Abstractband 17 - Pflegekongress
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17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Selbst:Bewusste Pflege
Abstractband
Mit freundlicher Unterstützung von:
Veranstalter/innen:
www.pflegenetz.at www.wundplattform.compfle-
genetz.02/09> 17Professionelle Versorgung
für die Pflege zu Hause!
Nicht selten kommt es vor, dass kurz
vor dem Wochenende pflege- Wir
bedürftige Patienten aus dem bieten Bera-
Krankenhaus entlassen werden und tung indviduell auf den
ihre Angehörigen vor einer ihnen Kunden zugeschnitten an.
unbekannten Situation stehen. Unsere Philosophie ist es dem Kun- Information liefern kann.
Einige Krankenhäuser haben hierfür den das Leben zu erleichtern, da die
ein eigenes Entlassungsmanage- Pflege eines Patienten, oder der Viele unserer Produkte finden Sie
Advanced Nursing Practice
ment, welches sich um die dringen- eigene gesundheitliche Zustand oft auch auf unserer Homepage unter
dsten Fragen kümmert. Oft haben schon anstrengend genug sind, www.sunmed.at, wo sie auch ger-
die Angehörigen dann ein paar ohne sich noch Sorgen über benö- ne um weitere Informationen anfra-
Verordnungen für diverse Hilfsmittel tigte Produkte, deren Beschaffung gen können.
und Verbandsmaterial. und Verrechnung machen zu müssen.
Sollten Sie Interesse daran haben sich
Doch was nun? Wir kümmern uns um die Beratung, ein Produkt einmal anzusehen, so
Das Masterstudium Advanced Nursing Practice qualifiziert diplomierte Gesundheits- und Kranken-
ebenso um die Bewilligungen bei können Sie dies auch, nach Termin-
pfleger_innen mit generalistischer Ausbildung einerseits zu Expert_innen in einem Spezialgebiet An dieser Stelle gibt es leider oft
eine große Informationslücke. Viele den Krankenkassen, suchen Ihnen vereinbarung, in unserem Schauraum
der Gesundheits- und Krankenpflege gemäß Gesundheits- und Krankenpflegegesetz § 64 (Wund- das beste Preis-Leistungs-Verhältnis tun. Wir versuchen unseren Service
Leute wissen nicht, was sie brau-
pflege, Kontinenz- und Stomapflege, Komplementäre Gesundheitspflege, Pflege dementiell erkrankter chen, wo sie diese Dinge herbe- bei Kaufinteresse, achten auf hohe auf höchstem Niveau zu halten und
Menschen u. v. m.) und andererseits zu Change Agents mit erweiterter Methodenkompetenz, die die kommen und in den seltensten Fällen Qualität, liefern innerhalb von Wien durch unsere Kundenrückmeldungen
Pflegedienstleitung unterstützen, um die klinische Pflegepraxis weiterzuentwickeln. wissen sie was sie über die Kranken- kostenfrei und dies so schnell wie stets zu verbessern.
kassen beziehen können oder privat möglich.
Abschluss: Master of Science – MSc kaufen müssen. Auch bei Sonderfällen bemühen wir
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Dauer: 6 Semester berufsbegleitend, 4 Semester Vollzeit Patienten zu finden. Sollten wir mal
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Selbst:Bewusste Pflege 30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
eröffnung Donnerstag, 30. November 2017 praxis.wissenschaft
Eröffnung* (Pamela Rendi-Wagner, A, Alois Stöger, A, Erich Fenninger, A, Monika Wild, A, Zwischen Selbstbestimmung und Fürsorglichkeit – relationale Autonomie von hochbetagten
11:30 – 12:30
09:30 – 10:00 Claudia Kastner-Roth, A) Menschen (Katharina Heimerl, A, Elisabeth Reitinger, A)
E 12:30 – 13:30 SM andersrum – nachhaltiges Schmerzmanagement (Sonja Schneeweiss, A)
10:00 – 10:30 Gesund gelacht (Norbert Peter, A, Ronny Tekal, A) Evidenz-basiert statt Eminenz-basiert – Die Entwicklung einer evidenzbasierten Praxisleitlinie
10:30 – 11:30 Selbstbewusste Pflege (?) Oder: Spieglein, Spieglein an der Wand ... (Esther Matolycz, A) 13:30 – 14:30 „Symptommanagement bei PatientInnen mit onkologischen Erkrankungen“ (Christine
F2 Németh, A)
Der Einfluss von schriftlicher Information und Beratung (WOMAN-PRO II Programm) bei
14:30 – 15:00 Frauen mit vulvären Neoplasien:
podium Eine multicenter, randomisierte, Phase-II Studie (Silvia Raphaelis, A)
Selbst:Bewusste Pflege (Gabi Burgstaller, A, Erich Fenninger, A, Markus Mattersberger, A, 15:00 – 15:30 Leben mit ALS – Lebensqualität bis zum bitteren Ende? (Sandra Korge, D)
E1 16:30 – 18:00 Esther Matolycz, A, Roland Nagel, A) 15:30 – 16:30 Neue Betreuungskonzepte & Wohnformen (Andreas Kögler, A)
motto: Selbst:Bewusste Pflege bildung.qualifikation
12:30 – 13:30 Was können Pflegepersonen von SpitzensportlerInnen lernen? (Rudolf Hundstorfer, A)
12:30 – 13:30 Survey der Akademisierungsquote an deutschen Universitätskliniken (Andreas Kocks, D)
Im Mittelpunkt steht der/die PatientIn! Integrierte Versorgung im Sinne eines (neuen) Mit- 13:30 – 14:30 Schluss mit lustig, jetzt wird Humor unterrichtet! (Bettina Hanke, A)
13:30 – 14:30 einanders der Gesundheitsberufe (Gabi Burgstaller, A) N1 14:30 – 15:30 Pflege smart lernen – online reflektieren (Nicole Duveneck, D)
15:30 – 16:30 Strategie "Pflege und Betreuung in Wien 2030" (Peter Stanzl, A)
E1 14:30 – 15:30
Die Gratwanderung zwischen Selbstpflege – (Selbst-)bewusster Pflege. Welchen Beitrag
kann die Führungskraft zur selbstbewussten Pflege leisten? (Brigitte Neumüller, A)
BewohnerInnenrechte & BewohnerInnenservice: Partner selbstbewusster Pflege? (Andrea
15:30 – 16:30 Klein-Dezlhofer, A) gesponserter.beitrag**
11:30 – 12:30
Nachhaltige Pflegemaßnahmen in der Gynäkologie und Geburtshilfe (Doris Linsberger, A,
12:30 – 13:30 Was macht die Pflege aus der GuKG-Reform? Hoffnungen versus Ängste (Roland Nagel, A) Germania Pharmazeutika GmbH)
GuKG-Novelle 2016 – Chancen und Risiken der Umsetzung in einem Akutkrankenhaus (Franz schülke hat, was Keime fürchten: Die innovative Patientendekontamination mit octenisan®
13:30 – 14:30 12:45 – 13:45
Mannsberger, A) (Christoph Klaus, A, Schülke & Mayr GmbH)
N2 Optimale Katheterpflege unter Beachtung der neuen RKI-Richtlinien (Sebastian Blondin, A,
E2 GuKG-Novelle 2016 – Chancen und Risiken für die stationäre Langzeitpflege (Markus Matters- 14:00 – 15:00
14:30 – 15:30 berger, A) BD Medical)
15:15 – 16:15
Frühmobilisation auf der Intensivstation (Michael Freigassner, A, Cornelia Rottensteiner A,
ArjoHuntleigh GmbH)
15:30 – 16:30 GuKG-Novelle 2016 – Chancen und Risiken in der mobilen Pflege (Christine Bretbacher, A)
11:30 – 12:30
Zalviso® – Innovatives Schmerzmanagement aus der Sicht der Anästhesie und der Pflege
(Svetlana Geyrhofer, A, Wolfgang Jaksch, A, Grünenthal GmbH)
Der Pflegefonds – Ein Instrument zur Sicherung der Pflegefinanzierung (Benjamin Kraut-
komplementäre.pflege 12:45 – 13:45
berger, A, BMASK)
M1 Wie integriere ich evidenzbasiertes Wissen in die Pflegepraxis? (Katharina Bewer, A, EBSCO
11:30 – 12:30 Regeneration – kann alles heilen? (Michael Ofner, A) 14:00 – 15:00
GmbH)
Der hohe Stellenwert aromapflegerischer Interventionen im Rahmen der Prophylaxe (Evelyn
12:30 – 13:30 Deutsch-Grasl, A) 15:15 – 16:15
Vernetzung intra-extramural – Bereit für die Zukunft (Günter Zusag, A, mcm medical manage-
