Das digitale Morgen: Eine Welt im Wandel - Raiffeisenlandesbank OÖ
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Das Finanzmagazin der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft
Die vorbereitete Bank.
NR. 2 / 2018
www.rlbooe.at/business
Das digitale Morgen:
Eine Welt im Wandel
Chancen ergreifen: Warum Brexit: Die Folgen des EU- Die neue Seidenstraße: Chinas
08 Unternehmer laut ifo-Chef
Fuest jetzt Mut brauchen
16 Austritts – und die Strategien
der UK-Exporteure
36 neuer Weg nach Europa – eine
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SEIDENSTRASSE 2.0:
EUROPA UND ASIEN RÜCKEN
NÄHER ZUSAMMEN Dr. Heinrich Schaller,
Vorstandsvorsitzender der
Raiffeisenlandesbank OÖ.
D
ie „neue Seidenstraße“ als wiedererstarkte, historische Han 2017 und insbesondere mit der weiteren Erhöhung der harten Kernkapi
delsachse zwischen Europa und Asien ist ein Prestigeprojekt, talquote auf 15,8 Prozent bzw. einem Kernkapital in Höhe von fast vier
bei dem künftig auch Österreich ein wichtiger Puzzlestein sein Milliarden Euro wurde eine starke Basis für künftige Impulse gelegt.
könnte. Stellt das Land die richtigen Weichen, wäre Wien als
wesentliche Logistikdrehscheibe zwischen den Kontinenten denkbar. Schutz der Daten ist oberstes Gebot
Speziell die zunehmende Öffnung des chinesischen Marktes gibt Ge Durch die Digitalisierung erzielen Unternehmen wichtige Produktivitäts
legenheit, das eigene Potenzial von Spitzenleistungen aus Wirtschaft, gewinne und können damit mit innovativen Produkten und Geschäfts
Forschung und Technologie voll auszuschöpfen. ideen schneller global Fuß fassen. Es gibt keinen Bereich des unterneh
merischen Handelns, der nicht von digitalen Veränderungen berührt,
Chinesische Beteiligungen nehmen zu wenn nicht sogar revolutioniert wird. Vor diesem Hintergrund wird Daten
Für die österreichische Wirtschaft ist China der fünftgrößte Handelspart sicherheit eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Dem Thema Cyber
ner und der wichtigste in Asien. 2017 hat Österreich Waren im Wert von Security ist in dieser Ausgabe ein eigener Schwerpunkt gewidmet. Raiff
3,7 Milliarden Euro ins Reich der Mitte geliefert – vor allem Maschinen, eisen OÖ hat in puncto Sicherheit im Zahlungsverkehr mit der Business
Motoren, Elektrogeräte und Messinstrumente. Darüber hinaus wird die Banking App einen wichtigen Schritt in die Zukunft gemacht. Speziell zu
Liste chinesischer Beteiligungen an namhaften heimischen Unternehmen geschnitten auf den Zahlungsverkehrsbedarf von Unternehmen, etabliert
immer länger. In dieser Ausgabe werden mit dem Flugzeugzulieferer Raiffeisen mit dieser App den „Multi Bank Standard“ (MBS) auch in einer
FACC, Kranhersteller Palfinger und der BWF Group, dem führenden Her mobilen Anwendung. Der MBS ermöglicht mit nur einer App am Smart
steller für textile Filtermedien, drei Unternehmen vorgestellt, die bereits phone oder Tablet den direkten Zugriff auf alle Konten bei nahezu allen
intensiv mit der chinesischen Wirtschaft verknüpft sind. österreichischen Banken. Mit dieser Erweiterung der bestehenden Pro
duktpalette unterstreicht Raiffeisen seine führende R olle als Zahlungs
Starker Partner für Exportstrategie verkehrsspezialist.
Die Erschließung neuer Märkte muss exakt geplant und vorbereitet
werden. Firmenkunden werden von Raiffeisen OÖ mit einem perfekt ab In dieser Ausgabe des Magazins business lesen Sie außerdem über
gestimmten Zusammenspiel innovativer Finanz- und Wirtschaftsdienst Strategien und Herausforderungen heimischer Unternehmen, die in
leistungen, die sich an konkreten Anforderungen und künftigen Entwick Großbritannien engagiert und somit mit den Folgen des Brexits konfron
lungsschritten der Unternehmen orientieren, begleitet und betreut. Die tiert sind. Eine anregende Lektüre wünscht
Raiffeisenlandesbank OÖ bietet ihren Firmenkunden dazu nicht nur das
notwendige finanzielle Know-how zu Förderungen, Projektfinanzierun Ihr
gen oder Exportversicherungen, sondern ist auch in der Lage, sich mit
Eigenkapital zu engagieren.
Kernkapitalquote weiter erhöht
Im Jahr 2017 hat die Raiffeisenlandesbank OÖ die Investitionsfinanzie
rungen ihrer Kunden eng begleitet und in diesem Bereich beim Volumen Dr. Heinrich Schaller,
um 11,9 Prozent bzw. 1,4 Milliarden Euro zugelegt. Mit den Ergebnissen Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank OÖ Aktiengesellschaft.
