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Unsere Wirtschaft                                                                    Ausgabe 3/2012

Region                           Region                               Spezial

Bahnchef ermuntert Coburg, für   Spielwarenmesse: Unsere Hersteller   16 Sonderseiten zum Jahr 2011
ICE-Systemhalt zu kämpfen        punkten auf internationaler Bühne    der Coburger Wirtschaft

                                                   Wirtschaft bekennt
                                                   sich klar zum Euro
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2 Inhalt

   Titelthema
   10 Jahre Euro: Deutschland hat von der                 4
   Gemeinschaftswährung in jeder Hinsicht profitiert
   Heimische Unternehmen schätzen am Euro am              5
   meisten das drastisch gesunkene Wechselkursrisiko

   Region
   Brose in der Endausscheidung der                       7
   familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands
   Polstermöbelhersteller kurbeln auf der Kölner         10
   Möbelmesse Exportgeschäfte an
   Bahnchef Dr. Rüdiger Grube will noch heuer            12
   einen „Coburger Bahngipfel“

   Standort
   Internet-Applikation ermöglicht Analyse von           13
   Auswirkungen des demografischen Wandels

   Tourismus                                                   8/9 Rund 20 heimische Hersteller auf der Spielwarenmesse in Nürnberg
   IHK fordert Stadt Coburg zu Beteiligung               14
   an der Therme Bad Rodach auf
                                                               Originalität, Attraktivität und Qualität Trumpf
                                                               Rund 20 Aussteller aus unserer Region      auf Anerkennung. In der allgemein um-
   Innovation und Umwelt
                                                               haben auf der Internationalen Spielwa-     strittenen Verschärfung der EU-Richt-
   DIHK-Positionspapier: 10 Prioritäten für Politik      18    renmesse mit Erfolg auf ihre Produkte      linie für Spielzeugsicherheit wird von
   und Wirtschaft in der „Energiewende“
                                                               aufmerksam gemacht. Ihre originellen,      vielen inwischen eine mögliche Chance
   Spezial                                                     attraktiven und in puncto Qualität und     erkannt, sich von Billigkonkurrenz und
   Das Jahr 2011 in der Coburger Wirtschaft            I–XVI   Sicherheit hochwertigen Angebote sto-      Produktplagiaten erfolgreich im Wett-
   auf 16 Sonderseiten                                         ßen beim Fachpublikum aus 119 Ländern      bewerb abzusetzen.

   Wirtschaftsjunioren
   Hauptversammlung stärkt WJ-Vorstand Rücken            19    32 Nachwuchsaustausch intensiviert
   und bekräftigt inhaltsorientiertes Programm
                                                               Zertifikate für Azubis
   Aus- und Weiterbildung
   16 neue Fachwirte für Versicherungen und              20    Der Austausch von Schülern und Auszu-
   Finanzen zertifiziert                                       bildenden aus Belgien und Coburg wird
                                                               intensiviert. Die IHK empfing jetzt eine
   Starthilfe und Unternehmensförderung                        weitere Gruppe junger Belgier. Die Aus-
   Förderung von Unternehmensberatung                    21    landspraktika wurden erstmals mit dem
   in KMU bis 2014 verlängert                                  europass zertifiziert.
   International
   Deutsche Wirtschaft rechnet für 2012 mit              23
   weiterem Anstieg ihrer Ausfuhren                                                                       14/15 Kurstadt wichtig für „Marke Coburg“

   Recht                                                                                                  Magnet Therme Bad Rodach
   EuGH bestätigt Rechtmäßigkeit wiederholt              25                                               Mit neuen Angeboten wie dem Sauna-
   verlängerter Zeitverträge bei Sachgründen                                                              Erlebnisland „Erdfeuer“ wird die Kurstadt
   Bewerbungen für neue Top Level Domains                27                                               Bad Rodach immer attraktiver. IHK-Präsi-
   im Internet noch bis zum 12. April 2012 möglich                                                        dent Friedrich Herdan erläutert im Inter-
   Bekanntmachungen                                                                                       view, warum sie für die „Marke Coburg“
                                                                                                          so wichtig ist.
   Änderung der Anlage zur IHK-Gebührenordnung           28
   Satzung des neuen ÖRZ zur Feststellung der           29
   Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen        Titelbild      Vor dem Schein einer Flamme ist eine zersägte Euro-Münze auf die-
                                                               sem Illustrationsfoto zu sehen. Die Rating-Agentur Moody‘s stufte Mitte Februar
                                                               Italien, Spanien, Slowenien, die Slowakei, Portugal und Malta ab und setzte Frank-
                                                               reich und Österreich auf „Ausblick negativ“. Foto: picture alliance | Boris Roessler

 Unsere Wirtschaft 03/2012
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Editorial 3

Erfolgsmodell Euro –
besonders für die Wirtschaftsregion Coburg

                    E
                            s ist unter Fachleuten weitestgehend unstrittig, dass die Einführung des Euros vor
                            nunmehr zehn Jahren zahlreiche Vorteile mit sich brachte. Die Region Coburg
                            hat überproportional profitiert. Das liegt an der starken internationalen Aus-
                      richtung vieler heimischer Unternehmen und der regionalen Industrieperformance, die
                      im Bundes- und Landesvergleich überdurchschnittlich ist.
                         Mit dem Euro hat die Preisstabilität zugenommen, der innereuropäische Handel und
                      die Produktion wurden beflügelt und das Zusammenwachsen der europäischen Märkte
                      befördert. Aus der individuellen Perspektive Coburger Unternehmen kommen weite-
                      re Vorteile hinzu. Unsere Automobilzulieferindustrie, der Maschinenbau, die Kunst-
                      stoffverarbeitung, die Spielwarenindustrie oder auch die Polstermöbelherstellung
                      sind sehr stark außenhandelsorientiert. Fast die Hälfte der Auslandsaktivitäten unserer
                      Firmen entfallen auf die Eurozone und die internationale Kooperation unserer Coburger
                      Wirtschaft betrifft bei Weitem nicht nur Ein- und Ausfuhren von Waren, Gütern und
                      Dienstleistungen. Häufig haben unsere Unternehmen auch Tochtergesellschaften und
                      Fertigungsstandorte im europäischen Ausland. Der Euro hat für alle die Geschäfte
erheblich vereinfacht! Das vormals latente Risiko der Kursschwankungen europäischer Devisen muss bei Ex-
port wie Import nicht mehr abgesichert werden, die Zahlungsverrechnung wurde einfacher und komfortabler
und die Wettbewerbstransparenz ist durch Sicherheit bei Preis- und Kostenvergleichen enorm angestiegen.
   Unsere Unternehmen arbeiten seit jeher unermüdlich an der Effizienzsteigerung ihrer Unternehmenspro-
zesse und der Qualität ihrer Erzeugnisse. Die aus Rationalisierungsvorsprüngen und Kosteneinsparungen
resultierenden Wettbewerbsvorteile werden seit der Einführung des Euro nicht mehr durch Aufwertungen
wie zu D-Mark-Zeiten entwertet. Das fördert die Wettbewerbssituation unserer heimischen Firmen erheblich.
   Auch außerhalb der EU können wir mehr und mehr Geschäfte in unserer Heimwährung fakturieren, weil
der Euro sich wegen seiner Stabilität längst zur zweiten internationalen Leitwährung nach dem Dollar ent-
wickelt hat.
   In den letzten Jahren resultieren für uns aus der Dollarschwäche gegenüber dem Euro insbesondere bei
den Einfuhren Kostendegressionseffekte und damit Wettbewerbsvorteile.
   Profitiert hat aber auch unser Dienstleistungssektor, denn transparente europäische Finanzmärkte er-
leichtern Finanzierungsmöglichkeiten. Gründung, Steuerung und Kontrolle von Vertretungen, Niederlas-
sungen oder Tochtergesellschaften Coburger Firmen im europäischen Ausland werden deutlich vereinfacht.
   Nicht zu unterschätzen ist gerade im Zahlungsverkehr die Symbolik, die unserer Gemeinschaftswährung
anhaftet. Der Euro verbindet die Menschen innerhalb des Staatenverbundes EU und fördert das Zusam-
mengehörigkeitsgefühl.
   Für europäische Urlauber ist Deutschland durch den Wegfall der Währungsschwankungen tendenziell
preisgünstiger geworden. Dies schlägt sich natürlich auch in der Statistik des Übernachtungs- und Be-
herbergungsgewerbes unseres Coburger Raumes nieder.
   Seit mehr als 20 Jahren war die Arbeitslosigkeit nicht so niedrig wie zurzeit. Im Wirtschaftsraum Co-
burg, der immer noch unter hohem Pendlerdruck steht, hat sie mit 4,8 Prozent (Jahresdurchschnitt 2011)
den langjährigen Tiefstand erreicht. Es ist sicherlich nicht übertrieben, einzuräumen, dass Arbeitsplätze bei
uns sicherer wurden und dass diese Situation direkt wie mittelbar den Vorteilen der Gemeinschaftswäh-
rung zu verdanken ist.
   Dies alles macht deutlich, dass der Euro geradezu ein Erfolgsmodell für unsere Region ist. Die Krise
jedenfalls, an deren Lösung europäische Regierungen seit Monaten arbeiten, ist keine der Gemeinschafts-
währung an sich. Sie betrifft die Haushalte einiger Mitgliedsstaaten, in deren Überschuldung sie wurzelt.
Allerdings konfrontiert sie uns jetzt mit der Frage: Was ist uns der Euro letztlich wert? Um eine kla-
re Antwort darauf wird Deutschland bei der Dimensionierung und Finanzierung der Rettungsschirme ESFS
und ESM nicht herumkommen.

