Passt die Infrastruktur? - IHK-Jahresthema - WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 01 |2013 - wim-Magazin

 
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Passt die Infrastruktur? - IHK-Jahresthema - WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 01 |2013 - wim-Magazin
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W I R T S C H A F T I N M I T T E L F R A N K E N 0 1 | 2013

                                                                      IHK-Jahresthema
                                                                      Passt die
                                                                      Infrastruktur?
                                                                      Seite 12

                                                               Bionik:                 Special:
                                                               Forscher lernen         Messen I
                                                               von der Natur           Ausstellungen
                                                               Seite 16                Seite 20
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SPEKTRUM

                                                                           Firmenkundenvorstand Roland Burgis

    Firmenkundenbefragung (GfK) - 2012
    Danke!
    Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die außerordentlich guten Ergebnisse.
    »Die Sparkasse Nürnberg, der zuverlässige Partner des Mittelstands,
    die Nr. 1 in der Region«.

                         se Nürn b e rg i s t für mich…                           s Sparkasse
         D     ie Sparkas                rzehnten!
                                      ße seit Ja
                                                 h                     !            Nürnberg
               e v e r t ra u te G rö
                                                 a ll e n Le benslagen
          …ein                           tner in
                z u ve  r lä ssiger Par
          …ein
                         mer 1!
          …die Num rer Kunden)
                       n unse
               (Aussage

2    01 | 13
Passt die Infrastruktur? - IHK-Jahresthema - WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 01 |2013 - wim-Magazin
EDITORIAL

 IHK - Die erste Adresse
Hauptmarkt 25/27 | 90403 Nürnberg
                                         Liebe Politikerinnen,
Postanschrift: 90331 Nürnberg
Internet www.ihk-nuernberg.de
E-Mail info@nuernberg.ihk.de
                                         liebe Politiker,
Geschäftszeiten
des Service-Centrums                     2013 wird ein Doppelwahljahr in Bayern, bald da-
Mo. bis Do. 8 –17 Uhr, Fr. 8 – 15 Uhr
Tel. 0911 1335-335 | Fax 1335-150335     rauf folgen die Kommunalwahlen 2014. Der Wahl-
der Geschäftsbereiche                    kampf ist längst eröffnet. Manches, was nun ge-
Mo. bis Do. 9 –12.00 Uhr, 13 – 16 Uhr
Fr. 9 – 12.00 Uhr und 13 – 15 Uhr        schieht, erscheint uns Außenstehenden sonderbar,
                                         aber auch wir Wirtschaftsleute werden uns bemü-
Hauptgeschäftsführer
Markus Lötzsch                           hen, Euer Geschäft zu verstehen. Vielleicht ver-
Tel. 1335-373 | Fax 1335-201
                                         steht auch Ihr, wenn ich mir zu Beginn des Wahl-
Standortpolitik und
Unternehmenförderung                     jahres ein paar persönliche Bitten erlaube: Bitte
Dr. Udo Raab
Tel. 1335-383 | Fax 1335-333             streitet nicht so sehr über Einzelaktionen, sondern
Berufsbildung
                                         verständigt Euch über das gewünschte Ziel – vielleicht ja auch mal über
Ursula Poller
Tel. 1335-254 | Fax 1335-255
                                         Parteigrenzen hinweg. Es mag unterschiedliche Wege zum Ziel geben, aber
Innovation | Umwelt
                                         ohne ein klares Ziel führen alle Wege in die Irre.
Dr. Robert Schmidt
Tel. 1335-299 | Fax 1335-122
                                           Bitte kümmert Euch nicht nur um den medienwirksamen Start eines
International
Armin Siegert                            Projekts, sondern auch um dessen erfolgreichen Abschluss. In unserer
Tel. 1335-401 | Fax 1335-488
                                         Welt gibt es schon genug lautstark angekündigte Projektleichen. Bitte
Recht | Steuern
Oliver Baumbach                          sprecht Euch nicht gegenseitig die Kompetenz ab, das ist Sabotage am ei-
Tel. 1335-388 | Fax 1335-463
                                         genen Berufsstand. In keiner anderen Branche gibt es Versammlungen, in
Kommunikation
Dr. Kurt Hesse                           denen ein Redner nach dem anderen seine Kollegen der Unfähigkeit be-
Tel. 1335-379 | Fax 1335-300
                                         zichtigt. Und – meine letzte Bitte: Schmückt Euch gerne mit den Leistun-
Zentrale Dienste                         gen unserer Unternehmen, aber bitte behaltet im Auge, dass diese Unter-
Joachim Wiesner
Tel. 1335-229 | Fax 1335-453             nehmen auch morgen noch international wettbewerbsfähig sein müssen.
KundenService
Sabine Edenhofer                           Dies alles ohne jegliche Anmaßung und in großer Achtung vor der Pro-
Tel. 1335-335 | Fax 1335-150335
                                         fession Politik. Auf ein gutes Neues Jahr!
Geschäftsstelle Ansbach
Karin Bucher
Kanalstraße 2–12
91522 Ansbach
                                                                                                  IHK-Präsident
Tel. 0981 97111-6 | Fax - 79                                                                  Dirk von Vopelius
Mo. bis Do. 8 –12.30 Uhr u. 14 –16 Uhr
Freitag 8 – 12.30 Uhr

Geschäftsstelle Erlangen
Renate Doeblin
Henkestraße 91
91052 Erlangen
Tel. 09131 97316-0 | Fax -29
Mo. bis Do. 8 –12 Uhr u. 13 –16 Uhr
Freitag 8 – 12 Uhr u. 13 – 14.30 Uhr

Geschäftsstelle Fürth
Gerhard Fuchs
Flößaustraße 22a, 90763 Fürth
Tel. 0911 7707-75 | Fax -78
Mo. bis Do. 8 –13 Uhr u. 14 –16 Uhr
Freitag 8 –13 Uhr

Wirtschaftsjunioren
Knut Harmsen                                                                              ihk-sponsoringboerse.de
Tel. 1335-320 | Fax 1335-122
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                                                                                             engagierte Unternehmer zusammen .
                                                                                                                  01 | 13   3
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SPEKTRUM

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Abbildungen ähnlich.
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Audi RS3 Sportback 2.5 TFSI quattro
250(340) kW(PS) S tronic 230 kW 340 PS) ◆ S tronic

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Schwabacher Str. 333 • Fürth Auto Zentrum Nürnberg-Feser GmbH Kupferschmiedstr. 2 • Roth     Äußere Nürnberger Str. 41 • Forchheim
Tel. 0911/99 71 60-0         Nopitschstr. 3 • Nürnberg        Tel. 09171/8271-0              Tel. 09191/72 82-25
                             Tel. 0911/42 36- 29 00
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SPEKTRUM

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Januar 2013

                                                                                  Regionalpartnerschaft
                                                                                  Nürnberg - Shenzhen
                                                                                  Energie, Umweltschutz und Automatisierung
                                                                                  sind Schwerpunktprojekte 2013. c 19
Wissenschaft und Kultur in
der Region Nürnberg stärken
Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder
war Gast beim „IHK-Kammergespräch“. c 18

                                                                                     Technologien aus der Natur
                                                                                     Am neuen Forschungszentrum für Bionik
                                                                                     werden Innovationen entwickelt, für die die
                                                                                     Tier- und Pflanzenwelt Vorbild ist. c 16

c SPEKTRUM                                                         c SPECIAL:
 8   Kurzberichte aus Mittelfranken                                     Messen | Ausstellungen
11   Cartoon von Gerd Bauer
                                                                   20   Messe-Kommunikation         26    Spielwarenmesse
                                                                        Auf den ersten Blick              Euro-Krise
                                                                                                          spielend bewältigt
                                                                   22   Auslandsmessen
c BERICHTE | ANALYSEN                                                   So gelingt der Markteinstieg 27   Seminar-Allianz
                                                                                                          Besser ausstellen
                                                                   24   Export von
12   Infrastrukturvorhaben                                              Messekonzepten              28    Hausmessen
     Transparent und fair                                               Was kommt im                      Klein, aber fein
14   Kabinettssitzung auf der Kaiserburg                                Ausland an?
                                                                                                    30    Bayerische
     Starke Signale für die Region                                                                        Exportförderung
16   Bionik                                                                                               Starthilfe für das
     Von der Natur abgeschaut                                                                             Auslandsgeschäft

