PARTNER EINER GRÜNEN WELT - NACHHALTIGKEITSBERICHT 2017 - Energie Steiermark

 
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GRÜNEN
WELT.
N A C H H A LT I G K E I T S B E R I C H T 2 0 1 7
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ENERGIE STEIERMARK 2017

        Vorwort                                            3
        Über diesen Bericht                                4

     1. Wir sind die Energie der Steiermark                5

Inhalt
     1.1 Was Nachhaltigkeit für uns bedeutet
     1.2 Unternehmensporträt
     1.3 Energiewirtschaftliches Umfeld
     1.4	Geschäftsentwicklung der Energie Steiermark

     2. Verantwortung für die Region
                                                          15
                                                          15

                                                          17
                                                            7
                                                           11

     2.1 Nachhaltige Beschaffung                          18
     2.2 Handeln mit Verantwortung                        21

     3. Grüne Energie für die Steiermark                  25
     3.1 Hundert Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen   26
     3.2 Umweltfreundliche Fernwärme                      29
     3.3 Sichere Energieversorgung                        30
     3.4 Internes Umweltmanagement                        33
     3.5 Natur- und Artenschutz                           40

     4. Dienstleister für die Energiewelt von morgen      42
     4.1 Partnerschaftlich & regional verankert           43
     4.2 Mit KundInnen im Dialog                          44
     4.3 Informationssicherheit                           45
     4.4 Kundenorientierte Energiedienstleistungen        46
     4.5 Mobilität neu denken                             51
     4.6 Innovation, Forschung & Entwicklung              53

     5. Verantwortungsvoller Arbeitgeber                  57
     5.1 Kulturprojekt „E-Volution 2.0“                   59
     5.2 Entwicklung & Weiterbildung                      60
     5.3 Gesundheit und Sicherheit der MitarbeiterInnen   62
     5.4 Gleiche Chancen für alle                         63

     6. Im Dialog mit der Gesellschaft                    65
     6.1 Aktive Einbindung unserer Stakeholder            67
     6.2 Engagement mit Mehrwert                          70

        Nachhaltigkeitsprogramm                           75
        GRI-Index in Überein­stimmung mit GRI-Standards   81
        Prüfungsbericht                                   88
        Anhang                                            91
        Impressum                                         95

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 Mut zu mehr
­nachhaltigem Denken

Nachhaltigkeit geht uns alle an. Dass die Energie            Dieser Nachhaltigkeitsbericht macht unser
Steiermark ihren Beitrag zu mehr grüner Energie, zu          Engagement und unser Handeln ü         ­ berprüfbar,
mehr gesellschaftlichem Engagement leisten kann,             nachvollziehbar und transparent. Hier w     ­ ollen
macht uns stolz. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass          wir vor allem auch den Mitgliedern unseres
wir die Komfortzone verlassen und mit mutigen                Nachhaltig­keitsbeirats „Danke“ für ihre begleitende
Ideen neue Wege beschreiten müssen. Auch dann,               Kompetenz und Expertise sagen. Sie sorgen dafür,
wenn uns das vor große Herausforderungen stellt.             dass diese Publikation mehr als nur ein Bericht
Die Balance zwischen wirtschaftlichem Denken und             ist – n
                                                                   ­ ämlich ein Prozess. Es gibt jedoch nichts,
Nachhaltigkeit zu halten, erfordert stets Sensibilität       was man nicht noch besser machen könnte. In
und neue Kooperationen. Nur so bleibt langfristig            diesem Sinne freuen wir uns über viele Inputs und
das Vertrauen gesichert.                                    ­Anregungen.

Das ist nicht nur für unser Dienstleistungs­
unternehmen ein Mehrwert, sondern für die
gesamte Steiermark. Denn in Sachen Nachhaltig­
keit denken wir weit über den Tellerrand unserer
Branche hinaus und setzen auf eine gezielte                Dipl.-Ing. Christian Purrer   DI (FH) Mag. (FH) Martin Graf, MBA
­Vernetzung mit Partnern aus allen Bereichen                  Vorstandssprecher                   Vorstandsdirektor
 ­unserer Gesellschaft. Gemeinsam mit unseren
  rund 1.700 engagierten Mitarbeiterinnen und
  Mitarbeitern ist es uns wichtig, Teil einer verantwor-
  tungsvollen Zukunftsgestaltung zu sein – für mehr
  Lebensqualität, auch für künftige Generationen.

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Über diesen Bericht
Um über Grundsätze, Leistungen, Entwicklungen und
Ziele in den unterschiedlichen Bereichen der Nach­
haltigkeit transparent zu berichten, veröffentlicht die
Energie Steiermark bereits zum zweiten Mal einen
Nachhaltigkeitsbericht, der diese Informationen bündelt.

Die Auswahl und die Darstellung der I­nhalte,           Berichtsgegenstand ist in erster Linie die Energie
Daten und Zahlen erfolgt entsprechend den               Steiermark inklusive aller inländischen und aus-
Standards der Global Reporting Initiative               ländischen Tochtergesellschaften. Änderungen bei
(GRI-Standards). Die internationale Stakeholder-­       der Abgrenzung von Daten oder Kennzahlen, etwa
Initiative GRI entwickelte anerkannte Standards für     bei einer Betrachtung von Tochtergesellschaften,
die Nachhaltigkeitsberichterstattung, die für Trans-    sind an entsprechender Stelle gekennzeichnet.
parenz sorgen und Vergleichbarkeit gewährleisten.       Neben dem vorliegenden Nachhaltigkeitsbericht
Der vorliegende Bericht erfüllt die „Kern-Option“       stellt die Energie Steiermark auch Informa­tionen zu
und bezieht zudem die branchenspezifischen              ihrer Unternehmensverantwortung in den jähr-
Zusatzindikatoren für Energieversorgungsunter­          lichen Konzernberichten sowie auf der Website
nehmen mit ein. GRI-Indikatoren, die im Bericht         www.e-steiermark.com zur Verfügung. Der Nach-
­behandelt werden, sind ab Seite 76 in tabellari-       haltigkeitsbericht der Energie Steiermark wird alle
 scher Form zusammengefasst.                            zwei Jahre veröffentlicht.

Die dargestellten Inhalte und Kennzahlen beziehen
sich im Wesentlichen auf die Jahre 2015 bis 2017.
Zugunsten der Aktualität werden zudem Maßnah-
men und Projekte des ersten Quartals 2018 be-
schrieben.

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   Wir sind
 die Energie
der Steiermark

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   Wir sind die Energie der Steiermark
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1. Wir sind die                                            Der Klimawandel bewegt – auch die Wirtschafts-

Energie der Steiermark                                     welt. Diese Entwicklungen zu erkennen, sich den
                                                           Heraus­forderungen zu stellen und die neuen
                                                           Rahmen­bedingungen zu nutzen, sehen wir vor
In uns schlägt das                                         allem als Chance für unsere Weiterentwicklung.
grüne Herz Österreichs.
                                                           Das Land Steiermark hat mit dem Beschluss der
Klimaschutz, Digitalisierung, individuelle                 neuen Energiestrategie 2025 die Grundlagen für
­Autonomie, Wärme- und Mobilitätswende –                   eine nachhaltige Energiepolitik geschaffen. Ziel ist
 als moderner Energiedienstleister ist die Energie         es, den Energieeinsatz des Landes bestmöglich zu
 Steiermark mit mannigfaltigen und vielseitigen            reduzieren und den Restbedarf mit einem mög-
 technologischen und gesellschaftlichen Verände-           lichst hohen Anteil an erneuerbaren Energieträgern
 rungen konfrontiert.                                      zu decken. Hier wird die Energie Steiermark einen
                                                           wesentlichen Beitrag leisten, um unsere Energiever-
Unser Fokus liegt klar auf dem Bekenntnis zur              sorgung erneuerbar zu gestalten, neue Dienstleis-
­Region: Die Energie Steiermark versteht sich als          tungen für KundInnen anzubieten und gemeinsam
 ­regionales Energieunternehmen, das Verantwor-            die Grundlage für die „grüne Welt“ von morgen zu
  tung entlang der gesamten Wertschöpfungskette            schaffen.
  lebt. Wir bieten nachhaltige Energiedienstleistungen
  und Innovationen aus der Region und für die ­Region.     Unsere MitarbeiterInnen und unser gesellschaft-
  ­Dennoch verlieren wir das „große Ganze“ nicht aus       liches Umfeld wollen wir auf diesem Weg zur
   den Augen. Wir sehen unsere Strategie stets auch        grünen Energiewende mitnehmen. Wichtig ist uns
   in Zusammen­hang mit den globalen Herausforde­          dabei, immer die Balance zwischen drei Säulen
   rungen und der Notwendigkeit einer Energiewende.        der Nachhaltigkeit zu halten: Neben den ökonomi-
   Mit unseren Leistungen, Ideen und Inno­vationen         schen Gesichtspunkten werden auch stets soziale
   wollen wir dazu unseren Beitrag leisten.                und ökologische Aspekte berücksichtigt.