Friedrich Herdan, Präsident

                                                                                                   Unsere Wirtschaft 03/2012
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4 Titelthema

 DEUTSCHER INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMERTAG (DIHK):
 UNEINGESCHRÄNKTES BEKENNTNIS ZUM EURO
               Staatsschuldenkrise für Unternehmen kein Grund, Gemeinschaftswährung infrage zu stellen

               Während die Finanzwelt offenbar                    nommierte Managerumfragen. Die inter-                       vor Kurzem vorlegte DIHK-Umfrage „Go-
               Angst vor einem Übergreifen der süd-               nationalen Rankings würdigen vor allem                      ing International“ (siehe hierzu Seite 25)
               europäischen Krise auf bisher stabile              die Qualität der Infrastruktur und die Güte                 sagt der Leiter des Referats Grundsatz-
               Länder hat, sieht die Wirtschaft kei-              der Forschungs- und Entwicklungsland-                       fragen der Außenwirtschaft, Außen-
               ne Veranlassung, die Gemeinschafts-                schaft, welche die Anziehungskraft des                      wirtschaftsförderung des DIHK, Dr. Ilja
               währung infrage zu stellen. Deutsche               hiesigen Standortes im internationalen                      Nothnagel: „Der Euro wirkt als Stabilitäts-
               Unternehmen verweisen auf klare Vor-               Wettbewerb begründen. Zudem ermög-                          anker. Denn 41 % der außenwirtschaft-
               teile, die der Euro in den zehn Jahren             lichen die wirtschaftlichen Rahmenbe-                       lich aktiven Unternehmen sehen in der
               seiner Einführung brachte.                         dingungen ein sicheres und effizientes                      Wechselkursstabilität eine wichtige Rah-
                                                                  Arbeitsumfeld.                                              menbedingung für ihr Auslandsengage-

               D
                      ie Bundesrepublik ist laut Institut            Die Renaissance des Wirtschafts-                         ment. Ohne Euro wäre der Wert höher.“
                      der Wirtschaft (IW) ein Gewinner            standorts Deutschlands ist in hohem                            Bereits vor einem Jahr betonte der DIHK,
                      der Finanzkrise - ihrem hohem               Maße auch dem Euro-Effekt zu verdan-                        die aktuelle Krise sei keine Krise des Euro
               Schuldenberg zum Trotz. Denn selten war            ken. Dass die Gemeinschaftswährung seit                     an sich, sondern eine Schuldenkrise ein-
               es so billig, Schulden zu machen und zu            ihrer Einführung vor zehn (Geld) bezie-                     zelner, überschuldeter Mitgliedsstaaten
               bedienen – die Zinsen sind auf einen his-          hungsweise zwölf Jahren (Brief) deutlich                    der Eurozone. „Die deutsche Wirtschaft“,
               torischen Tiefstand gesunken. Der Bund             an Wert gegenüber dem Dollar zulegte,                       ließ der DIHK wissen, „bekennt sich un-
               hat nach Angaben des IW dadurch in                 verbilligte den Import vieler Rohstoffe                     eingeschränkt zum Euro.“
               den vergangen drei Jahren rechnerisch              zumindest relativ. Vor allem jedoch pro-                       Entgegen mancher Behauptungen
               mehr als 45 Mrd. € gespart. Dies relati-           fitierte gerade die deutsche Wirtschaft                     haben aber auch die deutschen Ver-
               viert auch den Milliarden-Aufwand, der             von seiner Stabilität: So stiegen in den                    braucher vom Euro profitiert. So ist die
               jetzt für Rettungspakete und -schirme              acht Jahren nach seiner Einführung die                      Inflationsrate im Jahresdurchschnitt von
               aufgebracht werden muss.                           deutschen Exporte in die Eurostaaten                        2,7 % (1990 bis zur Euroeinführung) auf
                  Parallel wurde Deutschland zum EU-              im Durchschnitt jährlich um 7 %, in den                     1,5 % (2000 bis 2010) zurückgegangen. n
               weit attraktivsten Investitionsstandort.           Jahren davor waren es lediglich durch-
               Das jedenfalls ergaben 2011 mehrere re-            schnittlich 3 %. Unter Berufung auf die

                             Von welchen Rahmenbedingungen hängt der Erfolg Ihres Unternehmens im Ausland ab?
                                        Mehrfachnennungen möglich; aufgeführt die sechs meist genannten

                             Einfacher Marktzugang                                                                     60,0

                       Stabile politische Verhältnisse                                               45,5

                               Wechselkursstabilität                                          40,9

                                    Rechtssicherheit                              32,3

                         Ausgebildetes Fachpersonal                              31,4

                      Finanzierungsmöglichkeiten vor
                                                                                 30,7
                                                 Ort

                                                         0   10   20        30           40                 50       60         70

                                                                                                                 in Prozent

                Seit Einführung des Euro ist der Aspekt der „Währungsstabilität“ im Ranking der wichtigsten Erfolgs-
                faktoren für Auslandsengagements von Unternehmen zurückgegangen. Dies belegt die aktuelle Umfrage
               „Going International“ des DIHK. Sie spiegelt damit letztlich die positiven Auswirkungen des Euro wider, da
                ein großer Teil der Aktivitäten deutscher Unternehmen im Ausland auf die Eurozone entfällt.

 Unsere Wirtschaft 03/2012
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Titelthema 5

Statements
Was hat der Euro für die Geschäfte Ihres Unternehmens gebracht?

  n Dr. Iris Munzer-Bukhari                         n Helmut Nüssle                                    n Björn Schumacher
      Geschäftsführerin                                  Dipl.-Betriebswirt (FH) / Jurist                  Mitglied der Geschäftsleitung
      fm Polstermöbel Munzer GmbH,                       KAPP Gruppe,                                      Schumacher Packaging Gruppe,
      Weidhausen                                         Coburg                                            Ebersdorf

