Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga

Die Seite wird erstellt Klaus-Peter Henning
 
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Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
AU SGA B E 39
                                                             Nummer 2/2017
                                                             Schutzgebühr: € 4,50

           NEU: Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V.

                     Beatmung
                       Anfang vom Ende?

Seite 4:                   Seite 8:              Seite 20:
Berichte vom               Geschichte            Reisebericht:
­Patientenkongress         der maschinellen      mit Sauerstoff
 2017 in Altötting         ­Beatmung             nach Kolumbien
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
O2 - R E P O R T 2 / 2 0 1 7

Inhalt                                         Grußwort des Vorsitzenden
Patientenkongress 2017                                          Liebe LOT-Mitglieder, liebe Angehörige, verehrte Leser,
Dr. med. Jens Geiseler:                                         unser neuer O2-Report erscheint leider etwas verspätet, aber
Beatmung – Anfang vom Ende?               4                    wir sind froh, dass wir nach einem verzögerten Wechsel der
                                                                Führung des Vereins (besser der Selbsthilfeorganisation)
Margrit Selle: Für wen Pflege? –
                                               Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. es doch noch geschafft ha-
Und wer zahlt?                           6
                                               ben, dieses Jahr ein zweites Heft des O2-Reports fertigzustellen – herzlichen
                                               Dank an alle Beteiligten. Das aktuelle Heft versorgt Sie mit vielen Informatio-
Beatmung
                                               nen zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Sauerstoff und Beatmungsthe-
Dr. med. Ortrud Karg: Geschichte der           rapie.
­maschinellen Beatmung                   8
                                               So finden Sie wissenschaftliche Berichte unseres letzten Patienten-Kongresses
                                               in Altötting. Zusätzlich hat Frau Dr. Karg, München, einen Artikel über die
LOT intern
                                               Historie der Beatmungstherapie verfasst.
Kolumne: „Welche Farbe hätten’s ­
                                               Daneben haben wir noch eine ganze Reihe lesenswerter Informationen
denn gern?“                              16
                                               für Sie zusammengestellt und natürlich wie immer lebensnahe Berichte aus
Vorstellung des LOT-Vorstands            18   ­unseren aktiven LOT-Gruppen. Selbstverständlich stellt sich in diesem Heft
                                               auch der neue Vorstand der Deutschen Sauerstoff- und B
                                                                                                    ­ eatmungsLiga e.V.
Reisebericht                                   vor.

Mit Sauerstoff nach Kolumbien:                 Für alle, die bislang unseren Patientenkongress, zuletzt in Altötting im Juli
„Und es geht doch!“                      20   2017 besucht haben, und denen, die es vorhatten und auch für 2018 ein­
                                               planen, möchte ich den Termin für das Jahr 2018 ankündigen: 14. Juli,
Sauerstoffpatienten berichten                  ­diesmal im Westen Deutschlands in Recklinghausen. Für die Zukunft ist, um

Ein Gespräch – zum Nachdenken                  eine gewisse Gerechtigkeit bezüglich der Anreise zwischen dem Norden und
                                               dem Süden Deutschlands zu schaffen, ein Wechsel des Ortes des Patienten­
belauscht – Teil III                     22
                                               kongresses zwischen Altötting und Recklinghausen geplant. Warum keine
                                               ­anderen Orte? Wir sind auch auf eine wirtschaftliche Führung unseres Vereins
Wir gedenken
                                               angewiesen, und sowohl in Altötting als auch Recklinghausen stehen uns die
Trauer um Johanna Seidel und Günter von
                                               Räumlichkeiten für den Patientenkongress kostenlos zur Verfügung.
Posern                                   25
                                               Bezüglich weiterer Änderungen durch den Wechsel des Vorstands verweise ich
                                               auf den Artikel auf Seite 18 in diesem Heft.
Seelsorge

Wenn Weihnachten zerbricht               26   An dieser Stelle vielen Dank an alle Fleißigen aus unseren Gruppen, der
                                               ­Redaktion, den Ärzten und Therapeuten und der Industrie, die an dieser
Rubriken                                       ­Ausgabe mitgewirkt haben! Wir freuen uns, wenn wir Ihnen mit diesem
                                               ­O2-Report einige angenehme Lesestunden bereiten können. Mit ganz herz­
LOT-Gruppen berichten                    27
                                               lichen Grüßen aus dem schönen Ruhrgebiet, verbunden mit
Rätsel                                   36
                                               dem Wunsch eines frohen Weihnachtsfestes und eines Guten
LOT-Gruppen Kontakte                     41   Rutsches ins Neue Jahr.
Beitrittserklärung                       42
                                               Ihr
Impressum, Inserentenverzeichnis         43
                                               Dr. med. Jens Geiseler
                                               Vorsitzender der Deutschen Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V.
                                               und Chefarzt der Medizinischen Klinik IV – Pneumologie, Beatmungs- und
                                               Schlafmedizin, Paracelsus-Klinik Marl, Klinikum Vest.
Bildnachweise:
Seite 1: ivan mogilevchik/Fotolia
Seite 3: makyzz/Fotolia
                                               Um auch über die elektronischen Medien mit Ihnen in Kontakt zu kommen, bitten
Seite 6: Tatjana Balzer/Fotolia
                                               wir Sie, uns Ihre E-Mail-Adresse bekanntzugeben. Dafür reicht es, eine E-Mail mit
Seite 26: rgvc/Fotolia                         Ihrem Namen und Ihrer Anschrift an die Adresse info@sauerstoffliga.de zu schicken!

2                                                                                                                     O2-Report
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
Sauerstoff
                                                                                  immer
                                                                              und überall

                                                                                                      (0365) 20 57 18 18
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                                                                                                                           6 Stufen
  1                  3
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Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
PAT I E N T E N KO N G R E S S 2 0 1 7

Beatmung – Anfang vom Ende?
Beitrag von Dr. med. Jens Geiseler
auf dem Patientenkongress 2017 in Altötting

