14 Wirtschaftsförderung Anhalt-Bitterfeld

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14 Wirtschaftsförderung Anhalt-Bitterfeld
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     Der andere Blick
     auf die regionale Wirtschaft

     Schwerpunkt: Marketing

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14 Wirtschaftsförderung Anhalt-Bitterfeld
werkstadt 14

          Wachsen
          ist einfach.

                                              Wenn man für Investiti-
                                              onen einen Partner hat,
                                              der Ideen von Anfang an
                                              unterstützt.

                                                   s Kreissparkasse
               www.ksk-anhalt-bitterfeld.de          Anhalt-Bitterfeld
14 Wirtschaftsförderung Anhalt-Bitterfeld
werkstadt 14

                                                      Editorial
                                                      Liebe Leserinnen und Leser,

                                                      wie schnell doch die Zeit vergeht. 2011 sind wir mit dem ersten werk·stadt-
                                                      Magazin und dem Ziel gestartet, Sie über das Wirtschaftsleben in Anhalt-
                                                      Bitterfeld, Dessau-Roßlau und Wittenberg zu informieren und die regionalen
                                                      Erfolgsgeschichten nach dem unglaublichen Strukturwandel des letzten
                                                      Vierteljahrhunderts zu kommunizieren.
                                                         Den Mix aus Firmenporträts, Jubiläen, innovativen Trends sowie Themen
                                                      zur Geschichte und zu regionalen Ereignissen haben wir beibehalten und die
                                                      werk·stadt dabei zu einer Publikation mit Wiedererkennungswert gemacht.
                                                      Womit wir auch schon beim Thema der vorliegenden Ausgabe angekommen
                                                      sind: dem »Marketing«.

                                                      Freuen Sie sich auf interessante Gesprächspartner und spannende Beiträge.
                                                      Für das Experteninterview konnten wir Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch gewinnen.
                                                      Der Direktor des Instituts für Marken- und Kommunikationsforschung (IMK)
                                                      an der EBS Business School in Oestrich-Winkel, der lange Jahre Vize-Präsi-
                                                      dent des Deutschen Marketing-Verbandes war, gilt in Deutschland als
                                                      »Markenpapst«. Wie er dazu kam und welche Bedeutung starke Marken haben,
                                                      hat unser Redakteur Steffen Wilbrandt für Sie herausgefunden.
                                                         Worauf zukünftig der Fokus beim Regionalmarketing liegt, erzählte uns
                                                      Harald Wetzel von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld |
                                                      Dessau | Wittenberg mbH. Von Manfred Piotrowsky, dem Geschäftsführer
                                                         der IHK-Geschäftsstelle Dessau, erhielten wir Auskunft zu den größten
                                                      Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor
                                                      in der Region. Des Weiteren erfahren Sie, was ein p-idealist ist und wie
                                                      die Unicepta GmbH Ihnen hilft, in einer Krisensituation personell, technisch
                                                      und inhaltlich gut vorbereitet zu sein.

                                                      Ein großes Ereignis im nächsten Jahr wird schon mit Spannung erwartet
                                                      – das Reformationsjubiläum 2017. Wir sprachen mit Christof Vetter vom
                                   Impressum:
                                    Herausgeber:      Organisationsteam des Reformationsjubiläum 2017 e.V., mit Franka List
                       Unicepta Abels & Partner       von der Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH und Maren Springer-
    Gesellschaft für Marktkommunikation mbH           Hoffmann vom Anhaltische Landschaft e.V. Außerdem besuchten wir das
   Zörbiger Straße 22 · 06749 Bitterfeld-Wolfen
                         Telefon: 0 34 93 · 7 22 56
                                                      Luther-Hotel und sahen uns bei Carola Hiller von der ABISZET-Werbung um,
              E-Mail: agentur@unicepta-btf.de         bei der es schon gewaltig luthert.
                    www.werkstadt-magazin.de
                                                      Auf starke Frauen trafen wir bei der Unternehmerinnenkonferenz REGIA//16,
         Redaktionsschluss: 10. September 2016
       Redaktion: Andreas Behling, Ute Hirsch,        die Ende September im NH Hotel Dessau stattfand. Was Unternehmerinnen
               Stefanie Hommers, Grit Lichtblau,      anders machen als Ihr männliches Pendant und ob es eine Fortsetzung
                  Uwe Rempe, Steffen Wilbrandt        der Konferenz 2017 geben wird, lesen Sie ebenfalls in dieser werk·stadt.
                Autoren dieser Ausgabe: Anna-
     Katharina Gruner, Dr. Angela Kolb-Janssen,
      Dr. Alexander Meetz, Dr. Heinzgeorg Oette       Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns Einblicke in Ihre tägliche Arbeit
             Mediaberatung: Birgit Brockmann,         gewährt und damit zur Entstehung der neuen Ausgabe beigetragen haben.
                               Tel.: 03493 72561
             Entwurf: Steffen Wilbrandt, Berlin
                 Titelfoto: Corinna Kroll (Rechte     Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit der Lektüre!
      Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH)
               Druck: Grafisches Centrum Cuno         Ihr werk·stadt-Team
                                 GmbH & Co. KG

        Die im werk·stadt-Magazin erschienenen
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                              Editorial                                  03    Inlingua hat auch im
                                                                               Jubiläumsjahr viel zu tun
                              »Eine starke Marke hat etwas                     Inhaber Paul Wolpert
                              mit kontinuierlicher Arbeit und                  spricht im Interview über aktuelle Aufgaben. 16
                              konsequentem Aufbau zu tun.«
                              Ein Gespräch mit dem Marken- und                 Professionalität und Perfektion
                              Kommunikationsexperten Prof. Dr.                 Die p|idea Werbeagentur bietet
                              Franz-Rudolf Esch über die Bedeutung             den Kunden ein breites Portfolio.           18
                              von starken Marken                         06
                                                                               Glaubwürdige Krisenkommunikation
               06             Die Bauhausstadt mit Zukunft                     gehört zu einem erfolgreichen
                              Dessau-Roßlau ist Wirtschafts- und Dienst­       Marketing
                              leistungsmittelpunkt einer einzigartigen         Die Agentur Unicepta trainiert
                              und identitätsprägenden Impulsregion       11    in Industrieunternehmen effiziente
                                                                               Notfall­kommunikation.             20
                              Besser als gedacht
                              Die Region Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau,     »Mit Herzblut
                              Wittenberg hat mehr zu bieten, als ihre          und Lokalpatriotismus«
                              Bewohner wahrnehmen wollen.                 12   Carola Hiller von der Werbeagentur
                                                                               »ABISZET« hat sich beizeiten auf
                              Die beschäftigungsstärksten                      das Reformationsjubiläum vorbereitet.       22
                                 Unternehmen
                                   Größte Arbeitgeber in Anhalt-               Druckjuwel® - ein Rohdiamant
                                    Bitterfeld-Wittenberg-Bernburg       14    wird zum Strahlen gebracht
                                                                               Devise bei neuem Print-Online-Shop:
                                                                               Online muss Online generieren.              24

                    28

                                                                                     24

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              18                            26             34

Entdecke den Luther in dir!                  Mit »Luther-Burger«
Wittenberg will mit einer starken            und »Käthe-Nuggets«
Stadtmarke emotional begeistern.          26 Im Luther-Hotel Wittenberg stehen
                                             alle Zeichen auf 2017                       48
Der Mann, mit dem alles begann
Wer war also Martin Luther eigentlich?       Schwärmen für einen Vorgarten
Wie war er und was wollte er?             28 mit Anziehungskraft
                                             Der Naturpark Dübener Heide wirbt auf                 30
Reformation und Organisation                 besondere Art um Unterstützer und
Der Verein Reformationsjubiläum 2017         positioniert sich als Wohn-, Gesundheits-
hält die Planungsfäden für das kommende      und Outdoor-Region mit Qualität.            50
Jahr in der Hand                          30
                                             Termine und
Anhalt auf dem Weg                           Wirtschaftssplitter                         53
800 Jahre alte Region erweist einem
500 Jahre alten Ereignis seine Reverenz   32

Regional, weiblich, erfolgreich
IHK-Unternehmerinnenkonferenz
geht nach gelungenem Start 2015
in die zweite Runde                       34

Die Arbeitsagentur
hilft auch Arbeitgebern
Arbeitsagenturen sind moderne
Dienstleister geworden, die gerade                                                            48   51
mittelständischen Unternehmern
eine Menge zu bieten haben.               46

                                                                                                                  5
14 Wirtschaftsförderung Anhalt-Bitterfeld
werkstadt 14   · Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg

»Eine starke Marke
hat etwas mit kontinuierlicher Arbeit
und konsequentem Aufbau zu tun.«
Ein Gespräch mit dem Marken- und Kommunikationsexperten
Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch über die Bedeutung von starken Marken

