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Das Wirtschaftsmagazin der IHK Darmstadt Dezember 2008
Automatisierung
Treibende Kraft der
Engineering Region
Wir unterstützen Unternehmer
IHK-Wahl 2009 Finanzmarktkrise
Kandidaten Unternehmen bleiben
stehen fest zuversichtlichRegionale Unternehmen suchen erfahrene Mitarbeiter !
Die Trendwende in der Beschäftigung.
Erfreuliche Jahresbilanz: Die Beschäftigung erfahrener In diesem Fall gab es einen sehr engagierten „best und ARGE Darmstadt – an der feierlichen Veran-
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat sich in den ager“, der durch gezielte Fördermaßnahmen (wie die staltung in München teilzunehmen. Dort wird das
letzten Monaten in Frankfurt und Darmstadt erfreu- Möglichkeit der Sachkundeprüfung im Sicherheits- Unternehmen am 3. Dezember 2008 zusammen
lich positiv entwickelt. Immer mehr Unternehmen Bereich) erfolgreich vermittelt werden konnte. mit weiteren Firmen aus dem gesamten Bundesge-
setzen bei ihrer Personalpolitik gezielt auf die Erfah- Das „Unternehmen mit Weitblick“ kommt 2008 aus biet durch den Bundesminister für Arbeit und Sozi-
rung und das Know-how der „best ager“. Frankfurt am Main. Das Urteil fiel schwer, denn es ales ausgezeichnet.
Zu diesem positiven Trend hat auch die erfolgreiche gab dieses Jahr sehr viele interessante Firmen, die mit
Vermittlungstätigkeit sowie individuelle Fördermaß- ihrer zukunftsweisenden Personalpolitik aktiv „Jobs
nahmen im Rahmen des Beschäftigungspakts „Jobs für best ! agers“ unterstützten. Aber die Entscheidung Weitere Informationen erhalten Sie:
für best ! agers“ erheblich beigetragen. Grundlage für ist nun gefallen. Prämiert wird als „Unternehmen
In Frankfurt unter: 0 69 / 97 77 64-50
die erreichten Erfolge ist natürlich die intensive Zu- mit Weitblick“ ein Frankfurter Familienunternehmen.
sammenarbeit mit regionalen Unternehmen. Gesucht wurden Betriebe, die bei der Beschäftigung Rhein-Main Jobcenter
So wie bei der BFR GmbH (Wach- und Sicherheits- von über 50-Jährigen vorbildlich agieren. Über die- Hainer Weg 44
60599 Frankfurt am Main
unternehmen) in Weiterstadt. se besondere Auszeichnung konnte sich dieses Jahr
Ronny Wächter, Inhaber der A.M.M. Taxi Frankfurt In Darmstadt unter: 0 61 51 / 42 85 45-50
Bei der Suche nach einer/m neuen Mitarbeiter/-in GmbH freuen. Das Unternehmen, welches sich auf in-
ARGE Darmstadt
arbeitete die BFR GmbH eng mit der ARGE Darm- dividuelle Chauffeurdienste spezialisiert hat, setzt bei
Zentrum für Existenzsicherung
stadt zusammen. Der Vorteil: Die Mitarbeiter/-innen seiner Mitarbeiterauswahl bewusst auf die Erfahrung, und Beschäftigung
vor Ort können flexibel und zeitnah reagieren, auf ei- Seriosität und Zuverlässigkeit der „best agers“. Groß-Gerauer Weg 3
64295 Darmstadt
nen großen Pool zugreifen und je nach Anforderungs- Das Unternehmen wurde ausgewählt, um stellver-
profil die/den geeignete/n Kandidat(in)en anbieten. tretend für die Paktregion – Rhein-Main JobcenterE di t o ri a l
Gelassenheit statt
Panikmache
Was – schon wieder Weihnachten und Silvester? Viele von Ihnen
werden sich das in diesen Tagen gefragt haben. Wieder einmal ist ein
Jahr viel zu schnell vorübergegangen. Oder haben Sie wirklich alle Ziele
erreicht, die Sie sich in diesem Jahr gesetzt haben? Wir sind gespannt,
was das neue Jahr für die Wirtschaftsregion Darmstadt Rhein Main
Neckar bringen wird. Dr. Uwe Vetterlein,
Die Wirtschaft in Deutschland geht mit gemischten Gefühlen in das Hauptgeschäftsführer
neue Jahr. Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe stellte die Orga der IHK Darmstadt
nisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
fest, dass die Wirtschaft der 30 wichtigsten Industriestaaten erstmals seit der Ölkrise der
70er Jahre in eine Rezession gerutscht ist. Auch die deutsche Wirtschaft steckt streng
genommen in einer Rezession, zumindest dann, wenn man den Zahlen der OECD oder
verschiedener Wirtschaftsinstitute vertraut. Wir glauben aber lieber denen, die Wirtschaft
aktiv betreiben und gestalten – unseren Mitgliedsunternehmen. Und die demonstrieren
trotz Finanzmarktkrise und Rezessionsängsten nach wie vor Gelassenheit. Das Ergebnis
unserer Konjunkturumfrage im Herbst hat weiter Bestand, wir rechnen 2009 nur mit
einem abgeschwächten Wachstum in der Region.
Natürlich sind einzelne Branchen derzeit stärker vom abkühlenden Weltwirtschafts
klima betroffen als andere. Eine Blitzumfrage der IHK unter Mitgliedern des Automotive
Cluster Darmstadt Rhein Main Neckar zeigt, dass die Krise der Automobilhersteller nun
auch in der Zulieferbranche der Region deutliche Spuren hinterlässt. Aber unsere Un
ternehmen sind im internationalen Vergleich extrem wettbewerbsfähig und besitzen
genügend technologischen Vorsprung, um diese Krise zu meistern. Vor
allem spielen die Banken in der Region mit. Die Kreditkonditionen bei
uns sind unverändert. Dieses Ergebnis der Konjunkturumfrage bestätigt „Unsere Unternehmen
unsere Recherche zum Sonderthema auf den Seiten 20 bis 23 in diesem
IHK-Report Südhessen. Darin gehen wir den Auswirkungen der Finanz sind im internationalen
marktkrise auf die regionale Wirtschaft nach. Vertreter mehrerer großer
Banken in der Region bestätigen uns, dass für den Mittelstand nach wie
Vergleich extrem wett
vor ausreichend Kredite zur Verfügung gestellt werden. bewerbsfähig...”
Von Panikmache halten wir auch 2009 nichts. Sicherlich wird die
Konjunktur im ersten Halbjahr schwächer verlaufen, aber spätestens in
der zweiten Jahreshälfte rechnen wir wieder mit einer belebenden Entwicklung. Lassen
Sie sich also die gute Stimmung an den Feiertagen nicht von Schwarzmalern trüben,
sondern vertrauen Sie auf Ihr eigenes Gefühl.
Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2009.
