DEPONIERST DU NOCH ODER WÄSCHST DU SCHON? - FSKB
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03|2021
Mai | Juni
53. Jahrgang
L’ INDUSTRIE SUISSE DES
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DEPONIERST DU NOCH ODER
WÄSCHST DU SCHON?
Neubau der Bodenwaschanlage und RC-Aufbereitungsanlage
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Biodiversität, aber wie?
Biodiversité comment?
A
près la vague verte de 2019, la Suisse
est maintenant balayée par un raz-de-
marée d’initiatives environnementales.
La dernière en date est « l’initiative bio-
diversité ». Cette initiative ne demande pas autre
chose que de mettre une cloche à fromage sur notre
pays. D’une part elle entend augmenter fortement
N
la surface des zones protégées en Suisse.
ach der grünen Welle von 2019 wird D’autre part elle veut limiter la marge de manœuvre
die Schweiz derzeit von einer Flutwelle des autorités cantonales et fédérales lors de la pesée
von Umweltinitiativen überrollt. Bei des intérêts pour un projet situé à proximité ou dans
der neusten handelt une telle zone protégée. Par ailleurs elle remet en
es sich um die „Biodiversitätsinitia- question la densification du milieu bâti, car selon
tive“. Diese Initiative fordert nichts „Die Initiative les initiant, cette densification dénature la physio-
anderes, als dass eine Käseglocke bestraft unsere nomie de nos villes et villages. C’est le serpent qui
über unser Land gestülpt wird. se mord la queue, si l’on se souvient que la densifica-
Zum einen will sie die Fläche der
Branche und tritt tion a été demandée par les milieux environnemen-
Schutzgebiete deutlich vergrös- ihren Beitrag zur taliste eux-mêmes, dans le but de freiner le mitage
sern. Andererseits will sie den Artenvielfalt mit du territoire. En voulant enlever toute marge de
Handlungsspielraum der kantona- manœuvre aux autorités cantonale et fédérale dans
len und eidgenössischen Behörden
Füssen.“ le cadre des pesées d’intérêts, l’ini-
bei der Interessenabwägung für «L’initiative tiative condamne notre branche et
Projekte, die in der Nähe oder in einem solchen
Schutzgebiet situiert sind, einschränken. Zudem
condamne notre foule aux pieds sa contribution à la
biodiversité. En effet, les sites d’ex-
hinterfragt sie die Verdichtung bebauter Siedlungs- branche et foule tractions de sable et gravier sont des
gebiete, weil diese Verdichtung nach Meinung der aux pieds sa utilisations temporaires du sol fores-
Initiatoren die Physiognomie unserer Städte und
Dörfer denaturiert.
contribution à la tier ou agricole. Pendant l’extraction
ils offrent des surfaces uniques pour
Die Initiative bestraft unsere Branche und unter- biodiversité.» la survie et le développement des
gräbt ihren Beitrag zur Artenvielfalt, indem sie espèces pionnières végétales et ani-
den kantonalen und eidgenössischen Behörden males en Suisse et après l’extraction
bei der Interessenabwägung den Ermessensspiel- ils retournent à leur affectation première. Nous avons
raum eingrenzt. Bei Sand- und Kiesabbaustätten confiance dans les lois qui encadrent déjà strictement
handelt es sich um temporär genutzte Forst- oder nos activités, dans les autorités qui sanctionnent nos
Landwirtschaftszonen. Während des Abbaus bieten projets et dans les larges voies de recours octroyées
sie einzigartige Flächen für das Überleben und die aux associations environnementales. Nous n’avons
Entwicklung von Pionierpflanzen- und -tierarten par contre pas besoin de « cloche à fromage » et reje-
in der Schweiz, und nach dem Abbau erlangen sie tons cette initiative.
ihren ursprünglichen Zustand zurück. Wir vertrauen
den Gesetzen, die bereits einen strengen Rahmen
für unsere Aktivitäten vorgeben, den Behörden, die
unsere Projekte genehmigen und den umfangreichen
Beschwerdemöglichkeiten, die Umweltverbänden
zur Verfügung stehen. Lionel Lathion,
Eine „Käseglocke“ jedoch benötigen wir nicht, und Präsident FSKB
wir lehnen diese Initiative ab. Président ASGB
DSB 03/2021 32021 3
Fotos: Case | Zirkulit AG | Heidelberger Cement | Messe München
» baunetzwerk.biz
Gemeinsamer
Onlineauftritt
der Fachzeit
36
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4 DSB 03/2021FSKB AKTUELL
06 Biodiversität
Revision NHG und Gegenvorschlag
08 Jahresversammlung SwissBeton
Aktive Kommissionsarbeit
10 Rücktitt aus dem FSKB-Vorstand
Gespräch mit Bobby Arnold
WIRTSCHAFT UND POLITIK
16 Bauwirtschaft
Der Weg des Dialoges in der Pandemie
17 Cemsuisse
Aktuelle Zahlen 1. Quartal 2021
18 Beschaffungswesen
Astra tätigte 3‘662 Beschaffungen
30
RECYCLING
21 Kreislaufwirtschaft als Ziel
Nachhaltiger bauen
24 Innovatives Baustoff-Recycling
Kreislaufwirtschaft in der Industrie
25 Kreislauf-Initiative Kanton Zürich
Politik kommt mit Gegenvorschlag
Zirkuläres Bauen liegt BAUSTOFFE
absolut im Trend 28 Simulation im Felslabor
Neue Analysen der Empa-Forschung
30 Zirkulit Beton für die Schweiz
Die Unternehmen Eberhard und Kästli machen den ersten zirkulä- Zusammenarbeit von Eberhard und Kästli
ren Beton für die ganze Schweiz verfügbar. 32 Lösung mit Porenbeton
Sanierung von Parkdecks
BAUMASCHINEN
36 Radlader von Case
Die neue G-Serie Evolution
38 Betonfertiger
Teamleistung im Verbund
40 Volvo mischt mit
Neuer Bagger in der 35-Tonnen-Klasse
32 47
BRANCHE
48 Bamag Road-Show
Tour durch die ganze Schweiz
50 Vollelektrischer Betonmischer
Beton-Lösung bauma auf Oktober Liebherr liefert Maschine an Kibag
IMPRESSUM
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DSB 03/2021 5FSKB Aktuell
Foto: FSKB
Renaturierte Kiesgruben sind wichtige Lebensräume für viele Fauna- und Floraarten.
Gesetzesrevision des NHG
Das UVEK plant die Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes
(NHG) als indirekten Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative.