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                                        Wir sind die Energie der Steiermark
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1.1 Was Nachhaltigkeit für                                    Die Identifizierung und die Bewertung der Themen
                                                              werden dabei auf mehreren Ebenen durchgeführt:
uns bedeutet                                                  Stakeholder wie NGOs, VertreterInnen von Politik und
                                                              Behörden sowie ExpertInnen werden in laufende
Als Zeichen der Transparenz und um die                        Sitzungen des Nachhaltigkeitsbeirates e ­ ingebunden
Leistungen und Aktivitäten des Unternehmens                  (mehr Informationen zum Nachhaltigkeitsbeirat
in den unterschiedlichen Bereichen der Nach-                 finden Sie auf Seite 67 und 73). Sicht­weisen und
haltigkeit zu dokumentieren, veröffentlicht die              ­Anliegen von KundInnen, GeschäftspartnerInnen
Energie Steiermark alle zwei Jahre einen Nach­                und MitarbeiterInnen spiegeln sich in den Ergeb-
haltigkeitsbericht. Er richtet sich an Mitar­beiterInnen,     nissen von regelmäßigen Kunden- und Mitarbeiter-
KundInnen, KooperationspartnerInnen und generell              befragungen wider. Externe Quellen wie Analysen
an alle Interessierten.                                       durch Ratingagenturen, NGOs oder Forschungsein-
                                                              richtungen werden ebenfalls berücksichtigt. Samm-
Als Teil des internen Nachhaltigkeitsprozesses                lung, Strukturierung und Priorisierung der Themen
der Energie Steiermark wird eine Wesentlichkeits-             erfolgen dann im Rahmen interner Workshops und
matrix mit den wichtigsten Themenstellungen zu                Arbeitsgruppen mit Führungskräften sowie ExpertIn-
den Bereichen Unternehmen & Management,                       nen des Unternehmens.
KundInnen, Umwelt & Klimaschutz, MitarbeiterIn-
nen sowie gesellschaftliches Engagement laufend
­weiterentwickelt.

Inputs für die Wesentlichkeitsmatrix
der Energie Steiermark

                                                  Stakeholder
                                                Umfragen: Grüner Tisch,
                                                    KundInnen etc.

                                           Wesentlichkeits-
                                               matrix
                                            der Energie
                                           Steiermark AG

                Extern                                                                    Intern
         Ratingagenturen, NGOs,                                                   Führungskräfte, Workshops,
         Forschungseinrichtungen                                                       5 Arbeitsgruppen

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                                          Wir sind die Energie der Steiermark
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ENERGIE STEIERMARK 2017

                                 Wesentlichkeitsmatrix der Energie Steiermark
sehr hoch

                                                                                                                        Versorgungssicherheit
                                                                             Regionale Verantwortung als                Positionierung als moderner
                                                                             Investor, Arbeit- & Auftraggeber           Energiedienstleister
                                    Stakeholderdialog                        Luftemissionen                             Kundenorientierung
                                                                             Naturschutz & Artenvielfalt                Klimaschutz & nachhaltige
                                                                             Bekämpfung Energiearmut                    Energieerzeugung
                                                                                                                        Energieeffizienz
Bedeutung für Anspruchsgruppen

                                                                             Informations- und Datensicherheit          Forschung, Innovation
                                    Verantwortung in der Lieferkette
                                                                             Chancengleichheit                          Intelligente Netze (Digitalisierung)
                                    Ressourcenschonung
                                                                             Arbeitssicherung &                         Umweltfreundliche Mobilität
                                    (Wasser, Boden etc.)
                                                                             Gesundheitsschutz                          Dezentrale Energieerzeugung

                                    Abfallmanagement                         Governance/E-Volution
                                                                                                                        Unternehmenswertsteigerung
                                     Compliance &                            Sponsoring und
                                                                                                                        Qualifikation & Weiterbildung
                                    ­Korruptionsprävention                   gesellschaftliches Engagement
hoch

                                  hoch                                        Bedeutung für die Energie Steiermark                                    sehr hoch

                                  Unternehmen & Management     KundInnen    Umwelt & Klimaschutz   MitarbeiterInnen   Dialog & gesellschaftliches Engagement

          Die Wesentlichkeitsmatrix bildet die Basis für die                                     haltige Energie­versorgung in Einklang gebracht
          Inhalte des Berichts und für das Nachhaltigkeitspro-                                   ­werden, um auch den gesellschaftspolitischen An-
          gramm der nächsten Jahre. In der Matrix ­werden                                         sprüchen gerecht zu werden. Von großer Bedeutung
          die Themen nach der Bedeutung für externe An-                                           für externe ­Stakeholder sind die regionale Verant-
          spruchsgruppen und nach der Wichtigkeit für das                                        wortung als Investor, Arbeit- und Auftraggeber sowie
          Unternehmen dargestellt. Die Sicherheit der Ver-                                       Umweltschutz­themen wie Naturschutz oder Res-
          sorgung mit Strom, Gas und Wärme – kurzfristig                                         sourcenschonung. Die Energie Steiermark legt einen
          wie auch langfristig – wird von beiden Anspruchs-                                      Fokus auf Digitalisierung, dezentrale Erzeugung und
          gruppen an die Spitze gesetzt. Die Positionierung                                      neue, umweltfreundliche Energiedienstleistungen für
          als Energiedienstleister und das Angebot neuer                                         ihre KundInnen.
          ­Produkte ­werden vor allem von KundInnen erwartet
           und stehen somit auch für die Energie Steiermark
           ganz oben auf der A­ genda. Diese Dienstleistungen
           müssen mit den Zielen für Klimaschutz und nach­

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PARTNER EINER GRÜNEN WELT - NACHHALTIGKEITSBERICHT 2017 - Energie Steiermark
ENERGIE STEIERMARK 2017

Nachhaltige Entwicklungsziele
von regional bis global

Die Sustainable Development Goals                        Auch die Energie Steiermark will im Rahmen ihrer
(SDGs; ­Ziele für nachhaltige Entwicklung) setzen        Möglichkeiten einen Beitrag zu den SDGs leisten.
weltweit einheitliche Maßstäbe für Prioritäten und       Der Fokus liegt dabei auf unserem Kerngeschäft als
Ziele einer nachhaltigen Entwicklung bis 2030.           regionaler Energiedienstleister, denn die konkrete
17 Ziele, 169 Unterziele und 230 globale Indikatoren     Arbeit an den globalen Zielen passiert vor Ort, in
zeichnen dabei die Richtung bis zum Jahr 2030 vor        den Regionen. Insbesondere fünf SDGs unterstützt
und sollen in den kommenden Jahren Anstöße für           die Energie Steiermark dabei mit ihren Tätigkeiten:
Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen der
Nachhaltigkeit geben.

Die SDGs rufen weltweit Regierungen, Wirtschafts­
unternehmen und die Zivilgesellschaft zum
­Handeln auf, um im Rahmen der Möglichkeiten
 unseres Planeten die Armut zu beseitigen und allen      In Zusammenarbeit mit karitativen Organisationen
 Menschen ein würdevolles und chancenreiches             setzen wir uns für Menschen ein, die von Energie-
 ­Leben zu ermöglichen. So wurde unter ­anderem          armut gefährdet sind, und unterstützen mehrere
  ein eigener Leitfaden für Unternehmen, der             Projekte, die sich dieser Thematik annehmen
  „SDG-Compass“, veröffentlicht.                         (mehr darüber ab S. 70).

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ENERGIE STEIERMARK 2017

Als Energieunternehmen mit 100 Prozent erneuer-         Nur wenn die Energiewende gelingt, können die
barem Strom ist unsere Geschäftstätigkeit per se        Klimaziele von Paris erreicht werden. Mit u­ nserer
auf eine „grüne Welt“ von morgen ausgerichtet.          konsequenten Unternehmensstrategie und
Mit attraktiven Angeboten und innovativen Energie-      ­unserem breiten Maßnahmenprogramm leisten
dienstleistungen wollen wir unsere KundInnen mit         wir einen wesentlichen Beitrag zur steirischen und
auf diesen Weg nehmen (mehr darüber ab S. 25             nationalen Klima- und Energiestrategie
bzw. S. 4).                                              (mehr dazu ab S. 75).

