Auf Station Jobvisite - te 20 - Kantonsspital Aarau
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KSA und Spital Zofingen
rücken näher 04
Zusammenarbeit wird organisatorisch
vertieft
Vor der Grippesaison 17
09/2018 Die Massnahmen für Mitarbeitende mit
Patientenkontakt
Jobvisite
Auf Station
Seite 06
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Seite 22 | Impressum Impressum Herausgeber Kantonsspital Aarau AG, Geschäftsleitung Redaktionsadresse KSA, Marketing und Kommunikation, 5001 Aarau, inform@ksa.ch Redaktionsleitung Ralph Schröder Layout und Gestaltung Diana Prokin Fotos Yves Jordi, Indra Joshi, Michael Orlik, Christian Roth, Ralph Schröder, Giacomo Travaglione, Getty Images, Siemens Healtheneers Redaktionskommission Corinne Berger, Ulrich Bürgi, Javier Fandino, Susanne Müller, Christine Oester, Bernd Rosenkranz, Cécile Schmid, Sandra Sommer, Roland Vonmoos, Isabelle Wenzinger Mitarbeitende dieser Ausgabe Jonas Frei, Christoph Fux, Christoph Hamann, Yves Jordi, Evelin Laffer Bucheli, Irène Mehr, Ralph Schröder, Sandra Sommer, Giacomo Travaglione, Nicole Warmann, Isabelle Wenzinger Auflage 5900 Stück, erscheint zehnmal jährlich Redaktionsschluss «inform» 10|2018, 4. Oktober 2018 Titelbild: Vor dem Herzkatheterlabor (Fränzi Elsenberger, dipl. Pflegefachfrau)
Editorial | 3
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Schluss mit lustig. Die mittlerweile siebte Jobvisite hat Erfolg ist (S. 18–19), warum über 60 Mitarbeitende am
mich an meine Grenzen gebracht. Nicht was meinen 14. September nachmittags den Spitalpark aufräumten
Einsatz in der Pflege auf der Wochenstation 702 betrifft, (S. 21) und warum in der Frauenklinik die Hotellerie und
sondern beim Schreiben darüber. Konnte ich bisher die Pflege seit Kurzem eng zusammenarbeiten (S. 16),
vieles beim Schreiben mit Humor kompensieren, so fiel hilft die Lektüre des «inform» weiter.
mir das dieses Mal doch ziemlich schwer. Herzpatienten Des Weiteren erfahren Sie Näheres zur künftig engeren
vor einem Eingriff zu betreuen oder Krebspatienten Zusammenarbeit mit dem Spital Zofingen (S. 4), und wir
während einer Chemotherapie, ist nicht etwas, wo man stellen Ihnen die neu visualisierte Strategie des KSA vor
Heiterkeit erwartet. Dass es dann doch dann und wann (S. 5). Last but not least werden die Informationen zu
lustig geworden ist, ging hauptsächlich auf das Konto den geplanten Massnahmen im Zusammenhang mit der
der Patienten, die ich betreuen durfte. Mit welcher kommenden Grippesaison all diejenigen interessieren,
Einstellung diese ihr Schicksal wegstecken, hat mich die im täglichen Patientenkontakt stehen. Grippeimpfung
beeindruckt, aber auch mit welch professioneller oder Mundschutz tragen, heissen die Alternativen.
Einstellung die Pflege auf der Wochenstation den Informieren Sie sich auf S. 17.
Menschen begegnet (S. 6–11). Ich wünsche wie immer viel Spass bei der Lektüre.
Mit viel Heiterkeit, mit einer positiven Lebenseinstellung
und vor allem mit viel Gas unterwegs ist unsere Kandi-
datin im Mitarbeiterporträt. Warum Irène Mehr vom
Patientenempfang ihrem Nachnamen alle Ehre macht,
lesen Sie auf S. 14. Wenn Sie ausserdem wissen wollen,
warum die KSA Medical Summer School ein so grosser Grüsse Ralph Schröder
04 Inhaltsverzeichnis
04 KSA und Spital Zofingen rücken zusammen 18 Medical Summer School – eine Erfolgs-
geschichte
05 Neu visualisierte Strategie
20 Suchrätsel
17 06 Jobvisite: Auf Station
21 «Herbstputz» für den Spitalpark
12 News aus dem Spital Zofingen
22 Jubilare
13 PD Dr. Thomas Kuntzen: Neuer Chefarzt
Gastroenterologie und Hepatologie 24 Agenda
14 Irène Mehr: Das Doppelt- und Dreifach-
Power-Grosi vom Patientenempfang
16 Neues Hotellerie-Angebot in der Frauenklinik
17 Die nächste Grippewelle kommt … bestimmt!Aktuell
4|
KSA und Spital Zofingen rücken zusammen
Per 1. Juli 2019 wird die Zusammenarbeit zwischen dem KSA und dem Spital
Zofingen organisatorisch vertieft. Die Kliniken und Fachabteilungen in Zofingen
werden fachlich den Bereichen im KSA unterstellt.
Die Kantonsspital Aarau AG (KSA AG) und die Spital Zofingen AG schauen Bekenntnis zum Standort Zofingen
auf eine lange und bewährte Zusammenarbeit zurück. Diese wird nun Die Kliniken und Fachabteilungen des Spitals Zofingen werden per Juli 2019
vertieft, um gemeinsam gestärkt aufzutreten und daraus Synergien zu fachlich den entsprechenden Bereichen im Kantonsspital Aarau unterstellt.
erzielen. Am Standort Zofingen wird festgehalten und mit den organisatori- Die Anpassungen zielen darauf hin, gemeinsam stärker aufzutreten und
schen Anpassungen sind keine personellen Veränderungen verbunden. Die Verbundvorteile zu nutzen. Gemeinsam können so medizinische Ressourcen
beiden Spitäler werden sich in Zukunft organisatorisch integrieren. Beide wirtschaftlicher eingekauft werden, dem Fachkräftemangel kann besser
Häuser arbeiten bereits seit mehreren Jahren eng und freundschaftlich begegnet werden und die Marktposition wird im Hinblick auf die Bewerbung
zusammen und sind über die Jahre auf organisatorischer Ebene immer näher für die Spitalliste 2020 gestärkt. Die Anpassungen werden keine personellen
zusammengerückt. Seit 2011 ist das Spital Zofingen eine hundertprozentige Veränderungen mit sich bringen und auch am Standort Zofingen wird klar
Tochtergesellschaft der Kantonsspital Aarau AG. Per Juli 2019 plant die festgehalten. •
KSA AG nun weitere organisatorische Anpassungen. Damit folgt sie dem
Trend zur Konsolidierung, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen, und kommt
gleichzeitig dem Wunsch der Politik nach Zentralisierung nach.
Vierter MRT «Vida» verkürzt Wartezeiten
Mehr Komfort. Seit April steht der neue MRT Magnetom «Vida» im Institut für Radiologie in
Betrieb. Das Highend-Gerät von Siemens Healthineers besticht dank innovativer BioMatrix-Tech-
nolgie nicht nur durch eine Verbesserung der Bildqualität. Neben Verbesserungen der Kosten-
effizienz, der Produktivität und vor allem des Patientenkomforts kann das Institut für Radiologie
auch mit deutlich verkürzten Wartezeiten aufwarten. «Wir können auch bei internen Zuweisun-
gen Wartezeiten von unter einer Woche garantieren», erklärt Dr. Alexander Cornelius, Leitender
Arzt Radiologie. Die teilweise sehr langen Wartezeiten waren einer der Gründe, ein neues Gerät
zu beschaffen. Mit den zum neuen MRT-Gerät gehörenden zwei motorisierten Patiententischen
und einem komfortablen Untersuchungsvorraum werden Patientinnen und Patienten nicht nur
bequemer vorbereitet, letztlich hilft dies auch, die Wartezeiten zu verringern. •
MRT «Vida» erhöht Patientenkomfort und reduziert Wartezeiten.Aktuell | 5
Martin Matter wird Chief
Neu visualisierte Strategie Technology Officer
Martin Matter, neuer Chief Technology Officer.
Gewählt. Der Verwaltungsrat hat kürzlich Martin
Matter mit Wirkung vom 1. Januar 2019 zum Chief
Technology Officer und Mitglied der Geschäftslei-
tung des KSA gewählt. Martin Matter wird ab
nächstem Jahr die Digitalisierungsstrategie des
KSA vorantreiben und die Verantwortung für alle
technischen Aspekte in den Bereichen Informa-
tions-/Kommunikationstechnologie (ICT) und
Medizintechnologie (MT) übernehmen. Mit der
Wahl von Martin Matter ist gleichzeitg die seit Mitte
Jahr neu 7-köpfige Geschäftsleitung (GL) komplett.