ment gmbh)
11:30 – 12:30
Standards in der Mundpflege bei beatmeten Patienten (Günter Forsthuber, A, R. Heintel
13:30 – 14:30 CranioSacral Therapie – Einsatz in Pflege und Prävention (Ulrike Fabian-Riedler, A) Medizintechnik GmbH)
F1 14:30 – 15:30 Keine Zeit für Basale Stimulation!? (Michaela Löschnigg-Tausz, A, Sabine Namor-Ranegger, A) Pflegedokumentation „neu, schlank und effizient“. Die große Dokudiät – ein Vortrag zur
Gefangen zwischen gesund und krank – Ein Ausbruchsversuch in Richtung kompetenzorien- 12:45 – 13:45 nachhaltigen Verschlankung der Pflegedokumentation! (Peter Keiblinger, A, Peter Keiblinger
15:30 – 16:00
tierte Pflege (Stefan Knobel, A)
M2 Pflege-Consulting)
Senso-meditative Gesundheitskompetenz. Ein Impuls zur Verbesserung des Wohlbefindens 14:00 – 15:00
„(Schwer)arbeit Pflege?“ Invaliditäts- und Schwerarbeitspension für Pflegeberufe (Franjo
16:00 – 16:30 im Sinne von Flourishing. Evaluationsstudie Markovic, A, Bundesarbeitskammer)
(Heidi Ploner-Grißmann, A) 15:15 - 16:15 Gesundheitsberufe im Wandel (Günter Flemmich, A)
* Musik: Lentia Nova. Moderation: Markus Gruber ** Originaltitel übernommeneröffnung 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Esther Matolycz
Selbstbewusste Pflege (?) Oder: Spieglein, Spieglein, an der Wand…
…wer misst am Besten im ganzen Land?
Der Wunsch nach (weiterer) Professionalisierung war Trieb- Esther Matolycz, Mag. phil.
feder der Bestrebungen zur Akademisierung bzw. Verwis-
Studium Erziehungs-/Bildungswissenschaft und Publizis-
senschaftlichung von Pflege. Der große Schritt ist geschafft, tik, DGKS, Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege
die Grundausbildung fachhochschulisch angelegt, Pflege- Arbeitsschwerpunkte: Aus-, Fort- und Weiterbildung
forschung zunehmend etabliert. in der Pflege bzw. im Sozialbereich Didaktik der Er-
wachsenenbildung, Professionalisierung, Fallverstehen,
Der Beitrag fragt nun nach dem Selbstbewusstsein von Pfle- Publikationstätigkeit
ge: worauf gründet es? Bildet es das Wesen des Gegenstands
hinreichend ab?
Einer kurzen Reise durch die Welt der Evidenzen, Exzel-
lenzen, Evaluationen und Kompetenzen folgt die Frage:
macht das Pflege aus oder macht es ihr möglicherweise
auch etwas aus?
Donnerstag, 30. November 2017 6motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Sonia Raviola
König_in küsst König_in Kultursensible Pflege für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender-
Personen und Intersexuelle Menschen (LGBTI) in der Senior_innenbetreuung der Zukunft.
Was interessieren mich die alten Schwulen und Lesben? Frau Mag.a. Dr.in. Sonia Raviola, MSc
Gepflegt werden muss doch jeder gleich!“ (Pflegekraft) „Ich
Mag.a Dr.in Sonia Raviola, MSc ist Expertin in der Ar-
will nicht ausgelacht werden, nur weil ich Frauenkleider tra-
beiterkammer Niederösterreich. Die Historikerin und
ge.“ (Transgender-Person) „Das Personal ist in Ordnung – die Philosophin forscht und lehrt in den Bereichen Bil-
Mitbewohner_innen sind das Problem!“ (Vertretung Politik). dung, Gender, Kultur und Gesundheit. Ihre aktuelle
Dieser Vortrag thematisiert erstmalig im deutschsprachigen Publikation „König_in küsst König_in“ thematisiert die
Raum, ob in der zukünftigen Senior_innenversorgung eine Bedeutung der sexuellen Orientierung in der profes-
kultursensible Betreuung von Lesben, Schwulen, Bisexuel- sionellen Altenpflege. In Wien führt sie eine Praxis
len, Transgender-Personen und Intersexuellen Menschen
für Coaching, Supervision und Organisationsentwick-
lung. Kontakt: www.dialog-raviola.at
(LGBTI) erwünscht ist, und wenn ja: von wem, warum und
wie? Und wenn nein: warum nicht? Diese Fragestellung
wird am Beispiel Wiener Senior_innenhäuser, mit Bezug
auf pflegewissenschaftliches und sozialhistorisches Wis-
sen, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Die
Aussagen von Vertreter_innen der heutigen queeren Gene-
ration 50plus, Pflegekräfte und Betreuungspersonal sowie
von Entscheidungsträger_innen aus Politik und Verwaltung
bilden eine Quelle an Wissen und Impulsen für weitere
wichtige Schritte: Österreich könnte in der Umsetzung das
erste Land werden, in dem die von den LGBTI geäußerten
Wünsche gemeinsam mit den Überlegungen von Pflegekräf-
ten und Gesundheitsverantwortlichen in die professionelle
Altenbetreuung sowie in die Aus- und Weiterbildung für
Gesundheitsund Sozialberufe einfließen.
Donnerstag, 30. November 2017 7motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Gabi Burgstaller
Im Mittelpunkt steht der/die PatientIn! Integrierte Versorgung im Sinne eines (neuen)
Miteinanders der Gesundheitsberufe
Genug gejammert! Wir brauchen einen konstruktiven Di- • Die schleichende Unterversorgung der ländlichen Regi- Frau Mag. Gabi Burgstaller
alog über Verbesserungen im niedergelassenen Bereich. onen (Stichwort“Aussterben des Landarztes“)
Beruflicher Werdegang
Bei der integrierten Versorgung der Patienten geht es um • Die Fehlversorgung chronisch kranker Menschen im Assistentin an der Juridischen Fakultät Salzburg
die bestmögliche Kooperation der Gesundheitsversorger. intramuralen Bereich Wohnrechtsberaterin
Zielsetzung der neuen Primärversorgung: Der Weg: Konsumentenberaterin in der Arbeiterkammer Salzburg
• Primärversorgung im Sinne der Zielsteuerung und der • Advanced Nursing Practice (Masterstudium?) – die neue 5 Jahre Landtagsabgeordnete und Klubvorsitzende
Umsetzung im Primärversorgungsgesetz „Gemeindeschwester“? 14 Jahre Mitglied der Salzburger Landesregierung
davon 9 Jahre Landeshauptfrau
• Sicherstellung der medizinischen Versorgung in länd- • Das Potential der Kernkompetenzen
Gesundheitspolitik, Frauenpolitik
lichen Regionen • Kompetenzerweiterung im GuKG Zur Zeit Leiterin des Direktionsreferats Gesundheitsberufe
• Verlagerung vom Spital in den niedergelassenen Bereich • Verankerung im ASVG und Registrierung
• Integrative Versorgung und Interprofessionalität in den • Klärung der Zuständigkeit: Qualifikation
Primärversorgungs-Netzwerken Studium der Rechtswissenschaften
• Abrechnung mit Sozialversicherung oder
• System der „Gemeindeschwester“ als Teil der Lösung Berufliche Schwerpunkte
• Länderfinanzierung Verfassungsrecht
Ausgehend von den enormen Herausforderungen, vor denen
Die Vision: Moderne Verwaltung
unser Gesundheitssystem steht, möchte ich anknüpfend
flächendeckende Grundversorgung im präventiven und ku- Gesundheitswesen
am Grundgedanken der Primärversorgungseinrichtungen
rativen Bereich der Gesundheitsversorgung
die Chancen für eine niederschwellige Versorgung durch
die Aufwertung des Pflegeberufes zeigen. Damit können
zwei brennden Probleme gelöst werden:
Donnerstag, 30. November 2017 8motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Brigitte Neumüller
Die Gratwanderung zwischen Selbstpflege - (Selbst-)bewusster Pflege. Welchen Beitrag kann
die Führungskraft zur selbstbewussten Pflege leisten?
