Schülerzeitung der IGS Schillerschule Offenbach Juni 2020
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Impressum
„Der Maulwurf“
Schülerzeitung der
Schillerschule Offenbach
(Integrierte Gesamtschule)
Herausgeber
Redaktion „Der Maulwurf“
Goethestr. 109 - 111
63067 Offenbach
Telefon: 069/8065-2245
Fax: 069/80653426
Inhalt
V.i.S.d.P. Wettbewerbe und Auszeichnungen
Andrea Schütze
Eine der Besten Deutschlands .............................................. 4
Chefredakteure Staatsminister prämiert Schulradler ............................... . 5
Arveen Hübner Mathematik-Wettbewerb...................................................... 58
Rick Hübner
Redaktion Titel: Wir schillern trotz Maske
Barbara Lauter, Klaudia Kuruczova,
Arveen Hübner, Rick Hübner, Zum Titel .................................................................................... . 5
diverse freie Mitarbeiter Es passiert nur wenig. Schülersicht ................................. . 6
Einblicke ins Homeschooling .............................................. . 8
Titelblattgestaltung Ich hoffe, ihr dreht noch nicht am Rad. Elternsicht ..... 10
Andrea Schütze Zurück in die Schillerschule ................................................ 12
Upcycling @ home .................................................................. 13
Druck & Auflage Prüfungen trotz Coronakrise .............................................. 14
Onlineprinters GmbH Die Sicht einer Mutter............................................................ 16
Dr.-Mack-Straße 83 Auf einmal ist keiner mehr in der Schule ....................... 17
90762 Fürth Eine Möglichkeit zu wachsen .............................................. 18
1250 Exemplare Unter diesen Bedingungen hoffentlich nie wieder ....... 18
Du kannst nicht mehr? Du brauchst Hilfe? ..................... 20
Diese Schülerzeitung
wurde klimaneutral gedruckt.
Es wurden 422 kg CO2 kompensiert.
Sport und „Gesunde Schule“
Gefördertes Projekt:
Schutz des Amazonas-Regenwaldes in Peru Skifahren in Neukirchen 2020 ............................................ 22
Die Sportwoche in Offenbach.............................................. 26
Retter in der Not: Der Schulsanitätsdienst ..................... 27
Hessischer Tag der Schulverpflegung ............................. 27
2WPU, AGs, Projekte & Co.
Klimatag 2019: #WeAreTheWorld........................................ 28
Schillerschule zu Gast beim Hessischen Rundfunk ..... 30
WPU Garten baut Hochbeet .................................................. 30
WPU Schillermenü: Besuch im Sheraton-Hotel ............. 31
WPU Arbeitslehre 9 ................................................................. 32
6c besucht den Wohnverband ............................................. 32
Projektwoche in der Medienetage ..................................... 33
gOFfit-Messe 2019 ................................................................... 34
Besuch verschiedener Gotteshäuser ................................ 34
Schillerschul auf dem Weihnachtsmarkt ........................ 35
Präventionstag im Ringcenter ............................................ 35
Social Days: Altenheim und Gärtnerei .............................. 36
Berufsinformationstage ........................................................ 36
Projektprüfung im Jahrgang 9 ............................................ 37
Kunst
Portraits nach berühmten Künstlern ................................ 38
Schulkünstlerin Nadine Wagner ......................................... 41
Neues Hobby: Malerei ............................................................ 41
Personelles
Unsere Lehrerinnen und Lehrer ......................................... 48
Foto-Preisrätsel ...................................................................... 49
Neu an unserer Anstalt ......................................................... 50
Die neuen fünften Klassen ................................................... 53
Die Abschlussklassen im Jahrgang 10 ............................. 56
Schiller-News
Grußwort .................................................................................... 4
Bienen-Quiz .............................................................................. 21
Willkommen in Deutschland ................................................ 42
Wie geht es weiter mit der Digitalisierung? .................... 44
Glücksbringer der besonderen Art .................................... 58
Neue Möbel für das Lehrerzimmer.................................... 59
3Grußwort
Die Arbeit unserer Redakteure wurde ins Homeoffice ver-
legt - und dass das alles andere als einfach ist, wisst ihr
selbst durch die vielen Heimarbeitsaufgaben, die jeder
von euch von den Lehrerinnen und Lehrern bekommt.
Vieles lief über Email und Chatprogramme auf dem Han-
dy. Was sonst als Kommunikationsweg zwischen Schü-
lern und Lehrern eigentlich schon über die Grenze des
Erlaubten hinausgeht, ist plötzlich ganz OK und sogar
gewünscht.
Also haben wir das genutzt und doch noch diese 59. Aus-
gabe auf die Beine gestellt.
Viele Dinge sind in dieser aktuellen Situation plötzlich
„Der Maulwurf“ trägt Maske. (Bild: Redaktion) nicht mehr „krisensicher“, doch eine Schülerzeitung mit
34-jähriger Geschichte wirft so schnell nichts aus der
Ich glaube, dieses Grußwort ist das erste in der Maulwurf Bahn.
-Geschichte. Denn: Das diese Zeitung nun vor euch liegt, Danke an alle Artikelschreiber, Fotografen und Unterstüt-
war zwischendurch gar nicht mehr so sicher. Corona hat zer, die „unseren“ Maulwurf auch unter erschwerten Be-
uns alle ziemlich aus der Bahn geworfen. Viele Veranstal- dingungen möglich gemacht haben.
tungen, über die wir sonst berichten, wurden abgesagt. Frau Schütze
Eine der Besten Deutschlands
Maulwurf gewinnt Sonderpreis
Der Start in die Saison der Schülerzeitungswettbewerbe 2019/2020
war nicht so leicht. Das erste Paket für den hessischen Wettbewerb
ging verloren, beim nächsten Versuch war die Post der Meinung, die
Adresse existiert nicht und dann war es zu spät. Also ging Der Maul-
wurf dieses Mal leer aus. Schade, dabei war es doch die beste Ausga-
be seit Langem.
Trotzdem durften wir am gesamtdeutschen „Schülerzeitungswett-
bewerb der Länder“ teilnehmen, bei dem sich die besten Schülerzei-
tungen aus allen Bundesländern anmelden können.
Und siehe da: Der Maulwurf hat den Sonderpreis „Daten als Währung"
für die Artikelserie zum Cover-Thema „Digitalisierung!?“ gewonnen
und erhält damit ein Preisgeld in Höhe von 1000€. Gesponsert wurde
der Preis vom Deutschen Spionagemuseum in Berlin.
Die Preisverleihung in Berlin musste aufgrund von Corona abgesagt
werden und es ist unklar, ob und wie die Veranstaltung nachgeholt
wird.
Die Redaktion
Das Cover der Ausgabe Nr. 58
4Staatsminister Tarek Al-Wazir
prämiert alle Schulradler
Die Schillerschule Offenbach war eine fachleiterin Frau Metzler begleitet.
der geladenen Schulen bei der Prä- Voller Aufregung und großen Augen
mierungsfeier des Wettbewerbs betraten alle das Landeshaus in
Schulradeln im November 2019. Die Wiesbaden. Die Schüler erfreuten sich
Stadt Offenbach hatte die Schiller- dabei erst am großzügigen Buffet und
schule bereits im September fürs Ki- durften anschließend sogar ihren
lometersammeln beim Stadtradeln Preis entgegen nehmen. Der Staats-
ausgezeichnet. Die Feierlichkeiten des minister für Wirtschaft, Energie und
landesweiten Wettbewerbs fanden im Verkehr Tarek Al-Wazir ließ es sich
Landeshaus Wiesbaden statt. nicht nehmen, den fleißigen Radfah-
Hierfür machten sich drei Schülerin- rern höchstpersönlich zu gratulieren.
nen und Schüler der Gewinnerklasse Die Delegation der Schillerschule
6b, die die meisten Kilometer sam- staunte nicht schlecht, als sie neben
melten, mit der Klassenlehrerin Frau einem Pokal auch einen Scheck über
Eravci auf den Weg nach Wiesbaden. 1000 Euro überreicht bekamen.
Stolz präsentieren die Gewinner Sie wurden dabei vom Schulleitungs- Frau Eravci, Herr Metzler
Urkunde, Pokal und den 1000€ Gut-
schein. (alle Fotos: Herr Metzler)
mitglied Herrn Metzler und der Sport-
Info
Das Schulradeln findet in
jedem Schuljahr statt.
