Mai 2021 Eine repräsentative Studie zur politischen Stimmung im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Mai 2021 Eine repräsentative Studie zur politischen Stimmung im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT
Der Inhalt dieses Berichtes darf ganz oder teilweise nur mit unserer schriftlichen Genehmigung veröffentlicht, vervielfältigt, gedruckt oder in Informations- und Dokumentationssystemen (infor- mation storage and retrieval systems) gespeichert, verarbeitet oder ausgegeben werden. © Infratest dimap, Alt-Moabit 96a, 10559 Berlin
Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung .................................................................................................................. 1 Sonntagsfrage: Grüne vor der Union ................................................................................... 2 Grüne setzen Sympathien derzeit am besten um .............................................................. 4 Nachfolge im Kanzleramt: Baerbock vor Scholz und Laschet ......................................... 5 Politikerbewertung: Laschet mit Rückstand auf Baerbock und Scholz ........................... 7 Parteikompetenzen: Union und SPD unter Druck .............................................................. 8 Bundesregierung bleibt in der Kritik...................................................................................... 9 Corona-Maßnahmen: Zahl der Kritiker wächst wieder .................................................... 10 Zuspruch bei Alltagslockerungen für Geimpfte und Genesene ..................................... 11 Deutlich gestiegene Impfbereitschaft ................................................................................. 12 Studieninformation................................................................................................................. 13
Zusammenfassung
In gut vier Monaten entscheiden die Wahlberechtigten über die Zusammensetzung des nächsten Bun-
destages und damit auch darüber, wer die besten Chancen auf die Nachfolge von Angela Merkel im
Bundeskanzleramt hat. Neben Union und SPD formulieren erstmals die Grünen den Anspruch, die
nächste Bundesregierung zu führen. Das Wahlziel der Grünen erscheint angesichts der politischen Stim-
mung im Mai im Bereich des Möglichen. Aktuell hätten die Grünen einen Stimmenanteil von 26 Prozent
in Aussicht, 4 Punkte mehr als Anfang April. Sie erreichen damit ihren Höchstwert vom August 2019 im
ARD-DeutschlandTREND und liegen nach Juni 2019 erstmals wieder vor der Union. Die CDU/CSU verliert
im gleichen Zeitraum 4 Punkte und könnte momentan mit 23 Prozent rechnen, dem niedrigsten Unions-
Wert im ARD-DeutschlandTREND. Die SPD gibt 2 Punkte ab und läge mit 14 Prozent auf dem dritten
Rang, gefolgt von AfD und FDP mit 12 (+1) bzw. 11 Prozent (+2). Die Linke hätte 6 Prozent (-1) in
Aussicht. Alle anderen Parteien kämen zusammen wie im Vormonat auf einen Wähleranteil von 8 Pro-
zent, darunter die Freien Wähler (3 Prozent). Da Schwarz-Rot ohne Mehrheit wäre, hätte ein solcher
Wahlausgang in Berlin einen Regierungswechsel zur Folge. Neben einer Koalition aus Grünen und CDU
wäre eine Grünen-geführte Drei-Parteien-Koalitionen unter Einschluss von SPD und FDP denkbar sowie
ein CDU-geführtes Drei-Parteien-Bündnis mit SPD und FDP. Auch eine knappe Mehrheit für ein Drei-
Parteienbündnis aus Grünen, SPD und Linken wäre derzeit nicht gänzlich ausgeschlossen.
Die Grünen genießen aktuell gegenüber ihren Wettbewerbern Vorteile in der personellen Aufstellung.
Wenn die Deutschen direkt über die Nachfolge von Angela Merkel im Kanzleramt entscheiden könnten,
würden 28 Prozent für Annalena Baerbock, je 21 Prozent für Olaf Scholz bzw. Armin Laschet stimmen.
