DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag

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DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
DIE
NEUEN
BUCHER
    E

September 2017
bis Februar 2018
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
BEL
LE     Daniel Kehlmann 4
       April Ayers Lawson 8
       Vladimir Nabokov 10
       Péter Nádas 12
       Julie Estève 16

TRIS
       Jochen Missfeldt 18
       Hans Joachim Schädlich 24
       Nell Zink 26
       Jhumpa Lahiri 30
       Adam Haslett 32

TIK          2|3
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
«Tyll», sagte der König.
                                               «König?», sagte der Narr.
                                               «Mach etwas.»
                                               «Wird dir die Zeit lang?»
                                               Der König schwieg.
                                               «Weil er dich so lang warten
                                               lässt, dein Bruder, weil er dich
                                               wie seinen Abdecker behandelt,
                                               wie seinen Friseur, wie seinen
                                               Scheißstuhlputzer, deshalb
                                               langweilst du dich, und ich soll
                                               dir etwas bieten, richtig?»
                                               Der König schwieg.
                                               «Das mach ich gern.»

                                                                                  Der neue große Roman
© David Levenson / Kontributor/ Getty Images

                                                                   4|5
                                                                                   von Daniel Kehlmann
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
Das kunstvolle Spiel                                                                                                                          «My favorite German novelist.»                 Belletristik  November 2017

                                                                                                                                              Ian McEwan, Sunday Times

der Zerstörung                                                                                                                                «Ein Magier des Abgründigen, ein Grenzvermesser
                                                                                                                                              zwischen Spuk und Wahrheit und nicht zuletzt
                                                                                                                                              ein Reiseführer in die versteckten Windungen des
                                                                                                                                              menschlichen Unterbewusstseins.»
                                                                                                                                              Björn Hayer, Berliner Zeitung

                                                                                                                                                                                             Spitzentitel
                                  © David Levenson / Kontributor/ Getty Images

                                                                                 Tyll Ulenspiegel – Vagant und Schausteller, Entertainer
                                                                                 und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts
                                                                                 in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als
                                                                                 Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in
                                                                                 Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele
                                                                                 begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das vom Dreißig-
                                                                                 jährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen
                                                                                 Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen
                                                                                 Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein,
Daniel Kehlmann,                                                                 der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte,
1975 in München geboren, wurde                                                   dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem
für sein Werk unter anderem mit
                                                                                 Jongleur, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten
dem Candide-Preis, dem WELT-
Literaturpreis, dem Per-Olov-En-                                                 Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren
quist-Preis, dem Kleist-Preis und                                                Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul
dem Thomas-Mann-Preis ausge-                                                     Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte
zeichnet. Sein Roman Die Vermes-
                                                                                 auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fana-
sung der Welt ist zu einem der erfolg-
reichsten deutschen Romane der                                                   tischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Atha-
Nachkriegszeit geworden. Zurzeit                                                 nasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht,
unterrichtet er an der New York                                                  dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse er-
University und ist Fellow am Cull-                                               schwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden
man Center for Writers and Scholars
der New York Public Library.
                                                                                 sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjäh-
Zuletzt erschien seine Spuknovelle                                               rigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn
Du hättest gehen sollen.                                                         nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages
                                                                                 beschlossen hat, niemals zu sterben.

                                                                                 Daniel Kehlmanns Tyll ist die Neuerfindung einer mythi-
                                                                                 schen Figur: ein großer Roman über eine aus den Fugen
                                                                                 geratene Welt, über die Verwüstungen durch den Krieg
                                                                                 und die Macht der Kunst. Ein Meisterwerk der Sprache,                                                       Daniel Kehlmann
                                                                                 der Bilder und der Phantasie.                                                                               Tyll
                                                                                                                                                                                             Roman
                                                                                                                                                                                             432 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                                             Originalausgabe
                                                                                                                                                                                              22,95 (D) /  23,60 (A)
                                                                                                                                                                                             ISBN: 978-3-498-03567-9
                                                                                                                                                 Die Werbung                                 Warengruppe: 1112
                                                                                                                                                                                             Lieferbar ab 11. 10. 2017
                                                                                                                                                                                             Auch als E-Book und
                                                                                                                                                                                             Hörbuch erhältlich

                                                                                 6|7                                                              Print        Online   Plakat
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
Ein Blick ins Auge                                                                                                         «Ein herausragendes Debüt … vielschichtig,        Belletristik  Oktober 2017

                                                                                                                           aufrührend, erstaunlich, voller Herz und Leben-
                                                                                                                           digkeit.» The Los Angeles Review of Books

der Versuchung                                                                                                             «Jungfrau ist das eindringliche Werk einer
                                                                                                                           jungen Schriftstellerin auf dem Sprung zu einer
                                                                                                                           gigantischen Karriere.» Jamie Quatro

                                                             «Ich will genau hinsehen», sagt April Ayers Lawson, «und
                                                             zuhören, wenn Männer von den Frauen in ihrem Leben
                                                             erzählen, hören, wie sie ihre Mütter, Schwestern, Freun-
                                                             dinnen sehen. Ich will verstehen, was ihnen das Mann-
                                                             sein bedeutet und was passiert, wenn sie darin scheitern.
                                                             Je besser ich die Männer verstehe, desto besser verstehe
                                                             ich auch Frauen.»

                                                             Lawsons Storys suchen nach dem, was Männer und
                                                             Frauen trennt und was sie verbindet: Kunst und Begeh-
                                                             ren, Macht und Missbrauch, Eifersucht und Selbstbetrug.
                                                             Und sie erzählen von dem psychologischen Drama, das
                                                             entsteht, wenn Menschen und Phantasien aufeinander-
                                             © Jason Ayers

                                                             treffen.

                                                             Die Malerin, zum Beispiel, und der Galerist, die sich mit
                                                             einer riskanten Affäre vom Druck der Vergangenheit be-
April Ayers Lawson                                           freien wollen. Oder die drei Freundinnen in einer Hän-
unterrichtete an der Emory Univer-                           gematte, die sich mit jedem Schwung klarer werden über
sity und der University of North
                                                             die Beziehungen ihres Lebens bisher. Oder Jake, Mitte
Carolina at Chapel Hill, ihre Prosa
erschien unter anderem in Granta,                            zwanzig, der seiner jungen Frau voller Eifersucht durch
Oxford American und VICE.                                    eine Partygesellschaft folgt. Der sie oder sich selbst ei-
Jungfrau ist ihr erstes Buch. Die                            nen Gin Tonic später schon verloren hat. Oder Connor,
titelgebende Erzählung wurde noch
                                                             der die Aktzeichnungen des Malers Wyeth mit derselben
vor dem Erscheinen mit dem Georg                                                                                                                                             April Ayers Lawson
Plimpton Award for Fiction ausge-                            heftigen Energie liebt, mit der er die beste Freundin sei-
                                                                                                                                                                             Jungfrau
zeichnet.                                                    ner Mutter hasst: Charlene, die jetzt beerdigt werden soll.
                                                                                                                                                                             und andere Storys
                                                             Charlene, die einmal ein Mann gewesen ist.                                                                      224 Seiten. Gebunden mit SU
Maria Carlsson
                                                                                                                                                                             Deutsche Erstausgabe
ist seit Ende der fünfziger Jahre als
                                                             April Ayers Lawson inszeniert Momente des Erwachens,                                                            Originalausgabe:
Übersetzerin angloamerikanischer
                                                             der Desillusionierung und Entblößung mit seltenem                                                               Virgin and Other Stories
Belletristik tätig. Sie ist vor allem mit
                                                                                                                                                                             Farrar, Straus and Giroux,
Übertragungen der Romane und                                 ästhetischem Gespür. Direkt und ungeschützt blickt                                                              New York
Erzählungen John Updikes hervorge-                           Jungfrau und andere Storys ins Auge der Versuchung.                                                             Aus dem Englischen von
treten. 1994 wurde sie mit dem
                                                             Sinnlich konkret, offen und aufrichtig: «Ein großartiges                                                        Maria Carlsson
Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis
                                                             Debüt.» Publishers Weekly                                                                                        19,95 (D) /  20,60 (A)
und 2003 mit dem Helmut M.
                                                                                                                                                                             ISBN: 978-3-498-03937-0
Braem-Übersetzerpreis ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                             Warengruppe: 1112
                                                                                                                                                                             Lieferbar ab 22. 9. 2017
                                                                                                                                                                             Auch als E-Book erhältlich

                                            8|9                                                                                                                              9 783498 039370
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
Liebesbriefe an eine                                                                                                                      «Briefe an Véra öffnet die Tür zum Arbeits-     Belletristik  November 2017

                                                                                                                                          zimmer und zeigt uns Nabokov nicht in seiner
                                                                                                                                          harten Schale als akkreditiertes Jahrhundert-

ideale Leserin                                                                                                                            Genie, sondern als sanften, suchenden
                                                                                                                                          Schriftsteller.» Harpers Magazine

                                                                                                                                                                                             Mit abnehmbarer
                                                                           Vladimir Nabokovs Leidenschaft für seine Frau über-
                                                                                                                                                                                             Banderole
                                                                           dauerte vierundfünfzig Jahre, vom ersten Gedicht, das er
                                                                           1923 für sie schrieb, als er sie kaum ein paar Stunden
                                                                           kannte, bis hin zu den späten Momenten ihrer Ehe, als er
                                                                           die letzten Bücher seines Lebens, wie die zwanzig zuvor,
                                                                           mit Für Véra zeichnete. Und obwohl sie selten getrennt
                                                                           waren, schrieb Nabokov seiner Frau zahllose Briefe, die
                                                                           hier zum ersten Mal auf Deutsch publiziert werden.
                                                © Horst Tappe Foundation