Alle, die mit dem Fahrrad
zur Schule kommen wollen,
können daran teilnehmen,
denn je mehr Kilometer ge-
sammelt werden, desto
besser!
Zum Titel: Wir schillern trotz Maske
Corona ist überall. Da ist es nahe- mehr hören und sehen.
liegend, dass auch hier in der Schü- Deswegen bekommt ihr bei uns ei-
lerzeitung darüber berichtet wird. nen Einblick, wie es unserer (gar
Allerdings findet ihr bei uns keine nicht so kleinen) Schulgemeinde in
wissenschaftlichen Abhandlungen diesen Tagen geht. Wie gehen Schü-
über das Virus oder Berichte dar- ler, Eltern und Lehrer damit um,
über, wie schlimm das alles ist. dass Schule plötzlich ganz anders
Diese gibt es in den großen regiona- ist?
len bis internationalen Medien ge-
Schiller trägt Maske.
nug. Und irgendwie kann man diese
Und: Wir schillern trotz Maske.
Art von Nachrichten, wenn man mal
ganz ehrlich mit sich selbst ist, Die Redaktion
nach über drei Monaten auch nicht
Die Schiller-Büste im Sekretariat
(Foto: Redaktion)
5Es passiert nur wenig
So ist das Homeschooling aus Schülersicht
Ich dachte, konnten, weil wir niemanden einla- wir vor dem Lockdown noch Aufga-
den durften. ben bekommen haben, an denen wir
„Coronafrei“ wird Meine Tante arbeitet im Altenheim, schon ein Bisschen gearbeitet ha-
anders ich vermute, dort hat sie sich auch ben und die teilweise besprochen
Es ist eine sehr verrückte Zeit, man infiziert, weil sie coronapositiv ist. wurden.
ist fast immer zu Hause. Ich komme Zum Glück hat sie kaum Symptome. Später war das anders. Es kann
damit nicht immer so gut klar. Man Ich hoffe, dass alles wieder normal sehr schwer sein, manche Aufgaben
hatte sich die Zeit ganz anders vor- wird!!! zu erledigen. Trotz Hilfe per Email
gestellt, ich habe gedacht, ich könn- Marko, 8b ist es manchmal schwer zu verste-
te viel mit meinen Freunden ma- hen. Man kann sich zwar von Mit-
chen, aber so ist das leider in dieser schülern helfen lassen, aber
schwierigen Zeit nicht. Ich fühle manchmal verstehen die das auch
mich manchmal ein wenig einsam, nicht so ganz. Und mir von meinen
hin und wieder langweile ich mich Eltern helfen zu lassen ist auch kei-
auch, aber ich versuche, dies zu ne Option für mich, da meine Eltern
vermeiden. Ich gehe sehr viel Fahr- so gut wie immer arbeiten.
radfahren, eigentlich fast jeden Tag. Georgia, 8b
Ich gucke außerdem sehr viel Net-
flix und versuche auch, möglichst
viel Sport zu machen.
Mit meinen Freunden habe ich in
letzter Zeit eher weniger Kontakt. Lernen zu Hause: Nicht jeder Schüler
Fertige Aufgaben können digital im unserer Schule hat den Luxus eines ei-
Klar, dass man ab und zu zusam- Schulportal und per Email oder an ei- genen Schreibtisches. Nur wenige haben
men die Aufgaben macht oder zu- nem zentralen Sammelpunkt abgege- einen eigenen Computer und sogar einen
sammen Playstation spielt, aber es ben werden. (Foto: Der Maulwurf) Drucker. (Fotos: anonyme SuS)
ist nicht dasselbe wie früher. Es ist
aber auch ganz schön, dass man
ausschlafen kann.
Ich bräuchte mehr
Wir haben auch die Heimarbeitsauf- Abwechslung im
gaben, aber ich komme damit nicht Corona-Alltag
immer so gut klar, weil mir die Mo- Die letzten Monate über hat so gut
tivation fehlt. Seit dem Lockdown wie jeder viel Zeit zuhause ver-
kann ich nicht mehr so viel Sport bracht. Mir ist zur Zeit alles „zu
machen und ich bin meistens den gleich“ geworden, zum Beispiel im-
ganzen Tag zu Hause, während mei- mer nur am Handy und in meinem
ne Mutter arbeitet, weil sie seit der Zimmer zu sein. Ich bräuchte mehr
Coronazeit ganztags arbeitet. Abwechslung.
Es ist auch nicht so einfach, mit den Der Kontakt mit Freunden ist sehr
Masken einkaufen zu gehen, weil verloren gegangen, zumindest vom
man schlecht Luft bekommt und Sehen und Zeitverbringen her. Man
man meistens froh ist, wenn man vermisst enge Freunde.
aus dem Laden raus ist. Es war Aber dieses „für sich sein“ hat eini-
auch sehr nervig, dass die Frisöre ge Vorteile für mich gebracht, wie
zu hatten, ich denke, dass es auch zum Beispiel, dass ich in meinem
den meisten so ging. Ich fand es Tempo arbeiten kann.
auch schade, dass wir nicht den Die Aufgaben von zu Hause zu erle-
Geburtstag meiner Mutter feiern digen war anfangs recht leicht, da
6wenn man sie nicht in der Schule
gemeinsam gemacht hat.
Das hessische Schul- Ich denke, uns allen fehlt das
portal „Lanis“ dient zur soziale Leben und vor allem die
Kommunikation. Die
Lehrer stellen ihre Auf- Freiheit, bei der wir in letzter Zeit
gaben online, die Schü- irgendwie vergessen haben, wie sie
ler können ihre fertigen aussieht, weil es Regeln über
Ergebnisse hochladen.
Regeln gibt, die respektiert werden
Leider funktioniert das
Portal nicht so gut mit müssen, damit alles gut ist. Es fällt
einem Smartphone und uns allen schwer, Familie, Freunde
tagsüber ist das Sys- usw. nicht zu sehen. Es ist für uns
tem oft überlastet.
(Fotos: anonyme SuS)
alle schwierig, aber wir alle hoffen,
dass wir uns erholen und dass
dieses Virus weg geht und wir in
der Lage sind, wie in guten Zeiten
zu leben.
Meine Pros und Mir fehlt das Sofia, 8b
Contras zum soziale Leben
Homeschooling Leider hat dieses Jahr nicht so
Ich fand das Homeschooling toll. begonnen, wie wir es wollten. Wir
Man konnte ganz in Ruhe arbeiten, alle haben uns vorgestellt, dass
ganz ohne laut Mitschüler und 2020 das produktivste Jahr sein
strenge Lehrer. Und man kann Pau- wird, aber es war nicht so. Als
se machen, wenn man will. Natür- Corona kam, hat sich alles
lich gibt es auch Nachteile: Man verändert. Corona hat tausende
kann nicht den Nachbarn fragen, Menschen getötet, aber das aus
falls man Hilfe braucht und man meiner Sicht Schlimmste ist, dass
kann nicht mit Freunden in der Pau- wir aufgrund dieses Virus kein
se reden. Generell gibt es keinen, soziales Leben mehr haben und
der dir helfen kann außer die Eltern, nicht mehr zur Arbeit, zur Schule Viel zu tun. (Foto: anonym)
aber die sind auch nicht immer da. und so weiter gehen können. In den
Man ist viel zu sehr abgelenkt, weil Laden darf man nur mit einer
man lieber etwas anderen machen Maske gehen und man muss die Mail an eine
möchte, zum Beispiel mit der ganze Zeit vorsichtig sein, was man Klassenlehrerin
Schwester spielen, lesen, Filme anfasst, um nicht infiziert zu Ich habe das mit den Online-
gucken. Man arbeitet sowieso weni- werden. Alle Menschen haben Angst Hausaufgaben versucht, aber ich
ger, meist nur ein oder zwei Stun- und hoffen, dass niemand in ihrer verstehe Vieles nicht und Vieles
den. Aber eigentlich ist das Home- Familie infiziert wird. Seit drei bringt mich zur Zeit durcheinander
schooling sehr cool. Man ist immer Monaten hat sich nichts geändert, und habe Probleme. Was ich Sie
bei seiner Familie und kann auch in im Gegenteil, es ist schlimmer fragen will, ist, wie ich diese Aufga-
den Pausen ans Handy oder Fern- geworden. ben machen kann oder ob sie mir
sehgucken gehen. Man spart sich Wie jeder weiß, sind die Schulen das einfach richtig erklären, weil
den langen Schulweg. Es gibt aber geschlossen, sodass es für alle ich es nur verstehen kann, wenn sie
auch viel Streit und zwar mehr als sehr schwierig ist, zu Hause zu es mir persönlich vor meinem Ge-
sonst, weil man stundenlang aufei- lernen, da niemand darauf sicht erklären. Sie wissen, ich
nander hockt. Es gibt also gute und vorbereitet war. Wir machen keine strenge mich an und würde es di-
schlechte Seiten am Homeschoo- Online-Schule, deshalb fällt es uns rekt verstehen, wenn Sie es mir
ling. viel schwerer zu arbeiten. Einige persönlich erklären. Sonst krieg ich
Hannah, 5d Themen sind wirklich schwierig das nicht hin.