© RLB OÖ/Erwin Wimmer
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Die vorbereitete Bank. business 03INHALT/IMPRESSUM
08 16
12 32
3 VORWORT 26 DIE BANK ALS INVESTOR
Dr. Heinrich Schaller, Vorstandsvorsitzender Die RLB-OÖ-Vorstände Heinrich Schaller
und Reinhard Schwendtbauer über Beteiligungen
5 NEWS
Aktuelles aus der Welt der Wirtschaft 28 NEUE ARBEITSWELTEN
Wie sich Unternehmen auf die smarte Zukunft
6 MIT MUT ZUM ERFOLG vorbereiten – und damit neue Arbeitsplätze schaffen
Digitalisierungs-Ministerin Margarete Schramböck
32 KASSENLÖSUNG FÜR ONLINESHOPS
8 FUEST: KEINE ANGST VOR CHINA Die bayerische Wirecard AG erobert mit Payment-
ifo-Chef Prof. Clemens Fuest über die Chancen der Lösungen für E-Commerce die Welt
Seidenstraße und die Gefahren des Protektionismus
34 LÖWENSTARKE KANÄLE
12 DER WEG ZUR SMARTEN FABRIK Robert Hartlauer und die Zukunft des Shoppings
Wie die Digitalisierung die Wirtschaft revolutioniert,
aber an Gold und Silber scheitert 36 DER NEUE WEG
Der chinesische Brückenschlag nach Europa
16 DER TAG NACH DEM BREXIT weckt Hoffnung bei Österreichs Exporteuren
Wie sich der Austritt Großbritanniens aus der EU
auf die Wirtschaft auswirkt 40 KEPLER KAG
Das 20. Kapitel einer Erfolgsstory
20 WIRTSCHAFTSBAROMETER
Nachrichten vom Weltmarkt 41 PRIVAT BANK
Financial Planning als privates Erfolgstool
22 DER UNSICHTBARE FEIND
Warum Unternehmen jetzt neue Werkzeuge für 42 BUCHTIPPS UND TERMINE
mehr Sicherheit im Internet brauchen Messen, Events und Management
© ifo Institut – Romy Vinogradova, Fotolia / phonlamaiphoto, Fotolia / robsonphoto, Wirecard
Impressum/Offenlegung
Medieninhaber und Herausgeber: Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft, Europaplatz 1a, A-4020 Linz. Aktionäre der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
Aktiengesellschaft sind zu rund 98,92 Prozent die RLB Verbund registrierte G enossenschaft und zu rund 1,08 Prozent die RLB Holding registrierte Genossenschaft mit beschränkter
Haftung OÖ. Nähere Details sind im Internet unter www.rlbooe.at/impressum a brufbar. • Vorstand: Dr. Heinrich Schaller, Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner, Mag. Stefan Sandberger,
Mag. Reinhard Schwendtbauer, Mag. Markus Vockenhuber • Konzept und Produktion: PG The C orporate Publishing Group GmbH (CPG), Albertgasse 35, 1080 Wien,
Tel.: +43/1/405 46 40-762, s .wagner@cpg.at • Für den Inhalt verantwortlich: Wolfgang Aschenwald, Sheila Talebi, Mag. Carola Berer • Chefredaktion: Konzernmarketing,
Abteilung Produktmanagement und Vertrieb Corporates/Raiffeisenlandesbank OÖ • Beratung: Mag. Stefan Schatz/CPG • Autoren dieser Ausgabe: Mag. Claudia Dabringer,
Mag. Rosi Dorudi, Mag. Stefan Schatz, Mag. Uschi Sorz, Mag. Leo Szemeliker • Layoutkonzept: CPG • Artdirection: Gerald Fröhlich/CPG • Lektorat: Mag. Charlotte Babits •
Redaktionsmanagement: Silvia Wagner/CPG • Geschäftsführung CPG: Markus Wagner, Tel.: +43/1/405 46 40-768, m.wagner@cpg.at • Druck: Paul Gerin GmbH & CoKG,
2120 Wolkersdorf
Offenlegung nach § 25 Mediengesetz:
Herausgeber, Medieninhaber und Verleger: R aiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft, Europaplatz 1a, A-4020 Linz. Grundlegende Richtung und Blattlinie:
business ist das Finanzmagazin der Raiffeisenlandesbank OÖ und beleuchtet wichtige Finanz- und W irtschaftsthemen. Das Magazin informiert über interessante Chancen
und Entwicklungen, nützliche Services und zahlreiche Best-Practice-Beispiele. Es ist politisch unabhängig und b ekennt sich zur sozialen Marktwirtschaft
und zur Integration in Europa. Im Sinne leichterer Lesbarkeit werden geschlechtsspezifische Bezeichnungen meist nur in ihrer männlichen Form angeführt.
Satz- und Druckfehler v orbehalten.
Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketingmitteilung, welche von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG ausschließlich zu Informationszwecken erstellt wurde. Sie wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt
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Die enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung – vorbehaltlich von Änderungen und Ergänzungen. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität
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sich auf die Vergangenheit und stellen daher keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Währungsschwankungen bei Nicht-Euro-Veranlagungen können sich auf die Wertentwicklung ertragserhöhend oder ertragsmindernd auswirken. Aus der Veranlagung können sich
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Steuerpflicht in Österreich betreffend Steuerausländer impliziert keine Steuerfreiheit im Wohnsitzstaat. Prospekte sowie allfällige Nachträge von Emissionen der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG, welche aufgrund des KMG aufzulegen sind, liegen bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
AG auf. Im Falle von anderen Emissionen liegt der Prospekt samt allfälligen Nachträgen beim jeweiligen Emittenten auf. Im Rahmen der Anlagestrategie von Investmentfonds kann überwiegend in Investmentfonds, Bankeinlagen und Derivate investiert oder die Nachbildung eines Index angestrebt
werden. Fonds können erhöhte Wertschwankungen (Volatilität) aufweisen. In durch die FMA bewilligten Fondsbestimmungen können Emittenten angegeben sein, die zu mehr als 35 % im Fondsvermögen gewichtet sein können. Der aktuelle Verkaufsprospekt sowie die Wesentlichen Anlegerinfor
mationen – Kundeninformationsdokument (KID) liegen in deutscher bzw. englischer Sprache bei der jeweiligen KAG, der Zahlstelle oder beim steuerlichen Vertreter in Österreich auf. Ausführliche Risikohinweise und Haftungsausschluss unter www.boerse-live.at/Disclaimer.
04 businessNEWS
EXPORTPAKET-GEWINNER
Wirtschaftskammer und Raiffeisenlandesbank OÖ Die Gewinner
vergeben Preise für das Exportpaket-Gewinnspiel. 1. Platz: Gutschein für einen innereuropäischen Business-Class-Flug
im Wert von ca. € 1.500,– (je nach Destination):
Gugler Water Turbines GmbH, Mag. Alois Gugler
2. Platz: WIFI-Gutschein im Wert von € 1.000,–:
A
m Mittwoch, 4. April 2018 fand in der RLB Vamed Management und Service GmbH, Günter B öttinger
OÖ die Preisverleihung für die Gewinner 3. Platz: WIFI-Gutschein im Wert von € 700,–:
des Exportpakets statt, welche bereits Fronius International GmbH, Bernhard Strasser
zum 7. Mal in Folge in Kooperation mit der 4. Platz: Apple iPad Pro im Wert von ca. € 700,– :
WKOÖ stattfand. Die Preise wurden von Vizepräsi- Linz AG, Tamara Haslinger
dentin Mag. Angelika Sery-Froschauer (WKO) und VD 5. Platz: WIFI-Gutschein im Wert von € 300,–:
Mag. Markus Vockenhuber (RLB OÖ) übergeben die SIRO Beschläge- und Metallwarenfabrik GmbH, Susanna Stinglmeier.
Gewinne, die von RLB OÖ sowie WKOÖ zur Verfü- Die Preise wurden von der BTU Reisebüro GmbH, der WKO und der
gung gestellt werden, verteilen sich folgendermaßen: Raiffeisenlandesbank OÖ zur Verfügung gestellt. ••
+++ NEWSTICKER +++ ÖSTERREICHISCHE LÖSUNG
Neue Eigentümer für atms und sms.at
Österreich kommt mit Energiewende gut voran
Die atms Telefon- und Marketing Services GmbH ist mit mehr als 4.500
Das World Economic Forum erstellte gemeinsam mit dem
Beratungsunternehmen McKinsey einen neuen Energie- nationalen und internationalen Kunden führender Anbieter von cloud
wende-Index. Erfreuliches Ergebnis: Österreich liegt dabei basierten Kundendialoglösungen in Österreich. Jetzt wurde das 42
auf Platz acht der insgesamt 114 untersuchten Länder. Mitarbeiter starke Unternehmen mit Standorten in Wien und Graz von
der österreichischen BK Invest GmbH übernommen, einem Beteili-
Digitale Transformation gungsunternehmen der beiden Unternehmer Stefan Kalteis und
Laut einer Studie des deutschen Marktforschungsinstituts Christian Bamberger. Unterstützt wurde ihr Einstieg in das bisher von
GfK zählt die Digitalisierung in 62 Prozent der deutschen deutschen Eigentümern geführte Telekomunternehmen durch die
Unternehmen mit mehr als 250 Millionen Euro Raiffeisenlandesbank OÖ, die bei der Finanzierung der Akquisition half.