                                                                                            ■   Symptome der Hypoventilation
Das respiratorische System des                                                                  (Atemnot, Tagesmüdigkeit, morgend-
Menschen besteht aus zwei Antei-                                                                liche Kopfschmerzen u. a.) bestehen
len, die unabhängig von einander,                                                           ■   und gleichzeitig in der Analyse der
aber auch gemeinsam erkrankt                                                                    Blutgase am Tage oder auch nachts
sein können, und damit ihre Auf-                                                                gemessen, erhöhte Werte von Kohlen-
gaben (Aufnahme von Sauerstoff                                                                  dioxid nachgewiesen werden können.
über die Lungenbläschen, Abatmen
des durch Stoffwechselprozesse                                                              Für die COPD war der Nutzen einer au-
in den Körperzellen entstehenden                                                            ßerklinischen Beatmung lange umstritten:
Kohlendioxid mit Hilfe der Atem-                                                            Studien mit niedrigen Beatmungsdrücken
pumpe) nur noch teilweise erfüllen                                                          zeigten keine klinischen Effekte. Eine Be-
können.                                                                                     atmung mit ausreichend hohen Beat-
                                                                                            mungsdrücken und einer Therapiedauer
                                                                                            von mindestens 6 Stunden täglich konnte
                                                                                            dagegen eine deutliche Verbesserung des
Kennzeichen der Lungenschädigung ist          ■   wenn möglich und gewünscht:               Überlebens über die Dauer von 1 Jahr, zu-
vor allem ein Sauerstoffmangel im Blut            ­Lebensverlängerung                       sätzlich auch eine Verbesserung der Geh-
(Hypoxämie) – Kohlendioxid (CO2) kann                                                       strecke im 6-Minuten-Gehtest und eine
die Luft-Blut-Schranke ca. 20 mal leichter    Diese Ziele werden durch eine intermittie-    Verbesserung der Lebensqualität zeigen.
passieren als Sauerstoff, und somit ist der   rende Beatmung über ein sogenanntes               Eine neue Indikation konnte in der
Wert für das Kohlendioxid bei Lungener-       Heimbeatmungsgerät erreicht: Die Atem-        Studie von Murphy dieses Jahr gezeigt
krankungen häufig normal bzw. sogar           pumpe wird in ihrer Arbeit entlastet, den     werden: Patienten mit COPD, die wegen
erniedrigt, um durch eine verstärkte
­                                             Hauptteil der Atemarbeit übernimmt in         einer akuten Exazerbation im Kranken-
­Atmung mehr Sauerstoff in den Körper         den Phasen der Maskenbeatmung das Beat-       haus über Maske beatmungspflichtig wer-
 aufnehmen zu können. Bei Atempumpen-         mungsgerät, die Muskulatur kann sich in       den, haben ein hohes Risiko im ersten
 schwäche dagegen kann das Kohlendi-          dieser Phase erholen und in den beat-         Jahr, erneut eine Krankenhaus-pflichtige
 oxid nicht ausreichend abgeatmet wer-        mungsfreien Zeiten wieder mehr leisten.       Exazerbation zu erleiden. Wenn 2 Wo-
 den, steigt somit im Blut an, was immer      Zusätzlich werden durch die Verbesserung      chen nach Ende der Beatmungspflichtig-
 auch zu einem gleichzeitigen Absinken        der Blutgase Regelkreise des Atemzentrums     keit im Rahmen der Exazerbation der
 des Sauerstoffs im Blut führt.               und die Schlafqualität positiv beeinflusst.   Kohlendioxid-Partialdruck im Blut immer
    Beatmung und Sauerstoffgabe stellen          Mehrere Arbeiten, unter anderem die        noch erhöht, d.h. < 53 mmHg war, profi-
 hier zwei Behandlungsmöglichkeiten bei       QUALIHOV-Studie (Lebensqualität bei           tierten die Patienten von einer außerklini-
 chronischer Insuffizienz von Lunge und/      Home Mechanical Ventilation) haben ge-        schen nichtinvasiven Beatmung: 6 Patien-
 oder Atempumpe dar. Für beide Therapie-      zeigt, dass durch eine nichtinvasive Beat-    ten mussten behandelt werden, um eine
 formen existieren in Deutschland Leitlini-   mung eine Verbesserung der Lebensquali-       neuerliche Krankenhausaufnahme/einen
 en, die die Indikationen für die Behand-     tät, die über Fragebögen erfasst wird, bei    Todesfall zu vermeiden – eine sehr effek­
 lung und teilweise auch praktische Tipps     unterschiedlichen Krankheitsbildern mit       tive Therapie.
 für die Einleitung und Kontrolle dieser      Atempumpenschwäche stattfindet.
 Therapien enthalten.                            Grundsätzlich können vier große            Welcher Patient benötigt nur
    Die Ziele der nichtinvasiven Beatmung     Krankheitsgruppen unterschieden wer-          eine B
                                                                                                 ­ eatmung, welcher Patient
 bei chronischer Atempumpenüberlastung        den, bei denen entweder primär oder se-       ­Sauerstoff und Beatmung?
 sind:                                        kundär im Krankheitsverlauf nach Jahren       Bei reinen Erkrankungen der Atempum-
 ■ Verbesserung der Lebensqualität            eine Atempumpenschwäche auftreten             pe, wie z. B. neuromuskulären Erkran-
 ■ Verbesserung der Leistungsfähigkeit        kann: Neuromuskuläre Erkrankungen,            kungen ist die Lunge in der Regel gesund,
 ■ Verbesserung der Blutgase                  Obesitas-Hypoventilations-Syndrom,            d.h. wenn die Atmung durch die Beat-
 ■ Ermöglichen des Führens eines selbst-      thorakal-restriktive Erkrankungen und         mung normalisiert ist, benötigt der Pati-
    bestimmten Lebens                         die COPD.                                     ent in der Regel keine zusätzliche Sauer-
 ■ Verhinderung einer neuerlichen                Die Indikation zur Beatmung wird nur       stoff-Therapie. Ähnliches gilt häufig für
    ­Krankenhausaufnahme                      gestellt, wenn                                Patienten mit thorakal-restriktiven Er-

4                                                                                                                           O2-Report
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
PAT I E N T E N KO N G R E S S 2 0 1 7

krankungen. Liegt eine zusätzliche Lun-        regelmäßige Kontrolluntersuchungen der           Die Deutsche Sauerstoff- und Beat-
generkrankung vor, wie z. B. bei der           Beatmungsqualität anbieten, im ersten         mungsLiga LOT e.V. unterstützt Betroffe-
COPD, und entwickelt sich die Atem-            Jahr werden aktuell 3 Kontroll-Termine        ne und Angehörige sowohl bei der Lang-
pumpschwäche erst im Verlauf der Er-           empfohlen, danach 1-2 Termine jährlich.       zeit-Sauerstoff-Therapie und der außer-
krankung, ist fast immer eine zusätzliche      In Zukunft sind auch ambulante Kontrol-       klinischen Beatmungstherapie, damit die-
Sauerstoff-Therapie notwendig.                 len, z. B. unter Einsatz von Telemedizin      se effektiven Therapien von möglichst
                                               und anderen neuen Techniken, vorstell-        vielen Patienten mit gutem Erfolg durch-
Wo und wie soll eine außerklinische            bar.                                          geführt werden können.
Beatmung eingeleitet werden?                      Ist somit die Beatmung der Anfang
Die aktuelle Leitlinie Invasive und nichtin-   vom Ende? Diese Frage muss mit einem          Weiterführende Literatur:
vasive Beatmung bei chronisch respirato-       klaren Nein beantwortet werden: Beat-         Windisch W, Dreher M, Geiseler J et al.
rischer Insuffizienz (www.awmf.org/leitli-     mung ist eine effektive, oft lebensverlän-    Nichtinvasive und invasive Beatmung als
nien) empfiehlt die Einleitung in einem        gernde Therapie, die bei korrekter Einlei-    Therapie der chronischen respiratori-
erfahrenen Zentrum für außerklinische          tung und Einstellung der Beatmungspara-       schen Insuffizienz. Pneumologie. 2017
Beatmung: Verschiedene Geräte, verschie-       meter sowie Auswahl einer geeigneten          Nov;71(11):722-795
dene Masken und entsprechende Untersu-         Maske häufig viele Symptome der Grund-        Magnussen H, Kirsten AM, Köhler D et
chungen der Blutgase sowie der Qualität        erkrankung und der Atempumpschwäche           al. Leitlinien zur Langzeit-Sauerstoffthe-
der Beatmung insbesondere über Nacht           bessern kann – die Grunderkrankung            rapie der Deutschen Gesellschaft für
sind Voraussetzungen für eine korrekte         selbst, z. B. die Lungenerkrankung bei        Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.
Einstellung der Beatmung. Zusätzlich soll      COPD oder die neuromuskuläre Erkran-          Pneumologie. 2008 Dec;62(12):748-56.
durch intensive Schulungsmaßnahmen die         kung kann naturgemäß nicht geheilt wer-
Bereitschaft des Patienten, diese Therapie     den. Eine „Heilung“ ist z. B. bei Obesitas-   Beide Leitlinien sind über die Website der
zu Hause konsequent durchzuführen, ge-         Hypoventilation durch eine massive Ge-        Deutschen Sauerstoff- und BeatmungsLiga
steigert werden. Auch sollte das Zentrum       wichtsreduktion möglich.                      LOT e.V. zum Download verfügbar.  •

                                                                                                                           HOMECARE
                                                                                                                           Pneumologie
                                                                                                                           Neonatologie

Moderne Sauerstofftherapie schafft Mobilität.                                                                              Anästhesie
                                                                                                                           Intensivbeatmung
                                                                                                                           Schlafdiagnostik
                                                                                                                           Service
                                                                                                                           Patientenbetreuung
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
PAT I E N T E N KO N G R E S S 2 0 1 7

Für wen Pflege? – Und wer zahlt?
Beitrag von Margrit Selle
auf dem Patientenkongress 2017 in Altötting

Bei meinem Vortrag auf dem Patientenkongress im Juli 2017 in             haltsunterstützende Maßnahmen braucht, sollte eine Begutach-
Altötting ging es um die neuen Pflegegrade, die Beantragung              tung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse)
und die Begutachtung der Pflegebedürftigkeit.                            ins Auge fassen.

