KEIN Stress mit - pro mente austria 1

 
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KEIN Stress mit - pro mente austria 1
1 | 2014
GZ02Z033129M, w., Verlagspostamt 4020 Linz/Donau

                                                                                                                      M a i

                                                   pro mente austria
                                                          z e i t s c h r i f t des österreichischen Dachverbands der Vereine
                                                                    und Gesellschaften für psychische und soziale Gesundheit

                                                   KEIN
                                                   Stress mit

                                                                                                        www.promenteaustria.at
KEIN Stress mit - pro mente austria 1
pro mente austria

                 aus dem                                                 das editorial
                 inhalt . . .                                            ihre meinung ist gefragt ...

                                                                        S
                 einführung – wenn                                             ehr geehrte Damen und                       Zeitung von vier Ausgaben jährlich
                 stress krank macht 3 – 7                                      Herren! Das Redaktionsteam                  auf zwei reduziert. Somit verrin-
                                                                               der pro mente Austria Zei-                  gert sich auch der Druckkosten-
                                                                         tung ist stets bemüht Ihnen ein                   beitrag von Euro 7,90.– auf Euro
                 leitartikel von univ.-                                  attraktives Produkt zu bieten. Das                3,95.–.
                 prof. dr. schöny                            7           betrifft sowohl die Themenaus-
                                                                         wahl, die inhaltliche Aufbereitung,                     Um unsere LeserInnen mit
                                                                         aber auch die optische Gestaltung                 Neuigkeiten über pro mente Aus-
                 experteninterview i                                     der Zeitung. Ihre Meinung ist uns                 tria und aktuelle Fachthemen auf
                                                                         dabei wichtig! Daher bitten wir                   dem Laufenden zu halten, verwei-
                 was ist stress?     8/9                                 Sie, sich fünf Minuten Zeit zu neh-               sen wir künftig auf unsere Home-
                                                                         men und unseren Fragebogen                        page www.promenteaustria.at.
                 experteninterview ii                                    entweder online unter: https:                     Diese wurde überarbeitet und ist
                                                                         // d e . s u r v e y m o n ke y. c o m / s /      nun auch interaktiv gestaltet. Da-
                 urlaub und stress                         10            pmaZeitung oder schriftlich (der                  mit haben wir die Möglichkeit ra-
                                                                         Fragebogen befindet sich in der                   scher auf aktuelle Themen einzu-
                                                                         Zeitungsmitte) auszufüllen und                    gehen, aber auch Sie können direkt
                 fragebogen zum                                          an uns zu retournieren. Aufgrund                  Ihre Meinung auf unserer Home-
                 herausnehmen                       11 / 14              des Beschlusses des Vorstands                     page kundtun. Wir freuen uns auf
                                                                         von pro mente Austria wird die                    einen produktiven Diskurs!
                 kampagne
                 „stressfrei“                        15/16

                 wirtschaft –
                 kampf den stress                           17

                 studie
                 zahlen & fakten                           18

                 interaktiv: betroffene
                 am wort             20/21

                  OFFENLEGUNG
                                                                           STRESSFREI
                                                                           durchs Leben
                  „pro mente austria Zeitschrift“
                  laut Paragraf 25 Mediengesetz –
                  siehe:
                  www.promenteaustria.at

                Eigentümer, Herausgeber und Verleger: pro mente austria, Dachverband österreichischer Vereine und Gesellschaften für psychische und soziale Gesundheit.
                Bundessekretariat, 4020 Linz, Johann-Konrad-Vogel-Straße 13, Telefon 0732/785397. Präsident: Univ.-Prof. Dr. Werner Schöny. Redaktionsteam: Ernst Hatheyer
                (Chefredakteur, Agentur ComMed), Fritz Schleicher (Koordinator), Sina Bründler, Liane Halper, Margret Korn, Peter Wildbacher, Thomas Hatheyer, Karin
                Luger-Willis, Philipp Jachs, Sabine Mellberg. Redaktionsadresse: pro mente Oberösterreich – Kommunikation & Marketing, Fritz Schleicher, 4020 Linz,
                Lonstorferplatz 1, Telefon 0732/6996-343, E-Mail: schleicherf@promenteooe.at. Fotos: Agentur ComMed, fotolia, shutterstock, pixelstick. Gesamtpro­duk­tion
                und Grafik: Kommunikations- & Medien­agentur ComMed GmbH, Klagenfurt. Druck: in-Takt, Linz. Erscheinungsweise: zweimal im Jahr.             Preis: 1,81 Euro.

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KEIN Stress mit - pro mente austria 1
einführung

                              WENN
                              TRESS KRANK MACHT

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“
Christian Morgenstern

Stress und die Reaktionen darauf sind etwas, das wir alle nicht haben
wollen, aber zum Überleben unbedingt benötigen. Eine Themeneinführung
der Psychologin, Autorin, Unternehmerin und Künstlerin Mag.a Irene Zahrl.

B
      iologisch gesehen ist Stress zu-   wie läuft die                            zellen die Fettvorräte mobilisiert.
      nächst positiv, weil er unseren    stressreaktion ab?                       Im selben Zug werden die Organe
      Körper in eine höhere Aktiviert-                                            abgeschaltet, die man im Kampf
heit bringt und wir dadurch schneller          Egal, ob wir körperlichen Stress   nicht brauchen kann, um Energie zu
und gezielter auf Anforderungen von      erleiden oder psychisch unter Druck      sparen.
außen reagieren können. Auch beim        stehen, die Abläufe im Körper sind
Lernen beispielsweise kann Stress        immer die gleichen. Jeder Stress         wofür das alles?
hilfreich sein, für die Verfestigung,    führt zur vermehrten Ausschüttung
die Verankerung im Langzeitge-           von Adrenalin. Adrenalin ist das Hor-          Um auf Bedrohungen pas-
dächtnis. Wissenschaftlich gesehen       mon, welches dafür sorgt, dass dem       send zu reagieren. Sei es durch sich
gibt es keine klare Grenze zwischen      Gehirn und den Muskeln ausreichend       Wehren, Angreifen oder Weglaufen.
normalen Belastungen und Stress.         Energie zur Verfügung steht. In der      Stress ist also überlebenswichtig! In
                                         langen Menschheitsgeschichte war         der Steinzeit waren diese Stresszu-
alarmbereitschaft                        Stress fast immer mit einer körper-      stände in der Regel kurz. Entweder
                                         lichen Antwort verbunden, wenn z.B.      man hat den Kampf gewonnen oder
       Alles was den Körper zu einer     ein Raubtier oder ein Feind unseren      verloren. In jedem Fall war nach etwa
Reaktion nötigt kann als Stress emp-     Vorfahren begegnete. Durch Stress        einer halben Stunde die Stressreakti-
funden werden. Jeder Mensch hat          ausgeschüttetes Adrenalin sorgt für      on nicht mehr notwendig. Welche
seine eigenen Erfahrungen und auch       eine verbesserte Energieversorgung.      Vorgänge geschehen je-
unterschiedliche     Veranlagungen       Es weitet die Atemwege, damit mehr       doch im Körper, wenn
und Resilienz, Widerstandsfähigkeit,
spielen dabei eine Rolle. Biologisch
                                         Sauerstoff aufgenommen werden
                                         kann, und beschleunigt die Atmung.
                                                                                  die Stresssituation per-
                                                                                  manent anhält? Wie                Die Zeit
gesehen ist Stress also etwas Posi-
tives. Der Mensch und auch das Tier
                                         Der Herzschlag wird schneller und
                                         der Blutdruck steigt, um mehr Blut
                                                                                  kommt der Körper aber
                                                                                  wieder von seiner Er-             rinnt mir
                                                                                                                    weg.
reagieren auf die Wahrnehmung            durch den Körper zu pumpen. Gleich-      regung herunter? Die
eines Außenreizes, meist eines be-       zeitig werden die Blutgefäße in den      Natur hat hierfür ein
drohlichen Außenreizes. Der Körper       Muskeln erweitert und Blutzucker         zweites Stresshormon,
wird in Alarmbereitschaft versetzt.      wird ausgeschüttet und in den Fett-      das Cortisol, entwickelt.
                                                                                                            ▲

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KEIN Stress mit - pro mente austria 1
Während       Adrenalin      nach kurzer Zeit vorbei ist, sondern    seit wann beschäftigen

