Sauerstoff Applikationssysteme
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AU SGA B E 46
Nummer 1/2021
Schutzgebühr: € 4,50
Deutsche Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V.
Sauerstoff-
Applikationssysteme
Illustration: Anusorn/AdobeStock
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Sauerstoffleitlinie Möglichkeiten Pflegeleistungen
2020: Applikations der Sauerstoff bei häuslicher
systeme versorgung PflegeO2 - R E P O R T 1 / 2 0 2 1
Liebe LOT-Mitglieder, liebe Angehörige, verehrte Leser,
Inhalt mit Freude überreichen wie Ihnen unseren neuen O2-Report. Freude über
verschiedene Dinge: Freude über das Abklingen der dritten Welle der
Pandemie und Freude über die zunehmenden Zahlen und auch Erfolge
Leitlinie der Corona-Impfungen. (Vor-)Freude auf
die zu erwartenden Lockerungen der Einschränkungen des sozia-
Sauerstoff-Applikationssysteme 4
len Lebens, auf Treffen mit Familie und Freunden usw. Und auch
die Freude darüber, dass wiederum viele Beteiligte mit ihren Bei-
Sauerstoffversorgung trägen zu dem Umfang dieses Heftes beigetragen haben – herzli-
Die unterschiedlichen Möglichkeiten chen Dank an Alle! Wie gewohnt informiert Sie das aktuelle Heft
der Sauerstoffversorgung 12 mit vielen Informationen zu verschiedenen Themen aus dem Be-
reich Sauerstoff und Beatmungstherapie. Dabei haben wir in die-
ser Ausgabe bewusst darauf verzichtet, Corona in den Mittelpunkt
Atmungstherapie zu stellen – bei all den pausenlos über die verschiedenen Medien
Vorstellung des Berufsbildes verbreiteten Informationen hatten wir das Gefühl, dass wir einmal
„Der/Die Atmungstherapeut/-in“ 21 eine „Corona-Pause“ brauchen.
Dr. med. Jens Geiseler
So finden Sie dieses Mal interessante Berichte über praktische
Tipps von und für Betroffene Aspekte der Sauerstoff-Therapie: Unser Vorsitzender, Dr. Geiseler, stellt den zweiten Teil der
Hurra, ich bin geimpft! … 25 aktualisierten Leitlinie zur Langzeit-Sauerstoff-Therapie vor, und Herr Schäferhoff berichtet aus
Sicht der Versorger über die verschiedenen Möglichkeiten der Sauerstoff-Versorgung mit vielen
hilfreichen Tipps – ich finde, dass diese beiden Artikel sich hervorragend ergänzen und Ihnen
Lungensport sicherlich wichtige Informationen für Sie persönlich, aber auch für Diskussionen in Ihren LOT-
Körperliche Aktivität in Zeiten Gruppen bringen.
von Corona 26 Wie gewohnt enthält dieser Report Berichte aus unseren aktiven LOT-Gruppen, unsere Kolum-
ne, Rätsel und weitere praktische Informationen.
Pflegegeld
Die Wahlperiode des aktuellen Vorstands neigt sich dem Ende zu – wir wurden 2017 für vier
Pflegeleistungen bei der Pflege zu Jahre gewählt. Rückblickend eine schöne, spannende Zeit, wobei es uns gelungen ist, viele Be-
Hause gibt es 30 troffene für die Übernahme von Aufgaben innerhalb Ihrer Selbsthilfegruppe und des Vorstands
zu gewinnen. Dennoch merken wir, dass diese Arbeit viel Kraft erfordert, die manchmal auf-
Lungentransplantation grund der eigenen Erkrankung und Belastung nicht mehr im gewünschten Umfang leistbar ist.
Aus diesen Gründen haben einige Vorstandsmitglieder erklärt, für eine weitere Wahlperiode
Patientenbericht 32 nicht mehr zur Verfügung zu stehen.
Für die LOT e.V. ist das eine große Herausforderung, denn wir wollen, dass die Betroffenen
LOT intern
selbst die Arbeit im Verein gestalten. Es ist uns gelungen, in intensiven Gesprächen einige neue
Engagierte Mitglieder im Porträt 34 Interessenten für die mögliche Übernahme der Vorstandarbeit zu gewinnen – vorausgesetzt, sie
werden von Ihnen als Mitglieder gewählt.
Save the date 37
Diese Wahl wird dieses Jahr hoffentlich in einer Präsenz-Mitgliederversammlung möglich sein:
Ursula Krütt-Bockemühl erhält Angesichts der abklingenden Pandemie – ein Rest-Risiko durch die neuen Virus-Varianten be-
Verdienstkreuz am Bande 37 steht dennoch – hat der Vorstand beschlossen, den diesjährigen Patientenkongress und unsere
Mitgliederversammlung als Anwesenheits-Veranstaltung durchzuführen: Aufgrund der immer
Gruppenleiter/-innen gesucht 38
weiter fortschreitenden Durchimpfung in Deutschland und der scheinbar nur in eine Richtung
LogIn für Forum und Chat auf fallenden Infektions- und Inzidenzzahlen ist aus unserer Sicht die Durchführung einer Mitglie-
www.sauerstoffliga.de 39 derversammlung in Präsenz möglich und vertretbar. Gleichzeitig möchten wir Sie zum vorange-
henden Patientenkongress mit anschließender Mitgliederversammlung am 18. September in
Kolumne 40 Mannheim einladen und freuen uns schon heute auf ein persönliches Wiedersehen. Die Einla-
Reisepläne & Erinnerungen 41 dung und Tagesordnung der Mitgliederversammlung liegen dem Heft bei. Da das diesjährige
Bad Reichenhaller Kolloquium aus Planungsgründen als Präsenz-Fortbildung ausgefallen ist,
„Hallo Leute“ – Jonas berichtet 42 haben wir unseren traditionellen Round Table der LOT e.V. am 26. Juni als web-basierte Fort
bildung abgehalten – eine Einladung hierzu ist an alle Gruppenleiter ergangen, mit der Bitte um
Wir gedenken Weitergabe der Zugangsdaten. Wir hoffen, dass Sie keine Scheu haben, sich mit der neuen Tech-
nik auseinanderzusetzen. Herr Kuntzsch, der im Vorstand dieses Projekt technisch betreut, steht
Nachruf für Gerhard Kulpe und Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung. Wir werden auch in Zukunft digitale Angebote für
Gerhard Ohrndorf 44 Sie haben, um mit Ihnen intensiver in einen regen Austausch zu treten.
An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle fleißigen Ideengeber und Autoren aus unseren
Rubriken Gruppen, der Redaktion, den Ärzten und Therapeuten und der Industrie, die diese Ausgabe
Rätsel 45 möglich gemacht haben!
LOT-Gruppen berichten 46 Wir wünschen Ihnen angenehme und interessante Stunden mit den vielfältigen informativen
Inhalten des aktuellen O2-Reports!
Kontaktdaten 48
Es grüßt Sie herzlichst aus dem schönen Ruhrgebiet
Rätselauflösung 49
Ihr
Beitrittserklärung 50 Dr. med. Jens Geiseler
Kontakte, Impressum, Inserenten Vorsitzender der Deutschen Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. und
Chefarzt der Medizinischen Klinik IV – Pneumologie, Beatmungs-und
verzeichnis 51
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Die neue Sauerstoff-Leitlinie 2020
Teil 2: Sauerstoff-Applikationssysteme
Im letzten O2-Report waren
die Indikationen zur Langzeit-
Sauerstoff-Therapie behandelt
worden, zusätzlich die Neue
rungen gegenüber der alten
Leitlinie wie z. B. die postakute
Sauerstoff-Therapie. Das aktuelle
Heft behandelt in Fortsetzung
Foto: detailblick-foto/AdobeStock
der Zusammenfassung der neu
en Langzeit-Sauerstofftherapie
die verschiedenen Sauerstoff-
Applikationssysteme.