und man kann sie nicht verstehen, Schülerin, Klasse 7
7Links + oben: Aufgaben zur
Lektüre „Miles & Niles“, in der
es ums Streichespielen ging.
Rechts: Frau Sanzenbacher
gab Ihren Schülern Postkarten,
die sie Ihr in den Osterferien
zurückschicken sollten. Viele
Kinder haben schöne Karten
geschickt, dies war die erste.
Einblicke ins Homeschooling
Ergebnisse kreativer Aufgaben im Jahrgang 5
Zum Thema Steinzeit in GL probierten sich die Schülerinnen und Schüler der 5c an alten Techniken: Herstellen von Gefä-
ßen aus Ton oder Knete, Backen von leckerem Fladenbrot nach Steinzeitart, Höhlenmalerei, Basteln von einfachen Le-
derbeuteln und Weben mit Fäden zur Stoffproduktion.
8Für die NaWi-Aufgaben sollten die Fünfer Bohnen pflanzen und beobachten, Kresse-Eier basteln, draußen auf Pflanzen-
Schatzsuche gehen und verschiedene Bäume finden und bestimmen. Manche Eltern unterstützten ihre Kinder mit eige-
nen Experimenten zum Beispiel zum Thema Strom. Hoch im Kurs steht auch die Lernplattform „Anton“.
Kreativer Umgang mit Gedichten:
Aus Zeitungsschnipseln wurden
eigene Gedichte zusammenge-
stellt. Corona inspirierte auch zu
diesem Akrostichon (oben) zum
Thema „Quarantäne“. Das Thema
Klopapier war auch oft Thema.
Wen wunderts.
9Ich hoffe, ihr dreht noch nicht am Rad
Was macht das Homeschooling aus Elternsicht?
Frau Heidenreich, die langjährige …es läuft nix, der schläft bis mittags
Schulelternbeirätin der Schiller- und trifft sich mit Freunden (die
schule, hat für die drei Wochen vor regulären). Am Montag muss ich
den Osterferien verschiedene ano- nochmal zur Arbeit, dann werden
nyme Elternreaktionen zusammen- Laptops ausgeteilt und ich arbeite
getragen. definitiv von Zuhause - da kann ich
eher ein Auge darauf werfen.
(Klasse 8)
Bis auf zwei Eltern habe ich als El-
ternbeirat alle erreicht, aber mehr
als mit der Lehrerin zusammen zu
versuchen, eine Email-Adresse zu
bekommen, geht nicht. Wir geben
nicht auf. Am Ende merkst du na-
türlich, dass es große Unterschiede
bei der Erstellung und Erteilung von
Arbeitsaufträgen unter den Lehrern Physik– und Chemieexperimente zum Aus-
probieren zu Hause in der eigenen Küche.
gibt. Gerade ist es ruhig geworden. (Fotos: Ute Heidenreich)
Mir ist nicht ganz klar, in welchen
Fächern Aufträge erteilt werden, Nach zwei Wochen
aber einige fehlen bestimmt noch. Sicher ist die Situation für alle Be-
Persönlich finde ich das gerade teiligten neu. Aber nicht alle Eltern
nicht schlimm, weil meiner krank waren über die Vorgehensweise
Lernen mit Hindernissen: Mathe ist ja so- ist und somit Home-schulfrei hat. bezüglich der Rückmeldungen der
wieso schon nicht leicht, aber dann noch zu bearbeitenden Aufgaben glück-
Außerdem kämpfe ich noch mit dem
alleine zu Hause und mit tierischem
Homeoffice - Kommunikation und lich. Es wurde am 26.03. eine
Aufpasser? (Fotos: Ute Heidenreich)
Effizienz sind da aktuell echt noch WhatsApp-Gruppe (Handy der Kin-
ausbaufähig. (Klasse 7) der) von der Deutschlehrerin er-
Nach einer Woche stellt und darüber die Rückmeldun-
Bei meiner Tochter (Klasse 10) und Bei uns ist es okay. Sie setzt sich gen der Aufgaben kommuniziert.
auch ihren Freundinnen, die sich hin und macht die Aufgaben. Somit hatten die Kinder täglich über
über WhatsApp besprechen, klappt (Klasse 5) 60 Nachrichten. Wir finden den Aus-
es gut. Am Samstag haben sie wohl tausch über eine WhatsApp Gruppe
einen Call über Skype. Mein Sohn ist in der Neunten. Die nicht passend. (Klasse 6)
Klassenlehrerin unterstützt die
… also ist schwierig, ich bin Vollzeit Klasse per WhatsApp und per Mail Die Klassenlehrerin hält fast täglich
arbeiten, meine Frau arbeitet zu sehr. In allen Fächern haben die Kontakt und ist für Fragen immer
Hause. Die Kinder haben noch kei- Schüler umfangreiche Arbeitsauf- offen. In den anderen Fächern hat
nen Rhythmus gefunden. (Klasse 7 träge erhalten. Alles gut organi- sich bisher kein Lehrer gemeldet,
und 8) siert! Für die Schüler natürlich eine mein Sohn hat aber seine Biolehre-
große Herausforderung und auch rin wegen einer Frage angeschrie-
nicht einfach, alle Themen selbst zu ben und gleich Hilfe bekommen. Es
Die zwei Achtklässlerinnen unzer-
trennbar und soweit recht fleißig. erarbeiten. Ohne Unterstützung der ist wirklich viel für die Schüler.
Ich hab mal die Carrera(Corona) Eltern sehr schwierig. Ich kann nur Meiner sitzt jeden Tag mehrere
bahn im Keller aufgebaut ;) hoffen, dass die Prüfungen zeitlich Stunden an den Aufgaben.
verschoben werden. (Klasse 9)
10Nach drei Wochen dieser Krise herausgehen und das
Ich hoffe, die Ordner werden einge- Miteinander viel wichtiger sein wird
sammelt und bewertet, weil es in als andere Dinge! (Klasse 10)
Chemie und Physik ein paar richtig
aufwendige Zeichnungen und Auf- 12 anonyme Beiträge, zusammen-
gabenstellungen gab, die man aus- gestellt für den Schulelternbeirat
führlich beantworten sollte etc. und von Ute Heidenreich
Krafttraining zu Hause erfordert etwas
Kreativität. (Foto: Ute Heidenreich) mein Sohn sich richtig viel Mühe
gegeben hat. (…) und jetzt wird nach
Persönlich geht es bei uns zu Hause 3 Wochen gesagt, dass nicht be-
sehr gut. Wir haben die Pläne bis notet wird (…) Viele sitzen ja auch
jetzt komplett fertig, und haben den ganzen Tag vor der Konsole und
heute von der Klassenleitung neue machen nichts, manche tauschen
erhalten. Die Situation ist natürlich auch nur die Sachen aus. Deshalb
für alle schwierig, aber absolut sollte man doch mal drüber schau-
machbar. (Klasse 7) en. (Klasse 8)
Ich glaube, die Aufgabenmenge bei
meinem Sohn ist für ihn ganz ok. Zuerst geht unser Dank als Eltern
Mal arbeitet er konzentriert an ei- an unseren Sohn, der, wie auch die
nem Fach, dann macht er auch mal meisten anderen Jugendlichen, die-
ein oder zwei Tage Pause. In den se noch nie dagewesene Zeiten
Osterferien ist ja auch noch Zeit. In durchlebt. Viele Mitmenschen emp- Viele Kinder arbeiten am Wohnzimmer-
der Schule lernen ist auf jeden Fall finden die jetzige Situation als be- tisch, wo sie nicht genug Ruhe haben. Oft
viel leichter! Vielleicht sind an- ist es auch zu dunkel, was schnell müde
ängstigend und sehen nur noch macht und demotiviert. (Foto: Henna)
schließend alle Kinder begeistert, in schwarze Wolken am Himmel. Wir
die Schule zu dürfen. (Klasse 8) Älteren neigen da ja eher dazu
schon aufgrund durchlebter Le- Dieser anonymisierte Beitrag hat
benssituationen. Unsere Kinder und die Redaktion auf anderen Wegen
Heranwachsenden gehen mit der erreicht:
jetzigen Situation wesentlich locke- Ich habe auch ein Lob an sie und
rer um, auch wenn gerade wegen [einige andere Lehrer der Klasse 5],
‘Social Distancing‘ viel Vernunft von da ihr so eine tolle Leistung bringt,
ihnen abverlangt wird. In den ver- gerade bei dieser schwierigen Zeit.