„Der Euro hat für unser Geschäft sicherlich       „Die KAPP Gruppe ist als Hersteller von Werk-      „Bei Schumacher Packaging kaufen wir unser
viele und deutliche Vorteile erbracht. Knapp      zeugmaschinen zur Hart-Feinbearbeitung von         Papier in Euro, und die Verpackungslösun-
22 % unseres Umsatzes wird in den Euro-           Verzahnungen und Profilen „Made in Germa-          gen aus Karton oder Wellpappe, die wir da-
Raum exportiert und durch den Euro wird die       ny“ mit 4 Auslandsstandorten und einer welt-       raus fertigen, werden europaweit ebenso in
Unsicherheit über währungsbedingte Preis-         weiten Kundenbasis aufgestellt.                    Euro verkauft. Das reduzierte Währungsrisi-
schwankungen beseitigt. Dies ist vor allem        Die Einführung des Euro hat für unser Haus         ko durch den Euro bedeutet aus unserer Pers-
deswegen wichtig, weil wir unseren Hauptab-       sowohl direkt, vor allem aber indirekt einiges     pektive natürlich Versorgungssicherheit. Aber
nehmern Preisbindungen von einem Jahr ga-         gebracht. Direkt bedeutet die Vereinfachung        als internationale Währung hat der Euro uns
rantieren. Negatives Gegenbeispiel ist unser      in der währungstechnischen Abwicklung              auch ganz neue Märkte eröffnet – sowohl auf
Exportgeschäft nach Großbritannien. Dort          unserer Projekte im Euro-Raum. Hier bietet         der Einkaufs- wie auch auf der Verkaufssei-
wurde unsere Wettbewerbsfähigkeit allei-          die Einheitswährung natürlich zahlreiche           te. Mit der Einführung des Euro fielen für uns
ne durch eine über 25%ige Aufwertung des          Vorteile, da auf Käufer- wie auch Verkäufer-       die Transaktionskosten und die Ausgaben für
Euros zum Pfund in den Jahren 2008 - 2011         seite weder Nachteile noch Kosten im Zusam-        Währungssicherungsgeschäfte weg.
stark beeinträchtigt. Auch im Einkauf wirkt der   menhang mit einem Wechselkurs entstehen.           Welche negativen Auswirkungen es haben
Euro in gleicher Weise positiv stabilisierend.    Viel bedeutsamer ist aber der indirekte Nut-       kann, wenn diese Wechselkurssicherheit nicht
Wir importieren fast 18% unseres Einkaufs-        zen; hätten wir heute noch die „alte D-Mark“,      gegeben ist, haben wir im vergangenen Jahr
volumens aus dem ausländischen Euro-Raum.         dann wäre wohl ein Großteil der Geschäf-           für unsere drei Produktionsstandorte in Polen
Problematisch am Konstrukt des Euros als          te mit unseren Kunden in Asien und Ameri-          erfahren müssen. Dort machte sich nicht nur
Einheitswährung verschiedener Länder ist          ka an der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit           die Rohstoffverteuerung von fast 100 Pro-
eher die mangelnde Haushaltsdisziplin der         unserer Produkte nicht zustande gekommen,          zent bemerkbar – zugleich wurde im letzten
Regierungen in Verbindung mit der stark di-       verursacht durch eine wahrscheinlich deut-         Jahr der polnische Zloty gegenüber dem Euro
vergierenden Wettbewerbsfähigkeit der ein-        lich aufgewertete „D-Mark“ und des damit           um rund 20 Prozent abgewertet. Genau die-
zelnen Euro-Raum-Länder. Dadurch wird der         verbundenen „hohen/schlechten Wechsel-             se Wechselkurs-Effekte sind es, über die wir
Euro zwangsläufig einer inneren Zerreißprobe      kursverhältnisses“ zu den Währungen unse-          uns innerhalb des Euroraums zum Glück kei-
ausgesetzt die kurzfristig nur durch die poli-    rer Kundenländer. Ein sich daraus ergebender       ne Gedanken machen müssen. Für ein euro-
tische Bereitschaft zu Transferleistungen und     Nutzen auf der Einkaufsseite hätte wegen der       paweit tätiges Unternehmen wie uns ist das
langfristig durch die Angleichung der natio-      stark lokalen/nationalen Orientierung unse-        ein klarer Vorteil.“
nalen Wirtschaftsräume überwunden werden          rer Beschaffung kaum Ergebnisse gebracht.
kann. Grundbedingung für den langfristigen        Zusammenfassend kann gesagt werden, dass
Erfolg des Euro ist jedoch der politische Wille   der Euro sich für unsere Firmengruppe positiv
aller zur Haushaltsdisziplin und zum Schul-       ausgewirkt hat. Ich möchte an dieser Stelle aber
denabbau.                                         noch betonen, dass unser Unternehmen, wie
Erschreckend ist für uns als Unternehmer im-      sicher viele andere auch, die derzeitige Euro-
mer das Wirtschaften von Regierungen. Wenn        krise nicht als „Währungskrise“ sieht und da-
Unternehmen ähnlich wirtschaften würden,          mit die Vorteile der „Gemeinschaftswährung
d.h. dauerhaft mehr ausgeben als einnehmen,       Euro“ auch nicht in Abrede stellt.“
wären sie schnell vom Markt verschwunden.“

                                                                                                                                       Unsere Wirtschaft 03/2012
Unsere Wirtschaft - coburg.ihk.de
6 Region

                                                                                                                              Innovation
                                                                                                                                Tradition
                                                                                                                              und

                                                                                                                                                             haba.de
                                                                                                                                                        www.

 Mehr als 100 Besucher informierten sich beim TAC-Tag
                                                                                                                              Die HABA-Firmenfamilie besteht aus
 Sieben Fachressorts und die TAC Academy             profil des TAC, das sich in den letzten fünf Jahren                      mehreren Unternehmensbereichen:
 präsentierten beim ersten TAC-Tag das               entwickelt habe. Gleichzeitig stellte er heraus,
 Leistungsspektrum des Technologietransfer-          wie wichtig die Technologieförderung für die
                                                                                                                                               Hersteller von hochwertigem
 zentrums Automotive der Hochschule Coburg           Entwicklung der Region Oberfranken sei. Das                                               Baby- und Kinderspielzeug,
 (TAC). Unter der Überschrift „Innovation durch      ursprünglich speziell auf die Automobilbranche                                            Spielen und Möbeln
 Kooperation“ würdigten Vertreter aus Wirtschaft     ausgerichtete Transferinstitut der Hochschule
 und Politik die Leistungen des Instituts in den     Coburg bietet mittlerweile für eine Vielzahl                                              Versandhandel und Filialen mit
 letzten fünf Jahren. Friedrich Herdan, Präsident    ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen                                               guten Produkten für die junge
 der IHK zu Coburg und Vorsitzender des              angewandte Forschungsansätze. Dazu gehören                                                Familie
 TAC-Kompetenzbeirats, betonte die Bedeutung         beispielsweise die Bereiche Elektronik und
 des Transfers von Wissen in die Region. Dieser      Nachrichtentechnik, Software und Funktionale                                              Komplettausstatter für Krippen,
                                                                                                                                               Kindergärten und soziale
 Wissenstransfer trage wesentlich dazu bei, die      Sicherheit sowie Mechatronische Systeme. In                                               Einrichtungen
 Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu             Laborführungen und bei Gesprächen mit den
 steigern. Thomas Engel, Leiter des Bereichs         Professoren der Fachressorts konnten sich die
 Wirtschaft der Regierung von Oberfragen, zeigte     Besucher von der Leistungsfähigkeit des TAC                                               Mode für klasse Frauen
 sich erfreut über das breite fachliche Kompetenz-   überzeugen.
                                                                                                                                               Versandhandel für junge
                                                                                                                                               Menschen mit eigener Meinung

                                                                08
                                                             :20                                                                               Komplettausstatter für Schulen
                                                           01
                                                         90
                                                                                                                                               und Bildungseinrichtungen

                                                                                                                              Die HABA-Firmenfamilie entwickelt,
                                                     Arbeitsbühnen • Teleskopstapler • Gabelstapler • Sicherheitsschulungen
                                                                                                                              vertreibt und produziert erstklassige
                                                                                                                              Produkte für Kinder und Familien.
                                                                                                                              Fast 2000 Mitarbeiter sind mit
                                                                                                                              Einsatzbereitschaft und innovativen
                                                                                                                              Ideen ein wesentlicher Schlüssel zu
                                                                                                                              unserem Erfolg.

                                                                                                                              Wir wollen das Gleiche wie Kinder –
                                                                                                                              wir wollen wachsen. Neben den
                                                                                                                              Kernmärkten in Deutschland und
                                                                                                                              Europa entwickeln wir uns zu einem
                                                                                                                              weltweit tätigen Unternehmen.

                                                     Mittlere-Motsch-Str. 20 • 96515 Sonneberg
                                                           Telefon: 0 36 75 - 42 04 30                                         Habermaaß GmbH · August-Grosch-Straße 28 - 38

                                                                                                www.wagert.de                        96476 Bad Rodach · www.haba.de

 Unsere Wirtschaft 03/2012
Unsere Wirtschaft - coburg.ihk.de
Sparkassen-Finanzgruppe
                                            Region 7

Brose in der Endausscheidung
Bund sucht familienfreundliche Unternehmen

D
        as Coburger Unternehmen Brose ist in der
        Endrunde der 42 besten Firmen Deutschlands
        im bundesweiten Wettbewerb „Erfolgsfaktor
 Familie 2012“. Der Automobilzulieferer überzeugte
 unter mehr als 530 teilnehmenden Unternehmen
 mit beispielhaften Maßnahmen zur Vereinbarkeit
 von Beruf und Familie. „Ziel des Wettbewerbs ist
 es, zu zeigen, dass Beschäftigte und Unterneh-
 men gleichermaßen von Familienfreundlichkeit
 profitieren können“, berichtet Manfred Seemann,
 Leiter der Mitarbeiter- und Familienbetreuung bei
 Brose. Grundlage für die Nominierung bildete ein
 ausführlicher Fragebogen mit zahlreichen Kriterien
 wie Angebote zur Flexibilisierung von Arbeitszeit und
-ort, Wiedereinstieg und Elternförderung, Kinderbe-
 treuung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Pflege.
    Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums
 wird eine Auditorin des Kompetenzpartners be-
 rufundfamilie, einer Initiative der Hertie-Stiftung,
 die familienfreundlichen Maßnahmen bei Brose
                                                                                                    n
 nun begutachten. Die Preisverleihung findet am                                       stenlos de
                                                            te ll e n  S ie jetzt ko
 2. Mai 2012 in Berlin statt.                       n    Bes                                “ unter
                                                                       „W  e lt weit aktiv                 ns.de
                                                         Ratgeb    e r
                                                                                     ih re s -u n ternehme
                                                                         zpartner-
                                                          www.finan