Vor dem Hintergrund hoher Fluktuationszahlen, Kranken- Der Mitarbeiterführung kommt vor dem Hintergrund be- Frau Mag. Brigitte Neumüller
stände, geringerer Verweildauer im Pflegeberuf verbunden sondere Bedeutung zu. Als Strategie empfiehlt sich die
Hilfswerk NÖ. Seit 2015 leitet sie den Geschäftsbereich
mit steigendem Pflegekräftemangel kommt der Mitarbei- ganzheitliche Betrachtungsweise der Beziehung Mensch Hilfe und Pflege Daheim. Sie ist Diplomierte Gesundheits-
terführung in der Pflege besondere Bedeutung zu. – Arbeit – Gesundheit – Krankheit. Das Konzept könnte und Krankenschwester, Stationsleitung ÖVQ zertif. Quali-
„Work-Life-Balance“ heißen. Sich seiner selbst bewusst zu tätsmanagerin im Gesundheitswesen und hat ein Studium
Herausforderungen der Pflege sind zum einen die Perso- in Gesundheitswissenschaften und Gesundheitsmanage-
sein, sich selbst zu pflegen und andererseits Pflege bewusst
nalsituation und zum anderen die steigende Anzahl von ment. Sie verfügt über eine langjährige Erfahrung im stati-
und kompetent für andere Menschen zu leisten ist eine onären Bereich als Diplomierte Gesundheits- und Kranken-
pflegebedürftigen Menschen. Wie aus einer Studie des
Gradwanderung. Selbstpflege ist nicht nur ein Pflegemo- schwester und hat 15 Jahre Erfahrung als Führungskraft.
Beratungsunternehmens McKinsey hervorgeht wird sich
dell – Selbstpflege ist essentiell um gute Pflege leisten zu Seit 2002 beschäftigte sie sich mit dem Image der Berufs-
der Anteil der über 75-Jährigen bis 2025 auf 10,5% der Be- gruppe und hat zu dem Thema Selbst- und Fremdbild in
können. Die Führungskraft kann einen wesentlichen Beitrag
völkerung erhöhen. der Pflege im Jahr 2002 in den Bundesländern eine reprä-
zur selbstbewussten Pflege durch das Aufzeigen und be- sentative Studie mit der Johannes Kepler-Universität Linz,
Angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung und wusst machen der Selbstpflege, das Stärken und Fördern der Prof. Dr. Zapotozky, durchgeführt. Mitglied im OEGKV.
deren erhöhten Pflegebedarfs fehlen bis 2020 in Österreich Fachkompetenzen sowie das Aufzeigen des erfolgreichen
rund 13.000 Personen in der Langzeitpflege. Laut Fachgrup- Weges der Pflege von Inkrafttreten des neuen Gesundheits-
penvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe sind das und Krankenpflegegesetztes 1997 bis hin zur Novelle des
im stationären Bereich rund 6.600 und in der mobilen Pflege Gesetzes 2016, leisten. Das Selbstbewusstsein hat mehre-
und Betreuung 6.400 Personen. re Bedeutungsebenen. Es gibt ein Selbstbewusstsein des
In einer Umfrage im Jahr 2016 bei 1.577 Pflegeführungskräf- Individuums aber auch ein kollektives Gruppenselbstbe-
ten zeigt die Fachgruppenvereinigung zudem auf, dass die wusstsein. Das berufsständische Bewusstsein der Pflege
Führungskräfte an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Als Ur- ist neben der Professionalität der wichtigste Faktor um den
sache geben die Befragten ökonomische Zwänge, zu wenig Wandel und die Gestaltungsspielräume aktiv mitgestalten
Personal und laufende Veränderungsprozesse an. Diese Fak- zu können und um gesellschaftspolitisch gehört zu werden.
ten verlangen gesellschaftspolitische und unternehmens- Die Zukunft der Pflege gestaltet somit jede einzelne Pflege-
spezifische Handlungen. Dazu braucht es Überparteilichkeit kraft mit, entscheiden wird sie sich in der Gemeinsamkeit
und vor allem Zusammenspiel zwischen Betroffenen und der Pflege.
Experten aus der Pflege und Politik.
Donnerstag, 30. November 2017 9motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Andrea Klein-Dezlhofer
BewohnerInnenrechte & BewohnerInnenservice: Partner selbstbewusster Pflege?
Seit 2006 besteht laut Wiener Wohn- und Absicht in eine Alltagsroutine kippen kann. Baden am Ba- Frau Andrea Klein-Dezlhofer
Pflegeheimgesetz für alle Wohn-und Pflegeheime, in denen detag, Abendessen um 16 Uhr, Intimpflege vor den Augen
Andrea Klein-Dezlhofer, DSA, geb. 2.9.1961 in Salzburg
mehr als 50 BewohnerInnen leben, die Verpflichtung, ein des Nachbarn, Inkontinenzprodukte statt Toilettentraining. Ausbildung zur diplomierten Sozialarbeiterin an der Bun-
BewohnerInnenservice einzurichten. desakademie für Sozialarbeit Wien, Abschluss 1984 Aus-
Zusätzlich zur Ressourcenthematik sind MitarbeiterInnen
bildung zur zertifizierten Mediatorin am Institut ARGE
Man stellt sich die Frage ob zur Realisierung der Bewohne- oft in sehr komplexen Lebenssituationen der BewohnerIn- Bildungsmanagement Wien, Sigmund-Freud-Universität
rInnenrechte wirklich die Etablierung eines BewohnerIn- nen verhaftet. Situationen in denen die Balance zwischen Wien Seit 1/2012 Beauftragte des BewohnerInnenservice
nenservice nötig ist? Hat der Gesetzgeber nicht ausreichend Selbstbestimmung und Selbstgefährdung gefunden werden für 12 Pflegewohnhäuser der Caritas Wien, Fachstelle Qua-
lität und Innovation
Vertrauen, dass MitarbeiterInnen und Führungskräfte die muss. Soll dann das BewohnerInnenservice Unterstützung
BewohnerInnenrechte wahrnehmen und die entsprechen- leisten und schwierige Entscheidungsprozesse moderieren
den Rahmenbedingungen schaffen? Unterstützt das Be- und begleiten?
wohnerInnenservice die MitarbeiterInnen oder wird nur
Das Geheimnis einer geglückten Partnerschaft zwischen
kontrolliert, ob alle Rechte sichergestellt sind? Hat das Be-
Pflege und BewohnerInnenservice liegt in der gelungenen
wohnerInnenservice Entscheidungskompetenzen oder muss
Kooperation, deren Grundlage das gemeinsame Verständ-
es sich auf Empfehlungen und gutgemeinte Ratschläge
nis von einem guten Leben für die BewohnerInnen ist. Im
beschränken? Ist es tatsächlich ein Vorteil, wenn jemand
gemeinsamen Fokus zwischen Pflege und BewohnerIn-
mit distanziertem Blick und ohne weisungsgebunden zu
nenservice stehen immer die BewohnerInnen mit ihren
sein die BewohnerInnenrechte betrachtet?