Um eine krisensichere Versorgung mit Strom, Gas,
Wärme und Internetdienstleistungen im alpinen
Raum zu gewährleisten, investieren wir jährlich
90 Millionen Euro in die Wartung und den Ausbau
der Netzinfrastruktur (mehr darüber ab S. 30).

Als regional verankertes Unternehmen liegt uns
die nachhaltige Entwicklung vor Ort am Herzen.
­Gemeinden und Regionen profitierten durch die
 Schaffung von Arbeitsplätzen, die Erzeugung von
 Energie aus heimischer Biomasse und von der
 bewussten Auswahl regionaler Lieferanten
 (mehr darüber ab S. 18).

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1.2 Unternehmensporträt                                       unternehmens Österreichs ist in Graz. Die Energie
                                                              Steiermark beschäftigt 1.700 MitarbeiterInnen.
Die Energie Steiermark, die 1996 gegründet
wurde, ist heute mit ihren Tochtergesellschaf-                Neben 29 Hauptbetriebsstandorten in der Steier-
ten und Beteiligungen in den Geschäftsfeldern                 mark und einer Vertriebsgesellschaft in Wien hält
Strom, Gas und Wärme tätig – und das sowohl                   die Energie Steiermark Beteiligungen an ver-
österreichweit als auch darüber hinaus. Trotz dieser          schiedenen in- und ausländischen Unternehmen
nationalen und internationalen Ausrichtung ist                in Österreich, der Slowakei, der Tschechischen
die Energie Steiermark – nicht zuletzt durch den              ­Republik, in Deutschland und Slowenien. Der Fokus
Mehrheitseigentümer Land Steiermark – tief in der              des Unternehmens liegt auf Energieeffizienz und
Region verwurzelt und fördert die Entwicklung des              innovativen Serviceangeboten in den Bereichen
Bundes­landes als verlässlicher Dienstleistungs-               Strom, Erdgas, Wärme und Mobilität. Die A­ ngebote
partner und als dynamische Innovationskraft. Der               der Energie Steiermark schätzen rund 600.000
Sitz des viertgrößten Energie- und Dienstleistungs-            KundInnen im In- und Ausland.

                        Unternehmensstruktur der Energie Steiermark

    Wichtigste Konzernunternehmen                                                    Relevante Tochtergesellschaften
  und Träger der Hauptgeschäftsfelder         Inlandsbeteiligungen, u. a.             und Beteiligungen im Ausland

                                                                                  STEFE SK a.s. mit 8 regionalen
 Energie Steiermark Kunden GmbH         Energie Graz GmbH & Co KG
                                                                                  Tochtergesellschaften (Slowakei)

 Energie Steiermark Technik GmbH        Feistritzwerke STEWEAG GmbH               Jihlavske Kotelny s.r.o. (Tschechien)

                                                                                  Adriaplin d.o.o. und
 Energie Steiermark Wärme GmbH          VERBUND Hydro Power GmbH
                                                                                  Aquasystems d.o.o. (Slowenien)

                                                                                  E1 Energiemanagement GmbH
 Energie Steiermark Service GmbH
                                                                                  ­(Deutschland)

 Energienetze Steiermark GmbH

 Energie Steiermark Green Power GmbH

 easy green energy GmbH & Co KG

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ENERGIE STEIERMARK 2017

Die wichtigsten Standorte und
Unternehmensbeteiligungen
der Energie Steiermark

                                     DEU T SCHLAN D
                                     1 Energiedienstleistungen

                                                                                      TSCHE CHISCHE R E P UB LIK
                                                                                      1 Fernwärme-Gesellschaft

                                                                                  SLO WAKE I
   ÖS TERREI C H                                                                  1 Landesholding mit 8 operativen
   29 Betriebsstandorte STEIERMARK                                                Töchtern im Bereich Wärmewirtschaft
     1 Vertriebs-Gesellschaft WIEN
     1 Betriebsstandort KLAGENFURT

                                SLO WEN IEN
                                1 Gasversorgungs-Gesellschaft mit
                                 17 Konzessionen für Gemeinden und Städte
                                1 B.O.T. Projekt Kläranlage Marburg

Die Geschäftsbereiche des Unternehmens be­                       in der Steiermark. Damit deckt die Energie Steier-
inhalten im Wesentlichen die Erzeugung erneuer­                  mark mit ihrem integrierten Geschäftsmodell die
barer Energie (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse),                   gesamte Wertschöpfungskette des Energiemarktes
die Verteilung von Strom, Gas und Wärme und                      ab: von der Energieerzeugung über die Verteilung
den Verkauf und den Handel mit Energie. Hinzu                    bis hin zur Versorgung der EndkundInnen.
kommen die Planung, die Errichtung, der Betrieb
und die Instandhaltung von Energieanlagen sowie
innova­tive Energiedienstleistungen mit Schwerpunkt

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Anlagen (Kraft- und Heizwerke)
der Energie Steiermark

                                                                                          KW Krampen
                                                                            KW Fladenhoferhöhe
                                                                                                   BHW Neuberg
                                                                                                   a. d. Mürz
                  BHW Bad Aussee

                                                                                    KW Sindlhöferhöhe       KW Ridlmüller
                                                                                                            BHW Birkfeld

                                                                                                            KW Stegmühl

                                                                                                    KW Raabklamm

                                                                                                      BHW Sinabelkirchen
                                                      BHW Obdach       KW Murkraftwerk Graz
                                                                                             BHW Hart
                                                                                          KW Gössendorf

                                                                       PV Modriach            KW Kalsdorf
                                                                                                               BHW Feldbach
                                                                       WP Freiländeralm
                                                                                           BHW Wildon
                                                                      WP Handalm
                     PV – Photovoltaikanlage                           BHW Deutschlandsberg
                     WP – Windpark
                     KW – Wasserkraftwerk                                            BHW Straß
                     BHW – Biomasseheizwerk

Energieerzeugung                                                   Die Energie Steiermark Wärme GmbH ist w  ­ iederum
                                                                   der führende Anbieter von Wärme in der Steier-
Die Energie Steiermark Green Power GmbH                            mark. Umweltfreundliche Fernwärme hat in Öster-
ist die Strom­erzeugungsgesellschaft der ­Energie                  reich mit etwa 24 % Marktanteil am Wärmemarkt
­Steiermark, die eigene Ökostrom-Kraftwerke                        einen hohen Stellenwert. Derzeit wird die Fern­
 betreibt. Die Themenbereiche Energieeffizienz und                 wärme an über 12.800 KundInnen in 24 Wärme-
 Innovationen sind ebenfalls hier angesiedelt. Damit               netzen der Steiermark sowie über Auslandsbe­
 profitieren KundInnen von einem runden Angebot                    teiligungen in 18 slowakische und tschechische
 an Dienstleistungen, die auf den Gebieten Wasser-                 Städte geliefert. Dazu kommt die Bereitstellung
 kraft, Windkraft, Photovoltaik, Innovationsprojekte,              nahezu der gesamten Fernwärme für die steiri-
 Genehmigungsverfahren und Baustellenkoordina­                     sche Landeshauptstadt Graz über die Energie Graz
 tion erbracht werden.                                             GmbH & Co KG.

Transportierte Energiemenge der Strom- und Gasnetze

Transportierte Menge (GWh)                                                       2015                           2016             2017
Strom                                                                        8.065,99                        8.086,75          8.241,66
Gas                                                                         12.218,02                        11.960.74        14.462,93

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ENERGIE STEIERMARK 2017

Netzbetrieb                                                 sind an das Leitungsnetz der Energie­netze Steier­
                                                            mark GmbH angeschlossen. Zur langfristigen
Zur Übertragung von Strom und Erdgas betreibt               Sicher­stellung der Versorgung wurde im Herbst
die Energie Steiermark eigene Leitungsnetze in der          2017 nach 15 Jahren Bauzeit ein neuer 110-kV-
Tochtergesellschaft Energienetze Steiermark GmbH.           Kabel­ring im Großraum Graz in Betrieb genom-
Mit einem rund 29.400 km langen Stromnetz im                men. Die Leitungstrasse des Kabelrings ist insge-
Hoch-, Mittel- und Niederspannungsbereich und               samt 19 Kilometer lang und verläuft in einer Art
einem rund 4.000 km langen Erdgas-Versor-                   Kreis unter der gesamten Stadt. In der Trasse liegen
gungsnetz ist die Energienetze Steiermark GmbH              65 Kilometer modernste Hochleistungskabel.
ein bedeutender Infrastukturgeber und Investor in
der Steiermark. So betragen die jährlichen Inves-           Im Bereich des Mittel- und Niederspannungs­
titionen in die Strom- und Gasnetze etwa 60 bis             bereiches wird außerdem der Einsatz intelligenter
70 Mio. Euro.                                               Systeme (Smart Grids) konsequent weiterverfolgt.

