Verbandsmagazin Ausgabe 4/2019 - Steuerberaterverband im Lande Bremen eV
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United, not uniform M&A-Beratung: persönlich · individuell · leidenschaftlich Mit unseren 800 Professionals in 40 Ländern realisieren wir für unsere Mandanten jedes Jahr über 300 Unternehmens- transaktionen im Mittelstand. www.oaklins.com
Inhalt
VORWORT
Von den steuerrechtlichen Änderungen bis hin zur Digitalisierung
– Unsere Herausforderungen für 2020 5
AKTUELLES
Auf ein Wort! „Auf zu neuen Ufern – Digitalisierung an der
Berufsschule hält Einzug bei den Steuerfachangestellten“ 8
Weihnachtstreff für den guten Zweck 12
Netzwerken bei Gericht – Bremer Finanzgerichtstag 2019 14
NACHRICHTEN
Der Mix macht´s 16
Stundenlang sitzend 18
Zwischen den Stühlen 20
DSTV-BERICHT
Konferenz in Bestform: Rückblick auf den
42. Deutschen Steuerberatertag 22
DStV-Präsident Elster mit der Spitze der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Gespräch 26
DStV begrüßt Angleichung der umsatzsteuerlichen
Istbesteuerungsgrenze an die Buchführungsgrenze ab 2020 27
Lohnsteuerliche Sachbezüge ab 2020:
Vorsicht an der Bahnsteigkante! 29
Erster Auftritt der „German Tax Advisers“ in Brüssel 30
Neues zum Jahreswechsel im Berufsrecht der Steuerberater 32
Mobiles Scannen – DStV bietet praktische Unterstützung durch
aktualisierte Musterverfahrensdokumentation 34
Mitteilungspflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen
– was bewegt sich auf den letzten Metern? 35
Steuerliche Beurteilung des Ausfalls eigenkapitalersetzender
Finanzierungshilfen – alles auf Anfang? 38
BFH-ENTSCHEIDUNGEN
Aktuelle BFH-Enscheidungen 41
SEMINARE
Rechnungslegungsvorschriften für Vereine und Stiftungen 2019 44
Vereine, Verbände Update / Umsatzsteuer Vereine, Verbände 45
Nachfolgeberatung bei unternehmerischen Vermögen 46
Umsatzsteuer – Aktuell 47
Lohnpfändung und Gehaltsabtretung 48
Photovoltaik und BHKW als lohnende Investitionen 49
Die GmbH & Co. KG - Beratung 2019/2020 50Jahresabschlusserstellung 2019 51
Lohnsteuer – Deklaration und Gestaltungen 2019/2020 52
Entgeltabrechnung – Aktuelles aus dem Steuer- und
Sozialversicherungsrecht 53
GoBD und Kasse 54
Lohn und Gehalt: Grundkurs und/oder Aufbaukurs 55
Gewinnermittlung durch Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG 56
Buchführungsupdate 57
ANZEIGEN
Marktplatz 58
IMPRESSUM
Herausgeber Bildnachweis
Steuerberaterverband im Lande Bremen e.V. (VR 2404 AG Bremen) Seite 16 © Panya Kuanun
Theodor-Heuss-Allee 6, 28215 Bremen Seite 20 © robuart
Telefon 0421 59 58 40 Seite 20 © Valentyn Lishchynskyi
Fax 0421 59 58 422 Seite 34 © myvector
Seite 38 © ideagu
info@stbv-bremen.de Seite 45 © Matthias Enter
www.stbv-bremen.de Seite 48 © scanrail
Seite 37 © Priyanka Patil
Verantwortlich für den Inhalt Seite 44 © Daniel Berkmann
Vorstand und Geschäftsführung
Gestaltung, Satz und Layout
Alexandra Kremer
Verantwortlich für Anzeigen
Alexandra Kremer
Der Steuerberaterverband im Lande Bremen e.V. ist nicht ver-
antwortlich für die hier abgedruckten Meinungen in namentlich
gekennzeichneten Artikeln und für Inhalte externer Internetseiten.
Änderungen und alle Rechte vorbehalten.Ralf Heitkamp
Vorstandsvorsitzender, StB
Von den steuerrechtlichen Änderungen bis hin zur Digitalisierung – Unsere
Herausforderungen für 2020
Liebe Kolleginnen und Kollegen, verpflichtet ist und sowohl für Sie persönlich als auch für
Ihre Mitarbeiter weiterhin Wissensvermittlung auf höchs-
kaum ist das Jahr 2019 zu Ende, laufen im Steuerbe- tem Niveau bietet.
raterverband im Lande Bremen e.V. die Vorbereitun-
gen auf 2020 bereits auf Hochtouren. So werden Ter- Während uns in den vergangenen Monaten vorrangig
mine koordiniert, Referenten kontaktiert und Seminare Themen wie die aktuelle Europapolitik mit Fragen rund
geplant. Nur so viel sei schon jetzt verraten: Sie können um den Brexit beschäftigt haben, hat sich auch direkt
sich wieder auf eine ganze Reihe spannender Veran- vor unserer Haustür in der Bremer Politik einiges getan.
staltungen freuen. Mit großem Interesse haben wir die Bürgerschafts-
wahl verfolgt. Inzwischen konnte ich sogar schon erste
Rückblickend auf das Jahr 2019 hatten wir insbesondere Gespräche mit dem neuen Senator für Finanzen Diet-
zum Jahresende eine wesentliche Veränderung beim mar Strehl führen. Sehr gefreut habe ich mich in diesem
Bremer Steuer-Institut zu vermelden: seit 25. November Zusammenhang über seine Zusage zum Steuerforum,
2019 firmiert das Bremer Steuer-Institut in der Rechtsform welches in diesem Jahr am 05. März 2020 stattfinden
der GmbH. Wie bereits in unserem Rundschreiben von wird. Neben den Grußworten unseres Finanzsenators
Anfang Dezember mitgeteilt, war diese Veränderung freue ich mich auch über die Zusage von Herrn Dr.
aufgrund geplanter gesetzlicher Neuerungen sowie Robert Mayr (CEO Datev e.G.), der uns einen Ausblick
einer für die Zukunft planungssicheren Struktur zwischen auf die „Steuerberatung der Zukunft“ geben wird und
dem Steuerberaterverband im Lande Bremen e.V. neben Herrn Holznagel (Präsident des Bundes der Steu-
und der Bremer Steuer-Institut GmbH erforderlich. Als erzahler), Herrn Peper (Wirtschaftsjunioren Bremen;
100 %ige Tochtergesellschaft des Steuerberaterverban- Geschäftsführer der Pepe & Söhne GmbH), Vertretern
des im Lande Bremen e.V. können Sie auch zukünftig des Senators für Finanzen und Herrn Dr. Strahl zum
davon ausgehen, dass die Bremer Steuer-Institut GmbH Thema „Wie verfahren wir (uns) in der Zukunft? – Steu-
mit Ihren Fortbildungsveranstaltungen dem Berufsstand erberater, Steuerpflichtiger, Finanzverwaltung –”disku-
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 5tiert. Zusätzlich vermitteln Ihnen am Nachmittag unsere Wie Sie sehen, warten in den nächsten Monaten
hochkarätigen Referenten umfangreiches Wissen für einige Anforderungen auf unseren Berufsstand. Umso
die tägliche Praxis im Umsatz- und Ertragsteuerrecht. wichtiger ist es, dass wir intensiv an die Zukunft denken
und uns für den Nachwuchs in unserer Branche stark
Und genau dieses Wissen wird Ihnen bei den steuerli- machen. Ich möchte an dieser Stelle gerne alle meine
chen Herausforderungen im Jahr 2020 von Nutzen sein, Berufskollegen dazu aufrufen, als Ausbildungsbetrieb
da insbesondere mit dem Jahressteuergesetz 2020 aktiv zu werden, um dem Fachkräftemangel Herr zu
zahlreiche gesetzliche Änderungen auf unseren Berufs- werden. Unsere heutigen Auszubildenden sind schließ-
stand zukommen werden, die es bei den Mandanten lich unsere Berufskollegen von morgen.