Aufgrund technischer Weiterentwicklun- ■ Kostenrahmen des Gerätes sowie Be- Stationäre Sauerstoffkonzentratoren
gen der letzten Jahre stehen mittlerweile triebskosten ( Kosten für das jeweilige Stationäre Sauerstoffkonzentratoren (s.
für die Durchführung der Langzeit-Sauer- Gerät, Stromkosten, Kosten für Anlie- Abbildung 1) arbeiten mit Strom und ab-
stoff-Therapie verschiedene stationäre ferung von z. B. Flüssigsauerstoff) sorbieren und konzentrieren Sauerstoff
und mobile Versorgungssysteme zur Ver- aus der Umgebungsluft durch Trennung
fügung (nach LL LTOT): Wichtig hierbei ist, dass die Mobilität des von Sauerstoff und Stickstoff mittels einer
Patienten durch die Verordnung von Sau- Molekularsieb-Technik. Ein großer Vor-
Übersicht: Stationäre und mobile Sauer- erstoff gefördert werden soll, und nicht teil ist die fehlende Abhängigkeit von wie-
stoff-Versorgungssysteme durch Bereitstellung von zu schweren oder derkehrenden Lieferungen, von z. B. Flüs-
nicht ausreichend lange reichenden Sauer- sigsauerstoff durch die Versorger. Auf-
Stationäre Sauerstoffkonzentratoren stoffversorgungssystemen eingeschränkt grund des Stromverbrauchs entstehen
Mobile, Akku-betriebene werden kann. Allerdings ist hierbei auch jährlich zusätzliche Kosten für die betrof-
Sauerstoffkonzentratoren § 12 SGB V zu beachten, der eine zweck- fenen Haushalte, die jedoch durch die zu-
mäßige und wirtschaftliche Verordnung ständige Krankenkasse erstattet werden
Sauerstoff-Druckflaschen (aus Stahl, der Hilfsmittel vorschreibt. Dabei darf das müssen.
Aluminium und Karbon) Maß des Notwendigen nicht überschritten Infolge der Entwicklungen der letzten
Flüssigsauerstoff (stationär und mobil) werden – unwirtschaftliche Leistungen Jahre haben sich Größe und Gewicht,
dürfen von den Kostenträgern nicht bewil- insbesondere aber auch die Geräusch
Geräte für nasale High-Flow- ligt werden. Hier kann sich im Einzelfall entwicklung der Geräte positiv entwi-
Sauerstofftherapie ein Konfliktpotential zwischen dem Pa ckelt. Die Geräte sind kleiner geworden,
tienten mit seinen Ansprüchen und Wün- wiegen nur noch um die 20 kg und die
Entscheidend für die Verordnung eines schen, dem Leistungserbringer = Versorger Geräuschentwicklung überschreitet prak-
für den individuellen Patienten geeigneten und dem Kostenträger, in der Regel der tisch nie 50 Dezibel, teilweise liegt sie nur
Gerätes müssen mehrere Faktoren be- zuständigen Krankenkasse entwickeln. bei 31 Dezibel. Mit diesen Konzentra
dacht werden: Selbsthilfeorganisationen wie die LOT toren können Sauerstoffkonzentrationen
■ Eignung des jeweiligen Gerätes für e.V. können hier durch objektive und von über 90 % ± 5 % dem Patienten be
den individuellen Patienten (Mobili- kompetente Beratung zur Entschärfung reitgestellt werden, bei Flussraten von bis
tät, maximale Flussrate des Gerätes) oder Lösung dieser Konflikte beitragen. zu 5 l/min. Höhere Flussraten, z. B. für
4 O2-ReportLEITLINIE
atienten mit Lungenfibrosen, würden zu
P
einer Abnahme der Sauerstoffkonzentra-
tion führen.
In Zeiten der Corona-Pandemie wird
häufiger die Frage an die LOT gestellt, ob
nicht durch Konzentratoren auch in Aero-
solen befindliche Corona-Viren mit der
Luft angesaugt und dann an die Patienten
über die Schlauchsysteme zusammen mit
dem Sauerstoff abgegeben werden kön-
nen, sprich ob durch diese Konzentrato-
ren ein Infektionsrisiko besteht. Aufgrund
der Tatsache, dass die Konzentratoren im
Ansaugbereich mit einem Bakterien- und
Virenfilter versehen sind, ist eine Konta-
mination der Molekularsiebe praktisch
ausgeschlossen, so dass auch eine Über-
tragung von Corona-Viren unwahrschein-
lich erscheint – definitive Studien sind
aber momentan nicht vorhanden. Abbildung 1: Stationärer Sauerstoff Abbildung 2: Home-Fill-Sauerstoff
Alle Konzentratoren bedürfen einer re- konzentrator konzentrator
gelmäßigen technischen Wartung, die
vom Provider durchgeführt wird. Ebenso
ist ein regelmäßiger Filtertausch notwen- Mobile Sauerstoffkonzentratoren tragbaren Konzentrator eine Überprüfung
dig. Transportable, teilweise tragbare Sauer- sowohl in Ruhe als auch unter Belastung
Der größte Nachteil für mobile Patien- stoffkonzentratoren werden in den letzten notwendig, ob das Gerät die Anforderun-
ten ist der eingeschränkte Aktionsradius Jahren von diversen Herstellern in immer gen für eine ausreichende Sauerstoff-Ver-
für den Patienten. Dieser ergibt sich durch größerer Anzahl auf den Markt gebracht. sorgung unter den gewählten Bedingun-
die maximale Länge des am Konzentrator Unterschiede betreffen neben dem Ge- gen leisten kann. Solche Konzentratoren
angebrachten Schlauchsystems – Längen wicht (bei tragbaren Konzentratoren zwi- können auch während Auto-Fahrten und
von 10-15 m sind üblich. Somit muss bei schen 1,9 und 4,5 kg, bei transportablen Flügen verwendet werden – im Flugzeug
Versorgung von mobilen Patienten mit Konzentratoren bis 8,6 kg) die maximal müssen Ersatz-Akkus (Mengenbegren-
stationären Konzentratoren zusätzlich erreichbaren Flussmengen, die Fähigkeit, zung je nach Fluggesellschaft) mitgenom-
aus prognostischer Indikation eine mobile neben On-demand auch kontinuierliche men werden.
Sauerstoff-Versorgung bereitgestellt wer- Sauerstoff-Flüsse abgeben zu können, und Vergleichende Aufstellungen der Leis-
den. die Betriebszeit der Akkus. tungen der Geräte sowie weitere techni-
Einige Konzentrator-Modelle besitzen Meistens ist bei den tragbaren Konzen- sche Daten wie Gewicht bzw. Akku-Lauf-
gleichzeitig eine Füllmöglichkeit von tratoren nur die On-demand-Bereitstel- zeiten der aktuell verfügbaren Geräte
Druckgasflaschen (Home-Fill-Geräte). lung von Sauerstoff möglich. Aufgrund können über die Industrie oder z. B. über
Wichtig ist hierbei, zu überprüfen, ob und der unterschiedlichen Charakteristika ist die LOT e. V. bezogen werden (s. Abbil-
in welcher Höhe Sauerstoff neben der Fül- immer mit dem jeweils beabsichtigten dung 4)
lung der Flasche auch an den Patienten
abgegeben werden kann – hier bestehen
zwischen den Geräten teilweise erhebliche
Unterschiede, die bei der Verordnung be-
rücksichtigt werden müssen.
