KLASSIK No. 5/Sommer 2017 - radio klassik
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
m a g a z i n
KLASSIK No. 5/Sommer
2017
€ 5,50
Georg Philipp Telemann S. 2
Verreisen hören S. 5 Salzburg 2017 S. 14
Dialoge mit Mozart S. 30 Lucerne Festival S. 33Vom Start weg eine Finanzierung, die hält. Eine überzeugende Idee. Ein realistischer Plan. Eine maßgeschneiderte, verantwortungsvolle Finanzierung. Bausteine für ein erfolgreiches Projekt. Wir wissen, wie‘s geht. www.schelhammer.at
Editorial
EDITORIAL
Im Juni rufen wir eine TELEMANIA aus. Die Musik-
welt denkt an den 250. Todestag des „bekannten
Unbekannten“ der deutschen Barockmusik:
Georg Philipp Telemann. Von den Zeitgenossen
verehrt und von der Nachwelt als „Vielschreiber“
bezeichnet.
m a g a z i n
KLASSIK No. 5/Sommer
2017
€ 5,50
Liebe Hörerinnen und Hörer von radio klassik
Stephansdom, liebe Leserinnen und Leser unseres 1
Magazins!
Für diese Ausgabe haben wir den rastlosen Diri-
Georg Philipp Telemann S. 2
Verreisen hören S. 5
Dialoge mit Mozart S. 30
Salzburg 2017 S. 14
Lucerne Festival S. 33 genten Reinhard Goebel zum Gespräch gebeten – er
ist quasi der „Pate“ unserer TELEMANIA im Juni.
Cover:
Den gesamten Monat werden wir auf den „bekannten
Illustration
© Francesco Ciccolella Unbekannten“ der deutschen Barockmusik hinweisen.
Die Opern Telemanns haben uns motiviert, auch
Ein paar Worte zu unserem Cover:
alle Opernabende im Juni „barock“ zu gestalten (mit
Francesco Ciccolella ist ein inter-
national gefragter Illustrator, der Ausnahme des „Johannis-Tages“ – hier haben Wagners
u.a. für „The New York Times“ und „Meistersinger“ ein Abo!).
„The Guardian“ gearbeitet hat.
Sommerzeit ist Reisezeit. Wir möchten Sie hörend
http://www.francescociccolella.com
auf Reisen schicken und haben für die Sommermo-
Dank der Vermittlung unserer
hervorragenden Design-Agentur
nate die unterschiedlichsten Destinationen für Sie
studio VIE konnten wir ihn für ausgewählt.
dieses magazin KLASSIK gewinnen. Neu im Angebot sind unsere „Sommer-Reprisen“:
Lassen Sie sich nicht nur von
unserer Musik, sondern auch von
Wir bieten extra Wiederholungen von besonders be-
seinen Bildern zu „Verreisen hören“ liebten und nachgefragten Spezialsendungen!
inspirieren! À propos nachgefragt ... Wir sind stolz auf
Ein herzlicher Dank gilt auch dem unser neues Service-Angebot, das Ihnen im
Tonstudio MG Sound, das 2015 Sommer 2017 noch mehr Komfort und
unsere neue Signation komponiert
hat. In einer Variation hat sie
Qualität bringen soll: Mit der Klassik-
Franceso Ciccolella in das Cover- Radiothek können Sie künftig das ge-
bild integriert. samte Programm von radio klassik
Stephansdom sieben Tage nachhören!
Einen erholsamen Sommer und gute
Radio-Reisen wünscht Ihnen
Ihr Christoph Wellner
Chefredakteurmagazin KLASSIK Sommer
2017
GEORG PHILIPP
2
TELEMANN
FRAGEN
Illustration – Francesco Ciccolella
ZU
Interview – Ursula Magnes
Am 25. Juni dieses Jahres denkt die Musikwelt an den 250. Todes-
tag von Georg Philipp Telemann. Von den Zeitgenossen verehrt
und von der Nachwelt als „Vielschreiber“ abgetan. Reinhard Goebel
hat mit seiner Musica Antiqua Köln bis heute gültige Telemann-
Aufnahmen vorgelegt. Ursula Magnes befragte den kompromisslosen
Musiker zu Werk, Person und Faszination Telemanns.3
UM: UM:
Ihr erster Telemann-Kick? Was fasziniert Sie an
Telemanns Musik?
Das Konzert B-Dur für 3 Oboen, 3 Violinen
RG:
und B.c. Als 12-jähriger war ich schier ver- Witz, Buntheit und Ideenfülle – klang-
RG:
rückt danach, es war meine Jugend-Droge. gewordene Aufklärung norddeutsch.magazin KLASSIK Sommer
2017
UM: benden Kreise Wiens nach 1780 auf protestantische
Welche drei Werke Kunst aufmerksam gemacht … Telemann hingegen
von Telemann sollte man rezipierte Wiener Musik, übrigens auch solche von
unbedingt kennen? Biber. Und als Kapellmeister der Reichsstädte Frank-
furt und Hamburg komponierte er Musik zu den dort
Die „Ino“-Kantate von 1765, die „Musique abgehaltenen politischen Feiern des Reichs, sodass
RG:
de Table“ aus dem Jahr 1733 und den „Tag „Habsburg“ kein Fremdwort für ihn war. Leider ist
des Gerichts“. seine Trauermusik für Karl VI. wie auch die für Franz
Stephan verloren gegangen. Erhalten sind aber sämt-
UM: liche weltliche und geistliche Fest-Musiken zur Ge-
Das größte Missverständnis burt eines Habsburger Prinzen aus dem Jahre 1716.
in Bezug auf Werk
und Person Telemanns? UM:
Archiv Produktion legte
Ihn mit Bach zu vergleichen, denn Händel 2014 Ihre legendären
RG:
hingegen wird NIE mit Bach verglichen! Telemann-Aufnahmen wieder auf.
Alle drei zusammen aber ergeben die Summe der Wie beurteilen Sie die aktuellen
deutschen Barockmusik: Bach ganz deutsch-protes- Telemann-Aktivitäten im Studio oder
tantisch, Händel verführt auf italienisch und Tele- im Konzertbetrieb?
manns Zungenschlag lässt den Nachbarn in Ost und
West Gerechtigkeit widerfahren. Die Franzosen und Tja: die Boys & Girls werden es mit Tele-
die Polen haben ihn inspiriert. RG: mann immer schwer haben. Die Messlatte
liegt halt sehr hoch – und die bleibt auch da in die-
UM: ser Höhe liegen! Mein Kollege Alfredo Bernardini
Wer hat Telemann macht hervorragende Arbeit, sehr substanzielles Re-
zum „Vielschreiber“ degradiert? pertoire fabelhaft gespielt … ansonsten fehlen mir
die Worte ... oder andersherum: Telemann braucht
Das war die deutsche Musikwissenschaft kongeniale Interpreten, es können gerne auch Flaschen
RG:
des 19. Jahrhunderts. Um Bach groß zu sein, aber dann bitte solche mit Champagner drin.
4 machen, musste man alles um ihn herum abholzen.
Aber wissen Sie: Einer hat vom anderen abgeschrie- UM:
ben, jeder gab aber dann zu dem bestehenden und Was hätten Sie Ihn
nachgebeteten (Vor-) Urteil noch seinen persönlichen gerne gefragt?
Senf dazu. Das ganze Tribunal stand unter dem
Motto: Keine Ahnung, aber ’ne Meinung! Ob sein erster Schwiegervater Daniel Eber-
RG:
lin wirklich ein „turbulentes subjectum“
UM: gewesen sei.
Wie sähe ein Telemann-Festival
Ihrer Wahl aus?
Einmal die ganze „Musique de Table“–
RG:
Tipp
Vorsicht: Telemann hat das Werk NIE und
NIMMER Tafelmusik genannt – dann „Ino“ und
instrumentale Spätwerke um 1765 – dann ein Pro-
Rubato
gramm mit Telemanns Äquivalenten zu den „Bran- 23.06., 11.00 Uhr
denburgischen Konzerten“ von Bach, also Stücke in
Reinhard Goebel
gleicher oder sehr ähnlicher Besetzung – und dann und „sein Telemann“.
„Donnerode“ und „Tageszeiten“. Fertig!!! Nicht mehr
bitte.
UM:
Führt irgendein Telemann-Weg
auch nach Wien?
