www.pszh.ch Visit - Älter werden in einer digitalen Welt Die Chancen und Risiken der Online-Technologie - Pro Senectute Kanton Zürich
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Visit
Nr. 3 Herbst 2019
Magazin von Pro Senectute Kanton Zürich
www.pszh.ch
Älter werden
in einer digitalen Welt
Die Chancen und Risiken der Online-TechnologieAnz_SRF_Kulturclub_Visit.qxp_Anz_SRF_Kulturclub_Visit 15.07.19 12:30 Seite 1
• CLUBMAGAZIN DER SRF KULTURCLUB HAT VIEL ZU BIETEN
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Liebe Leserin, lieber Leser
Die Digitalisierung unseres Lebens verheisst
zahlreiche Vorteile – auch für ältere Menschen.
Manche Besorgung, die früher zeitraubend und
anstrengend war, lässt sich inzwischen im Hand-
umdrehen erledigen, direkt vom Stubentisch aus:
Essen bestellen, Rechnungen bezahlen, Tickets
buchen – alles geht auch online. Kein Anstehen
mehr vor Ladenkassen, an Bankschaltern oder in
Reisebüros. Und dank E-Mail, WhatsApp, Face-
book, Skype & Co. kann man in Kontakt bleiben
mit Angehörigen und Freunden – auch dann,
wenn die körperliche Beweglichkeit nachlässt
und die Mobilität eingeschränkt ist.
4
Wen wunderts, dass eine rasch wachsende Ältere Menschen tun sich mit den Möglichkeiten, die die Digitalisierung
Zahl älterer Menschen diese Vorteile recht aktiv bietet, teilweise noch schwer. Immer mehr aber entdecken auch die Vorzüge.
nutzen. Manche verwenden ihr Smartphone, Visit beleuchtet die Vor- und Nachteile und nennt die Fallstricke.
ihren Laptop oder ihr Tablet so versiert, dass so-
gar jüngere Leute nur staunen. So weit, so gut.
Doch bei aller Begeisterung für diese insge-
samt wohl nützlichen Errungenschaften des digi-
talen Zeitalters darf man eines nicht vergessen:
Noch immer gibt es eine beachtliche Anzahl
Menschen ohne Handy, ohne Computer und ohne
Internet. Das ist nur verständlich – und ihr gutes
Recht. Warum soll ein heute 80-Jähriger sich auch
noch ins E-Banking einloggen oder eine 90-Jähri-
14 22
ge eine E-Mail-Adresse erwerben müssen? Wer im Für den ehemaligen ETH-Professor Heinrich Achermann ist mit seinen
höheren Alter steht, hat in seinem langen Leben Albert Kündig ist die Digitalisierung 93 Jahren der älteste Freiwillige von
weiss Gott schon genug zu bewältigen gehabt – wichtig – aber nicht um jeden Preis. Pro Senectute Kanton Zürich.
und ist auch ohne Digitalisierung älter geworden!
Leider stossen jene Menschen, die «offline» lebensraum lebenslust
unterwegs sind, auf immer höhere Hürden. So
4 Senioren in der digitalen Welt: 22 Ein Tag im Leben von Heinrich
werden Dienstleistungen – wie etwa Bankaus-
Visit zeigt, wie sich die älteren Achermann, Freiwilliger bei
züge oder amtliche Formulare – zunehmend nur
Menschen in dieser «schönen Pro Senectute Kanton Zürich.
noch elektronisch angeboten. Und wenn es sie
neuen Welt» bewegen. 24 Sehen, staunen, machen:
doch noch in Papierform gibt, kosten sie extra.
11 Wer digitale Dienstleistungen Ein Besuch im Technorama in
Das darf und muss nicht sein. Amtsstellen und
nutzt, schätzt sie meist auch, Winterthur.
öffentlich-rechtliche Organisationen – aber auch
sagt Sabina Misoch von der 28 CasaGusto – neues Rezept für
private Unternehmen! – sind aufgerufen, die Digi- Hochschule für Angewandte feine Mahlzeiten.
Foto Titelseite : Daniel Rihs ; Seite 3 : Daniel Rihs / Christian Roth /Renate Wernli
talisierung ihrer Kundendienste behutsam anzu- Wissenschaften in St. Gallen. 32 Von den Mühen des Ferdi
gehen, stets die Bedürfnisse älterer Menschen zu Fröhlich mit der digitalen Welt.
berücksichtigen und ihren Service auch all jenen 36 Leseraktionen
offenzuhalten, die ihren Lebensabend ohne Über- lebensart
38 Mit der Wandergruppe Schlie-
forderungs- und Schuldgefühle internetfrei leben 14 Albert Kündig: Was der ehema- ren an die Töss und den Rhein.
wollen. lige ETH-Dozent von der Digita- 42 Rätsel
lisierung hält. 44 Marktplatz
19 Die digitale Welt kann helfen, 45 Impressum
birgt aber auch Gefahren. Visit 46 Goldene Zeiten: Social Media
zeigt, wie Sie sich schützen
können.
Beilage AKTIV
Agenda mit Veranstaltungen
Franjo Ambroz und Kursen von Pro Senectute
Vorsitzender der Geschäftsleitung Auf dem Titelbild: Verena Windisch (Seite 6) Kanton Zürich
Visit Herbst 2019 3lebensraum
Senioren in der
digitalen Welt
Für die Jungen gehört die digitale Welt mit ihren schier unendlich vielen
Möglichkeiten längstens zum Alltag. Ältere Menschen tun sich damit
teilweise noch schwer. Viele haben Berührungsängste oder fühlen sich
überfordert. Gleichzeitig gibt es aber auch Ängste vor sozialer Ausgrenzung,
wenn man die neuen Technologien nicht nutzt.
Text: Markus Sutter Fotos: Daniel Rihs
Die neunjährige Tochter des Nachbarn entdeckte TV-Zeiten erinnern: Schwarz-Weiss-Fernsehen,
in unserem Keller einst ein «Uralt-Telefon» mit drei bis vier Sender, und um Mitternacht war das
Wahlscheibe aus früheren Zeiten, etwa aus den Programm zu Ende. Dann flimmerte es nur noch.
