grösse und Lage her ebenfalls geeignet ge- im SCHULBLATT 16 vom 19. Oktober). Die Streichung der Intensivweiterbil-
wesen wäre: «Er kam als Tagungsort aber Das entsprechende Bundesgerichtsurteil – dung der Lehrpersonen bereitet dem alv
doch nicht infrage, da wir uns diesen für für den alv ein politisch motiviertes Urteil grosse Sorgen: «Dass der mit dieser Mass-
die nächste Grossdemo aufsparen woll- – sah keine Diskriminierung bei den nahme verursachte Schaden die einge-
ten», scherzte sie und heimste einen ersten Aargauer Primarlehrerinnen, belegte aber, sparten Millionen bei Weitem übersteigen
Applaus ein. Elisabeth Abbassi begrüsste dass die Lehrerlöhne generell 10 Prozent wird, steht ausser Frage», konstatierte
Landammann Alex Hürzler, Vertreterin- zu tief angesetzt sind. Diese Botschaft ist Abbassi. Der alv geht davon aus, dass
nen und Vertreter des Depar- auch in der Politik angekommen: Die Ein- dieser Entscheid die Krankheitskosten 7alv Aargau
von überlasteten Lehrpersonen weiter Der Neue Aargauer Lehrplan
ansteigen lassen wird. Der alv unterstützt den Neuen Aargauer
Als «übles Kapitel» bezeichnete Abbassi Lehrplan (NALP) grundsätzlich, wehrt
im Anstellungsbereich die Rahmenver- sich aber dezidiert gegen eine kosten-
träge, die viele Schulen den Lehrpersonen neutrale Umsetzung, das SCHULBLATT
immer wieder unterbreiten, obwohl diese hat in verschiedenen Beiträgen darüber
nur in ganz bestimmten Fällen erlaubt berichtet. Mehr Lektionen zum selben
sind. Weiter kritisierte sie die Einteilung Preis? Das konnte und kann der alv nicht
der Arbeitszeit in die gesetzlich definier- akzeptieren. Er hat erreicht, dass die Lek-
ten Berufsfelder, speziell schlecht passten tionentafeln mit der Anhörung noch et-
diese Berufsfelder für SHP und Logopä- was korrigiert werden konnten. Gegen-
dinnen, eine auf die speziellen Aufgaben über den heutigen Stundentafeln wurden
angepasste Berufsfeldbezeichnung sei verschiedene Anpassungen vorgenom-
schon seit Jahren überfällig. men. Positiv zu werten sei für die Ober-
Auch an den Mittelschulen sei die Diskus- stufe, dass nun alle Züge vergleichbare
sion um die Berufsfelder besonders Stundentafeln haben, damit sei ein wich-
schwierig, da hier beispielsweise wegen tiger Fehler des alten Lehrplans korri-
der Maturitätsprüfungen viele Unter- alv-Präsidentin Elisabeth Abbassi informierte giert, so Abbassi. Enttäuscht zeigt sich
richtsausfälle abgerechnet und auch ent- ausführlich über das vergangene Verbandsjahr. der alv allerdings über die fast vollstän-
sprechend kompensiert werden müssen. dige Streichung der Wahlfächer: «Hier
geht zweifellos viel individuelle Förde-
Fortgesetzter Abbau ohne Paukenschlag mal in die Mittelschulen eintreten wür- rung, Expertise, Motivation und Erfolgs-
Der ruhige Herbst 2017 dürfe nicht da- den, ergo doppelt so viele Klassen, dop- erleben verloren», bedauerte Abbassi. Als
rüber hinwegtäuschen, mahnte die alv- pelt so viele Schulzimmer, doppelt so «No-Go» beurteilte der alv von Beginn an
Präsidentin, dass die früher eingeführten viele Lehrpersonen, doppelt so hohe Aus- die Kürzung der ungebundenen Lektio-
Beschlüsse für die Volks- und Mittel- gaben. Die Entwicklung würde sich an nen an der Primarschule. Verheerend
schule weitergeführt und schwerwie- die Uni weiterbewegen. Bis die Kosten werde sich dies an der Realschule auswir-
gende Abbaubeschlüsse im Sek-II- dann endlich sinken würden, würden ken, deren durchschnittliche Klassen-
Bereich auf den Beginn des Schuljahres mehrere Legislaturperioden verstreichen, grösse innerhalb von nur zwei Jahren von
2017/18 nun auch in den Berufsfachschu- ist der alv überzeugt. 13,7 auf 15,5 Schülerinnen und Schüler
len umgesetzt wurden und ihre destruk- angewachsen ist. Von der Stärkung Volks-
tive Wirkung zu entfalten begannen: Obwohl inhaltlich vom sogenannten schule und der immer wieder versproche-
Die Pflichtpensen der Lehrpersonen an Modul «Entlastung der Volksschule» noch nen Unterstützung der Realschule bleibe
kantonalen Schulen (ausser Maturitäts- nicht viel bekannt sei, stehe schon fest, so nichts mehr übrig.
schulen) und der Berufsfachschullehrper- dass damit Einsparungen von 15 bis Für einzelne Kategorien von Lehrperso-
sonen wurden erhöht, beim Integrations- 25 Mio. Franken erzielt werden sollen. Der nen bringe der Lehrplan speziell grosse
programm der KSB und beim Vorkurs Bildungsfranken solle «gezielter einge- Veränderungen mit sich: Neue Fächer
Gestaltung wurde Abbau betrieben. Wei- setzt» werden, zitierte Abbassi die Regie- und Fächergruppen werden eingeführt.
tere Abbaumassnahmen würden die rung. Abteilungsgrössen würden als Hebel Hier stehe der Kanton besonders in der
Bildung zum Luxusgut deklarieren: Die genannt und der Instrumentalunterricht Pflicht, ein umfassendes Weiterbildungs-
alv-Präsidentin erwähnte in diesem Zu- der 6. Primar solle nicht mehr vom Kan- angebot mit verträglichen Rahmenbe-
sammenhang die Kostenbeteiligung am ton, sondern neu von den Gemeinden be- dingungen zur Verfügung zu stellen.