Nahezu die gesamte heimische Industrie, viele
­Gewerbebetriebe und rund 500.000 KundInnen

Überblick Gas- und Stromnetz
der Energienetze Steiermark

                  Gas TAG, SOL
                  Gas
                  Strom Hochspannung
                  Strom Mittelspannung

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                                         Wir sind die Energie der Steiermark
ENERGIE STEIERMARK 2017

 1.3 Energiewirtschaftliches                               1.4 Geschäftsentwicklung
­Umfeld                                                    der Energie Steiermark
Die Energienachfrage richtet sich einerseits
stark nach den Witterungsbedingungen, ande-
rerseits nach der wirtschaftlichen Konjunktur
– insbesondere bei den Industriebetrieben. Diese
externen Einflussfaktoren bestimmen folglich auch
die Geschäftsentwicklungen in der Energiebranche
stark mit.

Die Preise für die konventionellen Primärenergie-
träger Öl, Kohle und Gas gingen zurück, aber auch
die Preise für Emissionszertifikate sind nach wie vor
zu gering, um den Markt in Richtung CO2-Reduktion
deutlich zu beeinflussen.                                  Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Energie
                                                           Steiermark sowohl bei den Umsatzerlösen als
Als Gründe dafür sind unter anderem ein schwaches          auch beim operativen Ergebnis (EBIT) etwas
konjunkturelles Umfeld in Europa und Asien, die            zulegen. So liegt das EBIT mit 119,6 MEUR um
niedrigen Strompreise der letzten Jahre, die wiede-        2,2 MEUR über dem Wert des letzten Jahres und
rum auf eine große Anzahl erneuerbarer, subven-            die Umsatzerlöse erhöhen sich um 7,6 MEUR auf
tionierter Erzeugungskapazitäten in Deutschland            insgesamt 1.046,7 MEUR. Vor allem die gesteiger-
zurückzuführen sind, u. a. Windkraft- und Photovol-        ten Netzerlöse führten zu diesem Umsatzzuwachs
taikanlagen, sowie die gefallenen Rohstoffpreise von       und das gesunkene Preisniveau für Strom und Gas
Kohle und Öl zu nennen.                                    konnte erfolgreich kompensiert werden.

Auch der Trend zur Energieeinsparung (Energie­             Sowohl der Strom- (6.109 GWh) als auch der Gas-
effizienz) verändert für alle Kundengruppen lang-          absatz (3.704 GWh) am Kundenmarkt haben sich
sam aber stetig das Produktportfolio. Gleichzeitig         im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr kaum ver-
ist in a
       ­ llen Kundengruppen die Nachfrage nach             ändert. Im Strombereich zeigen alle Segmente sehr
dezen­traler Erzeugung (und Verwendung) hoch. Auf          leichte Rückgänge, im Gasbereich kam es sowohl
den für die Energie Steiermark relevanten Energie-         bei den Geschäfts- als auch bei den Industriekun-
märkten für Strom und Erdgas waren im Jahr 2016            den zu einem Mehrabsatz. Die im Vergleich zum
deutliche Schwankungen zu beobachten. Im ersten            Vorjahr etwas höhere Wärmeabgabe (2.239 GWh)
Quartal sanken die Preise, anschließend kam es zu          ergibt sich aus einem leichten Kundenzugewinn.
teilweise massiven Preissteigerungen. Die Haupt­
ursache dafür bildeten steigende Preise bei den
Primärenergieträgern Kohle und Erdgas.

                                                    _ 15
                                        Wir sind die Energie der Steiermark
ENERGIE STEIERMARK 2017

Ökonomische Kennzahlen der Energie Steiermark

Kennzahl                                                           Einheit         2015         2016        2017
EBIT                                                                Mio. €         88,00        117,38      119,60
Umsatzerlöse                                                        Mio. €        1.119,90    1.039,15    1.046,72
EBITDA (Betriebsergebnis + Abschreibungen)                          Mio. €        184,30       208,59      213,62
EBIT-Marge                                                                 %         7,90        11,30       11,40
Return on Equity                                                           %        8,30         10,70        7,50
Anlagenintensität                                                          %       53,50        51,90        51,10
Eigenkapitalquote                                                          %       46,70        46,20       47,30
                                          Erdgas                       MW          101,00       35,30       35,30
                              Strom       Wasser                       MW          25,00        25,00       25,00
                                          Wind                         MW           6,00         6,00       45,00
Installierte Kapazität                    Photovoltaik                 MW            0,10        0,20        0,20
                                          Erdgas                       MW        1.061,00      500,00      690,00
                              Wärme       Biomasse                     MW          36,00        24,60       24,60
                                          Öl                           MW          36,00        27,00       29,00
                                          NE 3                        GWh       2.935,39     2.893,22     2.949,12
                                          NE 4                        GWh       1.523,60     1.522,45     1.542,86
                              Stromnetz   NE 5                        GWh       1.334,63     1.350,90     1.386,26
Netz-Energie-Output                       NE 6                        GWh         401,78       408,74      412,85
                                          NE 7                        GWh        1.870,59     1.911,44    1.950,57
                                          NE 2                        GWh       9.394,02     9.041,60    11.430,94
                              Gasnetz
                                          NE 3                        GWh       2.824,00      2.919,14    3.031,99
                                          HV                           km        1.876,00    1.878,00     1.882,00
                              Strom       MW                           km        7.676,00    7.730,00     7.788,00
Netzlänge
                                          LV                           km       19.766,00    19.779,00   19.850,00
                              Gas         Summe aus 1–3                km       3.993,00     4.024,00     4.054,18
Zuweisung von CO2-Zertifikaten                                       1000 t        59,50        50,89       29,95
Investitionen (Anlagen, Infrastruktur)                            Mio. Euro       104,84       142,40       157,70
Aufwendungen F&E                                                  Mio. Euro          0,26        0,49        0,54

Bestes Rating für die Energie Steiermark                      mit geringen Risiken“ angegeben. Laut Standard &
                                                              Poor’s stärken die Investitionen in den Ausbau des
Die internationale Rating-Agentur Standard &                  Strom- und Gasnetzes sowie in Erzeugungsprojekte
Poor’s veröffentlichte Ende November 2017 ihre                Erneuerbarer Energie sowohl die Versorgungs­
neue Analyse über die Energie Steiermark: Das                 sicherheit als auch die Kundenbindung und sichern
Unternehmen wird von den internationalen Finanz­              damit die Ergebnisse der kommenden Jahre nach-
marktexpertInnen mit Rating „A“ bewertet und                  haltig ab.
landet damit in Sachen Bonität unter den Top 3 aller
österreichischen Energieunternehmen.

Als Begründung für die exzellente Einstufung
­werden die „starke Markt- und Infrastrukturposition
 in der Steiermark“ und ein „solides Businessprofil

                                                         _ 16
                                          Wir sind die Energie der Steiermark
ENERGIE STEIERMARK 2017