gangenen 3 Wochen konnten wir Auch die Aufgaben sind verständ-
miterleben, mit welcher Disziplin, lich für die Schüler gemacht. Ein
Vernunft und Motivation unser Sohn offenes Ohr und das ihr hilfsbereit
an die neuen Herausforderungen seid. Damit Sie Bescheid wissen,
herangetreten ist und bis jetzt - zu das mit dem Kopieren in der Schule
unserer Freude - gemeistert hat. klappt noch nicht so gut.
Egal, ob es darum ging, die Arbeits- [Anmerkung der Redaktion: Man
aufträge zeitnah zu erledigen oder kann im PC-Raum seine Aufgaben
die sportliche Fitness im Allein- aus Lanis ausdrucken, wenn man
coaching aufrecht zuhalten und sich vorher anmeldet.] Es wäre gut
nicht zu vergessen, die sozialen wenn die Schüler die Aufgaben ko-
Kontakte digital zu pflegen, bisher piert in die Hand bekommen kön-
Viele Schüler sitzen zu Hause stundenlang hat er all das im Alleingang durch- nen. Es sind drei Schüler, denen ich
an den Aufgaben und geben sich wahnsin- gezogen. Daher können wir als El- es kopiert habe. Wäre es vielleicht
nig viel Mühe. Und nun dürfen die Aufga-
tern nur sagen: Respekt und Lob! sinnvoll wenn ein Lehrer eventuell
ben nicht bewertet werden? Das ist nicht
fair im Vergleich zu den Schülern, die gar Wir als Familie sind uns sicher, bei den Schülern der fünften Klasse
nichts tun. (Fotos: Ute Heidenreich) dass wir nach Corona gestärkt aus hilft beim Ausdrucken? (Klasse 5)
11Zurück in die Schillerschule
Grafiken: Frau Heitz
Durch die Corona-Pandemie ist alles anders, auch die Schule. Mitt-
lerweile hatten alle von euch, die nicht zur Risikogruppe gehören,
zumindest ein paar Tage Schule—eigentlich waren es ja immer nur
zwei Stunden.
Damit ihr euch besser zurechtfindet, hat Frau Heitz einen tollen
Videoclip erstellt. Ihr findet ihn auch auf der Schulhomepage. Für
alle, die ihn noch nicht gesehen haben, ist hier die Fotostory dazu!
Die Redaktion
Homepage: www.schillerschule-offenbach.de
unter: Corona News
Warum sind die Masken nötig?
Mit den Masken schützt du die anderen Menschen um dich herum!
Keiner kann zu einhundert Prozent wissen, ob er den Corona-Virus in sich hat
oder nicht. Falls du Virusträger bist, reduziert die Maske die Gefahr für die
anderen Menschen um dich herum. Wenn du husten und niesen musst, dann
landet das Sekret mit dem Virus in der Maske und verteilt sich nicht so weit in
der Luft. Deshalb sollst du auch Abstand halten, damit du die Gefahr verringerst,
Luft einzuatmen, die Viren enthält.
12Oft Händewaschen!
Warum eigentlich?
Im Alltag und auch auf dem Weg in
den Klassenraum fasst du viele
Dinge an, ohne dass du dir dessen
bewusst bist. Auf all diesen Ober-
flächen könnte der Virus kleben,
den du dann mit deinen Händen
weiter transportierst. Du fasst dir
auch oft ins Gesicht, ohne darüber
nachzudenken. So kann der Virus
leichter in deinen Körper gelangen,
durch Augenreiben, am Mund an-
fassen und so weiter. Deswegen
soll man so oft gründlich und mit
Seife die Hände waschen, um den
Virus zu entfernen.
Upcycling @ home
Im Kunstunterricht in der Klasse 6e haben wir uns mit dem Thema "Upcycling" be-
schäftigt. Entstanden sind während der Homeschooling-Zeit unter anderem Behäl-
ter aus Milchtüten, die wir als Blumenvase oder beispielsweise als Stiftebox be-
nutzen. Das nächste Projekt sollte eine Gemeinschaftsarbeit werden in Form eines
großen Herzens. Vor der Corona-Zeit haben wir die Holzabfälle aus dem AL-Raum
über Wochen gesammelt und sie dann glatt geschmirgelt und zu Hause angemalt.
Wir haben uns einmal vor der Schule entsprechend der Abstandsregeln getroffen
und Frau Meinel hat unsere Hölzer eingesammelt und wir haben überlegt, wie wir
sie anordnen könnten. Eine große Holzplatte, die als Hintergrund dienen sollte, war
schon vorbereitet. Das Aufkleben hat dann Fr. Meinel übernommen, weil wir ja
keinen Kunstunterricht haben. Das Herz soll dort aufgehängt werden, wo es viele
sehen können.
Klasse 6e
Oben: Sehr schick, diese
Blumenvase aus einem
Milchkarton.
Unten: Eine praktische
Stiftebox für den
Schreibtisch.
(Fotos: Frau Meinel)
Links: Das „Coronaherz“
der Klasse 6e
(Foto: Frau Meinel)
13
13Prüfungen trotz Coronakrise
Lehrer überraschen Schüler mit motivierender Deko
Um den Schülerinnen und Schülern in dieser besonderen Zeit viel Erfolg für die Prüfungen zu wünschen, haben die Fach–
und Klassenlehrer der Jahrgänge 9 und 10 viele Bereich der Schule dekoriert. Sie verteilten motivierende Sprüche im
ganzen Schulhaus und es gab für jeden ein Namensschild im Treppenhaus oder im Teamflur. Wer weiß, vielleicht entwi-
ckelt sich daraus ja eine neue Tradition an der Schule, wenn die Schülerinnen und Schüler in Zukunft selbst dekorieren.
Die Redaktion
1415
Die Sicht einer Mutter:
Die Schule entfernt sich immer weiter!
Oh, wie schön, bald sind Ferien!