Martin Matter bringt langjährige Erfahrung in den
Bereichen ICT und MT mit. Seit 2014 war der
Der neue KSA-Strategiekreis. diplomierte Betriebsökonom Mitglied der Spitaldi-
rektion am Universitätsspital Zürich und hatte die
Funktion als Direktor ICT/CIO inne. Dort war er für
Zeitgleich mit der neu konstituierten Geschäftsleitung per 1. Juli 2018 sind die die Weiterentwicklung und Neustrukturierung der
strategischen Ziele und Leitlinien, die Vision und Mission des KSA neu formuliert ICT-Bereiche zuständig. Zuvor war er über acht
Jahre beim Kanton Aargau tätig, während der
und in einem Strategiekreis visualisiert worden. letzten fünf Jahre als Leiter Informatik Aargau.
Während dieser Zeit erarbeitete er die IT-Strategie
Vision, Mission und strategische Handlungsleitli- sind. Das Konzept der Balanced-Scorecard und setzte diese um. Martin Matter verfügt über
nien auf einen Blick – das war die Zielsetzung ermöglicht die Messung, Dokumentation und eine profunde Erfahrung in der Projektleitung sowie
bei der Neugestaltung und neuen Visualisierung Steuerung der Aktivitäten eines Unternehmens in der Führung von Organisationen und bringt
der KSA-Strategie sowie eine bessere Verständ- oder einer Organisation im Hinblick auf seine fundierte Kenntnisse der Gesundheitsbranche
lichkeit. Der neue Strategiekreis löst die bisherige, Vision und Strategie. Auf diese Weise können sowie der IT-Branche mit.
in Form einer Pyramide visualisierte Strategie ab operative Zielvereinbarungen, z. B. im kommen-
und hat die Funktion eines «Zielekompasses». den Budgetprozess, hierarchisch auf die Neue Geschäftsleitung komplett
Die Pyramide suggerierte ein hierarchisches verschiedenen Organisationseinheiten herunter- Per 1. Januar präsentiert sich die GL wie folgt:
System, was nicht zutrifft. Ausserdem war deren gebrochen werden. Dr. Robert Rhiner, CEO, Dr. Christoph Egger, Chief
Anwendung für Zielsetzungen nicht klar. Ebenso in den Kreis integriert worden sind die Medical Officer (CMO/stv. CEO), Dr. Monya Todesco,
Unternehmenswerte aus dem Führungsleitbild Chefärztin Geburtshilfe und Perinatalmedizin und
In sich stimmig und ausgewogen des KSA. Der Strategiekreis definiert, umfasst Präsidentin der Ärztekonferenz, Karsten Boden,
Der Strategiekreis formuliert neu 12 strategische und visualisiert gleichzeitig sämtliche Werte, Pflegedirektor, Martin Matter, Chief Technology
Stossrichtungen, die in den vier Dimensionen der Kernbotschaften und Handlungsmaximen des Officer (CTO), Sergio Baumann, Leiter Betrieb, sowie
sogenannten Balanced-Scorecard gegliedert Spitals. • Thomas Fischer, Chief Financial Officer (CFO). •Reportage | 7
Jobvisite: Auf Station beiten nötig, gilt es, sich einen Überblick über den zu
erwartenden Tagesablauf zu verschaffen. Im
Stationszimmer sassen bei meinem Antritt die in der
Frühschicht eingeteilten Pflegefachfrauen bereits vor
Das Gegenteil von pflegeleicht wäre pflegeschwer. Doch selbst wenn es das ihren Bildschirmen und «lasen» sich in die Kranken-
Wort gäbe, würde es nicht helfen, der Komplexität des Pflegeberufs mehr akten ein. Anwesend waren an diesem Morgen
neben Fränzi Elsenberger die Pflegefachfrauen
Gewicht zu geben. Die Reportage von Ralph Schröder über einen nicht nur Caroline Becker, Zlatana Spasojevic und Pavic
leichten Tag auf der Wochenstation 702. Dragojla. Unterstützt wurden sie von Pflegehilfe
Gabriela Steffen. Über meinen Besuch zeigten sich
alle sehr erfreut, auch wenn Fränzi Kollegin «Draga»
Bisher bin ich an meine Jobreportagen jeweils mit Wochen erhalten, ist keine «leichte Kost», eine kurzfristig enttäuschen musste: Ich sei nicht ein
einer gewissen Leichtigkeit herangegangen. Es fällt Strapaze für den Körper, von der Seele ganz zu neuer Mitarbeiter, sondern lediglich der täuschend
einem leichter, über etwas zu berichten, wenn dabei schweigen. Ich spürte nach dieser Info, dass sich echt wie ein Pfleger aussehende Jobpraktikant aus
auch Humor mitwirken darf. Auch wenn das, worüber innerlich bei mir eine gewisse Anspannung aufbaute, der Kommunikation. Über einen zusätzlichen, neuen
berichtet wird, alles andere als zum Lachen ist und genährt durch meine Unwissenheit und Unerfahren- und männlichen Mitarbeitenden hätten sich sicher
an die körperliche wie psychische Substanz geht. heit im Umgang mit Menschen mit einem solchen alle gefreut, auch wenn sich niemand hier auf der
Und bisher, so hoffe und glaube ich auch, ist mir das Schicksal. Mein Respekt war gross. An einen Wochenstation über zu wenig Personal beklagt.
meist gelungen, egal ob ich über die Arbeit in der lockeren Spruch zum Einstieg oder an ein Späss- «Unser Personalschlüssel ist absolut ok», erklärt mir
Küche, im Labor oder in der Reinigung berichtet schen, was in solchen Fällen manchmal das Eis Fränzi auf meine Nachfrage. Die medizinische
habe, ja selbst bei meinem Einsatz im Notfall war brechen und die eigenen Ängste überwinden hilft, Wochenstation unterscheidet sich in mancher
dies der Fall. Doch wo ist die Grenze? Wann oder bei war nicht zu denken, nicht bei so schwer kranken Hinsicht von einer stationären Pflegeabteilung. Die
welchem Thema ist die Gratwanderung zwischen Menschen. Zumindest war das mein Gedanke meisten Patientinnen und Patienten, die hier ambu-
humorvoller Berichterstattung und bewahrtem gewesen, bevor wir an diesem Morgen zum ersten lant für einen Tag, manchmal zusätzlich für eine
Respekt gegenüber einer Sache, einer Tätigkeit oder Mal ans Krankenbett von Patient W. traten. Nacht, eintreten, sind geplant, benötigen aufgrund
einem Menschen, über die oder den man berichtet, ihrer Diagnose oder mehrstündigen Behandlung eine
nicht mehr das adäquate Mittel? Die Sache mit dem Humor relativ engmaschige Betreuung oder Überwachung,
Diese Frage habe ich mir nach jeder bisherigen Aber siehe da: Wer war der erste, der hier einen die die Pflege übernimmt.
Jobvisite gestellt. Auch dieses Mal, nach dem Spruch zum Besten gab und mit seinem verschmitz- Neben den bereits erwähnten Kardio-Patienten und
Vorgespräch über meinen Einsatz als Hilfspfleger auf ten Charme seine Erkrankung und die Schwere solchen, die für Chemotherapien hier einige Stunden
der medizinischen Wochenstation 702 (Haus 7), war seines Schicksals fast vergessen machte? Patient W. verbringen, werden beispielsweise Patienten für
mir klar: Es könnte schwer werden mit dem Humor. «Näme mer no e Füllig, gäll!», so der Kommentar des Darmspiegelungen oder für Nierenbiopsien vorberei-
Betreut werden hier unter anderen zu einem grossen stolzen Besitzers eines Oldtimer-Sportwagens zur tet und begleitet, erhalten dermatologische Patienten
Teil kardiologische Patienten, die vor einer Herzka- Begrüssung. Er sei schon mehr als einmal «em Tüfel eine sogenannte Allergie-Desensibilisierung oder
theteruntersuchung oder einem Eingriff stehen, aber ab em Charre gheit». Frei nach dem Motto «Uchrut Rheuma- oder Lungenpatienten eine Antikörperthe-
auch Krebspatienten, deren ambulante Chemothera- vergeit nit» forderte er uns auf, sich nur keine rapie via mehrstündiger Infusion.