Anliegen, Bedürfnissen und Rechten.
Es gäbe noch viele Fragen, einige sind leicht, andere schwer
Die „Selbstbewusste Pflege“ wird das BewohnerInnenser-
und manche gar nicht zu beantworten.
vice als Ressource und Chance erleben um ihren Auftrag
Fest steht, dass die Sicherstellung der BewohnerInnenrechte - die Sicherstellung der BewohnerInnenrechte - zu erfüllen.
eine der größten Herausforderungen für die MitarbeiterIn-
Dieses Verständnis wird dem BewohnerInnenservice den
nen und das Management in den Heimen ist. Wir alle wissen,
Drahtseilakt zwischen Beobachten und Bewerten, Beraten
dass durch Personalmangel, Zeitnot oder wirtschaftlichen
und Begleiten erleichtern.
Druck ein Ausnahmezustand entstehen kann, der ohne
Donnerstag, 30. November 2017 10motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Roland Nagel
Was macht die Pflege aus der GuKG-Reform? Hoffnungen versus Ängste
Wie gestaltet sich die Aktualisierung und Pflegefachkräften, die mit der Akademisierung der Pflege Mag. Roland Nagel MBA
Modernisierung des Berufsbildes? Sind die inhaltlichen Än- mit spätestens 2024 auf ein anderes Fundament gestellt
Hilfswerk Österreich; Ist Diplomierter Gesundheits- und
derungen in der Praxis des Pflegealltags angekommen (z.B. werden. Die Herausforderungen, die unter anderem aus Krankenpfleger und studierter Politikwissenschaftler und
Weiterverordnung von Medizinprodukten oder die neuen der demografischen Entwicklung und der damit verbunde- vervollständigte seine Ausbildung nach dem Pflegema-
Kompetenzen medizinischer Diagnostik und Therapie, …) nen Anzahl an multimorbiden und hochaltrigen Menschen nagementstudium mit dem Abschluss des Master of Busi-
ness Administration in Sozialmanagement und Leadership.
Zahlreiche Fragen stellen sich im Zuge der Beleuchtung der resultieren, werden alle Anstrengungen und ein tatsächlich
Nachdem Diplom konnte Nagel sowohl Erfahrungen im
oftmals vorhandenen Lücke zwischen Theorie und Praxis. lebendiges, multidisziplinäres Arbeiten für den Kunden im Krankenhaussektor, wie in der Langzeitpflege sammeln.
Nach gut einem Jahr nach dem Inkrafttreten des Gesund- Gesundheitswesen bedürfen. Nagel war in mehreren Leitungsfunktionen bis zuletzt in
heits- und Krankenpflegegesetzes 2016 ist es nun Zeit, der Geriatrie tätig und kann neben Erfahrungen als Vor-
tragender in Bildungseinrichtungen auf viele Jahre im Ge-
einen kritischen Blick auf die praktische Umsetzung in den
sundheitswesen verweisen.
verschiedenen Pflegesettings zu werfen. Dabei gilt es auch Auch dem festgeschriebenen präventiven Ansatz muss in
das „verbesserte Standing“ der Pflege im interdisziplinären Zukunft mehr Platz geboten werden, um die Menschen
Miteinander des Gesundheitswesens zu beleuchten. Hoff- länger gesund zu halten. Im GuKG 2016 findet sich unter
nungen versus Ängste im Kontext mit dem neu geschaffe- den pflegerischen Kernkompetenzen diese Thematik wieder.
nen Beruf der Pflegefachassistenz sowohl im Krankenhaus Die Förderung der Gesundheitskompetenz breiter Massen
wie in der Langzeitpflege sind zu reflektieren. ist auch Auftrag zur Bewusstseinsbildung, die Pflegefach-
kräfte an ihrem Platz verstärkt ausbauen sollten. Auch die
professionelle Gesundheitsberatung und ein rascher und
Spannend erscheint auch die Diskussion der neuen Zusam- passender Informationstransfer zwischen den Professionen
mensetzung der drei Berufsgruppen in der Pflege. Welchen sind Ecksteine einer gelungenen Dienstleistung im Zusam-
Einfluss wird die PFA im Akutbereich spielen, wenn mit menhang mit den Kompetenzen im multiprofessionellen
01.01.2025 die Berufsausübung für PA in Krankenanstal- Versorgungsteam. Es gilt den Rahmen den das Berufsrecht
ten nur für Personen möglich ist, die bis zum 31.12.2024 bietet adäquat auszuschöpfen und somit die Position der
die Ausbildung zur PA absolviert haben? Angesichts der Pflege selbst zu stärken und eine lebensnahe, optima-
Tatsache, dass gegenwärtig ca. 8000 DGKP über 55 Jah- le Dienstleistung am Kunden in jedem Pflegesetting zu
re alt sind, besteht in jedem Pflegesetting ein Bedarf an gewährleisten.
Donnerstag, 30. November 2017 11motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Franz Mannsberger
GuKG-Novelle 2016 – Chancen und Risiken der Umsetzung in einem Akutkrankenhaus
Im Sommer 2016 wurde das Bundesgesetz über Gesundheits- und ist eine ideale Mischung aus Berufsgruppen und Fähigkeiten zur Herr Franz Mannsberger MBA
Krankenpflegeberufe novelliert. Dabei wurden das Berufsbild und Erfüllung des beauftragten Leistungsportfolios.
Pflegedirektor am LKH Universitätskliniken Innsbruck seit
der Kompetenzbereich des gehobenen Dienstes für Gesundheits- Unterschiedliche Leistungen in der Pflege werden in Zukunft von un- 2012, davor 3 Jahre in Stellvertretender Position Pflege-
und Krankenpflege neugestaltet und neue Spezialisierungen ein- terschiedlich qualifizierten MitarbeiterInnen in der Pflege erbracht! direktor. Studien an der WU Wien zum Akademischen
geführt. Das Berufsbild der Pflegehilfe bleibt als Pflegeassistenz Eine Befragung in Tirol bei Stationsleitungen ergibt das sich aller- Krankenhausmanager, Master of Business Administration
– MBA sowie zum Diplomierten Krankenhausbetriebswirt.
bestehen und als weiterer PAB wurde die Pflegefachassistenz dings mehrheitlich keine Änderung der Personalzusammensetzung
eingeführt. auf ihren jeweiligen Stationen vorstellen können!
Gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege Es zeigt sich das großer Fortbildungsbedarf was die Kenntnis der
Keine speziellen Grundausbildungen mehr (1.1.2018) Gerneralis- Berufskompetenzen betrifft besteht!
tische Grundausbildung. Lt. Berufsbild keine „Vorbehaltsbereiche“ Berufsgruppen Mix neu denken
mehr für KJP und PGuKP (alle Altersstufen, alle Settings) und trotz- • Bei jeder (Nach-)Besetzung
dem verpflichtende Spezialisierung innerhalb von 5 Jahren • Bezogen auf den Bereich / die Abteilung
Pflegeassistenzberufe – beide gleiches Berufsbild • Aufgabenverteilung / Abläufe im Regelbetrieb
• DGKP Anordnungsverantwortung der DGKP für beide PAB Berufsgruppen Mix zu bedenken
• Keine Weiterdelegation durch die PFA an die PA vorgesehen • Versorgungssicherheit 24h / 7 Tage pro Woche
• PA – Durchführung unter Aufsicht nach Anordnung wie • Die höher qualifizierte Berufsgruppe kann die niedriger qualifi-
bisher bei der Pflegehilfe zierte Berufsgruppe ersetzen aber nicht umgekehrt
• PFA – eigenverantwortliche Durchführung nach (Beurtei- • Was sich auf dem Papier ausgeht, geht sich in der Praxis nicht
lung der Patientensituation und Fähigkeiten der PFA) und An- immer aus
ordnung durch die DGKP Prämissen / Entscheidungen der tirol kliniken bei der
Berufsgruppen – Mix und Personalplanung – Grade and Skill Personalplanung
Mix: • Änderungen im Berufsgruppen-Mix nicht additiv sondern
Grade Mix beschreibt die unterschiedlichen Aus- und Zusatzausbil- ersetzend
dungen der MitarbeiterInnen. Skill Mix beschreibt die unterschied- • Nur 2 Pflegeberufe pro Bereich DGKP – PFA oder DGKP – PA
liche Berufserfahrung und individuellen Fähigkeiten – das Können • Administrative und hauswirtschaftliche Unterstützungskräf-
– der MitarbeiterInnen. Ziel eines optimalen Grade and Skill Mix te miteinbeziehen, OrdinationsassistentInnen in den Am-
bulanzen / Funktionsbereichen
Donnerstag, 30. November 2017 12motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Markus Mattersberger
GuKG-Novelle 2016 – Chancen und Risiken für die stationäre Langzeitpflege
Kann die Novelle 2016 des GuKG berufspoli- Herr Markus Mattersberger, MMSc MBA
tisch durchaus als wichtiger Schritt für die Gesundheits- und
Bundesverband der Alten- und Pflegeheime Österreichs
Krankenpflege gesehen werden, stellt sich die Frage, ob “Lebenswelt Heim”.
die mit dem Gesetz angestrebten primären Zielsetzungen Ausbildung: 1988 – 1991 Diplomlehrgang zum Gesundheits-
erreicht werden können? und Krankenpfleger an der Allg. Krankenpflegeschule am
A. ö. BKH Lienz Studium: 2005 - 2006 MSc-Universitäts-
Konkret gefragt: was bedeutet die Novelle für den Bereich lehrgang für Pflegemanagement an der Donau-Univer-
der stationären Langzeitpflege? In der Zusammenschau mit sität Krems; 2008 – 2009 MSc-Universitätslehrgang für
anderen aktuellen Entwicklungen birgt das Gesetz für die Management in Einrichtungen des Gesundheitswesens
– Fachvertiefung „Gesundheitsmanagement“ an der Do-
Langzeitpflege Chancen, die es zu nutzen gilt, jedoch sind
nau-Universität Krems; 2008 - 2009 MBA-Universitätslehr-
auch Herausforderungen und Risiken zu benennen, auf die gang für Health Services Management an der Donau-Uni-
hingewiesen werden muss. versität Krems; Beruflicher Werdegang: 1991 – 2009 A. ö.
Bezirkskrankenhaus Lienz 2010 Pflegedienstleiter Haus St.
Im Rahmen des Vortrages werden diese Chancen und Ri- Barbara d. Caritas Erzdiözese Wien seit 2011 Niederöster-
siken beleuchtet, die nicht nur berufspolitische, sondern reichischer Landesdienst (01 – 07/2011 Pflegedienstleiter
auch gesellschaftspolitische Aspekte in sich tragen und zur NÖ Landespflegeheim Stockerau - 2011 – 2016 Direktor
und Pflegedienstleiter, iwF Direktor NÖ Landespflegeheim
Diskussion gestellt werden.
Hollabrunn - seit 01/2017 Projektleitung „Generationen-
Campus Korneuburg“) seit 05/2014 Präsident des Bundes-
verbandes der Alten- und Pflegeheime Österreichs „Le-
benswelt Heim“ - 09/2015 – 03/2016 Interim. Präsident der
E.D.E. – European Association for Directors and Providers of
Long-Term Care Services for Elderly - seit 03/2016 Vizeprä-
sident der E.D.E. – European Association for Directors and
Providers of Long-Term Care Services for the Elderly
Donnerstag, 30. November 2017 13motto: Selbst:Bewusste Pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Christine Bretbacher
GuKG-Novelle 2016 – Chancen und Risiken in der mobilen Pflege
Die GuKG-Novelle eröffnet durch neue Ge- Die Übernahme der Gesamtverantwortung für den Pfle- Frau Mag. Christine Bretbacher
sundheitsberufe ein breiteres Berufsfeld in unterschied- geprozess als pflegerische Kernkompetenz stellt eine be-
Österreichisches Rotes Kreuz, Landesverband
lichen Bildungsniveaus, nunmehr mit Anschluss an das sondere Chance für die künftige Rolle und das Aufgaben- OÖ. Seit 2008 Gesundheits- und Soziale Dienste,
Bildungssystem. Für die mobile Pflege bedeutet das neue feld der Pflege als gleichwertiger Partner zur Medizin und Bezirkspflegedienstleiterin, seit 2016 Stabsstelle
Herausforderungen für Pflegepersonen, die in den mobilen anderen Gesundheitsberufen in interdisziplinären Teams Qualitätssicherung und Dienstleistungsentwicklung.
DGKP mit 15-jähriger Berufserfahrung im Krankenhaus.
Diensten alleine bei KlientInnen arbeiten und bei pflegeri- im niedergelassenen Bereich dar. Allerdings wird der Weg
Sachverständige für Gesundheits- und Krankenpflege,
schen Entscheidungen auf sich gestellt sind. Führungskräfte dorthin ein langer und ein breiter. Was bedeutet der Be- Trainerin in der Erwachsenenbildung Schwerpunkt
sind durch einen neuen Grade-Mix mit organisatorischen griff Gesamtverantwortung im fachlichen bzw. gesetzlichen Arbeitsorganisation, Pflegeprozess, Pflegesysteme.
und kulturellen Anforderungen konfrontiert. Kontext mit dem Pflegeprozess? Welche personellen und Studium Gesundheits- und Sozialmanagement an der HFH,
Gesundheitswissenschaften an der UMIT mit Schwerpunkt
organisatorischen Anforderungen – speziell an die Einsatz-
Wesentlicher Bestandteil der Gesetzesnovelle ist die Ablö- Personalmanagement. Doktorandin an der UMIT im Institut
planung sind damit verbunden? Zeigen sich Auswirkungen für Management und Ökonomie im Gesundheitswesen,
sung der Tätigkeitsbereiche durch Kompetenzen, allen voran
auf die Wirtschaftlichkeit der Pflege? Alle diese Aspekte gilt Department Public Health, Versorgungsforschung und
die pflegerische Kernkompetenz. Der vormals eigenverant-
es zu durchleuchten. HTA.
wortliche Bereich im Sinne fachlicher Weisungsfreiheit als
unverzichtbare Pflicht verlangt diplomierten Pflegepersonen Mut zu Veränderung auf allen Ebenen in der Einrichtung zu
mehr als bisher ab, pflegerische Entscheidungen eigen- zeigen und rechtzeitig neue Wege zu beschreiten sind Vor-
ständig - und nicht mehr primär unter dem Schutzmantel aussetzung für Klarheit in der pflegerischen Verantwortung.