WERNER MÜLLER
D
er FSKB hat die Vorlage in den verschie- das Funktionieren der gesamten Bauwirtschaft.
denen fachtechnischen Kommissionen Die Biodiversitätsinitiative hält beispielweise fest,
und Arbeitsgruppen des Verbandes dis- dass der Kerngehalt der Schutzwerte ungeschmälert
kutiert und wird in einem ausführlichen zu erhalten ist. Bei Kiesabbauprojekten ist man aber
Schreiben dazu Stellung nehmen. Im Grundsatz regelmässig gezwungen, Schutzwerte vorübergehend
lehnt der FSKB die Biodiversitätsinitiative ab und „Das regionale einzuschränken und anschliessend wiederherzustel-
unterbreitet dem Bundesrat zur Gesetzesrevision Kiesgruben- len oder mit Ersatzmassnahmen und Aufwertun-
(Gegenvorschlag) einige Vorschläge zur Optimie- gen einen vergleichbaren Wert zu schaffen. Das
rung, Verbesserung des zu revidierenden Gesetzes. netz ist die Natur- und Heimatschutzgesetz hält diesbezüglich
Basis für eine fest, dass selbst Objekte von nationaler Bedeutung
Biodiversität als wichtiges Ziel Versorgung entweder ungeschmälert zu erhalten oder unter
Der Verband begrüsst die Stossrichtung der Vorlage. Einbezug von Wiederherstellungsmassnahmen die
Biodiversität ist ein wichtiges Ziel für die Zukunft mit minimalen grösstmögliche Schonung verdienen.
unserer Natur und Landschaft. Der FSKB erachtet Transportdis- Die vorliegende Initiative gefährdet mit der
es deswegen als positiv, dass untersucht wird, ob tanzen.“ Forderung des in jedem Fall durchzuführenden,
und falls ja wie das Natur- und Heimatschutzge- ungeschmälerten Erhalten des Kerngehalts aller
setz – NHG zu Gunsten der Biodiversität angepasst Schutzwerte und mit dem ersatzlosen Verzicht auf
werden kann. Zudem vertritt nach seiner Überzeu- die bisher im NHG enthaltende Variante „Grösst-
gung die Initiative extreme Anliegen. Sie gefährdet mögliche Schonung / Ersatzmassnahmen oder Wie-
die mineralische Rohstoffversorgung und somit derherstellung“ das Funktionieren der inländischen
6 DSB 03/2021FSKB Aktuell
mineralischen Rohstoffversorgung. Dies hätte zur ohne dass bestimmten Interessen Vorrang vor gewis-
Folge, dass die voluminösen und schwergewichti- sen anderen Interessen zugebilligt wird. Dabei ist es
gen Materialien über lange Strecken aus dem Aus- wichtig, dass die mineralische Rohstoffversorgung
land hergebracht werden müssten, was ökologisch diejenige Priorität erhält, welche ihr auf Grund ihrer
und ökonomisch widersinnig wäre. Der Bundesrat effektiven Bedeutung zusteht. Aus versorgungstech-
lehnt deswegen die Initiative aus Sicht des FSKB zu nischen Gründen ist es von entscheidender Bedeu-
Recht ab. Wichtig ist dem Verband eine transparente tung, dass Kiesschichten mit idealer geologischer
Information der Stimmbürger und dass der Initia- Beschaffenheit, die nahe von grossen bestehenden
tive diesbezüglich ein wirksamer Gegenvorschlag Verarbeitungsanlagen sowie von aktuellen und künf-
gegenübergestellt wird. tigen Grossbaustellen liegen, im Einzelfall auch dann
abgebaut werden können, wenn sich der Standort
Aktives Fördern von Natur und Kiesabbau „Die vorlie- in einem nationalen Inventar befindet. Planungs-
Die Kiesunternehmen und der FSKB engagieren sich gende Initia- sicherheit, umfassende unternehmerische Hand-
seit über dreissig Jahren mit Konzepten, Schulun- lungsspielräume ohne unnötige Regulierungen und
gen und vor-Ort-Einsätzen für das wirkungsvolle
tive gefährdet ganzheitliche Interessensabwägungen sind für den
Ausschöpfen des Ökologiepotentials in Kiesab- das Funkti- FSKB Standortfaktoren.
baustellen. Die Unternehmen legen seit langem onieren der
freiwillig mit Erfolg während dem Abbau in ihren Unternehmerische Freiräume gewähren
Kiesgruben wichtige Lebensräume für viele Fauna-
inländischen Aus all diesen Überlegungen fordert der FSKB, dass
und Floraarten an. So fördern sie beispielsweise mineralischen der bundesrätliche Gegenvorschlag den Kiesunter-
die ökologische Dynamik in aktiven Kiesgruben, Rohstoffver- nehmen die nötigen Freiräume gewährt, geeignete
indem sie gezielt Magerstandorte, temporäre und Voraussetzung für die Vernetzung der verschiedenen
ausdauernde Gewässer sowie ökologisch wertvolle
sorgung.“ Lebensräume zu schaffen. Auf das Vorgeben einer
Strukturen mit Holz, Sand und Steinen erstellen und pauschalen Quote „Biodiversitätsschutzflächen“
während dem gesamten Abbau- und Auffüllprozess von 17% ist zu verzichten. Im Weitern verlangt er,
bewirtschaften. Viele Abbaustellen werden für ihre dass Fachverbände und Branchenorganisationen
Naturleistungen durch die Stiftung Natur und Wirt- in Gebieten mit besonderen Nutzungen wie bei-
schaft zertifiziert. spielsweise der Kiesabbau von den Kantonen und
Gemeinden beigezogen werden, um im Einzelfall
Regionale Versorgung mit Rohstoffen zu prüfen, wie Biotope und Korridore während der
Der Verband setzt sich seit vielen Jahren für eine Rohstoffgewinnung temporär verschoben oder
lokale Versorgung ein und unterstützt den Auf- und aufgelöst sowie nach der Rohmaterialgewinnung
Ausbau eines feinmaschigen Kiesgrubennetzes. wiederhergestellt werden können. W
Dieses Netz legt die Basis für eine Versorgung mit
minimalen Transportdistanzen. Da es sich bei Kies
und den übrigen Steine- und Erdenmaterialien um
schwergewichtige Massenprodukte handelt, führen
die minimale Transportdistanzen in der Regel zu
besonders nachhaltigen Lösungen. Dieser Aspekt
ist zu berücksichtigen, wenn es darum geht, im Rah-
men einer gesamthaften Interessensabwägung im
Zusammenhang mit einem zu bewilligenden Kiesab-
bau Schutzflächen vorübergehend als Wanderbiotop
innerhalb des Abbaus zu ersetzen. Voraussetzung
für dieses Engagement zu Gunsten der Natur ist der
Kiesabbau. Es ist wichtig, dass der Kiesabbau und
die Massnahmen zu Gunsten der Natur während des
Kiesabbaus im Rahmen der Abbaubewilligung unter
der Ägide des Unternehmers koordiniert geplant
werden. Regulierungen, welche den diesbezüglichen
Handlungsspielraum einengen, sind zu verhindern.
Versorgungstechnische Bedeutung
Foto: SMD
Die Schweizerische Kies- und Betonindustrie ist auf
eine funktionierende und alle Interessen umfas-
sende und beurteilende Raumplanung angewiesen, Naturschutz und Biodiversität haben in der Schweiz einen hohen Stellenwert.
DSB 03/2021 7FSKB Aktuell
Foto: Hansueli Schärer
Betonwerker ist eine äusserst abwechslungsreiche Ausbildung. Sie wird von den Schweizer Betonvorfabrikaten angeboten.
Generalversammlung SwissBeton
SwissBeton ist der Fachverband für Schweizer Hersteller von hochwertigen Betonprodukten.
Am 4. Mai 2021 fand die Generalversammlung werden. Die technischen Herausforderungen,
von SwissBeton per Spatial.chat (Online-Mee- welche eine Online-Veranstaltung mit sich
ting) statt. Die Veranstaltung konnte wegen bringt, wurden von der Organisation wie auch
den geltenden Corona-Bestimmungen nicht wie dem Präsidenten gut gemeistert. Alle Fachgrup-
geplant im Energy Park Lauperdorf durchgeführt pen hatten Gelegenheit, ihre Aktivitäten kurz
vorzustellen.