pie aufgrund der möglichen, teils heftigen Nebenwir- allzugrossen Gedanken um seinen Zustand zu
kungen eng überwacht werden muss. Also Schluss machen, die Blutwerte seien übrigens erstaunlich Intensiver Patientenkontakt
mit lustig. Und spätestens, als mich nach Schichtan- gut, habe ihm gerade vorhin sein Onkologe bestätigt. Ein grosser Unterschied zu den stationären Abteilun-
tritt um 6.30 Uhr Pflegefachfrau Fränzi Elsenberger Also: «Hü, ine demit!» gen: Aufgrund der oft grossen Selbstständigkeit der
darüber aufklärte, welche Patienten wir heute Ich staunte nicht schlecht und war sichtlich erleich- Patienten entfällt meist die Körperpflege, und es gibt
betreuen, wusste ich: Den Einsatz wirst du dieses tert, wenn auch etwas konsterniert. Aber meine keine Belegungen via Notfall. Der Pflegealltag ist
Mal nicht schreibend weglächeln können. Gleich zwei Nervosität war weg, auch wegen Fränzi, die profes- deswegen hier ziemlich klar strukturiert und die
der von Fränzi Elsenberger und mir an diesem Tag sionell und schlagfertig auf den Patienten einging Abläufe sind vorgegeben. Dafür ist die Arbeit am
betreuten Patienten leiden an einem Multiplen und mich ihm als Praktikant vorstellte. Patienten und der Patientenkontakt intensiver, was
Myelom, einer nur in ganz seltenen Fällen heilbaren Wie hatte es der Schriftsteller George Bernard Shaw ich nur bestätigen kann. Wie sonst sollte ich z. B.
Krebserkrankung des Knochenmarks. Die «Chemo», formuliert: «Das Leben hört nicht auf, komisch zu nach ein paar Stunden Patientenbetreuung wissen,
welche die beiden männlichen Patienten hier seit sein, wenn wir sterben – ebenso wenig, wie es dass Patient W. früher Landwirtschaft betrieben hat,
aufhört, ernst zu sein, wenn man lacht. So viel zur dass er ein Autonarr ist und jetzt nicht weiss, ob er
Sache mit dem Humor, aber jetzt erst mal zurück sein wertvolles Oldtimer-Cabrio verkaufen soll, damit
1 Fränzi Elsenberger (rechts) erklärt die Vorbereitung für zum Anfang. es nicht zu Erbstreitigkeiten zwischen seinen beiden
eine Infusion. 2 Zlatana Spasojevic und Pavic Dragojla Söhnen kommt, dass seine Frau gemeinsam mit ihm
im Gespräch. 3 Studium der Krankenakte am Bild- Die Vorbereitung die Ernährung komplett umgestellt habe und jeweils
schirm. 4 / 5 Material bereitstellen und Medikamente Bevor die Arbeit am Patienten beginnen kann, sind ganz früh am Morgen mit ihm aufsteht, dass er jeden
richten. nämlich auf der Pflegestation einige Vorbereitungsar- Tag Schafsmilch bei einem benachbarten Bauer1 2 4
8|
3
1 Frühstück im Aufenthaltsraum der Wochenstation 702. 2 Auf der Wochenstation. 3 Patient während der Chemotherapie. 4 Blutproben rohrpostversandfertig fürs Labor machen.
besorgt, dass er vor einer Woche im Tessin in den allergische Reaktionen, um nur einige aus der langen EKG setzt: Feuer auf Asche und Spiegelei auf Spinat,
Ferien gewesen ist und er bereits den nächsten Liste der möglichen Nebenwirkungen zu nennen. Wir so lautet die Eselsbrücke, mit der sich die Pflegen-
Urlaub mit seiner Frau plane, ohne die er sowieso richten die Medikamente und im Anschluss darf ich den die Setzpunkte für die Anschlüsse an Unterar-
nicht wüsste, was er in seiner Situation machen beim Vorbereiten der Infusionsbeutel und Anschlies- men und Beinen merken. Die Kabelanschlüsse sind
solle, und dass er eine zweite Hochdosis-Chemo auf sen des Tropfs helfen, bevor wir zum ersten Patien- farblich markiert (rot=Feuer, schwarz=Asche,
keinen Fall mehr machen werde, weil eine solche ten gehen. gelb=Spiegelei, grün=Spinat). Der anfängliche
nämlich dem Gang durch die Hölle gleiche. Kabelsalat entwirrt sich auf diese Weise sehr schnell,
Patient W. ist mir nahegegangen. Sie werden es Jeder geht anders mit seiner Situation um und ich bin froh, dass ich mich beim zweiten
schon gemerkt haben. Selbst jetzt beim Versuch, Die beiden Kardio-Patienten sind bereits eingetrof- Patienten dank dieser Hilfsbrücke nicht wie ein Esel
meinen Tag auf der 702 niederzuschreiben, fällt er fen. Pflegehilfe Gabi hat sie zuvor im Patientenzim- anstellen muss.
mir immer wieder ein, dabei war ich eben noch bei mer eingewiesen. Als wir eintreten, liegen die beiden Für die Kardio-Patienten beginnt nach diesen
den Vorbereitungen zum Tag. Fränzi, die ich an bereits in ihren Betten. Beide, das wissen wir, haben Vorbereitungen jetzt das Warten. Das Herzkatheter-
diesem Tag begleiten darf, hat zwei männliche bereits Bekanntschaft mit dem Herzkatheterlabor labor (Haus 1) meldet sich, wenn das Ärzteteam
Kardio-Patienten sowie die bereits erwähnten gemacht. Patient K. weiss, was ihn erwartet. Eher bereit ist für die beiden. Das hängt auch davon ab,
Krebspatienten zugeteilt bekommen. Die Kardio- wortkarg erklärt er uns nach freundlicher Begrüs- ob Notfälle die geplanten Eingriffe nach hinten
Patienten werden circa 7.15 Uhr erwartet, die sung, dass sich schon 8 Stents in seinen Herzgefäs- schieben oder Komplikationen einen Eingriff verlän-
Onko-Patienten gegen 9 Uhr. Die Kardio-Patienten sen befinden. Heute werden 2 weitere dazukommen. gern. Lea Maurer, die kardiologische Assistenzärztin,
sieht Fränzi heute zum ersten Mal, die beiden Es schwingt ein klein wenig Resignation bei diesen ist seit 7.45 Uhr auf der Station – die einzige Ärztin
Onko-Patienten kennt sie bereits. In den letzten Worten mit. Unsere Aufmunterungsversuche zeigen übrigens, die hier regelmässig gebraucht wird
Monaten sind sie jede Woche einmal da, bespre- kaum Wirkung. Es ist halt, wie es ist. Patient M. auf aufgrund der hohen Zahl der Kardio-Patienten. Sie
chen, bevor sie auf die Station kommen, zuerst den der anderen Seite versucht seine sichtbare Besorgnis begutachtet die Resultate des EKG, klärt die Patien-
Verlauf der Therapie mit ihrem zuständigen onko- und die Ungewissheit mit lächelnder Mimik zu ten über die bevorstehende Untersuchung oder den
logischen Facharzt, der danach die nächste Dosis für kaschieren. Nach einem Herzkatheter-Eingriff vor Eingriff auf, untersucht sie, macht Verordnungen und
die Chemo verordnet und freigibt. zwei Wochen klagt er über anhaltenden Druck und entscheidet über den Zeitpunkt des Austritts nach
Im Klinikinformationssystem KISIM werden die Schmerzen auf der Brust, selbst beim Gehen auf erfolgter Behandlung. Sie ist aber klar ein Teil des
einzelnen Patientendokumente geöffnet, für die gerader Strecke. Eine weitere Katheteruntersuchung Teams, das spürt man auf der Station.