ärztlicher Verantwortung - zu treffen. Dies wird sich in der Der pflege- und betreuungsbedürftige Mensch in seinem
mobilen Pflege als große Herausforderung erweisen ob der individuellen Gesundheits- und Krankheitserleben prägt das
jahrzehntelangen Sozialisierung der Pflegepersonen als Mit- künftige Pflegeverständnis in der mobilen Pflege und Be-
verantwortliche bei medizinischer Diagnostik und Therapie. treuung des OÖ Roten Kreuzes als nachhaltiges, messbares
Qualitätsziel für eine selbst:bewusstere Pflege.
Donnerstag, 30. November 2017 14komplementäre.pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Michael Ofner
Regeneration – kann alles heilen?
Der Arzt/Therapeut unterstützt, doch hei- Herr Dr. Michael Ofner
len kann nur der Körper selbst. Nach diesem Credo zielen
Dr. Dr. Michael Ofner ist wissenschaftlicher Direktor der
die meisten Therapien darauf ab die „Selbstheilungskräfte“ Internationalen Gesellschaft für Regenerationsforschung,
des Körpers zu stärken, wobei nahezu jedes Therapiesystem klinischer Prüfarzt, und in der Praxis mit Fokus Vorsorge
von sich selbst behauptet dies auch tatsächlich zu tun. Doch und Regeneration als Sport- und Ernährungsmediziner in
Europa und Nahost tätig. Nach akademischen Abschlüssen
stimmt das? Beispiel: RegentK, die Regenerationstherapie
in Medizin (Graz, Harvard, Peking), Sportwissenschaften
nach Khalifa ist vom gleichnamigen Therapeuten in 40 Jah- (Wien) und Wirtschaft (Zürich) beschäftigt er sich seit über
ren manualtherapeutischer Erfahrung entwickelt worden. 10 Jahren mit den wissenschaftlichen Grundlagen und kli-
Neben tagtäglichen Patienten haben bereits unzählige nischen Erfolgsraten komplementärmedizinischer Thera-
piesysteme, um einen Beitrag zu leisten, die tatsächlich
Spitzensportler, wie Roger Federer oder Nikolay Daviden-
wirksamen Maßnahmen, im Sinne eines echten integra-
ko, davon profitiert. Seit 2008 wird die Therapie wissen- tiven Ansatzes, für Diagnose und Therapie in der westlich
schaftlich untersucht, wobei erstaunliche funktionelle und orientierten Gesundheitspraxis salonfähig zu machen. Da-
strukturelle Erfolge im Sinne einer schnellen Regeneration rüber hinaus ist Ofner seit 15 Jahren als Personaltrainer für
Triathleten, Menschen mit dem Ziel Gewicht zu verlieren
bestätigt werden konnten. Mit dem Nachweis der Wirksam-
und als Berater für Unternehmen im betrieblichen Gesund-
keit versuchen nun über 20 Wissenschaftler aus Europa die heitsmanagement tätig.
Wirkmechanismen dieser Methode näher zu erforschen,
wobei die patho-physiologischen Grundlagen womöglich
allen Therapien gemein ist. Mit Hilfe unspezifischer Bin-
degewebsmanipulation und spezifischer neurovegetativer
Steuerung könnte die Vorbedingung zu einer vollständigen
Geweberegeneration geschaffen werden.
Donnerstag, 30. November 2017 15komplementäre.pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Evelyn Deutsch-Grasl
Der hohe Stellenwert aromapflegerischer Interventionen im Rahmen der Prophylaxe
Die Ansätze der Aromapflege sind vielfältig: mit Problemen bei der Nahrungsaufnahme, wodurch es zu Evelyn Deutsch-Grasl
Angefangen von der Steigerung des Wohlbefindens, über die Mangelernährung und Dehydration kommen kann, einher
Ist gelernte Drogistin, diplomierte Gesundheits- und Kran-
Anregung der Selbstheilungskräfte, die Gesundheitserhal- (vgl. Gottschalck, 2007, S.150). Sprechen und lachen, sich kenschwester, akademische Expertin für komplementäre
tung bis hin zur Verbesserung der physiologischen Hautfunk- einfach zu unterhalten alles tägliche Aktivitäten was für Gesundheitspflege, geprüfte Aromatologin und ausgebil-
tionen. Besonders wertvoll ist der unterstützende Einsatz Nichtbetroffene ein Selbstverständnis ist, ist nur unter star- dete Heilkräuterfachfrau. Sie ist Gründerin und Leiterin
der Aromapflege Gesundheitsschule in Wien und Tirol, ist
aromapflegerischer Interventionen im Rahmen prophylak- ken Schmerzen eingeschränkt, wenn überhaupt möglich.
Autorin des „Aromapflege Handbuch“ und stellvertretende
tischen Handelns. Der Begriff Prophylaxe kann als Verhü- Vorsitzende der ÖGwA. Seit 2008 ist Ihre Aromapflege-Pro-
Dieser Komplikation rechtzeitig und effektiv vorzubeu-
tung von Krankheit oder als –Vorbeugung übersetzt werden duktserie „Evelyn Deutsch“ auf dem Markt, die es Pflege-
gen, bedeutet für die Betroffenen ein Stück Lebensqua-
und findet sich in den pflegerischen Kernkompetenzen. einrichtungen ermöglicht die Aromapflege einfach, sicher
lität, in der ohnedies schweren, sehr belastenden Zeit. und kosteneffizient einsetzen zu können.
Ätherische Öle bedienen sich im Rahmen der Aromapflege,
Beim Vortrag hören Sie unter anderem, wie wertvoll
zweier Wege um ihre Wirkungen im menschlichen
aromapflegerische Maßnahmen für den Erhalt der Mund-
Organismus entfalten zu können. Auf der einen Seite
gesundheit bei laufender Chemotherapie sein können.
wirken sie, auf die Haut oder Schleimhaut aufgebracht,
Die Aromapflege bietet uns im Alltag die Chance im Rahmen
im physischen Bereich. Andererseits wirken sie, über den
der pflegerischen Kernkompetenzen sich aktiv und kreativ
Geruchssinn aufgenommen, auf das Vegetativum und das
einzubringen. Die daraus erzielten Erfolgserlebnisse sind für
zentrale Nervensystem, also im psychischen Bereich (vgl.
uns in der Pflege enorm wichtig, um immer wieder die Sinn-
Werner, Braunschweig, 2014, S. 25). Wir haben somit eine
haftigkeit und den hohen Stellenwert der Pflegehandlungen
sehr breite Palette an Möglichkeiten zur Verfügung um im
zu erkennen. Es ist an der Zeit, dass wir die Gesundheitser-
Rahmen der Gesundheitserhaltung- und Förderung tätig
haltung als eine der Kernkompetenzen im Pflegebereich in
zu werden.
den Vordergrund stellen! Die Gesundheitserhaltung ist eine
Als Beispiel für die Sinnhaftigkeit einer unterstützenden, der Hauptanliegen der Aromapflege.
aromapflegerischen Prophylaxe sei eine der sehr häufig auf-
Literaturverzeichnis:
tretenden Begleiterscheinungen von Chemotherapeutika,
die Mukositis aufgezeigt. Das Ausmaß dieser Komplikation Gottschalck, T. (2007): Mundhygiene und spezielle Mundpflege. 1.
ist für Nichtbetroffene kaum vorstellbar. Neben massiven Auflage. Bern: Verlag Hans Huber.
Werner, M., von Braunschweig, R. (2014): Praxis Aromatherapie. 4.
Schmerzen und Blutungen der Mundschleimhaut, geht diese überarbeitete Auflage. Stuttgart: Haug Verlag.
Donnerstag, 30. November 2017 16komplementäre.pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Ulrike Fabian-Riedler
CranioSacral Therapie – Einsatz in Pflege und Prävention
Bindegewebe bzw. Faszie reagieren auf Upledger CranioSacral Therapie fördert die Regulation, Re- Frau Dra.med.univ. Ulrike Fabian-Riedler
emotionale und physische Belastungen mit Kontraktion. organisation des Körpers und damit auch die Rehabilitation.
