Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de

Die Seite wird erstellt Hortensia-Angelika Schreiber
 
WEITER LESEN
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Energiesparend
                                sanieren und
                               modernisieren
                                                    Ratgeber

Mit freundlicher Unterstützung der Stadt   www.ebz-stuttgart.de
                                             /ebz.stuttgart

                                             www.ebz-stuttgart/google+
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Effizienz auf ganzer Linie.

    Beispiele aus dem Komplettangebot:
    Öl-/Gas-Brennwerttechnik                      Holzheizsysteme          Wärmepumpen         Mikro-KWK        Kraft-Wärme-Kopplung         Solar-/Photovoltaiksysteme

         Effizienz ist die wichtigste Energie-Ressource. Unser
         Komplettangebot bietet für alle Anwendungsbereiche
         und alle Energieträger individuelle Lösungen mit effizi-
         enten Systemen – egal ob für Öl, Gas, Solar, Biomasse
         oder Luft- und Erdwärme.

         Einen Fachhandwerkspartner in Ihrer Nähe finden Sie
         auf unserer Hompage unter www.viessmann.de

         Die Viessmann Niederlassungen im Raum Baden Württemberg:
         Freiburg: Bebelstr. 19 · 79108 Freiburg-Hochdorf · Tel.: 0761 47951-0
         Karlsruhe: Borsigstraße 10 · 76275 Ettlingen · Tel.: 07243 7269-0
         Kempten: Viessmannstr. 1 · 87787 Wolfertschwenden · Tel.: 08334 2598-0
         Mannheim: Wallstadterstr. 66 · 68526 Ladenburg · Tel.: 06203 9267-0
         Meßkirch: Weidenäcker 1/1 · 88605 Meßkirch · Tel.: 07575 9233-0
         Stuttgart: Lingwiesenstr. 9 · 70825 Korntal-Münchingen · Tel.: 07150 91361-10
         Ulm: Gewerbestraße 8 · 89275 Elchingen · Tel.: 07308 96501-0

         Die Kompetenzen der Viessmann Group: Kessel für Öl und Gas, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmepumpen, Solar- und Holzheizsysteme, Biogasanlagen und Kältetechnik.

IV_1451-6_KWK_170x240_7xVN.indd 1                                                                                                                            31.10.13 09:28
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Editorial Energieberatungszentrum Stuttgart e. V.

Zeit zu handeln

Im Mittelpunkt der aktuellen politi-    reichen von der kostenlosen Initial-
schen und medialen Debatte um die       beratung, der Energiediagnose des
Energiewende stehen Strompreise,        Gebäudes, über Nachweise für För-
EEG-Umlage und Netzausbau.              dermittel bis zur Baubegleitung nach
Ein weiterer wichtiger Aspekt wird      Stuttgarter Sanierungsstandard.
noch nicht gebührend berücksich-        Nach 15 Jahren hat sich das EBZ mitt-
tigt: Die Hauswende – damit gemeint     lerweile zum „Kümmerer“ für Sie als
ist die Energiewende im Gebäudebe-      Gebäudeeigentümer entwickelt, der
reich. 35 Prozent des Endenergieein-    Ihr Vorhaben über viele Jahre hinweg
satzes machen die Erzeugung von         begleitet wenn Sie in Etappen sanie-
Raumwärme und Warmwasser in Ge-         ren.
bäuden aus. Die beschlossenen Zie-      Dabei stehen dem EBZ die qualifi-
le zum Klimaschutz 2010 bis 2050        zierte Energieberatung sowie die Er-
lassen sich nur erreichen, wenn die     füllung von Mindestanforderungen
Gebäude wesentlich energieeffizien-     an den Prozess der Renovierung an
ter werden.                             vorderster Stelle.

Der Gebäudebestand soll bis 2050        Zu den wichtigsten Instrumenten für
nahezu klimaneutral sein. Dazu be-      die Erhöhung der Sanierungsquote
darf es einer deutlichen Steigerung     gehören gute Förderprogramme.
der Sanierungsquote. Das Effizienz-     Stuttgart geht seit vielen Jahren mit
potenzial zu erschließen, ist nicht     gutem Beispiel voran. Sein Energie-
nur für die Volkswirtschaft lohnens-    sparprogramm fördert Investitionen
wert, sondern auch für den Investor.    in der Wohngebäude-Sanierung mit
Echte Vorbilder der Gebäudesanie-       Zuschüssen bis zu 6.000 € pro Wohn-     Dipl.-Ing. Ulrich König
rung belegen eine garantierte Ein-      einheit. Diese Mittel sind mit den             Geschäftsführer
sparung und Rendite.                    Programmen der KfW und des Bafa
Voraussetzung dafür ist ein guter Sa-   kombinierbar und machen energeti-
nierungsfahrplan im Vorfeld – so wie    sche Altbausanierungen besonders
er vom Energieberatungszentrum für      attraktiv.
Ihr Objekt erstellt werden kann.        Die konsequente Fortschreibung des
                                        städtischen Förderprogramms mit
Der Sanierungsratgeber gibt Ihnen       der begleitenden Beratung des EBZ
Tipps zur Altbausanierung. Die Ver-     schafft Planungssicherheit für Inves-
tiefung erfolgt durch eine Beratung     toren. Gute Voraussetzungen zum
mit den Instrumenten des EBZ. Sie       Handeln – jetzt.

                                                                                                          1
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Editorial Stadt Stuttgart

                                Luft nach oben

                                Voraussetzung für eine zukunftsfähi-       Neubauten beschloss der Gemeinde-
                                ge Gesellschaft ist neben ökonomi-         rat in 2010 die baulichen Wärme-
                                schem Wohlstand und sozialer Wohl-         schutzanforderungen der geltenden
                                fahrt auch eine intakte Umwelt. Um         Energieeinsparverordnung um 30 %
                                Schadstoffemissionen zu senken und         zu unterschreiten. Dies gilt auch nach
                                den Ressourcenverbrauch effizienter        Verkauf städtischer Grundstücke und
                                zu gestalten, ist es daher zentrale Auf-   bei städtebaulichen Verträgen. Inno-
                                gabe unserer Generation, die Energie-      vative Energiekonzepte werden zu-
                                versorgung umzugestalten. Dass dies        dem in neuen Stadtquartieren und
                                kein einfacher Prozess ist, zeigen         Demonstrationsvorhaben umgesetzt.
                                nicht zuletzt die kontroversen Diskus-     Ein zukunftsweisendes Projekt ist die
                                sionen in Politik, Bevölkerung und         Sanierung einer bestehenden Schule
                                Wirtschaft.                                zur Plusenergieschule.

                                Zum Gelingen der Energiewende hat          Es bleibt jedoch keine Zeit, sich auf
                                sich Stuttgart ehrgeizige Ziele gesetzt.   diesen Ergebnissen auszuruhen, denn
                                Die Landeshauptstadt gehört zu den         die stadteigenen Gebäude machen
                                Erstunterzeichnern des Konvents der        nur 4 % des Stuttgarter Energiever-
                                Bürgermeister/innen, mit dem sich          brauchs aus. Mit einem Anteil von
                                inzwischen über 4.500 Kommunen             45 % (26 % Heizung und Warm-
                                und Regionen in Europa zur Steige-         wasser, 5 % Strom, 12 % Verkehr)
                                rung der Energieeffizienz und der Nut-     spielen die Haushalte der Bürgerin-
                                zung erneuerbarer Energien verpflich-      nen und Bürger eine entscheidende
                                ten. Bis 2020 soll der Energiever-         Rolle. Das Einsparpotenzial liegt vor
    Dr.-Ing. Jürgen Görres      brauch in Stuttgart um 20 % verringert     allem im Gebäudebestand, da ein
    Leiter Energiewirtschaft,   (verglichen mit 1990) und der Anteil       Großteil der Wohnhäuser vor 1977
    Amt für Umweltschutz        der erneuerbaren Energien an der           errichtet wurde – also noch vor
                                Energiebereitstellung auf 20 % erhöht      Bestehen öffentlich-rechtlicher Vor-
                                werden.                                    schriften für den energiesparenden
                                                                           Wärmeschutz.
                                Stuttgart besitzt bereits eine lange
                                Tradition des Energiesparens. Dazu         Mit den aktuellen Förderbedingun-
                                gehört seit über 35 Jahren ein Ener-       gen im kommunalen Energiesparpro-
                                giemanagement für die stadteigenen         gramm und den neutralen Beratungs-
                                Liegenschaften, das mit einem zent-        angeboten des Energieberatungs-
                                ralen Controlling, energetischen Vor-      zentrum Stuttgart e. V. stehen die
                                gaben und einem stadtinternen Con-         Vorzeichen für die Altbausanierung
                                tractingmodell den Energie- und            in Stuttgart gut. Nutzen Sie die Chan-
                                Wasserverbrauch signifikant redu-          ce und werden Sie Teil der Energie-
                                ziert hat. Insgesamt 52 Anlagen auf        wende. Mit der Lektüre dieser Bro-
                                Basis erneuerbarer Energien (Son-          schüre ist ein Anfang bereits
                                nenenergie, Erdwärme, Holz, Klär-          gemacht. Wir freuen uns auf Ihre Un-
                                gas) sind in städtischen Gebäuden          terstützung!
                                bereits im Einsatz. Für stadteigene
2
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Inhaltsverzeichnis

