ENERGIE UND VERKEHR Bilanz 2000-2004

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ENERGIE UND VERKEHR Bilanz 2000-2004
ENERGIE UND VERKEHR

Bilanz 2000-2004

                    Generaldirektion     EUROPÄISCHE
                   Energie und Verkehr   KOMMISSION
Inhalt
                                   1   Einleitung

                                   3   1       Wirtschaftlicher Kontext, Einfluss von Ereignissen und politische Orientierungen
                                   4   1.1     Wirtschaftliche Lage und Ausblick
                                   5   1.1.1   Bestandsaufnahme
                                   5   1.1.2   Ausblick

                                   8 1.2 Die Grundlagen der europäischen Energie- und Verkehrspolitik
                                   9 1.2.1 Das Grünbuch über Energieversorgungssicherheit
                                   9 1.2.2 Das Weißbuch über Verkehr

                                 10 1.3        Einfluss von Ereignissen

                                 13    2       Zwei Kernbereiche der europäischen Wirtschaft stärken
                                 14    2.1     Den Binnenmarkt vollenden
                                 14    2.1.1   Öffnung der nationalen Märkte im geregelten Rahmen
                                 21    2.1.2   Die Wettbewerbspolitik im Dienste der Energie- und Verkehrspolitik
                                 23    2.1.3   Die Nutzungskosten besser einbeziehen: eine moderne Gebührenpolitik
                                 25    2.1.4   Die soziale Dimension des Binnenmarkts
                                 26    2.1.5   Das Regelwerk vollenden: die Nutzerrechte

                                 28 2.2 Die großen Netze entwickeln und organisieren
                                 29 2.2.1 Die transeuropäischen Netze in der erweiterten Union
                                 34 2.2.2 Luft- und Weltraum einbeziehen

                                 39    3       Drei Anforderungen: Betriebssicherheit, Schutz gegen Angriffe, Umweltschutz
                                 40    3.1     Sicherheit und Schutz des Verkehrs und der Energieversorgungssysteme
                                 40    3.1.1   Sicherheit und Schutz der Mobilität von Gütern und Personen
                                 45    3.1.2   Den Verkehr vor Angriffen schützen
                                 45    3.1.3   Die Zuverlässigkeit des Kernenergiebereichs sicherstellen

                                 49    3.2     Energie und Verkehr in der nachhaltigen Entwicklung verankern
                                 49    3.2.1   Unterbrechungen im Energieversorgungssystem vorbeugen
                                 51    3.2.2   Die Energienachfrage steuern
                                 52    3.2.3   Das Energieangebot diversifizieren
                                 54    3.2.4   Die Ungleichgewichte im Verkehrssystem beseitigen

                                 57    4       Das erweiterte Europa in der Welt voranbringen
                                 58    4.1     Eine erfolgreiche Erweiterung
                                 58    4.1.1   Der Weg zu einer Union der Fünfundzwanzig
                                 61    4.1.2   Erweiterung und darüber hinaus

                                 61 4.2 Ein auf internationaler Bühne stärker präsentes Europa
                                 61 4.2.1 Anbindung an die Welt
                                 66 4.2.2 Die Globalisierung besser in den Griff bekommen

                                 69 5          Schlussfolgerungen

                                 73            Anhänge

Veröffentlicht durch: Europäische Kommission, GD Energie und Verkehr, B-1049 Brüssel
http://europa.eu.int/comm/dgs/energy_transport/index_de.html
Bibliografische Daten befinden sich am Ende der Veröffentlichung.
Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 2004
ISBN 92-894-7456-4
© Europäische Gemeinschaften, 2004
Nachdruck mit Quellenangabe gestattet.
Manuskript abgeschlossen am 5. Juli 2004.
Fotos mit freundlicher Genehmigung von: ADP Service Image, CCI Carcassonne, ecologistasenaccion, Foro Nuclear CNASCO Tarragona,
GEIE-TMB, Gestor de infrastucturas ferroviarias, INE, Kombiverkehr 2003, Maritime and Coastguard Agency, P&O Princess Cruises, Port of Gdansk,
Port of Hamburg, SAPN Claud Abron, SNCF-CAV
Printed in Belgium
7   12   KO-59-04-629-DE-C
Europäische Kommission
Energie und Verkehr: Bilanz 2000-2004
Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften
2004 — 92 S. — 21 x 29,7 cm
ISBN 92-894-7456-4

                                                                                 92 93
Bi la n z 2 00 0 - 2 0 0 4

EINLEITUNG
E n e rgie und Ve rkehr sind ze nt rale Be reiche des              • sie sind für die Wettbewerbsfähigkeit der Wi rt s c h a ft
e u ropäischen Aufbauwe rk s.Die Verfasser der allerersten           von wesentlicher Bedeutung;
Gründungsve rträge der Eu ropäischen Ge m e i n s c h a ft         • sie tragen zum sozialen und territo rialen Zusammen-
hatten diese beiden Sektoren als we s e ntlich be u rteilt,          halt bei;
nicht nur für die wirt s c h a ftliche Entw i c klung der mitten
im Wi e d e raufbau nach dem Zwe i ten Weltkri e g                 • sie erfüllen be d e u tende gemeinwirtschaftliche
befindlichen Länder, s o n d e rn auch für die Herstellung           Aufträge mit dem Zi e l , allen Nu t ze rn und Ve r-
eines dauerh a ften Friedens zwischen den Völkern und                bra u c h e rn unabhängig von ihrem Au fe nthaltsort in
für ihre Annäherung. Für den Energiesektor schlug sich               der Union einen gleichwe rtigen Zugang zu qualitativ
diese Überzeugung in der Erri c htung von zwe i                      hochwertigen Dienstleistungen zu erschwinglichen
besonderen Ve rträgen nieder: den EGKS-Ve rt rag zur                 Preisen und unter angemessenen Bedingungen
Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle                     be reitzustellen;
und Stahl im Jahre 1951 und den Euratom-Ve rt rag zur              • sie sind von großen Infrastru k t u ren sowie qualitativ
Gründung der Eu ropäischen Atomgemeinschaft im                       hoc h we rtigen und miteinander verbundenen
J a h re 1957. Der Bereich des Ve rkehrswesens wird durch            Ne t zen abhängig und auf Investitionen angewiesen;
den Vert rag von Rom, der 1957 die Europäische
                                                                   • sie sind oft als Monopol organisiert und hinsichtlich
Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) begründete, n e ben der
                                                                     der Inte g ration der nationalen Märk te und der
Landwirtschaft und dem Außenhandel zu einer
                                                                     ordnungsrechtlichen Veränderungen mit ähnlichen
„gemeinschaftlichen Politik“ erhoben.
                                                                     Problemen konfrontiert;
Diese institutionelle An e rkennung der Schlüsselrolle,
                                                                   • beide beeinflussen nachhaltig die Qualität unserer
die dynamische europäische Energie- und Verke h r s-
                                                                     Um welt und unterliegen den gleichen Sicherheits-
po l i t i ken im umfassenden europäischen Einigungs-
                                                                     anforderungen;
prozess übernehmen sollten, genügte indes nicht, um
i h ren Au fschwung zu gewährleisten. Ebenso wenig das             • und schließlich weisen sie gemeinsam eine starke
Privileg, der Regel der Mehrheitsentscheidung unter-                 i nternationale Dimension auf.
wo rfen zu sein,von der diese beiden Po l i t i kbereiche von      Das derzeitige Handeln in den Bereichen Energie und
Beginn an profitierten und der substanzielle Fortschritte          Verkehr beru ht auf zwei wichtigen Do kumenten der
hätte ermöglichen müssen. Vielmehr wurde die                       Kommission: das im November 2000 veröffentlichte
„Gemeinschaftsmethode“ jahrelang ganz einfach                      Grünbuch „Hin zu einer europäischen Stra tegie für
ignoriert. Die Mi tgliedstaaten behielten nämlich die              Energieversorgungssicherheit“ [1] und das im September
Entw i c klung dieser Sektoren lange in eigener Hand,              2001 hera u s g e g e bene Weißbuch „Die europäische
wobei sie ein Verfahren, das an die zwischenstaatliche             Verke h r s politik bis 2010: We i c h e n s tellungen für die
Zusammenarbeit angelehnt war, aufrechterhielten. An                Zukunft“ [2].
einem symbo l t r ä c htigen Dat u m , das heißt am 31.
                                                                   Seit ihrer Gründung war die Ge n e ra l d i rektion Energie
Deze m ber 1992, als der europäische „Binnenmarkt“
                                                                   und Verkehr Urheberin von 190 Vorschlägen,von denen
Wi rkl i c h keit wurde, waren die Bereiche Ve rkehr und
                                                                   ungefähr 120 vom Europäischen Parlament und vom
E n e rgie mit wenigen Ausnahmen, insbesondere im
                                                                   Rat angenommen wurden. Mit all ihren Initiat i ven
Luftfahrtsektor, von der Inte g rat i o n s be wegung der
                                                                   ve rfo l g te die Ge n e ra l d i rektion drei große Ziele:
nationalen Märk te tatsächlich sehr weit ent fe rnt .
                                                                   (1) Stärkung von zwei wichtigen Bereichen der euro p ä-
Au fg rund der immer noch geringen Ergebnisse ihrer
                                                                   ischen Wi rt s c h a ft, (2) Reaktion auf das Be d ü rfnis nach
Bemühungen beschloss die Kommission im Jahr 1999,
                                                                   Si c h e rheit und Umweltschutz und (3) Voranbringen des
diesen beiden Po l i t i kbereichen einen neuen echten
                                                                   e rweite rten Eu ropa auf we l tweiter Ebene.
Impuls zu geben. Um ihre Entschlossenheit zu verdeut-
lichen, ü be rt rug sie die Verantwortung für die Bereiche         Die Ge n e ra l d i rektion hat bisher unter anderem
Ve rkehr und Energie einem einzigen Kommissar und                  folgende große Initiat i ven angestoßen:
die Verwaltung dieser beiden Politikbe reiche einer                • die Lancierung des Prog ramms GALILEO, das erste
einzigen Ge n e raldirektion der Kommission.                         Prog ra m m , das Europa Un a b h ä n g i g keit im Bereich
Ne ben einer allgemein verspäteten Verwirklichung der                der Satellitennav i g ation verschafft, mit einer fast
Ziele des „Binnenmarkts“ haben diese beiden Sektoren                 unerschöpflichen Fülle neuer An wendungen und
a ber auch weitere gemeinsame Grundmerkmale:                         Ab s at z m ä rk te ;