Herr Prof. Esch – Sie beschäftigen sich seit                stark deren Präferenzen. Das war für mich      und der wichtigste Wertschöpfer für das
über 25 Jahren mit Marken und Kommuni-                      der Grund, die Konsumentenperspektive mit      Unternehmen. 50 Prozent des Unterneh-
kation und gelten in Deutschland als »Mar-                  der Markenperspektive zusammenzubrin-          menswerts lässt sich auf die Marke zurück-
kenpapst«. Wie sind Sie dazu gekommen?                      gen und zu überlegen, wie man Bedürfnisse      führen. Wirksame Markenführung richtet
Das müssen Sie jene fragen, die den Begriff                 und Wünsche der Kunden durch Marken            sich nicht nur nach außen an Kunden und
geschöpft haben, nicht mich. Ich habe al-                   noch besser bedienen kann.                     sonstige Anspruchsgruppen, sondern auch
lerdings sehr intensiv in diesem Bereich ge-                                                               nach innen, also an die Mitarbeiter.
forscht und beraten, vieles neu gedacht und                 Sie sprechen stets von Markenführung oder         Im Unternehmen geht es darum, die
entsprechend auch viele Denkanstöße zur                     Markenmanagement. Das ist etwas anderes        Mitarbeiter und Manager so zu entwickeln,
Markenführung gegeben. Da liegt es nahe,                    als Marketing. Können Sie uns helfen, die      dass sie im Sinne der Marke denken, füh-
dass man irgendwann für einen bestimmten                    Begriffe auseinanderzuhalten?                  len und handeln. Wenn BMW ein neues
Bereich als Autorität gesehen wird.                         Mein hoch geschätzter Kollege Heribert         Automodell entwickelt, müssen die Inge-
                                                            Meffert hat Marketing immer im Sinne           nieure immer im Hinterkopf haben, wie sie
Haben Sie Marken schon immer interessiert                   der marktorientierten Unternehmensfüh-         Dynamik, Sportlichkeit und Fahrfreude in
oder wie sind Sie ursprünglich in diese Rich-               rung verstanden. Damit ist die konsequen-      dem neuen Modell zum Ausdruck bringen.
tung gekommen?                                              te Ausrichtung des Unternehmens an den         Wenn Nivea eine neue Creme auf den Markt
Mein Habilitationsvater Werner Kroeber-                     Wünschen und Bedürfnissen der Kunden           bringt, müssen die Mitarbeiter überlegen,
Riel war in Deutschland der Konsumen-                       gemeint. Diese Perspektive teile ich. Aller-   wie sie die typischen Nivea-Kennzeichen
ten- und Werbepapst. Durch ihn habe ich                     dings wird dies in den Unternehmen anders      – also die Farben Blau und Weiß, den Ni-
gelernt, dass man alle Maßnahmen durch                      gelebt. Das Marketing wird meist darauf        vea-Duft oder den Pflegeaspekt vermitteln
die Brille der Kunden betrachten sollte. Ma-                beschränkt, die Marketinginstrumente ver-      können. Und wenn Provinzial als zuverläs-
nager brauchen ein gutes Verständnis dafür,                 kaufswirksam zu gestalten. Das Marketing       siger Versicherer agieren möchte, der seinen
wie Kunden auf Marketing-Maßnahmen re-                      wird damit zum Handlanger des Vertriebs        Kunden nah ist und sich kümmert, dann
agieren, diese wahrnehmen und verarbeiten                   degradiert und zur Vertriebsunterstützung      müssen sich auch die Versicherungsvertre-
und wie sie darauf emotional reagieren. Mit                 eingesetzt, um mit geeigneten Maßnahmen        ter entsprechend verhalten, damit Kunden
einem tieferen Kundenverständnis kön-                       die Produkte, die produziert werden, an den    dies auch spüren. Erst wenn die Mitarbeiter
nen wir die Bedürfnisse und Wünsche der                     Mann zu bringen. Das ist Old School, aber      die Marke leben, kann der Kunden die Mar-
Kunden besser adressieren. Das ist mein                     leider die Regel und nicht die Ausnahme. Es    ke ganzheitlich an jedem Berührungspunkt
Ursprung. Aber ich habe auch sehr früh ge-                  ist aber zu kurz gesprungen, so zu handeln.    mit der Marke erleben, so wie dies bei Nike,
spürt, dass Marken für Kunden eine beson-                       Deswegen ist für mich Markenführung        Nivea oder bei Miele der Fall ist.
ders wichtige Rolle spielen, weil sie ihnen                 mehr als nur Marketing. Markenführung ist         Insofern ist Markenführung für mich
Orientierung geben und Vertrauen stiften.                   eine Denkhaltung in einem Unternehmen,         mehr als das Gesicht der Unternehmens-
Dadurch erleichtern Marken die Kaufent-                     bei der die Top-Manager wissen, dass die       strategie. Vielmehr gibt die Markenstrate-
scheidungen der Kunden und prägen sehr                      Marke ihr wichtigstes immaterielles Gut ist    gie die Leitplanken für die Strategie eines

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14 Wirtschaftsförderung Anhalt-Bitterfeld
Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg · werkstadt 14

                                                ©c
Unternehmens vor. Und                             art
                                                     oo
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                                                                                          Dies ist für   lich gelingen, eine starke Marke schneller
                                                             ou
das ist, glaube ich, ein riesi-                            ot
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                                                                     |f                Kunden wichtig    aufzubauen und erfolgreicher auf dem Weg
                                                              oli
ger Unterschied zu dem, wie man in                                a.c
                                                                      om         und grenzt die BASF     zu sein.
vielen Unternehmen Marketing denkt.                                        von Wettbewerbern ab.
                                                                         Über viele Jahre hinweg hat     Und wenn Unternehmen scheitern,
Markenführung setzt eine Marke voraus.               man bestritten, dass Handelsmarken Marken           liegt das immer daran, dass sie keine
Kann ein Unternehmen, zum Beispiel                   sind oder dass Unternehmen wie Aldi oder            vernünftige Strategie haben oder nicht
in der Zulieferindustrie, nicht auch mit             Lidl zur Marke werden können. Mittlerweile          mit dem nötigen Eifer dabei sind?
No-Name-Produkten erfolgreich sein ohne              sind – wenn man sich die Markenrankings             Ich glaube, dass es ganz unterschiedliche
eine Markenpersönlichkeit herauszustellen?           in Deutschland anschaut – Lidl und Aldi on          Ursachen gibt, die dazu führen können, das
Bei B2B-Unternehmen ist es oft weniger die           top der Listen, so dass man sagen kann: Die         Unternehmen scheitern. Häufige Manager-
Produktmarke als die Unternehmensmarke               Markenbildung und Markenführung funk-               wechsel und dadurch bedingt häufige Stra-
selbst, die den Unterschied macht. Wenn Sie          tioniert grundsätzlich in jedem Bereich. Es         tegiewechsel sind zum Beispiel der Marken-
als Unternehmen beispielsweise im B2B-               ist wichtig, dass man wirklich etwas stra-          führung abträglich. Es kann aber auch sein,
Business verlässlich gute und günstige Pro-          tegisch geplant macht und entwickelt, weil          dass es etwas mit Gier zu tun hat. Manche
dukte liefern, dann bauen Sie bei Ihren B2B-         man dadurch die Kräfte und Investitionen            Unternehmen wollen immer mehr und
Kunden entsprechende Vorstellungsbilder              viel zielgerichteter bündeln kann, als wenn         schneller wachsen, verfolgen die falschen
auf. Auch das ist eine Form der Marken-              man die Dinge einfach so tut.                       Ziele und wachsen dann zu Lasten der Mar-
bildung. Mit allen Handlungen, die Unter-                                                                ke. Man kann die Markenstärke im wahrs-
nehmen bewusst oder unbewusst durch-                 Das bedeutet, dass man grundsätzlich                ten Sinne des Wortes ›melken‹, indem man
führen, bauen sie mehr oder weniger klare            jede Marke aufbauen, entwickeln und                 Produkte oder Dienstleistungen unter der
Vorstellungsbilder bei ihren Kunden oder             stärker machen kann?                                Marke einführt, die nicht mehr zum Mar-
Anspruchsgruppen auf. Bei der Markenfüh-             Ja natürlich. Allerdings sollte man sich vor        kenbild passen und dadurch die Marke auf
rung geht es darum, solche Vorstellungsbil-          Rezeptbüchern hüten, in denen einfache              lange Sicht verwässern. Harley-Davidson-
der gezielt aufzubauen, indem man auf die            Anleitungen gegeben werden. Einige rufen            Produkte für Kinder in Hellblau und Rosa
wesentlichen Stärken eines Unternehmens              beispielsweise dazu auf, das höchste Ziel           sind ein solches Beispiel.
zielt und die Identität – also die wesensprä-        in der Markenliebe zu sehen. Dabei gibt es              Auch wenn man versucht ausschließ-
genden Merkmale der Marke – klar heraus-             wahrscheinlich wenige Menschen, die Aspi-           lich über Preisaktionen mehr Marktanteile
arbeitet und dadurch erfolgreicher ist. Und          rin lieben, aber dennoch gerne nutzen, weil         zu gewinnen, schädigt dies auf lange Sicht
das kann unterschiedliche Stoßrichtungen             die Tabletten wirken. Je nach Markt, Kun-           die Marke. Schließlich sind häufige Wech-
haben. Wir wissen beispielsweise, dass die           den, Produkten und Wettbewerbern variiert           sel des Markenauftritts meist Grund für die
BASF als verlässlicher Partner ihrer Kun-            das Vorgehen. Aber es gibt Erfolgsmuster            Verwässerung des Markenbildes. Erfolgrei-
den gesehen wird, weil sie einen konkre-             für starke Marken. Und sofern man diese             che Marken wie BMW oder Nivea stehen für
ten Beitrag zum Erfolg der Kunden leistet.           Erfolgsmuster kennt, wird es einem sicher-          hohe Kontinuität.