Altbausanierung               04    Energieausweis         08   Energiestandards        10

Wärmedämmung                  14    Fenster                34   Lüftung                 40

Heizung                       46    Wärmepumpen            50   Solarwärme und -strom   58

Förderprogramme              62     Mustersanierungen      67   EBZ Stuttart            82

Stuttgarter Sanierungsstandard 84   Mitglieder & Partner   86   Impressum               88

                                                                                             3
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Altbausanierung

    Ein Viertel der gesamten Energie, die in Deutschland verbraucht wird, wird in
    privaten Haushalten genutzt. 80 % hiervon werden für Heizung und warmes
    Wasser verbraucht, obwohl es technisch möglich wäre, 50 % der Energie und
    Kosten einzusparen. Wieviel Heizenergie im Einzelnen verbraucht wird, ist
    abhängig vom Verhalten der Nutzer, von den technischen Anlagen und vom
    energetischen Standard des Gebäudes. Zwei Drittel aller Wohngebäude in
    Deutschland sind älter als 30 Jahre und damit vor der ersten Wärmeschutz-
    verordnung gebaut. Diese verbrauchen deutlich mehr Heizenergie als Neu-
    bauten, können aber mit einer Sanierung den gleichen oder sogar einen noch
    besseren energetischen Standard erreichen.

    Zwei Bausteine gehören zur energetischen Sanierung:         liegt der Energieverbrauch durchschnittlich bei etwa 220
                                                                kWh/m²a (22 Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas) bis so-
    1. Eine gut gedämmte Gebäudehülle, dazu gehören Fas-        gar weit über 400 kWh/m²a (40 Liter Heizöl oder Kubik-
       sade, Fenster, Dach, Decken und Böden, die den In-       meter Erdgas). Um diesen enormen Verbrauch bereits
       nenraum nach außen abgrenzen. Hierbei soll auf eine      spürbar (auf ca. 100 kWh/m²a) zu senken, bedarf es nicht
       möglichst durchgehende Dämmung mit minimierten           unbedingt einer Komplettsanierung. Bereits einzelne
       Wärmebrücken und einer luftdichten Ebene auf der In-     Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Wärmedämmung
       nenseite geachtet werden.                                oder die Erneuerung der Heizanlage, können ausreichen.
    2. Der Einsatz von effizienter, moderner Technik für die    Noch besser wird die Bilanz, wenn zusätzlich zum Bei-
       Raumheizung und Erwärmung des Trinkwassers. Die          spiel eine Solaranlage installiert wird.
       Heizung sollte gut regelbar sein und erneuerbare Ener-
       gien nutzen.                                             Wünsche, Pläne, Fragen? – Beratung im Vorfeld

    Um Schritt für Schritt den Gebäudebestand zu ver-           Für jede Sanierungsmaßnahme sind eine Reihe von Ent-
    bessern, sollte bei jeder Ersatz- oder Verschönerungs-      scheidungen zu treffen. Jedes Gebäude ist ein Unikat, so
    maßnahme an alten Häusern die energetische Qualität         dass zunächst die Grundlagen geklärt werden müssen:
    beachtet und verbessert werden. Vor jeder Sanierung soll-   Wie steht das Gebäude da? Sollen Umbauten oder Erwei-
    te eine ausführliche Beratung stehen, um die optimale       terungen vorgenommen werden? Gibt es Schäden und
    Lösung zu finden und weitere Möglichkeiten aufzuzeigen.     wodurch sind diese entstanden? Welche gesetzlichen
                                                                und technischen Anforderungen gibt es? Was kostet eine
    Bereits kleine Maßnahmen senken                             Sanierungsmaßnahme und wie wird sie finanziert?
    Energieverbrauch                                            Manchmal helfen schon kleine Tipps vom Experten oder
                                                                man beauftragt einen Energieberater mit einer Energiedi-
    Wie eklatant der unterschiedliche Energieverbrauch zwi-     agnose. Die Analyse des Gebäudes bis in die einzelnen
    schen Neubauten und unsanierten Bestandsbauten ist,         Bauteile gibt einen Überblick über die Qualität der Bau-
    zeigen folgende Durchschnittsangaben: Der jährliche         substanz und der Heizungsanlage. Daraus ergeben sich
    Heizwärmebedarf von Neubauten nach der Energieein-          Handlungsempfehlungen, Sanierungsmöglichkeiten, Ein-
    sparverordnung liegt bei rund 70 kWh/m²a. Das ent-          sparpotenziale, Kosten und Fördermöglichkeiten. Förde-
    spricht etwa sieben Litern Heizöl oder sieben Kubikme-      rungen sind grundsätzlich vor Beginn der Maßnahme zu
4   tern Erdgas pro Quadratmeter und Jahr. Bei Altbauten        beantragen.
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
5
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Altbausanierung

    Beratung im EBZ                        Gesetzliche Anforderungen                 serrohren und die Dämmung der
                                           Baugenehmigung                            obersten Geschossdecke. Allerdings
    Im Energieberatungszentrum Stutt-                                                gibt es zahlreiche Ausnahmen, so
    gart (EBZ) können Sie sich einen       Grundsätzlich sind die Anforderun-        dass es ratsam ist, den Einzelfall mit
    Überblick über individuelle Möglich-   gen der Energieeinsparverordnung          einem Experten zu besprechen.
    keiten und Fördermittel verschaffen.   bei jeder Sanierung zu beachten. Die
    Wir beraten sie in einem Erstge-       EnEV handelt nach dem Motto: Wenn         Weitere Anforderungen ergeben sich
    spräch, können Fördermittelanträge     man etwas macht, dann gleich rich-        aus dem Erneuerbare-Energien-
    begleiten und auch Energiediagno-      tig! Das bedeutet, die Anforderungen      Wärmegesetz des Bundes (EEWär-
    sen erstellen. Auf unserer Homepage    an Einzelbauteile greifen immer           meG) und dem Erneuerbare-Wärme-
    benennen wir Architekten, Ingenieu-    dann, wenn eine Sanierung, Erneue-        Gesetz (EWärmeG) des Landes
    re und Handwerker, die mit Erfahrung   rung oder Erweiterung ohnehin an-         Baden Württemberg. Diese Gesetze
    Ihr Bauvorhaben umsetzen können.       steht. Dann gelten U-Wert-Anforde-        forcieren den Einsatz von erneuerba-
                                           rungen für einzelne Bauteile (siehe       ren Energien, nach EEWärmeG müs-
    Unterlagen für die Beratung            EnEV Anhang 3 Tab. 1 oder Kapitel         sen Neubauten einen Anteil Ihres
                                           „Wärmeschutz“). Eine Abweichung           Energiebedarfes aus erneuerbaren
    Um eine individuelle und erfolgrei-    der Bauteilanforderungen ist mög-         Quellen (Solarthermie, Holz, Wärme-
    che Beratung zu bekommen, sollten      lich, wenn der Kennwert des Gesamt-       pumpen, Biomasse, Biogas… ) be-
    sie möglichst viele Informationen      gebäudes für den Transmissionswär-        ziehen. Als Ersatz für den Einsatz er-
    über das Gebäude mitbringen, hilf-     meverlust HT‘ geringer als 140 %          neuerbarer Energien lässt das Gesetz
    reiche Unterlagen sind:                eines vergleichbaren Neubaus ist.         Ersatzmaßnahmen zu, wie z. B. eine
    • Pläne                                Das bedeutet, wird das Gebäude um-        verstärkte Dämmung. Das EWärmeG
    • Baubeschreibungen                    fassend betrachtet und gedämmt,           stellt in Baden Württemberg ähnli-
    • Verbrauchsabrechnungen               sind Abweichungen zulässig.               che Anforderungen auch an Be-
    • Fotos von Ansichten oder auch        Eine Ausnahme von dem Prinzip, An-        standsgebäude. Wird ein Heizkessel
       von Schäden oder Details            forderungen nur bei Handlungsbe-          getauscht, müssen zukünftig 15 %
    • aktuelles Schornstein-               darf, sind diese Nachrüstpflichten:       der Heizenergie aus erneuerbaren
       fegerprotokoll                      der Austausch der Konstanttempera-        Energien gewonnen werden (siehe
6   • bereits eingeholte Angebote          turkessel, die älter sind als 30 Jahre,   auch Kapitel „Effiziente Heizanla-
       von Handwerkern                     die Dämmung von Heizung und Was-          gen“).
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Die Novellierung des EWärmeG                    Eine Besonderheit in Stuttgart ist die     Firsterhöhung mit dem neuen Dach.
       schafft Spielraum zur Erfüllung der             Erfordernis einer baurechtlichen Ent-      Diese Regelung soll mit der Novelle
       15 %-Pflicht mit einer Vielzahl von             scheidung, wenn Bauteile des Ge-           der Landesbauordnung (LBO) fallen.
       (kombinierbaren) Möglichkeiten –                bäudes nach der Sanierung um mehr
       auch die Erstellung eines Sanie-                als 100 mm stärker auftragen – bei-
       rungsfahrplans, kann mit 5 % zur Er-            spielsweise durch die Wärmedäm-
       füllung angerechnet werden.                     mung auf der Fassade oder durch die