„Hoffentlich Intensive Arbeit in den Fachgruppen
Die Fachgruppe Bildung informierte beispiels-
können wir weise über die Umsetzung einer neuen Werbe-
uns bereits kampagne für die vielseitige Ausbildung zum
zur Herbst- Betonwerker. Die Fachgruppe Marketing hat
sich zum Ziel gesetzt, das Printmagazin „Grau“
versammlung neu als Online-Magazin zu produzieren und
wieder per- so den Leserkreis zu erweitern sowie auch die
sönlich sehen.“ Kontinuität von neuen spannenden Inhalten
zu erhöhen. Der Präsident, die Mitglieder des
Ueli Büchi Vorstandes und die Geschäftsstelle wurden alle
einstimmig von der Mitgliederversammlung
wiedergewählt.
In seinem Schlusswort bekräftigte SwissBe-
ton-Präsident Ueli Büchi die Hoffnung, dass die
Herbstversammlung wieder in gewohntem Rah-
men, mit persönlichen Begegnungen, informel-
Handwerksberufe, insbesondere die Ausbildung als lem Austausch und dem üblichen Schluss-Apéro
Betonwerker, bieten eine gute Zukunftsperspektive. stattfinden kann. DORIS HÖSLI, SWISSBETON W
8 DSB 03/2021Leise und sauber abladen? Aber gerne! Unsere elektrischen Fahrmischer. Umweltfreundlicher Betontransport mit bis zu 30 Prozent Kraftstoffeinsparung bei der Hybrid-Version. Die ETM-Baureihe ist perfekt für emissionsfreie Baustellen. Auch als vollelektrischer Fahrmischer lieferbar. liebherr.com Betontechnik
FSKB Aktuell
„Zentral ist es aus meiner
Sicht, dass der FSKB nahezu
die gesamte Branche der Kies-
Foto: Arnold & Co. AG
unternehmen abdeckt.“
Franzsepp Arnold
Franzsepp „Bobby“ Arnold.
Rücktritt nach 24 Jahren
Auf die GV 2021 hat Franzsepp Arnold seinen Rücktritt angekündigt.
WERNER MÜLLER
Franzsepp Arnold, am 6. Juni 1997 wurden „Es war für sende Gründung des FSKB, der Aufbau des SÜGB
Sie in Zug von den Mitgliedern der FSKB– und die Professionalisierung des Inspektorates. In
Vorgängerorganisation, dem FSK – Fach- mich immer politischer Hinsicht war es die Unterscheidung in
verband für Sand und Kies, in den Vorstand ein Anliegen, temporäre und dauerhafte Bodennutzung beim
gewählt. Wie war es damals im Vorstand? dass im FSKB Festlegen der Mehrwertabschöpfung. Der Stel-
»»Franzsepp Arnold: Ja, das ist schon eine ganze lenwert und die Kenntnisse der mineralischen
Weile her. Damals waren wir mehr KMU-Unter-
neben den Rohstoffgewinnung bei den Bundesbehörden ist
nehmer im Vorstand. Das prägte natürlich auch Aspekten des in dieser Zeit deutlich gewachsen. Aber auch die
den persönlichen Zusammenhalt untereinander. Trockenab- Herausnahme unserer Unternehmen aus dem Gel-
Dann erinnere ich mich, dass wir deutlich weniger tungsbereich des LMV und des GAV FAR war ein
Papiere und Formulare brauchten. Der schriftli-
baus auch Meilenstein. Auch die deutlichere Einflussnahme
che Austausch ging noch per Post und Fax. Eine diejenigen des unseres Verbandes auf die Abfallgesetzgebung ist
Innerschweizer Kiesunternehmerin wurde damals Nassabbaus in da zu erwähnen. In technischer Hinsicht blicke ich
mit einem Weinpräsent honoriert, als sie das erste gerne auf den Auf- und Ausbau unserer technischen
E-Mail an die Geschäftsstelle sandte.
die Verbands- Fachstelle zurück.
arbeit einflies-
Was sind für Sie die Meilensteine, die Sie sen und ihren Wodurch zeichnet sich aus Ihrer Sicht der
im FSK und FSKB als Vorstandsmitglied FSKB aus?
erlebt haben?
Platz haben.“ »»Arnold: Zentral ist, dass der FSKB nahezu die
»»Arnold: In organisatorischer Hinsicht war das der gesamte Branche der Kiesunternehmen in der
Zusammenschluss mit dem VSTB und die anschlies- Franzsepp Arnold Schweiz abdeckt. Ein so hoher Organisationsgrad
10 DSB 03/2021FSKB Aktuell
ermöglicht es, viele gemeinsame Themen anzupa- wichtig, dass auch physische Treffen baldmöglichst
cken und kluge Lösungen zu finden. Der konstruk- wieder zurückkehren.
tive Austausch, die gute Arbeit in den zahlreichen
Arbeitsgruppen und die Vernetzung ergeben ein Was sind ihre Wünsche für die Zukunft der
besonderes Zusammengehörigkeitgefühl. Ich habe „Die hohe Branche?
durch meine Vorstandsarbeit zahlreiche gute, auch »»Arnold: Die Rohstoffgewinnung muss in unse-
persönliche Kontakte gewonnen. Fachkom- rem Land weiterhin möglich sein. Damit verbunden
petenz der soll ein Abbau der unnötigen Regulierungen dem
Ein Verband lebt vom persönlichen Gedan- FSKB-Mitglie- Unternehmer mehr Spielraum verschaffen. Ebenso
kenaustausch. Dieser ist im Moment pan- wäre eine vermehrte Berücksichtigung von qualita-
demiebedingt nur eingeschränkt möglich. der fördert tiven Aspekten in den Ausschreibungen durchaus
Wie geht der FSKB mit diesem Handicap das Image der wünschenswert.
um? ganzen Kies-
»»Arnold: Sobald ein Verband die Bedürfnisse seiner Wie sieht ihre persönliche Zukunft aus?
Mitglieder nicht mehr „spürt“, hat er ein Problem.
und Beton- »»Arnold: Als Unternehmer habe ich in den nächs-
Der FSKB mit seiner föderalen Struktur und seinen Branche.“ ten Jahren durchaus noch ein paar Herausforderun-
zahlreichen professionell organisierten Anlässen gen. Zwei Grossbaustellen – die zweite Gotthard
legte grossen Wert auf die Nähe zu den Mitglie- Franzsepp Arnold röhre und der Axentunnel – werden mich da sicher
dern. Videokonferenzen sind da bloss ein Hilfsmit- auf Trab halten. Auch bei den Dampferfreunden
tel. Die Tonalität, die Mimik und die Emotionen in Vierwaldstättersee bin ich gefordert. Ich werde
einer Diskussion sind auf diese Weise nur bedingt es aber auch geniessen, etwas mehr Zeit für das
erlebbar. Gerade weil wir in unserer Branche diesen Familienleben und meine bald sieben Grosskinder
Austausch immer gross geschrieben haben, ist es zu haben. W
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11FSKB Aktuell
Foto: FSKB
Eine Magerwiese bietet eine bunte Vielfalt an Blumen und Gräsern.
Eine bunte Vielfalt
Farbenfrohe und duftende Blumenwiesen erfreuen Menschen - und bieten Insekten sowie ande-
ren Tieren eine überlebenswichtige Umgebung.
Damit eine solche Wiese in voller Blütenpracht chen Wiesen dementsprechend kleiner als heute.
gedeiht, müssen beim Erstellen und Bewirtschaf- Diese sehr extensiven Bewirtschaftung war für die
ten einige relevante Punkte beachtet werden. dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten gut
Eine zentrale Voraussetzung ist: Geduld. Unsere verträglich.
