Leben und Arbeiten in Europa Neues aus dem Regierungsbezirk 2019 - www.bra.nrw.de
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Vorwort
Leben und Arbeiten in Europa
Liebe Leserinnen, lieber Leser,
in dem Projektbericht des Jahres 2019 wird qualifiziert. Die Fortbildung der EU-Beauftrag-
deutlich wie vielfältig die Aktivitäten der Be- ten eines Berufskollegs beginnt mit der Ausge-
rufskollegs und der Bezirksregierung in den staltung der eigenen Rolle in Abstimmung mit
Programmen von Erasmus+, ProTandem und der Schulleitung und führt über eine Stakehol-
des Deutsch-Polnischen Jugendwerks sind. der-Analyse zur Internationalisierungsstrate-
Ebenso erfreuen sich die Programme zu gie des Berufskollegs. Dieses Format war für
„Ausbildung weltweit“ großer Beliebtheit. die Kolleg*innen ein wichtiges Element ihrer
Arbeit und wird in diesem Schuljahr durch eine
Mit einem Budget von über 3 Milliarden Euro ergänzende Fortbildung fortgeführt. Projekt-
geht Erasmus+ in den Aufruf zu Anträgen für management, Teamarbeit, Vernetzung und
das Jahr 2020. Dieses Budget trägt den Forde- Öffentlichkeitsarbeit sind Schwerpunkte in
rungen der Politik Rechnung, die Auslandser- der weiteren Fortbildungsmaßnahme und ein
fahrung für Auszubildende weiter zu erhöhen. wichtiger Baustein bei der Entwicklung und
In NRW beschreibt das Ministerium für Schule Kommunikation neuer Austauschprojekte mit
und Bildung in seinem Runderlass 03.04.2017- ausländischen Partnern. Das hier konzipierte
311-1.25.05 die Möglichkeit, dass Schüler*innen Fortbildungsformat stößt auf großes Interesse
die Zusatzqualifikation „Internationale beruf- in den anderen Bundesländern!
liche Mobilität“ erwerben. Berufskollegs, die
ihre strategischen Aktivitäten zur Internationa- Auf Initiative des NRW-Ministers für Europa-
lisierung dokumentieren und ein Benchmark angelegenheiten, Dr. Stephan Holthoff-Pförtner,
von mindestens 10% der Schüler*innen mit der wurde durch die EU-Geschäftsstelle für Wirt-
Zusatzqualifikation „Internationale berufliche schaft und Berufsbildung bei der Bezirksregie-
Mobilität“ nachweisen, können zertifiziert wer- rung Arnsberg der Wettbewerb „Europawahl –
den. Das Antragsverfahren zur Zertifizierung Diesmal wähle ich!“ unter den Berufskollegs im
der Berufskollegs findet jährlich zum Stichtag Regierungsbezirk ausgeschrieben. Eingereicht
30. Mai statt. Bitte bewerben Sie sich mit Ihren wurden von den Schüler*innen durchgeführte
Unterlagen bei der EU-Geschäftsstelle der Projekte, die in Kooperation mit anderen euro-
Bezirksregierung Arnsberg! päischen Schulen entstanden sind. Mit 10 Ein-
reichungen im Bezirk und einer bunten Vielfalt
In Verbindung mit Dezernat 46 ist über die an Kooperationen in den unterschiedlichsten
EU-Geschäftsstelle ein Fortbildungsformat Berufsbereichen wurde deutlich, dass viele
entwickelt worden, das die Ansprechpartne- Berufskollegs mit ihren europäischen Partnern
rinnen und Ansprechpartner in den Schulen in vielen Projekten Europa leben.
3Die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs)
Das vor 10 Jahren geschlossene Kooperations- In Zukunft planen wir ein Projekt, das die
abkommen zwischen Deutschland, Belgien, Themenbereiche Nachhaltigkeit und Digita-
Niederlande und Luxembourg wurde zum An- lisierung verbindet. Wir freuen uns, dass bei
lass genommen, 2019 als erstes Benelux-Jahr diesem strategischen Projekt unsere Partner in
auszurufen. Wir haben auch auf unsere Koo- den Niederlanden und Polen Interesse haben.
perationen im Benelux-Raum geschaut und Auch Estland konnten wir für die Gestaltung
festgestellt, dass wir hier seit vielen Jahren eines gemeinsamen Antrags gewinnen. Die
enge Kooperationen pflegen. Insbesondere Projektidee mit dem griffigen (Arbeits-) Titel
im Projekt zum sprachsensiblen Mathematik- „fit for future“ wurde auch in den Arbeitsgrup-
unterricht (LAMAVOC) stehen wir mit den pen bei der jährlichen Tagung der Deutsch-
Kolleg*innen der Niederlande in engem Polnischen Regierungskommission diskutiert
Kontakt. und ist hier auf großes Interesse gestoßen.
Ein weiterer Projektantrag der Bezirksregie- Ihnen allen an dieser Stelle wieder einmal ganz
rung im Benelux-Raum wurde genehmigt und herzlichen Dank für die interessanten und viel-
dient der Qualifizierung von Lehrkräften mit fältigen Beispiele aus den Berufskollegs.
dem Themenschwerpunkt Industrie 4.0. Kol-
leg*innen, die über die Nachwuchsstiftung Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der aktuellen
Maschinenbau in acht Modulen zur Digitalisie- Ausgabe unseres Projektberichts!
rung im Bereich des Maschinenbaus geschult
wurden, können sich über den Erasmus+-
Antrag der Bezirksregierung Arnsberg auch
international vernetzen und eigene Lösungen
zur Digitalisierung mit anderen Ländern im
Benelux-Raum vergleichen.
4Inhalt Projektbericht Inhalt Über uns – Die EU-Geschäftsstelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Schulwettbewerb Europawahl – „Jetzt wähle ich!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Erasmus+-Projekt „DPKBB“ – Deutsch-polnische Kooperation in der beruflichen Bildung . . . . 12 Qualifizierung der EU-Beauftragten an den Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg (Rückblick und Ausblick) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Ab ins Ausland – Lehrer-Ausbilderfortbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Language for Mathematics in Vocational Contexts – Sprache beim arbeitsweltbezogenen Mathematiklernen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Projekte aus dem Regierungsbezirk Arnsberg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Alice-Salomon-Berufskolleg Bochum – Fit for Europe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Berufskolleg AHS Siegen – Gemeinsam für Europa!. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Berufskolleg „Am Eichholz“ – Auf den Spuren der Römer durch Europa. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Berufskolleg des Märkischen Kreises Iserlohn – Verbesserung der internationalen Beschäftigungschancen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Berufskolleg Ennepetal des ERK – Auslandspraktika – bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und nachhaltige Qualifikation in Europa. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Berufskolleg für Technik Lüdenscheid – Schüleraustausche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Berufskolleg Meschede des HSK – Europa am Berufskolleg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Berufskolleg Olsberg – Ein Job-Shadowing mit Schweden und Island. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 Berufskolleg Witten – Industriekaufleute in England und Irland. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Berufskolleg Wittgenstein Bad Berleburg – Zielke’s Eleven in London. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Börde Berufskolleg Soest – Backtraditionen und Hair Styling im Nachbarland Polen. . . . . . . . . . 38 Eduard-Spranger-Berufskolleg Hamm. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Karl-Schiller-Berufskolleg Dortmund – Trainees without boundaries . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Kaufmannsschule II Hagen – Europa-Aktivitäten der Kaufmannschule II in Hagen . . . . . . . . . . . . 46 Leopold-Hoesch-Berufskolleg Dortmund – Robots ‘R Us – Wir werden fit für Industrie 4.0!. . . . 49 Lippe-Berufskolleg des Kreises Soest in Lippstadt – Internationale Aktivitäten am Lippe-Berufskolleg. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 Walter-Gropius-Berufskolleg Bochum – Strategische Schulpartnerschaft mit Polen, Österreich und Portugal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Paul-Ehrlich-Berufskolleg der Stadt Dortmund – Unsere „grünen“ Schüler*innen und Lehrer*innen zu Gast in Europa. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62 Elisabeth-Lüders-Berufskolleg Hamm. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Cuno-Berufskolleg II der Stadt Hagen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 Lippe Berufskolleg Lünen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 TBS 1 Bochum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 5
Über uns
Die EU-Geschäftsstelle
Wir, das Team der EU-Geschäftsstelle unter- Wer wir sind
stützen die Berufskollegs und Betriebe des Leiter der EU-Geschäftsstelle für Wirtschaft und
Regierungsbezirks Arnsberg in der grenzüber- Berufsbildung, Dez. 45 Berufskolleg ist der Lei-
schreitenden Zusammenarbeit in der europä- tende Regierungsschuldirektor, Karsten Mielke.
ischen Berufsbildung. Zu seinem Team gehören Lehrerinnen und Leh-
rer, die langjährig an Berufskollegs unterrichten
Unsere Aufgaben sind bzw. unterrichtet haben, und die Praxis kennen.
