Juli 2015 Eine Umfrage zur politischen Stimmung im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT

Juli 2015 Eine Umfrage zur politischen Stimmung im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT
Juli 2015
Eine Umfrage zur politischen Stimmung im Auftrag
der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT
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© Infratest dimap, Moosdorfstraße 7-9, 12435 Berlin
Inhaltsverzeichnis



Untersuchungsanlage ......................................................................................... 1

Zusammenfassung ............................................................................................. 2

Schuldenstreit: Bundesbürger machen griechische Regierung für Scheitern
der Verhandlungen verantwortlich ................................................................... 3

Nach Ansicht der Deutschen ist nun Griechenland am Zug ............................. 4

Bundesbürger sorgen sich um die Menschen in Griechenland – weniger um
die Folgen für Deutschland oder für EU ............................................................ 5

Mitgliedschaft Deutschlands in der Europäische Union: trotz größerer
Skepsis überwiegen die Vorteile ....................................................................... 7

Verbleib Griechenlands in der Eurozone umstritten......................................... 8

Positive Bewertung der Wirtschaftslage in Deutschland ................................. 9

Steigende Regierungszufriedenheit ................................................................ 11

Politikerzufriedenheit: Steinmeier weiter vorn .............................................. 12

Sonntagsfrage: Union und SPD stabil .............................................................. 14

Große Offenheit für Neuregelung der Sterbehilfe ......................................... 16

Furcht vor terroristischen Anschlägen in Deutschland wächst ...................... 17
ARD – DeutschlandTREND Juli 2015
Umfrage zur politischen Stimmung im Auftrag
der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT

Untersuchungsanlage
____________________________________________________________________________

Grundgesamtheit                 Wahlberechtigte Bevölkerung in
                                Deutschland ab 18 Jahren


Stichprobe                      Repräsentative Zufallsauswahl/Dual-Frame
                                (Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 70:30)


WDR-Autor                       Ellen Ehni                   0221 220-1800
WDR-Redakteurin                 Friederike Hofmann           0221 220-1800


Wissenschaftliche Betreuung /
Durchführung infratest dimap    Heiko Gothe                  030 53322-116


Erhebungsverfahren              Computergestützte Telefoninterviews (CATI)


Fallzahl                        1.001 Befragte
                                Sonntagsfrage: 1.501 Befragte
                                Aktuelle/künftige Wirtschaftslage: je ca. 500 Befragte


Erhebungszeitraum               29. bis 30. Juni 2015
                                Sonntagsfrage: 29. Juni bis 1. Juli 2015


Fehlertoleranz                  1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
                                Aktuelle/künftige Wirtschaftslage:
                                1,9* bis 4,4** Prozentpunkte
                                * bei einem Anteilswert von 5 Prozent
                                ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent


Durchführendes Institut:        infratest dimap
Ihre Ansprechpartner:           Michael Kunert               030 53322-154
                                Reinhard Schlinkert          0228 32969-3




                                                        A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____1
Zusammenfassung
Für die gescheiterten Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und der
Eurogruppe macht die deutsche Bevölkerung mehrheitlich Athen verantwortlich: Gut zwei
Drittel (68 Prozent) sehen die Verantwortung dafür bei der Regierung Tsipras, lediglich
4 Prozent bei den anderen Euro-Ländern. Etwa ein Viertel (24 Prozent) ist der Auffassung,
dass beide Seiten gleichermaßen Anteil am Scheitern haben.
In Folge dessen ist aus Sicht der Deutschen nun Griechenland am Zug: Neun von zehn
(89 Prozent) finden, Griechenland sollte einen Schritt auf die übrigen Euro-Länder zugehen.
Knapp vier von zehn (38 Prozent) sehen die Eurogruppe in der Pflicht ein überarbeitetes
Angebot vorzulegen – eine Meinung, die überdurchschnittlich häufig von der Linke-
Anhängerschaft (68 Prozent) vertreten wird. Dass die griechischen Bürger am nächsten
Sonntag in einem Referendum über die Annahme der Vorschläge der Euro-Gruppe
abstimmen können, findet eine Mehrheit (60 Prozent) hierzulande richtig. Derzeit plädieren
45 Prozent für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone, ebenso viele (45 Prozent) sind
für einen Austritt. Allerdings halten 60 Prozent die Folgen eines Austritts Griechenlands für
weniger dramatisch als noch vor einigen Jahren.
Einen möglichen Staatsbankrott Griechenlands sieht man hierzulande vor allem mit Blick auf
die Situation der Menschen in Griechenland mit Sorge. Sieben von zehn Deutschen
(69 Prozent) machen sich große Sorgen um die Hellenen. Die Sorge um die griechische
Bevölkerung ist somit klar größer als die Befürchtungen um politische oder wirtschaftliche
Folgen für Europa und Deutschland.