Das Pflegestärkungsgesetz (PSG II) ist im Sozialgesetzbuch Elf           Wo stelle ich meinen Antrag?
(SGB XI) §140 verankert. Der Pflegebedürftigkeitsbegriff wurde           Pflegegeld und andere Kostenerstattungen müssen durch einen
im Zuge der Pflegereform 2016/17 neu definiert. Bis dahin wurde          Antrag bei der Pflegeversicherung gestellt werden. Träger der
Pflegebedürftigkeit anhand von Pflegeminuten bestimmt. Hierbei           Pflegeversicherung ist in der Regel der Träger der Krankenversi-
ging es nur um Körperpflege, Mobilität und Ernährung. Haushalts-         cherung. Rufen Sie Ihre Krankenkasse an und bitten um Zusen-
unterstützende Maßnahmen und sozialpflegerische Aspekte wur-             dung des Antrages zur Pflegebegutachtung. Lassen Sie sich auch
den nicht berücksichtigt. Anstelle der Pflegeminuten wird nun ein        die Kriterien zur Begutachtung mitschicken. Sie können selbst als
Punktesystem von 0-100 verwendet. Den Beeinträchtigungen sind            betroffene Person einen Antrag stellen oder aber ein Bevollmäch-
Punktwerte zugeordnet, jedoch werden die verschiedenen Module            tigter bzw. gesetzlicher Betreuer. In diesem Fall bitte den Betreu-
dazu prozentual unterschiedlich bewertet (siehe Tabelle 1).              ungsausweis bzw. die Vollmacht in Kopie beifügen. Bei Kindern
                                                                         und Jugendlichen stellen den Antrag die gesetzlichen Vertreter,
Wie krank muss ich sein um Unterstützung zu erhalten?                    das sind meist die Eltern.
Wer im Alltag eingeschränkt ist, Unterstützung bei der Grund-                Der Zeitpunkt des Antrags ist für den Leistungsbeginn ent-
pflege als auch Pflegehilfsmittel, psychosoziale und/oder haus-          scheidend! Der Leistungsbescheid wird von der Pflegekasse er-

 Tabelle 1                                                                                             Tabelle 2

 Pflegegrad            Einstufungskriterien                                 Punkte                     Pflegegrad                Pflegesachleistungen

 Pflegegrad 1          Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit           12,5 – 27 Punkte
                                                                                                       Pflegegrad 1                           –
 Pflegegrad 2          Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit        27 – 47,5 Punkte
                                                                                                       Pflegegrad 2                        689 €
 Pflegegrad 3          Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit          47,5 – 70 Punkte
                                                                                                       Pflegegrad 3                       1.298 €
 Pflegegrad 4          Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit         70 – 90 Punkte
                                                                                                       Pflegegrad 4                        1.612 €
 Pflegegrad 5          Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit      90 – 100 Punkte
                       mit besonderen Anforderungen an die pflegerische                                Pflegegrad 5                       1.995 €
                       Versorgung
                                                                                                      Quelle: https://sanubi.de/content/pflegegrade
Erstellt von Margrit Selle 2016

6                                                                                                                                     O2-Report
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
Neu
                                                                                                                      ab 0
                                                                                                                          1.04
                                                                                                                                .17

  stellt. Der MDK gibt dazu seine sozialmedizinischen Empfehlun-
  gen in einem Gutachten vor.

  Welche Unterlagen werden gebraucht?
  Zunächst reicht der Antrag zum Einsenden. Es sollten jedoch
  Arztberichte, Medikamentenplan und sonstige Befunde zusam-
  mengetragen werden, um sie dem Gutachter vom MDK vorzu­
  legen. Nach § 630g BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) hat jeder
  Patient das Recht, seine Unterlagen bei den behandelten Ärzten
  einzufordern. Kopierkosten können allerdings anfallen.

  Welche Unterstützungen gibt es noch?
  Da gibt es die schon oben erwähnten Pflegehilfsmittel, die ab
  Pflegegrad 1 im Wert von 40 Euro erstattet werden. Dazu zählen
  Gebrauchsmittel wie Einmalhandschuhe, Schutzschürzen, Bett-
  schutzeinlagen, Einlagen bei Inkontinenz, Desinfektionsmittel,
  um nur ein paar zu nennen.
       Technische Pflegehilfsmittel wie Rollatoren, Inhaliergeräte,
  Duschhocker etc. fallen nicht unter die Zuständigkeit der Pflege-
  kassen. Diese können vom Arzt verschrieben und bei der jeweiligen
  KK beantragt werden. Die einzelnen Geldleistungen steigen je nach     Tonangebend in
                                                                        der Atemtherapie!
  Pflegegrad. Pflegegeld erhalten Versicherte, die zuhause von Ange-
  hörigen, Freunden oder Bekannten gepflegt werden. Pflegesachleis-
  tungen können von ambulanten Pflegediensten für die Grundpflege
  erbracht werden, die diese direkt mit der Krankenkasse/dem Kost-
  enträger abrechnen. Zusätzlich gibt es bei den Pflegesachleistungen
  eigene Sätze für die Voll- und Teilstationäre Pflege/Versorgung.
  ­Tabelle 2 zeigt eine Übersicht zu den Pflegeleistungen.
       Verschiedene Leistungen wie Tages- und Nacht-, Verhinde-
   rungs- und Kurzzeitpflege sind auch zu kombinieren. Den Leis-
   tungsanspruch der Kurzzeitpflege wird Pflegebedürftigen ab
   ­Pflegegrad 2 bis Pflegegrad 5 gewährt und zwar mit 1612,– Euro
                                                                        Das PLUS für mehr
    für bis zu acht Wochen innerhalb eines Kalenderjahres. Wird im      Lebensqualität bei
    laufenden Jahr keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen,
    kann Verhinderungspflege von maximal 1612,– Euro beantragt          Erkrankungen der
    werden. Ferner gibt es noch die Mobilitätshilfe und die Wohn-
    raumanpassung.                                                 •
                                                                        Atemwege.

Pflegegeld              Tages- und          Vollständige Pflege
                       ­Nachtpflege

    –                        –              Zuschuss von 125 €

  316 €                   689 €                    770 €

  545 €                   1.298 €                  1.262 €                                                          Löst Schleim, reduziert
  728 €                   1.612 €                  1.775 €
                                                                                                                    Husten und Atemnot.
  901 €                   1.995 €                 2.005 €

                                                                        Erhältlich in Apotheken, Sanitätshäusern
                                                                        oder unter www.cegla-shop.de
                                                                        PZN 12 419 336 | Erstattungsfähig unter
                                                                        Hilfsmittel-Positions-Nr.14.24.08.0013
                                                                        Bitte vor der ersten Anwendung die          Tel +49 2602 9213-0
                                                                        Gebrauchsanweisung sorgfältig durchlesen.   www.cegla.de

  2. Halbjahr 2017
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
B E ATM U N G

Geschichte der maschinellen Beatmung
Dr. med. Ortrud Karg – München

Zur Durchführung einer maschinellen Beatmung benötigt man mechanische
Hilfe: Ein Beatmungsgerät belüftet die Lunge mit einem bestimmten
Beatmungsmuster in einem definierten Zeitverlauf mit vorgegebenem
Druck oder Volumen. Hierbei leistet es maschinelle Atemarbeit, die ohne
diese Hilfe der Patient selbst aufbringen müsste.

Abb. 1: Spirophore von Woillez 1876

Die Geschichte der Beatmungsmedizin          entdeckt. Um das Jahr 1530 entwickelten      darüber. Er wird als Pionier der Wieder-
geht weit zurück. Bereits in vorchristli-    u.a. Paracelsus und Andreas Vesalius The-    belebung durch Mund-zu-Mund-Beat-
cher Zeit scheint es ein Wissen um künst-    orien einer mechanischen Atemunterstüt-      mung in England angesehen. Die Metho-
liche Beatmung und physiologische Zu-        zung bzw. Methoden zum rhythmischen          de entwickelte sich nahezu zeitgleich in
sammenhänge gegeben zu haben. So wur-        Aufblasen von Tierlungen. Es dauerte je-     vielen Ländern Europas, führte u.a. zur
de in religiösen Schriften, z. B. im Alten   doch nochmals über 100 Jahre, bis sich       Gründung von Rettungsgesellschaften Er-
Testament, eine Art der Mund-zu-Mund-        die „Royal Society of London for Impro-      trunkener.
Beatmung beschrieben. Die Darstellung        ving of Natural Knowledge“ für das The-         1755 hat der schottische Chirurg John
diente hauptsächlich zur Verbreitung         ma zu interessieren begann: Robert Hoo-      Hunter einen Doppelkammer-Blasebalg
mystischer und spiritueller Vorstellungen.   ke und Richard Lower griffen die Versu-      mit Ventilsteuerung entwickelt, dessen
Das Lufteinblasen wurde als das wesentli-    che von Vesalius auf, blähten die Lunge      Tülle er mittels Schnitt in die Luftröhre
che Symbol für die Belebung des Men-         eines Hundes mittels kontinuierlichem        einführte. Diese Konstruktion ermöglich-
schen begriffen.                             Luftstrom, erzeugt durch 2 Blasebälge.       te eine Wechseldruckbeatmung mit Über-
    Die weitere Entwicklung machte je-       Hooke folgerte daraus, dass die Frischluft   druck- und Saugphase. Er übertrug seine
doch viele Irrwege und Rückschritte, v.a.    das Tier am Leben hielt.                     Tierversuche zur Wiederbelebung auf den
im Mittelalter ging medizinisches Wissen        1744 veröffentlichte William Tossach      Menschen. Es war die erste Form künstli-
verloren, die Funktionen von Herz und        in Edinburgh einen Fallbericht einer an-     cher Beatmung.
Lunge waren unbekannt, ebensowenig die       geblich erfolgreichen Mund-zu-Mund-             1771 bzw. 1774 haben Carl Wilhelm
Notwendigkeit freier Atemwege. Erst in       Beatmung. John Fothergill griff die Me-      Scheele und Joseph Priestley unabhängig
der Neuzeit wurde dieses Wissen wieder-      thode auf und berichtete unermüdlich         voneinander beim Erforschen von Ver-

8                                                                                                                        O2-Report
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
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             Nachweislich mehr Lebensqualität:
             Die COPD-Therapie mit Zephyr®-Ventilen.
                                                                                                         R AL S
             Sie sind besonders schnell kurzatmig?                                                     EH

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             Sie fühlen sich nicht in der Lage, Ihren Alltag zu bewältigen?
                                                                                                     .0 0
             Einkaufen, Duschen oder das Spielen mit den Enkeln fällt Ihnen schwer?                12

                                                                                                                                     N
                                                                                                                                 TE
                                                                                                                            EN
                                                                                                     BE
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             Sie haben das Gefühl, Ihre Lebensqualität sinkt beständig?                                   HA
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             Empfohlen, geprüft, bewährt: Die Ventil-Therapie für mehr Lebensqualität.

