Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...

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Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
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Frä nki sc he St . J ako bus -G esel ls ch aft Wü rzb urg e.V.
                                                                             988
                                                                       seit 1

nr.   82 april 2012                         Elias-Valiña-Preis 2010

                                                                 ISSN 1860-2223
Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
Inhalt

Grußwort des Präsidenten                                            3
Pilgerstammtisch                                                    5
Pilgersegen                                                         6
Termine + Reisen                                                    4/5/7
Aus der Pilgerwelt                                                  10-14/17/41/64
Jahrestagung + Mitgliederversammlung                                15 - 18
Aus unserer Gesellschaft + Jahrestagung                             22 - 29/43 - 48
Pilgerstatistik                                                     19 - 21
Pilgerstimmen                                                       30 - 36/40 - 42
Jakobus in Franken + an anderen Orten                               37/39
Büchertisch                                                         49
Jakobus-Gesellschaften und Arbeitskreise                            59 - 64
The Way - Kinofilm über den Jakobsweg                               64
Neue Mitglieder                                                     65
Auslobung von Preisen für wissenschaftliche Arbeiten                66
EinBlick in Zeitschriften                                           67
Impressum                                                           68

Aus der Redaktion:                              Unser Titelbild
Eine Bitte an alle, die Texte oder Fotos ein-   In diesem Jahr begleitet uns der Apostel Ja-
senden: Immer Anschrift des Autors und Fo-      kobus d.Ä. aus der ihm geweihten Pfarrkir-
tografen angeben, bei jedem einzelnen Text      che in Herrnsdorf im Landkreis Bamberg.
und Foto. Bei Einsendungen über eMail un-       Die wuchtige spätmittelalterliche Chorturm-
bedingt beachten: Texte nicht als eMail, son-   anlage im befestigten Friedhof wurde 1701
dern als Anhang im Word-Format . Fotos in       nach Westen erweitert. Der Hochaltar
einer Dateigröße von etwa 800 kB bis 1 MB.      stammt aus der gleichen Zeit. Das Altarblatt
Und bei Personenangaben immer Vor- und          stammt von Marquard Treu 1762. Unser Ti-
Nachname. Sie erleichtern die Arbeit sehr!      telbild zeigt einen Ausschnitt mit dem Apos-
Daniela Ruhrmann hat Nachrichten aus der        tel als Pilger. Pilgerstab und Pilgermuschel
Pilgerwelt gesammelt und Beiträge aus dem       sind die unübersehbaren Attribute. Herrns-
Spanischen übersetzt.                           dorf liegt am Oberfränkischen Jakobsweg.
                                                                       Foto: Manfred Zentgraf

                               3.210
                  Tage waren es am 19. März 2012 bis zum nächsten
                       Heiligen Compostelanischen Jahr 2021!

    unterwegs                                   2                nr. 82 april 2012
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Grußwort des Präsidenten

                                                   Jahr die neu zu schaffende Pilgerherberge in
                                                   Hof. Diese wird voraussichtlich am 7. Juli
                                                   2012 eröffnet.
                    Augsburg, 12. März 2012
                                                   Als zukunftsgerichtet erweist sich auch die
Liebe Mitglieder und Freunde des Jakobus-          Kooperationsvereinbarung mit dem Rhönklub.
weges,                                             Wir haben damit, anläßlich unserer Jahresta-
                                                   gung in Immenreuth, eine tragfähige Basis für
St. Ottilien als Tagungsort zu wählen war ein      alle Angelegenheiten geschaffen, die beide
Wagnis. So weit in den Süden zu gehen, hätte       Organisationen betreffen, wie die Wegeent-
uns auch eine geringe Teilnehmerzahl besche-       wicklung, die Beschilderung oder auch die
ren können. Doch die Anmeldungen haben             Auflassung eines Weges (von Fulda nach
uns überrascht:                                    Herbstein). Der Rhönklub hat ein neues Präsi-
Noch nie haben sich bis zum Februar eines          dium und die Vereinbarung gibt beiden Präsi-
Jahres so viele Teilnehmer eingeschrieben.         dien die Handlungsbasis.
Das Präsidium wollte den Mitgliedern, die
sonst immer einen weiteren Weg zu unserer          Wir hätten mit anderen Wandervereinen gerne
Jahresversammlung haben, die Teilnahme er-         weitere solche Kooperationsvereinbarungen
leichtern. Und so konnten wir feststellen, dass    geschlossen, doch das Signal von Bayreuth
sich die Zusammensetzung der teilnehmen-           hat noch nicht gezündet.
den Mitglieder geändert hatte: es sind Mitglie-
der gekommen, die bisher bei den Tagungen          In die Zukunft gedacht sind auch unsere Über-
nicht dabei waren.                                 legungen unser Archiv der interessierten Öf-
2013 wird sich dies möglicherweise wieder          fentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu
ändern: mit dem Tagungsort Schloß Schney           stehen wir in intensiven Gesprächen mit dem
laden wir wieder in unser Kernland Franken         Archiv der Diözese Würzburg.
ein, nach Oberfranken.
                                                   Die diesjährige Pilgersaison beginnt bereits.
„Rückblick und Ausblick“ hatte ich meinen          Wir sehen dies an den steigenden Zahlen der
Bericht überschrieben.                             beantragten Pilgerausweise.
Ich hoffe, dies ist auch so erkannt worden.        Das Präsidium dankt allen Ehrenamtlichen,
Zwar muss sich die Vorstandschaft natürlich        die in dieser Saison dabei mitwirken. Ohne sie
immer auch mit dem „Tagesgeschäft“ befas-          könnten wir dieses Angebot so nicht machen!
sen. Doch wir haben eine Reihe von Projekten
angepackt, dazu auch Beschlüsse getroffen,         Nach den gemeinsam erlebten Tagen in St.
die in die Zukunft gerichtet sind. Als Beispiele   Ottilien, wo wir ebenfalls gemeinsam eine
nenne ich unsere Fördergrundsätze.                 Strecke auf dem Münchener Jakobsweg in
Die Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft hat        diesem einmaligen oberbayerischen Voralpen-
sich damit zum Ziel gesetzt, solche Projekte       land gehen durften, wünsche ich Ihnen ein er-
zu unterstützen, die zum Nutzen ihrer Mitglie-     fülltes Pilgerjahr 2012.
der und aller anderenJakobspilger entstehen.
Daher werden wir grundsätzlich bevorzugt in        Dies unter dem Schutz und Segen unseres
Pilgerherbergen investieren (von diesen gibt       Herrn Jesus Christus und unseres
es bei uns ohnehin zu wenig).                      Pilgerapostels Jakobus,
Aktuelle Beispiele sind die Umnutzung des
alten Pfarrhauses in Binsbach und in diesem        Ihr Joachim Rühl, e ultreia!

    unterwegs                                      3                 nr. 82 april 2012
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Termine
 Termine der Fränkischen Sankt Jakobus-            Pilgerwanderung Via Lemovicensis
     Gesellschaft/Gruppe Untermain
                                                  Dieser Weg ist einer der weniger be-
Beim monatlichen Pilgerhock in der Maria
                                                  gangenen Jakobuswege in Frankreich,
Ward-Schule legten die Mitglieder der Fränki-     jährlich gut 1000 Pilger waren es in
schen Sankt–Jakobus-Gesellschaft, Gruppe          den letzten Jahren. Durch die abwechs-
Untermain, das neue Jahresprogramm für            lungsreiche Landschaft des Perigords
2012 fest. Neben dem Pilgergottesdienst mit       und Aquitaniens führt dieser Pilgerpfad
Pfarrer Reichert jeweils am dritten Samstag       über die Pyrenäen nach Pamplona.
eines Monats, den Monat August ausgenom-          Vom 30.08. - 09.09.2012 sind für diese
men, schlugen die Anwesenden unter anderem        Pilgerwanderung von ca. 200 km unter
folgende monatlichen Themen vor:
                                                  der Leitung von Elisabeth Graf noch ei-
 „Pilgern mit Kindern“ (Peter Kampfmann)
„von Le Puy nach Décazéville“ (Fam. Debor)
                                                  nige Plätze frei.
„Gymnasiasten auf dem portugiesischen Pil-        Informationen beim Bayerischen Pil-
gerweg“                                           gerbüro Tel.: 089 / 54 58 11 - 61 oder
„vom Comer See nach Florenz“ (Fam. Hof-           info@pilgerreisen.de
mann)
„Ruth Stoffels prämierte Diplomarbeit              Ökumenisches Samstagspilgern 2012
Mönch versus Komiker“ (Frau Herold)                   in Thüringen entlang der Ilm
„Unterwegs auf dem osteuropäischen Pil-
gerweg“ (Peter Spielmann).                        14.04. Kranichfeld – Bergern (15 km)
Auch zwei Pilgerwanderungen unter Leitung         Treffpunkt: Bhf Kranichfeld 9.00 Uhr
von Helmut Stowasser nach Seyfriedburg            12.05. Hetschburg – Mellingen (13 km)
(April) und Urphar (Juni) stehen auf dem Pro-     Treffpunkt: Bhf Hetschburg 8.40 Uhr
gramm. Die einzelnen Angebote erscheinen
                                                  09.06. Niedergrunstedt – Gaberndorf
jeweils in der Tagespresse. Für Pilger, die
2012 nach Santiago aufbrechen wollen, wird        Treffpunkt: Hbf Weimar, Gl. 1 8.00 Uhr
am Ende des Gottesdienstes der Pilgersegen        14.07. Weimar – Oßmannstedt (11 km)
erteilt. Eine spezielle Pilgerberatung ist für    Treffpunkt: Hbf Weimar, Eing. 8.00 Uhr
den 19. Mai vorgesehen.                           11.08. Oßmannstedt–Mattstedt (14 km)
                                Peter Spielmann   Treffpunkt: Bhf Oßmannstedt 8.30 Uhr
                                                  08.09. Rund um Apolda (12 km)
Würzburg. Von 1988 bis 1993 gingen                Treffpunkt: Bhf Apolda 8.30 Uhr
bis zu 18 PilgerInnen in sechs Jahres-            13.10. Rund um Niedertrebra (11 km)
Etappen von Würzburg nach Santiago de             Treffpunkt: Bhf Niedertrebra 8.40 Uhr
Compostela. Dabei war auch Leo Hof-               03.11. Pilgerabschluß in Naumburg
mann aus Lußberg, der Videos unterwegs
aufgenommen hat. Nach den Pilgergot-              Information: Steffen Rödiger
                                                  Frahmstr. 3, 06567 Bad Frankenhausen
tesdiensten im April und Juli zeigt Leo
                                                  Tel.: 034 671 – 500 77
Hofmann diese Aufnahmen.
Sa. 14.4.2012: Cahors - Pamplona
Sa. 14.7.2012: Pamplona - Santiago
Dazu sind nicht nur die Pilger von da-
mals, sondern alle Interessenten herzlich
eingeladen.