Die Bewertung der Wirtschaftslage in Deutschland bewegt sich damit auf anhaltend hohem
Niveau: 76 Prozent bewerten sie als sehr gut oder gut. Im positiven Konjunkturumfeld fällt
es dem Berliner Kabinett leicht, sich zu profilieren: Derzeit äußern sich 57 Prozent (+5 im
Vergleich zum Vormonat) mit dessen Arbeit zufrieden. Finanzminister Wolfgang Schäuble
erreicht vor dem Hintergrund seiner sehr klaren Positionierung in der griechischen
Schuldenkrise mit einem Zufriedenheitswert von 70 Prozent seinen bisher höchsten Wert
im ARD-DeutschlandTREND.

Die politische Stimmung in Deutschland ist nach wie vor weitgehend stabil. Wie im
Vormonat würden sich 40 Prozent der Wahlberechtigten für die CDU/CSU entscheiden. Die
SPD käme ebenfalls unverändert auf einen Stimmenanteil von 25 Prozent. Sowohl die
Grünen (11 Prozent, +1) als auch die Linke (10 Prozent, +1) legen binnen Monatsfrist einen
Punkt zu. Demgegenüber verliert die FDP einen Punkt und liegt mit einem Wähleranteil von
5 Prozent jetzt auf der Mandatsschwelle. Gleiches gilt für die AfD, für die sich aktuell
ebenfalls 5 Prozent (+/-0) entscheiden würden.

Am Donnerstag diskutiert der Bundestag über neue Regelungen bei der Sterbehilfe. Die
Bürger zeigen sich dafür offen: Vier von zehn (38 Prozent) plädieren dafür, die Beihilfe zur
Selbsttötung zu erlauben. 43 Prozent sprechen sich sogar dafür aus, die gesetzlichen
Grundlagen für eine aktive Sterbehilfe zu schaffen. Nur eine Minderheit (12 Prozent) spricht
sich grundsätzlich gegen beide genannten Formen der Sterbehilfe aus.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des ARD-DeutschlandTREND Juli 2015, den infratest
dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Tageszeitung DIE WELT erstellt hat.



                                                         A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____2
Schuldenstreit: Bundesbürger machen griechische Regierung für
Scheitern der Verhandlungen verantwortlich

Nach den am letzten Wochenende gescheiterten Verhandlungen zwischen der griechischen
Regierung und den anderen 18 Euro-Ländern über eine Lösung in dem Schuldenstreit haben
sich beide Seiten gegenseitig die Schuld zugewiesen. Zwei Drittel (68 Prozent) der
deutschen Bevölkerung sehen die Hauptverantwortung für das Scheitern der Verhandlungen
bei der griechischen Regierung. Lediglich 4 Prozent machen die anderen Euro-Länder dafür
verantwortlich. Ein Viertel (24 Prozent) ist der Auffassung, dass beide Seiten gleichermaßen
Anteil am Scheitern der Verhandlungen haben.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Griechenland: Verantwortung für Scheitern der Verhandlungen



                                       68




                                                                                                        24



                                                                             4

                      Die griechische Regierung                 Andere Euro-Länder           Beide gleichermaßen


    Frage: Am Wochenende sind die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Euro-Staaten zur Lösung des Schuldenstreits
    gescheitert. Wer trägt vor allem die Verantwortung für die Eskalation der Griechenland-Krise? Die griechische Regierung oder die
    anderen Euro-Länder oder beide gleichermaßen?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Die Frage der Verantwortlichkeit wird innerhalb der Parteianhängerschaften deutlich
unterschiedlich gesehen: Während 85 Prozent der Unions-Anhänger die Tsipras-Regierung
für das Scheitern verantwortlich machen, sind es nur 34 Prozent der Linke-Anhänger. Diese
sehen überdurchschnittlich häufig (42 Prozent) sowohl Griechenland als auch deren
Geldgeber in der Verantwortung.