zu berücksichtigen gilt. Gleichzeitig befindet sich die
Digitalisierung weiter auf einem fortschreitenden Weg. Im Frühsommer stehen uns mit der Mitgliederversamm-
Im Jahr 2020 werden wir uns dazu noch intensiver mit lung inklusive Vorstandswahlen am 10. Juni sowie unse-
der digitalen Korrespondenz zwischen unseren Kanz- rem beliebten Sommerfest am 12. Juni im Jürgenshof
leien und unseren Mandanten, aber auch zwischen zwei weitere Veranstaltungen bevor, bei denen wie in
uns und den Finanzbehörden sowie dem Finanzgericht der Vergangenheit auch neben inhaltlichen Themen
auseinandersetzen müssen. Diesbezüglich möchte ich das Netzwerken und der kollegiale Austausch nicht
an unseren Berufsstand appellieren, die Digitalisierung zu kurz kommen sollen. Merken Sie sich diese Termine
als Chance zu begreifen und die damit einhergehen- schon heute vor!
den Veränderungen zu nutzen, um die Steuerberatung
qualitativ voranzutreiben. Auch ich gehöre zu einer Ich freue mich mit Ihnen auf ein spannendes und
Generation, der der Umstieg nicht immer leichtfällt, ereignisreiches Jahr 2020.
allerdings blicke ich den Herausforderungen der Digi-
talisierung offen entgegen und scheue mich nicht vor
den damit einhergehenden (positiven) Veränderun-
Ralf Heitkamp
gen. Vorstandsvorsitzender, StB
6 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.STEUER
FORUM
05.03.2020
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„Wie verfahren wir (uns) in der Zukunft?
– Steuerberater, Steuerpflichtiger,
Finanzverwaltung – “
Podiumsdiskussion mit;
StB, WP Dr. Robert Mayr
Chief Executive Officer (CEO) DATEV e.G.
Reiner Holznagel
Präsident des Bundes der Steuerzahler
Christoph S. Peper
Wirtschaftsjunioren Bremen; GF Peper & Söhne GmbH
StB Dr. Martin Strahl
Moderator
Des Weiteren begrüßen wir auch in diesem Jahr wieder einen
Vertreter des Senators für Finanzen in Bremen.„Auf zu neuen Ufern – Digitalisierung
an der Berufsschule hält Einzug bei
den Steuerfachangestellten“
Auf ein Wort!
Oliver Molthan, Bildungsgangleiter der Steuerfachangestellten am
Schulzentrum SII Utbremen – Europaschule
Die Digitalisierung ist in den meisten Steuerberaterkanzleien
regelrecht auf dem Vormarsch und aus dem Arbeitsalltag nicht mehr
wegzudenken. Damit sich auch die künftigen Steuerfachangestellten
in der digitalen Welt zurechtfinden und die modernen Arbeitsabläufe
von der Pike auf lernen, setzt Oliver Molthan als Bildungsgangleiter der
Steuerfachangestellten am Schulzentrum SII Utbremen – Europaschule –
das schulweite Digitalisierungskonzept um. Mit diesem Konzept konnte er
schon jetzt die meisten Steuerberater*innen im Land Bremen überzeugen.
1.) Unter dem Motto „Laptop statt Bücher“ ist an Ihrer Denn nach unserem Konzept ist die einzige Voraus-
Berufsschule der Prozess der Digitalisierung bereits in
setzung für diese Art von Unterricht, dass jeder Aus-
vollem Gange. Wie können wir uns das vorstellen?
bildungsbetrieb seinem Auszubildenden ein mobiles
Überlegungen hinsichtlich einer kompletten Umstel-
Endgerät – zum Beispiel ein iPad oder Surface Go – zur
lung auf digital gibt es bereits seit gut anderthalb Jah-
Verfügung stellt. Im Verhältnis zum Mehrwert der Aus-
ren. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung
bildung ist das unserer Meinung nach noch eine recht
in den einzelnen Kanzleien und damit im gesamten
geringe Investition. Die Geräte inklusive Tastatur und
Berufsfeld der Steuerberater*innen setzen wir auf digi-
digitalem Stift kosten die Arbeitgeber*innen im Durch-
talisierte Unterrichtsinhalte unterstützt durch ein „Bring
schnitt nicht mehr als 500 Euro brutto.
your own device“-Konzept. Unser konkretes Ziel ist es,
mit Beginn des Ausbildungsjahres 2020 den Unterricht
3.) Wie war die Reaktion der Steuerberater*innen, als
für die circa 60 neuen Auszubildenden nahezu papier- Sie ihnen das Konzept der Berufsschule während des
los und überwiegend digital zu gestalten. Bücher und Ausbildungstages im Mai dieses Jahres vorgestellt ha-
ben?
Lernmaterialien wird es dann nur noch in digitaler Form
geben. Durchweg positiv. Natürlich gibt es auch Bedenken,
die wir auch ernst nehmen, aber die Mehrheit der
2.) Das heißt, statt schwerer und teilweise veralteter Anwesenden war von dem Konzept durchaus ange-
Bücher haben die Berufsschüler*innen dann „nur“ tan. Vor allem, als wir Ihnen den Mehrwert für ihre Kanz-
noch ein digitales Endgerät in der Tasche?
lei vor Augen geführt haben, haben die meisten sofort
Genau das ist unser Bestreben und in diesem Punkt sind ihre Bereitschaft erklärt. Denn am Ende profitieren alle
jetzt die Steuerberater*innen im Land Bremen gefragt. von einer digitalen Ausbildung, zumal in vielen Kanz-
8 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.Aktuelles
leien die Digitalisierung schon sehr weit fortgeschritten 5.) Die gesamte Investition ist sicherlich nicht günstig?
ist. Und die ausgebildeten Steuerfachkräfte werden Nein, natürlich nicht. Wir investieren gerade in die
zukünftig ohnehin in einem papierlosen Büro arbeiten. Digitalisierung unserer Berufsschule. Und gerade des-
halb freuen wir uns besonders, dass die Hanseatische
Ralf Heitkamp: Als Oliver Molthan uns das Konzept der Steuerberaterkammer und der Steuerberaterverband
Berufsschule präsentierte, war ich sofort begeistert. Ich im Land Bremen uns nun zum zweiten Mal mit einer
vertrete schon länger die Meinung, dass die Digitalisie- großzügigen Spende von zusammen 1500 Euro finan-
rung nicht nur in unseren Kanzleien, sondern auch in ziell unterstützt haben. Dieses Geld steckt bereits im
den Berufsschulen zur Normalität werden sollte. Meine genannten Ausbau der Lade-Infrastruktur. Weitere
Auszubildende zählt aktuell zum sogenannten Test- finanzielle Unterstützung erwarten wir durch den Digi-
Jahrgang, der teilweise mit digitalen Endgeräten arbei- talpakt der Bundesregierung.
