SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...

Die Seite wird erstellt Wolfger Kröger
 
WEITER LESEN
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
SEniOREnMaGaZin
 REMS-MURR-KREiS                                    Januar 2009
                                                    Bis mÄrz 2009

  KREISSENIORENRAT REMS-MURR-KREIS I ein magazin Von, miT unD FÜr senioren

AKTIV –
AUCH IM WINTER

Persönlichkeiten:
Dr. Friedrich Kempter
Erster Winnender Seniorentag
Märchentage in Weinstadt
Feinste Tiffany-Glaskunst
Honig: Nektar der Götter
Alter schützt vor Frechheit nicht
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
Staigacker 3, 71522 Backnang
           Tel. 07191/146-0
         www.staigacker.de

                                            Lassen Sie sich verwöhnen!
                                            Das Mauthäusl liegt inmitten unberührter Natur,
                                            in einem herrlichen Wandergebiet.
                                            Hier können Sie unbeschwert Wanderungen
                                            und Bergtouren ab Haus unternehmen.
                                            Unsere Küche verwöhnt Sie mit hausgemachten
                                            Schmankerln, es werden nach Möglichkeit
                                            keine künstlichen Zusätze verwendet, im Rhythmus
                                            der Jahreszeiten frisch zubereitet und mit Natursalz
                                            gewürzt.

                                            Winter-Frühjahrangebot!
                                            5 Üb/Fr/HP
                                            2 x Therme Bad Reichenhall
                                            1 x Hot Stone massage
                                            1 x eine Busfahrt nach Salzburg

  Staigacker 12, 71522 Backnang             pro Pers. im DZ € 295,00
        Tel. 07191/146-800                  Bei Buchungen vom 03.01. bis 01.05.09
                                            gibt es 15 % Rabatt.
 www.diakoniestation-backnang.de
           Krankenpflege
         Nachbarschaftshilfe                Auf Ihren Besuch freut sich Fam. Abfalter
                                            Hotel Mauthäusl, Mauthäusl 1
          Mobiler Kochtopf
                                            83458 Weißbach a. d. Alpenstraße
                                            Weitere Infos auf www.hotel-mauthaeusl.de

Wir kaufen Ihre Verträge aus Kapital- und
Renten-LV, Fondspolicen, Bausparen und
 Investment Depots bis zum doppelten                           St. Leon
                                                                          Trinken
                                                                                   S
                                                                        hards-Q ie
             Rückkaufswert                                     so viel Ih       uelle
                                                                         nen gut
                                                                                 tut.
              Infos unter
07191 - 34 11 05 oder 0151 - 549 392 23
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 3

Grußwort des Herausgebers

Liebe Leserinnen, liebe Leser
mit dieser fünften Ausgabe des Senioren-Magazins für                       schaft / Kunst & Kultur / Literatur / Musik / Reisen /
den Rems-Murr-Kreis starten wir in unser zweites Jahr.                     Gesundheit / Sport etc., von erfahrenen Redakteuren
Es ist ein Wagnis in der heutigen von allerlei Medien                      sorgfältig recherchiert, redaktionell und mit Fotos leser-
überfluteten Zeit, ein neues Magazin auf den Markt zu                      freundlich und attraktiv aufbereitet.
bringen. Doch waren und sind wir der Überzeugung,                          Mit Berichten und Terminen auch aus und für Seni-
dass gerade unsere Generation 55+, wie sie so schön                        oren-Clubs und Gemeinden, über Interessantes, Wis-
bezeichnet wird, es verdient, ein eigenes Sprachrohr zu                    senswertes, Programme, Ideen und Personen, ein Fo-
haben.                                                                     rum von und für Senioren im Rems-Murr-Kreis.
Die vielen Rückmeldungen und die große Zustimmung                          Wir sind aber auch auf Sie, liebe Leserinnen und Leser,
zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und                        angewiesen, schreiben Sie uns, wie Ihnen dieses Ma-
daran werden wir weiter arbeiten.                                          gazin gefällt, was noch fehlt oder verbessert werden
Neue Mitarbeiter und Redakteure konnten zur Mitar-                         kann.
beit gewonnen werden. Frau Marisol Simon, eine ex-                         Schreiben Sie uns aber auch, was man in Ihrer Gemein-
zellente und anerkannte Redakteurin, verstärkt unser                       de in der Seniorenarbeit verbessern könnte, was gut
Team. Dr. Helmut Ehleiter, ein angesehener praktischer                     oder was nicht so gut ist.
Arzt, schreibt ehrlich, immer steht für ihn die Gesund-                    Wir meinen, es ist Zeit der Generation 55+ mehr Gehör
heit des Menschen im Mittelpunkt und nicht die Inter-                      zu verschaffen.
essen der großen Pharmakonzerne.
In Zusammenarbeit mit dem Kreis-Senioren-Rat Rems-                         Herzliche Grüße und viel Freude beim Lesen
Murr erscheint dieses Magazin. Als offizielles Bekannt-                    Roland Schlichenmaier, Verleger und Herausgeber
machungsorgen des KSR dient es zum Erfahrungs-
austausch, zur Meinungsbildung und zur verstärkten
Wahrnehmung in der Öffentlichkeit im Interesse unse-
                                                                            inhalt
                                                                                                           14 Kreisseniorenrat
rer Senioren.                                                                                                 Rems-Murr nun auch
Wir machen ein „Senioren-Magazin von, mit und für                                                             im Vorstand des
Senioren“, es berichtet seriös, sachlich, spannend und                      04 Philosoph, Denkmal-            Landesseniorenrats
unterhaltsam über interessante Themen aus Gesell-                              pfleger, Gärtner:           15 Beeindruckende
                                                                               Der Humanist Georg             Führung durch die
                                                                               Friedrich Kempter              Stihl-Galerie
                                                                            05 Das Jagdschloss             15 Sicherheit für Senioren
  Impressum                                                                    Engelberg und die
                                                                               „Feinde des Waldes“
                                                                                                              im Alltag
                                                                                                           16 Knorrige Obstbäume
  Herausgeber:                             Titelbild:                       08 Erster Winnender               und feinste Tiffany-
  Roland Schlichenmaier                    © Gerd Altmann, pixelio.de
                                                                               Seniorentag war ein            Glaskunst
  Redaktion:                               Verlag:                             voller Erfolg               18 Nektar der Götter:
  Jürgen Klein                             RSW Verlag GmbH                  10 Senioren-Infomesse in          Honig wirkt besser als
  Eichendorffweg 14                        Stuttgarter Straße 72
                                                                               Weissach im Tal                manche Medikamente
  71554 Weissach im Tal                    71554 Weissach im Tal
  E-Mail: presseagenturjuek@gmx.de         E-Mail: rs@schlichenmaier.de     10 Der Seniorenclub            20 Infos vom Sanofakter
  Tel. 0 71 91 | 34 30 67                  Tel. 0 71 91/35 56-0                Weissach im Tal startet     21 Seniorennachmittag
  Fax 0 71 91 | 34 30 93                   Fax 0 71 91/35 56-10
                                                                               wieder mit einem               des DRK in der Kelter in
  Marisol Simon
                                           Gestaltung:                         Kabarettprogramm in            Kleinaspach
  Tel. 01 62 | 9 00 18 75
                                           Timon Schlichenmaier                das neue Jahr               21 Senioren beförderten
                                           Woyrschweg 52 | 22761 Hamburg
  Mitarbeiter dieser Ausgabe:                                               11 Es war einmal – und            Fahrgäste vom
  Gerhard Dannwolf (Backnang),             E-Mail: timon@timonverlag.de
                                           Tel. 040/18 03 49 25                wird immer sein –              Ungeheuerhof nach
  Dr. Helmut Ehleiter (Backnang),
  Roswitha Morlok-Harrer (Oeffin-                                              Märchen heute.                 Unterweissach
                                           Marketing + Anzeigen:
  gen), Margit Seidel (Fellbach), Alfred                                    12 Aktive Senioren sind        22 Im eigenen Auto sicher
  Sparhuber (Waiblingen), Heinz Weber      RSW Verlag GmbH
                                           Telefon 0 71 91/35 56-14            wichtig für das                unterwegs
  (Fellbach), Roland Schlichenmaier
  (Weissach im Tal), Heinz Bartelmess      rs@schlichenmaier.de                Gemeinwesen                 23 Alter schützt vor
  (Fellbach), Christa Hellstern (Oeffin-                                    13 Viele wichtige Vorhaben        Frechheit nicht
  gen), Ingeborg Hess (Schmiden), Alfred   Druck:
                                           Medienwelt Schlichenmaier           werden in Angriff           24 Tanzen hält Geist und
  Osen (Aspach), Joachim Leser.
                                           Weissach im Tal                     genommen                       Körper fit
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
4 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