                                                                                       A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____3
Nach Ansicht der Deutschen ist nun Griechenland am Zug

Da die Verantwortung für die Eskalation der Krise vor allem bei der griechischen Regierung
gesehen wird, ist nach Meinung der Bundesbürger nun Griechenland am Zug: Neun von
zehn Deutschen (89 Prozent) finden, Griechenland sollte einen Schritt auf die übrigen Euro-
Länder zugehen. Knapp vier von zehn (38 Prozent) sehen die 18 anderen Eurostaaten in der
Pflicht, Griechenland mit einem überarbeiteten Angebot entgegenzukommen – eine
Meinung, die insbesondere von der Linke-Anhängerschaft (68 Prozent), weniger von den
Anhängern der anderen Parteien vertreten wird.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Aussagen zur Griechenland-Krise



                                                                              Stimme eher zu           Stimme eher nicht zu

       Ich finde, Griechenland sollte
       einen Schritt auf die übrigen                                89                                  9
       Euro-Länder zugehen.
       Ich finde es richtig, das griechische Volk am
       nächsten Sonntag in einem Referendum darüber
                                                                              60                                 36
       abstimmen zu lassen, wie sich Griechenland im
       Schuldenstreit künftig verhalten soll.
       Die 18 übrigen Euro-Staaten sollten
       Griechenland mit einem überarbeiteten                                           38                                59
       Angebot entgegenkommen.




    Frage: Ich nenne Ihnen jetzt einige Aussagen zur Griechenland-Krise und Sie sagen mir bitte jeweils, ob Sie dieser Aussage eher
    zustimmen oder eher nicht zustimmen.

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Das für den nächsten Sonntag geplante Referendum über die Annahme der Vorschläge der
Euro-Gruppe stößt bei einer Mehrheit (60 Prozent) der Bundesbürger auf Zustimmung, gut
ein Drittel (36 Prozent) lehnt den griechischen Bürgerentscheid hingegen ab.




                                                                                            A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____4
Bundesbürger sorgen sich um die Menschen in Griechenland – weniger
um die Folgen für Deutschland oder für EU

Einen möglichen Staatsbankrott Griechenlands sieht man hierzulande vor allem mit Blick auf
die Situation der Menschen in Griechenland mit Sorge. Sieben von zehn Deutschen
(69 Prozent) machen sich sehr große (19 Prozent) bzw. große Sorgen (50 Prozent) um die
dort lebenden Menschen. Die Sorge um die griechische Bevölkerung ist somit klar größer
als die Befürchtungen um politische oder wirtschaftliche Folgen für Europa und Deutschland.
Negative Auswirkungen auf den Zusammenhalt der Europäischen Union befürchten drei von
zehn (31 Prozent). Etwa ein Viertel hat angesichts der Griechenlandkrise Sorge um die
deutsche Wirtschaft (24 Prozent). Noch weniger (19 Prozent) machen sich Gedanken um die
eigenen Ersparnisse.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Sorgen über Folgen eines möglichen griechischen Staatsbankrotts


                                                                 Sehr große        Große       Wenig        Gar keine
       Sorgen um…                                                 Sorgen           Sorgen      Sorgen        Sorgen

       die Situation der Menschen
       in Griechenland                                     69      19             50          19     10 29


       den Zusammenhalt der
       Europäischen Union                                                    31 5      26           44            22      66



       die deutsche Wirtschaft                                                  24 5   19            48              27        75



       Ihre persönlichen Ersparnisse                                              19 5 14          35               45          80




    Frage: Machen Sie sich wegen eines möglichen Staatsbankrotts Griechenlands sehr große Sorgen, große Sorgen, wenig Sorgen
    oder gar keine Sorgen um…?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




                                                                                            A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____5
Eine Wiederholung der Wirtschafts- und Finanzkrise in der EU beunruhigt derzeit die Hälfte
der Bevölkerung (52 Prozent, -17) – allerdings sind das deutlich weniger als noch zu
Jahresbeginn (vgl. ARD-DeutschlandTREND vom Februar).


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Sorge vor Wiederholung der Finanzkrise in der EU




                                            (-17)
                                                                                               (+16)
                                             52
                                                                                                 45




                                   Ja, habe Sorge                                      Nein, habe keine Sorge



    Frage: Haben Sie persönlich Sorge, dass sich die Wirtschafts- und Finanzkrise in der EU wiederholt oder haben Sie da keine
    Sorge?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Angaben in Klammern: Vergleich zu Februar 2015
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Diese größere Gelassenheit hat teilweise wohl auch damit zu tun, dass 60 Prozent der
Deutschen die Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone für weniger dramatisch
halten als noch vor einigen Jahren.