Typisch BW-Bank Kunden:
Machen Nägel mit Köpfen.
Und modernisieren mit Köpfchen.
                                                                                                                           m o d e r n e Technik:
                                                                                                              Sie jetzt in
                                                                                                Investieren en Fördermitteln.
                                                                                                            lich
                                                                                                 mit Öffent

                                                                                                                                   Mehr Infos

Baden-Württembergische Bank

Schonen Sie die Umwelt und Ihren Geldbeutel. Mit zinsvergünstigten
Darlehen der KfW und L-Bank. Weitere Informationen erhalten Sie in allen
BW-Bank Filialen, unter Telefon 0711 124-45002 oder im Internet.
                                                                                                                                                7

www.bw-bank.de/modernisieren
Energiesparend sanieren und modernisieren - Ratgeber www.ebz-stuttgart.de
Energieausweis
Quelle: dena

                                                            Der Energieausweis kann auf Basis zweier unterschied-
                   Der gesetzlich verankerte Energie-       licher Grundlagen erstellt werden. Es gibt den verbrauchs-
                   ausweis dient als Bewertungs-            orientierten und den bedarfsorientierten Ausweis.

                   maßstab der energetischen                Verbrauchsorientierter Ausweis
                   Gebäudequalität.
                                                            Dieser bezieht sich auf den tatsächlichen Energiever-
                                                            brauch des Gebäudes im Zeitraum von drei aufeinander-
                   Mit der EnEV-Novelle wird nicht nur
                                                            folgenden Heizperioden. Dieser wird über einen Jahres-
                   die Vorlagepflicht eingeführt, sondern   wert witterungsbereinigt, ist aber extrem abhängig vom
                   auch die Einteilung in Effizienzklasse   Verhalten der bisherigen Nutzer.
                   A - H. Bei Verkauf und Vermietung
                                                            Bedarfsorientierter Ausweis
                   muss der Energieausweis beim
                   Besichtigungstermin vorliegen, um        Der Bedarfsausweis bewertet das Gebäude objektiv, lässt
                   die Effizienzklasse einer Immobilie,     aber auch nur bedingt auf den künftigen Energiever-
                                                            brauch des Gebäudes schließen. Dieser kann unter Ein-
                   ähnlich wie bei Haushaltsgeräten, zu
                                                            fluss der Nutzer, des Anlagenbetriebs und des Wetters
                   verdeutlichen.                           deutlich abweichen. Die einzelnen Gebäudeteile und
                                                            Komponenten der Anlagentechnik werden für den Be-
                                                            darfsausweis aufgenommen und bewertet. Nach dem de-
                                                            finierten Verfahren der EnEV wird ein theoretischer Ener-
                                                            giebedarf ermittelt.

               8                                            Der Energieausweis gibt auch Hinweise zu Modernisie-
                                                            rungsmaßnahmen.
Kennzahlen im Energieausweis

Der Energieausweis liefert nützliche Fakten und ermög-
licht den Vergleich mit anderen Immobilien. Neben den
Kennzahlen für Transmissionswärmeverlust und Primär-
energie (siehe Kapitel „Energiestandards“) wird im Ener-
gieausweis auch der Endenergiebedarf genannt. Dieser
gibt die jährlich benötigte Energiemenge für Heizung,
Warmwasser und Lüftung unter standardisierten Klima-
und Nutzungsbedingungen an. Der Endenergiebedarf
wird mit der Einheit kWh/m²a (Kilowattstunden pro Qua-
dratmeter und Jahr) angegeben, wobei sich die Quadrat-
meter auf die nach EnEV gültige Gebäudenutzfläche AN
beziehen. Die Stromanteile für Heizungstechnik (z. B.
Pumpen) sind im Endenergiebedarf enthalten, nicht aber
der Haushaltsstrom.

Energieberater, Architekten, Ingenieure und qualifizierte
Handwerker können Energieausweise ausstellen. Die
Deutsche Energie-Agentur (dena) bietet auf Ihrer Internet-
seite www.zukunft-haus.de eine Expertensuche an.
                                                                                                                       Erneuerbare
                                                             Zeit zum Umdenken
Selbstverständlich bietet das Energieberatungszentrum
(EBZ) in Stuttgart diese Dienstleistung an.
                                                                                                                          Energien

                                                                                                                                Umwelt
                                                                                                                                schonen

                                                                                                                           Geld sparen
                                                                                                 Beratung in Ihrem Elektro-Fachgeschäft
                                                             Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001

                                                                                                                                 KG

                                                                                                  Amstetter Straße 91
                                                                                                  70329 Stuttgart-Hedelfingen
                                                                                                  Tel. (07 11) 90 11 86-0
                                                                                                  www.elektro-eifler.de                   9
Energiestandards

     Die Notwendigkeit Häuser energetisch zu optimieren und das Bewusstsein ökolo-
     gischer mit der Umwelt und den Ressourcen umzugehen entstand in den 70er
     Jahren. 1977 ergab sich daraus die Wärmeschutzverordnung, darin wurden Min-
     deststandards für Bauteile festgelegt, die mit dem heutigen U-Wert vergleichbar
     sind. Nach 2 Novellierungen (1984 und 1995) wurde die Wärmeschutzverordnung
     2002 von der Energieeinsparverordnung abgelöst. Diese bewertet nicht nur einzel-
     ne Bauteile, sondern das Gebäude in seiner Gesamtheit, mit der Geometrie und
     auch der eingesetzten Technik zum Heizen. Die in der EnEV festgehaltenen Min-
     dest-U-Werte gelten, immer dann, wenn umfangreiche Baumaßnahmen an Einzel-
     bauteilen wie Dach, Fassade, Fenster etc. durchgeführt werden. Außerdem geben
     sie Hinweise, welche Werte dem aktuellen Standard entsprechen.

10
EnEV

Die Energieeinsparverordnung (EnEV)                   glichen. Das fiktive Gebäude, das               Der Ist-Zustand ist meist schlechter,
wurde inzwischen dreimal novelliert,                  baugleich am selben Ort steht, wie              als das EnEV Wunschhaus, aber mit
2004, 2009 und 2014. Die größte in-                   das betrachtete Objekt, ist mit den             einigen energetischen Maßnahmen
haltliche Änderung wurde 2009 mit                     von der EnEV gewünschten U-Werten               lassen sich oft deutlich bessere Er-
der Umstellung des Rechenverfah-                      und Technik ausgestattet. Dieses                gebnisse erzielen.
rens vollzogen. Jetzt werden die Er-                  „EnEV Wunschhaus“ wird verglichen
gebnisse des Gebäudes immer mit                       mit dem Ist-Zustand und den Varian-
einem fiktiven Referenzgebäude ver-                   ten der energetischen Sanierung.

Vergleichswerte Endenergiebedarf

                                         0       50        100        150     200        250      300        350   400    >400

                                                                                                        de
                                                                                     t

                                                                                                                               t

                                                                                                                               t
                                         s

                                                      au

                                                                                 au

                                                                                  er

                                                                                                                            er

                                                                                                                            er
                                                                                                   eb itt

                                                                                                                        ni t

                                                                                                                        ni t
                                                                           er sch

                                                                                                                      er ich

                                                                                                                      er ich
                                   au

                                                                                                     äu
                                                                                si

                                                                                                                          si

                                                                                                                          si
                                                                                                ng hn
                                                  ub

                                                                             ub
                                     h

                                                                        od eti
                                                                             ni

                                                                                                                    od n

                                                                                                                    od n
                                                                                              oh sc
                                  iv

                                                 Ne

                                                                 Ne

                                                                                                                   m h

                                                                                                                   m h
                                                                     t m erg
                               ss

                                                                                             W rch

                                                                                                                  h isc

                                                                                                                  h isc
                                             FH

                                                             H
                            Pa

                                                                  gu en

                                                                                                               lic et

                                                                                                               lic et
                                                            EF

                                                                                             Du
                                             M

                                                                                                             nt rg

                                                                                                             nt rg
                                                                     H

                                                                                                          se ne

                                                                                                          se ne
                                                                  RF

                                                                                                        we H e

                                                                                                        we H e
                                                                                                           F

                                                                                                         EF
                                                                                                         M

                                                                      150 Niederlassungen

                Objektservice
                                                                               Farbstudios

        Logistik

                                                                                                     Schulungsangebot

                                 ..Marktvorsprung durch einzigartigen Service

         So viel Leistung. So viel Praxiswert.
         Service ist, wenn es Ihnen nützt. Mit klaren Zeitvorteilen durch Just-in-time-Lieferung auf
         Ihre Baustelle über unser dichtes Niederlassungsnetz. Mit greifbarem Zugewinn an Sicherheit
         durch unsere Technischen Berater. Mit substanzieller Erweiterung Ihres Gestaltungsspiel-
         raums durch die Brillux Farbstudios. Und mit vielen weiteren Angeboten, die Ihre Leistungen
         noch wettbewerbsfähiger machen. Auffällig einzigartig? Hier gibt’s mehr Infos:
         www.brillux.de/service
                                                                                                                                                  11

  BX_Image-MEHR-Anzeige-170x120.indd 1                                                                                           30.10.13 14:59
Kennwerte der EnEV

        Transmissionswärmeverlust H‘T

        Der Transmissionswärmeverlust beschreibt den Wärme-
        verlust durch die Bauteile. Aus den U-Werten des Gebäu-
        des und den Flächenanteilen wird ein mittlerer U-Wert
        ermittelt, der mit dem des Referenzgebäudes (EnEV
        Wunschhaus) verglichen wird.