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werkstadt 14   · Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg

»Marken brauchen eine klare Strategie,
die konsequent umgesetzt wird. Umsetzung ist Strategie!
Nur das, was die Kunden sehen und erleben,
leistet wirklich einen Beitrag für ihren Erfolg«

All das sind interne Entwicklungen, die                     auf BMW, andere auf Mercedes-Benz. Diese    Das ist der eine Effekt. Der andere Effekt
nicht förderlich für die Markenentwicklung                  Effekte gibt es immer. Auf der anderen Sei- wirkt nach innen. Mit starken Marken kön-
sind. Und es gibt natürlich auch externe                    te wissen wir aber auch aus der Forschung,  nen sich die Mitarbeiter wesentlich besser
Effekte, die man beobachten muss, weil                      dass viele Marken bereits von Kindern und   identifizieren. Sie sind stolzer, für eine sol-
sich die Märkte und der Kundenbedarf ste-                   Jugendlichen durch Sozialisation erworben   che Marke zu arbeiten. Das schafft auch
tig weiterentwickeln, so dass auch bei der                  werden. Will heißen: Wenn die Eltern bei-   eine andere Bindung. Eine Marke wie 3M
Markenführung eine notwendige Anpas-                        spielsweise Nivea genutzt haben, dann ist   hat eine Fluktuation unter einem Prozent.
sung geboten ist. Es ist im Kern wie bei den                es sehr wahrscheinlich, dass auch die Kin-  Je mehr die Marke nach innen gelebt wird
Menschen, die mit 15 oder 30 auch nicht                     der irgendwann Nivea nutzen, wenn sie da-   und je mehr die Marke in dem Selbstver-
so sind, wie mit 50 oder 60. Sie entwickeln                 mit gute Erfahrungen gemacht haben. Eine    ständnis der Mitarbeiter verankert ist, umso
sich weiter und nehmen Einflüsse aus ihrer                  Marke wie Nivea lebt sehr stark durch die   positiver sind dann wiederum die Effekte
Umwelt auf – aber trotzdem bleibt der Kern                  Sozialisationseffekte und profitiert davon. gegenüber externen Anspruchsgruppen.
von ihnen immer gleich. Ein Prinzip der                                                                    Als Kunde von Dienstleistungs- oder
Markenführung ist, dass man sich durch-                     Das ist dann der Geruch der Kindheit? …     B2B-Unternehmen können Sie spüren,
aus anpassen muss, ohne aktionistisch zu                    Ja – wenn ich an meine Jugend denke, wenn die Marke von den Mitarbeitern ge-
werden.                                                     erinnere ich mich noch genau, wie mich lebt wird, wodurch das Markenbild stärker
                                                            meine Mutter vor dem Kindergarten mit Ni- verankert und gestützt werden kann.
Nehmen junge Leute Marken                                   vea eingecremt hat. Ich rieche förmlich die
anders wahr als alte?                                       Creme und spüre ihre fette Konsistenz auf Vieles von dem, was Sie gesagt haben,
Es gibt sicherlich andere Präferenzen. Das                  der Haut. Das sind multisensuale Eindrücke beschreiben Sie ausführlich in Ihrem neuen
ist völlig klar, weil bestimmte Marken auch                 wie bei einem Nutella-Glas. Wenn Sie das Buch »Identität – Das Rückgrat starker Mar-
bestimmte Zielgruppen adressieren und                       Glas öffnen, knackt es und wenn sie spä- ken«. Was hat die Marke mit der Identität
andere nicht. Mit Sicherheit ist beispiels-                 ter mit einem Löffel oder den Fingern ver- zu tun?
weise Dallmayr eine Marke, die sich nicht                   suchen, die letzten Reste aus dem Glas zu Bei Unternehmensmarken – also Corporate-
auf ganz junge Zielgruppen fokussiert.                      kratzen, dann ist es wie eine Belohung.     Brands – ist es wichtig, dass sie eine Identi-
Oft ist in einer Marke inhärent, welche                                                                 tät haben und man wesensprägende Merk-
Zielgruppen sie ein- oder ausschließt. Das                  Das klingt sehr nach gelebter Marke.        male bestimmen kann, wie beispielsweise
merkt man am stärksten bei Luxusmarken.                     Was bedeuten starke Marken für              bei BMW oder der BASF. Es gibt aber auch
Da gilt das Motto: ›Je größer der Spagat                    die Mitarbeiter in den Unternehmen?         Unternehmen, die viele Produkt- oder Fa-
zwischen Begehrlich­keit und Erreichbarkeit,                Wir können feststellen, dass starke Marken milienmarken haben, wie das beispielsweise
umso höher ist der Luxus‹. Das bedeutet,                    gute Mitarbeiter anziehen. Acht der zehn bei Nestlé, Procter&Gamble oder Unilever
dass man bewusst bestimmte Menschen                         beliebtesten Arbeitgeber für Betriebswirt- der Fall ist. Da muss man dann etwas diffe-
ausschließt, um für andere noch wertvol-                    schaftsabsolventen gehören zu den 100 renzieren, weil es auch um die Identität der
ler zu werden, weil die Nutzung der Marke                   stärksten Marken der Welt. Es gibt hier Produkt- oder Familienmarken geht, wie
natürlich auch ein soziales Statement ist.                  eine starke Anziehungskraft und einen sich beispielsweise bei Maggi als ›Helfer in der
Ein- und Aus­grenzung macht den Kern von                    selbst verstärkenden Effekt dadurch, dass Küche‹ von Nestlé.
Luxus­marken aus.                                           die stärksten Marken die High Potentials       Hier muss man Systeme entwickeln, die
    Das geht natürlich auch in jedem ande-                  anziehen. Deshalb wollen heute auch viele Synergien erlauben. Das würde bedeuten,
ren Bereich. Manche Menschen schwören                       junge Leute beispielsweise zu Google gehen. dass man sowohl in dem Unternehmen ein

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                                                                                                 > Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