                                                                   [1] http://europa.eu.int/comm/energy_transport/de/lpi_lv_de1.html
                                                                   [2] http://europa.eu.int/comm/energy_transport/de/lb_de.html

                                                                                                                                 1
• die Schaffung des „einheitlichen Luftraums“, der die                 Re c ht s vo r s c h ri ften vom Eu ropäischen Parlament und
         Zersplitte rung des europäischen Lu ft raums beendet                 vom Rat noch nicht angenommen wurden: die
         und dadurch die Effizienz und Si c h e rheit des                     Richtlinie über die Ge b ü h ren der Benutzung der
         Lu ft ve rkehrs in der Union stärkt;                                 Straßeninfrastru k t u ren und ein Maßnahmenpaket im
       • die Ent f l e c htung des europäischen Eisenbahn-                    Kernenerg i e be re i c h , das auf die St ä rkung der
         markts, der durch die Schaffung eines grenzfreien                    Sicherheit,die nachhaltige Entsorgung der Abfälle und
         Raums dazu be i t ragen wird, dass dieser ste t i g                  die Ge w ä h rle istung insbe s o n d e re der finanziellen
         r ü c kläufige Verkehrsträger neuen Elan be kommt;                   Bedingungen abzielt, die für die künftige Stilllegung
                                                                              von Kra ftwe rken notwendig sind.
       • die Vollendung des Binnenmarkts für El e k t rizität und
         Erdgas, der allen Bürgerinnen und Bürg e rn sowie                    Im Laufe dieser vier Jahre wurden nur zwei große
         jedem europäischen Wi rtschaftsakteur freie Wahl                     Initiativen abgelehnt: der Vorschlag für die Zusammen-
         und neue Ga ra ntien für Si c h e rheit und Qualität in              legung der strategischen Ölreserven auf Ge m e i n-
         der Energ i eversorgung geben wird;                                  s c h a ft s e bene und das Re fo rmvo rh a ben für Hafen-
                                                                              dienstleistungen.
       • die Annahme neuer „ vo rrangiger Projekte“ für das
         Tra n s e u ropäische Ve rkehrsnetz (TEN-V);                         Ziel dieses Dokument ist es, auf Erfolge und Mi s s e rfolge
                                                                              zurückzublicken, aber auch den vor uns liegenden Weg
       • die Ei n f ü h rung einer Reihe besonderer Regelungen                aufzuzeigen.Es ist noch viel zu leisten,damit der Rat und
         für die Zügelung der Energ i e n a c h f rage und die                das Europäische Parlament alle Vorschläge annehmen,
         Förd e rung erneuerbarer Energien;                                   die ihnen unterbre i tet wurd e n , und damit diese
       • die Aufnahme von Ve rhandlungen mit den                              Vorschläge daraufhin umgesetzt und angewandt
         Vereinigten Staaten im Bereich des Luft ve rkehrs, die               werden.Viele der in den vergangenen vier Jahren unte r-
         der Industrie und den Nutze rn in Eu ropa neue                       suchten Ideen verdienen noch weitere An s t rengungen,
         Möglichkeiten auf einem der größten Lu ft ve rkehrs-                 Vorstellungskra ft und Ent s c h l o s s e n h e i t, um ihre
         märkte der Welt eröffnen dürften: dem transat l a n-                 politische Umsetzung zu erreichen. Bilanz zu ziehen,
         tischen Markt.                                                       heißt, sich Zeit für einen Rückblick zu nehmen, um sich
                                                                              besser auf die Zuku n ft vorzubereiten. Diese Bilanz soll
       Dieser Aufzählung können zwei wichtige Fo rt s c h ri t te
                                                                              daher auch eine Tür zur Zuku n ft aufstoßen.
       n och nicht angefügt werden, da die einschlägigen

Eine Generaldirektion im Dienste
der Politikbereiche Energie und Verkehr
In der Europäischen Kommission wird die               für Lu ftverkehrssicherheit und Sicherheit in    europäischenSa te l l i tennavigationssystems
Politik in den Bereichen En e rgie und                der Seeschifffahrt geschaffene Inspe k toren-    GALILEObe a u ft ragt sein wird.
Verkehr, für die seit 1999 Vizepräsidentin            gruppen. IhreDi e n s t s tellen sind auf zwei   Die GD TREN führt alle Au fg a ben aus, die
Loyola de Palacio ve ra n twortlich ist, von          S t a n d o rteverteilt, einen in Brüssel und    die Ve rträge der EuropäischenKo m m i s s i o n
der Genera l d i rektion En e rgie und                einen in Lu xemburg, wo das nukl e a re          zuweisen:
Verkehr (TREN) gestaltet.                             Expertenzentrum angesiedelt ist. De r
                                                      letztgenannte Se k tor be s teht aus den         • das Initiativrecht zur En tw i c klung des
Die Dienststelle entstand im Jahr 2000 aus                                                               gemeinschaftlichen Besitzstands und die
der Zusammenlegung der damaligen                      Dienststellen der GD TREN sowie einer
                                                      weite ren Einrichtung: der Euratom-                Durchführungsbefugnisse, um über
Ge n e raldirektionen für Energie und Verkehr.                                                           n o twendige Verl ä n g e rungen von
Im Jahr 2002 wurde sie durch die                      Versorgungsagentur, die der Kommission
                                                      unterstellt ist und eine regelmäßige und           Rechtsvorschriften zu entscheiden
Inte g ration der Di rektion „Euratom-                                                                   (Komitologie), die vom Europäischen
Si c h e r h e i t s ü be rwachung“ und vor kurze m   ausgeglichene Versorgung mit Erzen und
                                                      nuklearen Brennsto f fen gewährleistet. Im         Pa rlament und vom Rat angenommen
d u rch die für Strahlenschutz auf dem                                                                   wurden,
Gebiet der Kernenergie zuständigen                    Be reich Verkehr arbe i tet die GD TREN in
Dienststellenve r s t ä r k t. Die heutige GD         Abstimmung mit zwei, bald drei, Gemein-          • die Verwaltung von Programmen und
TREN ist eine kohärente und umfassende                schaftsagenturen: der Europäischen                 eines substanziellen Haushalts,
Organisation, die für alle Aspekte dieser             Agentur für Flugsicherheit, der Eu ro p ä-         einschließlich für Forschungsaktionen,
beiden Se k to ren zuständig ist. In finanzieller     ischen Agentur für die Sicherheit des
                                                                                                       • die Rolle als Hüte rin der Ve rträge und
Hinsicht ve rwa l tet diese Ge n e raldirektion       Se everkehrs und – seit ihrer Ei n richtung –
                                                                                                         Garantin für We t t bewerb und der
einen Haushalt,der 2004 Verpflichtungser-             der Eu ropäischen Eisenbahnagentur. In
                                                                                                         richtigen An wendung des Ge m e i n-
mächtigungen in einer Höhe von 1,25 Mrd.              Kürze wird die GD TREN über einen we i teren
                                                                                                         schaftsrechts,
Euro aufweist, was mehr als 8 % des                   Dienst nach Art einer ausführenden
                                                      Behörde verfügen, die mit der administra-        • die Handlungsfähigkeit auf inte r-
Haushalts der Kommission entspricht.
                                                      tiven Du rchführung des Programms                  nationaler Ebene.
Die GD TREN be s teht aus zehn Direktionen.           „Intelligente Energie – Eu ropa“ betraut sein    Eine quantitative Zusammenfassung aller
In ihrenDi e n s ten stehen eintausend                wird. Zu dieser Organisation kommt               Tätigkeiten der GD TREN befindet sich im
Beamte und Bedienstete, darunter 200                  schließlich ein Gemeinsames Unternehmen          Anhang 1.
Nu kl e a ri n s pektoren sowie zwei vor kurzem       hinzu, das mit der En tw i c klung des
1. Wirtschaftlicher Kontext,
Einfluss von Ereignissen und
   politische Orientierungen