     unterwegs                                    4              nr. 82 april 2012
Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
Pilgerstammtisch                                                                      Termine
Volkach Gasthof “Rose” am Oberen Markt                 13./14. April 2012 Retzbach - Klausur
16 - 18 Uhr: jeweils erster Freitag im Monat:          des Präsidiums
13. April verschoben wegen Karfreitag! / 4. Mai /
1. Juni / 6. Juli 2012                                 14. April 2012 - 18 Uhr Würzburg Stift
                                                       Haug Pilgergottesdienst, anschließend
Hallerndorf-Schlammersdorf                     (bei    19 Uhr ME-Haus: Leo Hofmann zeigt
Forchheim) Brauereigasthof Witzgall                    Video “Cahors - Pamplona” der Würz-
neben der Kirche, jeweils erster Samstag im            burger Pilgergruppe 1988/1993 (s.S.4)
Monat um 16 Uhr; 19 Uhr Vorabendmesse mit
Pilgersegen; 14. April (verschoben wegen Kar-          12. Mai 2012 Irmelshausen ökumeni-
samstag) / 5. Mai / 2. Juni / 7. Juli 2012. Info: D.   schen Gottesdienst zur Einweihung des
Sawinsky 09190 1461 - mobil 0171 4979019               Zuweges nach Bad Kissingen, gemein-
                                                       samer Pilgergang nach Hollstadt (ca. 15
Nürnberg Gasthaus „Steichele“ Knorr-                   km), dort kleiner Festbetrieb.
straße 4 (unweit St. Jakob) ab 18 Uhr je-
weils erster Mittwoch im Monat: 4. April /             7. Juli 2012 - Hof. Eröffnung der Pil-
2. Mai / 6. Juni / 4. Juli 2012. Vorher um             gerherberge vorgesehen.
17:30 Uhr ist in der Krypta in St. Elisabeth
(Kuppelbau gegenüber St. Jakob) eine An-               14. Juli 2012 - 18 Uhr Würzburg Stift
dacht. Bitte anmelden bei Paul Diemer:                 Haug Pilgergottesdienst, anschließend
< jakobspilger-nuernberg@paul-diemer.de>               19 Uhr ME-Haus: Leo Hofmann zeigt
oder Telefon 0911 - 74 72 009"                         Video “Pamplona-Santiago” der Würz-
                                                       burger Pilgergruppe 1988/1993 (s.S.4)
Regensburg im „Spitalgarten“ 19 Uhr -
jeweils letzter Freitag im Monat:27. April
/ 25. Mai / 29. Juni 2012. Kontakt: Sepp
Reif >josef.reif@t-online.de<

Würzburg, Weinhaus Schnabel, Hau-
gerpfarrgasse 10 - Jeweils dritter Frei-
tag im Monat um 17:30 Uhr: 20. April /
18. Mai / 15. Juni 2012.                               ...und jetzt schon notieren:

München. Jeden 3. Dienstag im Monat.                   29. Juli 2012 Heilsbronn - 20 Jahre Jakobs-
“Schinkenpeter”, Perlacherstr. 53/55 (U2               weg Nürnberg - Rothenburg, ältester deut-
Untersbergstr./ Bus 54 Valeppstr.) Info:Bar-           scher Jakobsweg
bara Massion, Tel. 089 / 43 93 183 oder
                                                       8. - 10. März 2013 Jahrestagung und Mit-
per E-Mail: b.massion@mnet-online.de.
                                                       gliederversammlung in Schloß Schney bei
                                                       Lichtenfels
Fulda-Neuenberg. Gaststätte “Dreilin-
den”, Neuenberger Str. 37 An jedem                     16. November 2013 Würzburg - 25 Jahre
ersten Freitag im Quartal Pilgertreff.                 Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft

     unterwegs                                         5                 nr. 82 april 2012
Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
Pilgersegen
Würzburg. In Stift Haug, Bahnhofstraße, wird am 2. Samstag im Monat nach dem
Vorabendgottesdienst um 18 Uhr der Pilgersegen erteilt. Anmeldung im Pfarrbüro Tel.:
0931 54102. Danach ist der Pilgertreff im Matthias-Ehrenfried-Haus links neben der
Pfarrkirche. - Für Gruppen, die in Würzburg aufbrechen wollen, bietet das Schotten-
kloster nach Absprache eine Feier an. >www.schottenanger.de<
Ochsenfurt. St. Andreas So. nach der Messe 18 Uhr. Anmeldung: T: 09331 8025080.
Aschaffenburg. Pilgergottesdienst jeweils am 3. Sa. im Monat um 17.30 Uhr mit
Pfarrer Reichert in der Hauskapelle der Englischen Fräulein am Brentanoplatz,
Nähe Südbahnhof. Anschließend Pilgerhock mit Maria-Ward Schwestern.
Miltenberg. In der Pfarrkirche St. Jakobus wird auf Anfrage nach den Gottesdien-
sten in der Staffelkapelle der Jakobuskirche der Pilgersegen erteilt. Anmeldung bitte
im Pfarramt Tel. 09371 2330.
Benningen. Pilger aus dem Raum Memmingen können in der Pfarreiengemeinschaft
im Rahmen der Sonntagsgottesdienste - in der Regel Sa. 18.30 Uhr, So. 9 und 10.30
Uhr - den Pilgersegen empfangen. - Im Pfarrheim besteht Möglichkeit zur Über-
nachtung (ohne Dusche). Anmeldung bei Pfr. Xaver Wölfle, Tel. 08331 2842 Fax:
929200 oder E-Mail >pg.benningen@bistum-augsburg.de<
Schlammersdorf bei Forchheim. Pilgersegen jeweils nach dem Pilgertreff bei der
Vorabendmesse um 19 Uhr. Siehe dazu Termine auf Seite 5.
Freiburg im Breisgau. In der Kirche der Universitätsklinik ist nach den Messen So.
9.30, Di. und Fr. 18.30 und Mi. 15 Uhr die Möglichkeit, den Pilgersegen zu empfan-
gen. Bitte vorherige Absprache mit P. Norbert Riebartsch Tel.: 0761 270-3401(d) und
2024262 (p) oder E-Mail >pater.norbert@uniklinik-freiburg.de<
Regensburg. Pilgersegen oder Pilgerstempel erhalten Sie gerne im Priesterseminar,
dessen Seminarkirche die Schottenkirche ist. Es ist erreichbar an der Pforte Bismarck-
platz 2 oder über die Telefon-Nr. 0941 58516-0. In der Schottenkirche St. Jakob ist am
Sonntag 9 Uhr Eucharistiefeier.
Herbstein. Pilgersegen und Pilgerstempel an allen Tagen des Jahres möglich.
Tel.06643 234. E-Mail >pfarrbuero@st-jakobus-herbstein.net<
Marburg. Die kath. Kirchengemeinde St. Michael und St. Elisabeth, Kettelerstr. 12,
35043 Marburg-Schröck bietet in allen Gottesdiensten den Pilgersegen nach Ab-
sprache an. Tel.: 06424 92230, E-Mail: >buero@pfarrei-schroeck.de<
Münster. Für Pilger aus Münster und Umgebung bietet P. Erich Purk, Kapuzinerstr. 27,
48149 Münster, den Pilgersegen an. Bitte vorher Termin vereinbaren: 0251 9276-122.
E-Mail: >erich.purk@kapuziner.org<
Augsburg. In der Pfarrkirche St. Max, Franziskanergasse 8, jeden ersten Sonntag im
Monat nach der Abendmesse - Sommer 19 Uhr, Winter 18 Uhr - Pilgersegen.
Auskunft Tel. 0821 3432230
Bremen. In der kath. St. Marien-Gemeinde, St. Magnusstr. 2, 28217 Bremen, wird
im Gottesdienst der Pilgersegen erteilt nach vorheriger Absprache mit Pastor Robert
Wagner. Tel.: 0421 38 36 38 - E-Mail: >pfarramt@st-marien.de<
++ Gemeinden, die Pilgersegen anbieten, teilen ihre Zeiten der Redaktion mit. Viele Pilger freuen sich. ++