                                                                                                   56, ist Gründer von ESCH. The Brand Consul-
                                                                                                   tants in Saarlouis und Köln sowie Direktor
                                                                                                   des Instituts für Marken- und Kommunikati-
                                                                                                   onsforschung an der EBS Business School
                                                                                                   in Oestrich-Winkel/Wiesbaden.
                                                                                                     Er studierte, promovierte und habilitierte
gemeinsames Wertegerüst hat – man zum           mich an? Bei Mutter Teresa war es beispiels-       in Saarbrücken bei Prof. Werner Kroeber-Riel.
                                                                                                   Er lehrte als Professor an der Universität Trier,
Beispiel weiß, warum es das Unternehmen         weise der Kampf gegen die Armut. Dann:             der Universität St. Gallen, der Universität
an sich gibt und was dessen Vision ist –        Wofür stehen wir ein? Also die Frage nach          Innsbruck und der Universität Gießen.
man aber in gleichem Maße klare Identitä-       Grundsätzen und Werten. Bei Mahatma                  Esch war lange Jahre Vizepräsident des
                                                                                                   Deutschen Marketing-Verbandes und wurde im
ten und Positionierungen bei den Produkt-       Gandhi waren das zum Beispiel Wahrheit,            Jahr 2005 zum Saarland-Botschafter ernannt.
und Familienmarken schafft. Man muss            Selbstbestimmung und Gewaltlosigkeit.              Neben verschiedenen Beiratstätigkeiten in
sagen können, wer wir eigentlich sind und       Weitere Fragen können sein: Welches Ziel           Unternehmen wirkte er in angesehenen
                                                                                                   Manager­weiterbildungsprogrammen in
warum man unsere Marken kaufen soll und         wollen wir erreichen? Welche Vision haben
                                                                                                   Deutschland, der Schweiz und Frankreich mit.
nicht die der Wettbewerber. Es ist, glaube      wir? Das ist im Kern der Entwicklungspfad.
ich, ganz wesentlich, dass auch diese Mar-      So wie Reinhold Messner alle Achtausender          Wichtigste Buchveröffentlichungen:
ken eine einzigartige Position in den Köpfen    besteigen wollte, und das auch gemacht hat,        »Strategie und Technik der Markenführung«,
                                                                                                   »Strategie und Technik der Werbung«
der Kunden für sich in Anspruch nehmen          gibt es auch für Marken klare Vorstellungen,       (zus. mit W. Kroeber-Riel), »Marketing —
können.                                         wo man hin möchte. Und die helfen einem            eine managementorientierte Perspektive«
                                                dann natürlich auch auf dem Weg dahin,             (zus. mit A. Herrmann und H. Sattler).
Sie vergleichen in dem Buch große Persön-       weil man an ihnen die Ziele und Strategien
lichkeiten wie Gandhi, Mandela und Mutter       ausrichten kann. Darüber hinaus sind noch
Teresa mit starken Marken. Was haben            zwei weitere Fragen wichtig: Wer bin ich?
Personen und Marken gemein?                     – die Frage nach der Markenidentität – und  einer Dienstleistung überlebt, sondern dass
Sie haben eine klare Haltung. Ich glaube,       die Frage nach der Positionierung: Warum    Marken sich weiterentwickeln und einen Ei-
das ist ganz wichtig. Im Kern kann man für      sollen die Kunden mich kaufen? All das gilt genwert für den Kunden darstellen. Maggi
starke Marken und starke Persönlichkeiten       im Kern sowohl für starke Marken als auch   könnte heute alleine von der Würze nicht
immer die gleichen grundlegenden Fragen         für große Persönlichkeiten.                 mehr leben, Nivea nicht von der Creme.
stellen, die entscheidend dafür sind, wie                                                   Vielmehr wurden diese Marken systema-
profiliert eine Persönlichkeit oder eine Mar-   Im letzten Kapitel schreiben Sie:           tisch durch neue Produkte und Dienstleis-
ke wahrgenommen wird. Das ist genau das,        »Große Persönlichkeiten sterben –           tungen erweitert und blieben dadurch für
worauf ich in meinem Buch eingehe. Die          starke Marken nicht«.                       Kunden attraktiv. Das ist eine Möglichkeit
grundlegenden Fragen sind immer die ein-        Menschen sind sterblich. Das ist so. Starke für die Marken länger im Markt zu bleiben.
fachsten. Das sind sehr wenige. Man kann        Marken können aber überleben. Oft ist es Das heißt nicht, dass Marken nicht auch
fragen: Warum gibt es mich? Was treibt          so, dass man nicht mit einem Produkt oder verschwinden können, wenn ihre Leistung

                                                                                                                                                       9
14 Wirtschaftsförderung Anhalt-Bitterfeld
werkstadt 14   · Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg

                                                                            Was biete ich?                                                          Wie bin ich?
                                                                          funktionaler Nutzen,                                                     Persönlichkeit,
                                                                             psychosozialer                                                     Beziehungsmerkmale,
                                                                                 Nutzen                                                               Erlebnisse

                                                                                                                Marken-
                                                                                                               Kompetenz
                                                                                                               Wer bin ich?
                                                                                                             Historie, Herkunft,
                                                                                                           Dauer +  Rolle im Markt,
                                                                                                              Zentrale Assets

                                                                                    Welche                                                       Wie trete ich auf?
                                                                           Eigenschaften habe ich?                                               visuelle, haptische,
                                                                          Eigenschaften der Angebote                                               geschmackliche,
                                                                             und des Unternehmens                                               olfaktorische Eindrücke

                                                                       Das Markensteuerrad zur ganzheitlichen Erfassung
                                                                       der Markenidentität nach Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

                                                                                                                              > Buchempfehlung
plötzlich nicht mehr relevant ist, sie erstar-              ihre Inhalte sichtbar machen und unter-
ren oder sie aus internen Gründen, die ich                  stützen und dadurch den Zugriff auf die                            Franz-Rudolf Esch
                                                                                                                               »Identität – Das Rückgrat starker Marken«
vorhin genannte habe, runtergewirtschaftet                  Marke erleichtern, aber es ist natürlich nur                       Campus Verlag, Frankfurt/Main
werden. Nokia, Nixdorf und Kreidler sind                    ein kleiner Teil der Marke. Wenn also viele                        309 Seiten, gebunden, 39,95 Euro
Beispiele dafür. Aber generell ist die Mög-                 Unternehmen meinen, sie hätten ihre Mar-                           ISBN 978-3-593-50576-3
lichkeit bei Marken gegeben, dass sie dau-                  kenarbeit getan, sobald sie im Bereich des
erhaft überleben können.                                    Corporate Designs gut arbeiten, ist dies ein
                                                            Fehlschluss.
Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen
und auch viele Unternehmen Identität mit                    Was können wir dagegen tun?
ihrem visuellen Erscheinungsbild verwech-                   Steter Tropfen höhlt den Stein!
seln. Ist Design nicht viel mehr ein kleiner
Bestandteil der Corporate Identity?                         Das klingt nach einem Schlusswort.
Da haben Sie völlig Recht. Es gibt immer                    Ist es das, was Sie den Unternehmern
eine formale Schiene – das wäre dann das                    mit auf den Weg geben würden?
Corporate Design. Mit einem guten Design                    Was wirklich wichtig ist: Sie brauchen eine                        Der Autor zeigt in seinem Buch die zentralen
kann ich eine Marke erlebbar machen. Aber                   klare Strategie, der Sie konsequent folgen.                        Bausteine für den Aufbau und die Stärkung
es gibt auch immer eine inhaltliche Schiene.                Sie brauchen aber auch die Willenskraft,                           erfolgreicher Marken. Er formuliert
                                                                                                                               die zentralen Gesetzmäßigkeiten starker
In dieser geht es um Werte, die für die Kun-                das Ganze durchzusetzen. Umsetzung ist
                                                                                                                               Marken, schildert fundierte Konzepte der Mar-
den oder andere Anspruchsgruppen tatsäch-                   Strategie. Nur das, was die Kunden sehen                           kenführung und zeigt, dass die Umsetzung ein
lich relevant sind. Und das ist mit Sicherheit              und erleben, leistet wirklich einen Beitrag                        elementarer Teil der Markenstrategie sein muss.
ein sehr, sehr wichtiger Teil der Marke, weil               für ihren Erfolg. Das ist, glaube ich, we-                           Das Buch liefert kein Regel-, sondern
                                                                                                                               ein Feuerwerk eindrücklicher Beispiele für
letztlich die Passung der Markenwerte zu                    sentlich. Eine Marke wird nicht über Nacht                         gelungene Markenarbeit. Es ist inspirierend,
den eigenen Vorstellungen entscheidet, ob                   geschaffen. Eine starke Marke hat etwas mit                        lehrreich und unterhaltsam. Man erfährt, dass
der Kunde eine Marke wählt oder nicht.                      kontinuierlicher Arbeit und konsequentem                           eine erfolgreiche Marke kein Projekt, sondern
                                                                                                                               Teil der täglichen Arbeit ist – ganz gleich, ob
   Das ist auch der Punkt, den ich meine,                   Aufbau zu tun. Wir wissen leider, dass dar-
                                                                                                                               es um die Abstimmung moderner Kommunika-
wenn ich sage: »Menschen sind Sinnsu-                       an viele Unternehmen scheitern.                                    tionsmaßnahmen oder um zeitlose Prinzipien
cher – Marken sind Sinnstifter«. Sinn stif-                                                                                    der Markenarbeit geht. Marken schaffen Werte
ten können Marken nur, wenn sie eine be-                    Herr Prof. Esch – ich fand Ihre Ausführun-                         für Kunden und Unternehmen. Eine starke
                                                                                                                               Marke ist zum einen Emotion pur, zum anderen
stimmte Haltung haben und für bestimmte                     gen sehr aufschlussreich und danke Ihnen                           schafft sie Stabilität und Kontinuität für das
Inhalte stehen. Und das ist zunächst einmal                 sehr für die Zeit, die Sie sich für unser                          Unternehmen.
unabhängig vom Corporate Design. Das                        Gespräch genommen haben.
Design kann vielleicht ihre Haltung oder                    Steffen Wilbrandt