Landschaft ist geprägt von Infrastruktur, produk- Das Rad der Zeit kann nicht zurückgedreht
tiver Landwirtschaft und Wald. Blumenwiesen „Die Renatu- werden. Gerade deshalb ist es wichtig, im Rahmen
findet man nur sporadisch. Vor der Intensivierung rierung von der Endgestaltungen von Abbaustellen solch öko-
der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Abbaugebie- logisch wertvolle und artenreiche Blumenwiesen
Einbringen von Kunstdünger waren Blumenwie- neu zu erstellen. Mit der richtigen Nutzung sind
sen sehr häufig im Landschaftsbild anzutreffen. ten ist eines diese extensiven Wiesenflächen für die Förderung
Der Nutzen von Magerwiesen ist für die heutige der wichtigen der Artenvielfalt von zentraler Bedeutung.
Lebensmittelproduktion nur von geringer Bedeu- Ziele der Kies-
tung. Früher hatten die Landwirte beispielsweise Ansprüche an den Bodenaufbau, Ansaat
meist nur wenige Kühe, welche auch bedeutend branche.“ und Nutzung
weniger Milch gaben. Gefüttert wurden sie mit Blumenwiesen und insbesondere Magerwiesen
Gras und Heu aus eigener Produktion. Entspre- entwickeln sich am besten auf Böden mit gerin-
chend war der Nährstoffeintrag aus hofeigenem gem Nährstoffangebot. Wird eine solche Wiese
Mist und Gülle nur gering und der Ertrag von sol- neu angelegt, sollte möglichst nährstoffarmes und
12 DSB 03/2021FSKB Aktuell
durchlässiges Material verwendet werden. Ein Perfektion in der Natur: Sa-
kiesiger Aushub oder ein kiesig/sandiger Unterbo- menstand des Habermarch.
den eignen sich am besten. Nährstoffarmen Ober- Foto: FSKB
boden von Baustellen gibt es nicht, da praktisch
alle Böden durch die jahrzehntelange Düngung
angereichert wurden. Nährstoffarme Unterböden
sind punktuell noch erhältlich.
Für eine frische Magerwiese kann es
mehrere Jahre dauern
Für die richtige Saatmischung und das Ausbrin-
gen des Saatgutes lohnt es sich, mit Fachleuten
zusammen zu arbeiten. Im Angebot gibt es neben
verschiedenen handelsüblichen Mischungen
auch regionale standortheimische Mischungen,
oder es kann mittels Schnittgutübertrag begrünt
werden. Bis eine frisch angelegte Magerwiese in
voller Blüte steht, kann es mehrere Jahre dauern.
Bei der Wahl des Saatgutes oder des Schnittgutes
muss die Frage der zukünftigen Nutzung/Pflege Ein Schachbrettfalter be-
sowie der Verwendung von Gras/Heu sorgfältig vorzugt Blumenwiesen als
abgeklärt werden. Lebensraum.
Foto: FSKB
Die Artenvielfalt fördern
Wichtig ist, dass der erste Schnitt erst nach
Mitte Juni ausgeführt wird. Das Gras soll vor Ort
getrocknet werden, sodass die Blumen versamen
können. Die Artenvielfalt wird zudem gefördert,
wenn der Schnittzeitpunkt nicht alle Jahre genau
im selben Zeitraum erfolgt. Unterstützend für
eine hohe Artenvielfalt ist auch ein abschnitts-
weises Mähen und Heuen sowie das Stehenlas-
sen von Pflanzen als Rückzugsmöglichkeit für
Insekten. Anleitungen für die Nutzung und den
Unterhalt von Blumenwiesen und Magerwiesen
werden in der Direktzahlungsverordnung und in
Dokumentationen zu den Biodiversitätsförderflä-
chen (BFF) beschrieben.
Die Hummel findet Nektar in
Wertvoller Lebensraum den Blüten des Rotklees.
Eine Blumen- oder Magerwiese gehört zu den Foto: FSKB
artenreichsten Lebensräumen bei uns und bietet
unzähligen Insekten sowie anderen Tieren Nah-
rung und Unterschlupf. Strukturen mit Steinen,
Sand, Ästen oder Wurzelstöcken sind ideale
Ergänzungen zur Wiesenvegetation. Lässt ein
Endgestaltungsprojekt zu, dass am Rand Hecken
gepflanzt und Gewässer erstellt werden können,
sind dies die optimalen Grundlagen für die Ent-
stehung eines abwechslungsreichen Ökosystems
für zahlreiche Arten. Grundsätzlich gilt: je vielfäl-
tiger das Lebensraumangebot, desto grösser die
Artenvielfalt. Blühenden Blumen- und Magerwie-
sen erfreuen auch uns Menschen und steigern die
Attraktivität des Landschaftsbildes enorm.
DORIS HÖSLI W
DSB 03/2021 13FSKB Aktuell
Foto: Radisson
Das Hotel Radisson Blue in Andermatt war als Austragungsort der Mitgliederversammlung 2021 vorgesehen.
Physische Versammlung Ausstellung „Materia
Helvetica“ in 2022
verschoben Die Ausstellung „Materia Helvetica“
Die Mitgliederversammlung des FSKB ist für die ganze Branche im Bundeshaus sollte während des
Sommerhalbjahres die Potenziale
ein wichtiger thematischer und gesellschaftlicher Höhepunkt. und Herausforderungen der Nutzung
lokaler mineralischer Rohstoffe in der
Schweiz thematisieren.
Auch für diesen Juni ist unter der Ägide schon, auf schriftlichem Weg eingeholt.
von FSKB-Vorstandsmitglied Bobby Die entsprechenden Unterlagen werden Bundeshaus
Arnold, wie schon im Vorjahr, eine den Mitgliedern in den nächsten Wochen als idealer Standort
Top-Veranstaltung im Hotel Radisson zugesandt. Unsere Gesellschaft ist angewiesen auf
Blue in Andermatt geplant worden, die mineralische Rohstoffe wie Kies, Sand,
aufgrund der aktuellen Situation so leider Organisation für 2022 Kalk, Mergel, Ton, Zartgestein, Natur-
nicht durchgeführt werden kann. steht weitgehend stein, Salz und Gips. Sie bilden die
Die Organisation der Versammlung in Grundlage unserer Bauten und unserer
Vorstand beschliesst Andermatt, insbesondere das Rahmen- Infrastruktur. Bei gewissen Materia-
erneut schriftliche GV programm, steht weitgehend. Sollten Ver- lien drohen aber schon innerhalb der
Mit Bedauern hat der FSKB-Vorstand anstaltungen in dieser Grössenordnung nächsten zehn Jahre Versorgungslü-
sich dazu entschlossen, auch dieses Jahr wieder möglich sein, findet die nächste cken. Eine Abhängigkeit von Importen
auf die Durchführung einer Mitglieder- physische Mitgliederversammlung am ist daher nicht auszuschliessen.
versammlung wie im geplanten Rahmen Freitag und Samstag, 13./14. Juni 2022 in Nachdem die Ausstellung aus
zu verzichten. Rund 300 Personen wären Andermatt statt. Der Vorstand gibt seiner Gründen der Pandemie bereits 2020
da zusammengekommen. Dies erlaubt Hoffnung Ausdruck, dass im Sinne der verschoben werden musste, wird
die derzeitige Pandemiesituation nicht. Gesundheit aller diese Einschränkung nun von den Veranstaltern als neuer
Ebenso besteht derzeit keine Planungssi- richtig und angemessen war. Die weite- Ausstellungzeitpunkt das Frühjahr
cherheit für Veranstaltungen dieser Art. ren Informationen über die Verbands- 2022 genannt. Das Thema bleibt trotz
Die nötigen Versammlungsbeschlüsse geschäfte werden ordnungsgemäss auf Verschiebung top-aktuell. (WM)
der Mitglieder werden, wie bereits 2020 schriftlichem Weg erfolgen. (WM) W
14 DSB 03/2021Branche
Foto: bauma
Die Bauma heisst die Besucher
neu im Oktober 2022 in
München willkommen.
bauma auf Oktober 2022 verschoben
Die bauma, Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahr-
zeuge und Baugeräte, wird in den Herbst 2022 verschoben.
