INLINE - "Ich bin hartnäckig und unermüdlich." - FH Schweiz

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INLINE - "Ich bin hartnäckig und unermüdlich." - FH Schweiz
INLINE                           4 | 2019

   «Ich bin hartnäckig
   und unermüdlich.»
       THERESIA LE BATTISTINI,
       STARTUP-GRÜNDERIN
INLINE - "Ich bin hartnäckig und unermüdlich." - FH Schweiz
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 Building Competence. Crossing Borders.
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EDITORIAL | 3

                                                                   Benzin für die Wirtschaft
                                             St u d er             Wirtschaftszahlen, Beschäftigungs- und Arbeitslosenquoten – vieles
                               Guy
                                                                   deutet darauf hin, dass die Schweizer Wirtschaft grundsätzlich ro-
                                                                   bust unterwegs ist. Auf den zweiten Blick sind auch weitere Indika-
                                                                   toren zu finden: zum Beispiel, dass in kaum einem Land weltweit
                                                                   weniger Hochschulabgänger die Absicht haben, direkt nach dem
                                                                   Studium ihre eigene Firma zu gründen. Dies zeigt die Guesss-Stu-
                                                                   die 2018 auf, die in 54 Ländern durchgeführt wurde. Hinter der
                                                                   Schweiz liegt nur noch Japan. Es ist erfreulich, dass Studienabgänger
                                                                   in der Schweiz leicht eine gute Anstellung finden. Zu leicht aller-
                                                                   dings, so die andere Sicht. Etwa die von Rolf Arni. Die Schweiz
                   Leitung Redaktion
                                                                   biete zu viele gute Alternativen zur Selbstständigkeit nach dem Stu-
                                                                   dium und damit zu Innovation. Arni ist Mitbegründer des Impact
                                                                   Hub Bern und ist hautnah dran an der Startup-Szene (siehe Seite
                                                                   24). Er sieht aber auch eine positive Entwicklung, nämlich dass im-
                                                                   mer mehr junge Leute ihre eigene Idee verwirklichen wollen und
                                                                   Startups gründen. Auch das Kapital, welches in Schweizer Startups
                                                                   fliesst, wächst von Jahr zu Jahr (siehe ab Seite 18). Eine wichtige
                                                                   Entwicklung. Innovation ist bekanntlich die Schweizer Trumpfkar-
                                                                   te im internationalen Wettbewerb. Und Startups nehmen mittler-
                                                                   weile eine wichtige Rolle ein als Innovationstreiber. Dass auch
                                                                   Fachhochschulen viel dafür tun, um Startup-Gründerinnen und
                                                                   -Gründer auszubilden und zu fördern, ist nicht nur Tugend, son-
                                                                   dern Notwendigkeit. Könnten sie noch mehr tun? Ansätze dazu
                                                                   gibts weiter hinten im Heft.Viel Spass beim Lesen.

                                                         Adresse                                  Ausgabe#66                        Druck
                                                         FH SCHWEIZ                               Titelbild                         beagdruck – Multicolor Print AG
                                                         Konradstrasse 6, 8005 Zürich             Linda Pollari                     Maihofstrasse 76 , 6006 Luzern
INLINE ist das offizielle Mitteilungsorgan
                                                         Tel. 043 244 74 55                       Bild                              Auflage
für die Mitglieder von FH SCHWEIZ.
                                                         mailbox@fhschweiz.ch, www.fhschweiz.ch   Linda Pollari, Samuel Schalch,    44 900 Exemplare
Herausgeber                                              Redaktion                                Julian Rüthi                      Erscheinung
FH SCHWEIZ, Dach­verband Absolventinnen                  Guy Studer (Leitung)                     Beratung und Verkauf              Viermal im Jahr (Februar, Mai, August, November)
und ­Absolventen ­Fachhochschulen                        guy.studer@fhschweiz.ch                  Adrian Lüthi                      Nächste Ausgabe
FH SUISSE, Association faîtière des diplômés             Larissa Speziale                         adrian.luethi@fhschweiz.ch        Erscheint am 17. Februar 2020
des Hautes Ecoles Spécialisées                           larissa.speziale@fhschweiz.ch            Valentina Altorfer                Insertionsschluss
SUP SVIZZERA, ­­­­Associazione dei diplomati             Mitarbeitende dieser Ausgabe             valentina.altorfer@fhschweiz.ch   10. Januar 2020
delle Scuole Universitarie Professionali                 Valentina Altorfer, Selina Brunner,      Gestaltung                        Abonnement
UAS SWITZERLAND, Association of Graduates                Claudia Heinrich, Katja Iseli,           bmedien                           Jahresabonnement Fr. 35.– inkl. Porto,
of Universities of Applied Sciences                      Rainer Kirchhofer, Claudio Moro          Bahnhofstrasse 14, 9471 Buchs     Bestellung Tel. 043 244 74 55
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4 | PUBLIREPORTAGE

Fliegen Sie mit uns in die Zukunft!
  Wir entwickeln und bauen Flugzeuge, die um die Welt fliegen – mit Leidenschaft, Innovation und
  Kompetenz! Ihr Talent und Ihre Persönlichkeit sind der Treibstoff für den gemeinsamen Erfolg. Wir
   sind neugierig und offen für Technik und Wissenschaft, aber vor allem für Begegnungen und für
      Menschen. Wir haben die Zukunft vor Augen und freuen uns auf Ihre Onlinebewerbung auf
                                    www.pilatus-aircraft.com/jobs.

                     Mitarbeitende entwickeln –
                     eine lohnende Investition                                  Für Hochschulabgänger:

                     «Mitarbeitende entwickeln sich durch die Auf-              • Business Intelligence Specialist (m/w)
                     gaben und die Verantwortungen, die ihnen                   • Customer Support Engineer (m/w)
                     übertragen werden. Doch liegt es in unserer                • Senior Manager New Projects (m/w)
                     Hand, diese Mitarbeitenden zu erkennen und
                     die richtigen Potenziale zu fördern.»
                                                                                Für ausgelernte Fachkräfte:
                     Kurt Bucher, Direktor Human Ressources
                                                                                • Montagemitarbeiter Vormontage (m/w)
                                                                                • Anlagen- und Apparatebauer als Strukturbauer (m/w)
                     Heb mit uns ab!                                            • Flugzeuglackierer (m/w)

                     «Die Berufsbildung ist ein sehr wichtiges, un-
                     glaublich spannendes und dynamisches Auf-                  Für die Berufswahl:
                     gabengebiet. Trends, Entwicklungen und allge-
                     meine Veränderungen erkennen wir rechtzeitig               • Informatiker Systemtechnik EFZ (m/w)
                     und handeln vorausschauend.»                               • Konstrukteur EFZ (m/w)
                                                                                • Produktionsmechaniker EFZ (m/w)
                     Fabienne Mühlebach,
                     Mitarbeiterin Berufsbildung

Nationaler Bildungspreis 2017

                                               Für das Engagement im Bereich
                                               Berufsbildung ist die Pilatus Flug-
                                               zeugwerke AG im Jahr 2017 mit
                                               dem Nationalen Bildungspreis aus-
                                               gezeichnet worden. Dieser Preis wird
                                               von der Hans Huber Stiftung und
                                               der Stiftung FH SCHWEIZ verlie-
                                               hen.
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INHALT | 5

     FH SCHWEIZ
 6 Kommentar und Bildungspolitik

 7 News, Kurzinterviews und Infos
                                                                                          13
     STIFTUNG FH SCHWEIZ
11 FH-Botschafter Jörg Hertig erzählt von seinem
     Einsatz an der Maturanden-Messe

                                                                                   Mediterranes Ambiente an der
     EVENTS                                                                        FH-Nacht in Locarno

13 Ein Hauch von Glamour: Die FH-Nacht

                                                                22
     am Locarno Festival

     THEMA STARTUPS
14 Mit Puppen die Kindheit verlängern – Theresia
     Le Battistini tritt gegen Spielzeug-Giganten an

18 Was genau ist ein Startup? Woher kommt das Geld?
     Was tun die FHs? Eine Übersicht

22 Professionell erstellte Lebensläufe als Geschäftsidee:
     Rebecca Greters Firma ciivii ist voll ausgelastet
                                                            Hat ihre Marktlücke im HR-Bereich entdeckt:
24 Was tut sich in der Szene? Kaum einer kennt die
                                                            Startup-Gründerin Rebecca Greter
     Szene wie «Startupper» Rolf Arni

34 Was wäre meine Startup-Idee? Zu Besuch bei der

                                                                            40
     ZHAW School of Engineering

     ANGEBOTE FÜR MITGLIEDER
26 Valentinas Tipp sowie aktuelle Angebote
     für FH-SCHWEIZ-Mitglieder

     UNSER NETZWERK
40 Von der HR-Chefin bis zum Bundesrat:
     So pflegt FH SCHWEIZ sein Netzwerk