     unterwegs                                        6                   nr. 82 april 2012
Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
Herbergen, Stempel und mehr
Camino-Transfer bietet einen Fahrrad-           Polen. Zum Weihnachtsfest ist die Pil-
Transport nach St. Jean-Pied-de-Port und        gerzeitschrift “Pielgrzymek - Nr. 9” er-
Sevilla zu Anfang Mai an.                       schienen. Interessant sind vor allem die
Infos: Helmut Henningsen, calma-rei-            folgenden Texte:
sen@t-online.de, Tel. 06421-7596 oder           - Bericht vom Pilgern auf der Via Regia
0174-3239436                                    zum Sternepilgern in Erfurt,
                                                - Bericht von der Konferenz der europäi-
Cahors. Eine Möglichkeit für Pilger an der      schen Gesellschaften in Utrecht,
via podiensis bietet Résidence Les Corde-       - Beitrag über die Jakobus-Kathedrale in
liers, 222, rue Joachim Murat (nur 5 Minuten    Jerusalem
vom Zentrum). T: 05 65 35 64 71, Fax : 05 65
                                                - Beitrag zur Benutzung der GPS-Tracks
35 95 92, Mail: fjt46@wanadoo.fr,
                auf den Jakobswegen in Polen, der im
Täglich rund um die Uhr geöffnet. DZ, 4-        nächsten Heft fortgesetzt wird.
oder 6 Betten. Kochnische, Wäscherei, Inter-    Leider haben wir noch immer niemand gefun-
                                                den, der im Internet die polnische Zeitschrift
net, Parkplatz. Ü € 14,70, Frühstück ab 6 Uhr
                                                lesen und unseren Lesern das eine oder andere
€ 4,00, von Mo - Fr auch Mittag- oder Abend-
                                                übersetzen kann.
essen € 10,00. Pilgerformel: Ü + Abendessen
+ Frühstück € 28,00                                            Mitpilger/in gesucht!
Reservierung empfohlen.                             Beate Jeschke, Würzburg, begeisterte Pil-
Montréal du Gers. Eine neue Pilgerherberge          gerin (Santiago, Rom), Mitte 60, sucht er-
auf der Via Podensis, genau in der Mitte zwi-       fahrene Mitpilger für den Weg nach
schen Condom und Eauze, wurde am 1. April           Jerusalem: Ab Rom über Griechenland,
eröffnet. Alle Informationen sind zu finden         Türkei, evtl. Syrien, Jordanien ab Februar-
auf der homepage 
Reservierungen telephonisch oder über Mail:                   Mitpilger/in gesucht!
Gîte Compostela - Anita Dann                        Walter Titze, Coburg, will nach Camino
10, rue du 14 Juillet                               Francés 2003 und Via de la Plata 2004
32250 Montréal du Gers                              einen neuen Weg gehen und mit kurzen
Tel.: 0033 562 28 67 36                             Touren in Franken bald beginnen.
Email: anitadann@hotmail.com                        Wer geht mit?
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Nuits-Saint-Georges (Burgund). Pilgerher-
berge “Châlet du Pèlerin" in einem privaten,
                                                           Gesucht! Gesucht! Gesucht!
eingezäunten Garten nicht weit vom Stadtzen-
                                                    Pilgerin IRMY, Familienname unbekannt,
trum: ein Holzhaus für max. 3 Personen mit
                                                    spricht mindestens vier Sprachen. Sie war
einem großen Zimmer, möbliert mit Schlafge-
                                                    zwischen dem 3. Mai und 8. Juni 2011 auf
legenheiten, einer Küche und einer Nasszelle
                                                    dem Weg nach Santiago, weil sie im Jahr
mit DU/WC. Bevorzugt werden Pilger mit
                                                    zuvor wegen einer Verletzung am Knie
Pilgerpass aufgenommen. Die Kostenbeteili-
                                                    aufgeben mußte. Auf dem Weg hat sie
gung erfolgt in Form einer Spende.
                                                    Janon Coulombe kennengelernt; Irmy
Informationen: Tel.: +33 (0)6 70 06 87 63
                                                    kennt aber wahrscheinlkich nur den Vorna-
oder 
                                                    men.
Francine, die "Herbergsmutter", spricht flie-
                                                    Janon möchte mit Irmy in Kontakt treten.
ßend deutsch.
                                                    Bitte bei der Redaktion melden!

    unterwegs                                   7                    nr. 82 april 2012
Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
Aus unserer Gesellschaft
               Startschuss für Pfarrhaus-Umbau zur Pilgerherberge.

Binsbach. Karl-Heinz Suhl von Leader Plus übergab an Arno Issing, Vorsitzender des Binsba-
cher Fördervereins Altes Pfarrhaus, den Bewilligungsbescheid über 115.250 €, die sich das EU-
Leader-Programm und der Freistaat Bayern teilen, im Kreise von Leader-Vertretern und
Mitgliedern des Fördervereins.
Nun kann die Innensanierung beginnen, die aus dem alten Pfarrhaus in der Ammann-Straße in
Binsbach eine Pilgerherberge im Obergeschoss und einen Mehrgenerationentreff im Erdge-
schoss entstehen lässt.
Suhl würdigte den Förderverein mit Vorsitzendem Arno Issing, der eine Aufgabe der öffent-
lichen Hand übernimmt. „Das erlebt man auch nicht jeden Tag in jedem Dorf“, sagte Suhl.
Das Haus mit Herberge und Bürgertreff werde Dorfmittelpunkt und habe eine überregionale
Bedeutung.
Wolfgang Fuchs lobte den Gemeinschaftsgeist der Binsbacher, die nicht nur ihren Beitrag mit
dem Umbau leisten, sondern auch die Pilgerherberge betreiben werden: „Hier leben Menschen,
denen das Soziale etwas wert ist, die ihren Lebensraum lebenswert erhalten.“
Arno Issing, Vorsitzender des Fördervereins Altes Pfarrhaus mit 50 Mitgliedern von insgesamt
280 Bürgern, begrüßte die Gäste im warmen Sportheim bei Kaffee und Kuchen. Er erinnerte
daran, dass es nicht einfach war, alle Unterlagen für die Finanzierung beizubekommen: „Was
lange wärt, wird endlich gut“. Er dankte den Leader-Plus-Vertretern für die Zusammenarbeit.
Als eine rundum gute Sache bezeichnete Wilhelm Remling, Vorsitzender der Leader-LAG
Wald, Wein, Wasser für Würzburg und Main-Spessart, die geplante Sanierung und Umnutzung
des Pfarrhauses: „Man brauchte einen langen Atem, hat aber das Ziel nie aus den Augen verlo-
ren. Jetzt kommt das Positive.“
Grundlage für die Sanierung des alte Pfarrhauses war eine Spende des ehemaligen Binsbacher
Bürgers Adolf Wagner über 30.000 €. Seine Großtante hatte mit einer eigenen Stiftung 1925 den
Bau des Pfarrhauses und damit Binsbach einen eigenen Kaplan ermöglicht. Bis zu ihrem Tod
2005 lebte Anni Geuppert im Haus ihres Bruders Kuratus Karl Geuppert, der 1962 gestorben
war. Seitdem übernachten Pilger dort, denn der Jakobusweg führt durch Binsbach.
Die Gesamtkosten von 280 000 Euro werden finanziert aus der Förderung von Leader und Frei-
staat mit 115.250 Euro, der Diözese mit 45.300 Euro, der unserer Fränkischen St. Jakobus-Ge-
sellschaft mit 10.000 Euro, mit 47.450 Euro Eigenmitteln des Vereins inklusive eines 10.000
Euro zinsfreien Darlehens eines nicht genannten Bürgers, mit Eigenleistungen über knapp 5.000
Euro, einer Mehrwertsteuerrückerstattung an den Verein von 11.000 Euro, einem Zuschuss der
Stadt Arnstein über 12.500 Euro und einem zinsfreien Darlehen der Stadt über 12.800 Euro.
Zudem verkaufte der Verein ein halbes Grundstück für 20.000 Euro an die Stadt Arnstein, die
darauf ein Feuerwehrgerätehaus errichten will. Im März sollten die etwa einjährigen Bauarbei-
ten begonnen haben.