tet, und sie ist vollkommen begeistert. Unter dem Motto
„Bring Your Own Device“ können die Schüler*innen Ralf Heitkamp: Wir sind uns alle einig, dass wir in die
schon jetzt ihre eigenen Endgeräte mitbringen. In mei- Ausbildung unseres Berufszweigs investieren müssen.
nem Fall habe ich unserer Auszubildenden ein neues Und genau deshalb haben wir uns auch in diesem Jahr
Surface-Gerät kostenlos zur Verfügung gestellt. dazu entschlossen, mit einer gemeinsamen Spende die
Berufsschule zu unterstützen. Ich sehe diesen Prozess
4.) Was meinen Sie mit Test-Jahrgang? auch als positives Signal für künftige Auszubildende,
Um im kommenden Jahr das neue Ausbildungsjahr die sich ab sofort auf eine digitale und moderne Aus-
komplett digital starten zu können, müssen natürlich bildung freuen können. Gleichzeitig bin ich der Mei-
gewisse Vorkehrungen getroffen werden. Das fängt nung, dass es die Auszubildenden durch die digitale
schon bei einer zuverlässigen Internetverbindung in Unterrichtsform in ihrem späteren Arbeitsumfeld leich-
allen Räumen an und bedeutet gleichzeitig, dass ter haben werden.
unsere komplette Infrastruktur an die neue Unterrichts-
form angepasst werden muss. In den Böden werden 6.) Haben Sie nicht die Befürchtung, dass die
Schüler*innen während des Unterrichts im Internet sur-
derzeit Ladestationen eingebaut. Dazu müssen die
fen?
Arbeitsplätze umgebaut werden. In den Klassenräu-
Nein, unseren Berufsschüler*innen ist bewusst, dass ihre
men werden die ursprünglichen Kreidetafeln durch
Ausbildung zu den anspruchsvollsten im kaufmänni-
sogenannte Active-Panels mit einem 86-Zoll-Touch-
schen Bereich zählt und dass sie, um diese am Ende
Bildschirm ersetzt. Und dann gilt es natürlich alle Lehr-
erfolgreich abschließen zu können, sich Lerninhalte
bücher und Arbeitsmaterialien zu digitalisieren. Diese
selbstständig erarbeiten müssen. Auch hier hat ein
Arbeitsschritte laufen derzeit im Hintergrund, während
digitales Konzept seine Vorteile. Viele Schüler*innen
die Schüler*innen in den laufenden Ausbildungsjahr-
haben einen weiteren Anreiseweg, den sie – ausge-
gängen schon jetzt teilweise mit digitalen Unterrichts-
stattet mit einem mobilen Endgerät – fortan nutzen
materialien arbeiten.
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 9können, um sich auf den Unterricht vorzubereiten oder miteinander zu verknüpfen. Nur als Beispiel: Unsere
diesen nachzuarbeiten. Darüber hinaus wird „Surfen“ Schüler*innen sollen auch weiterhin einzelne Beleg-
im Unterricht gar nicht gänzlich verboten. Ziel der Digi- fälle aus dem Bereich der Einkommensteuer zunächst
talisierungsstrategie des Bundes ist es ja, den verant- handschriftlich berechnen. Mit handschriftlich meine
wortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien zu ich, dass jedes Endgerät mit einer Stifteingabe aus-
fördern und digitale Kompetenzen auszubilden. Darü- gestattet sein soll. Anschließend gilt es aber auch,
ber hinaus soll das Endgerät auch als Rechercheme- die errechneten Zahlen in ein digitales Formular und
dium im Unterricht eingesetzt werden. eine Eingabemaske einzugeben. Dabei handelt es
sich dann, um den Bereich Formularkunde, in dem wir
7.) Werden die Schüler*innen denn künftig weder mit mit den in den Kanzleien üblichen Programmen arbei-
dem Kopf rechnen noch einen Stift in der Hand hal- ten werden. Nun können die Schüler*innen die selbst
ten?
errechneten Ergebnisse mit den Ergebnissen des Pro-
Nein, ganz so wird es nicht sein. Unser Ziel ist es vielmehr
gramms vergleichen. Diese Arbeitsweise kann für die
Theorie und Praxis in den einzelnen Unterrichtsfächern
Auszubildenden und auch für ihre Ausbilder*innen nur
Mandanten aus dem Onlinehandel?
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Finanzbuchhaltung eines Onlinehändlers nicht möglich.
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von Vorteil sein, da nun die Theorie und Praxis besser
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8.) Wo sehen Sie weitere Vorteile der Digitalisierung?
Ich denke, dass sich die Arbeitsabläufe sicherlich ver-
einfachen werden. Jeder kennt es doch, dass man in
bestimmten Situationen genau das eine Formular oder
das eine Buch sucht, welches aber gerade nicht ver-
fügbar ist. Auch bei den Schüler*innen ist es häufig so,
dass ihnen bestimmte Arbeitsmaterialien fehlen, weil
diese entweder zu Hause oder in der Schule liegen. Ab
Mitgliederversammlung
sofort haben sie alle Dateien jederzeit verfügbar – und
zwar stets aktualisiert. Denn auch wir Lehrer*innen kön- Wann? 10.06.2020
nen nun viel einfacher Korrekturen und Änderungen
in den Unterrichtsmaterialien vornehmen. Ein weiterer
Punkt ist natürlich, dass wir durch die Reduktion des
Papierverbrauchs auch etwas in puncto Klimaschutz
unternehmen, ohne Einschränkungen hinsichtlich der
Sommerfest
Versorgung mit Unterrichtsmaterialen befürchten zu
Wann? 12.06.2020
müssen. Außerdem können wir sicherstellen, dass allen
Auszubildenden durch den Zugriff auf identische Quel-
Wo? Jürgenshof
len dieselben aktuellen Gesetzestexte vorliegen.
Pauliner Marsch 1
28205 Bremen
Und ebenso wie Herr Heitkamp schon erwähnt hat,
sehen wir das Ganze auch als allgemeine Attraktivi-
tätssteigerung für die Ausbildung zum Steuerfachan-
gestellten. Denn welcher Azubi freut sich nicht über ein
Surface oder Ähnliches als nettes Gimmick zum Ausbil-
dungsstart vom Arbeitsgeber?
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 11Weihnachtstreff für den guten Zweck
Alle Jahre wieder! Zu einer beliebten Tradition hat sich mittlerweile
der stimmungsvolle Weihnachtstreff der Bremer
Weihnachtstreff mit der Steuer-Institut GmbH im Bibelgarten direkt ne-
Mädchenkantorei am ben dem Dom etabliert. Am 5. Dezember trafen
sich bereits zum vierten Mal rund 60 Teilnehmer
Bremer Dom bei vorweihnachtlichen Temperaturen sowie
Glühwein und Kinderpunsch zum gemütlichen
Ausklang des Jahres. „Mit dem Weihnachtstreff
beginnt für mich erst so richtig die Adventszeit“,
stellte Michael Tiedt, stellvertretender Vorsitzen-
der des Steuerberaterverbandes im Lande Bre-
men e.V. während seiner Begrüßung fest. Wie
ihm erging es wohl den meisten, die die beson-
dere Atmosphäre inmitten des historischen Am-
bientes mit den vielen Lichtern in vollen Zügen
genießen konnten und sich gleichzeitig eine
verdiente Auszeit in der häufig so stressigen Vor-
weihnachtszeit gönnten.