        Primärenergiebedarf QP

        In den Primärenergiebedarf fließen der ermittelte Wärme-
        bedarf, die Bewertung der Technik (Anlagenaufwandszahl
        eP) und die Primärenergiefaktoren der EnEV ein. Die Pri-
        märenergiefaktoren bewerten die unterschiedlichen Ener-
        gieträger wie Gas, Öl, Holz und Strom. Der errechnete Pri-
        märenergiebedarf wird dann mit dem des Referenz-
        gebäudes (EnEV Wunschhaus) verglichen.                            Das KfW-Effizienzhaus

        Die rechnerischen Werte der EnEV dienen der Vergleich-            Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) hat umfangrei-
        barkeit von Gebäuden und der Festlegung von energeti-             che Förderprogramme zum Thema energetische Sanie-
        schen Standards. Auch wenn ein Endenergieverbrauch                rung. Neben der Förderung von einzelnen Maßnahmen,
        rechnerisch ermittelt wird, ist er nicht unmittelbar mit tat-     fördert sie auch ganzheitliche Sanierungen, die Effizienz-
        sächlichen Verbräuchen zu vergleichen. Das Nutzerver-             häuser. Die KfW nutzt die Bewertungskriterien der EnEV,
        halten, die Betriebsweise der technischen Anlagen, der            H‘T und QP und belegt die Anforderungen der EnEV mit ge-
        Standort und die jährlich schwankende Witterung                   staffelten Zuschlägen.
        haben oft einen großen Einfluss auf den tatsächlichen
        Verbrauch.

                                  % von H‘T EnEV           % von QP EnEV
     KfW Effizienzhaus
                                  Referenzgebäude          Referenzgebäude                      Das Effizienzhaus 55 reduziert den
                                                                                                Primärenergieverbrauch eines Ge-
     KfW Effizienzhaus 55                  70                       55
                                                                                                bäudes also um fast 50 % gegenüber
     KfW Effizienzhaus 70                  85                       70                          einem Neubau nach EnEV und ist der-
     KfW Effizienzhaus 85                 100                       85                          zeit das anspruchsvollste Vorhaben
                                                                                                im Förderangebot der KfW. Auch ein
     KfW Effizienzhaus 100                115                       100                         Passivhaus oder Plus Energy Haus
     KfW Effizienzhaus 115                130                       115                         kann so gefördert werden.

     KfW Effizienzhaus Denkmal              -                       160

12
Das Passivhaus                                                Das Plusenergiehaus

Das Passivhaus ist ein vom Passivhaus Institut zertifizier-   Das Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie, als es ver-
ter Standard, der mit einem eigenen Rechentool (PHPP)         braucht. Es ist sparsam, wie ein Passivhaus und nutzt
berechnet wird. Sein berechneter Heizwärmebedarf liegt        effiziente Technik zur Erzeugung regenerativer Energie.
unter 15 Kilowattstunden/Quadratmeter und Jahr (15            Es werden zum Beispiel Photovoltaikanlagen oder Block-
kWh/(m²*a)), dies entspricht einem Verbrauch von ca. 1,5      heizkraftwerke zur Stromerzeugung eingesetzt.
Litern Heizöl pro m² beheizter Fläche und Jahr. Um dies zu
erreichen wird das Gebäude mit einer wärmenden und            Niedrigstenergiehaus EU-Standard 2021
luftdichten Hülle umschlossen. Das heißt: Dach, Fassade
und Boden sind stark gedämmt und die hocheffizienten          Die EU-Gebäuderichtlinie sieht einen Niedrigstenergie-
Fenster nach der Sonneneinstrahlung ausgerichtet. Das         hausstandard für alle Neubauten ab 2021 vor. Ihr
Haus verliert also kaum Wärme und kann Sonnenwärme            Energiebedarf soll nahe null liegen (englischer Name
durch die Fenster einfangen. Eine herkömmliche Heizung        „nearly zero-energy buildings“). So will die EU ihre Mit-
ist für solche Gebäude nicht notwendig. Eine mechani-         gliedsstaaten auffordern, die Effizienz ihrer Gebäude zu
sche Lüftung versorgt die Räume stetig mit Frischluft, die    erhöhen. Zudem sollen auch Lösungen für Bestandsge-
Luft wird durch einen Wärmetauscher vorgewärmt. Idea-         bäude umgesetzt werden, damit der Niedrigstenergie-
lerweise wird dafür die Wärme der Abluft zurückgewon-         hausstandard auch dort erfolgreich Einzug findet.
nen (zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung). Ein Pas-
sivhaus hat einen kleinen Restwärmebedarf und einen
Energiebedarf für Warmwasser, der mit moderner Haus-
technik gedeckt wird. Die Versorgung mit Haushaltsstrom
wird beim Passivhaus rechnerisch nicht bewertet.

Das Niedrigenergiehaus

Seit etwa 30 Jahren gibt es den Begriff Niedrigenergie-
haus, es ist aber kein definierter Standard, sondern ein
allgemeines Versprechen, dass das Gebäude wärmege-
dämmt ist und die zur Zeit des Baus gültigen rechtlichen
Anforderungen in gewisser Weise übertrifft. Auch für älte-
re Niedrigenergiehäuser kann die energetische Sanierung
und das Erreichen eines KfW-Effizienzstandards eine inte-
ressante Option sein.

 AZ_Stuttgart_Energie_170x80mm_4c_170x80mm_4c 23.10.13 11:48 Seite 1

                                                                                                                          13
Wärmedämmung

     Ein Haus ist eine Hülle, es schützt uns vor Regen, Kälte, Hitze und noch mehr.
     Aber viele Gebäude, die seit 20, 30 oder 100 Jahren ihren Dienst tun, wurden im
     Hinblick auf ihre Dämmeigenschaften kaum verändert. Die Möglichkeiten Wärme
     und Energie einzusparen haben sich in den letzten 20 Jahren stark weiterentwickelt
     und verbreitet. Die Ansprüche an Komfort und Behaglichkeit haben zugenommen
     und die Wärmebereitstellung hat sich mit steigenden Energiepreisen verteuert.
     Demgegenüber stehen effiziente technische Entwicklungen und vielfältige
     Möglichkeiten der Wärmedämmung. Das konsequente Dämmen der Gebäudehülle
     kann bis zu 80 % der ungewollten Wärmeverluste einsparen. Wenn man direkt bei
     einer anstehenden Sanierungsmaßnahme auch an eine Verbesserung der
     Wärmedämmung denkt, kann man sowohl die steigenden Energiekosten
     „eindämmen“ als auch den Komfort erhöhen.

14
. Steildachbau
                                                              . Wärmedämmung
                                                              . Flachdachbau
                                                              . Wohndachfenster
                                                              . Balkone

                                                               Wir haben schon
                                                               vieles überDACHt
                                                               Ihr Expertenteam für Dächer, Wärme-
                                                               dämmung, Terrassen und Balkone

                                                                     Tel. 28 500
                                                                     www.kemker.de
Fängt man an, ein Haus zu sanieren, kommt oft das eine         RotoProfiPartner
zum anderen. Es ist gut, sich vorher zu überlegen: Was
will ich? Was kann ich? Wo will ich hin? Ein Sanierungs-
plan und eine rechtzeitige Beratung helfen Sanierungs-
vorhaben technisch und wirtschaftlich zu optimieren,
Ziele festzulegen sowie Wege und Möglichkeiten aufzu-
zeigen.

Das Energieberatungszentrum in Stuttgart (EBZ) und qualifi-
zierte Energieberater sind Ratgeber in Sanierungsfragen und
erstellen auf ihren Wunsch einen Sanierungsplan, Energie-
ausweis, Fördernachweis oder auch umfangreiche Energie-
diagnosen. Je nach Vorhaben und gewähltem System kön-                   Kemker GmbH Bedachungen
nen unterschiedliche Dämmstoffe eingesetzt werden.             Alter See 19–21 . 71638 Ludwigsburg
In der folgenden Tabelle werden einige der wichtigsten
                                                                  Tel. 07141/28 500 . info@kemker.de
Dämmstoffe und ihre Eignung sowie Vor- und Nachteile
genannt.

