Wege aus der Sucht 25 Jahre "Grüner Kreis"
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Frühling 2002 No. 41 Sommer 2002 No.42 Herbst 2002 No.43 Winter 2002 No.44 Frühjahr 2003 No.45
MAGAZIN rüner
KREIS
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Arbor vitae
Frauen Der Baum des Lebens
drug-addicts@work
Zwischen Kreativität und Realität –
Der Traum von Arbeit
Alkohol –
Freund oder
Feind des
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Menschen?
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Stück für Stück
Der Weg in die Nachbetreuung
Gefördert aus den Mitteln von
ESF
BMWA
und AMS
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Sommer 2003 No.46 Herbst 2003 No.47 Winter 2003 No. 48 Frühjahr 2004 No. 49 Sommer 2004 No. 50
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Kinder im
„Grünen Kreis“ 20 Jahre
Sind
Monate genug? Angehörigenbetreuung im Sport gegen Drogen
Wie Kurzzeitherapie gelingt. „Grünen Kreis“ Was Aktive Freizeit im „Grünen Kreis“ bewirkt.
Herbst 2004 No. 51 Winter 2004 No. 52 Frühjahr 2005 No. 53 Sommer 2005 No. 54 Herbst 2005 No. 55
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Wenn die Suche nach dem Glück Leben und Zukunft
zur Sucht wird Stufe um Stufe in die Freiheit durch Bildung und Arbeit
Die Behandlung von nichtstoffgebundenen Süchten im „Grünen Kreis“ Aus- und Fortbildung sowie Arbeitstherapie im „Grünen Kreis“
Medizin im „Grünen Kreis“
Psychotherapie und Sucht
– der Weg aus der Sucht
Der Stellenwert der ärztlichen Betreuung Suchtkranker Die Therapiephasen in der stationären Behandlung Suchtkranker im „Grünen Kreis“
Prävention im „Grünen Kreis“ Sucht und seelische Erkrankung
Es zählt, was hilft und heilt ...
Ein Programm stellt sich vor
Die Behandlung der Komorbidität im „Grünen Kreis“
Winter 2005 No. 56 Frühjahr 2006 No. 57 Sommer 2006 No. 58 Herbst 2006 No. 59 Winter 2006 No. 60
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24 Stunden im Leben
Venus & Mars
eines Patienten – was ist dran? Welche Therapie führt zum Erfolg?
Die Entscheidung für den richtigen Weg aus der Sucht. Jugend sucht. Krise – Gefahr oder Chance?
Suchtbehandlung von Frauen und Männern im „Grünen Kreis“ Rückfall und Krisenintervention in der Suchttherapie.
Ein Tag auf Therapie im „Grünen Kreis“
Jugend & Sucht im „Grünen Kreis“
Frühjahr 2007 No. 61 Sommer 2007 No. 62 Herbst 2007 No. 63 Winter 2007 No. 64 Frühjahr 2008 No. 65
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Psychotherapie, Medizin,
Arbeit und Freizeitpädagogik. Der „Grüne Kreis“ und die Vielfalt Menschen [machen es] möglich. Flucht in die Sucht
Leben im „Grünen Kreis“ Wie sie am Weg aus der Sucht helfen.
Behandlungskonzepte und ihre Zielgruppen Wir helfen Suchtkranken zurück ins Leben. Wenn Alkohol das Leben bestimmt
Wir lassen Bilder sprechen.
www.gruenerkreis.atgrünerkreisInhalt |
grünerKreisVorwort grünerKreisBetreuungsangebote
2 Bundespräsident Dr. Heinz Fischer 31 Die Prävention
3 BM Dr. Maria Berger 32 Die Vorbetreuung
4 BM Dr. Andrea Kdolsky 33 Die ambulante Therapie
5 Bürgermeister Dr. Michael Häupl 34 Die stationäre Kurzzeittherapie
6 Stadträtin Mag. Sonja Wehsely 35 Die stationäre Langzeittherapie
7 LH DI Dr. Erwin Pröll 36 Das Eltern-Kind-Haus
8 Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner 37 Die Behandlung Jugendlicher
9 Landesrätin Dr. Petra Bohuslav 38 Das Leben der Frauen im „Grünen Kreis“
10 LH Mag. Franz Voves 39 Die Behandlung der Komorbidität
11 LH-Stellvertreter Dr. Kurt Flecker 40 Die Alkoholbehandlung
12 Bundesdrogenkoordinator Dr. Franz 41 „Therapie statt Strafe“
Pietsch
42 Das gemeinnützige Beschäftigungsprojekt
13 Wiener Drogenkoordinator Michael „Grüner Kreis“ in Zusammenarbeit mit
Dressel, MA dem AMS Niederösterreich
14 Vereinspräsidentin Brigitte Podsedensek 43 Die Nachbetreuung
15 Geschäftsführer Dir. Alfred Rohrhofer 44 Die Angehörigenbetreuung
grünerKreisVerein grünerKreisSozialökonomische
16 Menschen im „Grünen Kreis“ Arbeitsprojekte
46 Das Seminarhotel „Grüner Kreis“
17 Das Leitbild
47 Catering „Grüner Kreis“
18 Der Verein „Grüner Kreis“
48 Pool 7 – Ausstellungs- und
grünerKreisEinrichtungen Verkaufsgalerie des „Grünen Kreises“
19 Stationäre und ambulante Einrichtungen
49 Die Tischlerei am Berghof
grünerKreisBehandlungssystem 50 Gartenbau „Grüner Kreis“
24 Das Behandlungssystem und die
51 Die Landwirtschaft im „Grünen Kreis“
Arbeitsweise
grünerKreisInternational
grünerKreisArbeitsweise
52 Die internationalen Kontakte
25 Das medizinische Konzept
26 Die Rolle des Psychotherapie in der grünerKreisWissenschaft
Behandlung der Suchterkrankung 54 ARS – Addiction Research Society
27 Die Rolle der Arbeitstherapie in der grünerKreisFundraising
Behandlung der Suchterkrankung
55 Unterstützen & Spenden – Projekte &
28 Aktive Freizeitgestaltung am Beispiel des Programme im „Grünen Kreis“
Projektes „Kunst im ‚Grünen Kreis‘ “
30 Die Rolle von Sport und Bewegung in der
Behandlung der Suchterkrankung
Impressum
Medieninhaber: „Grüner Kreis“, Verein zur Redaktion: Alfred Rohrhofer, Dr. Brigitte Wimmer Konzeption, Kreation und Produktion:
Rehabilitation und Integration suchtkranker Eigenverlag: „Grüner Kreis“, Verein zur KONTEXT kommunikation, Kaiser&Partner KEG
Personen Rehabilitation und Integration suchtkranker A-1010 Wien, Babenbergerstraße 9/11a
Herausgeber: Vorstand des Vereins „Grüner Kreis“ Personen Tel.: (1) 319 52 62, Fax: (1) 319 52 62-99
Mitglieder des Vorstandes: Alle: A-1070 Wien, Hermanngasse 12 mail@kontext.at, www.kontext.at
Brigitte Podsedensek, Dr. Erhard Doczekal, Tel.: (1) 526 94 89, Fax: (1) 526 94 89-4
Alfred Rohrhofer, Ernst Steurer redaktion@gruenerkreis.at Titelbild: Elisabeth H.