Instrumentalunterricht der Mittelschulen zahlt werden. Ausführlichere Angaben soll Elisabeth Abbassi beruhigte die Anwesen-
Schulblatt AG/SO · 18/2018
und die Revision des Stipendiengesetzes. der Zwischenbericht 2019 bringen. den: Wenn das BKS plane, den Lehrplan
Mit der Reform der Berufsfachschule er- 2020/21 gestaffelt einzuführen, bedeute
In der Pipeline des Kantons steht die Ver- hofft sich der Kanton Einsparungen von dies nicht, dass der Lehrplan ab dann
kürzung der Schulzeit bis zur Matura 2 bis 5 Mio. Franken. «Es ist zu hoffen, perfekt eingeführt werden müsse: «Man
um ein Jahr. Der Kanton rechnet dadurch dass der neue Reformvorschlag zuhanden rechnet mit einer Einführungszeit von
mit Einsparungen von jährlich etwa vier des Grossen Rates qualitativ besser sein mehreren Jahren, das zeigen auch die
Millionen Franken. «Leider geht das aber wird als der erste und unter Bildung von Erfahrungen der anderen Kantone.»
nicht auf», so Abbassi, denn ein Schuljahr Kompetenzzentren nicht nur das Auffüllen
einsparen bedeute zunächst, dass alles der Klassen mit möglichst vielen Lernenden Neue Ressourcierung Volksschule
massiv teurer werde: Mehr Schülerinnen verstanden wird», erinnerte Abbassi an das Ob mit der neuen Praxis, durch die Lekti-
8 und Schüler, weil zwei Jahrgänge auf ein- Scheitern des ersten Reformversuchs. onen der «verstärkten Massnahmenalv Aargau
(VM)» zum grössten Teil via Gesamtlekti- als die Hälfte der Befragten zu Protokoll blierte der alv anstelle der ständigen
onenzahl an Schulen pauschaliert zuge- gaben.» Es sei alarmierend, dass fast ein Kommissionen temporäre, wendige
teilt werden, beeinträchtigte Schülerinnen Viertel der befragten Lehrpersonen über thematische Kommissionen. Mit den
und Schüler genügend unterstützt werden mangelnde Kompetenz der Schulleitung Stufen-Plattformen wurden Austausch-
können, bezweifelt der alv: «Dass sich die oder gar über Machtmissbrauch geklagt runden für die verschiedenen Mitglieds
vielen Fragen, die sich den Schulen im hätte. Unfreiwillige Pensenreduktionen, organisationen und Fraktionen ge-
Rahmen dieser VM-Pauschalierung stell- also Kündigungen aus organisatorischen schaffen mit dem Ziel, für gemeinsame
ten, im Hinblick auf die Neue Ressourcie- Gründen, seien inakzeptabel und illegal, Anliegen vermehrt Synergien zu nutzen.
rung Volksschule (NRVS) nicht wirklich wenn es nur darum gehe, die Pensen Zusammen mit dem LCH und anderen
vertrauensbildend auswirkten, ist selbst- anders zu verteilen. Kantonalverbänden realisierte der alv
redend.» Dem Projekt an und für sich das Grossprojekt einer gemeinsamen
steht der alv grundsätzlich positiv gegen- Verbandsinterne Entwicklungen Mitgliederverwaltung – ein nötiger
über. Der an elf Pilotschulen durchge- Im vergangenen Verbandsjahr traten die Schritt, da das alte Programm in die
führte Versuch habe gezeigt, dass die Schulsozialarbeitenden als «Verein Be- Jahre gekommen ist.
Schulleitungen die erhöhten Handlungs- rufspolitische Interessen Schulsozialar- Irene Schertenleib
und Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort beit Aargau (BPISSAG) dem alv bei. Eine
schätzten, die ihnen erlaubten, die Res- immer grössere Bedeutung im Verband
sourcen bedarfsgerechter und effizienter haben die Schulhausvertreterinnen und Rechnung, Budget, Beiträge, Statuten
einzusetzen. Es ist aber laut Abbassi -vertreter. Sie ermöglichen eine wirksame Die Delegiertenversammlung genehmigte
nicht wegzudiskutieren, dass das Projekt und direkte Kommunikation zwischen einstimmig alle geschäftlichen Traktanden:
hohe Anforderungen an die Schulen Verband und Schulhäusern. Um die Part- Protokoll, Geschäftsbericht, Jahresrechnung
stellt. Zwingend seien deshalb eine gute nerschaft und gute Zusammenarbeit in 2017/18, Budget 2018/19 und Fraktionsbeiträge
Handreichung mit klar kommunizierten den Schulen zu stärken und zu unterstüt- 2019/20. Die Ausführungen dazu lesen Sie im
Richtlinien und eine gute Einführung zen, verfolgt der alv das Projekt «Sozial- SCHULBLATT 19, vorgestellt von alv-Geschäfts-
und Schulung der Schulleitenden. «Es partnerschaft vor Ort», das einen offenen führer Manfred Dubach.
darf nicht sein, dass Lehrpersonen nicht und wertschätzenden Dialog zwischen
in den Prozess eingebunden werden, wie Schulführung und Lehrpersonen einrich-
dies bei der Evaluation des Pilots mehr ten und fördern soll. Verbandsintern eta
ASTOR verzauberte
Das 2011 gegründete Aarauer Studenten-
orchester – bestehend aus Sinfonieorchester
und Chor mit über fünfzig jungen Musikerin-
nen und Musikern verzückte die Zuhörenden
mit Ausschnitten aus ganz unterschiedlichen
Werken. Zu hören waren unter anderem Stü-
cke von Georges Bizet, Carl Nielsen, Astor
Piazzolla oder John Williams – Letzterer kom-
ponierte den preisgekrönten Soundtrack zur
Harry-Potter-Folge «Der Stein der Weisen».