     SCHLUSSPUNKT                                                          Zum Lunch mit Guy Parmelin in Bern –
45 Jana Jutzi teilt sich bei Careerplus ihren Chefjob mit
                                                                           Beiratssitzung einmal anders
     einer Kollegin – und erklärt, wie das klappt
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6 | FH SCHWEIZ

      Dafür setzt sich FH SCHWEIZ
      in der Politik ein                                                  Für einen besseren
                                                                          Zugang zu Therapie
      Mehr Anreize für Pflegestudium an einer FH                          Der Fachbereich der Angewandten Psy-
      FH SCHWEIZ hat im Vernehmlassungsverfahren zur parla-               chologie ist ein bedeutender Teil der
      mentarischen Initiative «Für eine Stärkung der Pflege - für         Fachhochschulwelt. Er leistet
      mehr Patientensicherheit und mehr Pflegequalität» im Au-            auch einen wichtigen Beitrag
      gust eine Stellungnahme eingereicht. Darin begrüssen wir,           zur Ausbildung von Psycho-
      dass Personen, welche eine Ausbildung in Pflege an einer            therapeutinnen und -thera-
      Fachhochschule absolvieren, finanziell mit Ausbildungsbei-          peuten. Mit der angestreb-
      trägen unterstützt werden sollen. Ausserdem ist die Sonder-         ten     Neuregelung       der
      finanzierung zur Erhöhung der Ausbildungsplätze in der              psychologischen Psychothe-
      Pflege positiv. Bei der genannten parlamentarischen Initia-         rapie im Rahmen der obliga-
      tive handelt es sich um einen indirekten Gegenvorschlag             torischen Krankenversicherung
      zur Pflegeinitiative. Die Kommission für soziale Sicherheit         (OKP) soll nun der Zugang zur Psy-
      und Gesundheit des Nationalrates (SGK-NR) hat einen                 chotherapie erleichtert werden. FH
      Vorentwurf für ein Bundesgesetz und drei Bundesbe-                  SCHWEIZ hat im Rahmen der Ver-
      schlüsse verabschiedet.                                             nehmlassung kürzlich eine Stellungnah-
         In Bezug auf das «Bundesgesetz über die Förderung der            me eingereicht, in der unser Verband
      Ausbildung im Bereich der Pflege» begrüssen wir die An-             die Ziele der Neuregelung unterstützt:
      strengungen, den Zugang zum Studiengang Pflege FH mit               Zugelassene Psychotherapeutinnen und
      gezielten Massnahmen zu verbessern. Dass Kantone Perso-             -therapeuten sollen auf ärztliche Anord-
      nen, welche die Ausbildung in Pflege an einer Fachhoch-             nung hin alle psychotherapeutischen
      schule absolvieren, mit Ausbildungsbeiträgen unterstützen           Leistungen selbstständig und auf eigene
      sollen, ist vorteilhaft. Dies dürfte zur Erhöhung der Attrak-       Rechnung erbringen können. Dies ver-
      tivität der Diplomabschlüsse für potenzielle Absolventin-           bessert nicht nur den Zugang zur Psy-
      nen und Absolventen beitragen. In Bezug auf den «Bun-               chotherapie, sondern baut auch Hürden
      desbeschluss über die Erhöhung der Ausbildungsabschlüsse            in der Versorgung psychisch kranker
      in Pflege an den kantonalen Fachhochschulen» begrüssen              Menschen ab. Zudem wird die Qualität
      wir die Erhöhung der Ausbildungsplätze in der Pflege FH             der Leistungserbringung verbessert.
      durch eine anreizorientierte Sonderfinanzierung sehr.                  Der im Verordnungsentwurf vorge-
      Doch die Schaffung von Ausbildungsplätzen allein genügt             schlagenen Beschränkung auf 30 Sit-
      nicht! Es ist aus unserer Sicht zentral, dass auch genügend         zungen sowie der stufenweisen Anord-
      Praktikumsplätze für die Studierenden in Spitälern, Pflege-         nung von je 15 Sitzungen steht FH
      heimen usw. angeboten werden können und entsprechend                SCHWEIZ hingegen kritisch gegen-
      zu fördern sind.                                                    über. Das zusätzliche klinische Jahr soll
                                                                          zudem bereits während der Weiterbil-
      Änderungen bei Abgeltung der Psychotherapie                         dung und auch unter Leitung einer an-
      FH SCHWEIZ hat zudem in der Vernehmlassung zur Neu-                 erkannten Psychotherapeutin bezie-
      regelung der psychologischen Psychotherapie im Rahmen               hungsweise eines Psychotherapeuten
      der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) teilge-               absolviert werden können. Dies auch,
      nommen und im Oktober eine Stellungnahme eingereicht.               damit Ausbildungsplätze langfristig ge-
      Heute können Leistungen der psychologischen Psycho-                 sichert sind und der Nachwuchs durch
      therapeuten und Psychotherapeutinnen nur zuhanden der               adäquate Fachpersonen ausgebildet
      OKP abgerechnet werden, wenn sie delegiert und unter                wird. Dies könnte allenfalls durch eine
      Aufsicht von dazu berechtigten Ärztinnen und Ärzten in              Praxisassistenz analog den Ärzten mit
      ihren Räumlichkeiten erbracht werden. Die Leistungen                Verrechenbarkeit in der OKP umsetz-
      gelten dabei als ärztliche Leistungen. Weiter erbringen psy-        bar sein. Die zukünftige Situation von
      chologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten              angestellten Psychotherapeutinnen und
      in eigenen Praxen dieselben Leistungen, die von Patientin-          -therapeuten ist in der Vorlage unklar. Es
      nen und Patienten allerdings selbst bezahlt oder über die           braucht weiterhin die Möglichkeit, psy-
      Zusatzversicherungen vergütet werden müssen. Zugelasse-             chotherapeutische Leistungen in einem
      ne psychologische Psychotherapeutinnen und Psychothera-             Anstellungsverhältnis zu erbringen.
      peuten sollen gemäss Verordnungsentwurf neu auf ärztliche
      Anordnung hin alle psychotherapeutischen Leistungen                 Katja Iseli,
      selbstständig und auf eigene Rechnung erbringen können.             Vorstand FH SCHWEIZ,
      Dafür sind Anpassungen in der Verordnung über die Kran-             Fachpsychologin, Vorstandsmitglied
      kenversicherung sowie in der Krankenpflege-Leistungsver-            Schweizerischer Berufsverband für
      ordnung nötig (siehe dazu Kommentar rechts).                       Angewandte Psychologie (SBAP)
                                                   Claudia Heinrich
                  Mehr zu den Themen: www.fhschweiz.ch/bildung-politik
INLINE - "Ich bin hartnäckig und unermüdlich." - FH Schweiz
FH SCHWEIZ | 7

«Dieses Pioniertum
liegt in unserer DNA»                                   «Spannende Informationen
                                                        direkt von höchster Ebene»

                                                    Warum bist du ein fhfriend?
                                                    Es macht Spass, ungezwungen Personen aus unter-
                                                    schiedlichen Branchen kennenzulernen, sich mit
                                                    diesen auszutauschen und so den eigenen Horizont
                                                    erweitern zu können. FH SCHWEIZ bietet mit all
                                                    ihren Alumni-Organisationen aus den unterschied-
                                                    lichsten Fachbereichen eine sehr gute Möglichkeit,                   Marcel Lüönd aus Brunnen,
Die ehemalige HTW Chur heisst seit Kur-             sich vielseitig zu vernetzen. Dadurch erfahre ich                    fhfriend, Wirtschaftsingenieur
zem FH Graubünden. Der neue Name ist                Trends aus Forschung und Bildung für die Zukunft.                    FH, zusätzlich EMBA,
gleichzeitig der Aufbruch in die Unabhän-           Dies wiederum hilft mir, beruflich bessere Progno-                   Unternehmensentwickler bei der
gigkeit vom Verbund der Fachhochschule              sen und Einschätzungen zu treffen.                                   Kummler+Matter EVT AG,
Ostschweiz (FHO). Deren verbleibende                                                                                     Mitglied Alumni FFHS
Teilschulen (FHS, HSR, NTB) organisieren            Welche Eindrücke nimmst du aus dem Stehlunch
sich neu in der FH OST. Die FH Graubün-             mit Bundesrat Guy Parmelin in Bern mit?
den wird per 1. Januar eigenständig, als ach-       Es war spannend, direkt Informationen rund um die
te und zugleich kleinste öffentlich-rechtli-        Bildung von «höchster Ebene» zu erfahren. Beson-
che Fachhochschule des Landes. Rektor               ders hat mich beeindruckt, dass Bundesrat Parmelin
Jürg Kessler (Bild) nimmt dazu Stellung:            auf persönliche Fragen zu seinem Ausbildungsweg
                                                    sehr offen Antwort gab. Spannend war auch zu er-
Welche Vorteile bringt die Eigenständig-            fahren, wie sich zukünftig die Bildungslandschaft
keit?                                               aus Sicht der Politik entwickeln wird.
Die selbstständige FH Graubünden kann
zusätzlichen Mehrwert schaffen. Das Ange-
bots-Portfolio wird vollständig nach den             fhfriends bietet die ideale Gelegenheit, sich in Themen rund um die Fachhochschulen einzubringen, mit
Bedürfnissen des regionalen und nationalen          Personen und Unternehmen in Kontakt zu kommen. Auch Personen ohne FH-Hintergrund können Mitglied
Marktes aufgebaut. Aber auch in Zukunft              werden. Die Mitgliedschaft bei fhfriends sichert exklusive Leistungen, darunter einen garantierten Platz
werden wir nicht alles anbieten können,                                                an Veranstaltungen von FH SCHWEIZ.
auch künftig bilden betriebswirtschaftliche
Aspekte Einschränkungen. Regional schaf-                                            www.fhschweiz.ch/fhfriends
fen wir aber Mehrwert, indem der Wert als
Standortfaktor für die Ansiedlung und Ent-
wicklung von Industrie, Wirtschaft und
Forschung in Graubünden verstärkt wahr-         Interview-Fortsetzung auf Seite 8