                    ▲
                        im Vorrat gehalten           lange andauert. Auch darauf ist un-     wir uns mit stress?
 Ich brauche             wird und sofort aus-        ser Stresssystem nicht eingerich-
                          geschüttet werden          tet. Vor allem ungenügende oder               Die Geschichte der Stressfor-
 Hilfe!                   kann, wenn es be-          gestörte Erholungszeiten führen         schung beginnt eigentlich schon im
                        nötigt wird, wird Cor-       schließlich zur Erschöpfung der Ener-   19. Jahrhundert. Um 1870 stellt der
                    tisol von Fall zu Fall frisch    giereserven.                            New Yorker Nervenarzt Georg Miller
                produziert. Dieser Prozess be-                                               Bert bei seinen Patienten übermä-
            ginnt mit der Stressreaktion und                                                 ßige Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und
        baut sich langsam auf. Cortisol über-
                                                     adrenalinspeicher &                     die Unfähigkeit sich zu entspannen
        nimmt dann sozusagen die „Lösch-             cortisolproduktion                      fest. Er fasst alles unter dem Be-
        arbeiten“. Cortisol holt den Organis-                                                griff Neurasthenie zusammen. Den
        mus wieder herunter, baut wieder                   Durch die ständige Stresssitu-    Grund für die Phänomene sehen die
        die Blutzuckerreserven auf und beru-         ation entleeren sich allmählich die     Wissenschaftler in den rasanten Ver-
        higt das ganze durch Stress gestörte         Adrenalinspeicher und die Cortisol-     änderungen dieser Zeit. Doch sind
        System. Im Gegensatz zum Adrenalin           produktion ist über den ganzen Tag      nicht etwa die Arbeitsbedingungen
        dauert es einige Stunden bis wenige          zunächst erhöht, später erniedrigt,     der wachsenden Arbeiterschicht ge-
        Tage, bis das Cortisol die Stressfolgen      weil der Organismus nicht mehr in       meint, sondern die Lebensbedingun-
        wieder in Ordnung gebracht hat. Be-          der Lage ist, ausreichend Cortisol      gen des Bürgertums.
        reits jetzt kann man erkennen, dass          nachzubilden. Die Betroffenen füh-
        unser Millionen Jahre altes Stress-          len sich erschöpft und energielos,            1914 wendet der Biologe Wal-
        system nicht auf unseren modernen            stehen kurz vor dem totalen Zusam-      ter B. Cannon den Begriff Stress auf
        Stress ausgerichtet ist. Weglaufen           menbruch, weil sie jetzt auf körper-    Lebewesen an. Stress, das sind bei
        oder kämpfen ist für unsere Stress-          lichen Stress, und sei es nur ein Er-   Cannon Störfaktoren, die von außen
        zustände nicht die richtige Antwort.         kältungsvirus, nicht mehr reagieren     auf den Körper einwirken. Als Arzt
        Im Gegenteil, Ruhe bewahren ist die          können. Das Immunsystem bricht          im Ersten Weltkrieg sieht er viele als
        richtige Alternative. Mit der im Über-       zusammen und es kommt schließ-          die sogenannten Kriegszitterer. Die
        maß zur Verfügung stehenden Ener-            lich zur völligen Erschöpfungs-         Erlebnisse an den Fronten haben bei
        gie können wir nichts anfangen, oft          reaktion, dem Burnout. Weitere Fol-     ihnen Symptome ausgelöst, die auch
        verstärkt sie Unruhe und Nervosität.         geerkrankungen können sein: Schlaf-     nach der eigentlichen Bedrohung an-
        Der Mensch funktioniert auch heute           störungen, Diabetes, Bluthochdruck,     halten. Eine extreme Störung führt
        nach den eben erwähnten Mustern.             Verdauungsstörungen,       Magenge-     zu extremen Symptomen. Mitte der
        Er passt nicht zum modernen Stress,          schwüre, Schmerzen und Verspan-         20er-Jahre fallen dem jungen Me-
        denn ein weiteres Merkmal von mo-            nungen in Rücken und Nacken, Kopf-      dizinstudenten Hans Selye eher die
        dernem Stress ist, dass er eben nicht        schmerzen, Libidoverlust etc.           ganz normalen Krankheitssymp-
                                                                                             tome auf. Warum fragt er sich rea-
                                                                                             gieren die Patienten auf die unter-
                                                                                             schiedlichsten Krankheiten immer

Die Kinder                                          Das schaffe
sind zum                                            ich nicht
Abholen.                                            mehr.                                                Ich kann
                                                                                                         nicht mehr.
KEIN Stress mit - pro mente austria 1
gleich? Beispielsweise mit Schmer-         liert sich glücklicherweise bei
zen oder Gewichtsverlust? Nach             vielen Menschen wieder auf
seinem Studium erinnert sich Selye         einen Normalwert, aber bei Per-
an seine Beobachtungen. Er forscht         sonen, die eine posttraumatische
mit Ratten und entdeckt, dass deren        Belastungsstörung entwickeln, hält
Organe immer gleich reagieren. Egal        er dauerhaft an. Das heißt, die Person
ob er sie Gift, Kälte oder anderen         ist in ständiger Wachsamkeit, immer
Überforderungen aussetzt. Er nennt         in Alarmbereitschaft, in körperlicher
das eine unspezifische Reaktion des        Übererregung, erhöhter Schreckhaf-
Organismus auf jede Form von An-           tigkeit, weil der Körper denkt, die
forderung. Eine normale Körperre-          Bedrohung könnte jeden Moment
aktion, für die Hans Selye das Wort        wieder kommen. Das Ereignis, das in        sonnenpark
Stress verwendet. Später wird er be-       der traumatischen Situation erlebt
                                                                                      neusiedler see
haupten er habe allen Sprachen das         wurde, ist wie eingebrannt ins Ge-
Wort Stress geschenkt. Die Öffent-         dächtnis, das sozusagen immer und                 Medizinisch-psychiatrische Re-
lichkeit jedenfalls nimmt den Begriff      immer wieder wie aktuell erlebt wird       habilitation von Menschen mit psy-
gerne an. Hans Selye wird als Vater        – in Erinnerungen die im (Körper)-         chischen Erkrankungen ist aus der
der Stressforschung bezeichnet.            Gedächtnis gespeichert sind. Trau-         österreichischen        Gesundheitsver-
                                           matherapeutische Verfahren wie z.B.        sorgung nicht mehr wegzudenken.
      Das Wort Stress war somit weit-      PITT (Psychodynamisch Imaginative          Statistisch gesehen ist jede/r dritte
gehend negativ besetzt. In Österreich      Trauma Therapie) nach Dr. Luise Red-       ÖsterreicherIn einmal im Leben von
wird der Stressbegriff erst in den 70er-   demann; Somatic Experiencing nach          psychischer Erkrankung betroffen.
Jahren des 20. Jahrhunderts populär.       Peter Levine; EMDR etc., können We-        pro mente Reha blickt auf 12 Jahre
Der Konsens der Medien damals:             sentliches dazu beitragen Traumafol-       Erfahrung im Bereich der medizi-
Der Mensch fühlt sich durch Über-          gestörungen erfolgreich zu behan-          nisch-psychiatrischen Rehabilitation
bevölkerung, Leistungsdruck und            deln und deutlich zu reduzieren.           zurück. Das Ziel psychiatrischer Reha-
Lärm einer ständigen Bedrohung                                                        bilitation liegt in der (Re-) Integration
ausgesetzt, er hat Stress.                 welche alltagsmöglich-                     in das berufliche und soziale Umfeld
                                                                                      der PatientInnen. Die Wirksamkeit in
traumatischer stress                       keiten habe ich, um stress
                                                                                      Bezug auf Verbesserung der Lebens-
                                           zu reduzieren?                             qualität, Verringerung von Kran-
      führt zu einer Reihe von kör-
                                           ● gewinnen Sie die Kontrolle 		            kenstandstagen und längerer Ver-
perlichen und seelischen Verän-
                                             zurück.                                  bleib im Erwerbsleben konnte mit-
derungen. Auslöser dafür kann ein
                                           ● erweitern Sie nach und nach 		           tels mehrerer Studien nachgewiesen
schweres Trauma sein, das bedeu-
                                             Ihren Handlungsspielraum.                werden (z.B.: MESTA Studie 2005,
tet ein extremes Erlebnis, das Kör-
                                           ● machen Sie Pläne.                        PROGNOS Studie 2009).
per und Psyche massiv bedroht (wie
Naturkatastrophen, Krieg, Kampf-           ● setzen Sie in Beruf und Alltag
einsatz, Folter, Vertreibung, terroris-      Prioritäten.                             rehabilitations-
tischer Anschlag, Vergewaltigung,          ● achten Sie auf Ihr Sexualleben.          möglichkeiten
Unfall mit drohenden ernsthaften           ● machen Sie Pausen.
Verletzungen, Traumata durch me-           ● Achtsamkeit im Hier und Jetzt.                 Aufgrund der deutlichen Zu-
dizinische Eingriffe, sexueller Angriff    ● machen Sie Bewegung.                     nahme an psychiatrischen Diagno-
oder sexualisierte Gewalt, Beobach-        ● treten Sie leiser – 80 Prozent 		        sen und folglich auch der Zunahme
tung des gewaltsamen Todes ande-             sind genug                               an Krankenständen und Frühpensi-
rer, Tod der Eltern in der Kindheit,       ● holen Sie sich Unterstützung.            onierungen, wurde der Ausbau stati-
Verlust der geliebten Person und/                                                     onärer Rehabilitationsmöglichkeiten
                                                 Wenn dies nicht mehr aus-
oder der eigenen Kinder, lebensbe-                                                    in den letzten Jahren dementspre-
                                           reicht um Gesundheitsschäden vor-
drohliche Krankheiten in der Kind-                                                    chend forciert. Derzeit gibt es, auf-
                                           zubeugen gibt es vielfältige professi-
heit, ausgeprägte emotionale oder                                                     geteilt auf die Bundesländer Tirol,
                                           onelle Hilfe. Erste Anlaufstelle ist der
körperliche Vernachlässigung in der                                                   Salzburg, Oberösterreich, Niederö-
                                           „Hausarzt“ – der Arzt für Allgemein-
Kindheit,…). In diesen Situationen                                                    sterreich, Kärnten, Wien und
                                           medizin, der gegebenenfalls einen
sollte unser Stresssystem uns be-                                                     Burgenland etwa 1100 Bet-
                                           Facharzt für Psychiatrie oder eine
fähigen unmittelbar unter Aufbie-                                                     ten, davon 350 betrieben
                                           Psychotherapie empfehlen wird. Bei
tung aller Kräfte der bedrohlichen
Situation zu entkommen. Doch in
                                           lang andauernden Erschöpfungszu-
                                                                                      durch die gemeinnützige
                                                                                      pro mente Reha GmbH an
                                                                                                                                  Hätte ich
                                                                                                                                  nur Zeit.
                                           ständen, einem B urnout, kann eine
bestimmten Situationen ist weder                                                      den Standorten Bad Hall/
                                           ambulante oder stationäre Rehabili-
Flucht noch Kämpfen möglich. Auch                                                     OÖ, Lans/Tirol, Rust/Bgld.
                                           tation indiziert sein.
der Totstellreflex und die damit ver-                                                 und St. Veit/Salzburg. Ein
bundene Starre reicht nicht aus, die                                                  weiterer Ausbau ambulanter
                                           psychiatrische                             Einrichtungen in Ballungszen-
Situation zu lösen. Wir sind in der
traumatischen Situation in einem ex-       rehabilitation am beispiel                 tren und der stationären psychiat-
tremen Stresszustand. Dieser regu-         des pro mente reha                         rischen REHA ist in Planung.
                                                                                                                            ▲