Von den drei Kanzlerkandidaten ist Annalena Baerbock den Bundesbürgern am sympathischsten und
glaubwürdigsten. Führungsstärke wiederum wird am ehesten Olaf Scholz attestiert. In der Bewertung
ihrer politischen Arbeit schließt die Grünen-Spitzenfrau mit einem Zuspruch von 41 Prozent binnen eines
Monats zum SPD-Vizekanzler auf. Armin Laschet gewinnt dagegen nach Klärung der K-Frage in der Union
nicht an Zuspruch. Mit 24 Prozent positiven Urteilen wird der CDU-Parteivorsitzende ähnlich wie im
Vormonat bewertet. Die Kompetenzzuweisungen der Bundesbürger fallen weniger eindeutig zugunsten
einer bestimmten Partei aus. Den Grünen wird zwar beim Umwelt- und Klimaschutz mit Abstand am
meisten zugetraut. In Wirtschaftsfragen, aber auch in der Frage, wer Deutschland am besten durch die
Corona-Krise führen kann, überzeugt dagegen nach wie vor die CDU/CSU die meisten Wahlberechtigten,
ebenso in Fragen der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik, während beim Einsatz für angemessene
Löhne die Wahlberechtigten wiederum am ehesten auf die Sozialdemokraten setzen. Allerdings stehen
Union und SPD im Kompetenzurteil der Bundesbürger vielfach schlechter da als noch im vergangenen
Herbst, während nicht nur den Grünen, sondern auch FDP und AfD mehr Sachvertrauen zugewiesen wird
als noch im September.
Welche Themen im Herbst die politische Diskussion bestimmen werden, wird den Bundestagswahlaus-
gang maßgeblich mitprägen. Aktuell steht die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Mittelpunkt. We-
gen Zweifeln an ihrem Krisenmanagement zieht die Bundesregierung seit Jahresbeginn mehrheitlich
Kritik auf sich. Aktuell sind gut sechs von zehn mit der Arbeit des schwarz-roten Bündnisses unzufrieden.
Die Kritik an der Corona-Politik entzündet sich weiterhin nicht in erster Linie an den Alltagsauflagen zur
Pandemie-Eindämmung. 40 Prozent bezeichnen die Maßnahmen als angemessen, 26 Prozent als nicht
weitgehend genug. Allerdings wächst die Zahl derer, die die Maßnahmen als zu weitgehend bezeich-
nen, wieder und erreicht mit 30 Prozent den Höchststand vom März. Zugleich überwiegt der Zuspruch
zur gezielten Aufhebung von Einschränkungen für Geimpfte und Genesene. In der Frage, ob derartige
Lockerungen sofort oder aber erst greifen sollten, wenn mehr Menschen eine Chance auf eine Impfung
haben, sind sich die Befürworter von Lockerungen jedoch uneins. Die Haltung der Deutschen zur Corona-
Impfung selbst liefert demgegenüber weniger Konfliktstoff. Dreiviertel der Wahlberechtigten geben ak-
tuell an, sich auf jeden Fall impfen lassen zu wollen bzw. bereits mindestens einmal geimpft zu sein.
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____1Sonntagsfrage: Grüne vor der Union
In gut vier Monaten entscheiden die Wahlberechtigten über die Zusammensetzung des nächsten Bun-
destages und damit auch darüber, wer die besten Chancen auf die Nachfolge von Angela Merkel im
Bundeskanzleramt hat. Neben Union und SPD formulieren erstmals die Grünen den Anspruch, die
nächste Bundesregierung zu führen. Das Wahlziel der Grünen erscheint angesichts der politischen Stim-
mung im Mai im Bereich des Möglichen. Bei einer Bundestagswahl zum jetzigen Zeitpunkt hätten die
Grünen einen Stimmenanteil von 26 Prozent in Aussicht, 4 Punkte mehr als Anfang April. Sie erreichen
damit ihren Höchstwert vom August 2019 im ARD-DeutschlandTREND und liegen nach Juni 2019 erst-
mals wieder vor der Union. Die CDU/CSU verliert im gleichen Zeitraum 4 Punkte und könnte momentan
mit 23 Prozent rechnen, dem niedrigsten Unions-Wert im ARD-DeutschlandTREND. Die SPD gibt 2 Punkte
ab und läge mit 14 Prozent auf dem dritten Rang, gefolgt von AfD und FDP mit 12 (+1) bzw. 11 Prozent
(+2). Die Linke hätte 6 Prozent (-1) in Aussicht. Alle anderen Parteien kämen auf 8 Prozent, darunter
die Freien Wähler (3 Prozent).