Mit der Entscheidung hätten erfüllen können. Schliesslich Harte, aber notwendige
Aussteller und Besucher kamen die Teilnehmer der Entscheidung
jetzt Klarheit und Planungs- letzten bauma aus über 200 Joachim Schmid, Geschäfts-
sicherheit, betont Klaus Ländern der Welt. Von daher führer des VDMA-Fachver-
Dittrich, Vorsitzender der ist die Entscheidung konse- bands Baumaschinen und
Geschäftsführung der Messe quent und folgerichtig.“ Baustoffanlagen, trägt die Ent-
München: „Die Entscheidung, scheidung mit und begrüsst,
die bauma zu verschieben, ist Digitalisierung und dass die Messe München
uns natürlich nicht leichtge- Nachhaltigkeit im Fokus dem Wunsch der Industrie „Wir brauchen
fallen. Wir mussten sie aber In Abstimmung mit der gefolgt ist: „Die Entscheidung
jetzt treffen, noch ehe die Branche wurden bereits die ist zwar hart, aber sie gibt Planungssicher-
Aussteller mit ihren Planun- wichtigsten Branchenthemen allen Beteiligten die notwen- heit für alle
gen für den Messeauftritt der bauma 2022 definiert. dige Planungssicherheit. Die Beteiligten.“
beginnen und entsprechende Rund um die Megatrends Digi- Branche wird jetzt alles für
Investments tätigen. Die talisierung und Nachhaltigkeit eine starke bauma im Oktober
aktuelle Situation macht die wird die bauma 2022 folgende 2022 tun. Dafür braucht sie Joachim Schmid,
Teilnahme sowohl für Aus- Themen in den Fokus stellen: die bauma als Innovationsba- Geschäftsführer VDMA.
steller wie auch für Besucher ɓɓ Der Weg zur Null-Emission rometer und Networkingplatt-
schwer planbar. Unter diesen ɓɓ Digitale Baustelle. form. Im Oktober nächsten
Umständen hätten wir unser ɓɓ Bauweisen und Materialien Jahres werden wir uns alle
zentrales Versprechen, dass von morgen. wieder in München treffen.“
die Weltleitmesse bauma die ɓɓ Der Weg zu autonomen (WM) W
ganze Bandbreite der Branche Maschinen.
abbildet und internationale ɓɓ Bergbau – nachhaltig, Web-Wegweiser:
Reichweite generiert, nicht effizient, zuverlässig. w www.bauma.de
DSB 03/2021 15Wirtschaft
Foto: smd
Das gewählte Vorgehen der Verbände hat sich bewährt.
Der Weg des Dialogs hat sich bewährt
In den vergangenen Monaten haben Bau- und Planungsunternehmen und die SBB Vereinbarun-
gen über die Entschädigung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie abgeschlossen.
Das gewählte Vorgehen hat sich bewährt: Mitt- erarbeiteten, ist bisher einzigartig und darf als
lerweile sind praktisch alle Nachtragsverhand- Erfolg gewertet werden. Die Erkenntnisse und
lungen abgeschlossen und die SBB fand mit allen Lehren aus dem Projekt wollen beide Seiten für
Lieferanten eine Einigung, ohne ein einziges Mal die weitere Zusammenarbeit nutzen. Die SBB
die Gerichte zu bemühen. Die Vorgehensweise für wie auch die Verbände wollen etwa bei Beschaf-
die Abwicklung der Nachtragsforderungen wurde fungen den Qualitätswettbewerb gegenüber dem
vom Schweizer Baumeisterverband, Infra Suisse, reinen Preiswettbewerb stärken, indem beispiels-
der Vereinigung Schweizerischer Bahntechnik-Un- weise «bisherige Erfahrungen» der Zusammenar-
ternehmen, der Vereinigung Schweizerischer beit in zukünftige Vergaben einfliessen können.
Gleisbauunternehmer sowie der Schweizerischen „In schwieri- Auch hat sich gezeigt, dass ein standardisierter
Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmun- gen Zeiten und beschleunigter Nachtragsprozess Vorteile
gen USIC und der SBB entwickelt. bringt.
ist es um so
Nachtragsverhandlungen abgeschlossen wichtiger, 270 Baustellen kurzfristig von Unterbruch
Rückblickend wird das gewählte Vorgehen sowohl dass man eine betroffen
von den Bau- und Planungsunternehmen als Unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle
auch der SBB weitgehend positiv bewertet. So gemeinsame hatte die SBB im März 2020 kurzfristig ungefähr
sind zehn Monate nach der Vereinbarung mit den Ebene für den 270 Baustellen für den Ausbau und die Erneue-
Bauverbänden praktisch alle Nachtragsverhand- Dialog findet.“ rung der Bahninfrastruktur temporär herunterge-
lungen abgeschlossen, und die SBB fand mit allen fahren. Angesichts der Menge der zu erwartenden
Lieferanten eine Einigung, ohne ein einziges Mal Nachträge suchte die SBB Infrastruktur das
die Gerichte zu bemühen. Gespräch mit den Branchenverbänden. Im Mai
Der Weg des Dialogs zwischen den Ver- 2020 einigte man sich auf ein Konzept, wie mit
bänden und der SBB sowie zwischen der SBB Nachträgen aus der Bauwirtschaft umzugehen sei.
und den Unternehmen hat sich bewährt. Ziel war es, diese fair, rasch und unbürokra-
Dass sich eine Bauherrschaft und Branchen tisch abzuwickeln. Die Pandemie stellt sowohl die
organisationen gemeinsam Grundlagen für das SBB wie auch die Baubranche vor grosse Heraus-
Vorgehen bei den Nachtragsverhandlungen forderungen. CORINE FIECHTER W
16 DSB 03/2021Wirtschaft
Zementlieferungen im 1. Quartal 2021
Die einheimische Beton- und Zementbranche verzeichnet auch im neuen Jahr einen weiteren
Zuwachs der Lieferungen von klima-reduzierten Zementen.
Die Zementlieferungen der werden. Der Anteil der reinen
schweizerischen Zementindus- Portlandzemente (CEM I) an
trie haben im ersten Quartal den gesamten Lieferungen
2021 nur leicht abgenommen reduzierte sich gegenüber dem
(1,1 Prozent) gegenüber dem ersten Quartal 2020 weiter von
ersten Quartal 2020, welches 7,5 Prozent auf 5,4 Prozent.
als letztes noch nicht vollstän-
dig von der Corona-Situation CEM-II-Zement mit Plus
Foto: wm.
betroffen war. Wiederum Die Lieferungen erfolgten im
einen leichten Zuwachs konnte ersten Quartal 2021 zu 39,6
bei den Lieferungen von den Prozent auf der Schiene, der
CO2-ärmeren CEM-II-Zemen- restliche Anteil auf der Strasse. 20,6 Prozent der Lieferungen ten von Betonwaren. (WM) W
ten verzeichnet werden, welche Der grösste Anteil des Zements erfolgte an Ortbetonanlagen
mit 90,1 Prozent nach wie (72,2 Prozent) wurde an von Grossbaustellen und ledig- Web-Wegweiser:
vor am stärksten nachgefragt Transportbetonwerke geliefert, lich 5,4 Prozent an Produzen- w www.cemsuisse.ch
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Foto: SMD
Das Astra ist unter anderem für den Bau der Autobahnen zuständig.