PS: Vom 21. Januar bis zum 17. Februar 2009 findet die Wahl für unsere neue IHK-Voll
versammlung statt. Ich hoffe, Sie stimmen mit ab. Informationen zur Wahl und alle Kandi
datenporträts finden Sie in unserem Internetauftritt www.darmstadt.ihk24.de
Dezember 2008 IHK-Report Südhessen 1IHK-Wahl 2009
Die Kandidaten
stehen fest
6
10 Automatisierung
Automatisch gut
Dezember 2008
Titelillustration: MEV-Verlag (modifiziert)
Wirtschaft und Politik Unternehmen und Management
4 Politik. Fauler Kompromiss bei der Erbschaftssteuer 20 Sonderthema: Finanzmarktkrise.
6 IHK-Wahl 2009. Die Kandidaten stehen fest Kredite: Gibt es noch Geld für den Mittelstand?
8 DIHK: Neues aus Berlin und Brüssel Südhessen bleibt zuversichtlich
Automarkt: Zulieferer spüren Krise
und: Wirtschaftsjunioren: Neuer Vorstand • IRS-Sonderheft: Förderung ist nicht gefährdet
Standortmarketing für High Potentials Bürgschaften für Mittelstand
24 Finanzwelt. „Die Region zählt auf uns”
und: „Hessen-Champions 2008” ausgezeichnet • Buchtipps
Titelthema: Automatisierung
10 Zukunftsbranche: Automatisch gut Recht und Finanzen
12 Runder Tisch. Schulterschluss der Experten
14 Ausbildung. Jobmaschine Automatisierung 26 Telefonwerbung. Werben, auch ohne ausdrückliches
16 Know-how. Der intelligente Kopf technischer Prozesse Einverständnis
18 Entwicklungspotenzial. Mehr als die Summe der Teile 28 Recht. Krank feiern mit Arbeitsunfähigkeit
und: Transferangebot: Austausch fördern • Wussten Sie und: Impressumspflicht im Internet: Abmahnungen vermei-
schon, dass... den • „Elster”-Zertifikat für Lohnsteuerdaten • Insolvenz:
Bis Ende 2010 gilt ein neuer Überschuldungsbegriff • Buch-
tipp
2 IHK-Report Südhessen Dezember 2008Finanzmarktkrise Prüfung IT-Gipfel
Gibt es noch Geld Für mehr Sicherheit „Hier schlägt das
für den Mittelstand? auf den Straßen Herz der IT”
20 30 33
Beruf und Erfolg Rubriken
29 Ausbildung. Ausländische Unternehmer informieren und 1 Editorial
Vertrauen aufbauen 37 Namen und Nachrichten
29 Bilanz. Das Ausbildungsjahr 2008 41 Termine
30 Prüfung. Für mehr Sicherheit auf den Straßen 42 Amtliches
44 Verbraucherpreisindex
44 Vorschau
Innovation und Umwelt 44 Impressum
32 Bildung. Tecnopedia bringt Praxis in die Schule Hinweis: Alle in dieser Ausgabe vorgestellten Bücher können
33 IT-Gipfel. „Hier schlägt das Herz der IT” in der Bibliothek der IHK Darmstadt ausgeliehen werden.
34 Erfinderberatung. Patente: Unternehmer und Wissen-
schaftler im Dialog
35 Serie: IT-Sicherheit. Fremdgehen ohne Angst
und: Horst Görtz-Stiftung: Deutscher IT-Sicherheitspreis in
Darmstadt verliehen • Arbeitskreis für neue Energietechno-
logien • Neue IHK-Recyclingbörse online
Aktiv für Unternehmen
39 Serie: Lebensqualität. Auf den Spuren von Liebe und
Verrat: Die Nibelungen
40 Porträt: IHK-Mitarbeiter. Andra Dirsch-Weigand: Expertin
für Wissensmanagement
Dezember 2008 IHK-Report Südhessen 3W irt s c ha f t u n d Pol it ik
Fauler Kompromiss bei
ein kleiner Lichtblick. Ohne die massive
Intervention der Industrie- und Handels-
kammern wären die ursprünglichen Fris-
der Erbschaftsteuer
ten von 15 und zehn Jahren beibehalten
worden. Es bleibe abzuwarten, welche
Regelungen und Einschränkungen im
Kleingedruckten des Gesetzestextes auf-
Den Anfang November von den Koalitionsparteien beschlossenen tauchen werden.
Kompromiss zur Reform der Erbschaftsteuer bewertet die IHK Martin Proba: „Klar ist aber, dass es
sich um ein höchst kompliziertes, für die
Darmstadt Rhein Main Neckar äußerst kritisch. Finanzbehörden kaum administrierbares
Gesetzeswerk handelt.“ Die erst jüngst
Der Leiter des Geschäftsbereichs in einem Gutachten aufgezeigten verfas-
Starthilfe und Unternehmensförderung, sungsrechtlichen Probleme sind nach dem
Martin Proba, sagt dazu: Stand der Dinge nicht beseitigt worden –
„Es kommt zwar nicht ganz so und das alles für vier Milliarden Mehrein-
schlimm wie im ursprünglichen Regie- nahmen, von denen das meiste schon für
rungsentwurf, aber es ist nicht mehr als die Erhebung der Steuer draufgeht. Das
ein fauler Kompromiss: Wer behauptet, hätte man einfacher haben können.
dass die Reform zu einer ‚enormen Stär- Vor allem der festgeschriebene An-
kung der Familienbetriebe beiträgt’, weiß teil an Verwaltungsvermögen von weni-
offensichtlich nicht, was er mitverhandelt ger als zehn Prozent für die vollständige
hat“. Für die IHK ist das Ergebnis eine Re- Befreiung von der Steuer ist mit Blick auf
form gegen den Mittelstand. die betriebliche Realität ein KO-Kriterium.
Das Damoklesschwert ‚Erbschaft- Wermutstropfen sind auch das Fehlen ei-
steuer’ hängt weiter über den mittelstän- ner Notfallklausel für Krisensituationen
dischen Familienunternehmen: Die Kau- sowie die höheren Verpflichtungen bei der
telen für die steuerliche Entlastungen bei Lohnsumme, die aber immerhin flexibel
der Weiterführung von Betrieben bleiben und ohne bürokratische Indexierung aus-
schwer kalkulierbar oder sind von vor- gestaltet ist. Eine Reihe weitere Schwie-
neherein nicht zu erfüllen. „Die vollstän- rigkeiten bei der Umsetzung der Steuer
dige Steuerfreiheit für Erben, die einen auf die betriebliche Realität sind weiter
Betrieb zehn Jahre lang weiterführen, er- ungelöst.
weist sich beispielsweise als politisches
Feigenblatt, keinesfalls aber als tragfä- u Information: Martin Proba, Leiter des
hige Option für Familienunternehmen“, Geschäftsbereichs Starthilfe und Unterneh-
führt Proba weiter aus. mensförderung, Telefon: 06151 871-234,
Foto: Fotolia
Allenfalls die verkürzten Fristen für E-Mail: proba@darmstadt.ihk.de
den Fortbestand der Unternehmen auf u www.darmstadt.ihk24.de, (Dokument-
sieben beziehungsweise zehn Jahre seien Nummer 13419)
Neuer Vorstand
Die Wirtschaftsjunioren (WJ) bei der IHK Darmstadt haben einen neuen
Vorstand. Auf der Mitgliederversammlung im November wurden Jörn Buchenau
(Kreissprecher), Jana Correus (Charity) und Oliver Mattern (Existenzgründung und
-sicherung) neu in den Vorstand gewählt. Weiterhin gehören dem Vorstand an Gerald
Bergen (Finanzen), Roman Hieronimus (Mitglieder) und der bisherige Kreissprecher
Dennis Wolpert (Past-Präsident).
Der neue Kreissprecher Jörn Buchenau dankte den ausscheidenden Vorstands-
Foto: WJ Darmstadt
mitgliedern Anja Bach (ehemals Rentzsch) und Jutta Zimmer-Kappes für die erfolg-
reiche Arbeit. In seinem Ausblick auf das Jahr 2009 hob er die Bundeskonferenz der
Wirtschaftsjunioren hervor, die die Darmstädter vom 3. bis 6. September 2009 ausrich-
ten (siehe IHK-Report Südhessen, Ausgabe Oktober 2009).
u Information: Norbert Kordey, Geschäftsführer Wirtschaftsjunioren Darmstadt, Der neue Vorstand der Darmstädter Wirtschafts-
Telefon: 06151 871-218, E-Mail: wj@darmstadt.ihk.de junioren
4 IHK-Report Südhessen Dezember 2008Wirtschaft u nd P ol it ik
IRS-Sonderheft: Standortmarketing
für High Potentials www.darmstadt.ihk24.de
Die Engineering Region Darm- Schenck Process GmbH, die als Job-Motor Mitteilungen der iHK darMstadt SoNDeRheft 2008
engineering Region
stadt Rhein Main Neckar steht im Wettbe- in der Mess- und Verfahrenstechnik gilt.
werb um leistungsfähige Fach- und Füh- Für ein aufgeschlossenes und innovatives
rungskräfte. Zu diesem Thema ist jetzt Bildungssystem steht zudem die Inter-
das zweite Sonderheft des IHK-Report nationale Schule in Seeheim-Jugenheim
Südhessen (IRS) unter dem Titel „Freiraum (SISS).
für kreative Köpfe“ erschienen. Unternehmen wie die Deutsche Te-
Die IHK möchte damit High Poten- lekom zeigen mit einer hauseigenen Kin-
tials und ihre Familien von den beson- dertagesstätte, dass Beruf und Familie
deren Vorzügen der Region und seiner vereinbar sein können. Die Engineering
Unternehmen überzeugen. Dazu gehört Region Darmstadt Rhein Main Neckar bie-
die enge Kooperation von Wirtschaft und tet Fach- und Führungskräften ein Umfeld, Darmstadt Rhein Main Neckar
Freiraum Für
Wissenschaft sowie die daraus erwach- in dem sich „kreative Köpfe frei entfalten kreative köpFe
senden Synergie-Effekte, wie das Beispiel können“. So werden Menschen hier aus
TU Darmstadt und Südhessische Energie Leidenschaft innovativ – eben „addicted
AG verdeutlicht. Gemeinsam werden sie to innovation“.
demnächst einen Studiengang einrichten.