Es begann alles recht entspannt, besten. Basteln und dann etwas Es bedeutet viel Elternzeit und vor
wir machten viel Kreatives, gingen beschriften, mal Workbook etc. Da allem Nerven, die einfach nicht alle
viel in den Wald und die Schulsa- hatte man ein großes Interesse der haben.
chen machten meine zwei sogar Lehrerin gespürt und vor allem bei
Das Heraustreten aus einer Kom-
ganz gerne zu Hause. Jetzt - elf allem, was man im Portal hochgela-
fortzone scheint für meine Kinder
Wochen später - das Wort Home- den hatte, gab es eine zeitnahe
besonders schwierig.
schooling klingt doch irgendwie zu Rückmeldung. Eine weitere Schwie-
In der Schule haben sie die Regeln
gemütlich. rigkeit ergab sich daraus aber dann
verstanden, aber diese jetzt mit
Schöner wäre doch, wenn alle Kin- trotzdem: Die Lehrerin deckte die
nach Hause zu nehmen und dass ich
der den Begriff SaS – Selbständig Schwierigkeiten meine Tochter auf
als Mutter versuche, sie hier umzu-
arbeitende Schüler -wirklich ver- und dann kommen Eltern bereits
setzen, bedeutet viel Einfühlungs-
standen hätten. Die Schule rückt in wieder in einen Zugzwang, dass sie
und Durchhaltevermögen meiner-/
weite Ferne und mein Sohn (14 Jah- mit ihren Kindern noch zusätzlich
unsererseits. Da hilft es leider nicht,
re) sieht zunehmend keinen Sinn mehr Englisch lernen müssten.
wenn die Lehrer schreiben: Es be-
mehr in Homeschooling. Er hat noch Jetzt werden Lehrer und engagierte
steht Unterrichtspflicht, aber liebe
seine Lieblingsfächer, aber an seine Eltern sagen: Das ist ja schon im-
Kinder, habt keine Angst, es wird
Grenzen geht er nicht mehr. Meine mer so, aber wenn man als Eltern
nicht benotet. Ich finde es richtig,
Tochter (10 Jahre) macht als erstes eh schon die ganze Zeit Lehrer
dass die Corona-Homeschooling-
die kreativen Aufgaben, da kann sie spielt, ist dies neben der eigentli-
Zeit nicht benotet wird, aber viel-
sich ausdauernd konzentrieren und chen Arbeit, der Hausarbeit, Zeit für
leicht liegt auch genau da das Moti-
zeigt Interesse. Ausgleich etc. einfach noch ein Zu-
vationsloch einiger Schüler und vor
satz und man hat das Gefühl, über-
Die Aufgaben werden auf ver- allem meiner Kinder.
all und immer ist Schule.
schiedensten Wegen verteilt: Brief-
Meine Überlegungen dazu sind am-
kasten, Email, Schulportal, Das schlechte Gewissen – egal wie
bivalent, haben wir als Eltern in der
WhatsApp. Stoff für mehrere Wo- man es macht – steigt.
Erziehung zur Selbstständigkeit
chen. Das Wichtigste war, es in
Bei meinem 14jährigen Sohn im Ma- versagt, müssten die Lehrer nicht
kleinste Häppchen zu portionieren,
the A-Kurs, wurden bereits mindes- doch einfach mehr ihren Auftrag als
damit mein Kind das Gefühl hat, den
tens zwei neue Themen begonnen. Lehrer wahrnehmen? Ich bin zu-
heutigen Stoff zu überblicken und
Erklärende Youtube-Links dazu, nehmend verunsichert, wenn ich
ohne viel Aufwand zu meistern.
sonst nichts. Und dann nach Abga- mich mit anderen Eltern unterhalte,
Wenn sie die Aufgaben nur mit mei-
be: Lösungszettel mit der Bitte zum die alle von digitalem Unterricht
ner puren Anwesenheit schafft, oh-
Selbstkorrigieren. Nach anfängli- erzählen – neue Aufgaben werden
ne Hilfe von außen, ist sie motiviert
cher Verdrängung der Aufgaben, über Zoom etc. erklärt, Beziehung
und froh. Wenn sie aber Hilfe benö-
schaffte mein Mann, ihm alles zu zu Schülern wird aufrechterhalten,
tigt und ich ihr die Aufgabe erklären
erklären. Die Erklärungen im Ar- es werden Fragen gestellt und
muss, dann ist Homeschooling nicht
beitsheft Mathe sind wohl auch Rückmeldungen gegeben. Diese
mehr so toll. Dann kann sich so eine
nicht immer hilfreich und so sind Schüler müssen sich wieder auf
kleine Matheaufgabe schon mal
zwei Personen stundenlang, teils den Lehrer konzentrieren, antwor-
über Stunden ziehen, indem man
komplette Wochenenden, beschäf- ten, Wissen abrufen.
vorgibt jetzt erstmal duschen zu
tigt, sich das Thema zu erarbeiten.
müssen, aufzuräumen und so wei- Wir sind hier seit elf Wochen kom-
Warum ist es nicht möglich, zu neu-
ter. plett abgehangen, nur zwei Telefo-
en Themen eine Videokonferenz zu
nate, eins mit jedem Klassenlehrer,
Die Herangehensweise in Englisch machen und Unsicherheiten oder
noch vor den Osterferien. Wir spü-
5. Klasse; fand sie bisher immer am Fragen der Kinder wahrzunehmen?
ren zwar das Engagement der Klas-
16senlehrerinnen und ihren Willen, für Lehrer Lust drauf haben. Ich wün- sondern dass Kinder im Besonderen
die Kinder und die Familien da zu sche mir, dass nicht nur die „lauten“ eingegrenzt werden: zuhause blei-
sein und dann… . Eltern und die „selbstbewussten“ ben, kein Vereinssport, sehr wenig
Und so schließt sich leider auch Kinder gesehen werden. Kontakt zu Freunden bis gar keine
wieder der Kreis zur Wirklichkeit Digitalisierung ist nicht alles, aber Treffen und im Gegenzug rückt die
für Lehrern, Eltern und vor allem ohne sie schaffen wir erst recht Technik auf den ersten Platz. Eltern
die Kinder. Es gibt kein Richtig, kein kein Homeschooling. Das ist das benötigen besonders viel Einfüh-
Falsch – aber auch irgendwie keine Ende jeder Chancengleichheit. lungsvermögen, um die Beziehung
Lösung und was noch viel fataler ist Mir persönlich geht es gar nicht positiv zu halten und den aufgege-
– kein Ende. darum, die Art und Weise, wie benen Stoff zufriedenstellend
Ich wünsche mir wenigstens eine Homeschooling an der Schiller- selbstständig von den Kindern be-
Vereinheitlichung, einen geregelten schule aktuell läuft, zu kritisieren. arbeiten zu lassen und dann noch
Umgang: Jedes Kind bekommt über Ich sehe nur einfach, dass das Ge- pünktlich hochzuladen.
Zoom etc. digitalen Unterricht und samtkonzept „Corona–Ausnahme- anonym
nicht nur die Schüler, bei denen die zustand“, nicht nur Schule betrifft,
Homeschooling…
… und auf einmal ist keiner mehr in der Schule
beruflichen Umfeld und LehrerInnen und ihren Eltern vor der Haustür zu
empfahlen sich die Apps unterei- reden.
nander: Slack, Zoom, Anton, Jit- Frau Sanzenbacher
simeet, Miro, Wizadora. Wir haben
viel ausprobiert und einiges wieder
gelassen. Manchmal fehlte uns ein-
fach die Hardware auf allen Seiten.
In der Zeit waren die Rückmeldun-
Einblick ins Home- gen und Wünsche von meinen Schü-
office: Vorbereitete
lerinnen und Schülern total hilf-
Aufgabenblätter
reich. So entstand eine Mischung
und Tütchen mit
aus analoger und digitaler „Bildung
Kressesamen für
to go“.
die Auslieferung.
(alle Fotos: LuL) Der neue Lieferdienst im Jahrgang Hausaufgaben-Lieferdienst 3x anders:
5 der Schillerschule lieferte Aufga- Frau Sanzenbacher war mit dem Fahrrad
Das klang erstmal nach Ferien und unterwegs, Frau Schütze mit dem Auto,
ben, Arbeitsblätter und vergessene
großer Freiheit, aber eigentlich Frau Wurm nutzte die Dienste der Post.