                                                                           Kaum ein Jahr nachdem sie sich im Berliner Exil ken-
                                                                           nengelernt hatten, schrieb er: «Wir beide sind etwas ganz
                                                                           Besonderes; solche Wunder, wie wir sie kennen, kennt
                                                                           niemand, und niemand liebt so wie wir.» Als er der ge-
Vladimir Nabokov                                                           bildeten Tochter eines wohlhabenden jüdischen Händlers
wird am 22. April 1899 in St. Petersburg geboren.                          aus St. Petersburg zum ersten Mal ein Buch widmete, sei-
Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie 1919
                                                                           ne Autobiographie Erinnerung, sprich, wandte er sich im
nach Westeuropa. 1919–1922 in Cambridge Studi-
um der russischen und französischen Literatur.                             letzten Kapitel direkt an ein unspezifiziertes «Du»: «Die
1922–1937 in Berlin, erste Veröffentlichungen,                             Jahre gehen vorbei, meine Liebe, und bald wird niemand
meist unter dem Pseudonym W. Sirin. 1925 heiratet                          mehr wissen, was wir wissen.» Véra war eine Konstante:
er Véra Slonim. 1937–1940 nach der Flucht aus
                                                                           seine Muse, Lektorin und aufmerksamste, ideale Leserin –
Nazideutschland in Südfrankreich und in Paris, seit
1940 in den USA. 1961–1977 wohnen Nabokov                                  die Freude seines Lebens.
und seine Frau im Palace Hotel in Montreux.
Er stirbt am 2. Juli 1977, sie überlebt ihn um                             Während wir Véra hier beim Lesen über die Schulter bli-
vierzehn Jahre.                                                            cken, werden wir Zeugen der Verwandlung einer Leiden-
                                                                           schaft, die alles aussprechen muss, in eine, die alles schon
Ludger Tolksdorf,                                                                                                                                                                         Vladimir Nabokov
geboren 1974 in Heessen (Westfalen), Studium der                           ungesagt einschließt. Diese Briefe lassen im Menschen                                                          Briefe an Véra.
Amerikanistik und Geschichte in Bonn und Leeds,                            Nabokov das erkennen, was er in der Kunst am meisten                                                           Gesammelte Werke Bd. 24
lebt in Bonn.                                                              schätzte: Neugier, Zartheit, Freundlichkeit, Ekstase.                                                          1008 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                                          Deutsche Erstausgabe
                                                                                                                                                                                          Originalausgabe:
                                                                                                                                                                                          Letters to Véra
                                                                                                                                                                                          Penguin Books, London
                                                                                                                                                                                          Aus dem Englischen von
                                                                                                                                                                                          Ludger Tolksdorf
                                                                                                                                                                                           38,00 (D) /  39,10 (A)
                                                                                                                                                                                          ISBN: 978-3-498-04661-3
                                                                                                                                                                                          Warengruppe: 1117
                                                                                                                                                                                          Lieferbar ab 20. 10. 2017

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DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
«Mit der Geburt beginnt nichts, und mit dem         Péter Nádas’ Autobiographie ist so sehr
                   Tod endet nichts. Das Leben ist ein Fluss, und in       «Roman», wie sein letzter «Roman»
                   diesem Fluss sind wir orientierungslos. Wir lügen       Parallelgeschichten Autobiographie war –
                                                                           ein zeitgeschichtliches Dokument von
                        uns eine Orientierung und eine Organisation
                                                                           gewaltiger erzählerischer Kraft.
                      herbei, um uns nicht diesem Chaos zu überge-
                      ben, und das ist auch in Ordnung, das ist rich-
                     tig. Aber als Schriftsteller bin ich nicht dazu da,
                    dieser Konvention kleine süße Geschichten oder
                        auch kleine tragische Geschichten zu liefern.»
© Szilvia Marton

                                                                                                                      12 | 13
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
Péter Nádas’ Lebens-                                                                                                  «Péter Nádas ist ein erzählender Philosoph.»   Belletristik  Oktober 2017

                                                                                                                      Neue Zürcher Zeitung

erinnerungen                                                                                                          «Aus dem Chaos eines Jahrhunderts formt
                                                                                                                      Nádas eine sinnliche Erfahrung.»
                                                                                                                      Frankfurter Allgemeine Zeitung

                                                        Während Péter Nádas’ Mutter am 14. Oktober 1942 in
                                                        Budapest mit der Straßenbahn zur Entbindung fährt,
                                                        liquidiert ein Einsatzkommando das Ghetto in Mizocz,
                                                        Anne Frank zeichnet das Gewicht jedes Familienmit-
                                                                                                                                                                     Spitzentitel
                                                        glieds auf, Jan Karski übermittelt in den Pyrenäen der
                                                        polnischen Exilregierung Nachrichten des Widerstands,
                                                        und Viktor Klemperer erhält in Dresden kein Brot.
                                   © Gáspár Stekovics

                                                        Jedes Ereignis, so Nádas, wirkt auf alle anderen Ereignisse
                                                        ein – ob in der Politik oder der privaten Lebensgeschich-
                                                        te. Es sind jene Momente, die Geschichte fassbar machen
                                                        und Erinnerung konstituieren – eben die «aufleuchten-
Péter Nádas,                                            den Details». Deren weitgespannten Verflechtungen fol-
1942 in Budapest geboren, ist Foto-                     gen Péter Nádas’ Memoiren nicht chronologisch, sondern
graf und Schriftsteller. Bis 1977 ver-
                                                        assoziativ, wie in seinen großen Romanen. Und durch
hinderte die ungarische Zensur das
Erscheinen seines ersten Romans                         jede einzelne Episode und Epoche, die der Autor evoziert,
Ende eines Familienromans (dt. 1979).                   zieht sich die geheime Frage: Wie bin ich zu dem gewor-
Sein Buch der Erinnerung (dt. 1991)                     den, der ich bin, wenn jede persönliche Erinnerung, jede
erhielt zahlreiche internationale
                                                        Prägung, untrennbar mit Geschichte verstrickt ist? Wenn
Literaturpreise. U.a. wurde Nádas
mit dem Österreichischen Staats-                        jeder Moment des Lebens nur die Spitze eines Eisbergs
preis für Europäische Literatur, dem                    ist? In die finsteren Tiefen des 20. Jahrhunderts wirft,
Kossuth-Preis, dem Leipziger Buch-                      so Nádas, auch die europäische Aufklärung kaum noch
preis zur Europäischen Verständi-                       Licht. Und so erzählt dieses Buch nicht zuletzt davon,
gung, dem Franz-Kafka-Literatur-
preis sowie dem Verdienstorden der
                                                        wie Identität unter schwierigen Bedingungen wächst,
Republik Ungarn ausgezeichnet.                          während sie sich permanent im Strom der Zeit zu verlie-
2014 wurde ihm der Würth-Preis                          ren droht.
für Europäische Literatur verliehen.
Zuletzt erschien sein Roman Paral-
                                                        Einer der größten europäischen Erzähler blickt hier zu-
lelgeschichten (dt. 2012). Er lebt in
Budapest und Gombosszeg.                                rück auf sein Leben, das bis ins kleinste, leuchtende De-
                                                                                                                                                                     Péter Nádas
                                                        tail verbunden ist mit den großen Schicksalswendungen
                                                                                                                                                                     Aufleuchtende Details.
Christina Viragh,                                       eines Kontinents im gewaltsamen Umbruch.                                                                     Memoiren eines Erzählers
geboren 1953 in Budapest, wuchs in
                                                                                                                                                                     1296 Seiten. Gebunden mit SU
der Schweiz auf und lebt heute als
                                                                                                                                                                     Deutsche Erstausgabe
Autorin und Übersetzerin in Rom.
                                                                                                                                                                     Originalausgabe:
Sie ist korrespondierendes Mitglied
                                                                                                                                                                     Világló Részletek
der Deutschen Akademie für Spra-
                                                                                                                                                                     Jelenkor Kiadó, Pécs
che und Dichtung und Übersetzerin
                                                                                                                                                                     Aus dem Ungarischen von
von u.a. Dezső Kosztolányi, Imre
                                                                                                                                                                     Christina Viragh
Kertész und Henri Alain-Fournier.
                                                                                                                                                                      39,95 (D) /  41,10 (A)
2009 erhielt sie das Zuger Überset-
                                                                                                                         Die Werbung                                 ISBN: 978-3-498-04697-2
zungsstipendium, 2012 gewann sie
                                                                                                                                                                     Warengruppe: 1112
den Preis der Leipziger Buchmesse in
                                                                                                                                                                     Lieferbar ab 22. 9. 2017
der Rubrik «Übersetzungen», den
                                                                                                                                                                     Auch als E-Book erhältlich
Europäischen Übersetzerpreis und,
zusammen mit Péter Nádas, den
Brücke-Berlin-Preis.
                                                                                                       14 | 15            Print        Plakat
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
«Subversiv, verdammt gut                                                                                                                    «Ein gewagter Roman, der zeigt, dass Michel
                                                                                                                                            Houellebecq keineswegs das Monopol darauf
                                                                                                                                                                                          Belletristik  September 2017

geschrieben. Respekt!» La Culture                                                                                                           hat, von der sexuellen und sentimentalen
                                                                                                                                            Misere zu erzählen.» France info