• Sie über Fördermöglichkeiten im Rahmen
europäischer Strukturfonds wie beispiels LRSD Karsten Mielke
weise das Erasmus+ - Programm zu EU-Geschäftsstellenleiter
informieren karsten.mielke@bra.nrw.de
• Sie bei der Auswahl, Erstellung und Planung Telefon: 02931 82-3141
von Projektkonzeptionen zu beraten
• Sie bei der Realisierung und Evaluation
innovativer Projekte durch begleitendes
Projektmanagement zu unterstützen Andrea Stein
• Ihre Kooperationen mit der regionalen Geschäftsführerin
Wirtschaft und anderen an der beruflichen andrea.stein@bra.nrw.de
Bildung beteiligten Einrichtungen zu Telefon: 02931 82-3024
stärken
• die von Ihnen angebotenen Praktika/
Auslandsaufenthalte Ihrer Lernenden
und Lehrenden sowie Ihre transnationalen Franz-Josef Berkenkötter
Pilotprojekte im Rahmen von EU-Förder- franz-josef.berkenkoetter@bra.nrw.de
maßnahmen zu fördern Telefon: 02931 82-3155
• Ihre Erfahrungen in geeigneten Publika-
tionen und Informationsveranstaltungen
zu dokumentieren und den Transfer zu
ermöglichen.
Waldemar Raabe
waldemar.raabe@bra.nrw.de
Telefon: 02931 82-3360
7Christina Stube Claudia Brüning
christina.stube@bra.nrw.de claudia.brüning@bra.nrw.de
Telefon: 02931 82-3156 Telefon: 02931 82-31384
Tobias Zielke Markus Dollowski
tobias.zielke@bra.nrw.de ab 01.02.2020
Telefon: 02931 82-3360
Kirsten Wagner Umsetzung unserer Aufgaben
Telefon: 02931 82-3360 Wir planen in Zusammenarbeit mit dem Fort-
kirsten.wagner@bra.nrw.de bildungsdezernat, Frau Anke Westermann, ab
sofort regelmäßige Regionalkonferenzen zur
Information und Qualifizierung der EU-Beauf-
tragten der Berufskollegs des Regierungs-
bezirks Arnsberg.
Anina Wellers Wir bieten einen jährlichen festlichen Rahmen
anina.wellers@bra.nrw.de für die Übergabe des Europasses Mobilität und
Telefon: 02931 82-3189 der Zertifikate an und planen gerne mit Ihnen
gemeinsam die Durchführung an Ihrer Schule.
Wir erstellen die Broschüre mit Projektberich-
ten Ihrer Schule und weiterer Berufskollegs und
Carsten Schlüter veröffentlichen sie im Regierungsbezirk.
Telefon: 02931 82-3171
carsten.schlüter@bra.nrw.de Wir arbeiten gemeinsam mit dem Ministerium
für Schule und Bildung und den weiteren EU-Ge-
schäftsstellen in verschiedenen Arbeitsgruppen
zur Internationalisierung der Berufsbildung.
Alexander Koltzsch Wir informieren und beraten Sie.
alexander.koltzsch@bra.nrw.de
Telefon: 02931 82-3386 Wir beantragen eigene Projekte
und führen sie verantwortlich durch
• 2013-2015 – Berufliche, interkulturelle und
sprachliche Kompetenz durch Mobilität in
Dana Tiemann-Bockskopf der Erstausbildung (BISK)
dana.tiemann-Bockskopf@bra.nrw.de Für 20 Lernende wurden vierwöchige
Telefon: 02931 82-3129 Praktikumsplätze in Finnland, Frankreich,
Kroatien, Slowenien und Spanien ange-
boten (Erasmus+-KA1)
8• 2015-2017 – Informal Vocational Wo können Sie sich informieren?
Education of Travellers
Feststellung und Anerkennung bereits er- Nationale Agentur Bildung für Europa beim
worbener beruflicher Kompetenzen junger Bundesinstitut für Berufsbildung (NABiBB)
Schausteller (Erasmus+- KA2) www.na-bibb.de/
• 2015-2017 – Ab ins Ausland! Ministerium für Schule und Bildung
Integrierte Lehrerfortbildung zur www.berufsbildung.nrw.de/auslandspraktikum
Vorbereitung und Durchführung von
Erasmus+-KA1-Projekten Deutsch-polnisches Jugendwerk
www.dpjw.de
• Seit 1999 – Deutsch-französische-
Austauschpraktika über das deutsch- Pro Tandem – Deutsch-Fränzösische Agentur
französische Sekretariat für den Austausch in der Beruflichen Bildung
Siehe dazu den Bericht vom Börde- www.protandem.org
Berufskolleg
Referenzrahmen Schulqualität
• 2016-2018 – Deutsch-polnische Austausch- www.schulentwicklung.nrw.de/
praktika über die deutsch-polnische unterstuetzungsportal/
Regierungskommission
Konsortialantrag für Berufskollegs des Re- Links zu Materialien unter dem
gierungsbezirks Arnsberg (Erasmus+ - KA1) Referenzrahmen Schulqualität
www.schulentwicklung.nrw.de/
• 2017 – 2020 – LaMaVoC: Language for unterstuetzungsportal/index.php?bereich=541
Mathematic Learning in Vocational
Contexts
Entwicklung eines sprachsensiblen Unter-
richtskonzeptes mit dazugehörigem
Lehrerfortbildungskonzept (Erasmus+-KA2)
• Ab 2018 – Ab ins Ausland II
Praktika für Lehrer/Ausbilder-Tandems
(Erasmus+-KA1)
• Ab 2018 – Deutsch-polnische Auslands-
praktika
Folge-Konsortialantrag für Berufskollegs
des Regierungsbezirks Arnsberg
(Erasmus+ - KA1)
• Ab 2019 – NRW goes digital
Warum wir das tun
Wir orientieren uns an den Werten der europä-
ischen Union und stehen für ein gemeinsames
Europa. Dazu zählen die grenzübergreifende
Zusammenarbeit in der europäischen Berufsbil-
dung zu stärken und die Ziele der europäischen
Bildungspolitik umzusetzen.
9Schulwettbewerb Europawahl
„Jetzt wähle ich!“
Glanzstücke gesucht
Berufskollegs, die durch europäische Schü-
leraustausche, Schulpartnerschaften und/oder
Projekte mit europäischen Schulen oder Be-
trieben vernetzt sind, konnten sich bei diesem
Wettbewerb mit ihren Glanzstücken bewerben.
Einzige Bedingung: Die Glanzstücke mussten
aus der europäischen Partnerschaft entstan-
den sein. Die eingereichten Glanzstücke sind so
vielfältig schön wie Europa und zeigen, was die
Menschen in Europa verbindet.