                                    „Wir brauchen Sie!“ - „Wir brauchen Sie!“

                               Die Fränkische St.Jakobus-Gesellschaft sucht günstige Über-
                               nachtungsmöglichkeiten für Pilger in Würzburg. Die Vermitt-
                               lung von privaten Unterkunftsmöglichkeiten soll entweder
                               durch unser Büro oder durch Mitarbeiter von i-Punkt Kirche
                               erfolgen. Wer bereit ist, Pilger aufzunehmen, möchte sich an
                               unser Büro telefonisch oder per E-Mail wenden.

     unterwegs                                  8                nr. 82 april 2012
Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
Aus unserer Gesellschaft

Fulda. Zu einem Informationsaustausch trafen sich die Vertreter des Rhönklubs und
der Fränkischen St. Jakobus-Gesellschaft am 14. 02. 2012 in Fulda.
Ewald Klüber steht den Rhönklub seit der letzten Mitgliederversammlung vor. Er ist
im thüringischen Teil der Rhön zu Hause.
Für uns war es wichtig, den neuen Präsidenten kennen zu lernen und mit dem Haupt-
wegewart Thomas Lemke und U. Schleicher das Gespräch zur Beschilderung des Ja-
kobsweges in der Rhön fortzuführen.
Der Rhönklub wird in den nächsten 2 – 3 Jahren durch seine Wegewarte die Kenn-
zeichnung mit der Jakobsmuschel einheitlich erneuern. Dabei wird, wie bisher, unsere
weiße Muschel auf blauem Grund zum Einsatz kommen. Unsere Gesellschaft hat be-
reits geeignete Schablonen anfertigen lassen und zur Verfügung gestellt. Wir werden
auch die notwendigen Farben liefern.
Ein interessantes Thema war auch die digitale Erfassung unserer Wege und deren Dar-
stellung im Internet. Hier werden wir weiter mit dem Rhönklub in Kontakt bleiben.
Das kann unsere Kooperationsvereinbarung, welche wir in Bayreuth geschlossen
haben, mit neuen Inhalten füllen.
                                                                 Joachim Rühl - Foto: Ferdinand Seehars
Vorne von links: Der Vorsitzende des Rhönklubs Ewald Klüber, Wegewart Thomas Lemke, Wanderwart
Uwe Schleicher, Dahinter von links: Ferdinand Seehars, Joachim Rühl und Reinhard Verholen.

Herrenzimmern. Am 7. Juli 2012 findet ein Sternpilgern und um 19:30 Uhr ein Pilgerkonzert
mit dem Ensemble “Freyburger Spielleyt” in der Burgruine der Herren von Zimmern statt. Sie
spielen mittelalterliche Pilgerlieder und präsentieren Pilgertexte.
Leitung:               Peter Müller, Rottweil, u.a. Pilgerbegleiter/innen
Ausführliches Programm /Anmeldung ab 11. 6. 2012 beim Veranstalter Landkreis Rottweil, Archiv-Kultur-
Tourismus, Königstraße 36, 78628 Rottweil, Tel. 0741/ 244-578; E-Mail: tourismus@landkreis-rottweil.de

      unterwegs                                     9                   nr. 82 april 2012
Unterwegs Elias-Valiña-Preis 2010 - Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft ...
Aus der Pilgerwelt
Neue Webseite über den Camino                 Jakobuswege in Osteuropa
Unter             Francisco Millán Mon, Präsident des par-
können – auf Spanisch – Neuigkeiten über      teiübergreifenden Zusammenschlusses
den Camino aufgerufen werden. Diese           der Freunde des Caminos im Europapar-
Seite wird täglich aktualisiert und enthält   lament, macht in einem Interview mit La
alle mit dem Camino zusammenhängen-           Voz de Galicia die Ziele der Zukunft
den Informationen.                            deutlich: Die Länder Osteuropas. Mon
                                              wies z.B. darauf hin, dass es in Polen be-
66 Pilger täglich                             reits 2.100 km markierten Camino gebe.
Fast 24.000 Pilger, also täglich 66, nahm     Ziel sei es, in allen Ländern der EU den
die Pilgerherberge Madres Benedictinas        Camino zu markieren.
in Léon im vergangenen Jahr auf, berich-
tet die Jakobusvereinigung von Léon.          Besucheranstieg in der Kathedrale von
Überraschend an den Zahlen ist vor allem      Pamplona
die Zahl der ausländischen Pilger: 72%        Fast ein Drittel mehr Besucher verzeich-
Prozent. Ihre Zahl wächst jährlich, wie       net die Kathedrale von Pamplona inner-
auch die Übernachtungsstatisik anderer        halb eines Jahres. 59.114 Menschen
Herbergen wie Roncesvalles und Pam-           besuchten das Gotteshaus und das, ob-
plona zeigt.                                  wohl die Fassade eingerüstet war. Der
                                              Besucheranstieg hängt auch damit zu-
Haro erweitert Pilgerherberge                 sammen, dass die städtische Pilgerher-
Das Rathaus von Haro hat sich entschie-       berge nah an der Kathedrale liegt. Neben
den, die Zahl der Pilgerbetten zu verdop-     der Restaurierung der Außenfassade hat
peln. Dazu baut sie das angrenzende           die Kathedrale inzwischen ein Museum
Gebäude um.                                   eröffnet.

Neue Pilgerherberge in Abrés                  Carrión de los Condes
Nach fast einem Jahrzehnt hat sich nun        Vier Monate wird der Kreuzgang von
das Rathaus von Vegado entschlossen, am       San Zoilo wegen Renovierungs- und Um-
Camino del Norte eine Herberge einzu-         baumaßnahmen geschlossen bleiben.
richten. Damit wollen sie den Wegab-          Nicht vor Ende März wird der Kreuzgang
schnitt wiederbeleben, den die Pilger vor     wieder eröffnet werden. Die Schließung
dem Bau der Brücke nach Ribadeo gelau-        betrifft nicht die Gästeeinrichtungen des
fen sind. Das Erzbistum hat zugestimmt,       Real Monasterio de San Zoilo.
dass die Herberge ihren Sitz im alten Rek-
toral von Abrés haben darf.                   Camino-Enzyklopädie auf Englisch
                                              Die Enzyklopädie des Camino des Santi-
88 Herbergsplätze in Avilés                   ago, herausgegeben von Bolanda im Jahr
Die Pilgerherberge von Avilés hat ihre        2010, wird ins Englische übersetzt wer-
Umbaumaßnahmen beendet und bietet             den. Die Web-Seite der Enzyklopädie
nun Platz für 88 Pilger. Zudem wurden         lautet .

    unterwegs                                 10              nr. 82 april 2012
Aus der Pilgerwelt

                                                    "Les Chemins de St Jacques"
         « Marche
                               1796 gründete Jean-Charles Pellerin die “Imagerie d’Épinal”, ein
 Tu es né pour ce chemin,
                               kunsthandwerkliches Unternehmen, das Bilderbögen, Holzschnitte und
  Tu as un rendez-vous...
                               Spielkarten druckte und in die ganze Welt lieferte. Aktuelle Themen,
 Mais tu ignores avec qui.
                               große Ereignisse, markante Persönlichkeiten auf volkstümliche Art ins
                               Bild gebracht, Vorläufer der Comics, wurden produziert. 1984 begann
Peut-être avec toi-même...
                               nach einer Flaute ein Neustart des Unternehmens. Antonio Gacia, ein
                               spanischer Künstler, setzte aktuelle Motive ins Bild um. So schuf er
         Marche.
                               2011 das oben gezeigte Motiv “Die Jakobswege” zu Ehren des Apos-
                               tels und der Suche, die er bei unzähligen Pilgern angeregt hat.
 Par les riches rencontres
                               Musée de l’Image, Sammlung von über 23.000 Bilderbögen und Holz-
Ou le temps de la réflexion,
                               schnitten. Ob es eine Gelegenheit zur Erholung ist, oder die Suche
                               nach Antworten oder nach Gemeinschaft, die Pilgerfahrt ist vor allem
         Marche.
                               eine Herausforderung. Und die “Imagerie d’Epinal” will mit diesem
                               Bild die Pilger auf den Jakobswegen ehren. Antonio Gacia, aufge-
 Le sentir est ton espoir,
                               schlossen für dieses Thema hat das Bild «Les Chemins de Saint-
 Tes pas sont tes paroles,
                               Jacques», geschaffen, in dem die Pilger sich und ihren Weg wieder
  La fatigue, ta prière,
                               finden können, ebenso in dem Gedicht, das er dazu geschrieben hat -
  L’horizon est ton but.
                               siehe links! Eine gute Übersetzung gesucht!.
                               Die Fabrik ist heute auch ein Museum mit mehr als 200 000 Besuchern
         Marche.
                               jährlich. 6.897 Lithographie-Steine, 1.344 Holzschnitt-Stöcke und
                               zahllose Bilderbögen und Drucke kann der Besucher bestaunen. Die
     Car ici la terre
                               Stadt Épinal hat 2003 das Museum des Bildes eröffnet, das heute eine
   Devient ton Chemin.
                               der weltweit bedeutendsten Sammlungen volkstümlicher Bilder aus
      Aujourd’hui
                               aller Wel vom 17. Jh. bis heutet zeigen kann.
    Tu es toi-même :           Die Grafik im Format 50 x 65 cm gibt es in zwei Ausführungen:
                               a) Papier Velin d’Arches, handkoloriert, numm., sign. € 60
          Pèlerin.             b) Papier Stuccoaquarelle € 20 - Bestellungen über die Redaktion!