1990er-Jahren. Jegliche Versuche, das komische Zeitversetztes Fernsehen? Das war nicht einmal
Ding in Gang zu setzen, schlugen fehl. Auf die in der Theorie ein Thema. Inzwischen gibt es auch
Idee, die Scheibe bloss zu drehen, kam sie nicht. Streaming-Dienste, damit neben dem 24-Stun-
Ein paar Jahre später deckte sich der Schrei- den-Fernsehprogramm auf zig Kanälen mit dem
bende, das 50. Lebensjahr inzwischen überschrit- zweiten Auge auch noch Serien von Amazon und
ten, neu mit einem «modernen» Handy ein. Als es Netflix auf dem Smartphone konsumiert werden
erstmals klingelte, wusste ich leider nicht, wie können.
das Gerät zum Verstummen zu bringen war. Ich Für viele Jüngere ist die Bedienung der moder-
drückte wie wild, aber erfolglos, auf einen Knopf. nen Geräte ein Kinderspiel. Sie sind in der digita-
Auf die simple Idee des «Wischens» kam ich nicht. len Welt aufgewachsen. Ältere Menschen haben
Das anhaltende und laute Surren war mir ausge- dagegen tendenziell mehr Berührungsängste, vor
sprochen unangenehm. Ich befand mich in einer allem Hochaltrige (siehe dazu auch das Interview
Kirche an einer Abdankungsfeier. mit Sabina Misoch ab Seite 11). Sie standen noch
Schlange vor Telefonkabinen, die heute aus dem
Der schnelle Wandel Stadtbild verschwinden. Sie gehen am liebsten per-
Die digitale Welt beginnt die analoge in Riesen- sönlich bei der Bank vorbei, bezahlen im Super-
schritten abzulösen – nicht nur beim Telefon. Die markt noch an der Kasse und buchen ihre Ferien
Älteren werden sich bestimmt noch an frühere im Reisebüro. Für sie bedeutet der Schritt in Rich-
4 Visit Herbst 2019Drei Menschen – und drei Mal ein anderer Umgang mit der Digitalisierung
und den damit verbundenen Möglichkeiten (von links oben im Uhrzeigersinn):
Werner Küng, Christine Rösli und Verena Windisch.
tung Digitalisierung oft eine schwierige Umstel- mit dem eigenen Laptop zu Hause. Apps sollten
lung, mit der sie nicht so leicht klarkommen. Auch ferner seniorengerechter mit grösseren Schriften
eine gewisse Unsicherheit respektive Angst, etwas und einem einfachen Layout gestaltet werden,
falsch zu machen, macht sich teilweise breit. lautet ein Ratschlag. Und nicht zu vergessen: ein
grosses Glossar mit erklärenden Ausdrücken
Was Mühe bereitet rund um Smartphone und Tablet.
In einer österreichischen Studie, die sich wohl Ob am Computer, beim Ticketautomaten, beim
problemlos auf die Schweiz übertragen lässt, wur- Smartphone oder Handy, der Technik kommt ein
den ältere Personen nach ihren konkreten Proble- hoher Stellenwert zu. Die Angst, etwas falsch und
men im Umgang mit der Digitalisierung, mit dadurch das teure Gerät kaputt zu machen, lähmt.
Apps, Software und dergleichen befragt. Mühe Erschwerend für ältere Menschen wirkt sich zu-
bereiten vielen die englischen Fachausdrücke, dem aus, dass Technik im digitalen Bereich nicht
auch der Datenschutz war ein Thema. Ebenso zeig- nur kompliziert ist. Vielmehr wird die Nutzung
ten sich geschlechtsspezifische Unterschiede: zusätzlich erschwert: Ältere sehen und hören ten-
Ältere Männer trauen sich mehr zu, sind technik- denziell schlechter, die kognitiven Fähigkeiten
affiner als Frauen. nehmen ab, die Bereitschaft, sich auf Neues
Um die Akzeptanz zu erhöhen, wurden meh- einzulassen, ebenso.
rere Lösungsansätze aufgezeigt. Priorität haben
Weiterbildungskurse, genauer genommen Basis- «Das stiehlt mir nur meine Zeit»
kurse, bei denen einfaches Grundwissen vermit- «Muss ich mir das in meinem Alter überhaupt noch
telt wird – am liebsten im Eins-zu-Eins-Studium antun?» – «Ich bin doch bisher auch ohne Internet
Fortsetzung Seite 9 >>
Visit Herbst 2019 5lebensraum
«Ich habe mit Lochkarten angefangen»
Verena Windisch (68), Meilen
Das waren noch Zeiten: In den späten zierter geworden», konstatiert die frü- ein Tablet sowie zwei Handys. «Ich
1960er-Jahren diente die Lochkarte, here kaufmännische Angestellte. Zu- schätze all die Errungenschaften und
die Mutter der elektronischen Daten- dem habe die ganze Vernetzung auch Möglichkeiten der digitalen Technik
verarbeitung, als Eingabe- und Spei- ein paar Schattenseiten. «Böse Buben» sehr und wende sie gerne an», sagt
chermedium. Verena Windisch aus versuchten das System manchmal zu Verena Windisch. Ein Navigationsgerät
Meilen hat diese Zeiten als Lehrling missbrauchen. Das erfordert wiederum oder ein SBB-Fahrplan in Echtzeit seien
erlebt. Computer seien damals noch Gegenmassnahmen in Form von neuen halt schon eine tolle Sache. Sie höre
«Riesendinger» gewesen, volumen- Sicherheitsvorkehrungen. auch oft Radio auf dem Handy. Zudem
mässig gesehen, erinnert sie sich. Verena Windisch weiss nicht bloss aus hat sie entdeckt, dass man sogar klassi-
In der Zwischenzeit sind daraus viel früherer Büroerfahrung, wovon sie sche Chormusik, zum Beispiel die
kleinere, aber um Dimensionen leis- spricht. Ob Text- oder Bildverarbeitung, Tenor- oder Alt-Stimme, üben könne.
tungsfähigere Geräte geworden. Mag- Smartphone-Einführung, E-Mail und Ebenso bereite ihr das Bridge-Spielen
netbänder und Magnetplatten lösten dergleichen mehr: Als Instruktorin bei auf dem Computer Spass.
die Lochkarten ab, und zur Datenerfas- der «Computeria» in Meilen ZH ist sie Als «Freak», der nur vor dem Bildschirm
sung wurden aus damaliger Sicht mit solchen Themen bestens vertraut. sitzt, könne man sie aber nicht
«moderne» Datenträger wie beispiels- Das Computeria-Team beantwortet bezeichnen, wehrt sie sich: «Ich lasse
weise Disketten verwendet. Das Inter- individuelle Fragen, auch zu Hause im mich nicht vom Computer versklaven.»
net im World Wide Web war ein nächs- Privatunterricht, damit der eigene, ver- Persönliche Kontakte seien ihr zudem
ter grosser Entwicklungsschritt. traute Computer bedient werden kann. sehr wichtig. «Für mich ist ein Compu-
«In der Bedienung ist vieles einfacher, Ihren ersten Computer habe sie 1989 ter letztlich wie ein Auto. Wichtig ist,
aber gleichzeitig auch einiges kompli- gekauft. Heute besitze sie einen Laptop, dass es funktioniert und fährt.»
