ERNST BARLACH Wedel 1870 - 1938 Rostock - August Laube
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Grafik Stuttgart 2020
ERNST BARLACH
Wedel 1870 – 1938 Rostock
1 l Barmherziger Samariter. 1919. Signiert u. mit «2» nummeriert.
Slg.: Friedrich Schult. Rückseitig von der Hand Friedrich Schult mit «Ei-
genhändiger Abzug Nr. 2, Geschenk des Künstlers an Friedrich Schult»
beschriftet. Holzschnitt auf bräunlichem Bütten. 17,4:12,3 cm.
Schult 163. [38197]. € 2000.–
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
LOUIS-MARIN BONNET
1736 Paris 1793
2 l Tête de femme, nach Boucher. FBoucher, delin. A Paris, chez
Bonnet, rue St. Jacques. No. 144. Kupfer und Radierung in Kreide-
manier, gedruckt in 3 Farben, rot blau und schwarz.
Herold, 111, no. 144.
Bonnet wurde in eine Künstlerfamilie hineingeboren und wurde unter
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anderem von seinem Schwager Louis LeGrand (1723–1808) aus-
gebildet. Durch Le Grand wurde Bonnet 1756 Schüler von Jean-
Charles François, der im vergangenen Jahr den Wachsmaltechnik
entwickelte. Diese Technik erlaubte es dem Künstler, den Effekt der
Wachsmalstiftzeichnung zu reproduzieren. Gegen Ende des Jahres
1757 setzte Bonnet diese Technik zum ersten Mal ein zum Drucken
auf blauem Papier und zur Verwendung von weissen Platten, was
die Wirkung einer Buntstiftmanier erheblich erhöhte. [365007].
€ 3200.–
1Grafik Stuttgart 2020
FÉLIX BUHOT
1847 Balognes – 1898 Paris
3 l Une Jetée en Angleterre. 1879. Roter Künstlerstempel (Lugt
977). Radierung , Kaltnadel und Roulette auf Büttenpapier. 37.5:24.5
cm .
Bourcard 132 III; Jay McKean fisher & Collies Baxter nr. 62b. Unten
links Notizen, u. a. Cat. Exp Nr. 142.
Bei «Une Jetée» spiegelt Buhot die Komposition seitenverkehrt zu
seinem Blatt «un débarquement en Angleterre» aus demselben
Jahr. Buhot überarbeitet die Platte mehrfach und verändert das Bild
schrittweise durch die Verwendung verschiedener Radiertechniken.
Bei der folgenden Überarbeitung verwendete er Aquatinta, Rou-
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lettes und weiterhin Kaltnadel mit nochmaliger Überarbeitung des
Himmels. Buhot druckte jeweils von jedem Zustand eine Anzahl Ex-
emplare, als er sich bis zum definitiven Zustand vorarbeitet. [44103].
€ 3600.–
FÉLIX BUHOT
1847 Balognes – 1898 Paris
4 l L›hiver de 1879 à Paris. Paris 1879. Radierung, Aquatinta,
Weichgrundrad. und Kaltnadel auf Büttenpapier. 29 :43 cm.
Bourcard 128. IV. (of IX).
Provenienz: Marcel Bergeon.
Diese Darstellung gehört zu den wohl meist gesammelten Blättern
von Felix Bühot. «Winter in Paris», hier im ersten veröffentlichten Zu-
stand, also der IV Zustand von 9 Zuständen, mit dem Titel «l’Art»,
welcher in dem Schneehaufen unter der Lampe erscheint und der
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Adresse von Salmon unter der Darstellung, jedoch vor den Überar-
beitungen auf den Hunden und vor den Aufhellungen der Aquatinta.
Während die Protagonisten in der zentralen Darstellung vom
Schnee und der eisigen Kälte nur mässig in Ihrer Tätigkeit beein-
flusst sind, so sieht es in der Randdarstellung völlig anders aus. Hier
leiden Mensch und Tier unter den Strapazen des harten Winters.
Ein markantes und sehr attraktives Merkmal von Buhots Graphik
sind die Randskizzen welche das zentrale Darstellung umgeben.
Buhot nannte diese «Marges Episodiques» und«Marges Symphoni-
ques». Die ersteren beziehen sich thematisch auf das Hauptbild, die
letzteren dienen rein als dekorative Verzierung. [44111].
€ 3000.–
2Grafik Stuttgart 2020
GIUSEPPE ANTONIO CACCIOLI after
1672 – 1740
5 l Tod von Maria Magdalena nach Carlo Cignani (1628–1719).
Radierung. Rund 11,4 cm. (auf 2 mm an die Darstellung beschnit-
ten). Ohne den Namenszug von Carlo Cignani im unteren rechten
weissen Rand.
Nagler Mongr. II p. 538.
Die sterbende Maria Magdalena wird von Engeln gelobt. Ein Engel
stützt den Körper von Maria Magdalena. Brauner Fleck in der Mitte
der Darstellung. [357016].
€ 1100.–
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JACQUES CALLOT
1592 Nancy 1635
6 l Marienleben. «Vita et Hostoria Beatae Mariae Viginis Matris
dei… Cum Privilegio Regis parisijs». 15 etchings in or after 1630. Mit
dem zusätzlichen Blatt der ersten Version der Verkündigung.
Lieur 1357–1370+1371. [357007].
€ 1900.–
JACQUES CALLOT
1592 Nancy 1635
7 l La petite Passion. 1624. Folge von 12 Radierungen.
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C. 7,5:5,8 cm.
Lieure 537–548 I (v. II). Nancy Kat. Nr. 571586.
Die feine, reizvolle Folge in schönen Abzügen des ersten Zustandes
vor den Nummern (ausser L.542 II/III ohne die Figur links und vor der
Nummer). Alle Blätter auf der Plattenkante beschnitten oder etwas
innerhalb beschnitten. Alle Blätter aufgezogen.
Le Lavement des pieds L. 537 I
La Chène. L. 538 I
Jésus au jardin des oliviers. L. 539 I
Jésus est livré aux Juifs. L. 540 I
La Condamnation à mort. L. 541 I
Jésus est battu de verges. L. 542 II
Jésus comaraît devant Caïphe. L 543 I
La couronnement d’épines. L. 544 I
La présentation au peuple. L. 545 I
Le portement de croix. L. 546 I
Le crucifiement. L. 547 I
Jésus est percé d’une lance. L. 548 I. [357006].
€ 1400.–
3Grafik Stuttgart 2020
CHARLES NICOLAS COCHIN
1715 Paris 1790
8 l Die Versuchung des Heiligen Antonius. 1703. Nicol. Cochin
fecit. Se vend chez Drevet demeurant rue St. Iacques à l’Annoncia-
tion. Avec Privilege du Roy. Radierung. 24:32 cm.
Sehr schöner Druck mit breiten Rändern. [357008].
€ 1100.–
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LUCAS CRANACH
Kronach 1472 – 1553 Weimar
9 l Der Heilige Georg zu Pferde im Kampf mit dem Drachen. C.
1512. Wz.: Fragment eines gotischen P. Holzschnitt. 16,1:12,8 cm.
B. 64. Hollst. 82. Köplin/Falk, Lucas Cranach, Basel 1974 Bd I, Nr.
417. Cranach Katalog, Kronach 1994, Nr. 144.
Prov.: Sechs-zackiger Stern mit A (Lugt 53). Bleistiftnotiz: «fine, from
the Allen Collection“.
Der Heilige, der auf seinem sich aufbäumenden Pferd sitzt, ist daran
den Drachen zu töten, der bereits auf dem Rücken liegt. Im Hinter-
grund sind die gerettete Prinzessin und eine dunkle Höhle, das Ver-
steck des Drachens, zu sehen. Vorne links liegt das Skelett eines
Pferdes und seines Reiters, eine dramatische Darstellung eines un-
glückseligen Vorgängers des Heiligen. Sehr feiner, früher Druck vor
den Defekten im Holzstock. [42152].
€ 32'400.–
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ISIDOR DEROY
1797 Paris 1886
10 l Cathédrale de Constance. Dessiné d›après nature et lith
par Deroy. Imrimé par Lemercier, à Paris. 1830. Lithographie.
28:22,5 cm. [351223].
€ 100.–
4Grafik Stuttgart 2020
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
11 l Christus auf dem Ölberg. 1515. Wasserzeichen: Ochsenkopf.
Eisenradierung. 22,7:16 cm.
Bartsch 19. Meder 19a/b.
Slg.: H.A. Cornill-d‘Orville 1790–1875 (L. 529), Direktor von Städel in
Frankfurt. J.A. Boerner 1785–1862 (L. 269).