Astra: 3’662 Beschaffungen getätigt
Im Jahr 2020 hat das Bundesamt für Strassen (Astra) insgesamt 3‘662 Beschaffungen mit einem
Gesamtwert von über 1,9 Milliarden Franken getätigt.
Der Bericht zum Beschaffungswesen des Astra Die Vergaben richteten sich nach den gesetz-
gibt Auskunft über die im letzten Jahr beschaff- lichen Vorgaben. Das Beschaffungsrecht wurde
ten Planungs- und Projektierungsleistungen im per Anfang 2021 angepasst, wodurch sich u.a.
Bauwesen, Bauherrenunterstützungsleistungen, auch geringfügige Änderungen an den Schwel-
Bauarbeiten, Signalisationen oder Informatikleis- lenwerten ergeben. Im Berichtsjahr galten jedoch
tungen. Dafür hat das Astra in 2020 insgesamt noch die alten Schwellenwerte:
3‘662 Beschaffungen (2019: 3‘557 Beschaffungen) ɓɓ Beim offenen Verfahren («WTO-Verfahren»,
mit einem Gesamtwert von über 1,9 Milliarden ab 230‘000 Franken bzw. bei Bauaufträgen ab 2
Franken (2019: 1,7 Milliarden Franken) getä- „Die Wirt- Millionen Franken) wird der Auftrag öffentlich
tigt. Nicht berücksichtigt in diesen Zahlen sind schaftlichkeit auf www.simap.ch ausgeschrieben, und alle
Beschaffungen von Dritten, namentlich für den
Betrieb der Nationalstrassen durch die Gebiets
und die Qua- Anbieter können sich bewerben. 2020 hat das
Astra Aufträge im Wert von über 1,5 Milliarden
einheiten sowie für die Netzfertigstellung, bei lität sollen bei Franken im offenen Verfahren vergeben, was
welcher in der Regel kantonales Beschaffungs- der Beschaf- 77 Prozent des Gesamtbetrags und 10 Prozent
recht zur Anwendung kommt.
fung eine der Anzahl Aufträge entspricht.
ɓɓ Beim Einladungsverfahren (ab 50‘000 Franken
Mehrere grosse Aufträge vergeben wichtige Rolle bei Lieferungen sowie ab 150‘000 Franken bei
Im Jahr 2020 erteilte das Astra drei Zuschläge für spielen.“ Dienstleistungen und Bauleistungen) werden
Werk- und Lieferverträge über 50 Millionen Fran- mindestens drei Anbieter zur Einreichung eines
ken. Dabei handelt es sich um die schweizweite Angebots eingeladen. Das Astra hat im Jahr
Netzwerkausrüstung mit Betriebs- und Sicher- 2020 insgesamt 82,7 Millionen Franken (vier
heitsausrüstung (BSA), die Hauptarbeiten für den Prozent des Gesamtbetrags und vier Prozent
Halbanschluss und die Überdeckung Weiningen der Aufträge) im Einladungsverfahren vergeben.
sowie das Hauptlos für die Pannenstreifenumnut- ɓɓ Im freihändigen Verfahren werden die Anbie-
zung Bern-Wankdorf – Muri. ter ohne Ausschreibung ausgewählt und die
18 DSB 03/2021Wirtschaft
Aufträge direkt vergeben. Im Jahr 2020 hat
das Astra insgesamt 322 Millionen Franken
freihändig vergeben (16 Prozent des Gesamt-
betrags, 84 Prozent der Anzahl Aufträge). Es
handelt sich hierbei mehrheitlich um Beschaf-
fungen unter 150‘000 Franken (Dienstleis-
tungen und Bauleistungen) beziehungsweise
unter 50‘000 Franken (Lieferungen). Bei
rund 40 Prozent des freihändig vergebenen
Volumens handelt es sich um Nachträge, deren
Grundverträge oft im Wettbewerbsverfahren
vergeben wurden.
Insgesamt wurden mit über 1‘800 Firmen
Verträge abgeschlossen, davon rund 200 Arbeits-
gemeinschaften (ARGEs) und Ingenieurgemein-
schaften (INGEs). Die Spanne reicht von der
international tätigen Bauunternehmung bis zum
Einpersonenbetrieb aus der IT-Branche.
Mehrheitlich schweizerische Auftragnehmer
Eine Auswertung der Zuschläge nach Kantons-
gebieten zeigt, dass Auftragnehmende aus allen
Landesgegenden von Aufträgen des Astra profitie-
ren. Betragsmässig gingen am meisten Zuschläge
in die Kantone Zürich, Bern, Aargau und Tessin.
Obwohl die offenen Ausschreibungen auch aus-
ländischen Firmen offenstehen, gingen lediglich
19,4 Millionen Franken an ausländische Auftrag-
nehmer – rund ein Prozent der Vergabesumme.
Das Astra beschafft Bau- und Dienstleistungen
sowie Güter für die Erfüllung seiner Aufgaben. Der
Zuschlag erfolgt gemäss den rechtlichen Vorgaben
an den Anbieter mit dem wirtschaftlich günstigs-
ten Angebot. Dass dem wirtschaftlich günstigsten
Angebot der Zuschlag erteilt wird, bedeutet nicht,
dass der Preis das einzige Kriterium bei der Wahl
des Angebots ist. Neben dem Preis werden auch
weitere Kriterien wie zum Beispiel die Qualität
berücksichtigt. WERNER MÜLLER, PD. W
Web-Wegweiser:
w www.astra.admin.ch
Foto: SMD
Zahlreiche Projekte und Teilprojekte werden jedes Jahr
realisiert.
DSB 03/2021 19Wirtschaft
Spaziergang: Die Schweiz der Zukunft
In einer Umfrage wollte der Schweizerische Baumeisterverband SBV von den Schweizern letztes
Jahr wissen, wie die Schweiz im Jahr 2040 aussehen soll.
sich das Spiel. Die interaktive Ausstellung ist im
April und Mai im Verkehrshaus Luzern für alle
Interessierten geöffnet. Am 8. April 2021 wurde
sie anlässlich eines Medienrundganges von Bene-
dikt Koch, Direktor SBV, und Kurt A. Zurfluh,
Geschäftsführer Zentralschweizer Baumeisterver-
bände, offiziell eröffnet.