                                                                                         A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____6
Mitgliedschaft Deutschlands in der Europäische Union: trotz größerer
Skepsis überwiegen die Vorteile

Die gegenwärtige Diskussion um die Probleme mit Griechenland hat offenbar auch die
Meinungen der Bundesbürger zur Europäischen Union beeinflusst. Derzeit sind 37 Prozent
der Bürger - und damit weniger (-7) als vor einem Jahr - der Meinung, die Bundesrepublik
würde von der EU-Mitgliedschaft eher profitieren. Für vier von zehn (42 Prozent, +3) halten
sich Vor- und Nachteile in etwa die Waage. Eine Minderheit (19 Prozent, +3) empfindet die
Mitgliedschaft in der Europäischen Union als eher nachteilig für Deutschland.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Bewertung der Mitgliedschaft Deutschlands
    in der Europäischen Union
     80

     70

     60                                                                                                                                                                                                                                          Halten sich die
                                                                                            50                                                                        52
               49                                                                                                                                                                                                                                       Waage
     50                                                                                                                                                                                46                                                       44
                                                                                                                                                                                                                                              40          42
     40
                                                                                                                                                                     29                                                                       39 39                      37
     30       27                                                                            27                                                                                         27
                                                                                                                                                                                                                                                          Eher Vorteile
                                                                                                                                                                                                                                              19
     20                                                                                                                                                                                25                                                       16                       19
              20                                                                            21                                                                       17
     10                                                                                                                                                                                                                                                Eher Nachteile

       0
                                                                 Nov 02
                    Dez 99




                                                                                                                                 Dez 06




                                                                                                                                                                              Nov 09




                                                                                                                                                                                                                                              Dez 13
                             Jul 00




                                                        Apr 02




                                                                                                               Okt 05




                                                                                                                                          Jul 07




                                                                                                                                                                     Apr 09




                                                                                                                                                                                                                            Okt 12




                                                                                                                                                                                                                                                       Jul 14
                                               Sep 01




                                                                                             Aug 04




                                                                                                                                                            Sep 08




                                                                                                                                                                                                          Aug 11




                                                                                                                                                                                                                                                                Feb 15
                                      Feb 01




                                                                                                      Mrz 05




                                                                                                                                                   Feb 08




                                                                                                                                                                                                                   Mrz 12
           Mai 99




                                                                          Jun 03
                                                                                   Jan 04




                                                                                                                        Mai 06




                                                                                                                                                                                        Jun 10
                                                                                                                                                                                                 Jan 11




                                                                                                                                                                                                                                     Mai 13




    Frage: Was meinen Sie: Hat Deutschland insgesamt gesehen von der Mitgliedschaft in der Europäischen Union eher Vorteile, eher
    Nachteile oder halten sich Vor- und Nachteile die Waage?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Auch wenn damit der Anteil derer, die der Europäischen Union abwartend gegenüberstehen,
etwas gestiegen ist, stellen die aktuellen Zahlen keine dramatische Verschlechterung dar.
Seit vielen Jahren herrscht die Meinung vor, Vor- und Nachteile würden sich die Waage
halten. Die Stimmen, die eher positive Effekte mit der deutschen EU-Mitgliedschaft
verbinden, sind nach wie vor zahlreicher als in den Jahren von 1999 bis 2010.




                                                                                                                                                                                 A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____7
Verbleib Griechenlands in der Eurozone umstritten

Ob Griechenland dauerhaft in der Eurozone bleiben sollte, ist hierzulande umstritten. Derzeit
plädieren 45 Prozent dafür, das südosteuropäische Land in der Eurozone zu halten. Ebenso
viele (45 Prozent) lehnen einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone hingegen ab. Vor
knapp drei Jahren, als der sogenannte „Euro-Rettungsschirm“ u.a. auf Spanien und Irland
ausgeweitet wurde, war das Urteil deutlich kritischer: damals sprachen sich zwei Drittel
(65 Prozent) für eine Ausscheiden Griechenlands aus, während große Mehrheiten die
anderen Krisenländer wie Irland, Spanien und Portugal weiter im Euroraum halten wollten.
Aktuell fordern insbesondere die Anhänger der eurokritischen AfD mit deutlicher Mehrheit
einen Austritt Griechenlands.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Grexit: Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone
    Zeitverlauf
    100

     90

     80                           Nein, sollte nicht in der
     70             65                Euro-Zone bleiben

     60
                                                                                                                             51            48
     50                                                                                                                                            45

     40                                                                                                                                            45
                                                                                                                             41            43
     30
                    31                      Ja, sollte in
     20                           der Euro-Zone bleiben
     10

       0
           Jul 12



                         Okt 12




                                                 Apr 13



                                                          Jul 13



                                                                   Okt 13




                                                                                       Apr 14



                                                                                                Jul 14



                                                                                                          Okt 14




                                                                                                                                  Apr 15



                                                                                                                                                Jul 15
                                        Jan 13




                                                                            Jan 14




                                                                                                                    Jan 15




    Frage: Was denken Sie: Sollte Griechenland dauerhaft in der Eurozone bleiben?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




                                                                                                A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____8
Positive Bewertung der Wirtschaftslage in Deutschland