Soweit man weiß und aufgrund der Quel-
RG:
len-Überlieferung bestätigt wird, hatten die
Foto – Reinhard Goebel
Wiener im frühen und mittleren 18. Jahrhundert eine
tiefsitzende Abneigung gegen die protestantisch-
norddeutsche Musik. Warum auch hätten sie sich zu
© Molina Visuals
dieser Musik hingezogen fühlen sollen: mit Fux,
Caldara, Conti und all den komponierenden Mitglie-
dern der Hofkapelle waren sie Selbstversorger. Erst
durch den Baron van Swieten wurden die musiklie-Verreisen hören
REISEN
Illustration – Francesco Ciccolella
HÖREN
VER-
MUSIKALISCH
URLAUBEN AUF RADIO
KLASSIK STEPHANSDOM
Sommerzeit ist Urlaubszeit, heißt es. Was aber sollen
all jene machen, denen während der Sommermonate
keine Freizeit gegönnt ist oder die es aus anderen
5
Gründen nicht schaffen (wollen), aus dem gewohnten
Trott auszubrechen? Am besten, Sie nutzen unser
Angebot, das Ihnen das Verreisen ohne finanziellen
und zeitlichen Aufwand ermöglicht und Ihnen so
persönliche Sehnsuchtsorte auf abwechslungsrei-
che musikalische Art und Weise näherbringt. Sei
es die Sommerfrische auf dem Land mit pastoralen
Gastgebern wie Ludwig van Beethoven oder Leevi
Madetoja, das Wandern in den Bergen gemeinsam
mit den erfahrenen Bergfexen Richard Strauss und
Nico Dostal, Städtereisen nach Hamburg, Paris oder
Text – Michael Gmasz
zu Roms Brunnen mit Reisebegleitern à la Georg Tipp
Philipp Telemann, Adolphe Adam und Ottorino
Respighi. Oder aber, Sie genießen einfach faules Aus-
Verreisen hören
spannen am Meer in Griechenland, Spanien oder an 03.07. bis 01.09.
der Ostseeriviera. Dazu Kreuzfahrten, Safaris und Montag bis Freitag um 11.00 Uhr
Abenteuerreisen in entfernte Welten. Urlauben auf radio klassik Stephansdom
„Wann mi des Reisebüro net vermittelt hätt…“
raunzte einst Helmut Qualtinger in Ermangelung
eines Schnitzels oder guten Weins als Travnicek, und Schwerpunkt
doch berichtet er von Spanien, der Cote d’Azur oder
der Akropolis in Athen. Das „Reisebüro radio klassik
Spanien-Spezial
Stephansdom“ vermittelt Sie garantiert in die schöns- zum 150. Geburtstag
ten Gegenden und an die beliebtesten Orte der Welt, von Enrique Granados
ohne dass Sie auf die Annehmlichkeiten der Heimat
24. bis 28.07.
verzichten müssen. Wir ermöglichen Ihnen somit den
täglichen Kurzurlaub zur Vormittagszeit und laden
auf vielfältige Weise zum Entspannen ein. So schön Frankreich-Spezial
kann der Sommer auf Balkonien, im Auto, beim zum 155. Geburtstag
Sport oder innerhalb der eigenen vier Wände sein.
Einzige Voraussetzung – den richtigen Radiosender von Claude Debussy
einschalten. 21. bis 25.08.magazin KLASSIK Sommer
2017
ORCHESTER KLAVIER OPER
UND A Chopin Diary –
The Complete Nocturnes
Alcina – Francesca Caccini
Interpreten – Allabastrina,
SOLISTEN
CDs IM SOMMER
Interpretin – Claire Huangci La Pifarescha, Elena Sartori
Label – Berlin Classics Label – Glossa
EAN – 885470009056 EAN – 8424562239029
Op.2
Interpreten – Sebastian Bohren, Bereits mit den ersten Sekunden Alcina ist die erste von einer Frau
Chaarts Chamber Artists geschriebene Oper. Sie wurde
Label – RCA Red Seal dieser CD beginnt die Verzaube-
EAN – 889853949724 rung, die von Claire Huangcis 1625 von Maria Magdalena von
Interpretation der Chopin’schen Österreich in Auftrag gegeben
Nach Sebastian Bohrens spannen- Nocturnes ausgeht. Man spürt und war mit der Aufführung in
der Deutung des Beethoven Kon- regelrecht, wie sich die amerika- Warschau im Jahr 1628 die erste
zertes, ist er nun auf seiner neuen nische Pianistin mit den chinesi- italienische Oper, die im Ausland
CD mit den Chaarts Chamber schen Wurzeln in die Lebens- und gespielt wurde. Mit der Neuein-
spielung von Elena Sartori liegt
Text – Christoph Wellner
Artists mit Mendelssohns d-Moll Gefühlswelt ihres „musikalischen
Text – Michael Gmasz
Helden“ hineintastet und sich dieses Werk nun endlich auch in
Text – Monika Jaroš
Konzert, dem Rondo in A-Dur von
Schubert und dem selten gespiel- schließlich völlig mit diesem zu entsprechender Qualität vor. Ho-
ten „Concerto funebre“ von Karl identifizieren scheint, so etwa bei her Repertoirewert, macht aber
Amadeus Hartmann zu erleben. Er- leidenschaftlichen Ausbrüchen auch sehr viel Spaß beim Hören!
neut wurde bei dieser Aufnahme wie im Nocturne cis-Moll, op. 27.
auf einen Dirigenten verzichtet, Doch das einstige Wunderkind
was den Solisten gleichsam zum hat sich auch abseits der Musik
6 „primus inter pares“ macht. Die intensiv mit Chopin auseinander- Armide – Jean-Baptiste Lully
Kommunikation zwischen Bohren gesetzt und stellt im Beiheft jedem Interpreten – Les Talens
und dem Ensemble findet somit di- Nocturne eine kurze Passage aus Lyriques, Christophe Rousset
Die Opern Lullys kommen
rekter statt und macht die genann- Gedichten von dessen Zeitgenos- wieder in Mode! Dieser Live-
ten Werke zu einer etwas größer sen zur Seite. Ein Tagebuch der Mitschnitt aus Paris (2015)
mit Marie-Adeline Henry in
besetzten Kammermusik mit füh- besonderen Art. der Titelpartie wird diesen
render Solovioline. Es entsteht eine Trend fortsetzen. Empfehlens-
Intimität zwischen dem Solisten Mozart, Clementi werte Barockoper!
Label – Aparté
und seinen Mitmusikerinnen und Interpretin – Vanessa Wagner
EAN – 3149028098525
Der Wechsel von histori-
Mitmusikern, die sonst selten zu schem zu modernem
erleben ist. Instrument und zurück (Brod- Die griechische Passion –
mann-Flügel von 1814 & Bohuslav Martinů
Yamaha CFX) eröffnet neue
Franz Schmidt – Symphonie Nr.2 klangliche wie interpreta- Interpreten – Grazer
Interpreten – Wiener Philhar- torische Facetten. Ein leicht- Philharmonisches Orchester,
moniker, Semyon Bychkov füßiges, respektive leicht- Dirk Kaftan
Spätromantische Klang- händiges Pendeln zwischen Im Frühjahr 2016 gelang
fülle auf philharmonischen nostalgischem Charme der Oper Graz ein Riesener-
Hochglanz poliert. Dazu und glasklarem Klangbild. folg mit dieser großartig
das symphonische Zwischen- Label – la dolce volta besetzten Oper. Die Stim-
spiel „Träumerei am Kamin“ EAN – 3770001902289 mung aus dem Opernhaus
aus der selten gespielten Oper wurde ideal auf Tonträger
„Intermezzo“ von Richard festgehalten. Ein Trost für
Strauss. Johann Sebastian Bach alle, die nicht dabei sein
Label – Sony Classical Interpret – Rafał Blechacz konnten.
EAN – 889853555222 Frei und natürlich und wie Label – Oehms Classics
eben erfunden klingen EAN – 4260034869677
die „Clavier-Übungen“ und
Cello Abbey – Walton,
weitere Stücke von Bach,
Boyle, Elgar wenn Rafał Blechacz am Flü-
Interpreten – Nadège Rochat, gel sitzt. Weit entfernt
Staatskapelle Weimar, von schülerhaft-verstaubt,
Paul Meyer lässt er die Musik förm-
Ein kräftiges Lebenszeichen lich schweben. Ein unkapri-
der jungen, französisch- ziös-frischer Zugang, der
schweizerischen Cellistin ebenso zum Mitswingen ein-
Nadège Rochat mit Elgar, lädt wie zum Nachdenken
Walton und einer erfreulichen und Tagträumen.