18   145. Kammergespräch                                                                            32    SPS IPC Drives
     Wissenschaftsstadt Nürnberg                                                                          Mesago stärkt
                                                                                                          Messe Nürnberg
19   Mittelfranken und Shenzhen
     Enge Kontake zum Perlfluss-Delta                                                               33    NürnbergMesse
                                                                                                          Starkes Wachstum
                                                                                                          im In- und Ausland
                                                                                                    34    Messekalender
                                                                                                          Nürnberg 2013

                                                                                                    36    Berufsbildungsmesse
                                                                                                          Einblicke in die
                                                                                                          berufliche Praxis
                                         TITEL-GRAFIK
                                   Alexander Lotz/Blattwerkstatt

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Passt die Infrastruktur? - IHK-Jahresthema - WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 01 |2013 - wim-Magazin
IHK-Jahresthema Infrastruktur
                                            Die Bürger sollen frühzeitiger in die Planung von
                                            Großprojekten einbezogen werden, so
                                            Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich
                                            in einem WiM-Gastbeitrag. c 12

                                                                                                           Special:
                                                                                             Messen | Ausstellungen
                                                                                    Auslandsmessen, Erstkontakte auf Messen,
                                                                                           Förderprogramme und Hausmessen
                                                                                         sind Themen des WiM-Specials. c 20

                                            c IHK-NEWS                                     c RUBRIKEN                                 c BEKANNTMACHUNGEN I
                                            40     Ehrung in Berlin                        38   Weiterbildungsprogramm der                 Börsen
                                                   Vier Deutsche Meister                        IHK Akademie Mittelfranken
                                                   aus Mittelfranken                                                                  59   Bekanntmachungen
                                                                                           39   Kurse | Tagungen | Seminare
                                            41     Bayerische IHKs                                                                    64   Kooperationsbörse
                                                                                           65   Verbraucherpreisindex
                                                   Spitzengespräch mit der
                                                                                                                                      64   Existensgründungsbörse
                                                   Staatsregierung
                                            42     IHK-Vollversammlung
                                                   Beitragssenkung und
                                                   Transparenz-Offensive
                                                                                                                                      65   Impressum
                                            42     Projekt zur Berufswahl
                                                   Aktionstag Handel und                                                              66   Vorschau/Inserentenverzeichnis
                                                   Dienstleistung
                                            43     Energiewende
                                                   Sichere und bezahlbare Versorgung

                                                 c UNTERNEHMEN | PERSONEN
                                                 44 Firmenberichte aus Mittelfranken
Inhalt: bayernpress.com, Fotolia.com (2),
Fotos Titel: istockphoto.com, Fuchs

                                                 Vauen • Kurbäder • Medical Valley • Dinkelsbühl / Kaiserburg Nürnberg • Schuster & Walther • Sembach • Exasol • Vertbaudet • Wicklein •
iStockphoto.com, Atzenhofer

                                                 BMW Niederlassung • Lattonedil • Innovationspreis Mikroelektronik 2012 • Leibniz-Preis • CDM Smith • Cinecittà • DTC • Infowerk • Frän-
                                                 kische Brauereien • Atlas Top / Indoleo • SIT-Solutions • Orizon • EuromedClinic

                                                 48    Wirtschaft engagiert sich 	                                                             52 Personalien | Auszeichnungen

                                                                                                                                                                                    01 | 13   7
Passt die Infrastruktur? - IHK-Jahresthema - WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 01 |2013 - wim-Magazin
SPEKTRUM

          Pilotprojekt in Nürnberg: Sparsame Rangierloks
                                                             Die Region Nürnberg soll ein Kompetenzzentrum für energieeffiziente Antriebe im
                                                             Schienenverkehr werden. Das sieht eine Vereinbarung vor, die Bayerns Wirtschaftsstaats-
                                                             sekretärin Katja Hessel sowie Vertreter der DB AG und des Schienenfahrzeugherstellers
                                                             Alstom unterzeichnet haben. Demnach sollen ab 2015 in Nürnberg und Würzburg fünf
                                                             H3-Rangierlokomotiven mit Hybridtechnologie zum Einsatz kommen und dort acht
                                                             Jahre lang auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden. Die Hybridloks werden im
                                                             Alstom-Werk Stendal hergestellt und verbrauchen rund 50 Prozent weniger Kraftstoff
                                                             als herkömmliche Lokomotiven. Ihre Energie erhalten sie im Normalbetrieb abgasfrei
                                                             und geräuscharm aus einem Batteriesatz. Erzeugt wird die Energie über ein kleines
                                                             Dieselaggregat mit Generator. Vor allem an innerstädtischen Bahnhöfen wie Nürnberg
                                                             und Würzburg würden die Anwohner profitieren, weil Lärm- und Abgasemissionen
                                                             deutlich reduziert würden. Die Staatsregierung unterstützt zudem eine wissenschaftliche
                                                             Studie zum Thema „Energieschonende Antriebssysteme“ an der Ohm-Hochschule
                                                             Nürnberg. Initiiert wurde das Lok-Projekt von der Nürnberger Initiative CNA Center
                                                             for Transportation & Logistics Neuer Adler e.V. und dem Cluster Bahntechnik.      n

                                                             www.c-na.de

                        Beleidigung auf Facebook
                        Wer Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden in sozialen Netzwerken wie Facebook
                        beleidigt oder diffamiert, muss mit der fristlosen Kündigung rechnen. Das hat
                        das Arbeitsgericht Bochum in einem Urteil vom 9. Februar 2012 festgestellt
                        (Aktenzeichen 3 CA 1203/11). Konkret ging es um einen Auszubildenden, der seinen
                        Ausbildungsbetrieb in seinem privaten, aber für jedermann zugängli-
                        chen Facebook-Profil mit Begriffen wie „Menschenschinder“ und
                        „Ausbeuter“ bedacht hatte.       		                             n

                                                                               Pflichten des Gastwirts
                  TIPP DES MONATS
                                                                               Inwieweit ist ein Gastwirt für die Sicherheit im Außenbereich seiner
             Der Freistaat Bayern hat der LfA Förder-                          Gaststätte verantwortlich? Mit dieser Frage der sogenannten Verkehrs-
          bank Bayern zusätzliche Mittel von 295 Mio. Euro                      sicherungspflicht hatte sich das Oberlandesgericht Koblenz zu
       zur Verfügung gestellt, die diese als zinsverbilligte Dar-                 befassen. Der konkrete Fall: Der Gast eines Restaurants, das direkt
    lehen an Unternehmen und Kommunen ausreichen kann.                             am Ufer des Rheins liegt, wollte seine Beine im Fluss abkühlen.
   Gefördert werden sollen vor allem Innovationen, die zur Ener-                    Doch er stürzte auf der nassen und glatten Treppe, die vom
 giewende und zu einer verbesserten Energieeffizienz beitragen.                     Grundstück der Gaststätte in den Fluss führte, und zog sich dabei
Beantragt werden können u.a. Darlehen im Zuge des Programms                         u.a. einen Armbruch zu. Er verlangte deshalb vom Gastwirt
„Investivkredit Energie“ (Steigerung der Energieeffizienz in kleinen                Schadensersatz und Schmerzensgeld, weil dieser nicht ausreichend
und mittleren Betrieben) sowie Ökokredite (u.a. Investitionen in                    auf die Sturzgefahr hingewiesen habe. Das Gericht sah jedoch in
                                                                                                                                                        Fotos: Alstom, iStockphoto.com (3)