                                                                                                                                              5
KEIN Stress mit - pro mente austria 1
Schon
      wieder                                                                           Wenn sie nur
    Überstunden.                                                                       netter wäre.

             sonnenpark                                Was können wir leisten?                  meist die Seele. Sich entspannen zu
         ▲

             neusiedlersee                             Nach eingehender klinischer und ge-      können ist eine wichtige Grundlage
                                                       gebenenfalls testpsychologischer Di-     um klar denken, fühlen und ent-
                   Wir behandeln pro Jahr etwa         agnostik werden individuelle Reha–       scheiden zu können. Auch dient die-
             900 Menschen aus allen Bundeslän-         Ziele definiert und ein individueller    se Fähigkeit dazu Überlastungen zu
             dern mit sämtlichen psychiatrischen       Reha-Plan erstellt. Die Therapie fin-    vermeiden und Stresserkrankungen
             Erkrankungen; vor allem Patienten         det in 22,5 Therapiestunden pro Wo-      präventiv zu reduzieren. Es kommen
             mit depressiven Störungen, Burnout-       che durch ein multiprofessionelles       diverse Entspannungsmethoden wie
             Symptomatik, Angsterkrankungen,           Team unter fachärztlicher Leitung        progressive Muskelrelaxation nach
             akuten Belastungsreaktionen, so-          statt, um die PatientInnen möglichst     Jacobson, autogenes Training und
             matoformen Störungen sowie Pati-          ganzheitlich erfassen und behandeln      spezifische Methoden wie Biofeed-
             entInnen mit Erkrankungen aus dem         zu können. Die meisten rehabilita-       back zur Anwendung. In vielen Fällen
             schizophrenen Formenkreis.                tiven Therapieangebote sind Grup-        werden Psychopharmaka eingesetzt
                                                       penangebote.                             um vor allem depressive Symptome,
                   Das Durchschnittsalter unse-                                                 Angstsymptome oder Schlafstörun-
             rer PatientInnen ist 47 Jahre, zwei             Das Basis-Angebot umfasst          gen zu reduzieren.
             Drittel sind weiblich. Ausschlusskrite-   psychotherapeutische Maßnahmen
             rien für eine Aufnahme sind: – nicht      um das eigene Verhalten und Erle-        Was sind die Reha-Ziele?
             ausreichende Stabilität, – nicht oder     ben mit therapeutischer Begleitung       Die Ziele der PatientInnen sind hoch-
             nicht ausreichend vorbehandelte           zu reflektieren, zu verstehen und        individuell. Allgemein geht es um
             Suchterkrankung, – akute oder de-         entsprechend zu verändern. Ergo-         Stabilisierung emotionaler Schwan-
             kompensierte körperliche Erkran-          therapeutische Methoden bieten die       kungen, Förderung der Eigenverant-
             kungen, – Pflegebedürftigkeit.            Möglichkeit sich in Tätigkeit zu erle-   wortung und Selbstständigkeit, Ent-
                                                       ben, planvoll zu handeln und zu ge-      wicklung von Lebensperspektiven,
             Wie kommt man zu uns?                     stalten und berufsnahe zu trainieren.    Förderung des Selbstwertgefühls
             Über Zuweisung durch Fachärzte            Kreativtherapien wie Musiktherapie       und der sozialen Kompetenz, För-
             für Psychiatrie, Krankenhausabtei-        bieten nonverbale Möglichkeiten des      derung von Kommunikation, Ver-
             lungen, Allgemeinmediziner, Psycho-       Ausdrucks und im weiteren Sinne          besserung und Klärung von Bezie-
             therapeuten, als Rehabilitation vor       der Erweiterung des Handlungsspiel-      hungen, Symptomreduktion, Ent-
             Pension, Früherfassungsfälle (bei         raums. Physiotherapeutische und          wicklung von Copingstrategien, all-
             Mehrfach- oder Langzeitkranken-           sportwissenschaftliche Methoden          gemeine Gesundheitsförderung, Re-
             ständen), als Anschlussheilverfahren      dienen der Kräftigung, der (Wieder-)     duzieren von Krankenständen, Ver-
             (nach stationärem Aufenthalt), oder       Erlangung von Beweglichkeit, Spaß,       hinderung von Frühpensionierun-
             durch den Patienten selbst, nach ent-     Kondition, Fitness, letztlich der Prä-   gen, Verbesserung des Wissens über
             sprechender Begutachtung durch die        vention. Überdies hinaus besteht         die entsprechenden Erkrankungen.
             PVA (ein Reha-Antrag der PVA kann         zwischen seelischem und körper-          Vieles, was die PatientInnen hier er-
             über die Homepage der Pensionsver-        lichem Erleben eine enge Wechsel-        fahren und erlernen fällt schwer im
             sicherungsanstalt heruntergeladen         wirkung – das heißt, kommen wir          Alltag umgesetzt zu werden. Dem-
             werden).                                  körperlich in Bewegung, folgt aller-     entsprechend stellt diese Vorberei-
6
KEIN Stress mit - pro mente austria 1
der leitartikel
                                                                               von w. hr. univ.-prof. dr. werner schöny,
                                                                               präsident von pro mente austria