6 Visit Herbst 2019«Ich benütze den Computer noch täglich»
Werner Küng (90), Basel
Auf dem Tisch in seiner Stube liegen modernen Technik wurde vor nahezu zen. «Während dieser Zeit hat mir der
mehrere Gratulationskarten. Wenn 30 Jahren gelegt. Sein Arbeitsplatz war Umgang mit dem Computer grosse
jemand aus seinem grossen Bekann- bei den Basler Verkehrsbetrieben BVB, Dienste erwiesen.» Was früher noch
tenkreis heiratet oder ein Jubiläum wo Werner Küng nach 20 Fahrdienst- aufwendig von Hand eingegeben, korri-
feiert, überrascht ihn der vierfache jahren zum Bibliothekar befördert wor- giert oder gelöscht werden musste,
Familienvater Werner Küng gerne mit den war. «Ein halbes Jahr vor der Pensi- funktionierte nun viel einfacher. Proto-
einer digital entworfenen Karte. onierung stellte mir der Chef einen kolle von Sitzungen habe er am Compu-
«Der Umgang mit dem Computer hat Computer ins Büro», erinnert er sich. ter aufgrund von Stichwortnotizen der
mich immer interessiert. Ich benutze Allzu grosse Freude an diesem «Ge- Sekretärin selber erstellt.
ihn noch täglich für alles Mögliche», schenk» habe er zu Beginn allerdings Darum muss er sich heute nicht mehr
sagt der rüstige Mann, der in Benken SG nicht gehabt, räumt er ein. Er sollte das kümmern. Aber zum Schreiben von
geboren wurde und heute in Basel lebt. Bibliotheks-Archiv digitalisieren. Doch E-Mails oder zum Weiterleiten und
Vor wenigen Monaten durfte er seinen angesichts des bevorstehenden Aus- Archivieren von Fotos mache er vom
90. Geburtstag feiern. Seine Frau, mit tritts aus dem Erwerbsleben wollte er Computer immer noch gerne Gebrauch.
der er 63 Jahre zusammen war, starb diese Aufgabe lieber einer jüngeren «Ohne das Interesse für neue Errungen-
vor ein paar Jahren. Person überlassen. Ein kleines Pro- schaften ist man bald weg vom Fenster»,
E-Mail, WhatsApp oder Excel-Tabellen gramm zum Mitgliederverzeichnis fing ist er überzeugt. Doch trotz aller Begeis-
sind für ihn keine Fremdwörter wie ihn dann aber doch an zu interessieren. terung: Die digitale Welt hat nicht in
(noch) für viele in seiner Generation, Das hat einen triftigen Grund: 50 Jahre jedem Lebensbereich von Werner Küng
sondern wohlvertraute Begriffe. Die lang, bis im Jahre 2018, fungierte Wer- Einzug gefunden. Die Zeitung liest er
Basis für sein grosses Interesse an der ner Küng als Präsident der BVB-Schüt- weiterhin lieber auf Papier.
Visit Herbst 2019 7lebensraum
«Ich muss mir jetzt einen Ruck geben»
Christine Rösli (67), Zürich
Für junge Leute ist es ein Horror, wenn Bis heute nicht. «Der Kabelsalat für das ren und um Mails zu senden und zu
sie eine Woche oder schon nur ein Fernsehen und das Telefon zu Hause empfangen. «Ich werde nur wenigen
Wochenende ohne Handy oder Laptop reichen mir völlig aus», sagt sie. Wir sit- Bekannten meine Nummer geben.»
(über)leben müssen. Christine Rösli aus zen in einem Café am Paradeplatz, und Fotos schiessen? «Eher nicht.»
Zürich hat das 67 Jahre lang geschafft. sie zeigt schmunzelnd ihren neusten Ein bisschen ein beklemmendes Ge-
Entzugserscheinungen sind bei ihr kei- Erwerb: ein noch frisch verpacktes fühl, in diesem neuen Feld Schritt zu
ne auszumachen. Handy ... halten, verspürt sie schon. «Aber ich
Christine Rösli zählt zu jenen Frauen, In den letzten Jahren sei ihr nämlich muss mir jetzt einen Ruck geben»,
die sich in der Vergangenheit nur in der immer bewusster geworden: Wer vom macht sie sich Mut. Sie möchte sich je-
analogen Welt bewegt haben. Im öster- gesellschaftlichen Leben nicht abge- doch nicht von der Digitalisierung den
reichischen Innsbruck in ärmlichen hängt werden wolle, müsse sich auf die Alltag bestimmen lassen. Zudem: Was
Verhältnissen geboren, verliess sie das digitale Welt einlassen. Sie erzählt von ihr nicht behage, sei die Vorstellung von
Elternhaus schon in jungen Jahren. Eine ein paar Erlebnissen, die sie zu einem Spuren im Netz, die faktisch jeder Klick
richtige Ausbildung mit Zukunftspers- Umdenken veranlasst hätten. «Für einen hinterlasse. «Das will ich einfach nicht.»
pektiven blieb ihr verwehrt. Ihren Le- Vortrag, der mich sehr interessierte, Im September nimmt sie nun an einem
bensunterhalt verdiente sie mit Tätig- konnte man sich nur mit Handy kosten- Computerkurs für Ü60 teil. Auf einem
keiten im Service, als Schwesternhilfe los anmelden», sagt sie. Sie musste ihre Zettel hat sie bereits Fragen notiert, auf
im Spital und vor der Pensionierung Schwester um Hilfe bitten. die sie sich Antworten erhofft. «Wie
noch in der Stadtküche in Zürich. Mit Viel hat sie mit dem Handy nicht vor. merke ich, dass der Akku bald leer ist?»
Computern habe sie in ihrem Erwerbs- Es soll äusserst sparsam eingesetzt oder: «Sind SMS und E-Mail dasselbe?»
leben nie etwas zu tun gehabt. werden, im Grunde nur zum Telefonie- Der Anfang wäre gemacht.
8 Visit Herbst 2019ausgekommen.» – «Das ist mir alles viel zu kom- nen. Zudem zeichnen sich neue Optionen ab, die
pliziert und stiehlt mir nur meine Zeit.» Solche von der Organisation von Mobilität bis zur pfle-
und ähnliche Vorbehalte sind nicht selten von gerischen Versorgung Hochbetagter zu Hause
älteren Menschen zu hören. Eine Verweigerungs- reichen. Am Universitätsspital Zürich (USZ) konn-
haltung hat allerdings einen grossen Nachteil: ten Interessierte an einer Tagung beispielsweise
Man droht langsam ins gesellschaftliche Abseits erfahren, wie das Internet, Sensoren und elekt-
manövriert zu werden. ronische Geräte dazu beitragen, Diabetes besser
Denn in zunehmendem Mass gibt es keine in den Griff zu bekommen. Nicht auszuschliessen
Alternative mehr zur digitalen Welt. Typisches ist, dass in gar nicht so ferner Zukunft Diabe-
Beispiel am Ende einer interessanten Radiosen- tes-Kranke ihre Glukosewerte per Smartphone
dung: «Wenn Sie das alles noch einmal hören direkt an den Hausarzt übermitteln.