Philosoph, Denkmalpfleger, Gärtner:
Der Humanist Georg Friedrich Kempter
Diesen Mann zu beschreiben, würde den Rahmen spren-           Das Pflegen der Wurzeln bezieht sich jedoch nicht nur
gen. Wir wollen uns dennoch der Herausforderung stel-         auf Denkmäler, es geht Kempter auch um das Bewah-
len, den Menschen Dr. Georg Friedrich Kempter und seine       ren der Heimat: „Vieles, was uns lieb war, ist nicht mehr
Wurzeln zu porträtieren. Wobei wir hier schon beim The-       da“, sagt er, „seien es stille Täler, Tiere und Landschaf-
ma sind: nämlich bei den Wurzeln. Die sind für Kempter        ten, seien es vertraute Stadtviertel und Plätze.“ Und fügt
untrennbar mit dem Menschen verbunden.                        hinzu: „Wo wir indessen noch unversehrte Heimat an-
                                                              treffen, ist es ein Gnadengeschenk“. Und der Philosoph
Viele Menschen seien deshalb so planlos, weil sie von         in ihm meint: „In der Heimat vereinigen sich Natur und
ihren Wurzeln abgeschnitten seien, meint er und er-           Mensch, Stoff und Geist, Vergangenheit und Gegen-
läutert es an einem Bild: „Die Wurzeln eines Baumes           wart zu dem, was wir als „Realität“ bezeichnen“.
reichen tief in das Erdreich und geben ihm Festigkeit         Georg Friedrich Kempters Heimat ist der Engelberg.
und Lebenskraft. Was nun für die Bäume die materiel-          Nach dem Tod seines Großvaters, einem erfolgrei-
len Wurzeln sind, sind für die Menschen die kulturellen       chen Erfinder, erwirbt seine Großmutter 1932 das
Wurzeln“. Als Gärtner, der er nun geworden sei, weiß          „Schlossgut Engelberg“. Sein intellektueller Vater be-
er, dass es für eine Pflanze viel schlimmer ist, wenn man     treibt dort Landwirtschaft. Als Georg Friedrich 1936
sie von ihren Wurzeln trennt, als wenn man ihr einige         dort zur Welt kommt, ist mit dem „Erbhofbauer“ die
Äste oder Blüten abschneidet.                                 rechtliche Übernahme des Besitzes geregelt – dieses
Diese Wurzeln zu pflegen, war Georg Friedrich Kemp-           Gesetz wurde von den Nationalsozialisten eingeführt.
ters großes Anliegen. Deshalb machte er seine Beru-           Kempters Eltern, leidenschaftliche Anthroposophen,
fung zu seinem Beruf: über 30 Jahre lang war er als           begründeten nach Kriegsende die Freie Waldorfschule
Denkmalpfleger in Baden-Württemberg für das Erhal-            Engelberg. Ihr inzwischen ins Schulalter gekommener
ten „denk-würdiger“ Gebäude zuständig und damit               Sohn Georg Friedrich bot den willkommenen Anlass.
auch für die Übermittlung und das Erhalten von Wis-           Seine Schulzeit schloss Kempter 1956 mit dem Abitur
sen für die kommenden Generationen. Weil es wichtig           ab. Nach einer Schreiner- und Kaufmannsgehilfenlehre,
ist, dass der Mensch seine Wurzeln kennt: „Menschen           studierte er Philosophie, Kunstgeschichte und Archäo-
sind geschichtliche Wesen“.                                   logie in Hamburg, Paris und München. 1968 promo-
Viele alte Bauten stehen dank seines Einsatzes noch           vierte er an der Universität München mit einer Arbeit
heute. Die Stuttgarter Markthalle war eines der ersten        über „Französische Malmethoden in der ersten Hälfte
Gebäude, das er vor der Abrissbirne retten konnte. Mit        des 19. Jahrhunderts“. Anschließend war er acht Mo-
Hilfe erfahrener Statiker bewahrte er die Waiblinger Mi-      nate in den USA als „International Sales-Representati-
chaelskirche vor dem Abrutschen, und auch der Umbau           ve“ tätig. 1971 nahm er in Rom ein halbes Jahr an ei-
des Schorndorfer Rathauses wurde von ihm begleitet.           nem von der UNESCO organisierten Fortbildungskurs

                                                            Dr. Georg Friedrich Kempter war für viele Schlösser in
                                                            Baden-Württemberg als Denkmalpfleger zuständig. Er
                                                            lernte die Geschichte und Architektur zu jedem einzel-
                                                            nen der Schlösser kennen und lieben. Er verfasste für
                                                            ein Buch, in dem sich der Landkreis Rems-Murr vor-
                                                            stellt, einen Beitrag über dessen Burgen und Schlösser.
                                                            Dieses Buch wird im kommenden Jahr erscheinen.
                                                            Im Seniorenmagazin werden diese Burgen und Schlös-
                                                            ser vorgestellt. Den Beginn macht heute das Jagdschloss
                                                            auf dem Schlossgut Engelberg, das heute zur Waldorf-
                                                            schule Engelberg gehört.
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 5

für Denkmalpfleger teil. Durch diesen Kurs wurde er         sation der UNESCO für Denkmalpflege. Er hat in die-
in die konservatorischen, das heißt wissenschaftlichen,     sem Rahmen bei internationalen Kongressen verschie-
künstlerischen und technischen Probleme seines Be-          dene Vorträge auch in englischer und französischer
rufes eingeführt, zu denen auch archivalische Studien       Sprache gehalten und in Publikationen über seine Ar-
und fachbezogene Öffentlichkeitsarbeit gehören. Wäh-        beit berichtet.
rend seiner Zeit in Rom lernte er Supavadee Bhakdibutr      Bei seiner beruflichen Tätigkeit wählte er stets einen
kennen, eine thailändische Archäologin buddhistischen       ganzheitlichen Ansatz, da er überzeugt davon ist, dass
Glaubens, die am National-Museum von Bangkok tätig          die Stückelung der Verantwortung ins Chaos führt.
war. 1974 heirateten die beiden. Sie wohnen bis heute       Spezialisierung sei notwendig, meint er, doch bedürfe
im Schlossgarten des Engelbergs.                            sie eines belastbaren humanistischen Fundamentes.
Als Kempter 1986 alleiniger Eigentümer des Anwesens         Dieses Fundament zu stärken, betrachtet er seit seiner
wurde, ließ er umgehend den gesamten Terrassengar-          Pensionierung im Jahr 2001 als seine Hauptaufgabe. Er
ten unter Denkmal- und Naturschutz stellen und ver-         gründete bereits 1993 die „Gesellschaft für Natur und
zichtete damit bewusst auf den gewinnbringenden Ver-        Kunst“, dessen Vorstand er bis heute ist, und organi-
kauf von Bauland. „Ich wollte auch über meinen Tod          siert in deren Rahmen Vorträge und Ausstellungen –
hinaus verhindern, dass diese herrliche Anlage Opfer        beispielsweise zum Thema „Einhorn“, „Labyrinth“ und
von Bauspekulation wird“, erzählt er.                       „Säule“. Zu diesen Themen sind von ihm Schriften er-
1973 wurde er Mitglied von ICOMOS, der Fachorgani-          schienen.       Marisol Simon

Das Jagdschloss und die
„Feinde des Waldes“
Der Engelberg blickt auf eine lange und spannende Geschichte zurück
Hoch über dem Remstal liegt der Engelberg. Der Ort ge-
hört seit ein paar Jahrzehnten zur Gemeinde Winterbach.
Doch lange bevor das erste Haus in Winterbach stand, hin-
terließen Menschen bereits Spuren auf dem Engelberg. Die
germanischen Sueben (von denen die Schwaben ihren Na-
men haben) waren wohl die ersten: Sie opferten hier ih-
rem Gott Ziu. Die Römer haben eine Verbindungsstraße
vom Rems- zum Neckartal geschaffen, die über den heu-
tigen Engelberg führt. Nach den Römern kamen die Ala-
mannen, die von ihren Stammesbrüdern, den Langobar-
den, das Christentum annahmen. In ihrem Banner führten
sie das Bild des Engels Michael, dem Sieger über die Fin-
sternis. Möglicherweise stammt der Name „Engelberg“
aus dieser Zeit.