Wiederentdeckung der iri- Label – Deutsche Grammophon
schen Komponistin Ina Boyle. EAN – 002894795534
Label – Ars Produktion
EAN – 4260052382219CDs im Sommer
KAMMER ALTERNATIV STIMMEN
MUSIK Three Worlds:
FÜR DEN
Hungarian Treasures –
Ungarische Schätze
Music From Woolf Works
Interpreten – Max Richter,
SOMMER
Filmorchester Babelsberg,
Interpreten – Notos Quartett Robert Ziegle u.a. Opernarien von
Label – RCA Red Seal Label – Deutsche Grammophon
EAN – 889854118822
Carl Heinrich Graun
EAN – 0028947969525
Interpreten – Julia Lezhneva,
Concerto Köln, Mikhail Antonenko
Das Notos Quartett hat zum 10- Inspiriert von drei Werken von Label – Decca
jährigen Jubiläum seines Bestehens Virginia Woolf, hat Max Richter EAN – 028948315185
seine lange erwartete Debüt-CD Ballett-Musik komponiert, die
vorgelegt. Das Klavierquartett in wiederum nun auf CD-Länge Carl Heinrich Graun war der Ber-
fis-Moll von Ernst von Dohnányi komprimiert wurde. Einfach in liner Opernstar seiner Zeit. Die
führt uns auf eine Reise voll un- der Struktur, großartig im Klang! junge russische Sopranistin Julia
Text – Christoph Wellner
terschiedlicher Klangfarben und Eröffnet wird das Album mit der Lezhneva widmet sich gleich elf
Text – Michael Gmasz
Text – Ursula Magnes
Stimmungen, bei der nicht die Vir- Stimme der Autorin, im letzten Weltersteinspielungen und begeistert
tuosität der einzelnen Spieler ge- Stück rezitiert Gillian Anderson mit ihrer natürlichen Virtuosität
fordert ist, sondern ein gemein- Woolfs Abschiedsbrief. Ergrei- vom ersten Ton an. Sie singt, als
sames, intensives Miteinander, fend! müsste sie dazu keineswegs atmen.
das letztlich im furiosen Finale Scheinbar endlose Phrasen, aus-
wie ein Sturm ohne Ruhe gipfelt. gefüllt mit „wahnwitzigen“ Kolo-
Das Intermezzo für Streichtrio von raturen. Dazwischen sehnsüchtig,
Zoltan Kodály wirkt danach wie The Lost Songs Of St. Kilda bitteres – zumeist Liebesleiden. Ga-
7
eine verdiente Erholung, bevor es Interpreten – Trevor Morrison, rantiert italienischer Kulturimport
mit der Weltersteinspielung von Scottish Festival Orchestra, aufgenommen in Köln. Gesungen
James MacMillan
Béla Bartóks Klavierquartett in Die Geschichte klingt
von einer Russin. Die Musik zeigt
c-Moll wieder auf volle Fahrt geht. unglaublich: In einem Pflege- es der Politik einmal mehr.
heim auf der entlegenen
schottischen Insel St. Kilda
bel canto – the voice of viola wurden Melodien längst Brahms: Die schöne Magelone
Interpreten – Antoine Tamestit, vergangener Zeit aufgezeich- Interpreten – Christian
Cédric Tiberghien net. Generationen haben Gerhaher, Martin Walser, Gerold
Antoine Tamestit, einer diese Lieder gesungen und
Huber
der führenden Bratschisten mündlich tradiert. Jetzt
Eine Doppel-CD, um sich
unserer Zeit, bringt seine sind sie festgehalten und
mittels der wunderbaren Neu-
Viola zum Singen. Vieuxtemps, werden mit Klavier und
fassung der Texte von
Mazas, Donizetti u.a. erklin- Orchester erstmals veröffent-
Ludwig Tieck aus der feinen
gen ganz nach Georg Kastner licht!
Feder des Schriftstellers
(1837) mit „edlem, sehn- Label – Decca
Martin Walser auf die Geschich-
suchtsvollem Charakter“. EAN – 0028948127955
te der schönen Magelone
Label – harmonia mundi
und des Grafen Peter einzulas-
EAN – 3149020227725
Jethro Tull sen. Happy End auch für
The String Quartets die beiden Liebenden nach gut
Johannes Brahms – 93 Minuten. Spielfilmlänge.
Interpreten – The Carducci Label – Sony
Op. 34 und Op. 34b Quartet feat. Ian Anderson EAN – 889853110223
Interpreten – Duo D’Accord, Der langhaarige Mann
Hába Quartett mit Bart und Flöte. So war
Ein Brahms-Werk in einer Ian Anderson seit Ende Parfum
spannenden Gegenüberstel- der 60er-Jahre als Frontman Interpreten – Christiane Karg,
lung in zweierlei Fassungen: von Jethro Tull bekannt. Bamberger Symphoniker,
Die Sonate für zwei Klaviere, Seine stilbildenden Komposi-
David Afkham
die er später für Klavier- tionen wurden fein vom
Ein weiteres Konzeptalbum der
quintett umgearbeitet hat, Carducci Quartet arrangiert.
stets neugierigen deutschen
und die so einen unglaub- Der Meister bläst die Melo-
Sopranistin. Gemeinsam mit den
lichen Siegeszug angetreten dien selber!
exzellent musizierenden
ist. Label – BMG
Bamberger Symphonikern ge-
Label – Oehms Classics EAN – 4050538257472
lang ihr ein wahrlich nach
EAN – 4260330918680
Orient und vor allem zwischen
den Noten, impressionis-
tisch „duftendes“ Album. Lieder
von Ravel, Debussy, Britten,
Koechlin und Duparc.
Label – Berlin Classics
EAN – 885470008325magazin KLASSIK Sommer
2017
DER FESTSPIEL-
SOMMER 2017
OPER
OPER
Foto – VladimirJurowski
© Matthias Creutziger
OPER
8
Foto – John Eliot Gardiner
© Chris Christodoulou
Der Festspielsommer 2017 bringt
uns wieder eine Fülle von Opernauf-
führungen. Die schon oft totge-
sagte Gattung „Oper“ lebt wie eh
und je. Wir bringen eine Auswahl
aus dem ansprechenden und umfas-
senden Angebot:Festspielsommer 2017
Am 7. Juli startet die Sommersaison mit Carl Zel-
lers „Vogelhändler“ auf der Seebühne in Mörbisch.
Thomas Ebenstein und Paul Schweinester werden
die Titelrolle singen.
Schon am Tag darauf, am 8. Juli, hat Rossinis
heitere Oper „Le Comte Ory“ in Klosterneuburg
Premiere. Daniela Fally und Margarita Gritskova
werden in elf Vorstellungen ihre Späße treiben.
Verdis „Rigoletto“ im Steinbruch von St. Margare-
then feiert sodann am 12. Juli Premiere. Bis 19. August
werden bekannte Sängerinnen und Sänger das Werk
hervorragend umsetzen.
Viel hat sich Johannes Wildner mit Mozarts
„Zauberflöte“ vorgenommen. In der Burgruine von
Gars am Kamp verspricht der Regisseur ab 13. Juli
eine zauberhafte Inszenierung. Junge Sängerinnen
und Sänger, unter anderem Liviu Holender als Pa-
pageno, werden für einen anregenden Abend sorgen.
Auf der Seebühne in Bregenz kommt ab 19. Juli
George Bizets „Carmen“ zur Aufführung. Als Büh-
nenbild sind zwei riesige Hände vorgesehen, die aus
dem Bodensee emporragen. Zwischen 21. Juli und 20.
August wird das Werk unter der musikalischen Lei-
tung von Paolo Carignani gezeigt. Und das Bregenzer
Festspielhaus bringt ab 23. Juli Gioacchino Rossinis
„Moses in Ägypten“ heraus. Unter Enrique Mazzola
spielt ein italienisches Ensemble diese Opernrarität.
Foto – Nina Stemme
Goran Jurič, nicht zu verwechseln mit dem Fußballer,
wird den Moses singen.
Die Salzburger Festspiele beginnen in der Fel-
9
© Neda Navaee
senreitschule mit drei Werken von Claudio Monte-
verdi: „Orfeo“, „Il ritorno d’Ulisse in patria“ und
Text – Richard Schmitz
„L’ Incoronazione di Popea“. Musikalische Leitung
und Regie: John Eliot Gardiner.
Am 27. Juli folgt dann die Eröffnung mit Mozarts
„La Clemenza di Tito“ unter der Regie von Peter
Sellars. Der Shootingstar Michael Currentzis wird
sein Musica Aeterna Orchester dirigieren. Sechs
Aufführungen sind vorgesehen.