möchten, verweisen wir zum Herunterladen der
Sendung und weiterer Informationen gerne auf Vier mögliche Szenarien
unsere Seite www ....» In einer Studie («Digital Ageing. Unterwegs in die
alterslose Gesellschaft») hat das Gottlieb Duttwei-
Zahlreiche Vorteile ler Institute (GDI) in die Zukunft geblickt. Wie
Aktive Seniorinnen und Senioren können mit ih- Senioren und Seniorinnen von morgen leben, hän-
ren Enkelkindern zudem mailen, Fotos aus den ge stark von ihrer Technologieaffinität ab. Für das
Ferien austauschen oder mit ihnen skypen. Der Alter in Zukunft zeichnen sich gemäss GDI vier
braun gebrannte ältere Nachbar kommt gerade mögliche Szenarien ab:
aus den Ferien zurück und schwärmt vom > Die «klassischen» Alternden: Sie nutzen keine
Schnäppchen, das er im Internet gebucht hat. neuen Technologien. Sie bauen auf ihre Fähigkei-
Bahntickets kaufen, Steuererklärungen ausfüllen ten, die sie im Laufe ihres Lebens erworben ha-
oder Röntgenbilder zu- ben. Am besten einsetz-
senden: Digitales Know– bar sind sie für klas-
how wird zunehmend
Digitales Know-how wird sische Aufgaben älterer
zum Schlüssel für die zunehmend zum Schlüssel für Menschen wie etwa die
Alltagsbewältigung und die Alltagsbewältigung und Enkelbetreuung.
die Teilhabe am gesell- > Die Durchstarter: Sie
schaftlichen Leben. Ein Teilhabe am gesellschaftlichen nutzen neue Technolo-
passives Verhalten kann Leben. Ein passives Verhalten gien, aber nur, um in der
mit der Zeit auch teuer analogen Welt mehr zu
zu stehen kommen. Ge-
kann teuer werden. erleben. Sie wollen noch-
bühren sind inzwischen mals neue Herausfor-
an der Tagesordnung, wenn man seine Rechnun- derungen annehmen. Für die Gesellschaft sind
gen weiterhin auf dem «Papierweg» bezahlen will. sie wertvoll, weil sie die soziale Vernetzung för-
Immer mehr ältere Menschen brechen denn dern und ihre Energie zum Beispiel in gemein-
auch in die digitale Welt auf, weil sie deren Vor- nützige Aktivitäten stecken.
teile nicht missen oder die Nachteile nicht in Kauf > Die Bewahrenden: Sie sind ebenfalls stark ver-
nehmen wollen. Gemäss einer von Pro Senectute netzt, aber auf einem anderen, technischen Ge-
in Auftrag gegebenen Studie nutzten im Jahre biet. Sie messen Gesundheitswerte und sammeln
2015 bereits 56 Prozent Menschen ab 65 Jahren Daten über genetisch bedingte Krankheitsanfäl-
das Internet – 47 Prozent mehr als fünf Jahre zu- ligkeiten. Sie sind stark auf das eigene persönli-
vor. 2019 darf man von noch einigen Prozenten che Wohlergehen fokussiert.
mehr ausgehen. > Die Progressiven: Sie könnte man als futuris-
tischste Kategorie bezeichnen. Sie erhoffen sich
Telemedizin im Vormarsch von neuen Technologien die Überwindung biolo-
Gerade im Gesundheitsbereich, der ältere Men- gischer Grenzen wie Krankheit und Tod. Die
schen besonders stark tangiert, kann sich ein Herausforderung für den Einzelnen ist die Sinn-
Mitmachen lohnen. An einem Workshop-Anlass suche im ewigen Leben.
in Stein am Rhein wurde darauf hingewiesen, Zwischen diesen vier Eckwerten werde sich
dass sich nicht nur das Berufsbild von Medizinal- das Leben im Alter künftig abspielen, so die Stu-
personen, sondern auch die Welt der Patienten die aus dem Hause Gottlieb Duttweiler–Institute.
stark im Wandel befinde. Dank Google seien vie- Was letztlich dominiere, sei derzeit noch offen.
le über Krankheiten besser im Bild. Medizinische Die Zukunft bleibt also spannend.
Online-Beratung und Telemedizin würden immer
bedeutender, nicht zuletzt in ländlichen Regio-
Visit Herbst 2019 9PUBLIREPORTAGE
Praktisch: Individuelle, innovative
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«Die Gruppe der Ü65
ist nicht homogen»
Digitale Angebote werden auch von vielen älteren Menschen
gerne und rege in Anspruch genommen. Und «wer digitale
Dienstleistungen nützt, schätzt sie meist auch», sagt Sabina Misoch,
Leiterin des Kompetenzzentrums Alter an der Hochschule für
Angewandte Wissenschaften in St. Gallen. Sie hat eine breite Studie
zu «Digitalisierung und Alter» durchgeführt.
Interview: Markus Sutter
Visit: Frau Misoch, was sind aus Ihrer Sicht die
wichtigsten Erkenntnisse der Studie «Digitali-
sierung und Alter»? Persönlich
Prof. Dr. Sabina Misoch: Grundsätzlich lässt sich
festhalten, dass ältere Menschen ab 65 Jahren Prof. Dr. Sabina Misoch ist Leiterin
heute in grossem Ausmass digitale Dienstleistun- des interdisziplinären Kompetenz-
gen benützen und zahlreiche Vorteile darin sehen. zentrums Alter an der Fachhoch-
Wer die digitalen Möglichkeiten anwendet, schätzt schule St.Gallen. Misoch studierte
sie in der Regel auch. Als wichtigste drei Plus- Psychologie, Philosophie, Literatur-
punkte sind in unserer Studie die Verfügbarkeit wissenschaft und Soziologie an den
zu Hause (64,4 Prozent), die Verfügbarkeit rund Universitäten Heidelberg und Karls-
um die Uhr (63,3 Prozent) sowie die ortsunab- ruhe. Sabina Misoch ist verheiratet
hängige Verfügbarkeit (55,9 Prozent) genannt und Mutter von vier Kindern.
worden.
Welche digitalen Dienstleistungen sind denn
besonders populär?
Gut 80 Prozent nannten die Suche nach Informa- sehr sensibel. 70 Prozent der 537 Antwortgeben-
tionen im Netz als Erstes. Drei Viertel der Senio- den fühlten sich bezüglich Datensicherheit bei der
rinnen und Senioren beziehen ihr Geld aus einem Nutzung digitaler Dienstleistungen hingegen
Bank-/Geldautomaten, und immerhin 56 Prozent «wohl» oder «eher wohl».
sind bereits mit E-Banking, also dem elektroni-
schen Zahlungsverkehr, vertraut. Hingegen kau- Aber sie kaufen dennoch kaum im Internet ein?
fen nur wenige ältere Menschen im Internet ein; Die Risikowahrnehmung ist ein anderer Punkt.
vor allem das elektronische Bestellen von Lebens- Hier gehen die Meinungen bei den Ü65 stark aus-
mitteln ist unter älteren Personen nicht gefragt. einander. Ein Beispiel: 25 Prozent stimmten dem
Satz «ich fühle mich nicht wohl dabei, Zahlungen
Wie stark wird der Sicherheitsaspekt gewichtet? im Internet auszuführen» vorbehaltlos zu. Eine
Das Resultat zu diesem Thema war eigentlich die etwas grössere Gruppe (31 Prozent) stimmte die-
grösste Überraschung. Die Sicherheitsbedenken ser Aussage aber gar nicht zu.
scheinen viel kleiner zu sein, als wir angenom-
men haben. Bei Sicherheitsfragen reagiert der Haben Sie dafür eine Erklärung?