Mitglieder des Aufsichtsrates: www.gruenerkreis.at Umschlagseite U4: Mario H.
Dr. Michael Schwarz, Mag. Karl Schwarz, ZVR-Zahl: 525148935
Prim.Doz.Dr. Peter Porpaczy, DI Wolf Klerings Erscheinungsdatum: März 2008 PatientInnennamen wurden aus Datenschutz-
Kaufmännischer Direktor: gründen von der Redaktion geändert.
Alfred Rohrhofer
25 Jahre „Grüner Kreis“ 1| grünerkreisVorwort
FOTO: PRÄSIDENTSCHAFTSKANZLEI
Ich begrüße es sehr, dass der Verein „Grüner Kreis“ Bemerkenswert ist auch die Bemühung um Speziali-
anlässlich seines 25-jährigen Bestandsjubiläums sierung auf frauenspezifische Therapieangebote und
durch eine eigene Publikation die Aufmerksamkeit die Behandlung Jugendlicher, sowie der Behand-
auf ein zentrales gesellschaftspolitisches Problem lungsschwerpunkt Kunst, im Rahmen dessen an die
lenkt, nämlich jenes des Drogenkonsums und der künstlerische Kreativität der PatientInnen appelliert
Vielfalt von psychischer und sozialer Abhängigkeit wird, um ihnen Möglichkeiten zur Selbstheilung in
von Drogen. Der seit dem Ende des vergangenen Jahr- die Hand zu geben.
hunderts weltweit angestiegene Drogenkonsum stellt
nicht nur die Politik vor große Herausforderungen, In diesem Sinne möchte ich all jenen meinen Dank
sondern die Gesellschaften insgesamt. In dieser vom aussprechen, die Tag für Tag für Österreich eine groß-
„Grünen Kreis“ vorgelegten Jubiläumspublikation artige, herausfordernde und unverzichtbare Arbeit
finden sich wertvolle Beiträge, die kompetent und leisten. Mein besonderer Dank gilt den Mitgliedern
umfassend über die medizinischen, psychologischen des Vereins „Grüner Kreis“ sowie allen HelferInnen
und sozialen Bedingungen der Ausbreitung dieses und FörderInnen, die ein vorbildliches gesellschaft-
Problems informieren. liches Engagement des Beistands und der Hilfe für
suchtkranke MitbürgerInnen zeigen. Ich wünsche
Als Bundespräsident ist es mir besonders wichtig, Ihnen aus Anlass Ihres 25-jährigen Bestehens für
dass die Beiträge nicht nur den Krankheitscharak- die Zukunft alles Gute und viel Erfolg!
ter des Drogenkonsums im engeren Sinn beschrei-
ben, sondern auch die Ursachen benennen, die oft Dr. Heinz Fischer
direkt in die Drogenabhängigkeit hineinführen. Bundespräsident der Republik Österreich
Wer sich die komplexen privaten und gesellschaft-
lichen Voraussetzungen der Drogensucht vor Au-
gen führt, wird verstehen, welche großartige Arbeit
PsychotherapeutInnen, PsychologInnen, ÄrztInnen,
SozialarbeiterInnen und Assistenzberufe jeden Tag
im Rahmen des Vereins „Grüner Kreis“ leisten. Ich
bin überzeugt, dass die Broschüre dazu beitragen
wird, diese Leistungen einer breiten Öffentlichkeit
bekannt zu machen.
2 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisVorwort |
FOTO: BUNDESMINISTERIUM FÜR JUSTIZ
Süchtige sind kranke Menschen, die Hilfe und Un- Der Verein „Grüner Kreis“ als österreichweit größte
terstützung brauchen. Seit Jahrzehnten ist es auch in gemeinnützige Organisation auf dem Suchtsektor
Österreich unbestrittener Grundsatz, dass dem Dro- ist für das Bundesministerium für Justiz seit vielen
genproblem nicht nur durch rein repressive Maßnah- Jahren ein verlässlicher und kompetenter Partner bei
men, also durch den Einsatz des Strafrechts, sinnvoll der Behandlung und Betreuung drogenabhängiger
zu begegnen ist, sondern dass Sucht und Abhängigkeit Rechtsbrecher. Mit seinen bewährten ambulanten
primär medizinische Probleme sind, zu deren Lösung sowie stationären Lang- und Kurzzeittherapiepro-
es medizinisch-therapeutischer Ansätze bedarf. grammen bietet er für die Betroffenen rasche und
professionelle Hilfe und unterstützt damit Sucht-
Das in der österreichischen Justiz im Suchtmittelbe- kranke auf ihrem oft steinigen Weg zurück in ein
reich vorherrschende und durch die Suchtmittelge- suchtfreies Leben. Der „Grüne Kreis“ trägt durch
setz-Novelle 2007 weiter ausgebaute Prinzip „Therapie seine ganzheitliche, insbesondere abstinenzorientierte
statt Strafe“ setzt – nicht zuletzt auch als Form der Arbeit sehr wesentlich zur Integration von Menschen
Verbrechensprävention im Sinne der Opfer – dort an, mit Suchtproblemen in den Arbeitsmarkt, zur Prä-
wo medizinische und therapeutische Maßnahmen vention und damit letztlich auch zur Sicherheit der
notwendig, sinnvoll, erfolgversprechend und adä- Bevölkerung bei.
quat sind, indem es der Behandlung und Betreuung
suchtkranker Personen Vorrang gegenüber deren Ich wünsche dem „Grünen Kreis“ anlässlich seines
Bestrafung einräumt. 25-jährigen Bestehens auch weiterhin viel Erfolg und
Ausdauer bei seiner für die Gesellschaft so wichtigen
Arbeit und hoffe auf eine Fortsetzung der guten Zu-
sammenarbeit mit der Justiz, die mich mit Zuversicht
den künft igen Herausforderungen im Suchtbereich
entgegenblicken lässt.
Dr. Maria Berger
Bundesministerin für Justiz
25 Jahre „Grüner Kreis“ 3| grünerkreisVorwort
FOTO: © BMGFJ, CHRISTIAN JUNGWIRTH
Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert ist der „Grüne Immer wichtiger wird Prävention an Schulen und in
Kreis“ kompetente Anlaufstelle für suchtgefährdete Betrieben. Auch für diesen Bereich hat der „Grüne
und suchtkranke Menschen, deren Angehörige und Kreis“ vorbildliche Programme und engagierte Mit-
auch für Personen, die sich über den Themenkreis arbeiterinnen und Mitarbeiter.
Sucht informieren wollen.