Schulbücher bis an die Haustür. Das
fühlte es sich nur alleine zu Hause
gab uns auch die Möglichkeit, die
an. Außerdem sollte trotzdem noch
Samen für die Keimexperimente mit
Unterricht stattfinden, nur eben zu
auszuliefern. Ergänzt durch Lern-
Hause: „Fern-Schule“. Anfangs fehl-
Apps und eigene Lernclips der Leh-
ten mir dafür der Austausch und die
rerInnen entstand ein Paket zur
Gespräche mit den Schülerinnen
Notbeschulung. Ein Notpaket, das
und Schülern und den Kolleginnen
Eltern und Geschwistern stark mit-
und Kollegen.
getragen haben und wohl noch wei-
Und dann fing die gesamte Schul- ter mittragen.
landschaft aus Eltern, Kinder und
Das Schönste am Austragen der
LehrerInnen schulübergreifend an,
Aufgaben war, meine Schülerinnen
sich zu organisieren. Eltern emp-
und Schüler zu sehen und mit ihnen
fahlen geeignete Apps aus ihrem
17Eine Möglichkeit zu wachsen
In den vergangenen Wochen haben den Schülern zusätzlich Freude
wir eine ganz neue Situation ken- beim Lernen zu ermöglichen. Es
nengelernt, wodurch wir vielen war wirklich großartig, wenn tolle
neuen Herausforderungen begegne- Fotos von diesen Aufgaben zurück-
ten. Es war eine interessante Erfah- kamen, wie etwa von einem Beutel
rung nur per E-Mail, über das für Stifte, der selber gebastelt wur-
Schulportal oder per Telefon mit de oder etwas Gewebtes zum The-
Eltern, Schülern oder Kollegen zu ma Steinzeit. Es war schön zu se-
kommunizieren. Schwierig wurde hen, wie in NaWi Blätter in der Na-
So soll es in Zukunft trotz Corona ge-
es beispielsweise, wenn E-Mails im tur gesammelt, aufgeklebt und be-
hen: Mit viel Abstand, halber Klasse und
Spamordner landeten oder die In- stimmt wurden. zwei bis vier Doppelstunden Präsenz-
ternetverbindung schlecht war. Das Schwierigkeiten gab es allerdings zeit pro Woche. (Foto: Redaktion)
Schulportal haben wir kennenge- auch, weil nicht jeder Schüler einen
lernt und mit seinen vielen guten eigenen Computer oder Drucker hat. kennen.
Funktionen nutzen können. Am An- Aber dafür haben wir dann Lösun- Insgesamt konnten wir durch das
fang war es sicherlich für einige gen gefunden. So hat man sich z.B. Homeschooling an unseren neuen
schwierig und man musste sich erst aufgemacht und ist mit dem Fahr- Aufgaben wachsen, neue Wege aus-
einmal zurechtfinden, aber es war rad durch Offenbach gefahren, um probieren und werden diese sicher-
ebenso spannend, dies auszutesten. die Schüler mit Material zu versor- lich in unseren Unterricht integrie-
Beim Homeschooling musste man gen. Weiter wurden Apps entdeckt ren. Wir haben viele neue und span-
besonders seine Kreativität spielen und genutzt, die bei Lehrern und nende Erfahrungen mitnehmen
lassen und überlegen, wie man den Schülern gut ankamen und das Ler- können, aber insbesondere hat uns
Schülern die Möglichkeit bietet, nen der Inhalte gut unterstützen allen das Miteinander und der per-
dass sie neue Unterrichtsinhalte konnten. Außerdem hat man ge- sönliche Kontakt sehr gefehlt und
nur durch Onlineunterricht lernen merkt, wie wichtig es ist, die Schü- wir freuen uns sehr darauf, wenn
können. Dabei versuchte man, Er- ler beim selbstständigen Lernen wir wieder zusammen in der Schule
klärungen zu visualisieren oder und der Verantwortungsübernahme gemeinsam lernen können.
durch Videos die Inhalte zu vermit- beim Lernen zu unterstützen, wie
teln und durch kreative Aufgaben wir es bereits aus den SaS-Stunden Lehrkraft, anonym
Reines Homeschooling?
Unter diesen Bedingungen hoffentlich nie wieder!
Viele Menschen sehen Corona und ist alles vorhanden: schnelles Doch Homeschooling gestaltet sich
die daraus resultierenden Schul- WLAN, Computer, Drucker, dazu für mich noch aus anderen Gründen
schließungen als Chance, endlich diverse Tablets, Handys und sogar schwierig:
einen großen Schritt in Richtung eBook-Reader. Andere Familien
Digitalisierung zu gehen. Endlich haben gemeinsame Handys mit be- Es sind nicht alle auf die
seien die Lehrer gezwungen, sich grenztem Datenvolumen. gleiche Art erreichbar, um
mit den neuen Medien auseinander Bisher war der Punkt „Technik zu Aufgaben zu übergeben.
zu setzen und nicht mehr an ihren Hause“ nahezu egal, da es die Auf- Das Einfachste wäre die Kommuni-
veralteten Methoden festzuhalten. gaben in gedruckter Form gab und kation über das Schulportal, aber
Doch es liegt aus meiner Sicht nicht somit alle die gleichen Vorausset- da haben sich nicht alle angemel-
am Unwillen der Lehrkräfte son- zungen hatten, um an ihr Material det. Einige haben sich zwar regis-
dern an den technischen Vorausset- zu gelangen. Doch dank Corona ist triert, sind aber von der Struktur
zungen, die unterschiedlicher nicht auch dieses letzte bisschen „gleiche des Programms überfordert – vor
sein könnten. In manchen Familien Chance“ verloren gegangen. allem die jüngeren Schüler. Zudem
18läuft das Schulportal nur mäßig auf Lehrer und Schüler leben in hen. Ohne den Druck von außen
einem Smartphone. verschiedenen Zeitzonen. hätte ich als Teenager wahrschein-
Auch per E-Mail erreicht man nicht Ich versuche, meinen Tagesablauf in lich ein ähnliche Einstellung gehabt,
jeden: Einige Familien haben keinen geregelten Bahnen zu halten, recht- aber als erwachsenen Menschen
Email-Account, andere checken zeitig ins Bett zu gehen, früh aufzu- frustriert es mich sehr.
ihre Mails nur selten. stehen und produktiv zu sein. Dass
Bleibt noch WhatsApp, was eigent- ich mittlerweile in einer ganz ande- Wünsche und Tipps
lich als Kommunikationsmittel nicht ren Zeitzone lebe als viele meiner Damit die Situation rund um das
erlaubt ist und bedeutet, dass man Schüler, macht das Unterrichten Homeschooling besser wird,
als Lehrer plötzlich jederzeit er- von zu Hause aus nicht einfacher. braucht es aus meiner Sicht sowohl
reichbar ist. Die Zeitstempel im Schulportal, bei bei den Schülern als auch bei den
Und selbst wenn man die Aufgaben den Emails oder in WhatsApp zei- Eltern eine andere Einstellung:
digital übergeben kann, fehlt vielen gen, dass viele noch bis nachts um Homeschooling ist keine Ferienzeit.
Familien der Drucker, um die Auf- ein, zwei, die Größeren sogar bis Die Schülerinnen und Schüler müs-
gaben auszudrucken und so ange- vier, fünf Uhr wach sind – und dann sen begreifen, dass im Homeschoo-
nehmer bearbeiten zu können. dementsprechend den ganzen Tag ling Inhalte vermittelt werden, die
Als Lehrer jongliert man also aktu- verschlafen. Die meisten Anfragen später vorausgesetzt werden. Es
ell mit Email, Schulportal und Han- nach Hilfe bei den Aufgaben erhalte kann nicht alles noch einmal wie-
dy, um alle zu erreichen. ich nach 18 Uhr, wenn für mich ei- derholt werden, was nun erarbeitet
gentlich schon wieder Feierabend werden sollte, wenn Corona „vorbei“
Videochat kann nicht jeder. ist. Am Anfang habe ich diese An- ist. Denn wann das ist und wie das
Es klingt einfach: Man sucht ein fragen erst am nächsten Tag beant- „neue Normal“ aussehen wird, kann
Videochat-Programm aus, lässt es wortet, mittlerweile hat sich meine keiner voraussagen. Sonst bleibt
die Schüler herunter laden, verein- persönliche Schmerzgrenze ver- am Ende wirklich nur, dass man ein
bart einen Termin und schon läuft schoben und ich antworte auch um Schuljahr wiederholt, um den Stoff
der Unterricht trotz Lockdown. Doch 21 Uhr noch mal. aufzuholen—und das ist bei der
die Realität ist davon weit entfernt! Menge der Schüler schlichtweg un-
Schlechte Internetverbindungen, Die Leitungsbereitschaft vieler möglich.
aufgebrauchtes Datenvolumen, Schülerinnen und Schüler sinkt.