Am 20. Mai fand die Preisverleihung in der Be- Glanzstück aus einem Erasmus+ -Projekt „Dan-
zirksregierung Arnsberg in einem feierlichen ger of Social Media“ des Leopold-Hoesch-Be-
Rahmen statt. Die Preisverleihung begann mit rufskollegs der Stadt Dortmund überreichte
zwei Poetry-Slams, die von vier Schülerinnen Norbert Dickel, der Stadionsprecher des BVBs.
der Klasse 11 des Emschertal-Berufskolleg aus Dieses Glanzstück war das Produkt eines ge-
Herne vorgetragen wurden. meinsamen Projekts von Jugendlichen aus
Finnland, Spanien und Deutschland. Der Film
Die Poetry-Slams waren sehr bewegend: verdeutlicht, wie wichtig es ist, zur EU-Wahl zu
„Wir haben Gesetze, die unsere Würde schützen, gehen, damit Regelungen getroffen werden, die
haben Freigeister, die uns wahnsinnig nützen. einen Missbrauch persönlicher Daten verhin-
Haben eine Vergangenheit, die uns lernen lässt, dern. Die spanische Projektleiterin Raquel San-
damit man die Toleranz nie vergisst.“ (Auszug chez aus Fuerteventura wurde über Skype dazu
aus: Gedanken eines Jugendlichen, Unkoff, A./ geschaltet. Sie berichtete von ihren Projekter-
Demircan, S.) fahrungen und auch von dem neuen gemein-
samen „Robots ‘R Us“-Projekt.
„Wir arbeiten alle Hand in Hand, unser Ziel ist
Frieden und Liebe für jedes Land.“ (Auszug aus: Der zweite Preis (750€) wurde an die Tech-
Diskussion zwischen einer EU-kritischen Nation nische Berufliche Schule 1 aus Bochum durch
und der EU, Gercek, S./Möldermann, Y.) den Regierungspräsidenten Hans-Josef Vogel
vergeben für das Glanzstück „Technik schafft
Im Anschluss fand die Preisverleihung statt. Verbindung“. Das Glanzstück ist ein Beispiel für
Den ersten Preis (1.250€) für das filmische die Zusammenarbeit der Auszubildenden Elek-
10troniker für Betriebstechnik (zukünftig auch Fachschule Sozialpädagogik bzw. aus dem Le-
Mechatroniker) aus Deutschland mit polnischen bensmittelhandwerk waren für 4 Wochen ent-
Schüler*innen. Diese Zusammenarbeit wird sprechend ihrer Ausbildung in Paris bzw. Wien in
durch das Erasmus+-Programm und von dem Kindertagesstätten bzw. in Bäckereien tätig. Die
deutsch-polnischen Jugendwerk unterstützt. Lehrerinnen waren zu Fortbildungen in Kroatien.
Lernende hatten gemeinsam Windturbinen
hergestellt, Sortieranlagen, Schaltanlagen und Abgerundet wurde die Preisverleihung von vier
auch das Modell eines Elefanten programmiert. Schülerinnen und Schülern des Fritz-Henss-
Diesen Elefanten haben die Auszubildenden zur ler-Berufskollegs der Stadt Dortmund. Sie tru-
Preisverleihung mitgebracht und gezeigt. gen einen Rap vor, in dem sie ihre Gedanken zur
Meinungsfreiheit in Europa äußerten.
Den dritten Platz (500€) erreichte das filmische
Glanzstück „Austausch Libourne“ des Börde Weitere Berufskollegs-Teams, die an der Veranstal-
Berufskollegs aus Soest. Seit 1992 finden Schü- tung teilnahmen und Anerkennungspreise für ihre
leraustausche zwischen dem Börde-Berufskol- europäische Zusammenarbeit erhielten, waren:
leg und einer französischen Schule aus Libour- • das Teams des Emschertal-Berufskollegs
ne statt. Diese Austausche werden unterstützt aus Herne mit seiner App-Idee für ein Spiel
durch ProTandem, der deutsch-französischen rund um das Thema Bewerbung und Ar-
Agentur für den Austausch in der beruflichen Bil- beitswelt,
dung. Die Schüler*innen arbeiten jeweils für vier • das Team des Walter-Gropius-Berufskol-
Wochen im Gastgewerbe und sammeln beruf- legs aus Bochum mit seiner Plakatserie
liche sowie persönliche Erfahrungen. Sie lernen R.O.B.O.T. „Rescue, Offer help, Be a Friend,
die unterschiedlichen Arbeitsbedingen und kul- Open doors, Take on Europe!
turellen Besonderheiten beider Länder kennen • das Team des Paul-Ehrlich-Berufskollegs
und schließen Freundschaften über die Landes- aus Dortmund mit der Planung einer Gar-
grenzen hinaus. Der Preis wurde überreicht von tengestaltung für ein Seniorenwohnheim
der Leiterin der Schulabteilung Frau Monika Nie- • das Team des Märkischen Berufskollegs
naber-Willaredt, die ihrerseits von ihren schönen aus Unna mit der Präsentation des Markts
Erlebnissen in Frankreich berichtete. der Möglichkeiten in Europa und
• das Team des Louis-Baare-Berufskollegs
Einen besonderen Platz in der Preisverleihung aus Bochum mit zwei Wahlwerbespots.
nahmen zehn Schülerinnen und zwei Lehre-
rinnen des Elisabeth-Lüders-Berufskollegs Ein Team des Börde-Berufskollegs backte für
aus Hamm ein. Norbert Dickel bzw. der Regie- die Veranstaltung Kuchen nach polnischen Re-
rungspräsidenten Hans-Josef Vogel überreichte zepten und Kekse mit dem europäischen Logo.
ihnen ihre Europässe. Der Europass Mobilität Norbert Dickel und der Regierungspräsident
dokumentiert den Praktikumsaufenthalt oder bekamen für ihre Unterstützung der Veranstal-
die Fortbildung in einem anderen Land und tung Riesen-Europa-Kekse geschenkt.
gibt einen Überblick über die neu erworbenen Die Veranstaltung begeisterte für Europa und
Kompetenzen. Die 10 Auszubildenden aus der regte alle Gäste an, wählen zu gehen.
11Erasmus+-Projekt „DPKBB“
Deutsch-polnische Kooperation
in der beruflichen Bildung
Das Erasmus+-Projekt „DPKBB“ fußt auf der vorzubereiten und zu entsenden. Dazu wurden
Arbeit der Arbeitsgruppe 2 zur deutsch-pol- in mehreren Treffen mit den Partnerschulen
nischen Kooperation in der beruflichen Bildung. (Deutschland und Polen) Lernergebniseinheiten
Diese Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, entworfen, welche die Auszubildenden während
die Qualität und Quanitität der beruflichen Mo- ihres 2-4-wöchigen Praktikums in Polen absol-
bilitäten zwischen Deutschland und Polen mit viert haben.
Blick auf die Agenda 2020 zu erhöhen. In die-
ser Gruppe haben sich Vertreter der Bundes- Um diese Lernergebniseinheiten auszubauen
länder Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, und zu optimieren fanden zudem Lehrermobi-
Nordrhein-Westfalen und Sachsen zusammen- litäten an den polnischen Partnerschulen statt.
geschlossen, um Kontakte zwischen deutschen Langfristig ist mit diesen Lernergebniseinheiten
und polnischen Berufskollegs nicht nur anzu- eine Einführung von ECVET beabsichtigt. Zu-
bahnen, sondern die Schulen bei der Planung, dem fand eine Implementierung dieser im
Organisation, Durchführung und Evaluation von Ausland abgeleisteten Lernergebniseinheiten
beruflichen Mobilitäten zu unterstützen. Dazu in die Bildungspläne der Berufskollegs statt.
wurden in mehreren Treffen Konsortialanträ- Hierdurch wurde eine Internationalisierung der
ge gemeinsam erarbeitet. Die Konsortialpart- Berufsausbildung an den beteiligten deutschen
ner haben sich in ihren Mandaten verpflichtet, und polnischen Schulen forciert.
eine bestimmte Anzahl Teilnehmer aus den Be-
rufsfeldern Elektrotechnik, Spedition/Logistik, Im März 2020 ist eine Kontaktbörse für neue
Soziales/Erziehung/Pflege, Fahrzeugtechnik Schulpartnerschaften in Dortmund geplant.