Jahresumsatz zu den drei wichtigsten Firmenzielen –
Damit ist auch das legendäre Webservice sms.at – das zu den Pionie-
von zwei Jahren waren es erst 41 Prozent.
ren im Mobile Marketing zählt und im Vorjahr von der atms übernom-
Aus für Verbrennungsmotoren men w urde – wieder in österreichischen Händen. Christian Bamberger:
© Foto Strobl
Die indische Regierung hält an ihren radikalen Klima- „Wir sind davon überzeugt, dass wir die führende Marktposition der
schutz-Plänen fest: Ab 2030 sollen nur mehr Fahrzeuge beiden Unternehmen atms und sms.at weiter ausbauen und die Grup-
mit elektrischem Antrieb verkauft werden dürfen. pe zu einem der führenden Anbieter in Europa entwickeln können.“
Die vorbereitete Bank. business 05MANAGERIN IM PORTRÄT – MARGARETE SCHRAMBÖCK
OHNE MUT
GEHT ES NICHT
Margarete Schramböck hat es in die Führungsriege der Regierung geschafft. Nun möchte die ÖVP-Bundesministerin
Österreich an die digitale Spitze bringen. In Fachausbildungen im Bereich IT, Telekommunikation und Digitalisierung
sieht sie überdies tolle Karrierechancen für Frauen.
S
ie hat keine Scheu davor, in der ersten Reihe zu stehen: Nach Zudem treibt Schramböck E-Government-Initiativen voran. Mit dem Tool
über 20-jähriger Karriere in der IT- und Telekombranche, zu- eGründung etwa sparen sich Neugründer von Ein-Personen-GmbHs viele
letzt als Vorstandsmitglied und CEO von Telekom Austria, Amtswege. Als erster Kooperationspartner des Finanzministeriums bie-
wurde Margarete Schramböck Ende Dezember als Bundes- tet Raiffeisen OÖ dieses neue eGründungsservice an, dafür genügt ein
ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort angelobt. „Aus Bankbesuch: Der Gründer eröffnet ein Gründungskonto und zahlt die
meiner persönlichen Laufbahn heraus ist es mir ein Anliegen, mehr Stammeinlage ein. Die Bank prüft die Identität und leitet die notwendigen
Frauen für Entscheidungspositionen zu gewinnen und sie dabei zu Bankunterlagen an das Firmenbuchgericht weiter. Die gesellschafts-
unterstützen, den Schritt ins Ungewisse zu wagen“, betont die zu rechtlichen Unterlagen übermittelt der Gründer über das Unternehmens-
packende Tirolerin. Diesen gelte es nämlich am Karrierepfad mitunter serviceportal USP, das Zugangsportal für die Wirtschaft zu den E-
zu setzen. „Man muss aus seiner Komfortzone heraus, sich etwas zu- Government-Anwendungen des Bundes. Eine notarielle Beglaubigung
trauen, Dinge ausprobieren.“ Sie selbst habe im Berufsleben oft „Hier!“ ist nicht notwendig. Für die Erweiterung des USP samt Implementierung
gerufen. Geschlechtsgenossinnen rät sie, aktiv auf Vorgesetzte zuzu- des eGründungskontos erhielt Schramböcks Projektteam den eAward
gehen. „Speziell, wenn im Unternehmen schwierige Projekte anste- 2018. „Mit der Plattform oesterreich.gv.at schaffen wir jetzt für alle Bür-
hen“, so die ehemalige Topmanagerin. „Das erhöht die Sichtbarkeit.“ ger die Möglichkeit, Behördengänge von zu Hause aus zu erledigen.“ ••
Feminine Gewinne
Frauen seien in Managementpositionen unterrepräsentiert, konstatiert
sie. Dabei belegen Studien: „Unternehmen mit Frauen in der Führungsetage
entwickeln sich bei Gewinn, Umsatz und Börsenwert wesentlich besser
als solche mit rein männlichem Vorstand.“ Geschlechtergerechtigkeit sei
auch ein Wettbewerbsvorteil. Hier sind neben Politik und Unternehmen
auch die Frauen selbst gefordert. Neben Mädchenförderung, Mentoring- ZUR PERSON
programmen und besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf brauche
es „eine gehörige Portion Eigeninitiative und Mut“. Margarete Schramböck (48) studierte BWL an der
Als Vorgesetzte hat Schramböck kompetenten Frauen gern über Zöger- WU Wien. Noch während ihres Doktoratsstudiums
lichkeiten hinweggeholfen. Etwa, als eine Controllerin zweifelte, ob sie als startete sie ihre Karriere in der IT-Branche. Zunächst
Kleinkindmutter der Position einer CFO gerecht werden könne. „Meine bei Alcatel, das später zu NextiraOne wurde.
© Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com
Antwort war: ,Wenn du es willst, kannst du es!‘“, erzählt Schramböck. „Tat Nachdem der südafrikanische IT-Dienstleister
sächlich hat sie es großartig hingekriegt.“ Dass die 30-Prozent-Quote in Dimension Data NextiraOne 2014 übernommen
Aufsichtsräten nun gesetzlich verankert ist, findet sie gut. „In Deutsch- hatte, fungierte Schramböck als Managing Director
land hat das funktioniert. Ich kenne genügend tolle Frauen, die diese Auf- von Dimension Data Austria. Im Mai 2016 wurde
gabe sehr gut wahrnehmen können.“ Im Ministeramt steckt Schramböck sie Vorstandsmitglied und CEO bei A1 Telekom
viel Energie in das Thema duale Ausbildung und die Anreicherung von Austria. Nach der Trennung vom Unternehmen
Berufsbildern mit digitalen Inhalten. Sogar ganz neue Jobs entstehen, wurde sie Ende 2017 Bundesministerin (ÖVP)
etwa für E-Commerce. „Fachkräfte im Bereich IT, Telekommunikation für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.
und Digitalisierung sind wichtig – mit super Karrierechancen für Frauen.“
06 business„Man muss aus seiner
K omfortzone h eraus,
sich etwas zutrauen
und Dinge aus
probieren.“
Die vorbereitete Bank. business 07INTERVIEW: CLEMENS FUEST
DIE SEIDENSTRASSE
IST EINE CHANCE
ifo-Chef Prof. Clemens Fuest ist einer der wichtigsten Ökonomen Europas. Im Interview mit business erklärt er,
wie die neue Seidenstraße zwischen China und Europa für Frieden und Wohlstand sorgen könnte.
S
eit Herbst vergangenen Jahres ist es amtlich: Prof. Clemens Fuest: Es wäre besser, wenn die USA verlangen würden, dass Europa
Fuest, Chef des berühmten ifo Instituts, ist Deutschlands ein- und andere Länder Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen,
flussreichster Ökonom. Verliehen wurde ihm der Titel von der statt neue Hindernisse zu errichten. Das Handelsbilanzdefizit der USA
renommierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung – die dafür ge- gegenüber dem Rest der Welt ist allerdings vor allem durch die ge
nau recherchieren ließ, wer am öftesten in Medien zitiert wird, wen hoch- ringen gesamtwirtschaftlichen Ersparnisse des Landes verursacht.
rangige Politiker als Impulsgeber bezeichnen und wer die wissenschaft- Durch die massiven kreditfinanzierten Steuersenkungen verschärft
liche Szene mit Veröffentlichungen bereichert. Und da führt derzeit kein Trump das Problem.