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Sonntagsfrage zur Bundestagswahl
26
23
14
12 11
6 5
3
CDU/CSU SPD AfD FDP Linke Grüne Freie Wähler Andere
-4 -2 +1 +2 -1 +4
Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland / Reihenfolge der Parteien entspricht dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl
Werte in Prozent / Veränderungen in Prozentpunkten zum ARD-DeutschlandTREND vom 01. April 2021
Da Schwarz-Rot ohne Mehrheit wäre, hätte ein solcher Wahlausgang in Berlin einen Regierungswechsel
zur Folge. Neben einer Koalition aus Grünen und CDU wäre eine Grünen-geführte Drei-Parteien-Koaliti-
onen unter Einschluss von SPD und FDP denkbar sowie ein CDU-geführtes Drei-Parteien-Bündnis mit SPD
und FDP. Auch eine knappe Mehrheit für ein Drei-Parteienbündnis aus Grünen, SPD und Linken wäre
derzeit nicht gänzlich ausgeschlossen.
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____2ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Wahl- und Umfrageergebnisse Bundestagswahl
Zeitverlauf
Wahlergebnisse seit 1998 aktuelle Umfrageergebnisse
50 50
40 40
32,9 CDU/CSU
30 30
26 Grüne
23 CDU/CSU
20 20,5 SPD 20
12,6 AfD 14 SPD
10 10,7 FDP 12 AfD
10 11 FDP
9,2 Linke
8,9 Grüne 6 Linke
0 0
Sep 17
Jan 18
Mai 18
Sep 18
Jan 19
Mai 19
Sep 19
Jan 20
Mai 20
Sep 20
Jan 21
Mai 21
1998
2002
2005
2009
2013
2017
Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent
Die Sonntagsfrage zur Bundestagswahl misst aktuelle Parteipräferenzen und nicht tatsächliches
Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölke-
rung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit
nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung
hat zudem der Wahlkampf mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wäh-
lern.
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____3Grüne setzen Sympathien derzeit am besten um
In der Wahlforschung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die für eine Partei grundsätzlich Erreichbaren
zu operationalisieren. Rechnet man zu den Personen mit einer aktuellen Parteipräferenz diejenigen
hinzu, für die die Wahl einer bestimmten Partei zumindest grundsätzlich in Frage kommt, liegen Grüne
(50 Prozent), CDU/CSU (49 Prozent) und SPD (49 Prozent) derzeit eng beieinander. Allerdings können
von den drei Parteien die Grünen entsprechende Sympathien momentan am besten in Wahlabsichten
übersetzen. Dies ist ein entscheidender Unterschied zur Vergangenheit. Bereits vor zehn Jahren sum-
mierte sich die Zahl derer, die den Grünen ihre Stimme geben wollten oder eine Grünen-Wahl für sich
nicht prinzipiell ausschlossen, auf etwa 50 Prozent der Wahlberechtigten, allerdings bei einem deutlich
geringeren Anteil von Personen mit ernster Grünen-Wahlabsicht. Umgekehrt fiel damals die Gesamtzahl
der den Unionsparteien grundsätzlich Zugeneigten ebenfalls nicht wesentlich höher aus als derzeit. Al-
lerdings konnte die CDU/CSU diese Gruppe vor zehn Jahren für sich wesentlich besser ausschöpfen als
momentan. Bei den Sozialdemokraten dagegen hat sich innerhalb eines Jahrzehnts sowohl die Zahl der
für die Partei insgesamt Erreichbaren verringert als auch der Anteil der Wahlberechtigten mit einer in
der Sonntagsfrage geäußerten SPD-Parteipräferenz.
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Maximal für die Parteien erreichbar
Aktuelle Anhänger (lt. Sonntagsfrage) + Wahl der Partei käme in Frage
Grüne 50 +3
CDU/CSU 49 -4
SPD 49 -14
FDP 38 +22
Linke 22 +5
AfD 16
Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre? + Unabhängig davon, wen Sie in der Vergangenheit gewählt haben oder aktuell
wählen würden. Geben Sie bitte zu jeder der folgenden Parteien an, ob die Wahl dieser Partei grundsätzlich für Sie in Frage kommen würde oder nicht: Würde die Wahl
der … für Sie grundsätzlich in Frage kommen oder nicht?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent / Veränderungen in Prozentpunkten zu Oktober 2011
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Wahl der Partei käme nicht in Frage / weiß nicht / keine Angabe
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____4Nachfolge im Kanzleramt: Baerbock vor Scholz und Laschet
Die Grünen genießen gegenüber ihren Wettbewerbern aktuell Vorteile in ihrer personellen Aufstellung.