In die geschriebene Geschichte trat der Engelberg aller-
dings erst ein, als dort ein Kloster der Augustiner-Ere-
miten gegründet wurde. Dem Kloster war jedoch nur
eine 59-jährige Lebensdauer beschieden: 1525 wurde es
im Bauernkrieg zerstört.
Herzog Ulrich VI. übernahm das Kloster und organisier-
te Jagden in den umliegenden Wäldern. Sein Nachfolger
Herzog Friedrich I, ließ 1602 das Jagdschloss errichten,
das während der nächsten drei Jahrhunderte zum Zen-
trum herzoglicher Jagden und Feste wurde. Engelberg
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
6 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

ist bis heute mit Wäldern umgeben.
Das sei der Jagdleidenschaft unserer
Standesherren zu verdanken, meint
Dr. Georg Friedrich Kempter, der im
Schlossgarten wohnt. Denn der Bau-
er ist bekanntlich der „Feind des Wal-
des“: Er will dort Äcker oder Wein-
berge anlegen und Vieh züchten.
Die ansässigen Bauern litten damals
sehr unter den Jagden: Der Wildbe-
stand, der in einem riesigem Ausmaß
gefördert wurde, verwüstete die an- Das Jagdschloss Engelberg um 1900.
gebauten Felder. Den Bauern war bei
drastischen Strafen untersagt Zäune zu errichten. Zu- gen mich“) schlagen. Der Lohn war eine beträchtliche
dem mussten sie bei der Jagd Frondienste leisten. Die Gebietsvergrößerung – bedingt durch die Säkularisie-
Leibeigenschaft der Bauern wurde erst 1817 aufgeho- rung der Klöster und die Eingliederung von Hohenlohe
ben.                                                      in das Herzogtum.
Einer der wichtigen Regenten des Landes war Herzog 1816 wurde König Wilhelm gekrönt. Er hob ein Jahr
Carl Eugen, der fast 50 Jahre lang (von 1744 bis 1793) später die Leibeigenschaft auf und begann mit der plan-
das Land regierte. Während dieser Zeit ließ er unter an- mäßigen Forstwirtschaft: Es soll nur so viel Holz ein-
derem das Neue Schloss in Stuttgart, das Schloss Soli- geschlagen werden, wie auf natürliche Weise wieder
tude und das Schloss Hohenheim errichten. Alle drei nachwächst. „Hier baut im Wesentlichen die Idee der
Jahre nun kam Carl Eugen mit einem Gefolge von bis Nachhaltigkeit auf“, erklärt Dr. Kempter. König Wil-
zu 500 Menschen auf den Engelberg, um hier zwei Mo- helm regelte das Jagdrecht neu, indem er eine Anord-
nate lang zu jagen und zu feiern. „Sicher war auch sei- nung erließ, wonach in allen Oberforsten der Wildbe-
ne Geliebte und spätere Ehefrau Franziska von Hohen- stand in ein überschaubares Verhältnis zur Waldfläche
heim, die er das „Engelsfranzele“ nannte, dabei“, erzählt gesetzt werden sollte. Der Sitz des Oberforstmeister-
Dr. Kempter. Diese kluge Frau habe einen außerordent- amtes wurde vom Engelberg nach Schorndorf verlegt.
lich positiven Einfluss auf den Landesvater gehabt.       Damit hatte das Jagdschloss auf dem Engelberg, das
Carl Eugens Baumeister Christoph Friedrich Weyhing 215 Jahre als solches genutzt wurde, seine eigentliche
legte den Terrassengarten an, der das Schlossgut um- Bestimmung verloren.
gibt. Solche Gärten waren in der Region selten zumal Es wurde privatisiert und im Mai 1818 an den Handels-
sie um diese Zeit schon längst den damals in Mode ge- mann Lauppe aus Esslingen verkauft, der jedoch ein
kommenen englischen Gärten Platz machen mussten. Jahr später Konkurs anmelden muss. Von da an wech-
Beachtliche Erdarbeiten waren notwendig, um diesen selt der Besitz mehrfach, fast jeder Besitzer hinterließ
Terrassengarten zu einem wahren Meisterwerk wer- seine Spuren: einer erweiterte das Gut durch Zukauf
den zu lassen. Er ist heute noch in dieser Form erhalten. von Grundstücken, ein anderer errichtete eine Dampf-
Der Garten führt in sieben Stufen vom Schloss bis zum bierbrauerei und ein weiterer pflanzte die herrlichen Ka-
Schlossteich herab. Die Terrassen sind durch Treppen- stanienbäume, die heute noch den Engelberg prägen.
anlagen verbunden, die in gerader Linie vom Schloss Die Brauerei brannte 1868 teilweise ab und wurde im
nach unten führen. Diese Hauptachse des Gartens ent- gleichen Jahr durch das Kurhaus ersetzt.
sprach einer Querachse, die durch zwei Pavillons mar- 1906 wurde unter den Besitzern Caroline und Ernst
kiert war. Einer von ihnen war das erste Klassenzimmer Frank das Schlossgut Engelberg in eine GmbH verwan-
der nach Kriegsende gegründeten Waldorfschule.            delt. Dazu gehörten auch der landwirtschaftliche Be-
Die Napoleonischen Kriege brachten auch über das trieb mit Viehzucht und Branntweinherstellung. Seit
Remstal Not und Elend. 1805 musste sich Herzog 1912 wurde das gute Quellwasser für die Herstellung
Friedrich III. auf Napoleons Seite („für mich oder ge- von „Engelberger Sprudel“ genutzt. Während des Zwei-
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 7

                                                                                    land, wahrscheinlich sogar weltweit. Ge-
                                                                                    meinsam mit einer Hand voll Nachbars-
                                                                                    und Flüchtlingskindern wurde der Junge
                                                                                    im Gartenpavillon unterrichtet.
                                                                                    Weil sich die Schule immer weiter aus-
                                                                                    dehnte, wurden in den folgenden Jahren
                                                                                    der frühere Pferdestall, die Wagenhallen zu
                                                                                    weiteren Klassenzimmern umgebaut. An-
                                                                                    fang der fünfziger Jahre entstand auf dem
                                                                                    ehemaligen Hühnerstall das erste selbst-
                                                                                    ständige Schulgebäude. Dann, weil es im-
Das Jagdschloss heute. Hier ist die Waldorfschule untergebracht.                    mer noch Platz brauchte, überließen Fried-
                                                                                    rich und Margarethe Kempter der Schule
ten Weltkrieges leistet das Kurhaus gute Dienste: Die die gesamte Altbausubstanz – also das Jagdschloss mit
Fremdenzimmer wurden mit bombengeschädigten sämtlichen Nebengebäuden und außerdem das Kikis-
Rheinländern, später Flüchtlingen belegt. Prominente hardter Feld mit seiner Obstplantage, auf dem später
Besucher waren im Jahr 1952 Bundespräsident Theodor der großzügige Neubau der Waldorfschule entstand.
Heuß und Ministerpräsident Reinhold Maier.                      Heute werden hier nahezu 900 Kinder unterrichtet.
                                                                Zu Kempters großem Bedauern ist an dem Jagdschloss
Eine neue Ära beginnt                                           viel verändert worden: Im Inneren habe es seinen
1932 entdeckte Maria Kempter das Anwesen. Zwei Jah- kunst- und kulturgeschichtlichen Wert verloren, indem
re zuvor war ihr Mann gestorben, sie blieb mit vier Kin- es völlig erneuert wurde, außen wurden Turm- und
dern zurück. Eine Tochter war lungenleidend, so dass Sonnenuhr entfernt, das herrschaftliche Treppenhaus
die Mutter beschloss, die Stuttgarter Luft gegen die gu- durch zwei Treppenhäuser ersetzt. Auch der Abriss des
te Landluft zu tauschen, damit sich die Tochter hier er- „Roten Tores“ aus der Zeit des Barock schmerzt den
holen konnte. Zu dieser Zeit stand der Engelberg gerade Humanisten. Denn „der Engelberg bietet hervorragen-
zum Verkauf. Für 230000 Goldmark wurde die Familie de Möglichkeit zur Förderung des geschichtlichen Be-
Kempter neue Eigentümerin. Georg Friedrich Kempters wusstseins“. Wenn er sie wahrnimmt, könne er dem
Eltern zogen bald auf den Engelberg nach. 1936 wur- Anspruch eines „Kulturzentrums auf dem Lande“ ge-
de ihr Sohn Georg Friedrich Kempter geboren. Damit recht werden.                          Marisol Simon
konnte die Familie einen „Erbhofbauern“ nachweisen,
                                                                QUELLE: „400 JAHRE JAGDSCHLOSS ENGELBERG“ VON DR. GEORG FRIEDRICH KEMPTER.
der gemäß der neuen, nationalsozialistischen Gesetz-
gebung vorhanden sein musste, wenn man ein Gut –
besonders das größte Gut des Remstals – übernehmen
wollte. Anstatt die neue Bewegungskunst der Büh-
neneurythmie in Europa zu präsentieren und anstatt
seinem Beruf als Verleger nachzugehen, führten Kemp-
ters Eltern nun die Landwirtschaft auf dem Engelberg
weiter – biologisch-dynamisch. „Das hat uns gut durch
den Krieg gebracht“ erinnert sich der Sohn.
Den Traum, ein „Kulturzentrum auf dem Lande“ (Rudolf
Steiner) zu errichten, konnten die Eltern, Friedrich und
Margarethe Kempter, gleich nach dem Krieg verwirkli-
chen. Und weil Sohn Georg Friedrich gerade ins schul-
pflichtige Alter kam, war er der Anlass für die Grün-
dung der „Freien Waldorfschule Engelberg“, die erste
Neugründung dieses Typs nach dem Krieg in Deutsch-
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
8 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