unterwegs                                      11                       nr. 82 april 2012
Aus der Pilgerwelt
Roncesvalles. An diesem wichtigen Ort         Souvigny. Die Jakobsfreunde im Bour-
am Jakobsweg wächst die Zahl der Pilger       bonnais laden junge Erwachsene und Fa-
Jahr für Jahr. 2011 wurden hier 59.953        milien aus allen Teilen Europas von Ende
Pilger verzeichnet, 3.708 mehr als im vo-     Juli bis Anfang August 2012 ein, Zeugen
rausgehenden Heiligen Jahr 2010. Dabei        dieser Hoffnung im Herzen Europas zu
ist auch die Zahl der nichtspanischen Pil-    sein, indem sie sich fu
                                                                    ̈r acht Tage auf die-
ger angestiegen, deren Anteil liegt derzeit   sen Pilgerweg begeben. Insgesamt sechs
bei 57%.                                      Gruppen mit jeweils vierzig bis fu
                                                                               ̈nfzig
                                              Teilnehmern aus verschiedenen Ländern
 Eppingen. Regelmässig Pilgertreffen
                                              machen sich an sechs aufeinander folgen-
 sind geplan in Eppingen, das ja fast im
                                              den Tagen von Moulins aus auf den Weg
 Mittelpunkt des „kleinen“ Autobahn-
                                              und wandern von Souvigny nach Cler-
 vierecks in Baden-Württemberg liegt,
                                              mont-Ferrand.
 und gut mit S-Bahn und Auto zu errei-
 chen. Auch der Eppinger Pfarrer Man-
                                              Kontakt:
 fred Tschacher hat natürlich Interesse an
                                              Amis de Saint Jacques,
 solchen Treffen. Interessenten wenden
                                              6 Place Aristide Briand,
 sich an
                                              F - 03210 Souvigny,
 Hans Lauerer, Adolf Heilig Str. 18,
                                              00 33 4 70 42 84 36
 75031 Eppingen-Mühlbach
                                              info@chemin-esperance.eu
 Tel.: 07262 6961
                                              www.chemin-esperance.eu
La Ruta del Mar wird ausgeschildert           PS : Ausserdem werden Personen gesucht die
Die Pilger, die den Camino del Norte ab-      ab diesem Sommer bereit sind, in der Pilger-
solvieren, laufen parallel zur Küste, bis     herberge beim Kloster von Chantelle als Fre-
sie Galizien erreichen und dann Richtung      willige mitzuarbeiten.
Südosten nach Santiago abbiegen. Aber
es existiert ein weiterer Weg, die Ruta del   Groß Pinnow. Über 100 Teilnehmer von
Mar. Dieser Weg führt an der Küste bis        diesseits und jenseits der Oder trafen sich
Ferrol entlang. Dort vereinigt er sich mit    zur Auftaktveranstaltung “Revitalisierung
dem Camino Inglés. Ausgeschildert soll        des Pilgerweges Szczecin/Stettin - Ber-
diese Alternative im Frühjahr dieses Jah-     lin”. Es kam zu einem lebendigen Aus-
res werden.                                   tausch nach einführenden Vorträgen
                                              zwischen Historikern und Touristikern,
Vier Herbergen weniger auf der Via de         Pfarrern und Bürgermeistern aus
la Plata                                      Deutschland und Polen und auch vielen
Die touristischen Herbergen des Projekts      Interessenten aus der Umgebung. Die
„Alba Plata“ sind nach dem Auslaufen          Route könnte etwa von Stettin über Staf-
der Verträge geschlossen worden. Die          felde, Geesow, Hohenreinkendorf,
Herbergen befanden sich in Fuente de          Kunow, Pinnow und Angermünde nach
Cantos, Zafra, Puebla de Sancho Pérez         Kloster Chorin und Eberswalde bis Ber-
und in Torremejía. Dennoch gebe es in         nau führen. Aktiv beteiligt ist bei diesem
diesen Ortschaften genügend andere Un-        Weg wieder die Jakobusgesellschaft
terkünfte für Pilger.                         Brandenburg - Oderregion.

   unterwegs                                  12                nr. 82 april 2012
Aus der Pilgerwelt
            Abseits der „Pilgerautobahn“ nach Santiago de Compostela

Wenn man die einschlägige Literatur liest sowie Medienberichte und Pilgerkommentare ver-
folgt, fällt auf, dass zunehmend ein „Massenansturm“ auf dem „Camino Frances“ mit viel-
fach auch negativen Begleiterscheinungen beklagt wird. Ich war schon sechsmal zu Fuß in
Santiago de Compostela und habe diesen Trend aus eigener Erfahrung bisher noch nicht er-
lebt. Das liegt aber möglicherweise daran, dass ich Jahreszeiten wählen konnte, in denen der
große „Run“ nicht zu erwarten war. Es gibt aber noch andere Alternativen, um das Pilgern in
Ruhe und Beschaulichkeit zu erleben. Dem Spanienliebhaber bieten sich dabei unzählige
Möglichkeiten, sich auf historischen Wegen auch andere Regionen des Landes in zum Teil
grenzenloser Einsamkeit zu erschließen, Regionen mit einer unvergleichlichen landschaftli-
chen, historischen und kulturellen Vielfalt. Ich habe mich intensiv mit diesen Alternativen
beschäftigt, einige bereits absolviert und andere noch in der Vorbereitung oder Planung. Hier
nun eine zusammenfassende Übersicht.

Camino Finisterre (Santiago de Compostela … Finisterre … Muxia)              125 km
Camino Aragones (Puerto de Somport … Puente la Reina)                        165 km
Camino Aragones/Catalan (Puerto de Somport … Huesca)                         125 km
Camino Primitivo (Oviedo … Lugo)                                             210 km
Camino del Norte (Ribadeo … Santiago de Compostela)                          205 km
Camino Interior (San Sebastian … Burgos)                                     240 km
Camino Mozarabe (Teil 1: Granada … Cordoba)                                  165 km
Camino Mozarabe (Teil 2: Cordoba … Merida)                                   250 km

Auf diesen Wegen lernt man nicht nur die unterschiedlichsten Landschaften Spaniens ken-
nen, man begegnet auch einer über 2.000-jährigen überaus wechselvollen Geschichte mit
ihren noch immer eindrucksvollen Zeugen. Man wandert auf den Spuren der Reconquista
und des unvergleichlichen maurischen Erbes. Johann Wolfgang von Goethe vertrat die Mei-
nung, dass Europa auf dem Jakobsweg entstanden ist; hier in Spanien kann man das ein-
drucksvoll nachempfinden.

Alle obigen Wege sind mit dem gelben Pfeil markiert. Sie eignen sich sowohl für Einzelpil-
ger als auch für individuelle Kleingruppen. Auf einzelnen Streckenabschnitten gibt es kein
oder nur ein sehr begrenztes Angebot an Pilgerherbergen. Hotels, Hostals und auch „Casas
Rurales“ stehen aber ausreichend zur Verfügung, so dass eine den jeweiligen Vorstellungen
entsprechende Etappenplanung möglich ist. Ausgangs- und Endpunkte der einzelnen Wege
sind verkehrstechnisch gut angeschlossen. Eventuell notwendige Zwischentransfers können
mit Taxis bewältigt werden, die in Spanien sehr preisgünstig sind. Öffentliche Verkehrsmit-
tel entlang der einzelnen Routen sind hingegen nur in einigen wenigen Fällen geeignet ver-
fügbar.

Die genannten Wege können alle in Eigenregie geplant und durchgeführt werden. Wer je-
doch eine organisatorische Unterstützung durch einen erfahrenen Veranstalter in Anspruch
nehmen möchte (beispielsweise Flug- und Unterkunftsbuchungen, Gepäcktransfer, Bera-
tung, Telefonnotdienst und ähnliches), kann sich wenden an: Bayerisches Pilgerbüro Studi-
enreisen GmbH – Postfach 200542 – 80005 München – Telefon 089/545811-86.