Nachdem Dürer noch vor 1500 die beiden druckgraphischen Tech-
niken Holzschnitt und Kupferstich vervollkommnet und zu einsamer
Höhe geführt hatte, befasste er sich für kurze Zeit mit der Eisen-
ätzung, einer Technik, die, ursprünglich von Harnischmachern und
Klingenschmieden ausgeübt, nach 1510 in Augsburg für die künst-
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lerische Druckgraphik nutzbar gemacht wurde. In der Wirkung äh-
nelt die Eisenradierung mehr der Handzeichnung als dem technisch
verwandten Tiefdruck Kupferstich. Verlangte der Grabstichel grosse
Disziplin und Kontrolle in der Führung, erlaubte der Radiergriffel eine
weit freiere und spontanere Bearbeitung der Platte. Im «Christus am
Ölberg» vermitteln die Linien voll Energie und der dramatisch wir-
kende Kontrast von Licht und Schatten eher den Eindruck einer
rasch hingeworfenen Federzeichnung als den eines feinen Kupfer-
stichs. Gleichzeitig erinnern die vergleichsweise breiteren und grobe-
ren Linien unvermittelt an das überschwengliche Pathos der grossen
Holzschnitt-Passion. [800006].
Preis auf Anfrage
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
12 l Die Beschneidung Christi. C. 1504. Aus dem Zyklus „Ma-
rienleben. Wasserzeichen Hohe Krone (Meder 20). Holzschnitt.
29,4:20,8 cm.
Bartsch 86; Meder 198 Ia-b Hollstein 198; SMS 176 Ia-b.
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Auf oder teils innerhalb der Einfassunglinie beschnitten.
Der Zyklus «Marienleben» besteht aus 19 Holzschnitten und dem
Titelblatt. Mit Ausnahme von zwei Holzschnitten wurden alle Holz-
stöcke in den Jahren nach 1503 geschnitten. Zwei Holzschnitte und
das Titelblatt führte Dürer im Jahre 1510, nach seiner zweiten Reise
nach Italien, aus. Zusammen mit der «Apokalypse» und der «Gros-
sen Passion» erschien das «Marienleben» als Buchausgabe 1511
in Nürnberg. Der lateinische Text für das «Marienleben» wurde vom
Geistlichen Chelidonius verfasst und von Dürer auf die Rückseite
der Holzschnitte gedruckt. Kräftiger Probedruck vor der lateinischen
Ausgabe von 1511. Oben eine diagonale Quetschfalte und verso
geglättete Mittelfalte. [357012].
€ 11'400.–
5Grafik Stuttgart 2020
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
13 l Das Schweisstuch, von zwei Engeln gehalten. 1513. Kup-
ferstich. 10:13,9 cm.
Meder. 26 a/b. B. 25. Schoch, Mende, Scherbaum 68 a/b.
In der Druckgraphik nördlich der Alpen wurde das Tuch mit dem
heiligen Antlitz (sog. Vera Icon) anfangs isoliert abgebildet. In der nie-
derländischen Malerei des 15. Jahrhunderts bildete sich der Typus
einer stehenden Veronika, die mit ausgebreiteten Händen die Vera
Icon vorführt. Albrecht Dürer nun schlägt 1513 mit diesem Stich ei-
nen anderen Weg der Präsentation ein: Vor nachtdunklem Himmel
schweben zwei von links grell beleuchtete Engel und zeigen dem
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Betrachter in stummer Klage das Schweisstuch der Veronika. Mit
suggestiver Kraft blickt der leidende Christus den Betrachter vom
Tuch aus an. Die Falten des Tuches setzen sich nicht im Antlitz
Christi fort, das plastisch wie vor das Tuch gestellt ist und Dürer ver-
stärkt damit den Eindruck der realen Präsenz. Den Zügen des Ge-
sichts hat Dürer im Gegensatz zu der in Wien befindlichen Vorarbeit
Facetten seiner eigenen Züge verliehen. Links ein Streifen von alter
Montur.. [363002].
€ 14'000.–
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
14 l Jungfrau und Kind auf der Mondsichel mit einem Diadem.
1514. Kupferstich. 11,8:7,6 cm.
Prov.: Unbekanntes Sammler-Zeichen.
Die beiden Madonnen – eine aus den späten 1490ern, die andere
von 1514 zeigen ausgezeichnet Dürers stilistische Entwicklung auf.
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Die frühe Madonna, beeinflusst von Schongauer, ist von zerbrechli-
cher Schönheit, abgeleitet von spätgotischer Tradition. Die Madonna
von 1514 ist voller im Körper mit einer grösseren Monumentalität. Die
S-Kurve der früheren Figur ist durch eine ausgewogenere Haltung
ersetzt. Diese Darstellung teilt mit den frühen Drucken eine reiche
Varietät in den Nuancen, die von einer silbrigen Qualität der Grau-
töne hin zu dunkleren Tönen gehen. Sehr feiner, klarer und silbriger
Meder-a Druck. Einige unauffällige Stockflecklein. [99010].
€ 30'000.–
6Grafik Stuttgart 2020
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
15 l Die Jungfrau erscheint dem heiligen Johannes. 1510–11.
Holzschnitt. 22,7:16 cm.
Meder 163 bII; SMS B. 60: 111 III.
Slg: Dr. Konrad Liebmann, Ossnabrück.
Die Ausgaben der Apokalypse von 1498 hatten nur die xylographi-
sche Inschrift auf der Titelseite. Dürer fügte diesen einen Holzschnitt
hinzu, damit das Titelblatt der Ausgabe von 1511 mit den beiden
anderen Büchern übereinstimmt. Der Stil des Holzschnitts mit sei-
ner gleichmässig parallelen Schraffur als Mittelton ist charakteristisch
für Dürers grafisches Werk aus dem Jahr 1510 und unterscheidet
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sich stilistisch von den anderen Drucken der viel früher ausgeführten
Serie. Der Holzschnitt wird im Stadtmuseum Bautzen aufbewahrt.
[99131].
€ 3900.–
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
16 l Joachim und der Engel. C. 1504. Holzschnitt auf starkem
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Papier. 30:20,9 cm.
Meder 190 II; B. 78; SMS 168 II.
Feiner Druck aus der Buchausgabe 1511.
Mitschwachen Rändern entlang der Bildlinie rechts unten die Custode
Aiij. Verso der lateini-sche Textanfang: ANNA JOACHIM SVU AVREA...
Der Zyklus des Lebens der Jungfrau besteht aus neunzehn
Holz-schnitten und dem Titel. Mit Ausnahme von zwei Drucken wur-
den alle Blöcke nach 1503 ausgeführt. Zwei Holzschnitte und der
Titel wurden 1510 nach Dürers zweiter Reise nach Italien ausgeführt.
Zusammen mit der Apokalypse und der Grossen Passion erschien
1511 in Nürnberg das Leben der Jungfrau als Buchausgabe. Der
lateinische Text für das Leben der Jungfrau wurde vom Geistlichen
Benedikt Chelidonius verfasst und von Dürer auf der Rückseite der
Holzschnitte gedruckt . Starker und klarer Abdruck. [365009].
€ 7900.–
7Grafik Stuttgart 2020
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
17 l Marien Tempelgang. 1503. Holzschnitt. 29,8:21,2 cm.
M. 193 III h; B. 78; Schoch/Mende/Scherbaum 171 III h.
Holzschnitt aus dem Marienleben. Druck nach der Textausgabe von
1511. [357005].
€ 3000.–
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ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
18 l Tod der Maria. 1510. Wasserzeichen Fischblase (M. 309 da-
tiert 1580). Holzschnitt. 29:20,5 cm.
Meder 205 III c; B. 78; Schoch/Mende/Scherbaum 183 III c.
Holzschnitt aus dem Marienleben. Druck nach der Textausgabe von
1511. [357013].
€ 3000.–
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8Grafik Stuttgart 2020
ALBRECHT DÜRER
1471 Nürnberg 1528
19 l Vier Engel die Winde aufhaltend. Wz.: Blume auf Dreieck
(Meder 127). Druck von der lateinischen Ausgabe von 1511. Aus der
„Apokalypse“. Mit lateinischem Text auf der Rückseite. Holzschnitt.
Meder 169. B. 66.
Prov: Dr. Konrad Liebmann, Ossnabrück.