Dialog wird weitergeführt
„Die Resultate unserer Umfrage zeigen hohe
Ansprüche an die bauliche Schweiz der Zukunft
mit teilweise auch widersprüchlichen gesell-
schaftlichen Anforderungen, denen sich die Bau-
wirtschaft gerne stellt“, meint dazu SBV-Direk-
tor Koch. „Thematisiert werden für die Zukunft
an Bedeutung gewinnende Spannungsfelder und
Themenfelder wie beispielsweise der Mehrheits-
wunsch nach Wohnen im Einfamilienhaus oder
in kleinen Einheiten in Mehrfamilienhäusern, der
doch irgendwie dem gleichzeitigen Wunsch der
Bevölkerung nach Verdichtung im Weg steht.“
Auch das Thema Verdichtung wird spielerisch
Foto: SBV
umgesetzt, zur Raumplanung kann man in einem
Quiz sein Wissen testen. „Unsere mobile und
Benedikt Koch, Direktor SBV (l.), und Kurt A. Zurfluh, Geschäftsführer Zentralschweizer interaktive Ausstellung nimmt die Wünsche der
Baumeisterverbände. Bevölkerung an die bauliche Schweiz auf, um so
den Dialog mit der Bevölkerung fortzuführen“,
Wie gelangt das rote Auto auf das andere Ende erläutert Koch.
des Parkfeldes? Im Moment verhindern das meh- „Die Umfrage
rere Fahrzeuge, die im Weg stehen. Sie müssen In die Zukunft der Bauberufe sehen
entsprechend verschoben werden. Aber wie drehte sich Nicht in einer Kristallkugel, sondern in modernen
und wohin? Das ist eines der Spiele, die im Tour darum, wie VR-Brillen sieht man die Zukunft der Baube-
d’horizon die Ergebnisse der repräsentativen die Schweiz rufe im 4. Stock des Verkehrshauses, in dem
Umfrage, die der Schweizerische Baumeisterver- sich alles um Bauberufe dreht. „Wir stellen die
band SBV letztes Jahr durchgeführt hat, aufzei-
im Jahr 2040 Bauberufe bewusst so weit oben im Turm vor,
gen. Nicht mit nackten Zahlen, eben, sondern aussehen weil schliesslich auch die Karriereleiter auf dem
mit interaktivem Infotainment, an dem die ganze soll.“ Bau bis nach ganz weit oben führen kann“, kom-
Familie Freude hat. Die Umfrage drehte sich mentiert Zurfluh. „Da die Bauberufe sehr modern
darum, wie die Schweiz im Jahr 2040 aussehen Benedikt Koch, und zeitgemäss sind, bildet insbesondere das
soll. Dabei zeigte sich, dass das Auto das belieb- Direktor SBV. Schlüsselthema Digitalisierung einen Schwer-
teste Verkehrsmittel bleiben wird. Darauf bezieht punkt.“ SUSANNA VANEK / SBV W
Für die richtige Dosierung, sorgen wir.
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Foto: SBV
Robotik und Automatisierung ist ein wichtiges Thema bei der Trennung von Bauabfällen.
Künftig nachhaltiger bauen
Das Erreichen der CO2-Ziele geht nicht ohne die dazu notwendige Mo-
dernisierung des Schweizer Gebäudeparks. Die angestrebte Sanierungs-
quote führt aber zu mehr Abbruchmaterial, Aushub und Bauabfällen.
WERNER MÜLLER, PD.
A
nlässlich einer virtuellen Pressekon- CO2-Ziele erreichen, braucht es eine Offensive im
ferenz rief Mitte April eine Allianz aus Gebäudepark und eine effiziente Kreislaufwirtschaft.
verschiedenen Branchenverbänden der Die Bauwirtschaft kann und will hier eine wichtige
Bauwirtschaft gemeinsam dazu auf, pra- Rolle spielen.“
xistaugliche Rahmenbedingungen für die Kreislauf-
wirtschaft zu garantieren und auf Innovationen statt Anreize und Innovation statt staatlicher
auf Überregulierung zu setzen. „Rund 70 Regulierung
Seit Herbst 2020 befasst sich im Parlament eine Sub-
Ohne Bauwirtschaft keine erfolgreiche Prozent der kommission der Kommission für Umwelt, Raumpla-
Kreislaufwirtschaft Rückbaumate- nung und Energie des Nationalrats (UREK-N) mit
Ohne die Bauwirtschaft wäre eine erfolgreiche rialien werden dem Thema Kreislaufwirtschaft. Die definiti-
Kreislaufwirtschaft in der Schweiz gar nicht mög- ven Resultate dieser Arbeit werden im Mai 2021
lich. Der Bau generiert über Aushub und Rück-
heute bereits erwartet. Gemäss ersten Anhörungen, zu denen
baumaterial rund 84 Prozent des Schweizer wiederver- auch die Branchenverbände der Bauwirtschaft
Abfalls. „Rund 70 Prozent der Rückbaumateria- wertet.“ eingeladen waren, besteht das Risiko, dass Über-
lien werden heute bereits wieder verwertet. Die regulierungen bestehende Ansätze aus der Wirt-
Bauwirtschaft erreicht somit einen höheren Verwer- Gian-Luca Lardi, schaft schwächen könnten. Die Branchenverbände
tungswert als beispielsweise Batterien und Akkus“, SBV. SBV (Schweizerischer Baumeisterverband), ARV
sagte SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Lardi an der (Baustoffrecycling Schweiz), Cemsuisse (Verband
Pressekonferenz, die per Videokonferenz durchge- der Schweizerischen Cementindustrie) und FSKB
führt wurde. Lardi betonte: „Die Bauwirtschaft ist (Fachverband der Schweizerischen Kies- und Beton
die Schlüsselbranche, um mit Kreislaufwirtschaft industrie) präsentierten deshalb proaktiv Lösungen,
den überalterten Gebäudepark verdichtet und die auf Wirkung bei der Umsetzung der Kreislauf-
energieeffizient zu modernisieren. Wollen wir die wirtschaft ausgerichtet sind.
DSB 03/2021 21Recycling
Mineralische Rohstoffe sind mehrfach
recycelbar
„Der sorgfältige Umgang mit allen mineralischen
Rohstoffen, die bereits heute zu ca. 70 Prozent im
Stoffkreislauf gehalten werden, ist das zentrale Ele-
ment für nachhaltiges Bauen“, sagte Daniel Kästli,
Vorstandsmitglied des FSKB. „Dies beginnt beim
Abbau von Primärrohstoffen, wo wir einen wichtigen
Beitrag leisten können, wenn wir diese verantwor-
tungsvoll regional abbauen, anstatt aus dem Ausland
Foto: SBV
importieren zu müssen.“ Viel Dynamik und Inno-
vation gebe es aktuell zudem bei der Entwicklung
von nachhaltigem Beton. Dabei ist es wichtig, jeweils Gian-Luca Lardi, Präsident des SBV Schweiz. Baumeisterverbandes.
sämtliche Kreisläufe im Auge zu behalten und unter
Berücksichtigung der Emissionen neue Produkte
anzuvisieren, welche zu einem dauerhaften Sichern
des ökologischen Gesamtgleichgewichts beitragen. rund 70 Prozent erhöhen können. „Wir erken-
Die Firma Kästli AG hat beispielsweise vor kurzem nen hier noch grosses Potenzial. Wir könnten
gemeinsam mit dem ETH-Spin-off «Neustark» einen aktuell 400'000 Tonnen CO2 zusätzlich pro Jahr
umweltfreundlichen „Leuchtturm-Recyclingbeton“ einsparen, gerade wenn Abfälle, welche für eine rein
entwickelt und zusammen mit der Kibag begonnen, stoffliche Verwertung ungeeignet sind, statt einer
diesen zu vermarkten. Dieser Leuchtturm - Recyc rein thermischen Verwertung, als alternative Brenn-
lingbeton ist in der Lage, CO2 aus der Atmosphäre stoffe für die Herstellung von Zement eingesetzt
zu entfernen, zu binden und dauerhaft zu speichern. würden“, so Pfister.