Als Bundesministerin für Gesundheit, Familie und
Das vielfältige Therapie- und Betreuungsangebot des Jugend möchte ich dem „Grünen Kreis“ zu seinem
„Grünen Kreises“ ermöglicht, auf die individuellen ganzheitlichen, umfassenden und vielfältigen Angebot
Bedürfnisse der Klientinnen und Klienten einzu- gratulieren und allen Mitarbeiterinnen und Mitar-
gehen und gemeinsam mit ihnen die bestmögliche beitern meinen Respekt für ihre wertvolle, oft auch
Form der Behandlung bzw. Begleitung zu erkennen sehr anstrengende Arbeit aussprechen. Ich wünsche
und umzusetzen. dem „Grünen Kreis“ für die Zukunft alles Gute und
weiterhin viel Erfolg!
Angehörige, die unter der Suchterkrankung eines na-
hestehenden Menschen zu leiden haben, finden beim
„Grünen Kreis“ Halt und Unterstützung. Vor allem Dr. Andrea Kdolsky
für Kinder, die in einem suchtgeprägten Elternhaus Bundesministerin für Gesundheit, Familie und
aufwachsen, bietet die Einbeziehung in die Therapie Jugend
der Eltern die Chance, einem ähnlichen Schicksal zu
entrinnen und durch gezielte Betreuung Fähigkeiten
zu entwickeln, ihr Leben ohne Droge und Sucht
selbstbestimmt zu leben.
4 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisVorwort |
FOTO: © STADT WIEN, KURT KEINRATH
Kaum eine Stadt der Welt ist so eng mit medizinischer, Es steht außer Frage, dass die erste Priorität in Sa-
psychologischer und psychoanalytischer Tradition chen Suchtgift immer der Prävention gelten muss:
verbunden wie Wien. Die Wiener Schule hat Weltruf Wir haben die Aufgabe, gerade den jungen Menschen
erlangt und das ist für uns Auszeichnung und Ver- jene Lebenskompetenz zu vermitteln, die ihnen ein
pflichtung zugleich. Institutionen wie der „Grüne drogenfreies Leben ermöglicht und erstrebenswert
Kreis“ sind unverzichtbare Partner auf diesem Wie- macht. Dass Sucht oft mit frühen Missbrauchser-
ner Weg, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den fahrungen verbunden ist, macht unser Engagement
Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. – auch und besonders im Jugendschutz – noch un-
verzichtbarer.
Durch das Prinzip, suchtkranke Menschen in einem
geschützten Rahmen zu behandeln, setzt der „Grüne Ich möchte das 25-jährige Bestandsjubiläum des „Grü-
Kreis“ nun schon seit 25 Jahren höchste Standards. nen Kreises“ daher nützen, um meinen persönlichen
Dass dabei der Betreuung von Angehörigen beson- Dank auszusprechen. Der Einsatz der Therapeutin-
dere Bedeutung beigemessen wird, unterstreicht nen und Therapeuten, der diese nicht selten an die
den humanistisch orientierten Zugang des „Grü- Grenze der eigenen Belastbarkeit führt, spiegelt sich
nen Kreises“. deutlich im Erfolg des „Grünen Kreises“ und ist eine
unverzichtbare Säule unseres Sozialgefüges.
Die Stadt Wien hat immer den sogenannten „Wiener
Weg in der Drogenpolitik“ beschritten: Dieser Weg Ich wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
richtet sich nicht starr nach nur einer Ideologie, son- tern des „Grünen Kreises“ auch weiterhin viel Er-
dern danach, welche Hilfe die Betroffenen individuell folg bei der Hilfe, Betreuung und Behandlung von
brauchen. Genau darin besteht die Gemeinsamkeit Menschen, die ihren Weg zurück in ein drogenfreies
mit der Philosophie des „Grünen Kreises“. Leben suchen.
Engagierte Therapeutinnen und Therapeuten des
„Grünen Kreises“ haben eine enorme Vielzahl von Dr. Michael Häupl
differenzierten Angeboten entwickelt, welche den Landeshauptmann und Bürgermeister der Stadt
gesamten Themenkomplex des Problemfeldes Sucht Wien
abzudecken versuchen – und dies ist wahrlich kei-
ne kleine Aufgabe. Besonders würdigen möchte ich
an dieser Stelle das Engagement in der Prävention,
die für mich als Wiener Bürgermeister besonders
in den Schulen einen unermesslich wichtigen Stel-
lenwert hat.
25 Jahre „Grüner Kreis“ 5| grünerkreisVorwort
FOTO: WWW.PETERRIGAUD.COM
Zur österreichweit größten gemeinnützigen Orga- Auch im Jahr 2007 erhielt der Verein Unterstützung
nisation auf dem Suchtsektor angewachsen, bietet für Maßnahmen für Einzelpersonen zur Behandlung,
der „Grüne Kreis“ bei Abhängigkeitsproblematiken Betreuung, Pflege und Aufenthalt sowie zur Förde-
jetzt schon seit 25 Jahren rasche und professionelle rung des laufenden Betriebes von der Sucht- und
Hilfe. Voraussetzung für jede Aufnahme und Ziel Drogenkoordination Wien der Stadt Wien.
jeder Behandlung im „Grünen Kreis“ ist die Absti-
nenzorientierung. Ich wünsche mir, dass der Verein „Grüner Kreis“ auch
in Zukunft mit so viel Enthusiasmus suchtkranken
Die Arbeit des Vereins „Grüner Kreis“ ist ein wich- Personen zur Seite steht und bedanke mich bei allen
tiger Bestandteil der Wiener Drogenpolitik, die es Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes
sich zum Ziel gesetzt hat, gegen Ausgrenzung von Engagement in diesem wichtigen Arbeitsfeld.
Suchtkranken anzutreten und diesen ein kompetentes
Beratungs- und Hilfssystem anzubieten.
Mag. Sonja Wehsely
Amtsführende Stadträtin für Gesundheit und So-
ziales, Wien
6 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisVorwort |
FOTO: BÜRO LH DI DR. ERWIN PRÖLL
Auf der einen Seite mutet es ein bisschen seltsam an, Wir von Seiten des Landes Niederösterreich sind stolz,
einem Verein wie dem „Grünen Kreis“ zu seinem 25- dass diese Anlaufstelle und vielfältigste Suchthilfe-
jährigen Bestandsjubiläum zu gratulieren. Immerhin einrichtung Österreichs auf niederösterreichischem
setzt das langjährige Bestehen eines solchen Vereins Boden beheimatet und Mitglied unserer, von großem
das ebenso langjährige Vorhandensein teils sehr star- sozialem Verantwortungsbewusstsein geprägter, „Fa-
ker Abhängigkeitsproblematiken und damit großen milie Niederösterreich“ ist und von hier aus hilfsbe-
menschlichen Leids voraus. dürft igen Menschen aus der gesamten Republik sowie
aus dem ganzen EU-Raum zur Seite gestanden wird. Als
Auf der anderen Seite konnten – allein durch die Arbeit Landeshauptmann wünsche ich dem „Grünen Kreis“
dieses Vereins – im vergangenen Vierteljahrhundert für seinen weiteren Weg alles erdenklich Gute und
unzählige dieser leidgeprüften Menschen wertvolle viel Erfolg und dass alle Menschen, die diesem Kreis
Hilfe erhalten und rehabilitiert bzw. in die Gesell- kürzer oder auch länger angehören, am Ende gestärkt
schaft integriert werden. Somit kann und muss dem und glücklich aus diesem hervortreten mögen!