Akteure und Rahmenbedingungen einer u Das Sonderheft steht als PDF-Datei unter
der stärksten Wirtschafts- und Wissen- www.darmstadt.ihk24.de zum Download u Information: Thomas Klein,
schaftsstandorte Deutschlands stehen im bereit. Einzelexemplare können bei der IHK Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 06151 871-280,
704824_4160:704824_4160 17.10.2008 10:42 Uhr Seite 1
Fokus der Sonderausgabe: darunter die Darmstadt bestellt werden. E-Mail: klein@darmstadt.ihk.de
consell.de
Entdecken Sie, wie Ihre Ideen
in unserer Region wachsen.
Neue Ideen und innovative Visionen blühen und gedeihen in FrankfurtRheinMain schon immer gut. Ob ein
Investor einen perfekten Standort für Forschung und Entwicklung, hochqualifizierte Wissenschaftler oder
einfach eine zukunftssichere Umgebung in der Mitte Europas sucht: Hier fallen Business-Ideen ganz sicher
auf fruchtbaren Boden – und wachsen in unserem lukrativen Klima zu erfolgreichen Unternehmen heran.
Was hier geerntet wird? Sehen Sie selbst:
www.frm-united.deIHK-WAHL 2009
FÜR UNTERNEHMER, DIE ZEICHEN SETZEN
Die Kandidaten stehen fest
IHK-WAHL 2009. Anfang 2009 wählen rund 68.000 Unternehmen im Bezirk der IHK Darmstadt ihre
neue Vollversammlung. Für fünf Jahre wird das „Parlament der Wirtschaft“ dann in neuer Zusam-
mensetzung die Leitlinien der IHK vorgeben und die Interessen der regionalen Wirtschaft vertreten.
Bis zur Wahl berichtet der IHK-Report Südhessen (IRS) regelmäßig über die Wahlen.
Die Kandidatensuche ist nun abgeschlossen. Bei der zweiten Sitzung des Statement
ehrenamtlich besetzten Wahlausschusses im November (siehe auch IHK-Report
Südhessen, Ausgabe Juli/August 2008) entschied das Gremium über die Gültigkeit Zur bevorstehenden
der Wahlvorschläge. 136 Unternehmerinnen und Unternehmer kandidieren für die IHK-Wahl sagt Karl
neue Vollversammlung. 73 von ihnen werden dann unmittelbar in die künftige Voll- Heinz Siegl, IHK-Vize-
versammlung gewählt. präsident und Vorsit-
Die Kandidatenliste finden zender des Wahlaus-
Sie zusammen mit Fristen und schusses:
Wahlerläuterungen ab Seite 41 „Mit der Vollversammlungswahl wird ein
in diesem IHK-Report, alle Daten Gremium gewählt, das mit seinen 73 Mitglie-
sind auch im Internetauftritt der dern ein Spiegelbild der Branchen und der
IHK Darmstadt veröffentlicht. Wirtschaftsstruktur der Region Darmstadt
Mit den Wahlunterlagen im Rhein Main Neckar ist. Denn jedes unserer Mit-
Januar 2009 geht den Mitglie- gliedsunternehmen, egal wie groß oder klein
dern dann auch die Kandida- es ist, hat eine Stimme. Ich hoffe, dass viele
tenbroschüre zu, in der sich die IHK-Mitglieder dieses Wahlrecht ernst neh-
Kandidaten für die neue Vollver- men und ihre Stimme abgeben. Mit der Wahl
sammlung kurz vorstellen. bestimmen unsere Mitglieder mit, wer ihre
Foto: Markus Schmidt
Interessen bis 2014 vertritt, wer in den zahlrei-
Mit mehreren Plakatständern chen Ausschüssen nach Lösungen sucht und
wirbt die IHK auf ihrem Gelände wer ihr Ansprechpartner innerhalb der Unter-
an der Rheinstraße in Darmstadt nehmerschaft sein wird.“
für die IHK-Wahl 2009.
Die Wahlen zur Vollversammlung Quiz zur IHK-Wahl
• Die neue Vollversammlung der IHK Darmstadt wird vom 21. • Die IHK-Wahl Anfang 2009 wirft ihre Schatten voraus. Zur Ver-
Januar bis 17. Februar 2009 per Briefwahl gewählt. Auch die neue öffentlichung der Kandidatenliste und der Kurzporträts der Kan-
Vollversammlung wird wieder 73 unmittelbar gewählte Mitglie- didaten für die Vollversammlungswahl in unserem Internetpor-
der haben. Alle zur IHK Darmstadt gehörenden Unternehmer sind tal www.darmstadt.ihk24.de verlost der IHK-Report Südhessen
wahlberechtigt, das bedeutet rund 68.000 Stimmzettel, die im Ja- drei exklusive Geschenke. Unter den Einsendungen verlosen wir
nuar an unsere Mitglieder versandt werden. einen Kalender für 2009, in dem die besten Bilder der Fotoaus-
stellung „KreativRäume“ des Fotografen der Wissenschaftsstadt
u Im Internet unter www.darmstadt.ihk24.de/ihkwahl sind viele Informa Darmstadt und der Engineering Region Darmstadt Rhein Main
tionen zu den VV-Wahlen eingestellt. Dort finden Sie auch ein kleines Neckar, Kristian Barthen, zu sehen sind. Außerdem gibt es ein
Lexikon zu den Wahlen und eine genaue Beschreibung des Wahlverfah- Exemplar des Holzautos „Automoblox“ unseres AutomotiveClus-
rens. Alle Kandidaten mit Fotos, Informationen und Statements finden ters RheinMainNeckar zu gewinnen. Ein weiterer Preis ist das
Sie ebenfalls unter www.darmstadt.ihk24.de/ihkwahl. Gedächtnisspiel „Darmstadt im Doppel“.
Allen Wahlberechtigten geht im Januar zusammen mit den Wahl Die Teilnahme ist einfach, Sie müssen uns nur folgende Frage
unterlagen zusätzlich eine gedruckte Kandidatenbroschüre zu. beantworten: Wie viele Mitglieder wird die neue IHK-Vollver-
sammlung haben? Mailen Sie die Antwort und Ihre Adresse unter
u Information zur Wahl: Susanne Jung, Leiterin des Geschäfts dem Stichwort „IHK-Wahl“ bis 31. Dezember 2008 an redaktion@
bereichs Standortpolitik, Telefon: 06151 871-282, E-Mail: jung@darm- darmstadt.ihk.de. Die Gewinner werden in der Februarausgabe
stadt.ihk.de des IHK-Report Südhessen veröffentlicht.
6 IHK-Report Südhessen Dezember 2008I H K- WA H L 2009
Jede Wahl hat
ihre Helden.
UNTERNEHMER, DIE ZEICHEN SETZEN.
Mehr Infos unter: www.darmstadt.ihk24.de
IHK-WAHL 2009
UNTERNEHMER, DIE ZEICHEN SETZENW irt s c ha f t u n d Pol it ik
Neues aus Berlin und Brüssel.