Dass die Sorge vor negativen Folge der Griechenlandkrise auf die deutsche Wirtschaft
vergleichsweise gering ist, kann nicht zuletzt auf eine positive Einschätzung der
konjunkturellen Lage hierzulande zurückgeführt werden. Drei Viertel der Deutschen (76
Prozent) bewerten die wirtschaftliche Situation in Deutschland als sehr gut (12 Prozent) oder
gut (64 Prozent), während ein Fünftel (22 Prozent) die konjunkturelle Lage als weniger gut
oder sogar als schlecht einschätzt. Die Bewertung der deutschen Wirtschaftslage bewegt
sich damit auf anhaltend hohem Niveau.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Bewertung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland
    Zeitverlauf
    100

     90                                                                                                                                                          Sehr gut / gut
     80       85                                                                                                                          74
                                                                          80                                                                                                    76
     70

     60

     50

     40

     30
                                                                          19                                                                                                     22
     20       15                                                                                                                          26
     10                                                                                                                                          Weniger gut / schlecht
       0
                                                                                    Apr 10
                             Okt 06




                                                                                                                                               Okt 13
           Aug 05




                                               Dez 07


                                                        Jul 08


                                                                 Feb 09


                                                                           Sep 09




                                                                                             Nov 10




                                                                                                                        Aug 12




                                                                                                                                                                   Dez 14


                                                                                                                                                                            Jul 15
                    Mrz 06




                                                                                                                                 Mrz 13
                                      Mai 07




                                                                                                                                                        Mai 14
                                                                                                      Jun 11


                                                                                                               Jan 12




    Frage: Wie beurteilen Sie ganz allgemein die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Deutschland? Ist sie Ihrer Meinung nach...?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




                                                                                                               A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____9
Auch der Ausblick auf die kommenden zwölf Monate gibt aus Sicht der Bevölkerung keinen
Anlass zur Sorge. Im Vergleich zum Dezember 2014 glauben zwar weniger Bürger, dass sich
die ökonomischen Verhältnisse in der Bundesrepublik verbessern werden (14 Prozent, -5).
Andererseits befürchtet auch eine geringere Zahl als vor einem halben Jahr eine
konjunkturelle Verschlechterung (28 Prozent, -6). Entsprechend höher ist der Anteil der
Bürger, die von einer stabilen Entwicklung der Wirtschaft ausgehen (56 Prozent, +10).


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Bewertung der wirtschaftlichen Lage in einem Jahr
    Zeitverlauf

     70

                                                                                  59
     60                                                                                                                                                                                 56
                                                                                                                                                                                                                                                                           56 Gleich
     50

     40

     30
                                                                            29                                                                                                           31                                                                                28 Schlechter
     20
                                                                                                                                                                                                                                                                           14 Besser
     10
                                                                                  10                                                                                                    10
      0
                                                       Okt 07
                            Okt 06




                                                                                  Okt 08




                                                                                                             Okt 09




                                                                                                                                        Okt 10




                                                                                                                                                                   Okt 11




                                                                                                                                                                                              Okt 12




                                                                                                                                                                                                                         Okt 13




                                                                                                                                                                                                                                                    Okt 14
                                                                                                                                                                                                                                  Feb 14
          Feb 06




                                     Feb 07




                                                                Feb 08




                                                                                           Feb 09




                                                                                                                      Feb 10




                                                                                                                                                 Feb 11




                                                                                                                                                                            Feb 12




                                                                                                                                                                                                       Feb 13




                                                                                                                                                                                                                                                             Feb 15
                   Jun 06




                                              Jun 07




                                                                         Jun 08




                                                                                                    Jun 09




                                                                                                                               Jun 10




                                                                                                                                                          Jun 11




                                                                                                                                                                                     Jun 12




                                                                                                                                                                                                                Jun 13




                                                                                                                                                                                                                                           Jun 14




                                                                                                                                                                                                                                                                      Jun 15
                                                                                                                                                                                                                                                                       Jul 15




    Frage: Was glauben Sie, wird die wirtschaftliche Lage in Deutschland in einem Jahr … sein als heute?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




                                                                                                                                                                                       A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____10
Steigende Regierungszufriedenheit

Im positiven Konjunkturumfeld fällt es dem Berliner Kabinett leicht, sich zu profilieren. Die
Anzahl derer, die der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel für ihre Arbeit
Anerkennung zollen, hat sich in den zurückliegenden Wochen erhöht. Derzeit erklären 57
Prozent (+5), mit dem Kurs des Berliner Kabinetts sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Vier
von zehn (42 Prozent, -5) sind hingegen weniger oder gar nicht zufrieden mit der Leistung
der Bundesregierung.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Regierungszufriedenheit
    Zeitverlauf
    100
                           Union/SPD                                             Union/FDP                            Union/SPD
     90                                                               83
                      80
     80                                                                                                              Sehr zufrieden /
            74                                                                                                             zufrieden
     70
                                                          56
     60                                                                                               51                         57
     50