Erster Winnender Seniorentag
war ein voller Erfolg
Aktive Freizeitgestaltung ist ein optimales Mittel um gesund und mit Spaß älter zu werden

Ein begeistertes Resümée zogen die zahlreichen, nicht nur   und ehemalige Leiterin des Volkshochschulverbandes
älteren und auch von außerhalb Winnendens kommen-           Baden-Württemberg Renate Krausnick-Horst als ihr
den Besucher, die Mitglieder des Seniorenrates und die      Thema.
Stadtverwaltung anlässlich des ersten Winnender Senio-      Eindrucksvoll zeigte die Referentin auf, wie neue We-
rentages. Die vielfältigen Angebote mit Vorträgen, Infor-   ge in diesem Lebensabschnitt entdeckt werden können.
mationsständen, Führungen in der Stadtbücherei bis hin      Fakt ist, dass zwar niemand gerne altert und der Ab-
zur Wassergymnastik im Wunnebad waren sehr gefragt          schied aus dem Beruf, der jahrzehntelang die herausra-
und wurden rege genutzt.                                    gende Rolle im Leben eingenommen hat, nicht immer
                                                            leicht fällt. Ihr Ratschlag lautet deshalb: „Suche nach
Zum ersten Mal fand in der Großen Kreisstadt Win-           dem, was Du möchtest, prüfe viel und werde aktiv.“
nenden ein Seniorentag statt. Unter dem Motto „Win-
nender Senioren bewegen und gestalten“ stellten Se-         Mit Senioren lebt unsere Gesellschaft
niorenrat und Stadt Winnenden in partnerschaftlicher        Der Winnender Oberbürgermeister Bernhard Fritz
Kooperation ein interessantes und abwechslungsrei-          sprach in seinem Vortrag über Entwicklungen und Per-
ches Programm am Tag des alljährlichen Weltsenioren-        spektiven Winnendens und stellte eindrucksvoll Chan-
tags zusammen.                                              cen und Möglichkeiten der Stadt Winnenden für die
Der seit September 2006 bestehende Seniorenrat hat in       künftigen Jahre heraus. Nicht nur die großen Projek-
seiner bislang kurzen Zeit seines Wirkens schon einiges     te wie Markthaus, Ortsumfahrung Winnenden, Ver-
bewegt. Höhepunkt war 2008 zweifellos der erste Win-        kehrsentwicklungsplan, Kreiskrankenhaus, Neubau
nender Seniorentag am Weltseniorentag 1. Oktober.           von zwei Feuerwachen und die Weiterentwicklung der
Hauptschauplatz der Veranstaltung war das Winnen-
der Rathaus, in dem über den Tag verteilt vier Vorträge,
zahlreiche Aktivitäten und Präsentationen statt fanden,
die nicht nur die älteren Generationen ansprachen.
Der Tag wurde musikalisch eröffnet mit wunderbaren
Klängen, gezaubert von den Musikern des bekannten
Salonorchesters Mélange. Interessante Zahlen hatte
auch Heinz Dengler, Sprecher des Winnender Senio-
renrats, in seiner Begrüßungsansprache verpackt. „In
Winnenden sind rund 24 Prozent der Bevölkerung über
60 Jahre alt - eine Zahl, die auch dem Schnitt in Baden-
Württemberg entspricht“, so der Seniorenratsvorsitzen-      Das Salonorchester Mélange eröffnete den Seniorentag im
de. „Der demographische Wandel muss von allen mit-          Rathaus.
gestaltet werden und ein kleiner Schritt hierzu ist der
Seniorentag“, so Dengler weiter.
Zahlreiche seniorenrelevante Themen wurden den Gä-
sten, unter ihnen auch der Vorsitzende des Kreissenio-
renrates Rems-Murr, Werner Auch und Stellvertreter
Falk-Dieter Widmaier, präsentiert. Die wunderbaren
Chancen, die sich auch in diesem Lebensabschnitt bie-
ten wurden in allen Facetten aufgezeigt.

Nicht ausruhen, sondern aktiv werden
„Neue Wege entdecken – Älter werden als Chance“             Alle vier Vorträge waren sehr gut besucht – stets 100 bis 150
sieht die Vorsitzende vom Stadtseniorenrat Stuttgart        Zuhörer waren jeweils im Sitzungssaal anwesend.
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 9

Kleinkindbetreuung in Winnenden stellte er vor, son-
dern auch besonders heraus, wie gerne er Seniorinnen
und Senioren anlässlich ihrer besonderen Geburtstage
und Ehejubiläen besuche: „Bei diesen Gelegenheiten er-
fahre ich sehr viel aus der Geschichte der Stadt.“

Zum Umgang mit Demenzkranken und Vorsorgemög-
lichkeiten referierte Dr. Rainer Kortus, Chefarzt der
Klinik der Alterspsychiatrie und –Psychotherapie am
Zentrum für Psychiatrie Winnenden. Wichtig für die
Gesundheit, so sein Plädoyer, ist viel Bewegung an der      Heinz Dengler (links) und die beiden Glücksfeen Stephanie
frischen Luft.                                              Harsch (2.v.l.) und Marina Oetinger (2.v.r.) gratulierten den
Das mehr denn je aktuelle Thema „Sicherheit für Seni-       zum Teil anwesenden Gewinnern des Preisrätsels
oren im Alltag“, beleuchtete Alfred Bläsing, langjähriger
Leiter der Polizeidirektion Waiblingen und heute ehren-
amtlicher Sicherheitsberater.

Schauplatz zahlreicher Aktivitäten und Präsenta-
tionen war auch das Foyer im Winnender Rathaus
Präsentationen und Aktionen begleiteten und umrahm-
ten die Vortragsveranstaltungen im Rathaus. Verschie-
dene Stände waren aufgebaut. Unter anderem zeig-
te ein Fitnessstudio an einem Sportgerät Bewegungs-,
Gesundheitssport- und Fitnessmöglichkeiten auf. Zur
Einbruchsicherheit stand das Haus der Prävention der
Polizeidirektion Waiblingen als Fachberatung zur Ver-
fügung. Die AOK Rems-Murr bot aktuelle Informatio-          Köstliche Teeproben gab es am Stand der Kräuterpädagogin
nen zu ihren Patientenprogrammen. Zu der einladen-          Marianne Baier.
den Atmosphäre im Winnender Rathaus-Foyer trug
die Winnender Gartenwerkstatt der Kräuterpädagogin
Marianne Baier mit einem in jeder Hinsicht besonde-
ren Stand bei. Seitens der Stadtverwaltung wurden
neueste Informationen und Entwicklungen zu kom-
munalen Themen und Planungen in der Stadt präsen-
tiert. So zum Verkehrsentwicklungsplan 2020, zur 2009
vollständig ausgebauten Ortsumfahrung Winnenden
(B 14) und zum Krankenhaus-Neubau, der mit einem
anschaulichen Modell gezeigt wurde. Auch das Senio-
renbüro und die Seniorenwerkstatt Winnenden waren
vertreten.

Flankierend boten die städtischen Einrichtungen Wun-
nebad und Stadtbücherei außerhalb des Rathauses zu-          post@boehret.de
sätzliche Angebote. Am frühen Morgen und am spä-             www.boehret.de
teren Vormittag fand Senioren-Wassergymnastik im
Wunnebad statt. Die Stadtbücherei bot eine Führung
speziell für Senioren mit vielen wertvollen Tipps – an-
gefangen mit der Präsentation eines neuen Lesestabes
bis hin zum Maus-Training am Computer. Die Seni-
oren zeigten sich von den neuen Büchereiräumlichkei-
ten am Adlerplatz begeistert.     pm
SENIORENMAGAZIN REMS-MURR-KREIS - DAS ...
10 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

Senioren-Infomesse am Sonntag,
8. März 2009 in Weissach im Tal
Im wunderschönen Ambiente der Seeguthalle und im             • Herr Notar Keck zur Generalvollmacht und Patien-
Schulgebäude des Bildungszentrums im Ortsteil Cotten-          tenverfügung.
weiler findet am 08.03.2009 eine erstmals in dieser be-      • AOK Rems-Murr zum Thema „Ernährung im Alter“.
sonderen Art durchgeführte „Senioren-Infomesse“ statt.       • Stadtjugendring Stuttgart e.V. zum Projekt „Senioren-
Diese soll keine Verkaufsveranstaltung sein, sondern eine      Paten“.
Plattform für die vielfältigen Angebote der ortsansässigen   • Diakoniestation Weissacher Tal zum Thema „Reform
Vereine und Institutionen, die in verschiedener Form prä-      der Pflegeversicherung“.
sentiert werden.