         Überholspur
         für Professionals
         Zeit- und ortsunabhängig studieren an der
         Fernfachhochschule Schweiz
                                                            MSc Business Administration                         MAS Industrie 4.0
                                                            Executive MBA                                       MAS Web for Business
                          l.
               f lexibe e n d .                             MAS Arbeit 4.0                                      MAS Business- & IT-Consulting
                   b e g le it
           beruf s       a l.
                  digit                                     MAS Business Law                                    MAS Gesundheitsförderung
                  f f hs .ch
                                                            MAS Wirtschaftspsychologie                          MAS Digital Education

                                                                                                                                      Zürich | Basel | Bern | Brig
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8 | FH SCHWEIZ

genommen werden kann. Die FH Grau-
bünden entspricht damit dem Bündner Bil-
                                                 pektive Masterstudiengang. Mehr als 80
                                                 Prozent davon kommen nicht aus Graubün-
                                                                                                Save the Date: Unsere
dungs- und Forschungsbedürfnis. Zudem            den. Auch als selbstständige Fachhochschule    Events 2020
erweitert sie das nationale Ausbildungsange-     setzen wir auf starke strategische Partner-
bot der Hochschu-len in Nischen. Damit           schaften. So sind wir auch in Zukunft an       Die beliebten Events von FH SCHWEIZ
tragen wir auch zu einem nationalen Mehr-        Kooperationen mit der künftigen Fach-          finden im kommenden Jahr wie folgt statt:
wert bei.                                        hochschule OST interessiert. Sowie selbst-
                                                 verständlich auch mit weiteren Hochschul-      • 7. FH-Nacht, 12. März, Zürich:
Haben Sie keine Bedenken, dass die FHGR          partnern.                                      VIP-Abend in der Tonhalle Maag mit Ge-
aufgrund ihrer Grösse und Lage gegen-                                                           spräch, Kurzkonzert, Jam-Session und Bar-
über den grossen FHs ins Abseits gerät?          Was ändert sich für die Alumni der FH          betrieb. www.fhschweiz.ch/fhnacht
Nein, überhaupt nicht. An der Lage hat sich      Graubünden?
ja nichts verändert. Die Herausforderungen,      Wir wollen alle Alumni-Jahrgänge der Ver-      • SwissSkills, 9.-13. September in
eine Fachhochschule in einer alpinen Re-         gangenheit und Zukunft noch verstärkter        Bern: FH-Botschafter nehmen dich mit
gion zu betreiben, sind hoch, das waren sie      über ihre ehemalige Bildungsstätte infor-      auf eine persönliche Tour durch die Ausstel-
aber bereits in der Vergangenheit. Für uns ist   mieren und damit dauerhafte Botschafterin-     lung.
unsere Lage ein Privileg, denn wir müssen        nen und Botschafter der FH Graubünden
frechere Ideen haben, wir müssen innovati-       bilden. Das Interesse an der Weiterentwick-    • 7. FH-Forum, 10. oder 11. Septem-
ver sein. Dieses Pioniertum liegt in der         lung ihrer Hochschule soll geweckt werden.     ber: im Stade de Suisse, Bern. 17.00 bis
DNA der Menschen in Gebirgsregionen              Als attraktive Anbieterin, auch in der Wei-    19.30 Uhr, Programm noch offen.
und so auch in Graubünden. Unsere Grösse         terbildung, heissen wir die Absolvierenden
ist zudem optimal, sodass wir auch in Zu-        als «Wieder-Studierende» willkommen. Als       • 5. Nationaler Bildungspreis, 17.
kunft agil auf Bedürfnisse der Wirtschafts-      attraktive Arbeitgeberin wünschen wir uns,     November: Wieder wird ein Unterneh-
und Forschungspartner eingehen können.           dass Ehemalige nach Erfahrungen in der         men oder eine Institution für die Verdienste
Dabei wollen wir nicht alles anbieten, son-      Berufs- oder Hochschulwelt zur FH Grau-        im Bereich der Berufsbildung ausgezeich-
dern setzen auf Angebote, die auch aus           bünden als Wissenschaftliche Mitarbeitende,    net. Diesmal in Winterthur an der ZHAW
unternehmerischer Sicht erfolgreich sind.        Dozierende, Professorinnen, Professoren        Gesundheit (Haus Adeline Favre).
Im laufenden Semester haben wir über             oder in anderen Funktionen an ihre «Alma
1800 Studierende in einem Bachelor- res-         Mater» zurückkehren.                    gus   Infos folgen unter www.fhschweiz.ch/events

                        Mit Vorsprung in
                        die Zukunft
                        Weiterbildungen am Puls der Zeit.
                        Hier eine Auswahl:
                      – CAS Instandhaltungsmanagement
                      – CAS Industrie 4.0 –
                        von der Idee zur Umsetzung
                      – CAS Big Data Analytics,
                        Blockchain and Distributed Ledger

  Anmeldung und weitere Informationen:                                                              Nächster Infoabend:
  www.zhaw.ch/engineering/weiterbildung                                                             27. November 2019
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FH SCHWEIZ | 9

      «FH-Anliegen können gestärkt werden»
Christian Wasserfallen,                                                                        Welche bildungspolitischen Schwerpunk-
                                                                                               te wirst du in der kommenden Legislatur
Präsident unseres Dachver-                                                                     setzen?
bandes, ist erwartungsgemäss                                                                   Etwas vom Wichtigsten steht bereits in der
                                                                                               kommenden Wintersession an: die Budge-
für den Kanton Bern in den                                                                     tierung des gesamten BFI-Bereichs. Es ist
Nationalrat wiedergewählt                                                                      jedes Mal ein Kampf um die nötigen Mittel.
                                                                                               Auch die BFI-Botschaft wird ein wichtiger
worden. Im Interview nimmt er                                                                  Meilenstein. Denn nach wie vor gehen die
Stellung zu seinem weiteren                                                                    Studierendenzahlen hoch und die Anforde-
                                                                                               rungen steigen. Man will Gesundheitsberu-
bildungspolitischen Engage-                                                                    fe stärken, gleichzeitig bei Forschung und
ment und für die FH-Welt.                                                                      Innovation bei den Leuten sein. Gerade
                                                                                               Letzteres ist so wichtig für die Schweiz,
Erst einmal herzliche Gratulation zu                                                           unser USP und eine grosse Chance für die
deiner Wiederwahl. Konntest du dir                                                             Zukunft. Doch dazu muss der Bund auch
bereits einen Überblick über die bil-                                                          genügend Mittel zur Verfügung stellen.
dungspolitische Zusammensetzung des             Chancen siehst du hier für unsere
«neuen» Nationalrats verschaffen?               FH-Anliegen?                                   Wo liegen deine Prioritäten im Bereich
Vielen Dank. Ich habe immerhin schon            Auf jeden Fall gute Chancen. Denn die FH-      der Weiterbildung?
mitbekommen, dass verschiedene junge            Welt ist generell stark gewachsen. Das haben   Wofür wir noch Lösungen brauchen, ist die
Leute mit Berufsbildungs- und Hochschul-        die Parlamentarier auch in ihren jeweiligen    Problematik 50plus. Wie muss die Weiterbil-
bildungshintergrund neu ins Parlament ge-       Kantonen mitbekommen. FH-Anliegen              dung aussehen, damit man die Arbeitnehmer
wählt worden sind. Nun gilt es, sie und ihre    können so auch in der WBK gestärkt wer-        bis zum Pensionsalter im Arbeitsmarkt be-
Absichten besser kennenzulernen. Darauf         den. Doch auch die FH-Welt selber muss         halten kann? Auch Arbeitgeber sind betrof-
freue ich mich. Mehr kann ich noch nicht        sich Gehör verschaffen, unter anderem auch     fen, etwa bei den höheren Lohnnebenkos-
sagen. Doch ich denke, dass bildungspoliti-     durch unseren Verband, den einzigen natio-     ten, wo ältere Arbeitnehmer verglichen mit
sche Anliegen auch in dieser Legislatur all-    nalen Dachverband, der Interessen von FH-      jüngeren einen Nachteil haben. Wir müssen
gemein wieder einen starken Stand haben         Absolventen vertritt. Aber auch die Rekto-     über neue Ansätze nachdenken, das Weiter-
werden.                                         rinnen und Rektoren der Fachhochschulen        arbeiten im Alter attraktiver zu gestalten.
                                                könnten sich auf der politischen Bühne et-     Hier sehe ich zudem neue Chancen und
In der WBK des Nationalrats wird es nun         was mehr Gehör verschaffen, auch im Ver-       Aufgaben im Bereich der Forschung und
zu einigen Wechseln kommen. Welche              gleich zu den Unis.                            Weiterbildung an den Fachhochschulen.