     40                                                                                                                          42
                                                                                                      48
                                                          43
     30
            25                                                                                                         Weniger / gar
     20                                                                                                               nicht zufrieden
                      19
     10
                                                                     16
       0
           Sep 05
           Nov 05

           Mai 06
           Sep 06
           Nov 06

           Mai 07
           Sep 07
           Nov 07

           Mai 08
           Sep 08
           Nov 08

           Mai 09
           Sep 09
           Nov 09

           Mai 10
           Sep 10
           Nov 10

           Mai 11
           Sep 11
           Nov 11

           Mai 12
           Sep 12
           Nov 12

           Mai 13
           Sep 13
           Nov 13

           Mai 14
           Sep 14
           Nov 14

           Mai 15
           Jan 06

            Jul 06

           Jan 07

            Jul 07

           Jan 08

            Jul 08

           Jan 09

            Jul 09

           Jan 10

            Jul 10

           Jan 11

            Jul 11

           Jan 12

            Jul 12

           Jan 13

            Jul 13

           Jan 14

            Jul 14

           Jan 15

            Jul 15
           Mrz 06




           Mrz 07




           Mrz 08




           Mrz 09




           Mrz 10




           Mrz 11




           Mrz 12




           Mrz 13




           Mrz 14




           Mrz 15




    Frage: Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Bundesregierung? Sind Sie damit...?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Überwiegende Zustimmung zur Politik der Bundesregierung findet sich dabei nicht nur in
den Lagern der beiden Koalitionsparteien, sondern auch bei den Anhängern der FDP und der
Grünen. In den Reihen der Linken und der AfD gibt es hingegen mehr Kritik als Lob.




                                                                                         A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____11
Politikerzufriedenheit: Steinmeier weiter vorn

Die Zufriedenheit der Bürger mit den Leistungen der Spitzenpolitiker hat sich in den
zurückliegenden Wochen nur wenig verändert. An der Spitze der Liste rangiert weiterhin
Außenminister Frank-Walter Steinmeier, dessen Leistungen von 73 Prozent (-1) positiv
bewertet werden. Ihm folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 70 Prozent (+1), der vor
dem Hintergrund seiner sehr klaren Positionierung in der griechischen Schuldenkrise seinen
bisher höchsten Wert im ARD-DeutschlandTREND erreicht. Platz 3 nimmt Bundeskanzlerin
Angela Merkel ein, die 67 Prozent (+1) der Bürger überzeugen kann.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Politikerzufriedenheit                                                   Sehr zufrieden /      Weniger / gar nicht                  Spontan: Kenne ich
                                                                                   zufrieden       zufrieden                              nicht / kein Urteil

     Frank-Walter Steinmeier                  (-1)      73                                               17                                           7

     Wolfgang Schäuble                        (+1)       70                                                   24                                      4

     Angela Merkel                            (+1)         67                                                      31                                 2

     Sigmar Gabriel                           (+2)                 50                                                   39                            8

     Thomas de Maizière                       (+5)                   45                                                 39                           12

     Gregor Gysi                              (-2)                      43                                              40                           12

     Ursula von der Leyen                     (+1)                      42                                                   49                       7

     Andrea Nahles                            (+1)                        37                                                 46                      13

     Horst Seehofer                           (-1)                             27                                                 56                 13

     Anton Hofreiter                          (-3)                              25                                      41                           30

     Alexander Dobrindt                       (-4)                               21                                                60                15

     Bernd Lucke                              (-1)                                      9                                         58                 28

    Frage: Und nun geht es um Ihre Meinung zu einigen Spitzenpolitikern.
    Wie ist das mit…? Sind Sie mit ihrer/seiner politischen Arbeit sehr zufrieden, zufrieden, weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Angaben in Klammern: Vergleich zu Juni 2015
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Merklich hinter dem Spitzentrio liegt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit 50 Prozent (+2)
an der Spitze des Mittelfeldes. Innenminister Thomas de Maizière konnte seine
Ansehensverluste der letzten Zeit mit einem Plus von 5 Punkten wieder etwas ausgleichen
und erreicht derzeit einen Zustimmungswert von 45 Prozent. Ihm folgen der
Fraktionsvorsitzende der Linken Gregor Gysi (43 Prozent, -2) und Verteidigungsministerin
Ursula von der Leyen (42 Prozent, +1), die allerdings bei den Bürgern mehr Kritik als Lob für
ihre Arbeit bekommt.