Die Apokalypse von Dürer ist ein Schlüsselwerk der Renaissance
nördlich der Alpen. Nachdem Dürer dieses Werk 1498 veröffent-
licht hatte, wurden Holzschnitt als graphisches Medium und das
Martyrium des Johannes nie wieder wie zuvor gesehen, denn so-
wohl Komposition wie auch Motive übertrafen all seine Vorgän-
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ger. Neu war die Apokalypse vor allem auch hinsichtlich zweier
Aspekte. Erstens war es das früheste Buch, das von einem
Künstler selbst gestaltet und herausgegeben wurde und zwei-
tens war es überhaupt ein neuer Typus eines illustrierten Buches.
Vorliegend ein Druck von der Ausgabe von 1511, verso der lateini-
sche Text . [42146].
€ 13'400.–
PAUL GAUGUIN
1884 Paris – 1903 Atuona, Marquesas Islands
20 l Deux Maoris. C. 1896–1897. Der Stock war möglicherweise
ein Teilstück eines Holzstockes der «Noa Noas-Serie». Holzschnitt in
schwarz und braun gedruckt auf Japan-Papier. 8:10,6 cm.
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MKJ 40; Guérin 55.
Provenienz: Privatsammlung, Deutschland.
Expertise des französischen Experten Jean Cailac vom 17.5.1955
datiert. Mongan/Kornfeld/Joachim führt nur 4 Drucke von diesem
Motiv auf; Dieses Exemplar ist nicht aufgeführt, was es zu einem
5. Exemplar und einer aussergewöhnlichen Entdeckung macht.
Wie die Auktionsresultate zeigen, war keines der vier zusammenge-
hörenden Motive in den letzten Jahrzehnten auf dem Markt, was zur
Seltenheit dieses Werkes beiträgt. Das empfindliche Papier ist mit
einem dünnen orientalischen Papier verstärkt. [365001].
€ 32'400.–
9Grafik Stuttgart 2020
GIOVANNI GIACOMETTI
Stampa 1868 – 1933 Glion
21 l Toeletta della sera III. – Portrait Annetta Giacometti. 1911.
Unten rechts signiert mit Bleistift «Giov ni Giacometti». Holzschnitt
vom Künstler von Hand gedruckt in blau auf Büttenjapan. 25,3:20,4
cm.
Staufer 39 II.
Sein erster Holzschnittversuch stammt aus dem Jahr 1908
(Mutter und Kind) und zeigt Annetta mit ihrem Sohn Bruno.
Dieser erste Versuch wurde erst 1911 mit Motiven aus seinen Ge-
mälden wiederholt. Er verwandelte seine schillernde Farben in
eine schwarze Grundfläche, die er mit weissen Flecken auflich-
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tete. Durch die Neuinterpretation seiner Bildsprache in Druck-
grafiken versuchte Giacometti, seine Kunst der Öffentlichkeit
mehr zugänglich zu machen und sein Publikum zu erweitern.
Toeletta della sera III, Porträt Anet
ta Giacometti (Abendtoilette III
– Annetta Giacometti) ist ein gutes Beispiel für diese Umsetzung.
Annetta Giacometti kämmt sich vor einem Spiegel die Haare, ihr
Kopf ist leicht in einer verträumten melancholischen Haltung ge-
senkt – eine Pose, die man bei Giacometti wiederholt findet
und die aus der klassischen italienischen Renaissance stammt.
Handdruck des Künstlers. Sehr stark zeichnender Druck. Der Holz-
stock befindet sich im Kunstmuseum Chur. [44115].
€ 5600.–
FRANCISCO JOSE DE GOYA Y LU CIENTES
Fuendetodos 1746 – 1828 Bordeaux
22 l «El Sueno de la Razon produziert Monstruos». (Der Schlaf
der Vernunft bringt Monster hervor). 1799. Tafel 43. Aquatinta.
21,5: 15,0 cm.
H. 78 III Erstausgabe.
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Dieser schöne frühe Abdruck aus der Erstausgabe ist in bräunli-
cher Tinte gedruckt. Die Caprichos erschienen in der ersten, zeit-
genössischen Ausgabe in einer Auflage von 300 Exemplaren.
Das Blatt dient als Titelseite für den zweiten Teil der Serie (Tafeln
44–80). Zunächst beabsichtigte Goya möglicherweise, zwei ver-
schiedene Serien zu gestalten. Erstens die gesellschaftskritische
Satire auf menschliche Torheit und Bosheit unter besonderer Be-
rücksichtigung der Sitten und Gebräuche seiner Zeit, und zwei-
tens die Sueno-Reihe der Fantasien und Hexereien, um auf den
schädlichen Aberglauben in seinem Land aufmerksam zu machen.
Die berühmte Darstellung wurde sicherlich als Titel für die Sueno-Se-
rie entworfen, aber als Goya sich entschloss, die Serien zusammen
zu fügen, entwarf er sein Selbstporträt als neutrale Darstellung um
als Titelblatt zu dienen. Im Jahr 1799 wurde diese Serie von 80
Aquatinta unter dem Namen «Caprichos» veröffentlicht. Sehr feiner
früher Abdruck mit breiten Rändern. [333102].
€ 35'000.–
10Grafik Stuttgart 2020
FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES
Fuendetodos 1746 – 1828 Bordeaux
23 l La descañona. Tafel 35. Radierung und Aquatinta.
21,5:15 cm.
H. 70 III.
Erste Ausgabe von Goyas «Caprichos», 1799. [333017].
€ 4100.–
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FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES
Fuendetodos 1746 – 1828 Bordeaux
24 l Algun partido saca. Tafel 40. Radierung und Aquatinta.
17,5:21,5 cm.
H. 160 III.
Erste Ausgabe Desastres. [333074].
€ 1000.–
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FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES
Fuendetodos 1746 – 1828 Bordeaux
25 l Tragala perro. (Swallow it, dog). Tafel 58. Etching, burnished
aquatint and drypoint. 21,5:15 cm.
Harris 90 III,1.
Erste Ausgabe. guter Abdruck. [333018].
€ 4300.–
11Grafik Stuttgart 2020
FRANCISCO JOSÉ DE GOYA Y LUCIENTES
Fuendetodos 1746 – 1828 Bordeaux
26 l Si Resucitarà. Tafel 80. Radierung und Aquatinta. 17,5:22 cm.
H. 200III.
Erste Ausgabe. [99047].
€ 1400.–
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
ERICH HECKEL
1883 Döbeln/Sachsen – 1970 Radolfzell/Bodensee
27 l Am See. Signiert und nummeriert: «10/40 Heckel65». Tro-
ckenstempel der Erker Presse, St. Gallen und Signum Luzern. Li-
thographie. 43,7:22 cm.
Dube L 379I.
Heckel gab 1905 sein Architekturstudium auf und gründete in Dres-
den mit den Freunden Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rott-
luff und Fritz Bleyl die Künstergruppe «Die Brücke», Heckel gilt
dabei als treibende Kraft der Gruppe. Im Jahr 1907 wandte sich
Heckel der Lithographie zu. Er arbeitete meist mit Feder, Kreide
oder Pinsel direkt auf dem Stein und entwickelte mit Kirchner ein
Verfahren, die Steinzeichnungen von Hand abzuziehen. Die Auf-
lage ging dabei selten über sieben bis zehn Drucke hinaus. Da-
durch, dass der Künstler die Zeichnung auf dem Stein diversen
Behandlungen unterzog, ergaben sich verschiedene Zustände.
Reich gedrucktes Exemplar in gutem Zustand aus Heckels Spät-
werk. Minime Bräunung im äusseren Rand. [42183].
€ 2200.–
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MAX KLINGER
Leipzig 1857 – 1920 Grossjena bei Naumburg
28 l Vision. 1919. Aquatinta und Kaltnadel auf Druckerpapier.
28:15 cm. Sheetsize 39,7:26,3 cm.
Prov.: Otto Dix, Dresden. [99045].
€ 1800.–
12Grafik Stuttgart 2020
MAX KLINGER
Leipzig 1857 – 1920 Grossjena bei Naumburg
29 l Venus zeigt Amor Psyche. Blatt 4 aus Amor und Psyche.
1880. Probedruck für weitere Überarbeitungen und Aquatinta so-
wie der Doppelumran-dung. Radierung auf aufgewalztem China, auf
grossem, weissem velin Papier. 25,5:17,3 cm. Sheetsize 63:44 cm.
Singer 67 I (of IV).
Prov.: Otto Dix, Dresden.