                           2   3
S
                eit vier Jahren bilden die Be reiche Energie und          der Energie- und Ve rke h r s politik aus. Auf den letzte n
                Ve rkehr aufg rund ihrer wirtschaftlichen Bedeu-          s i e ben Tagungen dieses Gremiums wurden die tra n s-
                tung und ihrer sozialen und ökologischen Au s-            europäischen Infra s t ru k t u ren und Ne t ze siebzehn Ma l
        w i rkungen zwei tragende Elemente der „Lissabon-Stra-            erw ä h nt, wo bei zwei Mal explizit auf die transeuropäi-
        tegie“, die der Eu ropäische Rat auf seiner Tagung im             schen Verkehrsnetze hingewiesen wurd e. Außerdem
        März 2000 beschlossen hat . In der portugiesischen                bekräftigten die Staats- und Regierungschefs vier Ma l
        Hauptstadt legten die St a ats- und Regierungschefs den           i h re Entschlossenheit bei der Unterstützung des
        Grundstein eines Prozesses mit dem Zi e l , eine we t t be-       G A L I L E O - Programms. Des Weite ren fo rd e rten sie
        werbsfähige und innovat i ve europäische Wi rtschaft zu           m e h rmals eine St ä rkung der Energiepartnerschaft mit
        entwickeln, in der mehr Arbeitsplätze geschaffen und              Russland und wiederholt zahlreiche Verbesserungen
        die Umwelt besser geschützt wird. Zu den Schwe r-                 für die Si c h e rheit im See- und Luftverkehr sowie be i
        punktbereichen dieses „Prozesses“ von Lissabon gehö-              Energ i everbundnetzen und -versorgung.
        ren die Vollendung des Binnenmarkts für Ve rkehr und
        Energie, die Entwicklung ihrer Infrastrukturen, die Orga-
        nisation der Sicherheit dieser Se k to ren sowie die              1.1. Wirtschaftliche Lage und
        Gestaltung einer Politik, die der nachhaltigen Ent-               Ausblick[3]
        wicklung Rechnung trägt.
        Bisher kam dieser „Prozess“ in den Bereichen Energie              Die Bedeutung der Bereiche Energie und Verkehr für
        und Verkehr übrigens am stärksten zur Entfaltung und              die europäische Wirtschaft hervorzuheben, fällt nicht
        e rz i e l te eine echte He be l w i rku n g. Davon zeugen meh-   schwer. Im Bereich Energie ist darauf hinzuweisen,
        re re politische Entscheidungen der jüngsten Vergan-              dass im Jahr 2000 ungefähr 15 % des weltweiten Ener-
        genheit, die für Eu ropa bedeutende Au s w i rkungen              gieverbrauchs auf die Europäische Union entfielen.
        haben, wie die Schaffung des einheitlichen Lu ft raums,           Die EU ist nach den USA größter Energieimporteur
        die Vollendung des Binnenmarkts für Erdgas und El e k-            und zweitgrößter Energiekonsument der Welt und ihr
        t rizität oder die Lancierung des GALILEO-Programms.              Primärenergiebedarf erhöhte sich von 1999 bis 2000
        Für jede dieser großen Errungenschaften beschlossen               um ungefähr 10 %.
        die St a ats- und Regierungschefs selbst, die neuen Etap-         Der Bereich Verkehr trägt zu 10 % zum Bruttoinlands-
        pen nach einem genau fe s tg e l e g ten Zeitplan zu-             produkt (BIP) der Union bei. In den vergangenen
        rückzulegen.                                                      dreißig Jahren hat sich der Waren- und Personenver-
        In den ve rgangenen Jahren übte der Eu ropäische Rat              kehr mehr als verdoppelt, wobei in diesem Sektor
        ü b rigens eine wichtige Funktion als tre i bende Kra ft          10 Millionen Personen unmittelbar beschäftigt sind.

                                                                          [3] Die nachfolgend dargelegten Vorausschätzungen beruhen auf
                                                                              einem „business as usual“-Szenario, das heißt ohne
                                                                              Berücksichtigung der Auswirkungen der Gemeinschaftsaktion in
                                                                              den Bereichen Energie und Verkehr seit dem Jahr 2000.

Erdöl ist der wichtigste Energieträger der Union
   und deckte 2001 den Energiebedarf zu 38 %.
B il a nz 2 0 0 0- 2 0 0 4

                                                                    einen stetigen Rückgang,s owohl in relativen als auch in
                                                                    absoluten Zahlen.Während 1970 noch 20 % der Wa re n
                                                                    auf der Schiene be f ö rdert wurden, wa ren es 2001 nur
                                                                    8 %, und dieser Rückgang hat sich in den vergangenen
                                                                    Jahren unausweichlich fortgesetzt. Zwar ve rri n g e rte
                                                                    sich ihr Anteil auch im Personenve rkehr, nämlich von
                                                                    10 % (1970) auf 6 % (2001), a ber dieser Rückgang ve r-
                                                                    langsamte sich in den ve rgangenen zehn Jahren ganz
                                                                    e rheblich und 2000 und 2001 zeichnete sich eine
                                                                    l e i c hte Trendwende ab. Diese Entw i c klung liegt aller
                                                                    Wahrscheinlichkeit nach an dem neuen An g e bot an
                                                                    Hochgeschwindigkeitsbahnlinien, d e ren Anteil am
                                                                    gesamten Bahnpersonenve rkehr 22 % beträgt.
                                                                    Zwar stellt die Binnenschifffahrt heute nur 4 % des
Auf den Straßenverkehr entfallen 84 % der
                                                                    Frachtmarktanteils dar, aber sie konnte im ve rg a n-
verkehrsbedingten CO2-Emissionen.                                   genen Jahrze h nt jede deutliche Ve rringerung abwe n-
                                                                    den. Für den inte rm odalen Ausgleich birgt sie weite r-
                                                                    hin ein nicht unerhebliches Potenzial. Die Seeschiff-
                                                                    fahrt ko m mt auf 40 % des einze l s t a atlichen und
    1.1.1. Bestandsaufnahme                                         g e m e i n s c h a ftlichen Wa re nve rkehrs und stellt den
                                                                    größten Teil des Wa renhandels zwischen der Ge m e i n-
    Energie                                                         s c h a ft und den Drittländern dar. Im Personenve rke h r
    Erdöl ist die wicht i g s te Energiequelle der Union. Un g e-   ve rzeichnete die Lu ft f a h rt den stärksten Anstieg seit
    fähr 38 % unseres Energiebedarfs wurden 2001 durch              der Öffnung dieses Se k tors für den Wettbe werb in den
    Erdöl gedeckt. Den größten Anteil an diesem Bedarf              90er Jahren. Eine Tendenz, die sich kürzlich mit der Ent-
    hat der Ve rkehrssektor, g e folgt von der Industrie und        w i c klung der Bi l l i gfluggesellschaften verstärk te. Der
    den pri vaten Haushalten. Ein An zeichen für eine po s i-       Flugve rkehr, der 1970 weniger als 2 % der Ge s a mt-
    tive Entwicklung ist indes, dass die Erdölnachfrage in          fahrleistung in der Eu ropäischen Union ausmachte,
    den ve rgangenen Jahren um weniger als 1 % zulegte.             e rreichte 2001 einen Anteil von 6 %.
    Die Umstrukturi e rung der Volkswirtschaften der Mi t-          In den neuen Mitgliedstaaten der Union nimmt der
    gliedstaaten der Union in den 90er Jahren, die Verbes-          Ba h nve rkehr hingegen noch immer eine hera u s-
    s e rung der Energieeffizienz sowie die Erschließung            ragende Stellung ein, was auch für den Frachtve rke h r
    neuer Energiequellen gewährleisteten die De c ku n g            gilt. Die für ihre Volkswirtschaften vorhersehbaren Ve r-
    des steigenden Energiebedarfs wirt s c h a ftlicher Wa c h s-   änderungen, die sich durch eine Ve rringerung der mit
    tumssekto ren mit hohem Erdölverbrauch. Mit einem               der Schwe ri n d u s t rie verbundenen Aktivitäten, ein
    stetig größeren Ma rk t a nteil (gegenwärtig 23 %) ist Erd-     Wachstum des Dienstleistungssektors und einen Au s-
    gas die zweitwichtigste Energiequelle geworden. De r            bau des Straßennetzes auszeichnen, deuten jedoch auf
    für seine Umweltqualitäten geschätzte Energieträger             eine rasche Zunahme des Straßenve rkehrs hin. Im Hin-
    findet zunehmend in der Stro m e rzeugung Verwen-               blick auf die kürzliche Erweiterung der Union ist außer-
    dung. Im Ge s a mtenerg i everbrauch der Union folgen           dem festzuhalten,dass sich mit dem Be i t ritt Maltas und
    feste Brennsto f fe (18 %), deren Anteil zugunsten von          Zy pe rns die europäische Handelsflotte nahezu ve rd o p-
    Gas zurückg e ht, Kernenergie (15 %) mit einem relativ          pelt hat .
    stabilen Anteil und schließlich erneuerbare Energ i e-
    quellen (6 %), die im Hinblick auf den Ge s a mtenerg i e-
    be d a rf noch eine geringe Rolle spielen.                      1.1.2. Ausblick
                                                                    Energie
    Verkehr
                                                                    Die Prognosen gehen davon aus, dass sich das BIP in
    Seit 1970 nahm der Ve rkehr in der Eu ropäischen Union          der EU von 2000 bis 2030 verdoppelt. Diesen Be re c h-
    um mehr als das Doppelte zu: + 185 % im Wa re n-                nungen zufolge dürfte sich der Ge s a mtenergiebedarf
    ve rkehr und + 145 % im Personenve rke h r.                     in der auf 25 Länder erweiterten Union im gleichen Ze i-
    Mit 45 % Anteil beim Warenve rkehr und 87 % Anteil              traum lediglich um 19 % erhöhen. Eine ermutigende
    beim Personenverkehr dominiert die St raße heute                Perspektive,die auf einer besseren Energieeffizienz und
    weitgehend die anderen Ve rkehrsträger. Das Volumen             einer Verl a g e rung von Tätigkeiten in energiesparsa-
    des Eisenbahngüterve rkehrs ve rzeichnet dagegen                m e re Se k to ren be ru ht.