                                                                                                       15
Wärmedämmung

      Dämmstoff          Verarbeitung           Einsatzort             Hinweise

      Flachs/Hanf        Vliesmatten            Im Innenbereich        • Nachwachsender, ökologischer Rohstoff
                         (Verstärkung des       Dach-, Wand- und       • Feuchtigkeitsausgleichend
                         Materials durch        Deckendämmung          • guter Schallschutz
                         eingebrachte
                                                                       • Wärmeleitfähigkeit bei 0,040 W/mK
                         Polyester- oder
                         Textilfasern)                                 • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)

      Holzfaserplatten   Platten aus            Universell einsetz-    • nachwachsender, ökologischer Rohstoff
                         Holzfasern             bar: Innen-, Außen-,     mit holzeigenem Bindemittel
                                                Boden-, Wand-,         • feuchtigkeitsausgleichend
                                                Decken- und
                                                                       • Schallschutz
                                                Dachdämmung
                                                                       • sommerlicher Wärmeschutz
                                                                       • Wärmeleitfähigkeit bei 0,040 W/mK bis 0,055 W/mK
                                                                       • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)

      Kalziumsilikat     Dämmplatten aus        Innendämmung             Eine Innendämmung erhöht die innere Oberflächentemperatur der
                         Kalksilikaten mit      zum Beispiel in          Außenwand, damit wird die Behaglichkeit erhöht und Zugerschei-
                         Zellstoff              denkmalgeschützten       nungen verringert. Die Dämmwirkung von Kalziumsilikatplatten ist
                                                Gebäuden.                nicht das, was sie so besonders macht, sondern die Platten
                                                Kann zur Schim-          dämmen und sind in der Lage ein gewisses Maß an Luftfeuchtigkeit
                                                melsanierung             aufzunehmen und wieder abzugeben. Mit diesem kapillaraktivem
                                                genutzt werden,          Verhalten wird der Feuchtigkeitsproblematik bei Innendämmung
                                                sofern das Bauteil       begegnet. Die klassische Innendämmung benötigt dagegen eine
                                                ausgetrocket ist und     Dampfbremse, um ein Eindringen von Raumluftfeuchte zu
                                                die Ursache des          verhindern. Kommt dennoch Feuchtigkeit in das Bauteil und
                                                Schimmels                trocknet nicht wieder voll aus, kann es zu Schimmelbildung
                                                eindeutig dem            kommen.
                                                Niederschlag von       • Wärmeleitfähigkeit bei 0,05-0,07 W/mK
                                                Raumluftfeuchte        • Brandschutzeigenschaften
                                                zugeordnet werden
                                                                       • Bei der Wahl einer solchen Dämmung ist es wichtig, das System
                                                kann
                                                                         komplett einzusetzen. Hinweise zur Wandfarbe und Benutzung
                                                                         sind zu beachten.

      Mineralwolle       Vliesmatten aus        Dach, Decke,           • Hohe Dämmwirkung-Wärmeleitfähigkeit
      (Glaswolle)        Altglas, Kalkstein     Außenwand                bei 0,032 W/mK bis 0,040 W/mK
      (Steinwolle)       und Quarzsand                                 • Hohe Wasserdampfdurchlässigkeit – sollte Feuchtigkeit in das
                         Mineralische                                    System gelangen, kann sie auch wieder heraus. So entsteht kein
                         Rohstoffe, teilweise                            Schimmel
                         auch Altglas                                  • Verrottet schwer. Das ist positiv, solange das Material eingesetzt
                                                                         wird, denn Schimmel und Kleintiere haben so weniger Chancen.
                                                                         Aber die Entsorgung des Materials ist schwierig.
                                                                       • Schallschutzeigenschaften
                                                                       • Brandschutzeigenschaften
16
Es gibt eine Vielzahl von Dämmstoffen aus ver-
schiedensten Rohstoffen. Diese Tabelle ist nicht
vollständig, enthält nur die verbreitetsten Materi-
                                                                   Häuser und Räume – renovieren · sanieren · verschönern
alien und soll die wesentlichen Punkte und Krite-
                                                                           Rückle GmbH & Co. KG – Gipser- und Stuckateurgeschäft
rien beschreiben, anhand derer sich dann auch                              Handwerkstraße 33 · 70565 Stuttgart-Möhringen
andere Materialien bewerten lassen.                                        Telefon (07 11) 7 80 35 22 · Fax 7 80 07 20
                                                                           www.stuckateur-rueckle.de

  Polystyrol            Dämmplatten           Fassadendämmung           • Hohe Dämmwirkung: Wärmeleitfähigkeit von
  EPS und XPS           aus Erdöl             (WDVS), Estrich- und        0,024 W/mK bis 0,040 W/mK
                                              Dach/Flachdach-           • geringe Wasserdampfdurchlässigkeit, gelangt Feuchtigkeit in das
  Polyurethan (PUR)     Es werden verschie-   dämmung
  PUR Hartschaum        dene Treibmittel                                  Bauteil wird das Austrocknen erschwert. Bei der Ausführung muss
                        eingesetzt            XPS für Perimeter-          auf eine sorgfältige Ausführung der Dampfbremse (Luftdichtheitse-
                                              dämmung und                 bene) geachtet werden.
                                              Dächer                    • Geringe Schallschutzwirkung
                                              Insbesondere XPS          • Verrottet nicht, dies ist positiv, solange das Material eingesetzt
                                              hat eine hohe               wird, denn Schimmel und Kleintiere haben so weniger Chancen.
                                              Druckfestigkeit und         Entsorgt wird das Material derzeitig als Brennstoff.
                                              kann daher auch im
                                              Erdreich und z. B.
                                              unter Gründächern/
                                              Dachterrassen
                                              eingesetzt werden
                                              PUR für Aufsparren-
                                              dämmung und
                                              Flachdächer

  Zellulose             Dämmplatten und       Dach-, Wand- und          • organischer, recycelter Rohstoff
  (Platten & Flocken)   lose Flocken aus      Decken                    • guter Schallschutz
                        Altpapier                                       • Wärmeleitfähigkeit bei 0,040 W/mK bis 0,045 W/mK
                                                                        • Baustoffklasse B2 (normal entflammbar)
                                                                        • Einbau von Einblasdämmmaterial durch Fachmann
DDI Stuttgart EBZ 2012neu2

                                                                                             Mehrwert? Steuern.
                                                                                             Den Wert einer Immobilie – oder ihr Mietwert –
                                                                                             wird nicht allein von der Lage bestimmt. Mit
                                                                                             der fachgerechten energetischen Optimierung
                                                                                             von Dach und Fassade durch einen Mitglieds-
                                                                                             betrieb der Dachdeckerinnung Stuttgart kann
                                                                                             jeder selbst diese Werte beeinflussen.

                                                                                             Energiebewusstes
                                                                                             Sanieren und Bauen
                                                                                             Überlassen Sie’s den qualifizierten Fach-
                                                                                             betrieben der Dachdeckerinnung Stuttgart.
                                                                                             Ihre Adressen gibt’s hier:

                                                                                               Dachdecker
                                                                                                   Innung
                                                                                                 Stuttgart
                                                                                             Gutenbergstraße 76 . 70176 Stuttgart
                                                                                             Tel.: 07 11 - 6 20 20 83
                                                                                             Fax: 07 11 - 6 20 20 85
                                                                                             www.dachdeckerinnung-stuttgart.de
                                                                                                                                               17
Wärmedämmung

     Warum ist baulicher Wärmeschutz erforderlich:                brauchs in Deutschland entfällt auf den Gebäudesektor,
                                                                  mehrheitlich auf die Beheizung. Am Markt verfügbar sind
     Die Begrenzung eines bereits beginnenden Klimawan-           technisch ausgereifte, wirtschaftliche Lösungen, mit de-
     dels, die Erhöhung der Versorgungssicherheit durch Re-       nen der Energieverbrauch leicht um den Faktor vier, bei
     duzierung der Importabhängigkeit aus krisengefährdeten       ambitionierten Sanierungen auch bis um den Faktor 10
     Gebieten der Welt, schwindende fossile Energieressour-       gegenüber unsanierter Bestandsbauten reduziert werden
     cen und die dadurch steigenden Energiepreise sind we-        kann. Der zur Reduzierung des Heizwärmeverbrauchs er-
     sentliche Gründe dafür, den Verbrauch fossiler Energieträ-   forderliche bauliche Wärmeschutz hat dabei eine zentrale
     ger drastisch zu senken. Etwa 40 % des Endenergiever-        Bedeutung.