Weg am einstigen Oxford-Professor vorbei. Was auch nicht weiter ver-
business: Sollten Ausnahmen von den Strafzöllen für europäische
Produkte zurückgenommen werden – plädieren Sie dann für scharfe
europäische Gegenmaßnahmen oder sollte die EU eher einlenkende
DIE US-ZÖLLE KÖNNTEN DAS Signale aussenden und auf eine Revanche verzichten?
Fuest: Die EU muss auf Strafzölle, wenn sie doch noch kommen, mit
HANDELSSYSTEM AUF WTO- maßvollen Gegenmaßnahmen reagieren. Gleichzeitig sollte man aber
BASIS INS WANKEN BRINGEN. anbieten, über einen Abbau der Handelshemmnisse zwischen den
USA und Europa zu verhandeln. Die EU-Zölle auf amerikanische Ex-
PROF. DR. DR. H. C. CLEMENS FUEST portprodukte sind höher als umgekehrt.
business: Trotz der Vielzahl an Konfliktpunkten zwischen den USA
wundert: Schon in den Nullerjahren wurde der Westfale in den wissen- und Europa, etwa auch bei der Besteuerung von Digitalkonzernen,
schaftlichen Beirat des deutschen Finanzministers berufen, später sogar sieht US-Minister Ross offensichtlich noch Chancen auf ein TTIP-
zu dessen Vorsitzenden gewählt. Auch während seiner Zeit in Oxford hol- Abkommen. Sehen Sie diese
ten europäische Politiker regelmäßig seinen Rat ein. Schließlich können auch? Und könnte man TTIP in
nur wenige so klar, pointiert und sachlich fundiert formulieren. Davon Europa überhaupt noch durch-
durfte sich auch business überzeugen, das mit dem ifo-Chef über einige setzen?
der wichtigsten Risikofaktoren für die Weltwirtschaft sprach. Fuest: Ich sehe das auch so.
Man sollte dem Abkommen viel- ZUR PERSON
business: Sehr geehrter Herr Prof. Fuest, in mehreren Interviews leicht einen neuen Namen geben
haben auch Sie immer wieder die Robustheit der derzeitigen Konjunk- und es etwas weniger ehrgeizig Der heutige 50-jährige Prof. Dr.
tur betont. Wie gefährlich ist in diesem Zusammenhang die Drohung anlegen als TTIP, vor allem beim Dr. h. c. Clemens Fuest war Pro-
der USA, den freien Handel mit Strafzöllen zu unterminieren? Investorenschutz. Wenn Trump fessor an mehreren deutschen
Clemens Fuest: Sehr gefährlich. Das Problem liegt nicht allein in Zöl- seine protektionistischen Pläne Universitäten sowie an der Oxford
len auf einzelne Produkte wie Stahl oder Aluminium. Die größte Gefahr aufgibt, sollte die EU die Chance Business School. Der mit einer
© ifo Institut – Romy Vinogradova
liegt darin, dass die US-Zölle eine Kettenreaktion auslösen und das nutzen und ein Handelsabkom- gebürtigen Kolumbianerin
multilaterale Handelssystem auf der Basis der WTO-Regeln insge- men abschließen. Es wäre sehr verheiratete dreifache Vater wurde
samt ins Wanken bringen. bedauerlich, würden die Protek- am 1. April 2016 zum Präsidenten
tionisten in Europa das vereiteln. des ifo Instituts berufen und ist
business: Die USA verweisen auf ihre riesigen Handelsdefizite auch einer der einflussreichsten Öko-
mit Europa. Haben die USA nicht auch ein wenig recht mit den Bemü- business: Auch mit einer ande- nomen Europas.
hungen, die eigene Industrie zu schützen? ren Großmacht hat die EU wirt-
08 business„Durch die neue
Seidenstraße wird
China stärker von
der Gesetzgebung
in Europa
abhängig.“
Die vorbereitete Bank. business 09INTERVIEW: CLEMENS FUEST
MIT DEM BREXIT SCHRUMPFT europäischer Unternehmen abwirbt. Das geschieht auch und lässt
sich nicht verbieten. Wir sollten das Interesse Chinas nutzen und ver-
DIE EU UM FAST EIN FÜNFTEL langen, dass die Märkte in China stärker für internationale Investoren
geöffnet werden.
IHRER WIRTSCHAFTSLEISTUNG. business: China fördert im Zuge der Wiederbelebung der Seidenstraße
vor allem Projekte in osteuropäischen Ländern mit vielen Milliarden
Euro. Auch diese Investitionen stoßen in Europa nicht unbedingt auf
schaftliche Probleme: Die Sanktionen gegen Russland werden in der Begeisterung. Droht von der Seidenstraße Gefahr für Europa?
Wirtschaft immer unbeliebter, obwohl sich Putin im Ukraine-Konflikt Fuest: Ich sehe darin eine Chance, den Handel zu intensivieren. Das
keinen Millimeter bewegt hat. Sollen die Sanktionen aufrechterhalten Engagement Chinas in Europa führt dazu, dass China stärker von der
werden? Oder sind die Sanktionen eher ein Schuss ins eigene euro- Gesetzgebung in Europa abhängig wird. Gegenseitige wirtschaftliche
päische Knie? Integration und Abhängigkeit fördert den Frieden und schafft Wohlstand.
Fuest: Die Sanktionen sind in diesem Fall ein Instrument der Außen-
politik. Über die Effektivität kann man sicher streiten. Aber dass die business: Die vielen Konfliktlinien im Welthandel treffen Europa zum
Wirtschaft auch bei uns unter den Sanktionen leidet, ist kein hinrei- denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Die EU ist mit dem Brexit mehr als
chendes Argument, diese aufzugeben. nur beschäftigt, bisher laufen die Verhandlungen hörbar dissonant ab.
Wie sehr schadet der Brexit Europa? Und wie sehr den Briten?
business: Bleibt noch die dritte Großmacht China: Die Einkaufstour Fuest: Er schadet ganz Europa. Die EU schrumpft um fast ein Fünftel
chinesischer Unternehmen in der europäischen Konzernlandschaft ihrer Wirtschaftsleistung. Das wirtschaftliche und politische Gewicht
wird zumindest im DACH-Raum ängstlich bis kritisch mitverfolgt. der EU in der Welt nimmt ab und der EU-Binnenmarkt wird weniger
Droht der Ausverkauf der europäischen Wirtschaft an China oder ist attraktiv. Großbritannien wird als Investitionsstandort weniger interes
die gegenseitige stärkere Verflechtung positiv für den Standort Europa? sant, dort entsteht voraussichtlich der größte wirtschaftliche Scha-
© ifo Institut
Fuest: Diese Angst halte ich für weit überzogen. Know-how erwerben den. Außerdem ist die EU durch den Brexit stark mit sich selbst be-
kann man auch, indem man schlicht hoch qualifizierte Angestellte schäftigt. Eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen!