Rudolf-Egerer-Preis für LEISE
Aus- und Weiterbildungsleistung gewürdigt

B                                                          Mit uns kennt Ihr Erfolg
        ereits zum zweiten Mal in der Firmengeschich-
        te erhält das Coburger Handelshaus LEISE
        den Rudolf-Egerer-Preis, der herausragende
 Qualität von Aus- und Weiterbildung würdigt. Er           keine Grenzen.
 wird am 20. Juni 2012 im Rahmen einer Fest-Ma-
 tinee in der Münchner Residenz überreicht werden.         Überall an Ihrer Seite: die Sparkassen und ihr
    Die Auszeichnung, die LEISE 2002 schon einmal          internationales Netzwerk.
– als erstes Unternehmen in Oberfranken – erhielt,
 wurde 1976 von den Landesverbänden des Baye-
 rischen Einzelhandels (LBE), Groß- und Außenhan-
 dels, Vertrieb und Dienstleistungen (LGAD) und dem
 Bayerischen Wirtschaftsverband für Handelsver-
 mittlung und Vertrieb (CDH) gestiftet. Sie erinnert
 an den Unternehmer und Gründer der Akademie
 Handel, Dr. Rudolf Egerer.
    Bei LEISE lernen alle Auszubildenden das Unter-
 nehmen als gesamte Einheit kennen. Fachliche
 Schulungsangebote, Workshops und Trainings unter-
 stützen die Azubis. Seit diesem Jahr wird das Aus-      Ob Sie mit Ihrem Unternehmen international expandieren wollen oder
 bildungsangebot in sechs Berufen ergänzt um die         Unterstützung bei Import-/Exportgeschäften suchen – als einer der
 Möglichkeit eines dualen Studiums in Maschinen-         größten Mittelstandsfinanzierer sind wir mit unseren globalen Kon-
 bau und Automobiltechnik, kombiniert mit der Aus-       takten und langjähriger Beratungskompetenz auf der ganzen Welt für
 bildung zum/zur Großhandelskaufmann/-frau. n            Sie da. Mehr dazu bei Ihrem Berater oder auf www.finanzpartner-ihres-
                                                         unternehmens.de. Wenn’s um Geld geht – Sparkasse.

                                                                                                        Unsere Wirtschaft 03/2012
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8 Region

                                                                                                          Von Attraktivität und Qualität der Spielwaren
                                                                                                          aus unserer Region war IHK-Präsident Fried-
                                                                                                          rich Herdan bei seinem Besuch von Ausstellern
                                                                                                          in Nürnberg beeindruckt. Stationen seines
 Spielwarenmesse Nürnberg steigert Internationalität                                                      Rundgangs waren unter anderen Heunec
                                                                                                          (o. l.), Teddy Hermann (o. r.), Althans (u. l.) und
               20 Aussteller aus Coburg Stadt und Land präsentierten Produkte                             HABA (u. r.).

               Zur 63. Spielwarenmesse Internatio-            Zwar hat die Nürnberger Spielwaren-         rometer für Lage und Stimmung, Inno-
               nal Toy Fair Nürnberg strömten rund          messe ihre ursprüngliche Bedeutung            vationskraft und Kompetenz auch der
               77.500 Einkäufer und Händler aus             als Ordermesse weitgehend verloren.           Spielwarenindustrie im Bezirk der IHK
               aller Welt. Rund 20 Hersteller aus           Dies ist vor allem der Konzentration im       zu Coburg. Rund 20 Aussteller aus der
               der Region nutzten die Gelegenheit,          Spielwarenfachhandel auf einige, weni-        Region machten deutlich, welch solides
               international auf sich aufmerksam            ge Einkaufsverbände geschuldet. Mit die-      Fundament die Branche im Coburger
               zu machen.                                   sen schließen die meisten der Hersteller      Raum hat. IHK-Präsident Friedrich Her-
                                                            rund die Hälfte ihrer Verkaufsaufträge        dan nutzte, begleitet von Elisabeth Löhr

              D
                      er Anteil der internationalen Besu-   für Produkt-Neuheiten und mehr bereits        und Rainer Kissing, den Bereichsleitern
                      cher steigerte sich auf 55 Prozent,   im Vorfeld der Messe ab. Jedoch hat die       International und Aus- und Weiterbil-
                      was auch auf den neuen Messe-         sechstägige Veranstaltung, die heuer im       dung, die Messe zum Dialog mit Mit-
               start zurückzuführen ist. In diesem Jahr     Februar stattfand, unverändert für na-        gliedsbetrieben.
               hat die Spielwarenmesse bereits am Mitt-     hezu alle ihren festen Platz im Termin-          Erfreulich festzustellen ist, dass viele
               woch, einen Tag früher als bisher, begon-    kalender. In Nürnberg trifft sich die Welt,   Hersteller in der noch im letzten Jahr kri-
               nen. „Mit dem vorgezogenen Messestart        zumindest die des Spielzeugs. Präsenz zu      tisierten Verschärfung der EU-Spielzeug-
               kommen wir dem Besuchsverhalten des          zeigen und Kontakte zu pflegen, gehört        richtlinie inzwischen eine Chance sehen,
               Fachpublikums aus 119 Ländern entgegen       für Produzenten zum guten Ton. Und wer        sich gegenüber ausländischer Billig-Kon-
               und bieten ihm mehr zusammenhängende         die Bekanntschaft mit neuen, potenziel-       kurrenz und Produktnachahmern im Markt
               Werktage“, sagt Ernst Kick, Vorstandsvor-    len Partnern machen will, hat kaum ir-        abzusetzen. Wer seine „Hausaufgaben“
               sitzender der Spielwarenmesse eG. Mehr       gendwo sonst bessere Gelegenheit dazu.        gemacht und die notwendige Zertifizie-
               Einkäufer kamen insbesondere aus Russ-         So ist das Nürnberger Messetreiben          rung von Produkten in die Prozesskette
               land, USA und Großbritannien.                unverändert ein aussagekräftiges Ba-          effizient eingegliedert hat, kann daraus

 Unsere Wirtschaft 03/2012
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ANZ_Werksverkauf_85x270_1111_ANZ_RollyToys 09.11.11 10:23 Seite
                                                           Region 9

 Wettbewerbsvorteile generieren – zumindest im
 europäischen Markt. Preisbrecher und Plagiatoren
 tun sich dem Vernehmen nach derzeit noch schwer,
 die kostenintensiven Sicherheits- und Qualitätsab-
 nahmen zeitnah zu beschaffen. „Wir müssen uns
 von der meist billigeren Konkurrenz unterscheiden
– und das geht über Qualität“, unterstreicht Frank
 Schneider, geschäftsführender Gesellschafter von
 Rolly Toys (Neustadt), dem zweitgrößten Spielwa-                              Öffnungszeiten Werksverkauf:
 renproduzenten in unserer Region. „Uns käme es
 entgegen, wenn das Thema Schadstofffreiheit den                                               Mo. - Do.: 8.00 - 12.00 h
 Kunden wichtiger wäre“, formuliert Heunec-Che-                                                           13.00 - 16.30 h
 fin Barbara Fehn-Dransfeld (Neustadt).                                                               Fr.: 8.00 - 12.00 h
    Ob Qualität und Sicherheit potenziellen Käu-
 fern auch letztlich die nötigen Mehrkosten wert                                                      Siemensstraße 13-19
 sind, muss sich im Einzelhandel beweisen. Für die
 Kaufentscheidung sind Originalität, Attraktivität
 und Spielwert der Produkte mindestens genauso
 wichtig. Die Präsentationen an den Messeständen
 zeigten, dass unsere heimischen Hersteller auch
 diesbezüglich hervorragend aufgestellt sind. Zwar
 hat den Anspruch „Erfinder für Kinder“ zu sein, die
 Habermaaß-Gruppe – Branchenprimus im Coburger
 Raum – für sich reserviert. Eigentlich sind Erfinder
 aber alle, jedenfalls, wenn man die beeindruckende
 Anzahl an Neuheiten als Maßstab nimmt, die all-
 jährlich in Nürnberg präsentiert werden.
    Wer als Zielgruppe nicht Heranwachsende im
 Fokus hat, hat sich in Nischen etabliert – und ist
 nicht minder kreativ in Bezug auf Neuheiten. Der
 Sammler-Sektor ist hier zu nennen, ebenso Produ-
 zenten für Spezialteile wie Glasaugen, teils auch die
 Plüschtierhersteller, die – nicht nur mit Lizenzpro-
 dukten populärer Figuren – durchaus auch die Ge-
 fühlswelt „der Großen“ ansprechen wollen, sowie
 die Kostüm- und Scherzartikler und – natürlich –
 die Modelleisenbahner.
    Die Leitmesse für Spielwaren, Hobby und Freizeit
 wird vom Messe- und Marketingdienstleister Spiel-
 warenmesse eG veranstaltet. Als Fachhandelsmes-
 se schafft sie eine Plattform für 2.700 nationale
 und internationale Hersteller, die für Einkäufer und
 Fachhändler einen Informationspool für die jährli-
 che Marktorientierung bietet.                      n

 Aussteller aus der Region*
 Haba-Firmengruppe (Bad Rodach), Althans Plüsch-
 tierfabrik, Fritz Canzler Puppen- und Spielzeugwerk-
 stätten, Heunec, Hornby Deutschland (Niederlassung),
 Howa Spielwaren, Müller Festartikel, Rolly Toys (alle
 Neustadt b. Cbg.), Hermann Spielwaren (Coburg), Roba
 (Ebersdorf), Eduplay Alfred Fischer Kunststofferzeug-
 nisse (Lautertal), Andreas Weichelt (Ahorn), Fehn, Götz
 Puppenmanufaktur, Reinhold Lesch Kunststoffverarbei-
 tung, Spielwaren- und Bekleidungsfabrik Schwenk, Zapf                                  Franz Schneider GmbH & Co. KG
 Creation (alle Rödental)                                                                  D 96465 Neustadt bei Coburg
* ohne Anspruch auf Vollständigkeit                                             e-mail: info@rollytoys.de • www.rollytoys.com

                                                                                                              Unsere Wirtschaft 03/2012
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                Mit der ganzen Familie in Köln präsent ist die FM-Munzer Geschäftsführung Dr. Imaan Bukhari, Dr. Iris Munzer-Bukhari und Tochter Yara.