Ebenfalls zu hören waren zwei mitreissende
Schulblatt AG/SO · 18/2018
Nummern aus dem Musical «West Side Story»
und das Finale der Oper Don Carlos im dritten
Akt. Mitinitiant und Dirigent des Orchesters
ist Ramin Abbassi, Sohn der alv-Präsidentin.
Dieser versteht den Auftritt auch als Dank an
die Lehrerinnen und Lehrer, welche die musi-
kalische Bildung der jungen Leute erst ermög-
licht und gefördert hätten. Mehr Informatio-
nen zum Orchester unter:
www.astor-orchester.ch
Dirigent Ramin Abbassi hat das Studentenorchester mitinitiiert. 9alv Aargau
Grussworte von BKS und LCH
Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Zentralpräsident des LCH, Beat W. Zemp.
«Wir laden Sie dann 2053 ein» Ressourcierung Volksschule (NRSV) und eine engere Koordination ist im
Weichenstellung der Führungsstrukturen Hinblick auf die Weiterentwicklung
Landammann und Bildungsdirektor Alex der Aargauer Volksschule. Er versprach, des Bildungssystems besonders nötig»,
Hürzeler dankte Elisabeth Abbassi für dass die Lehrerinnen und Lehrer nicht al- mahnte Zemp, der in diesem Zusammen-
die Einladung zur Jubiläums-DV. Auch lein gelassen würden und rief die Anwe- hang Herausforderungen wie die Digita-
als Kulturdirektor sei es ihm eine grosse senden dazu auf, die Weiterbildungsange- lisierung, die Integration der Sonderpäda-
Freude, eine solch tolle Leistung zu bote der FHNW zu nutzen. Gestartet ist gogik und den Lehrplan 21 erwähnte.
sehen und zu hören, wie sie das Studen- die Anhörung betreffend Führungsstruk- Ein Verband lebe von den Persönlich-
tenorchester ASTOR gezeigt habe. Er turen. Sofern das Aargauer Stimmvolk keiten, die mitgestalten wollten, so Zemp,
freue sich schon jetzt auf den Schluss der den ausgearbeiteten Vorschlag im Mai und nannte die vielen, den Verband prä-
Veranstaltung, wenn das Orchester einen 2020 gutheisst, werden sie auf den 1. Ja- genden Menschen: den damaligen alv-
nochmaligen Auftritt habe, meinte er au- nuar 2022 umgesetzt. Präsidenten Kurt Wernli und den Ge-
genzwinkernd. Lehrerinnen und Lehrer schäftsführer Dieter Deiss etwa, die eine
würden das Entscheidende zur Ausbil- wichtige Rolle beim Zusammenschluss
dung der Kinder und Jugendlichen beitra- Der alv – eine Erfolgsgeschichte zum neuen LCH innehatten. Unterstüt-
gen, diese Botschaft versuche er auch im- zung erhielt der LCH auch von Andreas
mer wieder in die Regierung Beat Zemp, Zentralpräsident des LCH, Schweizer, Urs Kaufmann und Niklaus
hineinzutragen, versicherte Hürzeler. Der konnte am Sommer-Jubiläumsfest des alv Stöckli. Franziska Peterhans, heutige Zen-
Bildungsdirektor versprach dem alv nicht persönlich anwesend sein. General- tralsekretärin des LCH, kam vom alv in
scherzhaft, ihn auch zu seinem Jubiläum sekretärin Franziska Peterhans habe ihm die Geschäftsführung des LCH, Konrad
einzuladen, im Jahr 2053, wenn das BKS aber erzählt, dass das Festzelt den hef- Schneider war langjähriger Präsident der
«50 Jahre im Behmen» feiere. Nach den tigen Winden getrotzt habe – das passe Rechnungsprüfungskommission des LCH.
Grussworten kam er auf finanzpolitische gut zum alv, meinte Zemp, der in seinem «Sie alle haben mitgewirkt an der Erfolgs-
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Themen zu sprechen, die BKS wie alv be- Grusswort einen historischen Rückblick geschichte von alv und LCH», bedankte
schäftigen: «Sie können damit rechnen, auf die «Erfolgsgeschichte» von alv und sich Zemp, nicht ohne die aktuelle alv-
dass das neue Lohnsystem 2021/22 wird LCH vermittelte. Die enge Verknüpfung Führung unter Elisabeth Abbassi und
starten können.» Im Submissionsverfah- der Verbände begann schon früh: Die Manfred Dubach ebenfalls zu verdanken.
ren zur Einführung einer neuen Funkti- Gründung des Schweizerischen Lehrer- «Der alv ist sehr professionell aufgestellt
onsbewertungsmethode ist eine Firma ge- vereins (SLV) fand 1849 in Lenzburg und gut vernetzt», schloss er seine Rede
wählt worden, die Projektarbeiten liefen statt. 50 Jahre später wurde der Aargaui- und überbrachte passend zu Halloween
intensiv, so Hürzeler (vgl. auch Beitrag sche Lehrerinnenverein gegründet, 1897 ein süsses Geschenk aus seinem Wohnort
S. 20). Intensiv laufen auch die Arbeiten die Erziehungsdirektorenkonferenz EDK. Frenkendorf: «Läckerli».
an den derzeit grossen Reformmodulen Die D-EDK wird nun per Ende Jahr aufge- Irene Schertenleib
10 Neuer Aargauer Lehrplan (NALP), Neue löst. «Nun sind die Kantone gefordert,alv Aargau
Viel Applaus und ein Plakat
Verabschiedungen und Dank. Der alv Dieses Plakat liess
verabschiedete sich von fünf engagier- der alv zum
ten Menschen und enthüllte ein Plakat, 125-Jahr-Jubiläum
das den ganz alltäglichen Wahnsinn der zeichnen. Es wurde
alv-Geschäf tsstelle zeigt. an der DV feierlich
enthüllt (siehe
alv-Vizepräsident Daniel Hotz war an- Seite 12).