                                                                           Lola, Anfang dreißig, hat einen Job, den sie verachtet,
                                                                           und eine Familie, die nicht existiert. Die Mutter starb bei
                                                                                                                                                                                             Frankreich ist
                                                                           einem Verkehrsunfall, der Vater trinkt. Lola ist einsam,
                                                                                                                                                                                             Gastland der
                                                                           verzweifelt und heißhungrig auf Sex. Die Lust siegt über
                                                                                                                                                                                             Frankfurter
                                                                           die Vernunft und macht sie zur Jägerin. Auf High Heels
                                                                                                                                                                                             Buchmesse 2017
                                                                           zieht sie nachts durch Paris, schleppt Männer aller Art ab,
                                                                           vom Schuster bis zum Geschäftsführer. Von jedem ihrer
                                                                           Beutezüge bringt sie eine kleine Trophäe mit nach Hau-
                                                                           se. Lola, die Amazone, Lola, die Sphinx, Lola, die Unbe-
                                                                           zwingbare. Sex ist ihr Kampfmittel in einer Gesellschaft,
                                                                           die ihr nirgendwo Halt gibt.
                                                                           Eines Tages steht ihr Nachbar vor der Tür und bringt ihr
                                              © Philippe Biancotto, 2016

                                                                           ein Stück feiner selbst gemachter Schokolade. Der Duft
                                                                           steigt ihr in die Nase, sie bittet den Nachbarn herein –
                                                                           der Beginn einer kriegerischen Freundschaft. Denn er
                                                                           verkörpert das Gegenteil von ihrem Lebensentwurf, ist
                                                                           herzlich, häuslich und hat einen festen Plan, in dem Lola
                                                                           eine Rolle spielen soll, die ihr fremder nicht sein könnte ...
 Julie Estève
 wurde 1979 in Paris geboren, wo                                           In der feministischen Tradition von Virginie Despentes
 sie auch lebt. Sie studierte Jura und
                                                                           und Elfriede Jelinek schreibt Julie Estève über weibliche
 Kunstgeschichte, spezialisierte sich
 auf Moderne Kunst und arbeitet                                            Lust und ihre Nähe zum Hass und spielt dabei voller
 für verschiedene Museen und Maga-                                         Ironie und tiefschwarzem Humor mit französischen
 zine. Lola ist ihr erster Roman.                                          Klischees. Ein fesselnder Debütroman, dessen Sog man
                                                                           sich nicht entziehen kann, mit großem Tempo in einer
 Christian Kolb
 wurde 1970 geboren und studierte                                          gewagten literarischen Sprache erzählt, in der die Dinge
 französische Literatur und Film-                                          radikal beim Namen genannt werden, provokant, scho-                                                            Julie Estève
 wissenschaft in Berlin und Paris.                                         nungslos, zeitgenössisch.                                                                                      Lola
 Er übersetzte u.a. Nicolas Fargues,                                                                                                                                                      Roman
 Anne Delaflotte und David                                                                                                                                                                160 Seiten. Gebunden mit SU
 Foenkinos. Er lebt in Berlin.                                                                                                                                                            Deutsche Erstausgabe
                                                                                                                                                                                          Originalausgabe:
                                                                                                                                                                                          Moro-Sphinx
                                                                                                                                                                                          Éditions Stock, Paris
                                                                                                                                                                                          Aus dem Französischen von
                                                                                                                                                                                          Christian Kolb
                                                                                                                                                                                           19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                                                                                          ISBN: 978-3-498-09094-4
                                                                                                                                                                                          Warengruppe: 1112
                                                                                                                                                                                          Lieferbar ab 18.8.2017
                                                                                                                                                                                          Auch als E-Book und
                                                                                                                                                                                          Hörbuch erhältlich

                                         16 | 17
DIE NEUEN BUCHER September 2017 bis Februar 2018 - E - Rowohlt Theaterverlag
«Jochen Missfeldt ist
                                   ein bedeutender
                                 deutscher Erzähler,
                              der auf einzigartige Weise die archaischen Dimensionen
                                                 des Herkommens und der Landschaft
                            verbindet mit deutscher Geschichte, Technik und Alltag.»
                                     Aus der Begründung der Jury für die Verleihung des
                                    Wilhelm-Raabe-Literaturpreises an Jochen Missfeldt

                           «Jochen Missfeldt erzählt. Ihm fehlen für nichts die Worte.
                                Vielleicht ist das ein Erbteil seiner Anfänge als Lyriker:
                            die Genauigkeit und Dichte seiner Sprache. Kein Wort ist
                                           umsonst, auch im Überfluss waltet Absicht.»
                                         Volker Zastrow, Frankfurter Allgemeine Zeitung

                                   «Jochen Missfeldt mischt die Tonlagen grandios ab,
                                        springt unversehens in traumverlorene Bilder.»
                                                              Volker Hage, Der Spiegel

                                  «Missfeldt verfügt über eine zwischen Lakonie und
                              Bilderreichtum changierende Sprache, die verschiedene
                              Tonlagen annehmen kann, er kennt die verschiedensten
                                  Färbungen einer Geschichte – und er weiß sie zum
                                                               Leuchten zu bringen.»
                                                       Ulrich Rüdenauer, Literaturen

                                                «Jochen Missfeldt kann das unlösbar
                                             Gemeinsame von Glück und Bedrohung,
                                                   von Liebe und Verlust und ewiger
                                               Hoffnung unvergesslich beschwören.»
                                                      Sybil Gräfin Schönfeldt, Brigitte
© Ilse Clausen

                                                          «Ein hinreißender Erzähler.»
                 18 | 19                                Dirk Knipphals, die tageszeitung
Eine Liebe jenseits aller                                                                                                                                     Belletristik  September 2017

Konventionen

                                                     Kurz nachdem Theodor Storm seine Verlobte Constanze
                                                                                                                                                              Spitzentitel
                                                     Esmarch 1846 geheiratet hat, geht er eine leidenschaft-
                                                     liche Liebesbeziehung mit der achtzehnjährigen Doris                                                        200. GeburTstag von
                                                     Jensen ein. Sie stammt wie er aus Husum, ist die Tochter                                                    Theodor Storm am
                                                     des wohlhabenden Holzhändlers und Senators Peter Jen-                                                       14. September 2017
                                                     sen. Dessen Familie zählt, wie auch Storms Familie müt-
                                    © Ilse Clausen

                                                     terlicherseits, zum Husumer Patriziat: Man besucht sich,
                                                     trinkt Tee und Punsch und spielt Whist und L’Hombre.

                                                     Die Liebe der beiden ist für Storms junge Ehe eine schwe-
 Jochen Missfeldt,                                   re Belastung. Erst im Jahr 1848, Constanze ist im dritten
 1941 in Satrup bei Schleswig gebo-                  Monat schwanger, geht Doris, wahrscheinlich auf Druck
 ren, war Fliegeroffizier bei der Luft-
                                                     der Familienoberen, von Husum fort. Für sie beginnt eine
 waffe und studierte dann Musikwis-
 senschaft und Philosophie. Er                       fünfzehn Jahre währende Odyssee, eine Zeit des Lernens
 veröffentlichte die Romane Solsbüll,                und der Selbstbehauptung. Doch das Liebesverhältnis
 Gespiegelter Himmel und Steilküste,                 dauert an, und als Constanze nach der Geburt ihres sieb-
 außerdem Erzählungen, Gedichte
                                                     ten Kindes überraschend stirbt, finden die beiden endlich
 und eine Biographie Theodor
 Storms. Im Jahr 2002 erhielt er den                 zueinander.
 Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, spä-
 ter auch den Kunstpreis des Landes                  Um diese bewegende Geschichte eines Frauenlebens im
 Schleswig-Holstein, den Theodor-                    19. Jahrhundert zu erzählen, stützt sich Jochen Missfeldt
 Storm-Preis der Stadt Husum
 sowie den Italo-Svevo-Preis. Jochen
                                                     auf sein großes Wissen als Storm-Biograph – auf Briefe,
 Missfeldt lebt in Nordfriesland.                    Novellen und Gedichte, auf Zeitungsmeldungen, Le-
                                                     benszeugnisse, historische Quellen überhaupt. Aber noch
                                                     mehr beruht sie auf Erfindung, Nachempfindung, Phan-
                                                     tasie. So kann er beides sein, faktengetreu und unver-
                                                     wechselbarer Romancier, ja er kann seiner vielgerühmten
                                                     lyrischen Sprachmacht freien Lauf lassen. Landschaft,
                                                     Wetter und Meer, die er meisterlich beschreibt, grundie-
                                                     ren das Ganze, verleihen ihm Sinnlichkeit und Poesie.
                                                                                                                                                              Jochen Missfeldt
                                                     Sturm und Stille ist die Geschichte einer Liebe – und das
                                                                                                                                                              Sturm und Stille
                                                     Porträt einer Frau, die allen gesellschaftlichen Konven-                                                 Roman
                                                     tionen zum Trotz ihre eigenen Wege geht.                                                                 224 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                              Originalausgabe
                                                                                                                                                               19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                           Die Werbung                        ISBN: 978-3-498-04529-6
                                                                                                                                                              Warengruppe: 1112
                                                                                                                                                              Lieferbar ab 18.8.2017
                                                                                                                                                              Auch als E-Book erhältlich

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Ein großer Deutschland- und                                                      «Ein Klassiker, der an seiner Heutigkeit nichts
                                                                                 eingebüßt hat. Wunderbare Bilder, eine Sprache
                                                                                                                                   Belletristik  September 2017

Familienroman des 20. Jahrhunderts                                               ohne Effekthascherei. Jeder sollte Solsbüll
                                                                                 kennen.» Feridun Zaimoglu

                    Solsbüll – ein Städtchen im nördlichen Schleswig-Hol-
                    stein, tiefste Provinz und doch ein Ort, in dem die großen
                    Ereignisse des 20. Jahrhunderts ihre Spuren hinterlassen.
                    Dort verknüpfen sich die Lebensgeschichten dreier Gene-
                    rationen, verkörpert in drei Männern, die als Großvater,
                    Vater und Sohn denselben Namen tragen: Gustav Hasse.
                    Während die ersten beiden in den Weltkriegen fallen,                                                              Lesee xemplar
                    überlebt der 1941 geborene dritte Gustav und wächst in
                    einem Hebammen-Haushalt auf.