10
Dessau-Roßlau · werkstadt 14

Die Bauhausstadt
mit Zukunft

D
       essau-Roßlau ist eines der drei Ober-   Forschungsnetzwerke                           Leben und Arbeiten mit Welterbebonus
       zentren Sachsen-Anhalts und fester      und Raum für Ideen                            Ein hochwertiges Wohnraumangebot, opti-
       Bestandteil der aufstrebenden Eu-       Als Verwaltungszentrum ist Dessau-Roßlau      male Kinderbetreuungsmöglichkeiten und
ropäischen Metropolregion Mitteldeutsch-       Sitz zahlreicher Behörden und Institutionen   der einmalige Freizeitwert machen Dessau-
land. Die Stadt ist Wirtschafts- und Dienst-   des Landes sowie des Umweltbundesamtes.       Roßlau zu einem besonderen Arbeits- und
leistungsmittelpunkt einer einzigartigen       Ein innovatives Netzwerk von Forschungs-,     Lebensmittelpunkt. An keinem anderen Ort
und identitätsprägenden Impulsregion.          Entwicklungs- und Bildungseinrichtungen,      in Europa kann man so viele Kultur-High-
Diese ist nicht nur der Ausgangspunkt der      die ansiedlungsfreundliche Förderpolitik,     lights genießen und auf so kurzen Wegen
Reformationsbewegung um Martin Luther          ein professioneller Wirtschaftsservice, ak-   im UNESCO-Erbe wandeln – sei es auf den
und Wirkungsstätte von Prof. Hugo Jun-         tive Wirtschaftsverbände sowie die »Will-     Spuren der architektonischen Meister, Re-
kers, der hier das erste Ganzmetallflugzeug    kommenskultur« für unternehmerische           formatoren und der Fürsten zu Anhalt oder
und weitere bahnbrechende Erfindungen          Ideen machen die Bauhausstadt zu einem        in den idyllischen Elbe- und Muldeauen. Un-
entwickelte, sondern ein gewachsenes           ausgezeichneten Investitionsstandort.         ternehmen, Investoren und Fachkräfte sind
Wirtschaftsareal mit ausgeprägten Leit-           In Dessau-Roßlau stehen eine Vielzahl      daher herzlich eingeladen zum Anhalt(en)
und Zukunftsbranchen - vom klassischen         von Industrie- und Gewerbegebieten mit        in Dessau-Roßlau und diesen außerge-
Metallbau bis hin zur modernen biophar-        optimalen Bedingungen und teilweise au-       wöhnlichen Wirtschaftsstandort mit zu ge-
mazeutischen Produktion.                       ßergewöhnlichen Eigenschaften zur Verfü-      stalten: Kommen Sie in die Bauhausstadt.
    Unter dem Motto »Faszination Wan-          gung, die Unternehmen in der gewünschten
del« will Dessau-Roßlau positive Wirt-         Größe zu günstigen Konditionen bereit-        Weitere Informationen unter:
                                                                                             www.dessau-rosslau-wirtschaft.de
schaftsentwicklung und zukunftsträchtige       gestellt werden. Die Wirtschaftsförderung
Innovationen mit kreativen Stadtgestal-        Dessau-Roßlau als Full-Service-Agentur        Stadt Dessau-Roßlau
tungsprozessen verbinden, die von der          begleitet kompetent von der ersten Anfrage    Amt für Wirtschaftsförderung
                                                                                             Zerbster Straße 4 · 06844 Dessau-Roßlau
Bauhausstadt aus erneut die Welt verän-        bis hin zur Standorteröffnung und Unter-      Tel.: 0340/204 20 80
dern sollen.                                   nehmenserweiterung.                           E-Mail: wirtschaftsfoerderung@dessau-rosslau.de

                                                                                                                                               11
werkstadt 14   · Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg

                                 Besser
                                 als gedacht
                                 Die Region Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau, Wittenberg
                                 hat mehr zu bieten, als ihre Bewohner wahrnehmen wollen

                                                             W
                                                                       er den Blick über die Region          unzureichend gelungen, zu vermitteln,
                                                                       schweifen lässt, Anhalt-Bitterfeld,   »dass wir andere längst hinter uns gelassen
                                                                       Dessau-Roßlau und Wittenberg          haben und auf eine Vielzahl von Erfolgen
                                                             unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten et-      verweisen können«. Ein fertiges Rezept
                                                             was genauer unter die Lupe nimmt, braucht       gegen diesen Pessimismus in den Köpfen
                                                             derzeit keine rosarote Brille, um durchaus      haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
                                                             gute Aussichten auszumachen. Die Un-            ter der Wirtschaftsförderung noch nicht.
                                                             ternehmen vor Ort sind nach dem jüngs-          »Aber wir brauchen eins«, bekräftigt ihr
                                                             ten Konjunkturbericht der Industrie- und        Geschäfts­führer.
                                                             Handelskammer Halle-Dessau zufriedener              Die Region auch intern in ein besse-
                                                             als noch vor einem Jahr; die Außenwahr-         res Licht zu stellen, das Selbstwertgefühl
                                                             nehmung kann sich, einer Studie der             zu stärken und Leistungen anzuerkennen,
                                                             Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-       diene schließlich nicht allein einer Stim-
                                                             Bitterfeld | Dessau | Wittenberg zufolge,       mungsaufhellung. Die Aufgabe stelle sich
                                                             durchaus sehen lassen. Und anders als in        ganz konkret, damit erzielte Erfolge ge-
                                                             den 1990er Jahren habe das Bundesland           sichert und ausgebaut werden können. Es
                                                             Sachsen-Anhalt zudem in diversen Berei-         gehe nicht zuletzt darum, mittels eines po-
                                                             chen die rote Laterne längst abgegeben,         sitiveren Images Nachwuchskräfte in der
                                                             unterstreicht der Geschäftsführer der Wirt-     Region zu halten und darüber hinaus den
                                                             schaftsförderung Harald Wetzel. In den          einen oder anderen zur Rückkehr in die
                                                             Köpfen vieler Menschen leuchte sie indes        alte Heimat zu bewegen. Letztlich fehlten
                                                             immer noch.                                     zwei Generationen, die der Heimat in den
                                                                »Wir haben ein grundsätzliches Pro-          vergangenen 25 Jahren der Arbeit wegen
                                                             blem mit dem Innenmarketing in der Re-          den Rücken zukehrten – besonders jetzt, da
                                                             gion«, findet Wetzel. Es sei bislang nur        die Führungskräfte aus der Wendezeit ins

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Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg · werkstadt 14

                                                                           S.13: oben: IMG Sachsen-Anhalt · unten links: Jürgen Kunstmann · rechts: Johannes Winkelmann
                                                                           Fotos S.12: links: Unicepta · Mitte: Wiegand Sturm · rechts: PUNCTUM/Bertram Kober

Rentenalter kämen. »Man kann hier super          innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts                                                                                     einzelnen Akteure sei es »wichtig als Region
investieren, man kann hier super arbeiten        stehen. Vorstellbar sei ein Imagefilm, der                                                                                    aufzutreten, um überhaupt wahrgenommen
und das Besondere der Region ist: Man            die Entwicklungen aufzeige. Die Verände-                                                                                      zu werden und sich behaupten zu können.«
kann hier relativ schnell Karriere machen«,      rungen der industriellen Produktion etwa in                                                                                       Letztlich sieht man bei der Wirtschafts-
zählt Wetzel jene Vorteile auf, die es zu ver-   Bitterfeld gelte es ebenso darzustellen wie                                                                                   förderung Kooperation bei aller gleichwohl
mitteln gilt – nach innen, wie nach außen.       die Veränderung der Landschaft am Beispiel                                                                                    vorhandenen internen Konkurrenz als un-
   Die demografische Entwicklung ist ein-        der Goitzsche, um so das entstandene Plus                                                                                     entbehrlich an, nicht zuletzt unter finanzi-
deutig; die klare Botschaft lautet: Die eige-    an Lebensqualität zu dokumentieren. »Gäs-                                                                                     ellen Gesichtspunkten. »Marketing kostet«,
ne Bevölkerung wird künftig nicht reichen,       te, die den Weg zu uns finden, sind oft er-                                                                                   so Wetzel. Mit großen Städten wie Leipzig
um den Bedarf an Arbeits- und vor allem          staunt, wie schön es hier ist«, weiß Wetzel                                                                                   oder Halle könne man zwar nicht mithalten,
an Fachkräften zu sichern. »Zuzug ist also       aus Erfahrung. Dass im kommenden Jahr                                                                                         die spielten einfach in einer anderen Liga,
wichtig«, urteilt Harald Wetzel. Um dies zu      zum Reformationsjubiläum zahlreiche Be-                                                                                       »aber gemeinsam können wir auch mit un-
erreichen, müsse ein Image entwickelt wer-       sucherinnen und Besucher nicht allein die                                                                                     seren geringeren Mitteln etwas erreichen«,
den, das zum Kommen und Bleiben einlädt          Lutherstadt Wittenberg, sondern auch die                                                                                      gibt sich der Wirtschaftsförderer zuver-
und die Erfolge in den Köpfen der Men-           Umgebung in Augenschein nehmen wer-                                                                                           sichtlich – bei den Gästen aus nah und fern
schen verankert. »Wir müssen schauen, auf        den, sieht der Geschäftsführer denn auch als                                                                                  genauso wie bei den Einheimischen.
welchen Kanälen wir vor allem junge Leute        Chance – für die ganze Region. Auch eine                                                                                      Stefanie Hommers
erreichen können.«                               Postkartenaktion mit Slogans wie »Investie-
   Bis zum Jahresende wolle man bei der          ren oder Arbeiten in Luthers Land« sei in                                                                                     WFG Anhalt-Bitterfeld | Dessau | Wittenberg mbH
                                                                                                                                                                               Albrechtstraße 127 · 06844 Dessau-Roßlau
Wirtschaftsförderungsgesellschaft gemein-        diesem Zusammenhang vorstellbar.                                                                                              Telefon: +49 340 230120 · Fax: +49 340 230 1212
sam mit den Kolleginnen und Kollegen                 Einen Faktor dürfe man bei allen Akti-                                                                                    E-Mail: hwetzel@wf-anhalt.de
aus den beiden Landkreisen und der Stadt         vitäten indes nicht außer Acht lassen, das
Dessau-Roßlau Kampagnen-Ideen entwi-             ist die Geschlossenheit. Die ist für Harald
ckeln. Im Fokus sollte dabei nach Ansicht        Wetzel entscheidend beim Marketing. An-
Wetzels vor allem der Wandel der Region          gesichts der eher nachgeordneten Größe der