                                                                               wenn stress
                                                                               krank macht
                                              Ich werde
                                              mich
                                                                               I
                                                                                 mmer mehr Menschen leiden unter Stresssym-
                                              ändern.                            ptomen. Egal ob privat oder in der Arbeit – Stress
                                                                                 ist unser alltäglicher Begleiter. Zwar ist eine Porti-
                                                                               on „gesunder Stress“ wichtig und verbessert unse-
                                                                               re Motivation und Leistung, Dauerstress kann aber
tung für den häuslichen und beruf-      betrachten und ihn als solchen zu      genau zum Gegenteil führen – zu einer psychischen
lichen Alltag einen Schwerpunkt         erkennen, manche Fertigkeiten zu       Erkrankung.
unserer Arbeit dar. Die Anbahnung       erlangen oder in sich zu entdecken.
ambulanter Psychotherapie, psy-         Durch vielfältiges Angebot und ge-           Burnout, Angstzustände, Panikattacken und
chiatrisch fachärztlicher Betreuung     zielte Motivation wieder zu eigenem    Depression sind nur einige Folgen die Stress verur-
und entsprechender arbeitsplatzer-      Antrieb zu finden. Ausreichend Zeit,   sachen kann. Aber auch körperliche und psychoso-
haltender Maßnahmen wie die Un-         um gut über die entsprechende Me-      matische Erkrankungen kann Dauerstress hervorru-
terstützung durch Arbeitsassistenz      dikation informiert zu werden und      fen. In einer Zeit, in der schnellere Leistungen und
wird unsererseits durch Sozialarbei-    einen rationale(re)n Umgang damit      effizienteres Arbeiten das Wichtigste geworden ist,
terInnen unterstützt und gefördert.     zu erlangen. Ideen, Perspektiven und   dabei der Mensch selbst in den Hintergrund gerückt
Die Unterbringung unserer Patien-       deren Umsetzungsschritte können        wird, ist es nicht weiter verwunderlich, dass die An-
tInnen erfolgt in Einzelzimmern         entwickelt werden. In der REHA ha-     zahl der Krankenstandstage und vor allem die der
(mit der Möglichkeit von 5 Doppel-      ben die PatientInnen die Möglichkeit   Langzeitkrankenstände rasant in die Höhe steigt.
zimmern) mit Hotelkomfort wie z.B.      ihre psychiatrische Grunderkrankung    Psychische Probleme verursachen die meisten Kran-
Sauna, Fitnessraum, Kaffeehaus etc..    zu behandeln, ihre Grenzen kennen-     kenstände und sind auch die Hauptursache für Früh-
Die Lage des Hauses bietet direkten     zulernen und zu respektieren, ihre     pensionierungen. Nicht nur die Betroffenen leiden
Ausblick auf den weitläufigen Neu-      Belastbarkeit zu erhöhen, ihre Be-     unter diesen Umständen, auch die Wirtschaft hat
siedler See. Dieser unmittelbare Na-    ziehungs- und Konfliktfähigkeit zu     mit den Folgen zu kämpfen. Diese hat aber bereits
turbezug trägt wohl einen nicht zu      verbessern und vieles mehr. Was wir    die bedrohlichen Anzeichen erkannt und setzt die
unterschätzenden Beitrag zur Erho-      nicht beeinflussen können sind die     ersten Maßnahmen.
lung und Genesung bei.                  Bedingungen am Arbeitsmarkt. Ein
                                        Arbeitsmarkt der immer flexiblere,
Wie wirkt die Reha?                     schnellere und belastbarere Mitar-     prävention rechnet sich
Neben dem individualisierten Thera-     beiter benötigt, ein Arbeitsmarkt
pieangebot, der vielfältigen Möglich-   der aber offensichtlich immer mehr           Präventionsmaßnahmen gegen Stress am Ar-
keit sich in Beziehungen zu erleben,    überforderte, überlastete und frus-    beitsplatz sind also das Um und Auf, um der Wirt-
ist wohl der bedeutsamste Wirkfak-      trierte Mitarbeiter produziert. Auch   schaft erfolgreich unter die Arme greifen zu können,
tor der Faktor Zeit. Sechs Wochen       können wir nicht den langsamen         aber vor allem auch vielen Menschen unnötiges Leid
sind die PatientInnen bei uns. Wenn     Wiedereintritt in den Beruf ermög-     zu ersparen bzw. dieses zumindest zu verringern.
wir dies im Zusammenhang mit un-        lichen, in einem System, das nur       Studien haben ergeben, dass ein Euro, der in Prä-
seren Alltagserfahrungen betrach-       Arbeitsfähigkeit oder Nicht-Arbeits-   vention investiert wird, sechs Euro in der Nachsorge
ten – eine ungewöhnlich lange Zeit.     fähigkeit kennt und nicht die Mög-     erspart. Aus diesem Grund freut es uns besonders,
Aus der Sicht oft über mehrere Jahre    lichkeit von Teil-Krankenständen       dass das IWS (Institut Wirtschaftsstandort OÖ) und
andauernder psychotherapeutischer       kennt oder nutzt. Auch krankma-        pro mente OÖ gemeinsam das Stressmanagement-
Behandlungen und Beziehungen wie-       chende Phänomene wie die Verein-       Projekt „Stressfrei!“ ins Leben gerufen haben (mehr
derum eine sehr kurz erscheinende       zelung oder das „nicht mehr nützlich   Infos dazu befinden sich in den nächsten Artikeln).
Zeitstrecke. Aber dennoch, eine Zeit    sein“ können wir nur beobachten        Dies ist ein österreichweites Pilotprojekt, dem hof-
um Weichenstellungen vorzuneh-          und kommentieren aber kaum be-         fentlich noch viele folgen. Denn: Stressbekämpfung
men, manchen Ballast zumindest zu       einflussen.                            zahlt sich aus.
                                                                                                                                          7
KEIN Stress mit - pro mente austria 1
interview I

    STRESS IM ZEICHEN
    DER BESCHLEUNIGUNG

         Dehnung, Beanspruchung, Anspannung – in der Physik wird die Elastizität von festen
         Körpern damit beschrieben: Stress. Der Begriff wurde von einer Jury zu einem der
         100 Wörter des 20. Jahrhunderts gewählt. Umgangssprachlich ist Stress bereits zum
         Modewort verkommen. Fakt ist, dass Stress zu den wichtigsten gesundheitlichen Risi-
         kofaktoren für Menschen der modernen westlichen Gesellschaft zählt. Silvia Ballauf,
         Leiterin des Bereichs Selbsthilfe von pro mente Wien, im Interview mit Elisabeth Rapp
         von pro mente Wien.

         Z
               um Begriff Stress finden sich       chische Erkrankung wird die eigene       bestimmte Situationen in anderer
               zahlreiche Erklärungen und          Handlungsunfähigkeit wahrgenom-          Weise heranzugehen. Dadurch, dass
               Auslegungen – es gibt sogar         men, Überforderung tritt zutage          Betroffene aber aus dem Kreis aus-
         eine     Definition   verschiedener       und die Angst führt zu Lähmung und       brechen wollen, dies vielfach nicht
         Stresstypen. Als Leiterin des Be-         blockiert den Menschen. Die inne-        gelingt, wird wiederrum erheblich
         reichs Selbsthilfe der pro mente          ren Gefühle erzeugen massiv Druck        Stress ausgelöst. Das Leben birgt
         Wien arbeiten Sie direkt mit Spe-         der als so überwältigend erlebt wird,    jedoch immer unbekannte Situati-
         zialistInnen, mit den Betroffenen         und dieser erzeugt wiederum Stress.      onen, Situationen, denen man sich
         selbst. Wie beschreiben Sie das           Anhand der Problematik mit Alkohol       nicht gewachsen fühlt. In der Selbst-
         Wort Stress, in Anlehnung an Ihre         kann dies gut verdeutlicht werden.       hilfe versuchen wir Betroffenen al-
         Erfahrungen mit Menschen, die             Auf einen Menschen mit Alkohol-          ternative Handlungsmöglichkeiten
         unmittelbar von einer psychischen         problemen kommt eine Situation           aufzuzeigen, wie auf Situationen
         Erkrankung betroffen sind? Was ist        zu, welche nicht gemeistert werden       anders reagiert werden kann. Viel-
         Stress aus der Betroffenensicht?          kann. Der innere Druck wird derma-       fach passiert dies im Rückblick auf
                                                   ßen stark und um diesen Druck abzu-      vergangene Situationen, was hätte
               Stress kann sowohl positiv          bauen, wird zu einer Lösung gegrif-      besser oder anders gemacht werden
         als auch negativ gesehen werden.          fen, in diesem Fall der Alkohol. Damit   können. Menschen mit psychischen
         Für gesunde Menschen kann Stress          befindet sich der Mensch wiederum        Erkrankungen sehen Stress anders
         durchaus mit Herausforderungen            in einem psychischen Tief, weil das      als andere, „gesunde“ Menschen. Das
         verbunden sein und lässt auch eine        Versagen wieder deutlich wird. Nicht     Stresserleben stellt sich weit früher
         Erweiterung ihrer Handlungsmög-           anders geht es Menschen mit psychi-      ein, in Situationen, welche für viele
         lichkeiten zu. Bereits hier muss ge-      schen Erkrankungen. Die Handlungs-       Menschen Routine sind und als un-
         sagt werden, dass Menschen mit            möglichkeiten werden eingeschränkt       problematisch gesehen werden. Die
         psychischen Erkrankungen Stress           und dadurch verfallen Erkrankte im-      Selbstzweifel führen in eine Blocka-
         negativ wahrnehmen und es vor             mer wieder denselben Mustern und         de, das erzeugt wieder Stress.
         allem um die innere Situation geht,       Handlungssträngen. Es werden keine
         die Stress auslöst. Stress wird gleich-   Alternativen gesehen und somit be-       Der Begriff dringt über Politik und
         gesetzt mit Angst. Durch eine psy-        steht auch nicht die Möglichkeit, an     Gesellschaft in den Arbeitskontext
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KEIN Stress mit - pro mente austria 1
Mag. a Silvia                           Elisabeth Rapp,
 Ballauf, Leiterin                                    Bakk.
     des Bereichs                          ist Mitarbeiterin
  Selbsthilfe von                            von pro mente
 pro mente Wien                                       Wien