10 businessDas ifo Institut in
München ist Deutschlands
wichtigster Thinktank in
Wirtschaftsfragen.
business: Auch über die Politik der EZB herrscht Uneinigkeit: Wäh- business: Noch eine letzte Frage: Wo sehen Sie für die europäische
rend der Süden die Politik der Anleihenkäufe möglichst lange fortset- Industrie die Märkte der Zukunft?
zen will, spricht man in wirtschaftlich stärkeren Staaten immer öfter Fuest: Die etablierten Märkte in Europa und den USA werden auch
von der Notwendigkeit, die Anleihenkäufe einzustellen und langsam künftig wichtig sein, aber das größte Potenzial liegt dort, wo die Wirt-
das Zinsniveau anzuheben. Wie ist Ihre Position? Hält der Euro diese schaft und die Bevölkerung wachsen. Und das ist in Asien, in Afrika
Interessensgegensätze langfristig aus? und in Lateinamerika. ••
Fuest: Aus geldpolitischer Sicht ist es höchste Zeit, aus den Anleihe-
käufen auszusteigen. Ich erwarte, dass die EZB die Käufe im Septem-
ber auslaufen lässt. Es ist klar, dass Gläubiger- und Schuldnerländer
hier gegenläufige Interessen haben. Wir haben allerdings auch ein ge-
meinsames Interesse an stabilen Finanzmärkten und einer positiven
Wirtschaftsentwicklung in ganz Europa. Sorgen macht mir eher, dass
Geld- und Fiskalpolitik in der nächsten Krise, die bestimmt kommt,
nur noch wenig hinzuzusetzen haben. ÖKONOMISCHE DENKFABRIK
business: Mit der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft fürch- Das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschafts
ten Staaten um ihre Steuerbasis. Die Roboter vernichten Arbeits forschung an der Universität München e. V. wurde
plätze, so die Argumentation, der Staat müsse bei sinkenden Einnah- 1949 gegründet und ist eines der führenden
men aus Lohnabgaben ein wachsendes Arbeitslosenheer finanzieren. Wirtschaftsforschungsinstitute in Europa. ln enger
Wie löst man dieses Dilemma? Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Uni-
Fuest: Derzeit sehen wir eher das Gegenteil, sinkendes Produktivi- versität München bildet der Thinktank eine Brücke
tätswachstum und steigende Beschäftigtenzahlen. Außerdem nimmt zwischen akademischer Forschung und praktischer
das Angebot an Arbeitskräften durch die Alterung der Bevölkerung in Politik mit dem Ziel, Stabilität, Prosperität und
Europa mittelfristig ab. Da können wir froh sein, wenn die Roboter gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Aufgaben übernehmen.
Die vorbereitete Bank. business 11DIGITALISIERUNG
SINN UND
SINNLICHKEIT
Die Smart Factory verspricht maximale Effizienz. Der Weg dorthin
erfordert aber viel neue Technologie, das Internet der Dinge und schlaue
Algorithmen. Doch hat die totale Digitalisierung überhaupt Sinn?
W
ann ich will, wo ich will, wie ich will –
schon bald werden produzierende
Unternehmen mit dieser neuen Art
von Kundenwunsch konfrontiert wer-
den. „Es gibt bereits heute Plattformen, auf denen
man ein Produkt selbst konfigurieren, maßge-
Gerald Schatz, schneidert produzieren und es sich fast ohne Warte
Geschäftsführer zeit liefern lassen kann“, erzählt Gerald Schatz, Ge-
(li.), und Johann schäftsführer von LCM in Linz. Die drei Buchstaben
H offelner, wis- stehen für Linz Center of Mechatronics und die seit men zu sein. Dazu gehört auch die Begleitung auf dem Weg zur Smart
senschaftlicher 2001 erfolgreich realisierte Gründungsidee, durch Factory, mit der sich die eingangs erwähnten Kundenwünsche befrie-
Geschäftsführer Verzahnung von Wissenschaft, Wirtschaft und in- digen lassen. Was aber ist die vielzitierte Smart Factory eigentlich?
von LCM in Linz. dustriellem Know-how F&E-Partner für Unterneh- Schatz seufzt, das Thema ist ebenso breit wie erklärungsintensiv, er ver-
sucht zusammenzufassen: „Die Smart Factory erlaubt die Herstellung ei-
nes auf individuellen Kundenwunsch zugeschnittenen Einzelstücks zu
den niedrigen Kosten der Massenproduktion.“ Dazu braucht es jede
Menge Technologie. Wie etwa den sogenannten digitalen Zwilling. „Dazu
wird entweder eine Maschine oder der komplette Herstellungsprozess in
Echtzeit digital simuliert. Der Computer greift ständig in die reale Produk-
tion ein, justiert Maschinen nach, veranlasst den Tausch von Werkzeugen
oder optimiert die Energieaufnahme, um die gewünschte Qualität zu
niedrigsten Kosten zu gewährleisten“, erklärt Schatz. LCM hat einen
DURCH DIE SMART FACTORY
WERDEN VÖLLIG NEUE
GESCHÄFTSMODELLE MÖGLICH.
GERALD SCHATZ,. GESCHÄFTSFÜHRER LCM
12 businessDigitaler Zwilling:
Der reale Herstellungsprozess wird
parallel in Echtzeit am Computer simuliert.
utonomen digitalen Zwilling für einen Abkantauto-
a
maten, der online in der Maschine mitläuft, bereits re-
alisiert. Als weltweit erstes Unternehmen. Dafür wur-
den die Linzer für den renommierten Hermes Award
2017 nominiert.
Maschinen als Entscheider
Je nach Einsatzzweck des digitalen Bruders ist eine
entsprechende IT-Infrastruktur nötig. Über digitale
Endgeräte, zum Beispiel Smartphones oder Tablets, DIE INNOVATOREN
kann der Benutzer in den Prozess eingreifen. Noch
faszinierender: In der Smart Factory gibt es keine Die 2001 gegründete Linz Center of Mechatronics
hierarchische Automatisierungspyramide, vielmehr
GmbH zählt zu den begehrtesten Forschungspart-
© LCM, Hermann Wakolbinger, Shutterstock.com
sind unterschiedliche Softwareanwendungen in funk- nern im deutschsprachigen Raum. Das Unterneh-
tionalen Gruppen je nach Anforderungen integriert. men beschäftigt mehr als 110 Mitarbeiter – die
Die einzelnen Produktionsebenen sind bedarfsorien- meisten davon mit akademischem Background –
tiert auf die ganze Welt verteilt. Jeder Teil wird dort und kooperiert mit 50 wissenschaftlichen Partnern
produziert, wo es am günstigsten ist. Fällt ein Werk auf der ganzen Welt, darunter viele hoch renom-
aus, kann in der Sekunde ein anderes Werk überneh- mierte Universitäten. Mehr als 200 nationale und
men. Voraussetzung dafür ist die horizontale und ver- internationale Kunden vertrauen auf die Lösungs-
tikale Vernetzung von Maschinen und Produktions- kompetenz der Linzer, die für ihre Innovationen mit
mitteln über das Internet of Things. „Die Maschinen zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden.