ältere Teil in der Bevölkerung traditionsgemäss Von Hochaltrigen (ab 80 Jahren) werden digitale
Visit Herbst 2019 11VOLKSHOCHSCHULE
ZÜRICH Machen auch Sie mit !
en
Strick
das
gegen
Blühende Schatten- Verge
ssen.
wirtschaft Darknet:
Digitale Unterwelt
Bitcoin & Co.:
Welt der Crypto-
währungen Social
Media: Funktions-
weise, Nutzen und Eine Kampagne von
Gefahren Work-
shop Social Media
Ein verwobener,
vernetzter, verfloch-
tener Globus Sinn «Da sind wir uns einig.»
und Werte Rotkreuz-Notruf
Meine Mutter will ihre Unabhängigkeit, ich ihre
Sicherheit. Die Lösung: Der Rotkreuz-Notruf. Im
Notfall wird schnell geholfen. Ich bin beruhigt –
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Dienstleistungen deutlich weniger in Anspruch als Nicht-Nutzer von der Gesellschaft abgehängt
genommen als von den «jungen Alten» (wenn man zu werden droht, war auch ein vielfach genannter
das so sagen will). Viele der Hochaltrigen sind nur Nachteil. Bei den «offline» und Älteren über 80
im analogen Zeitalter aufgewachsen und hatten Jahren ist uns ferner aufgefallen, dass viele Fra-
mit Computern noch nichts zu tun – Frauen, die gen mit «weiss nicht» beantwortet wurden.
nicht im Berufsleben standen, erst recht nicht. Bei
Menschen im höheren Alter und tendenziell auch Was schliessen Sie daraus?
bei Frauen wird der Faktor Sicherheit bei digita- Ein Hauptgrund dafür ist, dass ein grösserer Teil
len Dienstleistungen stärker hinterfragt. Ein an- dieser Befragten die digitalen Möglichkeiten nicht
deres Beispiel: Der Aussage «Wenn ich bei der nutzt und die Vorteile deshalb auch nicht ein-
Nutzung von digitalen schätzen kann. Ein Stu-
Dienstleistungen etwas «Bei Menschen im höheren Alter dienteilnehmer hat zu
falsch mache, fürchte ich Recht gefragt, was man
mich vor den Folgen» und tendenziell auch bei Frauen heute ohne Computeran-
stimmen 66 Prozent der wird der Faktor Sicherheit bei schluss eigentlich noch
über 80-Jährigen zu,
aber bloss 51 Prozent
digitalen Dienstleistungen stärker tun könne. Die digitale
Welt überfordert viele
der 65- bis 79–Jährigen. hinterfragt.» ältere Menschen. Ich
Eine beträchtliche Diffe- fände es daher wichtig,
renz bei den Antworten besteht auch zwischen wenn die Vorteile in skeptischen Kreisen noch
solchen, die den Fragebogen online, und solchen, eingehender aufgezeigt würden. Man muss aber
die ihn auf Papier ausgefüllt haben. Die Online- auch über die Nachteile sprechen, die die meisten
Teilnehmenden stehen der digitalen Welt deutlich Seniorinnen und Senioren unabhängig vom Alter
weniger skeptisch gegenüber als die andere Grup- beschäftigen. In dieser Beziehung sind nicht nur
pe. Und Männer sind technikaffiner als Frauen. Dienstleister gefordert, sondern auch Gemeinden
Zusammengefasst: Die Gruppe der Ü65 ist nicht und Vereine, welche solche Probleme noch stärker
homogen. Das hat die Studie klar gezeigt. thematisieren sollten.
Was haben Sie an Rückmeldungen von Älteren Gibt es spezifische Wünsche zur Unterstützung
erhalten, die mit der Digitalisierung weniger bei den digitalen Möglichkeiten?
oder gar nichts anfangen können? Ja, fast drei Viertel wünschen sich eine vertrau-
Da wurde beispielsweise kritisiert, dass nicht enswürdige Kontaktperson, die per Telefon oder
transparent ist, welche Daten über uns gesammelt per Mail (67 Prozent) erreichbar ist. Auf eine rege
werden. Andere gaben zu bedenken, dass eine Nachfrage stossen auch Einführungskurse an zen-
komplette Vernetzung von Daten gefährlich sei. tral gut erreichbaren Orten. Partiell gewünscht
Aber auch, dass menschliche Beziehungen unter werden im Weiteren «Anleitungen, die keine Vor-
dieser Entwicklung leiden, soziale Kontakte an kenntnisse voraussetzen», oder etwa der Verzicht
Bedeutung verlören oder dass Arbeitsplätze im auf Werbung.
Zuge der Digitalisierung verschwänden. Dass man
Studie digitales Nutzungsverhalten
Zwischen März und Juli 2017 führte das Inter- Die Studie verfolgte zwei Ziele: Erstens galt es,
disziplinäre Kompetenzzentrum Alter der Fach- die verschiedenen Aspekte der Nutzung (Häufig-
hochschule St. Gallen eine Studie über das digi- keit, Vor- und Nachteile, Risikowahrnehmung)
tale Nutzungsverhalten von Menschen über 65 abzuklären. Und zweitens sollten Lücken und
durch. Über Senioren-Plattformen, Alters- Bedürfnisse identifiziert werden, damit gezielte
organisationen wie Pro Senectute sowie Alters- Verbesserungen für die ältere Bevölkerung lan-
siedlungen erhielten die Teilnehmenden einen ciert werden können.
Fragebogen, wahlweise online oder auf Papier. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmen-
Unter der Federführung von Sabina Misoch den betrug rund 73 Jahre. 14 Prozent der Befrag-
wurden 537 eingegangene Rückmeldungen ten waren über 80 Jahre alt, die älteste Person
ausgewertet. Hochgebildete Personen waren in war 96. Die Stiftung Think Tank Thurgau hatte die
dieser Studie etwas überrepräsentiert. Studie in Auftrag gegeben.
Visit Herbst 2019 13lebensart 14 Visit Herbst 2019
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Leben.
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ts.
Digitalisierer
mit Augenmass
Für den emeritierten ETH-Professor Albert Kündig war schon früh klar,
dass nichts an der Digitalisierung vorbeiführt und dass diese massgebenden
Einfluss haben wird auf die Gesellschaft und alle Lebensbereiche.