                                                                                                A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____12
Arbeitsministerin Andrea Nahles erhält von 37 Prozent (+1) gute Noten. Deutlich schlechter
schneidet der bayerische Ministerpräsident Host Seehofer ab (27 Prozent, -1). Auf den
hinteren Plätzen der Beliebtheitsskala liegen der Fraktionsvorsitzende der Grünen Anton
Hofreiter (25 Prozent, -3) sowie Verkehrsminister Alexander Dobrindt (21 Prozent, -4),
dessen Ansehensverlust vermutlich den Problemen bei der Einführung der PKW-Maut
geschuldet sein dürfte. Schlusslicht ist der Vorsitzende der AfD Bernd Lucke, der mit
9 Prozent so wenig Zuspruch erhält wie noch nie im ARD-DeutschlandTREND (-1).




                                                      A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____13
Sonntagsfrage: Union und SPD stabil

Die politische Stimmung in Deutschland ist nach wie vor weitgehend stabil. Wäre bereits
am nächsten Sonntag die Wahl des Bundestags, würden sich wie im Vormonat 40 Prozent
der Wahlberechtigten für die CDU/CSU entscheiden. Die SPD käme ebenfalls unverändert
auf einen Stimmenanteil von 25 Prozent. Sowohl die Grünen (11 Prozent, +1) als auch die
Linke (10 Prozent, +1) legen binnen Monatsfrist einen Punkt zu. Demgegenüber verliert die
FDP einen Punkt und liegt mit einem Wähleranteil von 5 Prozent jetzt auf der
Mandatsschwelle. Gleiches gilt für die AfD, für die sich aktuell ebenfalls 5 Prozent (+/-0)
entscheiden würden. Alle anderen Parteien kämen zusammen genommen auf 4 Prozent der
Stimmen.


    ARD-DeutschlandTREND Juli 2015
    Sonntagsfrage zur Bundestagswahl




                                                  SPD 25
                                                    (+/-0)

                                                                                                ​ CDU/CSU 40
                                                                                                     (+/-0)




                                          Grüne 11
                                             (+1)


                                                      Linke 10                         FDP 5
                                                        (+1)                AfD 5      (-1)
                                                                 Sonstige 4 (+/-0)
                                                                     (-1)




    Frage: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Angaben in Klammern: Vergleich zum 03. Juni 2015




Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie
ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst
am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur
bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große
Bedeutung hat zudem der Wahlkampf mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen
und taktischen Wählern.




                                                                                         A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____14
ARD-DeutschlandTREND Juli 2015
Sonntagsfrage zur Bundestagswahl in West- und Ostdeutschland



                                  West                                                                  Ost


                                                                                    SPD 21
           SPD 26
                                                                                                                              CDU 34
                                                        CDU/CSU 41

                                                                              Grüne 7


       Grüne 12
                                                                                                                            FDP 3

                      Linke 7                                                      Linke 23                          AfD 6
                                           FDP 6
                          Sonstige 3 AfD 5                                                                 Sonstige 6




Frage: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent




ARD-DeutschlandTREND Juli 2015
Sonntagsfrage zur Bundestagswahl: Zeitverlauf
 50 BTW‘05
      CDU/CSU: 35,2
                                                       BTW‘09
                                                            CDU/CSU: 33,8
                                                                                                       BTW‘13
                                                                                                            CDU/CSU: 41,5
         SPD: 34,2                                          SPD: 23,0                                       SPD: 25,7
         Linke: 8,7                                         FDP: 14,6                                       Linke: 8,6
         Grüne: 8,1                                         Linke: 11,9                                     Grüne: 8,4
         FDP: 9,8                                           Grüne: 10,7                                     FDP: 4,8
                                                                                                            AfD: 4,7

                                                                                                                                       CDU/
 40                                                                                                                                 40 CSU



 30

                                                                                                                                    25 SPD

 20




 10                                                                                                                                 11 Grüne
                                                                                                                                    10 Linke
                                                                                                                                       FDP
                                                                                                                                    5 AfD

   0
       Okt 07




       Apr 12
       Okt 05

       Apr 06

       Okt 06

       Apr 07




       Apr 08

       Okt 08

       Apr 09

       Okt 09

       Apr 10

       Okt 10

       Apr 11

       Okt 11




       Okt 12

       Apr 13

       Okt 13

       Apr 14

       Okt 14

       Apr 15
        Jul 05

       Jan 06

        Jul 06

       Jan 07

        Jul 07

       Jan 08

        Jul 08

       Jan 09

        Jul 09

       Jan 10

        Jul 10

       Jan 11

        Jul 11

       Jan 12

        Jul 12

       Jan 13

        Jul 13

       Jan 14

        Jul 14

       Jan 15

        Jul 15




Frage: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent




                                                                                        A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____15
Große Offenheit für Neuregelung der Sterbehilfe