errechnen sich selbst den optimalen Output bei vor-
Die vorbereitete Bank. business 13DIGITALISIERUNG
Menschenleer:
Die Fabrik
der Zukunft
organisiert
sich selbst.
gegebenen Parametern wie etwa Energieverbrauch man ein Predictive System: Der Maschinenhersteller etwa weiß dadurch,
oder Auslastung und suchen nach den dafür besten wann eine Komponente einer Maschine kaputt wird, bevor es der Kun-
Supply-Routen. Produktionsinputs wie Rohmaterial de merkt“, leitet Schatz zu s einem eigentlichen Kernanliegen über. Näm-
oder halbfertige Teile sind in das Netzwerk ein lich: „Dadurch werden völlig neue Geschäftsmodelle möglich.“ Ein illus-
gebunden. Sie ‚wissen‘ schon im Lager, wann sie be- tratives Beispiel: Maschinenhersteller werden ihren Kunden daher nicht
nötigt werden, wohin sie fahren müssen, um weiter- mehr einfach Geräte verkaufen, sondern Nutzen. Wie etwa die Garantie
verarbeitet zu werden, und wo Kapazitäten frei sind“, für eine gewisse Anzahl der vom Käufer zu produzierenden Fabrikate mit
entführt Schatz in eine nicht mehr allzu weit entfernte vorgegebenen Qualitäten und Eigenschaften (pay per benefit).
Zukunft der industriellen Produktion. „Wenn man die- Über solche Modelle sollte sich jeder Unternehmer langsam Gedanken
se Prozesse um Technologien wie den 3D-Druck er- machen. Denn: Wenn ein Fabrikant smart wird, müssen die anderen
weitert, ist das eingangs geschilderte Szenario Reali- nachziehen. Genauso wie die Zulieferer, Logistiker und Händler. Ein un-
tät: Der Kunde konfiguriert sich seine Ware, bestellt aufhaltsamer Siegeszug von Industrie 4.0? Schatz schränkt ein: „Digita-
online, der Produktionsprozess startet, das Endpro- lisierung muss Nutzen stiften. Es ergibt kaum Sinn, Anlagen unter Ge
dukt wird beim Kunden ausgedruckt.“ nerierung riesiger Datenmengen und Messreihen digital zu
© Fotolia / phonlamaiphoto, www.fotostudiio-eder.t, michael himml, Michael Stelzhammer
spiegeln, wenn es ausreichen würde, sich auf einen kriti-
Algorithmen finden Muster schen Produktionsschritt zu beschränken.“ Viel wichtiger,
Der technologisch nicht kernkompe- so Schatz, sei es für Unternehmer zu überlegen, wie Di-
tente Zuhörer staunt, Schatz gerät in gitalisierung das eigene Geschäftsmodell beleben kann.
Fahrt. „Die aus dem Produktions-
prozess gewonnenen Daten werden Große Münzkunst mit digitaler Hilfe
gesammelt, mithilfe von SW-Werk- Genau diese Aufgabe hat die Münze Österreich AG bereits
zeugen auf bestimmte Muster unter- bewältigt. Das Unternehmen ist weltweit für kunstvolle Meis-
sucht. Die Linzer Mechatroniker haben terstücke aus edlen Metallen bekannt, allerdings werden am Fir-
schon eine Plattform für die komplette digitale mensitz in Wien auch Euromünzen angefertigt. „Überall dort, wo es
Entwicklung – Modellierung, Simulation und Opti- unseren Qualitätsanspruch unterstützt, setzen wir digitale Prozesse und
mierung bis zum fertigen Produkt – online ausgerollt. computergestützte Automatisierung ein“, erklärt Gerhard Starsich, der
Damit kann sehr effizient ein digitaler Zwilling eines die Münze Österreich AG seit 2011 als Generaldirektor leitet. Teile der
Systems, einer Anlage oder Komponente geschaffen Fertigungsstraßen werden gerade automatisiert, auch im künstlerischen
werden. Mit Daten aus der Produktion gespeist, steu- Bereich ist der Computer angekommen. „Für neue Münzen werden
ert dieser Zwilling die Maschine und erkennt natürlich Gipsmodelle erzeugt. Um daraus Prototypen zu fertigen, brauchte man
auch Abweichungen vom Normalbetrieb. Erweitert früher mechanischen Reduziermaschinen. Jetzt erledigt ein Laserscan
man diese Plattform SYMSPACE um Software-Tools diesen Produktionsschritt viel schneller und genauer.“ Auch Innovationen
zur Be- und Auswertung von Produktionsdaten, erhält wie die Silber-Niob-Münze werden zuerst am Computer simuliert,
14 businessDIGITALISIERUNG
DIE BARGELDMENGE IN E UROPA
STEIGT PRO JAHR UM BIS ZU
ZEHN PROZENT.
GERHARD STARSICH, GENERALDIREKTOR MÜNZE ÖSTERREICH AG
„es geht bei uns oft um sehr edle und teure Materia- Gerhard Starsich,
lien“, erklärt Starsich. Erst wenn das Computermodell G eneraldirektor
gefällt, denkt man an die Anfertigung einer Nullserie. Münze Österreich AG.