                                                                                                                         4   5
Welche Energiefo rmen wird die erweite rte Union 2030                e rzeugt, jedoch nur 3 % durch Windenergie, Biomasse
verbrauchen? Seit langem gibt es viele Warnungen,                    und Erdwärme.
nicht nur vor einer langf ristigen Erschöpfung der                   Die Erweite rung der Europäischen Union wird sich
weltweiten Mi n e ra l ö l re s e rven, s o n d e rnauch vor einem   n i c ht grundlegend auf die großen Te n d e n zen bis 2030
u n m i t telbar drohenden Rückgang der auf den Märkten              a u s w i rken. Der „Energiemix“ der neuen Mi tgliedstaaten
ve rf ü g b a ren Rohölressource n , der sich durch einen            ist nämlich ähnlich dem der Union der Fünfze h n ,
Preisdruck be m e rkbar machen könnte, insbesondere                  j e d och mit einem geringeren Anteil an Kernenergie
d u rch das Au ft re ten neuer, sehr großer Abnehmer, wie            und erneuerbaren Energien sowie einem höheren
China. Auch wenn der Erd ö l ve r b rauch abnehmen                   Anteil fe s ter Brennstoffe.
s o l l te, w i rd Erdöl auch in den nächsten 25 Jahren die
w i c ht i g s te Energiequelle (35 %) der Eu ro p ä i s c h e n     Der hohe Erdölverbrauch sowie das erwartete Wa c h s-
Union bleiben. Eine hera u s ragende Stellung nimmt                  tum der Erdgasnachfrage werden die Ab h ä n g i g keit der
auch Erdgas ein (32 %), das mit Erdöl fast gleichzieht .             Union von Einfuhren aus Drittländern weiter erhöhen.
Der zusätzliche Energiebedarf wird zu ungefähr 80 %                  Von derzeit 50 % dürfte der Grad der Abhängigkeit bis
d u rch Erdgas gedeckt we rd e n . Zwar ve rzeichnen                 2030 auf ungefähr 68 % steigen. Diese Projektionen
be s t i m mte Fo rmen ern e u e r b a rer Energien einen            be ruhen auf einem angenommenen allmählichen
außero rd e ntlichen Zu wachs in absoluten Zahlen                    Rückgang der Erzeugung heimischer Energieträger,
(ungefähr 75 % innerhalb von 30 Jahren), a ber ihr                   wie feste Brennstoffe, Erdölförd e rung in der No rdsee
Be i t rag zur Energieversorgung wird in relativen We rten           oder Kernenergie. Die Ab h ä n g i g keit von Erdölimporten
i n s g e s a mt gering bleibe n . Mit einem geschätzte n            k ö n nte sich von 75 % im Jahr 2000 auf 90 % im Jahr
Anteil an erneuerbaren Energien von 6 % (2000) bleibt                2030 erhöhen, die von Erdgasimporten könnte bis
die Union weit ent fernt von dem bis 2010 gesteckten                 2030 80 % erreichen, gegenüber 45 % im Jahr 2000.
Zi e l , einen Anteil am Energieverbrauch von 12 % zu                Ne ben der Frage der physischen Versorgung werden
e rreichen. Die „erneuerbaren“ Energien dürften je nach              die Energiepreise und vor allem die Erdölpreise eine
S ze n a rio 8 bis 10 % des Gesamt ve r b rauchs nicht               weite re ernst zu nehmende Problemquelle für die
überschreiten.                                                       Europäische Union darste l l e n . Davon zeugen die
Der Anteil der Kern e n e rgie dürfte bis zum Jahr 2015              E ntwicklungen des Ba rre l p reises für Rohöl, der,
re l ativ stabil bleibe n . Du rch die Entscheidungen                angezogen durch eine starke Na c h f rage aus Ch i n a
mancher St a aten, diese Energiequelle allmählich                    sowie durch den geopolitischen Kontext im Mi t t l e re n
aufzugeben, könnte sich ihr Ma rk t a nteil in der Union             Osten, im Mai 2004 die 40-Dollar-Grenze überschritt.
der Fünfzehn von 15 % auf ungefähr 10 % verringern.                  Au ß e rdem ziehen die Märk te immer mehr nicht
Bis 2030 dürfte dieser Ma rk t a nteil in der Union der              ko m m e rzielle Ak teure an, e twa Spekulanten, die die
Fünfundzwanzig 9 % nicht übe r s te i g e n . Ne be n                Pre i s vo l atilität we i ter ve r s c h ä rfe n . Prognosen zur
politischen Entscheidungen zur zukünftigen Entw i c k-               Entwicklung der Rohölpreise erwiesen sich stets als
lung dieser Energiequelle ist zu be a c hte n , dass in              s c h w i e ri g. Al l e rdings rechnen die Ma rk t teilnehmer
Eu ropa noch nie so viel St rom aus Kern e n e rgie erzeugt          n i c ht mehr mit einer Rückkehr zu einer Spanne von 20-
wurde:33 % des Stroms we rden zurzeit durch Kern kra ft              25 Dollar pro Ba rrel. In einem Richtlinienvorschlag vom

  Entwicklung des Gesamtverbrauchs an Energie nach Energiequelle,
  Energieintensität und Kohlenstoffintensität (EU-15)

Mio. t RÖE                                                                         Energie- und Kohlenstoffintensität 1990 = 100
                                                                                                Kohlenstoffintensität
                                                                                                Energieintensität
                                                                                                Erneuerbare Energiequellen
                                                                                                Kernenergie
                                                                                                Erdgas
                                                                                                Erdöl
                                                                                                Festbrennstoffe

             1990           2000          2010           2020           2030
Bi la n z 2 00 0 - 2 0 0 4
   Wachstumsprognose in Bezug auf BIP, Verkehr, Energieverbrauch und CO2-
   Ausstoß (EU-25)
                                                                        BIP
                                                                        Güterverkehr

                                                                        Personenverkehr

                                                                        Energieverbrauch
                                                                        Energiebezogener CO2-Ausstoß

     1990    1995   2000    2005   2010    2015    2020   2025   2030

Se p te m ber 2002 zur Erd ö l ve r s o rgung ve rt rat die   Das Zusammenspiel dieser Te n d e n zen sowie weitere
Kommission die Ansicht, dass ein Ölpreisanstieg von           Entwicklungen der europäischen Volkswirt s c h a ften
ungefähr 10 Dollar pro Ba rrel das Wi rtschaftswachstum       führen zu Phänomenen, die das derzeitige Ve rke h r s-
in der Union der Fünfzehn um einen halben Prozent-            system in Frage stellen. Mit dem Ei nt ritt in das Zeitalter
punkt drosseln könnte.                                        der Info rm ationsgesellschaft hat sich der Bedarf an Ve r-
                                                              kehrsmitteln jedoch keineswegs ve rringert. Ein Beispiel
                                                              belegt dies: 1970 legte jeder Bürger Europas durc h-
Verkehr                                                       schnittlich 17 Kilometer pro Tag zurück. He u te sind es
Da die Entw i c klung des Warenve rkehrs unmittelbar mit      35 Kilometer.
dem wirtschaftlichen Wachstum in Verbindung steht,            In diesem Zusammenhang haben Verkehrsstaus eine
w i rd die Eu ropäische Union keine andere Wahl haben,        be u n ruhigende Dimension angenommen. Schätzun-
als eine starke Na c h f rage nach Ve rkehrsdienstleistun-    gen zufolge ko s ten verstopfte Straßen die europäische
gen zu steuern.Die Erweiterung, a ber auch die engeren        Wi rt s c h a ftbe reits einen halben Prozentpunkt des jähr-
Handelsbeziehungen mit denNa c h b a rl ä n d e rn werden     lichen BIP. Die düstersten Prognosen lassen eine Ve r-
ü be rdies zu einer Intensivierung der Handelsströme          dopplung dieses Anteils bis 2010 be f ü rc hten; der jähr-
be i t ragen. In diesem Zusammenhang wird damit               liche Schaden wird mit 80 Mil l i a rden Eu ro beziffe rt .
gerechnet, dass sich das auf dem Landweg be f ö rderte        7 500 Straßenkilometer, das entspricht ungefähr 10 %
Warenvolumen in der Union der Fünfzehn bis 2020 um            des transeuropäischen Verkehrsnetzes der Fünfzehn,
70 % und in den 10 neuen Mitgliedstaaten um bis zu            werden jeden Tag zum Schauplatz von Ve rkehrsstaus.
95 % ve rg r ö ß e rndürfte.Das innerstaatliche Handelsvo-    Ganz zu schweigen von ungefähr 20 % Staus im Ba h n-
lumen wird ebenfalls erheblich zunehmen, a ber den            ve rkehr oder Verzögerungen im Lu ft ve rke h r. Die anhal-
mit Abstand größten Anteil an dieser Entwicklung wird         tenden und inzwischen sehr umfangreichen Ve rke h r-
der Handel zwischen den Mitgliedstaaten ve rzeichnen.         sengpässe auf den wichtigen innergemeinschaftlichen
Ein weniger starkes Wachstum wird für den Personen-           Verbindungswegen sind ein erhebliches Problem für
ve rkehr erwartet. Bereits seit einigen Jahren wird eine      das Ve rkehrssys tem in Europa.
Ab kopplung der BIP-Entwicklung vom Personenve r-             Ob am Rande von Ballungsgebieten, nat ü rlichen Hin-
kehr beobachtet. Der Kra ft f a h rzeugbestand wiederum       d e rnissen oder Gre n zen: Diese Verke h r s e n gp ä s s e
dürfte sich allmählich einpendeln. Für den Zeitraum           be h i n d e rn nachhaltig die Wirt s c h a ft s t ä t i g keit und
zwischen 2000 und 2020 etwa wird mit einem BIP-               beeinträchtigen das Le ben von Millionen von Ve rke h r s-
Wachstum von 60 % gerechnet, während der Perso-               teilnehmern. Zwar sind alle Ve rkehrsträger betroffen,
nenve rkehr um nur 28 % zulegen dürfte.                       a ber das zunehmende Ungleichgewicht zwischen den
                                                              Ve rkehrsträgern verursachte eine wesentlich stärkere
                                                              Ü be rlastung des Lu ft raums und der Straßen. Die man-
                                                              gelhafte Ausschöpfung der Möglichkeiten des Ei s e n-
                                                              bahn- und Se eve rkehrs auf ku rzen Entfe rnungen führ-
                                                              ten nämlich zu einer exponentiellen Entwicklung der
                                                              Luftfahrt und vor allem des St ra ß e nverkehrs. Trotz