Europa im Zeichen der Unternehmer Weichen beim
Brüssel. Mitte Oktober trat in Brüs-
Emissionshandel
falsch gestellt
Foto: DIHK
sel erstmals das „Europäische Parlament
der Unternehmen“ (EPE) zusammen. 750
Unternehmer aus 27 EU-Mitgliedstaaten Brüssel. Der Umweltausschuss des
versammelten sich im Plenarsaal des EU- Europäischen Parlaments (EP) hat für die
Parlamentes, um aktuelle wirtschaftsrele- 3. Emissionshandelsperiode 2013 bis 2020
vante Themen zu debattieren und abzu- die Weichen falsch gestellt: Die Versteige-
stimmen. Haupt-Initiator war die deutsche rung von CO2-Zertifikaten für Industrie
IHK-Organisation. Für Deutschland dabei: und Energieversorger belastet die deut-
96 Unternehmer aus den IHKs, HWKs und sche Wirtschaft und den Verbraucher in
von den WJDs. Die Delegation führten Milliardenhöhe. Rat, EP und Kommission
DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun und werden voraussichtlich im Dezember in
ZDH-Präsident Otto Kentzler an. „Wir Un- erster Lesung über die Richtlinie entschei-
ternehmer haben europaweit Gesicht und IHK-Initiative in Brüssel: Wo sonst die Abge den. Immerhin wurde aber die Kernforde-
Stimme gezeigt“, unterstrich Braun. „Die ordneten des europäischen Parlaments sitzen, rung des DIHK berücksichtigt, Kleinanla-
23 Millionen Unternehmen in Europa er- konnten im Oktober 750 Unternehmer aus 27 gen unterhalb von 25.000 Jahrestonnen
warten von den EU-Institutionen, dass EU-Mitgliedsstaaten über wirtschaftsrelevante CO2 vom Emissionshandel auszunehmen.
ihre Anliegen berücksichtigt werden, ob Themen debattieren. Dadurch werden rund 6.000 mittelständi-
es um das Gemeinschaftspatent geht oder sche Unternehmen entlastet, die ohnehin
den Bürokratieabbau.“ Themen wie Bildung, Internationaler Handel, Energie- und Klima- nur rund 2,4 Prozent des vom Emissions-
politik oder auch Chancen des Unternehmertums wurden mit EU-Kommissionspräsident handel erfassten CO2-Ausstoßes verursa-
José Manuel Barroso, Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering, EU-Binnenmarktskom- chen.
missar Charly McCreevy sowie EU-Industriekommissar Günter Verheugen diskutiert. Am
Ende stand eine Resolution. Sie wurde der französischen EU-Ratspräsidentschaft und u Information: Karlfried Thorn, Geschäfts-
weiteren europäischen Institutionen übergeben. bereich Innovation und Umwelt, Telefon: 06151
871-251, E-Mail: thorn@darmstadt.ihk.de
u Ansprechpartnerin beim DIHK: Susanne Schraff, E-Mail: schraff.susanne@dihk.de u Ansprechpartner beim DIHK: Dr. Armin
Rockholz, E-Mail: rockholz.armin@dihk.de
Steuerpolitisch nicht Auch der ländliche Raum
auf einem Nenner braucht schnelles Internet
Brüssel. Bundesregierung und EU- Berlin. Während in Ballungsgebieten die Zugänge zum Internet immer schneller wer-
Kommission sind in steuerpolitischen den, müssen viele ländliche Regionen ohne hochleistungsfähige Kommunikationsinfra-
Fragen für kleine und mittlere Unterneh- struktur auskommen. Betroffen davon sind auch viele kleinere Unternehmen an tradi-
men kontroverser Meinung. So lehnt die tionellen Firmenstandorten. Abhilfe könnten Rundfunkfrequenzen bringen, die in den
Bundesregierung es strikt ab, den Kata- nächsten Jahren im Zuge der Umstellung von analoger auf digitale Technik frei werden
log der ermäßigten Mehrwertsteuersätze – die sogenannte digitale Dividende. Auf einer Fachtagung am 16. Oktober im Haus der
auszuweiten. Die Mehrwertsteuersätze Wirtschaft zum Thema Digitale Dividende mahnte der DIHK eine rasche Einigung an
sind auch aus DIHK-Sicht kein geeignetes und warnte vor übertriebenen Egoismen der Akteure. Fehlende Breitbandanschlüsse wie
politisches Lenkungsmittel, da nicht si- UMTS, DSL oder V-DSL sind mittlerweile ein erkennbares Hemmnis für Neuansiedlungen
chergestellt werden kann, dass die Ermä- oder den Ausbau von Unternehmen. Hoch-
Foto: DIHK
ßigung auch an den Kunden weitergege- leistungsfähige Telekommunikations-Infra-
ben wird. Die IHK-Organisation fürchtet strukturen sind längst zum Standortfaktor
zudem Kompensation in Form einer neuen geworden und genauso wichtig wie eine
Luxussteuer. Autobahnanbindung, Strom oder Wasser.
u Information: Martin Proba, Geschäfts- u Information: Karlfried Thorn, Geschäfts-
bereich International, Telefon: 06151 871-234, bereich Innovation und Umwelt, Telefon: 06151
E-Mail: proba@darmstadt.ihk.de 871-251, E-Mail: thorn@darmstadt.ihk.de
u Ansprechpartnerin beim DIHK: Bianca Blottko, u Ansprechpartnerin beim DIHK: Dr. Katrin
E-Mail: blottko.bianca@dihk.de Sobania, E-Mail: sobania.katrin@dihk.de
www.dihk.de
8 IHK-Report Südhessen Dezember 2008t MesseNetzwerk
t Tipps zur Messebeteiligung
t weltweite Datenbank
t Infos zur Ausstellerförderung
t MesseNutzenCheck
t www.auma-messen.deT it e lthe ma
Automatisch
Automatisierung
stärkt Südhessen
Automatisierung ist
eine treibende Kraft
der Engineering Region
gut
Rhein Main Neckar.
Der IHK-Report Süd-
hessen gibt einen Über-
blick über Unternehmen,
Netzwerke sowie Ko-
operationen mit den
Hochschulen und zeigt,
wie wichtig die Branche
für die Region ist.
Foto: MEV-Verlag
10 IHK-Report SüdhessenTitelthema: Automatis ier u ng
ZUKUNFTSBRANCHE. Automatisierung umgibt uns nicht nur im täglichen
Leben – auch Herstellungsprozesse in der modernen Industriegesellschaft sind
ohne technische Erleichterung nicht denkbar. Unternehmen, die Automatisie-
rungslösungen entwickeln und umsetzen, haben gute Perspektiven.
Was hat ein Bügeleisen mit einem Flugzeug zu so der Vorsitzende des Fachbereichs Messtechnik
tun? Ganz einfach: In beiden sorgen elektronische und Prozessautomatisierung beim Zentralverband
Regelkreise dafür, dass das Objekt tut, was sein Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI),
Bediener will. Sicher ist es unkomplizierter, auto- Michael Ziesemer. Über 226.000 Menschen beschäf-
matisch die gewünschte Temperatur zu halten als tigte die Branche 2007 in Deutschland – das sind
die gewünschte Flughöhe. Doch das Beispiel zeigt, über sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor.
dass Automatisierung aus unserem Alltag kaum
wegzudenken ist. Erfindung made in Südhessen
Die Engineering Region Rhein Main Neckar
Breites Einsatzgebiet spielt bei der Automatisierungstechnik ganz vorne
Ingenieure, die Automatisierungen planen, mit. Viele Fachdisziplinen müssen zusammenarbei-
verfolgen verschiedene Ziele. Zunächst einmal ten, um hoch komplexe Automatisierungen zu ent-
sollen automatisierte Prozesse den Menschen von wickeln, zu erproben und praxistauglich zu machen:
schwerer oder gesundheitsschädlicher Arbeit ent- Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Mechatronik,
lasten – wie beispielsweise durch Schweißroboter Mikrosystemtechnik, Informatik und auch Maschi-
oder Lackiersysteme. Darüber hinaus helfen auto- nenbau sind nur einige. Von besonderer Bedeutung
matisierte Prozesse, die Qualität von Produkten zu sind sogenannte Systemanbieter und Systeminte-
sichern. Einige Erzeugnisse – man denke hier nur an gratoren: Sie sind in der Lage, unterschiedliches
Mikrochips – lassen sich manuell überhaupt nicht Expertenwissen zu koordinieren und Hightech-
herstellen. Automatisierte Abläufe sorgen zudem Produkte serienreif zu machen. Gerade von diesen
im alltäglichen Leben für Sicherheit: Automatische Unternehmen hat sich eine große Zahl in der Region
Ampelschaltung an Kreuzungen oder das Anti- angesiedelt.