gesichts der fortgeschrittenen Zeit ange-
halten, sich kurz zu fassen und würdigte
die fünf alv-Mitglieder für das «riesige
Engagement für die aargauische Lehrer-
schaft». Verabschiedet wurden Katharina
Bessire (Co-Präsidentin Fraktion Heilpä-
dagogik), Ursina Riz und Evelyne Landis,
die beiden Co-Präsidentinnen der Frak-
tion Kindergarten. Letztere war auch Mit-
glied des Verbandsrates. Verabschiedet
wurde auch Jeannine Lecsko, Präsidentin
der Fraktion Sek1 und ebenfalls Mitglied
des Verbandsrats. Friedl Schütz war viele
Jahre im Vorstand des PLV, Mitglied im
Verbandsrat und in der Geschäftsleitung
des PLV. Alle fünf erhielten einen wohl-
verdienten Applaus und einen Geschenk-
korb mit italienischen Delikatessen.
Schulblatt AG/SO · 18/2018
Sie alle haben sich jahrelang in ihren Fraktionen und Mitgliedsorganisationen engagiert (v.l.n.r.): Jeannine Lecsko, Friedl Schütz, Katharina Bessire,
Ursina Riz und Evelyne Landis. 11alv Aargau
Elisabeth Abbassi liess es sich nicht nehmen, der Geschäftsstelle persönlich zu danken (v.l.n.r.): …Daniel Hotz revanchierte sich seitens dieser
Manfred Dubach, Esther Meyer, Irene Schertenleib, Andrea Rey, Kathrin Scholl … mit einem grossen Blumenstrauss an die sehr
engagierte Präsidentin.
Was der alv heimlich so treibt
Für einmal produzierte der alv kein Pla-
kat mit bildungspolitischen Forderungen,
sondern liess – passend zum Jubiläum
des alv – eine Illustratorin den ganz all-
täglichen Wahnsinn der alv-Geschäfts-
stelle zeichnen. Kathrin Scholl hatte sie
gut informiert: Gut sichtbar auf dem Pla-
kat, aber erklärungsbedürftig ist der omi-
nöse gelbe Stuhl im Pausenraum des alv.
Wer sich in der Geschäftsleitung erst noch
die Sporen abverdienen muss, muss zwin-
gend mit diesem Vorlieb nehmen. Erst
wenn ein neues GL-Mitglied eintritt, darf
auf den weissen, grünen, roten, orangen
oder schwarzen Stuhl gewechselt werden.
Klar erkennbar auf dem Plakat sind auch
Elisabeth Abbassi und Bildungsdirektor Manfred Dubach und Daniel Hotz enthüllen das neue alv-Plakat.
Alex Hürzeler auf einem grünen respek-
tive roten Traktor. Dieser Insider ist einem
Schulblatt AG/SO · 18/2018
Running Gag zwischen der alv-Präsidentin Dank an Geschäftsstelle und Präsidentin ten oder Engagierten in Fraktionen und
und dem Bildungsdirektor geschuldet: Wie in anderen Jahren liess es sich die Kommissionen sowie allen Lehrerinnen
Werden sie sich bildungspolitisch nicht Präsidentin nicht nehmen, ihrer «enga- und Lehrern, die bereit seien, die Arbeit
einig, heisst es im Anschluss an Sitzungen gierten und fachlich kompetenten» Ge- des alv mit ihrer Mitgliedschaft zu unter-
hie und da: «Das klären wir bei einem schäftsstelle im Anschluss an ihr Referat stützen und zu finanzieren. Sie selber
Traktorrennen.» Für den alv ist klar: Der zu danken – wie ein gut geöltes Räder- konnte von alv-Vizepräsident Daniel Hotz
grüne Traktor trägt die Nummer 1. Die werk arbeiteten Geschäftsleitung, Admi- einen herbstlichen Blumenstrauss entge-
Delegierten konnten im Anschluss an die nistration und SCHULBLATT zusammen. gennehmen, mit dem sich die Geschäfts-
Delegiertenversammlung ein Exemplar Abbassi dankte auch allen Mitgliedern stelle ihrerseits bei der engagierten Präsi-
des Plakats und eine kleinere Version als der Geschäftsleitung, des Verbandsrats, dentin und kollegialen Chefin bedankte.
12 Karte nach Hause nehmen. den Schulhausvertretenden, den Delegier-alv Aargau
«Ihr habt es verdient, auch einmal etwas Sinnloses zu tun»
Ehrung der Neupensionierten. So viele
wie noch nie – die Babyboomer gehen
in Rente! Rund 120 neu pensionierte
Lehrerinnen und Lehrer wurden im An-
schluss an die alv-Delegiertenversamm-
lung mit einem Essen im Aarauer Res-
taurant Kettenbrücke verabschiedet,
ihr jahrelanger Einsatz für die Aargauer
Schule gewürdigt.