Onko-Patienten zusätzlich das Programm CATO, in soll klären, was da los ist.
dem die Chemotherapien verordnet werden. Für Während Fränzi die bei allen Patienten standardmäs- Willkommene Frühstückspause
Fränzi wird jetzt ersichtlich, welche Untersuchungen sige Blutentnahme macht – bei Patient M. braucht es Fränzi und die anderen beschliessen auf dem Gang,
oder Eingriffe bevorstehen, ob Medikamente dafür mehr als einen Versuch, weil er «schlechte dass jetzt der Zeitpunkt günstig sei für die Morgen-
gerichtet werden müssen, wie heute bei unseren Venen» hat – , kann ich mich bei den Blutdruckmes- pause. Alle bisher eingetretenen Patienten auf der
Chemopatienten, die eine Stunde vor Therapiebeginn sungen nützlich machen. Mein Jobpraktikum auf Station sind jetzt so weit vorbereitet. Es ist jetzt circa
Medikamente gegen allfällige Nebenwirkungen dem Notfall macht sich jetzt bezahlt. Im Anschluss 8.15 Uhr. Ich habe den Eindruck, ich bin schon sehr
erhalten, Fieber und Schüttelfrost zum Beispiel oder lerne ich, wie man die Elektroden am Körper für das lange hier, am Frühstückstisch hinten im Aufent-5
6
Reportage
|9
5 Temperatur messen am Patientenbett. 56 Pflegehilfe Gabi Steffen beim Vorbereiten der Bettwäsche.
uns von so etwas gerne anstecken», sagt Fränzi mit
7 einem Lachen.
Im Gegensatz zu Patient W. ist es Patient Q. gar nicht
zum Lachen. Fränzi hatte mich schon darauf
hingewiesen: «Du wirst sehen, wie unterschiedlich
Patienten mit der gleichen Diagnose und der gleichen
Behandlung auf die Chemotherapie reagieren», hatte
sie gesagt. Und in der Tat, als wir zu Patient Q.
kommen, um Blut zu entnehmen, Blutdruck und
Fieber zu messen sowie die Infusion für die Chemo
zu legen, ein völlig anderes Bild als bei Patient W.
Patient Q. wirkt völlig eingefallen, die Kleider hängen
an seinem Körper, eine Wollmütze schützt seinen
Kopf und den vermutlich kahlen Schädel vor allzu
neugierigen Blicken, seine Stimme ist sehr leise, ein
Hauch nur. Normalität aufrechterhalten, so denke
ich, sich so zu verhalten wie gegenüber jedem
7 Von der Spitalpharmazie zurück auf die Station: Transport von frisch hergestellten Zystostatika. anderen Patienten, darin besteht in einem solchen
Fall die Professionalität der Pflegefachkräfte. Ich
haltsraum fühle ich mich schon ein wenig als Teil des hilfe Gabi Steffen, die auch schon lange mit im Team beobachte Fränzis professionellen Umgang und
Teams. Der Austausch beschränkt sich heute auf die ist, verkörpert in gewissem Sinn den guten Geist, der versuche es ihr gleich tun. Patient Q. tut mir dennoch
Themen, die meine Neugierde vorgibt: Wie lange hier herrscht. Von allen, von Gabi besonders, geht leid, aber ich lasse mir nichts anmerken. Humor ist,
man hier schon arbeite und was hier besonders Wärme aus, Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit. wenn man trotzdem lacht. Ich weiss nicht. In diesem
gefällt. Draga ist erst seit 2 Wochen hier, alle Nach der Pause widmen sich Fränzi und ich unseren Fall scheint mir das nicht angemessen, es wäre
anderen schon viel länger, Zlatana gar schon über 10 Onko-Patienten. Von Patient W. habe ich schon hilflos und irgendwie auch beschämend. Professio-
Jahre auf der Wochenstation, die sich bis vor Kurzem gesprochen. Er ist ein Original, der sich mit aller nalität, Normalität hilft hier mehr. Neben aller
noch in Haus 6 im 2. Stock befand. Caro schätzt Lebensenergie, die er hat, gegen das drohende Urteil praktischen pflegerischen Kompetenz, die Fränzi
besonders den im Vergleich zu anderen Stationen stemmt. Auch seine Redseligkeit ist ein Mittel gegen beispielsweise mitbringt und oftmals fast nur
sehr engen Patientenkontakt, Zlata den strukturier- die Resignation. Fränzi, die den Patienten schon beiläufig wirkt – ich meine Dinge wie Infusion legen,
ten Arbeitsablauf bei gleichzeitiger Vielfalt der länger kennt, ist nicht ganz unglücklich darüber, dass Blut nehmen, EKG- und Infusiongeräte bedienen,
Patienten und der damit verbundenen täglichen er heute seine «Geschichten» mir anvertraut. Sie Verbände kontrollieren usw. –, scheint mir die
Abwechslung. Die anderen stimmen da zu, und ich kennt sie natürlich alle schon, freut sich aber menschliche Kompetenz, das Finden des richtigen
denke, auch der funktionierende Teamgeist wird jedesmal über W.s Energie und seine positive Tons im Gespräch, das richtige Einschätzen von
dazu beitragen, dass man sich hier wohlfühlt. Pflege- Ausstrahlung. «Im Gegensatz zu anderem lassen wir Nähe und Distanz die fast wichtigste Kompetenz in10 | Reportage
der Pflege zu sein, ein Faktor, der von Aussenste- Für das leibliche Wohl der Patientinnen und Patienten
henden zu oft unterschätzt wird. Diese Kompetenz auf der Station kümmert sich an diesem Tagi Gabi.
habe ich hier den ganzen Tag über gespürt. Schröder auf Am Morgen bereits hat sie für die heute über Mittag
anwesenden Patienten in der Küche das Essen
Unterirdische Geisterfahrt Jobvisite bestellt. Nach meinem eigenen sehr kurzen, aber in
Wenig später dann wirds doch noch lustig. Patient Einblicke in den KSA-Arbeitsalltag Gesellschaft von Fränzi, Zlata und Draga verbrachten
M. ist an der Reihe. Das Herzkatheterlabor hat «inform»-Redaktionsleiter Ralph Schröder Mittagessen, helfe ich Gabi bei der Essensverteilung
grünes Licht gegeben und das heisst: Bettentrans- absolviert in diesem Jahr insgesamt 9 und dem anschliessenden Servieren eines Kaffees.
port ins doch ca. 200 Meter entfernte Haus 1. eintägige Job-Praktika in den unterschied- Zumindest bekomme ich so Einblick in weitere
Normalerweise macht dies der Patiententransport. lichsten Bereichen und Abteilungen des Patientenzimmer und lerne damit weitere Patienten
Nur das Zurückholen auf die Bettenstation erfolgt in KSA und berichtet in der jeweils nächsten kennen. Während der bisher doch sehr engen
Begleitung einer Pflegefachperson für den Fall, dass Ausgabe des «inform» über seine persönli- Betreuung unserer vier Patienten habe ich ganz
auf dem Transport Komplikationen auftreten im chen Erfahrungen und Erlebnisse. • vergessen, dass auch Zlata, Draga und Caro ihre
Zusammenhang mit dem erfolgten Eingriff. Doch weil 3–5 Patienten zu betreuen hatten. Spätestens bei
ich hier bin, machen wir eine Ausnahme und bringen einem Alarm, der an diesem Tag aber nur einmal,
den Patienten auch auf dem Hinweg hinüber. Vitalwerte werden jeweils im KISIM resp. CATO pro und erst noch fälschlicherweise, erklang, würden
Unterirdisch natürlich. Patient M. geniesst die Fahrt Intervall erfasst. jedoch alle zu Hilfe eilen. Trotz Fokus auf die eigenen
sichtlich. Er sei schon immer gerne Geisterbahn Nach einer ersten gemeinsamen Kontrolle und Patienten ist Pflege natürlich auch Teamarbeit, hilft
gefahren, so sein Kommentar, als wir im unterirdi- Protokollierung darf ich die Überwachung von Patient man sich, springt ein oder überbrückt man füreinan-
schen Kanal eine scharfe Kurve nehmen und wir im W. alleine übernehmen und komme so in den Genuss der. So zum Beispiel, als wir unseren Patienten M. im
Verkehrsspiegel an der Kreuzung erscheinen. besagter Einzelheiten aus dem aktuellen Leben von Herzkatheterlabor abholten und Zlatana kurzfristig
Einem Gespenst sind wir während der unterirdischen W. Und natürlich bemerke ich auch, dass im Humor, die Überwachung unserer Krebspatienten übernahm.