Als Auftakt der Veranstaltung findet ein ökumenischer        Das Kinomobil Baden-Württemberg e.V. zeigt an die-
Gottesdienst der evangelischen und katholischen Kir-         sem Tag einen Film.
chengemeinde statt. Im Anschluss eröffnet Bürgermei-         Das detaillierte Programm kann ab Februar 2009 auf
ster Schölzel die „Senioren-Infomesse“ und informiert        der Homepage der Gemeinde unter www.weissach-
über deren Programm.                                         im-tal.de abgerufen werden. Dieses wird Ihnen bei
Für das leibliche Wohl sorgen die Landfrauen Weissa-         Bedarf auch gerne zugesandt. Telefonische Anforde-
cher Tal mit einem bekannt hervorragenden Mittag-            rung beim Seniorenbüro der Gemeinde, Frau Loth, Tel.
essen. Zur Kaffeezeit tragen die gemeindlichen Kin-          07191/3531-36 oder per e-mail: michaela.loth@weis-
dergärten Oberweissach und Liebigstraße mit einem            sach-im-tal.de.
vielfältigen Kuchenbuffet zur Abrundung des kulinari-        Wir laden zu diesem besonderen Tag alle Seniorinnen
schen Angebots bei.                                          und Senioren aus Nah und Fern ein und hoffen Sie an
In den verschiedenen Klassenzimmern des Schulgebäu-          dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.   Ian Schöl-
des finden über den Tag verteilte Vorträge statt, z. B.:     zel

Der Seniorenclub Weissach im Tal e.V.
startet wieder mit einem
Kabarettprogramm in das neue Jahr
Jeden Montagmittag wird den Senioren Unterhaltung, In-       Angebote wie Gymnastik, Tanzen, Singen, aber auch
formation, Spiel und Spaß geboten, doch einmal im Monat      Computerschulungen sollen weiter ausgebaut, oder
gibt es eine besondere Veranstaltung.                        neu eingeführt werden.
                                                             Erstmals in seiner Amtszeit bietet die Vorstandschaft
Nach der erfolgreichen Vorstellung des „Kabirinett“ An-      einen 4-Tageurlaub. In Lofer, im Salzburger Land, will
fang des Jahres 2008, gastiert nun am Montag, dem            man gemeinsam einige schöne Tage verbringen.
2. Februar 2009 das „Dein Theater“ in der Seniorenbe-        Man hat viel vor im Jahr 2009, und die Helferinnen
gegungsstätte in Unterweissach. Mit diesem Programm-         sowie die Vorstandschaft freuen sich wieder auf viele
punkt bietet die seit April 2007 amtierende Vorstand-        schöne Stunden und Tage mit den Seniorinnen und Se-
schaft, unter der Leitung von Roland Schlichenmaier,         nioren.
wieder ein umfangreiches Angebot den Senioren aus            Dass das Programm-Angebot gut ankommt und ange-
Weissach im Tal. Weitere Veranstaltungen stehen im           nommen wird, zeigen die ständig zunehmenden Teil-
neuen Jahresprogramm, das im Dezember verteilt wur-          nehmerzahlen an den Veranstaltungen, aber auch der
de, so z.B. Rosenmontagsball, Wanderungen, Grillfest,        kontinuierliche Mitglieder-Zuwachs.     RS
Tagesausfahrten, Besenbesuche und vieles mehr.
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 11

        25. Märchentage Weinstadt vom 21. bis 31. Januar 2009

        Es war einmal – wird immer sein –
        Märchen heute
        Eugen Drewermann, Theologe, Hans Jellouschek, Psycho-                             die Arbeitsbedingungen auf internationaler Ebene: „Wir
        therapeut, Heide Göttner-Abendrot, Matriarchatsforsche-                           mussten unterschreiben, dass wir gesund leben und
        rin, sie alle haben schon in Weinstadt im Rahmen der Mär-                         täglich Sport machen“, so Andrej Dugin.
        chentage Vorträge gehalten. Für das Jubiläumsprogramm                             „Das wichtigste Anliegen der Märchentage ist die Ver-
        ist es dem Kulturamt Weinstadt gelungen, die Literatur-                           mittlung der tiefen und allzeit gültigen Weisheiten, die
        wissenschaftlerin und Psychotherapeutin sowie vielge-                             in der bildhaften Märchensprache vermittelt werden“,
        fragte Autorin Prof. Dr. Dr. Ingrid Riedel aus Konstanz zu                        so die Organisatorin dieser Veranstaltungsreihe Maria-
        verpflichten.                                                                     Luise Schäfer-Gruler, stellvertretende Kulturamtsleiterin
                                                                                          in Weinstadt.
        Für echte Märchenfreaks empfiehlt sich die Lange Er-                              Ausführliche Informationen zu allen Veranstaltungen
        zählnacht mit kulinarischen Köstlichkeiten sowie das                              können mit dem Programmheft angefordert werden
        Seminar mit dem Märchenpapst Prof. Dr. Heinz Rölleke.                             beim Kulturamt Weinstadt, Telefon 07151/693-278,
        Für Kinder gibt es neben dem Erzählen in allen Schulen                            maerchentage@weinstadt.de          pm
        zwei öffentliche Angebote: Die Bremer Stadtmusikan-
        ten können in Reimen, Musik und Bewegung nacher-
        lebt werden. Das Landestheater Tübingen gastiert mit                                 Veranstaltungsorte:
        „MärchenMärchen“, einer zeitgemäßen Inszenierung                                     Stiftshof Beutelsbach und Jahnhalle Endersbach
        von Märchenstoffen für Kinder und Erwachsene.                                        Kartenvorverkauf.
        Auf besonderes Interesse wird der Abend mit den bei-
        den international gefragten Illustratoren, Olga Dugi-                                Kontaktadresse:
        na und Andrej Dugin stoßen. Sie illustrieren nicht nur                               Kulturamt Weinstadt,
        Märchenbücher für die Popsängerin Madonna sondern                                    Tel. 07151/693-278,
        sind auch an der Ausstattung von Harry Potter-Filmen                                 maerchentage@weinstadt.de,
        beteiligt gewesen. In einer nachgestellten Werkstatt ge-                             www.maerchentage-weinstadt.de
        ben sie Einblick in ihre Arbeitsweise und erzählen über

                              geheimnisvolle                                     Der Zauber                                         Die Reise
                              winter- und                                        des Frühlings                                      mit dem
                              weihnachtszeit                                                                                        SonnenwAGEN
                              Märchen, Sagen, Lieder                             Märchen, Sagen, Lieder                             Märchen, Sagen, Lieder
                              und Brauchtum                                      und Brauchtum                                      und Brauchtum
                              von Martini bis Lichtmess                          von Fastnacht bis Pfingsten                        über und für die Sonne
                              Sigrid Früh: Geheimnisvolle                        Sigrid Früh: Der Zauber des Frühlings              Sigrid Früh: Die Reise mit dem Sonnenwagen
                              Winter- und Weihnachtszeit                         ISBN 978-3-938335-19-2                             ISBN 978-3-938335-14-7
                              ISBN 978-3-938335-15-4                             15 Euro                                            15 Euro
                              15 Euro

                      Buchhandlung
erhältlich in jeder
                    Verlag:
oder direkt beim
    w. tim on ve rla g.de
ww
                                Woyrschweg 52 | Tel 040.18 03 49 25 | Fax 040.18 03 49 27 | kontakt@timonverlag.de | www.timonverlag.de
12 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

Aktive Senioren sind wichtig
für das Gemeinwesen
Mitgliederversammlung zeigt auf, dass der Kreisseniorenrat vielfältige Aufgaben plant und umsetzt