Abwasserreinigung, Luftreinhaltung, Lärmschutz, Abfallwirtschaft,                   seinem Urteil vom 31. Mai 2012 (Aktenzeichen 8 U 1030/11) keine
 Energieeinsparung, erneuerbare Energien). Weitere Programme                        Pflichtverletzung des Gastwirts und wies die Ansprüche ab. Der
  beziehen sich auf die Technologieförderung (Einsatz neuer Tech-                   Gast hätte selbst erkennen müssen, dass wegen des Wellengangs
   nologien in Produkten und Produktionsverfahren), auf Pro-                       Wasser auf die Stufen schwappte, das diese rutschig machte. Die
     jekte zur Konsolidierung von Unternehmen sowie auf die                        Gefahrenstelle habe deshalb sozusagen vor sich selbst gewarnt. Aus
       Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.                          diesem Grund seien keine zusätzlichen Warnhinweise des Wirtes
          Die Antragsstellung für die einzelnen Program-                        erforderlich gewesen.					                                         n
              me erfolgt jeweils über die Hausbank. n

                 LfA, Tel. 0800 2124240, www.lfa.de

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Passt die Infrastruktur? - IHK-Jahresthema - WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 01 |2013 - wim-Magazin
SPEKTRUM

Elektromobilität
Die Bayerische Forschungsstiftung fördert den neuen Bayerischen For-
schungsverbund für Elektromobilität (Forelmo) mit 1,9 Mio. Euro. Die
Wissenschaftler, die an dem neuen Forschungsverbund mitarbeiten, konzent-
rieren sich auf die Themenfelder Elektromotoren, Batteriesysteme und Leistungselektronik. Konkrete
Beispiele sind Elektromotoren, die auch ohne teure Magnetwerkstoffe sehr gute Leistungswerte erreichen,
optimierte Batteriepacks und Batterie-Managementsysteme sowie passive Bauelemente mit erhöhter Zuver-
lässigkeit und verbesserten Leistungsdaten. Einer der beiden Sprecher des bayernweiten Verbundes ist Prof. Dr.
Lothar Frey, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in
Erlangen, zudem ist die Ohm-Hochschule Nürnberg am Forschungsverbund beteiligt.                       n

www.iisb.fraunhofer.de

Nürnberger Meisterhändler                                                  Bahn investiert in Neustadt
Durch Zusammenarbeit den familiengeführten Einzelhandel in                 In Neustadt a.d. Aisch wurde die neue Bahnstation „Neustadt
der nördlichen Altstadt stärken: Dieses Ziel verfolgt die Initiative       Mitte“ in Betrieb genommen. Im Beisein von Bayerns Wirt-
„Nürnberger Meisterhändler“, die vom City-Management                       schaftsstaatssekretärin Katja Hessel und Klaus-Dieter Josel,
Nördliche Altstadt, vom Amt für Wohnen und Stadtentwicklung                Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat
und von Erlebnis Nürnberg e.V. ins Leben gerufen wurde. Die                Bayern, wurde der neue Halt pünktlich zum Fahrplanwechsel
Marke „Nürnberger Meisterhändler“ soll auf die gesamte Altstadt            offiziell eröffnet. Nach jahrzehntelanger Planung erhält Neustadt
und andere Stadtteile ausgedehnt werden. Die Einzelhändler abseits         a.d. Aisch damit eine innenstadtnahe Bahnstation, die deutlich
der Haupteinkaufsstraßen sollen die Möglichkeit bekommen, die              näher am Stadtzentrum liegt als der eigentliche Bahnhof. In die
Besonderheit und Alleinstellung ihres Angebotes herausstellen zu           neue Station, die nun im Stundentakt angefahren wird, inves-
können. Hierbei helfen Leistungen des Händlerverbundes, wie                tierten Bund, Land und Bahn insgesamt rund fünf Mio. Euro.
gemeinsame Anzeigen und Broschüren. Interessierte Unternehmen,             Landrat Walter Schneider forderte dazu auf, die Bahnanbindung
die sich für das Prädikat bewerben wollen, wenden sich an den              im Nordwesten der Metropolregion weiter zu verbessern. Auch
Erlebnis Nürnberg e.V. (info@erlebnisnuernberg.de) und werden              die IHK Nürnberg für Mittelfranken setzt sich für die dritte
dann von einer Jury nach bestimmten Kriterien ausgewählt.           n      Stufe des S-Bahn-Ausbaus in der Region ein, zu der die Strecken
                                                                           Nürnberg – Neustadt / Aisch sowie Nürnberg – Neuhaus a.d.
www.nuernbergermeisterhaendler.de                                          Pegnitz gehören.       				                                  n

Personalpolitik im Mittelstand
Mit dem neuen Förderprogramm „unternehmensWert: Mensch“ unterstützt das Bundesar-
beitsministerium kleine und mittlere Unternehmen bei der Einführung und Umsetzung
einer modernen, mitarbeiterorientierten Personalpolitik. Das Projekt wird aus Mitteln des
Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundes finanziert und läuft bis Ende 2014. Den
teilnehmenden Unternehmen werden eine kostenlose Erstberatung sowie eine weiterfüh-
rende Fachberatung geboten, um die aktuelle Personalpolitik zu analysieren und geeignete
Verbesserungsmaßnahmen in die Wege zu leiten. In Mittelfranken, das als eine der Modell-
regionen für das Programm ausgewählt wurde, ist die IHK Nürnberg für Mittelfranken
für die Erstberatung zuständig. 						                                                 n

IHK, Tel. 0911 1335-112
ronald.smutny@nuernberg.ihk.de, www.unternehmens-wert-mensch.de

                                                                                                                                  01 | 13   9
Passt die Infrastruktur? - IHK-Jahresthema - WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 01 |2013 - wim-Magazin
SPEKTRUM

Metropolregion: Neuer Förderverein
Am 22. Januar 2013 findet in Erlangen die feierliche Gründungsveranstaltung des
Vereins „Wirtschaft für die Europäische Metropolregion e.V.“ statt, der damit offiziell
seine Arbeit aufnimmt. Der Verein verfolgt zwei Ziele: zum einen die Metropolregi-
on Nürnberg zu fördern und zum anderen die Interessen der Wirtschaft zu
sammeln und in der Metropolregion zu vertreten. Der Förderverein führt keine
eigenen Projekte durch, sondern bringt die Anliegen der regionalen Wirtschaft
ein und beschließt gemeinsam mit der Politik über die Aktivitäten der Metro-
polregion (siehe WiM 12/2012, Seite 22 ff). „Nutzen Sie die Metropolregion
und den Verein, um die Attraktivität der Metropolregion für Investitionen und
für die Menschen in der Region und in aller Welt zu erhöhen“, so Prof. Dr. Klaus
L. Wübbenhorst, Vorstand des neuen Fördervereins. Der Verein wolle sich u.a.
für eine bessere Infrastruktur einsetzen, Projekte zur Fachkräftesicherung
initiieren und regionale Netzwerke der Wirtschaft stärken. „Bringen Sie deshalb
Ihre Stimme in die Metropolregion ein. Werden Sie Gründungsmitglied des neuen
Fördervereins“, appelliert Wübbenhorst. 			                                     n

Geschäftsstelle der Metropolregion, Tel. 0911 231-10510
www.metropolregion.nuernberg.de

                               „Green Factory Bavaria“
                               Wie kann man bei der Industrieproduktion Ressourcen und Energie einsparen? Mit dieser Zukunftsfrage
                               beschäftigt sich der neue Technologieverbund „Green Factory Bavaria“. Das zunächst auf vier Jahre angelegte
                               Vorhaben, wird vom Freistaat Bayern in den Jahren 2013 und 2014 mit sechs Mio. Euro gefördert. Die Federfüh-
                               rung des Verbundes hat Prof. Dr. Jörg Franke (Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystema-
                               tik an der Universität Erlangen-Nürnberg) übernommen. Beteiligt sind außer der Universität auch die Ohm-
                               Hochschule Nürnberg, die Hochschulen Ansbach, Coburg, Hof, Würzburg/Schweinfurt und Amberg/Weiden
                               sowie die Fraunhofer-Institute in Augsburg und Bayreuth. Die Hochschulen bündeln in ihren Modellfabriken
                               („Green Factories“) die Fachbereiche, die für die energieeffiziente Produktion relevant sind (z.B. Maschinenbau
                               und Fertigungstechnik, Werkstoffkunde, Elektro-, Informations-, und Verfahrenstechnik, Wirtschaftswissenschaf-
                               ten). Einige der Forschungsfelder des Verbundes sind Senkung des Energieverbrauchs in der Produktion, Mini-
                               mierung des Wärmeverlusts in Laborhallen sowie dezentrale regenerative Energieerzeugung. Die einzelnen
                               Projekte sollen in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie vorangetrieben werden.                n