und auch in den Alltag von Men-           sellschaft gesehen werden, jene die
schen ein. Stress macht krank – wie       etwas geleistet haben und dadurch
kann man sich das vorstellen? Was         „ausgebrannt“ sind, ist die Angst vor
wird als der Auslöser von Stress aus      anderen Erkrankungen oft enorm.
der Betroffenensicht gesehen?             Es wird nicht darüber geredet. Die
                                          Betroffenen müssen sich verstecken
      Wenn das Stresserleben kei-         und verleugnen, wer oder was sie
nen Punkt hat, an dem es aufhört,         sind. Freies Sprechen ohne Angst
kann es nicht nur psychisch sondern       wird ihnen dadurch nicht möglich
auch physisch krank machen. Durch         gemacht.
die permanente Anspannung, die
u.a. daraus resultiert, dass allein das   Hat Stress in den letzten Jahren zu-
Vorhandensein einer psychischen           genommen oder ist er nur verstärkt
Erkrankung Stress erzeugt, können         ins Bewusstsein gerückt?
neben Verspannungen auch schwer-
wiegendere      Muskelerkrankungen              Ja. Die Zunahme von Stress ist
mögliche Folgen sein. Ängste sind         deutlich. Nicht nur Betroffene kom-
diffus und immer vorhanden. Betrof-       men mit der Schnelligkeit unserer
fene sehen sich ständig mit Zweifeln,     Gesellschaft nicht oder schwer zu-
Ängsten und Druck konfrontiert. Al-       recht. Permanent werden wir mit
lein die Angst, nach einer Phase des      Information überflutet und dies mit
Wohlbefindens wieder in ein Loch zu       enormer Geschwindigkeit. Gerade
fallen, erzeugt eine dauernde Stres-      Menschen mit psychischen Erkran-
ssituation. Ständig werden die Men-       kungen ist eine langsame Herange-
schen von einem „nie aufhörenden“         hensweise wichtig und notwendig.
begleitet. Genau hier liegt der Unter-
schied zu anderen, die klare Grenzen      Sind stressbedingte Krankheiten
ziehen können und sich dessen be-         aus Ihrer Sicht im Steigen begriffen?
wusst sind, eine Pause einzulegen.
                                                Unser Selbsthilfeprojekt be-
Schmerz wird als Stress empfunden         steht seit 2007, seitdem verzeich-
und löst dementsprechende Reakti-         nen wir einen Zuwachs von nahezu
onen aus. Gibt es bestimmte Krank-        50 Prozent. Veränderung wird auch
heiten, die besonders durch Stress        in geschlechtsspezifischer Hinsicht
verursacht werden?                        sichtbar, der Anteil von Männern in
                                          Selbsthilfegruppen ist im Vergleich
      Es kommt immer auf das innere       zu 2007 um mehr als 50 Prozent ge-
Erleben der Einzelnen an. Aus meiner      stiegen. Die Psychohygiene und vor
Sicht wird abseits von Diagnose und       allem das Zugehörigkeitsgefühl und
Erkrankung der Grundstress generell       das Wissen, mit einem Problem nicht
von außen verstärkt. Betroffene sind      allein zu sein, können den Stress
nach wie vor von Stigmatisierung          enorm verringern. Zum Teil neh-
betroffen, das Bild der Gesellschaft      men Menschen unser Angebot auch

                                                                                   0
auf unterschiedliche Erkrankungen         präventiv in Anspruch und können
erzeugt auch Stress. Psychische Er-       psychischen Erkrankungen damit
krankungen werden zudem differen-         vorbeugen. Grundsätzlich führt der
ziert wahrgenommen. So sind vor           Wegfall von Halt gebenden Gesell-
allem Menschen mit Erkrankungen           schaftsstrukturen und eine zuneh-
des schizophrenen Formenkreises           mende Individualisierung zu Orien-
weit mehr von Stigmatisierung be-         tierungsverlust. Es ist nur eine Frage
troffen als beispielsweise Burnout-       der Zeit, wann auch gesunden Men-
Betroffene. Während Menschen mit          schen alles zu viel wird. Stress macht
Burnout als die Fleißigen einer Ge-       auf Dauer alle Menschen krank.
                                                                                       9
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     STRE   UR
          &   LA
                U                                                               B
     Es soll die schönste Zeit im Jahr werden: der lang ersehnte Sommerur-
     laub. Alles, was vorher zu kurz gekommen ist, muss hier Platz finden.
     „Kann nicht gut gehen“, sagt der Grazer Psychologe und Leiter des Insti-
     tutes für Human Ressources, FH Campuso2, Enrique Grabl im Interview
     mit Mag.a Cornelia Stamberger, Mitarbeiterin von pro mente Steiermark.

                   Schnell noch 25 E-Mails beantwor-          hält die Erholung nicht lange an.        meine Eltern mit mir Strandurlaube
                   ten und dann volé ab in den Süden.         Deshalb müssen wir auch während          gemacht haben, dann pflanzt sich
                   Kann ein Urlaub so beginnen?               des Arbeitsjahres bewusst Entspan-       das in mir fort.
                                                              nungsphasen einbauen. Das kann ein
                   Enrique Grabl: So schnell können wir       Spaziergang im Park sein, sportliche     Urlaub mit dem Partner: Er will am
                   den Schalter von Stress auf Ruhemo-        Betätigung oder einfach ein Sonn-        Strand liegen, sie Museen besichti-
                   dus nicht umlegen. Körper und See-         tagnachmittag zuhause auf der            gen – ist Streit da vorprogrammiert?
                   le brauchen mindestens sieben bis          Couch. Nicht zu vergessen ist er-
                   zehn Tage, um abzuschalten, um             holsamer Schlaf. Druck und Stress        Grabl: Nicht umsonst ist die Tren-
                   überhaupt einmal bereit für Erho-          wirken sich auf die Qualität unseres     nungsrate bei Paaren nach dem
                   lung zu sein. Es ist eine Illusion, zwei   Schlafs aus. Wir gehen zu spät ins       Sommerurlaub am höchsten. Wenn
                   Wochen im Sommer am Strand zu              Bett, können vor lauter Grübeln nicht    aber beide Partner bereit sind, aufei-
                   liegen und dann wieder genug Kraft         einschlafen oder wachen mitten in        nander einzugehen, können sie das
                   fürs ganze Arbeitsjahr zu haben.           der Nacht auf.                           Konfliktpotenzial gleich im Vorfeld
                                                                                                       minimieren. Dann sollen sie eben
                   Kurzurlaube sind also ungeeignet?          Was soll im Urlaub Platz finden?         eine Woche Strandurlaub und eine
                                                                                                       Woche Sightseeing machen. Leider
                   Grabl: Für sich allein schon. Wenn         Grabl: Das ist ja gerade das Problem.    wird dieser pragmatische Ansatz viel
                   man aber zusätzlich ein bis zwei           Wir erwarten uns viel zu viel vom Ur-    zu wenig eingehalten. Meist setzt
                   längere Auszeiten nimmt, also Som-         laub und packen in diese kurze Zeit      sich einer bezüglich Urlaubsort und
                   mer- und Winterurlaub, dann sind           all das hinein, was während des Jah-     Urlaubsart durch und der andere hat
                   sie durchaus sinnvoll. Weil ich dann       res zu kurz kommt: Sport, Kultur, Sex,   Frust.
                   mehrere Regenerationsphasen habe           gute Gespräche, Enstpannung ... Alle
                   und die Zeit zwischen den einzelnen        Bedürfnisse da reinzustopfen kann        Die Gewerkschaften fordern eine
                   Phasen nicht so lang ist.                  nicht gut gehen, das ist unmöglich       sechste Urlaubswoche. Brauchen
                                                              zu bewältigen.                           wir die?
                   Reicht das dann aus, um überlei-
                   stungsfähig und fit zu sein?               Gibt es eine Anleitung für den rich-     Grabl: Wenn wir das ganze Jahr über
                                                              tigen Urlaub?                            50, 60 Wochenstunden arbeiten und
                   Grabl: Ein Urlaub ist vorüberge-                                                    unsere fünf freien Wochen nicht sinn-
                   hende Erholung. Wer nach seiner            Grabl: Menschen haben einen indi-        voll in uns investieren, bringt die sechs-
                   Rückkehr sofort wieder in seinem           viduellen Zugang zu Erholung. Das        te Urlaubswoche gar nichts. Ich sehe
                   Hamsterradl drin ist und 60 Stun-          hat viel mit der Vorbildwirkung ihrer    weder einen individuellen noch ei-
                   den pro Woche arbeitet, bei dem            relevanten Umwelt zu tun. Wenn           nen volkswirtschaftlichen Nutzen.
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pro mente austria
                  fragebogen

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fragebogen

     1. wie oft lesen sie die zeitung im jahr?                                                                                               7. wie würden sie die zeitung hinsichtlich
                                                                                                                                                folgender punkte beurteilen?
        4 Ausgaben (alle)                                   3 Ausgaben                                    2 Ausgaben                         (1 = sehr zutreffend, 5 = nicht zutreffend)

        1 Ausgabe                                           gar nicht                                                                                                           1   2      3   4   5 keine Ahnung
                                                                                                                                                thematisch informativ                                 
     2. wie intensiv lesen sie die zeitung?
                                                                                                                                                thematisch aktuell                                    
                                                                                                                                                                                     
        Ich lese Artikel, die mich interessieren
                                                                                                                                                interessante Artikel                                  
        Ich überfliege die Zeitung
                                                                                                                                               übersichtlich gestaltet                                
                                                                                                                                              
        Ich lese keinen Artikel der Zeitung
                                                                                                                                               optisch ansprechend                                    
                                                                                                                                              
                                                                                                                                               informiert gut über die
     3. wie wird ihnen die zeitung zugestellt?                                                                                                 pro mente Austria-Aktivitäten                          
                                                                                                                                                                                        
        in die Arbeit

        privat
                                                                                                                                             8. wie beurteilen sie die einzelnen
                                                                                                                                                zeitungsartikel?
        Sonstiges:                                                                                                                             (1 = sehr interessant, 5 = uninteressant)?