Die Illustrationen zu Amor und Psyche entstanden 1880 im Auftrag
des Münchner Verlegers Theodor Stroefer. Eine der Bekanntesten
Novellen aus dem Werk «Der goldene Esel» des römischen Dichters
Lucius Apuleius wurde von Theodor Stroefer als Prachtausgabe in
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
einer deutschen Übersetzung von Reinhold Jachmann herausgege-
ben. Der erst 23-jährige Klinger entwarf die Randleisten, Vignetten
und fünfzehn ganzseitige Radierungen. Apuleius erzählt, wie Psyche
den Neid der Venus auf sich zog, weil, wegen Ihrer Schönheit das
Volk nur noch sie verehrte. Die Darstellung zeigt den Moment als Ve-
nus Amor die Psyche zeigt. Amor kein kleiner Knabe mehr, sondern
ein schöner göttlicher Jüngling, kauert sich zu Füssen der Venus
auf einem Dachvorsprung und folgt mit den Augen gebannt ihrem
ausgestreckten Finger. Venus und Amor verkörpern Neid und Miss-
gunst auf der einen und unbedingte Liebe auf der anderen Seite. Die
Körperhaltungen unterstreichen diese Aussage. Venus’ Kopf ist düs-
ter beschattet und ihr Körper distanziert zurückgelehnt. Amor hin-
gegen beugt sich weit hinunter, sein Blick ist gebannt auf die im Bild
unsichtbare, Königstochter gerichtet und ein lächeln scheint seine
Mundwinkel zu umspielen. Das Blatt ist von ornamentalen Ranken
eingerahmt in deren Fussleiste zwei Fische, Symbol wollüstiger
Liebe, auf-einander zu schwimmen. Prachtvoller Druck vor jeglicher
Überarbeitung und der Aquatinta auf sehr grossem Papier. Die sehr
breiten Ränder leicht angestaubt. [99017].
€ 3300.–
MAX KLINGER
Leipzig 1857 – 1920 Grossjena bei Naumburg
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30 l Das Zelt, II. Nr. 40. Luftfahrt. 1915. Druck von Felsing. Verso
annotiert. «Max Klinger, Luftfahrt». Aquatinta auf Van Gelder Zonen.
22,5:16,4 cm, Sheetsize: 35,5:25,5 cm.
Beyer, Max Klilnger Das Graphische Werk 1909–1919, 371II.
Prov.: Otto Dix, Dresden.
Das Portfolio umfasst 46 Drucke in einer Auflage von 100 Exempla-
ren, gedruckt von Amsler & Ruthardt, Berlin 1916.An dieser, seiner
letzten Reihe von Radierungen, Opus XIV «Zelt», Teil I und II, arbeitete
Max Klinger fast 5 Jahre, von 1911 bis 1916. Zelt ist das letzte Werk
der geätzten Klingers-Serien. In 46 Radierungen erzählt Klinger die
scheinbar fantastische Geschichte vom Schicksal einer Frau. Neben
der Protagonistin erscheinen eine Göttin, ein Magier, eine Königin,
Sklavenhändler, böse Buben und ein Ritter. Die Radierungen erzäh-
len eine Geschichte voller obsessiver Phantasien. Max Klinger be-
schreibt diese Geschichte wie folgt: «...ich werde auch ein Märchen
erzählen, und ein richtiges, so die Köpfe, so wenig sicher sitzen,
wie die Hemden, mal rauf, mal runter ...» (Ausstellung, Max Klinger
Die Druckgraphischen Folgen, Leipzig). Der Zyklus voller erotischer
Symbolik ist ein bedeutendes Jugendstilwerk und ein Meisterstück
der späteren Klingerzeit. [99023].
€ 1000.–
13Grafik Stuttgart 2020
CARL WILHELM KOLBE
Berlin 1759 – 1835 Dessau
31 l Eichenwald mit Haus und Pferdewagen. Radierung. 31:41,5
cm.
Martens 219 II. Jentsch 159. Michels, Carl Wilhelm Kolbe d. Ä. Des-
sau 2009 Nr. 99.
Mit breitem Rand. [44107]. € 1400.–
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
CARL WILHELM KOLBE
Berlin 1759 – 1835 Dessau
32 l Flötenspielender Hirte mit zwei Kühen am Waldesrand.
Radierung. 15:21,4 cm.
Martens 47 II. Jentsch 15. Michels, Carl Wilhelm Kolbe d. Ä. Dessau
2009 Nr. 49. 15:21,4 cm.
Mit kleinem Rand. [44101].
€ 1200.–
HANS FELIX LEUTHOLD
1799 Zürich 1858
www.augustlaube.ch
33 l Lindau au Lac de Constance. à Zurich chez l'éditeur H. F.
Leuthold. 1825. Kol. Aquatinta. 15,5:17,7 cm. [351278].
€ 780.–
14Grafik Stuttgart 2020
LUCAS VAN LEYDEN
1494 Leyden 1533
34 l Der Mund der Wahrheit. C. 1514. Wz.: Krug mit Blume (Hollst.
3a, Briquet 12628 datiert 1514–1515). Holzschnitt. 41,5:29,2 cm.
B9. Hollst 10 I. New Hollst. 178a/b. Jacobowitz/Stepanek 39.
Provenienz: Robert Prioleau Roupell (1798–1886), avocat, Londres
Lugt 2234); Sir James Knowles (1831-1908), architect, London
(Lugt 1546); Albert Blum, Short Hill (Lugt 79b).
Die Legende von Vergil im Korb wurde erstmals im Mittelalter mit
Vergil in Verbindung gebracht, eine Zeit, in dem ihm magische
Kräfte zugesprochen wurden. Eine der Legenden über Vergil be-
richtet, dass er ein Gerät entwickelt hatte, herkömmlicherweise in
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
der modernen Wissenschaft als Bocca della Verita (Mund der Wahr-
heit) bezeichnet, welches die Finger von Ehebrecherinnen abbiss,
wenn sie diese in die Öffnung, also den Mund, hinein hielten und
falsch schworen. Ein runder Stein, der mit der Legende verbunden
ist, befindet sich heute in der Kirche Santa Maria in Cosmedin in
Rom. Das Gerät funktionierte einwandfrei, bis eine römische Kaiserin
einen zweifelhaften Eid schwor. Die Geschichte trug sich folgender-
massen zu: Der Kaiser von Rom vermutete zu Recht, dass seine
Frau Ehebruch begangen hatte. Diese bot an, ihre Unschuld mittels
des Munds der Wahrheit zu beweisen. Vor der Prüfung beauftragte
sie ihren Geliebten, sich als verrückter, bettelnder Narr zu verklei-
den und sie zu umarmen und zu küssen, bevor sie sich der Statue
nähert. Der Mann wurde von der wütenden Menge verjagt, aber so-
mit war die Kaiserin in der Lage zu schwören, dass kein anderer
Mann als ihr Gatte und dieser Verrückte sie jemals geküsst hätte.
Die Moral von der Geschichte ist, dass Talent und Weisheit von kei-
nem Mann gross genug ist, als dass diese nicht durch die List einer
Frau überwunden werden können. Sehr fein und klar gedrucktes
Exemplar dieses ausserordentlich seltenen Holzschnittes. [44110].
Preis auf Anfrage
www.augustlaube.ch
CLAUDE LORRAIN
Chamagne (Lothringen) 1600 – 1682 Rom
35 l La Fuite en Egypte. C. 1630–33. Wz: Lilie und doppeltem
Kreis mit dem Buchstaben N (M 18, datiert 1717) . Radierung.
R-D.1. Blume 2. LM.9 I (von IV).
Provenienz: J. Michelin (Lugt 1490).
«Die Flucht nach Ägypten», eine Darstellung welche bei vielen an
Landschaft interessierten Künstlern des 16. und 17. Jhs. beliebt, war
auch ein bevorzugtes Motiv von Claude Lorrain. Ausgezeichneter
Druck des 1. Zustandes, vor der Vollendung der Einfassungslinie, vor
«N 44, p. 13». [44100].
€ 2000.–
15Grafik Stuttgart 2020
AGOSTINO DEI MUSI, gen. Agostino VENEZIANO
Venedig 1509 – nach 1536)
36 l Hercules mit Antaeus kämpfend in der Gegenwart einer
alten Frau, wahrscheinlich Gaia, die Mutter von Antaeus; im
Hintergrund Ruinen. 1533–1536. Radierung. 24,4:18 cm.
Bartsch XIV, S. 237, 316 T.I.B. Vol. 26, S. 317, 316. (eingeschlossen
in Einzelfolgen mit Marcantonio und Marco da Ravenna). British Mu-
seum I. Zustand von III.
Provenienz: Unbekannte Sammlersignatur und datiert 1860 in
Schwarz; Sammlerzeichen von Thomas Graf in Rot (L.1092a), Ver-
kauf C.G. Boerner, Leipzig, 23. Nov. 1934.