Stationäre Konzentratoren eignen sich
aufgrund ihres konstanten Sauerstoff-
Flusses auch für die Einspeisung von Sau-
erstoff in die Geräte bzw. Schlauchsyste-
me von CPAP- oder Heimbeatmungsgerä-
ten – on-demand-Sauerstoff-Flüsse sind
hierbei nicht geeignet. Bei Direkteinlei-
tung über die Geräte muss in den aller-
meisten Fällen die Befeuchtung, so sie sich Abbildung 3: Verwendung von Sauerstoff gemeinsam mit CPAP- bzw. Beatmungsgerät
am Konzentrator befindet, vor der Ver- 3.a. Einspeisung über speziellen Adapter direkt in das Beatmungsgerät (Cave: meist darf
wendung am Überdruck-Gerät abgebaut der zugeführte Sauerstoff nicht zusätzlich angefeuchtet werden)
werden, um Geräteschäden zu vermeiden. 3.b. Einspeisung direkt in das Schlauchsystem über T-Stück
1. Halbjahr 2021 5LEITLINIE
Abbildung 4:
Vergleichende
Aufstellung
von tragbaren
Konzentratoren
(Flyer LOT e.V., 2021)
6 O2-ReportLEITLINIE
Transportable Konzentratoren haben
ein höheres Gewicht, und können sowohl
intermittierend als auch kontinuierlich
Sauerstoff liefern. Die einstellbaren Stufen
entsprechen wie bei den tragbaren Kon-
zentratoren nicht den numerischen Fluss-
raten der Geräte und müssen aufgrund
individueller Testung für jeden Patienten
festgelegt werden.
Sauerstoff-Druckflaschen
Sauerstoff-Druckflaschen speichern kom-
primierten Sauerstoff und haben in der
Regel einen Druck von 200 bar. Aus die-
sem Druck und der Größe der Flasche er-
gibt sich die zur Verfügung stehende Sau-
erstoffmenge (Formel: Sauerstoffmenge = Abbildung 5:
Volumen x Flaschendruck). tragbare Sauer
Tragbare Flaschen enthalten in der stoff-Flasche
Regel 180–400 Liter reinen Sauerstoff
und damit nur ca. ¼ bis 1⁄5 einer ver-
gleichbaren Flüssigsauerstoff-Flasche. Flüssigsauerstoff Kälteschäden, nachteilig ist die Abhängig-
Mit Ausnahme von Home-Fill-Appara- Flüssigsauerstoff bedeutet eine Speiche- keit vom Provider, der für die regelmäßige
ten (siehe hierzu Unterpunkt a) besteht rung von Sauerstoff bei einer Temperatur Wiederbefüllung bzw. den Austausch der
eine Abhängigkeit von Nachlieferungen von –186 Grad Celsius in isolierten großen Tanks zu Hause verantwortlich
durch den Provider. Größter Nachteil ist Speicherbehältern. Dabei entspricht 1 Li- ist. Bei der Berechnung der Intervalle für
bei Stahlflaschen das deutlich höhere Ge- ter Flüssigsauerstoff ca. 860 Liter gasför- das Wiederauffüllen muss eine spontane
wicht als bei Flüssigsauerstoff – hier- migem Sauerstoff. Die Speicherung er- Verdampfungsrate in einer Größenord-
durch kann die Mobilität der Patienten folgt sowohl in großen Tanks mit einer nung von 0,44 Liter Flüssigsauerstoff/Tag
teilweise erheblich eingeschränkt wer- Kapazität von 30–50 Liter als auch in mit einberechnet werden. Mobile Patien-
den. Durch Verwendung anderer Materi- kleinen tragbaren Einheiten, sog. Strol- ten profitieren besonders vom geringen
alien wie Aluminium und Carbon sinkt lern. Vorteilhaft ist die Wiederbefüllung Gewicht der Stroller (minimal bei
das Gewicht, allerdings um den Preis hö- der Stroller durch den Patienten selbst, 0,5-Liter-Strollern 1,6 kg) und der größe-
herer Kosten. unter Beachtung der Vermeidung von ren Menge des verfügbaren Sauerstoffs,
der eine größere Aufenthaltsdauer z. B.
außerhalb des Hauses ermöglicht.
Abbildung 6: Tanks Diese Zeit kann durch Verwendung
in verschiedenen von Demand-Systemen noch weiter ge-
Größen für Flüssig steigert werden.
sauerstoff
Demand-Ventile
Demand-Ventile dienen der Einsparung
von Sauerstoff, indem sie diesen nur bei
der Einatmung an den Patienten abgeben.
Wichtig hierfür sind ein schnelles und zu-
verlässiges Erkennen der Einatmung des
Patienten, gekoppelt mit einer schnellen
Abgabe einer ausreichend hohen Sauer-
stoffmenge während der ersten Phase der
Einatmung. Demand-Ventile können wie
z. B. bei den tragbaren Sauerstoffkonzent-
ratoren in die Geräte integriert sein, oder
als zusätzliche Geräte z. B. an Sauerstoff-
flaschen angebracht werden – in beiden
Fällen bedeutet das eine Gewichtszunah-
me der Geräte für die Sauerstoff-Thera-
pie. Je nach Atemmuster des Patienten
8 O2-ReportLEITLINIE
(hohe Atemfrequenzen bringen weniger Die Effekte auf Gehstrecke und Atemnot
Einsparpotential) sind bis zu Verdopplun- waren vergleichbar, wenn auch ein Fünf-
gen der Zeiten der mobilen Sauerstoff- tel der Patienten mit Demand-Systemen
Versorgung möglich. Im Gegensatz zum eine um mindestens 4 % niedrigere Sätti-
kontinuierlichen Sauerstofffluss wird gung unter Belastung verglichen mit den
während der Ausatmung (durch den Ruhewerten aufwies.
Mund) der Raum der Nase (ca. 50 ml)
und ggf. des Nasenrachenraums (weitere Befeuchtung während der Sauerstoff
50 ml) nicht mit reinem Sauerstoff gefüllt, therapie
so dass mit On-demand-Systemen trotz Sauerstoff wird sowohl aus Sauerstoff-
des höheren Flusses bei der Sauerstoffab- konzentratoren, Sauerstoffflaschen und
gabe um ca. 2–5 % niedrigere inspiratori- bei Flüssigsauerstoff als trockenes Gas
sche Sauerstoffkonzentrationen resultie- aus den Geräten abgegeben. Insbesondere
ren. Dieser Effekt kann insbesondere bei bei hohen Flüssen dieses trockenen Gases
Belastung von Bedeutung sein. Insofern kann es zu einer Reizung der Nasen-
sind Testungen der Eignung des Einsatzes schleimhaut kommen: Entzündungen der
von Demand-Ventilen sowohl unter Ru- Schleimhäute, trockene Schleimhäute
he, als auch unter Belastungsbedingungen oder Nasenbluten können auftreten. Die
absolute Voraussetzung für die Verord- alte Leitlinie zur Langzeit-Sauerstoff-The-
nung. Dabei soll entsprechend der Emp- rapie hatte ab einer Flussrate von 2 Liter/
fehlung der aktuellen Leitlinie zur Lang- Minute eine zusätzliche Befeuchtung des
zeit-Sauerstoff-Therapie aufgrund der Sauerstoffs empfohlen. Kritisch dazu
technischen Unterschiede zwischen ver- Abbildung 7: Helios Marathon muss angemerkt werden, dass Daten über
schiedenen Demand-Systemen und auch positive Effekte der Befeuchtung schon
der Sauerstoff-Devices explizit das ver- damals nicht vorhanden waren, und auch
ordnete Gerät/die verordnete Gerätekom- antwortlich sein. Die Sorge vor einer nicht in der Zwischenzeit nicht dazu gekom-
bination getestet werden. Ein positives so ausreichenden Sauerstoffversorgung men sind. Zudem sinkt die Effektivität
Testergebnis liegt nur vor, wenn in Ruhe durch die gepulste Sauerstoffabgabe bei einer möglichen Befeuchtung, je Patien-
ein Sauerstoffpartialdruck von mindes- tragbaren Konzentratoren spielt mögli- ten-ferner diese in das Schlauchsystem in-
tens 60 mmHg erzielt wird, unter Belas- cherweise auch eine Rolle, erscheint aber tegriert wird. Über die Problematik der
tung die Sauerstoffsättigung nicht unter durch die notwendige Testung vor der Einleitung von angefeuchtetem Sauerstoff
90 % abfällt sowie die Gehstrecke mit Verordnung als Grund eher nachrangig. in Beatmungsgeräte wurde schon weiter
dem zu verordnenden System um mindes- In den letzten Jahren wurden die ver- oben berichtet. Zusammenfassend er-
tens 10 % zunimmt und gleichzeitig die schiedenen Systeme bezüglich ihrer Effek- scheint eine Befeuchtung bei der Verwen-
Atemnot (bestimmt mit der Borg-Skala) tivität in sogenannten randomisierten Stu- dung von Sauerstoff nur möglichst Patien-
um mindestens 1 Punkt abnimmt. dien untersucht. Gloeckl und Mitarbeiter ten-nah sinnvoll.