Am 2. August folgt „Lady Macbeth von Mzensk“
von Dmitri Schostakowitsch mit Ferruccio Furnaletto,
Nina Stemme und den Tenören Maxim Paster und
Maxim Aksenov. Mariss Jansons wird die Wiener
Philharmoniker an fünf Abenden dirigieren. Am
6. August folgt die mit Spannung erwartete „Aida“
mit Anna Netrebko. Ihre Partner werden Francesco
Meli und Ekaterina Sementschuk sein. Es wird sechs
Mal die Gelegenheit geben dieses Ensemble unter Mariotti wird das Mozarteumorchester dirigieren,
der Leitung von Riccardo Muti mit den Wiener Phil- ebenfalls konzertant.
harmonikern zu erleben. Am 27. und 30. August folgt ein Feuerwerk der
Matthias Goerne wird ab 8. August einen intensi- Stimmen mit Ildar Abdrazakov, Krassimira Stoyanova
ven „Wozzeck“ gestalten. Die Wiener Philharmoniker und Juan Diego Flórez in Donizettis „Lucrezia
unter Vladimir Jurowski werden zeigen, dass sie auch Borgia“ unter Marco Armiliato. Bei diesen österreich-
bei Werken der zweiten Wiener Schule Spitze sind. weiten Opern-Höhepunkten werden über eine
Freunde der Barockoper kommen bei der Wiederauf- Million Besucher erwartet.
nahme von Händels „Ariodante“ ab 16. August auf
ihre Rechnung. Der überragende Wiener Amfortas Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe Ihnen
singt in Salzburg Aribert Reimanns „Lear“ unter genug Anregungen für einen genussvollen Kultur-
Franz Welser-Möst. sommer gegeben zu haben.
Konzertant ist Plácido Domingo zweimal in Verdis
„I due Foscari“ zu hören. Joseph Calleja und Maria Ihr Opernexperte von radio klassik Stephansdom
Agresta vervollkommnen das Ensemble. Michele Richard Schmitzmagazin KLASSIK Sommer
2017
10Mit dem Barock
fängt alles an
MIT DEM
BAROCK FÄNGT ALLES AN
Dem Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich
von Raitenau schwebte einst Gewaltiges vor: Für
den Bau des barocken Domes ließ er die nie-
dergebrannte Domruine abtragen und auch gleich
alte Bischofsgräber, Denkmäler und 55 Bürger-
häuser schleifen. Mit dem Barock fängt eine neue
Geschichtsschreibung an. Und der Barock ist
aus Salzburg nie verschwunden, davon ist der Autor
Anton Thuswaldner überzeugt. Er erklärt auch,
Foto – Grafenegg Wolkenturm
warum noch die gegenwärtige Diskussion um die
Bettler in Salzburg mit dem Barock zu tun hat.
Wir bringen Auszüge aus seinem neuen Buch.
© Klaus Vyhnalek
11
Foto – Festung Hohensalzburg
© pixabay
Foto – Klosterneuburg, Kaiserhof
Eine Stadt bezieht ihre Identität aus der Geschichte Die schärfste Konkurrentin des Barock ist die
und wie sie mit dieser umgeht. Die Vergangenheit Aufklärung. Barockabstoßungs- und Barockanzie-
verschwindet nicht, sie passt sich nur der Gegenwart hungsverfahren kommen einander regelmäßig in die
an. Salzburg steht im Bann des Barock. Die Altstadt Quere. Die Spannung zwischen Barock und Aufklä-
Text – Stefanie Jeller
© Roland Ferrigato
bildet eine Inszenierung, an der keiner vorbeikommt, rung zieht sich durch die Salzburger Geschichte, ein
der in ihren Einflussbereich gerät. Die Barockfürsten Ende ist nicht abzusehen.
bauten für die Ewigkeit. Sie ließen nicht nur Gebäude
errichten, sie stellten ein Weltbild in die Stadt. Damit
müssen die Leute auf Dauer auskommen.magazin KLASSIK Sommer
2017
Barock: Absolutismus Mittendrin ein Bettler
und Allmächtigkeit Der Bettler ist eine reale Figur, der man jeden Tag
auf der Straße begegnet, und er ist eine Symbolgestalt,
Die Barockzeit im 17. und 18. Jahrhundert war die die in der Kunst herhalten muss für die fragwürdige
Phase der unumschränkten Herrschaft der Fürsterz- Sicherheit unserer Existenz. Als Besinnungshelfer,
bischöfe. Ihr Wille war Gesetz, weil ihr Wille nichts der uns daran erinnert, dass in dieser Welt nichts
anderes ausdrückte als den Willen Gottes. Fischer von Dauer ist, leistet er seine Dienste. Im Barock
von Erlach, Johann Michael Rottmayr und Michael bildet er das Gegenbild zu den Herrschenden, die
Bernhard Mandl bildeten die Trinität aus Architektur, sich im Überschuss eingerichtet haben. Er wird zum
Malerei und Bildhauerkunst, die der Herrlichkeit literarischen Topos, dem Warnfunktion zukommt:
göttlicher Fügung und obrigkeitlichen Willens beson- Wohlstand, dessen muss man sich stets gewiss sein,
ders eindrucksvoll Gestalt verliehen. Spiritualität und ist für den einzelnen nicht auf Dauer angelegt, das
religiöse Sinnsuche wurde in gewaltige Monumente Schicksal, auch ein barockes Einschüchterungsvoka-
aus Stein übertragen. Gott lässt sich nicht abbilden, bel, ist nicht zu beugen, bleibt für jeden individuell
aber etwas von seiner Allmächtigkeit kann Architektur, vorbestimmt; immerhin waltet Gott über allem, und
tritt sie nur imposant genug in Erscheinung, schon dessen Wege hat noch kein Lebender je durchschaut.
sichtbar machen. König und Bettler, die beiden Pole der Gesellschaft,
Ausgelassenheit und Niedergeschlagenheit ge- haben etwas gemeinsam: beide rafft der Tod, der
hen im Barock ein denkwürdiges Bündnis ein. Die alte Gleichmacher, hinweg. In Salzburg treffen die
ausgeprägte Festkultur bildet den Kontrapunkt zum Gegensätze, mit denen der Barock so gerne arbeitet,
niederschmetternden Befund der Endlichkeit und unmittelbar aufeinander.
des Todes.
Tipp
12 Kulturausflug
26.07., 17.30 Uhr
Barock und der Bettler –
Salzburg verstehen.
Prachtbauten und mittendrin ein Bettler:
Er mahnt in durchaus barockem Sinn
daran, dass Wohlstand nicht von Dauer ist.
Ein Kulturausflug mit dem Autor Anton
Thuswaldner.
Foto – Salzburg, Mirabellgarten
© bilderbox
Anton Thuswaldner
Mit dem Barock fängt alles an.
Warum Salzburg ist, wie es ist.
Verlag müry salzmann
www.muerysalzmann.at
Anton Thuswaldner, geboren 1956
in Lienz, studierte Germanistik
und Geschichtswissenschaft in Salz-
burg, lebt und arbeitet dort als
Herausgeber und Kulturredakteur,
unter anderem für die "Salzbur-
ger Nachrichten". Von 1993 bis 2012
war er Jurymitglied des aspekte-
Literaturpreises, Träger des Öster-
reichischen Staatspreises für
Literaturkritik.KONZERTSAISON 2017 · 2018
DIE BEGEGNUNG ZWISCHEN
DEM MOZARTEUMORCHESTER
UND MIR WAR EIN
WAHRHAFTIGER BLITZSTRAHL.
RICCARDO MINASI
Das neue Programm unter: mozarteumorchester.at
Riccardo Minasi Chefdirigentmagazin KLASSIK Sommer
2017
SALZBURG
2017
Foto – Blick vom Kapuzinerberg auf die Salzburger Altstadt
Viel Grund zum Feiern.
Viele Gründe zum Feiern!
Sommerzeit ist in Salzburg Festspielzeit. Und Fest-
spiele sind immer ein feierlicher Anlass. Heuer ist
die erste Festspielsaison von Intendant Markus Hin-
terhäuser. Elf Opernproduktionen bringt er auf die
Bühnen. „Macht und Strategie“ ist der Leitgedanke
© Tourismus Salzburg GmbH
der diesjährigen Festspiele. Vielleicht auch ein Motto,
um als Intendant zu bestehen?