„Grünen Kreis“ an dieser Stelle ganz klar und auf das
allerherzlichste zu seinem 25-Jahr-Jubiläum und zu
seinen bisher erbrachten Leistungen und Erfolgen DI Dr. Erwin Pröll
gratuliert werden! Landeshauptmann von Niederösterreich
25 Jahre „Grüner Kreis“ 7| grünerkreisVorwort
grünerkreisSuchtbehandlung
FOTO: BÜRO MAG. JOHANNA MIKL-LEITNER
Wege aus der Sucht sind vielfältig, sensibel und Dem Verein „Grüner Kreis“, als Österreichs größte
bedürfen einer stabilen Institution, die Suchtkran- gemeinnützige Organisation auf dem Suchtsektor,
ken und Hilfsbedürft igen Halt und Stütze gibt. Der und all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
„Grüne Kreis“, als größte Einrichtung Österreichs auf möchte ich zum 25-jährigen Bestehen ganz herzlich
dem Suchtsektor, aber auch als Verein mit dem viel- gratulieren und meinen Dank aussprechen. Denn der
fältigsten Angebot an Therapiemöglichkeiten, gibt große, unermüdliche und selbstlose Einsatz ist ein
Hilfsbedürft igen diese Richtung und Orientierung. Dienst am Nächsten und trägt somit ganz entschei-
Die fachlich versierten und kompetenten Mitarbei- dend zu einem Gesundheitsbewusstsein innerhalb
terinnen und Mitarbeiter unterstützen Patientinnen unserer Gesellschaft bei. Für die Zukunft und für
und Patienten in den verschiedenen Therapiestufen, den weiteren erfolgreichen Weg wünsche ich alles
zu einem suchtfreien und drogenfreien Leben zu- Gute und viel Erfolg!
rück zu gelangen.
Mit diesem Verein ist das, was vor mehr als 25 Jahren Mag. Johanna Mikl-Leitner
von Primarius Dr. Günther Pernhaupt als Instituti- Landesrätin für Frauen, Familie und Generationen,
on zur Rehabilitation und Integration suchtkranker Niederösterreich
Personen zwar in konkretem, dennoch in kleinem
Rahmen gegründet wurde, heute längst den Kinder-
schuhen entwachsen und zu einem Verein herange-
wachsen, dessen Name heute weit über alle Grenzen
und Gesellschaften hinweg an Bekanntheit und An-
sehen gewonnen hat.
Auch seitens des Landes Niederösterreich nehmen
wir unsere Verantwortung wahr, auf dem Gebiet der
Suchtprävention und Suchtberatung aktiv zu sein,
und setzen deshalb zahlreiche Initiativen in den nie-
derösterreichischen Bezirken, um vor Ort zu helfen,
wenn Unterstützung gebraucht wird.
8 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisEinrichtungen
grünerkreisVorwort |
FOTO: BÜRO DR. PETRA BOHUSLAV
Der „Grüne Kreis“, Österreichs größte gemeinnüt- Nur durch das ungebrochene Engagement der
zige Institution zur Rehabilitation und Integration vielen MitarbeiterInnen – 140 qualifizierte Mitarbei-
suchtkranker Personen, feiert sein erfolgreiches 25- terInnen stehen derzeit in insgesamt 4 ambulanten
jähriges Bestehen. Beratungs- und Betreuungszentren und in 9 stati-
onären Einrichtungen mit 262 Betreuungsplätzen
Seit seiner Gründung 1983 verfolgt der „Grüne Kreis“ zur Verfügung – war und wird es auch in Zukunft
ein ganzheitliches Konzept, das die individuellen weiterhin möglich sein, so viele Suchtkranke am Weg
Bedürfnisse der Einzelnen und ihres Umfelds voll zurück in ein suchtfreies Leben zu begleiten.
berücksichtigt. Das Ziel ist, Suchtkranken eine re-
alistische Chance zu bieten, ein drogenfreies Leben Ich wünsche dem „Grünen Kreis“ weiterhin alles Gute,
zu erreichen. viel Erfolg für die Zukunft und meine Hochachtung
vor ihrer schwierigen Arbeit!
Als Soziallandesrätin ist es mir ein besonders wich-
tiges Anliegen, den Problemen unserer Bevölkerung
nicht hilflos gegenüber stehen zu müssen. Partner- Dr. Petra Bohuslav
schaften zwischen dem Land Niederösterreich und Landesrätin für Arbeit, Soziales und Kultur,
der Institution „Grüner Kreis“ bieten die Möglichkeit, Niederösterreich
Suchtkranke auf ihrem Weg zurück in ein drogen-
freies Leben zu betreuen.
25 Jahre „Grüner Kreis“ 9| grünerkreisVorwort
FOTO: BÜRO LH MAG. FRANZ VOVES
Menschen, die in Abhängigkeit von Suchtmitteln ge- Dem Verein „Grüner Kreis“ unter seiner Präsidentin
raten sind und sich somit in einer Notlage befinden, Brigitte Podsedensek, Mitarbeiterin seit der „ersten
aus der sie allein nicht mehr herauskommen können, Stunde“, dem gesamten ehrenamtlichen Vorstand
bedürfen der konkreten Hilfe und der Unterstützung und Aufsichtsrat des Vereines und der Kollegialen
durch die Gesellschaft. Niemand kann sagen, dass nicht Geschäftsführung mit Dir. Alfred Rohrhofer als Ge-
in ihrem oder seinem näheren oder weiteren Umkreis schäftsführer und Verwaltungsdirektor, Dr. Robert
Formen von Abhängigkeiten auftreten, die sogar le- Muhr als psychotherapeutischem und Dr. Leonidas
bensbedrohliche Ausmaße annehmen können. K. Lemonis als ärztlichem Leiter sowie allen 140
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die tagein und
Seit einem Vierteljahrhundert gibt es in so einer tagaus ihre verantwortungsvolle Aufgabe meistern,
leidvollen problematischen Situation rasche, un- danke ich im Namen des Bundeslandes Steiermark,
bürokratische und sehr effiziente Hilfe: durch den aber auch ganz persönlich für ihren unermüdlichen
Verein „Grüner Kreis“. Er hilft professionell nach Einsatz im Dienste der Suchtkranken und ihrer An-
den Grundsätzen des unvergessenen Primarius Dr. gehörigen. Zugleich gratuliere ich sehr herzlich zum
Günter Pernhaupt suchtkranken bzw. drogenabhän- Jubiläum des 25-jährigen Bestehens und entbiete die
gigen Menschen wieder in ein Leben ohne Sucht- besten Wünsche für eine erfolgreiche Weiterarbeit im
mittel und in die Gesellschaft zurückzufinden. Die Sinne der und für die von einem schwierigen Schick-
Kranken und ihre Angehörigen werden in außeror- sal betroffenen Mitmenschen, denen die Arbeit des
dentlich engagierter Weise von den haupt- sowie den „Grünen Kreises“ begründete Hoff nung auf ein selbst
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestimmtes Leben in und mit der Gesellschaft gibt!
ambulant, in Kurz- oder Langzeittherapien betreut.