  Möbelhersteller wollen Export ankurbeln
                Heimische Produzenten auf der Internationalen Möbelmesse in Köln

                Individualität zahlt sich aus. Das zeigt       die neue Glasfronten für ihre Naturholz-        tierte die erste wirklich frei und trotz-
                sich ganz deutlich auf der Interna-            möbel zeigte.                                   dem fest platzierbare Rückenlehne und
                tionalen Möbelmesse in Köln. Firmen               Die Großen der Polstermöbelbranche           holte mit dem Design für ein modernes
                aus Stadt und Landkreis Coburg zeig-           haben ihren Fokus auf Erschließung neu-         Sofa den Innovationspreis. Namensvet-
                ten dort ihr Programm.                         er Kundengruppen gerichtet. „In unseren         ter E. Schillig, ebenfalls aus Ebersdorf,
                                                               Hauptsegmenten sind wir gut aufge-              knautscht die Rückenlehne in jede er-

               N
                        ach einem eher mauen Sommer            stellt, jetzt wollen wir auch die anderen       denklich mögliche Form und punktet
                        2011 scheint das Geschäft für die      Bereiche erobern“, sagte Erik Stamm-            mit neuen Bezugsstoffen.
                        Polstermöbelindustrie wieder an-       berger, Geschäftsführer von W. Schillig.           Klassisch ihrem eigenen Stil treu bleiben
                zuziehen. Der Auftragseingang im De-           Geschehen soll das unter anderem mit-           FM Munzer und Ponsel (beide Weidhau-
                zember war gut und auch der Januar             hilfe neuer Funktionen bei den Möbeln.          sen). Wobei Ponsel nach langen Jahren,
                stabil, heißt es unisono von heimischen        Das Ebersdorfer Unternehmen präsen-             in denen es in der Branche eher verpönt
                Herstellern. Besonders Unternehmen,                                                            war, jetzt wieder Sichtholz als Akzent ein-
                denen es gelungen ist, ein eigenes Pro-                                                        setzt und mit pinkfarbenen Sofas auch
                duktprofil zu entwickeln und sich so im                                                        Farbe zeigte. „Nachhaltigkeit“ ist für das
                Markt zu differenzieren, freuen sich über                                                      Unternehmen derzeit das große Thema
                Umsatzzuwächse und positives Feedback                                                          und Geschäftsführer Thomas Welsch
                aus dem Kundenkreis.                                                                           kündigte für die Zukunft einige Neue-
                   Die Coburger Firma Oschmann Kom-                                                            rungen in diesem Bereich an.
                fortbetten hat sich zum Überraschungs-                                                            Ein Ziel haben alle: Die Exportquote soll
                aufsteiger entwickelt. Die von Oschmann                                                        steigen. Diese liegt derzeit im Schnitt um
                entwickelten Boxspring-Betten kommen                                                           die 30 %. Der Konkurrenzkampf auf dem
                so gut an, dass das Familienunternehmen                                                        heimischen Markt ist hart, die umliegen-
                mit Sitz in Coburg und Gotha, mittler-                                                         den Länder in Ost und West versprechen
                weile rund 180 Mitarbeiter beschäftigt,                                                        weiteres Wachstum. Die Oberfranken
                und die Produktion erneut erweitern will.                                                      drängen hinaus und Köln soll dabei helfen,
                Für die Firma Roba (Ebersdorf), die mit                                                        diese Kunden zu gewinnen. „Die Haus-
                ihrer Kollektion an Babyzimmern vertre-                                                        messe alleine reicht irgendwann nicht
                ten war, ist Köln zwar nicht die Haupt-                                                        mehr“, sagte Dr. Imaan Bukhari von FM
                messe - trotzdem waren die Ebersdorfer         Speisezimmer und Küchen aus natur-
                                                                                                               Munzer. Das Unternehmen war erst zum
                sehr zufrieden. Als Erfolgsgarant erwies       belassenen Materialien sind die Stärken der     dritten Mal auf der IMM präsent, hat den
                sich ihr Babybett, das sich spielend leicht    Firma Göhring. Tamara Härty von der             Schritt aber nicht bereut. Genauso we-
                zum Kinderbett verwandeln lässt. Genau-        Inhaberfamilie zeigt die neue Glasober-         nig wie die Branchenkollegen.             n
                so wie die Firma Göhring (Untersiemau),        fläche.                                                                      Daniela Köhler

  Unsere Wirtschaft 03/2012
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    Die Schattenfrau
    INTERVIEW: Elke Gillardon über ihre Mission

    Bei den Coburger Wirtschaftsjunioren ist Elke Susanne
    Gillardon das „Gesicht“ der öffentlich beachteten Bil-
    dungsinitiative für Schüler. Die Geschäfte der Berate-
    rin werden weniger stark wahrgenommen. Warum das
    so sein soll, erläutert die Wahl-Coburgerin im Gespräch.         Dipl.-Betriebswirtin (FH) Elke Susanne Gillardon berät und begleitet
                                                                     seit 1998 Führungskräfte, Management- und Projektteams sowie
    Frau Gillardon, täuscht der Eindruck, dass Bildungs-             kleine und mittelständische Unternehmen in Veränderungsprozessen
    arbeit bei den Wirtschaftsjunioren Ihre Hauptbe-
    schäftigung ist?                                                 Was bringt Ihre Arbeit?
    Gillardon: Absolut! Tatsächlich ist es häufig nicht so ganz      Gillardon: Sie erhöht die Effizienz von Unternehmen und
    einfach, ehrenamtliche Arbeit und Geschäft gleichermaßen         setzt Erfolgspotenzial frei. Jeder weiß, dass es überall, wo
    gut auf die Reihe zu bekommen. Aber beides ist wichtig.          Menschen zusammenwirken, eben auch „menschelt“. Die
                                                                     Kunst, ein Unternehmen so zu organisieren, dass dieses
    Über Ihre Arbeit als Unternehmensberaterin ist wenig            „Menscheln“ optimal für Unternehmenserfolg und Mitarbei-
    bekannt. Woran liegt das?                                        terzufriedenheit genutzt wird, unterscheidet im Wettbe-
    Gillardon: Vor allem daran, dass in meiner Tätigkeit             werb Gewinner von Verlierern.
    Diskretion und Loyalität Geschäftsgrundlage sind. Kunden-
    namen, Referenzen und Kontakte werden nicht preisgege-           Was erfordert das von Führungskräften?
    ben. Ich bin so etwas wie eine „Schattenfrau“.                   Gillardon: Bereitschaft zum Perspektivenwechsel, zur
                                                                     Mitwirkung und zur Veränderung. Ich verwende gern das
    Wie ist das zu verstehen?                                        Bild eines Vogels, der aus der Luft eine viel weitere
    Gillardon: Eine meiner Hauptaufgaben ist es, die Gründe          Perspektive und einen ganz anderen Blick auf die Dinge hat,
    herauszufinden, warum Menschen in Unternehmen in ihrer           die am Boden stattfinden. Ich verhelfe zu dieser anderen
    Zusammenarbeit weniger effizient sind, als sie es sein           Sichtweise und bringe die Dinge anschließend zurück auf
    könnten bzw. müssten. Das gelingt nur in einem geschütz-         den Boden: mit konkreten Vorschlägen für effizientere
    ten Rahmen von Anonymität, Vertraulichkeit und respekt-          Organisation.
    vollem Umgang mit Methoden. Menschen müssen sich mir
    im Vertrauen darauf öffnen, dass ich auch in ihrem               Information
    Interesse Abhilfe schaffen will, kann und werde.                 www.gillardon.org
Go l d b e c k _ COB9 9 _ 0 3 . p d f       Se i t e     1   0 8 . 0 2 . 1 2 ,     1 7 : 2 8

                                                                                                 Gewerbebau mit
                                                                                                 System: wirtschaftlich,
                                                                                                 schnell und nachhaltig
                                                                                                  konzipieren bauen betreuen. www.goldbeck.de