                                                                                                                        6    7
explosionsartiger Zunahme des individuellen Pkw - Ve r-              Den Wissenschaftlern zufolge dürften Treibhausgas-
kehrs und einer nunmehr auf Just-in-time beruhenden                  emissionen in der Union der Fünfzehn bis 2010 das
Lieferorganisation, d u rch die „ rollende Lager“ auf der            Niveau von 1990 um ungefähr 4 % überschreiten und
St raße gebildet werden, entw i c ke l ten sich bisher ke i n e      bis 2030 um fast 19 %. Mit dem Ki o to-Pro to koll von
e c hten Al te rn at i ven zum Gütertransport per Lkw.               1997 versprach die Europäische Union, bis 2008-2012
Diese Entw i c klung ist außerdem mit dramatischen                   ihre Treibhausgasemissionen gegenüber dem Niveau
                                                                     von 1990 um 8 % zu ve rringern. Deshalb be d a rf es
menschlichen Ko s ten verbunden. Die Zunahme des
                                                                     unbedingt ehrgeiziger Maßnahmen, um diesen Trend
St ra ß e nve rkehrs sowie mangelnde Si c h e rh e i t s vo rke h-
                                                                     umzukehren.
rungen oder ihre unzureichende Einhaltung fo rd e rn
jedes Jahr Ze h ntausende To te und Millionen von Ve r-              Hinzu kommt, dass sich der sinkende Anteil der Kern-
letzten. Die Mobilisierung für mehr Si c h e rheit in man-           energie in erheblicher Weise auf den Umfang der CO2-
chen Mi tg l i e d s t a aten bringt jedoch einige erm u t i-        Emissionen auswirken könnte. Be reits jetzt gilt als
gende Ergebnisse hervor, wie jüngste Stat i s t i ken be l e-        sicher, dass ein größerer Anteil der erneuerbaren Ener-
gen. So sank die Zahl der Verke h r s to ten durch Un f ä l l e      gien an unserer Energ i eve r s o rgung diesen Wegfall
im Straßenverkehr in der Union der Fünfzehn von                      allein nicht ausgleichen können wird. Dagegen sollen
40 000 (Basisjahr 2001) auf 35 000. Diese Ergebnisse                 in den neuen Mitgliedstaaten die CO2-Emissionen von
lassen die Annahme zu, dass sich das Verhalten der                   1990 bis 2010 um 20 % sinke n . Diese günstige Entw ik-
Au to f a h rer verändert hat, was sich in den kommenden             klung, verbunden mit be d e u tenden industri e l l e n
Jahren hoffe ntlich bestätigen wird. In den neuen Mi t-              Umstrukturierungen, k ö n nte sich jedoch als ein vo r-
gliedstaaten, wo ähnliche An s t rengungen wie in der                ü be rgehendes Phänomen erweisen. Du rch das erwa r-
Union der Fünfzehn unbedingt rasch entw i c kelt we r-               tete starke Wi rtschaftswachstum wird nämlich das
den müssen, bleibt die Situation dagegen alarmierend.                Niveau der CO2-Emissionen schnell ansteigen und
                                                                     dürfte in der erweite rten Union bis 2030 gegenüber
                                                                     1990 um ungefähr 14 % zulegen.
Die Folgen dieser Entwicklungen für
das Klima
Eine Übe r s i c ht der negativen, be u n ruhigenden Folgen
                                                                     1.2. Die Grundlagen der
dieser Entwicklungen wäre nicht vollständig, würde                   europäischen Energie- und
man nicht erwähnen, dass der Ve rkehrssektor ein                     Verkehrspolitik
grundlegender Fa k tor der Pro b l e m atik der Kl i m a-
ve r ä n d e rung ist. Be reits 1998 war das Ve rkehrsauf-           In einem Grünbuch über Energie und einem Weißbuch
kommen zu 28 % vera ntwortlich für die Treibhaus-                    ü ber Ve rke h r [4] schuf die Kommission die Grundlagen
gasemissionen, wo bei sich dieser Anteil bis zum Jahr                für ihre Politik in diesen Be re i c h e n . Diese be i d e n
2010 gegenüber 1990 um 50 % erhöhen dürfte. Be i                     Grundsatzdokumente stellten ein ehrgeiziges Ak t i o n s-
dieser Verschmutzung spielt der Straßenverkehrssektor                prog ramm vor, das den Leitfaden der Initiativen bildete,
eine herausragende Ro l l e, da er Experten zufolge für              die von der Kommission im Laufe der letzten vier Jahre
84 % der ve rke h r s be d i n g ten Emissionen ve ra nt-            vorg e s tellt und umgesetzt wurden.
wortlich zeichnet.

                                                                     [4] Das Weißbuch „Die europäische Verkehrspolitik bis 2010:
                                                                         Weichenstellungen für die Zukunft“ ist auf dem Server Europa
                                                                         unter folgender Adresse verfügbar:
                                                                         http://europa.eu.int/comm/energy_transport/de/lb_de.html
                                                                         Das Grünbuch „Hin zu einer europäischen Strategie für
                                                                         Energieversorgungssicherheit“ ist auf dem Server Europa unter
                                                                         folgender Adresse verfügbar:
                                                                         http://europa.eu.int/comm/energy_transport/de/lpi_lv_de1.html

   Relative Entwicklung von Güter- und Personenverkehr bezogen auf das BIP
   (EU-15)

                                                                              Güter (tkm/BIP)

                                                                              Personen (Pkm/BIP)

    1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003
Bi la n z 2 00 0 - 2 0 0 4

                                                                ganz erheblichen Anteil am Energ i eve r b rauch in
                                                                Eu ropa haben. Die Förderung von Biokraftstoffen
                                                                zählt ebenfalls zu den Be reichen mit Handlungs-
                                                                be d a rf.
                                                              • Steuerung der Abhängigkeit vom Angebot
                                                                Im Grünbuch wird hervorgehoben, dass das Zi e l
                                                                einer höheren Ve r s o rg u n g s s i c h e rheit nicht dari n
                                                                liegt, die Energ i e a u tonomie der Union zu ve r-
                                                                größern, s o n d e rn darin, die Ri s i ken im Zusammen-
                                                                hang mit der Ab h ä n g i g keit zu mindern . Ne ben einer
                                                                deutlichen Anstrengung zur Förderung ern e u e r-
                                                                barer Energien und des Rückg ri f fs auf diese Energ i e-
                                                                träger erm ö g l i c hte das Grünbuch die Einleitung
                                                                einer nüchte rnen De b atte über Kernenergie. An g e-
                                                                s i c hts der Ri s i ken einer Versorgungsunterbrechung
                                                                w u rde außerdem vorgeschlagen, die Erdöl- und Erd-
                                                                g a s re s e rven zu „ ve rgemeinschaften“ und die Pro-
                                                                duktion von Primärenergieträgern in Eu ropa zu för-
                                                                dern. Weite rhin empfohlen wurde die Gestaltung
                                                                eines ständigen Di a l ogs mit den Förd e rl ä n d e rn ,
                                                                wo bei Russland in dem Bereich ein beispielhafter Fall
                                                                sein dürfte.
                                                              • Das gute Funktionieren des Energiebinnenmarkts
                                                                Das Grünbuch be kr ä ft i g te außerdem die Pri o ri t ä t,
                                                                die der Vollendung eines offenen und integrierten
                                                                Erdgas- und Elektrizitätsbinnenmarkts einzuräumen
                                                                ist. In dieser Hinsicht muss auch die notwendige Ei n-
                                                                f ü h rung eines gesunden Wettbewerbs zwischen
                                                                allen Akteuren, die Ge w ä h rleistung kl a rer und tra n s-
                                                                parenter Bedingungen für den Handel mit Elektri-
1.2.1. Das Grünbuch über Energie-                               zität und schließlich das Erfo rd e rnis einer größeren
versorgungssicherheit                                           Versorgungssicherheit zugunsten aller Verbraucher-
                                                                gruppen hinzugefügt werden. Di e s bezüglich wird in
Die Analyse des Grünbuchs führt zu drei wichtigen               dem Grünbuch die Bedeutung ko n kreter Regeln
Feststellungen:                                                 hervo rg e h o be n , mit denen die An fo rd e ru n g e n
• Die Ab h ä n g i g keit der Europäischen Union von der        öffentlicher Dienstleistungen erfüllt we rden können.
  exte rnen Versorgung mit Energieträgern wird stets            Fe rner wird darauf hingewiesen, dass der Energ i e-
  größer;                                                       binnenmarkt nur funktioniert, wenn die Union eine
                                                                bessere Nutzung der be s tehenden grenzübe r s c h re i-
• die Europäische Union verfügt über nur geringen
                                                                tenden Kapazitäten fördert und transeuropäische
  Spielraum zur Beeinflussung des Angebots an Ener-
                                                                Energienetze, insbesondere für Erdgas, entwickelt.
  gieträgern. Ihr bleibt eigentlich nur die Möglichkeit,
  auf dieNa c h f rage Einfluss zu nehmen;
• sollte die Eu ropäische Union auf ehrgeizige Maßnah-
  men verzichten, kann es ihr auf keinen Fall gelingen,
                                                              1.2.2. Das Weißbuch über Verkehr
  die He rausford e rungen des Kl i m awandels zu be w ä l-   Das Weißbuch geht von einer einfachen Feststellung
  tigen und ihre einschlägigen Verpflichtungen, wie           aus: Die Märkte sind zwar zum großen Teil geöffnet,
  das Ki o to-Übereinkommen, zuerf ü l l e n .                aber das europäische Verkehrssystem ist nach wie vor
Diese Bestandsaufnahme führt zur Definition von drei          mit erheblichen Problemen konfrontiert:
strategischen Ansätzen:                                       • unausgewogene Entwicklung der Anteile der
• Kontrolle des Wachstums der Nachfrage                         verschiedenen Verkehrsträger,