verglichen bei hypoxämischen COPD-Pa-
Vergleich von Continuous-Flow tienten mit LTOT die Gehstrecke in einem Applikationssysteme
versus Demand-Flow in Ruhe und bei Ausdauer-Test mit drei verschiedenen Sys- Bezüglich der Applikationssysteme für die
Belastung temen (kontinuierliche Sauerstoffgabe, Langzeit-Sauerstoff-Therapie steht in der
Flüssigsauerstoff-Stroller und tragbare Sauerstoffgabe mit Demand-Ventil (Flüs- aktuellen Leilinie folgendes Statement:
Konzentratoren unterschieden sich bei ei- sigsauerstoff) und tragbarer Sauerstoff- Die Nasenbrille stellt die bevorzugte Ap-
nem Fluss von 3 Liter Sauerstoff/Minute konzentrator mit Demand-Steuerung). plikationsform dar. Eine Befeuchtung des
in einer älteren Untersuchung nicht be-
züglich der Belastbarkeit und der Effekte
auf die Sauerstoffsättigung.
Dennoch wird von einem Großteil der
Patienten mit Sauerstofftherapie die Ver-
wendung von Flüssigsauerstoff besser ein-
geschätzt als die Verwendung von tragba-
ren Flaschen und tragbaren Konzentrato-
ren – ursächlich hierfür dürften v. a. Ge-
wichtsvorteile sein. Aber auch das Wissen
um die höhere Sauerstoffmenge die bei
Flüssigsauerstoff mitgeführt wird, könnte
für ein höheres Sicherheitsgefühl ver Abb. 8: Sauerstoffbrille Abb. 9: Oxynasor Nasenbrille
10 O2-ReportLEITLINIE
Sauerstoffs ist nicht regelhaft erforderlich. schen Gründen mindestens 1-mal monat- kürzer. Sollte die Therapiedauer deutlich
Am meisten verbreitet sind Nasenbril- lich, bei deutlicher Verschmutzung/Sekre- abnehmen, sollte der Patient nochmals
len bzw. Nasensonden. Das am häufigsten tablagerung im Rahmen von Infekten der auf die Vorteile einer mindestens 15-stün-
verwendete Material ist aus Preisgründen oberen Atemwege sind kürzere Intervalle digen Therapie hingewiesen werden.
PVC, nachteilig kann hier die Material- notwendig. Aus kosmetischen Gründen
härte sein. Weichere Sonden bestehen z. B. entscheiden sich einige Patienten, die Na- Langzeitsauerstoff-Therapie und
aus Kraton oder phthalfreiem Silikon. sensonden in Brillengestelle zu integrie- Rauchen
Sollten durch die Sonden Schleimhaut- ren. Sauerstoff ist zwar selbst nicht brennbar,
schäden v.a. im Bereich der Naseneingän- beschleunigt aber Verbrennungsvorgänge.
ge verursacht worden sein, können bis Wann soll eine Langzeit-Sauerstoff- Rauchende Patienten haben ein erhöhtes
zum Abheilen sogenannte Nasal-Oral- Therapie kontrolliert werden? Risiko für Verbrennungen v. a. im Gesicht
Brillen (frühere Bezeichnung: Oxynasor) Die Empfehlung der Leitlinie lautet: Die beim Rauchen und gleichzeitiger Verwen-
verwendet werden, bei denen das mit LTOT sollte in Bezug auf Indikationsstel- dung von Sauerstoff über Nasensonden
mehreren Luftauslässen versehene Sonde- lung, Flussmenge, Therapieeffekte und bzw. -brillen.
nende auf der Oberlippe platziert wird, Adhärenz nach etwa 3 Monaten über- Insofern sollte sowohl aus prognosti-
und um das Ende der Sonde herum eine prüft werden. Die folgenden Kontrollin- schen Gründen als auch aus Gründen des
Sauerstoff-Wolke entsteht, die dann über tervalle sollten sich am klinischen Zu- Patientenschutzes der Patient zur Aufgabe
Mund und/oder Nase eingeatmet werden stand des Patienten bzw. der Therapiead- des Tabakrauchens motiviert werden.
kann. Maximale Flussraten von 3 Liter härenz orientieren. •
O2/Minute sind zugelassen. Eine Verwendungsdauer von 15 Stun-
Wie häufig sollen die Nasenbrillen/- den täglich ist anzustreben, bei aus- Autor: Dr. med. Jens Geiseler
sonden gewechselt werden? Aus hygieni- schließlicher Belastungshypoxämie auch Vorsitzender der LOT e.V.
Oxynasor Supra
Die Sauerstoffwolke, die Sie nachts aufatmen lässt.
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Der Oxynasor erzeugt bei der Sauerstoffzufuhr eine Sauerstoffwolke, die nasal und/oder oral eingeatmet werden kann. Der Oxynasor
kann so auch für Patienten mit verlegter Nasenatmung oder nächtlicher Mundatmung (Schnarchen) eine sichere Sauerstoffzufuhr ge-
währleisten. Das Verfahren ist wissenschaftlich validiert und für eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr von bis zu 3 Liter Sauerstoff/min
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Die unterschiedlichen Möglichkeiten
der Sauerstoffversorgung
Ohne Sauerstoff kann der Mensch nicht leben.
Illustration: artegorov3@gmail/AdobeStock
Jede Zelle im Körper benötigt dauernd Sauerstoff. Selbst eine Sauerstoffarmut, die Langzeit-Sauerstoff-Therapie – LTOT
im Moment keine spürbaren Auswirkungen hat, ist auf Dauer gefährlich. Es gibt (long term oxygen therapy)
viele verschiedene Erkrankungen, die eine starke Verringerung des Sauerstoffs im Unter einer Langzeit-Sauerstoff-Therapie
Blut (Hypoxämie) und im Gewebe (Hypoxie) verursachen können. Dieser Sauerstoff (engl.: long-term oxygen therapy = LTOT)
mangel kann in schweren Fällen auch chronisch sein. An erster Stelle dieser Krank wird die Applikation von Sauerstoff für
≥ 15 Stunden/Tag für chronisch hypoxä-
heiten steht die Chronisch Obstruktive Atemwegserkrankung (COPD), eine Form der
mische Patienten mit unterschiedlichen
chronischen Bronchitis, die besonders häufig bei Rauchern und bei Bewohnern von
Grunderkrankungen verstanden.