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
Dei Musi war ein Kupferstecher aus Venedig, der in der Art von
Raimondi arbeitete. Von ihm sind frühe Arbeiten in Venedig um
1509 bekannt, spätere in Rom nach 1515. Nach der Plünde-
rung Roms kehrte er 1528 nach Venedig zurück, wo er mit Ser-
lio zusammen arbeitete. Der Familienname «dei Musi» ist auf
Grund von Serlios Antrag auf ein Privileg hin im Jahre 1528 be-
kannt; ebenfalls gefunden auf der Inschrift bei Bartsch 424.
Das letzte von ihm bekannte Werk trägt das Datum 1536.
Sehr schön und fein gedrucktes Exemplar. Beschnitten und auf fes-
ter Unterlage aufgezogen. [41878].
€ 3200.–
NICOLAS PERIGNON
1725 – 1782
37 l Vue de la Ville imperiale de Lindau, dans une Isle du Lac
de Constance; près la porte du Pont du Lac. A. P. D. R. Dessiné
par Perignon Ptre du Roi. Gravé par Née. No. 116. Radierung.
21,5:35 cm. [351214].
www.augustlaube.ch
€ 250.–
16Grafik Stuttgart 2020
HARMENSZOON VAN RIJN REMBRANDT
Leiden 1606 – 1669 Amsterdam
38 l Jungfrau und Kind in den Wolken. 1641. Radierung und
Kaltnadel. 16,8:10,6 cm.
1641 B. R. S. 61; Hind 186 I; New Hollst. 188 II (von II).
Slg.: Georges Rapilly, Paris; Privatsammlung, Paris; C. G. Börner,
Rembrandt 2005, S. 4; Shawn Merriman, Colorado.
Rembrandt hat einen Fehlstart gemacht, als er diesen Druck be-
gann. Ein auf dem Kopf stehendes Gesicht ist im linken Knie von
Maria sichtbar. Offenbar realisierte er, dass das Gesicht schlecht
positioniert und zu klein war. Für diese Darstellung hatte Rembrandt
mehrere Inspirationsquellen wie Dürers «Madonna auf der Mond-
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
sichel», dem Titelblatt für «Das Marienleben der Jungfrau» oder
Jan van de Veldes Druck des gleichen Themas, aber am offen-
sichtlichsten ist Federico Baroccis Radierung «Madonna mit Kind».
Rembrandts „Madonna und das Kind in den Wolken“ ist eine freie
Kopie oder Auslegung Baroccis «Madonna mit Kind». Nicht nur die
Ähnlichkeit in Grösse, sondern auch die detailgetreue Komposition
und Handhabung der Licht- und Schattenwirkung, ebenso wie die
Ätztechnik – mit einfachen Stichen in den schraffierten Bereichen sind
Baroccis Madonna nachempfunden. Obwohl die Zusammensetzung
die gleiche ist, verhält sich die Wirkung völlig anders. Während Bar-
occis Madonna ein junges, süsses, puppenhaftes Gesicht hat und
das Kind ein stämmiger Säugling ist, so scheint sich Rembrands Ma-
ria des Kindes kaum bewusst zu sein. Sie starrt am Betrachter vorbei
in den Raum. Das Christkind ist auch weniger kräftig, ein kränkliches
Kind, das sich vom Betrachter weg dreht, völlig unbewusst seiner
Göttlichkeit. Es ist möglich, dass Rembrandt im Besitz eines Abzugs
von Baroccis Druck war, da 1656 sein Inventar ein Album mit Kup-
ferstichen von Vanni und anderen aufwies, einschliesslich Barocci
(M. Schapelhouman; Rembrandt als Drucker, London, p. 193). Rem-
brandt schuf «Die Jungfrau und das Kind in den Wolken» 1641. Im
September desselben Jahres wurde Rembrandts Sohn Titus durch
seine Frau Saskia geboren. Saskia war zur Zeit der Entstehung des
Blattes sehr krank. Sie starb am 17. Juni des folgenden Jahres. Das
Thema wiederspiegelt Rembrands damalige persönliche Gefühlslage
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welche er in dem vorliegendem Blatt möglicherweise verarbeitet hat.
Abdruck des kürzlich festgestellten zweiten Zustandes, mit schönem
Chiaroscuro-Effekt. Die Druckplatte wurde bis weit in das 18. Jahr-
hundert gut konserviert. Zum letzten Mal wurde die Platte 1767 im
Verkaufskatalog von Peter Haan erwähnt. [333101].
€ 11'000.–
GIOVANNI BATTISTA SCULTORI
Mantua 1503 – 1575
39 l Flussgott Po mit einem Putto, der auf einem felsigen Ufer
liegt. 1538. nach Michelangelo Buonarroti, (1475–1564). Kupfer-
stich. 11:13,2 cm.
Bartsch 19.
Giovanni Battista Scultori war Bildhauer und Kupferstecher und galt
als Begründer der Schule von Mantua, zu der auch seine Kinder
und Giorgio Ghisi gehörten. Er war hauptsächlich im Kreis von Giulio
Romano tätig. Er signierte mit den Monogrammen IBM, IBAMA, BA
oder MA. [44025].
€ 1100.–
17Grafik Stuttgart 2020
S.T. SONDERMAYR
40 l Der Statt Constanz gelegenheit und Belägerung im Sep-
tember Anno 1633. Radierung. 22,5:29,3 cm. [351218].
€ 460.–
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
MATTHIAS RUDOLF TOMA
1792 Wien 1869
41 l Hohenkrähen. Nach der Natur und auf Stein gez. von M. R.
Toma. C. 1825. Lithografie. 32:41,5 cm.
Vgl.: Max Schefold, Bibliographie der Vedute, 1976. [351221].
€ 750.–
ADRIAN VAN DE VELDE
1639 Amsterdam 1672
42 l Zwei Kühe unter einem Baum. Radierung. 12,5:15,3 cm.
Holl. XXXII, 226, 13.
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Teil eines Wasserzeichens. [40626].
€ 2800.–
JOHANN JAKOB WETZEL
Zürich 1781 – 1834 Richterswil
43 l La Meinau. Dessniné d'après nature par J. J. Wetzel.
Gravé par J. Suter. Aquatinta. 19,3:27,5 cm. [351225].
€ 460.–
18Zeichnungen Stuttgart 2020
JACQUES-LAURENT AGASSE
1767 Genf 1849
44 l Studie eines Reiters in der Seitenansicht von rechts. C.
1803. Schwarze Kreide, weiss gehöht, auf grau grundiertem Papier.
21.8:16.2 cm.
Ausstellungen und Katalog: Tate Gallery, London. Jean-Laurent
Agasse ou la séduction de L‘Angleterre. 15.2.–2.4.1989, catalo-
gue, p. 246, ill. 99 ; Musée d‘art et d‘histoire, Geneva. Jean-Laurent
Agasse ou la séduction de L‘Angleterre. 9.11.1989–22.1.1990, ca-
talogue, S. 246, ill. 99.
Provenienz: Louise Etiennette Agasse, sœur de l‘artiste, Genf;
Madeleine Humbert, Genf; Elisabeth Senn-Humbert, Genf; Valentine
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
Rieder-Senn, Genf; Andrée Rieder-Picot, Genf; Private collection,
Switzerland.
Vorzeichnung für das Gemälde «Aufbruch zur Jagd». Auch abgebildet
im Katalog: Musée d’art et d’histoire, Genf. Jean-Laurent Agasse ou la
séduction de L›Angleterre. 9.11.1989–22.1.1990, Katalog, S. 62, Nr. 11.
Das Gemälde ist das Ergebnis des Aufenthaltes des Künstlers im
Mai und Juni 1803 in Hertfordshire. Daniel Baud-Bovy betrachtet
diese Zeichnung als Porträt des Künstlers. [99137].
€ 5300.–
JACQUES-LAURENT AGASSE
1767 Genf 1849
45 l Studie eines liegenden Wasserhundes. Schwarze Kreide,
Estompe mit weisser Kreide gehöht mit Inschrift «Brun». 20,7:28;5
cm.
Provenienz: Louise Etiennette Agasse, Tochter des Künstlers, Genf;
Madeleine Humbert, Genf; Elisabeth Senn-Humbert, Genf; Valentine
Rieder-Senn, Genf; Andrée Rieder-Picot, Genf; Pivate Sammlung,
Schweiz.