                                                                                                  GOLDBECK Ost GmbH, Geschäftsstelle Suhl
                                                                                                                             Unsere
                                                                                                  98527 Suhl, Pfütschbergstraße 1 Wirtschaft 03/2012
                                                                                                  Tel. 0 36 81 / 80 72-0
12 Region
©Neue Presse | Frank Wunderatsch

                                                                                                                                                   Anbindung und Schienen-Lückenschluss
                                                                                                                                                   in jedem Fall zu prüfen. Auch der behin-
                                                                                                                                                   dertengerechte Ausbau des Coburger
                                                                                                                                                   Bahnhofs werde so rasch wie möglich
                                                                                                                                                   umgesetzt, versprach er: 3,3 Mio. € sei-
                                                                                                                                                   en dafür vorgesehen, die Planungen wür-
                                                                                                                                                   den 2013 beginnen.
                                                                                                                                                     An der Gesprächsrunde in der IHK zu
                                                                                                                                                   Coburg nahmen IHK-Präsidium, Bun-
                                                                                                                                                   destagsabgeordneter und Vollversamm-
                                                                                                                                                   lungsmitglied Dr. Hans Michelbach und
                                                                                                                                                   Oberbürgermeister Norbert Kastner teil.
                                                                                                                                                   Die regionalen Akteure legten dem Bahn-
                                                                                                                                                   chef die Notwendigkeit eines ICE-Sys-
                                   Der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, diskutierte auf Einladung der IHK zu          temhalts am Bahnhof Coburg und die
                                   Coburg über Chancen der Region auf eine bessere Schienenanbindung.                                              Vorteile eines Schienenlückenschlusses
                                                                                                                                                   nach Südthüringen dar.
                                                                                                                                                      IHK-Präsident Herdan erläuterte den
                                   Bahnchef: Region muss für ICE-Systemhalt                                                                        Bedarf der regionalen Wirtschaft an
                                                                                                                                                   einer zukunftsfähigen Schienenver-
                                   und Lückenschluss kämpfen                                                                                       kehrsinfrastruktur. Während mit der
                                   Verkehrspolitisches Gespräch mit Dr. Rüdiger Grube bei der IHK zu Coburg                                        A 73 inzwischen eine Anbindung an
                                                                                                                                                   das Bundesautobahnnetz besteht, sei
                                                                                                                                                   der Raum auf der Schiene sowohl in
                                                  Der Vorstandsvorsitzende der Deutsche          der Bundesverkehrs- und der Finanzmi-             Richtung Südthüringen als auch in Ost-
                                                  Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, ermun-             nister. Zumindest, was das Geld für die           West-Richtung noch immer unzureichend
                                                  tert die Region, für ICE-Systemhalt            Bahn angeht, hat Grube im Bundes-                 vernetzt. Die Region fordert einhellig,
                                                  und Lückenschluss im Schienennetz              tagsabgeordneten Dr. Michelbach einen             den geplanten Fertigstellungstermin
                                                  beherzt zu kämpfen. Er plädiert für            Mitstreiter, wie dieser versicherte. Mi-          für die ICE-Neubaustrecke Nürnberg –
                                                  einen „Coburger Bahngipfel“.                   chelbach gehört dem Finanzausschuss               Erfurt (VDE 8.1) im Jahr 2017 einzuhalten
                                                                                                 und als stellvertretendes Mitglied dem            und den Hauptbahnhof Coburg als ICE-

                                                 D
                                                         ieser solle in der zweiten Jahres-      Haushaltsausschuss des Bundestages                Systemhalt regelmäßig in den Fahrplan
                                                         hälfte mit Verantwortlichen aus den     an. Die IHK zu Coburg wird sich feder-            einzubinden. „Die positive Wirkung die-
                                                         Ministerien in Berlin und München       führend um die Organisation des anvi-             ser Infrastruktur kann für unsere Region
                                                  stattfinden, schlug Dr. Grube bei seinem       sierten Bahngipfels kümmern.                      nur dann generiert werden“, so Herdan
                                                  verkehrspolitischen Gespräch bei der IHK          Bahnchef Dr. Grube sicherte seinen             nachdrücklich, „wenn Coburg als ICE-
                                                  zu Coburg vor. Überzeugt werden müss-          Gesprächspartnern zu, die Forderungen             Systemhalt mindestens alle zwei Stun-
                                                  ten von der Lückenschluss-Idee vor allem       von Politik und Wirtschaft in Sachen ICE-         den angefahren wird.“                  n

                                                      UMZÜGE
                                                                                                   SONDERTHEMEN 2012
                                                                                                                                                                                                                                                              Magazin

                                                    Lagerung - Außenaufzug
                                                                                                                                                                    Unsere Wirtschaft
                                                   Möbel- und Küchenmontage                                                                                         Region                           Region                               Spezial
                                                                                                                                                                                                                                                         Ausgabe 3/2012

                                                                                                                                                                                                                                          16 Sonderseiten zum Jahr 2011
                                                                                                                                                                    Bahnchef ermuntert Coburg, für   Spielwarenmesse: Unsere Hersteller
                                                                                                                                                                    ICE-Systemhalt zu kämpfen        punkten auf internationaler Bühne    der Coburger Wirtschaft

                                                                      UGache                       April      Kreativwirtschaft
                                                                UMraZ
                                                                    uenss                                     Anzeigenschluss: 15.03.2012
                                                           ist Vert
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                                                                       5
                                                               Tel. 09
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                                   Unsere Wirtschaft 03/2012
Standort 13

Gesundheitsförderung                          IHK-DEMOGRAFIERECHNER
lohnt sich!                                   Kostenloses Analyseinstrument für Unternehmen
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Belegschaften leistungsfähig halten
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                                              die bayerischen Industrie- und Han-          mografierechner stellen die bayerischen
Gesundheit ist das Megathema unse-            delskammern einen Demografierech-            Industrie- und Handelskammern ihren
rer Zeit, das alle betrifft, und dessen       ner entwickelt.                              Mitgliedern ein kostenfreies Instrument
sich auch Unternehmen zukünftig                                                            zur Verfügung, mit dem sich die Aus-

                                              D
stärker annehmen müssen. Durch                        er demografische Strukturwandel      wirkungen des demografischen Wan-
den demografischen Wandel ver-                        in der Bevölkerung bildet sich de-   dels analytisch und graphisch für jedes
schiebt sich über alle Branchen hin-                  ckungsgleich in der Altersstruktur   Unternehmen individuell darstellen las-
weg in den nächsten zehn Jahren die            der Erwerbstätigen ab. Die Auswirkun-       sen und diese beim Aufbau einer demo-
Mitarbeiterstruktur massiv.                    gen dieser Entwicklung auf die Wettbe-      grafiefesten Personalstruktur unterstützt,
                                               werbsfähigkeit der Unternehmen und          beschreibt Patricia Leistner-Hofmann das

D
       urchschnittlich 35 % der Beschäf-       somit auf die Wirtschaftskraft unserer      neue IHK- Online-Instrument.
       tigten wandern in die Altersgruppe      Region werden dennoch immer noch               Es stellt die Altersstruktur und das
       50plus ab, bis 2020 wird jeder drit-    nicht ausreichend wahrgenommen und          Durchschnittsalter der Mitarbeiter im
te Beschäftigte 50 Jahre und älter sein.       die Unternehmen in Deutschland – lei-       Unternehmen allgemein und für einzel-
  Gegenwärtig leistet sich unsere Ge-          der auch in unserer Region – sind längst    ne Berufsgruppen bis in das Jahr 2025
sellschaft noch teure Reparaturen, statt       nicht ausreichend darauf vorbereitet.       dar. Der Unternehmer kann ablesen, wie
                          Gesundheits-            Früher noch als Großunternehmen wer-     viele Stellen, die durch Rente oder Fluk-
                          schäden vor-         den mittlere und kleine Wirtschaftsbe-      tuation frei werden, er jährlich neu be-
                          zubeugen.            triebe unter fehlenden Auszubildenden,      setzen muss. Diesen Fachkräftebedarf
                          Im Jahr 2007         Fachkräftemangel und damit einherge-        kann er auch für einzelne Berufsgrup-
                          z. B. mussten        hend Wissens- und Innovationsverlust        pen ermitteln.
                          Arbeitgeber          vor allem in den technischen und na-           Altersstruktur und Durchschnittsalter
                          laut der Bun-        turwissenschaftlichen Berufen leiden.       lassen sich mit Hilfe des IHK-Demogra-
                          desanstalt für      „Der „Kampf um die Köpfe“ hat begon-         fierechners auch im Vergleich zur Bran-
                          Arbeitsschutz        nen und wird sich im Wirtschaftsraum        che oder Region darstellen. So kann das
                          und Medizin al-      Coburg in den nächsten Jahren weiter        Unternehmen besser einschätzen, wie es
                          lein 35 Mrd. €       verschärfen“, betont Patricia Leistner-     im Wettbewerb um knappe Fachkräfte
                          für die Lohn-        Hofmann von der IHK zu Coburg.              dasteht. Zudem kann der Unternehmer
und Gehaltsfortzahlung im Falle von               Vor diesem Hintergrund nutzt die IHK     vorausschauen, wie das Verhältnis von
Behandlungen, Unfällen, Frühberentung          zu Coburg jede Gelegenheit, ihre Mit-       Angebot und Nachfrage für die gesuch-
und stressbedingter verminderter Leis-         gliedsfirmen rechtzeitig auf die demo-      ten Fachkräfte dann aussehen wird, wenn
tungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zahlen.       grafische Entwicklung aufmerksam zu         er offene Stellen nachbesetzen muss. n
Findet hier kein Paradigmenwechsel statt,      machen, gemeinsam mit den Firmen die
                                                                                             Information
wird diese Summe weiter steigen und die        Thematik vertiefend zu erarbeiten und         www.coburg.ihk.de
Volkswirtschaft zunehmend belasten.            schließlich die Unternehmen durch Lö-         Kontakt
  Zum Erhalt der Wettbewerbsfähig-             sungsvorschläge zu präventivem Han-           Patricia Leistner-Hofmann, Tel.: 09561 7426-27
keit müssen Unternehmen künftig kon-           deln zu animieren.                            E-Mail: patricia.leistner-hofmann@coburg.ihk.de
sequent in das Betriebsklima und in die
Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren.
Der Aufbau nachhaltiger betrieblicher Ge-
sundheitssysteme ist unverzichtbar. Was
Unternehmen tun können und worauf es