Verantwortung
    für die
    Region

            _ 17
   Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

2. Verantwortung                                         Verantwortung für die Region und die Gesellschaft

für die Region                                           bedeutet für die Energie Steiermark auch, dass
                                                         sie ihr unternehmerisches Handeln langfristig an
                                                         den Prinzipien der Nachhaltigkeit ausrichtet. Dazu
Wir wissen, wie wertvoll unsere                          gehören unter anderem interne Richtlinien, Steue­
Umwelt, unsere Region sind.                              rungs- und Kontrollmechanismen im Sinne einer
                                                         verantwortlichen Unternehmensführung, wie ein
Aus der Region für die Region – die Energie              effektives Compliance-Management oder eine
Steiermark versteht sich als Energieunter­               klare Corporate Governance. Im Rahmen des Pro-
nehmen, das eng mit seinem Umfeld ver­                   jektes E-Volution haben wir zudem ein Leitbild und
bunden ist und regionale Verantwortung entlang           Kernwerte definiert, um erfolgreich gemeinsam mit
der gesamten Wertschöpfungskette lebt. Die               unseren KundInnen und mit unseren Partnern die
Produktion sauberer Energie, die Bereitstellung          „grüne“ Energiezukunft der Steiermark zu gestalten.
optimaler Angebote und die wirtschaftliche Ver-
antwortung sollen gleichzeitig eng mit regionalen
Gegebenheiten, Anbietern und Möglichkeiten
verbunden sein. Die Region profitiert durch die          2.1 Nachhaltige
Schaffung von Arbeitsplätzen, durch die Erzeugung        Beschaffung
von Energie aus heimischer Biomasse und durch
die bewusste Auswahl von regionalen Lieferan-            Für die Energie Steiermark ist der Einkauf von
ten. A
     ­ ußerdem pflegen wir eine konstruktive             Leistungen und Ressourcen ein wesentlicher
Zusammen­arbeit mit anderen, teils regionalen            Hebel, um nachhaltige Effekte entlang der Liefer-
Energieversorgungsunternehmen.                           kette zu generieren. Aus diesem Grund trat im April
                                                         2017 der neue „Musterkatalog Zuschlagskriterien“
Um ein breit gefächertes Produkt- und Dienstleis-        in Kraft, der künftig für alle Ausschreibungen des
tungsportfolio bieten zu können, kauft die Energie       Konzerns unter Anwendung des Bestbieterprinzips
Steiermark auch Ressourcen zu. Dabei werden              Gültigkeit hat. Neben wirtschaftlichen Kriterien zäh-
Partner sorgfältig ausgewählt und müssen ökolo-          len dabei auch soziale Prinzipien, Umweltkriterien
gischen und sozialen Standards gerecht werden.           und Nachhaltigkeit zu den ausgewählten Anforde-
Darüber hinaus legen wir aber auch hier darauf           rungen. Dazu gehören etwa hohe Standards bei
Wert, dass sie aus der Region stammen.                   der Arbeitssicherheit, die Beschäftigung von älteren
                                                         ArbeitnehmerInnen und Lehrlingen sowie die Um-
                                                         weltfreundlichkeit und der niedrige Lärmpegel der
                                                         eingesetzten Transportfahrzeuge und Maschinen.
                                                         Bei spezifischen Produkten können zudem weitere
                                                         Nachhaltigkeitsanforderungen definiert werden,
                                                         die sich zum Beispiel an den Kriterien der EU für die
                                                         umweltorientierte öffentliche Beschaffung (Green
                                                         Public Procurement GPP) orientieren.

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                                         Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

Neben dem detaillierten Musterkatalog legt die            durch den Workshop „Nachhaltigkeit und Inno­
Energie Steiermark auch in den allgemeinen Aus-           vation in der Beschaffung“, der im April 2016 in
schreibungsbedingungen Nachhaltigkeitskriterien           Kooperation mit der IÖB-Servicestelle (Innovations-
für ihre Lieferanten fest. Unter dem Titel „Ethisches     fördernde Öffentliche Beschaffung) durchgeführt
Verhalten im Geschäftsverkehr“ müssen sich die            wurde.
AuftragnehmerInnen verpflichten, ökonomische,
ökologische und soziale Aspekte zu beachten.              Neben dem Einkauf von Energie (Strom, Gas,
Dazu gehören etwa die Grundsätze zur Wahrung              Biomasse und Wärme) stellen Bauleistungen und
der Menschenrechte, die Anwendung von fairen              technisches Equipment, beispielsweise für das
Geschäftspraktiken sowie die Einhaltung geltender         Leitungsnetz der Energienetze Steiermark GmbH,
Rechtsvorschriften. Die AuftragnehmerInnen stellen        die größten Beschaffungsgruppen dar. Großer
darüber hinaus sicher, dass MitarbeiterInnen,             Wert wird darauf gelegt, dass die Lieferanten und
Subunternehmer und Zulieferer diese Verpflich-            SubauftragnehmerInnen vorrangig aus der Region
tungen ebenfalls einhalten und dementsprechend            kommen. 96 Prozent der 100 größten Lieferanten
handeln.                                                  der Energie Steiermark (nach Bestellwert) stammen
                                                          dabei aus Österreich oder haben zumindest eine
Die Beschaffungsaktivitäten der Energie S­ teiermark      heimische Niederlassung, 64 Prozent kommen
gliedern sich in zwei wesentliche Bereiche: Zum           direkt aus der Steiermark.
einen wird durch den Energiehandel die Energie­
beschaffung von Primärenergieträgern und von
Strom abgewickelt, zum anderen werden alle
­Beschaffungsaktivitäten zentral für sämtliche
 Gesellschaften durch das Materialmanagement
 koordiniert und durchgeführt.

Um die Themen Nachhaltigkeit sowie innovations-
fördernde Beschaffung im Unternehmen weiter zu
vertiefen, werden die MitarbeiterInnen der Ein-
kaufsabteilung laufend geschult, wie im Rahmen
der Konferenz „Ecovation“ im Herbst 2015 in Graz,
durch die Seminarreihe „Innovationsfördernde und
nachhaltige öffentliche Beschaffung“ in Wien oder

                                                   _ 19
                                          Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

Die 15 größten Warengruppen der Energie Steiermark
(in Prozent bezogen auf Gesamtbestellwert 2017)

                                                                             24 %
                                                                                              Hoch- & Tiefbau

                 27 %                                                                         Kabel, Rohrgrabungen & Verlegung
                                                                                              Sonstige Dienstleistungen
                                                                                              Turbinen
                                                                                              Heizanlagen
                                                                                              Transformatoren
                                                                                              Übertragungstechnik
                                                                                              Lichtwellenleiter
                                                                                              Schaltanlagen kompl.
                             1%                                                               Trassenfreihaltung
                              1%
                               2%                                                             Baunebengewerbe
                                2%                                                     16 %   Wartung, Instandhaltung
                                    2%                                                        Biomasse
                                      2%                                                      E-Montage-Arbeiten
                                        2%
                                             2%                                               Beratungsleistung
                                                  2%
                                                       3% 3%              6%
                                                                 5%
                                                                                              Andere

Herkunft der 100 größten Lieferanten 2017
(nach Beschaffungsvolumen)

                                                                   3%

                                                                                              Steiermark

                  33 %                                                                        Andere Bundesländer
                                                                                              EU

                                                                                       64 %

                                                                 _ 20
                                                        Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

 2.2 Handeln mit                                              das Selbstverständnis und die Grundwerte der
                                                              Energie Steiermark. Bereits 2015 wurde im Rahmen
­Verantwortung                                                des Kulturprojektes „E-Volution“ das Leitbild der
                                                              Energie Steiermark entwickelt, das noch immer
Nur ein Unternehmen, das sich laufend ver­
                                                              Gültigkeit hat.
bessert und weiterentwickelt, wird langfristig
erfolgreich sein. Das gilt insbesondere für die Ziele,

Vision, Mission und Unternehmenswerte der Energie Steiermark

             Die Vision                Wir sind die Energie Steiermark.
                                       Offizieller Partner einer grünen Welt.

                                       •	Die Energie Steiermark sorgt für ein sicheres, komfortables
                                          und nachhaltiges Leben.
                                       •	Die Energie Steiermark kooperiert partnerschaftlich in
                                          verschiedenen Energiewelten.
                                       •	Wir agieren individuell und mit der Kraft unserer Persönlichkeiten.
                                       •	Die Energie Steiermark geht aufmerksam auf Kundinnen und
                                          Kunden und neue Entwicklungen ein. Und findet Lösungen.
                                       •	Wir tun, was wir sagen. Mit Respekt und Verantwortung.

             Die Mission                Wir sorgen für ein besseres Leben und eine grüne Welt.
                                        Mit mehr Sicherheit und Komfort. Das tun wir für die Steiermark.
                                        Und darüber hinaus.