                                                               Wenn Sie an einem Lungenemphysem, einer schweren
                                                               Form von COPD leiden, kann die Therapie mit Zephyr-
                                                               Ventilen Ihnen eventuell helfen.

                                                               Sehr kleine Einwegventile werden
                                                               in den erkrankten Lungenbereichen
                                                               platziert.                                         Originalgröße

                                                               Sie verhindern das Eindringen von Luft in die erkrankte
                                                               Region, ermöglichen aber das Entweichen von einge-
                                                               schlossener Luft und Flüssigkeit. Und falls notwendig,
                                                               kann das Zephyr-Ventil wieder entfernt werden.

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                                                               nach weiteren Informationen über die
                                                               Behandlung und über Behandlungszentren.

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P0364DE_A
Beatmung Anfang vom Ende? - SauerstoffLiga
B E ATM U N G

Abb. 2: Prototyp der „Iron Lung“ in geöffnetem                     Abb. 3: Poliostation
Zustand mit Versuchsperson 1929

brennungsvorgängen den Sauerstoff ent-       terte sich der Brustkorb und ermöglichte     Blasebälgen manuell betrieben. 1928 ent-
deckt. Hunter hielt die Verwendung von       das Einströmen von Luft.                     wickelten die Ingenieure Philip Drinker
Sauerstoff effektiver als die Beatmung mit      1832 entwarf der schottische Arzt         und Luis Agassiz Shaw in Boston an der
gewönlicher Luft. Antoine Lavoisier er-      John Dalziel den ersten Tankventilator:      Harvard-Universität den ersten klinik-
kannte schließlich die Bedeutung des Ga-     ein blasebalg-betriebener Kasten mit ei-     tauglichen Tankventilator (Eiserne Lunge
ses, das er als „oxygène“ bezeichnete.       nem Siegel um Hals oder Schultern, in        s. Abb. 2). Der Protoyp wurde mittels
   Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wur-       dem sich der Patient sitzend befand. 1876    Staubsaugermotoren betrieben. Es waren
den Zweifel an der Sicherheit der Über-      führte Eugène Joseph Woillez in Paris den    somit die ersten elektrisch betriebenen
druckbeatmung geäußert. Der Franzose         ersten Tankventilator (Spirophore s. Abb.    Ventilatoren. Die „Polio-wards“ (Turn-
Leroy beschrieb in Tierversuchen Alveo-      1) vor: Ein zylindrisches Rohr aus Eisen-    hallen voller Tankrespiratoren – s. Abb.
larrupturen nach Luftinsufflation. Er ent-   blech, dessen unteres Ende fest verschlos-   3) markieren den Beginn der Intensivme-
wickelte einen Kompressionsgürtel wo-        sen und dessen obere Öffnung mit einem       dizin: zahlreiche Patienten wurden in ei-
durch Luft aus dem Brustkorb gepresst        ledernen „Diaphragma“ um den Hals ab-        ner Pflegeeinheit von Fachpersonal be-
wurde. Durch Lockern des Gürtels erwei-      schloss. Das Gerät wurde mit Hilfe von       treut. Die Serienherstellung eines modi-
                                                                                          fizirten Gerätes erfolgte ab 1931 haupt-
                                                                                          sächlich durch die Emerson Company.
                                                                                          Zahlreiche weitere Versionen wurden in
                                                                                          den nächsten 30 Jahren während der Po-
                                                                                          liomyelitis-Epidemien erfolgreich einge-
                                                                                          setzt.
                                                                                              Neben der Eisernen Lunge wurden
                                                                                          Cuirass-Respiratoren (s. Abb. 4) einge-
                                                                                          setzt, die aus einer starren kuppelförmi-
                                                                                          gen Schale bestanden. Sie umschlossen
                                                                                          den Brustkorb und meistens auch den
                                                                                          Bauchraum des Patienten und übten nur
                                                                                          auf diesen Bereich einen Unterdruck aus.
                                                                                          Der Antrieb zur Druckerzeugung war von
                                                                                          der Rumpfhaube getrennt und mit dieser
                                                                                          über einen flexiblen Schlauch verbunden.
                                                                                          Das Prinzip wurde u.a. von Rudolf Eisen-
                                                                                          menger ab 1902 entwickelt.
                                                                                              Eine weitere Variante stellte der „Ja-
                                                                                          cket-Ventilator“ dar (Burstall 1938), we-
Abb. 4: Cuirass-Ventilator

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B E ATM U N G

Abb. 5: Ur-Pulmotor                                   Abb. 6: Manuelle Überdruck­
                                                      beatmung, Einsatz während
                                               ­Polioepidemie in Kopenhagen 1952

niger als Ersatz für den Tankventilator              Ende des 19. Jahrhunderts wurde aber      abwechselnd einen positiven und negati-
gedacht, als für Patienten, die sich bei be-     auch das Konzept der Überdruckbeat-           ven Atemwegsdruck. Die Umschaltung
reits wiederkehrender Atemmuskelfunkti-          mung erneut aufgegriffen: Erste Langzeit-     zwischen Ein- und Ausatmung erfolgte
on auf dem Weg der Besserung befanden.           beatmungen wurden bei Patienten mit           durch ein modifiziertes Uhrwerk mit Kur-
Später wurde diese Art der Beatmung un-          Opiumvergiftungen durchgeführt. Teil-         venscheibe. Dauer der Einatem- und Aus-
ter dem Namen „Poncho“ oder „Pneu-               weise erfolgte die Anwendung nichtinva-       atemphase blieben somit gleich. Das Kon-
moWrap“ bekannt.                                 siv über Masken; es wurden aber auch          zept war bahnbrechend, jedoch noch
    Zur rhythmischen Zwerchfellentlas-           Intubationssets entwickelt, v.a. für Kinder   nicht praxistauglich. Die Konstruktion
tung bei Vorliegen einer Zwerchfellparese        mit diphtherischem Krupp. In Deutsch-         bewirkte eine nicht unerhebliche Rückat-
wurde 1932 von F.C. Eve die Schaukel-            land konstruierte der Berliner Arzt Hein-     mung des ausgeatmeten Gases und die ri-
bettbeatmung (rocking bed) eingeführt.           rich Brat 1905 einen Apparat zur assis-       gide Uhrwerkssteuerung ermöglichte kei-
Die Schaukelbewegungen wurden durch              tierten Überdruckbeatmung spontan at-         ne Anpassung an den Patienten. In der
einen Elektromotor gesteuert. Auf einer          mender wacher Patienten. Die Ausatmung        Weiterentwicklung v.a. durch seinen Sohn
Verschiebung des Zwerchfells beruht              wurde durch Unterdruck gefördert. Brat        Bernhard Dräger und dem Ingenieur Hans
auch der Beatmungsgürtel (Pneumobelt),           entwickelte auch ein Narkosebeatmungs-        Schröder wurde daher an Stelle der Zeit-
eine rhythmisch füll- und entleerbare            gerät u.a. zur Durchführung von Thorax-       steuerung eine Drucksteuerung eingesetzt.
Gummiblase in Form eines Gürtels.                operationen. Dieser „Brat-Apparat“ in         Dieser druckgesteuerte Pulmotor wird als
    Ähnlich wie eine Eiserne Lunge funkti-       der Kombination Überdruckanwendung,           das erste serienreife Beatmungsgerät in
onierte die 1904 von Ferdinand Sauer-            Wechseldruckbeatmung und Narkosegas-          der Geschichte der Medizintechnik be-
bruch entwickelte Unterdruckkammer               inhalation in einem Gerät war deutlich        schrieben und begründete den Erfolg der
zur Durchführung von Thoraxoperatio-             günstiger und vielseitiger einsetzbar als     Fa. Dräger ab 1908. Die Anwendung er-
nen: Mit Ausnahme des Kopfes befand              der aufwändige Unterdruck-Operations-         folgte über Masken, der Erfolg der An-
sich der Patient in einer Unterdruckkam-         saal nach Sauerbruch. Die künstliche Be-      wendung hing von der luftdichten Anpas-
mer, ebenso der Chirurg. Ein kontinuier-         atmung während Operationen blieb je-          sung der Masken ab. Das technische Prin-
lich subatmosphärischer Druck sollte ein         doch Notfällen vorbehalten, deutsche          zip wurde bis Mitte der 50er- Jahre beibe-
Zusammenfallen der Lunge verhindern              Chirurgen bevorzugten die Inhalations-        halten. Ab 1953 wurde zur Langzeitbeat-
und die Operation am offenen Brustkorb           narkose mit Chloroform oder Äther unter       mung der Poliomat mit einer neuen
ermöglichen. Der Patient atmete spontan,         Spontanatmung.                                Umschaltdose vertrieben, bei dem der
die Narkose wurde mit Inhalationsanäs-               1907 meldete der Uhrmacher Heinrich       Anwender den Beatmungsdruck frei ein-
thetika durchgeführt. Das Konzept wurde          Dräger seinen „Pulmotor“ als Patent an.       stellen konnte. Ebenso konnten Frequenz
ca.30 Jahre verfolgt, außerhalb Europas          Er entwickelte das Beatmungsgerät zur         und Volumen über Ventile angepasst und
haben sich diese Operationskammern je-           Behandlung von Gasvergiftungen. Der           über Zeigerinstrumente abgelesen wer-
doch nicht durchgesetzt.                         Ur-Pulmotor (s. Abb. 5) erzeugte ebenfalls    den. Zusätzlich gab es die Möglichkeit