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Die Zeichnung bezieht sich auf das Gemälde «Braunes Pferd mit zwei
Hunden in der Landschaft». Illustriert im Web: SIKART-Bestands-
nummer 47100. In dem Bild liegt der Hund nach links. [99136].
€ 4600.–
19Zeichnungen Stuttgart 2020
ANONYMOUS, Circle Matthäus Merian
Basel 1593 – 1650 Bad Schwalbach
46 l Ansicht von Bad Schwalbach, ehemals Langenschwal-
bach. C. 1620. Oben rechts nummeriert mit Feder: «6». Graue
Kreide. 18,3:28,3 cm.
Lit.: Dr. Joerg Diesenbacher, Bad Schwalbach im 30-jährigen Krieg;
Annual of the Rheingau-Taunus-Kreises 2011, 62. Jg, Bad Schwal-
bach, S. 121–123. Vgl.: Ausstellungkat. Matthäus Merian der Ältere
Zeichner, Stecher und Verleger. S. 53, Nr. 33.1+2; Wüthrich, die
Zeichnungen Matthäus Merian, 1963 Nr. 27b.
Prov.: Dr. Hugo von Ziegler, Schaffhouse 1890–1966; als Nachlass
zum heutigen Besitzer.
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
Sehr feine Zeichnung, welche genaue Details des unteren Be-
reiches von Bad Schwalbach zeigt, bevor 1632 etwa 50
Häuser in der Nähe der Kirche Opfer eines grossen Bran-
des wurden. Die Nummerierung scheint anzuzeigen, dass
diese Zeichnung aus einem Skizzenbuch stammen könnte.
Als Dr. Diesenbacher seinen Artikel schrieb, kannte er diese Zeich-
nung nur von einem Bild, das ihm von Dr. Lucas Heinrich Wü-
thrich, Biograph von Merian, übermittelt wurde. Dies erklärt, wes-
halb er sie in seinem Artikel als Federzeichnung bezeichnete.
Bad Schwalbach war vor dem Dreissigjährigen Krieg ein sehr be-
liebtes Sujet und abgesehen von den grossen Städten wie Rom und
Prag gab es kaum einen Ort, von dem so viele Zeichnungen und
Drucke aus dieser Zeit existieren. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts
wurde die Ortschaft als Langenschwalbach bekannt und war be-
rühmt für seine Mineralquellen. Der Ort wurde im Dreissigjährigen
Krieg vollständig zerstört, doch wurde er schnellstens wieder auf-
gebaut und der Handel mit dem Heilwasser begann zu blühen. Das
Wasser zunächst in Krügen und Fässern über ganz Europa verkauft,
da vorerst nur wenige Besucher die beschwerliche Reise auf sich
nahmen. [351004].
€ 7200.–
FRANÇOIS DIDAY
1802 Genf 1877
www.augustlaube.ch
47 l Zwei Wandere sitzen bei einem Unterstand. Signiert unten
links: «F. Diday» . Pinsel in braun über schwarzer Kreide. 17,6:27,8 cm.
Provenienz: Louise Etiennette Agasse, Tochter des Künstlers, Genf;
Madeleine Humbert, Genf; Elisabeth Senn-Humbert, Genf; Valentine
Rieder-Senn, Genf; Andrée Rieder-Picot, Genf; Pivate Sammlung,
Schweiz.
François Diday betrat im Alter von elf Jahren das Atelier von Lou-
is-Théodore Constantin-Hiertzeler. Später besuchte er eine Zeichen-
schule in Genf und erkundete mit seinem Freund Adrien Rival die nä-
here Umgebung dieser Stadt. Charles-Joseph Auriol stellte Diday den
Sammlern vor. 1823 arbeitete er in Paris im Atelier von Antoine-Jean
Gros und 1824-25 wurde ihm ein Stipendium für eine Reise nach Italien
gewährt. Zurück in Genf reiste er oft mit seinem engen Freund Wolf-
gang-Adam Töpffer in die Schweizer Berge und nach Savoyen. Diday
wurde bald populär. Zahlreiche Schüler, darunter Alexandre Calame,
sowie Kunden aus verschiedenen Ländern besuchten sein Atelier.
Obwohl er fast ausschliesslich mit poetischen Bildern der dramati-
schen Berglandschaft in Verbindung gebracht wurde, malte Diday
verschiedene Ansichten, wie Küstenlandschaften oder italienische
Landschaften, einfaches Unterholz und die Aussicht auf den Genfer-
see. [99146].
€ 1400.–
20Zeichnungen Stuttgart 2020
CLAUDE GILLOT (attr.)
Langres / Champagne 1673 – 1722 Paris
48 l Zwei Theater-Szenen. 1715. Schwarze Feder, grau und
schwarzer Pinsel. Oval. 13,6:18,8 cm.
Der französische Künstler Claude Gillot wurde zunächst von
seinem Vater ausgebildet, bevor er in Paris eine Lehre beim
Historienmaler J.-B. Corneille antratt. Nach Corneilles Tod
1695 machte Gillot selbständig weiter, meist als Maler von Thea-
ter- und wunderlichen Szenen. Seine genaue Kenntnis des Theaters
verdankte er der Tatsache das er für einige Jahre die Leitung der Ab-
teilung für Bühnenbilder und Kostüme im Opernhauses inne hatte.
Gillot ist am besten als Watteau-Lehrer bekannt, auch wenn die-
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
ser bereits ein versierter Künstler war, als er 1704/05 zu Gillot kam,
und obwohl er seinen Schüler überlebte war Gillot für Watteau von
grösster Bedeutung. Gillot hat ihm seinen Ornamentstil sowie die
Themen der italienischen Commedia dell›arte zu vermittelt, welche
viele seiner denkwürdigsten Themen enthielten. Seine wichtigsten
grafischen Arbeiten, die Illustrationen zu den Fabeln von La Motte,
entstanden nach seiner Trennung von Watteau. [625030].
€ 2800.–
JEAN-ANTOINE LINCK
1766 Genf 1843
49 l Studie von ziehenden Wolken. Verso: Studie eines linken
Arms. Bleistift. Schwarze und weisse Kreide auf grau-blauem Pa-
pier. Blattgrösse 13,2:18,7 cm. [42081].
€ 1800.–
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KARL MEILI
Weisslingen 1871 – 1919 Zürich
50 l Das Matterhorn von der Tiefenmattseite aus. Sign. «C.
Meili». Auf Karton aufgezogen. Aquarell. 37,5:27,7 cm.
Carl Meili war Clubführer des S. A. C und Ersteller zahlreicher Reliefs,
Aquarelle und Zeichnungen. Als begeisterter Alpinist und Bergken-
ner brachte er das Verständnis mit für Form und Farbe der Berg-
welt. Der Ingenieur Xaver Imfeld und später der Prof. Dr. Albert Heim
führten Ihn in die Reliefdarstellung ein, in der er es zur Meisterschaft
brachte. [44090].
€ 1000.–
21Zeichnungen Stuttgart 2020
JOHANN JAKOB MEYER
Meilen 1787-1858 Zürich
51 l Ansicht vom Stifte Neuburg bei Heidelberg. Aquarell.
19:26,8 cm.
Schefold 31282.
Schweizer Privatbesitz.
Blick über den Neckar auf das Kloster, im Vordergrund Ochsen-
gespann und Bäuerin.Aquarell zur Farbaquatinta von J. Hürli-
mann. Blatt aus dem Album: «Malerische Reise nach Heidelberg».
Der bekannte deutschen Maler Ernst Fries zeichnete das Stift von
derselben Seite. Dessen Gemälde von 1827 befindet sich im Kur-
pfälzischen Museum in Heidelberg. [41265].
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
€ 3200.–
JOHANN ELIAS RIDINGER
Ulm 1698 – 1767 Augsburg
52 l Zwei Greyhound-Hunde in einem Garten. Wz: Watman.
Schwarze Kreide innerhalb einer schwarzen Tuschlinie. Unten links
signiert und datiert: «Johann Elias/Ridinger Del – 1759». 32,5:28,1
cm.
Not listed by Thienemann.
Provenienz: Freiherr Max von Heyl zu Herrnsheim (L2879).
Ridinger begann seine Ausbildung in Ulm im Jahre 1712 beim
Maler Christoph Resch. Anschliessend verbrachte er einige Jahre
in Augsburg beim Tier- und Pflanzenmaler Johann Falck. Es folg-
ten einige Jahre in Regensburg, wo vor allem seine Besuche
der Reitschule bedeutend für seine Weiterentwicklung waren.
Nach Augsburg zurückgekehrt gründete er nach 1723 einen
Kunstverlag, wo er seine eigenen Drucke verkaufte. 1759 wurde
Ridinger Direktor der Staatlichen Kunstakademie in Augsburg.