Fahr natürlich nicht begegnet, unterwegs gab es mit dem mir W. seine Geschichten erzählt, immer Patient M. hatte die Katheteruntersuchung gut
nichts zu befürchten. Erst als wir oben im Herzkathe- auch ein wenig Verzweiflung mitschwingt, dass sich überstanden und war lediglich etwas verwirrt, als wir
terlabor ankommen und sich die Tür zum hell W. an jede Hoffnung klammert, auch Dinge auspro- ihn vom «Bettenparkplatz» vor dem Katheterlabor
erleuchteten Eingriffsraum öffnete, legten sich dann biert, die nicht auf ärztlichen Rat erfolgen wie abholten. Anders als er uns berichtete, hatte nämlich
ein paar Falten auf die Stirn von Patient M. Ein klein beispielsweise das Trinken von Schafsmilch oder kein Eingriff stattgefunden. Es wurden keine weiteren
wenig Angst war jetzt schon auszumachen, ver- Mate-Tee. Er glaube daran, dass das nütze. Und Verengungen der Herzgefässe gefunden. Die
ständlich. Aber wir beteuern, er sei hier in guten natürlich wartet er auch auf das möglicherweise in Schmerzen in der Brust werden, so die ärztliche
Händen und wünschen ihm bis zur Rückholung in ca. naher Zukunft neu entdeckte und seinen Krebs Anweisung, mit medikamentösen Mitteln zu lösen
1 bis 1,5 Stunden alles Gute. endgültig heilende Mittel. Patient W. gehört nicht zu versucht.
denjenigen, die an ein Wunder glauben, aber hoffen
Anstrengende Chemotherapie darauf tut er dennoch. Von seiner positiven Le- Am Ende waren die Batterien leer
Für die Krebspatienten wird es dann wenig später für benseinstellung, kann man sich auf jeden Fall eine Auch Patient K. werden wir später nach erfolgrei-
die nächsten gut 2–3 Stunden ernst. Zusammen mit gehörige Scheibe abschneiden. So viel steht fest. chem Eingriff zurück auf die Bettenstation bringen.
Gabi habe ich zuvor in der Spitalpharmazie (Haus 17) Beide Herzpatienten werden an diesem Tag die
die inzwischen frisch zubereiteten Zytostatika für Essen wird nebensächlich Station ohne Komplikationen verlassen können.
unsere wie zwei weitere Patientinnen auf der Station An ein normales Mittagessen ist natürlich bei einem Keine Nebenwirkungen sind auch bei unseren beiden
abgeholt. Das Tageslicht, das wir dabei auf dem Weg viertelstündlichen Überwachungsintervall auf der Krebspatienten während der Chemo aufgetreten.
abbekommen, tut gut. Auf einer Pflegestation zu Station nicht zu denken. Caro, die heute die Tages- Glücklicherweise, aber durchaus erwartbar. Beide
arbeiten, heisst sich mehrheitlich in geschlossenen verantwortung hat und die Pausen inkl. Mittagessen befinden sich bereits in einer späten Phase der
Räumen, auf fensterlosen Gängen zu bewegen. Das koordiniert, hat für alle, die kein Essen dabei haben, Therapie. Der Körper wehrt sich dann nicht oder nur
fällt einem erst auf, wenn man draussen ist. Essen im LeClou geholt. Eine Mikrowelle steht im noch selten gegen die toxische Wirkung des Antikör-
Daratumumab heisst die Substanz, die unsere an Aufenthaltsraum bereit, sollte das Essen kalt werden. pers. Patient Q. sah dennoch nicht glücklich aus, als
einem Multiplen Myelom leidenden Patienten per Essen, so viel ist mir klar geworden, ist auf einer er die Station verliess. Auch Patient W. hatte am
Infusion erhalten. Der Wirkstoff aus der Gruppe der Pflegeabteilung, Nebensache, und auch wenn ich es Ende keine Kraft mehr für einen letzten lockeren
sogenannten monoklonalen Antikörper soll die mittlerweile weiss, verstehe ich jetzt umso besser, Spruch. Unglücklich war ich darüber nicht, denn
malignen, d. h. die bösartigen Zellen zerstören. Die warum meine Frau, die jahrelang in der Pflege auch meine Energien waren nach diesem sehr
Patienten erhalten das Medikament während des gearbeitet hat, dem Essen lange Zeit wenig Bedeu- eindrücklichen, physisch, aber zuweilen auch
Aufenthalts in drei unterschiedlichen und zunehmen- tung beimass. Das passiert, wenn man so nah an psychisch anstrengenden Einsatz aufgebraucht.
den Dosishöhen (100/150/200 ml/Stunde). Sie den Patienten arbeitet. Dass man oft auf die An- Leicht gemacht hat mir meinen Einsatz aber das
werden die ersten 90 Minuten viertelstündlich, nehmlichkeit einer gepflegten Mittagspause verzich- Team, mit dem ich hier arbeiten durfte, Fränzi
danach halbstündlich überwacht, mit jeweiligem ten muss, auch daran sollte denken, wer über Elsenberger insbesondere. Das Wort «pflegeleicht»
Aufzeichnen des Blutdrucks, der Sauerstoffsättigung, Wertschätzung des Pflege- und natürlich auch des werde ich aber so schnell nicht mehr in den Mund
des Pulses sowie der Temperatur. Die ermittelten Arztberufs spricht. nehmen. • Ralph Schröder1 4
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1 Signaletik im Haus 7. 2 und 4 Unterirdischer Patiententransport von Haus 7 ins Herzkatheterlabor. 3 Vor dem Eingang der Medizinischen Uniklinik (Haus 7).12 | Zofingen
Neues Mammografiegerät Dr. Urban Rüttimann, Chefarzt Anästhesie.
Dr. Urban Rüttimann wird
Chefarzt Anästhesie am
Spital Zofingen
Nachfolger von Dr. Christoph Harms. Der Verwaltungsrat hat kürzlich
Dr. med. Urban Rüttimann zum neuen Chefarzt Anästhesie der Spital Zofin-
gen AG gewählt. Dr. Urban Rüttimann tritt am 1. März 2019 die Nachfolge
von Dr. Christoph Harms, Chefarzt Anästhesie, an. Dr. Harms wird das Spital
Zofingen weiterhin bis Anfang März 2019 fachlich unterstützen.
Dr. Urban Rüttimann absolvierte sein Medizinstudium an den Medizinischen
Universitäten Bern und Freiburg. Seinen Facharzttitel Anästhesie erlangte
Rüttimann 1996 und den Facharzttitel Intensivmedizin 1999. Des Weitern
Spital Zofingen verfügt neu über direkt-digitale Mammografie. schloss er 2015 das berufsbegleitende Studium (MBA) «Management im
Gesundheitswesen mit der Vertiefung OP-Management» erfolgreich ab.
Direkt-digitale Technik. Die Radiologie des Spitals Zofingen hat vor Wichtige Stationen seiner Ausbildung waren die Assistenzarztstellen in der
wenigen Tagen eines der modernsten Geräte für die Mammografie in der Anästhesie des Unispitals Basel, im Bürgerspital Solothurn und am Kantons-
Schweiz installiert. Sowohl die Patientinnen als auch die zuweisenden spital Winterthur sowie die Oberarztpositionen am Unispital Basel, Kantons-
Partner profitieren von der modernen direkt-digitalen Röntgentechnik mit spital Olten sowie ein Auslandsjahr am Prince of Wales Hospital Sydney in
stark reduzierter Strahlendosis im Vergleich zu konventionellen Geräten Australien. Ausserdem war er als Belegarzt an der Hirslanden Klinik Aarau
sowie einer hohen Bildqualität. und als Leitender Arzt und Stv. Chefarzt am Kantonsspital Baden tätig.
In der Schweiz werden jährlich ca. 6000 Frauen und 50 Männer mit Zuletzt arbeitete Dr. Urban Rüttimann als Leitender Arzt und Stv. Chefarzt
Brustkrebs neu diagnostiziert, die meisten davon zwischen dem 50. und Anästhesie und Intensivmedizin am Zuger Kantonsspital.
70. Lebensjahr. 20% aller Patientinnen sind zum Zeitpunkt der Diagnose An dieser Stelle bedankt sich die Spitalleitung von Zofingen bei Christoph
jünger als 50 Jahre. Pro Jahr sterben ca. 1350 Betroffene an den Folgen. Harms für seine langjährige Treue, die grosse Arbeit und sein Engagement
Die Mammografie ist ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebs-Vorsorge. • für Anästhesie am Spital Zofingen. •
Kader probt die Brandbekämpfung
Brandschutzkurs. Am 16. August hat das Kader des Spitals Zofingen im
Rahmen eines Brandschutzkurses erfolgreich die Bekämpfung eines
Entstehungsbrandes geübt. Nach kurzer Einführung konnte an zwei
Stationen der Umgang mit einer Löschdecke, einem CO 2 -Löscher, einem
Schaum-Wasser-Löscher und einem Nasslöschposten praktisch an einem
Kochtopf respektive am Gas-Brandsimulator getestet werden. Als Ab-
schluss wurde eindrucksvoll eine Fettexplosion demonstriert. Die meter-
hohe Feuersäule und die spürbare Hitze werden vielen sicher noch lange
im Gedächtnis bleiben.