Juristische Fachkräfte                          FH-Absolvent räumt                             Bachelorstudiengänge
schliessen sich an                              bei Startup Night ab                           erhalten Gütesiegel
Unser Dachverband kann ein neues Mit-           Ende September lud der Entrepreneur Club       Hohe Auszeichnung für die ZHAW School
glied begrüssen. Die Swiss Paralegal            Winterthur zum dritten Mal zur Startup         of Management and Law (ZHAW SML).
Association vereint Fachkräfte, die über        Night. 1300 Besucher fanden gemäss Mit-        Die Foundation for International Business
ein breites juristisches Basiswissen verfügen   teilung den Weg in den Technopark, um          Administration Accreditation (FIBAA) hat
und dieses in verschiedenen Bereichen ein-      einerseits den Keynotes zu lauschen und an-    ihr Ende Juni für die beiden Bachelorstu-
setzen. Sie ergänzen und entlasten Juristen     dererseits den Preisverleihungen beizuwoh-     diengänge Betriebsökonomie und Wirt-
und tragen zur Effizienzsteigerung in Fir-      nen. Dabei gingen 1000 Franken für das         schaftsinformatik das Premium-Siegel ver-
men bei. Die Mitglieder haben ihr Wissen        innovativste Startup an das junge Unter-       liehen. Dieses Gütesiegel vergibt die FIBAA
unter anderem an Fachhochschulen erwor-         nehmen Okomo, welches Online-Lösun-            nur an etablierte Studiengänge, die im Rah-
ben. Entsprechende Weiterbildungsangebo-        gen für Firmen anbietet, um die Interaktion    men des Akkreditierungsverfahrens exzel-
te (CAS, DAS, MAS) werden an der ZHAW           mit Kunden zu pflegen, die aber selber nicht   lente Qualität in Studium und Lehre aus-
School of Management and Law, der FFHS,         die Ressourcen dazu haben. Gründer und         weisen können. Schweizweit sind diese
der FHNW sowie an der Haute École Arc           CEO ist ZHAW-Absolvent Philipp Rutz.           beiden Studiengänge die einzigen, die über
(Neuchâtel, Bern, Jura) angeboten. Die offi-    Auch hinter der Startup Night steht ein        dieses Siegel verfügen, wie die ZHAW SML
zielle Aufnahme der Swiss Paralegal Asso-       FH-Absolvent: Raphael Tobler ist Präsident     mitteilt. Die FIBAA ist eine national wie
ciation in den Dachverband FH SCHWEIZ           des Entrepreneur Clubs Winterthur und zu-      international erfahrene Agentur der Quali-
ist für die Delegiertenversammlung vom 12.      dem Mitgründer der Studienbewertungs-          tätssicherung, die nicht gewinnorientiert
März 2020 traktandiert.                         plattform Eduwo.                               arbeitet.
INLINE - "Ich bin hartnäckig und unermüdlich." - FH Schweiz
10 | FH SCHWEIZ

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       Storys auch nützliche Inhalte und praktische Tipps für Beruf und Karriere. Also,
       schau rein und klicke dich durch. Hier zwei Beispiele, mehr gibts online ...

     Arbeitnehmer, Papa, Student
     Es ist neun Uhr abends. Philipps Frau ist soeben ins Bett, müde von einem lan-
     gen Arbeitstag. Sie hatten ein paar Minuten Zeit zum Miteinander-Reden,
     doch eigentlich waren beide zu müde, und die Küche musste auch noch ge-
     macht werden. Zwischen halb sieben und halb neun hat Philipp seine beiden
     Kinder, neun Monate und zweieinhalb Jahre, ins Bett gebracht. Bald ist auch
     für ihn Schluss. Denn morgen muss er zur Vorlesung an die FHNW. Er stu-
     diert dort in Teilzeit Betriebsökonomie, im dritten von acht Semestern. Da-
     neben arbeitet er 60 Prozent im Treuhandbereich, engagiert sich unter ande-
     rem als Klassensprecher und schreibt Kolumnen. Warum tut er sich das an?
     Wie schafft er den Balanceakt zwischen Familie, Beziehung, Studium und
     Arbeit, seine «heilige Vierfaltigkeit»? Auf fhnews.ch erzählt Philipp Schimeck
     unterhaltsam von seinem Leben, seiner Sicht darauf und regt auch mal zum Nach-
     denken an.

                                      Wann wird das Kind, das man einst war,
                                       zum Erwachsenen?
                                             2013 kommt Estelle gerade von vier Monaten Sprachreise auf Kuba zurück. Sie
                                              weiss nicht, was sie in ihrem Leben machen möchte, welche Schule sie wählen
                                              soll oder wer sie werden möchte. Ihre Freunde sind überall in Europa verstreut
                                              und scheinen ihr Leben mit beunruhigender Leichtigkeit zu leben. Sie da-
                                              gegen bleibt zu Hause, mit dem Gefühl, etwas verpasst zu haben. In diesem
                                             Moment entsteht die Idee zum Animationsfilm «Braises». Die HSLU-Studen-
                                            tinnen Estelle Gattlen und Sarah Rothenberger erzählen auf ihre ganz eigene
                                           Weise darin von diesem entscheidenden Moment zwischen Jugend und Erwach-
                                         sensein, dem Moment, in dem wir entscheiden müssen, was wir tun und wo wir
                                      leben wollen, auch wenn wir manchmal völlig verloren sind.
STIFTUNG FH SCHWEIZ | 11

                 «Eine bereichernde Erfahrung»
           Die erste Maturanden-Messe war aus Sicht der Stiftung FH SCHWEIZ ein voller
            Erfolg. FH-Botschafter konnten Studieneinsteigern wertvolle Tipps mitgeben.

                                                                                           S  ie kamen, informierten sich, und wer es wirklich
                                                                                              wissen wollte, schaute auch bei «Dä Chef-Träff» von
                                                                                           FH SCHWEIZ vorbei. Anfang September besuchten
                                                                                           Absolventen der Berufsmatura, Fachmatura oder der
                                                                                           gymnasialen Matura die erste Maturanden-Messe in
                                                                                           Zürich-Oerlikon. Bildungsanbieter und Arbeitgeber
                                                                                           boten Informationen zu den verschiedenen Studien-
                                                                                           möglichkeiten und Karrierechancen.

                                                                                           Einstündiges Beratungsgespräch
                                                                                           «Dä Chef-Träff», der Infostand von FH SCHWEIZ,
                                                                                           wurde dank der Unterstützung durch die Stiftung FH
                                                                                           SCHWEIZ möglich. Schulabgänger konnten hier in
                                                                                           ungezwungener Atmosphäre mit FH-Botschafterinnen
                                                                                           und -Botschaftern ins Gespräch kommen und erhielten
                                                                                           von diesen wertvolle Tipps und Ratschläge. Auch für
                                                                                           die Botschafter ergaben sich spannende Einblicke, wie
                                                                                           Jörg Hertig, Inhaber und Geschäftsführer der EPIT
                                                                                           Consulting GmbH, erzählt: «Ein junger Absolvent der
                                                                                           gymnasialen Matura kam auf mich zu und hat direkt
                                                                                           gefragt, was er nun tun solle», erzählt der FH-Botschaf-
                                                                                           ter. Daraus habe sich ein einstündiges Gespräch entwi-
                                                                                           ckelt. «Wir mussten erst herausfinden, was seine Interes-
                                                                                           sen und Stärken sind. Ich war erstaunt, dass dies bei
                                                                                           einem Maturanden nicht bereits geklärt ist, war aber
                                                                                           umso mehr froh, dass ich ihm dabei helfen konnte», so
                                                                                           Hertig. Die Quintessenz: eine Tätigkeit wählen, die man
                                                                      Bild: Timur Geyran