Der „Grüne Kreis“ arbeitet auch in der Prävention und
betreibt Beratungs- und Betreuungsstellen in Wien, Mag. Franz Voves
in Klagenfurt, in Linz sowie in der Landeshauptstadt Landeshauptmann der Steiermark
Graz. Mittlerweile ist der Verein zur größten Orga-
nisation auf dem Gebiet der Betreuung suchtkranker
Menschen in Österreich geworden und verfügt über
ein breit gefächertes Angebot, das eine individuelle,
auf den jeweiligen „Fall“ zugeschnittene Behandlung
erlaubt. Es ist die Arbeit dieser gemeinnützigen Or-
ganisation, ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
gar nicht hoch genug einzuschätzen und ich bin si-
cher, dass die Akzeptanz dieser tätigen Hilfe in der
Allgemeinheit weiter steigen wird.
10 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisVorwort |
FOTO: BÜRO LANDESHAUPTMANN-STELLVERTRETER DR. KURT FLECKER
Für Menschen, die die Orientierung und das Ver- Der „Grüne Kreis“ feiert heuer sein 25-jähriges Beste-
trauen in ihrem Leben verloren haben, ist der Weg in hen und leistete in all den Jahren großartige Arbeit
Sucht und Abhängigkeit eine nur scheinbare Lösung. bei der Behandlung von suchtkranken Menschen.
Umgekehrt haben Sucht und Abhängigkeit unter- Nicht nur Menschen mit Drogenproblemen werden
schiedlichste Ursachen und verschiedenste Formen mit viel Engagement auf dem Weg zurück in die
und können auch jede/n treffen. Gesellschaft unterstützt, auch Menschen mit nicht
substanzabhängiger Sucht wird geholfen.
Menschen mit Abhängigkeits- und Suchtproblemen
brauchen gerade deshalb eine breite Hilfsangebots- Ich bedanke mich bei allen MitarbeiterInnen des
palette: Selbst- und Laienhilfe, Beratungsdienste, „Grünen Kreises“ für ihre qualitätsvolle, einfühl-
fachspezifische Behandlung und Rehabilitation von same und engagierte Arbeit und gratuliere herzlich
Suchtkranken und auch Beratung in der Suchtprä- zum Jubiläum!
vention. Für all diese Angebote sind Mittel aus öf-
fentlicher Hand notwendig.
Dr. Kurt Flecker
Eine optimale Betreuung und Versorgung suchtkran- Landeshauptmann-Stellvertreter der Steiermark
ker Menschen funktioniert aber nur dann, wenn die
einzelnen Leistungsangebote vernetzt und kooperativ
tätig sind. Im Vordergrund bleibt dabei immer, die
Würde des Menschen zu achten.
25 Jahre „Grüner Kreis“ 11| grünerkreisVorwort
FOTO: BÜRO DR. FRANZ PIETSCH
Als nationalem Drogenkoordinator und für Drogen tolerante und von Achtung getragene Einstellung
und Sucht zuständigem Dienststellenleiter im Bun- dieses Vereins allen Mitgliedern der Gesellschaft
desministerium für Gesundheit, Familie und Jugend gegenüber.
ist mir ein großes Anliegen, dass es für Menschen
in Zusammenhang mit Suchtproblemen – ob direkt Auch der Ansatz, die Balance zwischen Förderung von
oder indirekt betroffen – adäquate Betreuungsein- Gemeinschaft und Gruppenaktivitäten bei gleichzei-
richtungen gibt. Deshalb freut es mich besonders, tiger Wahrung von individuell zu gestaltenden Frei-
dass der „Grüne Kreis“ seit vielen Jahren in diesem räumen der Klientinnen und Klienten im Zuge der
Bereich tätig ist und sich mittlerweile zur größten ös- Therapie zu suchen, also einerseits die (Wieder-)Ein-
terreichischen Organisation zur Behandlung Sucht- gliederung in die Gesellschaft und die Schaff ung von
kranker entwickelt hat. Kontakten bzw. einem persönlichen sozialen Netz zu
unterstützen, andererseits aber auch die Selbstverant-
25 Jahre „Grüner Kreis“ bedeuten 25 Jahre fachliche wortung der Klientinnen und Klienten anzusprechen,
Kompetenz verbunden mit Menschlichkeit im Um- hat wohl einen wesentlichen Anteil am Erfolg des
gang mit Sucht. Erfolgreiche Behandlung gerade von „Grünen Kreises“.
Sucht erfordert ein Eingehen auf die Persönlichkeit des
Erkrankten, auf dessen individuelle Situation und auf Ebenso der Vorbeugung, dem „Tun bevor etwas pas-
seine ganz speziellen Bedürfnisse. All das wird inner- siert“, wird im „Grünen Kreis“ in Form von schu-
halb des „Grünen Kreises“ professionell abgedeckt. lischen und arbeitsweltbezogenen Angeboten auf
professionelle und zielgruppenspezifische Weise
Besonders die Möglichkeit der Rehabilitation sucht- Rechnung getragen.
kranker Eltern gemeinsam mit ihren Kindern möchte
ich hier hervorheben, da dies für mich ein schönes Bei- Ob nun Vorbetreuung, verschiedenste Therapieange-
spiel ist, zusätzliches Leiden z.B. durch die Trennung bote, Nachbetreuung, Angehörigenarbeit oder Präven-
von den Kindern während einer Therapie zu vermeiden, tion – der „Grüne Kreis“ leistet in all diesen Bereichen
somit einen weiteren Faktor ausschalten zu können, seit nunmehr 2 ½ Jahrzehnten hervorragende Arbeit.
welcher den Therapieerfolg beeinträchtigen könnte, Dafür darf ich dem Verein meinen Dank und meine
und gleichzeitig die Kinder dabei zu unterstützen, Anerkennung sowie weiterhin viel Erfolg für die Zu-
ihren persönlichen durch die Erkrankung der Eltern kunft aussprechen – im Namen meiner Dienststelle
verursachten Leidensweg zu verarbeiten. und aus der ganz persönlichen Überzeugung heraus,
dass derartige Einrichtungen wichtig und hilfreich
Als Vorsitzender der Bundesdrogenkoordination, die für das Individuum, aber auch unverzichtbar für die
ressortübergreifend mit den Bundesministerien für gesamte Gesellschaft sind.