  Im Grünbuch wird eine kl a re St rategie auf der            • Überlastung der Hauptverkehrsstraßen und in den
  Grundlage der Zügelung der Na c h f rage unterbreitet.        Städten, aber auch im Luftraum,
  Zwei vo rrangige Be reiche wurden erm i t te l t : der      • erhebliche Au s w i rkungen des Verkehrs auf die
  Gebäude- und der Ve rkehrssektor, die allein einen            Umwelt und Gesundheit der Bürger.

                                                                                                                     8    9
Auf dieser Grundlage wurden im Weißbuch vier
wichtige Wege aufgezeigt:
• Schaffung eines ausgewogeneren Verhältnisses
  zwischen den Verkehrsträgern
  Die Wi e d e r belebung der Eisenbahn, die Förderung
  der See- und Binnenschifffahrt sowie die Entw i c k-
  lung der Inte rm odalität werden als Schlüssel für eine
  erfo l g reiche Politik zur Schaffung eines ausge-
  wog e n e ren Ve rhältnisses insbesondere im Güte r-
  ve rkehr dargestellt. Der Schwe rpunkt richtet sich
  außerdem auf die Verbesserung der Qualität des
  Straßengüterve rkehrs durch die Mod e rnisierung
  seiner Funktionsweise, unter Ac htung der Soz i a l-
  gesetzgebung. Im Lu ft ve rkehr wird auf die notwen-
  dige Ste u e rung des Wachstums dieses Verke h r s-
  trägers durch die Organisation des „europäischen
  Luft raums“ und eine Politik der Erweite rung der
  Flughafenkapazitäten hingewiesen.
• Die Verwirklichung des transeuropäischen
  Verkehrsnetzes
  Das Weißbuch empfiehlt die Erwe i te rung und
  Beschleunigung des Prog ramms transeuropäischer
  Ne t ze, mit be s o n d e rem Schwe rpunkt auf der
  Beseitigung von Engpässen und dem Au s b a u
  vo rrangiger Verkehrswege, um den durch die EU-
  Erwe i te rung vor allem in den Grenzregionen zu
  erwartenden Ve rkehrsstrom aufzufangen und die
  Zugänglichkeit von Regionen in Randlage zu
  verbessern.
                                                                   Wi rt s c h a ft s s e k to ren konfrontiert sind. Eine erfolgreiche
• Die Verkehrspolitik auf den Nutzer ausrichten                    Gemeinschaftspolitik in diesen beiden Se k to re n
  Eines der wichtigsten Themen des Weißbuchs ist die               gelingt nur durch zusätzliche Aktionen in zahlreichen
  Si c h e rheit im Straßenverke h r. Als Ziel bis 2010 wird       anderen Be reichen und insbesondere in den Be reichen
  eine zahlenmäßige Verri n g e rung der St ra ß e n-              Haushalt, Steuern, Industrie, Raumordnung, Soziales
  ve rkehrsopfer um 50 % vo rgeschlagen. Außerdem                  und Wettbewerb
  w i rd die No twe n d i g keit effizienter Nu t z u n g s-
  g e b ü h ren aufg eze i g t, um die derzeit von der
  Allgemeinheit getragenen Verke h r s ko s ten be s s e r
  zuordnen zu können.Schließlich wird empfohlen,die
                                                                   1.3. Einfluss von Ereignissen
  d e rzeit geltenden, be reits weit entwickelten Fl u g-
  gastrechte auf andere Ve rkehrsträger auszudehnen.               Das Te m po der europäischen Energie- und Ve rke h r s-
                                                                   politik wurde zwar weitgehend von den im Weißbuch
• Der Globalisierung des Verkehrs Herr werden                      ü ber Verkehr und im Grünbuch über Energ i e
  Damit die EU ihre Inte ressen besser wahrnehmen                  festgelegten Zielen geprägt,es wurde jedoch auch sehr
  kann, soll sie ihren Pl atz in inte rnationalen                  nachhaltig durch das aktuelle Geschehen auf
  Organisationen, die den Ve rkehrssektor regulieren,              i nte rn ationaler Ebene vor allem in den vergangenen
  stärke n . Deshalb wird in dem Weißbuch auch                     vier Jahren beeinflusst. Manche der im Grünbuch und
  g e fo rd e rt, der Lu ft f a h rt eine inte rn at i o n a l e   Weißbuch ermittelten No twendigkeiten, insbesondere
  Dimension zu geben und das Satellitennavigat i o n s-            im Be reich der allgemeinen Be t ri e b s s i c h e rheit vo n
  prog ramm GALILEO zu ve rw i rkl i c h e n .                     Einrichtungen, standen infolge gewisser dramatischer
Ungeachtet der zum Teil ehrgeizigen Ziele ist jedoch zu            Ereignisse dabei im Mittelpunkt. An d e re Anfo rd e-
bedenken, dass die Empfehlungen und Vorschläge des                 rungen, wie insbe s o n d e re an die Si c h e rheit vo r
Grünbuchs zur Energie und des Weißbuchs zum                        An g ri f fen, h a ben sich auf der politischen Tagesordnung
Verkehr nur einen Teil der Antworten auf die                       behauptet.
He rausford e rungen liefe rn , mit denen diese beiden
Bi la n z 2 00 0 - 2 0 0 4

Die Anschläge vom 11. September 2001 in den Verein-
i g ten St a aten wa ren diesbezüglich einer der wicht i g-
sten exte rnen Faktoren. Diese dra m atischen Ereignisse
erforderten eine rasche Reaktion auf das Sicherheitsbe-
dürfnis vor Anschlägen, a ber auch allgemeines Han-
deln, um die Ve rkehrswirtschaft, besonders im Lu ft-
fahrtsektor, und die Energiewirtschaft, der urplötzlich
Instabilität und Rezession drohten, zu stützen. Der Kon-
text dieser Unsicherheit und die Ve rlangsamung der                    Der Untergang der „Erika“ und der
Wi rtschaftstätigkeit aufg rund der militärischen Inte r-              „Prestige“ unterstrich die
vention im Irak nährten erneut die De b atte über die
Si c h e rheit der Erdölversorgung.
                                                                       Notwendigkeit von dringenden und
                                                                       deutlichen Verbesserungen der
Obwohl die Union auf dem Gebiet der Energ i eversor-
gung gegen solche Erschütte rungen durch die Schaf-
                                                                       Sicherheit im Seeverkehr.
fung eines Erdgas- und Elektrizitätsbinnenmarkts be s-
ser gewappnet ist, w u rde ihre Politik dennoch in Frage             Der Ze i t raum 2000-2004 war durch intensive Vo r be re i-
g e s tellt durch Ereignisse wie der „Bl a c kout“ in Ka l i fo r-   tungen auf den 1.Mai 2004 geprägt, dem Zeitpunkt des
nien oder in geri n g e rem Umfang St romausfälle in Lon-            EU-Be i t ritts von zehn neun Mi tgliedstaaten. Die Erwe i-
don und Ro m .                                                       te rung erfo rd e rte eine ko n krete Be we rtung und Org a-
Im Be reich Ve rkehr bestätigten die Seeschifffahrt s u n-           nisation dieser veränderten Dimension der Un i o n ,
fälle der Eri ka und der Prestige, die zu den bisher größ-           führte aber auch zu einer Veränderung mancher
ten Umweltd e s a s te rnder Union zählen, dass die Si c h e r-      Grundlinien der Energie- und Ve rkehrspolitik, beispiels-
heit im Se eve rkehr deutlich zu verbessern ist, um die              weise in Bezug auf den Investitionsbedarf in diesen
Wahrscheinlichkeit solcher Kat a s t rophen nachhaltig zu            neuen Mitgliedstaaten oder die Beziehungen, die von
ve rringern. Obwohl die Zivilluftfahrt ein im Vergleich zu           der Union zu ihren neuen „Nachbarländern“ herzu-
anderen Ve rkehrsträgern nach wie vor sehr sicheres                  stellen sind.
Verke h r s m i t tel ist, erinnerten mehrere dramatische
Unfälle an die stets notwendige Ve r be s s e rung der
Si c h e rheit der Ge r ä te und der Flugve rkehrskontrolle in
der Un i o n .                                                         Die Stromausfälle von London und
                                                                       Rom haben die Sicherheit der
                                                                       Energieversorgung in der Union in
                                                                       Frage gestellt.