       ...................................................................................................................................                                        1   2      3   4   5 keine Ahnung
                                                                                                                                               ExpertInnenberichte                                    
                                                                                                                                                                  
     4. wie zufrieden sind sie mit der zeitung?                                                                                                ExpertInneninterviews                                  
       (1 = sehr zufrieden, 5 = unzufrieden)                                                                                                                       
                                                                                                                                               Betroffenenberichte                                    
       1                      2                       3                       4                     5         keine Ahnung                    		                                    
                                                                                                                                         Buchtipps                                              
                                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                               Veranstaltungstipps                                    
     5. wie sehr profitieren sie beruflich                                                                                                                                           
        von der zeitung?
       (1 = sehr, 5 = gar nicht)                                                                                                             9. welche zeitungsartikel lesen sie zuerst?
                                                                                                                                                (fügen Sie 1 für den Artikel ein, den Sie zuerst lesen,
       1                      2                       3                       4                     5         keine Ahnung                      2 für den Artikel danach usw.)
                                                                                                               
                                                                                                                                               ......... ExpertInnenberichte

                                                                                                                                                ......... ExpertInneninterviews
     6. wie sehr profitieren sie privat
        von der zeitung?                                                                                                                        ......... Betroffenenberichte
       (1 = sehr, 5 = gar nicht)
                                                                                                                                                ......... Buchtipps
       1                      2                       3                       4                     5         keine Ahnung
                                                                                                                                          ......... Veranstaltungstipps
12
ii
Sehr geehrte Damen und Herren! Das Redaktionsteam der pro mente Austria Zeitung ist stets be-
müht Ihnen ein attraktives Produkt zu bieten. Ihre Meinung ist uns wichtig! Bitte nehmen Sie sich fünf
Minuten Zeit, um diesen Fragebogen auszufüllen. Bitte kreuzen Sie bei den Fragen jeweils nur eine
Antwort an. Ihre Angaben bleiben völlig anonym. Sie können den Fragebogen auch im Internet un-
ter folgendem Link ausfüllen: https://de.surveymonkey.com/s/pmazeitung. Bitte trennen Sie den
Fragebogen von der Zeitung und senden Sie ihn bis spätestens 31. Juli an die auf Seite 2 stehende
Adresse zurück.                                                         Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

10. welche themen interessieren sie                                                                                                     Höchst abgeschlossene Ausbildung:
    in der zeitung besonders?
                                                                                                                                            Pflichtschule
  (bitte schreiben Sie Ihre Meinung)
                                                                                                                                            abgeschlossene Lehre
  ...................................................................................................................................
                                                                                                                                            Lehre mit Meisterprüfung
  ...................................................................................................................................
                                                                                                                                            Fachschule ohne Matura

11. welche themen würden sie in zukunft                                                                                                     Fachschule mit Matura
    besonders interessieren?
  (bitte schreiben Sie Ihre Meinung)                                                                                                        Matura

  ...................................................................................................................................       Universität / Fachhochschule

  ...................................................................................................................................
                                                                                                                                        Beruf:

angaben zu ihrer person                                                                                                                 Wo arbeiten Sie?

  Geschlecht:                                                                                                                               bei einer Mitgliedorganisation von pro mente Austria

   männlich                                         weiblich                                                                              bei einer anderen Sozialorganisation

                                                                                                                                            im Gesundheitsbereich (zB.: Krankenhaus etc.)
  Alter:
                                                                                                                                            in der Politik
  bis 20  21-30  31-40  41-50  51-60  über 60
                                                                                                                                            Sonstiges:

  Wohnort:                                                                                                                                 ...................................................................................................................................

    Land:
  Österreich
		 Bundesland:
		                                                                                                                                         bitte senden sie den fragebogen an folgende
           Burgenland                                                                   Kärnten
 		                                                                                                                                       Post-Adresse:
 		        Niederösterreich                                                             Oberösterreich                                  pro mente OÖ, z.H.: Mag. Philipp Jachs, Lonstorferplatz 1
 		                                                                                                                                       4020 Linz
 		        Salzburg                                                                     Steiermark                                      oder Fax-Nummer: 0043 732 6996 83
 		                                                                                                                                       oder E-Mail-Adresse: jachsp@promenteooe.at
 		        Tirol                                                                        Vorarlberg                                      oder füllen Sie den Fragebogen im Internet unter folgendem
 		                                                                                                                                       Link aus: https://de.surveymonkey.com/s/pmaZeitung
 		        Wien
                                                                                                                                           Vielen Dank, dass Sie sich für den Fragebogen Zeit
  Sonstiges:                                                                                                                               genommen haben!

  ...................................................................................................................................
                                                                                                                                                                                                                                                                                 13
                                                                                                                                                                                                                                                                                 iii
kampagne

                                                                                                                   ö st e r r eich
                                            n a g  em                                                       ent in               hn
                                 t r es sma                           : E in er von ze
                    sfr e i ! – s                       Ergebnisse auf
                                                                              isch krank.
stres
                                                  liche               p sy ch
                                            hr ähn
                                                 se            inmal   te                        em
                             S tu  die n weisen lebens zumindes             G e sp r ä ch mit ein
                          le
                rnationa                   es Berufs             chen das ndheit, sowie die
Viele inte den ist im Laufe d ehandeln oder su                        die Gesu                    of-
Mita    r be it en
                             ic h  je do ch  b
                                                      r ess belas ten
                                                                               h  is t d avon betr
                         n  s                     l St                    rreic                  nd-
               ige lasse                von zu vie weit – auch Öste t Wir tschaf tssta
Nur wen                   n  Fo  lg en             elt                    itu                      i! “
                negative                 ehmen w OÖ und das Inst ickelt: „Stress fre
Arzt. Die                nd   U   nt ern
                                                     te
    lk  sw  ir tschaf t u          ha b en  pro men t-Programm entw
V o                       run  d                   men
 e n  . A u s diesem G in Stressmanage
f                        he
  r t   O b er österreic
o                                                                                                etc.) ,                                                   seite
                                                                                                                                 In fo s    auf Web ngskräf-
                                                                                                                     lakate   ,                           hru
                                                                                                        older, P                             und Fü                       n-
                                                                                           kräf te (F              r   A n g estellte             h il fr e ichen U
                                                                                                               fü                             it
                                                                      sterreich
                                                                                       -
                                                                                           Schulun
                                                                                                      g e n                     f fer“     m                    se-T ls,
                                                                                                                                                                      o o
                                             U n  te rn   ehmen ö              n n e  n               n    „W   e rkzeugko            er,  S elb stdiagno                der
                                    allen
                      ei! “ steht it lernen Mitarb
                                                                    eiterI
                                                                                      s    te, eine ecklisten, Ratgeb ungen etc. 95 % n
       „Stressfr               .  D a m                           u n d darau              terlage  n , C h                         nz e it
                                                                                                                      eiterInne m Arbeitsplatz
                                                                                                                                                                   k o s te
          r   V e r fü gung                   m   it   S tress                 m  z u  -                r Mitarb                      a                             ntste-
weit z  u
                   e
                                    esse  r
                     hmen, b hen Belastung en von
                                                                   en      u               Ar tikel fü n gegen Stress                       z u den     s on  s t e
               rn                                                                                         e                           a t z                               en
und U    n te
                             sychisc                          en Folg                      Maßn    ah m                     ege   n s                       aßn hma
              n d en p                        chädlich                          dem                   e ld , ganz im G großer Teil der M ng eine
resultiere die teilweise s rogramm nach                                                    wenig    G
                                                                                                                      den. Ein                      msetzu
             n  d                             s  P                               wir-                   rankstän                      r nach U                       tigen
geh  e n  u
                        e iden. D     a  d  a
                                                       u  fg  ebaut     is t ,             henden K its im ersten Jah ßnahmen benö
               v e rm
Stress zu fe zur Selbsthil Betrieb nachha n
                                             fe  “   a                          ltig.
                                                                                           erzielt b
                                                                                                      ere                          le M   a                       rInnen,
                                                                                                            e W   ir kung. Vie den Mitarbeite latz
Prinzip
           „ H  il                         im                            of fene           sehr pos
                                                                                                      it iv
                                                                                                                      urcen b
                                                                                                                                   ei
                                                                                                                                                    m Arbeit
                                                                                                                                                                    sp
                     a ß nahmen n von den betr                                                          le Resso e Belastungen a
ken all
            e     M                  erde                              aren und                h t v ie                                                      ie  b sklima.
                 L ö su ngen w                  it e t . „ In Semin                 n-
                                                                                           nic
                                                                                                           p s ychisch                    e ss e ren Be    tr
Denn d     ie                     st erarb    e                     er t beha              reduzie   re n
                                                                                                                      ll zu eine
                                                                                                                                    m  b
              e rI n nen selb                S tr e s s detailli                 te  lt.                 n genere
Mitarb   e it
                    ir d das Th
                                     em   a
                                                     gramms
                                                                    verm      it           und führe
              s  w                              P ro                              il fe
Coach   in g
                            etzung      d  e s
                                                                 nz de   r    ‚H                                                              ren
              die Ziels                         Kompete hmerInnen                                                             itte füh
delt und re stärken die                                                                             ine schr
                                                            Te ne
                                                                                           auch kle !
                                                               il
Die Sem
             ina                 b e fä higen die aßnahmen zur
                           n d                                                                     olg
zur Selb
            sthilfe‘ u itschaf t, um M msetzen zu
                           ere                       bzw. u
                                                                                           zum erf                                      z
                                                                                                                                                      erin des
                                                                                                                                          tliche Leit er tin
             dlungsb                 rbeiten                              ramm-                                       ot Pe   ters , är                 p
zur Han                         e ra                         ner, Prog                                      Dr. Marg                         ha, ist Ex
            w  ä  ltig u n  g
                                            a  el  M   a  t z
                                                                                                 Primaria                    ro mente re Leiterin des
Stressbe                      ag. Mich                                                                          all vo  n  p                  he
              erklär t M ei! “                                                                        ark Bad H                 edizinisc                 rgei-
kö nn e n “,
                            ess  fr                                                        Sonnenp wältigung und m großen und eh
           r von „Str                                              ne werd
                                                                                   en             e ssb e                   N eb en                    Pu nk te
Manage                                               Kampag
                                                                                           für Str                  ei! “.„
                                                                                                          „Stressfr en auch viele kle
                                                                                                                                                  ine
                                         f ig e n                     da   s    T h  e-         ra m m  s
                                    stu                                                    Prog                 n hab
                      er mehr hrungskräf te an forma-                                                  gramme
       Mit ein               und Fü                            altet In                    zigen Pro
              erInnen                          se beinh                         ngs-
Mitarbeit erangeführ t. Die nen und Führu
           ss    h                           erI  n
ma Stre                       Mitarbeit
   n sm  a  te rial für
tio