sowie Ernährung/Gastgewerbe auszuwählen,
12Qualifizierung der EU-Beauftragten
an den Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg
(Rückblick und Ausblick)
Die Fortbildungsveranstaltung der Bezirksre- Alle vier Module bauen aufeinander auf und
gierung Arnsberg zur Qualifizierung der EU-Be- sollen somit abschließend zur Qualifizierung
auftragten Teil I an den Berufskollegs wurde der EU-Beauftragten Teil I der Schulen die-
durch die Moderatorin und Geschäftsführerin nen. In der Zeit zwischen den einzelnen Ver-
der EU-Geschäftsstelle Frau Andrea Stein kon- anstaltungen erhalten die Teilnehmer*innen
zipiert und bereits im vergangenen Schuljahr die Gelegenheit im Austausch mit der eigenen
2018/2019 am Louis-Baare-Berufskolleg in Schulleitung die Inhalte der Fortbildung zu
Bochum durchgeführt. Der LRSD Herr Karsten transferieren und schulspezifisch zu konkreti-
Mielke als Leiter der EU-Geschäftsstelle über- sieren. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der
mittelte zu Beginn in einer Videobotschaft be- Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für
grüßende Worte an die Teilnehmer*innen der Berufsbildung Frau Ulrike Schröder besuchte
Veranstaltung und warb für die Stärkung der ebenfalls einen Sitzungstermin der Fortbil-
internationalen Zusammenarbeit in der Be- dungsreihe, um von Seiten der Nationalen
rufsbildung. Die Veranstaltung richtete sich Agentur für die Stärkung der Internationalisie-
an alle EU-Beauftragten der Berufskollegs, rung an den Berufskollegs zu werben und über
aber auch an interessierte Kollegen*innen, die Tätigkeiten der Nationalen Agentur zu in-
die bereits erste Erfahrungen mit ERASMUS+ formieren.
Projekten an ihren Schulen gesammelt haben
oder zukünftig durchführen möchten. In vier Im laufenden Schuljahr 2019/2020 wird Teil I
Blockveranstaltungen tauschten sich die Teil- der Fortbildungsreihe durch den Ansprechpart-
nehmer*innen über ihre Aufgaben und Funkti- ner der EU-Geschäftsstelle Herrn Waldemar
onen als EU-Beauftragter*e aus. Dabei zeigte Raabe am Robert-Schumann Berufskolleg in
sich, dass die Berufskollegs unterschiedlich in- Dortmund moderiert und für interessierte Kol-
tensiv internationale Projekte und Austausch- legen*innen erneut angeboten. Teil II der Fort-
maßnahmen für ihre Schulentwicklung nutzen. bildungsreihe wird zeitgleich durch Frau Andrea
In kurzen Gesprächsphasen konnten sich die Stein am Fritz-Henßler Berufskolleg in Dort-
Teilnehmer*innen über ihre bereits gemach- mund moderiert, um weiterführenden Bereiche
ten Erfahrungen mit ERASMUS+ Programmen aufbauend auf der ersten Qualifizierungsmaß-
austauschen und gegenseitig inspirieren. Des nahme zu thematisieren.
Weiteren lernten sie, wie eine schulspezifische
Internationalisierungsstrategie angestrebt und In einer abschließenden gemeinsamen Veran-
formuliert werden kann. Abschließend wur- staltung sollen sich dann die beiden Gruppen
den den Teilnehmern*innen Möglichkeiten zur aus der Fortbildungsreihe kennenlernen, über
praktischen Umsetzung aufgezeigt, um diese ihre Aktivitäten austauschen und gemeinsam
am eigenen Berufskolleg zu implementieren. vernetzen.
13Ab ins Ausland
Lehrer-Ausbilderfortbildung
Ziel des Erasmus Plus-Projekts ist es, Berufs- pitationen, kollegialer Austausch, Besuche von
schulpersonal und betriebliche Ausbilderinnen Ausbildungsbetrieben sowie ein kulturelles Pro-
und Ausbilder dazu zu motivieren, ihre Auszubil- gramm durchgeführt.
denden zu einem Auslandspraktikum zu motivie-
ren und sie bei dem Vorhaben zu unterstützen. Nach anregungs- und erlebnisreichen Tagen
mit vielen guten Gesprächen begaben sich die
Hierzu fanden insgesamt zwei Seminartage mit Fortbildungsteilnehmerinnen und –teilnehmer
Themenschwerpunkten wie z. B. Beantragung motiviert wieder nach Hause. Alle sind sich ei-
von Fördergeldern, Praktikumsplatzsuche und nig, dass im Ausland gesammelte Erfahrungen
vertragliche Modalitäten vor Ort in der Be- unbezahlbar sind und dass es erstrebenswert
zirksregierung Arnsberg statt. Im Mittelpunkt ist, jungen Menschen in der Berufsausbildung
dieser Fortbildung stand jedoch das Sammeln ein Auslandspraktikum zu ermöglichen!
wertvoller Erfahrungen an einem unserer Part-
nercolleges in den Niederlanden, Spanien und Eine Delegation des niederländischen Partner-
England. colleges war sogar schon zu einem Gegenbe-
such zu Gast! Weitere Kooperation im Rahmen
So verbrachten Berufsschullehrer-Ausbilder- von Erasmus+ ist in Planung.
Tandems aus den Berufsfeldern Friseur, Maler
und Lackierer sowie Elektrik jeweils drei Tage Praktikumsplätze und Förderinstitutionen kön-
bei den europäischen Partnern, um einen Ein- nen beispielsweise auf folgender Internetplatt-
blick in die Berufsausbildung vor Ort zu erhal- form per Suchmaschine gefunden werden:
ten. Hier wurden unter anderem Unterrichtshos- www.na-bibb.de/erasmus-berufsbildung/
mobilitaet/pool-projekte/
Beratung gibt es bei EU-Geschäftsstelle der
Bezirksregierung Arnsberg:
andrea.stein@bra.nrw.de
waldemar.raabe@bra.nrw.de
14Language for Mathematics in Vocational Contexts
Sprache beim arbeitsweltbezogenen Mathematiklernen
In ausbildungs-vorbereitenden Klassen verfü- vier Berufskollegs aus NRW (Standorte Herne,
gen viele Schüler*innen nur über mangelhafte Hamm, Bochum), berufliche Schulen aus den
Mathematik- und Sprachkenntnisse. Sie verste- Niederlanden und aus Schweden. Die wissen-
hen oft die Rechenwege oder Erklärungen kaum schaftliche Begleitung erfolgt durch Mathema-
und können häufig nur unter großen Schwierig- tikdidaktiker*innen der Technischen Universität
keiten selbstständig Textaufgaben Dortmund, der Pädagogischen Hochschule Frei-
burg sowie den Universitäten Utrecht (Nieder-
Wie können Lehrende diesen Lernenden helfen? lande) und Stockholm (Schweden). Aber auch
Wie können sie die Lernenden mit Hauptschul- die IHK zu Dortmund, der DGB, das Ministerium
abschluss in den Klassen der Berufskollegs un- für Schule und Bildung und die Lehreraus- und
terstützen und dazu befähigen, mathematische -fortbildung sind Partner/innen des Projektes.