Wenn die Deutschen direkt über die Nachfolge von Angela Merkel im Kanzleramt entscheiden könnten,
würden 28 Prozent für Annalena Baerbock von den Grünen, jeweils 21 Prozent für Olaf Scholz von der
SPD bzw. für Armin Laschet von der CDU/CSU stimmen. Drei von zehn Deutschen können oder wollen
sich für keinen der drei Politiker entscheiden. Die Ausstrahlung der drei Kandidaten gegenüber der ei-
genen Anhängerschaft variiert erheblich. Während sich bei den Grünen-Anhängern acht von zehn (82
Prozent) für Annalena Baerbock aussprechen, favorisiert bei den Unions-Anhängern nur die Hälfte (51
Prozent) Armin Laschet im Kanzleramt. Unter den SPD-Anhängern würden sich 63 Prozent für Olaf Scholz
als nächsten Bundeskanzler entscheiden.
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Direktwahl Bundeskanzler/in
Parteianhänger
Armin Olaf Annalena weiß nicht /
Laschet Scholz Baerbock keine Angabe
CDU/CSU 51 14 10 25
FDP 29 25 12 34
28 30
AfD 26 13 5 56
21 21
SPD 15 63 12 10
Linke 8 15 47 30
Armin Laschet Olaf Scholz Annalena weiß nicht /
Baerbock keine Angabe Grüne 2 8 82 8
Wenn man den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____5Von den drei Kanzlerkandidaten ist Annalena Baerbock den Bundesbürger am sympathischsten (44 Pro-
zent) und am glaubwürdigsten (32 Prozent). Führungsstärke wiederum weisen die Wahlberechtigten
am ehesten Olaf Scholz zu (31 Prozent). Wie bei der Kanzlerpräferenz sind die Grünen-Anhänger auch
in Fragen von Sympathie (84 Prozent) und Glaubwürdigkeit (77 Prozent) eher von ihrer Kandidatin über-
zeugt, als es die Anhänger von SPD und CDU/CSU von ihrem jeweiligen Spitzenmann sind. Was allerdings
die eigene Führungsstärke anbetrifft, hat Olaf Scholz in der SPD-Anhängerschaft einen größeren Rück-
halt als Annalena Baerbock und Arnim Laschet in den Reihen von Grünen- bzw. Unions-Wählern.
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Vergleich der Kanzlerkandidaten
am sympathischsten am führungsstärksten am glaubwürdigsten
Annalena Annalena
44 Olaf Scholz 31 32
Baerbock Baerbock
Olaf Scholz 18 Armin Laschet 23 Olaf Scholz 22
Annalena
Armin Laschet 17 20 Armin Laschet 19
Baerbock
Wenn Sie Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock miteinander vergleichen: Wer von diesen drei Politikern ist aus Ihrer Sicht...?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Weiß nicht / keine Angabe
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____6Politikerbewertung: Laschet mit Rückstand auf Baerbock und Scholz
Annalena Baerbock hat nach Bekanntgabe ihrer Kanzlerkandidatur in der Bevölkerung deutlich an Be-
kanntheit und Popularität hinzugewonnen. Im Urteil der Bundesbürger schließt die Grünen-Spitzenfrau
im Mai mit einem Zuspruch von 41 Prozent (+12) zum SPD-Vizekanzler (41 Prozent; +1) auf. Armin
Laschet gewinnt dagegen nach Klärung der Unions-Kanzlerkandidatur nicht an Zuspruch. Mit 24 Prozent
(-2) positiven Urteilen wird der CDU-Parteivorsitzende ähnlich bewertet wie im Vormonat.