Das Restaurant Kettenbrücke in Aarau
ist gross. Doch für diesen Anlass – auf
Einladung des Aargauer Lehrerinnen-
und Lehrerverbands – stiess der Saal an
seine Grenzen. «Dieses Jahr wird der Saal
gesprengt, aber zum Glück nicht das
Budget!», leitete Kathrin Scholl, stv. Ge-
schäftsführerin des alv, ihre Ansprache
ein. Denn sie, die nun pensionierten Leh-
rerinnen und Lehrer, hätten dank lang-
jähriger alv-Mitgliedschaft und entspre- Kathrin Scholl, rechts im Bild, machte sich in ihrer Laudatio Gedanken zum Thema «Arbeit».
chendem Obolus das Abendessen ja be- Foto: Irene Schertenleib.
reits bezahlt, scherzte sie. Ernsthafter
ging sie anschliessend darauf ein, dass
pensioniert werden auch schwierig sein des Worts «Arbeit» gibt, aber keine ein- reichbar. Mit der Pensionierung könne
kann, das erlebe der alv immer wieder zige für Freude. Scholl forderte die An- vieles neu gestaltet werden: «Packen Sie
in Beratungsgesprächen. Reicht das Geld? wesenden auf, nach vielen arbeitsamen neue Herausforderungen an, auch wenn
Weiss ich, wie viel ich brauche? Solche Jahren vor allem Dinge zu tun, die sie sie bisher gedacht haben, es geht nicht.»
und andere Fragen würden gestellt. Sie freuten – bis an ihr Lebensende. André Vogt, Präsident der Vereinigung
fände es wichtig, so Scholl, dass man sich pensionierter Lehrkräfte (VAPL), warb an-
auch überlege, welche Träume man noch Veränderungen wagen schliessend für die Mitgliedschaft im
hege und sich diese erfülle. Die Anwesen- Michaela Brühlmeier, Leiterin der Sek- VAPL, der sich jährlich einmal zur Gene-
den müssten sich hoffentlich über keine tion Entwicklung im BKS, richtete an- ralversammlung trifft, nächstes Mal am
Work-Life-Balance mehr Sorgen machen, schliessend Dank und Grüsse vonseiten 9. Mai 2019 in Rheinfelden mit Besichti-
ein Multitasking sei nicht mehr notwen- des Departements aus. Sie habe sich ge- gung der Bierbrauerei Feldschlösschen.
dig und nach der Pensionierung dürften fragt, was eigentlich «neu pensioniert» Die Mitgliedschaft kostet unverändert
die ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer genau heisse – neu bedeute ja, hier sei ein 12 Franken pro Jahr, anmelden kann man
durchaus einmal etwas Sinnloses tun, Zustand, den es vorher noch nicht gege- sich über www.pensioniertelehrkraef-
sie hätten genügend Sinnstiftendes getan. ben habe, und für den man nicht auf Er- teaargau.ch
«Ihr habt es verdient, nun ohne Pausen fahrungen zurückgreifen könne. Für die Irene Schertenleib
glocken, ohne Korrekturstapel, ohne el- Anwesenden beginne nun der Weg vom
lenlange Sitzungen, ohne Administrati- «neu» zum «normal» pensioniert sein. Es * H ugo Loetscher: Der Waschküchenschlüssel:
onsflut und ohne willkürlich agierenden kämen viele Veränderungen auf die Leh- oder Was – wenn Gott Schweizer wäre.
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Politkzirkus zu leben.» Es könne höchs- rerinnen und Lehrer zu, aber: «Als Diogenes Verlag, Zürich: 1988.
tens sein, dass wieder einmal eine Auffor- 65-Jährige sind Sie bestens kompetent,
derung zum Demonstrieren ins Haus flat- um sich den Veränderungen zu stellen», Die Namen der neu pensionierten Lehrerinnen
tern werde: «Denn wenn so viele in denn sie hätten viel Erfahrung mit – oft und Lehrer finden Sie auf www.alv-ag.ch.
Pension gehen wie dieses Jahr, brauchen auch vom BKS initiierten – Veränderungen.
wir euch definitiv, um die nötige Menge Mit einer Geschichte von Affen, die an ei-
hinzukriegen.», so Scholl, die ihre Rede ner Stange befestigte Bananen nicht errei-
mit dem Text «Arbeit und Freude»* von chen konnten und es irgendwann nicht
Hugo Loetscher abschloss. In diesem mehr versuchten, appellierte sie an die
stellt Loetscher fest, dass es im Zürcher Gäste, nicht aufzugeben, wenn ihnen je-
Dialektwörterbuch unzählige Varianten mand sagen würde, ihre Ziele seien uner- 13alv Aargau
Die berufspolitischen Forderungen 2017 und 2018
Die Delegierten hiessen die berufspolitischen Forderungen 2018 (vgl. Seite 15) einstimmig gut.
Berufspolitik 2017. An der letztjährigen sei, so Abbassi, dass allen Lehrpersonen bis 15 Prozent) in den nächsten Jahren
DV definierten die Delegierten zu drei klar sei, dass sie von der Schulleitung ziemlich anstrengen müsse, damit vor
Themen berufspolitische Forderungen: zum Schuljahresbeginn eine Pensenver- jeder Klasse eine Lehrperson stehe.
gesundheitserhaltende Arbeitsbedingun- einbarung erhalten müssen, anhand derer Im Rahmen des Pilotprojekts zur NRVS
gen, verlässliche Berufsperspektiven mit den Schulleitenden ausgehandelt wer- forderten einige Schulleitende mehr
und eine sorgfältige Umsetzung und Ein- den muss, wer wo zu welchen Teilen mit- Flexibilität in der Anstellung von Lehr-
führung des neuen Lehrplans. Was wurde arbeitet. personen, damit sich ändernde Bedürf-
erreicht und wo gibts noch viel zu tun? Wenig effizient ist nach wie vor der Be- nisse der Schule zeitnah berücksichtigt
rufseinstieg gestaltet – hier erhofft sich werden könnten. Eine möglichst hohe
Bei den gesundheitserhaltenden Arbeits- der alv, dass im Zusammenhang mit der Pensensicherheit ist für den alv aber
bedingungen forderte der alv, dass anstehenden Revision des Lohnsystems zentral, entsprechend wird er sich mit
1. Die Rahmenbedingungen so zu ge- eine bessere Lösung gefunden werden den betroffenen alv-Mitgliedern gegen
stalten sind, dass die Jahresarbeitszeit kann und neu einsteigende Lehrpersonen solche Forderungen wehren.