                                                                                                                                                                                                                                   13
werkstadt 14   · Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg

                                                                          Die beschäftigungs-
                                                                          stärksten Unternehmen
                                                                          Größte Arbeitgeber in Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg-Bernburg
Foto: Wolf-Erik Widdel

                                                                                                                                                                                           Foto: Heidi Kunze
                                                                          Die Klinik Bosse Wittenberg ist Teil                     Verwaltungsgebäude der Werkzeugmaschinenfabrik Zerbst
                                                                          der Alexianer Sachsen-Anhalt GmbH                        GmbH (EMAG) mit den dahinterliegenden Werkhallen

                                                                                                                                     > Die zehn größten Unternehmen

                                                                        D
                                                                                 ie IDT Biologika GmbH ist mit 1.444 Beschäf-           … im verarbeitenden Gewerbe
                                                                                 tigten der größte Arbeitgeber in der Region
                                                                                                                                        01 IDT Biologika GmbH
                                                                                 Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg-Bernburg. Dies               Dessau-Roßlau · 1.444 Mitarbeiter
                                                                          geht aus einer aktuellen Erhebung der Industrie- und          02 DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH
                                                                          Handelskammer Halle-Dessau (IHK) hervor. Demnach                 Dessau-Roßlau · 1.218 Mitarbeiter
                                                                                                                                        03 Ihr Bäcker GmbH · Bernburg
                                                                          rangiert der Pharmahersteller aus Dessau-Roßlau im
                                                                                                                                           1.062 Mitarbeiter
                                                                          verarbeitenden Gewerbe knapp vor der dortigen DB              04 SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH
                                                                          Fahrzeuginstandhaltung GmbH mit 1.218 Arbeitneh-                 Lutherstadt Wittenberg · 918 Mitarbeiter
                                                                          mern. Größter Dienstleister ist die Kaufland Dienst-          05 POLIFILM EXTRUSION GmbH
                                                                                                                                           Weißandt-Gölzau · 839 Mitarbeiter
                                                                          leistung GmbH & Co. KG. In den verschiedenen                  06 SOEX Textil-Sortierbetriebsgesellschaft
                                                                          Niederlassungen der Region sind insgesamt 1.100                  mbH Wolfen · Bitterfeld-Wolfen
                                                                          Personen tätig. Rang zwei nimmt mit 1.047 Mitarbei-              738 Mitarbeiter
                                                                                                                                        07 Werkzeugmaschinenfabrik Zerbst GmbH
                                                                          tern die Sitel GmbH mit dem Call-Center in Dessau-
                                                                                                                                           Zerbst · 500 Mitarbeiter
                                                                          Roßlau ein. Am Standort Wittenberg arbeiten noch              08 Mibe GmbH Arzneimittel
                                                                          einmal 658 Beschäftigte.                                         Sandersdorf-Brehna · 488 Mitarbeiter
                                                                              »Beschäftigungswachstum ist nicht der einzige             09 Hanwha Q CELLS GmbH
                                                                                                                                           Bitterfeld-Wolfen · 475 Mitarbeiter
                                                                          Erfolgsfaktor in der Wirtschaft« erklärt Manfred Pi-          10 esco european salt company GmbH
                                                                          otrowsky, Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle                & Co. KG Bernburg · 463 Mitarbeiter
                                                                          Dessau. Dennoch lasse die Größe der Unternehmen
                                                                          bisweilen erkennen, wie erfolgreich sie in der Vergan-        … im Dienstleistungssektor
                                                                          genheit waren. »Einige unserer Top 10 zählen zu den           01 Kaufland Dienstleistung GmbH & Co. KG
                                                                          größten Firmen im gesamten Land Sachsen-Anhalt.«                 gesamte Region · 1.100 Mitarbeiter
                                                                                                                                        02 Sitel GmbH · Dessau-Roßlau
                                                                          Allein im verarbeitenden Gewerbe gehören 23 Pro-                 1.047 Mitarbeiter
                                                                          zent der 224 Unternehmen ausländischen Investoren.            03 Gesundheitszentrum Bitterfeld/Wolfen
                                                                              417 Unternehmen mit jeweils mehr als 50 Mit-                 gGmbH Bitterfeld-Wolfen · 899 Mitarbeiter
                                                                                                                                        04 Vetter Gruppe · Zörbig · 800 Mitarbeiter
                                                                          arbeitern haben sich an der Umfrage beteiligt. Sie
                                                                                                                                        05 Sitel GmbH · Lutherstadt Wittenberg
                                                                          waren Ende 2015 Arbeitgeber für rund 63.000 der                  658 Mitarbeiter
                                                                          insgesamt über 150.000 sozialversicherungspflichtig           06 AMEOS Klinikum Bernburg GmbH
                                                                          Beschäftigten in der Region. Die IHK will mit der Er-            Bernburg · 524 Mitarbeiter
                                                                                                                                        07 Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg-Kur GmbH
                                                                          hebung belegen, wie zukunftsfähig der Standort ist.              Bad Schmiedeberg · 470 Mitarbeiter
                                                                          Insbesondere Jugendliche sollen die guten Perspek­            08 Salus gGmbH · Bernburg · 468 Mitarbeiter
                                                                          tiven hier erkennen. Zugleich erhalten die Unter­             09 Randstad Deutschland GmbH & Co. KG
                                                                                                                                           Dessau-Roßlau · 390 Mitarbeiter
                                                                          nehmen die Möglichkeit, ihre wirtschaftliche Bedeu-
                                                                                                                                        10 Alexianer Sachsen-Anhalt GmbH
                                                                          tung für heimische Wirtschaft nachzuweisen. Die                  Lutherstadt Wittenberg · 379 Mitarbeiter
                                                                          vollständigen Ergebnisse sind unter www.halle.ihk.de              Quelle: IHK Halle-Dessau

                                                                          veröffentlicht.

                         14
Anhalt-Bitterfeld · Dessau-Roßlau · Wittenberg · werkstadt 14

                                                                Foto: Kay Herschelmann

                                                                                         Die Ammoniak-Anlage der SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH bei Nacht

> Auswertung der Zusatzfragen* im verarbeitenden Gewerbe                                                                                                  … im Dienstleistungssektor

    Frage nach:                                          Rückmeldungen (Vorjahr)                              Trend:                                          Rückmeldungen (Vorjahr)                                Trend:

    01. Einschätzung                                     gut  . . . . . . . . . . . . 59 (55)             >   Die rückblickende Bewertung des                 gut  . . . . . . . . . . . . 40 (33)           >       Die rückblickende Bewertung des
        Geschäftsverlauf                                 befriedigend  . . . 25 (30)                          Geschäfts­verlaufs 2015 erfolgte                befriedigend  . . . 14 (25)                            Geschäfts­verlaufs 2015 erfolgte
        in 2015                                          schlecht  . . . . . . . 13 (14)                      mehrheitlich mit »gut« und damit leicht         schlecht  . . . . . . . . . 4 (5)                      mehrheitlich mit »gut« und damit
                                                                                                              verbessert zum Vorjahr.                                                                                leicht verbessert zum Vorjahr.

    02. Einschätzung der                                 günstiger  . . . . . . 28 (28)                   >   Die Geschäftserwartungen bleiben                günstiger  . . . . . . 15 (14)                 >       Erwartung für das laufende Jahr
        Geschäftserwartung                               gleich  . . . . . . . . . 52 (56)                    konstant mehrheitlich »gut«.                    gleich  . . . . . . . . . 37 (31)                      ist nicht schlechter als im Vorjahr.
        in 2016                                          ungünstiger  . . . . 15 (14)                                                                         ungünstiger  . . . . . 7 (16)

    03. Änderung                                         steigend  . . . . . . . 28 (19)                  >   Höhere Einstellungsabsichten als im             steigend  . . . . . . . 22 (14)                >       Höhere Einstellungsabsichten als im
        Beschäftigtenzahl                                gleichbleibend  . 55 (63)                            Vorjahr in Folge von Investitionen und          gleichbleibend  . 29 (40)                              Vorjahr in Folge von Investitionen
        in 2016                                          sinkend  . . . . . . . . 12 (12)                     einer geringeren Unsicherheit nach              sinkend  . . . . . . . . . . 6 (7)                     und einer geringeren Unsicherheit
                                                                                                              Einführung des Mindestlohnes.                                                                          nach Einführung des Mindestlohnes.