Justiz und für Inneres kooperiert, möchte ich auch
das Prinzip „Therapie statt Strafe“ herausstreichen,
welches für die Betreuungseinrichtungen oft mals Dr. Franz Pietsch
eine besondere Herausforderung darstellt. Dass die Leiter des Bereichs III/B – Drogenkoordination und
Betreuung und Therapie von straff älligen Suchtkran- Rechtsfragen im Bundesministerium für Gesundheit,
ken für den „Grünen Kreis“ „einen wertvollen Teil Familie und Jugend, Nationaler Drogenkoordinator
der Arbeit“ darstellt, spricht für die vorbehaltslose, der Republik Österreich
12 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisVorwort |
FOTO: ULRIKE WIESER
„Grüner Kreis“ – Verein zur Rehabilitation und Inte- Auch der „Grüne Kreis“ selbst bietet – auf der Grund-
gration suchtkranker Personen, das ist der Name einer lage der Abstinenzorientierung – immer vielfältigere
Institution, die aus dem Wiener Suchthilfenetzwerk Behandlungsmöglichkeiten an, von stationärer über
nicht wegzudenken ist. ambulanter Therapie bis zu einem mobilen Betreu-
ungssystem, Spezialkonzepte wie das Eltern-Kind-
Der Name ist Programm – es geht um die Rehabi- Haus, stationäre Langzeittherapie für Jugendliche
litation und Integration von Menschen und es geht oder für PatientInnen mit psychogener Multimor-
um die Anerkennung von Sucht als Krankheit – im bidität. All diese Angebote sind getragen von dem
Gegensatz zum oft verwendeten Bild von Sucht als Bestreben, den PatientInnen das zu geben, was sie
persönlichem und moralischem Versagen. Diese Idee, brauchen und was für sie notwendig, Not-wendend
dieses Programm setzen die Mitarbeiterinnen und ist. Nicht an ihren Defiziten wird angesetzt, sondern
Mitarbeiter im „Grünen Kreis“ nun seit schon 25 Jah- an ihren Potenzialen und Fähigkeiten, diese sollen
ren mit großem Einsatz und Engagement um. gefördert und ans Licht gebracht werden.
Als Wiener Drogenkoordinator kann ich sagen, dass Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der „Grüne Kreis“ mit seinen vielfältigen und immer im „Grünen Kreis“ für die Arbeit, die sie im Sinne
vielfältiger werdenden Angeboten einen ganz wesent- der Menschen machen, und wünsche für die Zu-
lichen Bestandteil des Wiener Suchthilfenetzwerkes kunft, dass der „Grüne Kreis“ weiterhin so bunt und
darstellt, das sich ja auch dadurch auszeichnet, dass vielfältig ist.
es nicht nur einen Behandlungs- und Betreuungsweg
gibt, sondern mehrere – abhängig von den jeweiligen
spezifischen Bedürfnissen und Erkrankungen der Michael Dressel, MA
PatientInnen. Wiener Drogenkoordinator
25 Jahre „Grüner Kreis“ 13| grünerkreisVorwort
FOTO: BRIGITTE PODSEDENSEK
Mein „Grüner Kreis“
Kaum zu glauben, dass schon 25 Jahre vergangen sind, Ich bin zuversichtlich, dass der „Grüne Kreis“ auch
seit Günter Pernhaupt die geniale Idee hatte, den weiterhin diesen erfolgreichen Weg beschreitet, und
„Grünen Kreis“ zu gründen. Ich bin sozusagen bereits wünsche mir, dass Günter Pernhaupts Idee weiter-
ein Fossil, da ich fast von Anfang an dabei gewesen lebt und sein Geist weiter getragen wird. Begeistert
bin und eines der ersten Mitglieder des Vorstandes bin ich von so viel sozialem Engagement aller Men-
werden durfte. Als ich im Jänner 2001 dann gebeten schen im „Grünen Kreis“ und vom guten Team-
wurde, die Präsidentschaft zu übernehmen, sagte ich work der MitarbeiterInnen. Nur wenn alle an einem
aus vollstem Herzen „Ja“, da der Verein mittlerweile Strang ziehen, kann unser Vereinsziel auch erreicht
wie ein Kind für mich geworden war. Immer schon werden: die Rehabilitation und Integration unserer
beschäft igte ich mich gerne mit Menschen und als PatientInnen.
Lehrerin war es mir ein besonderes Anliegen, mich
im sozialen Bereich zu engagieren und den „Grünen Zum Schluss bleibt mir noch eines – mich bei allen
Kreis“ ehrenamtlich zu unterstützen. MitarbeiterInnen, all unseren FörderInnen und auch
bei allen öffentlichen Instanzen für die Hilfe und
Die Philosophie der Behandlung des „Grünen Kreises“ Unterstützung herzlich zu bedanken!
möchte ich ganz besonders hervorheben. Die sinn-
volle Beschäft igung der PatientInnen im Alltag im
Rahmen der Arbeitstherapie, Aus- und Fortbildung, Brigitte Podsedensek
Sport und Erlebnispädagogik sind neben Psycho- Vereinspräsidentin des „Grünen Kreises“
therapie und medizinischer Behandlung für mich
ganz wichtige Voraussetzungen zur sozialen Wie-
dereingliederung der Betroffenen in die Gesellschaft
und den Arbeitsmarkt. Das Ziel ist ja, dass unsere
PatientInnen den Wiedereinstieg in den Beruf und
somit ins gesellschaft liche Leben schaffen, dauerhaft
clean bleiben und Lebensfreude und Sinn in ihrem
Leben wiederentdecken – ganz individuell nach ih-
ren eigenen Bedürfnissen. Immer wieder schön ist es,
ExklientInnen auf Feiern und Veranstaltungen des
„Grünen Kreises“ oder als aktive MitarbeiterInnen
des Vereins zu treffen. Genau das bedeutet für mich
Erfolg in der Behandlung.
14 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisVorwort |
FOTO: ARCHIV „GRÜNER KREIS“
25 Jahre „Grüner Kreis“
– ein Vierteljahrhundert und die
Hälfte meines Lebens
Als Wegbegleiter des Gründers des Vereins „Grüner Wir leben mit unseren PatientInnen nach dem Vorbild
Kreis“, Dr. Günter Pernhaupt, hatte ich von Beginn einer therapeutischen Gemeinschaft zusammen und
an das Privileg, beim Aufbau und bei der Konzept- sind stolz darauf, diesen Menschen helfen zu können.
entwicklung des gemeinnützigen Vereins „Grüner Die Rehabilitation, aber vor allem auch die Reinteg-
Kreis“ entscheidend mitzuwirken. Beginnend mit vier ration der PatientInnen in die Arbeitswelt ist uns ein
PatientInnen am Treinthof, dem ersten Betreuungs- großes Anliegen. Der Weg aus der Suchterkrankung
haus in Krumbach im südlichen Niederösterreich, ist ein dornenvoller und langer, verbunden mit Frus-
finanziert durch den medizinisch-wissenschaft lichen trationen sowohl für PatientInnen und Angehörige
Fonds der Stadt Wien, entwickelte sich der „Grüne als auch für MitarbeiterInnen.