                                                          Gerd Ostermann – 90469 Nürnberg

   unterwegs                                  13                   nr. 82 april 2012
Aus der Pilgerwelt
                                    „Unterwegs fürs Seelenheil“
Unter diesem Titel hat “Biblisch Reisen” mit einer Ausstellung im Haus der Katholischen Kirche in Stutt-
gart sein Jubiläumsjahr begonnen. Das Unternehmen wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Ein Höhepunkt war
am 18. Januar ein informativer und kurzweiliger Vortrag von Prof. Dr. Klaus Herbers, Erlangen, zu
                                      “Pilgern im Wandel der Zeit”.

Was bringt Menschen heute dazu, eine lange Pilgerfahrt zu den großen und vielen kleineren Wallfahrtsorten
zu unternehmen? Die Antwort reicht von Abenteuerlust über Selbstbeweis und sportlicher Betätigung bis
zur ernsthaften und gläubigen Sorge ums Seelenheil gepaart mit höchsten kulturellen Sehnsüchten. Das
Wort „pilgern“ kommt von dem lateinischen Wort peregrinus, was "fremd" und "in der Fremde sein Heil su-
chen" bedeutet. Viele junge Menschen machen sich heute auf den Weg, um ihr inneres Heil auf dem Weg
zum Apostel Jakobus in Santiago zu suchen. Es sind nicht länger nur die mittelalterlichen Motive, wie
Buße, Reue oder Sündenvergebung. Die Menschen wollen raus aus dem Alltag, zur Ruhe kommen oder sich
selbst finden. Viele reizen auch die Landschaft, die historischen Bauten, das Abenteuer. Heute pilgern Men-
schen jeglichen Alters, aller Berufsgruppen: Studenten, Rentner, Arbeiter, Bauern, Geschäftsführer, Priester
und Beamte. Die Pilger kommen aus der ganzen Welt. Sie tauchen ein in die Vergangenheit und fühlen sich
wie Wanderer durch mittelalterliche Zeiten. Sie verlassen ihren Alltag, legen gewohnte Strukturen beiseite
und konzentrieren sich täglich auf den Weg und das Ziel. Sie erleben sich selbst in einer ungewohnten,
fremden Umgebung.
Unter der Überschrift „Religiöse Konzeptionen und Motivationen“ erläuterte Herbers die Wesensart der Be-
griffe „Vita est peregrinatio“ und „Peregrinatio pro Christo“. Als Christ ein Fremder auf Erden zu sein, be-
schrieb im Einklang mit der christlichen Auffassung, dass das Leben eine Pilgerfahrt und der Mensch darin
nur Pilger sei, in biblischen Worten den Grundzustand christlicher Existenz. Irische Mönche sahen im frü-
hen Mittelalter in der “peregrinatio pro Christo”, im Umherziehen für Christus die Möglichkeit, durch aske-
tische Heimatlosigkeit Gott näher zu kommen.
„Peregrinatio ad loca santa“ war der Sinn und Zweck des mittelalterlichen Pilgers, d.h. das Erreichen des
Zieles und die Erlangung des Seelenheils durch die Nähe zu der jeweiligen Reliquie. In der heutigen Zeit
liegt eher der Schwerpunkt der Pilgermotivation im „unterwegssein“, die Betonung liegt auf dem Weg. „Der
Weg ist das Ziel“ ist heute das Pilgermotto.
Der Reliquienkult, die Bedeutung der Wunder, Mirakel, die der jeweilige Heilige bewirkte, zu dessen Reli-
quien gepilgert wurde, war wichtig. Die Verehrung der Reliquien versprach Hilfe und Trost. Die Nähe zur
Reliquie, gar die mittelbare oder unmittelbare Berührung der Reliquien versprach Erlösung sowohl von kör-
perlichen Leiden als auch die sichere Erlösung der Seele.
Große Anziehung übten im Mittelalter die Orte aus, an denen besonders vielversprechende Ablässe gewährt
wurden. Da dem Erzbischof von Santiago daran gelegen war, dass möglichst viele Pilger zu seiner Kathe-
drale kamen, richtete er es so ein, dass ein vollständiger Sündenerlass mit einer Jakobspilgerfahrt verbunden
war, wenn der reuige Pilger an einem heiligen Jahr nach Santiago kam, immer dann, wenn das Jakobusfest
am 25. Juli auf einen Sonntag fällt. Im 15. Jh. hatte sich dann auch in Rom das Heilige Jahr für die Rompil-
ger durchgesetzt.
Daneben gab es auch sogenannte Straf- und Bußpilgerfahrten. Viele Kriminelle wurden dazu verurteilt, eine
Pilgerfahrt zu unternehmen, damit sie Läuterung, Einsicht und Buße für ihre Missetaten erführen. Ob diese
richterlichen Ziele auch erreicht wurden, darüber gibt es keine verlässlichen Berichte. Im Grunde aber han-
delte es sich um die Sozialhygiene mittelalterlicher Städte; denn, wenn die kriminellen Elemente erst mal
aus der Stadt waren, dann musste sich die Verwaltung nicht mehr mit diesen herumplagen.
Es gab die Auftrags- und Delegationspilgerfahrten. Wer nicht selbst nach Santiago de Compostela pilgern
konnte oder wollte, der gab den Pilgerauftrag an jemanden, der sich dafür zur Verfügung stellte. So sollen
etliche „Berufspilger“ das ganze Jahr hindurch zwischen Santiago und der Heimat unterwegs gewesen sein.
Das Pilgergewand diente nicht selten Bettlern und Dieben als Tarnung, die im Spätmittelalter als "Falsche
Pilger" Straßen und Herbergen unsicher machten, sich als "Jakobsbrüder" oder "Muschelbrüder" ausgaben,
um in den Klosterherbergen billigere oder freie Verköstigung zu erschleichen. Sie brachten die gesamte Pil-
gerbewegung in Verruf und trugen wohl auch zum Rückgang der Pilgerschaft bei.
Andere Pilgermotive waren Lust am Reisen, Steigerung des Ansehens, Bildung und Handel.

                                                                                           Ulrich Schönbein

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Jahrestagung St. Ottilien
St. Ottilien. Die Erzabtei in Oberbayern
war unser gastlicher und angenehmer
Tagungsort. Bei der Eröffnung des Hl.
Jakobus-Jahres 2010 am Silvestertag
2009 machten Präsident Joachim Rühl
und Erzabt Jeremias Schröder Ort und
Termin fest.
Die Missionsbenediktiner entstanden 1884. Sie
wollten bendeiktinisches Leben und Missionstätig-
keit verbinden. 1897 wurde die Gründung nach Em-
ming in Oberbayern verlegt. Die kleine Kapelle des
Weilers, der hl. Ottilia geweiht, gab dem Kloster
den Namen: St. Ottilien. 1902 erhielt das Kloster
den Rang einer Abtei, 1914 wurde es Erzabtei und
Hauptkloster der Missionsbenediktiner. 1941 von
den Nazis aufgehoben konnten die Mönche 1945
zurückkehren. Seit 2000 ist P. Jeremias Schröder
Erzabt. Im Lauf der Jahre wurde St. Ottilien zu
einem Klosterdorf mit Gymnasium, Exerzitien- und
Gästehaus, einem Verlag, einer Buchhandlung, mit
zahlreichen Werkstätten, einer großen Landwirt-
schaft und Gartenbau. 1897 - 1899 wurde die Herz-
Jesu-Kirche mit dem 75 m hohen Turm errichtet,       am See entlang nach Schondorf zur ural-
der weithin sichtbar ist (siehe Foto rechts).        ten Jakobskirche. Dort erläuterte Monika
                                                     Hanna die Geschichte der kleinen Dorf-
Unsere Tagung stand unter dem Leitwort               kirche. Kaffee, Kuchen und sonstige
“Die Wahrheit geht zu Fuß”. Der Freitag              Stärkungen waren natürlich auch möglich
abend mit Felix Bernhard, der von seinen             in den Gasthäusern rund um die Kirche.
Jakobswegen im Rollstuhl berichtete, war             Am frühen Abend feierte Erzabt Jeremias
ein fröhlicher Einstieg.                             mit den Teilnehmern in der Ottilienka-
Der Samstag Vormittag brachte ein                    pelle die Eucharistie. Der Ottilienchor
Grundsatz-Referat zum Thema von Ro-                  wirkte dabei mit und gab dem Gottes-
land Breitenbach und drei Beispiele von              dienst besonderen Glanz.
Menschen auf und am Jakobsweg. Sie                   Die Abende brachten die führten die Teil-
finden dazu die Texte auf den Seiten 23 -            nehmer zusammen beim ausgedehnten
29 und 43 - 46.                                      Pilgerhock. Es waren fröhliche Runden
Der Nachmittag führte die rund 100 Teil-             des Kennenlernens und des Austauschs,
nehmer an den Ammersee und auf den                   waren doch diesmal zahlreiche Teilneh-
Münchner Jakobsweg. Ein langer Pilger-               mer aus dem Süden Bayerns erstmals zur
wurm (siehe Foto unten) bewegte sich                 Tagung gekommen.

   unterwegs                                         15               nr. 82 april 2012
Jahrestagung St. Ottilien
Unsere Mitgliederversammlung eröffnete Joachim Rühl am Sonntag Vormittag. 71 stimmbe-
rechtigte Mitglieder waren dazu erschienen. Nach der Begrüßung gedachte die Versammlung
der verstorbenen Mitglieder:
                    Margret Bernhard, Mainaschaff,
                    Reinhard Weber, Passau,
                    Rita Menninger, Regensburg,
                    Magdalena Meixner, Eichelsee.
Danach fand die Preisverleihung statt. In diesem Jahr war nur eine Arbeit eingereicht worden
von David Stoffel. Er ist in Nürnberg geboren, hat dort 2006 sein Abitur gemacht und studiert in
Greifswald seit 2011 Geschichtswissenschaft als Master of Arts an der Ernst-Moritz-Arndt Uni-
versität. Eine Kurzfassung seiner Seminararbeit “Leitfaden für Pilger im Mittelalter. Ein Ver-
gleich des Liber Sancti Jakobi mit dem Künigschen Pilgerführer” finden Sie auf S. 47/48.
Präsident Rühl überreichte Urkunde und Anerkennungspreis in Höhe von 200 Euro.