    04. Investitionsabsichten                            ja  . . . . . . . . . . . . . 77 (83)            >   Nur geringer Rückgang zum Vorjahr,              ja  . . . . . . . . . . . . . 38 (34)          >       Die Investitionsneigung hat sich
        in 2016                                          nein  . . . . . . . . . . . 15 (12)                  aber nach wie vor erfreulich hohes              nein  . . . . . . . . . . . 17 (22)                    zum Vorjahr leicht verbessert.
                                                                                                              Niveau.

    05. Investitions- und                                                                                 >   Kostensteigerung für Infrastruktur                                                             >       Anhaltender Preisdruck,
        Wachstumshemmnisse                                                                                    Energie und Umweltschutz, fehlende                                                                     erhöhte Personalkosten und
                                                                                                              Fachkräfte, Preisverfall in einigen Bran-                                                              Personalmangel.
                                                                                                              chen, bürokratische Auflagen.

    06. Wettbewerbsfähigkeit                             ja  . . . . . . . . . . . . . 26 (27)            >   Fachkräftemangel, fehlende Auszubil-            ja  . . . . . . . . . . . . . 19 (20)          >       Preisverfall durch weiter zunehmen-
        eingeschränkt                                    nein  . . . . . . . . . . . 57 (65)                  dende, Überregulierungen, Kostendruck           nein  . . . . . . . . . . . 37 (36)                    den Online-Handel, Auswirkungen
                                                                                                              gestiegen, zu häufige Verschärfungen                                                                   des Mindestlohnes**.
                                                                                                              gesetzlicher Regelungen.

    07. Deckung                                          normal  . . . . . . . . 25 (28)                  >   Personalengpässe haben                          normal  . . . . . . . . 14 (13)                >       Schwieriger als im Vorjahr,
        Fachkräftebedarf                                 schwieriger  . . . . 51 (56)                         sich verschärft.                                schwieriger  . . . . 37 (27)                           Personalengpässe haben sich
        2016                                             Engpässe  . . . . . . 18 (11)                                                                        Engpässe  . . . . . . . 9 (22)                         nicht verschärft.
                                                         kein Bedarf  . . . . . . 4 (4)                                                                       kein Bedarf  . . . . . . 1 (2)

    08. Weiterbildungsbedarf                             ja  . . . . . . . . . . . . . 59 (64)            >   Der Weiterbildungsbedarf in Unter­              ja  . . . . . . . . . . . . . 33 (29)          >       Der Weiterbildungsbedarf in Unter-
        in 2016                                          nein  . . . . . . . . . . . 29 (34)                  nehmen ist weiter auf hohem Niveau.             nein  . . . . . . . . . . . 27 (28)                    nehmen ist erneut angestiegen.

    09. Belegschaftsanteil                               mehrheitlich zwischen                            >   Insgesamt hat sich der Anteil Ü55               mehrheitlich zwischen                          >       Insgesamt hat sich der Anteil Ü55
        über 55 Jahre in 2016                            15 - 25 (15 - 25 %)                                  nicht verringert.                               15 - 25 (15 - 25 %)                                    nicht verringert.

    10. Nachbesetzungsbedarf                             ja  . . . . . . . . . . . . . 62 (73)            >   Die Gewinnung von Nachwuchs bleibt              ja  . . . . . . . . . . . . . 36 (22)          >       Die Gewinnung von Nachwuchs
        für Altersabgänge                                nein  . . . . . . . . . . . 33 (24)                  als eine große Herausforderung                  nein  . . . . . . . . . . . 36 (27)                    bleibt als eine große Herausforde-
        in 2016                                                                                               bestehen.                                                                                              rung bestehen.

*Hinweis: Nicht jede Frage wurde in allen Rücksendungen 2016 bzw. im Vorjahr beantwortet                                                                  **verkürzte Arbeitszeiten und damit Öffnungszeiten, z. T. eingeschränkter Service, gestiegene Arbeitskosten, gestiegene Preise

                                                                                                                                                                                                                                                                                           15
werkstadt 14   · Halle | Dessau-Roßlau

                                                 Inlingua hat auch
                                                 im Jubiläumsjahr viel zu tun

                                                                                                                                               alle Fotos: inlingua
  Der 3. März 2016 ist ein besonderes Datum      Haben Sie das 25-jährige                       In den letzten drei, vier Jahren hat sich
   für die inlingua-Sprachschule Halle/Saale.    Jubiläum im April groß gefeiert?               freilich Deutsch für Ausländer zur Aufga-
         An diesem Tag ist das neue, moderne     Nein, wir sind im Dezember 15 umgezo-          be Nummer 1 entwickelt – mit erheblichem
        Center am Markt 7 offiziell in Betrieb   gen und der Umzug in das wunderschöne,         Abstand. Das rührt daher, dass viele Firmen
  genommen worden. Die komplette 3. Etage        zentral gelegene Gebäude in Halle war der      Fachkräfte aus dem europäischen Ausland
 im ehemaligen Kaufhaus Wöhrl im Zentrum         adäquate Ersatz für eine Jubiläumsfeier. Al-   einstellen und es liegt daran, dass Asylsu-
        Halles wird für diesen Zweck genutzt.    lerdings haben wir am 3. März 2016 eine        chende in erheblichem Ausmaß gekommen
  Mit dem Umzug feierte die private Sprach-      kleine Eröffnungsfeier für Kunden, Freunde     sind. Wir sind mittlerweile in Sachsen-An-
schule, die zudem in Stendal, Dessau-Roßlau      und Mitarbeiter gehabt. Die Bedingungen        halt einer der großen Integrationskursträ-
   und Leipzig aktiv ist, auch ihr 25-jähriges   für Sprachschüler und Unterricht in den        ger, lehren bis zu 400 Menschen auf einmal
      Bestehen. Inhaber Paul Wolpert spricht     neuen Räumen sind phantastisch. Abgese-        die deutsche Sprache.
    im Interview über aktuelle Aufgaben, das     hen davon haben wir ausreichend zu tun.
         Kerngeschäft und wünscht sich mehr      Arbeit geht vor.                               Kommt dabei das Kerngeschäft nicht zu kurz?
                Kommunikation mit Behörden.                                                     Nein, natürlich nicht. Wir verstehen uns
                                                 Wie sehr hat sich das Geschäft                 vorrangig als Dienstleister für die Wirt-
                                                 in den vergangenen Jahren geändert?            schaft, und weil wir unsere Aufgabe gut
                                                 Im Grunde ist es unsere Aufgabe, den Ein-      erledigen, sind wir auch nach 25 Jah-
                                                 heimischen Fremdsprachen zu vermitteln.        ren noch am Markt. Unser Erfolg ist dem
                                                 Englisch steht in der Wirtschaft weit vorn,    Festhalten an Prinzipien geschuldet: Wir
                                                 Spanisch und Italienisch sind relevant, auch   arbeiten in kleinen Gruppen, betreuen die
                                                 Russisch wird gewünscht, weitere Sprachen      Lernenden intensiv, unsere Dozenten sind
                                                 können wir ebenfalls bedienen. Und natür-      Muttersprachler, geredet wird ausschließ-
                                                 lich unterstützen wir Unternehmen, wenn        lich in der Fremdsprache. Und wir schauen
                                                 sie auf ausländische Märkte drängen und        auf homogene Gruppen: Die Leute werden
                                                 sprachliche Kompetenz benötigen.               eingestuft, damit wir ihren Level kennen.
                                                                                                Letztlich füllen wir in den inlingua-Schulen
                                                                                                die Lücke vom vorhandenen Wissen bis zur
                                                                                                vereinbarten Zielstellung.