Gegenden mit hoher Luftverschmutzung auftritt. Die Folgen des Sauerstoffmangels Im Laufe der Jahre haben zahlreiche
können durch eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie behandelt, bzw. reduziert werden. Studien die positiven Effekte der Lang-
In diesem Artikel werden im Bereich Flüssigsauerstoff hauptsächlich Geräte des zeit-Sauerstoff-Therapie belegt, sodass
Herstellers Caire beschrieben, da dessen Geräte in Deutschland und weltweit am ihre Effektivität unbestritten ist.
weitesten verbreitet sind. Selbstverständlich gibt es auch andere gute Hersteller, Die Langzeit-Sauerstoff-Therapie ist
deren Geräte ähnlich funktionieren. heute eine allgemein anerkannte und ak-
zeptierte Behandlungsform bei chroni-
schen Atemwegserkrankungen und wird
als Goldstandard zur Behandlung von
Gender-Klausel: Alle Personen und Funktionsbezeichnungen, die in diesem Artikel COPD angesehen.
in der männlichen Form verwendet werden, gelten sinngemäß auch in der weib „Die Indikation für eine LTOT liegt
lichen Form. Lediglich aus Gründen der Vereinfachung wurde oft nur die männliche entweder bei einem PaO2 ≤ 55 mmHg vor
Form gewählt. oder aber bei einem PaO2 > 55 mmHg
und ≤ 60 mmHg, wenn zusätzlich eine se-
12 O2-ReportSAU ERSTOFFVERSORGU NG
kundäre Polyglobulie (Hämatokrit ≥ 55 %) ebenso schädlich sein wie zu wenig. Die Versorgung mit Flüssigsauerstoff
und/oder ein Cor pulmonale mit und oh- Die Entscheidung, welches Therapie- besteht aus zwei Einheiten:
ne Rechtsherzinsuffizienz vorliegen. Die gerät für welchen Patienten geeignet ist,
Indikation zur LTOT ist gegeben, wenn hängt maßgeblich von zwei Kriterien ab: Stationärer Behälter (BU = Base Unit)
nach Ausschöpfen anderer adäquater Flowbedarf (l/min) und Mobilität (Std/ Die Base Unit ist dafür gedacht, dem Pati-
Therapieformen eine chronische Hypoxä- Tgl). enten die stationäre Sauerstofftherapie
mie noch immer nachweisbar ist.“ (S2 Zu beachten ist natürlich auch die ge- zuhause zu ermöglichen.
Leitlinien 08/2020) nerelle körperliche Verfassung des Patien- Durch einen Untersatz auf Rollen kann
ten. Ist Er in der Lage, das Gerät zu tra- der Behälter in der Wohnung bewegt wer-
Was kann eine LTOT bewirken? gen? Wird ein Rollator oder ein Rollstuhl den.
■ Anstieg der Sauerstoffkonzentration genutzt? Standbehälter haben eine Artikelbe-
in den Lungenbläschen Für Patienten, die sehr mobil sind (>3 zeichnung gefolgt von einer Zahl, die Auf-
■ Erweiterung der Lungengefäße Std/Tgl) und/oder die einen hohen Flow- schluss über die Menge an LOX gibt, die
■ Drucksenkung im Lungenkreislauf bedarf von mehr als 5l/min haben, ist das jeweilige Gerät beinhaltet. (z. B. Libe-
■ Entlastung der rechten Herzhälfte Flüssigsauerstoff eine sinnvolle Versor- rator 45)
■ Erhöhung des Sauerstoffgehaltes im gungsmöglichkeit. Eine BU mit 45 Litern LOX beinhaltet
Blut also 38300 Liter nutzbaren, gasförmigen
■ Weniger Exazerbationen/Weniger Flüssigsauerstoff Sauerstoff.
Krankenhausaufenthalte (LOX = Liquid Oxygen)
■ Steigerung der Pumpfunktion des Flüssigsauerstoffsysteme bieten die größt-
Herzens mögliche Autonomie bei einer Langzeit-
■ Die Anzahl der vermehrten roten Sauerstoff-Therapie und erlauben dem
Blutkörperchen nimmt ab, Fließeigen- Patienten, sich aufgrund der leichten und
schaft des Blutes verbessert sich kompakten mobilen Einheit, auch lange
Zeit außerhalb des häuslichen Umfelds
Nebenwirkungen aufzuhalten.
Im Prinzip ist eine Langzeit-Sauerstoff- Bei der Herstellung wird gasförmiger
Therapie, auch bei langjähriger Anwen- Sauerstoff auf –183 °C herunter gekühlt,
dung, frei von Nebenwirkungen. Voraus- wodurch sich dieser verflüssigt und deut-
setzung dafür ist eine strikte Einhaltung lich kompakter wird.
der vom Arzt verschriebenen Sauerstoff- 1 Liter LOX entspricht 853 Liter gas-
flussraten. förmigen Sauerstoff.
LOX ist ein Fertigarzneimittel, das ge-
Dosierung mäß des Arzneimittelgesetzes behandelt
Die Dosierung wird von Ihrem Lungen- wird. Die hergestellten Chargen werden Base Unit I nnenansicht
facharzt vorgegeben und muss beachtet täglich von Apothekern auf Reinheit Base Unit
werden, denn zu viel Sauerstoff kann (>99,5 %) geprüft und freigegeben.
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Innere Medizin, Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin
Chefarzt Dr. Ch. Geltner MSc, MBA T 08651 772 351 , F 08651 772 151
Kreisklinik Bad Reichenhall E christian.geltner@kliniken-sob.de Wir sind Mitglied im LungenZentrum Südost
Riedelstr. 5, 83435 Bad Reichenhall www.kreisklinik-badreichenhall.de www.lungenzentrum-suedost.de
1. Halbjahr 2021 13SAU ERSTOFFVERSORGU NG
Der doppelwandige, vakuumisolierte gesehen von BUs für den pädiatrischen einem tragbaren Gerät. Die Mobilteile
Thermobehälter dient zur Lagerung des Einsatz verfügen alle Liberator Modelle können an der BU von oben befüllt wer-
Flüssigsauerstoffes (LOX ca. –183 °C) standardmäßig über einen Flow bis 15 Li- den (top-fill), an der Seite (side-fill) oder
und wird durch zwei Sicherheitsventile ter pro Minute. die BU bietet beide Möglichkeiten an (du-
vor übermäßigem Druckaufbau geschützt. Die Systeme „Companion“ und „Heli- al-fill).
Das primäre Sicherheitsventil regelt den os“ sind noch im Umlauf, werden aber Der sauerstoffpflichtige Patient hat da-
Betriebsdruck des Behälters, der bei 1,4 seit 2018, bzw. 2019 nicht mehr herge- mit die Möglichkeit, sein häusliches Um-
bar liegt. Das Vakuum zwischen dem in- stellt (Quelle: Hersteller Caire). feld für die täglichen Erledigungen zu ver-
neren und dem äußeren Behälter isoliert lassen.
den tiefkalten Flüssigsauerstoff und Vergleich der Systeme:
schränkt die Eigenverdampfung ein. Liberator Mobilteile System Liberator:
An dieser digitalen Anzeige lässt sich ■ Größte Behälterauswahl (20–60 L) Stroller
der aktuelle Füllstand ablesen: ■ Bis max. 15 LPM ■ Fassungsvermögen: 1,2l LOX
■ elektrische Füllstandanzeige ■ Floweinstellung: 0.25, 0.5, 0.75, 1,
■ Geringe Verdampfungsrate pro Tag 1.5, 2, 2.5, 3, 4, 5, 6
■ Externer Kondenswasserbehälter ■ Gewicht gefüllt: 3,6 kg
■ Reichweite bei 2 l/min: ~8 Std.