                    Im Schicksal zweier Frauen, seiner Großmutter Anne und
                    seiner Ziehmutter Gret, spiegelt sich die Zeit: Nach dem
                    verlorenen Ersten Weltkrieg erleben die beiden Hebam-
                    men Aufstieg und Blüte des Nationalsozialismus und sein
                    katastrophales Ende. Sie sehen bei Freunden und Nach-
                    barn Opportunismus und Feigheit, erleben Treulosigkeit,
                    Hass und Gewalt. Beide sind nicht im Widerstand aktiv,
                    tragen aber ihr Herz auf dem rechten Fleck und schöp-
                    fen auch Kraft aus dem Beruf: Jedes neugeborene Leben
                    ist einzigartig, also kostbar. Und so handelt der Roman
                    nicht nur von Mitläufern und Mördern, sondern auch
                    von Liebe, Widerspruchsgeist und kleinen Heldentaten
                    der Menschlichkeit.

                    Jochen Missfeldt, der wie Faulkner einen Landstrich zum
                    Schauplatz seiner Bücher macht, hat mit Solsbüll einen
                    Deutschland-Roman vorgelegt, dem eine ähnliche Be-
                    deutung zukommt wie der Deutschstunde von Siegfried
                    Lenz und der Blechtrommel von Günter Grass. Und doch
                    ist er 1989, als er in einem kleinen Verlag erstmals er-
                    schien, in den Wirren des Mauerfalls kaum beachtet wor-
                    den. Nun lässt sich die hoch aktuelle Geschichte einer                                                         Jochen Missfeldt
                    Familie, die in einer Gesellschaft von lauter Wendehälsen                                                      Solsbüll
                    aufrecht bleibt, endlich wiederentdecken. Dass Jochen                                                          Roman
                                                                                                                                   Überarbeitete Neuausgabe
                    Missfeldt – wie es in der «Süddeutschen Zeitung» hieß                                                          Mit einem Nachwort von
                    – «von den großen Sprachbegabungen der deutschen Ge-                                                           Kristof Wachinger
                    genwartsliteratur einer der unbekanntesten» ist, das war                                                       480 Seiten. Gebunden mit SU
                    einmal.                                                                                                         22,95 (D) /  23,60 (A)
                                                                                                                                   ISBN: 978-3-498-04539-5
                                                                                                                                   Warengruppe: 1112
                                                                                                                                   Lieferbar ab 18.8.2017
                                                                                                                                   Auch als E-Book erhältlich

          22 | 23
«Der Kunst der schroffen Weglassung                                                                                      «Hans Joachim Schädlich ist einer der ganz
                                                                                                                         Großen in der zeitgenössischen deutschen
                                                                                                                                                                      Belletristik  Februar 2018

verdanken sich gemeißelte Porträts.»                                                                                     Literatur.» Die Zeit

Neue Zürcher Zeitung

                                                            Ein tätlicher Angriff des Malers Hanns Hubertus Graf
                                                            von Merveldt zwingt den deutsch-jüdischen Maler Felix
                                                            Nussbaum im Mai 1933, die Villa Massimo in Rom zu
                                                            verlassen. Die Rückkehr nach Deutschland ist ihm und
                                                            seiner Lebensgefährtin, der polnisch-jüdischen Malerin
                                                            Felka Platek, angesichts der nazistischen Judenverfolgung
                                                            unmöglich. Nach Aufenthalten an der italienischen Ri-
                                      © juergen-bauer.com

                                                            viera, in Paris und Ostende finden sie schließlich eine
                                                            Bleibe in Brüssel. Dem dringlichen Rat eines Freundes,
                                                            sich nach Palästina zu retten, folgen beide nicht. Obwohl
                                                            die Bedrohung durch die deutschen Besatzungsbehörden
                                                            zunimmt, bleiben sie in Brüssel, verstecken sich in einer
 Hans Joachim Schädlich,                                    Mansarde. Ein verhängnisvolles Beharren.
 1935 in Reichenbach im Vogtland
 geboren, arbeitete an der Akademie
                                                            In Felix und Felka zeigt sich Hans Joachim Schädlich er-
 der Wissenschaften in Ost-Berlin,
 bevor er 1977 in die Bundesrepublik                        neut als Meister der so kunst- wie eindrucksvollen Reduk-
 übersiedelte. Für sein Werk bekam                          tion. Wohl noch nie ist ein Künstlerleben, das unter den
 er viele Auszeichnungen, u. a. den                         Zwängen der rassistischen Verfolgung stand, derart ver-
 Heinrich-Böll-Preis, Hans-Sahl-
                                                            dichtet literarisch dargestellt worden. In unvergesslichen
 Preis, Kleist-Preis, Schiller-Gedächt-
 nispreis, Lessing-Preis, Bremer Lite-                      Momentbildern gelingt es ihm, existenzielle Ängste im
 raturpreis, Berliner Literaturpreis                        Spiegel der durch die Nazis korrumpierten zwischen-
 und Joseph-Breitbach-Preis. 2014                           menschlichen Beziehungen spürbar zu machen. Indem er
 erhielt er für seine schriftstellerische                   das Künstlerpaar in seinem ganz privaten Umfeld zeigt,
 Leistung und sein politisches Enga-
 gement das Bundesverdienstkreuz.
                                                            erfährt die Geschichte eine Kraft, die weit über das Ein-
 Zuletzt veröffentlichte er die Novel-                      zelschicksal hinausreicht.
 le Sire, ich eile. Voltaire bei Friedrich
 II. und den Roman Narrenleben –
 «ein historisches Panorama von vi-
 brierender Intensität» (Deutschland-
 radio Kultur). Hans Joachim
 Schädlich lebt in Berlin.

                                                                                                                                                                      Hans Joachim Schädlich
                                                                                                                                                                      Felix und Felka
                                                                                                                                                                      192 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                      Originalausgabe
                                                                                                                                                                       19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                                                                      ISBN: 978-3-498-06437-2
                                                                                                                                                                      Warengruppe: 1112
                                                                                                                                                                      Lieferbar ab 24.1.2018
                                                                                                                                                                      Auch als E-Book erhältlich

 24 | 25
«Nell Zink ist Schriftstellerin, doch das ist nur das
                                       vorläufige Ende einer langen Liste von Dingen, die sie
                                        vorher war. Pfadfinderin, Indie-Musikerin, Maurerin,
                                             Doktorandin, Übersetzerin, Umwelt-Aktivistin.
                                             Die Amerikanerin hat sich wie die Raupe Nim-
                                                mersatt durch unzählige Leben gefressen, auf
                                                    der Suche nach neuen Erfahrungen. Und
                                                        plopp, mit Ende vierzig, einem Alter,
                                                              wo viele sich damit arrangieren,
                                                                dass nicht mehr viel passieren
                                                                          wird, schlüpft sie aus
                                                                         ihrem Kokon und ist
                                                                            das, was die Natur
                                                                              wohl für sie vor-
                                                                                  herbestimmt
                                                                                      hat: eine
                                                                                   erfolgreiche
                                                                                     Autorin.»
                                                                                        Brigitte
© ullstein bild - Schleyer

                             26 | 27
«Ein Roman, den man knutschen                                                                                    «Auch der Roman Nikotin erweist sich als
                                                                                                                 eigenwillige Erzählung, die vor allem von ihrem
                                                                                                                                                                   Belletristik  Februar 2018

möchte.» The New York Times                                                                                      skurrilen Ton und der Balance zwischen Humor
                                                                                                                 und Horror lebt.» Frankfurter Allgemeine Woche

                                                    Nell Zink, listige Humoristin und Autorin des fulmi-
                                                    nanten, von der Kritik gefeierten Debüts Der Mauerläufer,
                                                    nimmt in ihrem neuen Roman das gespaltene Amerika
                                                    aufs Korn.

                                                    Penny Baker, soeben mit dem College fertig, jetzt arbeits-
                                                    los und zudem durch den kürzlichen Tod ihres Vaters ne-
                                                    ben der Spur, beschließt, erst mal dessen verfallendes El-
                                                    ternhaus in Jersey City zu renovieren, um wieder Boden
                                                    unter die Füße zu bekommen. Doch Überraschung: Sie
                                                    findet es besetzt von ein paar netten, noch rauchenden
                                   © Fred Filkorn