Aber nicht nur der Sommer und seine Festspiele
geben Anlass zum Feiern. Zu Ostern waren es 50
Jahre seit der Gründung der ersten Osterfestspiele
durch Herbert von Karajan. Mit seiner „Walküre“
Text – Christoph Wellner
konnte man heuer auch eine inszenatorische Zeitreise
unternehmen.
Seit mittlerweile 20 Jahren kann sich die Stadt
Salzburg mit ihrem historischen Zentrum mit dem
14
Gütesiegel „Weltkulturerbe“ der UNESCO rühmen:
Die Architektur und natürlich Mozart haben wesent-
lich dazu beigetragen. Übrigens wurde im vergan-
genen Jahr die Spielpraxis des Salzburger Marionet-
tentheaters ebenfalls aufgrund seiner „höchst entwi-
ckelten Form“ des Puppen- und Figurentheaters in
die Liste zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes
aufgenommen.
50+20=70. Seit inzwischen 70 Jahren setzt sich
die Salzburger Kulturvereinigung dafür ein, klassische
Musik einem möglichst breiten Publikum zugäng-
lich zu machen – ungeachtet von Alter, sozialer oder
kultureller Herkunft. Der Grundstein wurde 1952
beim ersten Symphoniekonzert des Vereins gelegt –
Robert Wagner dirigierte seinerzeit das Mozarteum-
orchester. Im Jubiläumsjahr 2017 wird dieses Ur-
sprungs gedacht: Unter der Leitung von Dirigent
Riccardo Minasi wird nahezu das idente Programm
von damals aufgeführt.
Die Salzburger Kulturvereinigung ist heute der Gewinnspiel
führende Konzertveranstalter der Mozartstadt – in Wir verlosen 1 x 2 Konzert-
Relation zur Bevölkerungszahl mit dem Salzburger karten für das Große Festspiel-
Einzugsgebiet sogar der größte weltweit. Unter der haus am 20.10.2017. Plus
künstlerischen Leitung von Elisabeth Fuchs ist der eine Übernachtung im DZ
Verein für einen Großteil des symphonischen Musik- mit Frühstück im Hotel
lebens der Stadt Salzburg verantwortlich und bringt Mirabellplatz Salzburg von
20. bis 21.10.2017.
auch außerhalb der Festspielzeiten international be- Zur Verfügung gestellt von:
kannte Orchester auf die großen Bühnen. Elisabeth Austrotel Wien – Salzburg,
Fuchs ist auch Gründerin der Kinderfestspiele Salz- Salzburger Kulturvereinigung,
burg, die 2017 ihr zehnjähriges Bestehen feiern: „Mir Tourismus Salzburg GmbH
war es wichtig, auch die nächste Generation in Salz-
burg adäquat zu versorgen!“, sagte sie im Gespräch Kennwort: Salzburg
gewinnspiel@radioklassik.at
mit magazin KLASSIK. radio klassik Stephansdom
Stephansplatz 4, 1010 Wien
www.kulturvereinigung.com Einsendeschluss: 26.6.2017Advertorial
DER KUNST
VERSCHRIEBEN
PRIVATE UNTERSTÜTZER_INNEN HELFEN
GROßEN MUSEEN, WICHTIGE
RESTAURIERUNGS- UND
FORSCHUNGSPROJEKTE
VORANZUTREIBEN
Ob Bilder alter Meister oder Ge- Restaurierungs-und For-
genwartskunst: Wiens Museen be- schungsprojekte ist man
herbergen einen großen Schatz auf Zuwendungen ange-
wertvoller Werke. Um dieser Ver- wiesen. Dass etwa der
antwortung gerecht zu werden, Flügel von Franz Liszt,
sind viel Engagement, Zeit und ein weltweit bekanntes
Geld erforderlich. Instrument des Pariser Kla-
Das Kunsthistorische Museum vierbauers Erard aus dem
(KHM) verdankt seine Existenz Jahr 1862, nach Wien ge-
der umfangreichen Sammlungs- bracht und wieder spielbar
tätigkeit der Habsburger. Seit der gemacht werden konnte, ist
Eröffnung im Jahr 1891 sind die nur der Angelika Prokopp Pri-
15
Bestände auf rund 4 Millionen vatstiftung zu verdanken.
Werke angewachsen. Rund 150 Auch im mumok – Museum
KuratorInnen, RestauratorInnen, moderner Kunst Stiftung Ludwig werden“, betont mumok-Direkto-
RegistrarInnen und Naturwissen- Wien legten FörderInnen, hier rin Karola Kraus.
schaftlerInnen sind im größten das deutsche Sammlerpaar Peter Die bisher größte zusammen-
Museum Österreichs Tag für Tag und Irene Ludwig, den Grund- hängende Donation an ihr Haus
mit der wissenschaftlichen Aufar- stein. erfolgte durch Gertraud und Die-
beitung und der Dokumentation Der graue Basaltquader in- ter Bogner, die dem mumok 2007
der umfangreichen Sammlungs- mitten des Wiener Museums ihre Sammlung überließen. Kraus:
objekte beschäftigt. Quartiers beherbergt heute eine „Diese Werke bereichern unseren
„Viele glauben, dass sich der außergewöhnliche Sammlung Bestand enorm und tragen zur
Staat um diese Aufgaben kümmert. der Kunst des 20. und 21. Jahrhun- Schärfung unseres Profils bei.“
Aber das stimmt so nicht“, sagt derts. Auch das mumok ist für Es muss freilich nicht eine gan-
KHM-Generaldirektorin Sabine die Bewahrung und Forschung ze Sammlung sein, um die Mu-
Haag. Für Ankäufe oder spezielle auf DonatorInnen angewiesen: seen in ihrem Auftrag zu unterstüt-
„Durch deren unglaubliches En- zen. Auch die Freundeskreise der
gagement kann die Samm- beiden Museen sowie große und
lung des Museums lau- kleine Erbschaften und Vermächt-
fend gewartet, ge- nisse helfen beim Erwerb wichtiger
pflegt und für Kunstwerke aus den verschiedenen
künftige Ge- Epochen und Strömungen der bil-
nerationen denden Kunst sowie der Finan-
gesichert zierung von wichtigen Restaurie-
rungs- und Forschungsprojekten,
sind sich die Direktorinnen Haag
und Kraus einig. Im KHM können
Privatpersonen Patenschaften für
bestimmte Objekte übernehmen,
im mumok gibt es ein Member-
ship-Programm.
Alle Infos
über die genannten Museen und
deren Ansprechpartner
finden Sie unter
www.vergissmeinnicht.atmagazin KLASSIK Sommer
2017
DER
MUSIK
Foto – Hammerflügel SAM 844
© Kunsthistorisches Museum
FLÜGEL
16
VERLEIHEN
Foto – Karl Grossfield
© Ursula Magnes
NANETTE
STREICHER & Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die Samm-
lung alter Musikinstrumente im Kunsthistorischen
KARL
Museum Wien. Ein Ort, an dem die Geschichte des
„Clavierlandes“ Wien, wie es Wolfgang Amadé Mozart
begeistert nannte, anhand historischer Tasteninstru-
GROSSFIELD mente einzigartig dokumentiert wird. Aber auch ein
Ort, in der Neuen Burg gelegen, der aufgrund desDer Musik
Flügel verleihen
neu entstehenden „Haus der Geschichte Österreich“ London School of Economics studierte. Er meldete
als Standort heiß begehrt ist. So kam es, dass die sich freiwillig zur Britischen Armee und machte als
Restaurierung des Hammerflügels (SAM 844) aus Übersetzer in einem Gefängnis für deutsche Gefan-
der Werkstatt von Anna Maria, genannt Nanette gene in Gibraltar prägende Erfahrungen. „Hitler hat
Streicher, für eine Zeit lang Gefahr zu laufen drohte mein Leben interessant gemacht und produktiv“,
auf unbestimmt verschoben zu werden. resümiert er und empfindet negativ zu denken als
Die Instrumente Nanette Streichers wurden von Zeitverschwendung. Seine trotz hohen Alters wa-
Komponisten wie Ludwig van Beethoven oder Carl chen Augen unterstreichen diese Haltung. Nachdem
Maria von Weber sehr geschätzt. Mit ihrem Mann, der National Research Development Cooperation
dem Pianisten Johann Andreas Streicher, führte die (NRDC), Grossfields erster Arbeitgeber, zunehmend
Tochter des Augsburger Klavierbauers Johann Andreas staatliche Mittel gekürzt wurden, mutierte Gross-
Stein über die eigene Werkstatt hinaus einen privaten field in London zum hauptberuflichen Investment
Salon. Ab dem Jahr 1812 nützte sie den firmeneige- Manager. Er liebt es Möglichkeiten zu „ermöglichen“
nen Vortragssaal in Wien Landstraße für Konzerte – gleichzeitig pflegt er die Meinung, dass Musik, die
und prägte mit ihrem Klangideal die Klavier- und auf Originalinstrumenten musiziert wird, emotional
Musikmetropole Wien. noch stärker zu berühren vermag.