Konzepte, Aufgaben mit beruflichen und gesell- Zur Halbzeit wurden am 3. Mai 2019 am Edu-
schaftlichen Bezügen zu lösen, um gut in eine ard-Spranger-Berufskolleg in Hamm erste Pro-
Ausbildung starten? jektergebnisse zur sprachsensiblen Unterricht-
sentwicklung präsentiert. Die Teilnehmenden
Um für diese Fragen Lösungen zu finden, star- erhielten Einsicht in erste Ergebnisse aus Tests
tete im Herbst 2017 das europäische Erasmus zu sprachlichen und mathematischen Kompe-
Plus-Projekt LaMaVoC – Language for Mathe- tenzen von Jugendlichen der Berufsfachschule.
matic in Vocational Contexts (www.lamavoc.
nrw.de), initiiert und begleitet von der EU-Ge- Für die mathematischen Themen Prozente und
schäftsstelle für Wirtschaft und Berufsbildung Proportionalität zeigt sich zum Beispiel, dass
der Bezirksregierung Arnsberg. Beteiligt sind von den getesteten 195 Lernenden nur rund 30
Teilnehmer*innen der Multiplikatoren-Veranstaltung am 3. Mai in Hamm
15Prozent die wichtigen Grundlagen zu der Pro- auch schon in ein Regelangebot der Bezirksre-
zentrechnung und dem proportionalen Rechnen gierung Arnsberg überführt. Weitere Informati-
wie z.B. Dreisatz beherrschen. Unterrichtet wer- onen zu Fortbildungen für Einzelpersonen bzw.
den diese Inhalte laut Lehrplan der allgemeinbil- auch für Gruppen direkt im Berufskolleg geben
denden Schulen in Klasse 7. Zudem zeigen sich gerne Frau Anke Westermann, Lehrerfortbildung
über beide Inhaltsbereiche große Unterschiede für Berufskollegs/Bezirksregierung Arnsberg
zwischen sprachlich starken und sprachlich oder Frau Andrea Stein, EU-Geschäftsstelle/
schwachen Lernenden. Bezirksregierung Arnsberg.
Nach der Teilnahme an Fortbildungen entwi-
ckelten und erprobten projektbeteiligte Leh-
rer*innen zu diesen Themen sprachsensible Bisherige vorläufige Produkte
Unterrichtsreihen mit ihren 16- bis 19-jährigen
Lernenden. Der Unterricht wurde in Teilen als Vi- • Unterrichts- und Fortbildungskonzept
deo aufgezeichnet und die besonderen Stellen • 3 erprobte sprachsensible Unterrichts-
stehen nun für Diskussionen und Fortbildungen einheiten für den Mathematikunterricht
zur Verfügung. • 3 länderspezifische Fortbildungsmodule
Erste Analysen dieses sprachsensiblen Mathe-
matikunterrichts zeigen positive Wirkungen
sowohl bezogen auf das Verstehen von Mathe- Bisherige bzw. langfristige Ergebnisse
matik als auch auf die Entwicklung sprachlicher und Wirkungen
Kompetenzen. Die abschließende Multiplika-
torenveranstaltung mit der Präsentation der • Steigerung der sprachlichen und mathe-
Endergebnisse findet am 11.5.2020 statt matischen Kompetenzen der Schüler*
innen
Parallel zu der Unterrichtsentwicklung wurden • Professionalisierung der Mathematik-
die Fortbildungen für die Lehrer*innen weiter- lehrkräfte
entwickelt und befinden sich bereits in der Er- • Steigerung der Ausbildungsfähigkeit
probung bzw. einige Fortbildungsinhalte wurden der Jugendlichen
16AUSGANGSSITUATION ZIELE
Mangelhafte Mathematik- und Sprach- • Entwicklung eines sprachsensiblen
kenntnisse in ausbildungs- vorbereiten- Unterrichtskonzepts für ausbil-
den Klassen dungsvorbereitende Klassen im
gewerblich-technischen Bereich zum
sprachlichen und mathematischen
Kompetenzerwerb.
ZIELGRUPPE • Entwicklung von Fortbildungsmodu-
Kernzielgruppe unseres Projektes sind len für Mathematiklehrkräfte.
lernschwache Jugendliche aus eher bil-
dungsfernen Elternhäusern und Jugend-
liche mit Migrationshintergrund mit
Schwierigkeiten beim Übergang von der PRODUKTE
allgemeinbildenden Schule in die beruf- • Unterrichtskonzept für den berufs-
liche Ausbildung. Denn sie verfügen oft bezogenen sprachsensiblen Mathe-
nicht über ausreichende Sprach- und matikunterricht
Mathematikkenntnisse für den Erwerb • Sprachsensible Unterrichts-
eines Ausbildungsplatzes. materialien
• Fortbildungskonzept für Mathema-
tiklehrkräfte
• Fortbildungsmaterialien
KOORDINATION
Bezirksregierung Arnsberg/NRW
ERGEBNISSE
• Steigerung der mathematischen
und sprachlichen Kompetenzen
PARTNERSCHAFT • Professionalisierung der Mathema-
Berufliche Schulen, Universitäten und tiklehrkräfte
Handelskammer aus NL,SE und DE • Steigerung der Ausbildungsfähigkeit
der Jugendlichen und des Fachkräf-
teangebotes
BETEILIGTE SCHULEN Eduard-Spranger Berufskolleg, Hamm
AUS DEM REGIERUNGSBEZIRK Emschertal-Berufskolleg, Herne
ARNSBERG Technische Berufliche Schule 1, Bochum
Walter-Gropius-Berufskolleg, Bochum
17Projekte
aus dem Regierungsbezirk Arnsberg
Alice-Salomon-Berufskolleg Bochum
Fit for Europe
Das Alice-Salomon-Berufskolleg und Erasmus+
machen es möglich: Zehn Auszubildende aus
dem Gastgewerbe und dem Gesundheitswe-
sen ergriffen im Frühjahr 2019 die Chance, drei
Wochen in Edinburgh zu verbringen, um dort
berufsbezogene Praktika in lokalen Betrieben
der jeweiligen Branche zu absolvieren: Je ein
Koch in Ausbildung, eine Bäckerin, eine Friseu-
rin, zwei angehende Sozialassistenten und fünf
Hotelfachleute absolvierten ihre „placements“
unter anderem in der Tagespflege für Menschen
mit Behinderung, in Hotels der Ketten Ibis
und MacDonald Hollyrood, im renommierten
Toni&Guys Friseursalon, im Edinburgh College,
im legendären 5-Sterne Hotel Balmoral mit sei-
nem Michelin-Sterne-Restaurant und in Mimi’s
Bakehouse unter dem Motto „Hands on in Hos-
pitality and Health“. ernsthafte Interesse der Betriebe, ihnen neues
Wissen zu vermitteln. Generell überrascht wa-
Neben berufsbezogenen Workshops standen ren sie vom technischen Fortschritt. Während
eine Hotelbesichtigung im Ibis auf dem Pro- sie am Anfang verzweifelt die Rezeption im Ho-
gramm, um über berufliche Perspektiven in tel suchten, um ihre Gäste einzuchecken, waren
Schottland zu informieren, aber auch ein um- sie es bereits nach kurzer Zeit gewöhnt, diese im
fangreiches kulturelles Programm, Workshops, Eingangsbereich mit Smartphone oder Tablet
Sightseeing zu umliegenden Sehenswürdig- souverän einzubuchen. Interessiert erweiterten
keiten wie dem Tantallon Castle oder der Glen- sie ihre berufsbezogene und fremdsprachliche
kinchie Whisky Destillerie. Kompetenz und qualifizierten sich nachhaltig
für die zunehmend globalisierte Arbeitswelt. Die
Die Schüler*innen gewöhnten sich schnell an positive Resonanz der Betriebe, die großartigen
die Betriebsabläufe, brachten ihre Vorkenntnis- Rückmeldungen und Empfehlungsschreiben
se aus der bisherigen Berufsausbildung erfolg- und auch die Bereitschaft der Betriebe, jeder-
reich ein, spürten die hohe Wertschätzung, die zeit Praktikanten aus Deutschland aufzuneh-
ihnen entgegengebracht wurde, aber auch das men, sprechen für sich.