Für die passenden musikalischen Klänge sorgten
erneut die jungen Sängerinnen der Mädchen-
kantorei am Bremer Dom. Unter der Leitung von
Markus Kaiser, der den Auftritt gut gelaunt mit
„Alle Jahre wieder“ ankündigte, brachten die
7-bis 9-jährigen Mädchen unter anderem be-
kannte Weihnachtslieder wie „Kommet ihr Hir-
So überreichte Michael Tiedt dem Chorleiter zum Abschluss des
gelungenen Abends einen symbolischen Scheck über 1.700 Euro.
12 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.„Mit dem Weihnachtstreff beginnt für mich erst so richtig die
ten“ und „Blinke, blinke, kleiner Stern“ zu Gehör.
Adventszeit“
Zu der genannten Tradition gehört mittlerwei-
le auch die finanzielle Unterstützung der Mäd-
chenkantorei durch die Bremer Steuer-Institut
GmbH. So überreichte Michael Tiedt dem Chor-
leiter zum Abschluss des gelungenen Abends
einen symbolischen Scheck über 1.700 Euro.
Diese beachtliche Summe setzt sich aus der Teil-
nahmegebühr des Seminars „Bilanzen bei Perso-
nengesellschaften“ zusammen, das am Tag des
Weihnachtstreffs stattfand. Das Geld soll laut
Markus Kaiser in Noten und Chorkleidung inves-
tiert werden. Etwa 250 Sängerinnen im Alter zwi-
schen drei und 20 Jahren proben regelmäßig in
unterschiedlichen Chorgruppen. Und dass die-
se Spende gut angelegt ist, demonstrierten die
Mädchen während ihres 20-minütigen Auftritts
mit ihrer Freude am Singen auf eindrucksvolle
Weise. Eine kleine Anerkennung für die Darbie-
Für die passenden musikalischen Klänge sorgten erneut die
tung gab es – neben dem verdienten Applaus
jungen Sängerinnen der Mädchenkantorei am Bremer Dom.
- im Anschluss natürlich auch: Mit großer Freude
nahmen die jungen Sängerinnen die Schoko-
laden-Nikoläuse in Empfang, die schon für sie
bereitstanden.
Mit großer Freude nahmen die jungen Sängerinnen die Scho-
koladen-Nikoläuse in Empfang, die schon für sie bereitstanden.
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 13Netzwerken bei Gericht
– Bremer Finanzgerichtstag 2019
Hoffmann die Bedeutung des Finanzgerichtstags, der
seit 2013 zusammen mit dem Steuerberaterverband im
Lande Bremen e.V. durchgeführt wird. „Ich sehe das
Verhältnis des Finanzgerichts zu der Beraterschaft in
Bremen als sehr entspannt und empfinde die Steuerbe-
raterinnen und Steuerberater als sehr lösungsorientierte
Prozessbevollmächtigte“, betonte er in diesem Zuge.
Gleichzeitig ist der Präsident des Finanzgerichts ein
großer Befürworter des offenen Dialogs: „Wir haben
ein großes Interesse an einer offenen Kommunikation
und stehen für einen unkomplizierten und direkten Kon-
takt zu den Beratern.“
Im weiteren Verlauf des informativen Vormittags ging
Lutz Hoffmann auf die einzelnen Aufgaben des Finanz-
gerichts ein und klärte über die unterschiedlichen
Zuständigkeiten auf.
Wenn ca. 20 Steuerberater einen halben Arbeitstag
Die Live-Verhandlung wurde von den Gästen aus den
statt in der Kanzlei im Finanzgericht Bremen verbrin-
Kanzleien äußerst interessiert verfolgt und anschlie-
gen, kann das nur bedeuten, dass es wieder Zeit für ein
ßend kontrovers diskutiert. Für die meisten unter ihnen
besonderes StB-Meeting ist. Nachdem die Mitglieder
war das Urteil eindeutig, verkündet wurde es an die-
am Morgen die strikte Sicherheitskontrolle im Eingangs-
sem Vormittag aber offiziell von Seiten des Richters
bereich des Finanzgerichts passiert hatten, konnten sie
noch nicht. Dafür lernten die anwesenden Steuerbe-
unter dem Motto „Live: Bremer Finanzgerichtsverhand-
rater nicht nur die Atmosphäre einer mündlichen Ver-
lung“ hautnah an einer Verhandlung teilnehmen und
handlung kennen, sondern erhielten gleichzeitig eine
gleichzeitig einen Blick hinter die Kulissen des Finanzge-
Einführung in praxisrelevante verfahrensrechtliche
richts werfen. Lutz Hoffmann, Präsident des Finanzge-
Fragestellungen sowie einen Einblick in die finanzge-
richts Bremen, und Prof. Dr. Torsten Lohmann führten als
richtlichen Arbeitsabläufe. Diese reichen von der Ein-
Referenten durch den Vormittag, in dessen Mittelpunkt
reichung der Klage- und Anklageschrift bis zur Urteils-
eine spannende Live-Gerichtsverhandlung stand.
verkündigung. Dabei kamen zugleich Themen wie die
elektronische Aktenführung, die Bedeutung eines Erör-
Bevor es aber soweit war und die Kläger und der Ange-
terungstermins und die Aufteilung der Gerichtskosten
klagte sowie die haupt- und ehrenamtlichen Richter
zur Sprache.
im Gerichtssaal erschienen, wurden die anwesenden
Gäste zunächst in den aktuellen Fall eingeführt. Dar-
Auch im kommenden Jahr werden wir den Finanzge-
über hinaus stellte Prof. Dr. Torsten Lohmann weitere
richtstag in Zusammenarbeit mit Herrn Hoffmann und
aktuelle Fälle am Finanzgericht vor. „Ziel dieser Veran-
Herrn Prof. Lohmann anbieten und freuen uns bereits
staltung ist es, Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen
jetzt auf rege Teilnahme.
und mit Ihnen ins Gespräch kommen“, erklärte Lutz
14 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.Di
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Nachrichten
FAKTOR BEWEGUNG
Bewegung bringt das Herz-Kreislauf-System samt Durchblutung in Schwung und fördert die Abwehrkräfte des
Immunsystems. Außerdem kann das Gehirn mehr Sauerstoff aufnehmen, was die Konzentration erhöht. Deshalb ist
in Pausen ein körperlicher Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit ideal. Gezielte Ausgleichsübungen beugen Verspan-
nungen und somit auch Rücken- und Gelenkschmerzen vor, die durch einseitige Belastungen entstehen können.
Besteht Gelegenheit für Bewegung an der frischen Luft und in der Sonne, umso besser. Denn von Bewegung in
der Natur profitiert die Gesundheit ganz besonders, wie eine aktuelle britische Studie (Universität von East Anglia)
zeigt.