12                                                                                                                             O2-Report
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                                                                                                                                                                                                                        T
der Poliomat bereits wesentliche Leistungsmerkmale späte-                                                                                                                                                         a VEN
rer Intensivbeatmungsgeräte. Für die Narkosebeatmung                                                                                                                                                 N E U : prism odi
                                                                                                                                                           prisma VENT 30/40/50                                 PD- M
wurde der Pulmomat auf den Markt gebracht, dieser er-                                                                                                  - AT-C: AirTrap Control gegen Lungenüber-       mit CO
sparte den Anästhesisten die Arbeit der „Handbeatmung“.                                                                                                blähungen (Intrinsic PEEP) insb. bei COPD
Die Serien-Produktion der verschiedenen Pulmotor-Geräte                                                                                                - Exspiratorische Druckrampe, Wirkprinzip ähnlich
erfolgte für ca. 70 Jahre mit über 20.000 verkauften Gerä-                                                                                             der sog. „Lippenbremse“
ten.                                                                                                                                                   - LIAM: Lung Insufflation Assist Maneuver (VENT50)
     Wohl auf Grund der aufwändigen Bauweise und den
­damit einhergehenden hohen Kosten standen in den Jahr-
                                                                                                                                                           BiPAP A40 Silver Series
 zehnten der Poliomyelitis-Epidemien keine ausreichende                                                                                                Mit Modus AVAPS-AE,
 Anzahl an Tankventilatoren zur Verfügung. Es wurden u.a.                                                                                              mit automatischer Anpassung des EPAP
 Geräte aus Haushaltsmaterialien gebaut, die Tanks waren                                                                                                    Nasaler High-Flow
 teilweise aus Holz gezimmert. Als die Polioepidemie 1947                                                                                              MyAirvo2 mit Optiflow+
 auf Deutschland übergriff, war die Ausstattung deutscher                                                                                              auch bei Lungenentzündung. Sauerstoffbeimischung
 Krankenhäuser nach dem 2. Weltkrieg sehr dürftig. So gab                                                                                              möglich, mit Pädiatrie-Modus
 es z. B. im Krankenhaus Hamburg Altona (zuständig für
 alle Poliofälle Hamburgs) nur einen Pulmotor. Der Arzt
 Axel Dönhardt baute binnen weniger Tage zusammen mit
                                                                                                                                                             Sauerstoffversorgung
 Ingenieuren der Deutschen Werft einen Tankventilator aus                                                                                              – Stationär, mobil oder flüssig z.B.:
 einem alten Torpedorohr als Druckkammer, einem Blase-
                                                                                                                                                            Sauerstoffkonzentratoren
 balg aus einer Feldschmiede, dem Getriebe eines Fischkut-
                                                                                                                                                       0,1-9 l/min Dauerflow                     h!
 ters und einem Elektromotor als Antrieb. Bis 1949 sorgten                                                                                                                          Mieten möglic
 diese Eisernen Lungen für eine Reduktion der Letalität ate-                                                                                                SimplyGo bis 2 l/min Dauerflow
 minsuffizienter Patienten. Weitergeführt wurde die Herstel-
                                                                                                                                                            SimplyGo Mini ab 2,3 kg
 lung wiederum von der Fa. Dräger.
     1952 trat in Kopenhagen eine schwere Polioepidemie                                                                                                     Inogen One G3 8 Cell HF nur 2,2 kg
 auf, die zwischen Ende Juli und Anfang Dezember zu nahe-
                                                                                                                                                            Inogen One G4 4 Cell nur 1,27 kg
 zu 3000 stationären Aufnahmen im Blegdam-Hospital                                                                                                                                                        ne G4
                                                                                                                                                                                       e u : In ogen O ku
 führte. Zu Spitzenzeiten benötigten über 70 Patienten                                                                                                                               N               ell Ak
                                                                                                                                                                                         mit 4 C .798,00 € *
 gleichzeitig respiratorische Unterstützung. Die Klinik war                                                                                                   Sekretolyse                     r 2
                                                                                                                                                                                                e is
                                                                                                                                                                                     Shop-P
 jedoch nur mit einem Tankventilator und 6 Cuirass Respi-
 ratoren ausgerüstet. Die Mortalitätsrate betrug bei Patien-
                                                                                                                                                            VibraVest
 ten mit Bulbärparalyse (Schlundlähmung) trotz Beatmung                                                                                                Methode HFCWO (High Frequency Chest Wall
 über 90%. Häufig führte eine massive Schleimverlegung zu                                                                                              Oscillation) ohne Kompression des Brustkorbes.
                                                                                                                                                       Für Kinder und Erwachsene, in 6 Größen verfügbar.
 Verlegungen der Atemwege und Atelektasenbildung in der
 Lunge. Der zu Hilfe gerufene Anästhesist Björn Ibsen er-
                                                                                                                                                       Hustenassistent:
                                                                Abbildungen können abweichen, Preisänderungen/Druckfehler vorbehalten, Foto: Fotolia

 kannte, dass die Ursache für die Ateminsuffizienz nicht eine                                                                                          mit Vibrationsmodus, für Kinder und Erwachsene
 erkrankte Lunge, sondern die Atemmuskelschwäche war
 und Sauerstoff allein diesen Patienten nicht helfen konnte.
                                                                                                                                                            Pulsar Cough 700
 Er entwickelte ein Behandlungskonzept mit früher Tra-                                                                                                      Cough Assist E70 von Philips Respironics
 cheotomie (Luftröhrenschnitt), Einfügen einer geblockten
 Kanüle und Überdruckbeatmung mittels Handbeutel (s.                                                                                                         E-Rollstuhl/-Mobil & Rollator
 Abb. 6). Zu diesem Zweck wurden über 1500 Medizinstu-
 denten aktiviert, von denen täglich über 250 in 6- bis                                                                                                     Rollstuhl FreedomChair A08
                                                                                                                                                       der faltbare, elektrische Rollstuhl                NEU
 8-Stunden-Schichten am Patientenbett saßen und die Pati-
                                                                                                                                                                                                               terwegs
 enten manuell beatmeten. Weiterhin wurde intermittierend                                                                                              •   Gewicht nur 23,5 kg                    ideal für un
 Schleim über einen Katheter abgesaugt. Die Mortalitätsrate                                                                                            •   Geschwindigkeit 6 km/h
                                                                                                                                                       •   Bedienung mit Joystick
 sank auf 40%. Diese Daten verdeutlichten die Überlegen-                                                                                               •   Bis zu 3 Akku gleichzeitig
 heit der Überdruckbeatmung, die im weiteren Verlauf in                                                                                                    möglich (15-45 km Reichweite)
 Kombination mit der endotrachealen Intubation zur Stan-
 dardprozedur bei akutem respiratorischen Versagen wur-                                                                                                  SOLAX Mobie/                      ab 2.199,00
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2. Halbjahr 2017                                                                                                                                                 E-Mail ocinf@oxycare.eu · www.oxycare.eu
B E ATM U N G