Kreis“ in den letzten 25 Jahren zur größten österrei-
chischen Einrichtung auf dem Sektor der Betreuung In diesem Bewusstsein möchte ich allen PatientInnen,
suchtkranker Menschen. die es mit unserer Hilfe geschafft haben, ein weitge-
hend drogenfreies Leben zu führen, gratulieren, allen
Neben acht Therapiestationen in Niederösterreich PatientInnen, die diesen Weg noch vor sich haben,
und der Einrichtung Johnsdorf in der Steiermark Mut zusprechen und allen MitarbeiterInnen für ihre
entstanden in Wien, Graz, Klagenfurt und Linz auch Arbeit und ihr soziales Engagement danken.
ambulante Beratungs- und Betreuungszentren. All
diese Einrichtungen sind § 15 SMG Einrichtungen Was mich persönlich betrifft, möchte ich sagen, dass
und bei den stationären Einrichtungen handelt es sich mir die Arbeit für den „Grünen Kreis“ nach 25 Jah-
um Sozialhilfe- oder Jugendwohlfahrtseinrichtungen ren noch immer Freude bereitet und ich meine ganze
bzw. um ein Sonderkrankenhaus. Arbeitskraft auch in den nächsten Jahren zum Wohle
unserer PatientInnen einsetzen werde.
Etwa 4500 Menschen konnten stationär und rund 2000
ambulant betreut werden. Derzeit sind 150 Mitarbeite- Mein besonderer Dank gilt dem ehrenamtlichen
rInnen verschiedenster Professionen (ÄrztInnen, Psycho- Vorstand und Aufsichtsrat des Vereins, allen Mit-
therapeutInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, arbeiterInnen, SpenderInnen und SponsorInnen,
SuchtberaterInnen, FacharbeiterInnen, Verwaltungsper- unseren Kostenträgern und den politischen Ent-
sonal etc.) im Verein „Grüner Kreis“ beschäftigt. scheidungsträgerInnen des Landes Österreich, die
die Arbeit des „Grünen Kreises“ in den letzten 25
Die therapeutischen Konzepte des „Grünen Kreises“ Jahren unterstützt haben.
– basierend auf den vier Therapiesäulen Psychothe-
rapie, medizinische Versorgung durch praktische
ÄrztInnen und FachärztInnen, Arbeitstherapie mit Dir. Alfred Rohrhofer
Aus- und Fortbildung sowie sinnvolle Freizeitge- Geschäftsführer des „Grünen Kreises“
staltung durch Kunst, Sport und Erlebnispädagogik
– haben sich als äußerst sinnvoll erwiesen, dennoch
werden diese Konzepte ständig weiter entwickelt
und evaluiert, sodass sie den neuesten europäischen
Standards entsprechen.
25 Jahre „Grüner Kreis“ 15| grünerkreisVerein
Menschen im „Grünen Kreis“
Eine Institution ist nur so gut wie ihre Mit- gesellschaft licher, wissenschaft licher und auf dem Engagement und dem Commitment
arbeiterInnen. Dies gilt auch für die größte auch wirtschaft licher Hinsicht zu tragen. aller MitarbeiterInnen. Das Management des
Einrichtung Österreichs auf dem Suchtsektor, Das Leitbild schafft eine leistungsfördernde „Grünen Kreises“ ist sich der Rolle der Mitar-
den „Grünen Kreis“. Große Erfahrung, medi- Vereinskultur, jede Mitarbeiterin und jeder beiterInnen für den Erfolg des Vereins bewusst
zinisches Knowhow und richtungsweisende Mitarbeiter soll seine/ihre persönlichen Stär- und setzt daher auf ihre aktive Einbeziehung.
Therapiekonzepte haben den Verein in den ken nutzen, an Herausforderungen wachsen Die Geschäftsführung schätzt den aktiven
letzten 25 Jahren bekannt gemacht. Zu diesem können und so Teil des Ganzen werden. Die Dialog mit allen MitarbeiterInnen, um deren
Erfolg tragen österreichweit rund 150 Mit- MitarbeiterInnen verstehen sich als aner- Kenntnisse, Erwartungen, Einstellungen und
arbeiterInnen und zahlreiche ehrenamtlich kannte PartnerInnen zur Erreichung des Motive zu erfahren und sie in Entscheidungs-
Tätige, vor allem prozesse einzu-
im Vorstand und binden. Denn das
Aufsichtsrat, bei. volle Potenzial der
Sie sorgen dafür, MitarbeiterInnen
dass die Vision kann sich am bes-
und das Leitbild ten mit gemein-
nicht nur auf samen Werten
dem Papier ste- und einer Kul-
hen, sondern auch tur des Vertrau-
tagtäglich gelebt ens und des eigen-
werden. verantwortlichen
Handelns, in der
Ein klares Leit- alle Mitarbeite-
bild legt die rInnen zur Betei-
Wertvorstellun- ligung ermutigt
gen und die Ver- werden, entfal-
pflichtungen ten. Schon der
gegenüber den Hausverstand
PatientInnen, den sagt, dass moti-
SponsorInnen, vierte Mitarbei-
der Umwelt und terInnen bessere
der Gesellschaft, Arbeit leisten – ein
aber auch den weiterer Grund,
Umgang der Mit- warum Mitarbei-
arbeiterInnen un- terInnenentwick-
tereinander fest. lung und -beteili-
Es soll verbind- gung im „Grünen
liche Orientie- Kreis“ von großer
rungshilfe und Bedeutung sind.
Richtlinie bei der
Verfolgung der Die Vielfalt und
Vereinsziele in Unterschiedlich-
einem sich stän- keit der Menschen
dig ändernden, im „Grünen Kreis“
dynamischen ist eine der groß-
Umfeld und un- en Stärken der Or-
ter ständig stei- ganisation und
genden Anforde- soll erhalten und
rungen sein. Das Ziel aller Bemühungen ist Vereinserfolges. Jede/r kann den Erfolg des gestärkt werden. Genauso wichtig ist jedoch
immer die Patientin und der Patient. Das Vereins beeinflussen und ist daher im Rah- eine über die Verschiedenheiten hinweg rei-
Engagement jedes einzelnen Mitarbeiters men persönlicher Gestaltungsmöglichkeiten chende Identität des Ganzen und ein entspre-
und jeder Mitarbeiterin gilt dem Schaffen verantwortlich. Die strategische Ausrich- chendes Grundverständnis hinsichtlich der
optimaler Rahmenbedingungen für Patien- tung und die Vereinsziele werden von allen gemeinsamen Arbeit – eine Identifi kation
tInnen und MitarbeiterInnen. getragen. mit dem „Gemeinsamen“.