18Untergebracht waren die Schüler*innen im Die 2008 eingeleiteten Schritte in Richtung In-
Wohnheim des Edinburgh Colleges. Dort orga- ternationalisierung unseres Berufskollegs, die
nisierten sie ihren Gruppenalltag weitgehend sich anfangs auf Lehrermobilitäten konzent-
selbständig: Tägliche Aufgaben wie Einkaufen, rierten, 2015 zu regelmäßigen Auslandsaufent-
Kochen, Wäsche waschen wurden demokratisch halten von Schüler*innen auf Malta/in Edinbur-
aufgeteilt und zuverlässig erledigt, die tägliche gh führten, werden mit dem neu beantragten
„challenge“ erfolgreich im Team gemeistert, ob- Projekt nachhaltig ausgebaut. Zudem werden
wohl die Schüler*innen sich lediglich flüchtig wir 2019 erstmalig 22 Kolleg*innen und unser
aus dem Vorbereitungsunterricht für ihren Aus- Multiprofessionelles Team aus Sozialarbeitern
landsaufenthalt kannten. Auch das Gym und den entsenden, wichtige Schritte im Rahmen un-
Pool im Clubhouse auf dem Campus durften serer weiteren Schulentwicklung.
die Schüler nutzen. Zur Erholung lud der Strand
von Portobello ein. Eine Entdeckung waren für
viele Schüler*innen die nahegelegenen Charity
Shops, die zahlreichen Cafés und Restaurants, in Berufskolleg AHS Siegen
denen man nicht nur günstig einkaufen oder ge- Gemeinsam für Europa!
mütlich beisammen sitzen konnte, sondern auch
Kontakte zur schottischen Bevölkerung knüp- Ziele der Lehrerfortbildungen gemäß
fen konnte. Eine gute Gelegenheit, die eigenen des Europäischen Entwicklungsplanes
Sprachkenntnisse ganz nebenbei zu erweitern. Das Bestreben des Berufskollegs AHS liegt da-
rin, einen begonnenen Entwicklungspro-zess
Doch nicht nur die Schüler*innen sowie die be- im Rahmen der Internationalisierung unserer
gleitenden Lehrkräfte aus Deutschland waren Schule weiter zu entwickeln. Zunächst wäre es
von der internationalen Begegnung mehr als uns wichtig, das allgemeine Kompetenz- und
begeistert, sondern auch die schottischen Leh- Fähigkeitsniveau der Lehrkräfte zu erhöhen,
rer*innen am Edinburgh College. Die 2018 ein- insbesondere in Hinblick darauf einen Beitrag
gegangene Kooperation mit dem College wurde zu einer kohäsiven Gesellschaft in der Gegen-
intensiviert. Das Resultat: 2019 wurde ein gemein- wart und in der Zukunft leisten zu können. Die
samer KA2 Projektantrag gestellt und inzwischen Teilnahmemöglichkeit an internationalen Mo-
als gefördertes Projekt auf der Webseite des PAD bilitäten kann gleichwohl eine verstärkte Zu-
mit dem Titel „United in Excellence: Everybody is sammenarbeit zwischen der allgemeinen und
different – together we are unique“ veröffentlicht. der beruflichen Bildung im internationalen Ver-
Trotz oder gerade wegen des drohenden Brexits gleich entstehen lassen.
spürt man das Trennende, aber auch das Verbin-
dende noch deutlicher als zuvor und den Wunsch, Unser Ziel ist die Erweiterung kultureller und
weiterhin voneinander zu lernen. fachlicher Dimensionen, deren Integration in
19den schulischen Alltag bzw. in das Curriculum geht es um die Erprobung verschiedener Unter-
der Schule. Der Fortbildungsertrag kann somit richtsmodelle im ICT-Bereich, die aufzeigen sol-
zu einem individuellen Nutzen aller am System len, wie ICT effektiv in den Unterricht integriert
beteiligten (Lehrende und Lernende) führen. werden kann, um die Schüler*innen in den Mit-
Wir möchten gerne das Europaprofil an unserer telpunkt des Unterrichts zu stellen.
Schule weiter stärken und den europäischen
Gedanken weiter verfolgen. Die Grundlage dazu Grundsätzlich wird erwartet, dass die Lernergeb-
ist die Erhöhung der inter-kulturellen Kompe- nisse eine Verankerung interkultureller Lernein-
tenzen der Lehrkräfte, die dann an die Schü- heiten in den Bildungsgängen des Berufskollegs
ler*innen weiter gegeben werden können. Dazu ermöglichen. Auch für zukünftige Schulpartner-
gehört z.B. ein solides Verständnis der eigenen schaften kann durch die gesammelten Erfah-
Kultur und die Entwicklung eines Identitätsge- rungen ein Verbesserung der Projektsteuerung
fühls, welches die Grundlagen für eine offene erzielt werden.
Einstellung und Respekt für die Vielfalt anderer
Kulturen ermöglicht. Zu den Fähigkeiten zählen Debate – Global Awareness
auch, die eigenen Standpunkte mit den Meinun- Mit Beginn des Schuljahres 2018/2019 startete
gen anderer in Beziehung zu setzen und eine am Berufskolleg Allgemeingewerbe, Hauswirt-
gemeinsame Basis für kollaboratives Arbeiten schaft und Sozialpädagogik des Kreises Sie-
zu schaffen. Kultureller Ausdruck ist für die Ent- gen-Wittgenstein (AHS) das Erasmus+ Projekt
wicklung kreativer Fähigkeiten unerlässlich, die „Debate! Global Awareness“. In diesem Projekt
auf verschiedene berufliche Kontexte übertra- arbeiten Schulen aus Griechenland, Spanien,
gen werden können. der Türkei, Rumänien und Deutschland über ei-
nen Zeitraum von zwei Jahren zusammen.
Durchgeführte Mobilitäten
Im Jahr 2018 und 2019 lag und liegt der Fokus Das Projekt steht unter dem Motto „Durch sozi-
auf dem Prozess der Internationalisierung und ales Engagement für ein gemeinsames Europa“
der Informationstechnologie. Die Kurse befas- und bietet den Teilnehmer*innen die Möglich-
sen sich mit den wichtigen Themen der EU2020, keit, länderübergreifend an Konzepten zu arbei-
zum einen mit der Internationalisierung und der ten, die das Miteinander und die Chancengleich-
Modernisierung des Lehrplans. Hier werden In- heit verbessern sollen.
ternationalisierungsstrategien analysiert, um
die Internationalisierungspolitik an die Bedürf- „Social Entrepreneurship“ oder „Soziales Un-
nisse unserer Schule anzupassen. Zum anderen ternehmertum“ versucht, mit neuen Herange-
20hensweisen bestehende gesellschaftliche und jektes finden in jedem Land Treffen statt, in
soziale Probleme zu lösen und dadurch nachhal- denen Schüler*innen sowie Lehrer*innen in
tigen sozialen Wandel zu erreichen. Seit hunder- gemeinsamen Austausch treten und an Kon-
ten von Jahren existieren gerade in Deutschland zepten für ein „eigenes Soziales Unternehmen“
sozial-karitative Einrichtungen, die unterschied- arbeiten. Von den teilnehmenden Schüler*innen
liche Leistungen für benachteiligte oder bedürf- wird hierfür die Methode des „Business Model
tige Personen anbieten. Die überwiegende Zahl Canvas“ (BMC) angewendet. Mittels BMC wer-
der teilnehmenden Schüler*innen in der AHS den durch spezielle Visualisierungs- und Kre-
absolvieren in diesen Einrichtungen zum Teil ativitätstechniken und Vorlagen in mehreren
einjährige Praktika. Workshop-Settings neun wesentliche Bausteine
potentieller Geschäftsmodelle (Kundenseg-
Für die Teilnahme wurde eine Klasse aus der mente, Wertangebote, Kanäle, Kundenbezie-
Fachoberschule für Gesundheit und Soziales hungen, Einnahmequellen, Schlüsselressourcen,
und eine Klasse des Beruflichen Gymnasiums Schlüsselaktivitäten, Schlüsselpartnerschaften
ausgewählt. Innerhalb der zwei Jahre des Pro- und Kostenstruktur) erarbeitet.
21Durch die Unterbringung in Gastfamilien wäh- nien erste ausgearbeitete Konzepte. Darunter
rend der Zeit des Austauschs haben die Teilneh- beispielsweise eine Bäckerei, die für und mit
mer*innen im besonderen Maße die Möglichkeit, Obdachlosen arbeitet, um so die Menschen zu
kulturelle Gegebenheiten „aus erster Hand“ zu unterstützen, die aufgrund ihrer Wohnungslo-
erfahren und können so ihre eigene Lebenssi- sigkeit an den Rand der Gesellschaft gedrängt
tuation reflektieren. Insbesondere können auch wurden.