Alle Teilnehmenden nahmen aus dem Kurs mit, wie wichtig es ist, einen
Brand sofort zu bekämpfen, wenn er noch beherrschbar ist: In der An-
fangsphase eines Feuers kann jeder Mitarbeitende einen entscheidenden
Beitrag dazu leisten, dass sich ein kleiner Entstehungsbrand gar nicht erst
zu einem grossen Feuer mit entsprechenden Schäden und der Bedrohung
von Menschenleben ausweitet. •
Das Kader des Spitals Zofingen probt den Ernstfall im Brandschutzkurs.Persönlich | 13
PD Dr. med. Thomas Kuntzen PD Dr. Oliver Riesterer, LA Radio-Onkologie.
neuer Chefarzt Gastroenterologie PD Dr. Oliver Riesterer
und Hepatologie neuer Leitender Arzt der
Radio-Onkologie
Neu. PD Dr. med. Oliver Riesterer ist seit dem 1. Juni 2018 neuer Leitender
Arzt der Radio-Onkologie im Tenure-Track zum Chefarzt. Zu seinen Spezial-
gebieten gehören neben einer breiten klinischen Ausbildung vor allem die
modernen Bestrahlungstechniken wie die intensitätsmodulierte Radiotherapie
und die Radiochirurgie / Körperstereotaxie.
Dr. Riesterer hat an den Universitäten Ulm und Köln Medizin studiert. Nach
zweijähriger Assistenzzeit am Kantonsspital Baden hat er seine Facharztaus-
bildung auf der Radio-Onkologie am Universitätsspital Zürich absolviert. Von
2000 bis 2003 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laboratory for
Molecular Radiobiology des Unispitals Zürich tätig, ebenso weilte er im
Rahmen eines Forschungsstipendiums im Department of Experimental
Radiation Oncology MD Anderson Cancer Center in Houston TX (USA). Von
2008 bis 2013 war Dr. Riesterer als Oberarzt und von 2013 bis zum Wechsel
PD. Dr. Thomas Kuntzen, Chefarzt Gastroenterologie und Hepatologie. ins KSA als Leitender Arzt der Radio-Onkologie am Unispital Zürich tätig.
Der 49-jährige PD Dr. Oliver Riesterer ist verheiratet, Vater von 3 Kindern
Neu. Am 1. September 2018 hat PD Dr. med. Thomas Kuntzen die Chefarzt- und lebt in Zürich. Zu seinen bevorzugten Freizeitaktivitäten gehören Unter-
position in der Gastroenterologie und Hepatologie übernommen. Er ist nehmungen mit der Familie sowie kulturelle Aktivitäten.•
Nachfolger von Dr. med. Franz Lammer, der nach über 24 Jahren am Kan-
tonsspital Aarau in Pension gegangen ist.
PD. Dr. Kuntzen ist ein herausragender Endoskopiker. Dies betrifft auch
endoskopische Spezialverfahren wie beispielsweise die Entfernung von Bruno Stoll, Leiter Architektur und Bau.
Tumoren im Frühstadium oder die Tumordiagnostik und -therapie mittels
endoskopischen Ultraschalls. Zusammen mit der Chirurgie, der Onkologie
und der Radiologie wird er deshalb am KSA die Behandlung von Erkrankun- Bruno Stoll neuer
gen der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre, des Magens und des
Dickdarmes weiterentwickeln. Intensiviert werden soll auch die Betreuung Spitalarchitekt / Leiter
von Lebererkrankungen. Für lebertransplantierte Patienten wird ein neues
Sprechstundenangebot geschaffen. Darüber hinaus verfolgt er das Ziel, die
Architektur und Bau
Hepatitis C mithilfe neuer antiviraler Substanzen im Kanton Aargau zu
eliminieren. Neu. Bruno Stoll ist seit 1. Juni 2018 der neue Spitalarchtiekt / Leiter
Architektur und Bau am Kantonsspital Aarau und damit Nachfolger von
Laufbahn Gregor Moser, der das KSA Ende Jahr verlassen hat. Bruno Stoll ist gelernter
Der heute 43-jährige PD Dr. Kuntzen begann seine Laufbahn 2002 in der Möbelschreiner sowie Hochbauzeichner und hat 2002 sein Studium zum
Inneren Medizin am Universitätsklinikum Bonn. Nach einem Forschungsauf- dipl. Architekten FH in Burgdorf absolviert. Darüber hinaus verfügt er über
enthalt über Hepatitis C an der Harvard-Universität in Boston (USA) arbeitete einen MAS in Denkmalpflege und Umnutzung sowie CAS in Betriebswirt-
er von 2008 bis 2016 am Universitätsspital Zürich und parallel 2015 bis schaft für Fach- und Führungskräfte sowie ein CAS Management von
2017 am Kantonsspital Frauenfeld, ab 2012 als Oberarzt. Während dieser Prozessen in der Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung.
Zeit erwarb er seine beiden Facharzttitel Innere Medizin und Gastroenterolo- Stoll hat in verschiedenen Unternehmen als Architekt gearbeitet und war von
gie sowie später zusätzlich den Schwerpunkttitel Hepatologie sowie den 2009 bis 2016 Abteilungsleiter Bau und Liegenschaften bei der Ev.-ref.
Fähigkeitsausweis ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatiko- Gesamtkirchgemeinde Bern und dort Mitglied der Geschäftsleitung. Zuletzt
grafie). Ab 2014 war er Direktoriumsmitglied des Transplantationszentrums war er Mitinhaber und Mitglied der Geschäftsleitung im Architekturbüro
am Unispital Zürich. 2017 wechselte er als Oberarzt in die interventionelle atelier GES partner ag in Burgdorf.
Endoskopie der Klinik für Innere Medizin / Gastroenterologie am Klinikum Der 45-jährige Bruno Stoll ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in
Ludwigsburg, wo er unter dem international bekannten Endoskopiker Prof. Mattstetten nähe Burgdorf. Zu seinen bevorzugten Freitzeitaktivitäten zählt
Dr. Caca auch seltene komplexe endoskopische Interventionen erlernte. neben der Pflege der Familie und des Freundeskreises das Reiten sowie der
PD Dr. Kuntzen ist verheiratet und Vater von vier Kindern. • Wintersport. •14 | Persönlich
Das Doppelt- und Dreifach-Power-Grosi vom
Patientenempfang
Mehr geht nicht, muss man sagen. Wer mit so viel PS auf zwei Rädern unter- und ihrem Freundeskreis so viele Aktivitäten wie
wegs ist, jodelt, auf allen Brettern und Böden tanzt, sich von Staumauern fallen beispielsweise das Tanzen und Singen – Irène pflegt
als Naturtalent seit ihrem 18. Lebensjahr das Jodeln
lässt und neben der Arbeit im Patientenempfang regelmässig viel Zeit findet, – unter einen Hut bringen will, das ideale Fortbewe-
ihre drei geliebten Enkel zu betreuen, der kann nur einen Namen tragen: gungsmittel.