Es folgten dann die Berichte des Präsidenten (S. 38), der Vizepräsidentin (S. 18), des Sekretärs
und des Schatzmeisters (S. 38). Ferdinand Seehars gab dabei auch einige Kostproben von Zu-
schriften. Seine Statistiken sind eingearbeitet in die allgemeine Pilgerstatistik auf S. 20 - 22.
Seinen Bericht beendete er mit Trappatonis Wort “Ich habe fertig!” Nach zehn Jahren als Sekre-
tär beendet er sein Amt. Stehender Beifall war der Dank der Versammlung. Joachim Rühl
dankte ihm für seine hervorragende Arbeit für die Gesellschaft und die Pilger:
 “Du hast das Gesicht der Gesellschaft geprägt!” Auch Monika Seehars wurde in diesen
Dank mit einbezogen: Sie sei Ferdinands GPS, wie sie beim Pilgerhock meinte.

                                                                    Joachim Rühl dankt mit
                                                                    einer Urkunde und einem
                                                                    Geschenk dem Sekretär
                                                                    Ferdinand Seehars und sei-
                                                                    ner Frau Monika mit einem
                                                                    Blumengebinde.

Schatzmeister Reinhard Verholen gab den Finanzbericht (siehe die Tabellen S. 38), Kassenprü-
fer Helmut Weinlich legte den Prüfbericht vor und stellte den Antrag auf Entlastung des Präsidi-
ums, die ohne Gegenstimmen vollzogen wurde.
Dann standen die Neuwahlen unter Leitung von Gunther Fenge an. Joachim Rühl, Valentine
Lehrmann und Reinhard Verholen kandidierten wieder und wurden ohne Gegenstimmen ge-
wählt. Bei den zu wählenden Beisitzern stellten sich Franz Barthel, Wolfram Unger, Willi Seidl
und Reinhilde Weinlich nicht mehr zur Verfügung. Gewählt wurden Günter Müller, Köditz (62
St.), Ernst Weckert, Randersacker (60 St.), Daniela Ruhrmann, Augsburg (57 St.), Ingo Bier-
mann, Langenselbold (56 St.) und Inge Greiter, Münnerstadt (39 St.). Als Kassenprüfer wurden

    unterwegs                                    16                  nr. 82 april 2012
Jahrestagung St. Ottilien
gewählt Peter Kampfmann und Alfred Rompel. Helmut Weinlich hatte nicht mehr kandidiert.
Die bisherigen Beisitzer Reinhilde Weinlich, Franz Barthel, Wolfram Unger, Willi Seidl und
der bisherige Kassenprüfer Helmut Weinlich erhielten eine Dankesurkunde und ein Ge-
schenk des Präsidiums.
Nach den Wahlen stellte das Präsidium den neu berufenen Sekretär vor, besser die Sekretäre. Tina
und Manfred Hock aus Obbach haben sich bereit erklärt das Amt des Sekretärs gemeinsam zu
übernehmen. Sie bedankten sich für das Vertrauen des Präsidiums und der ganzen Gesellschaft. -
Dieter Sawinsky vom Stammtisch Schlammersdorf, wurde vom Präsidium kooptiert.

Hier das gesamte Präsidium von links: Ernst Weckert, Günter Müller, Tina und Manfred Hock, Inge Greiter,
Ingo Biermann, Joachim Rühl, Reinhard Verholen, Daniela Ruhrmann und Valentine Lehrmann. - Foto S.
16 und 17 Ernst Weckert; ebenso auf S. 23, 24, 25 oben und 44.

Unsere neuen Sekretäre stellen sich vor:
Tina Hock (*1952), aus Schimborn im
Kahlgrund, ehemalige Gymnasiallehrerin
Englisch, Geschichte, Latein
Neigungen: Sprachen (Spanisch, Französich,
Neugriechisch), Museumsführungen,Wan-
dern/Pilgern, Reisen, Garten/Blumen
Manfred Hock (*1949), aus Großos-
theim, Diplomingenieur Maschinenbau
Neigungen: Handwerkliches Arbeiten (Holz-
bearbeitung, Renovierungsarbeiten) Wan-
dern/Pilgern, Reisen, Garten
seit 1973 verheiratet, 3 erwachsene Kin-
der, 1978 beruflich bedingt nach
Schweinfurt gekommen, wohnhaft in Eu-
erbach/Obbach Kreis Schweinfurt.

   unterwegs                                        17                     nr. 82 april 2012
Jahrestagung St. Ottilien
Nachdem unsere Gesellschaft den Premio Elias Valiña 2010 gewonnen hatte, wurde
sie in die Jury für die Vergabe 2011 eingeladen. Vizepräsidentin Valentine Lehrmann
nahm diesen Termin wahr und berichtete:

           Vergabe des XVI Premio Elías Valiña am 25. November 2011

Unter dem Präsidium des Generaldirektors für das Kulturerbe, Don José Manuel Rey
Pichel, traf im November das Komitee der internationalen Experten des Jakobsweges
zusammen, um zum 16. Mal den Preisträger des „Elías Valiña-Preises“ zu küren. In
diesem Komitee sind neben festen Jurymitgliedern, wie dem Präsidenten der interna-
tionalen Komitees der Jakobuswegexperten Paolo Caucci von Saucken aus Perugia
oder dem Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität in Santiago de
Compostela Fernando López Alsina auch wechselnde Mitlieder, die nach ihrer Regis-
trierungsnummer im Verzeichnis der Jakobusgesellschaften in Santiago der Reihe
nach ausgewählt werden, sowie der Vorjahrespreisträger vertreten. Wir, die Fränkische
St. Jakobusgesellschaft Würzburg e. V., wurden im letzten Jahr mit diesem Preis ge-
ehrt und so durfte ich als Vizepräsidentin in Vertretung für den Präsidenten unsere Ge-
sellschaft in Santiago an dieser Jury teilnahmen.

Während wir uns im Jahr 2010 noch unter 20 Bewerbern behaupten mussten, gingen
im Jahr 2011 nur halb so viele Bewerbungen ein, wobei die Jury darauf Wert legte,
dass alle Bewerbungen von sehr hohem Niveau waren. Letztendlich fiel die Wahl,
wenn auch nur knapp vor der Baskischen Gesellschaft und der Gesellschaft von Ávila,
auf die Bewerbung der Vlaams Genootschap, also der Flämischen Jakobusgesell-
schaft, für deren Arbeiten an der Wiederbelebung und Betreuung der Jakobswege auf
flandrischem Territorium (Via Monástica, Via Brabántica, Via Burgensis, Via Scaleda
und Via Limbúrgica), die z. T. schon im Codex Calixtinus Erwähnung fanden.

Neben dem Premio Elías Valiña, der an Gesellschaften vergeben wird, gibt es auch
eine Auszeichnung für „Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um den Ja-
kobsweg verdient gemacht haben”. Hier fiel die Wahl schnell und eindeutig auf den
Kantabrier Don Ernesto Bustio Crespo für seine auf christlichen Füssen stehende
traditionelle Gastfreundschaft. Vielleicht durfte ihn der eine oder die andere aus un-
serer Gesellschaft auf dem Weg über den Camino del Norte schon kennen und
schätzen lernen.