„Prototypen lassen sich nicht digital ersetzen. Erst
wenn man die Nullserie in der Hand hat, kann man
entscheiden, ob man in die Produktion geht“, zeigt
Starsich die Grenzen der Digitalisierung auf. Die Ge-
staltung der Motive auf den Münzen etwa ist schon
jenseits davon. „Unsere Künstler sind weltweit be-
rühmt für ihre lebendige Darstellung von Men-
schen, Tieren, Stoffen oder Fellen. Da kann
kein Computer mithalten.“ Digitale Hilfe- Er folgt damit einer Empfehlung, die Digitalisierungsprofis
stellung erfolgt dann erst bei der Um- wie LCM-Chef Schatz allen Unternehmen mit auf den Weg
setzung der künstlerischen Idee. geben: „Der Weg zur Smart Factory soll in kleinen Schrit-
ten begangen werden. Am besten beginnt man mit der
Bargeld bleibt real Digitalisierung der Schnittstelle zum Kunden, etwa über
Das Nebeneinander von analoger Webshops. Danach sollte man sich fragen, wie man
Realität und digitaler Innovations- den Kunden auch digital servicieren kann. Das führt zur
kraft zieht sich als roter Faden durch Frage, woher man die Daten dafür bekommt – und
alle Belange der Münzproduktion – schon ist man mitten im Digitalisierungsprozess.“ Der üb-
und bestimmt laut Starsich auch die Zu- rigens auch kleine Handwerksbetriebe erfasst: „Wenn ein
kunft des Geldes selbst. „Digitale Währun- Kunstschlosser mit einer Augmented-Reality-Anwendung am
gen haben durchaus Zukunft. Aber nur als Smartphone dem Kunden zeigen kann, wie das von ihm bestellte
Ergänzung, nicht als Ersatz für Bargeld, Kreditkarten Gartentor nach dem Einbau aussehen wird, ist er der Konkurrenz weit
oder Online-Systeme wie Paypal.“ Schließlich produ- voraus“, illustriert Schatz. Und fügt hinzu: „Aber die Idee für das Produkt,
ziert allein die Münze Österreich mehr als 450 Millio- das Verständnis, was der Kunde genau will – das bleibt die Kernkompe-
nen Münzen pro Jahr und die Nachfrage nimmt zu. tenz des Handwerkers. Die kann ihm keine Maschine und kein Compu-
„Die Bargeldmenge in Europa steigt pro Jahr zwi- ter streitig machen.“ ••
schen fünf und zehn Prozent. Das gesamte Transak-
tionsvolumen wächst zwar noch schneller, was auf
Zahlungen mit Kreditkarten und digital abgewickelte
Direktzahlungen zurückzuführen ist, aber das Bargeld
bleibt in seiner Bedeutung erhalten. Das wird noch
viele Jahre so bleiben“, ist Starsich überzeugt. Sogar
die Nachfrage nach Goldmünzen ist beständig, „weil
Gold seit Jahrtausenden etabliert ist und Sicherheit DIE GELD-GESTALTER
bietet“. Selbst Sammlermünzen haben eine große Zu-
kunft. „Unsere Serie mit Tiermotiven, die sogenann- Die Geschichte der Münze Österreich reicht über
ten Tier-Taler, haben wir extra für junge Sammler auf- 800 Jahre zurück, 1988 wurde das einst staatliche
gelegt. Die komplette Produktion von 50.000 Stück Unternehmen ausgegliedert und als Aktiengesell-
war innerhalb eines einzigen Tages ausverkauft“, führt schaft im hundertprozentigen Besitz der Oesterrei-
der Münze-General stolz als Beleg an. chischen Nationalbank umgegründet. Das Unter-
Natürlich will der Nachwuchs nicht auf Computer und nehmen mit seinen ca. 200 Mitarbeitern zählt in
Smartphone verzichten, serviciert werden solche der Münzproduktion zur globalen Elite: Die Münze
Sammler von der Münze Österreich daher digital, Österreich serviciert nicht nur zahlreiche Länder
über einen eigenen Webshop. Weil, so Starsich, ne- mit der Herstellung von Umlaufmünzen, unter den
ben der Kooperation mit etablierten Banken wie der jährlich 450 Millionen produzierten Münzen finden
Raiffeisenlandesbank OÖ vor allem digitale Vertriebs- sich auch viele weltweit begehrte Sammlerstücke.
wege immer wichtiger werden.
Die vorbereitete Bank. business 15BREXIT
KEINE ANGST
VOR DEM TAG
BREX
Noch ist der Scheidungsvertrag nicht unterschrieben, noch
wird über wichtige Details verhandelt. Aber die Auswirkungen
des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union
werden auch österreichische Firmen treffen. Manche Unter-
nehmen allenfalls auch indirekt in Regionen, wo man es gar
nicht erwartet.
D
er Brexit Day kommt näher. Unaufhalt-
sam, wie es scheint, ohne Weg zurück,
vielleicht aber mit Übergangsfrist. Am
29. März 2019 jedenfalls wird das Verei-
nigte Königreich nach 45 Jahren Mitgliedschaft die
Europäische Union wieder verlassen. Auch wenn
ein Häuflein Prominenter, etwa die beiden Ex-Pre-
mierminister Tony Blair von der Labour-Partei und
der konservative John Major weiter dagegen an-
kämpfen wollen. Reality kicks in. Das Votum vom
23. Juni 2016, als sich knapp 52 Prozent der Briten für
einen Austritt entschieden haben, wird wohl umge-
setzt. Noch ist nicht klar, wie das Scheidungsurteil
aussieht, die Verhandlungen laufen.
„No Cherry Picking“
© Fotolia / robsonphoto
Eines haben die verbleibenden 27 Staats- und Regie-
rungschefs der EU mehrfach schon klargemacht: Ein
Rauspicken der Rosinen werde man nicht erlauben,
einen Zugang zum EU-Binnenmarkt werde es nicht
geben, ohne dass auch die Personenverkehrsfreiheit
16 businessDie vorbereitete Bank. business 17
BREXIT
was man so hört“. Manche, die große lokale Anbieter in UK seien, hätten
berichtet, es herrsche „in London eine große Skepsis in der Finanz
branche, nicht aber in den anderen Industrien. Weil ja die Formalitäten
noch nicht ausgehandelt sind: Wird es eine Freihandelszone, wird es eine
Lösung wie ein EWR mit Norwegen oder mit der Schweiz? Es wird alles
auf den Grad der Verflechtung ankommen.“ Ab dem Sommer werde sich
das klarer abzeichnen, schätzt Brezinschek.
Abwertung verkraftbar
Es habe ziemlichen Abwertungsdruck auf das britische Pfund gegeben,
im Frühjahr 2018 gab es ein leichtes „Bounce Back“, doch ist der Wech-
selkurs zum Euro im Vergleich zum Stand vor dem Referendum spürbar
niedriger. Damals bekam man für einen Euro 0,71 Pfund, im Frühjahr
Thomas Spitzer, 2018 zwischen 0,85 und 0,90. Brezinschek: „Ich sehe das Pfund länger-
Geschäftsführer fristig als Abwertungskandidaten, um zehn bis 15 Prozent könnte der
se-austria. Kurs nachgeben.“ England habe tendenziell höhere Inflationsraten als die
Eurozone und auch höhere Zinsen, die das etwas kompensieren. „Das
wird aber für unsere Exporteure verkraftbar sein“, weil es vor allem um
bestehen bleibe. Die war wohl aber der Hauptgrund die Konjunktur im Absatzland geht sowie auf die Qualität der Produkte
dafür, dass die Mehrheit der Stimmberechtigten für und nicht nur auf die Preiskomponente ankommt.
den Brexit votiert hatte.
Noch blieb der große Schock aus, weil eben niemand Indirekte Effekte in Zentraleuropa
weiß, wie der Brexit tatsächlich vonstattengeht und Was von den großen österreichischen Konzernen allerdings als Heraus-
wie er sich auswirkt. Aber evident ist: Vor dem Refe forderung gesehen werde, so Brezinschek, seien die „indirekten Effekte,
rendum war das Wirtschaftswachstum in UK um die aus einem voraussichtlich kleiner werdenden EU-Budget ab 2022
0,6 Prozent höher als das durchschnittliche Wachs- entstehen“. Da der Nettozahler UK ausfällt und die anderen 27 dies nicht
tum der G7-Staaten. Im Vorjahr war es schon um zur Gänze kompensieren wollen, würden die Mittel für Struktur- und Ko-
0,9 Prozent niedriger. Das britische Pfund hat seit dem häsionsfonds erwartungsgemäß schrumpfen. „Diese haben schließlich
Brexit-Votum um zehn Prozent an Wert in Relation einen signifikanten Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung in Zentral-
zum Euro eingebüßt. Auch deswegen ist die Inflati- und Osteuropa.“ Dieser Effekt könnte für heimische Firmen „weit größer
onsrate um 1,7 Prozentpunkte in die Höhe gegangen. sein als der einer Abwertung“. Andererseits seien derzeit in Osteuropa
die Loan-to-Deposit Ratios der Banken unter 100 Prozent. Das heißt,
Grad der Verflechtung die inländischen Bankeinlagen übersteigen die vergebenen Kredite.