Helios
■ 36 & 46 L Sprint
■ Bis max. 10 LPM ■ Fassungsvermögen: 0,6l LOX
■ elektrische Füllstandanzeige ■ Floweinstellung: 0.25, 0.5, 0.75, 1,
■ Geringste Verdampfungsrate pro Tag 1.5, 2, 2.5, 3, 4, 5, 6
Abbildung 3: Digitale Füllanzeige – ■ Interner Kondenswasserbehälter ■ Gewicht gefüllt: 2,7 kg
0/1 ist leer, 1/1 ist komplett gefüllt. ■ Reichweite bei 2 l/min: ~4 Std.
Companion
Bei Therapiebeginn wird ausgerechnet, ■ 31 & 41 L Higflow Stroller
wie lange der Patient mit der Füllmenge ■ Bis 6 LPM ■ Bei hohem O2 Bedarf, bis zu 15l/min
auskommt. Dann wird ein regelmäßiger ■ Ohne Batterien einstellbar.
Termin vereinbart, an dem der Service- ■ Höchste Verdampfungsrate ■ Floweinstellung: 0.5, 1, 2, 2.5, 3, 4,
techniker des Versorgers die BU wieder pro Tag 68, 10, 12, 15
auffüllt. ■ Externer Kondenwasserbehälter ■ Fassungsvermögen: 1,2 l LOX
Base Units des weit verbreiteten Typs ■ Gewicht gefüllt: 3,86 kg
Liberator werden mit folgenden Fas- Mobile Flüssigsauerstoffgeräte ■ Reichweite bei 2 l Flow: ~ 8 Stunden
sungsvermögen hergestellt: 20, 30, 37, 45 Die Versorgung mit Flüssigsauerstoff ■ Reichweite bei 15 l Flow: ~ 1 Stunde
& 60 Liter, wobei die Standardversor- besteht immer aus der Kombination von
gung mit 45l BUs durchgeführt wird. Ab- einem Standgerät (Base Unit = BU) und
Companion BU Links Stroller, rechts Sprint
Helios BU BU Sidefill Highflow Stroller
14 O2-ReportAlle Therapiegeräte dieser Anzeige sind verordnungsfähig.
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■ Fassungsvermögen: 1,2l LOX Inhalation Shop-Preis
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O XY C ARE Medical Group GmbH
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1. Halbjahr 2021 E-Mail ocinf@oxycare.eu · Shop www.oxycare.euSAU ERSTOFFVERSORGU NG
Helios Marathon 850 Demandsysteme Flüssigsauerstoff
■ Fassungsvermögen: 0,84l LOX Wie bei allen mobilen Sauerstoffgeräten,
■ Floweinstellung: 1, 2, 3, 4, 5, 6 so ist auch beim Flüssigsauerstoff eine Ver-
■ Gewicht gefüllt: 2.5 kg sorgung mit einem Demandgerät möglich.
■ Reichweite bei 2 l/min: 5,5 Std. Demand-/Sparsysteme geben Sauerstoff
■ Einstellmöglichkeiten: Kontinuierli- nur während der Einatemphase (getrig-
cher Sauerstoff bis 4 LPM gert) ab und ermöglichen dadurch eine län-
■ oder im Demandmodus bis Stufe 4. gere Nutzungsdauer als z. B. der Stroller
Kondenswasserschwamm Vorteile Demandsystem:
■ Hohe Mobilität
■ Geringes Gewicht der Geräte
Nachteile Demandsystem:
■ Geräusch beim Abgeben des Sauer-
stoffbolus
■ Keine einheitlichen Bolusgrößen –
Stufe 1 bei Gerät X entspricht nicht
Stufe 1 bei Gerät Y Spirit
An der Unterseite der Mobilteile sammelt Spirit 300
sich das Kondenswasser, das beim Ver- ■ Fassungsvermögen: 0,3l LOX
dampfen von flüssigem und gasförmigen ■ Demandstufen: 1, 1.5, 2, 3, 4, 5 der im Bedarfsfall 2l/min abgegeben wer-
Sauerstoff entsteht, in einem Schwamm. ■ Gewicht gefüllt: 1,9 kg den.
Dieser Schwamm muss täglich zum ■ Reichweite auf Stufe 2: ca. 7 Std.
Trocknen herausgenommen werden, an- Spirit 1200
sonsten besteht Schimmelgefahr. Dies ist Wenn beispielsweise die Batterien leer ■ Fassungsvermögen: 1,3l LOX
kein spezieller Filter, sondern dient ledig- sind, kann das System in der Einstellung ■ Demandstufen: 1, 1.5, 2, 3, 4, 5
lich dem Auffangen des Kondenswassers. „CF“ bis zum Austausch der Batterien ■ Gewicht gefüllt: 3.6 kg
noch 2l kontinuierlichen Sauerstoff pro ■ Reichweite auf Stufe 2: ca. 28 Std.
Demandsysteme Minute liefern.
Demand-Systeme sparen Sauerstoff ein, in Die Spirit-Modelle sind als Side- oder
dem sie lediglich während der Einatem- Spirit 600 Topfill-Ausführung erhältlich.
phase einen Sauerstoffbolus abgeben. ■ Fassungsvermögen: 0,6l LOX
Je höher die am Gerät eingestellte Stu- ■ Demandstufen: 1, 1.5, 2, 3, 4, 5 Helios Plus 300
fe, desto größer ist der abgegebene Bolus. ■ Gewicht gefüllt: 2.5 kg ■ Fassungsvermögen: 0,3l LOX
Dieser Bolus ist nicht genormt und des- ■ Reichweite auf Stufe 2: ca. 13 Std. ■ Floweinstellung: 0.12, 0.25, 0.5, 0.75
wegen je nach Gerätetyp unterschiedlich! (danach 4 Demandstufen)
Wichtig: x l/min im kontinuierlichen Flow Zusätzlich gibt es noch die Einstellungs- ■ Gewicht gefüllt: 1,6 kg
entsprechen NICHT zwangsläufig Stufe x möglichkeit „CF“ (continuous flow), bei
bei einem Demandsystem! Auch hängt die
Gesamtmenge des abgegebenen Sauer-
stoffs pro Minute bei den meisten De-
mandgeräten von der Atemfrequenz ab.
Vor der Verordnung eines Spar-,
bzw. Demandsystems sollte eine indivi-
duelle Testung des Patienten auf das
entsprechende Gerät erfolgen (De-
mandtest).
Demandsysteme funktionieren nicht
in Kombination mit einem Schlafapnoe-
oder Beatmungsgerät und bei tracheo-
bzw. laryngektomierten Menschen und
sind nicht für die nächtliche Therapie
geeignet, da viele Patienten/Innen wäh-
rend des Schlafs durch den Mund at-
men und das Gerät dann nicht mehr
antriggern.
16 O2-ReportSAU ERSTOFFVERSORGU NG
Nachteile von Flüssigsauerstoffsystemen Sie sollten den Füllstutzen des Standbe-
■ Kaltverbrennungsgefahr hälters („Männchen“) und des tragbaren
■ Regelmäßige Fülltermine sind einzu- Gerätes („Weibchen) vor dem Abfüllen
halten mit einem fusselfreien Tuch trockenrei-
ben.