18
Ein baulicher Wärmeschutz
• ist notwendig für die Vermeidung von Bauschäden
  durch Feuchtigkeitsbildung auf der Innenseite von Au-
  ßenbauteilen (feuchteschutztechnischer Wärmeschutz)
• verhindert die Bildung von Schimmel, der zu Bauschä-
  den und Gesundheitsrisiken beitragen kann (hygieni-
  scher Wärmeschutz)
• garantiert ausreichend hohe Oberflächentemperaturen
  der Innenseiten von Außenbauteilen im Winter, die zur
  Behaglichkeit beitragen (behaglichkeitssichernder Wär-
  meschutz); dieselbe Behaglichkeit lässt sich hierdurch
  mit geringeren Raumlufttemperaturen und damit gerin-
  gerem Energieverbrauch erreichen
• verringert den unerwünschten Eintrag von Wärme und
  dadurch eine Überhitzung von Räumen im Hochsommer
  (sommerlicher Wärmeschutz)
• trägt im Winter und im Sommer zur Reduzierung des
  Energieverbrauchs bei (energieeinsparender Wärme-
  schutz)
• unterstützt die Schonung von Ressourcen und die
  Entlastung der Umwelt (ökologisch motivierter Wärme-
  schutz)
• kann die Dauerhaftigkeit der Baukonstruktion unter-
  stützen und zur Bauschadensbehebung beitragen
  (nachhaltig motivierter Wärmeschutz)
• trägt zur Reduzierung der Heiz- und Kühlkosten sowie
  zur Wertstabilität der Immobilie bei (ökonomisch moti-
  vierter Wärmeschutz)
• kann zur gestalterischen Aufwertung von Fassaden ge-
  nutzt werden (gestalterischer motivierter Wärmeschutz)
• kann im Bestand – insbesondere bei einer Kopplung
  mit ohnehin notwendigen Sanierungsmaßnahmen –
  wirtschaftlich realisiert werden

                                                           19
Wärmedämmung

     Wärmeleitfähigkeit                                            Fassaden- oder Außenwanddämmung

     Der Kennwert λ (griech. Lambda) wird in der Einheit Watt      Ungedämmte Außenwände führen in der kalten Jahreszeit
     pro Meter und Kelvin (W/mK) angegeben. λ spiegelt wider,      zu Unbehaglichkeit und zu unnötig hohen Wärmeverlus-
     wie gut Wärme durchgeleitet wird; verbunden mit der Di-       ten. Bei kalten Temperaturen kommt es oft zu Komfortein-
     cke des eingesetzten Dämmmaterials (m) ergibt sich der        bußen, weil die Wandtemperatur, trotz gut und teuer ge-
     U-Wert.                                                       heizter Raumluft, nur bei 14–16 °C liegt. Durch die
                                                                   Differenz zur Körpertemperatur erfolgt ein Wärmeabfluss
     Der λ-Wert verbirgt sich auch hinter der Materialangabe       vom Körper an die Wand durch Strahlung. Man spürt
     WLG (Wärmeleitgruppen) oder WLS (Wärmeleitstufen).            Strahlungskälte, wenn man vor der Wand sitzt oder steht.
     Eine Angabe von WLG oder WLS 035 beschreibt eine Wär-         Für die Verbesserung des Wärmeschutzes an der Außen-
     meleitfähigkeit von 0,035 (W/mK). Hier gilt, je kleiner die   wand stehen verschiedene Systeme zur Verfügung:
     Zahl, desto größer ist die Dämmwirkung des Baustoffes.
                                                                   • das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) auch
     Baustoffklasse nach Brandverhalten                              „Thermohaut“ oder „Vollwärmeschutz“ genannt
                                                                   • die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk
     Baustoffe werden nach ihrem Brandverhalten beurteilt,         • die hinterlüftete vorgehängte Fassade
     dabei gilt die Klasse A als nicht brennbar, B als brennbar,   • die Innendämmung oder
     mit der Unterscheidung nach der Entflammbarkeit. B1           • der Dämmputz.
     gilt als schwer entflammbar und B2 als normal entflamm-
     bar.                                                          Eine sorgfältige Ausführung der Dämmarbeiten ist beson-
                                                                   ders wichtig, um Wärmebrücken und Bauschäden zu ver-
     Der Einsatz und Zulässigkeit der Materialien richtet sich     meiden. Der optimale Zeitpunkt für die Anbringung einer
     nach den Einsatzorten und Anforderungen an Fluchtwege         Wärmedämmung ist, wenn ohnehin Instandsetzungs-
     und Brandwiderstandsklassen der Bauteile etc.                 maßnahmen an der Fassade anstehen – dann entstehen
                                                                   die Kosten für den Putz und den Anstrich sowieso. Des-
     Der U-Wert                                                    halb ist die Fassadendämmung unter Abzug der „Sowie-
                                                                   somaßnahmen“ wirtschaftlich.
     Der U-Wert ist ein wichtiger Kennwert in der Bewertung der
     energetischen Gebäudequalität und der Berechnung des          Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
     Wärmebedarfs. Je geringer der U-Wert eines Bauteils ist,
     umso besser ist die Wärmedämmung.                             Wärmedämmverbundsysteme bestehen aus Dämmplat-
     Der U-Wert wird aus dem Materialkennwert, der Wärme-          ten, die auf die Wand geklebt und danach verputzt wer-
     leitfähigkeit λ (W/mK) und der Baustoffdicke (m) berech-      den. Die Komponenten eines WDVS dürfen nur als System
     net. Mit dem U-Wert wird dann der Transmissionsverlust,       verwendet und sollten vom Fachmann angebracht wer-
     der Wärmeverlust durch die Bauteile, berechnet. Die λ-        den. Als Materialien kommen Platten aus Polysterol, Mi-
     Werte werden oft nur in den Bezeichnungen WLS oder            neralfaser, aber auch Holzweichfaserplatten infrage. Bei
     WLG angegeben.                                                einer mittleren Wärmeleitfähigkeit des Materials (WLS
                                                                   035) werden 14 – 18 cm Wärmedämmung aufgebracht.
                                                                   Damit sind in der Regel die Anforderungen entsprechen-
                                                                   der Förderprogramme erfüllt. Bitte informieren Sie sich
                                                                   rechtzeitig, Förderungen müssen immer vor der Maßnah-
                                                                   me beantragt werden.

              Rges = R1 + R2 + R3 + ...+...

20
© Sto SE & Co. KGaA
                                                                                                                                                                                      .
               Wärmedämm-Verbundsystem                                                                                                                          Rev.-Nr. 2014/01/01
               Fenster/Tür (Horizontalschnitt): Anschluss der Laibung an ein zurückversetztes                                                                                 Sto-HQ-DE
               Fenster mit Anputzleiste                                                                                                                                 GEN-0425

                                                                                                                    Befestigung und Winddichtigkeit der
                                                                                                                    Fenster gemäß Angaben des
                                                                                                                    Fensterherstellers

                                                                                                                    Sto-Anputzleiste gemäß Technischem
                                                                                                                    Merkblatt

                                                                                                                    Wandkonstruktion

                                                                                                                    Altputz

                                                                                                                    Kleber

                                                                                                                    Laibung mit 4 cm Plattendicke dämmen.

                                                                                                                    bewehrter Unterputz
 © Sto SE & Co. KGaA

                                                                                                                    Oberputz und ggf. Anstrich auftragen.

                                                                                                                    Dämmplatte

                                                                                                                    Sto-Gewebewinkel

                                                                                                                    StoFentra Profi

          Fenster/Tür (Horizontalschnitt):
          Anschluss der Laibung an ein zurückversetztes
          Fenster
Hinweis: Dieses Detail ist ein mit     Anputzleiste
                               allgemeiner, unverbindlicher Planungsvorschlag, welcher die Ausführung nur schematisch darstellt. Anwendbarkeit und Vollständigkeit sind vom
Kunden/Planer/Verarbeiter beim jeweiligen Bauvorhaben eigenverantwortlich zu prüfen. Angrenzende Gewerke sind nur schematisch dargestellt. Alle Vorgaben und Annahmen sind auf die
                                                                                                                                                                                                                © Sto SE & Co. KGaA

örtlichen Gegebenheiten anzupassen bzw. abzustimmen. Die jeweiligen technischen Vorgaben in den Merkblättern, Verarbeitungsrichtlinien und Systemzulassungen sind zu beachten.
                                                                                                                                                                                          .
            Wärmedämm-Verbundsystem                                                                                                                                 Rev.-Nr. 2014/01/01
                                                                                                                                                                                Sto-HQ-DE
            Systemschnitt (Vertikalschnitt): Systemaufbau mit Verdübelung und Verklebung
                                                                                                                                                                              GEN-0010

                                                                                                                      Variante 1

                                                                                                                      Wandkonstruktion

                                                                                                                      Kleber

                                                                                                                      Dämmplatte aus EPS

                                                                                                                      Sto-Pistolenschaum SE

                                                                                                                      Sto-Ecotwist

                                                                                                                      bewehrter Unterputz
                                                                                                                                                                                                                                      Der nächste Winter
                                                                                                                      Oberputz und ggf. Anstrich auftragen.
                                                                                                                                                                                                                                      kommt bestimmt!
                                                                                                                      Variante 2                                                                                                      Energie sparen. Umwelt schonen. Wohnbehaglichkeit
                                                                                                                      Wandkonstruktion                                                                                                schaffen. Mit den WDV-Systemen von SCHWENK.
                                                                                                                                                                                                                                      Ganz egal, ob Neubau oder Altbau, Eigenheim oder
                                                                                                                      Kleber
                                                                                                                                                                                                                                      Mehrfamilienhaus – mit insgesamt sechs bauaufsicht-
                                                                                                                      Rondell                                                                                                         lich zugelassenen Systemen auf Basis der Dämm-
                                                                                                                                                                                                                                      materialien Polystyrol, Mineralwolle, Polyurethan und
                                                                                                                      Dübel gemäß bauaufsichtlicher Zulassung
                                                                                                                                                                                                                                      Holzweichfaser bieten wir für jede bauliche Anforde-
 © Sto SE & Co. KGaA

                                                                                                                      Dämmplatte                                                                                                      rung und architektonische Herausforderung die rich-
                                                                                                                                                                                                                                      tige Lösung. Interessiert? Mehr Informationen finden
                                                                                                                      bewehrter Unterputz
                                                                                                                                                                                                                                      Sie hier: www.schwenk-putztechnik.de
                                                                                                                      Oberputz und ggf. Anstrich auftragen.
                                                                                                                                                                                                                                      SCHWENK Putztechnik GmbH & Co. KG
                                                                                                                                                                                                                                      www.schwenk-putztechnik.de  info@schwenk-servicecenter.de
                       Systemschnitt (Vertikalschnitt):
                       Systemaufbau mit Verdübelung und Verklebung
Hinweis: Dieses Detail ist ein allgemeiner, unverbindlicher Planungsvorschlag, welcher die Ausführung nur schematisch darstellt. Anwendbarkeit und Vollständigkeit sind vom
Kunden/Planer/Verarbeiter beim jeweiligen Bauvorhaben eigenverantwortlich zu prüfen. Angrenzende Gewerke sind nur schematisch dargestellt. Alle Vorgaben und Annahmen sind auf die
                                                                                                                                                                                                                                                                                                             21
örtlichen Gegebenheiten anzupassen bzw. abzustimmen. Die jeweiligen technischen Vorgaben in den Merkblättern, Verarbeitungsrichtlinien und Systemzulassungen sind zu beachten.