Unterschiede im Bereich des Schulwesens und
gesellschaftlicher Problemlösungsstrategien Im kommenden November freut sich das Be-
erfahren werden. rufskolleg AHS in Siegen darauf, die Delegati-
onen der Partnerschulen begrüßen zu dürfen.
Im Rahmen des ersten Austauschs im Februar
2019 besuchten sechs Schüler*innen aus der
Fachoberschule für Gesundheit und Soziales
und dem Beruflichen Gymnasium die Partner- Berufskolleg „Am Eichholz“
schule Palatul Copiilor in Craiova, Rumänien. Auf den Spuren der Römer durch
Während des einwöchigen Besuchs arbeiteten Europa
die Schüler*innen in internationalen Workshops
an ihren sozialen Unternehmen. Sie besuchten Von 2015 bis 2018 nahm das Berufskolleg Am
ein Restaurant, welches sich sozial engagiert Eichholz in Arnsberg an einem Erasmus+ - Pro-
und das hauptsächlich von Menschen mit Be- jekt mit dem Namen „Following the footprints
hinderungen geführt wird. Dort konnten die of the Emperors“ teil. Mit Partnern aus neun eu-
Schüler*innen im Austausch miteinander Ideen ropäischen Ländern folgten wir den Spuren der
für die Umsetzung der eigenen Konzepte ent- Römer durch Europa. Unsere Partnerschulen
wickeln. Im Verlauf der Woche setzten sich die kamen aus folgenden Ländern: Portugal, Spani-
Delegationen aus den verschiedenen Ländern en, Italien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Nord-
immer wieder in gemischten Gruppen zusam- mazedonien und der Türkei. Die südtürkische
men, um sich ihre Ideen vorzustellen und die Schule aus Tarsus war Projektkoordinator. Nach
Konzepte zu überarbeiten. Auch erhielten die einem organisatorischen Treffen und dem ersten
Teilnehmer*innen Einblick in die kulturellen Be- Kennenlernen der teilnehmenden Kolleginnen
sonderheiten Rumäniens, so wurde durch die und Kollegen in Rom im Herbst 2015, folgte das
Vorführung traditioneller Tänze, Speisen und Ri- erste Projekttreffen mit Schüler*innen im Januar
tuale im Rahmen einer „Cultural Heritage Fair“ 2016 in der Türkei. Bei allen Projekttreffen waren
für alle Beteiligten erlebbar gemacht. Schüler*Innen der gymnasialen Oberstufe betei-
ligt, da diese vergleichsweise lange an der Schule
Auch der zweite Austausch im April 2019, der sind und eine konstante Mitarbeit an Projektthe-
mit der Partnerschule IES Lauretum in Sevilla, men gewährleistet ist. Eine Schülerin der Berufs-
Spanien, durchgeführt wurde, bot den Teilneh- fachschule für Servicekräfte kam mit zum Pro-
mer*innen viele neue Eindrücke und Erfah- jekttreffen in Lissabon, denn die portugiesische
rungen. So konnten sie sich in einer Gärtnerei, Partnerschule bildet auch in diesem Bereich aus.
die eng mit Menschen mit Behinderung zusam-
menarbeitet, Ideen und Anregungen für ihre so- In der Türkei behandelten wir das Thema antike
zialen Konzepte einholen. Im Austausch mit den sportliche Wettkämpfe. An dieser Stelle muss
dort arbeiteten Menschen entstanden so neue, erwähnt werden, dass wir, gespickt mit talen-
innovative Ideen, wie solche Konzepte auch in tierten Nachwuchssportlern und zwei Sport-
den eigenen Ländern umsetzbar gemacht wer- lehrkräften, in den Einzelwettbewerben ganz
den könnten. In Workshops wurden die bishe- hervorragend abgeschnitten haben und viele
rigen Konzepte im gemeinsamen Austausch Lorbeerkränze unsere Häupter schmückten.
vorgestellt und weiterentwickelt. So entstan- Die türkischen Gastgeber erwiesen sich als un-
den anlehnend an das erste Treffen in Rumä- glaublich gastfreundlich. Ein Ausflug nach Kap-
22padokien und die bei unseren Schülerinnen und samte Schule einen EU-Tag. Dieser begann mit
Schülern neu entdeckte Vorliebe für das Kamel- einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der EU.
reiten werden in Erinnerung bleiben. Daran nahmen Stefanie Baranski-Müller vom
DGB NRW, Landrat Dr. Karl Schneider, Europa-
Es folgten die Besuche in Burgos, Lissabon und abgeordneter Dr. Peter Liese, Bürgermeister
Kocherinovo (Bulgarien). In Burgos wurde ein Hans-Josef Vogel, Superintendent Alfred Ham-
antikes Theaterstück geprobt und am Ende der mer und Arndt Günter Kirchhoff, Arbeitgeber-
Woche in einem gut erhaltenen Amphitheater präsident NRW teil. Andreas Meliwa vom Radio
in Clunia aufgeführt. In Lissabon ging es um die Sauerland moderierte die Diskussion. Für die
Stadtgründungen und Städte im römischen Im- Gäste wurden die wichtigsten Aussagen simul-
perium und in Kocherinovo um römische Götter. tan ins Englische übersetzt und per Beamer
sichtbar gemacht. Gerade die Anwärterländer
Bei unserem Besuch in Carovilli, in den Abruz- Nordmazedonien und Türkei waren sehr inte-
zen, wurden wir zunächst mit den wichtigsten Si- ressiert und auch die kroatischen Gäste beteili-
cherheitsmaßnahmen bei Erdbeben vertraut ge- gten sich an der Diskussion. Wir waren der Mei-
macht, bevor die Schüler*innen römische Spiele nung, eine ganz illustre Runde an unsere Schule
erforschten und ausprobierten. Ausflüge nach gebracht zu haben, doch die örtliche Presse be-
Rom und nach Pompeji rundeten den Besuch ab. richtete zu dieser Zeit lieber von den durchge-
führten Schützenfesten in Arnsberger Vororten.
Im Mai 2017 empfingen wir unsere Partnerschu-
len in Arnsberg. Die Organisation eines solchen Das Thema römische Handarbeiten wurde mit
Mammutprojektes erfordert den Rückhalt der den Schüler*innen in vier Workshops durch-
Schulleitung, ein top motiviertes Kollegium, geführt: In einer Ledermanufaktur wurden
gastfreundliche Schüler*innen und ganz viel römische Sandalen geschustert, wir stellten
Zeit. Es ging, unter anderem, um die Unterbrin- römische Frisuren, Salben und Cremes her,
gung von 28 Lernenden, 24 Lehrenden, die Er- machten Tonarbeiten und bereiteten für ein
stellung eines geeigneten Programms und die römisches Festmahl Speisen und Getränke zu.
Organisation von Ausflügen. Bei dem Besuch Unsere Ausflüge führten uns nach Köln und zur
an unserer Schule waren Handarbeiten und rö- Varusschlacht.
mische Kriege das Thema.
Die folgenden Projekttreffen wurden in Nord-
Da der erste Besuchstag auf den bundesweiten mazedonien, Kroatien und Rumänien durchge-
EU-Projekttag fiel, organisierten wir für die ge- führt. In Nordmazedonien wurde die Geschichte
23Alexander des Großen genauer untersucht, in Sophie Wäscher, in der liebsten Gastfamilie le-
Kroatien wurden römische Mosaiken erstellt ben durfte.
und in Rumänien ging es um das Miteinander
der verschiedensten Völker im römischen Reich. Mein Name ist Milena Mende und ich mache
seit August 2016 eine Ausbildung als Industrie-
Insgesamt kann man festhalten, dass jeder ein- kauffrau EU bei der ecom GmbH in Sümmern. In
zelne Besuch, jede Mobilität von Schüler*innen diesem Rahmen durften meine Mitschüler und
und Lehrenden innerhalb eines Erasmus+ Mitschülerinnen des Berufskollegs des Mär-
Projektes sinnvoll ist. Vielfältige Herausforde- kischen Kreises in Iserlohn und ich drei Monate
rungen, miteinander Arbeiten in internationalen die Lebens- und Arbeitsbedingungen im eng-
Gruppen, Kennenlernen von neuen Kulturen und lischsprachigen Ausland kennenlernen.