Sicherheitshinweise für den Umgang Während des Füllvorgangs ist es emp-
mit Flüssigsauerstoff fehlenswert, das Entlüftungsventil ca. alle
■ Bitte beachten Sie im Umgang mit 15-20 Sekunden „schnappen“ zu lassen.
Flüssigsauerstoff immer die entspre- Hierbei werden Eiskristalle gelöst, die den
chenden Sicherheitsvorschriften. Sau- Vorgang ansonsten behindern können.
erstoff selbst ist nicht brennbar, es ist Wenn man den Sauerstoff beim Füll-
aber ein starker Brandbeschleuniger vorgang sieht (Nebel) – fühlt (es „kocht“)
■ LOX ist tiefkalt (-183°). Deshalb – und hört (Geräusch verändert sich),
besteht die Gefahr einer Kaltverbren- dann ist das Mobilteil voll.
nung Sobald der Behälter voll ist, muss der
Füllvorgang beendet werden, da es zu ei-
Bitte beachten Sie außerdem, dass medizi- ner Überfüllung des Behälters kommen
nischer Sauerstoff ein Arzneimittel ist und kann. Ein zu hoher Füllstand mit LOX
Conc deshalb nur nach Verordnung Ihres Arz- verdrängt das Kopfgas (GOX) und es
tes angewendet und dosiert werden darf. kann zu wesentlichen Verzögerungen
Bei Unklarheiten fragen Sie bitte immer beim Aufbau des Betriebsdruckes kom-
Ihren verordnenden Arzt. men. Das Gas kann sich nicht ausdehnen,
■ Reichweite bei 2l/min: Dauerflow nur um den Betriebsdruck herzustellen.
bis 0,75l/min möglich Belieferung
■ Durchschnittliche Nutzungsdauer auf Die Base Units (BU) werden vom Liefe- Stationärer Sauerstoffkonzentrator
Stufe 2 im Demandmodus: 9 Stunden ranten in einem regelmäßigen Rhythmus Der Sauerstoffkonzentrator erhöht die in
(abhängig von der Atemfrequenz) aufgefüllt. Bei der Gelegenheit kann der/ der Umgebungsluft vorhandene Sauer-
die Patient/In mit dem Servicetechniker stoffkonzentration von ca. 21 Vol. % auf
Vorteile von Flüssigsauerstoffsystemen offene Fragen klären und den Bestand an maximal 96 Vol. %. Die Umgebungsluft
■ Hohe Reichweite/Mobilität des Pati- Verbrauchsmaterial auffüllen lassen. wird von einem Kompressor angesaugt,
enten wird gewährleistet verdichtet und durch ein Molekularsieb
■ Vergleichsweise leichte Mobilteile Tipps & Tricks gedrückt. Das Filtermaterial besteht aus
■ Kein Stromverbrauch Feuchte oder nasse Füllstutzen sind eine Zeolith, hält den in der Umgebungsluft
■ Kein Backup System nötig der häufigsten Ursachen, wenn es zu enthaltenen Stickstoff (ca. 79 Vol. %) zu-
■ Medizinischer Sauerstoff, Reinheit Schwierigkeiten bei der Abfüllung des rück und gibt den verbleibenden Sauer-
>99,5 % Mobilteils kommt. stoff ab.
■ Hohe Flowraten möglich (bis 15 l/min) Der Verschlussstift des männlichen Dieses Verfahren benötigt elektrische
■ Kurze Füllzeit Füllstutzens kann nicht vollständig schlie- Energie, dafür muss ein Konzentrator al-
■ Keine Geräuschentwicklung ßen, wenn sich dort Eiskristalle gebildet lerdings nie „nachgefüllt“ werden.
haben. Es sind Flowraten von 0,5–5 Liter/Min
einstellbar.
Vergleich Spirit 300 vs. Helios Plus 300 Das Gewicht liegt je nach Hersteller
zwischen 14–25 kg.
Spirit 300 Helios Plus 300
Der Konzentrator ist stromabbängig
LOX Kapazität 0,36 kg 0,41 kg und hat einen Energieverbrauch von ca.
Gewicht gefüllt 1,95 kg 1,63 kg 300–350 Watt. Die Geräuschentwicklung
liegt bei ca. 40 db.
Höhe 223 mm 267 mm Vorteile: unabhängig vom Lieferanten
Durchschnittliche Reich- Bei Stufe 2: Bei Stufe 2: Nachteile: keine Mobilität möglich,
weite (AF 20/min) 7 Std. 9 Std. Stromverbrauch, Lautstärke, Die Sauer-
stoffreinheit beträgt je nach Modell und
Sauerstoffzufuhr Stufen 1 – 5 Stufen 1 – 4 Flowrate 93 % ±3 %
Bolusgröße auf Stufe 4 54 – 66 ml < 35 ml Der Sauerstoffkonzentrator ist somit
gedacht für Patienten, die nicht mobil
Einstellmöglichkeiten Konstant: Konstant: sind und einen maximalen Sauerstoffbe-
„CF“ 2l/min 0.12, 0.25, 0.5, 0,75 l/min darf von 5l/min haben.
Demandstufen: Demandstufen: Sollte der Patient über eine gewisse
1, 1.5, 2, 3, 4, 5 1, 1.5, 2, 2.5, 3, 3.5, 4 Mobilität verfügen, sollte, zusätzlich zu
1. Halbjahr 2021 17SAU ERSTOFFVERSORGU NG
dem stationären Sauerstoffkonzentrator, Nachteil der Druckgasflasche (GOX):
eine mobile Einheit verordnet werden. ■ Abhängigkeit vom Lieferanten, regel-
Hierzu stehen – neben LOX – verschie- mäßige Nachlieferungen
dene Möglichkeiten zur Verfügung. Vergleichsweise hohes Gewicht
2 l Druckgasflasche Druckgasflaschenfüllstation
■ Gewicht: 5,1 Kg (inkl. Druckminde- z. B. ifill
rer, zzgl. Tragehilfe) Der iFill ist eine reine Flaschenfüllstation
■ Fülldruck: 200 bar und funktioniert nach dem Prinzip des
■ Reichweite bei 2l/min: 3,3 Std. Sauerstoffkonzentrators. Die Umge-
bungsluft wird angesaugt, der Sauerstoff
wird konzentriert und mit einem Druck
von 120–155 bar in die angeschlossene
Flasche gefüllt. Die Füllung dauert, je
nach Flaschengröße, 130–240 Minuten.
Es empfiehlt sich, die Füllung nachts
vorzunehmen, um morgens direkt eine
fertig gefüllte Flasche nutzen zu können.
Es sind Flaschen mit Dauerflow und
Demandsystem verfügbar.
Vorteil des Systems: Ifill
■ Unabhängigkeit vom Lieferanten
Druckgasflasche GOX Nachteil des Systems:
■ Benötigt zusätzlichen Platz und
Bei bestehender Demandfähigkeit kann Stromquelle
die Druckgasflasche mit einem Sparsys- ■ Zusätzliche Geräuschkulisse/Strom-
tem genutzt werden, was die Reichweite verbrauch Die Akkulaufzeit beträgt auf niedriger
deutlich erhöht (z. B. mit einem PD 1000). ■ „Eigenlogistik“ nötig Einstellungsstufe bis zu 9 Std.