Handys auf denen die Programm Vor den Osterferien war die Situati- Von den Eltern wünsche ich mir,
nicht laufen wollen oder Eltern, die on „Homeschooling“ noch neu und dass sie ihren Kindern die Wichtig-
ihren Kindern (zu Recht) nicht er- irgendwie aufregend. Die meisten keit eines geregelten Tagesablaufes
lauben, Programme zu installieren, Schüler haben sich gerne auf die und der Heimarbeitsaufgaben klar
die datenschutzrechtlich grenzwer- Hausaufgaben eingelassen und zu- machen. Sie sollten feste Zeiten
tig sind, sind die eine Sache. Dazu mindest die leichten Sachen oder vereinbaren: Wann wird morgens
kommt, dass vorher ausgemachte die Lieblingsfächer wurden von al- aufgestanden, von wann bis wann
Termine trotz Erinnerung schlicht- len bearbeitet. wird gearbeitet, wann sollte abends
weg vergessen werden. Viele von Als dann bekannt wurde, dass die geschlafen werden? Und was sind
denen, die es bis in den Chat schaf- Aufgaben gar nicht bewertet wer- die Konsequenzen, wenn sich im
fen, sitzen stumm da und lassen den dürfen und es demzufolge auch Verhalten und der Arbeitseinstel-
sich einsilbige Antworten aus der keine schlechten Noten gibt, bedeu- lung trotzdem nichts ändert?
Nase ziehen. Ob sie Fragen zu den tete das für viele, dass sie das Ar- Es gibt Studien, die herausgefunden
Aufgaben haben? Nö. Wie es ihnen beiten nun ruhigen Gewissens ein- haben, dass Kinder und Jugendliche
geht? Gut. Keiner weiß, wo er hin- stellen können. Ein Teil der Schüler wacher, leistungsfähiger und moti-
schauen soll, manche schalten die arbeitet noch etwas, wahrscheinlich vierter sind, wenn sie nicht die
Kamera aus, um nicht im Schlafan- um das eigene schlechte Gewissen Nacht zum Tag machen, sondern
zug auf dem Sofa gesehen zu wer- oder die Eltern zu beruhigen, aber einen ähnlichen Rhythmus wie an
den. Alle fühlen sich etwas be- viel läuft nicht mehr. einem normalen Schultag einhalten.
fremdlich und wollen es einfach nur Ich kann diese Arbeitshaltung der Auch eine Arbeitszeit von einer
schnell hinter sich bringen. Schülerinnen und Schüler verste- Stunde am Tag ist zu wenig! Obwohl
19die Schüler nicht in allen Fächern hätte, wären tatsächlich echte Onli- Apps und Programme entdeckt, die
Arbeitsaufträge für zu Hause be- ne-Schulstunden mit der ganzen ich auch in Zukunft nutzen werde,
kommen, ist der Arbeitsaufwand Klasse und nicht nur kurze Vide- beziehungsweise die sich in den
doch nicht zu unterschätzen! Im ochats mit einigen möglich. Unterricht integrieren oder sogar
Durchschnitt braucht es etwa vier für Hausaufgaben nutzen lassen.
Stunden Arbeitszeit an jedem Positives? Und Folgendes mit einem Augen-
„Schultag“, um alle Aufgaben, die Ich bin generell ein positiver zwinkern: Wir haben Spender mit
für eine Woche gestellt werden, Mensch und so habe ich an der gan- Papierhandtüchern in jeden Klas-
vollständig zu erledigen. zen Homeschooling-Sache trotz all senraum bekommen, das war aus
Um sich besser konzentrieren zu der Kritik auch einiges Positives Hygienesicht schon lange überfällig
können, hilft es, das Handy mal zur finden können. und jetzt ging es plötzlich ganz
Seite zu legen, dann ist man nicht Ich konnte die Schülerinnen und schnell. Auch der Wasseranschluss
ständig in Versuchung, drauf zu Schüler meiner Klasse von einer in allen f-Klassen im Altbau konnte
schauen und sich ablenken zu las- ganz anderen, privateren Seite ken- nach mehreren Jahren plötzlich
sen. Oder wie wäre es, dass Handy nenlernen. Das ist schön. innerhalb weniger Wochen repariert
bei den Eltern abzugeben und gegen Die gegenseitige Unterstützung werden. Corona machts möglich!
die erledigten Hausaufgaben zurück durch und der Austausch mit Kolle-
zu tauschen? Gleiches gilt natürlich ginnen und Kollegen hat mir mal Mein persönliches Fazit
für die Controller von Spielkonsolen wieder gezeigt, dass ich kein Ein- nach all den Wochen
oder was auch immer von den zelkämpfer bin, sondern dass wir Reines Homeschooling unter den
Heimarbeitsaufgaben ablenkt. tatsächlich eine Teamschule sind, bisherigen Bedingungen bringt aus
die das auch lebt. verschiedenen Gründen kaum Lern-
Nicht erfüllbar ist wohl der Wunsch Das ziemlich praktische Schulportal erfolge für die Schülerinnen und
nach ähnlichen technischen Vo- wurde eingeführt und wird in Zu- Schüler. Deswegen: So hoffentlich
raussetzungen für alle Schüler. kunft wohl eine größere Rolle in nie wieder!
Wenn jeder von zu Hause aus Zu- unserem Lehreralltag und im Un-
gang zu einem PC, Laptop oder Tab- terricht spielen. Lehrkraft, anonym
let mit guter Internetverbindung Ich habe einige praktische Lern-
Du kannst nicht mehr? Du brauchst Hilfe?
Anrufzeiten:
Grafik: www.bmfsfj.de
Montag bis Samstag von 14 – 20 Uhr
20Bienen-Quiz
Löse die beiden Aufgaben, sende deine Lösung an die Maulwurf Redaktion (Box im Sekretariat) und
gewinne ein Glas - Blütenhonig.
Dein Team der Schulimkerei: Hannah (5d), Lili (5d), Berfin (6d) und Samiya (6d), Frau Sanzenbacher
Quiz Teil 1 Quiz Teil 2
Wie viele Bienen sind auf dem Bild? Welche Hummelarten siehst du hier?
1
2
3
So sollte dein Los aussehen:
Bienen-Quiz
Vorname + Nachname: ________________________________
Klasse: ______
Lösung Teil 1: …
Lösung Teil 2: 1)
2)
...
...
4
3) …
4) ...
Tipps Fotos oben: Frau Sanzenbacher
Fotos Bestimmungsschlüssel:
Diese Bilder können dir helfen, herauszufinden, wie die Insekten heißen. Was ist was. Bienen und
Es hat sich auch ein Käfer eingeschlichen. Wespen. Tessloff Verlag 2004
21Skifahren in Neukirchen
2020
Haus Wolkenstein
Am Freitag, den sechsten März, wa- diese nicht verloren gehen. Die Kof- schaust, die Aussicht ist einfach nur
ren wir alle um fünf Uhr vor der fer wurden danach in den Bus ge- schön.
Schillerschule verabredet, also bin räumt und nach ein paar Minuten Wir hatten nur sehr wenig Zeit aus-
ich um vier Uhr aufgewacht, damit durften wir auch in den Bus und uns zupacken, weil wir schon unsere
ich meinen Koffer zu Ende packen Plätze aussuchen. Die Fahrt dauerte Skisachen anziehen mussten, um
und mich in Ruhe anziehen kann. etwa acht Stunden und es gab zum draußen im Schnee zu spielen. Ich
Ich war ein bisschen nervös, weil Glück keinen Stau. Nach langer und meine beste Freundin sind den
meine beste Freundin und ihr Bru- Fahrt konnte man schon die Berge Berg vor der Hütte runtergerollt
der mich abholen sollten und ich sehen und die Spannung stieg. Je- und hatten viel Spaß im Schnee. Am
nicht genau wusste, wann sie kom- der fragte sich, wann und wo wir Abend haben wir noch erfahren,
men werden. Als wir das alles ge- stehen bleiben. Dann ist der Bus wer unser Skilehrer ist: Unserer
klärt hatten, hat er uns zur Schule endlich vor einer Gondel stehen war Herr Krömmelbein.