                                                                                                              pro mente austria
                                                                                                                                                                               15
Mag. Michael                                             Prim.a Dr.inmed.
                                                                 Matzner ist                                            Margot Peters
                                                             Mitarbeiter von                                               ist ärztliche
                                                                  pro mente                                               Leiterin Reha
                                                                      Arbeit                                                   Bad Hall

       und Ges
                 ten, eno
       zu viel           rm
                Stress a e Bedeutung im
       Stress-St         m Arbeit             Kampf g
                opp-Tipp          spla                  egen
       ohne ho            s sind e tz“, so Peters.                                       ● Habe
                 hem zeit          infach u            „Viele                                   ich he
                           lichen A
                                    uf wand
                                            mzusetz
                                                    en                                     Etwa ein ute schon Anerk
       stellen s                            sehr ef f und                                             Lob an e             ennung
                                                                                                                                    gegeben
                                                                                                ich heute ine/n KollegIn?
                                                     izient.“                            ● Habe
                       ie sich s                                                                                                            ?
                                     elbst fo                                              Etwa ein           schon Ko
                                                                                                                      n t ak t gehab
                                                    lgende frage
                                                                                                     kur
                                                                                           Mitarbeit zes Gespräch m                   t?
       Machen
                 Sie mit                                              n                  ● Habe       e rIn ?               it einem
                                                                                                                                     /einer
       Wirkung                 un                                                                ich m
                 von „Kle d testen Sie die                                                 Etwa für ich heute schon
       dieser a               inigkeite                  erstaun                                     ein kurze             selbst ge
                                        n“ und d
                uf Sie se
                            lbst und                ie Auswir liche                        formulie
                                                                                                    r t habe?
                                                                                                                s E-Mail,            lo
                                                                                                                          das ich to bt?
                                       Ihre Umw                kungen                                                                ll
       ● Habe                                       elt:
                 ich mich                                                                Kontakt
           während             heute                                                            in
                      der Arbe schon einmal be                                                          formatio
                                                                                                                n
          10 Sekun                it entspa                w
                    den?                    nnt? Zum usst                                „Stressfr
       ● Habe                                            indest fü                                 ei! “ wurd
                 ich he                                             r
           Zuminde ute bei der Arbe                                                      Exper tIn             e
                                                                                                  nen-Team von einem inte
                     s t  einmal?             it s c hon geläc                           Primaria              entwicke              rdisziplin
       ● Habe                                                   helt?                               Dr.in Ma              lt                   ären
                 ich he                                                                                      rgot Pete :
           Etwa du ute schon für Kla                                                     Leitung),
                                                                                                     Monika              rs (Ärztl
                    rch Priori                 rheit ges                                 Mag. a Ju               Czamler          iche P
           Aufgabe
                     n  ?
                                 sierung m
                                             einer heu
                                                           org t?                                  dith Leit
                                                                                                            ner (HR          (Psychot rogramm
       ● Habe                                             tigen                          Entwicklu                     Man            herapeu
                                                                                                    ng), Ma                                     tin
                 ich he                                                                                       g. Micha agement, Progra ),
           Etwa um ute schon eine P                                                      Manage
                                                                                                  r) und M a             el Matzn               mm
                      ga                      aus                                                          ag. Ren                  er (Prog
           einen Ap nz bewusst ein G e gemacht?                                          Arbeits-
                                                                                                   und Org            ate R                  ramm
                     fel zu ge
                                 nießen?        las Wass
                                                            er und                                          anisation echner (Gesund
                                                                                                                        spsycholo            heits-,
                                                                                         Informati                                 gin).
                                                                                                    onen zu
                                                                                         w w w.str            „S tressfrei“
                                                                                                   essfrei-a                 bekomm
                                                                                                             ustria.at                en Sie hie
                                                                                                                                                  r:
       wussten
                 sie scho
       10 fakte           n?
                n über s
                        tress & p
                                 syc                       hische e
       ● Über
                30 % der                                                   rkranku
       ● Stress                B ev
                  ist ein eu ölkerung leiden h
                                                                                            ngen
         stressbe               ropaweit                     äufig od
                                             es P                         er st
       ● Stres ding te Gesundhe roblem. Mehr als ändig unter Stre
                s kann A                      it sp                          ein Drit te                 ss,
         Herz-Kre           uslöser                 ro bleme.                             l der EU-A weitere 50 % ge
                     islauf- un unterschiedlichs                                                          rbeitneh
                                                                                                                        merInne
                                                                                                                                      legentlic
                                                                                                                                                 h.
         Depressio                 d Magen                       ter Erkra                                                           n berichte
                      n oder A                  problem                      nkungen                                                              t über
       ● Psyc                      n g s t.                  e  n ehmen zu                s ein . Körperl
               hische Erk                                                       , ebenso                      iche Folg
         einer der            rankung                                                        Erk  rankung                 e n  w   ie Tinnit
                      hä                  en nehm                                                               en der Ps
         mindeste ufigsten Auslöse en seit 2010 welt                                                                        yche wie us,
                      ns einm                      r                             weit den                                                  Burnout
       ● Jede
               /r 10. Mit          al im Leb für eine psychisc                                ersten Pla                                             ,
                             arbeiterI          e n  an einer                 h e  Erkranku                    t z aller Kra
         Drit tel d                      n  erleidet              p s yc hischen               n g . Je de/r drit            n  k h eitsbilde
                    ieser M                              im                          Kra                             te Österr                 r ein, Str
             chosozia itarbeiterInnen s Arbeitsleben zu nkheit.
       ● Ps y                                                                                                                     eicherIn                ess ist
                          le E rk ra                    u ch t  H                    m ind e st einma                                         leidet
         einem B                     nkungen                      ilfe.                                   l eine ps
                    etrof fen
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                                                                                                        er Erkran                                              io.
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     pro mente austria
16
kampagne
                WIRTSC
             STRESS    H AFT SA
                    D EN K A    GT
                             MPF AN
                                    !

Dauerstress ist der „Erfolgskiller Nummer 1“ in der modernen Wissensgesellschaft. Stress und
Burnout sind ständige Tagesthemen. Konkrete Maßnahmen zur Stressbewältigung blieben bis
vor kurzem trotz hohem Handlungsbedarf zumeist aus. Die Wirtschaft fordert jetzt nachhaltige
Lösungen ein.

      A
             us diesem Grund riefen das
             Institut Wirtschaftsstandort                W. HR.                     Christoff Leitl
             Oberösterreich (IWS) und            Univ.-Prof. Dr.                     ist Präsident
      pro mente OÖ das Programm                 Werner Schöny                        des IWS und
      „Stressfrei!“ ins Leben. Dieses baut        ist Präsident                          Präsident
      auf der Grundlage international                       von                            der WK
      erfolgreich umgesetzter Programme              pro mente                         Österreichs
      auf und wurde für die österreichische
      Wirtschaft adaptiert und angepasst.

            Weltweit nutzen viele Unter-      Stressbewältigung spart Geld und
      nehmen die Vorteile solcher Maß-        schützt die Gesundheit der Mitar-
      nahmen. Stressmanagement-Pro-           beiterInnen durch betriebliche Prä-
      gramme regen die Mitarbeitenden         vention. Psychische Gesundheit wird
      an, aktive Maßnahmen zur Stressbe-      zum zentralen Thema in der Wis-
      wältigung zu setzen. Das lohnt sich     sensgesellschaft und betrifft alle
      und ist in der Regel nur mit geringen   Unternehmen – unabhängig von
      Kosten verbunden. Bereits kleinere      Branche und Größe. Konkrete Maß-
      Programme zur Stressbewältigung         nahmen gegen zu viel Stress werden
      haben schon oft eine große und          zu einem entscheidenden Erfolgs-
                                                                                    pro mente austria
      vor allem nachhaltige Wirkung.          faktor. Das Programm „Stressfrei!“
      Betriebe benötigen Sicherheit           gibt Antworten auf die Stressbe-
      und kompetente Partner für die          wältigungs-Frage, hält Lösungsan-
      Definition und Implementierung von      sätze und Handlungshilfen für Un-
      Maßnahmen zur Stressreduktion.          ternehmen bereit – ganz nach dem
      Ein professionelles Programm zur        Motto: „Kein Stress mit Stress!“
                                                                                                             17
studie

                       ZAHLEN &                                            FAKTEN
           3,3 milliarden euro
           schaden jährlich durch
           stress-erkrankungen

     Eine neue Studie zu den Kosten von Stress am Arbeitsplatz wurde in Linz vorgestellt. Autor der
     Studie ist der renommierte Professor für Volkswirtschaft an der Johannes Kepler Universität, Prof.
     Dr. Friedrich Schneider. Hier sind die acht Kernaussagen der Studie.