Blockiersystem (ABS) im Auto sind so selbstver- In Südhessen sind viele bahnbrechende Ent-
ständlich, dass Menschen sie kaum mehr bewusst wicklungen entstanden. Die ISRA Vison AG aus
wahrnehmen. Auch in der Medizin wirken kleine Darmstadt hat zum Beispiel eine Anlage entwickelt,
Automaten Wunder – Herzschrittmacher ebenso die die Qualität einer Autolackierung vollautoma-
wie Dialysegeräte. tisch überprüft. Und an der Technischen Universi-
tät in Darmstadt entwickelten Professor Oskar von
Starker Wirtschaftsfaktor Stryk und sein Team den ersten Bionik-Roboter.
Die Wirtschaftszahlen belegen, dass die Bran- Die Funktionsweise der Roboterarme ist dem Mus-
che auf stabilem Wachstumskurs ist. 2007 steigerte kel- und Sehnen-Apparat des Menschen nachemp-
sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um mehr funden. Durch federnde Gelenke gefährdet er mit
als zehn Prozent auf fast 43 Milliarden Euro, so der seinen Bewegungen keine menschlichen Kollegen
Fachverband Automation des ZVEI. Auch der Auf- mehr.
tragseingang wuchs um über 15 Prozent, parallel
zum Umsatz mit ausländischen Kunden. Das be- Flexibilität ist Trumpf
stätigt den weltweiten Erfolg der Produkte und Ein weiter Standortvorteil der Engineering Re-
Systeme ‚Made in Germany’. gion: Es überwiegen mittelständische Unterneh-
Die deutschen Anbieter von Messtechnik und men mit hohem Spezialisierungsgrad. Entschei-
Prozessautomatisierung dürfen sich weiterhin über dungen können deshalb auf kurzen Wegen getroffen
starken Rückenwind freuen. „Auch 2008 wird ein werden, ohne sie mit externen Konzernzentralen ab-
gutes Jahr für die Branche mit einem Wachstum stimmen zu müssen. Dadurch dominieren auch kei-
der weltweiten Märkte von neun bis zehn Prozent“, ne einzelnen Firmen. Diese Flexibilität, gepaart mit
technologischem Know-how, verschafft der Region
in Deutschland eine führende Position auf dem Ge-
Information biet der Automatisierungstechnik. Neben den USA
und Japan gehört Deutschland schon heute zu den
Ihr Kontakt rund um Automatisierung und Technologietransfer: •
Weltmarktführern in der Branche. rfw
Richard Jordan, Technologienetzwerk Hessen, IHK Darmstadt,
Telefon: 06151 871-284, E-Mail: jordan@darmstadt.ihk.de
Dezember 2008 IHK-Report Südhessen 11T ite lthema : Au t om at i s i e ru n g
Schulterschluss der Experten
RUNDER TISCH. Automatisierungstechnik vereint viele Disziplinen – Elektroniker, Software
spezialisten, Maschinenbauer und Experten aus den Anwendungsbranchen müssen zusammen
arbeiten, um Lösungen zu finden. Ihre Erfahrungen und Kenntnisse sollen nun im Netzwerk „Auto-
matisierungsregion Rhein Main Neckar“ gebündelt werden.
Im Herbst 2006 befragten die IHK-Arbeits- teren von der IHK Darmstadt angeregten Clustern
gemeinschaft Hessen (ARGE) und das Technolo- haben die Netzwerker eine Auszeichnung erhalten.
gietransfernetzwerk Hessen (TTN-Hessen) 300 Mit der Initiierungsförderung von 25.000 Euro ist die
Unternehmen und 80 Hochschul- und Forschungs- erste Hürde für den weiteren Aufbau genommen.
einrichtungen der Automatisierungsbranche. Fast „Wir möchten in Zukunft auch die regionalen Leit-
jeder Vierte sprach sich dafür aus, ein regionales unternehmen einbinden“, erklärt Richard Jordan.
Netzwerk zu gründen. Die Umfrage bestätigte auch „Kommt zu Know-how und mittelständischer Struk-
die hohe lokale Kompetenz für Automatisierungs- tur noch die gute Vernetzung hinzu, kann sich die
technik. Startschuss für das Netzwerk war die Jah- Region in Zukunft noch besser behaupten.“ rfw•
restagung des TTN-Hessen im November 2006 zum
Thema „Automatisierung“.
Eine Veranstaltung pro Quartal
u Information: Seit dem vergangenen Jahr haben sich Unter
Ihr Kontakt rund um Auto- nehmer und Forscher auf mehreren Veranstaltun-
matisierung und Techno- gen zu unterschiedlichen Branchenthemen ausge-
logietransfer: Richard Jor- tauscht. Derzeit findet pro Quartal eine Veranstal-
dan, Technologienetzwerk tung statt, 500 Unternehmer und 60 Wissenschaftler
Hessen, IHK Darmstadt, stehen auf der Verteilerliste. Richard Jordan leitet
Telefon: 06151 871-284, das Netzwerk. Er ist der Initiator des Automatisie-
E-Mail: jordan@darm- rungs-Clusters aus dem Geschäftsbereich Innova- Strategieworkshop in der IHK
stadt.ihk.de tion und Umwelt bei der IHK Darmstadt und Regio-
nalberater des TTN-Hessen. • Am 30. Januar 2009, ab 13 Uhr veranstaltet das
Netzwerk Automatisierungsregion Rhein Main Ne-
Fördergelder gewonnen ckar in der IHK Darmstadt einen Strategieworkshop.
Die Idee eines Automatisierungs-Clusters fan- Ziel ist es, den Inhalt zu fokussieren und weitere Ak-
den auch die Juroren des ersten Clusterwettbe- tivitäten festzulegen. Hierzu sind alle Interessenten
werbs in Hessen sinnvoll. Zusammen mit zwei wei- herzlich eingeladen.
u Information und Anmeldung bei Richard Jordan,
E-Mail: jordan@darmstadt.ihk.de
12 IHK-Report Südhessen Dezember 2008Titelthema: Automatis ier u ng
Austausch fördern Wussten Sie schon, dass...
• das Team der Technischen Universität Darm-
Dem Ziel, Wissenstransfer von Wissenschaft und Wirtschaft zu bündeln und stadt Weltmeister der Roboter ist? 2004 und
zu vermarkten, ist Hessen schon ein gutes Stück näher gekommen. Bereits 2001 2005 gewann das Team den RoboCup World –
gründete die Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE) gemeinsam mit ein Fußballspiel unter Robotern.
weiteren Partnern das Technologietransfernetzwerk Hessen (TTN-Hessen).