                               Uni Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Jörg Franke, Tel. 0911 5302-9069, franke@faps.uni-erlangen.de

                                                                                                                      QR-Codes in WiM
                                                             CAST                                                     In der WiM sind so­genannte QR-Codes
                                                                                                                      („Quick Response-Codes“) abgedruckt.
                                                                                                                      Damit können Sie mit Ihrem Smart-
                                                                                                                      phone schnell und bequem weiterfüh-
                                        Die Themen im Januar 2013
                                                                                                                      rende Informationen und Videos aus
                                         unter www.ihk-nuernberg.de
                                                                                                                      unserem Web-Angebot abrufen.
                                               IHK-Jahresthema Infrastruktur
                                                Bionik: Natur als Vorbild                                             So funktioniert es:
                                                WiM-Special:
                                                                                                                      1. App im Software-Portal Ihres
                                                Messen | Ausstellungen                                                Smartphone-Herstellers herunterladen.
                                                                                                                      2. QR-Code mit der App abfotografie-
                                                Partnerland China
                                                                                                                      ren. Dann werden Sie automatisch auf
                                               IHK-Kammergespräch                           Neu! Jetzt das WiMcast
                                                                                                                      unser Web-Angebot weitergeleitet.
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                                                                                            phone ansehen, siehe
                                                                                                                      Übertragung von Videos je nach Tarif
                                        Die Moderatorin wird ausgestattet von Breuninger.   nebenstehende Anleitung
                                                                                                                      hohe Kosten entstehen können.       n

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GERD BAUER

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BERICHTE | ANALYSEN

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Infrastrukturvorhaben

Transparent und fair
Die Öffentlichkeit früh an geplanten Infrastrukturprojekten beteiligen: Dieses Ziel
verfolgt die Bundesregierung mit dem geplanten Planungsvereinheitlichungsgesetz.
Von Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich

D
       ie Verwirklichung großer Infrastruk- und Landschaft. Gerade umweltfreundliche            Mit dem „Gesetz zur Verbesserung der Öf-
       turprojekte wird für Deutschland auch und ressourcenschonende Politik braucht          fentlichkeitsbeteiligung und Vereinheitlichung
       in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, aber Großprojekte zur Anwendung neuer          von Planfeststellungsverfahren“ (Planungs-
um die Voraussetzungen für eine funktionie- Technologien und damit auch eine größere          vereinheitlichungsgesetz) will die Bundesre-
rende Wirtschaft zu erhalten und die Lebens- Akzeptanz von solchen Großvorhaben.              gierung erstmalig an zentraler Stelle eine all-
qualität der Menschen zu sichern. Es geht                                                     gemeine gesetzliche Regelung für eine „frühe
dabei zum einen um den Ausbau von Stra- Frühzeitige Information                               Öffentlichkeitsbeteiligung“ schaffen. Sie soll
ßen, Bahnhöfen oder Flughäfen. Vor gewalti-                                                   vom Vorhabenträger vor dem eigentlichen
ge Herausforderungen wird uns zum ande- Deshalb müssen wir die Planungs- und Ge-              Genehmigungsverfahren durchgeführt wer-
ren die flächendeckende Versorgung mit nehmigungsverfahren so ausgestalten, dass              den und steht allen Interessierten offen.
Kommunikations- und Stromnetzen auch betroffene und interessierte Bürger sich früh-
und gerade im Zusammenhang mit der Ener- zeitig informieren können und eingebunden            Transparenz und frühe Beteiligung
giewende stellen. Es geht um                                werden. Niemand soll das
den Erhalt der Wettbewerbs-                                 Gefühl haben müssen, dass         Der Vorhabenträger soll frühzeitig darüber
fähigkeit Deutschlands, die                                 einfach über ihn hinweg ent-      unterrichten, was mit dem Projekt überhaupt
Gewährleistung der Versor-                                  schieden wird. Die Bereit-        erreicht und wie es verwirklicht werden soll
gungssicherheit, um Wachs-                                  schaft, Entscheidungen zu         und welche voraussichtlichen Auswirkungen
tum und Beschäftigung.                                      akzeptieren, steigt, wenn die     es haben wird. Bedenken und Anregungen
   Schon wegen der dichten                                  Bürgerinnen und Bürger mit        können dann bereits in der Planungsphase
                               Foto: Bundesinnenministerium

Besiedelung in unserem Land                                 ihren Anliegen ernst genom-       eingebracht werden. Das Ergebnis wird an
bedeutet jedes größere Pro-                                 men werden und sie das Ver-       die zuständige Behörde übermittelt und an-
jekt auch, dass davon viele                                 fahren als transparent und        schließend im Planungsverfahren berück-
Menschen betroffen sind, die                                fair erlebt haben.                sichtigt. Diese frühe Beteiligungsmöglichkeit
negative Auswirkungen be-                                   Voraussetzung dafür ist eine      schafft nicht nur Transparenz, sie hilft auch,
fürchten und nach verträgli-                                effektive Möglichkeit der Be-     Konflikte zu vermeiden. Auch der Vorhaben-
cheren Alternativen fragen                                  teiligung. Zwar ist eine Öf-      träger kann von wichtigen Anregungen profi-
bzw. die Notwendigkeit von                                  fentlichkeitsbeteiligung be-      tieren und auf Aspekte aufmerksam werden,
Projekten generell in Frage Dr. Hans-Peter Friedrich        reits in vielen Genehmi-          die er sonst übersehen würde. Seine Planung
stellen. Sie ängstigen sich vor                             gungsverfahren       spezialge-   kann im Idealfall sogar optimiert werden, so-
der dauerhaften Veränderung ihrer gewohn- setzlich vorgesehen, sie findet dort allerdings     dass sowohl für die Öffentlichkeit als auch für
ten Umgebung und befürchten Lärm, erst in einem Stadium statt, in dem die ei-                 den Vorhabenträger eine Win-Win-Situation
Schmutz und Verkehrsbehinderungen wäh- gentliche Planung des Vorhabens bereits ab-            eintreten kann.
rend der Bauarbeiten und beim Betrieb. Aber geschlossen ist. Die bisherigen Beteiligungs-        Klar ist aber auch, dass selbst die beste Öf-
auch Menschen, die nicht unmittelbar be- formen sind dabei vor allem auf die Klärung          fentlichkeitsbeteiligung nicht jeden Konflikt
troffen sind, machen sich bei solchen Groß- von Rechtsfragen ausgerichtet. Andere As-         lösen kann. Es wird auch in Zukunft Streit
projekten Sorgen um die Umweltverträglich- pekte spielen bislang lediglich eine unterge-      über große Projekte geben. Wenn eine breite
keit und um die Auswirkungen auf Natur ordnete Rolle.                                         und frühzeitige Beteiligung aber dazu bei-