eingehalten werden kann. 2. Junge besser unterstützt werden. Beim dritten Bereich der sorgfältigen
Lehrpersonen sind in den ersten zwei Beim Thema verlässliche Berufsperspek- Umsetzung und Einführung des neuen
Berufsjahren zu begleiten und in den tiven forderte die DV 2017: 1. Fachlauf- Lehrplans forderte der alv 2017: 1. Die
Beruf einzuführen. bahnen für Lehrpersonen sind zu er- Erhöhung der Schülerlektionen führt
Die Diskussion um die Jahresarbeitszeit möglichen. 2. Eine faire und verlässliche zu höheren Kosten. Eine Reduktion der
der Lehrpersonen liege im Kanton Aargau Lohnentwicklung ist sicherzustellen. ungebundenen Lektionen ist nicht zu
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nach wie vor im Argen, führte Abbassi 3. Konstante Anstellungen ohne jähr- akzeptieren. 2. Die notwendigen Weiter-
aus: 85 Prozent der Arbeitszeit für den liche Schwankungen sind zu garantie- bildungen für Lehrpersonen (neue
Unterricht reichten nicht aus. ren. 4. Ein neues, faires Lohnsystem, Fächer, kompetenzorientierte Beurtei-
Mit dem Neuen Aargauer Lehrplan stün- das auf einer analytischen Arbeitsplatz- lung) sind bereitzustellen. 3. Kosten-
den ausserhalb des Unterrichts Entwick- bewertung basiert, ist einzuführen. neutralität bei der Einführung des
lungs- und Vorbereitungsarbeiten an, die Betreffend dem Lohnsystem hat der neuen Lehrplans ohne entsprechende
auch die Zeitkonten der unterrichtsfreien alv Grund zu «verhaltenem Optimismus» Streichung von Lektionen und Inhalten
Arbeitszeit rasch zum Überlaufen bringen (vgl. Hauptbericht S. 7). Klar sei aber ist zu bekämpfen.
würden, sodass letztlich alle Berufsfelder auch, dass der Kanton Aargau sich im Dass mit dem NALP ausgerechnet in
zu klein bemessen seien – zulasten der Hinblick auf eine Zunahme der Schüler- der Realschule mit einem kleineren Lek-
14 Gesundheit von Lehrpersonen. Wichtig zahlen 2018 bis 2027 (je nach Stufe 12 tionenbudget künftig mehr Unterrichts-alv Aargau
lektionen erteilt werden sollen, lässt sich nen und Schüler zum gleichen Preis mehr
mit der Stärkung der Volksschule nicht Unterricht erhalten. Dass mit den zusätz- Grussbotschaft 125 Jahre alv
vereinbaren, so das Fazit des alv. Auch lichen Lektionen Ganz-Klassenunterricht Die aargauischen Leh-
auf der Primarstufe wurden lediglich für und dem Fehlen der für die individuelle rerinnen und Lehrer
die zwei zusätzlichen Französischlektio- Förderung und Begleitung der Schülerin- aller Stufen, vom Kin-
nen zusätzliche Mittel beantragt und be- nen und Schüler notwendiger Lektionen die dergarten bis zu den
willigt – auch hier sollen die Schülerin- Belastung der Lehrpersonen steigt, ist klar. Fachhochschuldozie-
renden, können sich
glücklich schätzen,
einen so aktiven, wirkungsvollen
Die berufspolitischen Forderungen 2018 und bestens organisierten Berufsver-
band zu haben. Mit seinem profes-
Berufspolitik 2018. In seinen aktuellen 327a., 1. Absatz). Weiter heisst es: «Ab- sionalisierten Sekretariat in Aarau ist
berufspolitischen Forderungen ver- reden, dass der Arbeitnehmer die notwen- der Aargauische Lehrerinnen- und
langt der alv, dass die Zuständigkeiten digen Auslagen ganz oder teilweise zu Lehrerverband alv präsent und An-
zwischen Kanton und Gemeinden – im tragen haben, sind nichtig» (3. Absatz). sprechpartner für jede einzelne Lehr-
Hinblick auf die Umsetzung der grossen person, aber auch für Schulteams,
Reformen (Neuer Aargauer Lehrplan, Der alv fordert deshalb: ganze Schulen, Stufen- und Fachver-
Neue Ressourcierung Volksschule) – bände, die Bildungsverwaltung und
geklärt werden. Beide, Kanton und Gemeinden, müssen -politik. Ganz besonders freut es
klar wissen, wofür sie zuständig sind mich, dass inzwischen auch die Be-
Zusätzlich zu den Reformen fordert die und wer was zu bezahlen hat. rufs- und Mittelschullehrpersonen
Digitalisierung Schulen und Lehrperso- den Weg in den alv gefunden haben.
nen heraus. Die Berufszufriedenheits- A) Aufgaben des Kantons So kann jede unterrichtende Person
studie des LCH hat gezeigt, dass bei den 1. Das BKS begleitet die anstehenden ganz persönlich sowohl im privaten
letzten Reformen die Lehrpersonen die Reformen (NALP, NRVS) sorgfältig. Das als auch im berufl ichen Bereich pro-
Ziele zwar befürwortet, die Umsetzung Departement unterstützt Lehrpersonen fitieren. Für mich ist es daher unver-
aber als stark ungenügend beurteilt ha- und Schulleitungen mit Handreichungen, ständlich, dass es noch Lehrpersonen
ben. Schlecht umgesetzte Reformen be- Weiterbildungs- und Beratungsangeboten. gibt, die nicht Mitglied im alv sind.