             Unternehmens-
                                        Aufmerksam. Fair. Kooperativ. Regional. Zuverlässig.
             werte

                                                      _ 21
                                           Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

Um die gemeinsame Weiterentwicklung der Unter-            Steiermark prägen, zu analysieren und weiterzu-
nehmenskultur zu unterstützen, wurde im Jahr 2017         entwickeln.
das Folgeprojekt „E-Volution 2.0“ gestartet. Das Pro-
jekt wird 2018 fortgeführt.                               Im ersten Schritt des Projektes wurde vom Vorstand
                                                          ein Kernteam von zwölf Personen festgelegt. Dieses
Im Rahmen dieses Projektes gilt es erneut, die            Team erarbeitete Handlungsfelder, die in Bezug auf
gemeinsamen Werte, Normen und Einstellungen,              die Unternehmenskultur zu bearbeiten bzw. weiter-
die die Entscheidungen, die Handlungen und das            zuentwickeln wären. Folgende 15 Handlungsfelder
Verhalten aller MitarbeiterInnen in allen Hierarchie-     wurden gemeinsam festgelegt und in Teilprojekte
ebenen und schlussendlich den Konzern Energie             umgewandelt:

Handlungsfelder von E-Volution 2.0

             Wertschöpfungskette             Ideenmanagement ­              Wissenstransfer &
                  ­verankern                    besser nutzen                  ­I nsourcing

                                            Chancengleichheit &           Entwicklungspfade &
             Leistungsorientierung
                                                 Vielfalt                   Karriereplanung

             Kundenorientierung &                Umgang mit                  Organisations-
               Unternehmertum                    Veränderung             übergreifendes Arbeiten

                                                ­K ommunikation
                                                                         Standortbestimmung &
            Lernende Organisation                 im Konzern &
                                                                           Mitarbeiterauswahl
                                             ­B esprechungskultur

                                             Verhaltens- und Füh-
             Kompetenzaufbau &              rungsrichtlinien in den          Das Ganze und
              Weiterentwicklung               Alltag bringen und               seine Teile
                                                 ­a ktualisieren

                                                   _ 22
                                          Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

Jedes Mitglied des Kernteams übernahm die                  Compliance
Projektleitung für ein oder zwei Teilprojekte und
formierte rund um sich ein selbst gewähltes Team            Faires, transparentes und ethisch korrektes
mit Personen aus allen Unternehmensbereichen               ­Verhalten sind Grundpfeiler der Unternehmens­
und Hierarchieebenen. In Summe arbeiten ins-                kultur der Energie Steiermark. Die Einhaltung von
gesamt 86 MitarbeiterInnen des Konzerns in den              gesetzlichen Bestimmungen und internen Regelun-
Teil­projekten.                                             gen als auch der faire Umgang mit Geschäftspart-
                                                            nern, KollegInnen oder Behörden gehören für die
Aus jedem Teilprojekt wurden zum jeweiligen                 Energie Steiermark zum Selbstverständnis.
Handlungsfeld Maßnahmen erarbeitet, die die
Zusammenarbeit im Konzern stärken und die                  Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die
Unternehmenskultur weiterentwickeln sollen. In der         Energie Steiermark einen werteorientierten Verhal-
Projektgestaltung wird besonderes Augenmerk auf            tenskodex und klare Regeln für rechtskonformes
die Anwendbarkeit der entwickelten Maßnahmen               und integres Verhalten festgelegt. In detaillierten
im betrieblichen Alltag gelegt. Ziel ist es, die Unter-    Richtlinien werden Hilfestellungen zum korrekten
nehmenskultur im Projektverlauf so weit zu stärken         Verhalten im Wettbewerb, zur Korruptionspräven-
und zu verankern, dass diese – nach geplantem              tion, zur Verhinderung von Marktmanipulation im
Projektabschluss im Jahr 2018 – in folgenden               Energiehandel und zur Sicherstellung korrekter
­Prozessen immer wieder nachgeschärft bzw. an              Geschäftspraktiken gegeben.
 künftige Herausforderungen angepasst werden
 kann.                                                     Durch ein Compliance-Management-System mit
                                                           Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen
                                                           werden die MitarbeiterInnen bei der Einhaltung
Corporate Governance                                       der Regelungen in der täglichen Arbeit unterstützt.
                                                           Die Identifikation und die Bewertung konkreter
Verantwortungsvolle Unternehmensführung                    Compliance-­Risiken und die Vereinbarung von
und Kontrolle sind ein wesentliches Leitmotiv der          Maßnahmen stellen einen kontinuierlichen Prozess
­Energie Steiermark. In Anlehnung an den Öster-            dar. Die Schaffung einer einheitlichen Compliance-­
 reichischen Corporate Governance Kodex (ÖCGK)             Kultur, die Bewusstseinsbildung für integres Ver-
 wurde daher ein auf die Energie Steiermark, als           halten und die wirksame Umsetzung in der Energie
 nicht börsennotierte österreichische Aktiengesell-        Steiermark werden durch die bedarfsgerechte
 schaft, abgestimmter Corporate Governance Kodex           Weiter­entwicklung des Compliance-Management-­
 festgelegt. Die Einhaltung der Regeln wird im jähr-       Systems gefördert.
 lichen Corporate-Governance-Bericht dokumentiert
 und auf der Internetseite der Energie Steiermark
 veröffentlicht.

Eine zentrale Herausforderung des liberalisierten
Energie-Binnenmarkts stellt die Entflechtung des
Netzbetreibers von weiteren Tätigkeitsbereichen
dar. Die Energienetze Steiermark GmbH ist hinsicht-
lich ihrer Rechtsform, ihrer Organisation und ihrer
Entscheidungen daher von anderen Geschäfts­
feldern der Energie Steiermark unabhängig.

                                                     _ 23
                                           Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

Interne Revision

Die Interne Revision nimmt die Kontrollauf-
gaben des Topmanagements wahr und ist als
Stabsbereich des Gesamtvorstands eingerichtet.
Neben den klassischen Aufgaben der Ordnungs-
mäßigkeits- und Wirtschaftlichkeitsprüfung stellen
die Hebung von Optimierungspotenzialen in allen
Bereichen sowie die Forcierung einer umfassenden
Unternehmensprävention die größten Herausforde-
rungen für die Interne Revision dar. Dabei werden
in den Revisionsprojekten Aspekte der Nachhal-
tigkeit besonders berücksichtigt. Im Sinne einer
wirksamen Corporate Governance erfolgt eine
regelmäßige Abstimmung der Internen Revision mit
den Bereichen Risikomanagement und Compliance
sowie mit den WirtschaftsprüferInnen.

                                                _ 24
                                       Verantwortung für die Region
ENERGIE STEIERMARK 2017

Grüne Energie
   für die
 Steiermark

              _ 25
   Grüne Energie für die Steiermark
ENERGIE STEIERMARK 2017

3. Grüne Energie                                                Naturräume eine sensible und gesetzeskonforme

für die Steiermark                                              Durchführung als oberster Grundsatz. Die Aus-
                                                                gleichsmaßnahmen bei größeren Bauvorhaben
                                                                gehen oft über die gesetzlichen Auflagen wie
Wir sind offizieller Partner                                    Naturschutzbewilligung oder Umweltverträglich-
einer grünen Welt.                                              keitsprüfung hinaus.

Als Energieunternehmen mit 100 Prozent
CO2-frei produziertem Strom ist unsere Ge-
schäftstätigkeit per se auf eine „grüne Welt“ von               3.1 Hundert Prozent Strom
morgen ausgerichtet. Es gehört daher zu unserem                 aus erneuerbaren Quellen
Selbstverständnis, dass unser Tun rund um die
Versorgung mit sauberer und regional verfüg­barer               Die Energie Steiermark betreibt zahlreiche
Energie sowie die Planung, die Errichtung und                   Ökostrom-Kraftwerke, um ihre KundInnen mit
der Betrieb von Erzeugungsanlagen ebenfalls an                  100 Prozent reinem Naturstrom, direkt aus der
den Ansprüchen einer nachhaltigen, umwelt- und                  ­Region, zu beliefern. Unsere Vertriebsgesellschaft,
ressourcenschonenden Herangehensweise ausge-                     die Kunden GmbH, bezieht den Strom ausschließ-
richtet sind.                                                    lich aus Österreich, vorrangig aus steiri­schen Was-
                                                                 serkraftwerken. Für besonders umweltbe­wusste
Wir motivieren auch unsere KundInnen, sich in                    KundInnen bietet die Energie Steiermark Natur
Sachen grüner Energiezukunft zu engagieren: Extra                GmbH zudem grünen Strom mit dem Österreichi-
entwickelte Modelle bieten die Möglichkeit, sich                 schen Umweltzeichen (UZ 46) an. Die Nutzung von
direkt am Ausbau erneuerbarer Energieformen zu                   erneuer­baren Energien in Form von Wasserkraft
beteiligen.                                                      hat in Österreich lange Tradition. Hierzu kann die
                                                                 Energie Steiermark alle Kompetenzen abdecken –
Bei der Umsetzung von Projekten der Energie                      von der Vorstudie über die Inbetriebnahme bis zum
Steiermark gilt für alle Eingriffe in besondere                  laufenden Betrieb von Wasserkraftanlagen.