                                                                           Fantastisch!
beim Thema „Betriebliche Gesundheits-
förderung“ ankommt, das zeigt die Bro-
schüre „Gesundheit wird auch im Betrieb
gemacht“ auf. Sie bietet einen Überblick
über wichtige Themen des Arbeits- und
                                                                            Düsseldorf·Hamburg·Berlin
Gesundheitsschutzes und enthält hilf-                                       mit airberlin und Lufthansa
reiche Basisinformationen und praxis-
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werden können.                         n
  Kontakt
  Lisa Fertsch, Tel.: 09561 7426-72,
  E-Mail: fertsch@coburg.ihk.de

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14 Tourismus

  COBURG SCHÖPFT TOURISTIK-POTENZIAL NICHT AUS
                INTERVIEW: ThermeNatur und Tagungs- und Kongresshotel für Tourismus unverzichtbar

                Friedrich Herdan fordert im Interview mit der Neuen                   NP: Sieht es in Bad Staffelstein besser aus?
                Presse die Stadt Coburg auf, sich an der Therme in Bad                Herdan: Nein, Bad Staffelstein hat keine höhere Anzie-
                Rodach zu beteiligen. Ein Tagungs- und Hotelzentrum                   hungskraft als der Landkreis Coburg. Die Verweildauer liegt
                am Anger hält der IHK-Präsident für unverzichtbar.                    bei 3,5 Tagen.

                Neue Presse: Herr Herdan, welche Bedeutung hat der                    NP: Worauf führen Sie es zurück, dass gerade die
                Tourismus für Stadt und Landkreis Coburg?                             Stadt Coburg in dieser Statistik so abfällt?
                IHK-Präsident Friedrich Herdan: Wir haben im Bereich der              Herdan: Im Tourismusmarketing fehlt die konsequente Ver-
                Industrie- und Handelskammer zu Coburg 234 Beherber-                  netzung von Stadt und Landkreis - ein Problem, das uns
                gungsbetriebe mit rund 4.100 Betten. Der Umsatz, den diese            seit Jahrzehnten beschäftigt. Coburg stellt sich noch zu
                Branche in der Stadt und im Landkreis Coburg im Jahr 2010             sehr als Einzelkämpfer dar. Die Stadt nutzt beispielsweise
                erwirtschaftet hat, liegt bei 47,5 Millionen €. Schon allein an       nicht das Potenzial, das für den Tourismus in Bad Rodach
                diesen Zahlen erkennt man, welche wirtschaftliche Bedeu-              steckt. Deshalb bleiben Gäste nicht so lange, weil sie zu we-
                tung der Tourismus für unsere Region hat.                             nig über die Vorzüge des Landkreises wissen. Das ist Folge
                                                                                      der isolierten Bewerbung touristischer Ziele in unserer
                NP: Lässt sich das auch an Übernachtungszahlen                        Region, und das schlägt voll auf die Verweildauer durch.
                festmachen?                                                           Damit schöpft die Region Coburg die Wirtschaftskraft
                Herdan: Im Jahr 2010 hatten wir in der Stadt Coburg rund              Tourismus weit unter Durchschnitt aus.
                58.000 Gästeankünfte und im Landkreis 82.000. Die
                Übernachtungen in der Stadt sind seit 2008 um rund 10 %               NP: Woran liegt das?
                auf 110.000 gesunken. Der Landkreis verzeichnet im                    Herdan: Sicher nicht an der grundsätzlichen Attraktivität
                gleichen Zeitraum hingegen einen Zuwachs von 204.000                  der Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und dem Umland.
                auf 315.000 Übernachtungen. Bemerkenswert dabei ist,
                dass 50 % davon auf den Bereich der Stadt Bad Rodach                  NP: Woran dann?
                entfallen.                                                            Herdan: Die touristischen Möglichkeiten, die das Coburger
                                                                                      Land als Ganzes bietet, werden potenziellen Gästen zu
                NP: Wie steht es um die Bettenauslastung?                             wenig aufgezeigt. Bis heute wird die „Marke Coburg“, die
                Herdan: Sie liegt im Oberzentrum Coburg mit 28 %                      nur Stadt und Landkreis gemeinsam bilden können, in der
                deutlich unter der anderer Städte. In Bayreuth erreicht               Werbung nicht konsequent genug mit einem gemeinsamen
                dieser Wert 44 %, in Würzburg 43 %, in Bamberg 38 %.                  Auftritt nach außen getragen. Für mich gibt es hier zu viele
                Auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer schnei-              Akteure. Wir haben den Tourismusbetrieb Coburg, das
                det Coburg mit 1,9 Tagen schlechter ab als Bayreuth mit               Regionalmanagement, den IHK-Tourismusausschuss, die
                2,3. Der Landkreis Coburg nimmt mit einem Wert von 3,8                Fremdenverkehrsvereine Rodach und Itzgrund, die Initiative
                Tagen fast den besten Platz in Oberfranken ein.                       Rodachtal, das Coburger Stadtmarketing, die ThermeNatur.
                                                                                      Jeder bewirbt irgend etwas in eigener Verantwortung. Wie
                NP: Wem ist das geschuldet?                                           soll der Gast da das große Ganze erkennen, das unsere
                Herdan: Ganz klar Bad Rodach.                                         Heimat so liebens- und lebenswert macht? Wir brauchen
                                                                                      einen Auftritt aus einem Guss, eine „Corporate Identity“.

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                                                                                  Telefon 09561-70541-0, Fax 09561-2330434
                                                                                  info@co.hofmann.info, www.hofmann.info
                                                                                  Mo. - Fr. 8 -17 Uhr

  Unsere Wirtschaft 03/2012
Tourismus 15

Bad Rodach mit seiner ThermeNatur ist der Tourismusmagnet der Region. Rund die Hälfte der im Zeitraum zwischen 2008 und 2011
hinzugewonnenen Übernachtungen entfallen auf den Bereich der Kurstadt.

Die Beteiligung der Stadt Coburg am Thermalbad in Rodach,             benötigt Coburg dringend ein Tagungs- und Kongresshotel.
wo ja auch der Landkreis einbezogen ist, wäre ein Schritt,            Es ist kein böser Wille von Coburger Unternehmen, wenn
der genau in diese Richtung führt. Für mich ist das ohne              sie auf Städte im Umkreis, beispielsweise Bamberg,
Alternative, wenn wir die Tourismusbranche dauerhaft als              ausweichen, das ist ein Problem des Angebots.
starken Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und Steuerzahler für
uns sichern wollen.                                                   NP: Sie halten das am Coburger Ketschenanger
                                                                      geplante Kongress- und Tagungszentrum für unver-
NP: Die Stadt Coburg hat Finanzprobleme und will sich                 zichtbar?
deshalb nicht an der ThermeNatur beteiligen.                          Herdan: Absolut! Ohne diese Einrichtung schwächen wir
Herdan: Es wäre kurzfristig gedacht, wirtschaftliche                  den Standort Coburg.
Entwicklungspotenziale deshalb nicht zu nutzen, weil man
laufende Kosten senken muss. In meinen Augen wäre es                 NP: Oberbürgermeister Norbert Kastner sagt, für ein
wichtig, dass der Coburger Stadtrat seine grundsätzliche,            solches Projekt gebe es keine Investoren.
verbindliche Bereitschaft erklärt, mitzuhelfen, das Thermal-         Herdan: Das ist so nicht richtig. Nachdem es die Stadtver-
bad in Rodach zu einem touristischen Leuchtturm in der               waltung lange Zeit hat ruhen lassen, haben sich keine
Region zu entwickeln. Gleichzeitig muss es eine klare                Investoren um das Projekt gerissen. Deshalb hat die IHK im
Ansage des Stadtrats geben, wann der Erwerb von Anteilen             Jahr 2011 die Initiative ergriffen. Daraufhin haben poten-
am Rodacher Thermalbad erfolgt. Dieses Signal ist wichtig            zielle Investoren eine Absichtserklärung abgegeben, den
für Banken, die Investitionen in die Therme finanzieren.             gesamten Coburger Süden einschließlich der Verlagerung
                                                                     der Angerturnhalle und der Benno-Benz-Sportanlage ohne
NP: Fehlt auch Infrastruktur für Gäste?                              finanzielle Beteiligung der Stadt zu übernehmen. Dies ist
Herdan: Nehmen Sie den Bereich der Geschäftsreisen.                  dem Oberbürgermeister seit Monaten bekannt. Es liegt jetzt
Kommen größere Gruppen nach Coburg, ist die gemeinsa-                an der Stadt, die Umsetzung voranzutreiben.
me Unterbringung in einem Haus unmöglich. Deshalb                    Das Gespräch führte Redaktionsleiter Wolfgang Braunschmidt