in Vergessenheit ebenso wie Methoden            Abb. 7: Portables
des Sekretmanagements mit Luftstapeln,          Beatmungsgerät
intensiver Physiotherapie und forcierter        älterer Bauart,
Hustenunterstützung. Lediglich in Reha-         auch zur Montage
bilitationszentren wie z. B. in Deutschland     an Rollstuhl
in der Stiftung Pfennigparade hielt sich
dieses Wissen. Dauerbeatmete Patienten
wurden aus den Poliostationen zunächst
in diese Einrichtungen verlegt. Später er-
stritten sie sich das Recht auf Unterbrin-
gung in privaten Wohnbereichen.
    Ab den 60er-Jahren wurden batterie-
betriebende portable Geräte für die inter-
mittierende Positivdruckbeatmung zum
Anbau an Rollstühle entwickelt (s.
Abb.7).
    Die steigende Zahl beatmungspflichti-
ger Patienten führte dazu, dass viele Fir-
men die Entwicklung vorantrieben, neben       Monitoring ermöglicht. Das Bedienkon-        den Anstoss zur Entwicklung kleiner Tur-
Dräger in Deutschland u.a. Engström in        zept wurde durch Touch-Screen Technik        binengeräte und zur Entwicklung komfor-
Skandinavien, Bennett oder Bird in USA.       revolutioniert. Die „Blasebalg“ Technik      tabler Masken. Wenig später trat die Er-
Das Prinzip der Wechseldruckbeatmung          wurde in einigen Geräten durch Turbinen      forschung des Systems der Atempumpe in
wurde in der Mitte der 50er- Jahre in Fra-    abgelöst, diese benötigen zum Betrieb        das wissenschaftliche Interesse v.a. von
ge gestellt und durch intermittierende Po-    kein Druckgas, sondern lediglich Umge-       Lungenärzten. Die Zahl von Patienten mit
sitivdruckbeatmung abgelöst. Den An­          bungsluft.                                   chronischen pulmonalen Erkrankungen
stoss zur kontinuierlichen Positivdruck-         In den frühen Jahren der Beatmungs-       und Ateminsuffizienz hatte deutlich zuge-
anwendung gaben u.a. D. Ashbaugh und          entwicklung wurden lange Zeit Masken         nommen. V.a. Patienten mit Thoraxdefor-
Mitarbeiter mit der Erstbeschreibung des      angewendet. Mangels Passgenauigkeit und      mierungen nach chirurgischer Tuberkulo-
Akuten Atemnotsyndroms des Erwachse-          schlechter Materialien war die Maskenbe-     sebehandlung bekamen im Alter zuneh-
nen (ARDS) 1967, einer durch unter-           atmung jedoch keine sichere Technik. Sie     mend Probleme, auch den früheren Polio-
schiedliche Ursachen ausgelösten Lungen-      wurde später nur während der Narkosebe-      myelitispatienten ging es wieder schlechter
schädigung, bei der durch positiv endex-      atmung, nicht bei Beatmung auf Intensiv-     (sog. Postpoliosyndrom). Hinzu kamen
spiratorischer Druckanwendung (PEEP)          stationen eingesetzt. In den 1970er Jahren   Patienten mit neuromuskulären Erkran-
die Oxygenierung verbessert werden            gaben die Erkenntnisse in der Schlafmedi-    kungen oder chronisch obstruktiver Atem-
konnte. Dahinter steckt das Prinzip,          zin mit der Einführung der CPAP-Therapie     wegserkrankung (COPD).
durch Inspirationsdruck eröffnete Alveo-
len auch während der Exspiration offen
zu halten. Die Vorstellung, durch spezielle
Beatmungstechniken evtl. Erkrankungen
der Lungen günstig zu beinflussen, blieb         Abb. 8: Modernes portables
jedoch eine Illusion. Beatmung kann le-          Beatmungsgerät
diglich dazu beitragen, bis zur Besserung
der Organschädigung Zeit zu gewinnen
und durch spezielle Beatmungseinstellun-
gen eine weitere Lungenschädigung zu
reduzieren bzw. evtl. zu vermeiden.
    Ab ca. 1960 wurden Geräte entwickelt
mit frei einstellbaren Volumina, Drücken
und Zeiten, sowie einem entsprechenden
Monitoring der Beatmungsparameter und
zahlreichen Alarmfunktionen. Später
wurden mechanische Ventile durch elek­
tromagnetische Ventile ersetzt. Durch die
Einführung der Mikroprozessortechnik
konnten neue Beatmungsmuster erzeugt
werden, weiterhin wurde ein grafisches

14                                                                                                                         O2-Report
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erforderlich, daher wurden nichtinvasive (ohne Intubation
oder Tracheotomie) Beatmungsverfahren bevorzugt einge-       mit Akku. Verneblung von NaCl, z.B. Nebusal
setzt. Pioniere waren u.a. Augusta Alba und John R. Bach     7%, bis Antibiotika möglich
                                                                                                                  78,50 €
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ten auch wieder Methoden der Unterdruckbeatmung ein-
                                                             Atemwege
gesetzt. Im Verlauf hat sich jedoch die Positivdruckbeat-                                               85,70 €
mung durchgesetzt: Die Geräte waren klein, relativ leise        Salivent
und leicht zu bedienen (s. Abb. 8). Die Entwicklung von      Feucht-warme Meersalz-Inhalation
Masken nahm eine enorme Entwicklung und hat zu einer
                                                                                                                             erapie
grossen Modellvielfalt geführt. Die Anpassung individuel-           Atemtherapiegeräte                              Atemth tion:
                                                                                                                           h a la
ler Masken, die wir die ersten Jahre bevorzugt haben, ist                                                           mit In
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nur noch selten erforderlich.                                    Alpha 300 zur IPPB-Therapie
    Bei akuter Dekompensation dieser chronischen Erkran-     Intermittend Positive Pressure Breathing
kungen wurde ebenfalls versucht, eine Intubation zu ver-     - Prä- und postoperatives Atemtraining
meiden, zumal zwischenzeitlich das Risiko mit den Tuben      - Unterstützend mit gesteuerter Inhalation
                                                               PSI = Pressure Support Inhalation
assoziierter Atemwegsinfektionen bekannt geworden ist.
                                                               dadurch Erhöhung der Medikamentendeposition
Bei den genannten Indikationen ist auch auf der Intensiv-
station nichtinvasive Beatmung der invasiven Beatmung
vorzuziehen.                                                    GeloMuc Quake
    Da zunehmend Patienten höheren Alters mit chroni-           PowerBreathe Medic                  GeloMuc
schen Erkrankungen und Multimorbidität intensivmedizi-                                             Shop-Preis
nisch behandelt werden, hat sich auch die Zahl derer, die       RespiPro RC-Cornet                  55,00 € *

nur in einem langwierigen Prozess wieder von der Beat-
mung entwöhnt werden können, erhöht. In sog. Weaning-                                                    16,60 €
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zentren werden diese Patienten professionell betreut, in
vielen Fällen gelingt die Entwöhnung dann auch, häufig          OptiChamber Spacer/Einatemhilfe für MDI
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klinisches Umfeld entlassen werden, was noch vor einigen
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tion oder die extrakorporalen Verfahren wird in diesem       komfortabel ohne Flüssigkeiten.
Rahmen nicht eingegangen.
    Die in diesem Beitrag aufgezeigten Daten beziehen sich
v.a. auf Angaben in den Inauguraldissertationen zur Erl-            LIMBO Dusch- und Badeschutz
rangung des Medizinischen Doktorgrades von Fr. Christi-
na Stucke – Die historische Entwicklung der nichtinvasiven   Endlich wieder duschen oder baden!
Positiv-Druckventilation in Deutschland bis 2008, vorge-
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2. Halbjahr 2017
                                                                  E-Mail ocinf@oxycare.eu · Shop www.oxycare.eu
LOT I NTERN