Mehr. Die Rede ist von der 54-jährigen Irène Mehr, die seit 5 Jahren für den Beruflich arbeitet sie lange im Weltbild-Verlag in
Olten, holt berufsbegleitend die kaufmännische
Patientenempfang im KSA arbeitet. Ausbildung nach und landet dann zunächst im
Patientenempfang am Unispital Zürich, wo man die
Wer Mehr heisst, muss damit rechnen, dass er auf wie Irène fast etwas beschämt zugibt. Doch Ge- lebens-, kunden- und kontaktfreudige Irène mit
seinen Namen angesprochen wird, immer wieder. schwindigkeit und Gefahr, das Risiko, ein wenig Handkuss empfängt. Doch nach 3 Jahren Pendeln
Doch Nomen muss nicht immer Omen sein. Im Fall gehört das seit jeher zu Irène. Mut zum Leben, von Niedergösgen nach Zürich führt sie ihr Weg
von Irène Mehr aber schon. Denn die dreifache Bekenntnis zum Leben könnte man es auch nennen. schliesslich ins KSA, wo sie seit 5 Jahren arbeitet,
Grossmutter macht nicht nur «mehr» als andere, Das hat sie immer wieder weiter gebracht, auch in ebenfalls im Patientenempfang.
sondern es gibt sie sogar in doppelter Ausführung. schwierigeren Zeiten. Der Name trifft die Tätigkeit nicht wirklich. Wer im
Sie hat nämlich eine Zwillingsschwester, und Die Lehre zur Papeteristin zieht sie trotz früher Patientenempfang arbeitet, hat weit mehr Aufgaben
familientechnisch gibt es noch mehr von ihrer Sorte, Mutterschaft und ohne den Vater mithilfe ihrer als nur Patienten und Besucher zu empfangen und
noch fünf weitere Geschwister nämlich z. B., auch Auskünfte zu erteilen. Eintrittsdaten erfassen, Daten
wenn die alle nicht mit Namen Mehr heissen. Den recherchieren, Versicherungsstatus abklären,
Familiennamen hat Irène aus einer früheren Ehe. Geburten eintragen, Zivilstandsmeldungen (Geburt
Darum sollten wir ihn nicht überstrapazieren. Dass
sie ihn allerdings behalten hat, so vermuten wir mal,
Ich fahre sehr und Tod), Telefonkarten verwalten und zahlreiche
weitere Backoffice-Arbeiten gehören neben vielem
muss schon auch damit zu tun haben, dass er ein
Teil ihres Wesens widerspiegelt.
gut mit meinem anderen dazu.
Dass Irène jeden Tag mit dem Motorrad ins KSA
Nullachtfünfzehn ist bei Irène kaum etwas, bei allem, Leben. fährt, mit einem ihrer beiden Chopper, wie die
was sie anpackt, ist Power und Pfupf dahinter. Hat heissen Räder spätestens seit dem Film Easy Rider
sie eine Etappe erreicht, kommt die nächste, und Familie durch, wechselt dann nach der Lehre ins heissen, oder mit einer Vespa, versteht sich fast von
wenn sie etwas anfängt, dann richtig und ein Ende ist Bürofach, heiratet mit 25, zieht ins luzernische selbst. Ein Motorrad hat Irène praktisch immer mit
da noch nicht abzusehen. Denn immer gibt es noch Hinterland und bekommt zwei weitere Kinder, eine dabei, auch in den Ferien, die sie oft und gerne mit
etwas Neues auszuprobieren oder zu erlernen, ein zweite Tochter und einen Sohn. Die Ehe hält leider ihrer Zwillingsschwester verbringt, die – wie könnte
wenig mehr geht immer bei Irène. Der Name passt nicht und so zieht Irène mit den drei Kindern alleine es anders sein – ihre Leidenschaft fürs Töfffahren
einfach. weiter, die Achse Holzhäusern nordwärts, und landet teilt, jodelt wie sie und überhaupt eine ganz wichtige
Woher dieser Drive und diese Energie kommen, ist schliesslich in Niedergösgen, wo sie bis heute Rolle in ihrem Leben spielt. Ebenso wie ihre drei
schwer zu sagen. Vielleicht spielt ihr Heimat- und geblieben ist. Verzweiflung ist nicht die Sache von Enkel, die eine Grossmutter, die so viel Gas geben
Geburtsort eine gewisse Rolle, denn Holzhäusern im Irène. Vorwärts schauen war schon je ihre Devise, kann, natürlich voll cool finden. Wer in dem Alter
Kanton Zug, woher sie stammt, war früher einer der und weiterfahren. Sie steigt als alleinerziehende noch im Europa-Park nur auf die höchsten und
wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Schweiz. Mutter von 3 Kindern wieder in den Beruf ein. schnellsten Bahnen geht, am Familien-Bungee-Jum-
Noch vor und während dem Bau der Nationalstrassen Familie Mehr, das heisst bis heute Teamwork, an ping sich von der Verzasca-Staumauer James-Bond-
in den 1960er-Jahren rauschte hier noch der einem Strick ziehen. Man schaut zueinander, die like in die Tiefe stürzt und sich für kein Abenteuer zu
Fernverkehr durch die Gemeinde, kreuzten sich die älteste Tochter auf die jüngeren Geschwister, heute schade ist, der kommt nicht nur bei den Enkeln gut
Fernverkehrsstrassen Deutschland –Basel – Gott- Irène auf ihre mittlerweile drei Enkel, die ihr ein und an. Dass sie jederzeit wieder nach Kanada fahren
hard – Italien und München – Zürich – Luzern – Lau- alles sind. Nur so funktioniert es. Und die neue würde, wovon sie seit einem Sprachkursaufenthalt
sanne in Holzhäusern. Hamburg – Holzhäusern – Selbstständigkeit und Selbstbestimmung ermögli- vor 2 Jahren auf einer einsamen Pferde-Ranch in
Milano, so wurde die Nord-Süd-Strecke lange im chen auch Dinge, für die lange keine Zeit blieb. Die einsamer Natur träumt, ist aktuell zum Glück kein
Volksmund genannt. So manchem Lkw wird Irène Erfüllung des lang gehegten Traums vom Motorrad- Thema. Zum Glück für die Enkel, ihre Familie, aber
damals hinterhergeschaut haben, und ein schwerer fahren zum Beispiel. Der Führerschein macht sie auch fürs KSA. So bleibt uns Irène erhalten – ein
Motorradunfall im Dorf hat sie seit ihrer Kindheit von unabhängig und vor allem mobil bei Wind und Wetter. Mehrwert für alle. •
Motorrädern träumen lassen, makabrerweise positiv, Für jemanden, der so aktiv ist und neben der Familie Ralph Schröder| 15 Irène Mehr, Mitarbeiterin im Patientenempfang, Motorrad-Freak und dreifache Grossmama.
16 | Inside
Neues Hotellerie-Angebot in der Frauenklinik
Seit Juni dieses Jahres hat die Hotellerie in der Frauenklinik die Patientinnen- und
Besucherverpflegung für sämtliche Bettenstationen sowie die Geburtenabteilung über-
nommen: Eine Win-win-Geschichte sowohl für die Pflege als auch die Hotellerie. Das
Angebot für Privatpatientinnen wird dadurch nicht konkurrenziert.
Im Hotellerie-Office der Frauenklinik: Pflege und Hotellerie arbeiten Hand in Hand. Im Bild: Pflegeassistentin Ivona Vuckovic (grün) und Gastgeberin Patricia Muff.
Wer schon einmal in der Frauenklinik war, weiss, dass die Klinik eigentlich auszubauen. Seit Juni dieses Jahres unterstützt das kompetente Team der
ein «Spital im Spital» ist. Es hat ambulante und stationäre, «gesunde» und Hotellerie unter der Leitung von Pia Brem nun alle Bettenstationen sowie die
schwerkranke Patientinnen, eine Operationsabteilung, einen Aufwachraum, Geburtenabteilung im Bereich der Patientinnen- und Besucherverpflegung
Bettenstationen, eine Geburtenabteilung und einen Notfall. Durch die sowie der Betreuung der Aufenthaltszonen.
steigende Geburtenzahl (wir nähern uns 2000 Geburten/Jahr) sind auch Dieser Schritt war in der Logik der nächste, nachdem das Wochenbett
unsere Besucherzahlen gestiegen, schliesslich will ein freudiges Ereignis mittels Lean Management reorganisiert und ein «Hotellerie-Office»
wie eine Geburt auch gefeiert sein. Für das medizinische Personal jedoch geschaffen wurde. Zentrale Ziele des Projektes sind ein kompetentes
bedeutete dies: Verpflegungsmanagement, eine kooperative und zielführende Zusammen-
Neben dem Kerngeschäft stiegen auch die zusätzlichen Aufgaben aus dem arbeit zwischen Pflege und Hotellerie sowie die Nutzung von Synergien
Bereich der Hotellerie wie beispielsweise Mahlzeiten zu verschiedensten bei der Ausbildung von Fachfrauen Gesundheit. Dass sich die Hotellerie-
Zeiten aufbereiten/servieren, Getränke bereitstellen, Aufenthaltszonen Dienstleistungen für Privat- und Halbprivatpatientinnen von dem neuen,
bewirtschaften usw. ergänzenden Angebot unterscheiden, war Voraussetzung und für uns stets
selbstverständlich.