                                                    Anarchisten, die ihrer WG den Namen «Nicotine» ver-
                                                    passt haben. Erster Eindruck: «Als hätte man ungefragt
                                                    einen Haufen Bettwanzen, die immerhin den Abwasch
                                                    machen.»
 Nell Zink,
 1964 in Kalifornien geboren, wuchs                 Mit der Zeit jedoch geben ihr die Bewohner und ande-
 im ländlichen Virginia auf. Sie stu-
                                                    re Hausbesetzer aus der Nachbarschaft einen Sinn für
 dierte am College of William and
 Mary Philosophie und wurde, später                 Zugehörigkeit und Gemeinschaft, den Penny dringend
 im Leben, in Medienwissenschaft an                 braucht, und bald zieht sie nebenan ein und engagiert
 der Universität Tübingen promo-                    sich in den politischen Kämpfen der Besetzer.
 viert. Sie lebt in Bad Belzig, südlich
 von Berlin.
                                                    Nur hat der Rest der Familie andere Pläne: Ihre Mutter
 Michael Kellner,                                   und ihr spießiger Halbbruder, dem sie noch nie ganz grün
 1953 in Kassel geboren, war, früher                war, würden die jungen Chaoten am liebsten von der Po-
 im Leben, Buchhändler und                          lizei räumen lassen. Doch Penny nimmt den Kampf für
 Verleger und übersetzt u.a. William
 S. Burroughs, Allen Ginsberg,
                                                    sie auf – vor allem für Rob, den aus Überzeugung asexu-
 Armistead Maupin und Atticus                       ell lebenden Mann, in den sie sich verliebt hat.
 Lish. Er lebt in Hamburg.
                                                    Dies ist ein Roman über den Kampf zwischen Habe-
                                                                                                                                                                   Nell Zink
                                                    nichtsen und Immer-mehr-Wollern, zwischen Idealismus
                                                                                                                                                                   Nikotin
                                                    und Pragmatismus – ein Buch über Amerika heute, das                                                            Roman
                                                    kaum witziger, böser, klüger sein könnte.                                                                      384 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                   Deutsche Erstausgabe
                                                                                                                                                                   Originalausgabe:
                                                                                                                                                                   Nicotine
                                                                                                                                                                   Ecco Press, New York
                                                                                                                                                                   Aus dem Englischen von
                                                                                                                                                                   Michael Kellner
                                                                                                                                                                    22,95 (D) /  23,60 (A)
                                                                                                                                                                   ISBN: 978-3-498-07670-2
                                                                                                                                                                   Warengruppe: 1112
                                                                                                                                                                   Lieferbar ab 24.1.2018
                                                                                                                                                                   Auch als E-Book erhältlich

                                                    28 | 29
Eine Hommage an die                                                                                                                        «Warum das Englische, das sie berühmt
                                                                                                                                           gemacht hat, hinter sich lassen und mit der
                                                                                                                                                                                          Belletristik  Dezember 2017

Sprache und Italien
                                                                                                                                           Familie nach Rom ziehen, als wolle sie einen
                                                                                                                                           linguistischen Ozean durchschwimmen?
                                                                                                                                           Weil sie verliebt war. Wenn man liebt, will
                                                                                                                                           man seine Grenzen durchbrechen.»
                                                                                                                                           The New York Times

                                                                             Mit zwei Sprachen wuchs Jhumpa Lahiri auf: In der Fa-
                                                                             milie wurde Bengalisch gesprochen, Lesen und Schreiben
                                                                             lernte sie auf Englisch in den USA. In beiden Sprachen
                                                                             fühlte sie sich nie ganz beheimatet. Doch dann, während
                                                                             einer Florenzreise 1994 – eine jähe, wilde Affäre mit dem
                                                                             Italienischen, einer Sprache, die neue Freiheit, Abenteu-
                                                                             er und Unabhängigkeit verhieß. Doch gleich wurden die
                                                                             jungen Liebenden wieder getrennt: Lahiri kehrte zurück
                                                                             nach New York, und jahrelang hielten nur ein kleines Le-
                                                                             xikon in ihrer Handtasche sowie der knappen Lebenszeit
                                                                             abgerungene Privatstunden bei wechselnden Lehrerinnen
                                                                             die Flamme am Brennen. Bis sie 2013 – ihr Leben als
                                                                             freie Schriftstellerin machte es möglich – Hals über Kopf
                                                            © Marco Delogu

                                                                             mit der gesamten Familie nach Rom zog. Und nun wurde
                                                                             aus Leidenschaft Lebensernst …

                                                                             Dies ist ein sehr persönliches Buch, die präzise Auseinan-
Jhumpa Lahiri                                                                dersetzung einer Schriftstellerin mit einer Fremdsprache,
wurde in London geboren und wuchs in Rhode                                   die langsam zur eigenen Sprache wird, und mit einem
Island auf. Für ihre Romane und Erzählungen
                                                                             Land, das ihre neue Heimat werden soll. Italien! Rom!
wurde sie u. a. mit dem Pulitzer-Preis, dem PEN/
Hemingway Award und dem Commonwealth                                         Die Geschichte! Die Lebensart! Zugleich berührt es
Writers' Prize ausgezeichnet. Seit 2012 ist sie Mit-                         große Fragen: Heimat, Identität, was ist das überhaupt,
glied der American Academy of Arts and Letters.                              woraus entsteht es? Lahiri tauchte so tief in die Fremdheit
                                                                             der neuen Sprache und Kultur ein, bis sie in der Lage war,
Margit Knapp,                                                                                                                                                                             Jhumpa Lahiri
geboren in Schwaz, studierte Romanistik und arbei-                           ihr erstes Buch auf Italienisch zu schreiben.
                                                                                                                                                                                          Mit anderen Worten.
tet als Lektorin und Autorin in Berlin.                                      Hier ist es – im tiefsten Sinne des Wortes eine Liebesge-
                                                                                                                                                                                          Wie ich mich ins
                                                                             schichte.                                                                                                    Italienische verliebte
                                                                                                                                                                                          144 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                                          Deutsche Erstausgabe
                                                                                                                                                                                          Originalausgabe:
                                                                                                                                                                                          In altre parole
                                                                                                                                                                                          Guanda, Mailand
                                                                                                                                                                                          Aus dem Italienischen von
                                                                                                                                                                                          Margit Knapp
                                                                                                                                                                                           14,95 (D) /  15,40 (A)
                                                                                                                                                                                          ISBN: 978-3-498-03945-5
                                                                                                                                                                                          Warengruppe: 1118
                                                                                                                                                                                          Lieferbar ab 17. 11. 2017
                                                                                                                                                                                          Auch als E-Book erhältlich

                                                       30 | 31
Adam Haslett

                              «Stellt euch vor, ich bin fort ist ein ungeheuer persönliches Werk,
                              und es erscheint doch essenziell, ja beinahe universell in seiner
                              Bandbreite ... Ein Buch, das man nicht bloß liest, sondern spürt,
                              bis tief in die Knochen.» Book Page

                              «Anspruchsvoll und bewegend ... Mit Stellt euch vor, ich bin fort
                              hat Haslett ein neues Niveau erreicht.» New York Times Book Review

                              «Ein ergreifendes Buch, das einem endlich wieder Lust macht auf
                              die Komplikationen des Lebens.» Colum McCann

                              «Ein besonderer, vielschichtiger Roman voller schmerzhafter
                              Einsichten und zugleich von erhebender Komik ... herausragend
                              erzählt.» USA Today

                              «Haslett hat die Gabe, völlig unterschiedliche Innenwelten zu erfas-
                              sen und in wunderbare Prosa zu übersetzen.» The Guardian

                              «Er ist einer jener seltenen Schriftsteller, deren Kunst tröstlich ist
                              und trotzdem immer noch Kunst.» New York

                              «Verheerend schmerzvoll und umwerfend gut geschrieben ...
                              ein Geniestreich.» San Francisco Chronicle
© Bdowulf Sheehan

                    32 | 33
Eine Liebeserklärung an die                                                                                             «Der wahrscheinlich beste amerikanische
                                                                                                                        Roman über eine Mittelstandsfamilie
                                                                                                                                                                   Belletristik  Januar 2018

Familie und an das Leben                                                                                                seit Jonathan Franzens Die Korrekturen.»
                                                                                                                        The Independent

                                                        Stellt euch vor, ich bin fort wurde in der englischsprachigen
                                                        Presse «atemraubend» genannt, «überwältigend und herz-
                                                        zerreißend», wurde als «Literatur höchsten Ranges» gefei-
                                                        ert und für den Pulitzer-Preis, den National Book Award
                                                                                                                                                                   Spitzentitel
                                                        und den National Book Critics Circle Award nominiert.
                                                        Ein moderner Familienroman in der Tradition einer
                                                        welthaltigen und weltläufigen US-Literatur.

                                                        Alles beginnt mit einem Unglück auf einer Landpartie
                                                        in Maine. Nein, früher: Es beginnt in den 1960er Jahren
                                                        in London, als die junge Amerikanerin Margaret erfährt,
                                    © Beowulf Sheehan

                                                        dass ihr Verlobter, John, nicht einfach verschwunden,
                                                        sondern manisch-depressiv in eine psychiatrische Klinik
                                                        eingewiesen worden ist. Vor die Wahl gestellt, entscheidet
                                                        sie sich für ein Leben an seiner Seite, ein Leben mit sei-
 Adam Haslett,                                          ner Krankheit. Was folgt, ist die Geschichte einer Familie
 geboren 1970, studierte Literatur                      über zwei Generationen, die Geschichte einer erblichen
 und Jura in Yale, Swarthmore und
                                                        bipolaren Störung, einer mal glanzvollen, mal prekären
 an der University of Iowa. Seine Bü-
 cher wurden in achtzehn Sprachen                       Existenz, durchzogen von den Spuren eines großen Ver-
 übersetzt und unter anderem mit                        lusts.
 dem PEN/Malamud-Award ausge-
 zeichnet. Der Erzählungsband
                                                        Adam Haslett erzählt von Mutterliebe und Geschwister-
 Hingabe gelangte nicht nur auf die
 Shortlist des Pulitzer-Preises, son-                   banden mit derselben Glaubwürdigkeit und Präzision
 dern auch auf die des National                         wie vom Hummerfischen, von Clonazepam oder Funk,
  Book Award. Für den Roman                             Techno und House. Stellt euch vor, ich bin fort ist ein Meis-
 Union Atlantic erhielt Adam Haslett                    terwerk des psychologischen Realismus, genauso einfühl-
 den Lambda Literary Award.
 Stellt euch vor, ich bin fort ist sein
                                                        sam wie einfallsreich, ein Roman, der unseren Blick auf
 zweiter Roman.                                         die Menschen, die uns am wichtigsten sind, dauerhaft
                                                        verändern kann.                                                                                            Adam Haslett
 Dirk van Gunsteren,                                                                                                                                               Stellt euch vor, ich bin fort.
 1953 geboren, übersetzte unter ande-                                                                                                                              Roman
 rem Jonathan Safran Foer, Colum                                                                                                                                   480 Seiten. Gebunden mit SU
 McCann, Thomas Pynchon, Philip                                                                                                                                    Deutsche Erstausgabe
 Roth, T.C. Boyle und Oliver Sacks.                                                                                                                                Originalausgabe:
 2007 wurde er mit dem Heinrich                                                                                                                                    Imagine Me Gone
 Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausge-                                                                                                                                  Little, Brown and Company,
 zeichnet.                                                                                                                                                         New York
                                                                                                                                                                   Aus dem Englischen von
                                                                                                                                                                   Dirk van Gunsteren
                                                                                                                                                                    22,95 (D) /  23,60 (A)
                                                                                                                           Die Werbung                             ISBN: 978-3-498-03028-5
                                                                                                                                                                   Warengruppe: 1112
                                                                                                                                                                   Lieferbar ab 12. 1. 2018
                                                                                                                                                                   Auch als E-Book erhältlich