Er beschäftigte sich in seinem Werk vor allem mit Jagd- und Reit-
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szenen. Diese Blätter sind Dokumente für das damalige Verständnis
des Wilds, der Tiere, der Jagd und der Reitkunst. Zu seinen Lebzei-
ten erreichte er vor allem in den Kreisen des Adels hohes Ansehen.
Zu diesem Blatt gibt es keine genaue Radierung jedoch ist Thiene-
mann 403 «Leuchte Cours Hund» sehr ähnlich. Einige leichte Stock-
flecklein. [44116].
€ 5700.–
22Bücher Stuttgart 2020
JOHANN JAKOB SCHALCH
1723 Schaffhausen 1789
53 l Ausblick durch einen Baumbogen auf eine Ortschaft in
weiter Landschaft. Sign.: «J J Schalch/Schalch». Schwarzer und
grauer Pinsel. 24:40 cm.
Provenienz.: Privatsammlung Schweiz.
Johann Jakob Schalch stammt aus einem in Schaffhausen weitver-
breiteten Geschlecht. Er erhielt seine Ausbildung bei Johann Ulrich
Schnetzler und dem Tier- und Stillebenmaler Karl Wilhelm de Hamil-
ton in Augsburg. Bereits in jungen Jahren führten ihn Reisen durch
Frankreich und Deutschland. Um 1754 siedelte Schalch nach Lon-
don über, wo er als Tiermaler im Kreise des königlichen Hofes sehr
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
erfolgreich war. Nach den erfolgreichen Aufenthalten in England und
Holland kehrte Schalch 1773 endgültig in die Heimat Schaffhausen
zurück. Bis zu seinem Tode lebte er in seinem Haus im Durstgraben
unweit des Rheinfalls. Das allgemein wachsende Interesse nach cha-
raktervollen Landschaftsdarstellungen im ausgehenden 18. Jahrhun-
dert liess auch Schalch die Schönheit seiner Umgebung in Bildern
bannen. Die unberührte, wilde Natur als Gegenstand der Bewunde-
rung und Sehnsucht; Berge, Schluchten, Wälder – oder eben Was-
serfälle – zuvor eher als furchteinflössend empfunden, beflügelten nun
die Phantasie der Dichter, der Maler und allgemein der Reisenden.
Schalchs Zeichnungen finden sich ausserordentlich selten auf dem
Markt. [351006].
€ 5000.–
JOHANN GOTTFRIED STEFFAN
Wädenswil 1815 – 1905 München
54 l Schlucht des Murgbachs. Sign. und bez. und dat.: «J G Stef-
fan Murg 14 Aug 72.». Bleistift und weisse Kreide auf grün-grauem
Papier.
Lit.:Eva Sandor Schneebeli, Johann Gottfried Steffan, Catalogue
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raisonnée No. 1874–12 Eva Sandor Schneebeli, Johann Gottfried
Steffan, Catalogue raisonnée No. 1874–12.
Steffan, der sich autodidaktisch zum Landschaftsmaler schulte, spe-
zialisierte sich auf die Darstellung der Gebirgswelt. Die Walensee-
region, das Glarnerland, sowie das Berner Oberland gehörten zu
seinen bevorzugten Gegenden. Der Künstler trug schon zu Lebzei-
ten den Beinamen «deutscher Calame» und zählt heute zu den be-
deutendsten Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts. Die schöne
Zeichnung ist eine Vorstudie für sein Bild «Schlucht des Murgbachs,
1874». Eva Sandor-Schneebeli, Johann Gottfried Steffan, Werkver-
zeichnis Nr. 1874–12. Vertikale Falte, teils durchgebrochen in der
linken Bildhälfte. [351153].
€ 2600.–
23Zeichnungen Stuttgart 2020
FELIX VALLOTTON
Lausanne 1865 – 1925 Paris
55 l Rückenakt einer hockenden Frau. Unten rechts blauer
Signaturstempel. Bleistift auf gebräuntem Papier. 24:21,5 cm.
[44120].
€ 1800.–
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
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24Bücher Stuttgart 2020
CARL JOHAN BILLMARK
1804 – 1870) after EUGÈNE LE POITEVIN (1806 – 1870
56 l Diableries. Titel und 6 Lithographie-Tafeln. (ohne Datum,
1832). Die Tafeln zeigen verschiedene teuflische Figuren, die in der
Grösse eines Notizblocks verteilt sind. Lithographiskt Album ester
Le Poitevin. Stockholm. Lith. af C. J. Billmark. Tryckte hos Gjöths-
tröm & Magnusson.
Die Erstausgabe erschien 1832 in Paris und London. Es ist das be-
rühmteste von Le Poitevins Werken, dessen «Devilries» im Aufkom-
men der romantischen Schule mit Mephistopheles und Faust einen
humoristischen Genre begründete. Le Poitevins Devilries mit ihrem
leichten, teuflischen Humor wurden äusserst populär. Sehr selten.
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
[44005].
€ 1500.–
VANNUCIO BIRINGUCCIO
Siena 1480 – 1537 Rom
57 l Pirotechnia. Li Diece Libri Della Pirotechnia, Nelli quali si
tratta non solo la diversità delle minere, ma ancho quanto si
ricerca alla prattica di esse: e di quanto s’appartiene all’arte
della fusione ouer getto de metalli, e d’ogni altra cosa à questa
somigliante. Comin da Trino di Monferrato 1559. Venice, 1558.
Kl.-4°. Titel innerhalb des Holzschnittrandes und mehrere Holz-
schnitt-Illustrationen im Text. 8 Bll., 168 Bll. Pergament.
Adams B2083; Duveen p. 80; Brunet I, 954.
Dritte Auflage des ersten systematischen Buches über den Berg-
bau und das Hüttenwesen; nach Cyril Stanley Smith sind sowohl die
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zweite Auflage von 1550 wie auch die dritte Ausgabe weit besser als
die erste von 1540, da «die Schrift abgenutzt, schlecht ausgerichtet,
und als feste Masse ohne Absatz angeordnet ist» – Smith & Gnudi,
The Pirotechnia (1943). [41805].
€ 4800.–
25Bücher Stuttgart 2020
ABRAHAM BOSSE
1602 – 1676
58 l Radier-Büchlein / Handelt von der Etzkunst / Nemlich:
Wie man mit Scheidwasser in Kupffer etzen / das Wasser / wie
auch den harten und weichen Etzgrund machen solle; Daneben
Kurtzer Beschreibung / wie die Kupfferplatten abzudrucken;
die Drucker-Presse zu machen/und was man sonsten darbey
in acht zu nehmen hat. Erstmals durch Abraham Bosse, be-
rühmten Kupfferstechern zu Paris… Sampt einer Zugabe / von
der Herold-Mahl- und Reiss-Kunst / mit darzugehörigen Figu-
ren durch Georg Andream Böcklern. 10 Bll., 201, +7 SS. Mit gest.
Frontisp., 18 Kupfertaf., 1 Textkupfer u. zahlr. Vign. sowie Initialen.
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
HLbd. d. 19. Jhdts. Anfangs u. Schnitt mit durchgehend kleine
Braunflecken. Nürnberg Paul Fürst, 1689.
VD 17 3:606080Y; Graesse I, 501; Ornamenstichkat., Bln. 4652.
Das klassische Werk über Kupferstich- u. Radierkunst in der drit-
ten deutschen Ausgabe von Georg Andreas Böckler. Erschien erst-
mals 1645 in Paris: «Traicte des manieres de graver en taille douce».
[44085].
€ 1600.–
JEAN BOULENGER
59 l La Geometrie ou mesure des lignes droittes esloignee, par
le quarrè geometrique. Mit gest. Titel, 71 Kupfern im Text, 8 kl.
geometr. Holzschn. u. zahlr. Holzschn. Vign. u. Init. 3 Bll., 174 (recte
172), 8 SS. Pappbd. d. Zt. Paris, Jean Moreua, 1627 (überschrieben
1628). 4°.
BM (Short Title French Book cat.) B1593.
Zweite Ausgabe dieser äusserst seltenen und schön illustrierten Ver-
messungslehre. Der Mathematiker Jean Boulenger war einer der
«Commissaires », zusammen mit Etienne Pascal, Mydorge, Beaug-
rand, Herigone, die von Richelieu beauftragt waren, die Entdeckung
von Morin zu untersuchen. Boulenger rühmte sich, eine Methode
zur Bestimmung des Längengrades gefunden zu haben. Besitzer-
www.augustlaube.ch
stempel auf Titel und letztem Blatt. Sauberes, gutes Exemplar im
Originalpappband. [37989].