 Primärenergieträger für die Stromerzeugung der Kunden GmbH im Jahr 2017

 Steirische Wasserkraft                                                                                      42,41 %
 Windenergie                                                                                                25,98 %
 Kleinwasserkraft bis 10 MW                                                                                  17,34 %
 Feste und flüssige Biomasse                                                                                  8,95 %
 Photovoltaik                                                                                                2,69 %
 Biogas                                                                                                      2,55 %
 Sonstige Ökoenergie                                                                                         0,08 %
 Summe                                                                                                     100,00 %

Herkunft der Nachweise: 100,00 % Österreich

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Das Unternehmen betreibt mit Partnern ­mehrere            können die derzeit bei Starkregen ungeklärt in die
Wasserkraftanlagen in der Steiermark – u. a. die          Mur fließenden Abwässer aufgefangen und in die
neuen Murkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf               Kläranlage Gössendorf gebracht werden.
südlich von Graz. Zu den herausragendsten
Kernprojekten gehört das Murkraftwerk in Graz,            Um den Bau des Murkraftwerks offen und trans-
dessen Baustart Anfang 2017 erfolgte. Nach zwei           parent zu gestalten, wurde von der Energie Steier-
Jahren Bauzeit wird das neue Wasserkraftwerk die          mark zudem ein Dialogbüro eingerichtet, an das
Energieerzeugung direkt am Verbraucherschwer-             sich Interessierte jederzeit wenden können.
punkt ermöglichen und in Zukunft rund 20.000
Grazer Haushalte mit grünem Ökostrom versorgen.
Dies geschieht selbstverständlich unter Einhaltung         Größter Windpark im Süden
strengster ökologischer Grundsätze. 99 einzelne           ­Österreichs
Ökomaßnahmen sorgen für einen sensiblen und
verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, der            An der steirisch-kärntnerischen Grenze errich­
aktuelle Bestand an Büschen und Bäumen wird               tete die Energie Steiermark mit einer Investitions­
durch Aufforstung um ein Drittel erweitert.               summe von 53 Millionen Euro insgesamt 13 Wind­
                                                          räder, die seit Oktober 2017 grünen Strom für
                                                          21.000 Haushalte liefern. Bereits 2011 hatten die
                                                          Planungen dafür begonnen, von 2013 bis 2015
                                                          ­wurde ein umfassendes UVP-Verfahren abgewi-
                                                           ckelt; die Bauzeit selbst betrug 17 Monate.

Die geplante Wasserkraftanlage mit rund 17,7 MW
Engpassleistung und ca. 82 GWh Regelarbeitsver-
mögen wird sich von der Stauwurzel auf Höhe der
Murinsel im Stadtzentrum bis zum Ende der Unter­
wassereintiefung am südlichen Rand der Stadt
Graz erstrecken. Die Architektur der Anlage erfüllt
modernste Anforderungen und stellt einen multi-
funktionalen Mehrwert dar, unter anderem durch            Jährlich werden auf diese Weise 76 Millionen Kilo-
Ausstattung mit Photovoltaik-Elementen, mit einer         wattstunden Strom produziert und pro Jahr können
Geh- und Radwegbrücke, einem Energieschau-                damit über 46.000 Tonnen CO2 eingespart ­werden.
raum und mehreren Naherholungsmöglichkeiten               Die Errichtung der Windräder auf 1.800 Meter See-
entlang des gesamten Projektgebietes.                     höhe erfolgte dabei stets im Einklang mit der Natur:
                                                          150 Einzelmaßnahmen zum Schutz der Umwelt
Das neue Murkraftwerk bietet außerdem einen               wurden umgesetzt, mit besonderem Fokus auf
nachhaltigen Nebeneffekt: sauberes Wasser für             Wildtiere, Vögel, Fledermäuse sowie die Alm- und
Graz. In Kooperation mit der Stadt Graz wird gleich-      Waldflächen.
zeitig ein zentraler Speicherkanal errichtet. Dadurch

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Power to District-Heat Gössendorf                       Förderanträge werden erstellt, die Installation wird
                                                        durch eigene MitarbeiterInnen ausgeführt und der
Aufgrund der Volatilität der erneuerbaren               Service erfolgt über ein bewährtes Serviceteam.
Energieerzeugung durch Windkraftanlagen und
Photovoltaik-Anlagen ist der Bedarf der Netz­
stabilisierung durch rasch reagierende, bedarfs-
gerichtete Energiespeichermöglichkeiten gegeben.
Um diesen Ansprüchen einer modernen, variablen
und leistungsangepassten Energieerzeugung und
Energieeinspeisung in das öffentliche Netz gerecht
zu werden, wurde der Einsatz einer Power-to-Heat-­
Anlage (P2H) als Ergänzung zum Flusskraftwerk in
Gössendorf im Jänner 2018 beschlossen.

P2H ermöglicht die nahezu verlustfreie, dem Bedarf
in Echtzeit folgende Energieumwandlung von Strom
in Fernwärme. Durch die Sektorkopplung wird die         Auch für Unternehmen wurden einige größere
systemdienliche Verknüpfung zwischen Strom- und         ­Photovoltaikanlagen in der Steiermark und in
Wärmeversorgung erreicht, wobei beide Bereiche           Kärnten errichtet. Aufgrund der rechtlichen und
Kerngeschäft der Energie Steiermark sind. Mit P2H        fördertechnischen Rahmenbedingungen war die
ist die durchgehende Nutzung der konstant anfal-         realisierte Anlagengröße mit 200 kWp Modul­
lenden Energie durch Wasserkraft trotz variabler         spitzenleistung begrenzt. Auch im Gewerbebereich
Stromnetzkapazitäten gegeben. Gleichzeitig wird          bevorzugen KundInnen meist das Komplettpaket
durch die Erzeugung von Fernwärme aus Wasser-            inklusive Beratung, Förder- und Genehmigungs­
kraft der Anteil fossiler Energieträger zur Wärme­       abwicklung, Produktauswahl, Komplett­montage
erzeugung substituiert und somit wird die Fern­          und Inbetriebnahme.
wärme in Graz ein Stück weit grüner.
                                                        Höchste Qualität und regionale Wertschöpfung
                                                        werden in den Projekten stets großgeschrieben.
Photovoltaik am eigenen Heim                            Durch neue, intelligente Eigenverbrauchslösungen
                                                        sowie gesetzliche Verbesserungen wie das Mieter­
Gesunkene Anlagenpreise, gepaart mit attrak-            strommodell gibt es auch für die kommenden
tiven Förderungen, haben der Photovoltaiktechnik        ­Jahre einen positiven Ausblick im Bereich Photo­
in den letzten beiden Jahren in der Steiermark           voltaik. Im Versorgungsgebiet der Energienetze
einen Nachfrageboom beschert. Allein im Jahre            Steiermark sind derzeit mehr als 10.000 Photovol-
2017 hat die Energie Steiermark ca. 300 Photovol-        taikanlagen am Netz. Allerdings stellt die dezen-
taikprojekte über ihr Tochterunternehmen E1 Wärme        trale Einspeisung durch EndkundInnen eine neue
und Energie GmbH realisiert. Dabei wurden viele          Herausforderung für den Ausbau und Betrieb des
steirische Privathaushalte mit Photovoltaik-, aber       Stromnetzes dar. Mehr dazu im Kapitel „Sichere
auch Stromspeicherinstallationen ausgerüstet.            Energieversorgung“ auf Seite 30.
Diese sind nun für eine moderne Energiezukunft mit
Wärmepumpen, Elektromobilität und intelligentem
Energiemanagement ausgestattet. Die E1 fungiert
dabei als One-Stop-Shop, die KundInnen werden
umfassend sowie technologie- und lieferanten­
neutral beraten, Stromabnahmeverträge und