Baustein der Klimapolitik Bauherren und die öffentliche Hand sind in
„Kreislaufwirtschaft ist ein wesentliches Element der Verantwortung
zur Erreichung der Schweizer Klimaziele. Hierzu „Die öffentliche Hand ist die mit Abstand grösste
gehört es aber auch, dass neben Recycling auch die Bauherrin in der Schweiz, die im Bauhauptgewerbe
stoffliche-thermische Verwertung von Materialien rund die Hälfte des Auftragsvolumens ausmacht.
vorangetrieben wird“, erklärte in seinem Refe- „Es gibt viel Sie hat eine wichtige Vorbildfunktion, indem sie
rat Cemsuisse-Präsident Gerhard Pfister. Die Her- Recyclingmaterial vermehrt bestellt“, betonte Kurt
stellung von Zement brauche viel Energie. Bis zum Dynamik und Morgan, Interimspräsident von Baustoffrecycling
heutigen Zeitpunkt habe die Zementindustrie den Innovation Schweiz. „Mit dem seit 1. Januar 2021 in Kraft getre-
Anteil an alternativen Brennstoffen aber bereits auf bei der Ent- tenen neuen Beschaffungsrecht werden die Qualität
und die Nachhaltigkeit wichtiger werden. Indem in
wicklung von Submissionen der Bau mit Recyclingmaterial auch
nachhaltigem ausgeschrieben wird, leisten Bauherren einen
Beton.“ wirkungsvollen und konkreten Beitrag.“ Durch
die Steigerung der Verwertungsquoten könne so
Daniel Kästli, FSKB auch der Deponieproblematik entgegengewirkt
werden. „Aktuell wird sehr viel Deponiematerial
ins grenznahe Ausland gefahren, was gerade aus
ökologischer Sicht nicht sinnvoll ist“, so Morgan.
„Weniger, dafür aber näher liegender Deponie-
raum ist ein konkreter Beitrag zum nachhaltigen
Bauen. Hier müssen der Bund und die Kantone ihre
Verantwortung übernehmen.“
Das Joint Venture Neustark-Kästli im Detail
Neustark, ein ETH-Spinoff als Verfahrensentwick-
ler und Kästli als Spezialisten für Baustoffrecycling
und Betontechnologie haben in Rubigen bei Bern
Foto: FSKB
gemeinsam einen klimaoptimierten Beton entwi-
ckelt. Vom Labor über Feldversuche bis zur markt
Daniel Kästli, Vorstandsmitglied des FSKB. reifen Herstellung entstand über mehrere Jahre ein
22 DSB 03/2021Recycling
senkt die Neuemissionen im Herstellungsprozess
von Frischbeton. Pro Kubikmeter Beton werden 10
kg CO2 gespeichert. Das Kohlendioxid wird dabei
durch Mineralisierung unwiderruflich gebunden und
kehrt nie wieder in die Atmosphäre zurück. Somit
„Die Kreislauf- kann Frischbeton produziert werden, der sämtliche
Normanforderungen und Qualitätsansprüche erfüllt
wirtschaft ist und mit bestehenden Bauprozessen kompatibel ist.
ein wesentli-
Foto: Cemsuisse
Mit der Technologie von Neustark kann innerhalb
ches Element von 24 Betriebsstunden dieselbe Menge CO2 im
Betongranulat gespeichert werden, die durchschnitt-
zur Errei- lich beim Heizen eines Einfamilienhauses mit Erdöl
Cemsuisse-Präsident Gerhard Pfister sieht in der Kreis- chung der innerhalb eines Jahres freigesetzt wird.
laufwirtschaft grosse Chancen. Klimaziele.“ Das Verfahren basiert auf dem bestens erforsch-
ten Phänomen der natürlichen Mineralisierung bzw.
Gerhard Pfister, Karbonatisierung. Dabei wird dieser natürliche Pro-
innovatives Produkt, das heute auf der Baustelle Cemsuisse. zess, der in der Regel über 1‘000 Jahren dauert, auf
eingesetzt werden kann. wenige Stunden verkürzt und gleichzeitig verviel-
facht sich die durchschnittliche CO2-Aufnahme. Aus
Permanente Speicherung von CO2 im dem speziell aufbereiteten und CO2 behandelten
Betongranulat Betonrecyclinggranulat wird mit optimierter Rezep-
Das Verfahren von Neustark speichert aus der tur neuer Beton mit verbesserter CO2-Bilanz her-
Atmosphäre entferntes CO2 dauerhaft im Beton und gestellt, der Primärbeton in nichts nachsteht. W
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DSB 03/2021 23Recycling
Foto: Holcim
Der Verwaltungsrat der RCO beim Spatenstich für die neue Baustoffrecyclinganlage (v.l.n.r.): Stefan Eberhard, Karin Steiner, Roland Keller, Niels Alb-
recht
Ost-CH: Innovatives Baustoffrecycling
Holcim treibt die Innovation im Baustoffrecycling voran. Gemeinsam mit der Zürcher Kies und
Transport AG hat Holcim die Recycling Center Ostschweiz AG (RCO) gegründet.
Nachhaltiges Bauen wird Höhere Quote, Neu können wir eine breitere tigem und rezyklierbarem
immer wichtiger, um Her- mehr Qualität Palette an mineralischen Baumaterial für eine breite
ausforderungen wie dem „Mit unserer neuartigen Aushub- und Rückbauma- Anwendung im Hoch- und
Klimaschutz und der Ressour- Baustoffrecyclinganlage, die terialien entgegennehmen Tiefbau. „Gleichzeitig trägt
cenknappheit wirkungsvoll zu mit einem nassmechanischen und aufbereiten”, sagt Karin die RCO wesentlich zum
begegnen. Die Baustoffe der Verfahren funktioniert, bieten Steiner, Verwaltungsratsprä- nachhaltigen Bauen bei und
Zukunft müssen deshalb eine wir der Region Ostschweiz sidentin der RCO. Dazu leistet einen wichtigen Beitrag
lange Lebensdauer haben, in eine sinnvolle Lösung für den gehören etwa Misch- oder zur effizienten Verwertung
der Region produziert werden korrekten und nachhaltigen Betonabbruch, Gleisschot- von mineralischen Bauab-
und rezyklierbar sein. Umgang mit Bauabfällen. ter sowie verschmutzte und fällen und zur Schonung des
unverschmutze Aushub- knappen Deponieraums im
materialien, die heute auf Kanton St. Gallen“, so Karin
Deponien entsorgt werden Steiner.
müssen. „Aus dem Abfallm-
aterial p
roduzieren wir zu Inbetriebnahme der neuen
Ingenieure,
Ingenieure, Landschaftsarchitekten,
Landschaftsarchitekten, Umweltfachleute
Umweltfachleute einem grossen Teil hoch- Anlage 2022
wertiges neues Baumaterial, Die neue Recyclinganlage
das wiederum in der Region entsteht auf dem Areal
auf den Markt kommt. Wir des Holcim Betonwerks in
stellen also ein Upcycling der Niederstetten. Bereits heute
Materialien sicher”, meint bereitet die RCO verschiedene
Stefan Eberhard, Delegierter mineralische Aushub- und
des Verwaltungsrates. Rückbaumaterialien mit einem
Mit ihrem Ansatz schafft trockenmechanischen Verfah-
die RCO ein grosses Pro- ren auf. Nun wird die mobile
duktportfolio an hochwer- Anlage abgelöst. (WM) W
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