gefahren, wo schon zwei große geblieben, da war noch kein Schnee Als alles besprochen war, hatten
Busse warteten. Die Lehrer haben zu sehen. Die Fahrt mit der Gondel wir noch Zeit zum Duschen. Ach ja,
rot-weiße Bändchen verteilt, die wir nach oben hat sehr lange gedauert, die Handys werden übrigens vor
an die Koffer binden mussten, damit die Aussicht war sehr schön, es gab
mehr und mehr Schnee, je höher
wir kamen. Endlich oben angekom-
men mussten wir noch mit der an-
deren Schule, die übrigens auch mit
uns wohnte, zur Hütte „Wolkenstein“
laufen. Es hat echt Spaß gemacht,
mal wieder im hohen Schnee zu
sein. Wir hatten normale Schuhe an
und deswegen sind wir die ganze
Zeit gerutscht. Unsere Koffer wur-
den mit einem Schneemobil vor die
Hütte gebracht. Es gibt zwei Stock-
werke in der Hütte und egal, wo du
bist und aus welchem Fenster du
22sein, Mittagessen ist irgendwo ge-
gen eins, zurück in die Hütte gehen
wir um drei und haben dann frei bis
fünf Uhr dreißig, wenn es Abendes-
sen gibt. Dazwischen wird geduscht
und nach dem Abendessen ist die
Besprechung mit der Klasse und
den Skilehrern. Um acht Uhr fünf-
zehn ist das Abendprogramm und
ab zehn Uhr ist Nachtruhe. Alles
organisiert.
wie man fährt und stoppt. Da nen- Am Sonntagmorgen sind wir aufge-
nen sie das „Pizza“ zum Stoppen wacht und wussten nicht, wie viel
und „Pommes“ zum Fahren. Mitten- Uhr es ist, weil die Handys abge-
drin hat es dann leider angefangen, nommen werden und nirgendwo
sehr nervig zu schneien, aber wir gibt es eine Wanduhr. Wir haben
haben weiter gemacht. Als jeder dann den netten Lehrer von der
von uns Pizza und Pommes gut anderen Schule gefragt. Später, als
konnte, sind wir zu einem kleinen wir draußen vor der Hütte waren,
Lift gefahren. Da war ein Haken haben wir uns mit einem lustigen
dran und wenn du dich gut fest- Spiel aufgewärmt. Mit Herrn Kröm-
dem Schlafen abgenommen, was dir hältst, zieht er dich bis nach oben melbein war es immer lustig, weil
eigentlich egal sein kann, weil du in auf den kleinen Hügel. Von dort ha- er so viel Humor hat und immer
deinem Zimmer eh kein Internet aus ben wir die restliche Zeit damit ver- Spaß mit uns gemacht hat. Nach
den Aufenthaltsraum empfangen bracht, Kurven zu lernen. Später den Aufwärmübungen sind wir ein
kannst. sind wir noch von der Gondel zum Stück am Berg nach unten gelaufen,
Am Samstagmorgen hat uns Frau Haus Wolkenstein gefahren und bis dahin, wo es ein bisschen fla-
Walz um sieben Uhr geweckt. Das haben dann unsere Skisachen zum cher war, damit wir nicht wie Domi-
Frühstück war um sieben Uhr drei- Trocknen in den Skikeller geräumt. nosteine umkippen. Da haben wir
ßig, also hatten wir bis dahin Zeit, Das Abendprogramm bestand aus
uns fertigzumachen. Das Essen da Teamspielen, ein Teil wurde drau-
ist super lecker und es ist ein Buf- ßen, der andere drinnen gespielt.
fet, also kann man sich alles neh- Die Hälfte der Klasse, in der ich ein-
men, was man will. Nach dem Früh- geteilt war, hat nie gewonnen, aber
stück haben wir uns Brötchen ge- das hat uns nichts ausgemacht, weil
macht, sind mit der Gondel wieder wir trotzdem Spaß hatten.
runter in die Stadt gefahren und Noch an dem Abend haben wir auch
haben unsere Skischuhe, Ski und besprochen um wieviel Uhr alles
die Helme geholt. Ich dachte, dass sein soll: Aufstehen ist um sieben,
wir wieder nach oben fahren und da Frühstück ist um sieben Uhr dreißig,
üben, aber stattdessen sind wir un- fertig im Skikeller musste unsere
ten geblieben und haben im künstli- Gruppe um acht Uhr fünfundvierzig
chen Schnee geübt. Da war es nicht
so steil und wir konnten besser ler-
nen, unsere Ski zu kontrollieren.
Zuerst hat uns Herr Krömmelbein
gezeigt, wie man die Ski anzieht und
dann sollten wir auf einem Ski wie
auf einem Roller fahren. Danach hat
er uns die zwei Techniken gezeigt,
23dazwischen war ein Seil, ganz für uns allein. An dem Abend
jeder musste sich festhal- war auch die Disco, da sollte sich
ten, damit er nicht verloren aus jeder Klasse jemand verkleiden
geht. Auf einer großen Flä- und ich und meine beste Freundin
che weit weg vom Haus ha- waren unter den “Glücklichen”, die
ben wir uns dann auf den es machen mussten. Wir hatten kei-
Boden gelegt und still den ne Jungsklamotten, also haben wir
Mond beobachtet. uns welche ausgeliehen und uns
Am Montag hatten wir einen dazu noch Schnurrbärte mit einem
Hindernis-Parkour. Da Edding aufgemalt und ja, man konn-
musste man zuerst einem Seil fol- te es abwaschen. Die Disco fand ich
gen, durfte es aber nicht berühren, persönlich ein bisschen langweilig,
dann zwischen Hütchen in Bögen aber es hat so ausgesehen, als ob
fahren und dann den Berg runter. manche richtig Spaß hatten. Sie
An dem Abend haben wir Schlag haben getanzt und sind rumgehüpft
den Star gespielt und gewonnen. und haben gesungen.
Das andere Team hat Casino ge- Freitagmorgen sind wir ganz ent-
spielt. spannt aufgewacht, haben die übri-
Am Dienstag sind wir dann zur gen Sachen in den Koffer gepackt
„Autobahn“ gefahren. Das ist eine und uns beim Frühstück noch Bröt-
bis kurz vorm Mittagessen geübt, lange, breite Piste. Der Weg bis da- chen für den Rückweg gemacht.
wie man Kurven fährt und stoppt. hin war nicht einfach, denn wir Ansonsten war alles wie beim An-
Als wir Mittagessen wollten, sind mussten einen wirklich, wirklich kommen, nur rückwärts abgespielt.
manche nach oben gelaufen und die steilen Berg hinunter fahren. Ich In dieser Woche hatte ich echt viel
besseren sind runter zum Tellerlift hatte ehrlich gesagt Angst und es Spaß und das ist noch untertrieben.
gefahren, damit er uns hochfahren hat nicht geholfen, dass die von Nicht nur, dass ich dadurch eine
kann. Beim ersten Mal bin ich hin- hinten aus der Schlange gerufen engere Bindung zu manchen Klas-
gefallen. Ein Tipp: Setz dich nicht haben, wir sollen schneller fahren. senkameraden aufgebaut habe,
auf den Tellerlift drauf! Du musst Da sind wir auch das erste Mal mit sondern ich habe sogar neue
stehen bleiben und dich ziehen las- dem Sessellift gefahren und haben Freunde gefunden. Ich weiß, dass
sen! in einem Lokal zu Mittag gegessen. die Klassenfahrt nach Österreich
Nach dem Essen haben wir uns in Auf der Autobahn haben wir Schat- viel kostet und stressig klingt, aber
zwei Gruppen geteilt: Die Besseren ten- und Rückwärtsfahren geübt. es lohnt sich wirklich. Danach be-
und die, die noch im Flachen üben Den ganzen nächsten Tag waren wir reut man nicht mal einen Cent. Ich
sollten. Ich war bei den Besseren dann wieder auf der Autobahn. wünschte, wir wären länger geblie-
und wir sind einen steileren Berg Am Donnerstag haben wir früher ben und ich weiß, dass ich nicht die
runtergefahren. Ich war immer aufgehört, um die Skisachen zurück einzige bin, die so denkt.
langsam und deswegen hat mich in die Stadt zu bringen. Manche sind Barbara, 7d
Herr Krömmelbein Sicherheitsbe- dann noch kurz in der Stadt geblie-
auftragte genannt. ben, aber ich war unter denjenigen,
Im Abendprogramm war diesmal die früh wieder hoch auf den Berg
eine Nachtwanderung. Wir waren gefahren sind. Wir hatten die Du-
alle in Zweierreihen aufgestellt und schen und den Aufenthaltsraum
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