                                                                            Perfekt!
                                                                            London · Wien · Rom
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16      SERVICE Veranstaltungen | Seminare | Weiterbildung

     Geprüfter Wirtschaftsfachwirt                                                         Tagesseminare März, April und Mai 2012
     Informationsveranstaltung zum neuen Lehrgang                                          Aus- und Weiterbildung
                                                                                           Ausbilder-FIT
     Im Herbst 2012 startet die IHK zu Coburg einen neuen Lehr-                            Selbstmanagement für Ausbilder – eigene Potenziale erkennen und nutzen
     gang zur Vorbereitung auf die Prüfung zum anerkannten                                 26. April 2012, Entgelt: 205,00 €
     Abschluss „Geprüfter Wirtschaftsfachwirt/Geprüfte Wirt-                               Feedback- und Kritikgespräche mit Auszubildenden erfolgreich führen
     schaftsfachwirtin“.                                                                   24. Mai 2012, Entgelt: 185,00 €
                                                                                           Fit for Business English

     A
                                                                                           Baustein 3: Presentations
             ls umfassend qualifizierte „Generalisten“ können Wirtschafts-
                                                                                           20. April, 27. April und 4. Mai 2012, Entgelt: 65,00 €
             fachwirte ihre Kompetenzen insbesondere bei der Begleitung
                                                                                           Unternehmensführung, Management
             und Gestaltung der innerbetrieblichen Prozesse und Leistun-
                                                                                           Sicher führen in Produktionsbetrieben – Teil 1
     gen in Unternehmen sowie Wirtschaftsorganisationen unterschied-                       29. und 30. März 2012, Entgelt: 310,00 €
     licher Größe und Branche einbringen. Von den Fachkräften, die in                      Führungskräfte-Führungsschein
     nahezu allen Bereichen eines Betriebes zum Einsatz kommen kön-                        Baustein 3: Konfliktmanagement
     nen, werden daher verstärkt unternehmerisches Denken, Kunden-                         22. und 23. März 2012, Entgelt: 495,00 €
     orientierung, Bereitschaft zu eigenverantwortlichem Handeln sowie                     EDV
     Methodenkompetenz erwartet.                                                           Powerpoint-Bausteine: Präsentationen bauen mit MS Powerpoint
        Für diese IHK-Aufstiegsbildung angesprochen fühlen sollten sich                    12. und 14. März 2012, Entgelt: 190,00 €
     Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereits über eine kaufmänni-                    Recht
     sche Ausbildung mit anschließender Berufserfahrung verfügen und                       Besondere Steuern
                                                                                           12. März 2012, Entgelt: 185,00 €
     zusätzliche Führungskompetenz erwerben möchten.
        Am 14. Juni 2012 um 17:00 Uhr findet in unserem IHK-Zentrum                        Das aktuelle Reisekosten- und Bewirtungsrecht
                                                                                           16. März 2012, Entgelt: 185,00 €
     für Weiterbildung in Coburg, Schloßplatz 5 a (Eingang Allee) eine
     Informationsveranstaltung statt. Eine Anmeldung zum Info-Abend                        Seminarreihe Arbeitsrecht
                                                                                           Aktuelles Arbeitsvertragsrecht: Arbeitsverträge rechtssicher gestalten
     ist nicht erforderlich und die Teilnahme völlig unverbindlich.     n                  17. April 2012, Entgelt: 80,00 €
       Information                                                                         Einkauf
       Bettina Ettinger, Tel.: 09561 7426-23                                               Erfolgreiche Preisverhandlung – Profiwerkzeuge der Einkäufer
       E-Mail: ettinger@coburg.ihk.de                                                      15. und 16. März 2012, Entgelt: 310,00 €
                                                                                           Einkauf – Basis
                                                                                           23. und 24. April 2012, Entgelt: 310,00 €

     Qualitäts- und Risikomanagement                                                       Sekretariat
                                                                                           Coburger Sekretärinnen-Arbeitskreis:
     18. Sitzung ERFA-Kreis Datenschutz und Datensicherheit                                Teil 2: Korrespondenz mit Pfiff
                                                                                           26. März 2012, Entgelt: 185,00 €
                                                                                           Arbeiten ohne auszubrennen – kein Stress mit dem Stress
     Die 18. Sitzung des ERFA-Kreises Datenschutz und Datensi-                             27. März 2012, Entgelt: 185,00 €
     cherheit steht unter dem Leitthema „Qualitäts- und Risiko-
                                                                                           Coburger Sekretärinnen-Arbeitskreis:
     management in der Informationssicherheit“.                                            Teil 3: Chefassistentin und Repräsentantin des Unternehmens

     S
                                                                                           10. Mai 2012, Entgelt: 185,00 €
           ie findet am Donnerstag, 22. März 2012 von 13:00 bis ca. 17:00                  Crashkurs – Sicher in der aktuellen Rechtsprechung
           Uhr im IHK-Zentrum für Weiterbildung statt. Mit der Novelle II                  11. Mai 2012, Entgelt: 110,00 €
           zum Bundesdatenschutzgesetz im Jahre 2009 sind neue Spiel-                      Netikette: E-Mails richtig gestalten und formulieren
     regeln für die Maßnahmen der Datensicherheit für den Bereich der                      11. Mai 2012, Entgelt: 110,00 €
     Auftragsdatenverarbeitung geschaffen worden. Jetzt müssen die-                        Rechnungswesen
     se Maßnahmen bezogen auf den konkreten Auftrag vom Auftrag-                           Automatisiertes Mahnwesen und Zwangsvollstreckung
                                                                                           23. April 2012, Entgelt: 185,00 €
     geber festgelegt werden. Demzufolge sind diese Maßnahmen auch
                                                                                           Bilanzen lesen, interpretieren und kommunizieren
     bei den obligatorischen Auftragskontrollen auf ihre Wirksamkeit hin
                                                                                           21. Mai 2012, Entgelt: 185,00 €
     zu überprüfen. Aber auch in einem anderen Zusammenhang sind die
                                                                                           Verkauf, Marketing
     technischen und organisatorischen Maßnahmen von Bedeutung.                            Systematische Neukundengewinnung
     Nämlich im Rahmen von Auditierungen, aber auch immer mehr im                          3. Mai 2012, Entgelt: 185,00 €
     Rahmen von Jahresabschlussprüfungen der Wirtschaftsprüfer. n                          Kommunikation
                                                                                           Auftreten – Wirkung erzielen: Training zur Stärkung der Persönlichkeit
       Der ERFA-Kreis Datenschutz und Datensicherheit ist eine Kooperation der
                                                                                           14. Mai 2012, Entgelt: 185,00 €
       Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V (GDD), Bonn und der
       IHK zu Coburg. Die Teilnahme an diesem Arbeitskreis, der zwei- bis drei-            Personalwesen
       mal jährlich tagt, ist jederzeit möglich und kostenlos.                             Lohnkosten dezimieren – Vergütung optimieren – Belegschaft motivieren:
                                                                                           So nutzen Sie alle rechtlichen und steuerlichen Spielräume!
       Kontakt:                                                                            22. Mai 2012, Entgelt: 185,00 €
       Heike Lipp, Tel.: 09561 7426-13                                                     Kontakt
       E-Mail: lipp@coburg.ihk.de                                                          Christina Liebermann, Tel.: 09561 7426-24
                                                                                           E-Mail: liebermann@coburg.ihk.de
       Information www.gdd.de

       Veranstaltungsort: IHK-Zentrum für Weiterbildung, Schloßplatz 5a, Eingang Allee, 96450 Coburg (wenn nicht anders ausgewiesen)
       Weitere
     Unsere    Informationen
            Wirtschaft 03/2012zu allen Veranstaltungen: www.coburg.ihk.de
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