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BERICHTE | ANALYSEN

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                                                  Foto: iStockphoto.com

trägt, Konflikte zu entschärfen und für mehr
Akzeptanz zu sorgen, hat dies auch positive
Auswirkungen auf nachfolgende Genehmi-                                    IHK-Jahresthema Infrastruktur
gungs- oder Planfeststellungsverfahren. Sie
können schneller abgewickelt werden, weil
viele potenzielle Streitpunkte schon frühzei-
                                                                          Zentraler Standortfaktor
tig identifiziert und vielleicht sogar schon                              Unsere Infrastruktur bringt nicht nur und ausreichende Energieversorgung be-
bereinigt sind.                                                           Menschen und Güter von A nach B, sie sonders für die Wirtschaft ist. Der Ausbau
                                                                          transportiert auch Daten auf Hochge- intelligenter, verzahnter Netze ist nötig, da-
Keine zusätzliche Bürokratie                                              schwindigkeitsnetzen und Energie über mit wir hierzulande auch weiterhin günsti-
                                                                          Stromtrassen. Gut ausgebaut                              ge und sichere Energie für Un-
Wir wollen jedoch keine zusätzlichen büro-                                sorgt sie nicht nur für Mobilität                        ternehmen bereitstellen kön-
kratischen Hemmnisse aufbauen und neue                                    und Erreichbarkeit, sie beein-                           nen.
Verfahrenspflichten einführen. Die neue Re-                               flusst auch unsere Wettbewerbs-                             Neue Netze und Speicher
gelung verzichtet deshalb aus gutem Grund                                 fähigkeit und unsere Wachs-                              ebenso wie neue Kraftwerke
auf staatlichen Zwang. Sie verpflichtet viel-                             tumschancen. Dabei brauchen                              oder auch Windräder finden je-
mehr die Verwaltung, entsprechend auf den                                 wir eine verlässliche Infrastruk-                        doch nicht automatisch Zu-
Vorhabenträger einzuwirken. Jeder, der am                                 tur, die modernen Ansprüchen                             stimmung bei den Bürgerinnen
möglichst reibungslosen Gelingen seines                                   gerecht wird. Das Mindeste ist                           und Bürgern. Immer häufiger
Vorhabens interessiert ist, wird – schon aus                              der Erhalt der Substanz. Doch                            wenden sich Initiativen gegen
                                                                                                                              Foto: IHK

eigenem Interesse – gegenüber einer frühen                                marode Brücken, desolate Stra-                           Großbauvorhaben. Wir müssen
Öffentlichkeitsbeteiligung      aufgeschlossen                            ßen und langsame Stellen im                              hier auch als IHK-Organisation
sein. Es geht um Kooperation, nicht um                                    Schienennetz werden immer DIHK-Präsident                 mithelfen, frühzeitig neue und
Zwang. Schließlich trägt auch der Vorhaben-                               mehr zum Engpass für Mobili- Prof. Dr. Hans              offensive Wege der Kommuni-
träger das wirtschaftliche Risiko seiner Un-                              tät. Neben der physischen Infra- Heinrich Driftmann. kation zu gehen, beispielsweise
ternehmung und damit auch das Planungsri-                                 struktur wird auch der Aspekt                            durch die direkte Teilnahme
siko selbst. Es liegt deshalb in seiner Verant-                           der Sicherheit der IT-Netzinfrastruktur von Bürgern und Unternehmen am Pla-
wortung, den richtigen Zeitpunkt für eine                                 immer wichtiger, denn das Internet bietet nungsprozess, in Bürgerforen oder im In-
frühzeitige Bürgerbeteiligung vor Antragstel-                             neben allen Chancen auch ein Einfallstor ternet. Deutschland betritt hier vielfach
lung einzuschätzen.                                                       für Sabotage und Wirtschaftskriminalität.     Neuland. Dieser Prozess benötigt Zeit, der
   Eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung soll                                Verlässlichkeit und Sicherheit spielen ge- Ausbau der Infrastruktur Geld. Am Ende
es nicht nur bei großen Infrastrukturvorha-                               rade in der Energieinfrastruktur eine große steht hoffentlich ein Zuwachs an Erfah-
ben geben, bei denen ein Planfeststellungs-                               Rolle. Erinnern wir uns: Im letzten Winter rung und Wissen – und vor allem eine bes-
verfahren durchzuführen ist. Sie soll viel-                               stand Deutschland kurz vor einem Strom- sere Infrastruktur.
mehr auch bei anderen Großvorhaben erfol-                                 kollaps. Schuld waren Engpässe bei der Be-      Mit dem IHK-Jahresthema 2013 wollen
gen, die vergleichbare Auswirkungen auf die                               lieferung der Kraftwerke mit Gas. Dieses wir neue Impulse zur Debatte beisteuern.
Belange einer Vielzahl von Menschen haben.                                Beispiel zeigt, wie wichtig eine konstante Wenn wir heute die Herausforderungen in
Die neue Regelung wurde deshalb sehr weit                                                                               der Infrastruktur angehen, sind wir auch
gefasst und gilt z.B. auch beim Bau größerer                                                                            morgen noch wettbewerbsfähig. Infrastruk-
Anlagen mit immissionsschutzrechtlicher                                                                                 tur ist Zukunft, deshalb müssen wir heute
Genehmigungspflicht. Viele Unternehmen                                                                                  in die Wege für morgen investieren.    n
haben bereits in der Vergangenheit positive
Erfahrungen mit einer frühzeitigen Öffent-                                                                             Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann,
lichkeitsbeteiligung gemacht. Auch hieran                                                                              Präsident des Deutschen Industrie- und
wollen wir mit dem Planungsvereinheitli-                                                                               Handelskammertages (DIHK)
chungsgesetz anknüpfen; diese Vorbilder sol-
len durch dieses Gesetz zur Regel werden. n

                                                                                                                                                         01 | 13   13
BERICHTE | ANALYSEN

Kabinettssitzung auf der Kaiserburg

Starke Signale für die Region
Die Bayerische Staatsregierung hat bei ihrer Kabinettssitzung auf der Nürnberger Kaiserburg
am 18. Dezember zahlreichen Projekten in der Region Mittelfranken ihre Unterstützung zugesichert.

                                                                                                                                            Foto: Bayerische Staatskanzlei
Pressekonferenz des Ministerrats: Innenminister Joachim Herrmann, Finanzminister Dr. Markus Söder, Ministerpräsident Horst Seehofer, Wirt-
schaftsminister Martin Zeil und Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel (v.l.).

D
       ie Staatsminister um Ministerpräsi-       benötigten kommunalen Eigenanteile zu re-       Der Schwurgerichtssaal 600 soll nach dem
       dent Horst Seehofer beschlossen um-       duzieren. Finanzminister Dr. Markus Söder       Willen der Staatsregierung in seinen Zustand
       fangreiche Investitionen in den Berei-    präsentierte Überlegungen, den Flughafen        zur Zeit der Nürnberger Prozesse zurückver-
chen Infrastruktur, Forschung, Medizin und       Nürnberg durch ein internationales Kon-         setzt und ausschließlich als Erinnerungsstätte
Kultur. „Die Metropolregion Nürnberg ge-         gress- und Tagungszentrum (Convention           genutzt werden. Dadurch soll die Bewerbung
hört zu den großen Wirtschaftszentren            Center) der NürnbergMesse zu stärken. „Ein      um eine Anerkennung als Unesco-Weltkul-
Deutschlands und ist ein leistungsfähiger        Convention Center könnte neue Perspekti-        turerbe unterstützt werden. Zusätzlich will
High-Tech-Standort mit hervorragenden            ven für die Zusammenarbeit eröffnen und         die Staatsregierung die Einrichtung einer
Kompetenzen im Industrie- und Dienstleis-        bereits am Flughafen einen starken Messes-      „Internationalen Akademie Nürnberger
tungssektor“, erklärte Seehofer, der insbeson-   tandort repräsentieren“, so Söder.              Prinzipien“ fördern, die zu den Themen Völ-
dere die positiven Auswirkungen des Struk-                                                       kerstrafrecht und Menschenrecht forschen
turprogramms Nürnberg/Fürth der Staatsre-        Neuer Standort für die Forschung                und lehren soll. Das Germanische National-
gierung hervorhob. Er versprach: „Die konse-                                                     museum erhält 32 Mio. Euro für neue Depot-
quente Standortpolitik für ein innovatives,      Der Energie Campus Nürnberg (EnCN), für         flächen und eine Technikzentrale.
attraktives und lebenswertes Mittelfranken       dessen Aufbau das Kabinett 50 Mio. Euro be-        Um die Kultur- und Kreativwirtschaft
werden wir auch in Zukunft fortsetzen.“          reitgestellt hat, wird im Sommer 2013 seinen    nachhaltig zu fördern, plant die bayerische
   Zu den wichtigsten Entscheidungen der         Standort auf dem ehemaligen AEG-Gelände         Staatsregierung die Einrichtung eines „Baye-
Sitzung gehört die finanzielle Unterstützung     beziehen. Dort werden nach Überzeugung          rischen Zentrums für Kultur- und Kreativ-
für den kreuzungsfreien Ausbau des Fran-         von Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang          wirtschaft“. „Unser Ziel ist, Bayerns Spitzen-
kenschnellwegs mit 395 Mio. Euro. Dieser         Heubisch zur gleichen Zeit auch Teile des ge-   platz unter den kultur- und kreativwirt-
Ausbau sei das wichtigste kommunale Ver-         planten Helmholtz-Institutes Erlangen-          schaftlichen Regionen Europas weiter auszu-
kehrsprojekt der Metropolregion, erklärte        Nürnberg einziehen, das vor allem in den        bauen“, erklärte Wirtschaftsstaatssekretärin
Innenminister Joachim Herrmann. Die För-         Bereichen Verfahrenstechnik, Materialwis-       Katja Hessel. Das Zentrum soll Fachberatun-
dersumme entspricht knapp 90 Prozent der         senschaften und Elektrokatalyse forschen        gen, Workshops sowie Markt- und Potenzial-
geplanten Gesamtkosten für den Ausbau, der       wird. Zusätzlich soll für acht Mio. Euro in     analysten für Gründer in der Kreativwirt-
spätestens im Jahr 2014 beginnen soll. Auch      Nürnberg mit dem „Bionicum“ ein For-            schaft anbieten und bei der IHK Nürnberg
für die Stadtumlandbahn (StUB) wurde Un-         schungs- und Besucherzentrum entstehen          für Mittelfranken angesiedelt werden. Dabei
terstützung zugesagt: Das Projekt soll we-       (siehe Seite 16).                               soll es möglichst genau auf die Besonderhei-
sentlich durch das Bundesprogramm nach              Auch kulturell soll die Metropolregion       ten einzelner Bereiche der Kreativwirtschaft
dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz          Nürnberg durch Investitionen aufgewertet        eingehen. Für den Aufbau will die Staatsre-
(GVFG) finanziert werden. Die Staatsregie-       werden. Für eine Machbarkeitsstudie zur Er-     gierung in den kommenden drei Jahren rund
rung signalisierte darüber hinaus, die für den   richtung eines Konzertsaals in Nürnberg         fünf Mio. Euro investieren.                n
Bau der Straßenbahn zwischen Nürnberg,           werden 100 000 Euro im Rahmen des Bayeri-
Erlangen, Herzogenaurach und Uttenreuth          schen Kulturkonzepts zur Verfügung gestellt.    www.bayern.de