business erreichte Peter Brezinschek, Head of Raiff- Brezinschek: „Wenn es weniger Kofinanzierung von der EU gibt, werden
eisen Research bei der Raiffeisen Bank International die lokalen Banken attraktive Kreditangebote legen oder der Kapital-
AG, gerade bei der traditionellen Investorenkonferenz markt wird ausgebaut.“ Der Aufholprozess der Region werde auf jeden
der Raiffeisen Centrobank in Zürs. Er habe dort mit Fall weitergehen, „eine zwischenzeitliche Abkühlungsphase“ aufgrund
den Spitzenmanagern der wichtigsten börsennotier- des Brexits sei aber denkbar.
ten Unternehmen Österreichs über den Brexit spre-
chen können, so der Chefökonom der RBI, „die direk- Siebenjahreszyklen
ten Auswirkungen werden eher überschaubar sein, Thomas Spitzer, Geschäftsführer des Fassadenspezialisten se-austria
mit Sitz in Schörfling am Attersee, sieht begrenzte Auswirkungen des
Brexits auf das seele-Geschäftsfeld, jedoch werden Vorkehrungen ge-
troffen. Die seele-Gruppe mit dem Headquarter nahe Augsburg besitzt
seit über 20 Jahren eine registrierte Firma in UK. „Diese wird vor allem in
der Zeit nach dem Brexit wichtig sein, um Projekte in UK akquirieren und
abwickeln zu können“, so Thomas Spitzer. „Im Großraum London sowie
in einigen anderen wirtschaftlich bedeutenden Zentren in UK haben wir uns
seit vielen Jahren vor allem auf die Bereiche Infrastruktur, Retail, Kultur
© se austria, RBI, Erwin Wimmer
DAS BRITISCHE PFUND
Peter
B rezinschek,
IST LÄNGERFRISTIG EIN
Head of Raiff
eisen Research,
ABWERTUNGSKANDIDAT.
RBI AG. PETER BREZINSCHEK, RBI
18 businessBREXIT
WIR HABEN FÜR ALLE U K- auch auf den Brexit vorbereitet. „Wir stehen gemeinsam mit unseren
Partnerbanken vor Ort auch weiterhin allen Kunden aus Österreich und
AUFTRÄGE DAS WECHSEL Deutschland mit dem breiten Serviceangebot von Kontoeröffnung bis zu
Garantielegung zur Verfügung“, v erspricht Jennifer Radner, Head of Cor-
KURSRISIKO ABGESICHERT. respondent Banking Markt Corporates bei der Raiffeisenlandesbank OÖ.
Ein hochwillkommener Sicherheitsanker in den unsicheren Zeiten rund
THOMAS SPITZER, GESCHÄFTSFÜHRER SE-AUSTRIA
um die Austrittsdebatte. ••
und Bürobauten spezialisiert. Die Bautätigkeit in
diesen Marktsegmenten unterliegt e
inem Sieben
jahreszyklus, wir gehen davon aus, dass das auch in
Zukunft so sein wird.“
Erwartet wird aber weniger Bauvolumen im Büro EIN EVENT ALS CHANCE
bereich wegen Teilverlagerungen der Finanzbranche
aus London. Thomas Spitzer weiter: „Stärkeren Die Wirtschaftskraft der Commonwealth Games
Einfluss auf unser Geschäft könnten Änderungen
Nur noch selten haben die Briten Gelegenheit, sich
bei Arbeitsgenehmigungen bzw. Einfuhrgebühren als Weltmacht zu fühlen. Die alle vier Jahre in einer
haben.“ Hier müsse man die Verhandlungsergebnisse anderen Stadt des einstigen British Empires abge-
abwarten. „Wir versuchen, unsere Auftragspolster so haltenen Commonwealth Games werden auf der
einzurichten, dass wir über einen Zeitraum von einein- Insel daher umso aufmerksamer verfolgt. Die Idee
halb bis zwei Jahren unsere Aufträge in UK gesichert zum sportlichen Wettkampf zwischen Athleten aus
haben, um in Ruhe die Details der Brexit-Vereinbarun- „britischen“ Nationen hatte man bereits Ende des
gen abwarten zu können. Mit Hinblick auf das Wech- 19. Jahrhunderts, heute sind die Commonwealth
selkursrisiko haben wir für alle laufenden Aufträge Games nach den Olympischen Spielen und den
den Wechselkurs gesichert.“ Eine Vorgangsweise, die Asia Games die weltweit drittgrößte Multisport-
er auch anderen UK-Exporteuren empfiehlt, die Raiff- Veranstaltung. Mit entsprechenden wirtschaftli-
eisenlandesbank OÖ ist auch in diesem Bereich bes- chen Auswirkungen. Anlässlich der im April 2018
tens vorbereitet. abgehaltenen Spiele an der Südostküste Australi-
ens berechnete die australische Griffith University
Netzwerke und Namen Gold Coast, eine der Topuniversitäten weltweit, die
Außerhalb des Großraums London, wo in strukturell wirtschaftlichen Auswirkungen des Megaevents.
schwächeren Regionen die EU-Förderungen weg Das Ergebnis: Durch die Spiele erhöht sich das
fallen werden, sei schon jetzt eine nachlassende Bruttoinlandsprodukt des Staates Queensland um
Konjunktur feststellbar, so Thomas Spitzer. Die
zwei Milliarden australische Dollar, mehr als 16.000
österreichische Bauwirtschaft werde aber in spezia Vollzeitarbeitsplätze werden geschaffen. „Jeder
lisierten Segmenten weiter Chancen haben, so man Dollar, der öffentlich für die Spiele ausgegeben
„über ein Netzwerk und Marktbekanntheit verfügt“. wird, löst private Investitionen von weiteren 70
Vorteilhaft ist in diesem Fall auch eine Beziehung zur Cent aus“, heißt es im Papier zum „Economic
Raiffeisenlandesbank OO: Deren Finanzexperten sind Impact“. Auch in den Jahren nach den Spielen soll
die Investitionstätigkeit nicht australischer Firmen
in der Region um zusätzliche rund 40 Millionen
Dollar pro Jahr steigen.
Womit die Ökonomen nicht gerechnet haben:
Viele Besucher scheuten den Weg nach Bris-
bane, weil sie eine Verschärfung der ohnehin
angespannten Stausituation befürchteten, das
Zuseherinteresse blieb hinter den Erwartungen
zurück. Diese Scharte soll bei den Spielen 2022
ausgemerzt werden, die dann im englischen
Birmingham stattfinden. Großbritannien will
Jennifer dafür kräftig und selbstbewusst in die touristi-
Radner, Head of sche Infrastruktur der Midlands investieren. Für
C orrespondent österreichische Exporteure und ihr ausgewie
Banking Markt senes Know-how in diesem Bereich eine her
Corporates, vorragende Gelegenheit, in UK (wieder) ins
Raiffeisen Geschäft zu kommen.
landesbank OÖ.
Die vorbereitete Bank. business 19Sie können auch lesen