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Halle | Dessau-Roßlau · werkstadt 14

Wie vermittelt man Deutsch                     Wenn Sie zurückschauen: Was hat sich             Macht unter diesen Umständen
als Fremdsprache?                              am meisten in der Branche verändert?             die Arbeit noch Spaß?
Das Vorgehen ist adäquat: Wir beginnen         Mit der Verschiebung des Geschäfts auf           Uns macht die Arbeit grundsätzlich Spaß.
mit Einstufungstests, stellen die Sprach-      Deutsch als Fremdsprache durch die vielen        Wir tun ja etwas für Menschen, was ihnen
kompetenz der Kunden fest, takten sie in       Asylbewerber ist ein erheblicher Aufwuchs        hilft. Wenn man diese Erfolge sieht, dann
leistungsgleiche Gruppen ein, es folgen die    an Bürokratie entstanden. Man könnte viel        weiß man, dass man gut und richtig arbei-
Beschulung und die Prüfung. Allerdings         mehr machen und viel besser arbeiten,            tet. Die Dinge, die man nicht ändern kann,
zeigt sich auch, dass die Sprachkundigen-      wenn es diese oftmals auch widersinnigen         muss man eben annehmen und damit um-
stufe B1 nicht ausreicht, um Asylsuchende      Beeinträchtigungen nicht gäbe. Wir müssen        gehen lernen.
ins Arbeitsleben zu integrieren. Die Politik   mittlerweile Vollzeitkräfte einsetzen, die die
plant nun, weiterführende Kurse zum be-        bürokratischen Anforderungen erledigen.          Wolpert Schulungszentrum -
                                                                                                inlingua Sprachschule Halle GmbH
rufsbezogenen Deutsch anzubieten. Aber                                                          Marktplatz 7 · 06108 Halle
das wird noch etwas dauern.                    Ließe sich das ändern?                           Telefon: +49 345 6 78 98 53
                                               Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann         Fax: +49 345 6 78 98 54
                                                                                                E-Mail: peggy.arendt@inlingua-halle.de
Gibt es eigentlich ausreichend                 wäre das eine große Runde zwischen den
                                                                                                www.inlingua-halle.de
Dozenten für diese Aufgabe?                    staatlichen Institutionen, die die Aufträge
Zwischen Flensburg und Füssen ist es das-      vergeben und den Unternehmen, die sie            Wolpert Schulungszentrum -
selbe Problem: Zertifizierte Deutschlehrer     umsetzen. Durch aufrichtige Kommunikati-         inlingua Sprachschule Halle · Zweigstelle Dessau
                                                                                                Franzstr. 85 · 06842 Dessau-Roßlau
sind mittlerweile Mangelware, zumal ei-        on miteinander ließen sich etliche Hürden,       Telefon: +49 340 260 2612
nige nötige Zusatzqualifikationen nur an       die ein reibungsloses Arbeiten im Moment         Fax: +49 340 260 2624
bestimmten Instituten abgelegt werden dür-     erschweren, abbauen. Man könnte auch             E-Mail: ilka.ullmann@inlingua-dessau.de
                                                                                                www.inlingua-dessau.de
fen. Wir sind ein wenig die Ausnahme von       im Vorfeld miteinander reden, um Ausfüh-
der Regel, wir haben ausreichend Fachleute.    rungsformalitäten so zu gestalten, dass sie
Das liegt an unserer guten Personalpolitik.    die Arbeit unterstützen und nicht behin-
Als attraktiver Arbeitgeber kommen wir we-     dern. Das wäre schön.
gen Lehrermangel nicht in Existenznot. Das
haben wir uns über Jahrzehnte erarbeitet.

                                                                                                                                                    17
werkstadt 14   · Dessau-Roßlau

                       Professionalität
                       und Perfektion

                                 D
                                         as P in der p|idea Werbeagentur        die vielfältigen Synergien. Aus dem Marke-
                                         GmbH Dessau steht heute prägnanter     ting, das für FEXCOM vom Leipziger Büro
                                         denn je für die besondere Perspekti-   aus betrieben wird, erschließen sich für die
                                  ve, aus der sich das Team um Geschäfts-       p-idealisten, so nennen sich die Mitarbei-
                                  führer Nick Schumann den Wünschen der         ter, neue Kundenkreise. »Die strategische
                                  Kunden nähert. Jede Aufgabe aus allen         Partnerschaft zahlt sich für jede Seite aus.
                                  Himmelsrichtungen angehen, das hat sich       Die Kunden profitieren von der hohen Leis-
                                  der Ansprechpartner für Printwerbung, Cor-    tungsfähigkeit«, erklärt Schumann
                                  porate Design, Logoentwicklung, Branding,         »Fullservice« bei p|idea leisten Desig-
                                  PR, Web-Seiten, Events, Guerilla-Marketing    ner, Illustratoren, Programmierer, Verkäu-
                                  und vieles mehr auf die Fahnen geschrie-      fer, Manager, Zahlenjongleure und Texter.
                                  ben. So bleibt kein Winkel ausgespart, kein   Zusammen mit einem deutschlandweiten
                                  Sektor unbeachtet. Wer gemeinsam alles        Netzwerk aus Freelancern und Partnern
                                  im Blick behält, sieht am Ende mehr und       wird jede Herausforderung gemeistert.
                                  kann von sich behaupten, Kommunikati-             Die Agentur bedient die Kommunikation
                                  onslösungen zu entwickeln, die 360 Grad       auf den verschiedenen Ebenen für mehr als
                                  umfassen.                                     1.000 Kunden in der Region.
                                     1989 entwickelte der gebürtige Dessau-         Ihr Credo ist, sich intensiv damit zu be-
                                  er während des BWL-Studiums ein starkes       schäftigen, was einen Firmenauftritt he-
                                  Interesse für den Vertrieb. Die Lektüre des   rausragend machen kann. Um welche Art
                                  Verkaufs-Klassikers »Die Magie des Power-     von Geschäft geht es? Wofür steht das Un-
                                  Selling« von Mario Ohoven wurde für ihn       ternehmen? Wo sieht es seine Zukunft? Um
                                  zum Schlüsselerlebnis. Als er dann 1999       auf diese und andere Fragen die treffends-
                                  in die Werbebranche einstieg, wurde weit      ten Antworten zu finden, verbinden die
                                  mehr als ein Test daraus.                     kreativen Köpfe von p|idea ihre Recherchen
                                     Inzwischen ist die p|idea Werbeagentur     mit Workshops, Befragungen und inten-
                                  GmbH unter dem Dach der FEXCOM GmbH           siven Analysen. Ziel ist es, eine Marke zu
                                  aktiv. Seit dem 1. Juli 2014 nutzen beide     schaffen und eine Kommunikationsstrategie

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Fotos: pIidea Werbeagentur

                             Das Team der p|idea Werbeagentur

                             zu entwickeln, die beim Kunden ankommt         Dessau, dem Wirtschafts- und Industrieclub
                             und somit hilft, das eigene Unternehmen        Anhalt und der Welterbe-Region Anhalt-
                             stärker im Markt aufzustellen.                 Dessau-Wittenberg.
                                 Egal ob Sie ein gestandenes Unterneh-          Eine Herzensangelegenheit ist der Agen-
                             men führen oder ganz neu starten wollen:       tur die partnerschaftliche Unterstützung
                             Die p-idealisten stehen Ihnen beratend und     des Mukoviszidose Selbsthilfe e. V. »Uns ist
                             branchengerecht zur Seite. Seit mehr als 15    wichtig, dem Vorsitzenden Daniel Kemp zu
                             Jahren profitieren Unternehmen, öffentliche    helfen, dass die Pharmaindustrie ihre For-
                             Einrichtungen, Vereine und Körperschaften      schungen zu dieser Stoffwechselerkrankung,
                             von den Erfahrung mit Kunden, Produkten,       die mit dramatischen Einschränkungen ver-
                             Unternehmen und Dienstleistungen.              bunden ist, spürbar intensiviert«, erzählt der
                                 Schon Walter Gropius benannte den          Geschäftsführer.
                             »Künstler als Steigerung des Handwerkers«          In der täglichen Arbeit spielt bei p|idea
                             in seinem Bauhaus-Manifest. Damals und         der Teamgeist eine überragende Rolle. »Es
                             in Zukunft ist und bleibt die Bauhausstadt     macht nur Sinn, auf Augenhöhe zu agieren«,
                             Dessau auch für die p-idealisten ein Zuhau-    ist Schumann überzeugt. Nur gemeinsam
                             se für kreatives Handwerk. In Dessau treffen   sei man in vielen Disziplinen richtig gut.
                             Sie auf Traditionen, Inspiration und auf die   Es gebe nicht nur die eine Lösung, sondern
                             p|idea Werbeagentur.                           unendliche viele Möglichkeiten für erfolg-
                                 Eine exklusive Partnerschaft verbindet     reiche, frische und wahrhaft gute Kommu-
                             p|idea mit dem Dessau-Roßlauer Handball-       nikation. Und so steht das P auch für Pro-
                             verein. Nach dessen Aufstieg in die 2. Bun-    fessionalität und Perfektion. Andreas Behling
                             desliga ist der gesamte Auftritt vom Logo
                             bis zur Internet-Seite dezent professiona-     p|idea WERBEAGENTUR GmbH
                             lisiert worden. Nick Schumann sieht darin      Industriestraße 1 · 06847 Dessau-Roßlau
                                                                            Telefon: 03 40 - 5 02 54 50
                             auch ein Bekenntnis zur Region. Unter-
                                                                            Fax: 03 40 - 5 02 54 51
                             mauert wird diese Verbundenheit durch die      E-Mail: info@p-idea.de
                             Mitgliedschaft bei den Wirtschaftsjunioren     www.p-idea.de

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