lasten die Schule übermässig und kön- 2. Der Kanton macht verbindliche Vor- Ich wünsche dem Aargauischen Leh-
nen die verfolgten Ziele trotzdem nicht gaben zur Finanzierung der Weiter- rerinnen- und Lehrerverband, dass
oder nur ungenügend erreichen. bildungen und zum Einsatz der vom er sich weiter so entwickelt, die pä-
In letzter Zeit habe der Kanton vermehrt Kanton bezahlten Ressourcen dagogischen, bildungspolitischen als
Aufgaben den Gemeinden zugewiesen, auch die gewerkschaftlichen Anlie-
ohne dass diese sich wirklich verantwort- B) Aufgaben der Gemeinden gen seiner Mitglieder mit aller Stärke
lich gefühlt hätten, machte Elisabeth Ab- 1. Als verantwortungsbewusste Arbeit- und Konsequenz vertritt. Der Berufs-
bassi deutlich. Unter dem Stichwort geber planen die Gemeinden die neuen verband möge das Standesbewusst-
«Schule vor Ort» seien nicht nur die Kom- finanziellen Verantwortlichkeiten in sein der Lehrperson fördern und zum
petenzen, sondern vermehrt auch deren ihren Budgets ein. Wohle seiner Mitglieder beitragen.
Finanzierungen auf die Gemeinden abge- 2. Sie übernehmen die Kosten für die Urs N. Kaufmann, ehemaliger alv-Sekretär
wälzt worden, ohne dass dies transparent Weiterbildung der Lehrpersonen, sofern von 1995 bis 2010
kommuniziert und auch übernommen diese in erster Linie der Schule dient
worden wäre. und nicht zu einer höheren Lohnein-
Schulblatt AG/SO · 18/2018
«Schule vor Ort» dürfe aber nicht bedeu- stufung der Lehrpersonen führt.
ten, dass sich niemand verantwortlich 3. Arbeitsgruppen und Arbeiten, die für die
fühlt und deshalb auch die Finanzierung Gemeinde eingesetzt oder geleistet wer-
nicht geklärt ist. Die Zuständigkeiten den, werden auch von dieser finanziert.
zwischen Kanton und Gemeinden seien 4. Die Spesen der Volksschullehrpersonen
zu klären. Abbassi verwies in diesem Zu- werden gemäss Gesetz vergütet.
sammenhang auf das Obligationenrecht,
in dem festgehalten ist: «Der Arbeitgeber Die Forderung des alv hier:
hat dem Arbeitnehmer alle durch die Aus- Die Gemeinden, nicht die Lehrpersonen
führung der Arbeit notwendig entstehen- müssen ihre Schulen finanzieren.
den Auslagen zu ersetzen» (OR Artikel 15alv Aargau
Schluss mit dem Bildungsabbau auf Raten
GL alv. Die Antwort des Regierungsrats aus vielen kleineren Teilbeträgen zusam- nicht mehr das gleiche Leistungsniveau
auf eine Interpellation der BDP-EVP- men, von denen viele die Schulen erheb- erreichen.
Fraktion bringt es auf den Tisch: In den lich getroffen haben. Die durchschnitt- Auch an den Berufsschulen und an den
letzten vier Jahren wurde im Bildungs- lichen Klassengrössen wurden angeho- Mittelschulen wurde laut der vom Regie-
bereich übermässig abgebaut. Die ben, das Vollpensum einzelner Lehrper- rungsrat abgesegneten Zusammenstel-
direkten und indirekten negativen Aus- sonen wurde erhöht, Wahlfächer wurden lung munter abgebaut. Die eingesparte
wirkungen dieses Kahlschlags belasten abgebaut, die Weiterbildung wurde re- Summe beträgt auf der Sekundarstufe II
die Schulen zunehmend stärker. duziert, die Zusatzlektionen wurden ge- rund 25 Millionen Franken oder etwa
kürzt oder die ungebundenen Lektionen 9 Prozent des Globalbudgets. Die Pflicht-
Hinter den euphemistischen Begriffen wurden nach unten angepasst. Es braucht lektionen der kantonalen Schule für Be-
«Leistungsanalyse» (2015), «Entlastungs- schon sehr viel Zweckoptimismus von rufsbildung wurden gekürzt, das Pflicht-
massnahmen» (2016) und «Sanierungs- seiten der politisch Verantwortlichen, pensum der Lehrpersonen an den Berufs-
massnahmen» (2017/18) verstecken sich um zu glauben, dass die Volksschule un- schulen und an den Gymnasien wurde
die Abbaupakete der letzten vier Jahre, ter diesen Umständen die gleichen Resul- erhöht, der Fächerkatalog der Mittelschu-
die vor allem die Bildung unverhältnis- tate erreichen kann wie vorher. Trotzdem len wurde reduziert – dies alles in der
mässig stark getroffen haben. Der Re- werden die gleichen Politikerinnen und Hoffnung, die Auswirkungen seien nicht
gierungsrat zeigt in seiner detaillierten Politiker nicht müde, sich darüber zu be- so schlimm und es würde schon irgend-
Übersicht auf, dass nur bei der Volks- klagen, dass die Kinder und Jugendlichen wie gehen.
schule in den letzten vier Jahren 40 Milli-
onen Franken eingespart wurden, was
bei einem Globalbudget von 600 Millio- Das Bildungswesen hat unter diesem Abbau erheblich
nen Franken etwa 6,5 Prozent entspricht.
gelitten und es ist höchste Zeit, dass die verheerende
Dabei sind in diesem Betrag die Einspa-
rungen auf Ebene Gemeinde noch nicht Entwicklung gestoppt wird.