                                                                                           auch in zehn Jahren noch gerne macht. Hertig berät
                                                                                           auch am RAV in Zug Menschen, die bereits etliche Be-
                                                                                           rufsjahre hinter sich haben. «Der Kontakt mit einem
                                                                                           Studieneinsteiger war deshalb auch für mich eine be-
                                                                                           reichernde Erfahrung», so sein Fazit.
                                                                                                                                   Rainer Kirchhofer
       Jörg Hertig, Inhaber und Geschäftsführer der EPIT Consulting                        Mehr Infos und Bildergalerie:
       GmbH, im Gespräch mit einem frischgebackenen Maturanden.                            www.https://www.fhschweiz.ch/maturanden-messe-2019
                                                                                             

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keiten ent­decken und dass noch mehr
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                                                            Spass haben

                                                                                e info@esl.ch t +41 44 397 17 00
                                                                                              www.esl.ch

              unabhängig
       «Meine Unabhängigkeit möchte ich
auch in Zukunft behalten. Deshalb ist mir wichtig,
   dass auch mein Altersguthaben möglichst
              unabhängig bleibt.»
                       Corinne L’Epée
      Verantwortliche Finanz-Controlling, Ingenieurbüro

                                                                                             Zertifikat
                                                                                          «Vegetarismus»
                          Pensionskasse der
                          Technischen Verbände
                                                                                       ISIN: CH0489280914
                          SIA STV BSA FSAI USIC
                                                                                          Symbol: VEGATQ
                          3000 Bern 14
                          T 031 380 79 60
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13 | EVENTS

1

                                             2                                                                           3

                                                                                         4   1 | Gediegener Apéro in feierlicher
                                                                                             Atmosphäre im PalaCinema

                                                                                             2 | Sängerin Dagmar Segbers

      Una serata indimenticabile
                                                                                             überzeugte mit Stimmkraft und
                                                                                             Charisma

      Am 17. August war es wieder so weit:       und musikalischer Unterhaltung.             3 | War für die Begrüssungsrede
      FH SCHWEIZ führte die beliebte             Schliesslich   durften    die    FH-        besorgt: Franco Gervasoni, Direttore
      FH-Nacht wieder im feierlichen             SCHWEIZ-Mitglieder auf der Piazza           generale SUPSI
      Rahmen des Locarno Festival durch.         Grande im VIP-Bereich der Award-
      Die 200 Plätze waren aufgrund der          Verleihung sowie dem Hauptfilm              4 | Strahlende Gesichter auf dem roten
      grossen Warteliste aus dem Vorjahr         «Tabi no owari sekai no hajimari» von       Teppich - wie hier bei Silvia und
      rasch vergeben.                            Kiyoshi Kurosawa beiwohnen.                 Lorenz Bertsch
         Die Gäste liessen es sich nicht neh-       Was in Erinnerung bleibt, sind un-
      men, sich auf dem roten Teppich vor        vergessliche Eindrücke von einem            Fotos: Samuel Schalch

      dem ikonischen Leoparden-Logo ab-          stimmungsvollen Abend mit vielen
      lichten zu lassen. Es folgte der gesell-   sympathischen Menschen und bester
      schaftliche Teil mit köstlichem Aperi-     Unterhaltung.
      tivo im PalaCinema mit Ansprachen          Mehr Bilder: www.fhschweiz.ch/fhnacht

Wir danken den Partnern der 6. FH-Nacht für ihre Unterstützung

                                                                                                           Mehr Events:
                                                                                                      www.fhschweiz.ch/events
Bild: Linda Pollari
THEMA | 15

       Die Senkrechtstarterin
    Theresia Le Battistini ist Startup-Gründerin. 2016 lancierte sie «I’m a Girly» und
             drängt seither in den weltweiten Markt der Spielzeugpuppen.
      Sie wolle die Kindheit von Mädchen und Jungs etwas verlängern, sagt die
                             FH-Absolventin. Eine Begegnung.

L   ucy trägt eine schwarze Bikerjacke, Jasmin ein ele-
    gantes Galakleid. Lucys Haar ist glatt und lang, Jas-
mins lockig und wild. Beide lieben Mode und beide
                                                              in der Bank. Ich sprach auch mit meiner Familie und
                                                              fragte meine Freundinnen nach ihrer Einschätzung.
                                                              Und bald war mir klar: Die Idee passt, ich muss diese
sind Puppen der Marke «I’m a Girly» aus Zürich. Die           Chance packen!»
Puppen sind knapp 50 Zentimeter hoch und begeistern              Sie kündigte noch im Mutterschaftsurlaub ihren Job
Mädchen und Jungs in halb Europa. Mit ihnen tritt             und entschied sich, Unternehmerin zu werden. Damit
Theresia Le Battistini gegen Spielzeug-Giganten wie           wandte sie sich gegen die Sicherheit, was ihr jederzeit
Mattel und Hasbro an – und zeigt: Mit einer guten Idee        bewusst war. «Es gab natürlich Personen, die mir davon
erobert man die Welt.                                         abrieten. Sie sagten, ich sei verrückt. Anderseits: Mein
   Die FH-Absolventin gründete «I’m a Girly» vor drei         Ehemann hielt zu mir, er spürte, dass es das Richtige für
Jahren. Damals hatte sie noch kaum Ahnung von Pup-            mich war, und das war zentral. Wir waren beide bereit,
pen, aber sie wusste genau, was sie wollte. «Bei ‹I’m a       mit weniger Geld auszukommen.»
Girly› geht es nicht nur um die Puppe. Wir erschaffen
eine Erlebniswelt», sagt sie. Das heisst zum Beispiel: Jede   Kinder entwickeln für Kinder
Puppe hat einen eigenen Charakter, der in einem               Theresia Le Battistini besitzt eine gewinnende Art. Sie
Steckbrief ausformuliert ist. Die Kinder versuchen sich       sprüht vor Energie und kann mit ihrer Begeisterung
als Stylisten und wählen den zum Charakter passenden          andere mitreissen. Sie sagt, sie sei hartnäckig und un-
Look. Sie probieren mal das eine Outfit, mal das andere;      ermüdlich, wenn es darum gehe, etwas zu erreichen,
sie überlegen, was zu Lucy oder zu Jasmin passt, und          was sie anstrebe. Wenn sie sich für etwas entschieden
finden ganz neue Kombinationen – und hierfür bietet           habe, gebe sie alles dafür. «Das ist ein Vorteil, wenn man
«I’m a Girly» die Kleider, Schuhe, Taschen und den            sich auf ein Abenteuer wie die Gründung eines Startups
Schmuck. «Die Puppe neu einkleiden, frisieren, schmü-         einlässt.» Und diese Eigenschaft hatte ihr schon Jahre
cken, Geschichten darüber erfinden, die Geschichten           zuvor genützt: Nach
weitererzählen, sich mit Freundinnen austauschen, Spass       der KV-Lehre ent-
daran haben. Das ist die Idee», betont die Jungunter-         schied sie sich für das
nehmerin.                                                     berufsbegleitende Be-
                                                                                             «Bald war mir klar: Die Idee
                                                              triebsökonomiestudi-           passt, ich muss diese Chance
Sicheren Job bei Bank aufgegeben                              um an der HWZ in
Für diese Idee liess die 39-Jährige einiges hinter sich,      Zürich. «Ich arbeitete
                                                                                             packen!»
auch einen tollen Job bei einer Bank. Es ist Ende 2015:       seinerzeit Vollzeit bei        THERESIA LE BATTISTINI
Die FH-Absolventin war gerade Mutter geworden und             einer Telekom-Firma.
befand sich im Mutterschaftsurlaub. «Ich stellte mir be-      Daneben studierte ich
reits seit einiger Zeit die Frage, ob es das nun gewesen      und wollte zudem etwas vom Leben haben. Es war
sei: gute Ausbildung, guter Job, guter Verdienst, viel Si-    nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen, aber ich
cherheit. Ich beschäftigte mich in der Bank vor allem         zog es durch.» Sie sei keine Perfektionistin, und das er-
mit Zahlen, meine Neigung für Farben, Formen und              achte sie als Vorteil. Man müsse Prioritäten setzen kön-
Komposition kam zu kurz.» Sie sei damals mit ihrer            nen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. So sei
Tochter in einem Spielzeugladen gewesen und habe              man in der Lage, hohe Belastungen über längere Zeit
verwundert realisiert, dass die Puppen noch immer so          auszuhalten. Sich in Details zu verlieren, sei hingegen
aussahen wie früher. «Dieses Erlebnis krallte sich in mir     kontraproduktiv.
fest, es gärte eine Zeit lang vor sich hin, und dann hat es      Mittlerweile ist Theresia Le Battistini zweifache
Klick gemacht: Die Idee zu ‹I’m a Girly› war da. Ich sah      Mutter. Ihre Arbeitstage seien gespickt mit Entschei-
eine Möglichkeit, meine kreative Seite auszuleben.» Sie       dungen, und zu entscheiden gebe es einiges, und das
habe sich dann mit dem Puppenmarkt beschäftigt, viel          vom ersten Tag von «I’m a Girly» an. Nach der Grün-
analysiert, sich umgehört und Fachleute befragt. «Wie         dung folgte eine einjährige Phase der Produktentwick-
ich zu recherchieren hatte, wusste ich aus meinem Job         lung und Markenpositionierung. «Unser Zielpublikum
16 | THEMA