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Politikerzufriedenheit
Be-
sehr zufrieden / zufrieden weniger / gar nicht zufrieden kanntheit
Angela Merkel CDU +1 59 40 99
Annalena Baerbock Grüne +12 41 35 76
Heiko Maas SPD -2 41 40 81
Olaf Scholz SPD +1 41 47 88
Robert Habeck* Grüne +9 38 29 67
Jens Spahn CDU +5 36 58 94
Christian Lindner FDP +1 32 52 84
Peter Altmaier CDU +3 30 57 87
Armin Laschet CDU -2 24 66 90
Christine Lambrecht SPD 20 27 47
Dietmar Bartsch** Linke -5 13 33 46
Jörg Meuthen* AfD -3 8 48 56
Sind Sie mit der politischen Arbeit von …?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent / Veränderungen in Prozentpunkten zu April 2021 / *März 2021 / **Feb 2021
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Kenne ich nicht / weiß nicht / keine Angabe
Weitgehend stabil liegt im Urteil der Bundesbürger die Bundeskanzlerin. Mit ihrer Arbeit sind ähnlich
wie im Vormonat 59 Prozent (+1) der Wahlberechtigten zufrieden. Angela Merkel, die zur Bundestags-
wahl im September nicht mehr antritt, bleibt damit gut vier Monate vor der Bundestagswahl die mit
Abstand populärste Bundespolitikerin. Neben SPD-Finanzminister Olaf Scholz wird Außenminister Heiko
Maas (41 Prozent; -2) aus dem Berliner Kabinett am besten bewertet. CDU-Gesundheitsminister Jens
Spahn (36 Prozent; +5) und CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier (30 Prozent; +3) folgen mit deutli-
chem Rückstand. Während der Gesundheits- und der Wirtschaftsminister vielen ein Begriff sind, kämpft
Justiz- und Verbraucherministerin Christine Lambrecht (20 Prozent) nach fast zwei Amtsjahren mit einem
sichtbaren Bekanntheitsdefizit.
Von den drei Oppositionsparteien werden die Spitzen der Grünen momentan am besten bewertet. Wie
Annalena Baerbock legt auch der Grünen-Co-Parteivorsitzende deutlich zu. Mit aktuell 38 Prozent (+9
zu März) liegt Robert Habeck im Bevölkerungsurteil vor dem FDP-Bundes- und Fraktionsvorsitzenden
Christan Lindner, dessen Arbeit ähnlich wie im Vormonat von einem Drittel der Bevölkerung (32 Prozent,
+1) positiv bewerten. Der Linken-Spitzenkandidat zur Bundestagswahl Dietmar Bartsch überzeugt aktu-
ell 13 Prozent (-5 zu Februar) der Wahlberechtigten, der AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen 8 Prozent
(-3 zu März 2021).
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____7Parteikompetenzen: Union und SPD unter Druck
Die Kompetenzbewertungen der Bundesbürger fallen anders als ihre Politikerurteile weniger eindeutig
zugunsten einer bestimmten Partei aus. Den Grünen wird zwar beim Umwelt- und Klimaschutz (58
Prozent) mit Abstand am meisten zugetraut. In Wirtschaftsfragen (37 Prozent), aber auch in der Frage,
wer Deutschland am besten durch die Corona-Krise führen kann (30 Prozent), überzeugt dagegen die
CDU/CSU nach wie vor die meisten Wahlberechtigten, ebenso in der Flüchtlings- und Zuwanderungspo-
litik (22 Prozent). Beim Einsatz für angemessene Löhne setzen die Wahlberechtigten wiederum am
ehesten auf die Sozialdemokraten (30 Prozent).
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Parteikompetenzen
CDU/CSU SPD AfD FDP Linke Grüne Keiner / weiß nicht
37 13 5 15 2 8 18
Wirtschaft
56 13 2 8 1 4 13
gut durch die Corona-Krise 30 9 6 8 2 10 32
führen 60 9 3 1 1 3 20
Flüchtlings- und 22 12 12 5 7 16 23
Einwanderungspolitik 33 12 9 4 5 10 22
Familienpolitik und 19 22 6 5 8 21 16
Kinderbetreuung 24 31 3 3 7 15 13
18 9 4 18 3 16 28
Digitalisierung
26 11 1 12 2 11 28
16 30 5 6 12 8 21
angemessene Löhne 21 38 2 4 11 4 17
11 4 4 5 2 58 13
Umwelt- und Klimapolitik 14 5 2 3 1 57 14
Nun zu einigen politischen Aufgaben. Welcher Partei trauen Sie am ehesten zu, diese Aufgaben zu lösen?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent / Werte in grauen Balken: September 2020
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Anderer Partei / keine Angabe
Allerdings stehen vor allem die Union, aber auch die SPD im Kompetenzurteil der Bundesbürger vielfach
schlechter da als noch im vergangenen Herbst, während nicht nur den Grünen, sondern auch der FDP
mehr Sachvertrauen zugewiesen wird als noch im September. Im Ergebnis wird den Grünen gut vier
Monate vor der Bundestagswahl in der Familien- und Kinderpolitik (21:22 Prozent) ähnlich viel zugetraut
wie der SPD, in der Zuwanderungspolitik (16:12 Prozent) sogar mehr. Gleichzeitig können die Liberalen
in Wirtschaftsfragen eine größere Zahl von Wahlberechtigten überzeugen als die Sozialdemokraten
(15:13 Prozent), gemeinsam mit den Grünen ebenso in Fragen der Digitalisierung. Vom seit Herbst ge-
sunkenen Sachvertrauen in die Koalitionsparteien profitieren allerdings nicht nur Grüne und FDP. So
setzen in der Zuwanderungspolitik derzeit genauso viele Wahlberechtigte auf die AfD (12 Prozent) wie
auf die Sozialdemokraten (12 Prozent).