Keine Konkurrenz zum Privatangebot Bereits nach drei Monaten können wir dank grossem Einsatz und enger
Auf der Suche nach einer Lösung präsentiert sich diese jetzt neu wie folgt: Zusammenarbeit der Stationsleiterinnen und der Leiterin Privatservice
Da wir bereits seit über 17 Jahren erfolgreich mit Gastgeberinnen auf der verkünden, dass die Umsetzung gelungen ist – herzlichen Dank an alle
Privatbettenabteilung arbeiten und ebenso auf dem Wochenbett ein Früh- Beteiligten! •
stücksbuffet betreiben, lag es nahe, die Hotellerie in der Frauenklinik Sandra Sommer, Christoph HamannInside | 17
Die nächste Grippewelle kommt … bestimmt!
In der Inform-Ausgabe vom Mai 2018 wurde bereits über das Vorge- hen
bezüglich Influenza am KSA ab nächster Influenza-Saison vorinformiert.
Hier ein Update zu den geplanten Massnahmen.
Während der Hauptphase der Grippewelle sollen Mitarbeitende mit Patientenkontakt entweder wirksam geimpft sein oder konsequent einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Neu gilt für KSA-Mitarbeitende mit Patientenkon- Zur Optimierung der Schutzwirkung werden Durch konsequentes Umsetzen all dieser Mass-
takt ab nächster Grippesaison, dass sie während ausschliesslich tetravalente Impfstoffe eingesetzt. nahmen sind wir überzeugt, die Rate nosokomia-
der Grippe-Epidemie (gemäss BAG) entweder Stationäre Patienten mit Symptomen einer ler Influenzafälle reduzieren zu können. Helfen
mit einem wirksamen Impfstoff geimpft sind oder Influenza werden während der Grippesaison Sie mit, zu Ihrem eigenen Schutz, dem Schutz
bei Patientenkontakt konsequent einen Mund- gemäss Falldefinition (Fieber >38 °C PLUS Ihrer Familie, unserer Patienten und Ihrer Kolle-
Nasen-Schutz tragen. Weiterhin tragen alle mindestens 2 der folgenden Symptome: Rhinitis, ginnen und Kollegen. •
Mitarbeitenden mit Erkältungssymptomen bei Hals-/Ohrenschmerzen, Husten, Dyspnoe, Evelin Laffer Bucheli
Patientenkontakt einen Mund-Nasen-Schutz. Am Glieder- oder Kopfschmerzen, Diarrhoe) mittels
6. November 2018 informieren Infektiologie und PCR im Nasopharynxabstrich gescreent und
Personalarztdienst gemeinsam im Rahmen einer direkt bei Verdacht isoliert. Die zeitgerechte Hörsaalveranstaltung zum Thema
Hörsaalveranstaltung über die Impfung und Verfügbarkeit der Resultate konnte durch die 6. November 2018
ergänzende Massnahmen. Hier haben Sie Erhöhung der Laborkapazitäten und Verlängerung Kontakt Personalarztdienst
Gelegenheit, Ihre Fragen zu stellen. Daneben der Präsenz im Labor optimiert werden. Telefon 062 838 68 11
bieten Personalarztdienst und Infektiologie an, in Kontakt Infektiologie
Teamsitzungen direkt mit Ihnen ins Gespräch zu Hinweistafeln für Besucher und Angehörige Telefon 062 838 68 12
kommen. Bei den Eingängen mit Besucher- und Patienten-
verkehr sind Plakate angebracht, die Besucher
Impfangebote darauf hinweisen, bei Krankheitssymptomen auf
Die Möglichkeiten zur Grippeimpfung im KSA sind Besuche zu verzichten. Dort stehen zudem
vielfältig: Händedesinfektionsmittel und Mund-Nasen-
• beim Personalarztdienst im Haus 7 zu Bürozeiten Schutz für Besucher bereit. Weitere strategisch
• am 9. und 12. November im Personalrestaurant günstige Orte für diesen Service werden geprüft.
Le Clou Treffen Sie Besucher mit offensichtlichen Erkäl-
• direkt auf den Pflegestationen (Belieferung tungssymptomen bei Ihren Patienten an, so kann
durch die Spitalpharmazie gemäss Plan) auch in dieser Situation noch ein Mund-Nasen-
• in diversen Ärzterapporten Schutz aktiv angeboten werden.18 | Ausbildung
Medical Summer School – eine Erfolgsgeschichte
Die vierte Ausgabe der «KSA Medical Summer School» 2018 wartete mit einigen Neue-
rungen auf. Die mittlerweile schweizweit für Aufmerksamkeit sorgende, zweitägige
Sommerveranstaltung für Medizinstudierende am KSA bot erneut praktisches Wissen
aus dem Spitalalltag, das so während des Medizinstudiums nicht vermittelt wird.
Impressionen von der diesjährigen Medical Summer School (oben und rechte Seite: In den Workshops, im Hörsaal, am Hospitationstag und im Restaurant LeClou.
Was sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hat, hat sich in diesem Alexandra Roth mit Team hauptverantwortlich. Die Schirmherrschaft über
Jahr bestätigt. Das schweizweit einmalige Angebot für Medizinstudentinnen die Veranstaltung von ärztlicher Seite übernahm wie vergangenes Jahr Prof.
und -studenten «KSA Medical Summer School» wird zu einer Erfolgsstory. Dr. Philipp Schütz, Leitender Arzt Medizinische Uniklinik.
Zeigten in der Vergangenheit bereits diverse Medien Interesse an der jährlich
im Sommer stattfindenden Veranstaltung, begleitete in diesem Jahr auch ein Podiumsgespräch und andere Neuheiten
TV-Team von SRF «Schweiz aktuell» den Event. Die diesjährige Veranstaltung baute auf Erfolgreiches aus den Vorjahren auf,
Mit rund 90 teilnehmenden Medizinstudentinnen und -studenten, mehrheit- wartete aber auch mit Neuerungen auf. So erhielten die Studierenden nach
lich von den Universitäten Basel, Bern und Zürich, verzeichnete die Veran- spannenden Vorträgen am Eröffnungstag die Gelegenheit, sich aktiv an
staltung auch in diesem Jahr wieder eine Rekordteilnehmerzahl. Auch intern einem Podiumsgespräch zum Thema «Freud und Leid als Assistenzärztin und
stösst der Event von Jahr zu Jahr auf immer grösseres Interesse. Für den Assistenzarzt» zu beteiligen. Das Podium war mit den aktiven und ehemali-
Hospitationstag, der jeweils am Folgetag nach dem Einführungstag mit gen Chefärztinnen und -ärzten Prof. Hans Zeilhofer (Kiefer- und Gesichts-
Referaten und Workshops stattfindet, standen in diesem Jahr 24 Abteilun- chirurgie), Prof. Claudia Meuli (Plastische Chirurgie), Prof. Andreas Huber
gen, Kliniken und Institute mit einem Angebot zur Verfügung. (Labormedizin) sowie den Leitenden Ärzten Prof. Philipp Schütz, Dr. Marcus
Batschwaroff (Innere Medizin) und PD Dr. Christian Nebiker (Viszeral-
Perfekte Organisation chirurgie) ausserordentlich prominent besetzt. Die beliebten Workshops am
Je grösser und vielfältiger das Angebot, desto mehr steigt das Interesse der Nachmittag des ersten Tages boten neben dem «chirurgischen Nahtkurs»
Studierenden. Ausserdem hat sich die Exklusivität des alternativen Weiterbil- und dem Ultraschall-Kurs neu einen 3D-Printing-Workingshop in der Kie-
dungsangebots in den Semesterferien mittlerweile unter den Studierenden ferchirurgie oder «Basics in der EKG-Interpretation».
herumgesprochen. Einige Teilnehmende waren bereits zum dritten Mal dabei. Zu einem spannenden und entspannenden Austausch fanden am Abend des
Der diesjährige Erfolg zeichnete sich bereits während der Anmeldung ab. Vier ersten Tages Studierende, Referentinnen und Workshopleiter bei sommerli-
Stunden nach Öffnung des Online-Anmeldefensters waren bereits 44 chem Wetter im LeClou zusammen, wo Gegrilltes und Getränke serviert
Anmeldungen eingegangen. wurden. Am Folgetag erhielten die Teilnehmenden wertvolle Einblicke in den
Die zunehmende Grösse des Events ist auch eine Herausforderung für Spitalalltag in einer Klinik, einer Abteilung oder einem Institut ihrer Wahl. •
das Organisationsteam aus dem Marketing. Für den in diesem Jahr erneut
perfekt organisierten und gelungenen Event zeichnete Projektleiterin www.ksa.ch/medicalsummerschoolSie können auch lesen