FAKTOR KOMMUNIKATION
Eine gesellige Pause ist auch eine mögliche Form der Erholung: von der Einzelarbeit, zur Ablenkung von der Auf-
gabe, aber auch für das Gefühl der Zusammengehörigkeit und sozialen Unterstützung. Pausengespräche drehen
sich übrigens besser um Erlebnisse am Wochenende oder das gestrige Fußballspiel als um die Arbeit. Sich bewusst
mit anderen, positiven Themen zu beschäftigen ist ideal, um neue Kraft zu schöpfen und gestärkt an die Arbeit
zurückzukehren.
FAKTOR ENTSPANNUNG
Den Kopf freibekommen, eine Zeit lang das Gehirn mit etwas anderem oder nichts beschäftigen, in die Luft
schauen oder sich ausschütteln macht das Gehirn wieder bereit fürs Weitermachen. Was Menschen als entspan-
nend empfinden, ist sehr unterschiedlich. Wie gut, wenn es im Betrieb einen geeigneten Raum gibt, um sich für
erholsame Momente allein zurückziehen zu können.
FAKTOR ERNÄHRUNG
Der Körper benötigt Energie, um leistungsfähig, gesund und fit zu bleiben. Eine ausgewogene und abwechslungs-
reiche Ernährung liefert diese Energie. Obst, fettarme Milchprodukte, ballaststoffreiche Lebensmittel oder Nüsse
bringen schnell neue Kraft und halten den Energiepegel länger oben. Wann, was und wie viel gegessen wird, ist
von den Arbeitsbedingungen abhängig. Generell gilt: Der Körper und besonders das Gehirn brauchen außerdem
Wasser, um Leistung zu bringen. Je nach Statur und körperlicher Belastung sollten täglich zwischen 1,5 und 2,5
Liter Flüssigkeit getrunken werden. Arbeitgeber können unterstützen, indem sie Obstkörbe und Wasserspender
bereitstellen.
FAKTOR RHYTHMUS UND REGELMÄSSIGKEIT
Um trotz viel Arbeit regelmäßig Pausen zu machen, kann man feste Pausenzeiten reservieren. Führungskräfte
gehen mit gutem Beispiel voran, indem sie selbst pausieren und auch ihr Team darin bestärken, das zu tun, um wie-
der fit durchstarten zu können. Poster am Arbeitsplatz können eine aktive Pause unterstützen und an regelmäßige
Erholungspausen erinnern
Quelle: gesundes unternehmen – Das Arbeitgebermagazin
der AOK Bremen, Ausgabe 3-19
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 17Betrifft:
Stundenlang
Büroarbeiter/-in
(auch Homeoffice)
Telefonist/-in
sitzend Kraftfahrer/-in
Lokomotivführer/-in
Kranführer/-in
Näher/-in
...
Beschäftigte, die viel sitzen, müssen bei ihren Pausen in Schwung
gebracht werden. Der Mensch ist für Bewegung geschaffen. Langes
Sitzen schwächt die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System, der
Fett- und Zuckerstoffwechsel verschlechtern sich.
PAUSEN BEWEGUNG
Beschäftigte sollten Minipausen nutzen, um aufzustehen und
Beine sowie Arme zu strecken. Nach dem Mittagessen bietet sich
ein Spaziergang an. Führungskräfte können aktiv zum Spaziergang
aufrufen. Außerdem kann es sich lohnen, Pausenräume mit
kleinen Sportgeräten auszustatten. Mit denen haben Beschäftigte
die Möglichkeit, Übungen zur Entlastung und Kräftigung durchzuführen.
Inspiration für Übungen erhalten die Beschäftigten
auf verschiedenen Postern der AOK Bremen/Bremerhaven, die
kostenfrei heruntergeladen und ausgedruckt werden können:
aok-business.de/bremen/poster
Alternativ: einen Kickertisch oder eine Tischtennisplatte aufstellen.
18 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.Nachrichten
PAUSEN ERNÄHRUNG
Leicht und gut verdaulich sollte sie bei „Schreibtischtätern“ sein.
Das heißt: besonders fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel meiden,
stattdessen besser auf ballaststoffreiche Speisen zurückgreifen
(Salat, Gemüse, Obst). Außerdem sind mehrere kleine Mahlzeiten,
über den Tag verteilt, empfehlenswert. Das hält die Leistungskurve
oben. Wenn es im Betrieb eine Kantine gibt, mit dem Küchenteam
über die Speisenauswahl sprechen. Bei der Deutschen Gesellschaft
für Ernährung finden sich Hintergrundwissen und konkrete Tipps:
jobundfit.de
Gut für zwischendurch sind Obst oder Nüsse, die etwa in Besprechungen
statt der üblichen Kekse bereitgestellt werden können.
PAUSEN ENTSPANNUNG
Minipausen verbringen die Beschäftigten in der Regel auch am
Schreibtisch. Eine gute Möglichkeit, um dabei etwas Abstand zu
gewinnen und die Augen zu entlasten: aus dem Fenster schauen
und das Weiteste fokussieren, das noch zu erkennen ist. Arbeitgeber
können mit Unterstützung der AOK Bremen/Bremerhaven auch
Kurse zur Entspannung und zum Umgang mit Stress anbieten.
PAUSEN RHYTHMUS
Beschäftigte in überwiegend sitzenden Tätigkeiten sollten eine
Mittagspause und zusätzlich vormittags und nachmittags je eine
Kurzpause (siehe S. 11) machen – und dafür jeweils den Arbeitsplatz
verlassen. Je nach Bedarf tragen Mikropausen zum Dehnen,
Strecken und Augenentlasten direkt am Arbeitsplatz dazu bei, kurz
innezuhalten und nach wenigen Sekunden frischer weiterarbeiten
zu können.
Quelle: gesundes unternehmen – Das Arbeitgebermagazin der
AOK Bremen, Ausgabe 3-19
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 19Zwischen
den
Stühlen
Mittleres Management
Führungskräfte im mittleren Management sind besonders
gefährdet für psychische Leiden. Warum das so
ist und wie sich gegensteuern lässt, erläutert
Professor Andreas Zimber, Leiter des Studiengangs
„Psychologie und Management“
an der Hochschule Mannheim.
Professor Zimber, Sie und ihre Kollegen haben in Ihrer Studie „Psy-
chische Gesundheit von Managern“ (PsyGeMa) bei Angestellten der
unteren und mittleren Führungsebene ein erhöhtes Risiko für psychische
Erkrankungen ermittelt? Das ist richtig, für die Studie befragten wir bundes-
weit fast 300 Führungskräfte unterschiedlichster Branchen. Danach waren
psychische Beschwerden bei den Befragten viel häufiger anzutreffen als bei
Beschäftigten ohne Personalverantwortung. Manager der mittleren Führungs-
ebene, also Team-, Abteilungs- und Bereichsleiter, waren häufiger betroffen als
Top-Manager. Das zeigten bereits frühere Untersuchungen.
Welche neuen Erkenntnisse brachte Ihre Studie ans Licht? Neue Erkenntnisse gab
es vor allem bei den Ursachen: Bei den mittleren Führungskräften sind es in erster
Linie Rollenkonflikte, die sich psychisch belastend auswirken. Sie erleben Druck von
unten und von oben und sie haben oft das Gefühl, es weder ihren Mitarbeitern noch
ihrer Geschäftsführung recht machen zu können. Auch die Art, wie sie damit umgehen,
kann zu einer Erkrankung führen.