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                                                                                         Anzeige

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BERICHTE | ANALYSEN
Foto: Kaschibo/Fotolia.com

Bionik

Von der Natur abgeschaut
In Nürnberg soll ein Forschungs- und Besucherzentrum für Bionik entstehen. Wissenschaftler
der Ohm-Hochschule und der Universität Erlangen-Nürnberg entwickeln Innovationen, bei denen
„Technologien“ aus der Tier- und Pflanzenwelt die Vorbilder sind.

D
       as Kunstwort Bionik ist eine Kombina-       Stachelschweines inspirierten Wissenschaft-      Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber.
       tion der Begriffe Biologie und Technik.     ler, die Bauart auf medizinische und techni-     Er unterstrich die Besonderheit des Kon-
       Als Wissenschaftsdisziplin befasst sich     sche Anwendungen zu übertragen: Mit ihrer        zepts: „Das Bionicum in Nürnberg verbindet
die Bionik mit der „technischen Umsetzung          glatten, schuppenartigen Oberflächenstruk-       Forschung mit Umweltbildung vor der be-
von Konstruktions-, Verfahrens- und Ent-           tur dringen die Stacheln leicht ein und lassen   sonderen Kulisse eines zoologischen Gartens.
wicklungsprinzipien biologischer Systeme“,         sich wegen ihrer kleinen Widerhaken nur          Das ist deutschlandweit einmalig.“
so die Definition des Vereins Deutscher Inge-      schwer entfernen. Diese Eigenart soll für die       Das Besucherzentrum im Tiergarten, des-
nieure. Dabei liefern Pflanzen und Tiere aber      Entwicklung von Injektionsnadeln oder in-        sen Eröffnung im Jahr 2014 geplant ist, dient
keine Blaupausen. Im Kern geht es darum,           novativen Klebeverschlüssen genutzt werden.      außerdem als Plattform für die Wissenschaft,
die Erfindungen der Natur zu entschlüsseln                                                          um Forschungsprojekte zu präsentieren. Vor
und kreativ in technische Produkte und Ver-        Besucher-Zentrum im Tiergarten                   diesem Hintergrund werden im Rahmen des
fahren umzusetzen, wie einige Beispiele deut-                                                       „Bionicums“ drei Bionik-Projekte an der
lich machen: Die Haut von Haien ist mit Pla-       Das Bionik-Zentrum in Nürnberg, das die          Ohm-Hochschule Nürnberg und der Univer-
coidschuppen bedeckt. Diese fein gerillten Haut-   Bayerische Staatsregierung mit acht Mio.         sität Erlangen-Nürnberg gefördert: „Ohm-
zähnchen vermindern nicht nur den Strö-            Euro aus Mitteln der Initiative „Aufbruch        Krabbler“, „Künstliche Muskeln“ und „Biosol“.
mungswiderstand, sie verhindern auch, dass         Bayern“ unterstützt, wird aus zwei Kompo-           Mehr Beweglichkeit bei verbesserter Ener-
sich unerwünschte Untermieter wie Algen oder       nenten bestehen: einem Besucherzentrum im        gieeffizienz – mit diesen Zielen wollen Prof.
Seepockenlarven ansiedeln. Diese Eigenschaf-       Tiergarten sowie Forschungsprojekten der         Dr. Rüdiger Hornfeck und Prof. Dr. Peter
ten der Haihaut standen Pate bei der Ent-          Ohm-Hochschule Nürnberg und der Univer-          Heß neue Dimensionen der Robotik erschlie-
wicklung eines ungiftigen Anstrichs auf Sili-      sität Nürnberg-Erlangen. Im Obergeschoss         ßen. Als Vorbild dient dabei der Bewegungs-
konbasis, der auf Schiffsrümpfen als Schutz-       des Naturkundehauses auf dem Areal des           apparat der Spinnen. Sie pumpen Flüssigkei-
schicht gegen Bewuchs aufgetragen wird.            Zoos wird eine Dauerausstellung zum The-         ten in ihre Glieder, um ihre Beine hydraulisch
   Der Hai ist nicht der einzige Ideengeber        ma Bionik eingerichtet, die von Führungen,       anzutreiben. Die beiden Professoren von der
aus der Natur: Die Früchte der Große Klette        Seminaren und Vorträgen ergänzt wird. Das        Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstech-
(Arctium lappa) lieferten dem Schweizer In-        Veranstaltungsprogramm soll vor allem auf        nik der Ohm-Hochschule entwickeln für ih-
genieur Georges de Mestral die Anregung für        die Interessen von Kindern und Jugendlichen      ren Forschungsroboter (sogenannter „Ohm-
den Klettverschluss. Die flexiblen Pfoten von      eingehen: „Wir wollen vor allem junge Men-       Krabbler“) eine Hydraulik, die durch Druck-
Geparden waren Vorbild für Autoreifen, die         schen für die phänomenale Vielfalt der Natur,    unterschiede einer Flüssigkeit in der Kunst-
selbst bei hohen Geschwindigkeiten die Bo-         deren Innovationen und damit auch für die        stoffhülle des Roboters sehr effizient für Be-
denhaftung nicht verlieren. Die Stacheln des       Naturwissenschaften begeistern“, erklärte        wegung sorgt. Dies wäre eine Alternative zur