Nur schwach besucht war die Mitgliederversammlung im        Falk-Dieter Widmaier (Schorndorf) berichtete von so
Fritz-Schweizer-Saal im Bürgerhaus in Backnang. Alle die    wichtigen Aufgaben wie „das Durchsetzen einer Ein-
nicht gekommen waren, haben allerdings einen interes-       richtung zur geriatrischen- und Palliativen medizini-
santen Termin verpasst.                                     schen Abteilung im neuen Klinikum Winnenden“. Ein
                                                            besonderes Anliegen des KSR ist die Qualifizierung von
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag          Heimbeiräten, so dass es im Frühjahr 2009 ein Seminar
von Judith Weber, pädagogische Mitarbeiterin in der         in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrts-
Waiblinger Familien-Bildungsstätte (FBS). Sie referierte    verband angeboten wird. Eine weitere wichtige Aufgabe
über das Mehrgenerationenhaus der FBS. Weber zeigte         des KSR ist es sich für die Bildung von Seniorenräten in
Begegnungsmöglichkeiten mehrerer Generationen auf           den Gemeinden im Schorndorfer Sprengel einzusetzen.
und gab zur Frage „Wie und wo können sich Menschen          Derzeit laufen in den Gemeinden Kernen, Remshalden,
verschiedener Generationen begegnen?“ die passenden         Rudersberg und Urbach Bestrebungen Seniorenvertre-
Antworten. Die Familien-Bildungsstätte Waiblingen ist       tungen zu gründen. Auch mit Welzheim, Plüderhausen
Anfang 2007 in das bundesweite Aktionsprogramm              und Winterbach ist der KSR-Funktionär im Gespräch.
Mehrgenerationshäuser aufgenommen worden.                   Falk-Dieter Widmaier ging in seinen Ausführungen
Das Fazit: Das FBS-Mehrgenerationenhaus ist Zentrum         noch auf das Siegel „Seniorenfreundlicher Service“
für Familien in ihren aktuellen Lebenssituationen. Kom-     ein. Hier ist der Rems-Murr-Kreis der Spitzenreiter im
petent und lebensnah bietet sie ganzheitliche Bildung       Lande. Neben den Städten Fellbach, Schorndorf und
und ein Forum für Begegnung in offener und freundli-        Waiblingen hat nun auch Backnang dieses Siegel einge-
cher Atmosphäre.                                            bracht. Ein weiterer Höhepunkt der KSR-Arbeit war die
Vor diesem Referat hatte der KSR-Vorsitzende, Werner        erste Seniorenmesse Rems-Murr in Schorndorf, die ein
Auch, in seiner Begrüßung erklärt, dass es für den Kreis-   großer Erfolg war. Widmaier teilte mit, dass die näch-
seniorenrat (KSR) wichtig ist einen guten Kontakt zu        ste Messe am 17. Mai 2009 in Weinstadt-Beutelsbach
den Kommunen zu haben. Er führte unter anderem aus:         stattfinden wird. Als letzten Punkt zeigte er auf, dass
„Wir dürfen die Senioren nicht isolieren, in dem wir sie    im Jahre 2009 das Projekt „Zertifizierung Fachbetrieb
zum Nichtstun verleiten.“                                   für seniorenfreundliche Handwerksleistungen“ geplant
Backnangs Bürgermeister Michael Balzer brachte in sei-      und durchgezogen wird.
ner Begrüßungsrede zum Ausdruck, dass der elemen-           Nach dem Kassenbericht des Schatzmeisters, Roland
tare Wunsch aller Senioren eine selbstbestimmende           Hassler (Aspach) und dem Bericht der Kassenprüfer
Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe im kom-        wurde der Schatzmeister und der gesamte Vorstand des
munalen Gemeinwesen bis ins hohe Alter ist. Er unter-       Kreisseniorenrates einstimmig entlastet. Werner Auch
strich die Wichtigkeit von Seniorenvertretungen in den      bedankte sich bei den Versammlungsteilnehmern für
Gemeinden und Städten und lobte die Arbeit des Kreis-       das Vertrauen.
seniorenrates.                                              Den Abschluss und Höhepunkt dieser Veranstaltung
Die Ergebnisse der Arbeit des KSR im vergangenen Jahr       waren die „Zaubereien“ von Heinz Bernhardt (Back-
stellten die beiden Stellvertreter von Werner Auch vor.     nang). Mit seiner Fingerfertigkeit verblüffte er die An-
Heinz Weber (Fellbach) erläuterte das neue Senioren-        wesenden mehrmals und erhielt am Ende rauschenden
Magazin, das in Zusammenarbeit mit dem Schlichen-           Beifall.    Heinz Weber
maier-Verlag in Weissach, erstellt und in den Kom-
munen verteilt wird. Außerdem berichtete er von der
                                                              SEniOREnMaGaZin
                                                              REMS-MURR-KREiS
Regionaltagung Nord des Landesseniorenrates (LSR)
und erwähnte das Gespräch mit den Landtagsfraktio-
nen und einer daraus sich ergebenden Pressemitteilung
über das neue Heimgesetz.
                                                              für ihre Werbung: Tel. 0 71 91/35 56 14
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 13

        Viele wichtige Vorhaben
        werden in Angriff genommen
        Sitzung des StadtSeniorenRat Weinstadt mit Seniorenakademie und HALLO Nachbarn
        und Senioren-Singkreis

        Mit vier Liedern eröffnete der Singkreis des Gesamt-Stadt-    Anschließend berichtete Herr Kohr über die Arbeits-
        SeniorenRats (SSR) Weinstadt unter der Leitung von Frau       kreise des SSR „Barrierefreies Weinstadt“. Das Thema
        Grill diese Sitzung. Nach der Begrüßung durch die erste       „Außenbezirk-Verkehr“ ist abgeschlossen. Das Ergebnis
        Vorsitzende Marlies Lange berichtete Frau Bühl als Vertre-    wurde bereits dem Gemeinderat vorgestellt. Das Pro-
        terin des SSR im Kreisseniorenrat über die Arbeit in diesem   jekt „Panoramaweg“ läuft weiter. Ein weiterer Arbeits-
        Gremium. Ein Schwerpunktthema ist die Einrichtung einer       kreis beschäftigt sich mit dem „Innenbereich“ unserer
        Abteilung „Altersmedizin“ im neu zu bauenden Kreiskran-       Stadt. Hier sollen vor allem Einzelhandelsgeschäfte auf
        kenhaus: Humanere Gestaltung der Behandlung im Kran-          Alters- und Behindertentauglichkeit überprüft und zer-
        kenhaus Verstorbener, Verbesserung der Pflege von Schwer-     tifiziert werden. Ein weiteres Anliegen ist die Mithilfe
        und Schwerstbehinderter. „Vorzeigeklinik“ sei hierfür das     beim Tafelladen.
        Rote-Kreuz-Krankenhaus in Bad Cannstatt.                      Der Seniorenkompass, eine Orientierungshilfe für alle
                                                                      Weinstädter, vor allem für die neu zugezogenen – ist
        Auch im Kreisseniorenrat laufen schon die Vorbereitun-        nun schon drei Jahre alt und bedarf dringend einer Ak-
        gen auf die Seniorenmesse, die am 17. Mai 2009 in der         tualisierung. Er soll im März 2009 neu erscheinen.
        Beutelsbacher Halle stattfindet. Frau Lange bittet die        Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Referat
        Vertreter auch hiefür um aktive Mitarbeit. Herr Leser         über die Reform der Pflegeversicherung. Arndt Hub-
        als Koordinator für das Akademieprogramm stellte das          schneider referierte über dieses für alle Älteren wichtige
        neue Seniorenakademieprogramm vor. Herr Friedel be-           Thema sehr anschaulich. Wichtige Neuregelungen und
        richtete über das Bundesprogramm „Aktiv im Alter!“,           ihre Auswirkungen für die Zukunft wurden erläutert.
        das vor allem zur Stärkung des Engagements von Äl-            Mit dem Dank für die Mitarbeit im SSR beschloss Mar-
        teren dienen soll. Die Stadt Weinstadt zählt zu den 50        lies Lange die Veranstaltung.      pm
        Kommunen im Bundesgebiet, die diese Aktion ab jetzt
        bis ins Frühjahr 2009 zusammen mit dem SSR durch-
        führen soll.

Sparkassen-Finanzgruppe

                                                                           Schön, wenn man das Alter
                                                                           sorglos genießen kann.

                                                                         Wer in jungen Jahren etwas auf die hohe Kante gelegt hat, kann es
                                                                         sich später gut gehen lassen – und sich zum Beispiel wieder sein erstes
                                                                         Auto leisten. Das soll aber auch so bleiben. Wir zeigen Ihnen wie Sie
                                                                         Ihr Erspartes sicher und ertragreich anlegen.

5.2.4 2c 210x98.indd 1                                                                                                           14.11.2008 9:29:59 Uhr
14 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

Kreisseniorrat Rems-Murr nun auch im
Vorstand des Landesseniorenrates
Nun wurde auch die gute Arbeit des Kreisseniorenra-
tes Rems-Murr im Landesseniorenrat entsprechend ge-
würdigt. Bei der Mitgliederversammlung im Hesse-Saal
der Schwabenlandhalle Fellbach wurde der stellvertre-
tende Vorsitzende des Kreisseniorenrates, Falk-Dieter
Widmaier (Schorndorf), als Revisor in den Vorstand des
Landesseniorenrates einstimmig gewählt. Damit hat
der Kreisseniorenrat nun den direkten Draht zur höch-
sten Seniorenvertretung in Baden-Württemberg.
Auf dem Bild von links:
Falk-Dieter Widmaier, Werner Auch (Vorsitzender des
KSR Rems-Murr) und Heinz Weber (Stellvertretender
Vorsitzender des KSR Rems-Murr).        Heinz Weber