20 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.Nachrichten
Nehmen viele Führungskräfte ihre eigene Gesundheit Was empfehlen Sie Führungskräften, damit sie nicht
zu sehr auf die leichte Schulter? Ja, zumindest bei den- psychisch krank werden? Ich empfehle allen an einem
jenigen, die schließlich krank wurden, konnten wir das Stress-Präventionsprogramm teilzunehmen, wie „Lebe
häufig beobachten. Sie unterschätzten ihr Erkrankungs- Balance“, das die AOK Bremen/Bremerhaven auch spe-
risiko und glaubten, an ihrer Situation wenig ändern zu ziell für den Bedarf von Führungskräften anbietet. Sie ler-
können. Dagegen nahmen Führungskräfte, die trotz ihrer nen dabei, wie sie Stresssymptome besser wahrnehmen
starken beruflichen Belastung nicht krank wurden, ihre und welche Einstellungen dazu beitragen, in Belastungs-
Symptome früher ernst und steuerten aktiv gegen. situationen zu kommen. Sie erlernen Entspannungstech-
niken, körperliche Aktivitäten, Übungen zum besseren
Wie werden Frühwarnzeichen besser erkennbar? Wir
Zeitmanagement und zur Genussfähigkeit. Für einen
langfristigen Erfolg sollten sie sich für mehrere Monate
identifizierten sogenannte Pre-Crash-Sensoren. Ich gehe
darauf einlassen und regelmäßig üben. Auch die Beteili-
hier nur auf drei ein: 1. Hat eine Führungskraft das Gefühl,
gung an Gruppenangeboten hilft.
ihrer Arbeit „nur noch hinterherzulaufen“, kommt es zu
dem riskanten Zustand der Dauerüberlastung. Eine Belas-
tung aus dem privaten Umfeld, etwa Eheprobleme oder
Wie tragen Unternehmen dazu bei, dass ihre mittle-
finanzielle Sorgen, kann dann der Tropfen sein, der „das
ren Führungskräfte auf Dauer nicht ernsthaft erkranken?
Fass zum Überlaufen“ bringt. 2. Ein weiteres Risiko ist Ver-
Unternehmen rate ich, ihre Führungskräfte als wertvolle
harmlosung nach dem Motto „Das geht schon wieder
Ressource anzusehen, deren Gesundheit geschützt und
weg!“. Anhaltende Erholungs- und Schlafstörungen oder
gefördert werden muss. Fällt eine leitende Kraft für län-
Erschöpfungszustände können Vorboten einer körperli-
gere Zeit aus, geht es um erhebliche Summen. Viele
chen oder psychischen Erkrankung sein. 3. Ebenso glau-
Unternehmen machen gute Erfahrungen damit, der
ben viele Führungskräfte, sie bräuchten keine Unterstüt-
Gesundheit einen öffentlichen Raum zu geben, etwa
zung in Gesundheitsdingen. Sie gehen nicht zum
an Gesundheitstagen. Führungskräfte sind danach eher
Arzt und tun zu wenig für ihre Fitness und für
bereit, sich Hilfe zu holen. Auch die Einrichtung einer
den psychischen Ausgleich. Oft haben Füh-
internen oder externen Anlaufstelle für psychosoziale
rungskräfte bisher wenig Erfahrung mit sol-
Anliegen kann für die Betroffenen sehr hilfreich sein,
chen Vorsorgemaßnahmen gesammelt,
wenn ihre Probleme dort diskret behandelt werden.
weil sie ihre Lebensenergie hauptsäch-
lich in die Arbeit
gesteckt haben.
Quelle: gesundes unternehmen – Das Arbeitgebermagazin der
AOK Bremen, Ausgabe 3-19
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 21Konferenz in Bestform:
Rückblick auf den 42. Deutschen Steuerberatertag
Wie er begann, so endete er auch – mit einem Feuer- ders einbringt. Ausgezeichnet wurde das „Duale Stu-
werk an Ideen und hochkarätigen Vertretern der Bran- dium Steuern“ der Fachhochschule Landshut. Dieser
che. Mit einem Rekord von über 1600 Besucherinnen Studiengang kombiniert innerhalb eines Verbundstu-
und Besuchern ging der 42. Deutsche Steuerberater- diums die Berufsausbildung zum/zur Steuerfachange-
tag in Berlin erfolgreich zu Ende. stellten mit einem Studium der Betriebswirtschaft und
bietet Teilnehmern/innen – und ist damit genau das,
Startschuss war wie immer eine Stadtrundfahrt am was sich Steuerkanzleien vom Nachwuchs wünschen
Sonntagnachmittag. Eine Gruppe unternahm eine – ein ausgewogenes Verhältnis aus Theorie- und Praxis-
„Weltreise in Potsdam“ und lernte dort neben dem wissen. Stellvertretend nahmen die beiden Initiatoren
Schloss Sanssouci auch weniger bekannte internatio- des Studiengangs, Herr Prof. Dr. Thomas Zinser und Dr.
nale Bauwerke wie das holländische Viertel oder die Peter Küffner, den Scheck im Wert von 6.500 Euro ent-
Russische Kolonie Alexandrowka kennen, während gegen.
eine zweite Gruppe eine Videobustour durch Berlin
erlebte. In Anknüpfung an die Erfolgsserie „Babylon Auch dieses Jahr beehrten wieder namenhafte Perso-
Berlin“ entführte der Deutsche Steuerberaterverband nen aus der Welt des Steuerrechts die Eröffnungsver-
die Gäste in die zwanziger Jahre. anstaltung des 42. Deutschen Steuerberatertages am
Montag mit einem Grußwort. Den Auftakt machte Dr.
Am Abend dann begrüßte DStV-Präsident Harald Elster Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator des Landes Berlin,
die Gäste in der Telekom Hauptstadtrepräsentanz. Bei gefolgt von Prof. Dr. h.c. Rudolf Mellinghoff, Präsident
Wein, Häppchen und Gesang nutzten viele Gäste die des Bundesfinanzhofs (BFH). Auch Reiner Holznagel,
Gelegenheit, um das Wiedersehen mit Bekannten und M.A., Präsident des Bunds der Steuerzahler (BdSt), rich-
Partnern zu feiern. tete das Wort an das Publikum.
Inzwischen ist es zudem Tradition, dass auf dem Begrü- In seiner Ansprache warb der DStV-Präsident, StB/WP
ßungsempfang eine Institution ausgezeichnet wird, die Harald Elster beim Berufsstand dafür, zu reflektieren,
sich für soziale Belange oder den Berufsstand beson- ob die eigene Kanzlei in „Bestform“ ist. Hierfür würden
22 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.DStV-Bericht
vier Kriterien aus Sicht der Mandanten eine besondere
Rolle spielen, so Elster: Qualität, Vertrauen, Verlässlich-
keit und Full Service.
Die Qualität der Steuerberatung werde in Deutsch-
land seit jeher durch das Berufsrecht sichergestellt,
unterstrich der DStV-Präsident. Die qualitätssichernden
Berufsregeln sehe er jedoch zunehmend bedroht. Die
EU-Kommission erachte das Berufsrecht vor allem als
Hemmnis für den europaweiten Wettbewerb. Dabei
gewährleiste gerade das Berufsrecht, dass „Mandan-
ten sich überall auf die gleiche Beratungsqualität ver-
lassen können“.