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 3.2 Umweltfreundliche                                                  beteiligungen auch in 18 slowakische und tsche-
                                                                        chische Städte geliefert. Bei der Wärmeversorgung
­F ernwärme                                                             setzen wir auf einen Mix aus verschiedensten
                                                                        Aufbringungsmöglichkeiten: Biomasse, industrielle
Fernwärme ist unkompliziert und umwelt-                                 Abwärme, Sonnenkollektoren, Kraft-Wärme-Kopp-
freundlich: Auf der einen Seite wird Wärme direkt                       lung und moderne Erdgaskessel für Spitzenlast und
ins Haus gebracht, auf der anderen Seite ersetzt                        als Ausfallsreserve.
die zentrale Erzeugung mit modernster Techno-
logie Tausende Einzelfeuerungsanlagen in den                            Im Großraum Graz arbeitet eine breit a ­ ufgestellte
Ballungsräumen sowie in ländlichen Ortszentren.                         Arbeitsgruppe aus ExpertInnen des Landes
Dadurch werden effektiv Emissionen verringert und                       ­Steiermark, der Stadt Graz, der Grazer Energie-
Feinstaub reduziert. Fernwärme gilt daher als ein                        agentur, der Energie Graz und der Energie Steier­
wichtiges Rädchen, um die vereinbarten Klimaziele                       mark seit 2014 an der bestmöglichen Lösung für
in Zukunft zu erreichen.                                                eine zukünftige umweltfreundliche Wärmever-
                                                                        sorgung der Landeshauptstadt. In einem ersten
Die Energie Steiermark ist der führende Anbieter                        Zwischenbericht wurden die Zielvorgaben klar
von Wärme in der Steiermark. In rund 30 steirischen                     definiert: Die G
                                                                                       ­ razer Versorgung mit Wärme für
Städten und Gemeinden wird umweltfreundliche                            Raumheizung und Warmwasser soll kostengünstig
Fernwärme an die KundInnen und über Auslands-                           und versorgungssicher sein, und vor allem wenig

Gemeinden mit Fernwärme
der Energie Steiermark

                                                                                                 Neuberg
                  Bad Aussee
                                 Rottenmann

                                                                                                               Birkfeld

                                                          Knittelfeld

                                          Pöls                      Köflach   Bärnbach                             Sinabelkirchen
                                                 Obdach                                           Hart bei Graz
                                                          Maria Lankowitz       Voitsberg          Raaba
                                                                                                   Neuseiersberg
                                                                 Rosental           Seiersberg      Feldkirchen
                                                                                    Gedersberg     Abtissendorf       Loipersdorf
                                                                                         Pirka      Kalsdorf
                                                                                        Forst      Werndorf

                                                                                                  Wildon       Feldbach
                                                                              Deutschlandsberg

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Emissionen an Schadstoffen und Treibhausgasen           • E rweiterung der Abwärmenutzung aus dem
verursachen, um die Luftqualität in der G
                                        ­ razer            Stahlwerk Marienhütte mittels Wärmepumpen
­Beckenlage zu verbessern. Eine wesentliche             • Nutzung der industriellen Abwärme aus der
 Erweiterung von erneuerbaren Energiequellen,              Papierfabrik Sappi
 wie Sonnenenergie, Biomasse und Abwärme, hat           • Nutzung der Abwärme aus der Eishalle Liebenau
 dabei hohe Priorität.

Bislang konnten bereits einige Vorschläge der
Arbeitsgruppe umgesetzt werden, unter anderem           3.3 Sichere Energieversorgung
das Projekt „Ausfallsreserve Puchstraße“, das die
                                                        Energie – zu jedem Zeitpunkt, mit definierter
Versorgung für die Grazer FernwärmekundInnen
                                                        Qualität und zu transparenten Preisen. Die Energie
selbst bei einem Totalausfall einer Lieferung aus
                                                        Steiermark sieht es als ihre Kernaufgabe, für ihre
Mellach gewährleistet. Auch bei weiteren Projekten
                                                        VerbraucherInnen eine krisensichere Versorgung
setzt die Energie Steiermark auf die modernste und
                                                        mit Strom, Gas, Wärme und Internetdienstleistun-
für die KundInnen effizienteste Technologie.
                                                        gen im alpinen Raum zu gewährleisten.

                                                        Eine Herausforderung, diese Versorgungssicherheit
                                                        zu garantieren, stellt die Energiewende mit dem
                                                        Trend in Richtung emissionsfreier, erneuerbarer
                                                        Energiequellen und erhöhter Energieeffizienz dar.
                                                        Zahlreiche dezentrale Energieproduzenten müs-
                                                        sen integriert, der Vorrang für die Einspeisung von
                                                        erneuerbarer Energie in die Netze muss gewähr-
                                                        leistet und der erforderliche Netzausbau muss
                                                        sichergestellt werden, um die hohen und volatilen
                                                        Einspeiseleistungen aufnehmen zu können.

Hier eine Übersicht über die wichtigsten Vorhaben
der letzten Jahre:
• Ausbau der Solaranlage am Areal FHKW Graz
   auf 7.400 m²
• Errichtung einer Biomasseanlage mit Hackgut
   aus regionaler Aufbringung in Hart/Raaba
• Erstellung einer Machbarkeitsstudie für eine
   Groß-Solaranlage inklusive Wärmespeicher im
   Süden der Stadt (BIG Solar Graz)
• Umsetzung des solaren Speicherprojekts ­HELIOS
   (Kombination von solarer Großanlage mit
   Wärme­speicher, verbunden mit der Nutzung            Diese Trendwende hat die Energienetze S­ teiermark
   einer Altdeponie)                                    GmbH rechtzeitig erkannt und forciert daher
• Ausbau der Ausfallsreserve Puchstraße                die intensive Forschung an neuen Formen der
• Nutzung von Abwärme der Kläranlage ARA               Energiespeicherung sowie an Lösungen in den
   Gössen­dorf mithilfe von Wärmepumpen                 Bereichen intelligentes Lastmanagement, Smart

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                                      Grüne Energie für die Steiermark
ENERGIE STEIERMARK 2017

Grids und Integration dezentraler Energie. Zudem
wird die Netzinfrastruktur konsequent ausgebaut.
Jährlich werden über 90 Millionen Euro in die
Wartung und den Ausbau investiert. Alleine fünf
Millionen Euro kostete die Errichtung einer neuen
„Zentralen Warte“ in Graz. Die Steuerungszentrale
überwacht seit Sommer 2016 die Sicherheit von
steirischen Stromleitungen mit einer Gesamtlänge
von 27.500 Kilometern und koordiniert den Betrieb
von mehr als 4.000 Kilometern Gasleitungen. Die
europaweit modernste High-Tech-Warte zählt zur
sogenannten „kritischen Infrastruktur“ und ist daher
entsprechend geschützt. Sie ist speziell gesichert,       Ein visionäres Demo-Projekt mit dem Titel F­ eldBATT
ihr Standort geheim. Einen weiteren Schwerpunkt           – Feldbacher Batteriespeicher – wurde zudem
bildet der Roll-out von Smart Metering, der Ende          beim Klima- und Energiefonds zur Förderung
2022 abgeschlossen sein soll.                             eingereicht. Im Rahmen dieses Projekts soll in einer
                                                          Siedlung in Feldbach eine „Energy Community“
                                                          bzw. Energiegenossenschaft entstehen, die ener-
 Optimale Balance im lokalen                              gieautonom und teilweise inselbetriebsfähig sein
­Stromnetz                                                wird. Dies soll mit einem 1-MWh-Stromspeicher,
                                                          mit einer 200-kW-Klein-Wasserkraftanlage und
Bereits im November 2015 erfolgte der Start-              einer Groß-Photovoltaikanlage realisiert werden.
schuss für LEAFS, ein Leitprojekt im Rahmen               Die Energieversorgung der KundInnen wird über
der Förderung des Österreichischen Klima- und             mehrere sogenannte „Direktleitungen“ aus allen
­Energiefonds. Ein österreichisches Konsortium aus        erwähnten Systemen sowie auch aus dem öffentli-
 Netzbetreibern wie der Energienetze Steiermark           chen Netz erfolgen.
 GmbH, Forschungsinstitutionen und Komponen-
 tenherstellern entwickelt darin Technologien und
 System­lösungen, um Erzeugung und Verbrauch be-
 reits in den lokalen Netzen optimal zu koordinieren.

Bei LEAFS geht es um die dezentrale Aufstellung
­eines Verteilnetz-Stromspeichers mit 100 kW
 Leistung bzw. 100 kWh Speichervolumen. Dieser
 Speicher soll für mehrere Anwendungen genutzt
 werden (Energiemarkt, Kundinnen/Kunden und
 Netzdienstleistungen). Im September 2017 fand die
 Eröffnung des Speicherprojekts in Heimschuh statt.
 Derzeit werden Überlegungen für eine Weiterfüh-
 rung unter dem Titel LEAFS 2.0 angestellt, mit dem
 Ziel, die Speicherkapazität mittels Blockchain-­
 Technologie dynamisch und bedarfsabhängig
 zwischen KundInnen, Markt und Netz ­aufzuteilen.

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