                                                                                                        34 | 35             Print        Online   Plakat
S
Andreas Bähr 38
Iris Radisch 40
Rutger Bregman 42
Ulrich Greiner 46
Nicola Gardini 48   ACH
                    BU
Ijoma Mangold 50
Moriz Scheyer 58

      36 | 37       CH
Wenn Gott den Menschen                                                                                                                                    2018 jährt sich der Beginn des Dreißigjährigen
                                                                                                                                                          Kriegs zum 400. Mal.
                                                                                                                                                                                                           Sachbuch  November 2017

den Krieg erklärt

                                                                                             Als Beginn des Dreißigjährigen Krieges gilt heute der
                                                                                             Prager Fenstersturz im Mai 1618. Für die Zeitgenossen
                                                                                             jedoch war ein anderes Ereignis ausschlaggebend. Als
                                                                                             im Dezember desselben Jahres ein heller «Winterkomet»
                                                                                             mit einem rutenförmigen Schweif am Himmel erschien,
                                                                                             sahen sie in ihm die Prophezeiung eines schrecklichen
                                                                                             Krieges, eine Botschaft Gottes, die nichts Gutes verhieß.
                                   © fotostudiocharlottenburg, www.studiocharlottenburg.de

                                                                                             Andreas Bähr verfolgt die vielstimmige Auseinanderset-
                                                                                             zung mit dem Kometen durch die Kriegszeit von 1618 bis
                                                                                             1648 hindurch und zeigt, wie stark die frühneuzeitliche
                                                                                             Deutung von Welt durch den religiösen Glauben geprägt
                                                                                             war. Die Zeichen göttlichen Zorns oder göttlicher Mil-
                                                                                             de hatten Auswirkungen auf die irdischen Geschehnisse,
                                                                                             Erscheinungen am Himmelszelt avancierten zu wichtigen
                                                                                             Indikatoren für die Bewertung des Kriegsverlaufs.

                                                                                             Dieses Buch wirft Schlaglichter auf den Dreißigjährigen
Andreas Bähr,                                                                                Krieg aus der Perspektive derer, die angesichts der Gewalt
geboren 1968, ist Privatdozent für                                                           und Unübersichtlichkeit ihrer Zeit im Winterkometen
Neuere Geschichte an der Freien
                                                                                             einen Orientierungspunkt fanden. Akteure ganz unter-
Universität Berlin. An der Hum-
boldt-Universität zu Berlin leitet er                                                        schiedlicher sozialer und konfessioneller Zugehörigkeit
seit Juni 2014 das DFG-Projekt                                                               geraten in den Blick: Wir begegnen René Descartes beim
«Athanasius Kircher (1602–1680).                                                             «Ulmer Kometenstreit», der die frühneuzeitliche Ver-
Eine biographische Enzyklopädie».
                                                                                             schränkung von Wissenschaft und Religion bezeugt, wir
                                                                                             erleben in der Autobiographie Augustin Güntzers, wie
                                                                                             der Schweifstern in den Alltag eines Kannengießers ein-
                                                                                             geht, erhalten Einblick in das Leben des Schuhmachers
                                                                                             Hans Heberle, den der Anblick des Kometen zum Verfas-
                                                                                             ser einer Kriegschronik werden ließ, und beobachten den
                                                                                             berühmten Universalgelehrten Athanasius Kircher bei                                                           Andreas Bähr
                                                                                             einer nächtlichen Vision – ein brillanter Brückenschlag                                                       Der grausame Komet.
                                                                                             zwischen Ereignis- und Mentalitätsgeschichte.                                                                 Himmelszeichen und
                                                                                                                                                                                                           Weltgeschehen im
                                                                                                                                                                                                           Dreißigjährigen Krieg
                                                                                                                                                                                                           256 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                                                           Originalausgabe
                                                                                                                                                                                                            19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                                                                                                           ISBN: 978-3-498-00679-2
                                                                                                                                                                                                           Warengruppe: 1946
                                                                                                                                                                                                           Lieferbar ab 20. 10. 2017
                                                                                                                                                                                                           Auch als E-Book und
                                                                                                                                                                                                           Hörbuch erhältlich

                                                                                             38 | 39
Genies, Rebellen und berühmte                                                                                    «Wer wissen will, warum er sich auch heute
                                                                                                                 noch mit Camus beschäftigen soll, der sollte
                                                                                                                                                                Sachbuch  Oktober 2017

Unbekannte: die französische                                                                                     diese Biographie lesen.» FAZ über «Camus»

Literatur der Gegenwart                                                                                          «Sprachgewandt, spannend und elegant.»
                                                                                                                 Welt am Sonntag über «Camus»

                                                    Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Eu-
                                                    ropa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt
                                                    inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die franzö-
                                                    sische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm,
                                                    mal existenzialistisch, mal politisch, immer verführe-
                                 © Thorsten Wulff

                                                    risch.

                                                    Iris Radisch begibt sich auf einen Streifzug durch die
                                                    neuere französische Literatur und stellt die wichtigsten
 Iris Radisch,                                      Autoren vor. Die «Zeit»-Journalistin und Verfasserin
 geboren 1959 in Berlin, Studium der                eines Bestsellers über Camus lässt sich von ihren eigenen
 Germanistik, Romanistik und Phi-
                                                    Treffen mit den Autoren leiten und liefert einen einfühl-
 losophie in Frankfurt am Main und
 Tübingen. Die langjährige Litera-                  samen Überblick über die Welt von Sartre und Duras bis
 turredakteurin der «Zeit» ist seit                 zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Houellebecq.
 2013 dort Leiterin des Feuilletons.                Das Buch ist ein persönlicher Kanon der bedeutendsten
 Daneben Tätigkeit als Fernsehmo-
                                                    Schriftsteller Frankreichs – und richtet sich an alle, für
 deratorin. 2008 wurde sie mit dem
 Medienpreis für Sprachkultur der                   die das Land schon immer der kulturelle und literarische
 Gesellschaft für deutsche Sprache                  Sehnsuchtsort war.
 ausgezeichnet. 2009 ernannte die
 französische Kulturministerin Iris                 In einem Jahr, in dem in Frankreich gewählt wurde und
 Radisch zum «Chevalier des Arts et
 Lettres».
                                                    das Land vor einer ungewissen Zukunft steht, ist das
                                                    Buch gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Debatte über
                                                    den intellektuellen Zustand unseres Nachbarlandes.

                                                                                                                                                                Iris Radisch
                                                                                                                                                                Warum die Franzosen so
                                                                                                                                                                gute Bücher schreiben.
                                                                                                                                                                Von Sartre bis Houellebecq
                                                                                                                                                                208 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                Originalausgabe
                                                                                                                                                                 19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                                                                ISBN: 978-3-498-05814-2
                                                                                                                                                                Warengruppe: 1956
                                                                                                                                                                Lieferbar ab 22. 9. 2017
                                                                                                                                                                Auch als E-Book und
                                                                                                                                                                Hörbuch erhältlich

                                                    40 | 41
Wie würde unsere Welt aussehen,
                                  wenn wir die Definition von Arbeit
                                  radikal umdenken würden?
                                  Rutger Bregman liefert Lösungen für
                                  Probleme, die niemand in Frage zu
                                  stellen wagt: Utopien für Realisten
                                  und alle, die an Fortschritt glauben.
                                           «Wenn sie von den immer gleichen Debatten der politischen
                                           Linken und Rechten gelangweilt sind, dann werden Ihnen
                                           die mutigen Ideen und die überzeugenden Argumente von
                                           Rutger Bregman gefallen.» Steven Pinker

                                           «Brillant, weitreichend, wahrhaft erhellend und ausgesprochen
                                           gut geschrieben. Eine Pflichtlektüre für alle, die sich um den
                                           Zustand der Welt sorgen und an einer Verbesserung mitarbei-
                                           ten möchten.» Zygmunt Bauman

                                           «Eine wundervoll anregende, hoffnungsvolle Lektüre. Scharf-
                                           sinnig und fundiert fordert uns Bregman auf, darüber nach-
                                           zudenken, wie wir leben wollen und wer wir sein wollen. Ein
                                           ‹Must-Read›.» Philipp Blom

                                           «Wenn Energie, Enthusiasmus und kluge Gedanken die
                                           Welt verbessern könnten, dann würde Rutger Bregmans Buch
                                           das tun. Ein unorthodoxer, kraftvoller, brillant geschriebener
                                           Page-Turner.» Independent
© Stephan Vanfleteren

                        42 | 43
«Wenn wir die Welt verändern                                                                                «Rutger Bregman rüttelt uns wach.»
                                                                                                            The Times
                                                                                                                                                       Sachbuch  September 2017

wollen, müssen wir uns
unrealistisch, unvernünftig und
unmöglich verhalten.»