Text: Robert Bösiger Foto: Christian Roth
An der ETH in Zürich, im Museum für Kommuni- dem ehemaligen schweizerischen Bundespräsi-
kation in Bern, am Pfäffikersee oder am Wohnort denten Edmund Schulthess (1868–1944), das
im bernischen Münsingen könnte man sich mit Deutsche Reich werde jederzeit die Neutralität der
Albert Kündig zu einem Gespräch treffen. Alle Schweiz respektieren und dass der Freiheit der
diese Orte hätten eine Bedeutung und böten sich anderen Völker keine Gefahr drohe …
deshalb an. Doch der emeritierte ETH-Professor Es kommt anders – und der kleine Albert erlebt
Albert Kündig (82) bittet uns ins schmucke Mu- hautnah Militär im Dorf, notlandende Bomber in
seum im Schloss Münsingen, das inmitten einer Dübendorf, Fliegeralarme und Luftschutzkeller,
grosszügigen Parkanlage mit mehreren Gebäuden Lebensmittelmarken und Rationierung. Die Mut-
liegt. Hier wirkt er seit gut anderthalb Jahrzehn- ter Elsa, eine Bauerntochter, führt als «unermüd-
ten als Freiwilliger für das Museum, inventari- liche Hobbygärtnerin ihre eigene Anbauschlacht».
siert Sammlungsgegenstände und Dokumente
und wirkt bei der Gestaltung von Ausstellungen Visionäres bei der PTT
mit. Von hier aus hat er auch federführend am Ihm sei schon früh «etwas Technisches» vorge-
neuen Ortsgeschichtsbuch mitgewirkt, das 2010 schwebt, erinnert sich Albert Kündig. Zusammen
erschienen ist. mit einem Kollegen baut er in der 9. Klasse nach
einer Anleitung im Schweizer Jugendbuch «Hel-
Wohlbehütete Kindheit veticus» einen Taschenradio – ein Erfolgserlebnis.
Albert Kündig wächst in Pfäffikon ZH in einer gut- So will er zunächst Radioelektriker werden. Doch
bürgerlichen Familie auf – «ohne Geschwister, dann besucht er die Kantonsschule Winterthur,
aber mit vielen Nachbarskindern». Papa Albert, macht 1956 die Matura Typus C und studiert an der
Jurist und Sekretär des Stadtzürcher Polizeivor- ETH Zürich. Eindruck macht ihm die an der ETH
stands, nimmt den neugierigen Junior oft mit zum konstruierte elektronische Rechenmaschine na-
Angeln – zunächst an einem Bach, dann am See mens «ERMETH»: «Die hatte einen Trommelspei-
selber, wo die Familie ein Wochenendhäuschen cher. Ein heute gängiger Memorystick könnte so
besitzt. Zur Zeit seiner Geburt wird die politische viel speichern, wie wenn man das ganze Audito-
Grosswetterlage in Europa von Tag zu Tag explo- rium Maximum mit solchen ERMETH-Trommeln
siver. Fast gleichentags versichert Hitler in Berlin füllen würde.»
>>
Visit Herbst 2019 15lebensart
Mit dem Diplom als Elektroingenieur in der Tasche keine Sekretärin mehr, mutterseelenallein in ei-
zieht es ihn 1963 mit seiner Frau Margrit nach nem Büro. Mit der Aufgabe, ein halbes Jahr später
Übersee an die Harvard University, wo er sich ins- zwei Vorlesungen zu halten und ein neues Labor
besondere in die Hochfrequenztechnik vertieft – aufzubauen. Ich musste bei null beginnen.» Weil
die Ehefrau sorgt als sich Albert Kündig schon zu Beginn der 1970er
«Man sollte aufzeigen, welche Spitallaborantin für Jahre bei der PTT mit der künftigen Datenkommu-
den Unterhalt. Wie- nikation auseinandersetzt, ist die Digitalisierung
positiven Möglichkeiten es durch der zurück in der nie ein Fremdwort für ihn. Mehr noch: Ihm habe
die Digitalisierung gibt. Aber auch, Schweiz stösst er schon früh gedämmert, dass die Digitalisierung
1964 zur Forschung- dereinst alle Bereiche des Lebens beeinflussen
wo die Gefahren lauern.» sabteilung der PTT. würde. «Einem Freund habe ich Anfang der
Er wird in Arbeiten 1970er-Jahre gesagt: ‹Du, es wird nicht mehr lan-
zur digitalen Übertragungs- und Vermittlungstech- ge dauern, bis unsere Hi-Fi-Anlage zu Hause digi-
nik eingebunden. Berufsbegleitend erwirbt er 1974 tal sein wird.› Dann hat er mich zweifelnd ange-
den Doktortitel mit einer Dissertation «zur Beur- schaut und gesagt, das könne er kaum glauben.»
teilung der Verzerrungen bei getasteter Sprach-
übertragung». An die ersten Jahre bei der PTT er- Verheissungen und Risiken
innert sich Kündig gerne: «Uns hat man machen, Er habe damals nicht realisiert, wie und in wel-
experimentieren lassen. Und dabei in Kauf genom- chem Ausmass der Gebrauch der neuen Techno-
men, dass auch mal etwas schieflaufen durfte.» logien mit Social Media etc. die Menschen verän-
Zusammen mit Kollegen entwickelt er als Prototyp dert, räumt Kündig ein. Bereits 1989 bemerkte er
eine erste digitale Telefonzentrale. Diese ist in der aber zu einem Kollegen an der ETH, das Internet
Lage, zwischen gut 500 Telefonkanälen zu vermit- schaffe einerseits «Exhibitionisten» (modern: In-
teln. fluencer) und anderseits «Voyeure» (Follower).
1983 stösst Albert Kündig zur ETH Zürich als Wie steht er heute der Digitalisierung gegen-
Professor für Systemtechnik im Fachbereich Elek- über? «Ambivalent», sagt er und erklärt: «Ich bin
trotechnik. «Eine andere Welt», sagt er: «Plötzlich in keiner Art und Weise ein Technikverächter, habe
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16 Visit Herbst 2019ein Smartphone und ein Tablet, eine Digitalkamera, Interessant in diesem Zusammenhang ist Albert
und auch im Museum sind die neuen Technologien Kündigs persönlicher Umgang mit der schönen
unverzichtbar. Aber wo es mir abstellt, ist, wenn neuen Welt: So lasse er die Finger vom E-Banking
entweder der Staat (wie in China) oder grosse Tech- («weil ich dem System nicht traue»). Hingegen be-
konzerne uns unsere Freiheit nehmen wollen.» Er stellt er hie und da online
habe grosses Verständnis, dass es viele Menschen und bezahlt auch per Kre-
gebe, die Angst haben vor Algorithmen, dem digi- ditkarte («weil es prak-
talen Überwachungsstaat und einer allumfassen- tisch ist»). Dann hat er
den «digitalen Behütung». auch ein Smartphone – die
Befürchtet Albert Kündig, dass die Menschheit Kündigs kommunizieren
eines Tages die digital getriebene Welt nicht mehr per Videoanruf mit ihrem
unter Kontrolle haben wird? «Nein, bei aller Skep- Sohn Matthias, der als
sis bin ich optimistisch, weil ich glaube, dass die USA-Korrespondent von
ganz Jungen bereits wieder vernünftiger denken.» Radio SRF in Miami lebt.