Das TTN-Hessen eröffnet gerade kleinen und mittleren Unternehmen • Automatisierung beim Energie sparen hilft?
umfassende Kontakte zu den hessischen Hochschulen. Durch den leichteren Durch Energiesparmotoren und drehzahlgere-
Zugang zur Forschung haben sie bessere Chancen, innovative Produkte und gelte Motoren können bis 2012 rund 27 Milliar-
Verfahren auf den Markt zu bringen. So können sie im hart umkämpften Wett- den Kilowattstunden (kWh) in der deutschen
bewerb Spitzenpositionen halten oder erlangen. Darüber hinaus bietet das TTN Industrie eingespart werden, so der ZVEI –
diesen Unternehmen auf Wunsch Technologieberatung, Vernetzung und weite- Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronik
re unterstützende Angebote. industrie e. V.. Im Vergleich dazu können im
Hochschulen profitieren ebenfalls vom engen Kontakt zur Wirtschaft. Sie gleichen Zeitraum durch den Einsatz energie
sind so näher am Markt: Unternehmen fragen bei ihnen Forschungsdienstleis- effizienterer Haushaltsgeräte rund sieben
tungen an. Absolventen haben durch die unmittelbare Verbindung zur Praxis Milliarden kWh gespart werden, durch neue
bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Das TTN-Hessen systematisiert Technologien und Energiesparlampen elf Mil
Transferangebote, stellt sie in eine Expertendatenbank ein und vermarktet diese. liarden kWh.
• rfw
• die Technische Universität in Darmstadt den
u www.ttn-hessen.de ersten Lehrstuhl für Regelungstechnik in der
Bundesrepublik hatte? Winfried Oppelt wurde
1957 als erster Professor dorthin berufen.
RegioVerlagsThemen
IHK-Report Südhessen
RegioVerlagsThemen am 6. Januar 2009
R V T
Unsere Aktion:
In der Januarausgabe des IHK-Report Südhessen
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Anzeigenschluss: 12. Dezember 2008
Dezember 2008 IHK-Report Südhessen 13T ite lthema : Au t om at i s i e ru n g
Jobmaschine Automatisierung
Ausbildung. Automatisierung ist nicht nur eine Wachstumsbranche – sie ist
auch ein Jobmotor. In ihren Unternehmen gibt es derzeit mehr Stellenangebote
als Arbeitskräfte.
Foto: Markus Schmidt
In den IHK-Bildungszentren erhalten Unternehmen
Nach Angaben des ZVEI Zentralverband Elekt- Unterstützung für die Ausbildung in Berufen der Auto
u Information: rotechnik- und Elektronikindustrie e. V. fehlten 2007 matisierungsbranche.
IHK Darmstadt, Elmar in Deutschland rund 20.000 Ingenieure. Das macht
Kleinert, Ausbildungsbe- sich auch in der Automatisierungsindustrie bemerk-
rater, Geschäftsbereich bar. Der ZVEI bemüht sich unter anderem über die für Automatisierungstechnik oder Assistenten für
Aus- und Weiterbildung, Internetseiten „superstudium.de“ und „superaus- Automatisierungstechnik und Computertechnik
Telefon: 06151 871-267, bildung.de“, Jugendliche und junge Erwachsene werden ebenso gesucht.
E-Mail: kleinert@darm- für technische Berufe und Studiengänge zu gewin-
stadt.ihk.de nen. IHK unterstützt durch Bildungszentrum
Die IHK unterstützt Unternehmen mit ihrem
Große Bandbreite lockt Bildungszentrum unmittelbar bei der Ausbildung.
Die Branche lockt besonders durch ihre Vielsei- Das Zentrum bietet eine qualifizierte Grundausbil-
tigkeit. Sie bietet Berufe und Ausbildungsstellen dung im ersten Ausbildungsjahr und eine Fachaus-
für Bewerber mit unterschiedlichsten Interessen. bildung für das zweite und dritte Lehrjahr. Darüber
„Viele Unternehmen suchen zum Beispiel Mecha- hinaus gibt es eine Vielzahl an überbetrieblichen
troniker. Das ist ein anspruchsvoller und interes- Veranstaltungen für gewerblich-technische Auszu-
santer Beruf mit dreieinhalb Jahren Ausbildungs- bildende und Fachkräfte – etwa zu Hydraulik, Pneu-
zeit“, erklärt Elmar Kleinert, Ausbildungsberater matik und Kunststoffbearbeitung. „Damit geben wir
der IHK Darmstadt. „Aber auch einfachere Berufe gerade kleinen Unternehmen die Möglichkeit, auf
wie Maschinen- und Anlagenführer sind gefragt. hohem Niveau auszubilden“, so Elmar Kleinert.
Diese Ausbildung dauert zwei Jahre.“ Elektroniker • rfw
14 IHK-Report Südhessen Dezember 2008Titelthema: Automatis ier u ng
Statement
Nachwuchs aus den eigenen Reihen
Angelika Georg, Personalreferentin der Schenck
Process GmbH, Darmstadt Bürokommunikation. Natürlich macht sich der Fach-
kräftemangel auch bei uns bemerkbar, vor allem qua-
Schenck Process GmbH ist ein internationa- lifizierte Ingenieure fehlen. Auch aus diesem Grund
les Unternehmen für Mess- und Verfahrenstechnik. bilden wir zunehmend mehr junge Menschen aus
Wir sorgen dafür, dass die Prozesse laufen und die und haben die Anzahl der Auszubildenden sowie
Anforderungen unserer Kunden in den Bereichen der BA-Studenten der Fachrichtungen Mechatronik
Wägen, Dosieren, Sieben und Automatisieren durch und Wirtschaftsingenieurwesen erhöht.
unsere bewährte Technologie erfüllt werden. Da-
u Information: bei setzen wir besonders auf Nachwuchs aus den Zukunftsbranche für Ausbildung
Schenck Process GmbH, eigenen Reihen. Auf gut ausgebildete Mitarbeiter Aus Sicht der Schenck Process GmbH ist Au-
Angelika Georg, Personal- können – und möchten – wir auch in Zukunft nicht tomatisierung in Verbindung mit Softwarelösungen
referentin, Pallaswiesen- verzichten. eine der Zukunftsbranchen, auch für Auszubilden-
straße 100, 64293 Darm- Ausbildung hat bei Schenck Process einen sehr de. Nur ein Beispiel: Die klassische Straßenfahr-
stadt, Telefon 06151 1531- hohen Stellenwert und eine lange Tradition. Unse- zeugwaage wird durch die Automatisierung zur
1327, E-Mail: a.georg@ re Ausbildungsquote liegt in diesem Jahr bei über „Fahrerselbstbedienten Wägeeinrichtung“. Anlie-
schenckprocess.com acht Prozent. Wir geben jungen Menschen gerne die ferer oder Abholer können exakt auf den Einsatz
Chance, bei uns eine qualifizierte Ausbildung oder abgestimmte Terminals vom Führerhaus des Lkw
ein Studium in Kooperation mit der Berufsakademie aus bedienen. So bewegen sich beispielsweise Tore
(BA) Mannheim zu absolvieren. Junge Menschen wie ein „Sesam öffne dich“ oder das Fahrzeug wird
lernen bei uns zahlreiche Berufe wie beispielswei- beladen oder entladen – weitgehend ohne Bedien-
se Mechatroniker/in, Technische/r Zeichner/in, personal. Mit Sicherheit ein spannendes Thema,
Industriekaufmann/-frau oder Kaufmann/-frau für auch für junge Leute.
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T ite lthema : Au t om at i s i e ru n g
Der intelligente Kopf technischer
Know-how. Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Studenten forschen Tag für Tag am
Institut für Automatisierungstechnik der Technischen Universität (TU) Darmstadt, um Menschen
und Unternehmen das Leben ein bisschen leichter zu machen. Der IHK-Report Südhessen sprach
mit Professor Dr. Rolf Isermann über die Bedeutung der Branche und die Rolle der Hochschulen.
IHK-Report Südhessen: Herr Professor Isermann,
Automatisierung ist ein Schlagwort der Industrie-
gesellschaft – was verstehen Sie darunter?
Professor Rolf Isermann: Automatisierung sorgt dafür,
dass große Anlagen und kleine Geräte größtenteils
selbstständig arbeiten. Das fängt beim Kraftwerk
oder bei einer vollauto-
matischen Schweißstraße
in der Automobilfabrik an „Für Industrienationen wie die
und reicht bis zum Foto-
unsere ist Automatisierung eine
kopierer. Automatisierung
ist dabei der intelligente Branche, die Wachstum sichert.”