                                                                                                                                                                         SWK_WDVS_AZ_90x240_REDESIGN_Conne_RZ.indd 1                                                                               14.11.13 08:55
Wärmedämmung

     Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk

     Luftschichten in bestehendem Mauerwerk oder Gefachen
     in Wänden, Decken oder Dächern können nachträglich
                                                                          Unterkonstruktion
     mit einer Einblasdämmung ausgefüllt und energetisch
     verbessert werden. Eine Fachfirma prüft zunächst die
     Durchführbarkeit, die mindestens 4 cm breite Luftschicht
     muss durchgängig und trocken sein, dann wird durch
     Bohrungen zum Beispiel in den Fugen des Verblendmau-
     erwerks die Dämmung eingeblasen. Dabei ist darauf zu
     achten, dass der Hohlraum vollflächig und setzungssicher
     ausgefüllt wird. Für bestehendes zweischaliges Mauer-
     werk eignen sich wasserabweisende Granulate z. B. aus
     Polystyrol WLG 033, Polyurethan WLG 035 oder Perlite             Bekleidung
     WLG 060. Für Decken, Dächer oder neue Wände werden
     meist Flocken aus Zellulose in diesem Verfahren
     verwendet.

     Hinterlüftete vorgehängte Fassade

     Die hinterlüftete vorgehängte Fassade ist eine weitere
     Möglichkeit, eine Dämmschicht außen am Gebäude anzu-
     bringen. Vorhangfassaden gehören zu den traditionellen
     Bauweisen in der ländlichen Region, wobei Holzschin-
     deln, Schieferplatten und Ziegel als Verkleidung dienen.
     Eine moderne hinterlüftete Vorhangfassade besteht aus         Die Luftschicht zwischen Dämmung
     folgenden Komponenten:                                        und Fassadenbekleidung dient als
                                                                   Hinterlüftungsraum
     •   Unterkonstruktion mit Befestigungsmaterial
     •   Dämmschicht
     •   Hinterlüftung
     •   Außenverkleidung (Vorhang).

     Als Erstes wird die Unterkonstruktion auf der bestehen-
     den Außenwand befestigt. Das wird bei kleineren Gebäu-
     den meistens mit einer Holzlattung realisiert, es gibt aber
     auch spezielle Konstruktionen aus Holz oder Alu. Danach
     werden die Dämmplatten oder Dämmmatten zwischen
     der Unterkonstruktion auf dem alten Putz befestigt. Auf
     die äußere Schicht der Dämmung kommt eine diffusions-
     offene Schalungsbahn, die für die Winddichtigkeit sorgt.
     Zur Abführung von Regenwasser und Oberflächenkonden-
     sat auf den Fassadenplatten wird zwischen Dämmschicht
     und Vorhang eine Belüftungsschicht angeordnet. Zum
     Schluss wird die Verkleidung angebracht, wobei eine Viel-
     zahl von Materialien zur Auswahl stehen. Die Wahl des
     Materials und die dafür notwendige Unterkonstruktion
     bestimmen zum großen Teil die Kosten der Vorhangfassa-
     de. Beides hängt unter Umständen von regionalen hand-
     werklichen Traditionen ab. Die Rollladenkästen sollten
22   vor dem Einbringen des Dämmstoffes auf Dichtigkeit
     überprüft und ggf. abgedichtet werden.
Investieren statt frieren!
                           Wärme bleibt
                                                                             Fassadendämmung
                           im Raum
                                                                             spart richtig Geld!

                                    Feuchtigkeit
                                    kann entweichen
                                                                             Jetzt staatliche Förderung nutzen –
                                                                             Ihre Fassadendämmung zahlt sich selbst!
                                                                             • Dämmung kann sich bis 7,5 % verzinsen
                                                                             • KfW-Darlehen ab 1,1 % Zinssatz
                                                                             • Handwerkerrechnungen bis 1.200 € absetzbar
                                                                             • KfW-Tilgungszuschuss bis 12,5 %

                                                                             Mehr unter www.sto.de
                                            Tragende
                                            Wand
                                                             Anzeige Haus mit Schal_90x120 mm_4c.indd 1                           16.10.2013 13:44:52

                                 Dämmstoff

                                                                                       Wir sind für Sie am Werk –
                                                                                       und schützen Ihr Haus
                                                                                       vor Wind und Wetter
                                                                                       Ob Heizkosten senken, Immobilienwert steigern,
                                                                                       Fassade richten, behagliches Raumklima schaffen,
                                                                                       Gebäudehülle schützen oder Risse überbrücken.
                                                                                       Am Anfang steht die gründliche Analyse und
                                                                                       Beratung. Am Ende die saubere Lösung. Fragen
                                                                                       Sie unseren Fassaden-Spezialisten Frank Lipp.

Alte Stuttgarter Str. 80 . 70195 Stuttgart . 0711 691079 . www.hofstetter.net
                                                                                                                                                        23
Wärmedämmung

     Elektroinstallationen und Wärmedämm-                        Einzelne Leistungsschritte im
     Verbundsystem nach Stuttgarter Sanierungsstandard           Stuttgarter Sanierungsstandard:

     Der Dämmstoff eines WDVS schließt an zahlreiche Bautei-     •   Checkliste des Stuckateurs bzw. Malers, die mit dem
     le an die in der Außenwand integriert sind. Beispielswei-       Auftraggeber im Vorfeld besprochen wird
     se die Anschlüsse an Fenster, Rollläden, Leuchten, Marki-   •   Verwendung zugelassener luftdichter Durchführungen
     sen, Balkone oder Dachüberstände müssen sorgfältig              für Schalterdosen und Kabel
     geplant sein. Die Planung muss vom Handwerker ein-          •   Luftdichte und isolierte Mastdurchführungen für An-
     wandfrei umgesetzt werden, damit die Standfestigkeit ge-        tennen- und Satelliten-Anlagen mit Bodenfestigung
     währleistet ist. Dabei dürfen Elektroinstallationen nicht   •   Elektroverteilung in Kellerdeckendämmungen
     vergessen werden.                                           •   Dokumentationen der Verlegung

     Sicherheit                                                  Tipp: Sanierung der Elektroinstallation mit der
                                                                 Fassadendämmung kombinieren.
     Durch nicht abgedichtete Installationsdurchführungen
     kann Wasser aus der Raumluft durch Konvektion in das        Die Sanierung der alten Elektroinstallation auf einen an-
     Innere der Wärmedämmung transportiert werden und            gemessenen und modernen Standard ist aufwändig und
     durch Ausfall von Tauwasser Schäden hervorrufen.            in bewohntem Zustand nur schwer durchführbar. Hier bie-
     Deshalb gibt es im Stuttgarter Sanierungsstandard eine      tet die Fassadendämmung eine neue Optimierungsmög-
     Absprache zwischen Stuckateur bzw. Maler und dem Elek-      lichkeit. Die neuen Leitungen werden auf der Fassade ver-
     triker damit der derzeit bestmögliche Gebäudestandard       legt und verschwinden anschließend unter der Dämmung.
     auch in die Praxis umgesetzt wird.                          Wichtig hierbei ist: ein genauer Verlegeplan, die Abstim-
                                                                 mung von Stuckateur/Maler und Elektriker und die luft-
     Chancen                                                     dichte Ausführung der Wanddurchdringungen. Das EBZ
                                                                 hat mit Stuttgarter Handwerkern hierzu eine Regelung
     Praxisbeispiele zeigen, dass es von großem Vorteil sein     entwickelt, (siehe Stuttgarter Sanierungsstandard).
     kann, wenn die Erweiterung oder Erneuerung der Elektro-
     verteilung eines Gebäudes mit der energetischen Verbes-     Dämmung von innen
     serung der Außenwände verknüpft wird. Die Installa-
     tionsleitungen verschwinden unter der Wärmedämmung,         Bauphysikalisch betrachtet, ist eine Außenwanddäm-
     ohne dass aufwändige Renovierungsarbeiten im Innenbe-       mung der Innendämmung vorzuziehen, aber es gibt gute
     reich des Gebäudes durchgeführt werden müssen. Insbe-       Gründe doch eine Innendämmung umzusetzen, und auch
     sondere Sanierungen in „bewohntem“ Zustand profitie-        hier hat sich auf dem Markt einiges getan.
     ren davon.
                                                                 Die klassische Innendämmung verwendet ähnliche Mate-
     Umsetzung                                                   rialien wie bei der Außendämmung, z. B. Mineralwolle.
                                                                 Auf der Raumseite wird die Dämmung mit einer Dampf-
     Im Vorfeld muss das Verlegebild definiert sein, damit der   bremse luftdicht abgeschlossen. Damit wird verhindert,
     Stuckateur oder Maler mit der Verklebung der Dämmplat-      dass sich hinter der Dämmung im Bauteil feuchte Raum-
     ten nicht beeinträchtigt wird oder gar die Systemzulas-     luft niederschlägt. Diese Abdichtung darf natürlich nicht
     sung verliert. Die Leitungsverlegung muss dokumentiert      verletzt werden, z. B. wenn später noch Steckdosen mon-
     und bekannt sein, um möglichen Schäden, z. B. durch         tiert werden.
     Dübeln oder Befestigen, vorzubeugen.