  Wichtige Adressen des Kreisseniorenrats Rems-Murr
  Führungsteam des               Schatzmeister               Beisitzer                 Heinz Dengler
  Kreisseniorenrats              Roland Hassler              Alfred Osen               Seestraße 4
                                 Silcherstr. 3               Mairichweg 35             71364 Winnenden
  Vorsitzender                   71546 Aspach                71546 Aspach              Tel. 0 71 95/39 49
  Werner Auch                    Tel. 0 71 91/2 07 93        Tel. 0 71 91/2 04 67      heinzdengler@web.de
  Trollingerweg 15/4                                         alfred-osen@t-online.de
  71336 Waiblingen                                                                     Wilhelm Stemann
  Tel. 0 71 51/90 88 05          Schriftführer               Günter Läpple             Friedrichstraße 23
  wernerauch@aol.com             Gerhard Dannwolf            Vordere Alm 4             70736 Fellbach
                                 Lutherweg 45                71522 Backnang            Tel. 07 11/51 52 22
  Stellv. Vorsitzender           71522 Backnang              Tel. 0 71 91/6 33 08      m.w.stemann@gmx.de
  & Presse                       Tel. 0 71 91/90 83 88       g.läpple@gmx.de
  Heinz Weber                    gerhard.dannwolf@                                     Alfred Sparhuber
  Freibergstr. 3                 t-online.de                 Christa Benseler          Göhrumstr. 6
  70736 Fellbach                                             Schwalbenweg 8            71332 Waiblingen
  Tel. 07 11/51 37 26            Beirat                      73614 Schorndorf          Tel. 0 71 51/5 25 03
  hhweber1@gmx.de                Werner Geiser,              Tel. 0 71 81/63 13 74     Alfred.Sparhuber@gmx.de
                                 Landratsamt                 Hans.Benseler@
  Stellv. Vorsitzender           Alter Postplatz 10          t-online.de               Roland Schlichenmaier
  Falk Dieter Widmaier           71332 Waiblingen                                      Stuttgarter Str. 72
  Dürerweg 30                    Tel. 0 71 51/501-1506       Waltraud Bühl             71554 Weissach im Tal
  73614 Schorndorf               w.geiser@                   Nonnenbergstr. 19         0 71 91/35 56 14
  Tel. 0 71 81/6 43 91           rems-murr-kreis.de          71384 Weinstadt           rs@schlichenmaier.de
  mfd.widmaier@arcor.de                                      Tel. 0 71 51/6 81 80
                                                             wu.buehl@t-online.de

                                                         www.seniorenmagazin-rmk.de
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 15

Beeindruckende Führung
durch die Stihl-Galerie
„Beeindruckt von Rembrandt“ ist das Motto der derzeiti-
gen Ausstellung in der Stihl-Galerie in Waiblingen. Dieser
Titel bezieht sich zwar auf die Arbeit von Rembrandt Har-
menszoon von Rijn, und zwar die Radierungen aus seiner
Hand, sowie der englischen Malerradierer des 19. Jahrhun-
derts, doch was sich der Vorstandschaft des Kreissenioren-
rates bot war schon fast mehr als beeindruckend.

In der fachkundigen Führung von Birgit Knolmay-
er tauchten die interessierten Besucher in die Welt der
Malerradierungen und deren Techniken ein. Bei Rem-
brandt wird die Bibel lebendig dargestellt, wobei er
Darstellungen des Alten und Neuen Testaments zeigt.
Am bekanntesten ist das sogenannte „Hundertgulden-
blatt“, das den lehrenden Christus vor Zuhörern zeigt.       Die Mitglieder des Kreisseniorenrates zeigten sich von der
Aber auch seine Werke zum Thema „Weite Horizonte“            Führung durch die Stihl-Galerie recht angetan.
oder „Wer bin ich?“ mit seinen Selbstbildnissen faszi-
nierte alle Betrachter.                                      vielen Details, die von Birgit Knolmayer angesprochen
Am Ende der 45minütigen Führung waren sich alle Per-         wurden, nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen.
sonen der Vorstandschaft des KSR einig, dass man die-        Das Fazit dieses Besuches ist: „Ein solches Erlebnis wird
se Ausstellung ein zweites Mal ansehen sollte, um die        erst zum Genuss bei einer Führung“.        Heinz Weber

Sicherheit für Senioren im Alltag
Vor vollbesetztem Haus im Treffpunkt Mozartstraße zog        trägt, und nicht vom Verkäufer bereits einige Wochen
Manfred Angerbauer die Senioren bei der Mitgliederver-       voraus datiert wurde. Manfred Angerbauer ging in sei-
sammlung des Stadtseniorenrates Fellbach über eine Stun-     nem Referat auch auf die Punkte Einbruch, Kaffeefahr-
de in seinen Bann. Er referierte zum Thema „Sicherheit für   ten, Gewinnbeteiligungen, Wechseltricks und Handta-
Senioren im Alltag“. Dabei gab es manches Erstaunen der      schenraub auf der Straße sowie auf Taschendiebstahl
Teilnehmer über die Methoden der „Ganoven“.                  ein.
                                                             Die Zeit verging wie im Fluge, und am Ende dieser
Angerbauer appellierte an alle älteren Menschen Vor-         Veranstaltung war man sich einig, dass verschiedene
sicht walten zu lassen, wenn fremde Personen an der          Punkte noch vertieft werden sollten, und der Referent
Haustüre läuten. Die Hilfsbereitschaft an der Woh-           im Jahre 2009 wieder bei einer Mitgliederversammlung
nungstüre zahlt sich oftmals nicht aus. Die dort verüb-      des StSR Fellbach sprechen wird.      Heinz Weber
ten Straftaten sind in der Zwischenzeit unter solchen
Namen wie „Glas-Wasser-Trick“, „Papier und Bleistift-
Trick“ oder auch „Telefon-Trick“ gelistet. Bei einem
eventuellen Kauf über das Telefon oder an der Haustür
kann der Käufer immer noch vom Vertrag, gemäß dem
„Haustüren-Widerspruchsrecht“ innerhalb von zwei
Wochen zurücktreten. Dabei muss er jedoch darauf
achten, dass der Kaufvertrag auch das richtige Datum
                                                                  www.amigos-reisen.de
16 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

Knorrige Obstbäume und feinste
Tiffany-Glaskunst
Gesucht und gefunden: Monika Dast und Dieter Schurr bereichern als Duo ihr Leben
durch außergewöhnliche Aktivitäten

„Keine Zeit, keine Zeit“, ist ei-                                                        legt Wert auf sein eigenes Zu-
ner der bekanntesten Rentner-                                                            hause: Monika Dast in Gerad-
grüße. Der Spruch könnte von                                                             stetten und Dieter Schurr in
Monika Dast und Dieter Schurr                                                            Waiblingen.
stammen. Egal ob Frühling,                                                               Beim Besuch in Geradstetten
Sommer, Herbst und Winter –                                                              gibt es frischen duftenden Ap-
die beiden haben immer eine                                                              felkuchen. Gebacken von Die-
tolle Beschäftigung: Ihren Obst-                                                         ter Schurr. „Das macht man
bauverein oder das intensive                                                             so als Rentner“, lacht Moni-
Hobby Tiffany. Und das füllt sie                                                         ka Dast. Und zählt auf, was
nicht nur zeitlich, sondern auch                                                         für kulinarische Spezialitä-
seelisch aus.                                                                            ten der 68-Jährige noch so zu
                                                                                         bieten hat. Das Leibgericht
Als sie vor vielen Jahren ih-                                                            sind selbstgemachte Maulta-
ren Mann verlor, fühlte sich                                                             schen. Aber was für Riesen-
Monika Schurr, als ob ihr der                                                            teile!. Schurr stellt sogar den
Boden unter den Füßen weg-                                                               Teig („zehn Minuten lang kne-
gerissen wurde. In einer Trau-                                                           ten!“) selber her. Und je nach
ergruppe fand sie Halt und                                                               Lust und Laune kommt dort
Schicksalsgenossen. „Da wa-                                                              Brät oder Spinat hinein. Auch
ren sogar ganz junge dabei“,                                                             köstliche Dampfnudeln oder
stellte sie damals erstaunt fest.   Nur die Hex’ müsste noch herausschauen! In die-      Aufläufe gehören zum Koch-
Die Gemeinschaft tat ihr gut,       sem Knusperhäusle stecken unzählig viele Stunden     Repertoire.
hier knüpfte sie neue Freund-       Arbeit.                                              Dabei hat Schurr gar nicht im-
schaften. Meist heilt die Zeit                                                           mer gekocht. Das fing erst vor
sogar auch ganz große Wun-                                                               ein paar Jahren an. Als sich die
den. Nach einer langen Trau-                                                             beiden kennen lernten, kochte
erzeit fand beispielsweise ihre                                                          er allerdings schon in der Pro-
Freundin, eine Witwe, einen                                                              filiga. Noch ein Pluspunkt. Für
neuen Partner. „Über die Me-                                                             Monika Dast geradezu ideal.
dien“, verrät Monika Dast. Als                                                           Damals hatte die heute 63-Jäh-
sie selber wieder festen Boden                                                           rige noch gearbeitet. Wenn sie
unter den Füßen hatte, tat sie                                                           abends müde von der Arbeit
es der Freundin gleich. Mit Er-                                                          heim kam, wartete Dieter be-
folg, denn dort schien einer                                                             reits mit leckerem Essen auf sie.
genau auf sie gewartet zu ha-                                                            „Das haben wir dann einfach
ben: Dieter Schurr war nach                                                              so beibehalten“, meint Monika
seiner Scheidung des Allein-                                                             Dast schelmisch. Nun, in der
seins überdrüssig. Vor sechs                                                             Weihnachtszeit werden wieder
Jahren haben sich die beiden        Monika Dast und Dieter Schurr vor ihrem liebe-       allerdings haufenweise Plätz-
gefunden. Ihre gemeinsamen          voll angefertigten Fünf-Sterne-Hotel für Insekten.   chen gebacken. Vanillekipferl,
Hobbys schweißen zusam-             Selbst das Dach ist begrünt. Rechts vom „Hotel“:     Engelaugen, Terrassenplätzle
men. Aber jeder von ihnen           ein paar kleine Tiffany-Arbeiten.                    und wie sie alle heißen.
seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09 | 17