                                                                                                                        10 11
2. Zwei Kernbereiche
    der europäischen
   Wirtschaft stärken

                  12 13
Im Personenverkehr zielt die erste

D
        ie Entflechtung der Energie- und Verkehrs-                Stufe des „dritten Eisenbahn-Pakets“
        märk te stellt einen wichtigen Be i t rag zur             auf die internationalen Verbindungen,
        Stärkung des europäischen Binnenmarkts dar.
Sie begünstigt nämlich einen Wettbewerb, der die
                                                                  und dies im Hinblick auf den Ausbau
verschiedenen Gemeinwohlverpflichtungen bewahrt,                  eines Hochgeschwindigkeitsnetzes
das Angebot diversifiziert, die Preise senkt, Innovation          bis 2010.
im Be reich der Dienstleistungen förd e rt und die
Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt.
                                                                2.1.1. Öffnung der nationalen Märkte
2.1. Den Binnenmarkt                                            im geregelten Rahmen
vollenden                                                       Innerhalb eines Jahrze h nts wurde das Ziel der
                                                                Schaffung eines Binnenmarkts für Energie und Ve rke h r
                                                                im Großen und Ga n zen erreicht. Noch vor wenigen
Die Ve rw i rklichung des Energie- und Verkehrsbinnen-
                                                                J a h ren bestanden der Ei s e n b a h n s e k tor und der
m a rkts kann die Wettbewerbsfähigkeit der euro p ä i-
                                                                El e k t rizitäts- und Erdgasmarkt aus nationalen Märkten,
schen Wi rt s c h a ft nur stärken. Anfang der 90er Jahre
                                                                die von großen Mo n o polen beherrscht wurden. Die
zahlte die europäische Industrie für ihren Strom noch
                                                                An s t rengungen, die unte rnommen wurden, um auf
40 % mehr als ihre Konku rrenz in den USA. Im Ve r-
                                                                dem Gebiet der Union leistungs- und wettbe we r b s-
kehrssektor war es nicht möglich, dass ein Lkw, der eine
                                                                fähige Verkehrs- und Energ i eve r s o rg u n g s d i e n s te
inte rn ationale Strecke zurückl e g te, Wa ren in einem
                                                                bereitzustellen, verl i e fen weit gehend im Sande, da es
anderen Land als seinem He rku n ftsland lud und be f ö r-
                                                                nach wie vor fünfzehn unabhängige nationale Sys teme
derte: Er musste leer zurückfahren. I n n e rhalb eines
                                                                gab, die abgeschottet und auf ein nationales Ne t z
J a h rze h nts ermöglichte die stufenweise Errichtung des
                                                                a bgestützt waren. Die Schaffung eines Binnenmarkts
Binnenmarkts die Beseitigung solcher Anomalien, was
                                                                ist zudem nicht nur eine Frage der Öffnung für den
sich für die Bürger und Unte rnehmen durch deutliche
                                                                Wettbewerb. Zu seiner Verw i rklichung gehören auch
Pre i s s e n kungen und eine höhere Qualität der Di e n s t-
                                                                gemeinsame No rmen und Politiken, um die Inter-
leistungen be m e rkbar macht.
                                                                ope rabilität der Ne t ze, den Zusammenschluss und
                                                                einen angemessenen Umfang an Kapazitäten und
                                                                Infrastrukturen zu gewährleisten. Nur um diesen Preis
                                                                können wirklich inte g ri e rte, reibungslos funktio-
                                                                nierende Märkte entstehen.
Bi la n z 2 00 0 - 2 0 0 4

      Ein Schlüssel für mehr Sicherheit in der                                 Bis zu dieser Öffnung der Märkte gewährleiste te jedes
      Energieversorgung                                                        Land in der Regel die Erzeugung und Be f ö rd e rung von
                                                                               El e k t rizität und Erdgas durch ein einziges Unte r-
      Du rch die Öffnung der El e k t rizitäts- und Erdgasmärkte               nehmen in einer Mo n o po l s tellung. Wenn der Energ i e-
      h at sich die Eu ropäische Union einen rechtlichen                       transport ein so genanntes „natürliches“ Mo n o pol ist –
      Rahmen zugelegt, der den Verbrauchern wie der                            weder mate riell noch wirtschaftlich ist eine Au fteilung
      Industrie die Vo rteile des Wettbewerbs bietet: eine freie               der El e k t rizitäts- oder Erdgasinfrastru k t u ren denkbar –,
      Au s wahl des Anbieters sowie die größere Effizienz und                  so gilt dies nicht für die Erzeugung und den Verka u f, be i
      Si c h e rheit in der Versorgung. Gleichzeitig werden die                denen die Öffnung für den Wettbe werb möglich und
      Re c hte der Verbraucher und die Um weltvorschriften                     z we c kmäßig ist. Um dieses Ziel zu erreichen, war eine
      besser gewahrt. Eingeleitet wurde dieser Prozess Mi t te                 Trennung der Funktionen des Energietransports von
      der 90er Jahre mit den ersten Ri c htlinien zur Öffnung                  denen der Produktion und des Ve rka u fs unumgänglich.
      der Erdgas- und Elektrizitätsmärkte, die das Ende der                    Ein Ne t z be t re i ber in einem großen multifunktionellen
      Ausschließlichkeitsre c hte und der Mo n o pole bedeu-                   Unte rnehmen wird sich in der Tat von der Gewinn-
      teten und den Zugang neuer Ma rk t teilnehmer sowie                      maximierung seiner Muttergesellschaft und nicht von
      die Wahlfreiheit der Verbraucher ermöglichten.                           der Optimierung der Funktionsweise des von ihm
                                                                               be t ri e benen Ne t zes leiten lassen. Ohne diese Trennung
                                                                               k ö n nte dieser Ne t z be t re i ber dem durchaus natürlichen
                                                                               Re f l ex unterliegen, die Be reiche „Produktion“ und „Lie-
                                                                               fe rung“ des gleichen Unte rnehmens zu begünstigen.
                                                                               Deshalb war es notwe n d i g, von den anderen
                                                                               Geschäftszweigen des Se k tors unabhängige Ne t z be-
                                                                               t re i ber zu gründen. Dies war Gegenstand der ersten
                                                                               Richtlinien zur Öffnung der Erdgas- und Elektrizitäts-
Der Binnenmarkt: eine                                                          märkte.