       sind Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Darum Gesicht. «Ich habe alles selber finanziert. Mein Mann
       haben wir die Puppen und Accessoires von Beginn weg und ich haben dafür auf ein Eigenheim verzichtet. Als
       mit Kindern in diesem Alter entwickelt. Sie haben uns die Puppen da waren, wussten wir wofür.»
       verraten, wie Puppen und Accessoires aussehen müss-
       ten, damit sie damit spielen würden. Diese Ideen haben Startup schafft Arbeitsstellen
       wir anschliessend so gut wie möglich umgesetzt.» Her- Planen kann man vieles, aber nicht alles. Und bisweilen
       gestellt werden die Puppen und Accessoires in China, gibt das Glück den entscheidenden Ausschlag: Zur Lan-
       wo der Grossteil der Spiel-                                                   cierung der drei ersten Puppen or-
       waren produziert wird. «Ich                                                   ganisierte die Jungunternehmerin
       hatte kein Know-how auf            «Das Startup ist sehr rasch                eine Party in Zürich. Mitarbeiten-
       diesem Gebiet. Ich flog nach       gewachsen. Im kommenden                    de des Traditionshauses Franz Carl
       Hong Kong und liess mich                                                      Weber bekamen Wind davon und
       vor Ort in die Herstellung         Jahr wage ich den                          schauten vorbei. Sie waren von den
       von Puppen einführen. Für          Sprung in die USA. Das ist                 Puppen derart begeistert, dass sie
       mich war alles neu. Ich                                                       sie gleich ins Sortiment aufnah-
       musste Produzenten aus-            ein Milliardenmarkt.»                      men, und zwar für das nahende
       wählen und Verhandlungen           THERESIA LE BATTISTINI                     Weihnachtsgeschäft. «So sind wir
       führen. Ich war sehr gefor-                                                   in der Retail-Welt gelandet, per
       dert. Ich musste viel aufneh-                                                 Zufall sozusagen», erzählt Le Bat-
       men und rasch lernen. Das                                                     tistini nüchtern. «Ursprünglich
       war ein Kraftakt.»                                      wollte ich einzig auf Online-Shopping setzen, und dann
          Nach einem Jahr war es schliesslich geschafft. Drei Franz Carl Weber. Vom Einzelhandelsverkauf hatte ich
       fertige Puppen und 120 Accessoires landeten in Zürich. keine Ahnung. Ich stand erneut vor Herausforderungen.
       «Stellen Sie sich die Begeisterung vor, als die Ware in Und auch das habe ich geschafft.»
       unserem Büro ankam. Das ist ein Moment, den ich nie       Glück und rasches Reagieren auf Herausforderungen
       vergessen werde», sagt die Unternehmerin mit Stolz im seien zwei wichtige Gründe für das schnelle Wachstum

   Machen Sie Ihren Weg

   Entdeckungsfreudig?
   Machen Sie eine Weiterbildung. hslu.ch/entdeckungsfreudig

    Architektur, Gebäude und Bau             Informatik und Wirtschaftsinformatik        Soziales
    Banking, Finance und Controlling         Kommunikation und Marketing                 Stadt- und Regionalentwicklung
    Design, Film, Kunst, Musik und Kultur    Management und Leadership                   Technik und Engineering
    Gesundheit                               Recht und Wirtschaftskriminalistik          Tourismus und Mobilität
THEMA/PUBLIREPORTAGE | 17

           ihres Startups, ist die FH-Absolventin überzeugt. Wich-                schenzeitlich unterstützen uns auch Mädchen und
           tig war auch die Präsenz an der Nürnberger Spielwa-                    Jungs aus London und Berlin bei der Produktentwick-
           renmesse einige Monate später. «I’m a Girly» ergatterte                lung. Sie liefern die Ideen für die neuen Modekollekti-
           in letzter Sekunde einen Ausstellerplatz und musste in                 onen, die wir jährlich auf den Markt bringen.»
           kurzer Zeit einen Stand kreieren, abermals eine neue
           Herausforderung. Und so ging es Schlag auf Schlag                      Etwas Kindheit zurückgeben
           weiter. «Es kam immer etwas Neues auf mich zu, und                     Theresia Le Battistini ist eine erfolgreiche Startup-
           das ist heute nicht viel anders.» Der grosse Unterschied               Gründerin. Sie ging ein grosses Risiko ein, das sich aus-
           sei jedoch, dass sie heute von zwölf Vollzeitangestellten              gezahlt hat. Sie gehe gerne zur Arbeit, sagt sie, das könne
           unterstützt werde, das gebe ihr Raum und Luft. «Das                    man als Detail abtun, aber für sie sei das wesentlich. Sie
           Startup ist sehr rasch gewachsen. Unsere Puppen gibt es                arbeite an neuen Produkten und hecke neue Konzepte
           inzwischen nicht nur in der Schweiz, auch in Hamburg,                  aus, das bereite ihr viel Genugtuung. Ausserdem gebe
           Berlin, London und bald in Frankreich. Dass ‹I’m a                     sie den schnell heranwachsenden Kindern etwas Kind-
           Girly› zum Beispiel im Warenhaus Harrods in London                     heit zurück, weg von der Paukerei für die Schule und all
           zu finden ist, ist sehr wichtig. Diese Präsenz öffnet neue             den anderen Ablenkungen.Wenn sie die Freude in ihren
           Türen. Im kommenden Jahr wage ich den Sprung in die                    Gesichtern sehe, dann wisse sie: «Ich mache etwas, das
           USA. Das ist ein Milliardenmarkt.»                                     Kinder glücklich macht.»
              Neben dieser Absatzförderung blieb die Entwicklung                                                                          cm
           neuer Produkte keinesfalls still. Kürzlich konnte die
           Unternehmerin «I’m a Stylist Styling-Head» vorstellen,
           einen speziellen Puppenkopf, an dem sich die Kinder
           im Frisieren und Schminken üben können. «Unser
           Kopf bietet neue Möglichkeiten und zeichnet sich
           durch besondere Qualität aus. Und auch dieses Produkt
           entwickelten wir mit dem ‹Kids4Kids»-Ansatz. Zwi-

 Automatisierte Chats – die neue Marketing-Ära?
«Wir helfen Marken, Unternehmen und
Behörden, digitale Beziehungen mit Kon-
sumenten zu entwickeln», erklärt Dominic
                                                           Chatte mit Konsumenten
Bolliger. Er ist Co-Founder der Firma                       dort, wo sie gerade sind
Scoutsss, die durch künstliche Intelligenz                                            100% automatisiert
unterstützte Services im Bereich Automa-
                                                      Webpage
ted-Conversational-Marketing        anbietet.
«Chatte mit den Konsumenten dort, wo sie
gerade sind, 100 Prozent automatisiert. Mit      QR-Code

Spielen und Prämien als Anreizen wird die
Brücke von der physischen zur digitalen             SMS            www.4848.io/5553
                                                                                        Social Media

Welt gebaut», erklärt Bolliger weiter.
                                                           Email     Chat & …         App

Ohne App, ohne Personal
Und so funktioniert es: Chat-Dialoge star-
                                                           und verwandle Dialoge in Beziehungen                                            Automated Conversational Marketing

ten mit einem QR-Code auf Produkten
oder Plakaten, Links via SMS, Facebook,         tomatisierten Dialog-Kampagnen ausgebaut                     Viele Unternehmen sind durch die Digi-
E-Mail oder als interaktive Webseite auf        werden. Die Anwendungsmöglichkeiten                       talisierung herausgefordert, wollen den
dem Smartphone, direkt im Web-Browser.          sind nahezu unbegrenzt und starten bei-                   Kundenfokus verstärken und das Kunde-
Es fühlt sich an wie eine Konversation auf      spielsweise mit Dialog-Webseiten als Chat                 nerlebnis verbessern. Direkter Konsumen-
WhatsApp, ist aber App-unabhängig und           inklusive Terminvereinbarung oder Kon-                    ten-Dialog mit relevanten Themen lautet
erfordert gar kein Personal.                    taktfolge. Konkret würde eine Autower-                    das Ziel. Mit Scoutsss können Feedbacks
  Scoutsss stellt einen Werkzeugkasten fürs     bung mit QR-Code zum Dialog mit einem                     gesammelt, Lerninhalte oder Produktinfor-
Erstellen von Chats sowie eine Audience-        Video als Inspiration führen, gefolgt von                 mationen in Chats bereitgestellt, Kunden
Relations-Plattform (ARP) zur Verfügung.        weiteren Informationen nach persönlichem                  verblüfft und loyale Beziehungen aufgebaut
Damit werden innert Minuten digitale            Gusto und der Möglichkeit, direkt eine                    werden.
Konversationen erstellt und können zu au-       Probefahrt zu vereinbaren.                                Chatte mit Scoutsss unter www.4848.io/5553
18 | THEMA

                   Die Zukunftsmacher
           Das Wort Startup ist allgegenwärtig. Manche blicken mit Bewunderung auf
         die Menschen, die ihr eigenes Ding starten. Für andere ist die Startup-Welt sehr
                     weit weg. Eine kurze Annäherung durch die FH-Brille.