Kopf der Prozesse. Der
Bediener kontrolliert nur
noch, ob der Prozess richtig funktioniert, greift bei
Störungen ein und wartet die Anlage.
Wie hoch ist der Stellenwert von Automatisierung
in der Hochschulwelt?
In den regionalen Hochschulen spielt Automatisie-
rungstechnik eine beachtliche Rolle. Fast alle umlie-
Foto: Firma
genden Hochschulen bieten entsprechende Studi-
engänge an und haben spezialisierte Institute und
Lehrstühle. Unser Institut für Regelungstechnik hat
eine über 50-jährige Geschichte. Die TU Darmstadt u Information: Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. Rolf Isermann
belegt in den Studiengängen Elektro- und Informa- Technische Universität
tionstechnik sowie bei Maschinenbau vordere Plät- Darmstadt, Institut für
zen im Hochschulranking. Automatisierungstechnik,
Forschungsgruppe
Weshalb sind Hochschulen für das Thema Auto- Regelungstechnik und
matisierung so wichtig? Prozessautomatisierung, Branche, die Wachstum sichert. Arbeitskräfte ent-
Universitäten waren schon immer stark darin, das Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. werfen, planen, bauen und warten neue Anlagen
wissenschaftliche Fundament zu erarbeiten, aus Rolf Isermann, und verfeinern sie. Moderne Produkte integrieren
dem neue Entwicklungen hervorgehen können. Landgraf-Georg-Straße 4, Mechanik, Elektronik und direkte Regelung. Für
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Da Au- 64283 Darmstadt, den Wirtschaftsstandort Deutschland sind solche
tomatisierung viele Disziplinen wie beispielsweise Telefon: 06151 16-2114, mechatronischen Systeme wichtig.
Elektronik, Maschinenbau oder Informationstech- E-Mail: risermann@
nologie vereint, müssen in der Forschung die Wege iat.tu-darmstadt.de Kostet Automatisierung nicht Arbeitsplätze?
kurz sein. An Technischen Universitäten wie Darm- Nur teilweise. Erstens wächst die Automatisie-
stadt, die das natur- und ingenieurwissenschaftli- rungsbranche selbst sehr stark. Zum Zweiten
che Spektrum abdecken, ist der Boden für interdis- nimmt sie dem Menschen Aufgaben ab, die nicht
ziplinäre Arbeit besonders fruchtbar. sehr human sind – etwa schwere Schweißarbeiten.
Drittens stellt die moderne Industriegesellschaft
Wie wichtig ist Automatisierung für die Wirt- Anforderungen, die ohne Automatisierung gar
schaft? nicht zu bewältigen wären. Nehmen Sie etwa den
In Deutschland ist menschliche Arbeitskraft teuer, Umweltschutz: Jedes fossile Kraftwerk hat heute
Präzision und Zuverlässigkeit zählt. Für Industrie- eine komplette Abgasreinigungsanlage. Sie ist so
nationen wie die unsere ist Automatisierung eine komplex, dass Menschen sie kaum rund um die Uhr
16 IHK-Report Südhessen Dezember 2008Prozesse
manuell bedienen können. Insofern birgt die Mög-
te il
* Preisvor
2.500,– €
lichkeit der Automatisierung neue Aufgaben. Sie
zu lösen, schafft neue Arbeit – jedoch auf höherem
Niveau.
Ihr Handwerksbus zum Selberbauen.
Nicht nur Hochschulen betreiben Forschung und
Gestalten Sie Ihren Transporter Kastenwagen individuell
Entwicklung, sondern auch Unternehmen – legt
mit langem oder kurzem Radstand, leistungsstarken
das nicht Kooperationen nahe?
Motoren und max. 6,7 m 3 Ladevolumen. Machen Sie ihn
Selbstverständlich, gerade bei den Ingenieurswis-
zum „Handwerksbus“ mit diesen Ausstattungen:
senschaften. Nehmen Sie zum Beispiel die Aus-
schüsse des Vereins Deutscher Ingenieure – VDI
– hohe Trennwand Ihrer Wahl
– oder des Verbands der Elektrotechnik Elektronik
– Beifahrerdoppelsitzbank
Informationstechnik VDE: Normung und Standar-
– Radioanlage oder Radio-/Navigationssystem Ihrer Wahl
disierung erreichen besonders Teams, in denen
– Stahlreserverad
Mitglieder aus Forschung und Wirtschaft gemein-
– elektronische Schnittstelle für externe Nutzung
sam arbeiten. Das machen sie meist ehrenamtlich.
Außerdem arbeitet gerade unser Institut bei For-
Erhalten Sie dann Ihren Preisvorteil von 2.500,– €*.
schungsprojekten zur Automatisierung seit vielen
Viele weitere individuelle Ausstattungen sind wählbar.
Jahren intensiv mit Partnern aus der Industrie zu-
sammen.
* Gegenüber der unverb. Preis-
Und wo geht die gemeinsame Reise in der Praxis
empfehlung für ein vergleichbar
hin?
ausgestattetes Serienmodell.
Besonders interessant ist derzeit beispielsweise
Das Angebot gilt ausschließlich
das Projekt „Proreta II“, eine Kooperation unseres
für Gewerbekunden und nur
Instituts mit dem Unternehmen Continental Auto-
bis zum 31. 12. 2008.
motive Systems. Dabei versuchen wir, Fahrassis-
tenzsysteme für Autos zu entwickeln, die helfen,
Unfälle zu vermeiden. Die Kombination selbsttäti-
ger Brems- und Lenkeingriffe kann in der Zukunft
Zusammenstöße von Autos verhindern oder deren
Wirkungen zumindest abschwächen. rfw •
Sie möchten Anzeigen schalten?
Foto: Firma
www.zarbock.de/irs
Hilft Unfälle zu vermeiden: Das Versuchsfahrzeug des
Proreta-Projekts.
Dezember 2008 IHK-Report Südhessen 17T ite lthema : Au t om at i s i e ru n g
Mehr als die Summe der Teile
Entwicklungspotenzial. Automatisierung ist eine
Foto: Firma
feste Größe in der Unternehmenslandschaft Rhein-Main-
Neckar. Doch wie entwickelt sich die Branche in der Region
weiter? IHK-Report Südhessen sprach mit Jürgen Wrona
über die Zukunft aus Unternehmenssicht.
IHK-Report Südhessen: Herr Wrona, die Wirt-
schaft entwickelt sich derzeit nicht ganz so posi-
tiv, wie gewünscht. Wie sehen Sie die Zukunft der
Automatisierungsbranche?
Jürgen Wrona: Wir müssen mit einer Abschwä-
chung der Konjunktur rechnen, die Lage ist ange-
spannt. Deshalb müssen wir Risiken weiter beob-
achten, aber auch mögliche
Chancen nutzen. Gerade „Um den Aufgaben gerecht
jetzt kommt es für den Wirt-
schaftsstandort Deutschland zu werden, brauchen wir ein
besonders darauf an, Schritt positives Technologiever-
um Schritt besser zu werden.
ständnis in der Gesellschaft...”
Dabei unterstützt uns Auto-
matisierungstechnik, indem
sie Prozesse flexibel und sicher macht, Effizienz
und Produktivität steigert. Dadurch können Unter-
nehmen weitere Arbeitsplätze schaffen. u Information: Ihr Unternehmen engagiert sich im Netzwerk
abacon Gesellschaft Automatisierungsregion Rhein Main Neckar. Was
Arbeitsplätze durch Automatisierung – das sieht für Mess-, Steuer- und hat Sie dazu bewogen?
nicht jeder so. Müssen wir umdenken? Regeltechnik mbH, Bereits vor dem Startschuss für das Netzwerk ha-
Ja, eindeutig. Die heutigen Technologien sorgen Jürgen Wrona, Vertrieb, ben wir uns mit benachbarten Hochschulen inten-
bereits für Gesundheit und Lebensqualität, sie Hauptstraße 392, siv ausgetauscht. Viele Studenten leisten Praktika
entlasten die Umwelt. Für aktuelle und zukünftige 65760 Eschborn, in unserem Unternehmen, zahlreiche Diplomarbei-
Produkte, Systeme und Dienstleistungen der Auto- Telefon: 06173 6071-34, ten sind schon bei uns entstanden. Bereits nach
matisierung müssen ausreichend Fachkräfte bereit E-Mail: juergen.wrona@ ersten Gesprächen mit dem Initiator des Automa-
stehen und hoch qualifiziert sein. Um diesen Aufga- abacon.org tisierungs-Clusters, Richard Jordan vom Technolo-
ben gerecht zu werden, brauchen wir ein positives gienetzwerk Hessen, war klar, dass wir uns in dem
Technologieverständnis in der Gesellschaft – die Netzwerk engagieren werden.