Ärztin für Allgemeinmedizin, Lehrende am Upledger Insti-
Dies wird von geschulten BehandlerInnen als erhöhter Tonus Sie wird in vielen Bereichen des Gesundheitssystems er- tut Österreich – UIÖ, lebt und arbeitet in Graz.
im Faszien- und im CranioSacralen System wahrgenommen folgreich eingesetzt: z.B. in der Physiotherapie, Logopädie, Ich studierte an der KF Uni Graz und interessierte mich
und mittels geeigneter Techniken ausgeglichen. Ergotherapie. Einen wertvollen Beitrag leistet sie in der schon während des Studiums für komplementäre Metho-
Gesundheitsvorsorge (z.B. in der Prävention von Erschöp- den. Nach meinem Turnus begann ich 1995 meine Ausbil-
Vor 100 Jahren begannen Andrew T. Still (1828–1917) und dung in CranioSacral Therapie am UIÖ (Zertifikation 2009)
fungszuständen, Stärkung der Widerstandskräfte - Resilienz)
seine Schüler William G. Sutherland (1873–1954) und John und unterrichte die Kurse Upledger CST 1,2 und CMG-Faszi-
und der Pflege. Gerade dort haben die achtsame Berührung ale Behandlung des Kausystems am Upledger Institut und
M. Litteljohn (1866–1947) die von Krankheiten ausgelös-
und die Begleitung von chronisch Kranken, sowie von Men- CranioSacrale Interventionen in Krems. Seit über 10 Jah-
ten Veränderungen des Bindegewebes zu erforschen. Sie
schen in Krisen oder am Ende ihres Lebens einen speziellen ren betreue ich als externe Therapeutin Patienten auf der
erkannten die Bedeutung der Einheit von Körper Seele und Wachkomastation und im Hospiz des GGZ Albert Schweit-
Stellenwert.
Geist (Still prägte den Begriff des „triune man“) und ent- zer in Graz.
wickelten das Konzept der Osteopathie (von altgr. ὀστέον, Das Wiedererlangen von Entspannt - Sein ist Grundlage Meine Liebe gilt meiner Familie (Ehemann Walter reist
ostéon, „Knochen“ und πάθος, páthos, „Leiden“) - eine für Wohlbefinden und die Möglichkeit, sein ureigenstes derzeit durch NZ, Tochter Pia ist mittlerweile ausgezogen,
Sohn Michael lebt noch zu Hause und studiert), der Na-
Methode zur individuellen Befundung und Behandlung. John Potential, Freude, Glück und Vertrauen zu empfinden und
tur, meinem Garten, dem Wandern und Reisen, der Kunst
E. Upledger (1932 – 2012) erweiterte das Konzept um die dieses auch wahrzunehmen. (Theater, darstellende Kunst, zeitgenössischer Tanz) und
Erkenntnis, dass Verletzungsenergie – körperliche als auch der Arbeit mit Pferden.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die Methoden der Upledger
emotionale- im Bindegewebe gespeichert werden kann. Tugend und Laster: meine Neugierde!
CranioSacral Therapie und zeigt mögliche Einsatzgebiete
Dadurch verändert sich zuerst die Funktion eines Gewebes Praxis-Schwerpunkte: psychosomatische Erkrankungen,
im Vorsorge- und im Pflegebereich auf.
oder Organs, später kann das Organ selbst erkranken oder Burn out, chronische Schmerzpatienten, Menschen in Le-
benskrisen, Probleme des Kauorgans (Kiefergelenk, Kie-
sogar zugrunde gehen.
ferorthopädie), Wachkomapatienten.
Donnerstag, 30. November 2017 17komplementäre.pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Michaela Löschnigg-Tausz und Sabine Namor-Ranegger
Keine Zeit für Basale Stimulation!?
Woran liegt es, dass Ba- Frau Michaela Löschnigg-Tausz Frau Sabine Namor-Ranegger
sale Stimulation® in aller Munde ist, aber doch nicht - nur
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Diplomierte Gesundheits- Kinderkrankenpflegerin
wenn Zeit ist - in der Praxis umgesetzt wird? Besteht Basale
Praxisbegleiterin für Basale Stimulation® in der Pflege Praxisbegleiterin für Basale Stimulation® in der Pflege
Stimulation® nur aus körperwahrnehmenden Angeboten
Diplomierung 1990, Zusatzausbildung in Anaesthesie- und Seit meiner Diplomierung (1996) arbeite ich mit Menschen
oder steckt viel mehr dahinter? Warum wird / kann die Intensivpflege 2000 – kennenlernen des Konzeptes Basale mit besonderen Bedürfnissen in der Langzeitpflege. Basa-
Theorie nicht in der Praxis gelebt bzw. umgesetzt werden? Stimulation®; seit 6 Jahren im Wachkomadepartment der le Stimulation® begleitet mich seit diesem Zeitpunkt. Seit
Was braucht es um es in der Praxis umsetzten zu können? Albert Schweitzer Klinik der Geriatrischen Gesundheitszen- 5 Jahren integriere ich Basale Stimulation® in der Pflege in
tren der Stadt Graz tätig, Implementierung des Konzeptes kleinen Schritten in meinen Arbeitsbereich – Berufsgrup-
In unserem Vortrag stellen wir Möglichkeiten vor, wie wir
in kleinen Schritten durch Praxisbegleitung. pen übergreifend.
den „Kleinen Basalen Weg“ in unseren Einrichtungen gehen.
Donnerstag, 30. November 2017 18komplementäre.pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Stefan Knobel
Gefangen zwischen gesund und krank – Ein Ausbruchsversuch in Richtung
„kompetenzorientierte Pflege“
Begriff dafür ist «Pathogenese». In den letzten 100 Jahren dass der gepflegte Mensch die Aktivitäten selbst steuern und
hat diese Wissenschaft enorme Fortschritte zum Wohle der nachvollziehen kann, dann ist das ein Beitrag in Richtung
Menschen gemacht. Der pathogenetische Zugang deckt aber mehr Möglichkeiten. Dann ist Pflege ein Teil der Lösung.
nur einen Teil des menschlichen Gesundheitsprozesses ab. Gelingt es nicht, wird Pflege zu einem Teil der Behinderung.
Ivan Illic meinte dazu in den 1970iger Jahren: Das medizi-
Beides ist wichtig. Für die Pflege gibt es nicht die Wahl
nische System hat etwa 10 % Einfluss auf die Gesundheit
zwischen Ontogenese oder Pathogenese. Im Gegenteil.
der Bevölkerung – aber 100 % Bestimmungsmacht. Der
Pflegende müssen wie bisher viel über die Krankheits-
ergänzende Gegenpol zur Pathogenese ist die Ontogenese.
entwicklung und -behandlung wissen und in diesem Feld
Das ist der griechische Name für die «Lehre der Individual-
die notwendigen Kompetenzen aufbauen. Die zentralen
entwicklung». Wenn die Pathogenese und die Ontogenese
Aspekte der Pflege – nämlich die Unterstützung der Men-
als eigenständige Wissenschaften nebeneinanderstehen,
schen in ihren alltäglichen Aktivitäten erhalten aber unter
kann Gesundheit neu gedacht werden.
der Perspektive der Ontogenese einen anderen Stellenwert.
Pflege neu denken. Es ist also an der Zeit, dass der Pfle- Die «Produkte» der Pflege sind mehr individuelle Selbst-
geberuf sich nebst der Pathogenese auch dem Studium ständigkeit und Lebensqualität. Professionelle Pflege wird
der Ontogenese zuwendet. Dieser Ansatz ist nicht neu. In dadurch zu einem Schlüsselfaktor, um die gesellschaftlichen
den letzten 30 Jahren haben sich in der Praxis verschiede- Herausforderungen rund um die Gesundheitsversorgung der
ne Herangehensweisen etabliert, welche die Ontogenese Bevölkerung zu meistern.