Zurzeit wird intensiv über neue rechtliche Regelungen zum Thema „Sterbehilfe“ diskutiert.
Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags arbeiten an entsprechenden
Gesetzesvorlagen, wobei die Trennlinien quer durch die Fraktionen verlaufen. Die Bürger
zeigen sich offen für eine Neuregelung: Vier von zehn (38 Prozent) plädieren dafür, die
Beihilfe zur Selbsttötung zu erlauben. 43 Prozent sprechen sich sogar dafür aus, die
gesetzlichen Grundlagen für eine aktive Sterbehilfe zu schaffen. Nur eine Minderheit
(12 Prozent) ist grundsätzlich gegen beide Formen der Sterbehilfe.


    ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
    Sterbehilfe: Aktive Sterbehilfe, nur Beihilfe zur Selbsttötung oder
    grundsätzlich nicht erlauben?




                            43
                                                                            38




                                                                                                                   12




               Aktive Sterbehilfe sollte                     Nur Beihilfe zur Selbsttötung       Beides sollte grundsätzlich nicht
                     erlaubt sein                                 sollte erlaubt sein                      erlaubt sein


    Frage: Derzeit wird über Sterbehilfe diskutiert. Wie ist Ihre Meinung: Sollte die aktive Sterbehilfe erlaubt sein, bei der zum Beispiel
    ein Arzt dem schwerstkranken Patienten ein tödliches Medikament verabreicht? Oder sollte nur die Beihilfe zur Selbsttötung
    erlaubt sein, bei der ein Arzt zum Beispiel ein tödliches Medikament bereitstellt, das der Patient dann aber selber einnimmt?
    Oder sollte beides grundsätzlich nicht erlaubt sein?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Größere Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind bei dieser Frage nicht festzustellen,
allerdings stehen die älteren Bürger über 60 Jahre beiden Formen der Sterbehilfe skeptischer
gegenüber.




                                                                                       A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____16
Furcht vor terroristischen Anschlägen in Deutschland wächst

Am letzten Wochenende gab es nahezu zeitgleich drei Terroranschläge in Tunesien,
Frankreich und Kuweit. Die zuständigen Stellen erklärten daraufhin, dass es derzeit keine
konkreten Hinweise auf Anschläge in Deutschland gäbe, indes immer latente Gefahren
bestehen. Bei den Bundesbürgern haben die jüngsten Ereignisse die Befürchtungen vor
Terroranschlägen in Deutschland allerdings massiv ansteigen lassen. Fast zwei Drittel (63
Prozent, +18) fürchten, dass es auch hierzulande terroristische Anschläge geben wird,
während ein Drittel (35 Prozent, -18) keine konkrete Gefahr sieht.


     ARD-DeutschlandTREND: Juli 2015
     Furcht vor terroristischen Anschlägen in Deutschland
     Zeitverlauf
      80
                                                                                                                                      Ja, fürchte ich
      70
                      59                                                                                                                                63
      60                                                                  53
                                                                49
      50

      40                                                       49         45
                                                                                                                                                        35
      30
                      38
                                                                                                                              Nein, fürchte ich nicht
      20      Oktober 2014: angesichts
              der Auseinandersetzung
                mit der Terrorgruppe                        Januar 2015:                                                      Juli 2015: angesichts der
      10
               „Islamischer Staat“ in                    angesichts der Terror-                                             Terroranschläge in Tunesien,
                Syrien und dem Irak                       anschläge in Paris                                                   Frankreich und Kuweit
       0
                                                Dez 14
                                    Nov 14
                       Okt 14




                                                                                                      Apr 15




                                                                                                                                               Jul 15
           Sep 14




                                                                               Feb 15



                                                                                        Mrz 15
                                                                 Jan 15




                                                                                                                   Mai 15




                                                                                                                                    Jun 15




     Frage: Fürchten Sie, dass es in nächster Zeit in Deutschland terroristische Anschläge geben wird oder fürchten Sie dies nicht?

    Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland / Angaben in Prozent
    Fehlende Werte zu 100%: Weiß nicht / keine Angabe




Der Anschlag auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo im Januar dieses Jahres hatte
keine vergleichbare Wirkung. Allerdings war die Sorge vor terroristischen Anschlägen
angesichts der Auseinandersetzungen mit der Terrorgruppe Islamischer Staat im Herbst
2014 bereits ähnlich hoch wie derzeit.


--
Michael Kunert / Reinhard Schlinkert




                                                                                                 A R D - D E U T S C H L A N D T R E N D J U L I 2 0 1 5 _____17
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