                                                                                                                                                       Spitzentitel
                                             Unsere liberale Grundordnung wird derzeit auf eine har-
                                             te Probe gestellt. Verfechter der freien Welt warnen vor
                                             rechten Populisten, doch es gilt nicht nur die Demokratie
                                             zu verteidigen, es gilt auch neue Konzepte zu entwickeln.
                                             Mit mutigen und frischen Ideen gelingt es durchaus, viele
                                             Menschen für Politik zu begeistern. So zum Beispiel Ber-
                                             nie Sanders in den USA, Emmanuel Macron in Frank-
                                             reich, Podemos in Spanien.

                                             Rutger Bregman, Journalist und Historiker, diskutiert in
                                  © privat

                                             seinem Buch die interessantesten Ansätze, unser demo-
                                             kratisches System weiterzuentwickeln: die Einführung
 Rutger Bregman,                             einer 15-Stunden-Woche, das bedingungslose Grund-
 geboren 1988 in den Niederlanden,           einkommen (ursprünglich Richard Nixons Idee), den
 ist Historiker und Journalist und
                                             sinnvollen Einsatz von Computern und Maschinen, die
 einer der prominentesten jungen
 Denker Europas. Bregman wurde               Abschaffung der Armut. Bregman analysiert scharfsinnig
 bereits zweimal für den renommier-          und fundiert das Potenzial dieser Ideen und überzeugt
 ten European Press Prize nominiert.         den Leser, sich politisches Engagement auch heute noch
 Er schreibt für die «Washington
                                             lohnt. Dass in Finnland das bedingungslose Grundein-
 Post» und die «BBC» sowie für nie-
 derländische Medien.                        kommen gerade eine Testphase durchläuft, zeigt: Realis-
                                             tische Utopien haben das Zeug, Wirklichkeit zu werden.
 Stephan Gebauer,                                                                                                                                      Rutger Bregman
 geboren 1963 in Bonn, studierte             Bregmans Buch ist ein inspirierendes Plädoyer für große,                                                  Utopien für Realisten.
 Geschichte und arbeitet seit mehr                                                                                                                     Die Zeit ist reif für die
 als zwanzig Jahren als Übersetzer.
                                             aber machbare Veränderungen der Gesellschaft; für mu-
                                                                                                                                                       15-Stunden-Woche, offene
 Er hat unter anderem Werke von              tige Ideen, die gleichwohl realistisch bleiben. Ein interna-
                                                                                                                                                       Grenzen und das bedingungs-
 Bill und Hillary Clinton, Billy             tionaler Bestseller, der für Furore sorgt.                                                                lose Grundeinkommen
 Crystal, Angus Deaton, Branko                                                                                                                         320 Seiten. Steifbroschur
 Milanović, Joseph Stiglitz und                                                                                                                        Deutsche Erstausgabe
 Lawrence Wright übersetzt.                                                                                                                            Originalausgabe:
 Er lebt mit seiner Familie abwech-                                                                                                                    Utopia For Realists
 selnd in Berlin und Madrid.                                                                                                                           The Correspondent, Amsterdam
                                                                                                                                                       Aus dem Englischen von
                                                                                                                                                       Stephan Gebauer
                                                                                                                                                        18,00 (D) /  18,50 (A)
                                                                                                               Die Werbung                             ISBN: 978-3-498-00682-2
                                                                                                                                                       Warengruppe: 1972
                                                                                                                                                       Lieferbar ab 18.8.2017
                                                                                                                                                       Auch als E-Book erhältlich

                                                                                            44 | 45            Infoscreens   Print   Online   Plakat
«Ich wüsste nicht, welcher                                                                                                     «Ein gründlicher, bedachter Leser, dessen
                                                                                                                               Urteil eine Art Goldstandard darstellt.»
                                                                                                                                                                           Sachbuch  September 2017

Partei ich meine Stimme gäbe.»                                                                                                 Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung

                                                                 Links zu sein, ist in Deutschland kein Problem. Aber
                                                                 kann man auch konservativ sein? Oder ist man dann
                                                                 rechts? Ulrich Greiner nimmt für sich das Recht in An-
                                                                 spruch, konservativ geworden zu sein. Und er stellt fest,
                                                                 dass der konservative Gedanke in Deutschland politisch
                                                                 und intellektuell heimatlos geworden ist. Weil er vom
                                                                 Diskurs der Mehrheit abweicht, ist er in der rechten Ecke
                                                                 gelandet.

                                                                 Doch die alten Kategorien greifen nicht mehr, die ideo-
                                                                 logischen Fronten nehmen einen neuen Verlauf. Was also
                                                                 kann es in Zeiten von Homo-Ehe, Flüchtlingskrise und
                                                © Nicole Sturz

                                                                 Trump bedeuten, konservativ und dabei doch aufgeklärt
                                                                 zu sein? Wer vertritt die Kritik an einer immer stärkeren
                                                                 Verflechtung Europas? Woher kommt der deutsche
 Ulrich Greiner,                                                 Selbsthass? Wie elitär ist der Multikulturalismus? Was
 1945 geboren, war Feuilleton-Chef der «Zeit» und                gilt es von der geistigen Tradition des christlichen Abend-
 verantwortlicher Redakteur des Ressorts Literatur
                                                                 landes in der globalisierten Welt zu bewahren?
 und ist nun Autor der «Zeit». Als Gastprofessor
 lehrte er in Hamburg, Essen, Göttingen und St.
 Louis. Er ist Mitglied des PEN sowie Präsident der              Solchen Fragen stellt sich der langjährige Feuilleton-Chef
 Freien Akademie der Künste in Hamburg.                          der «Zeit». Sein Buch ist der streitbare Versuch, im Jahr
 Seine jüngsten Buchveröffentlichungen sind Ulrich
                                                                 der Bundestagswahl den politischen und intellektuellen
 Greiners Lyrikverführer (2009) Schamverlust. Vom
 Wandel der Gefühlskultur (2014) und Das Leben und               Raum für einen modernen Konservativismus auszuloten –
 die Dinge: Alphabetischer Roman (2015). 2015 wurde              jenseits von politischer Korrektheit und diesseits der AfD.
 er mit dem Tractatus-Preis für philosophische
 Essayistik ausgezeichnet.

                                                                                                                                                                           Ulrich Greiner
                                                                                                                                                                           Heimatlos.
                                                                                                                                                                           Bekenntnisse eines
                                                                                                                                                                           Konservativen
                                                                                                                                                                           160 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                           Originalausgabe
                                                                                                                                                                            19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                                                                           ISBN: 978-3-498-02536-6
                                                                                                                                                                           Warengruppe: 1972
                                                                                                                                                                           Lieferbar ab 18.8.2017
                                                                                                                                                                           Auch als E-Book erhältlich

                                                                                                                46 | 47
«Latein als Fest für die Sinne.                                                                                                     «Wozu Latein? Dieses leidenschaftliche Buch
                                                                                                                                    erklärt uns, wie das Latein das aus uns gemacht
                                                                                                                                                                                      Sachbuch  Dezember 2017

Ein wirklich wunderbares Buch.                                                                                                      hat, was wir heute sind.» La Stampa

Lest es und verschenkt es». formiche

                                                                       Als Kind dachte Nicola Gardini, seine Mutter spräche
                                                                       perfekt Latein, weil er sie Ave Maria und Pater Noster
                                                                       beten hörte. Erst viel später hat sie ihm gebeichtet, dass
                                                                       sie sonst kein Wort Latein kann. Gardini beschreibt sei-
                                                                       nen Zugang zur lateinischen Literatur als persönliches
                                                                       Erweckungserlebnis, das ihm schon früh eine neue Welt
                                                                       erschlossen hat. Sein unterhaltsames Buch liefert kein
                                                                       verzweifeltes Plädoyer für das Schulfach Latein und die
                                                                       Bedeutung seiner Grammatik. Nicola Gardini zeigt viel-
                                                    © Paolo Polzella

                                                                       mehr, dass wir nie aufgehört haben, Latein zu sprechen.
                                                                       Dass wir unsere Gegenwart kulturell und literarisch nur
                                                                       verstehen können, wenn wir wissen, wo wir herkommen:
                                                                       Er geht Metaphern auf den Grund, er erklärt anhand
 Nicola Gardini,                                                       eines Textes von Cato über das Pökeln das Futur oder
 geboren 1965, ist Professor für Italienisch und Ver-                  analysiert ein Gedicht von Catull über den Tod eines
 gleichende Literaturwissenschaften in Oxford. Er
                                                                       Spatzen. Und so vermittelt er auf literarische Weise seine
 hat in Mailand und New York an der NYU studiert
 und ist Experte für die Literatur der Renaissance.                    These: Latein ist nicht nützlich, Latein ist schön.