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____8Bundesregierung bleibt in der Kritik
Welche Themen im Herbst die politische Diskussion bestimmen werden, wird den Ausgang der Bundes-
tagswahl maßgeblich mitprägen. Momentan steht weiterhin die Bekämpfung der Corona-Pandemie im
Mittelpunkt des politischen Geschehens. 2020 hatte die Bundesregierung mit ihrer Reaktion auf den
Ausbruch der Pandemie für ein gestiegenes Regierungsvertrauen gesorgt, dieses jedoch zu Jahresbe-
ginn angesichts wachsender Zweifel am Krisenmanagement wieder eingebüßt. Nur wenig verändert
zum Vormonat sind aktuell gut sechs von zehn Bundesbürgern (62 Prozent; -2) mit der Arbeit des
schwarz-roten Bündnisses unzufrieden. Ein gutes Drittel (37 Prozent; +2) äußert sich wohlwollend. Ein
überwiegend positives Zeugnis stellen derzeit allein die Unions-Anhänger dem Berliner Kabinett aus
(61:38 Prozent). Deutliche Kritik kommt insbesondere aus den Reihen von FDP (26:74 Prozent) und AfD
(9:91 Prozent).
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Zufriedenheit mit der Bundesregierung
100
90
80
70
62 weniger / gar
40 60
35 nicht zufrieden
50
22 40 37 sehr zufrieden /
30
zufrieden
20
2
10
sehr zufrieden weniger gar nicht
zufrieden zufrieden zufrieden 0
Jun. 20
Jan. 21
Jul. 20
Mrz. 20
Mrz. 21
Apr. 20
Okt. 20
Feb. 21
Apr. 21
Mai. 20
Aug. 20
Sep. 20
Nov. 20
Dez. 20
Mai. 21
±0 +2 ±0 -2
Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent / Veränderungen in Prozentpunkten zu April 2021
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Weiß nicht / keine Angabe
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____9Corona-Maßnahmen: Zahl der Kritiker wächst wieder
Die Kritik an der Corona-Politik entzündet sich weiterhin nicht in erster Linie an den geltenden Alltags-
auflagen zur Pandemie-Eindämmung. 40 Prozent bezeichnen die Corona-Maßnahmen als angemessen,
26 Prozent als nicht weitgehend genug. Allerdings wächst die Zahl derer, die die Maßnahmen mittler-
weile als zu weitgehend bezeichnen, wieder und erreicht mit 30 Prozent den Höchststand vom März.
Zweifel an den bestehenden Maßnahmen äußert eine Mehrheit der AfD-Anhänger (71 Prozent), ebenso
jeder zweite FDP-Wähler (49 Prozent). Aber auch in den Reihen von Linken (20 Prozent), Union (18
Prozent) und SPD (18 Prozent) kritisiert jeweils etwa ein Fünftel die bestehenden Maßnahmen als zu
weitgehend.
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Aktuelle Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie…
100
90
80
70
60
40 50
30 40 40 angemessen
26
30 30 zu weit
26 nicht weit genug
20
10
0
gehen zu weit sind angemessen gehen nicht weit
18. Mrz.
18. Feb.
6. Mai.
4. Mrz.
4. Feb.
1. Apr.
7. Jan.
genug
+6 +16 -22
Sind aus Ihrer Sicht die geltenden Corona-Maßnahmen in Deutschland alles in allem angemessen, gehen sie zu weit oder gehen sie Ihnen nicht weit genug?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent / Veränderungen in Prozentpunkten zu April 2021
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Weiß nicht / keine Angabe
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____10Zuspruch bei Alltagslockerungen für Geimpfte und Genesene
Vor dem Hintergrund einer wachsenden Zahl von Geimpften bei gleichzeitig abflachenden Infektions-
zahlen überwiegt mit 55 Prozent derzeit der Zuspruch zur gezielten Aufhebung von Einschränkungen
für vollständig Geimpfte und Genesene. In der Frage, wann derartige Lockerungen idealerweise greifen
sollten, sind sich die Befürworter von Lockerungen jedoch uneins. Die eine Hälfte der Bundesbürger (48
Prozent) ist für eine sofortiges Inkrafttreten. Die andere Hälfte (51 Prozent) vertritt die Ansicht, dass
solche Lockerungen erst greifen sollten, wenn mehr Menschen eine Chance auf eine Impfung haben.