      Typologie                                                     te 2018 mehr als 1,2 Milliarden Franken in Schweizer
                                                                    Startups angelegt. Damit ging erstmals mehr als eine

      E  in Startup ist eine neu gegründete Firma, und die
         Personen, die hinter dieser Firma stehen, sind die
      Gründer. So einfach könnte es sein – so einfach ist es
                                                                    Milliarde Franken binnen eines Jahres an technologie-
                                                                    getriebene Jungunternehmen. Gestiegen ist ebenso die
                                                                    Zahl der Finanzierungsrunden, das heisst die Gelegen-
      aber nicht. Nicht jede Neugründung ist ein Startup. Von       heiten für Startups, um an Kapital von Investoren zu
      den 43 000 Firmen, die 2018 schweizweit gegründet             kommen. 2018 gab es 230 solcher Runden.
      worden sind, ist die übergrosse Mehrheit kein Startup.
      Der «Swiss Startup Radar 2018/2019» spricht von 300
      Firmen, die man als Startups bezeichnen sollte, das sind      Hebammendienst
      weniger als ein Prozent. Was macht eine neue Firma zu
      einem Startup? – Ein Startup verfolgt in der Regel eine
      grosse Idee, und diese Idee fusst auf einer wissenschafts-
                                                                    D   ie vife Informatikerin oder der smarte Biotechnolo-
                                                                        ge macht noch keine Startup-Persönlichkeit aus.
                                                                    Starthilfe leisten oft Mentoren und Business-Angels. Sie
      oder technologiebasierten Innovation. Ein Startup will        stehen den Gründern mit Wissen, Erfahrung und Kon-
      mit dieser Idee einen bestehenden Markt erobern oder          takten zur Seite.Wichtig sind in diesem Zusammenhang
      gleich einen neuen Markt schaffen. Die Startup-Szene          die Inkubatoren. Das sind Einrichtungen, die sich auf die
      wird gemeinhin mit der Internet- oder Mobilewelt in           Unterstützung von Startups in der Anfangsphase kon-
      Verbindung gebracht, viele Startups drängen zudem in          zentrieren. Ein Inkubator bietet fachliche Beratung, Zu-
      Branchen wie Life Sciences, Finanzdienstleistungen            gang zu Netzwerken oder Büroräumlichkeiten samt In-
      oder Industrie. Die Gründer von Startups sind oft hoch-       frastruktur. Die Gründerin kann sich dort mit anderen
      qualifiziert, sie stehen in der Anfangsphase ihrer Lauf-      Gründern austauschen und vernetzt sich. Eine Studie
      bahn und möchten typischerweise international durch-          der FHNW zu Inkubatoren aus dem Jahr 2014 macht
      starten. Sie gehen Risiken ein und erkunden neue Pfade.       denn auch deutlich, dass just diese Vernetzung sowie der
      In der Startup-Welt herrscht eine pulsierende Auf-            Austausch mit anderen Gründern und mit Führungsper-
      bruchstimmung mit hohen Ambitionen. Die «Start­               sonen von Firmen sehr geschätzt wird. Ist die Anfangs-
      upper» möchten die Zukunft im grossen Massstab bes-           phase vorüber, werden die Akzeleratoren interessant.
      ser, einfacher, spannender machen. Aber eben: Das ist         Hier heisst das Motto: Beschleunigung! Das Wachstum
      nur eine der möglichen Startup-Definitionen. Man darf         muss beschleunigt werden, genauso Prozesse und die in-
      genauso die neu gegründete Praxis für Physiotherapie          terne Entwicklung. Die Akzeleratoren gleichen einem
      oder Agentur für Design als Startup verstehen.                Trainingscamp, das in kurzer Zeit passgenaues Praxiswis-
                                                                    sen sowie konkrete Hilfeleistungen vermittelt.

      Geld
                                                                    Fachhochschulen
      D    ie grosse Idee ist da, sie ist neu und sie rockt. Aber
           wie und wo beginnt man? Diese Frage beschäftigt
      jedes Startup, und meistens geht es dabei um Geld. Wer        A    n der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR)
                                                                         findet einmal jährlich eine Informationsveranstal-
      nichts oder wenig auf der hohen Kante hat, muss Geld          tung für Studierende zum Thema «Jungunternehmer in
      organisieren. Banken kommen kaum in Frage, da ge-             der Startup-Phase» statt, und drei- bis viermal im Jahr
      eignete Sicherheiten fehlen. Üblicherweise bemüht             werden Startups aus der Region eingeladen, um Ideen
      man deshalb Familie und Freunde. Auch «Verrückte»             auszutauschen und sich untereinander zu vernetzen.
      greifen unter die Arme, mithin Personen, die an das           Die HSR bietet zudem Kurse zu Unternehmensgrün-
      Potenzial der Idee glauben und ihr Geld trotz Risiko in       dung, Businessplan-Erstellung und Finanzierung an. An
      das Jungunternehmen investieren. Seit vielen Jahren           der Fachhochschule Graubünden angesiedelt ist die An-
      springen zusätzlich staatliche Institutionen, Stiftungen,     laufstelle für Bündner Jungunternehmen, Startups und
      Organisationen und Firmen ein und sprechen grosszü-           KMU, und zwar seit mehr als zehn Jahren (kmuzent-
      gige Fördermittel. Gemäss dem «Swiss Venture Capita-          rum.ch). Die Stelle wird von der FH und vom Amt für
      list Report 2019» haben Fonds, Grossfirmen und Priva-         Wirtschaft und Tourismus Graubünden getragen. Sie
THEMA | 19

  versteht sich als Bindeglied zwischen FH, Kanton und                 Aktivitäten von Studierenden mit
  regionaler Wirtschaft. Das Angebot reicht von praxis-
  nahem Wissenstransfer über Expertenvermittlung bis zu            Gründungsabsicht direkt nach dem Studium
  Patentrecherchen.
     Das sind zwei Beispiele, wie FHs das Unternehmer-
  tum stützen. Die Liste liesse sich beliebig erweitern, die
  FHs tun einiges, um hiesiges Jungunternehmertum zu
  stärken. Davon ist auch Stefan Philippi überzeugt. Er
  leitet die Geschäftsstelle Swiss Startup und Swiss Inno-
  vation Challenge an der FHNW. «Unterstützung ist an
  den Fachhochschulen da. Sie bieten ein Angebot viel-
  fältigster Natur. Dennoch besteht das Potenzial, diese
  Unterstützung weiter voranzutreiben. Auch eine Zu-
  sammenarbeit unter den Fachhochschulen wäre eine
  Möglichkeit, mehr für Schweizer Startups im FH-Um-
  feld zu tun.»

  Studierende
 D    er aktuelle GUESSS-Bericht für die Schweiz
      (guesssurvey.org) zeigt: Etwa 2 Prozent der Studie-
  renden an Schweizer Hochschulen möchten direkt
                                                                      Im Gründungsprozess

                                                                      Bereits ein Unternehmen gegründet
  nach dem Studium in der eigenen Firma arbeiten (siehe               Bereits ein Unternehmen gegründet, gründen parallel ein zweites
  Grafik auf Seite 20). 20 Prozent sehen sich erst fünf
  Jahre später als Unternehmerin oder Unternehmer.                    Noch keine Aktivität 
                                        Fortsetzung auf Seite 20                                          Quelle: GUESSS-Report 2018 (SCHWEIZ)