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BERICHTE | ANALYSEN

Verwendung von Elektromotoren als An-                                              in die technische Anwendung zu bringen.                     Kunststoffkabel weiterzuleiten. Über speziel-
trieb, die das Gewicht erhöhen und den Ro-                                         Dieses Ziel wollen Prof. Dr. Sigrid Leyende-                le Leuchtelemente, die sich am Ende des Ka-
boter schwerfälliger machen.                                                       cker und Prof. Dr. Jörg Franke erreichen. Die               bels befinden, kann das Licht dann Innen-
   Wissenschaftler der Universität Erlangen-                                       Wissenschaftler vom Department Maschi-                      räume erhellen. Um eine möglichst große
Nürnberg wollen Robotern ebenfalls zu mehr                                         nenbau der Technischen Fakultät der Univer-                 Dosis Sonnenlicht „einzufangen“, müssen die
Eleganz und gleichzeitig weniger Energiever-                                       sität erforschen Struktur, Produktionspro-                  Lichtleiter direkt im Fokuspunkt der konzen-
brauch verhelfen. Auch beim Projekt „Künst-                                        zesse, Steuerung und Anwendbarkeit der                      trierten Strahlen stehen. Diese Herausforde-
liche Muskeln“ ist der Ansatzpunkt, beim                                           künstlichen Muskeln, die am Ende des fünf-                  rung soll das Forschungsprojekt „Biosol“
Antrieb eine Alternative zu den traditionel-                                       jährigen Projekts gewöhnliche Antriebe in                   meistern: Nach dem Vorbild des menschli-
len Elektromotoren zu finden. Ein Weg ist                                          der Robotik ersetzen könnten.                               chen Auges soll eine Konzentratoroptik in
Foto: iStockphoto.com

dabei die Nachahmung der Muskeln, die Säu-                                           Neue Wege beschreiten seit einigen Jahren                 Komponentenbauweise aufgebaut werden,
getieren zu agilen, reaktionsschnellen und                                         Prof. Dr. Hans Poisel und sein Team, um Son-                die eine hohe Präzision der Lichtbündelung
flexiblen Bewegungen verhelfen. In der                                             nenlicht direkt zur hocheffizienten Raumbe-                 gewährleistet. Um die noch verbleibenden
Grundlagenforschung wurden Kunststoffe                                             leuchtung einzusetzen. Den Wissenschaftlern                 Abweichungen des Fokuspunktes auszuglei-
entwickelt, die sich durch elektrische Impulse                                     an der Fakultät Elektrotechnik Feinwerktech-                chen, nehmen sich die Forscher Pflanzen
zusammenziehen und damit ähnlich wie                                               nik Informationstechnik der Ohm-Hoch-                       zum Vorbild: Deren Blütenblätter reagieren
Muskeln funktionieren. Jedoch ist es bisher                                        schule ist es gelungen, direktes Sonnenlicht                auf Licht und strecken sich ohne Steuerung
nicht gelungen, diese „künstlichen Muskeln“                                        um das 700-fache zu konzentrieren und über                  von außen der Sonne entgegen.         aw. n

                        GEWERBEIMMOBILIEN FÜR HÖCHSTE ANSPRÜCHE                                                                                       IN DER METROPOLREGION

                                                                                                                        •   NEXT Business Lofts - Fürth
                                                                                                                            noch ca 2.000 m2 Nutzfläche, Räume ab 250 m2

                                                                                                                        •   Zuckerbär-Villa und -Neubau - Nürnberg
                                                                                                                            repräsentative Büroräume ab 160 m2

                                                                                                                        •   Blumenstraße 6 - Nürnberg
                                                                                                                            bis zu 5.300 m2 moderne und funktionale Büroflächen

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BERICHTE | ANALYSEN

145. Kammergespräch

Wissenschaftsstadt Nürnberg
Über die Investitionsprojekte der Bayerischen Staatsregierung in Mittelfranken
sowie über Steuerpolitik und Euro-Krise referierte am 3. Dezember Bayerns
Finanzminister Dr. Markus Söder beim „IHK-Kammergespräch“.
                                                                                                 gionalmarketing hinaus wichtige Projekte
                                                                                                 voranbringen können.
                                                                                                    Stärker wahrgenommen werde in Bayern
                                                                                                 das kulturelle Angebot in Nürnberg. „Hier
                                                                                                 holen wir auf“, sagte der Minister, der auch
                                                                                                 für die Bayerische Schlösserverwaltung zu-
                                                                                                 ständig ist und die Neugestaltung der Nürn-
                                                                                                 berger Kaiserburg angestoßen hat. Dort sol-
                                                                                                 len u.a. die Museen und Ausstellungen mo-
                                                                                                 dernisiert und der „Tiefe Brunnen“ besser
                                                                                                 präsentiert werden. Der Gerichtssaal 600 im
                                                                                                 Nürnberger Justizpalast, in dem die Nürn-
                                                                                                 berger Kriegsverbrecherprozesse stattfanden,
                                                                                                 soll mit Hilfe des Freistaates Weltkulturerbe
                                                                                                 werden und ein eigenes Tagungszentrum be-
Foto: bayernpress.com

                                                                                                 kommen. Der angedachte Konzertsaal ist für
                                                                                                 Söder ein weiteres wichtiges Thema, um die
                                                                                                 Außenwirkung Nürnbergs zu stärken. Der
                                                                                                 Saal müsse in ein Gesamtkonzept der bereits
                                                                                                 vorhandenen Spielstätten eingebunden wer-
                                                                                                 den und sich mit „mutiger Architektur“ prä-
Staatsminister Dr. Markus Söder bei seinem Vortrag im Historischen Rathaussaal.                  sentieren.
                                                                                                    Finanzminister Söder erläuterte beim

D
       er gebürtige Nürnberger warb dafür,         Verbessert werden soll laut Söder auch die    „IHK-Kammergespräch“ im Historischen
       im Großraum „gute Ideen mutig vor-       Verkehrsinfrastruktur in der Region Nürn-        Rathaussaal auch seine Positionen zu Euro
       zutragen“. Der nächste bayerische Dop-   berg: So solle mit Mitteln des Freistaats der    und Euro-Krise sowie zur deutschen und
pelhaushalt, in dem rund drei Mrd. Euro für     kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnell-        bayerischen Finanzpolitik. Abgesehen von
Investitionen in der Region Nürnberg vorge-     wegs endlich realisiert werden.                  der Überschuldung in den südeuropäischen
sehen seien, biete eine gute Basis, um Infra-      Um dem Flughafen Nürnberg wieder Auf-         Staaten sieht er die neue Steuererhöhungspo-
struktur, Forschung und Kultur in der Regi-     trieb zu geben, sei dort ein internationales     litik der neuen französischen Regierung als
on voranzubringen. Eine „Wissenschaftsstadt     Kongresszentrum der NürnbergMesse denk-          „Praxisschock“. Die zweitgrößte EU-Wirt-
von internationalem Rang“ schwebt dem Mi-       bar, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Söder      schaftsnation entscheide über das Schicksal
nister auf dem Quelle-Areal in der Fürther      ist. Um das Potenzial des Flughafens „von        der Euro-Zone wesentlich mit, mahnte der
Straße vor. Die Universität Erlangen-Nürn-      Aschaffenburg bis zum tschechischen Karls-       CSU-Politiker. Zudem wies er auf den ausge-
berg wäre bereit, dort einen High-Tech-Cam-     bad“ besser zu erschließen, forderte er die      glichenen bayerischen Haushalt hin, stellte
pus mitzuentwickeln. Bereits der gegenüber-     Realisierung der Nordanbindung des Flugha-       erneut seine Kritik am Länderfinanzaus-
liegende EnergieCampus Nürnberg (ECN)           fens, um eine direkte Verbindung zur Auto-       gleich dar und plädierte für einen Steuer-
habe mit seiner Forschung aus dem Stand         bahn zu schaffen. Ein „Prüfstein für die Stär-   wettbewerb auf Bundesländerebene. So kann
nationale Bedeutung erreicht. Zudem soll ein    ken“ der Metropolregion Nürnberg ist für         er sich etwa bei der Erbschaftssteuer einen
Helmholtz-Zentrum nach Nürnberg kom-            Söder die Stadt-Umland-Bahn (StUB) in das        regionalen Wettbewerb vorstellen, der nicht
men und die Ohm-Hochschule zur Techni-          Erlanger Umland. Hier müssten die Beteilig-      im ideologischen Streit, sondern im Praxis-
schen Hochschule ausgebaut werden.              ten zeigen, dass sie über das gemeinsame Re-     test entschieden würde.                  tt. n

                                                                                   Versicherungsmakler
                                                                                   Günther Huissmann Nürnberg
                                                                                   Versicherungs - Vermittlungs GmbH
                                                                                   Spittlertorgraben 29 - 90429 Nürnberg

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                                  IM DIENST DES KUND                               info@huissmann.de
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                                                                                                                        Skyline von Shenzhen.