Eine Art Salon wurde auch in der bürgerlich- Mit Hilfe seines „Tana Trust London“, benannt
Text – Ursula Magnes
jüdischen Familie von Karl Grossfield geführt. Die nach seinen beiden Töchtern Tanya und Anna, und
Selbstverständlichkeit über Musik, Theater oder nach Vermittlung seiner Lebenspartnerin, der Pianis-
Kunst sprechen zu können, daran interessiert zu tin Susanne von Laun, beschloss er die Restaurierung
sein, gehörte in seinem Umfeld zum „guten Ton“. des Hammerflügels von Nanette Streicher finanziell
Und dieser ist ihm, obwohl er selbst nach eigenen zu unterstützen. Nach all dem, was in der Zeit der
Worten „gänzlich unmusikalisch“ sei, sein Leben Nationalsozialisten passiert sei, möchte er ohne Groll
lang geblieben. Aufgewachsen in Wien Hietzing, seinen Beitrag zur Völkerverständigung leisten und
kam der 12-jährige Karl nach dem Einmarsch in die Kultur seiner Geburtsstadt Wien investieren.
Hitlers 1938 mit dem Kindertransport nach England, Karl Grossfields Engagement hat die Spielbarma-
wo er die Schule besuchte, Physik und später an der chung eines klingenden Schatzes ermöglicht.
17R A D I O KL A SSIK
H Ö R ER R EISE
era
ex fo rd Festival Op
W
ESTIVAl L’
‘BEST F
Internatio
na
at the
I RLAN D Opera Aw
ards
OPERNFESTIVAL IN WEXFORD
25.10. – 29.10.2017
ERLEBEN SIE DIE SÜDOSTKÜSTE IRLANDS MIT IHREN ENDLOSEN SAND-
STRÄNDEN, DAS KULTURDENKMAL GLENDALOUGH UND DIE ROMANTISCHE
KLEINSTADT WEXFORD.
GEPLANTE HIGHLIGHTS
• Rundfahrt in der Umgebung von Wexford mit Halt an der
Filmkulisse des Curracloe Strand, Johnstown Castle
• Avoca Glendalough und Wanderung zum Upperlake
• Dublin – Führung durch das Zentrum
• Irish National Opera
Margherita von Jacopo Foroni (1824 – 1858)
La scala di seta von Gioachino Rossini (1792 – 1868)
© Wexford Skyline/Ros Kavanagh
Rissurezione von Franco Alfano (1875 – 1954) © Wexford Festival Opera/Ros Kavanagh
• Reiseleitung
Dr. Helmut Pitsch / radio klassik Stephansdom
PAUSCHALPREIS
Pauschalpreis pro Person im DZ EUR 1.450,–
EZ EUR 1.640,–
Zusätzliche Informationen:
WWW.RADIOKLASSIK.AT
Veranstalter: Mondial GmbH & Co. KG, Operng. 20 B/5. St, 1040 Wien, Tel. 01 588 04-150,
Fax -145, E-Mail: roemer@mondial.at, www.mondial.at
Mindestteilnehmerzahl: 15 Personen. Stand der Tarife vom 13.04.2017. Es gelten die Allgemeinen
Reisebedingungen des ARB 92.Gladys Nordenstrom Krenek
GLADYS
NORDENSTROM
EHEFRAU KRENEK
KOMPONISTIN
MANAGERIN An der Hamline University tat sich der Achtzehn-
jährigen plötzlich eine völlig neue Welt auf. Mit Dimitri
Mitropoulos als Chef des Minneapolis Symphony
Orchestra, dessen Konzertmeister kein Geringerer als
Louis Krasner war, der die Violinkonzerte von Alban
Berg und Arnold Schönberg uraufgeführt hatte, und
Ernst Krenek als Dekan der Musikabteilung in St.
© Ernst Krenek Institut Privatstiftung
Paul, waren die Twin Cities einer der bedeutendsten
Foto – Gladys Nordenstrom
Orte für die musikalische Avantgarde in den USA
der 1940er Jahre geworden. Es dauerte nicht lange,
bis Gladys kurzerhand ihr Gesangsstudium aufgab
und in Kreneks Kompositionsklasse wechselte. Dort
lernte sie unter anderem die verschiedenen Schreibstile
unterschiedlicher Epochen handwerklich zu meistern.
19
Doch besonders gerne erzählte sie die Geschichte, wie
Krenek in jener Zeit von seinem Arzt nahegelegt wurde,
sich etwas mehr zu bewegen, und sie ihm zunächst
das Federballspiel, dann Radfahren und schließlich
Gladys Nordenstrom Krenek, das Schwimmen beizubringen versuchte.
Witwe des 1991 verstorbenen Mit dem Master of Arts beendete Gladys 1947 ihr
Studium. Waren die vergangenen fünf Jahre die bislang
Komponisten Ernst Krenek, aufregendsten ihres Lebens gewesen, so begann nun
war eine „Macherin“. Zielstrebig, ihre Zukunft. Im Herbst 1947 übersiedelte Krenek
hartnäckig und pragmatisch, mit seiner damaligen zweiten Frau Berta nach Kali-
fornien – und Gladys war dabei. 1950, nur einen Tag
aber auch humorvoll und von nach der Scheidung Kreneks, heirateten die beiden.
großer künstlerischer Sen- Die Übersiedelung im Jahre 1966 nach Palm
sibilität, hat sie sich mehr als Springs und der Kauf eines eigenen Hauses dort,
nutzte Gladys dazu, ihrem Mann die bestmöglichen
ein halbes Jahrhundert lang Arbeitsbedingungen zu schaffen und ihn nach Kräften
für das Werk ihres Mannes ein- in allen Bereichen zu unterstützen.
gesetzt. Am 23. Mai 2017 wäre Seither hat sie sich unermüdlich für das Schaffen
Kreneks eingesetzt. 2004 errichtete sie gemeinsam
sie 93 Jahre alt geworden. mit dem Land Niederösterreich die Ernst Krenek
Institut Privatstiftung in Krems an der Donau, die den
1924 als eines von sieben Kindern in einem winzigen Nachlass Kreneks archiviert und zugänglich macht.
Dorf inmitten der Wälder Minnesotas geboren, war Dafür wurden ihr die Ehrenzeichen für Verdienste um
Text – Antje Müller
Gladys schon als Kind „anders“. Sie ging gerne zur die Republik Österreich und um das Land Niederös-
Schule, unternahm bereits im Alter von zehn Jahren terreich verliehen. Mit ihren eigenen Kompositionen,
ihre erste Spritztour allein mit dem elterlichen Auto die künftig ebenfalls in Krems archiviert sein werden,
und hatte sich in den Kopf gesetzt, später einmal eine hielt sie sich stets im Hintergrund. Bis zum Schluss hat
berühmte Sängerin zu werden. Die dafür nötigen sie Kontakte geknüpft und gemeinsam mit der Stiftung
Gesangsstunden finanzierte sie sich seit ihrem 13. Projekte initiiert, um die Musik Ernst Kreneks einer
Lebensjahr als Trompeterin in einer Tanz-Band; die breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auf
Erlaubnis ihres Vaters für ein Universitätsstudium dass sie in den Spielplänen und Konzertprogrammen
erkämpfte sie sich schließlich hart. wieder ihren festen Platz finden möge.MANN
magazin KLASSIK Sommer
2017
DIE
HEIMER
SCHULE
EINE
EINFÜHRUNG
Wo kommt sie her,
die sogenannte „Wiener
Klassik“? Zu Beginn
des 19. Jahrhunderts ent-
brannte darüber ein
20 heftiger Gelehrtenstreit
zwischen dem deut-
schen Musikforscher
Hugo Riemann und
dem „Vater der österrei-
chischen Musikwis-
senschaft“, Guido Adler.