 Stefanie Römer,
 geboren 1966, studierte Italianistik, BWL und
 Wirtschaftspolitik in Freiburg und Urbino. Sie
 arbeitete zunächst in der Medienbranche, später als
 Dozentin für Italienisch. Heute ist sie als Übersetze-
 rin tätig und unterrichtet als Lehrbeauftragte im                                                                                                                                    Nicola Gardini
 Masterstudiengang Literarisches Übersetzen der                                                                                                                                       Latein lebt!
 LMU.                                                                                                                                                                                 Von der Schönheit einer
                                                                                                                                                                                      nutzlosen Sprache
 Dr. theol. Karl Pichler,                                                                                                                                                             192 Seiten. Gebunden mit SU
 geboren 1944 in Mank (Nieder-Österreich), studierte                                                                                                                                  Deutsche Erstausgabe
 Theologie in Innsbruck, Tübingen, München und                                                                                                                                        Originalausgabe:
 Regensburg. Er lebt in München und ist als Lektor                                                                                                                                    Viva il Latino: Storie e bellezza
 und Übersetzer tätig.                                                                                                                                                                di una lingua inutile
                                                                                                                                                                                      Garzanti, Mailand
                                                                                                                                                                                      Aus dem Italienischen von
                                                                                                                                                                                      Stefanie Römer und Karl Pichler
                                                                                                                                                                                       19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                                                                                      ISBN: 978-3-498-02539-7
                                                                                                                                                                                      Warengruppe: 1957
                                                                                                                                                                                      Lieferbar ab 17. 11. 2017
                                                                                                                                                                                      Auch als E-Book erhältlich

                                                                                                                     48 | 49
Neuerdings vertraute mir Mama
manchmal ihren Missmut über Freunde
und Bekannte an, die es nicht ertrugen,
wenn sie die Vertreibung unserer Fami-
lie aus Schlesien erwähnte. Schon die
Nennung des Namens Schlesien führte
bei Abendesseneinladungen zu eisernen
Reaktionen, als wäre das Erzählen von
der eigenen Kindheit bereits ein erster
Schritt zur Rückholung Schlesiens ins
Reich. «Da wird etwas abgeblockt»,
sagte meine Mutter trotzig, «das ist mir
zu dogmatisch.»
Das mit Schlesien begann mir zu gefal-
len. Wenn es schon über meine väterli-
che Linie nichts zu erzählen gab, sollte
es zumindest auf der mütterlichen Linie
etwas Herkunft geben. Ich probierte
den Satz «Wir kommen aus Schlesien»
aus. Nicht schlecht. Noch mehr Effekt
machte: «Ich bin Schlesier.»
«Du?»
«Ja, ich. Beziehungsweise meine Mutter.
Pilgramsdorf. Liegt bei Breslau ums
Eck.»

                                                 © Sebastian Hänel
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«War ich überassimiliert,                                                                                           «Mangold ist offen und neugierig, nie beliebig,
                                                                                                                    nicht modisch.» Aus der Begründung der Jury
                                                                                                                                                                              Sachbuch  September 2017

deutscher als jeder Deutsche?»                                                                                      zur Verleihung des Berliner Preises für Literaturkritik

                                                                                                                                                                              Spitzentitel

                                                       Ijoma Alexander Mangold lautet sein vollständiger Name;
                                                       er hat dunkle Haut, dunkle Locken. In den siebziger Jah-
                                                       ren wächst er in Heidelberg auf. Seine Mutter stammt aus
                                                       Schlesien, sein Vater ist aus Nigeria nach Deutschland ge-
                                                       kommen, um sich zum Facharzt für Kinderchirurgie aus-
                                   © Sebastian Hänel

                                                       bilden zu lassen. Weil es so verabredet war, geht er nach
                                                       kurzer Zeit nach Afrika zurück und gründet dort eine
                                                       neue Familie. Erst zweiundzwanzig Jahre später meldet er
                                                       sich wieder und bringt Unruhe in die Verhältnisse.
 Ijoma Mangold,
 geboren 1971 in Heidelberg, stu-                      Ijoma Mangold, heute einer unserer besten Literaturkri-
 dierte Literaturwissenschaft und
                                                       tiker, erinnert sich an seine Kindheits- und Jugendjahre.
 Philosophie in München und Bolo-
 gna. Nach Stationen bei der «Berliner                 Wie wuchs man als «Mischlingskind» und «Mulatte» in
 Zeitung» und der «Süddeutschen                        der Bundesrepublik auf? Wie geht man um mit einem
 Zeitung» wechselte er 2009 zur                        abwesenden Vater? Wie verhalten sich Rasse und Klasse
 Wochenzeitung «Die Zeit», deren
                                                       zueinander? Und womit fällt man in Deutschland mehr
 Literaturchef er seit 2013 ist.
 Zusammen mit Amelie Fried mode-                       aus dem Rahmen, mit einer dunklen Haut oder mit einer
 rierte er die ZDF-Sendung «Die                        Leidenschaft für Thomas Mann und Richard Wagner?
 Vorleser». Außerdem gehört er zum
 Kritiker-Quartett der Sendung                         Erzählend beantwortet Mangold diese Lebensfragen, hält
 «lesenswert» des SWR-Fernsehens.
 Mangold lebt in Berlin.
                                                       er seine Geschichte und deren dramatische Wendungen
                                                       fest, die Erlebnisse mit seiner deutschen und mit seiner
                                                       afrikanischen Familie. Und nicht zuletzt seine überra-
                                                       schenden Erfahrungen mit sich selbst.

                                                                                                                                                                              Ijoma Mangold
                                                                                                                                                                              Das deutsche Krokodil.
                                                                                                                                                                              Meine Geschichte
                                                                                                                                                                              320 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                              Originalausgabe
                                                                                                                                                                               19,95 (D) /  20,60 (A)
                                                                                                                                                                              ISBN: 978-3-498-04468-8
                                                                                                                                                                              Warengruppe: 1971
                                                                                                                                                                              Lieferbar ab 18.8.2017
                                                                                                                                                                              Auch als E-Book erhältlich

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Ein bewegendes Zeugnis einer                                                                                                            «Dieses außerordentliche Manuskript,
                                                                                                                                        geschrieben im Untergrund von einem Freund
                                                                                                                                                                                      Sachbuch  Oktober 2017

Flucht vor den Nationalsozialisten                                                                                                      von Stefan Zweig, ruft die Realitäten des
                                                                                                                                        Holocaust und der Besetzung durch die Nazis
                                                                                                                                        noch lebhafter hervor als nahezu alles, was
                                                                                                                                        ich bisher gelesen habe.» Jonathan Coe

                                                                           Als Frankreich im Sommer 1945 endgültig befreit ist,
                                                                           befindet sich der jüdische Schriftsteller und ehemalige
                                                                           Feuilleton-Chef des «Neuen Wiener Tagblatts» Moriz
                                                                           Scheyer in einem Franziskanerinnenkloster in der Dor-
                                                                           dogne. Seit dem Herbst 1942 wird er dort mit seiner Frau
                                                                           versteckt. Hinter ihm liegen aufreibende Jahre der Flucht
                                                                           und Gefangenschaft, der ständigen Ungewissheit und der
                                                                           Angst ums Überleben. Endlich in Sicherheit, bringt er
                                                                           nun zu Papier, was ihm seit seiner Emigration aus Wien
                                                                           1938 widerfahren ist. Eindringlich schildert er Österreich
                                                                           kurz vor dem «Anschluß», seine Ankunft in Paris und
                                   © P. N. Singer (Moriz Scheyer Estate)

                                                                           seine Flucht durch das besetzte, zwischen Kollaboration
                                                                           und Widerstand zerrissene Frankreich.

                                                                           «Dieses Buch hat schon den Umständen nach, unter de-
                                                                           nen es zustandegekommen ist, nichts mit dem zu schaf-
                                                                           fen, was man gemeinhin unter ‹Literatur› versteht»,
                                                                           schreibt Scheyer in seinem Vorwort. Und doch wächst
 Moriz Scheyer                                                             sein Bericht über das dokumentarische Zeugnis hinaus,
 (1886–1949) war ein rumänisch-                                            wird zum Werk eines feinfühligen Literaten, aus dem die
 stämmiger jüdischer Schriftsteller
                                                                           große Sehnsucht nach der für immer versunkenen «Welt
 und Journalist, der in Wien auf-
 wuchs. Seit 1914 arbeitete er als                                         von gestern» fließt, die ihn mit so vielen anderen Intel-
 Literatur- und Theaterkritiker für                                        lektuellen, darunter Freunden und Bekannten wie Stefan
 die große österreichische Tageszei-                                       Zweig und Joseph Roth, verbindet.
 tung «Neues Wiener Tagblatt».
 Scheyer veröffentlichte zahlreiche
 Bücher. 1938 emigrierte er nach                                           Das Manuskript Scheyers, der 1949 starb, geriet nach
 Frankreich, wo er bis zu seinem                                           dem Krieg in Vergessenheit. Erst sein Londoner Stiefen-
 Tod lebte.                                                                kel entdeckte es im Familiennachlass. Nun erreicht es
                                                                           endlich die Nachwelt und bereichert die deutschsprachige
                                                                           Exilliteratur um ein bislang unbekanntes, bewegendes
                                                                           Zeugnis des Flüchtlingsdaseins, der Enttäuschungen und
                                                                           Hoffnungen in den Zeiten von Krieg und Vertreibung.                                                        Moriz Scheyer
                                                                                                                                                                                      Selbst das Heimweh war
                                                                                                                                                                                      heimatlos.
                                                                                                                                                                                      Bericht eines jüdischen
                                                                                                                                                                                      Emigranten, 1938–1945
                                                                                                                                                                                      352 Seiten. Gebunden mit SU
                                                                                                                                                                                      Originalausgabe
                                                                                                                                                                                       22,95 (D) /  23,60 (A)
                                                                                                                                                                                      ISBN: 978-3-498-06441-9
                                                                                                                                                                                      Warengruppe: 1947
                                                                                                                                                                                      Lieferbar ab 22. 9. 2017
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