Mit Spannung wurde die Rede des Bundesministers
der Finanzen Olaf Scholz (SPD) erwartet. Steuerberater
„machen einen wichtigen Job, der unsere Anerken-
nung verdient“, sagte Scholz zu Beginn. „Auch wenn
es kein Kompliment ist für unser Steuerrecht, müssen wir
klar sagen: Erst durch die professionelle Steuerberatung
sind viele Steuerpflichtige in der Lage, ihr Recht wahr-
zunehmen“.
Der Finanzminister hatte außerdem eine erfreuliche
Botschaft für den Berufsstand im Gepäck: Zum Jahres-
wechsel will die Bundesregierung alle Steuerberater
gesetzlich zum unabhängigen Organ der Steuerrechts-
pflege ernennen. Sie erhalten damit, wie Scholz sagte,
den „Ritterschlag“, der bislang Rechtsanwälten vorbe-
halten ist.
Wie in den Vorjahren, durfte auch beim 42. Deutschen
Steuerberatertag der Blick über den Tellerrand nicht
fehlen. Dieses Jahr natürlich unter dem Motto „Kanz-
lei in Bestform“. Prof. Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdis-
ziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité
Berlin, bot den Zuhörern wertvolle Informationen in
Sachen Schlaf. Denn nur, wer jede Nacht 7 bis 8 Stun-
den bekommt, Stress und eine laute Geräuschkulisse
vermeidet, bleibt in Bestform. Zudem würden Gesund-
heitsrisiken deutlich minimiert.
Es folgten zwei geballte Tage Fachprogramm. Bilanz-
steuerrecht, die Aktuelle Stunde, Forschungsförderung,
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 23Unternehmensnachfolge sowie Updates in Sachen Arbeitsgesundheit meiner Kollegen erhalte und eine
Umsatz- und Ertragsteuer – wie immer war das Steuer- Mitarbeiterbindung erreiche? Und wie kann ich meinen
recht die tragende Säule der Konferenz. Ausdruck gegenüber Mandanten verbessern? Auch
das waren Fragen der Konferenz, die im Austausch mit
Ergänzt wurde dieses Fachwissen um Themen des Kanz- dem Publikum erörtert wurden.
leialltags. So bot etwa Gunter Wolf, Diplom-Psychologe
aus Wuppertal, motivierende Anregungen für die Mitar- Die Fachausstellung war mit gut 1200 Quadratmetern
beiterbindung. In seinem Workshop „Mitarbeiter binden noch einmal etwas größer als die im selben Haus vor
– mehr als nur Mitarbeiter halten“ trugen die Teilneh- zwei Jahren. Damit war im Grunde jeder freie Quadrat-
merinnen und Teilnehmer Aspekte der Teammotivation meter des Maritim Hotels genutzt. Wieder präsentierten
zusammen und entwickelten einen Fahrplan für die sich langjährige Partner aus der Welt der Verlage und
eigene Kanzlei. Quintessenz hier war, dass eine mög- Versicherungen ebenso wie innovative Start-Ups. Neu
lichst hohe emotionale Bindung erreicht werden muss. waren in diesem Jahr – passend zum Motto – diverse
Aussteller mit ergonomischen Büromöbeln und Ideen
Ebenfalls an Führungskräfte richtete sich der Work- zur betrieblichen Gesundheitsfürsorge.
shop „Gesunde Fehlerkultur“. Erörtert wurden sinnvolle
Mechanismen innerhalb einer Kanzlei, die das Lernen Am Rande der Konferenz begrüßte Verbandspräsident
durch Fehler überhaupt ermöglichen. Hier nannten die Elster rund 270 Galagäste in der Axica am Pariser Platz.
Diskutanten vor allem verbindliche Zeiten für Mitarbei- Mit Musik aus den zwanziger Jahren und einem hoch-
tergespräche, abgestimmte Checklisten sowie eine wertigen Fünf-Gänge-Menü verbrachten alle einen
offene und direkte Kommunikation. Vorgeschlagen Abend in exquisitem Rahmen. Viele von ihnen zog es
wurden zudem „Fuck up“-Meetings und die interne im Anschluss sogar noch weiter an den Ort, an dem die
Besprechung der „Fehler des Monats“. Party schon in vollem Gange war: den Bricks Club am
Gendarmenmarkt. Dort feierten rund 600 Gäste mit DJ
Bewusst wurde allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen Noppe bis weit in die Nacht.
ihre große Vorbildfunktion. Es gilt also, auch eigene Feh-
ler offen zu kommunizieren und kritikfähig zu sein. Nicht verpassen: Der 43. Deutsche Steuerberatertag
findet vom 18. – 20.10.2020 im Rhein-Main-Congress
Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich solch inter- Center Wiesbaden statt.
aktive Formate. Denn auch die Diskussionsrunde zum
„Stress 4.0“ und die Arbeit am Thema „Attraktiver Alle Infos gibt es laufend aktualisiert unter
Arbeitgeber“ fanden vor vollem Saal statt und entlie- www.steuerberatertag.de.
ßen begeisterte Zuhörer.
Wie finde ich eine Nische, in der ich mich spezialisieren
und so neue Mandantengruppen für mich erschließen
kann? Wie gestalte ich meine Kanzlei so, dass ich die
24 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.43. Deutscher Steuerberatertag 2020
18.–20. Oktober 2020 in Wiesbaden
Ein modernes, gerade erst eröffnetes Kongress- Der Deutsche Steuerberatertag
· Update Steuerrecht: Einblicke in
zentrum, eine schöne Altstadt, gute Weine
die aktuelle Rechtsprechung
und gute Erreichbarkeit über den Flughafen · Kanzleimanagement: Führungskultur,
Frankfurt a. M. – die hessische Landeshauptstadt Mitarbeitergewinnung und -bindung,
neue Beratungsfelder
hat viel zu bieten. Wir nehmen Sie mit auf
· Kanzleimitarbeiter: spezielle
drei Tage voller fachlichem Input, mit vielen Fortbildungen für Ihr Team
Gelegenheiten zum Netzwerken und Austauschen · Alte und neue Partner treffen:
und zeigen Ihnen die Highlights der Region. Angebote, neue Entwicklungen
und innovative Startups in unserer
Merken Sie sich den Termin schon einmal vor! Fachausstellung
· Ein großes Wiedersehen:
Netzwerken, Fachsimpeln, Informieren
und Erfahrungen austauschenDStV-Präsident Elster mit der
Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
im Gespräch
DStV-Präsident WP/StB Harald Elster tauschte sich mit MdB StB Ralph Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der CDU/
CSU, und MdB RA Andreas Jung, stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU für Finanzen, zu aktuellen steuer- und
berufspolitischen Themen aus. Sie knüpften an die vertrauensvolle Verbindung der letzten Jahre an. Gegenstand
des Fachgesprächs war u.a. die Modernisierung der Unternehmensbesteuerung.
In steuerpolitisch turbulenten Zeiten traf sich WP/StB gen zu bieten. Selbst wenn sie sich mit Blick auf die
Harald Elster, Präsident des Deutschen Steuerberater- politische Lage kurzfristig nicht umsetzen ließen, sollte
verbands e.V. (DStV), mit den Spitzenvertretern der die Union sie mittelfristig nicht aus dem Blick verlieren.