           W
                      ährend die Therapiekosten
                      bei einer frühen Diagnose
                      von Burnout bei 750 bis      8 kernaussagen der studie im überblick
           1.000 Euro liegen, steigen sie bei      ● Der volkswirtschaftliche Schaden durch stressbedingte
           einer zeitverzögerten Diagnose            Erkrankungen beträgt 3,3 Milliarden Euro in Österreich p.a.
           bereits auf das 10-fache (7.500
           bis 10.000 Euro). Bei einer späten      ● Es entstehen 117 Milliarden Euro Kosten durch psychische
           Diagnose (im Akutstadium) ‚explo-         Erkrankungen p.a. in der EU
           dieren‘ die reinen Therapiekosten auf
           mehr als das 70-Fache der Kosten        ● Die Kosten werden in den nächsten Jahren signifikant steigen
           bei Früherkennung (rund 60.000 bis
           70.000 Euro).                           ● Ohne präventive Maßnahmen und Früherkennung des Problems
                                                     direkt am Arbeitsplatz explodieren die Kosten für Unternehmen
                Unsere Studie dient zum              und die Volkswirtschaft
           Wachrütteln der Entscheidungs-
           träger: Rechtzeitige Maßnahmen          ● Psychische Belastungen sind Hauptursache Nr. 1 für
           gegen stressbedingte Belastungen          Frühpensionierungen
           rechnen sich und kosten wenig
           Geld“, sagt Schneider.                  ● Österreich und Italien sind das Schlusslicht der Vergleichsländer
                                                     im Maßnahmen-Ranking (OECD Mental Health Index)

                                                   ● Das Angebot zur Prävention und Früherkennung psychischer
                                                     Belastungen ist in Österreich extrem zersplittert

                                                   ● Ein Programm für die Wirtschaft ist dringend erforderlich

18
interaktiv

     BETROFFENE                                           AM WORT
                                                                                                         ein brainstorming
                                                                                                         unter der leitung
                                                                                                         von bernd unterlass
                                                                                                         und jana fritz

Betroffene der Kärntner Empowerment Bewegung (KEB) geben Tipps & Tricks wie sie den
Alltagsstress am Besten bewältigen. Teilen auch Sie ihre Stressbewältigungstipps auf unserer
Homepage mit (www.promenteaaustria.at). Wir freuen uns auf eine rege Diskussion.

     D
           ie Mitglieder der KEB (Kärntner   findlichkeiten zu diskutieren. In einer   eigener Überlegung bedarf! Im ge-
           Empowerment         Bewegung)     unserer letzten Sitzungen kristalli-      meinsamen Brainstorming ergaben
           treffen sich einmal im Monat,     sierte sich das Thema „Wie sorge ich      sich wertvolle Punkte, die die allge-
      um wichtige Themen voranzutreiben      gut für mich selbst!“ heraus, dessen      meine Lebenssituation deutlich ver-
      und über aktuelle Ereignisse und Be-   Umsetzung oft einiger Übung und           bessern können:

      wie sorge ich gut für mich selbst                           ● neue Kontakte knüpfen, das Zusammensein
                                                                    genießen
      ● auf seine eigenen Bedürfnisse achten, auf sich selbst     ● etwas Neues lernen, z.B. in der Volkshochschule
        schauen, auch mal „egoistisch“ sein                         einen Sprachkurs besuchen, an Fortbildungskursen
      ● für sich selbst mehr Zeit nehmen, Ruhephasen und            und Vorträgen teilnehmen
        Pausen einhalten, positiv denken                          ● Kreatives machen, Handarbeiten, Basteln, Malen
      ● sich selbst motivieren: „Ich bin die/der Beste von        ● sich mit Tieren beschäftigen
        allen, ich schaffe das!“                                  ● Bücher lesen
      ● Struktur ins Leben bringen, gute Planung, die             ● fernsehen z.B. Sport, interessante Dokumentationen.
        nächsten Schritte gut überlegen, Dinge aufschreiben       ● aktiv bleiben, Sport betreiben z.B. Wandern, Nordic
      ● „Stopp!“ sagen bei jeglicher Überforderung, auch            Walking, Rad fahren, Schwimmen, Fitnesscenter,
        innerhalb der Familie                                       Langlaufen, Ski fahren etc.
      ● Entspannungsmusik hören                                   ● Spiritualität bzw. den Glauben pflegen, in die Kirche
      ● die Entspannungstechnik Jakobson hilft auch                 bzw. zur Messe gehen, Sonntagspredigt besuchen
        bei Angstzuständen                                        ● sich mit Freunden treffen
      ● sich selbst belohnen, z.B. ins Café gehen, Kino-          ● familiäre Kontakte pflegen
        und Theaterbesuche etc.                                   ● einen Ausflug machen
      ● in Ruhephasen bewusst das Handy ausschalten               ● Kochen: gute und gesunde Gerichte zubereiten
      ● Turnen in einem Verein                                    ● Hilfe annehmen, im Ernstfall psychiatrische
      ● Tanzen in einer Gruppe z.B. israelisches Kreistanzen        Notrufnummern parat haben, das Gespräch suchen
                                                                                                                               19
KEIN STRESS

     MIT SPORT

     Eine Analyse von Delarose Österreich –
     Sport und Bewegung wirkt sich ja bekanntlich positiv auf unser körperliches, psychi-
     sches und soziales Wohlbefinden aus und können somit ein effektives Mittel sein
     um Stress abzubauen. Mag. Wolfgang Ruf, Projektleiter Delarose Österreich berichtet.

     Kann man durch Bewegung bzw.            aus stärkt körperliche Aktivität        Blutdruck) auf als Nicht-Sport-
     Sport Stress abbauen?                   eigene Ressourcen wie Selbstwirk-       lerinnen und -Sportler.
                                             samkeit und Zugehörigkeitsge-
           Eine amerikanische Studie mit     fühl. Sport kann aber auch eine         Welche Sportarten sind geeignet
     über 32.000 Teilnehmerinnen und         Möglichkeit der Stressbewälti-          um Stress zu reduzieren?
     Teilnehmern hat gezeigt, dass kör-      gung sein, indem psychische und
     perlich aktive Personen (ca. 1h Gehen   körperliche Stressoren positiv beein-         Welche Sportart geeignet
     pro Tag) nur etwa halb so oft hohen     flusst werden. So kann regelmäßige      ist hängt ganz davon ab welche
     Stress erleben wie weniger Aktive.      körperliche Aktivität helfen ne-        Stressoren man beeinflussen will.
                                             gative Gedankenkreise zu durch-         Möchte man zum Beispiel den
     Wie ist dieser positive Effekt zu       brechen oder Ängste und innere          Stressfaktor „soziale Isolation“
     erklären?                               Spannungen abzubauen.                   verändern, so empfiehlt sich die
                                                                                     Teilnahme an Gruppen- oder Mann-
           Durch regelmäßigen Sport                Nicht zuletzt weisen sportlich    schaftssportarten. Möch-te man kör-
     kann schon der Entstehung von           aktive Menschen geringere phy-          perlichen Stressoren wie erhöhtem
     stressauslösenden Ereignissen ent-      siologische Stressreaktionen (z.B.      Blutdruck entgegenwirken, so ist es
     gegengewirkt werden. Darüber hin-       erhöhte Herzfrequenz und erhöhter       sinnvoll sich für Ausdauersportarten

                                             bewegungsempfehlungen für erwachsene
                                             Sie können auch Bewegungen mittlerer und Bewegungen höherer
                                             Intensität kombinieren. Als Faustregel gilt, dass 20 Minuten Bewegung
                                             mit mittlerer Intensität gleich viel zählen wie 10 Minuten Bewegung mit
                                             höherer Intensität.

                                             ● Mittlere Intensität bedeutet, dass die Atmung etwas
                                                 beschleunigt ist, während der Bewegung aber noch
                                                 gesprochen werden kann. Dauer: 150 min – 2 1/2 h für Einsteiger
                                                 empfohlen.
                                             ●   Höhere Intensität bedeutet, dass man tief(er) atmen muss
                                                 und nur noch kurze Wortwechsel möglich sind. Dauer: 75 min – 1 1/4 h.
                                             ●   Bei muskelkräftigender Bewegung sollen die großen Muskel
                                                 gruppen des Körpers gestärkt werden, indem das eigene Körpergewicht
                                                 oder Hilfsmittel (z.B. Therabänder) als Widerstand eingesetzt werden.

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