accenture.ch/traumfaenger
20 | THEMA

    Und: Einzig ein Viertel der Studierenden hat mindestens       Know-how, ihrer Erfahrung und ihren Kontakten kön-
    einen Kurs über Unternehmertum während der Studien-           nen sie Jungunternehmen im FH-Umfeld und FH-Stu-
    zeit belegt. «Erst Angestellter, dann Unternehmer», das ist   dierende mit Businessideen spezifisch unterstützen. Da-
    ein typisches Karrieremuster der Schweizer Studierenden.      von ist Rico Baldinger überzeugt. Er ist Direktor der
    Wie könnte man das ändern, auch an FHs? «Schweizer            Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HES-SO) und
    Fachhochschulen sollen inspirieren», meint Pascal O. Sto-     Mitautor der GUESSS-Studie. Er sagt: «Alumni als
    cker, Leiter der Fachstelle Entrepreneurship an der HWZ.      Coaches, Mentoren, Netzwerker, Business-Angels: Alles
    Inspiration entfaltet sich dort, wo ein entsprechendes Kli-   ist vorstellbar.» Für Stefan Philippi von der FHNW
    ma herrscht. Und gerade dieses Hochschulklima schätzen        könnten Business-Angels-Netzwerke aus Alumni ge-
    die Studierenden gemäss GUESSS-Bericht als eher wenig         zielt Startup-Aktivitäten aus den FHs fördern. Alumni
    förderlich für das Unternehmertum ein. Ausnahmen bil-         spielen bei der Swiss Startup Challenge der FHNW be-
    den die Fachhochschule Graubünden, die HWZ und die            reits heute eine wichtige Rolle. «Wir haben sehr gute
    Hochschule für Wirtschaft Wallis (HES-SO). Sie schneiden      Erfahrungen mit Alumni als Coaches gemacht», sagt er.
    bei diesem Aspekt aus Sicht ihrer Studierenden gut ab.        «Es entstehen spezielle Verbindungen zwischen Alumni
    «Die Fachhochschulen müssen die Studierenden dazu an-         und Studierenden.» Toni Schmid, Geschäftsführer von
    halten, sich mit ihrer Persönlichkeit auseinanderzusetzen,    FH SCHWEIZ, bestätigt diese Erfahrung: «Die FH-
    und das Handwerk vermitteln, wie man etwas aufbaut»,          Studierenden profitieren direkt vom Praxiswissen ihrer
    betont Stocker. Im Raum stehen ebenso grundsätzliche          Vorgänger, und Alumni öffnen Türen. Wir als Dachver-
    Fragen: Finden FH-Studierende Zeit und Anregung, um           band fördern diese Idee. Unser FH-Mentoring-Pro-
    über Geschäftsideen nachzudenken? Spielt der Umgang           gramm geht genau in diese Richtung. Mit der Alumni
    mit Risiko, Unsicherheit und Scheitern eine Rolle im          HWZ entwickeln wir ein Pilotprojekt dazu. Wir bieten
    Lehrplan? Wie viel Beachtung wird dem Netzwerken ge-          die Infrastruktur, um eine nationale und nicht nur re-
    schenkt?                                                      gionale Vernetzung zu schaffen. Das Ziel lautet: Alle
                                                                  FH-Studierenden profitieren von unserem FH-Mento-

    Alumni                                                        ring, ungeachtet der Region, des Fachbereichs, der Stu-
                                                                  dienstufe.»                                         cm

    S  ie sind Führungskräfte, Fachleute, Gründer, CEOs und
       anderes mehr – die Ehemaligen von FHs. Mit ihrem

    Die meisten Studierenden suchen
    nach dem Studium eine Anstellung

                                                                                                 direkt nach dem Studium

                                                                                                 fünf Jahre nach dem Studium

                                                                                            1 weniger als 250 Mitarbeitende
                                                                                            2 ab 250 Mitarbeitende

                                                                                            Quelle: GUESSS-Report 2018 (Schweiz)
Weniger
    Administration

EasyGov.swiss – der Online-
Schalter für Unternehmen
Mit EasyGov.swiss wickeln Unternehmen, Startups sowie Gründerinnen und
Gründer diverse Behördengeschäfte sicher auf einer einzigen Online-Plattform ab.

Aktuell werden folgende Behördengeschäfte angeboten:
• Firmengründungen
• Anmeldungen im Handelsregister, bei der AHV, der Mehrwertsteuer und bei der Unfallversicherung
• Handelsregister-Mutationen
• Schuldbetreibung und Betreibungsauskünfte für Unternehmen und Privatpersonen
• Bürgschaften für KMU

Das Angebot an Behördendienstleistungen auf EasyGov.swiss wird in den nächsten Jahren
kontinuierlich ausgebaut.

Der Online-Schalter für Unternehmen
easygov.swiss
22 | THEMA

                       Selbstbestimmung
                          ist möglich
             Bewerben müssen sich alle einmal. Der Lebenslauf ist dabei das A und O.
             Das Startup ciivii bringt Qualität in jeden Lebenslauf – und anderes mehr.
                         Das garantiert Rebecca Greter, die Co-Gründerin.

      D   ie Aare – und du träumst.» Mit diesem Slogan könn- frage zu bewältigen.» Neben dem Erstellen von Bewer-
          te die Stadt Aarau werben, zumindest wenn man bungsunterlagen für Privatpersonen, Out­
      sich das Entstehen von ciivii vor Augen führt: Zwei Agenturen und Headhunter ist Coaching das zweite
                                                                                                                 placement-

      FH-Absolventinnen sitzen dort am Aareufer und ma- Standbein von ciivii. «Das hat sich von selbst ergeben.
      chen sich Gedanken über die Zukunft. Und zack, die Immer mehr Kunden wünschten eine weitergehende
      Idee ist da. Sie ist greifbar, konkret, aussichtsreich – ein Beratung als nur unsere Expertise im Bereich Bewer-
      Traum, der nach Umsetzung verlangt.                          bungsunterlagen. Wir bereiten unsere Kunden mit In-
         Das war 2015, an einem Sommertag. Die zwei FH- terviewtrainings optimal auf das Bewerbungsgespräch
      lerinnen machten sich gleich tags darauf an die Arbeit, vor und beraten zu Themen wie Bewerbungsstrategie,
      aus dieser Idee ein Startup zu entwickeln. Die Idee war Laufbahnplanung und Umgang mit Stolpersteinen auf
      simpel: Stellensuchende zu unterstützen, mit prägnan- dem Karriereweg. Ferner bin ich gemeinsam mit mei-
      ten Bewerbungsunterlagen zu überzeugen.                      ner Geschäftspartnerin und unseren Mitarbeitenden
         Aus vielfältigen Erfahrungen im HR-Bereich wusste laufend am Brainstormen.Wir möchten unsere Leistun-
      Rebecca Greter, eine der zwei FHlerinnen, dass die gen den Bedürfnissen des Marktes optimal und voraus-
      Idee Potenzial hat. «Bewerbende haben zunehmend schauend anpassen.»
      Mühe, sich auf dem Bewer-                                                              Das grosse Interesse an ciivii
      bungsmarkt zu positionieren»,                                                       verlangt eine Erklärung. Wieso
      erklärt sie. «Hier setzt ciivii an.                                                 holt man sich Unterstützung im
      Wir erstellen professionelle und
                                                «Es ist eine sehr sinnstiften-            Bewerbungsprozess und was
      individuelle CVs und Bewer-               de Tätigkeit, Menschen auf                bringt ein Interviewtraining
      bungsschreiben. Unser Angebot                                                       konkret? Rebecca Greter kennt
      ist schlank und transparent, das
                                                dem beruflichen Weg zu                    diese Fragen. Sie sagt: «In der
      zeichnet uns aus.»                        unterstützen. Darüber                     Regel bewirbt man sich alle paar
         Rebecca Greter ist 36 Jahre alt.                                                 Jahre auf einen Job. Das Erstellen
      Sie machte ursprünglich das KV
                                                hinaus erhalten wir span-                 eines CVs gehört nicht zur
      im Buchhandel, sammelte meh-              nende Einblicke in Werde-                 Kernkompetenz von Arbeitneh-
      rere Jahre Berufserfahrung und                                                      mern. Es macht also Sinn, sich in
      wurde Mutter. Auf dem zweiten
                                                gänge, Unternehmen und                    diesem Bereich Unterstützung
      Bildungsweg holte sie die Matu-           Berufsprofile.»                           zu holen, sei dies aus zeitlichen
      rität nach und studierte von                                                        Gründen, sei dies wegen des
      2010 bis 2014 Angewandte Psy-             REBECCA GRETER                            fehlenden Know-how.»
      chologie an der FHNW. «An der
      Selbstständigkeit schätze ich die                                                   Mit frischem Schwung
      Möglichkeit zur Selbstbestimmung», hebt sie hervor. Sie                              ins Masterstudium
      sei eine Person, die rasch handle und gern umsetze. Pro- Die Ärztin, der Verkaufsleiter, die Buchhalterin – sie tun
      bleme oder Pläne hin und her wälzen, das sei ihre Sache es. Sie setzen auf die Kompetenz von ciivii. In einer
      nicht. «Ich mag es, wenn ich ein Ziel vor Augen habe.» Welt des Spezialistentums kauft man sich den Dienst
                                                                   ein, den man braucht. «Es ist eine sehr sinnstiftende Tä-
      «Vom ersten Tag an ausgebucht»                               tigkeit, Menschen auf dem beruflichen Weg zu unter-
      Voll ausgelastet zu sein, davon träumt jede Firma, egal stützen. Darüber hinaus erhalten wir spannende Einbli-
      ob Grosskonzern, alteingesessenes KMU oder Startup. cke in Werdegänge, Unternehmen und Berufsprofile.
      «Wir waren komplett ausgebucht, vom ersten Tag an», Das fordert uns, unsere Expertise permanent zu erwei-
      verrät die Gründerin. «Heute unterstützen uns vier An- tern. Wir lernen stets dazu.» Und Lernen spielt auch
      gestellte. Wir wären sonst nicht in der Lage, die Nach- ausserhalb von ciivii eine wesentliche Rolle in Greters
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