Lebensweisen und nicht zuletzt das Anwenden
von Fremdsprachen fordern und fördern Kennt- Zuvor habe ich mich nicht so wirklich mit dem
nisse aller Beteiligten. Land Wales auseinandergesetzt. Das einzige
was mir sofort in den Sinn gekommen war, sind
Am Ende eines solchen Projektes muss aber Schafe; massive Grünflächen mit hunderten
auch kritisch festgehalten werden, dass neun von weißen und schwarzen Flecken und natür-
Partnerschulen eine deutlich zu große Grup- lich das berühmte regnerische Wetter. Das Bild
pe bilden. Alleine durch die Aufnahme einer so sollte sich auch bestätigen.
hohen Anzahl an Gästen kamen wir an unsere
Grenzen. Über drei Jahre wurden alle Teilneh- Bei Sophie und mir standen Regenjacke, Regen-
mer „projektmüde“, der Elan für die Projek- hosen und Gummistiefel an der Tagesordnung,
tarbeit nahm im letzten Jahr doch deutlich ab. da wir unser Praktikum bei Wild Elements ab-
Gemeinsame Termine mit neun Partnerschu- solviert haben. Die Firma verfolgt das Ziel, Kin-
len zu finden war wegen unterschiedlicher Ur- der und Jugendliche wieder nach draußen in die
laubs-und Prüfungszeiten sehr schwierig. Mitt- Natur zu locken, dementsprechend waren wir
lerweile sind höchstens sechs Partnerschulen ebenfalls fast jeden Tag an der frischen Luft –
bei Erasmus+ Projekten erlaubt aber nach un- bei Wind und Wetter.
seren Erfahrungen planen wir das kommende
Projekt mit einer Schule aus Schweden und der Aber erstmal zum Anfang der spannenden Rei-
portugiesischen und kroatischen Schule aus se nach Wales. Am 24.03.2018, wartete ich mor-
dem letzten Projekt, die sich für eine weitere Zu- gens gegen 07.00 Uhr aufgeregt darauf, dass
sammenarbeit qualifiziert haben. Sophie bei mir ankommt. Die Minuten sind ge-
fühlt nicht umgegangen, da ich es kaum abwar-
ten konnte, endlich loszukommen. Schließlich
war sie da – nicht nur Sophie, sondern auch der
Berufskolleg des Märkischen Moment der Verabschiedung. Allerdings muss
Kreises Iserlohn ich gestehen, dass ich gar nicht realisiert habe,
Verbesserung der internationalen dass es tatsächlich losgeht.
Beschäftigungschancen
Mit dem Auto von Iserlohn nach Calais (Frank-
Goodbye Germany – Hello Wales reich), von wo wir die Fähre nach Dover (Eng-
(Erfahrungsbericht von Milena Mende) land) genommen haben. Circa 200 km von Do-
Für mich war eigentlich schon während der ver entfernt liegt Oxford – unser Ziel, nach einer
Schulzeit klar: Ich möchte ins Ausland! Anfahrt von insgesamt 12 Stunden. Als begeis-
Allerdings habe ich damals nicht damit gerech- terte Harry Potter Fans, war es für Sophie und
net, dass ich drei unfassbar aufregende Monate mich unfassbar beeindruckend, die Möglichkeit
in Wales verbringen werde. Um genau zu sein zu haben, sämtliche Kulissen der Filme besichti-
in Y Felinheli, wo ich mit meiner Mitschülerin, gen zu können.
24Nachdem wir die alten Gemäuer Oxfords hin- bereichert, nicht nur die Erweiterung meiner
ter uns gelassen haben, finden wir unseren Weg Englischkenntnisse nehme ich mit, sondern
nach Llangollen, unserer zweiten Station. auch persönliche Fähigkeiten. Unter anderem
habe ich gelernt, mich selbst deutlich besser zu
Der Walesaufenthalt ist so strukturiert, dass wir organisieren und schätze, was meine Eltern tag-
in der ersten als auch in der letzten Woche in täglich für mich machen, deutlich mehr.
Llangollen leben, wo wir die Sprachschule ECT-
ARC besuchen, welche uns auf die Prüfung für Bisher ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht
das Sprachzertifikat am Ende der drei Monate an diese wundervolle Zeit zurückdenke.
vorbereitet.
Llangollen ist ein kleines und sehr gemütliches Über die Landesgrenzen hinaus – See you
Örtchen, durch dem der Fluss Dee fließt. Doch soon UK!
am beeindrucktesten ist die Burgruine „Dinas (Erfahrungsbericht von Neal Kasel)
Bran Castle“, auf einem Berg in Llangollen. Von Mein Name ist Neal Kasel und ich mache eine
dort aus hatten wir einen wunderschönen und Ausbildung zum Industriekaufmann EU. Dank
weitreichenden Blick über mehrere kleine, um- des Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iser-
liegende Dörfer. lohn und meinem Ausbildungsunternehmen,
der VDM Metals GmbH, bekam ich die Chance
Die erste Woche verging wie im Flug und dann hieß zu einem drei-monatigen Auslandsaufenthalt in
es schon wieder – Koffer packen, denn es ging in England. Dort wollte ich meine Englischkennt-
den nächsten Ort, Y Felinheli, in dem wir zehn Wo- nisse verbessern und meinen Horizont erweitern.
chen bei einer weiteren Gastfamilie lebten.
Meine Reise begann am 24.03.2018 gemeinsam
Neben unzähligen weiteren Abenteuern, wie lan- mit drei Klassenkameraden. Wir trafen uns früh
ge Besuche in typisch walisischen Pubs, das Na- am Morgen, um unsere Reise nach Rotterdam
turspektakel von Wasserfällen, einer Wochenen- (Holland) zu starten. Dort sollten wir mit der Fäh-
dreise nach Dublin etc., war die Wanderung auf re über Nacht nach Hull (England) übersetzen.
den höchsten Berg Wales, dem Snowdon, ein
besonderes Highlight. Schon während der Fahrt spürten wir eine ge-
wisse Nervosität, in dem Wissen Deutschland
Natürlich haben wir uns einen der heißesten für die nächsten drei Monate hinter uns zu las-
Tage ausgesucht, um die kleinen und steilen sen. Die Vorfreude auf das bevorstehende Aben-
Wege hoch zur Spitze zu bestreiten. Da wir teuer überwiegte jedoch bei uns allen.
nur eine begrenzte Menge von Wasser mit uns
führten, gehörte zu dem Abenteuer (absolut kli- Als wir am Tag darauf ansetzten, musste die
scheehaft) das Auffüllen unser Wasserflaschen erste Hürde des Linksverkehrs genommen wer-
aus einer Wasserquelle. Nach vielen Verschnauf- den, welche sich jedoch leichter als zuvor be-
pausen und Genießen der Ausblicke haben wir fürchtet erwies. Unser Ziel war Llangollen, ein
es endlich geschafft – wir waren auf der Spitze malerisches Dorf im Norden von Wales, in dem
des höchsten Bergs Wales angekommen. Einige wir für die erste Woche eine Sprachschule besu-
Minuten vergingen, bis wir die ersten Eindrü- chen durften.
cke unserer Umgebung realisiert haben. Da wir
einige Snacks mitgenommen haben, suchten Der erste Tag diente uns jedoch zum „Ankom-
wir uns ein gemütliches Plätzchen, mit wunder- men“, welches uns durch den herzlichen Emp-
schöner Aussicht, um diese einzunehmen. fang der Gastfamilien bei einem gemeinsamen
Dinner nicht schwerfiel.
Abschließend kann ich sagen, dass ich das Be-
ste aus der Zeit mitgenommen habe. Der Aus- Im Laufe dieser Woche wurden uns die Informa-
landsaufenthalt hat mich in einigen Dingen tionen zu unserem genauen Arbeitsplatz, dem
25Sie können auch lesen