Mittelfranken und Shenzhen

Enge Kontakte zum Perlfluss-Delta
S
        eit 15 Jahren sind die Wirtschaftsregi-   Patentschutz sowie Zugang zu Kapital und        statt, Chinas Technologieleitmesse und seit
        on Nürnberg und die südchinesische        öffentlichen Aufträgen.                         zwölf Jahren ein Höhepunkt des Bayerischen
        Sonderwirtschaftszone        Shenzhen        In diesem Umfeld fand im November ein        Messebeteiligungsprogramms. Mit zwölf
durch eine enge Partnerschaft verbunden. In       gemeinsames Wirtschaftsforum der Regio-         Unternehmen war der Freistaat wieder stark
dieser Zeit wurde eine Vielzahl von gemein-       nen Nürnberg und Shenzhen statt, zu dem         auf der Messe vertreten, zu der über 600 000
samen Projekten in den Bereichen Wirt-            eine Delegation aus Mittelfranken unter der     Messebesucher aus ganz China nach Shenz-
schaft, Hochschulen, Umweltschutz, Ge-            Leitung von IHK-Präsident Dirk von Vopeli-      hen gekommen waren. Auch 2013 wird Bay-
sundheitswesen, Kultur, Verwaltung und Me-        us und Hauptgeschäftsführer Markus              ern wieder mit einem Gemeinschaftsstand
dien realisiert.                                  Lötzsch nach Shenzhen gereist war. In der       auf der China Hi-Tech Fair präsent.
   Im vergangenen Jahr stand die Partner-         Metropole am Perlflussdelta mit ihren 15           Ein weiterer wichtiger Partner für die Regi-
schaft auch im Zeichen großer Umwälzungen         Mio. Einwohnern äußerten beide Seiten ihr       on Nürnberg ist der Pekinger Stadtbezirk
in China: Mit der Benennung von Xi Jing-          Interesse, die erfolgreiche Zusammenarbeit      Changping, der nicht nur 740 000 Einwoh-
ping, dem designierten Chef der Kommunis-         fortzusetzen und dabei Schwerpunkte auf die     ner, sondern auch moderne Wissenschafts-
tischen Partei der Volksrepublik China, und       Felder Energie- und Umwelttechnik sowie         und Industrieparks sowie rund 1 300 Unter-
Li Keqiang, dem künftigen Premierminister         Automatisierungstechnik zu legen. Verstärkt     nehmen und mehr als 40 Forschungsinstitute
und Nachfolger von Wen Jiabao, hat China          werden soll u.a. die Kooperation mit der        beherbergt.
einen Generationenwechsel in der politi-          Shenzhen Energy Group, einem der führen-           Zusätzlich zur allgemeinen wirtschaftli-
schen Führung eingeleitet. Beide gelten als       den Energiekonzerne Chinas, mit der die         chen Zusammenarbeit, die bereits 2006 zwi-
moderate Reformer und sagen öffentlich,           IHK Nürnberg bereits bei der Ausbildung         schen Nürnberg und Changping unterzeich-
dass die Korruption eine der größten Gefah-       von chinesischen Fachkräften zum „Euro-         net wurde, will man nun auch in der Berufs-
ren für die Stabilität des Landes sei. Zudem      pean Energy Manager“ zusammenarbeitet.          ausbildung nach dem Vorbild des deutschen
sollen der wirtschaftliche Reformkurs und         Wichtige Partner sind zudem das Chinesisch-     dualen Systems zusammenarbeiten. Dieses
die Öffnung des Landes fortgesetzt werden,        Deutsche Zentrum für Erneuerbare Energien       Abkommen wird vor Ort getragen durch die
erklärte Xi bei der Vorstellung des neuen         und die Deutsche Energieagentur. Als neuer      Deutsch-Chinesischen        Auslandshandels-
ständigen Ausschusses des Politbüros, der im      Partner gewonnen wurde die China Renewa-        kammern, mit denen die Nürnberger IHK in
März seine Arbeit aufnehmen wird. Zudem           ble Energy Society (CRES) in Peking, eine der   einem Pilotprojekt bereits chinesische Be-
fanden im August 2012 die zweiten Deutsch-        renommiertesten chinesischen Expertenge-        rufsschullehrer aus Peking mit dem Thema
Chinesischen        Regierungskonsultationen      meinschaften für erneuerbare Energien. Sie      Prüfungswesen vertraut macht. Das erklärte
statt, bei denen auch das 40-jährige Bestehen     ist nicht nur in der Forschung aktiv, sondern   Ziel ist es, deutsche Unternehmen bei der Su-
der diplomatischen Beziehungen zwischen           berät auch zu aktuellen energiepolitischen      che nach qualifizierten chinesischen Fachar-
China und Deutschland gefeiert wurde. Doch        Fragen. Im Rahmen ihrer weltweiten Koope-       beitern zu unterstützen. Interesse für ein Be-
auch mit neuen chinesischen Partnern steht        rationen bereitet die CRES derzeit gemein-      rufsbildungsprojekt wurde zudem von Be-
die deutsche Wirtschaft vor alten Herausfor-      sam mit der Deutschen Energieagentur eine       rufs-Colleges in der Partnerstadt Shenzhen
derungen, denn deutsche Unternehmen se-           vergleichende Studie zu den Energiestrategi-    signalisiert.                               n
hen sich bei Geschäften mit China noch im-        en in China und Deutschland vor.
mer mit zahlreichen Handelshemmnissen                Zeitgleich zum Besuch der IHK-Delegati-      IHK, Tel. 0911 1335-424
konfrontiert, z.B. in den Bereichen Rohstoffe,    on fand in Shenzhen die China Hi-Tech Fair      melanie.kress@nuernberg.ihk.de

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Messe-Kommunikation

Auf den ersten Blick
Messen bieten wie kein anderer Kommunikationsweg die Chance, direkt mit potenziellen
Kunden in Kontakt zu treten. Doch wie verläuft ein Erstkontakt optimal und wie kommt man mit
den Besuchern ins Gespräch? Von Claas Freese / Illustration: Anton Atzenhofer

                                 D
                                        er Ablauf eines typischen Erstgesprächs   möchte, sind beispielsweise das Fixieren von
                                        lässt sich in sieben Stufen unterglie-    Produkten oder das Suchen des direkten
                                        dern: In der ersten Stufe – der „non-     Blickkontakts. Im zweiten Schritt – der „An-
                                 verbalen Kontaktaufnahme“ – wird durch           sprache“ – gilt es, freundlich und souverän
                                 Körpersprache und Blickkontakt die Basis         das Gespräch aufzunehmen. Hier sollte die
                                 für das Gespräch gelegt. Einige grundlegende     immer noch häufig verwendete Floskel „Kann
                                 Verhaltensrichtlinien sind hierbei zu beach-     ich Ihnen helfen?“ jedoch vermieden werden.
                                 ten: Eine offene und positive Körpersprache      Besser geeignet sind individuelle Einstiegs-
                                 ruft Neugier und Interesse bei den Standbe-      fragen, die sich direkt auf den Kunden bezie-
                                 suchern hervor. Vor der Brust verschränkte       hen, wie „Kennen Sie unsere Produkte?“,
                                 Arme dagegen signalisieren ihm, dass er nicht    wenn dieser beispielsweise in einem speziel-
                                 erwünscht ist. Auch sollte der Firmenvertre-     len Produktprospekt blättert. Wichtig hier-
                                 ter darauf achten, ob der Besucher ein Ge-       bei: Der Aussteller sollte sich gleich zu Beginn
                                 spräch wünscht oder sich zunächst ein eige-      des Gesprächs vorstellen und dem potenziel-
                                 nes Bild über die Produkte oder Dienstleis-      len Kunden eine Visitenkarte anbieten.
                                 tungen verschaffen möchte. Indikatoren da-          Ist der Kontakt hergestellt, folgt die dritte
                                 für, ob ein Besucher angesprochen werden         Phase – die „Besucheranalyse“: Wenn Visi-

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