24
Durchführung durch luftdichte Ebene, die nicht funktionieren kann

Das EBZ hat die Verlegung von Leitungen auf der Fassade standardisiert.                       25
Handwerker im Stuttgarter Sanierungsstandard müssen sich danach richten.
Wärmedämmung

     Infokasten Fassade

                                                                   0,24 (W/m²K) bei Fassadendämmung;
       Mindest-U-Wert Fassade der (W/m²K) nach EnEV                0,35 (W/m²K) bei Innendämmung;
                                                                   Kerndämmung voll ausgefüllt mit λ     Um- & Neueindeckungen
     Riedlinger Straße 5 . 70327 Stuttgart                          >   VELUX / ROTO Wohnraumdachfenster             >    Flachdachsanierungen
                                                                                                                                                                   www.PlanQ.biz

                                                                    >   Kaminreparaturen und -verkleidungen          >    Wärmedämmungen
                                                                    >   Garagen- und Flachdachbegrünungen            >    Blecharbeiten am Dach
          www.bauerstuttgart.de                                     Kölner Str. 32   70376 Stuttgart   T. 0711/53 06 08-60       www.alender-speidel.de
26
Luftdichtigkeit und Blower-Door-Test

Wärmedämmung funktioniert nur, wenn das Gebäude             me Innenluft durch Undichtigkeiten nach außen strömt
ausreichend dicht ist. Die luftdichte Ebene liegt auf der   (häufig im Dachbereich). Dabei kann die warme, feuchte
Innenseite der Gebäudehülle. Mit Folien kann man luft-      Raumluft im kalten Bauteil kondensieren und Schimmel-
dichte Ebenen herstellen und tut dies auch zum Beispiel     wachstum ermöglichen. Speziell in Holzkonstruktionen
beim Dachausbau mit der wichtigen Dampfbremse. Aber         führt das zu Schäden.
die wichtigste Erfindung zur Herstellung von Luftdichtig-
keit ist der Putz. Eine luftdichte Ebene kann durchaus      Die Luftdichtheit lässt sich mit einem Blower-Door-Test
„atmungsaktiv“ sein, Feuchtigkeit aufnehmen und wieder      untersuchen. Bei diesem Test erzeugt ein Ventilator einen
abgeben (moderne Folien sind Membranen, die Feuchtig-       Druckunterschied zur Außenluft. Man kann oft schon mit
keit im Winter nicht rein, aber im Sommer raus lassen).     bloßen Händen spüren, wo im Haus Luftundichtigkeiten
Wichtig ist nur, dass es keine ungewollte Lüftung durch     sind. Bemessen wird die Luftdichtheit in Luftwechseln pro
Ritzen und Löcher gibt, so wird das Haus effizienter und    Stunde, bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal (n50-Wert
ist vor Bauschäden geschützt. Bei windigem Wetter kann      entspricht etwa Windstärke 8). Heutige Neubauten dürfen
ansonsten Außenluft durch Undichtigkeiten ins Gebäude       einen n50 von max. 3,0 pro Stunde bei Fensterlüftung und
strömen und dort zu unbehaglichen Zugerscheinungen          1,5 pro Stunde bei einer Lüftungsanlage aufweisen, typi-
führen. Auf der windabgewandten Seite des Gebäudes          sche Werte im Altbau liegen bei 5,0–15,0 pro Stunde.
kommt es zu einem Unterdruck, der dazu führt, dass war-

                                                                                                                        27
Wärmedämmung

                                                                                                 Architekten- oder Ingenieurbüros bieten die Durchfüh-
                                                                                                 rung von Blower-Door-Tests an.
     Nachhaltig*                                                                                 Eine elektromotorisch angetriebene Abluft-Lüftungsanla-
     rundum                                                                                      ge ist in teilgedämmten Gebäuden sinnvoll. Durch die In-
                                                                                                 stallation einer mechanischen Abluftanlage, kann dem
     dämmen                                                                                      Risiko der Schimmelbildung vorgebeugt werden. Damit
                                                                                                 eine mechanische Lüftungsanlage sinnvoll eingesetzt
                                                                                                 werden kann, sollte die Dichtheit des Gebäudes immer
                                                                                                 durch einen Blower-Door-Test nachgewiesen sein.
                                                                                                 Wenn atmosphärische Gasthermen oder Gas-Durchlaufer-
                                                                                                 hitzer, welche mit Raumluft als Verbrennungsluft arbei-
     WLS 023                   LINITHERM Dämmsysteme
                               für Neubau- oder Altbausanierung                                  ten, vorhanden sind, ist die Effektivität der Maßnahmen
                                                                                                 gegen unkontrollierte Lüftungswärmeverluste erheblich
                                Schlanke Dämmelemente für Dach, Decke,
                                Wand, Boden
                                                                                                 eingeschränkt. Das Problem kann nur mit Wärmeerzeu-
                                Wärmebrückenfreie Verlegung                                      gern gelöst werden, welche die Verbrennungsluft nicht
                                Baubiologisch positiv                                            aus den Wohnräumen entnehmen.
                                Energieeinsparung und angenehmes
                               Raumklima - im Sommer und im Winter.
                               * Umweltproduktdeklaration (EPDIVPU-2010112) nach DIN ISO 14025   Einige typische Leckagen sind im rechten Bild aufgeführt
                                                                                                 und im Text genannt.

     Infos und kostenloser                                                                       Typische Undichtigkeiten in Wohnhäusern:
     Ratgeber für schnelles    Linzmeier Bauelemente GmbH
     und schlankes Dämmen      Harald Maier
     anfordern:
                               Fachberatung - Gebietsleitung                                     • Unverputzte Wände hinter Sanitärinstallationswänden
                               71397 Leutenbach
     www.Linitherm.de          M 0174 3308172 Harald.Maier@Linitherm.de                            (diese sind wegen der vielen Durchdringungen nicht
                                                                                                   luftdicht)
                                                                                                 • Steckdosen in Außenwänden (wenn nicht satt in Gips
                                                                                                   gesetzt)
                                                                                                 • der untere Wandabschluss hinter einer Fußleiste (wenn
                                                                                                   die Wand nicht bis auf den Rohfußboden hin verputzt
                                                                                                   wurde)
                                                                                                 • nicht abgeklebte Durchdringungen in der Dampf-
                                                                                                   bremse im Dach
                                                                                                 • nicht an angrenzende Bauteile angeklebte Dampf-
                                                                                                   bremsen
                                                                                                 • undichte Kellertüren
                                                                                                 • undichte Haustüren
                                                                                                 • unverputzte Stellen unter Kellertreppen etc.

                                                                                                 Luftdichtigkeit im Gebäude wird erreicht durch den Innen-
                                                                                                 putz an den Wänden und die Folien/Bekleidungen im
                                                                                                 Dachbereich. In der Fläche sind diese Schichten absolut
                                                                                                 luftdicht. Problematisch sind jeweils die Anschlüsse (z. B.
                               Stuckateur-Betrieb                                                Innenputz an Geschossdecke; Folie an Giebelwand; Folie
                                                                                                 an Fußpfette im Dach; Folie an Schornstein etc.).
                              Sebastian Zaiser
                                                                                                 Bei Fenstern ist besonders auf sorgfältigen Einbau zu ach-
         P u t z • S t u c k • Tro c k e n b a u                                                 ten. Dauerelastische Kompressionsbänder, einputzbare
                                                                                                 Abdichtbänder (Butylbänder) und spritzbare Dichtstoffe,
      Renovierungen • Wärmedämmung
                                                                                                 führen zum Erfolg, wenn fachkundig ausgeführt. Die An-
                  Malerarbeiten
                                                                                                 schlüsse sind erst dann mit Sicherheit gut ausgeführt,
28         Tuttlinger Straße 55 • Stuttgart-Sillenbuch                                           wenn der Blower-Door-Test erfolgreich ist.
                       Telefon 0711/472620
Sie können auch lesen