In der dunklen Jahreszeit nimmt noch ein ganz anderes       und anderes Kleingetier draußen immer weniger Brut-
Hobby die beiden in Anspruch: Tiffany nennt sich die        räume gibt, nahmen die Insekten das Angebot gerne an.
Kunst. Die Arbeitsteilung ist klar: Monika Dust sucht       Ende des Sommers war das Hotel komplett belegt. Die
und malt Motive und Schablonen, Dieter Schurr ist für       Hotelbauer wissen um die wichtige Funktion, die das
die Ausführung der Arbeiten zuständig. Das heißt: Glas      Kleingetier in der Natur hat. „Jedes hat hier seinen Platz
schneiden, Löten, Zusammenformen und vieles mehr.           und seinen Sinn“, sagt Schurr und erklärt, dass allein ei-
In dieser Teamarbeit entstehen wunderschöne Fenster-        ne Florfliege in ihrer zweiwöchigen Entwicklungsphase
bilder, Stecker für Balkon und Garten sowie Dekora-         etwa 500 Blattläuse vertilgt. Oder dass Hummeln so-
tives für alle Jahreszeiten. An dem kunstvollen Knus-       gar bei Regenwetter die Blüten bestäuben. „Das ist bei
perhäusle hat Schurr monatelang geschaffen. Mit seiner      einer längeren Schlechtwetterperiode die Rettung für
warmen Innenbeleuchtung vermittelt das Werk heime-          die Obsternte“, erklärt der Fachwart. Wichtig war ihm
lige Gefühle.                                               jedoch, als Vorsitzender des Obst-und Gartenbau-Ver-
Ob die Kunstwerke mal verkauft werden sollen, damit         eins ein gutes Beispiel gegen den Umweltfrevel zu ge-
wieder Platz für Neues ist, da müssen sich die beiden       ben.      Marisol Simon
noch einigen. Denn Dieter Schurr trennt sich nur un-
                                                            FOTOS: M. SIMON
gern von seinen leuchtenden Schönheiten. Zu aufwän-
dig war die Arbeit.
Ansonsten sind beide meist in der Natur anzutreffen.
Dieter Schurr ist seit vielen Jahren Vereinsvorsitzender      Tiffany-Glaskunst ist ein Begriff, der eine Facette
des Obst- und Gartenbauvereins in Rommelshausen.              der handwerklichen Kunst des Louis Comfort Tif-
Monika Dast kam zwangsläufig dazu: „Ich bin gleich            fany definiert. Als Jugendstilkünstler ist der Name
eingespannt worden.“ Zuerst mit Kuchenbacken, dann            des Erfinders mit einer Kunstform verhaftet, die
wurde jemand im Ausschuss gebraucht. Und später hat           eigentlich eine Technik der Glasverarbeitung be-
sie dort noch ihren Fachwart gemacht. Inzwischen ge-          schreibt.
hen sie gemeinsam und regelmäßig auf Seminare um              Diese Kunst, die einzelne Glasteile mittels Um-
sich weiterzubilden. Gerade erst haben sie einen Spin-        mantelung mit Kupferfolie und Lötzinn verbindet,
delschnittkurs für Fachwarte absolviert.                      eignet sich hervorragend zur Gestaltung dreidi-
Und dann gibt es ja auch noch den gepflegten großen           mensionaler Gebilde. Durch Chemikalien werden
Garten. Im letzten Sommer haben die beiden Naturlieb-         die Lötnähte zur gezielten Korrosion gebracht und
haber dort das größte Insektenhotel der Region gebaut.        erhalten so ihre charakteristische Färbung. Ein Bei-
Ein Fünf-Sterne-Hotel vom Allerfeinsten. Etwa ein hal-        spiel für dreidimensionale Gebilde stellen die Glas-
bes Jahr haben sie daran gearbeitet. Weil es für Wildbie-     schirme für Tiffanylampen dar.
nen, Mauerbienen, Wespen, den gemeinen Ohrwurm
18 seniorenmagazin rems-murr-kreis | AusgAbe 05/09

Nektar der Götter: Honig wirkt besser
als manche Medikamente
Seine antibakterielle Wirkung kannten schon die alten Griechen.

Seit jeher schätzen Menschen das
köstliche Produkt der Honigbiene.
Ein guter naturbelassener Honig
schmeckt nicht nur wunderbar, durch
seine antibakteriellen Substanzen ist
er in der Tat ein natürliches, neben-
wirkungsfreies Heilmittel bei vielen
Beschwerden und Erkrankungen.

Schon die Babylonier und die al-
ten Ägypter nutzten die Heilkräfte
des Honigs. Aristoteles machte er-
ste naturwissenschaftliche Beob-
achtungen über Bienenvölker, in
denen er ein vollkommen funktio-
nierendes Staatssystem sah. In der
Antike wurde der Honig als Kon-
servierungsmittel für leicht verderb- Heil- und Lebensmittel: Hönig aus Blüte und Akazie.
liche Kost eingesetzt, sogar Leich-
name wurden so erhalten. Vor 2400 Jahren erklärte der krankheiten, Kopfschmerzen - und natürlich bei kran-
Grieche Hippokrates, der Urväter aller Ärzte, den Ho- ken Bronchien. Wobei hier mit dem Irrglauben aufge-
nig zum Allheilmittel. „Nektar der Götter“ nannte er räumt werden muss, dass „heiße Milch mit Honig“ sich
ihn. Er setzte ihn zur Steigerung der Energie und der bei Erkältungen bewährt. Denn die Bakterien tötenden
Leistungskraft ein. Bei vielen Krankheiten verzeichnete Stoffe behalten nur dann ihre Wirkung, wenn sie nicht
er mit dem Einsatz von Honig erstaunliche Erfolge: ob über 40 Grad erhitzt werden.
Gicht oder Gallensteine, Husten oder Hautabschürfun- Honig ist ein Energiespender: Dank seines hohen Trau-
gen, Fieber oder Furunkel.                                benzuckergehaltes kann Honig verbrauchte Energie
Inzwischen ist die heilende Wirkung auch wissenschaft- rasch wieder ersetzen und steigert somit die Ausdauer.
lich erwiesen: Die Enzyme im Honig sind es, die heilen. Honig entschlackt und aktiviert: Anstelle eines Mas-
Weitere wirksame Inhaltsstoffe sind Vitamine, Mineral- sageöls verwenden Heilpraktiker und Masseure im-
stoffe, Eiweißsubstanzen, Botenstoffe, Gerbstoffe und mer mehr den Honig für Heil-Massagen. Die spezielle
eine Menge antibakterielle Wirkstoffe. Außerdem stell- Massage fördert Durchblutung, das Gewebe wird ent-
ten die Wissenschaftler bakterizide und fungizide Ei- schlackt, die Muskulatur entspannt, die Beweglichkeit
genschaften des flüssigen Goldes fest.                    verbessert und die Reflexzonen und Meridiane aktiviert.
Mit der Entdeckung entzündungshemmender Enzy- Der Organismus erfährt eine komplette Reinigung und
me lässt sich beispielsweise auch erklären, warum die eine Aktivierung und Stärkung der Heilmechanismen.
Schwerthieb-Wunden griechischer Krieger fast immer Honig hilft beim Einschlafen: Menschen, die unter
von Infektionen verschont blieben und besser heilten Schlafstörungen leiden hilft ein Schlummertrunk aus
(so berichtete Hippokrates), wenn sie mit Honig bestri- Honig und Milch: ein bis zwei Esslöffel in einem Vier-
chen wurden.                                              tel Liter warmer (nicht heißer!) Milch auflösen. Auch
                                                          die Mischung aus Honig und Melissentee hilft.
„Richtiger Honig ist wie gute Medizin und hat die         Honig wirkt bei Lippenherpes: Sobald sich die ersten
ganze Heilkraft der Natur“ (Theodor Fontane).             Bläschen auf den Lippen zeigen, sollten sie mehrmals
Die heutige Volksheilkunde empfiehlt Honig gegen täglich mit einem Honig getränkten Tüchlein eine Vier-
Schlaflosigkeit und Nervosität, bei Verstopfung, Darm- telstunde lang betupft werden. Dadurch werden die
Sie können auch lesen