Lehrenden an Schulen, in Ausbildungsstätten und
Universitäten müssen für Technik begeistern. Das Welche Erwartungen haben Sie an das Netz-
gilt natürlich auch für Unternehmen. werk?
Ich hoffe, dass das Automatisierungs-Cluster mög-
Welche Rolle spielt dabei unsere Region? lichst viele Unternehmen und Forschungseinrich-
Rhein-Main-Neckar ist in der Automatisierungs- tungen anspricht. Erfahrungen auszutauschen und
technik außerordentlich kompetent – das ist eine ein Netzwerk von Experten aufzubauen – das ist
große Chance. Überdurchschnittlich viele Unter- eine gute Gelegenheit. Andere Länder haben eine
nehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten in oft übermächtige Geschäftsregion wie etwa Groß-
der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, in der britannien mit London. In diesen Zentren treffen die
Mechatronik, Mikrosystemtechnik und in der Infor- Kompetenzen viel geballter aufeinander. Durch die
matik. Durch die mittelständisch geprägte Struktur Vernetzung in unserer Region können wir die vor-
ist das Fachwissen breit gestreut. Unser Unterneh- handenen Stärken bündeln und effektiver nutzen.
men etwa ist Spezialist, wenn es darum geht, Au- Die große technologische Breite und die mittelstän-
tomation mit Prozessleitsystemen in Neuanlagen disch geprägte Struktur machen Partnerschaften
zu integrieren oder bestehende ältere Automatisie- sehr flexibel und schlagkräftig. Dadurch wird aus
rungssysteme durch neue zu ersetzen. dem Ganzen viel mehr als die Summe seiner Teile.
• rfw
18 IHK-Report Südhessen Dezember 2008I H K -WA H L 2009
Misch Dich ein –
für meine Zukunft.
UNTERNEHMER, DIE ZEICHEN SETZEN.
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IHK-WAHL 2009
UNTERNEHMER, DIE ZEICHEN SETZENUnternehmen und Management
Sonderthema: Finanzmarktkrise
Kredite: Gibt es noch
Geld für den Mittelstand?
FINANZMARKTKRISE – dieser von den Hiobsbotschaften der
Finanzmärkte geprägte Begriff erfasst nicht, welche Auswirkun-
gen die Krise auf die Wirtschaft und auch auf das tägliche Le-
ben haben kann. Zum Glück halten sich die spürbaren Folgen in
Deutschland noch in Grenzen. Der IHK-Report wollte wissen, ob
das auch für Kredite und Geldanlagen zutrifft. Vor allem: Haben es
kleine und mittelständische Unternehmer jetzt schwerer, bezahl-
bare Kredite zu bekommen?
AM ANFANG standen zu viele unge- individuell – abhängig von Refinanzierung,
deckte Kredite, die US-Amerikaner für ih- Rating und Besicherung – mit dem Kunden
re Wohnhäuser aufgenommen hatten. Das vereinbart.“
war im Juni 2007. Diese Kredite und Fehl-
spekulationen am US-Immobilienmarkt Einlagen sind sicher
hatten schnell weltweite Folgen. Schon Die Diskussion um die Einlagensi- er vertraut – in diesem Fall vertraut er dem
im Juli und August 2007 hatten erste Ban- cherheit ist nach Ansicht Lankaus seit der Fondsmanager und keiner Bank.“
ken in Deutschland Schwierigkeiten. Doch Umsetzung des Finanzmarktpaketes der
erst über ein Jahr später spitzt sich die Si- Regierung grundsätzlich hinfällig. Diese „Hort der Stabilität”
tuation zu: In den USA muss die Regierung Auffassung teilt Christoph Leichtweiß, Die besondere Rolle der Volks- und
schon im September 2008 eingreifen. In Leiter der Geschäftsstelle Darmstadt und Raiffeisenbanken hebt Hans-Jürgen
Deutschland wird einen Monat später das freier Partner von Cortal Consors Select, Mehl, Vorstandsmitglied der Volksbank
bisher einmalige Bankenrettungspaket im nicht ganz: „Wie das Rettungspaket genau Kreis Bergstraße, hervor. Er spricht vom
Wert von 480 Milliarden Euro im Eilverfah- funktioniert, wird die Zukunft zeigen. Bei „Hort der Stabilität“. „Wir und insbeson-
ren als Gesetz verabschiedet. den Ausführungsbestimmungen ist das dere auch die Volksbank Kreis Bergstraße
achten auf eine ausgewo-
Kreditkonditionen unverändert Christoph Leichtweiß, Leiter der gene bilanzielle Struktur.
Als Folge der Finanzmarktkrise droht Geschäftsstelle Darmstadt und Das bedeutet, sowohl im
Rezession. Deren Ausmaß wird begrenzt, freier Partner von Cortal Consors Kredit- wie im Anlagenge-
wenn die Unternehmen nicht aufstecken Select: „Das Rettungspaket war schäft liegt der Fokus auf
und am Ball bleiben. Dafür müssen sie in- in jedem Fall wichtig, auch die unseren regionalen Privat-
vestieren und benötigen Geld. „Und das psychologische Bedeutung darf und Firmenkunden.“ Die
bekommen sie auch“, betont Frank Lan- nicht unterschätzt werden.” Volksbanken könnten ihrem
kau, Direktor der Dresdner Bank-Filiale in eigentlichen Auftrag der
Darmstadt. Kleine und mittelständische Bundesfinanzministerium noch zahlreiche Mittelstandsfinanzierung jetzt und wei-
Unternehmen hätten – Bonität vorausge- Auskünfte schuldig.“ Das Rettungspaket terhin gut nachkommen. Das gilt auch für
setzt – keinen Grund zur Sorge. „In un- sei aber in jedem Fall wichtig gewesen. die Sparkassen: „Die Sicherung der Mittel-
serem Hausbankensystem ist über viele Auch die psychologische Bedeutung dürfe standsfinanzierung gehört zu unserer be-
Jahre ein enges Vertrauensverhältnis nicht unterschätzt werden, relativiert der sonderen Verantwortung“, unterstreicht
zwischen Unternehmen und Banken ge- Anlageberater seine Kritik. Georg Sellner, Vorstandsvorsitzender der
wachsen“, so Lankau weiter. „Unsere Kre- Für das Liquiditätsmanagement rät Sparkasse Darmstadt, im Interview mit
ditkonditionen werden daher unverändert Leichtweiß denen, die unsicher sind, Ein- dem IHK-Report Südhessen (siehe Seite
lagen auf mehrere Schuldner 24) zum 200-jährigen Geburtstag seines
Frank Lankau, Direktor der zu verteilen – zum Beispiel Hauses.
Dresdner Bank-Filiale in Darm- in einem Geldmarktfonds „Bei uns ist alles sicher“, betont
stadt: „In unserem Hausban- mit reinen Staatsanleihen Mehl die ebenfalls besondere Position der
kensystem ist über viele Jahre aus dem Euro-Raum. „Auch Volksbanken und Sparkassen bei der Ein-
ein enges Vertrauensverhältnis bei derartigen Cash-Ma- lagensicherung. Die Volks- und Raiffeisen-
zwischen Unternehmen und nagement-Lösungen muss banken hätten Institutsschutz, also einen
Banken gewachsen.” natürlich jeder prüfen, wem Einlagensicherungsfonds, an dem alle
20 IHK-Report Südhessen Dezember 2008Sie können auch lesen