Riemann sah in der
Mannheimer Schule die Wer waren aber die „Mannheimer“, die durch den
Streit nun plötzlich in das Rampenlicht gerückt wur-
Wurzeln des klassi- den, woher stammten sie und was war das Besondere
an dieser Kapelle?
schen Stils, Adler hin-
Text – Elisabeth Theresia Hilscher
Mannheim war 1743 eine junge Residenz, die
gegen plädierte für Carl III. Philipp von der Pfalz (1661–1742) ab 1720
als Sitz gewählt hatte. Dieser hatte bereits begonnen,
eine österreichische Li- während seiner Zeit in habsburgischen Diensten,
nie vom österreichischen eine eigene Musikkapelle aufzubauen, in der eine
bunte Mischung an Musikern aus den böhmischen
Hochbarock (Johann Ländern, Bayern, dem Rheinland und den Niederlan-
den herrschte. Unter Carl Philipps Nachfolger Carl
Joseph Fux) über eine Theodor von der Pfalz und Bayern (1724/1742–1799),
Früh- bzw. Vorklassik einem ausgeprägten Musikliebhaber und -förderer,
entstand ein höfisches Jahres-Curriculum in Mann-
(Matthias Georg Monn) heim, in dem Musik und Musiktheater wesentliche
Rollen innehatten.
hin zum „klassischen Die Formung der Mannheimer Kapelle zu einem
Triumvirat“ Haydn – weit über die Grenzen bekannten Ensemble gelang ab
1744 Kapellmeister Johann Stamitz (1717–1757) und
Mozart–Beethoven. seinem Nachfolger Christian Cannabich (1731–1798).Die Mannheimer Schule
Beide hatten das Glück, über 30 Jahre mit langjährig
dienenden Musikern arbeiten, und auch den Mu-
siker-Nachwuchs selbst ausbilden zu können. Für
zwei Dinge waren die „Mannheimer“ bald berühmt:
einerseits für eine unglaubliche Orchesterdisziplin,
die gleichsam atemberaubende Interpretationen der
Illustration – Tina Knoll
Orchestermusik zuließ (differenzierte Dynamik, ein-
heitlicher Bogenstrich bei den Streichern, Perfektion
des Klanges), die andererseits aber – ebenfalls vor-
wiegend im Bereich der Instrumentalmusik – einige
neue und überraschende Stilelemente hervorbrachte,
die letztlich zur Klassik und zu Joseph Haydn und
Mozart hinführten.
Doch als nach dem Tod des letzten bayerischen
Wittelsbachers im Dezember 1777 Carl Theodor die
Regentschaft in Bayern übernehmen musste, folgte
ihm ein wesentlicher Teil seines Hofes nach München.
Auch die Kapelle wurde dadurch zerrissen, was bei
den „Mannheimern“ zu einer deutlichen Zäsur führte,
von der sie sich nicht mehr erholen sollten. Die zahl-
reichen Schüler von Johann Stamitz und Christian
Cannabich aber, entwickelten den „Mannheimer
Stil“ weiter und der legendäre Ruf des Mannheimer
Orchesters wirkte weit bis in das 19. Jahrhundert nach.
Noch 1806 schwärmte Christian Friedrich Daniel
Schubart: „Kein Orchester der Welt hat es je in der
Ausführung dem Mannheimern zuvorgethan. Sein
Forte ist ein Donner, sein Crescendo ein Caterakt,
sein Diminuendo – ein in die Ferne hin plätschernder
21
Krystallfluss, sein Piano ein Frühlingshauch.“
Bezahlte Anzeigemagazin KLASSIK Sommer
2017 Lebenswege
Jeden Freitag, 17.30 Uhr sowie
DaCapo am darauffolgenden Sonntag, 17.30 Uhr
Opernsalon Einige der Themen:
RADIOPROGRAMM
Aus dem Veranstaltungs- 02.06. Jonas Kaufmann. Er wird als „Gott vom hohen C“
programm der Freunde der bezeichnet. Der Startenor begeistert seit Jahren die Opernfans.
Wiener Staatsoper. Gestaltung: Stefan Hauser.
Daniela Fally. 09.06. Timna Brauer. Als Jugendliche entdeckte sie die
18.06., 14.00 Uhr ethnische Vielfalt jüdischer Musik. Heute begeistert sie damit
(DaCapo 23.06., 20.00 Uhr) ihr Publikum. Ein Leben für Musik, Friede und Toleranz.
Sommerreprisen: Gestaltung: Stefanie Jeller.
Carlos Álvarez. 16.06. Theologie am Fahrrad. Wolfgang Treitler.
16.07., 14.00 Uhr Der Theologieprofessor und passionierte Radfahrer über
(DaCapo 21.07., 20.00 Uhr) eine „sinnlose“ Tätigkeit, wie das Beten.
Diana Damrau. Gestaltung: Stefanie Jeller.
20.08., 14.00 Uhr 30.06. Viktoria Schnaderbeck. Die Fußballerin bei Bayern München
(DaCapo 25.08., 20.00 Uhr) ist Kapitänin des österreichischen Frauennationalteams, das im Juli
zum ersten Mal bei einer Europameisterschaft antritt.
Gestaltung: Stefan Hauser.
Wiener Lied. Live aus dem Dom
Klassisch radio klassik Stephansdom überträgt jeden
Sonn- und Feiertag um 10.15 Uhr
Richard Schmitz plaudert mit
bzw. im Juli und August ab 09.30 Uhr
seinen Gästen über Wiener Musik.
die Heilige Messe aus dem Wiener Stephansdom.
Martin Spengler & die foischn Wiener.
04.06. Bruckner: Messe in d-moll
25.06., 14.00 Uhr (DaCapo 30.06., 20.00 Uhr)
05.06. Mozart: Spatzen-Messe
Sommerreprisen:
11.06. Mozart: Trinitatis-Messe
In memoriam Karl Hodina.
15.06. J. Haydn: Kleine Orgelsolo-Messe [08.30 Uhr!]
23.07., 14.00 Uhr (DaCapo 28.07., 20.00 Uhr)
18.06. M. Haydn: Aloysius-Messe
22 5/8erl in Ehren.
27.08., 14.00 Uhr (DaCapo 01.09., 20.00 Uhr)
25.06. Kodály: Missa brevis
02.07. Schubert: Deutsche Messe
09.07. Mozart: Missa brevis in D-Dur
16.07. J. Haydn: Jugend-Messe
23.07. Hochamt mit Orgelmusik mit Konstantin Reymaier
Capriccio 30.07. Hochamt mit Orgelmusik mit Wolfgang Kogert
06.08. Caldara: Missa in G
Von und mit Paul Angerer.
Musik an der Donau – 6. Teil: 13.08. J. Haydn: Heilig-Messe
Von Ingolstadt über Donauwörth nach Regensburg. 15.08. Schubert: Messe in B-Dur
10.06., 09.05 Uhr (DaCapo 12.06., 20.00 Uhr) 20.08. Rheinberger: Messe in g-Moll, op. 187
Ignaz Pleyel zum 210. Geburtstag. 27.08. J. Haydn: Nikolai-Messe
24.06., 09.05 Uhr (DaCapo 26.06., 20.00 Uhr)
Sommerreprisen:
"Singe wem Gesang gegeben."
12.08., 09.05 Uhr (DaCapo 14.08., 20.00 Uhr)
Lange Nacht der
Musik an der Donau, Teil 1: Kirchen
Von Donaueschingen bis zum Schwarzen Meer. 09.06., 18.00-21.00 Uhr.
26.08., 09.05 Uhr (DaCapo 28.08., 20.00 Uhr)
Mélange mit Dominique Meyer
Der Staatsoperndirektor präsentiert Lieblingsaufnahmen
aus seinem Archiv.
Tödliche Affären in der Neapolitanischen Barockoper.
04.06., 14.00 Uhr (DaCapo 09.06., 20.00 Uhr)
Live aus dem Ristorante Sole von Aki Nuredini: Pasta, Pizza und das Hohe C.
10.06., 11.00 Uhr.
Sommerreprisen:
Pasta, Pizza und das Hohe C, Live-Sendung vom 10.06.2017.
02.07., 14.00 Uhr (DaCapo 07.07., 20.00 Uhr)
Glocken in der Oper.
06.08., 14.00 Uhr (DaCapo 11.08., 20.00 Uhr)Radioprogramm
Stephansplatz 4
Zu Gast bei Anton Gatnar in den Studios
von radio klassik Stephansdom.
17.06., 14.00 Uhr (DaCapo 21.06., 20.00 Uhr)
Sommerreprisen:
Fritz Indra.
15.07., 14.00 Uhr (DaCapo 19.07., 20.00 Uhr)
Alfred Grinschgl.
19.08., 14.00 Uhr (DaCapo 23.08., 20.00 Uhr)
Hauptwerke und Positive
Orgelmusik ausgewählt und präsentiert
von Peter Planyavsky.