Ich persönlich habe mich sehr gefreut, die Subdirectora María Diz Rodrígue wieder zu
treffen und vor allem auch der zuständigen “guten Seele” in der Xunta, unserer An-
sprechpartnerin Concepción Carballo, endlich persönlich danken zu können. Conchita
hatte sich 2010 dafür eingesetzt, dass als Abgabedatum für unsere Bewerbung, da sie
ja aus dem Ausland nach Santiago zugestellt wurde, nicht der Tag der Ankuft, sondern
der des Poststempels vom Versand gilt. Dadurch konnten wir den Abgabetermn ein-
halten und wurden nicht “disqualifiziert”.

   unterwegs                                18                nr. 82 april 2012
Pilgerstatistik
Santiago de Compostela.
Am Fuß der im Pilgerbüro ausgehändigten Pilgerurkunde “Com-
postela” ist ein Siegel zu sehen. Etwa 1995 ist ein Wechsel dieses
Siegels festzustellen. Aber niemand weiß, wann genau dieser
Wechsel stattfand. Seit 26. Mai 1995 haben Pilger unserer Gesell-
schaft das Siegel mit der “Tumba”; am 24. 7. 1994 war es noch
“Jakobus Matamoros”.
Pilger, die zwischen diesen beiden Terminen in Santiago angekom-
men sind, werden gebeten nachzusehen, welches Siegel sie haben.
Geben Sie eine kurze Nachricht an die Redaktion mit Namen, Datum
der Ausstellung und Art des Siegels “Matamoros” oder “Tumba”.
Die beiden Siegel sind hier abgebildet:
Oben: Jakobus Matamoros, verwendet bis etwa 1995.
Unten: Tumba mit Muschel und Stern, ab etwa 1995.
Mitglieder unserer Gesellschaft, die ab Mitte 1992 in Santiago ihre “Compostela” erhalten
haben (aber auch in Rom oder Jerusalem), mögen - wenn nicht bereits geschehen - eine Kopie
ihrer Urkunde mit Wegedaten an die Redaktion schicken. Zum Jubiläum 2013 sollen diese in
einer Veröffentlichung erscheinen, so wie bereits in “Jakobus in Franken” die Pilger aufge-
führt wurden, die bis 1992 in Santiago angekommen waren.

 Santiago de Compostela Pilgerzahlen 2011
 Monat     Gesamt männl.        zu Fuß    Nichtspanier         Deutsche          Pos.Ausl.
 Jan.         651    66,9%         619             276            26             4.
 Feb.         791    67,5%         741             279            47             1.
 Mrz.       2.961    63,1%       2.435           1.488           249             2.
 April     14.141    56,2%      12.321           5.847         1.384             1.
 Mai       19.717    59,1%      16.641          12.039         3.067             1.
 Juni      25.239    60,4%      19.871          14.991         3.247             1.
 Juli      30.836    55,9%      26.104          10.565         1.645             2.
 Aug.      41.444    57,0%      34.063          14.874         1.913             2.
 Sept.     26.008    56,1%      21.569          13.456         3.089             1.
 Okt.      16.238    58,2%      14.214           9.327         1.688             1.
 Nov.       1.661    59,1%       1.517             910           155             1.
 Dez.       1.498    71,7%       1.328             516            63             2.
 Einen ausführlichen Überblick über das ganze Jahr finden Sie auf Seite 20

 Santiago de Compostela Pilgerzahlen 2012
 Monat     Gesamt männl.       zu Fuß     Nichtspanier         Deutsche          Pos.Ausl.
 Jan.         512 63,7%            476              254             16           4.
 Feb.       1.300 62,8%          1.211              713             61           2.

                   Du kannst den Pilger vom Jakobsweg nehmen,
                      aber niemals den Jakobsweg vom Pilger
                                                                                Felix Bernhard

    unterwegs                                    19                    nr. 82 april 2012
Pilgerstatistik
Santiago de Compostela.
Mitte Januar konnte das Pilgerbüro die Zahlen für das abgelaufene Jahr vorlegen.
Gesamtzahl:       183.366                   M: 57,72%         W: 42,28%
FußPilger:        153.065 (83,48%)          Fahrrad:          29.949 (16,33%)
Pferd:                341 (0,19%)           Rollstuhl:             11 (0,01%)

Motive der Pilger:.
Religiös:          78.969 (43,07%)                    Relig./andere         93.147 (50,80%)
Nicht religiös:    11.250 (6,14%)

Nationalitäten:
Spanien          97.822 (53,35%)                     Brasilien              1.983 (1,08%)
Deutschland      16.596 ( 9,05%)                     Österreich             1.921 (1,05%)
Italien          12.183 ( 6,64%)                     Polen                  1.820 (0,99%)
Portugal          8.649 ( 4,72%)                     Korea                  1.740 (0,95%)
Frankreich        8.166 ( 4,45%)                     Belgien                1.685 (0,92%)
USA               3.726 ( 2,03%)                     Dänemark               1.644 (0,90%)
Irland            2.677 ( 1,46%)                     Australien             1.352 (0,74%)
Niederlande       2.398 ( 1,31%)                     Schweden               1.262 (0,69%)
Ver.Königreich GB 2.389 ( 1,30%)                     Schweiz                1.226 (0,67%)
Kanada            2.362 ( 1,29%)                     Mexiko                 1.189 (0,65%)
Es folgen weitere 106 Nationen aus allen Kontinenten. Darunter sind siebzehn Nationen mit nur
einem Pilger. Unter den Nichtspaniern liegt Deutschland wieder an erster Stelle mit deutlichem
Abstand vor den nächsten Ländern. Die Zahl der deutschen Pilger liegt mit 16.596 deutlich über
dem Hl. Jahr 2010 mit 14.503 Pilgern. Auch Portugal, die USA, Irland, die Niederlande, Groß-
britannien, Kanada, Österreich, Belgien und die Schweiz liegen über ihren Werten von 2010.
Frankreich liegt deutlich darunter.
Wie immer sind die Ausgangsorte der Pilger von Interesse. Hier eine Auswahl:
(In Farbe einige Vergleichszahlen: Pilger mit unserem Pilgerausweis haben hier ihren Weg begonnen)
Sarria - 100 km - Camino francés           39.158 (21,36%)                 331
S. Jean P. Port - Camino francés           19.416 (10,59%)                 577
León                                       10.662 (5,81%)
Cebreiro                                   10.168 (5,55%)
Roncesvalles                                9.348 (5,10%)
Ponferrada                                  8.141 (4,44%)
Tui - 100 km - Camino portugués             7.720 (4,21%)
Oporto - Camino portugués                   6.539 (3,57%)                  596
Astorga                                     5.955 (3,25%)
Pamplona                                    4.237 (2,31%)
Burgos                                      3.926 (2,14%)
Oviedo - Camino Primitivo                   3.474 (1,89%)                  120
Le Puy-en-Velay - via podiensis             3.263 (1,78%)                   95
Portugal, andere Orte                       2.832 (1,54%)

     unterwegs                                      20                    nr. 82 april 2012
Pilgerstatistik
Irún - Camino del Norte/Costa                2.553 (1,39%)                29
Ferrol - Camino inglés                       2.468 (1,35%)
Sevilla - Via de la Plata                    2.308 (1,26%)              164
Ourense - 100 km Camino Plata/Mozarabe 2.231 (1,22%)
Frankreich allgemein                          2.174 (1,18%)
Lugo - 100 km Camino Primitivo                1.211 (0,66%)
Somport - Camino aragones                       879 (0,48%)
Deutschland                                     756 (0,41%)            1.859
Niederlande                                     711 (0,39%)
Lissabon - Camino portugués                     647 (0,35%)
Belgien                                         359 (0,20%)
Schweiz                                         345 (0,19%)             144
Jaca - Camino Aragonés                          311 (0,17%)
Baamonde - 100 km Camino del Norte              243 (0,13%)
Lourdes                                         242 (0,13%)
Vézelay - via lemovicensis                      172 (0,09%)               21
Arles - via tolosana                            159 (0,09%)               13
Hendaye - Camino del Norte                      135 (0,07%)
Valencia - Camino de Levante                    110 (0,06%)               34
Barcelona                                       107 (0,06%)
Österreich                                       97 (0,05%)
Finisterra                                       72 (0,04%)
París - via turonensis                           66 (0,04%)
Italien                                          61 (0,03%)
Rom                                              34 (0,02%)
Polen                                            19 (0,01%)
Großbritannien                                   13 (0,01%)
Tschechische Republik                            11 (0,01%)
Luxemburg                                         8 (0,00%)
Dänemark                                          8
Die 100-km-Pilger insgesamt sind 50.563, machen also 27,58% aus. - Ein Blick auf
die vier französischen Wege: die via podiensis an der Spitze, weit dahinter die drei an-
deren Wege - eine Chance für diejenigen, die einsame Wege suchen.
Die Pilger haben 2011 in Spanien folgende Wege benutzt:
Francés                  132.652 (72,34% - 2010: 69,53%)
Portugues                 22.062 (12,03% - 2010: 12,55%)
Norte/Costa               11.729 ( 6,40% - 2010: 6,60%)
Via de la Plata            8.061 ( 4,40% - 2010: 5,22%)
Primitivo                  5.544 ( 3,02% - 2010: 2,82%)
Inglés                     2.720 ( 1,48% - 2010: 2,37%)
Andere Wege                  396 ( 0,22% - 2010: 0,93%)
Muxia-Finisterre             202 ( 0,11% - 2010 nicht notiert)

    unterwegs                               21                 nr. 82 april 2012
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