eingerechnet. Die grosse Zahl setzt sich
Schulblatt AG/SO · 18/2018
16 In die Bildung zu investieren lohnt sich: Sie ist der wichtigste Rohstoff für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen. Foto: Fotolia.alv Aargau
@INTERNET
Nein, liebe Verantwortliche im Grossen Vergangenheit wäre der Vorschlag der Der alv kommuniziert über verschiedene
Rat und in der Regierung, es geht nicht CVP ein guter Ansatz, das Bildungs- Online-Kanäle. Klicken Sie sich hinein,
mehr irgendwie. Das Bildungswesen system unseres Kantons wieder einmal surfen Sie, kommentieren Sie, lassen Sie
hat unter diesem Abbau erheblich gelit- zu verbessern. sich beraten und finden Sie die Informati-
ten und es ist höchste Zeit, dass die ver- onen, die Sie brauchen.
heerende Entwicklung gestoppt wird, Neues Lohnsystem für Lehrpersonen
bevor sich die voraussehbaren Folgen in Wie im letzten SCHULBLATT berich- Newsletter vom 15. November
aller Deutlichkeit zeigen werden. Auf tet, sieht auch der Regierungsrat, dass −−a lv-Delegiertenversammlung: Die
die geplanten Module, mit denen die das heutige Lohnsystem der Lehrper- Berufsforderungen des alv 2018 unter
Bildung weiter ausgepresst werden soll, sonen mit seinen durch die Nullrunden www.alv-ag.ch → alv → DV
muss verzichtet werden, falls Bildung bedingten Verzerrungen im interkan- −−Anhörung zu den Führungsstrukturen
und Ausbildung der nächsten Genera- tonalen Vergleich nicht mehr konkurrenz- −−Die Haltung des alv-Verbandsrats
tion – angeblich unser einziger Roh- fähig ist. Deshalb hat er das Departement −−F rühe Förderung: Hören Sie den
stoff – weiterhin den hohen Ansprü- für Bildung, Kultur und Sport damit be- Podcast zum Thema
chen genügen sollen. Die Rechnung auftragt, ein neues Lohnsystem zu ent- −−LCH-Publikation zu Ritualen
2017 und die Zahlen aus dem Jahr 2018 wickeln, das den Gemeinden erlaubt, die −−Interaktives Dossier zum Spendenthema
zeigen, dass es die aktuelle Finanzlage frei werdenden Stellen mit qualifizierten −−H otelcard zu vergünstigten Preisen
des Kantons zulässt, dass wieder in die Lehrpersonen zu besetzen. In den nächs- Der alv-Newsletter kann gratis abonniert
Bildung investiert werden kann. ten Monaten wird sich eine Begleitgruppe, werden – auf www.alv-ag.ch
in der auch der alv mit drei Personen ver-
Lohnenswerte frühe Sprachförderung treten ist, mit den Eckwerten dieses Lohn- Neu auf der Website
Ein volkswirtschaftlich sehr lohnender systems befassen. Konsens scheint darin −−Die Berufsforderungen 2018 des alv;
Bereich für Bildungsinvestitionen ist zu bestehen, dass die Lohnsituation für Anhörung zu den Führungsstrukturen
die frühe Sprachförderung für Kinder die jüngeren Lehrpersonen verbessert an der Volksschule
mit ungenügenden Deutschkenntnis- werden muss, damit deren Abwanderung
sen. Alle diesbezüglichen Studien legen aus dem Kanton Aargau gestoppt werden alv-Forum
nahe, dass die Unterstützung der Kin- kann. Die Lohnkurven müssen deshalb http://forum.alv-ag.ch, mit persönlichem
der vor dem Kindergarten positivere so ausgestaltet werden, dass ein früherer Login
Auswirkungen hat auf deren schulische Lohnanstieg erfolgt, und dass das Lohn-
Laufbahn als alle späteren Versuche, maximum mit etwa 50 Jahren erreicht Facebook unter www.facebook.com/
Verpasstes nachzuholen. Trotz dieses werden kann. Für die GL des alv ist zu- alv.ag.ch
Wissens zeigt ein Vergleich mit ande- dem wichtig, mit einer Besitzstands-
ren europäischen Ländern, dass diese garantie zu verhindern, dass es bei einzel- Aus dem LCH
bis zu zehnmal mehr in die vorschu- nen Lehrpersonen zu einem Lohnabbau Neu erschienene Publikation: «Rituale
lischen Grundlagen der Kinder inves- kommt. Nach den negativen Erfahrungen an Schulen – Wirksam und unterschätzt»
tieren als die Schweiz. Die GL des alv in verschiedenen Kantonen ist es für den Sekretariat alv
freut sich deshalb, dass die CVP-Frak- alv keine realistische Option, eine lohn-
tion dieses Thema im Grossen Rat auf- wirksame Leistungsbeurteilung einzu-
genommen hat und in einem Postulat führen. Die Vertretung der Lehrerschaft
fordert, dass die Eltern der Kinder, die wird sich in der Begleitgruppe dafür
über ungenügende Sprachkenntnisse stark machen, dass der Aargau ein Lohn-
verfügen, verpflichtet werden können, system erhält, das den Vergleich mit den
diese in die sprachliche Frühförderung Nachbarkantonen nicht mehr scheuen
Schulblatt AG/SO · 18/2018
zu schicken. Gleichzeitig sollen die muss, ein Lohnsystem, das nicht ohne
Gemeinden in der Pflicht stehen, ein zusätzliche Investitionen zu haben ist.
bedarfsgerechtes Frühförderangebot Manfred Dubach, Geschäftsführer alv
zur Verfügung zu stellen. Mit diesem
Angebot könnte den fremdsprachigen Aus der alv-GL-Sitzung vom 22. Oktober.
Kindern der Einstieg in den Kinder-
garten und in die Primarschule erheb-
lich erleichtert werden, dies mit vielen
positiven Folgen für die weitere Schul-
karriere. Nach dem Bildungsabbau der
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