Zudem: «Das Ganze kann relativ rasch drehen, soll- Und schliesslich nutzt
te es mal zu einem wirklich handfesten Skandal sein neues digitales Hör-
oder einem Riesen-Blackout kommen.» Strikt da- gerät ein Verfahren, das er
gegen ist er, dass der Staat im Falle der elektroni- schon in seiner Dissertation
schen Identität die Hoheit über die Daten aus den untersuchte. Auf Twitter
Händen gibt: «Das darf niemals in die Hände von aber verzichtet er lieber:
privaten Firmen gelegt werden.» «Das ist Streubomben
kommunikation».
Wohlwollend, aber kritisch Was hält Albert Kündig
Wo steht Albert Kündig im Spektrum zwischen von den immer weiter ver-
Euphorie und Verteufelung der fortschreitenden breiteten intelligenten
Digitalisierung? Kündig: «Ich bin mittendrin. Man Lautsprechern wie Alexa?
Der heranwachsende Albert Kündig geht mit
sollte den Menschen die Augen öffnen und aufzei- Sein Verdikt: «Um Him-
seinem Vater oft fischen (Bild oben). Beim Bau
gen, welche positiven Möglichkeiten es gibt, aber mels willen ja nicht!» Es
des eigenen Hauses (1978) packt die ganze
auch, wo die Gefahren lauern. Denn es geht ja gebe zwar Vorteile dank
Familie mit an.
nicht nur ums Geld, sondern auch um Freiheit Digitalisierung. Aber es
und Selbstbestimmung.» Weiter sagt er: «Die Digi- gebe mindestens so viele
tal-Missionare suggerieren uns, dass wir alle Auf- ‹Aber›. Kündig spielt auf die zunehmende elektro-
gaben (auch soziale und Freiwilligenarbeit) in nische Entmündigung des Menschen an: «Am Tag,
deren Hände geben sollen. Nach dem Motto: Über- an dem es mehr elektronische Butler gibt als Men-
gebt eure Gemeindeverwaltung doch Google, die schen, an dem Tag wird es unheimlich.» So span-
machen das viel billiger und besser. Doch das ist nend die digitale Welt ist und ihn noch immer fes-
sehr gefährlich. Umso mehr, als ich befürchte, selt, so wichtig sind Albert Kündig und seiner Frau
dass dieser Prozess unumkehrbar wäre.» Margrit (81) die Natur und das reale Leben.
Was diesbezüglich in zehn Jahren sein wird,
Das PTT-Archiv sichert die Geschichte der Post, Telegrafie und
wisse er nicht, räumt Albert Kündig ein. Es könne Telefonie (PTT) in der Schweiz. Es ist das historische Unternehmens-
in verschiedene Richtungen gehen. «Denkbar ist archiv der Post und der Swisscom: www.mfk.ch/ptt-archiv
sogar, dass man dem erfolgreichen chinesischen
Überwachungsstaat nacheifern möchte. Oder dass
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es den Menschen irgendwann doch wie Schuppen
von den Augen fällt und es zu einer Umkehr
kommt.» Brockenhaus, Abholungen und
Räumungen, Reparatur-Service für
Selektiver digitaler Alltag Elektro-Geräte, PC-Werkstatt
Der rasante digitale Wandel hat nach Ansicht von
Albert Kündig insgesamt eher fragwürdige Aus- (Verkauf und Support)
wirkungen auf unsere Gesellschaft und das Zu- Öffnungszeiten: Mo – Fr 10.00 –18.30 Uhr | Sa 10.00 –17.00 Uhr
sammenleben. Die verbreitete Skepsis gegenüber
5G hänge nicht nur mit der Strahlung zusammen,
vielmehr realisierten die Leute, wie stark Infor-
matisierung und Digitalisierung voranschreiten Hohlstrasse 489 | 8048 Zürich
und dass man sich dieser Entwicklung kaum Tel. 043 336 30 00 | www.archezuerich.ch
(mehr) entziehen könne.
Visit Herbst 2019 17PUBLIREPORTAGE
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einträchtigung wie z. B. die al- kann z.B. eine Handlupe, eine • Kurse und Veranstaltungen
tersbedingte Makuladegenera- Lupenbrille, eine Tischlupe mit
tion (AMD), wobei das scharfe Beleuchtung, ein mobiles oder Kontakt
Sehen stark beeinträchtigt ist. stationäres Bildschirmlesege-
Dies führt in unserem visu- rät sein. Ergänzt wird das erste Beratungsstelle Zürich
ell dominierten Alltag zu sehr Beratungsgespräch mit Infor- utherstrasse 14
einschneidenden, oft existen- mationen durch eine Sozialar- 8004 Zürich
ziellen Auswirkungen für die beiterin, welche Ihnen weitere Tel. 043 322 11 70
Betroffenen und es ist nichts Rehabilitationsleistungen und
mehr so, wie es vorher war. unterstützende Möglichkeiten Beratungsstelle Winterthur
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nommen werden? Wenn geriatrische, neurolo- Tel. 052 202 25 80
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folgten augenärztlichen Diag- Schlaganfall mit einer Seh- info@zsh.ch
nose und entsprechender Be- beeinträchtigung verbun- www.zuercher-sehhilfe.ch
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Dienste einer Beratungsstelle, In diesem Fall klärt eine Ergo-
wie der Zürcher Sehhilfe, in therapeutin der Zürcher Seh-
Anspruch zu nehmen. Wir bie- hilfe bei der betroffenen Per-
ten ein vielfältiges Angebot wie son ab, wie sie bestmöglich in
Sehhilfenberatung, diverse Re- ihrer Selbstständigkeit im All- Haben wir Ihr Interesse
habilitationsleistungen sowie tag unterstützt werden kann geweckt?
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Alltag. Stellen Sie mit unserer Hause an. Diese wird ärztlich takt auf.
Unterstützung Lebensqualität verordnet und von der Grund-
und Lebenshilfe sicher, wenn versicherung der Krankenkas- Wenn Sie uns brauchen,
Ihr Sehsinn nachlässt. se übernommen. sind wir gerne für Sie da.lebensart
Auch im Internet und in den sozialen Netzwerken sollten zur eigenen Sicherheit ein paar wichtige Punkte beachtet werden.
So schützen Sie sich
im Internet
Die digitale Welt kann verführen und helfen. Sie kann aber auch Gefahren
bergen. Die wichtigsten Tipps zum Umgang mit digitalen Medien.