Wichtig zu wissen ist, dass die Betrieb-
Mobile Sauerstoffkonzentratoren stemperatur 5 °C bis 40 °C beträgt. Ur-
Inogen one G3 laub in besonders kalten oder heißen Re-
Verständlicherweise möchte jeder Nutzer gionen ist mit diesem (und den meisten
ein möglichst kleines und leichtes Gerät anderen Mobilkonzentratoren) nicht
nutzen. Je kleiner die Geräte sind, desto machbar.
eingeschränkter ist allerdings die Leis- Mit dem beiliegenden Kfz-Ladegerät
tung. lässt sich der Inogen während der Auto-
Der Inogen one G3 z. B. ist ein reines fahrt gleichzeitig laden und betreiben.
PD 1000 Demandgerät, also ist kein permanenter FAA getestet (Flugtransporttauglich)
Sauerstofffluss möglich. Der Nutzer sollte
Dieser Druckminderer ist batteriebetrie- vorab auf die Demandfähigkeit getestet Eclipse 5
ben und es sind bis zu sechs Stufen ein- werden, um eine mögliche Unterversor- Der Eclipse 5 ist ein Beispiel für einen
stellbar. Je höher die Stufe, desto größer gung auszuschließen. transportablen Mobilkonzentrator, der
der abgegebene Bolus an Sauerstoff (siehe
Tabelle rechts). Reichweite bei Stufe 2:
9,5 Stunden
Stufen: 1 bis 6
Vorteil der Druckgasflasche (GOX): 1 16,5 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 330 ml / min
■ Hohe Mobilität mit Sparsystem
1,5 24,8 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 496 ml / min
■ Geräuschlos
■ Bei geschlossener Flasche kein Verlust
2 33 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 660 ml / min
von Sauerstoff 2,5 41,8 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 836 ml / min
■ Wirtschaftliche Versorgung 3 49,5 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 990 ml / min
4 66 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 1320 ml / min
5 82,5 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 1650 ml / min
6 99 ml / AZ bei 20 AZ / min ▶ 1980 ml / min
18 O2-ReportSAU ERSTOFFVERSORGU NG
Eclipse
Inogen G3
einen Dauerflow von 0,5–3 l/min anbie- Befeuchtung während der Standard und Teil der Sauerstoffversor-
tet, sich aber auch auf bis zu 9 Demand- Sauerstofftherapie gung.
stufen umstellen lässt. Das Mehrangebot Die zusätzliche Befeuchtung des Sauer-
an Leistung schlägt sich auf Gewicht und stoffs durch Befeuchtungssysteme wird Wechselintervalle
Größe nieder. kontrovers diskutiert. Es gibt keine Studi- Nasenbrille:
Ohne Caddy wiegt der Eclipse 5 8,1 kg en, die zeigen, dass dies zu einer Verbesse- „Aus hygienischen Gründen sollten die
bei einer Höhe von ca. 50 cm. rung der Schleimkonsistenz und der Nasenbrillen mindestens einmal monat-
Die Akkulaufzeit beträgt im Dauer- Schleimhautfeuchtigkeit beiträgt. lich gewechselt werden, bei Verschmut-
flow 2 Std oder im Demandmodus auf „2016 wurde eine Untersuchung der zung/Sekretablagerung im Rahmen von
Stufe 2 bis zu 5,1 Std. Befeuchtung mit Kaltwasser-Sprudlern Infekten der oberen Atemwege sind kür-
bei Low-flow-Sauerstofftherapie im Ver- zere Intervalle indiziert.“ (S2 Leitlinen
Vorteil der mobilen Sauerstoff gleich zu nicht befeuchtetem Sauerstoff 08/2020)
konzentratoren: publiziert, die keine relevanten Unter-
■ Unabhängigkeit vom Lieferanten schiede bezüglich der mukoziliären Clea- Befeuchterbecher:
■ Einmalige Lieferung rance der Nasenschleimhaut, der Mukus- Wechsel: Jährlich, Reinigung: Wöchent-
■ Die meisten Mobilkonzentratoren las- Viskosität und weiterer Parameter auf- lich (laut Fachverband Spectaris)
sen sich während der Autofahrt laden zeigte.
und gleichzeitig nutzen. Bei Verwendung einer zusätzlichen Be- Verlängerungsschlauch:
feuchtung sollten zwei Dinge bedacht Wechsel alle 6 Monate
Nachteil der mobilen Sauerstoff werden. Erstens sinkt die Effektivität,
konzentratoren: wenn die Befeuchtung am Geräteausgang Schlauchverbinder:
■ Begrenzung der Nutzungsdauer durch angebracht ist. (…) Zweitens besteht bei Wechsel: Jährlich, Reinigung: Wöchent-
Akkukapazität patientenferner Befeuchtung das Risiko lich
■ Reine Demandgeräte können nicht der Kondenswasserbildung im Schlauch-
nachts genutzt werden. system.“ (S2 Leitlinien 08/2020) Kosten
■ Geräte mit Dauerflow haben eine ent- Das Kondenswasser bildet wiederum Die Kostenübernahme erfolgt überwie-
sprechende Größe und Gewicht. einen potentiellen Nährboden für eine gend durch die Krankenversicherungen.
■ Geben maximal 3l/min im Dauerfluss Verkeimung. Allerdings kann z. B. eine Zweitausstat-
ab Trotz fehlender Belege eines Nutzens, tung für den Arbeitsplatz, ein weiterer
ist der Befeuchterbecher aber weiterhin Tank oder ein zusätzliches Mobilteil für
1. Halbjahr 2021 19SAU ERSTOFFVERSORGU NG
den Weg zur Arbeit durchaus in die Zu- O2 Adapter für Beatmungsgeräte Schlauchverbinder
ständigkeit der Rentenversicherung, der (mit und ohne Drehgelenk)
Arbeitsagentur oder des Integrationsamts
fallen.
Bei Privatversicherten empfiehlt sich
vor der Versorgung mit Flüssigsauerstoff
eine Rücksprache mit der entsprechenden
Krankenversicherung und eine Prüfung
des Versicherungstarifs.
Zubehör:
Befeuchterbecher Wasserfalle
Nasenbrille (hier lässt sich Kondenswasser im
Schlauch auffangen)
Fire safe
Sauerstoffmaske
Tannenbaumadapter
Kann anstelle des Befeuchterbechers an
das stationäre Sauerstoffgerät geschraubt
werden, um dort die Nasenbrille, bzw.
den Verlängerungschlauch direkt anzu-
schließen
Wird häufig in der Notfallmedizin einge- Das BfArM (Bundesinstitut für Arznei-
setzt. Für die Langzeit-Sauerstoff-Thera- mittel und Medizinprodukte) empfiehlt
pie ist die Maske ungeeignet, da der/die hinsichtlich des sicheren Betriebs von Sau-
Patient/in damit weder essen noch trinken erstoffkonzentratoren im häuslichen Be-
kann und das Sprechen behindert wird. reich die Verwendung eines Rückschlag-
Wegen der Gefahr der CO2-Rück ventils, z. B. Firesafe™.
atmung ist eine Maske für Patienten mit Das Firesafe™-Rückschlagventil wird
einem Flow von weniger als 5 l/min nicht als Steckverbindung im Patientenschlauch
geeignet. angebracht, um den Sauerstofffluss zu
stoppen, wenn sich der nachgelagerte
Schlauch versehentlich entzündet.
Verlauf der LTOT
Autor: Die LTOT sieht eine Verlaufskontrolle al-
Jan Schäferhoff le drei Monate vor. Diese sollte vorzugs-
Fachansprechpartner Sauerstoff weise von einem Pneumologen durchge-
Vivisol Deutschland GmbH führt werden, der den Patienten klinisch
beurteilt. Die Sauerstoffflussrate ist zu
reevaluieren, gegebenenfalls durch eine
erneute Blutgasanalyse. •
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