Kolumne

     „Welche Farbe hätten’s denn gern?“
     Oh wie ich mich jeden Morgen freue, wenn ich          Dann habe ich noch eine dicke weiße Bombe,
     mein ­Tablettenkasterl seh. Nicht jeder hat so eine   kaum schluckbar, welche meinen Blutzucker
     vielfarbige Auswahl an Beiwerken, die er täglich      senkt und so allen diabetischen Folgeerkran-
     nehmen darf.                                          keungen wie Glaukom (grüner Star), Nierenver-
                                                           sagen, Herzbelastung usw. vorbeugt.
     Schon nach dem Aufstehen, darf ich meine Korti-
     sontablette schlucken – am besten vor 8 Uhr, da       Mittags darf ich mein Essen ohne medikamen-
     früh morgens mein körpereigenes Hormon nach           töse Garnierungen zu mir nehmen, manchmal
     der inneren Organuhr das Medikament optimal           injiziere ich mir ­allerdings Insulin mit dem
     aufnimmt und sich dem natürlichen                                    orangen Konus (Kurzzeitinsulin),
     Rhythmus meines Körpers gut anpasst.                                während abends die Spritze mit
     Zudem hat die morgendliche Einnahme                                 dem grünen Konus für nachts mit
     auch den Vorteil, dass eine mögliche an-                            dem Langzeitinsulin verwendet
     regende Wirkung des Kortisons, die Un-                              wird.
     ruhe und Schlaflosigkeit mit sich bringen
                                                                        Abends kommt dann auch noch
     kann, nicht verstärkt abends auftritt.
                                                                       richtig Farbe ins Spiel, eine dunkel-
     Da gibt es die zweite weiße und runde                             grüne Kapsel, die auf einer Seite
     Tablette für die Schilddrüse, die eine                            durchsichtig ist und kleine Perlen
     halbe Stunde vor dem Frühstück ­genommen wer-         ähnlich Globuli erkennen lässt soll meine RLL
     den muss, um ebenfalls richtig in meinem Orga-        (Restlesslegs) beruhigen und meine Beine nachts
     nismus zu wirken.                                     nicht mehr zappeln lassen. Und damit ich
                                                           abends in Ruhe meinen Krimi schauen kann
     Die konische pinkfarbene Pille verdünnt mein
                                                           muss die schweinchen­rosane Tablette meine
     Blut, damit ich als VHF(Vorhofflimmern)-Patient
                                                           Beine kurzzeitig ruhig halten.
     keinen Schlaganfall bekomme. Außerdem dient sie
     zur Thrombose-Prophy­laxe (Vorbeugung), da ich        Die Herztablette, der Blutverdünner und das
     durch meine Schnauferei ja nicht mehr so mobil        Metformin von morgens kommen auch abends
     bin wie ein Gesunder und viel rumsitze und mich       zum Einsatz. Eigentlich sollten wir insgesamt
     zu wenig bewege.                                      nicht mehr als 5 Medikamente einnehmen, des-
                                                           wegen beschreibe ich meine drei inhalativen
     Die beige längliche Tablette senkt meinen Blut-
                                                           Lungenmedikamente nicht weiter.
     druck, was auch meinem Gefäßsystem zugute
     kommt.                                                Ist mein Körper nun wirklich satt und gut ge-
                                                           schützt? Denn ich frage mich natürlich, ob mei-
     Eine weitere flache gelbliche Tablette weist mei-
                                                           ne Medikamente im Dunklen innerhalb meines
     nen Puls in die Schranken und ist somit gut für
                                                           Körpers auch wissen, wo sie genau hin müssen.
     mein Herz, denn Pulsrasen ist ja sehr unangenehm
     und verursacht neben der Atemnot auch subjekti-
     ve Angstzustände.
                                                                                              Margrit Selle

16                                                                                                       O2-Report
Kreiskliniken Altötting-Burghausen - Ihr Gesundheitsversorger in der Region Inn-Salzach
· Schwerpunktversorgung Versorgungsstufe 2 am Standort Altötting · Akademisches Lehrkrankenhaus der LMU München
· Zertifiziertes Darmzentrum INN-SALZACH · Zertifiziertes Gynäkologisches Krebszentrum INN-SALZACH
· Zertifiziertes Kompetenzzentrum für Koloproktologie · Regionales Traumazentrum im Traumanetzwerk München-Süd
· Zertifizierte Chest Pain Unit · Hybrid-OP am Standort Burghausen · Zertifizierte Schlaganfalleinheit

   Lungen-Experten vor Ort
   Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin
   Leitung: Chefarzt Prof. Dr. Rainer Willy Hauck

                                                                                                                                                                                               Gestaltung: art-connect / Fotos: Oliver Keller

                                                                    In der neu geschaffenen Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin am Klinikum in Altöt-
                                                                    ting finden sich die modernsten Geräte für Diagnostik und Therapie von Lungenkrankheiten.
                                                                    Die moderne Bettenstation, incl. Intensiv und IMC, ist für alle Belange lungenkranker Patienten
                                                                    bestens ausgestattet, u.a. mit High-flow Sauerstoffgeräten, NIV, Wandverneblern an jedem Bett,
                                                                    Vibrationswesten sowie einer eigenen Physiotherapeutin. Besondere Erfahrungen bestehen in
                                                                    der Therapie von Patienten mit Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT).

                                                                    Ein erfahrenes Team aus Krankenschwestern/-pflegern und Ärzten sorgt für überdurchschnitt-
                                                                    liche medizinische Qualität und die intensive Zusammenarbeit mit Onkologen,
                                                                    Thoraxchirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Kardiologen sichert
                                                                    die fachübergreifende qualifizierte Behandlung.

                                                                                                                                               ucht.
                                                                                                                                            r a
                                                                                                                                 be n uns b
                                                                                                                               Le
                                                                                                                nn i m mer das
                                                                                                             Wa
                                                                                                                                                            www.diekreiskliniken.de
                                                                                                     Kreisklinik Altötting · Vinzenz-von-Paul-Straße 10 · 84503 Altötting · +49 (0) 86 71 / 509-0
                                                                                                    Kreisklinik Burghausen · Krankenhausstraße 1 · 84489 Burghausen · +49 (0) 86 77 / 880-0
LOT I NTERN

Vorstellung des LOT-Vorstands

              Mein Name ist                                                      Mein Name ist Annette Hendl, ich bin 54 Jah-
              Dr. med. Jens Gei-                                                 re, sauerstoffpflichtig seit 2013 und wohne in
              seler. Ich bin der                                                 einer Sauerstoff-Wohngemeinschaft in Soyen.
neue Vorsitzende der Deut-                                         Viele kennen mich seit 2014 als Gruppenleiterin aus Mühl-
schen Sauerstoff- und Beat-                                        dorf und dem O2-Treff in Altötting. Außerdem kümmere ich
mungsLiga LOT e.V. und arbei-                                      mich um die Aufnahme von neuen Mitgliedern und das Sch-
te als Chefarzt in der Medizini-                                   reiben der Trauerkarten. Neben dieser Arbeit betreue ich
schen Klinik IV – Pneumologie,                                     seit 2005 ehrenamtlich behinderte Menschen in Familien,
Beatmungs- und Schlafmedizin,                                      arbeite als Autorin und male gern. Auf der letzten außeror-
Paracelsus-Klinik Marl, Klini-                                     dentlichen Mitgliederversammlung, haben Sie mich zum
                                       Dr. med. Jen s Geiseler
kum Vest.                                                          Gruppensprecher gewählt. Ich bedanke mich für das mir
Bisherige Tätigkeiten: • Studium                                   entgegengebrachte Vertrauen und freue mich auf eine gute
der Humanmedizin in München                                        und konstruktive Zusammenarbeit. Lassen sie uns ins Ge-
• Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin, Kreiskranken-        spräch kommen. Was wollen wir
haus München-Pasing 1990–1999 • Schwerpunkte Pneumolo-             erreichen? Ihre Ideen, Vorschläge,
gie, Intensivmedizin und Notfallmedizin • Arbeit als Assistenz-    Wünsche, nicht nur der Gruppen-
art, Oberarzt und ab 2009 bis 2015 als Chefarzt in den Askle-      leiter und Gruppenleiterinnen,
pios Fachkliniken München-Gauting, Klinik für Intensivmedi-        sind uns wichtig. Alles das, was
zin, Schlaf- und Beatmungsmedizin • Seit 2016 Chefarzt der         unsere Arbeit im Verein sowie
Medizinischen Klinik IV – Pneumologie, Beatmungs- und              uns in den Gruppen weiter
Schlafmedizin am Klinikum Vest, Standort Paracelsus-Klinik         bringt, bitte ich Sie, an mich/uns
Marl • Aktiv u. a. in der Deutschen Gesellschaft für Pneumolo-     heranzutragen. Gemeinsam kön-
gie und Beatmungsmedizin (DGP), Sektion Intensiv- und Beat-        nen wir was bewegen. Vielen
mungsmedizin, WeanNet, in der Deutschen Interdisziplinären         Dank für ihr Engagement.
Gesellschaft für Außerklinische Beamtung (DIGAB) und der                                                         Ann ette Hen dl
European Respiratory Society (ERS)                                 Annette Hendl, Beisitzerin der
                                                                   Gruppenleiter
                                                                   Tel.: 08071 / 7289511
                                                                   gruppensprecher@sauerstoffliga.de
                                              Mein Name ist
                                              Margrit Selle, ich
                                              bin 65 Jahre, Sau-
                                erstoffpatientin seit 2011 und                   Mein Name ist Matthias Pöppinghaus. Ich bin
                                wohne in einer Sauerstoff-WG                     Atmungstherapeut (DGP) im Klinikum Vest und
                                an einem südost-bayrischen                       der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen
                                kleinen See. Fast immer mit an     Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. Zu meinen Aufga-
                                meiner Seite und für mich ein      ben gehören unter Anderem die Titration der Langzeitsauer-
       Margrit Selle
                                fester Freund ist mein Hund        stofftherapie sowie der Invasiven und Nichtinvasiven Beat-
                                 Teddy.                            mung. Ich organisiere, un-
                                    Ich leite die Gruppen Ro-      ter Berücksichtigung der Be-
                                 senheim und Bad Reichenhall.      dürfnisse meiner Patienten,
Vielleicht kennen Sie mich aber auch durch Artikel im O2-Re-       die Versorgung außerhalb
port oder von einem meiner Vorträge. Ich habe beruflich über       der Klinik.
42 Jahre in verschiedenen pflegerischen Gebieten – vom OP              Des Weiteren habe ich
über Ausbildung bis zur Hochschule – gearbeitet. Gerne möch-       mit der DJK Lenkerbeck, in
te ich mit Ihnen mein Wissen teilen und freue mich schon auf       Kooperation mit dem Klini-
Ihre Fragen und Anregungen.                                        kum Vest, den Lungensport
                                                                   in Marl mit aufgebaut. Ich
Margrit Selle, Beisitzerin Pflege und Soziales                     werde mit meinem Wissen                                         s
                                                                                                            Matt hia s Pöpping hau
Tel.: 08071 / 1043278                                              und Engagement mein Amt
rosenheim@sauerstoffliga.de                                        für die LOT e.V. ausüben