Text: Nina Fargahi
Viele denken, dass Social Media noch ausschliess- Verwenden Sie lange Passwörter. Sie sollten
lich das Reich der jüngeren Generationen seien. mindestens acht Zeichen sowie Zahlen, Symbole
Doch auch viele ältere Menschen sind mittlerwei- und Gross- und Kleinbuchstaben enthalten. Ver-
le auf den Geschmack gekommen. Sie nutzen das meiden Sie die Verwendung von Namen oder Ge-
Internet und die sozialen Netzwerke mit viel En- burtstagen. Gute Passwörter bestehen aus kurzen
thusiasmus. Viele Grosseltern kennen sich bes- Sätzen, die Sie sich merken können. Beispiel:
tens aus mit Skype oder Facebook, chatten mit «Dieses P@ssw0rt vergesse 1ch nie!!»
Angehörigen oder nehmen Kontakt auf mit längst
aus den Augen verlorenen Freunden aus früheren Geben Sie Ihre persönlichen Passwörter nie-
Zeiten. mals an Dritte weiter. Es sei denn, Sie haben
Doch auch hier ist Vorsicht die Mutter der Por- jemanden bestimmt, dem Sie für die Verwaltung
Foto: Adobe Stock
zellankiste. Deshalb sollten auch im Internet und Ihrer Konten vertrauen. Somit verhindern Sie,
in den sozialen Netzwerken ein paar wichtige dass sich jemand in Ihr Konto einloggt und es für
Punkte beachtet werden: missbräuchliche Zwecke benutzt. >>
Visit Herbst 2019 19lebensart
Teilen Sie keine heiklen Informationen. Sen- entsprechenden Einstellungen eines Dienstes
den Sie niemandem heikle Informationen wie Kon- kennenzulernen, bevor sie ihn nutzen. Fast alle
tonummern oder Sozialversicherungsnummern. Dienste verfügen über Einstellungen, mit denen
Viele Betrüger geben sich auch als Unternehmen Sie kontrollieren können, wer Ihre Publikation
aus, um Informationen von Senioren zu erhalten sehen darf. Facebook zum Beispiel verfügt über
– genau wie am Telefon. Es gilt: Seriöse Unterneh- eine Reihe von Steuerelementen, mit denen nur
men mit einem berechtigten Bedarf an Informa- bestimmte Freunde Ihre Posts sehen können. Sie
tionen wissen, dass E-Mails und soziale Netzwerke können Ihre Beiträge auch beschränken auf eine
für den Datenaustausch nicht sicher sind, und Gruppe, zum Beispiel nur auf Familienmitglieder.
wenden andere Methoden an. Es gibt auch Einstellungen für Smartphones, die
einschränken, wer Zugriff auf Ihren Standort,
Posten Sie nicht auf Social Media, dass Sie un- Kontakte und andere persönliche Daten hat.
terwegs sind. Viele Kriminelle nutzen soziale
Netzwerke und konzentrieren sich auf die Häuser Seien Sie sich der Öffentlichkeit bewusst. Auch
derjenigen, die öffentlich machen, wann und wo wenn Sie private Einstellungen aktiviert haben,
sie unterwegs sind. kann es sein, dass Ihre Texte und Bilder in die
breitere Öffentlichkeit gelangen. Wenn zum Bei-
Aktivieren Sie die Datenschutzeinstellungen. spiel jemand Ihren Beitrag teilt und gleichzeitig
Es lohnt sich, die Datenschutzrichtlinien und die keine Datenschutzbestimmungen nutzt, kann Ihr
Beitrag auch von Menschen gelesen werden, die
Sie ursprünglich ausschliessen wollten. Seien Sie
Digitale Friedhöfe also vorsichtig, wenn Sie andere Menschen in Ge-
Wenn ein Mensch stirbt, gibt es nutzernamen und Passwörter der schichten oder Bildern kennzeichnen. Bedenken
viel zu regeln – immer häufiger Online-Zugänge aufgelistet sind. Sie, dass auch Arbeitgeber, Versicherungsgesell-
auch beim digitalen Nachlass. Allerdings sollte man die Liste schaften oder Firmen Ihren Post sehen können.
Dabei ist oft gar nicht bekannt, nicht neben dem Computer auf-
wo der Verstorbene überall online bewahren. Es gibt sogenannte Melden Sie Missbrauch. Wenn Sie Nachrichten
angemeldet war. Und selbst Passwort-Manager, die auf einem in den Social Media oder in Ihrem Mail-Konto er-
wenn man es weiss, sind die Zu- USB-Stick die Passwörter ver- halten, die Ihnen verdächtig oder missbräuchlich
gänge normalerweise gesichert schlüsselt speichern und Ände- erscheinen, öffnen Sie auf keinen Fall angefügte
durch Passwörter. Es kann auch rungen automatisch abgleichen Dateien und antworten Sie nicht. Melden Sie es
sein, dass kostenpflichtige Abon- können. Dieser Stick ist dann einer Person, der Sie vertrauen, oder dem entspre-
nements weiterlaufen. Um alles ebenfalls mit einem hoffentlich chenden Dienst. Fast alle Websites sowie Online-
zu kündigen, sind die Sterbe- guten Passwort geschützt, das und Mobilfunkanbieter haben Mitarbeiter, die auf
urkunde und der Erbschein hilf- man dem Testament beifügen Beschwerden reagieren. Meldungen nimmt auch
reich. Dann gewähren die meis- kann. MELANI entgegen, die Melde- und Analysestelle
ten Anbieter den Angehörigen Auch in diesem Fall gilt: Wenn Informationssicherung des Bundes; hier finden
Zugang zu den Daten im Internet. man rechtzeitig Vorkehrungen Sie auch weitere Informationen, wie Sie sich vor
Hilfreich ist es, noch zu Lebzeiten trifft, macht man es seinen An- Gefahren im Internet schützen können.
eine Liste anzulegen, in der Be- gehörigen leichter. Nützliche Infos zur Sicherheit im Internet:
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20 Visit Herbst 2019Visit_Ins_A4_Juli_2019_Zeitlupe_Ins_A4_Nov_2018 17.07.19 16:33 Seite 1
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Bitte Anzahl Karten im Kästchen vermerken!
Anzahl Anzahl Anzahl bindliche Zusendung des aktuellen Programms.
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01.09.19 15.00h Sommerkonzert 126.– 63.– 96.– 48.– 66.– 33.–
09.10.19 14.30h Galakonzert Wiener Klassik 126.– 63.– 96.– 48.– 66.– 33.– Vorname
13.10.19 11.30h Beethoven-Matinée II 126.– 63.– 96.– 48.– 66.– 33.–
13.10.19 17.00h Südwestdt. Philharmonie 126.– 63.– 96.– 48.– 66.– 33.– Name
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02.12.19 18.30h Beethoven-Gala (Abend) 126.– 63.– 96.– 48.– 66.– 33.–
03.01.20 11.30h Wiener Neujahrskonzert 126.– 63.– 96.– 48.– 66.– 33.– PLZ/Ort
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Einsenden an:
THEATERCLUB Bellerivestr. 217 8008 Zürich
Zusendung der Billette gegen Rechnung an rechts stehende Adresse (zahlbar innert 14 Tagen)Sie können auch lesen