Bundestagsfraktion der Union.
Vorerst keine Anzeigepflicht für innerstaatliche Steuer-
gestaltungen
Elster dankte MdB StB Ralph Brinkhaus, Fraktionsvor-
sitzender der CDU/CSU, und MdB RA Andreas Jung, Äußerst positiv sah Elster zudem, dass Brinkhaus und
stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU für Finanzen, Jung sich bei dem Vorhaben „Meldepflicht für Steu-
in dem Austausch Ende November 2019. Unter national ergestaltungen“ von ihrem Sachverstand haben lei-
wie international dynamischen Rahmenbedingungen ten lassen und die Ergänzung der Umsetzung der EU-
hätten sie bewiesen, dass ihr politischer Kompass sie Richtlinie um eine Anzeigepflicht für innerstaatliche
auf dem richtigen Kurs halte. Anfang des Jahres schien Steuergestaltungen vorerst abwenden konnten. Auch
es noch, als herrsche dauerhaft Stillstand. Gerade in nach Ansicht von Elster könnten erst die Erfahrungen
den letzten Monaten habe sich jedoch gezeigt, mit mit dem EU-Instrument zeigen, ob sich dieses Werkzeug
welchem Engagement und welcher Stärke die Union als zielführend erweise. Der stark zunehmende Bürokra-
die umfassenden strukturellen Veränderungen der tismus dürfe nicht zum Selbstzweck werden. Brinkhaus,
Wirtschaft begleiten möchte. Jung und Elster waren sich einig, dass es vielmehr end-
lich an der Zeit sei, Bürokratie in großem Maße abzu-
Fit für die Zukunft bauen. Hier müsse etwa alle Kraft in die Digitalisierung
So zeigte sich Elster etwa erfreut über das jüngst von der Kommunikation zwischen Finanzverwaltung, Steu-
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion beschlossene Posi- erpflichtigen und deren Berater investiert werden.
tionspapier zur Modernisierung der Unternehmensbe-
DStV goes Brüssel
steuerung in Deutschland. Viele der darin enthaltenen
Maßnahmen habe auch der DStV wiederholt ange- Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs waren die
regt - wie eine Verbesserung der praktischen Anwend- berufspolitischen Entwicklungen auf EU-Ebene. Elster
barkeit der Thesaurierungsbegünstigung auch für berichtete von den jüngsten Aktivitäten des DStV, wie
kleinere Personengesellschaften, eine Anpassung der der Einrichtung des gemeinsamen Büros des DStV und
steuerlichen Zinssätze und des Rechnungszinsfußes bei der BStBK in Brüssel. In Zeiten, in denen Maßnahmen wie
Pensionsrückstellungen an das marktübliche Niveau das Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission
oder die Förderung der zeitnahen und kooperativen zu den Vorbehaltsaufgaben oder die Whistleblower-
Betriebsprüfung. Die Vorschläge der Union seien nach Richtlinie die Grundfesten des Berufsstands erschüt-
Auffassung von Elster Garanten, um der Wirtschaft im terten, müssten entsprechende Entwicklungen vor Ort
internationalen Kontext attraktive Rahmenbedingun- möglichst frühzeitig und engmaschig begleitet wer-
26 STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V.DStV-Bericht
den. Die steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden DStV-Präsident Elster wurde von dem DStV-Geschäfts-
Berufe müssten in Brüssel noch mehr als bisher als Part- führer Attila Gerhäuser, LL.M., und der stellv. DStV-
ner und Dienstleister für die mittelständische Wirtschaft Geschäftsführerin RAin/StBin Sylvia Mein begleitet.
wahrgenommen werden. Dem DStV ginge es darum,
auf europäischer Ebene ein Bewusstsein für den Wert
hochqualifizierter Steuerberatung zu schaffen.
DStV begrüßt Angleichung der
umsatzsteuerlichen Istbesteuerungsgrenze
an die Buchführungsgrenze ab 2020
Kleine Unternehmen können aufatmen. Der Deutsche Bundestag beschloss für sie eine spürbare Bürokratieentlas-
tung. Der DStV hat die gesetzliche Änderung seit Jahren mit Nachdruck angeregt und freut sich über das Weih-
nachtsgeschenk für den Mittelstand.
So manches, was in der Vergangenheit die Praxis nungspflicht befreit, von unnötiger Bürokratie entlastet
belastete, wendete sich zum Jahresende zum Positi- und die wirtschaftliche Dynamik der mittelständischen
ven. Manche Änderungen durch das „Jahressteuer- Wirtschaft unterstützt werden (vgl. BT-Drs. 18/4948,
gesetz 2019“ oder das „Bürokratieentlastungsgesetz III“ S. 20). Indes wurde die umsatzsteuerliche Umsatz-
boten bereits Anlass zur Freude. Mit seinem Beschluss grenze, die eine Besteuerung nach vereinnahmtem
am 13.12.2019 legte der Deutsche Bundestag noch ein Entgelt ermöglicht, nicht angehoben. Sie beträgt bis
Bonbon für kleine Unternehmen oben drauf – findet heute 500.000 €. Die seinerzeit angestrebte Entlastung
der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV). lief daher bisher in weiten Teilen ins Leere.
Anpassung der umsatzsteuerlichen Istbesteuerungs- Mit der gesetzlichen Anpassung wird nun endlich der
grenze an die verfahrensrechtliche Buchführungsgrenze
Gleichlauf der beiden Umsatzgrenzen hergestellt.
Die CDU/CSU- und SPD-Bundestagfraktionen ergänz- Der Bundesrat wird dem Gesetz in seiner Sitzung am
ten den Regierungsentwurf zur Einführung einer Anzei- 20.12.2019 aller Voraussicht nach zustimmen.
gepflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltun-
gen auf den letzten Metern (vgl. BT-Drs. 19/15876, S. 41, DStV begrüßt Neuerung
69): Ab 1.1.2020 wird die umsatzsteuerliche Istbesteue- Gebetsmühlenartig hat der DStV den Gleichlauf der
rungsgrenze von 500.000 € auf 600.000 € angehoben. Grenzen gegenüber den maßgeblichen Entschei-
Sie schafften damit den Ausgleich für eine seit 2015 dungsträgern seit 2015 angeregt – zuletzt als Sachver-
bestehende Verwerfung. ständiger in der öffentlichen Anhörung des Deutschen
Bundestags zum Gesetzentwurf zur Meldepflicht für
Mit dem ersten Bürokratieentlastungsgesetz aus 2015 grenzüberschreitende Steuergestaltungen und in sei-
wurde die Buchführungsgrenze in der AO von 500.000 € ner Stellungnahme S 06/19 zum Bürokratieentlastungs-
auf 600.000 € Umsatz im Kalenderjahr angehoben. gesetz III. Für die Praxis bedeutet diese Maßnahme aus
Damit sollte eine größere Anzahl kleinerer Unterneh- seiner Sicht eine echte Erleichterung.
men von der steuerlichen Buchführungs- und Aufzeich-
STEUERBERATERVERBAND im Lande Bremen e.V. 27Betriebliche Krankenversicherung
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Senkung des Krankenstandes sorgt für höhere Produktivität 36- 45-Sie können auch lesen