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Aufhebung von Beschränkungen für Geimpfte und Genesene
falsche Richtung richtige Richtung >>>>>>>> Start für Lockerungen
sofort wenn mehr Menschen Chance
auf Impfung haben
40
48
51
55
Aktuell wird diskutiert, ob Menschen, die gegen Corona vollständig geimpft sind oder eine Corona-Infektion überstanden haben, von Einschränkungen befreit werden
sollten. Das Bundesjustizministerium schlägt hierzu vor, dass sich geimpfte oder genesene Menschen im privaten Raum wieder in größerem Kreis treffen und trotz
nächtlicher Ausgangssperre das Haus verlassen können. Geht dieser Vorschlag eher in die richtige oder eher in die falsche Richtung? // Finden Sie, diese Lockerungen für
Geimpfte und Genesene sollten sofort greifen oder erst, wenn mehr Menschen die Chance auf eine Corona-Impfung haben?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Weiß nicht / keine Angabe
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____11Deutlich gestiegene Impfbereitschaft
Die prinzipiellen Einstellungen der Deutschen zur Corona-Impfung liefert mehr als ein Jahr nach Ausbruch
der Pandemie deutlich weniger Konfliktstoff als die Haltung zu den geltenden Corona-Maßnahmen. So
geben mittlerweile drei Viertel der Wahlberechtigten (75 Prozent) an, sich auf jeden Fall gegen Covid-
19 impfen lassen zu wollen (45 Prozent) bzw. bereits mindestens einmal geimpft zu sein (30 Prozent).
Am Beginn der deutschen Impf-Kampagne im Februar hatten 60 Prozent der Bundesbürger ihre Impfung
definitiv in Aussicht gestellt.
ARD-DeutschlandTREND Mai 2021
Corona-Impfbereitschaft
Altersgruppen
75
bin bereits geimpft /
auf jeden Fall / wahrscheinlich nicht /
wahrscheinlich auf gar keinen Fall
45
18-39 Jahre 63 17 9 10
40-64 Jahre 72 12 6 9
30 11
6 7
auf jeden Fall / wahrscheinlich wahrscheinlich auf gar keinen
65+ Jahre 92 24 2
bin bereits nicht Fall
geimpft
+15 -6 -3 -5
Sind Sie grundsätzlich bereit, sich gegen Corona impfen zu lassen? Würden Sie sagen…?
Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Werte in Prozent / Veränderungen in Prozentpunkten zu Februar 2021
Fehlende Werte zu 100 Prozent: Weiß nicht / keine Angabe
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____12ARD–DeutschlandTREND Mai 2021
Repräsentative Studie zur politischen Stimmung im Auftrag
der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT
Studieninformation
____________________________________________________________________________
Autorin WDR Ellen Ehni 0221 220-1800
Redakteur WDR Florian Riesewieck 0221 220-1800
Betreuung infratest dimap Roberto Heinrich 030 533 22-0
Grundgesamtheit Wahlberechtigte in Deutschland
Erhebungsmethode Zufallsbasierte Telefon*- und Online-Befragung
*davon: 60% Festnetz, 40% Mobilfunk
Fallzahl 1.351 Befragte
(883 Telefoninterviews und 468 Online-Interviews)
Gewichtung nach soziodemographischen Merkmalen und Rückerinne-
rung Wahlverhalten
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Erhebungszeitraum 03. bis 05. Mai 2021
Schwankungsbreite 1.000 Befragte: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10 Prozent
** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
Durchführendes Institut infratest dimap
Ansprechpartner infratest dimap Dr. Nico A. Siegel 030 53322-0
Reinhard Schlinkert 0228 32969-3
Roberto Heinrich 030 533 22-0
A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D M A I 2 0 2 1 _____13Sie können auch lesen