Pathogenese prägt das Denken. Auch wenn die Pflege
des Menschen in den Mittelpunkt stellen. Eine davon ist
Ganzheitlichkeit anstrebt und versucht, den Pflegeberuf
Kinaesthetics. Das Studium der Individualentwicklung an- Stefan Knobel
nicht nur auf pathophysiologischen Erkenntnissen aufzu-
hand von Kinaesthetics zeigt: Der grösste Einflussfaktor auf
bauen, ist es noch immer so: Das Pathogenese- oder Be- Ausbildung: Maschinenmechaniker, Krankenpfleger, Pfle-
die menschliche (Gesundheits-) Entwicklung ist die Qualität
handlungs-Paradigma bestimmt unser Denken und geexperte HöFa II, Kinaesthetics Ausbildner Tätigkeiten:
seiner alltäglichen Aktivitäten (ATL). Da der zentrale Auftrag Präsident der Stiftung Lebensqualität, Herausgeber Zeit-
Handeln.
nach wie vor die individuelle Unterstützung der ATL ist, schrift LQ, Projektleiter
Pathogenese und Ontogenese. Die Medizin ist per Defi- kommt der Qualität der Unterstützung beim Waschen, Fort-
nition die Lehre der Vorbeugung, Erkennung und Behand- bewegen, Ankleiden et cetera eine enorme Bedeutung zu.
lung von Krankheiten und Verletzungen. Der griechische Wenn es der Pflege gelingt, die Interaktion so zu gestalten,
Donnerstag, 30. November 2017 19komplementäre.pflege 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Heidi Ploner-Grißmann
Senso-meditative Gesundheitskompetenz. Ein Impuls zur Verbesserung des Wohlbefindens im
Sinne von Flourishing. Evaluationsstudie
Mit dem Fokus auf Public Health wurde in einer Seminarrei- Heidi M. Ploner, BScN, MScN, MSc, MAS, AE,
he, Menschen im Arbeitsprozess, welche multifaktoriellen PhD i.A.
Belastungen ausgesetzt sind, ein integratives Angebot zur
Seit über 30 Jahren DGKP, Bachelor- und Masterstudium
Verbesserung des Wohlbefindens im Sinne von Flourishing Pflegewissenschaft/Pädagogik, Masterstudium Gesund-
zur Verfügung gestellt. Die multisensorisch konzipierten heitswissenschaften, Masterstudium Palliative Care, Aka-
Seminare basierten auf neurowissenschaftlichen Erkennt- demische Expertin Komplementäre Gesundheitspflege,
Studium Medizin (cand. med.), Studium Traditionelle Tibe-
nissen. Methodisch wurden Therapeutic Touch, Körper- und
tische Medizin, Doktorandin Health Sciences. Seit 1998 im
Atemübungen, Phyto-Aromaöle, Phyto-Essenzen, Klang und Sozialsprengel Nußdorf-Debant, seit 1999 „Integrative He-
Meditation eingesetzt. Dabei zeigte sich insbesondere das alth Care – Therapeutic Touch“, seit 1999 Lehrbeauftragte
Potential von Therapeutic Touch. für Therapeutic Touch/Donau-Universität Krems.
Donnerstag, 30. November 2017 20praxis.wissenschaft 17
30.11. und 1.12.2017 | austria center vienna
Katharina Heimerl und Elisabeth Reitinger
Zwischen Selbstbestimmung und Fürsorglichkeit – relationale Autonomie von
hochbetagten Menschen
Verletzlichkeit ist ein essentieller Teil des Menschseins. zeigen: Würde im hohen Alter bedeutet für die Betroffenen Frau Dr.in Katharina Heimerl
Hochbetagte Menschen sind in vielfacher Weise und außer- „Nur nicht zur Last fallen“ (Pleschberger 2005).
Katharina Heimerl, Studium der Medizin an der Universi-
gewöhnlich vulnerabel, in körperlicher, seelischer, sozialer tät Wien und Master of Public Health an der University of
Als Einzelne auf sich selbst gestellt sind vulnerable, hochbe-
und spiritueller Hinsicht. Menschen mit Demenz sind – auf- California at Berkeley. Seit 1995 wissenschaftliche Mitar-
tagte Menschen den mit ihrer Autonomie verbundenen Er-
grund der Stigmatisierung – darüber hinaus auch gesell- beiterin an der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und
fordernissen überwiegend nicht mehr gewachsen. Sie leben Fortbildung (IFF) an der Universität Klagenfurt, seit 1998
schaftlich vulnerabel (Gröning und Heimerl 2013).
Autonomie deshalb „systemisch“, d.h. mit Unterstützung von am Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik. 2006
Es wird weithin angenommen, dass Autonomie ein we- Familien, Nachbar*innen, informellen und professionellen Habilitation (venia legendi in Palliative Care und Organisa-
tionsentwicklung). Seit 2016 Prodekanin der IFF. Arbeits-
sentlicher Aspekt des Menscheins ist, für Menschen mit Helfer*innen. Jenes Spannungsfeld von Unabhängigkeit und
schwerpunkt: Partizipative Forschung in Palliative und De-
Demenz ebenso, wie für alle anderen. Autonomie und Abhängigkeit, von Freisein und Gebundensein, in dem wir mentia Care.
Selbstbestimmtheit spielen gesellschaftlich gegenwärtig insbesondere in Zeiten des Altseins und der Demenz leben,
eine besondere Rolle. Ihre Überbetonung übersieht dabei lässt sich treffender Weise als „relationale Autonomie“ be- Frau Dr.in Elisabeth Reitinger
die wechselseitige Abhängigkeit von Menschen. Der Kla- zeichnen (Reitinger, Heller 2010, 741-742).
genfurter Philosoph Peter Heintel (2005) spricht in dem Assoziierte Professorin, Dr.in, Habilitation in Palliative Care
Care im Sinne von Sorgekultur ist gelebte relationale Au- und Organisationsforschung, stv. Leitung des Instituts für
Zusammenhang von der „Autonomiezumutung“ unserer Palliative Care und OrganisationsEthik, Fakultät für Inter-
tonomie. Die Sorge um hochbetagte Menschen bewegt
Gesellschaft. Klie und Kruse (2015, 35) konstatieren eine disziplinäre Forschung und Fortbildung, Alpen-Adria-Uni-
sich im Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und
„Vereinseitung der Wertedebatte zugunsten von Selbstbe- versität Klagenfurt. Arbeitsschwerpunkte: Palliative Care
Fürsorglichkeit, nicht nur in den Entscheidungen auf Leben im Alter, Leben mit Menschen mit Demenz, Ethische Fra-
stimmung“. Die unglaublich hohe Bewertung der Autonomie
und Tod sondern auch in der kleinen Ethik des Alltags. (Mora- gen in der Altenhilfe, Gender in Betreuung und Pflege,
in der Gesellschaft stellt eine Falle dar, in der jedenfalls jene
lische) Gefühle spielen eine entscheidende Rolle. Es braucht qualitative Organisationsforschung.
Menschen sitzen, deren körperliche und geistige Fähigkei-
Kommunikationsstrukturen, wie beispielsweise moderierte
ten Autonomie zu leben, abnehmen, Palliativpatient*innen
Ethikbesprechungen, in denen das tägliche Handeln der
ebenso, wie Menschen mit Demenz. Forschungsarbeiten
Sorgenden und ihre „moral emotions“ reflektiert werden
können.
Donnerstag, 30. November 2017 21Sie können auch lesen