neue Regulierung auf
europäischer Ebeene
Die Öffnung der Märkte für den Wettbewe r b            Die Schaffung des Binnenmarkts für Energie            Wirt s c h a ft. Die Bürger der Europäischen
be d e u tet keinesfalls, dass sich die                und Verkehr führte auch zur En t s tehung der         Union erwa rten zu Recht die Gew ä h rleistung
ö f fentlichen Be h ö rden zurückziehen. Nichts        von Unternehmen und Regierungen                       und den Zugang zu qualitativ hochwertigen
w ä re unzutreffender, als die Schaffung des           unabhängigen nationalen Regulierungs-                 Dienstleistungen zu erschwinglichen Preisen.
Binnenmarkts auf eine reine Libe ralisierung           behörden. Diese Ei n richtungen sind                  Für die Unternehmen ist die Verfügbarkeit
zu reduzieren. Dieser Prozess wird in der Tat          unverzichtbar, um eine ununte r b rochene             der Dienstleistungen von allgemeinem
d u rch die Aufhebung von einzelstaatlichen            Überwachung der Entwicklungen des                     Interesse eine unverzichtbare Voraussetzung
Rechtsvorschriften be g l e i te t,auf denen die       Marktes und dessen reibungsloses                      für ein we t t bewerbsfreundliches Umfeld. Die
g roßen Monopole in den Be reichen Energie             Funktionieren zu gewährleisten. In dieser             Union und dieMi tg l i e d s t a a ten sind im
und Verkehr beruhten, j e d och zu dem Zwe c k ,       neuen Umgebung, in der die starren                    Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten für
einer Regulierung auf europäischer Ebene               Monopolstrukturen geloc kert, wenn nicht              ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen
Platz zu machen.                                       sogar aufg e h o ben werden, müssen die               den Marktmechanismen und den Gemein-
Das Vo rgehen bestand darin, d u rch eine              Mitgliedstaaten und die Union in der Tat auf          wo h lverpflichtungen verantwortlich.
Reihe von Verpflichtungen für alle                     a n d e re Weise eine Regulierung gew ä h r-
Mitgliedstaaten der Union dieser neuen                 leisten, Institutionen und Werkzeuge                  [5] Mit ihrem am 12. Mai 2004 veröffentlichten
                                                       ermitteln und einsetze n ,die den neuen                   Weißbuch zu Dienstleistungen von allgemeinem
Dimension der Märkte einen europäischen                                                                          Interesse (siehe http://europa.eu.int/comm/
Rechtsrahmen zu gebe n . Da bei galt es,               w i rt s c h a ftlichen Spielregeln gerecht werden.
                                                       Diese En tw i c klung ist übrigens in allen               secretariat_general/services_general_interest/
Mindestnormen im Sozial- und Umwe l t-                                                                           docs/com2004_374_de.pdf) hat die Kommission
be reich aufzustellen, qualitativ hoc h wertige        Netzindustrien vorzufinden, die für den
                                                                                                                 vor kurzem die Schlussfolgerungen aus einer
Dienstleistungen für alle und zugänglich für           We t t bewerb freigegeben wurden: Energie                 umfassenden öffentlichen Konsultation und
alle zu gewährleisten und die Entwicklung              und Verkehr, a ber auch Post und Telekom-                 einer Überlegung über die effiziente Gewähr-
der Infrastrukturen insbe s o n d e redurch eine       munikation. Unternehmen, die sich zuvor in                leistung dieser Dienstleistungen im Binnenmarkt
Politik der Tari f i e rung zu fördern. Ein            einer Monopo l s t ruktur befanden, müssen                nach einer Reihe von allgemeinen Grundsätzen,
rechtlicher Rahmen, der durch eine strikte             sich jetzt auf die neuen Bedingungen in                   die in den Gemeinschaftspolitiken integriert
und effiziente Wettbewe r b s politik be g l e i tet   Europa einstellen.                                        sind, gezogen. Die Bereiche Verkehr und Energie
                                                                                                                 sind zwei grundlegende Sektoren in dieser
w i rd. Alle Unternehmen müssen sich dabei             Die Erfüllung vonGe m e i n wo h lve r-                   Analyse, da die auf Gemeinschaftsebene
den gleichen Spielregeln unte rwerfen und              pflichtungen hat in diesem neuen Ra h m e n               festgelegten sektoralen Vorschriften ein weit
den einstigen Monopolen soll es nicht mehr             einen ganz be s o n d e ren Stellenwert [5].              entwickeltes Kapitel umfassen, das die
möglich sein, neuen Anbietern den Zugang               Dienstleistungen von allgemeinem Inte resse               Erbringung von Dienstleistungen von
zu ihrem „ Revier“ zu behindern oder zu                sind in der Tat wesentlich für den sozialen               allgemeinem wirtschaftlichem Intresse für alle
sperren.                                               und te r ri to rialen Zusammenhalt und die                Bürger im Rahmen des Binnenmarkts regelt.
                                                       We t t bewerbsfähigkeit der europäischen
                                                                                                                                          14 15
Diese erste Et a p pe re i c hte jedoch nicht aus. Sie ließ zu         Die gegenseitige Ab h ä n g i g keit der Mi tgliedstaaten im
      viel Spielraum in Bezug auf das Tempo und den Grad                     Energiebereich wird mit zunehmender So rge beobach-
      der Öffnung für den Wettbewerb. Au ß e rdem gewähr-                    tet. Jede energ i e politische Entscheidung eines Mi t-
      leistete sie keine ausreichende Unabhängigkeit der                     gliedstaats, a ber auch jeder Vo rfall hat unausweichlich
      Netzbetreiber, wod u rch der We t t be werb behindert                  Folgen für das Funktionieren des Ma rk tes in den ande-
      wurde.                                                                 ren St a aten. Die Unterbrechungen in der Stromve r s o r-
      Die Kommission hielt es daher für unverzichtbar, neue                  gung von 2003, von denen mehrere Länder Europas
      Schritte einzuleiten. Deshalb schlug sie neue Richt-                   betroffen waren, h a ben gezeigt, wie sehr der Bi n n e n-
      linien vor, die die freie Au s wahl des Erdgas- oder El e k t ri-      markt den neuen Wettbewerbsbedingungen, der geo-
      z i t ä t s l i e fe ra nten für alle Verbraucher, Unternehmen         g rafischen Dimension der Union und der Intensivie-
      und Haushalte vorsehen. Seit 1. Juli 2004 können alle                  rung des Energiehandels zwischen den Ländern ange-
      gewerblichen Kunden ihren Anbieter frei wählen. Für                    passt we rden muss. Der Ausbau der bisher noch lük-
      die Haushalte wird dies 2007 der Fall sein. Diese Richt-               ke n h a ften Verbundnetze ist deshalb unbedingt erfo r-
      linien stärken gleichzeitig die Un a b h ä n g i g keit der            derlich. Gemeinsame Vo r s c h ri ften für den grenzübe r-
      Netzbetreibung, indem sie die Gründung rechtlich                       schreitenden Handel wurden bereits für Elektrizität
      g e t re n nter Unte rnehmen für Transportmanagement                   g e s c h a f fen und ähnliche Regelungen wurden im
      (2004) und Distributionsmanagement (2007) sow i e                      Deze m ber 2003 für den grenzüberschreitenden Han-
      Auflagen zur Ga ra ntie ihrer funktionellen Trennung                   del mit Erdgas vo rgeschlagen. Diese neuen Vo r s c h ri f-
      vorsehen.                                                              ten, die im Juni 2004 Gegenstand einer politischen Ei n i-
                                                                             gung des Rates wa re n , we rden die Inve s t i t i o n e n
                                                                             begünstigen,die zur Re a l i s i e rung dieser Infrastrukturen
                                                                             notwendig sind.
                                                                             In diesem Zusammenhang ist sich vor Augen zu halten,
                                                                             dass die Re c ht s vo r s c h ri ften der Gemeinschaft zur Öff-
                                                                             nung der Märk te den Wettbewerb nicht vorschreiben,
                                                                             s o n d e rn sich darauf beschränken, ihn zu ermöglichen.
                                                                             In vielen neuen Ländern befinden sich die Erdgas- und
                                                                             Elektrizitätsanbieter jedoch nach wie vor zum großen
                                                                             Teil im Besitz der histo rischen Betreiber.
Die Öffung des
Elektrizitätsmarkts und
die Preisentwicklung
Dank der Marktöffnung konnte ungeachte t            h e r s e h b a reEntwicklung der Elektrizitäts-     für neu hinzukommende Marktrisiken
einer hohen Preisvolatilität und einer langf ri-    p reise haben jedoch auch Ursachen stru k t u-       höhereEffizienzgewinne zu erwarten. Die
stig ganz erheblichen Unsicherheit seit 1995        reller Art. Da bei handelt es sich in erster Linie   operationellen Effizienz- und Produktivitäts-
insgesamt ein Rückgang der Preise für indu-         um den Be d a rf an Investitionen in neue Pro-       g ewinne fanden be reits in deutlichen Preis-
s t rielle und ko m m e rzielle Großabnehmer        duktionskapazitäten.Schätzungen gehen                absenkungen in den Ja h ren unmitte l b a r
festgestellt we rden. Sicherlich sind die Preise    nämlich davon aus, dass die derzeitigen              nach der Marktöffnung ihren Niederschlag.
seit 2002 wieder gestiegen. Auf dem Spo t-          Preise für dieses Energieprodukt eine Politik        Da r ü ber hinaus werden es jedoch die langf ri-
markt (EEX) in Deutschland erhöhten sich die        der Investitionen in neue Kraftwe r ke nicht         stigen Effizienzverbe s s e rungen bei der Ve rtei-
d u rchschnittlichenBa s i s p reise von 22 Eu ro   begünstigen. U n ter Berücksichtigung dieser         lung der Ressourcen, den Investitionen sowie
p ro Megawattstunde (MWh) 2002 auf                  I nvestitionen liegen die Elektrizitätspreise für    den Vo rteilen bei der Innovation sein, die sich
30 Euro pro MWh 2003 (+ 30 %). Diese Ten-           Großabnehmer in Eu ropa derzeit unterhalb            vo rte i l h a ftauf die Elektrizitätspreise auswir-
denz dürfte anhalten und sich sogar                 der Rentabilitätsgrenze.                             ken. Da bei ist jedochzube r ü c k s i c h t i g e n , dass
beschleunigen, besonders bis zum Jahr 2010,                                                              die Auswirkungen der Marktöffnung nicht
                                                     Die Ko s ten für dieDu rc h f ü h rung der Maß-
mit der Aussicht auf einen höheren Inve s t i-                                                           unmittelbar feststellbar sind. Nach wie vor
                                                     nahmen in Verbindung mit den Verpflichtun-
tionsbedarf. Die Elektrizitätspreise sind zwar                                                           sind die Märkte unter wenigen großen
                                                     gen von Ki o to, die Politik zur Förderung
gestiegen, a ber sie bleiben unter ihrem rea-                                                            Anbietern aufgete i l t,die mit großen Strom-
                                                     erneuerbarer Energien und der vo raussicht-
len Niveau von 1995.                                                                                     abnehmern aus einer Position der Stärke her-
                                                     liche Preisanstieg von Erdgas, das zuneh-
                                                                                                         aus verhandeln.Die Auswirkungen des
Dieser abru p te Anstieg der Elektrizitätspreise mend für die Stro m e rzeugung eingesetzt
                                                                                                         neuenGemeinschaftsrechts,besonders der
ist teilweise durch be s t i m m tebefristete Ereig- w i rd, tragen ebenfalls zu dieser Preis-
                                                                                                         Verordnung zur Förd e rung des grenzübe r-
nisse zu erkl ä ren, insbesondere durch die          e n tw i c klung bei. Schätzungen zufolge dürf-
                                                                                                         schreitenden Elektrizitätshandels, we rden
meteorologischen Verhältnisse imZe i t raum          ten diese Fakto ren einen we i terenAn s t i e g
                                                                                                         dazu be i t ragen, dass diese Konzentration
2002-2003 (strenger Winter, g e folgt von            um ungefähr 5-10 Euro pro MW/h bewirken.
                                                                                                         ve r ri n g e rt wird. Ein be s s e rer Verbund wird
ext remer Sommerhitze) sowie durch die Ve r-
                                                     Die Öffnung der Märkte kommt nicht zuletzt          e benfalls für eine Preisabsenkung in man-
te u e rung um 50 % der in He i z kraftwe r ken
                                                     den europäischen Verbrauchern zugute.               chen Regionen Eu ropas sorgen.
verwendeten Impo rt kohle. Diese Preiserhö-
                                                     La n gf ristig sind im Ve rgleich zu den Kosten
hungen sowie die mittel- und langf ristig vo r-
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