18                                                                                                                          O2-Report
LOT I NTERN

              Mein Name ist Michael Köhler. Ich                    krankungen e.V. – DPLA gewählt. Aktuell bin ich Redak-
              bin der neue Beisitzer für den Be-                               tionsleiter unserer Patientenzeitschrift „Luft-
              reich Gesundheitspolitik und Öf-                                       post“ mit derzeit vier Ausgaben pro Jahr,
fentlichkeitsarbeit bei der Deutschen Sauer-                                           Initiator und im Team Organisator
stoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. In meiner                                           ­unserer bisher zwei Wormser Lungenta-
langjährigen Tätigkeit als angestellter Arzt,                                         gungen mit insgesamt weit über 1.000
war ich jahrzehntelang mit den Atemwegser-                                            Teilnehmern. Weiterhin arbeite ich
krankungen befasst. Ich war Mitgründer und                                          ­ehrenamtlich in einer Reihe von Arbeits-
viele Jahre ehrenamtlicher Vorsitzender des                                         gemeinschaften, Unterausschüssen und
Fördervereines der Deutschen Atemwegsliga                                           Arbeitsgruppen, und z.B. zum DMP
e.V., sowie Mitgründer des Deutschen Lun-                                          ­Asthma und COPD im Gemeinsamen
gentages e.V. Neben vielfältiger Gremienarbeit                                     Bundesausschuss (G-BA) in Berlin.
                                                   Dr. med.   Mic hael Köh ler
wurde ich vor meinem Ruhestand 2006 zum                                                Ich freue mich nun auch im Vorstands­
stellvertretenden und 2010 zum Vorsitzenden                                       team, der mir seit langem sehr wichtigen
der Deutschen Patientenliga Atemwegser-                                           LOT, mitarbeiten zu können.

2. Halbjahr 2017                                                                                                                 19
REISEBERICHT

Mit Sauerstoff nach Kolumbien
Marga Irrek-Dießelmann: „Und es geht doch!“

                                                                                             Wachspalmen im Nebelwald

                                                                                 Unsere Tochter lebt seit drei Jahren in Cali, der
                                                                                 zweitgrößten Stadt Kolumbiens. Nachdem mein
                                                                                 Mann sie dort schon zweimal besucht hatte,
                                                                                 war es mein größter Wunsch, selber dort hin zu
                                                                                 reisen, sie in die Arme zu schließen, zu sehen wo
                                                                                 und wie sie lebt und ihre Freunde und das Land
                                                                                 kennenzulernen. Aber: ich habe Lungenfibrose
                                                                                 und bin seit vier Jahren Sauerstoff-Langzeit­
Silvia in Kolumbien liegt auf 2.600 m Höhe                                       patientin. Was tun?

Zunächst war zu klären, wie ich über-         ten stellen gegen Bezahlung Sauerstoff im      oder 3 benötige, während ich normaler-
haupt Flugreisen mit Sauerstoff bewälti-      Flieger zur Verfügung, andere erlauben         weise am Boden in der Ruhe nur die Stufe
gen kann. Das auf Reisen mit Sauerstoff       die Mitnahme eines Konzentrators. (Es          1 brauche. Das ist wichtig zu wissen, denn
spezialisierte „Reisebüro am Marien-          gibt eine Liste von Konzentratoren, deren      die Fluggesellschaften erwarten, dass man
platz“ konnte uns bei der Kolumbien-Pla-      Mitnahme von den meisten Fluggesell-           die 1,5-fache Akkuleistung (!) für die
nung zwar nicht weiterhelfen, aber wir        schaften erlaubt ist. Ebenfalls gibt es eine   Dauer des Fluges mitnimmt für den Fall,
haben mit deren Hilfe zwei Urlaube mit        Liste von Fluggesellschaften mit Angaben,      dass es zu Komplikationen, Verzögerun-
einem Kurzstrecken- und einem Mittel-         unter welchen Bedingungen sie überhaupt        gen oder Zwischenlandungen kommt.
streckenflug „getestet“. Da die Mitnahme      nur Sauerstoffpatienten mitnehmen. Über           Wegen dieser geforderten Akkuleis-
von Flüssigsauerstoff im Flieger nicht        die Kosten der Sauerstoffversorgung im         tung suchten wir nach einem möglichst
möglich ist, kauften wir uns den Konzen-      Flieger ist in der Ausgabe 33 des „O2-Re-      durchgehenden Flug nach Cali. Wir ent-
trator „Inogen One G2“, der von den           port“ berichtet worden). Bei der Mitnah-       schieden uns für einen Flug mit der KLM
meisten Fluggesellschaften zur Mitnahme       me eines Konzentrators muss bedacht            von Amsterdam nach Cali mit einem Zwi-
akzeptiert wird. Die Konditionen der Air-     werden, dass im Flieger wegen des gerin-       schenstopp in Bogota. Von Düsseldorf
lines für Flugreisen mit Sauerstoff und das   geren Sauerstoffanteils in der Kabinenluft     nach Amsterdam konnte ich den Konzen-
Anmeldeprozedere für mitgebrachte Kon-        eine höhere Einstellung nötig ist als auf      trator an die Autobatterie anschließen.
zentratoren sind sehr unterschiedlich und     dem Boden. Von den „Testflügen“ her            Die Flugdauer von Amsterdam nach Cali
zeitaufwändig. Manche Fluggesellschaf-        wusste ich, dass ich im Flieger die Stufe 2    betrug 16 Stunden, d.h. wir mussten Ak-
                                                                                             kus für 24 Stunden mitnehmen. Dafür
                                                                                             reichten unsere Akkus nicht aus. Wir mie-
                                                                                             teten bei der Firma, die uns den Konzent-
                                                                                             rator verkauft hatte, einen weiteren gro-
                                                                                             ßen und einen kleinen Akku dazu. Insge-
                                                                                             samt schleppten wir für die Sauerstoffver-
                                                                                             sorgung incl. Akkus und Aufladekabeln
                                                                                             ca. 9 kg Gewicht als Handgepäck mit uns
                                                                                             herum. (Ich danke meinem Mann für die-
                                                                                             se Kuli-Tätigkeit!)
                                                                                                Nach der Buchung des Fluges meldeten
                                                                                             wir den Konzentrator bei der KLM an. Sie
                                                                                             schickten uns einen mehrseitigen Frage-
Erster Abend                              Sitzend und stehend mit dem Jeep unterwegs         bogen auf Englisch zum Ausfüllen. Eine

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