€ 3500.–
BIRGITTA (SUECICAE)
60 l Revelationes sancte Birgitte. 18 S. Holzschnitte (7 ganzsei-
tig, 51 kleinere die zu 10 ganzen Seiten zusammengestellt sind mit
Text dazwischen und 1 halbseitiger Magister Magnus darstellend).
310 n.n. Bl. (von 312). Kalbldr. d. 16. Jhdts. mit Blindprägung, 2
Schliessen und 9 (von 10) Messingbeschlägen. Nürnberg, Anton
Koberger, 21. September 1500. Folio.
HC 3025. Goff B-688. GW 4392. Pell-Pol 3001. BMC II, 445. BSB
Ink-B-531. Schreiber 3504. Schramm XVII, 600-617. Meder S. 278,
XII.
Erste Koberger Ausgabe. Die Offenbarungen von St. Birgitta (1303–
1373), der 1391 heilig gesprochenen Schutzpatronin Schwedens,
aus dem Schwedischen ins Lateinische übersetzt von ihrem Beicht-
vater Petrus Olavi von Alvastra und Matthias von Linköping. Diese
zweite lateinische Ausgabe wurde auf Weisung Kaiser Maximilians
durch seinen Sekretär Florian Waldauf von Waldenstein herausge-
geben. Die Illustrationen, hier erstmals verwendet, lehnen sich ikono-
graphisch an die Lübeker Ausgabe von 1492 an. [41106].
€ 50'000.–
26Bücher Stuttgart 2020
DANIEL BRUCKNER
1707 – 1781
61 l Versuch einer Beschreibung historischer und na-
türlicher Merkwürdigkeiten der Landschaft Basel. 23
Stücke in 7 Bänden. 8° (20:12 cm). 1–3077, 15 n.n. Re-
gister SS. Mit insg. 109 tls. gefalt. Kupfertafeln, eingeteilt in 6 ge-
falteten Kupferstichkarten, 54 Ansichten, 26 Falttafeln mit Antiken
aus Augst und 23 Falttafeln mit Abbildungen von Versteinerungen,
alles in Kupferstich gestochen von Johann Rudolf Holzhalb, Chovin und
Dublon nach Emanuel Büchel, sowie mit zahlreichen Textabbildungen
in Holzschnitt. Pgt d. Z. mit hs. Rückentitel. Basel, Emanuel Thurneysen,
1748–63.
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
Wäber 112; Lonchamp 465; Haller I, 841; Barth II 19683; Trachsler.
Das vielseitige Werk von Emanuel Büchel (1973), 37f. Der Basler
Jurist und Notar erwarb sich seine herausragenden Kenntnisse der
Lokalgeschichte durch systematische Inventarisierung von Archiv-
beständen der Stadt Basel und der Landvogteien. Die ersten 22 der
insgesamt 23 Teile dokumentieren Geschichte und Archäologie, er-
wähnen aber u.a. auch Versteinerungen und als Heilmittel genutzte
einheimische Kräuter. Der sehr reich illustrierte, letzte Teil widmete
Daniel Bruckner der Römerstadt Augusta Raurica. Sehr sauberes,
schönes Exemplar. [99037].
€ 17'000.–
ASTLEY (PASTON) COOPER
62 l Anatomische Beschreibung und chirurgische Behandlung
der Unterleibsbrüche. Nach der zweiten von C. Aston Key besorg-
ten Ausgabe. Aus dem Englischen übersetzt. Weimar, Landes-In-
dustrie-Comptoir, 1833. 4°.
Mit 26 Kupfertafeln, davon 1 koloriert. VII, 248 SS. Ppbd. d. Zt. mit
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Rückenschild (leicht berieben). Hirsch II, 69. Deutsche Ausgabe von
Coopers (1768–1841). «The Anatomy and surgical treatment of in-
guinal and congenial hernia» (EA London, 1803), in der Cooper, der
bedeutendste englische Chirurg im ersten Drittel des 19. Jahrhun-
derts, viel von seinen eigenen praktischen Erfahrungen einfliessen
liess. Tadelloses Exemplar. [42169].
€ 700.–
27Bücher Stuttgart 2020
WILLIAM COWPER
1666 Petersfield, England 1709
63 l The anatomy of the human body with figures drawn after the
life by some of the best masters in Europe. Gr.-Fol. mit gest. Porträt
Cowpers in Mezzotinto, gest. Frontispiz, gest. Titel mit Vignette und
114 Kupfertafeln Davon 9 im Anhang, 7 unn. Bll. Einführung. 1 Blatt
Erklärungen je Tafel. 2 Bll Index am Schluss. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über
7 Bünden. Stehkantenvergoldung (Deckel etwas berieben, Kapitale de-
fekt, Ecken und Rücken rest.). Innendeckel repariert. Oxford and Lon-
don. Sam. Smith and Benj. Walford, 1698.
Chuland. History and bibliography of anatomical illustration (1945).
Provenienz: Library of the Medical Society of the County of Kings, Ex-
August Laube Buch- und Kunstantiquariat since 1922
libris und Ausscheidungsstempel (Titel und Tafeln verso gestempelt);
Library of J. H. Hunt, M. D. 27 Bedford Ave., Brookyn, L,I,. (Stempel);
Handschr. Besitzervermerk «Henry Sam ...1840».
Neuausgabe der zuerst vom holländischen Chirurgen Godfried Bidloo
(1649–1713) publizierten anatomischen Tafeln. Zum Missfallen von Bid-
loo übernahm Cowper (1666–1709) vom Verleger je 300 Tafeln und ver-
öffentlichte diese, zusammen mit einem neuen Text, unter neuem Titel
und unter eigenem Namen. [44104].
€ 9200.–
WILLIAM CURTIS
1746 – 1799
64 l The Botanical Magazine; or, Flower-Garden Displayed:
London. Teile 1–38 gebunden in 19 Bänden. Portrait von William Cur-
tis und Widmung mit Vorwort. 1593 radierte und kolorierte Tafeln mit
dazugehörendem Text. Jeder Band mit Index. Kalbsleder d. Zeit mit
Goldverzierung auf dem Rücken und roten Rückenschilder, (fünf Bände,
Rücken leicht gebrochen). London, Stephen Couchman, 1787–1813.
Exlibris von Richard-Cope Hopton, esq. of Canon von (1738–1810)
Manuscript Eintrag seiner Frau Dorothy Hopton, Tochter von James
Nelson esq. of London verehelicht zu ihrem Ehemann im Januar 1817.
www.augustlaube.ch
Curtis arbeitete zunächst als Apotheker in Hampshire und London,
wohin er im Jahr 1766 umzog. Bald gab er sein gesichertes Berufs-
leben auf um sich ganz der Flora und Fauna zu widmen, über wel-
che er Vorträge hielt. 1777 eröffnete er seinen eigenen Botanischen
Garten in London und veröffentlichte am 1. Februar 1778 seine
erste Ausgabe des Botanischen Magazins. Die Illustrationen geben
einen ausserordentlichen Einblick in die Blumenmode und Pflan-
zeneinführung in Grossbritanien über die letzten zwei Jahrhunderte.
In der kleinen oktave Grösse, ausgeschmückt mit nur drei Farbtafeln und
der gedruckten Kurzbeschreibung der dargestellten Pflanzen war das
Journal ein sofortiger Erfolg. Die erste Tafel in dieser Ausgabe wurde von
James Sowerby gezeichnet. Der dominierende Künstler in den ersten
Erscheinungsjahren war jedoch Sydenham Teast Edwards (1768–1819).
Er war wärend 27 Jahren für die Tafeln verantwortlich. 1792 übernahm
Francis Sansom diese Arbeit. Wie Curtis im Vorwort der ersten Ausgabe
feststellt wurden die Zeichnungen immer nach den Lebenden Pflanzen
gezeichnet und so naturnah von Hand koloriert wie nur möglich. Die Illust-
rationen wurden bis 1948 von Hand koloriert, erst als die das Magazin auf
photographische Reproduktion umstellte wurde diese Arbeit eingestellt.
Curtis starb als die Zeitschrift ihren dreizehnten Band fertigstellte. Sein
Freund John Sims (1749–1831), Botaniker und Arzt, wurde der neue
Herausgeber. Sims benannte die Publikation in Curtis‘s Botanical Ma-
gazine um. 1826 übernahm William Jackson Hooker (1785–1865) die
Redaktion. [364001].
€ 9000.–
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