Von Veni Creator Spiritus bis Lauda Sion salvatorem –
Musik zum Dreifaltigkeits-Fest und zu Fronleichnam.
11.06., 14.00 Uhr (DaCapo 16.06., 20.00 Uhr)
Ein Streifzug durch die USA. Takt.Gefühl –
09.07., 14.00 Uhr (DaCapo 14.07., 20.00 Uhr) Die Wiener Symphoniker
Kostproben aus dem norddeutschen Barock. Eine Sendereihe von und mit Michael Gmasz.
13.08., 14.00 Uhr (DaCapo 18.08., 20.00 Uhr) 24.06., 14.00 Uhr (DaCapo 28.06., 20.00 Uhr)
22.07., 14.00 Uhr (DaCapo 26.07., 20.00 Uhr)
Orgel City Vienna –
Wien zieht alle Register
Präsentiert von Peter Frisée.
Redaktion: Martin Macheiner. Jeden Sonntag, 22.00 Uhr.
04.06. Das Bach’sche Orgelbüchlein zu Pfingsten – Fundstücke aus dem Archiv: 23
die Rieger-Orgel in der Marienkirche in Hernals.
11.06. Live-Mitschnitt aus der Franziskanerkirche 2012. Luigi Ferdinando Tagliavini an der Wöckherl-Orgel.
18.06. Katechismus aus dem Bach’schen Orgelbüchlein – Fundstücke aus dem Archiv:
die Rieger-Orgel in der Augustinerkirche.
25.06. Christliches Leben aus dem Bach’schen Orgelbüchlein – Fundstücke aus dem Archiv:
die Marcussen-Orgel im Linzer Dom.
02.07. Ringstraßensound: Magdalena Hasibeder spielt an der Walcker-Orgel in der Wiener Votivkirche
Werke der Gründerzeit und des Fin de siècle.
09.07. Fundstücke aus dem Archiv: Anton Heiller an der Freundt-Orgel der Stiftskirche Klosterneuburg.
16.07. Wolfgang Capek musiziert große Postludien an der Rieger-Orgel in St. Augustin.
23.07. Fundstücke aus dem Archiv: Martin Haselböck an der Bach-Orgel der Augustinerkirche.
30.07. Glänzend mitteltönig: Der Trompeter Siegfried Koch und Johannes Ebenbauer
an der Wöckherl-Orgel in der Wiener Franziskanerkirche.
06.08. Michael Gailit musiziert an den beiden Orgeln der Augustinerkirche.
13.08. Live-Mitschnitt vom 14. August 2011: Pier Damiano Peretti musiziert an der Domorgel zu St. Stephan.
20.08. Die Goldene Stunde 2017: Michel Bouvard und Barry Jordan musizieren
an der Späth-Orgel in der Wiener Jesuitenkirche.
27.08. Die Goldene Stunde 2017: Peter Frisée und Michael Gailit musizieren
an der Späth-Orgel in der Wiener Jesuitenkirche.
Nun klingen sie wieder
Archivdirektor Otto Biba und Christoph Wellner
präsentieren Mitschnitte von Konzerten auf
historischen Instrumenten aus dem Wiener Musikverein.
Musik am Hofe Maria Theresias, Konzert vom 22. April 2017.
08.07., 14.00 Uhr (DaCapo 10.07., 20.00 Uhr)
Krönungsfanfaren für Maria Theresia, Konzert vom 25. April 2017.
15.07., 14.00 Uhr (DaCapo 17.07., 20.00 Uhr)
Maria Theresias Familienmusik, Konzert vom 05. Mai 2017.
22.07., 14.00 Uhr (DaCapo 24.07., 20.00 Uhr)
Musik am Hofe Maria Theresias, Konzert vom 10. Mai 2017.
29.07., 14.00 Uhr (DaCapo 31.07., 20.00 Uhr)magazin KLASSIK Sommer
2017
Geschichten
aus dem Archiv
Präsentiert von Otto Biba, Archivdirektor der
RADIOPROGRAMM
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.
Maria Theresia – Die singende Kaiserin und ihre Töchter.
03.06., 09.05 Uhr (DaCapo 05.06., 20.00 Uhr)
Sommerreprisen:
Johann Georg Reutter.
01.07., 09.05 Uhr (DaCapo 03.07., 20.00 Uhr)
Ignaz Brüll – Der Leise im Brahms-Kreis.
05.08., 09.05 Uhr (DaCapo 07.08., 20.00 Uhr)
200 Jahre Kunst-
universität Graz.
16 Ideen für die Zukunft. Eine Sendereihe zur Perspektiven
Entgrenzung klassischer Musik. Jeden Montag und Mittwoch, 17.30 Uhr
Sven Helbig – Entgrenzung klassischer Musik. Einige der Themen:
17.06., 15.00 Uhr (DaCapo 21.06., 21.00 Uhr) 07.06. Traiskirchen. Das Musical – Im Sommer
2015 treffen sich im völlig überfüllten Lager
Traiskirchen Flüchtlinge, Hetzer und Gehetzte.
Man rückt zusammen. Menschen und Ideen
geraten aneinander. Es kracht. Franziska Lehner
war bei Proben dabei und spricht mit der
AufgeMUKt! Regisseurin Tina Leisch.
Die Musik und Kunst Privatuniversität 12.06. Wie zwei Räder ins Rollen kamen.
der Stadt Wien auf radio klassik Stephansdom. Zur ersten Fahrrad-Fahrt vor 200 Jahren.
Eine Sendereihe von Marion Eigl. Gestaltung Stefanie Jeller.
18.06., 15.30 Uhr (DaCapo 23.06., 21.30 Uhr) 14.6. Der letzte Donaufischer. Franz Wiesmayr
16.07., 15.30 Uhr (DaCapo 21.07., 21.30 Uhr) fischt Rotaugen, Reinanken und Flusskrebse
aus der Donau. Er ist der letzte Berufs-Donaufischer
24 Österreichs, denn die Fische werden immer
weniger. Eine Sendung von Gerlinde Wallner.
19.06. Frauen stärken im Kosovo. Die Austrian
Development Agency unterstützt Frauen, die
aus dem Ausland zurückgekehrt sind und fördert
die ländliche Entwicklung. Eine Reportage
aus dem Kosovo von Stefan Hauser.
Per Opera ad Astra 21.06. Zahnradbahn, Buchteln und Weitblick.
Monika Fischer begibt sich auf den Schneeberg.
Die Welt der Oper mit Richard Schmitz.
26.06. Not in God’s Name. Mit Kampfsport
Wiener Staatsoper: Debussys „Pelléas et Mélisande“.
gegen Radikalisierung. Eine Sendung von
10.06., 14.00 Uhr (DaCapo 14.06., 20.00 Uhr)
Franziska Lehner.
Salzburger Festspiele: Mozarts „La Clemenza di Tito“.
28.06. Junger Orgelklang in Klöstern.
08.07., 14.00 Uhr (DaCapo 12.07., 20.00 Uhr)
Studenten des Instituts für Orgel, Orgelforschung
Kaiser und Könige in der Oper.
und Kirchenmusik können in Wiener Innen-
12.08., 14.00 Uhr (DaCapo 16.08., 20.00 Uhr)
stadtklöstern proben. Gestaltung: Stefan Hauser.
Liszt aus Perspektiven spezial
Jeweils Mittwoch, 17.30 Uhr
Raiding 05.07. und 19.07. Gegen das Verhungern.
Konzertmitschnitte vom Liszt 13 Millionen Menschen sind am Horn von Afrika
Festival Raiding, präsentiert von akut vom Hungertod bedroht. Betroffen sind
Christoph Wellner. Äthiopien, Somalia, Uganda, der Südsudan und
Das Eggner-Trio in besonderem Ausmaß auch Kenia. Auslöser
(Mitschnitt 26.03.2017). sind Dürre und Konflikte, die Bevölkerungsbewe-
03.06., 14.00 Uhr gungen innerhalb und über die Grenzen hinaus
(DaCapo 07.06., 20.00 Uhr) auslösen. Die Landwirtschaft erholte sich nicht von
den Dürren der vergangenen Jahre und durch
Bürgerkriege, wie im Südsudan, drängen weitere
Flüchtlinge in die von der Dürre betroffenen
Gebiete. Die österreichische Caritas unterstützt
Hilfsprojekte in der Region.
Eine zweiteilige Reportage aus der Hungerzone
von Stefan Hauser.Sie können auch lesen