Individuelle Vorstellungen, Können und Leis- Denn eine optimale soziale und berufliche
TEXT: DR. BRIGITTE WIMMER, LEITERIN ÖFFENTLICH-
tungen werden mit dem Anspruch eingebracht, Integration aller KlientInnen – das vorrangige KEITSARBEIT
Verantwortung für das Gesamtergebnis in Ziel der Arbeit des Vereins – beruht wesentlich FOTOS: ARCHIV „GRÜNER KREIS“
16 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisVerein |
Das Leitbild des „Grünen Kreises“
– Der Verein „Grüner Kreis“ ist konfessionell und poli- – Ein nach individuellen Aspekten der PatientInnen aus-
tisch unabhängig. gerichtetes vernetztes österreichweites Nachbetreuungs-
system lässt den Erfolg des „suchtfreien Lebens danach“
– Respekt und gegenseitige Achtung voreinander sowie
stetig ansteigen.
ein humanistisches Menschenbild und Wertschätzung
des anderen sind die Grundlage unseres Handelns. – Präventionsarbeit im Sinne von allgemeiner Aufk lä-
rung der Öffentlichkeit über die Suchtproblematik wie
– Die/der PatientIn stellt den Mittelpunkt unserer Arbeit
auch im Sinne von Einbindung der Kinder Suchtkranker
dar. Die Unterstützung, zu einem suchtfreien Leben zu
in das Behandlungskonzept sind ein wichtiger Teil der
gelangen, steht im Vordergrund.
Aufgaben des Vereins.
– Der „Grüne Kreis“ bietet professionelle Hilfe mit hohem
– Kooperation und Partnerschaften mit anderen Bera-
Qualitätsanspruch für suchtkranke Menschen auf al-
tungsstellen und Einrichtungen, Vor- und Nachbe-
len Therapiestufen, sei dies nun ambulant oder stationär.
treuungsmöglichkeiten sowie die Zusammenarbeit mit
Die Grundstrukturen der Behandlungskonzepte werden
den Kostenträgern und dem AMS steigern die Effizienz
einer Evaluierung unterzogen, um Qualitätssicherung
des Vereins und dienen somit der Erreichung der Ver-
zu gewährleisten und klare Zielvorstellungen zu über-
einsziele.
prüfen.
– Vernetzung, Öffnung, Flexibilisierung, Erweiterung
– Der therapeutische Prozess kann nur in einem harmo-
internationaler Arbeit und Forschungstätigkeit sind
nischen Umfeld stattfinden. Der verantwortungsvolle
Schwerpunkte in der Arbeit des Vereins zu Gunsten der
Umgang miteinander ist oberstes Gebot.
PatientInnen.
– Betreuung und Therapie durch den „Grünen Kreis“ be-
– Engagierte Teamarbeit innerhalb der MitarbeiterInnen
inhalten Abstinenzorientierung und Gewaltlosigkeit.
des „Grünen Kreises“ gehört zur Vereinskultur, den
– Die PatientInnen tragen in Form von Mitsprache und Wertvorstellungen des Vereins, ebenso wie umfassendes
Mitentscheidung eigenverantwortlich zum Gelingen ih- Entgegenkommen, Informationsaustausch und ausrei-
rer Therapie bei. Individuelle Bedürfnisse der einzelnen chende Weiterentwicklungs- und Entfaltungsmöglich-
PatientInnen werden im Rahmen des Therapiekonzeptes keiten. Die Psychohygiene der MitarbeiterInnen, regel-
flexibel berücksichtigt, dies bedeutet z.B. eine mögliche mäßige Supervisionen und Weiterbildung zählen als
Verschiebung des Zeitfaktors in den Therapiestufen wie Wert.
auch ein fließender Übergang zwischen ambulanter, sta-
– Der „Grüne Kreis“ nimmt seine Verantwortung und
tionärer und wieder ambulanter (Nach-)Behandlung.
Verpflichtung gegenüber PatientInnen, Mitarbeite-
– Auch die Angehörigen werden in die Behandlung mit- rInnen, der Umwelt und der Gesellschaft wahr.
einbezogen, um die Eigenverantwortlichkeit zu stärken.
Dr.med. Leonidas K. Lemonis Dr. Robert Muhr
Ärztlicher Leiter Dir. Alfred Rohrhofer Psychotherapeutischer Leiter
Geschäftsführer
25 Jahre „Grüner Kreis“ 17| grünerkreisVerein
Wege aus Kreis“ stellt sich vor
–
der Sucht
Der Verein „Grüner Kreis“
Der „Grüne
Der Verein „Grüner Kreis“ wurde 1983 nach Der ehrenamtliche Vorstand Die Geschäftsführung
einem Konzept von Prim. Dr. G. Pernhaupt
als Institution zur Rehabilitation und In-
tegration suchtkranker Personen mit Sitz
in Wien gegründet. Dir. Alfred Rohrhofer,
Gründungsmitglied des Vereins, fungiert als
Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor,
Brigitte Dir. Alfred Rohrhofer,
Dr. Robert Muhr als psychotherapeutischer Podsedensek, Geschäftsführer und
Leiter und Dr. med. Leonidas K. Lemonis als Vereinspräsidentin Verwaltungsdirektor
ärztlicher Leiter.
Zu Österreichs größter gemeinnütziger Or-
ganisation auf dem Suchtsektor angewachsen,
bietet der „Grüne Kreis“ bei Abhängigkeits-
problematiken rasche und professionelle Hilfe. Dr. Robert Muhr,
Voraussetzung für jede Aufnahme und Ziel Dr. Erhard Doczekal, Psychotherapeu-
Vizepräsident tischer Leiter
jeder Behandlung ist die Abstinenzorientie-
rung. Dies betrifft nicht nur die Zeit während
der Therapie, sondern auch die Perspektive
auf das Leben danach. Ein ambulantes Pro-
gramm, vor allem aber die stationäre Lang-
und Kurzzeittherapie bieten für die Betrof-
Dr. med. Leonidas K.
fenen eine realistische Chance, dieses Ziel zu Dir. Alfred Rohrhofer, Lemonis, Ärztlicher
erreichen. Mit viel Engagement wird Sucht- Kassier Leiter
kranken der Weg zurück in ein drogenfreies
Leben ermöglicht.
Suchtkranke weibliche und männliche Ju-
gendliche und Erwachsene, Eltern bzw. El-
ternteile mit Kindern, Paare und Personen
mit richterlicher Weisung zur Therapie nach Ernst Steurer,
Schriftführer
§39 SMG/§50 STGB/§180 STPO aus dem ge-
samten österreichischen Bundesgebiet werden
vom Verein betreut. PatientInnen mit nicht
substanzabhängigem Suchtverhalten wie z.B.
Spielsucht und KlientInnen aus dem gesamten
EU Raum werden ebenso behandelt. Gemes-
sen am breiten Spektrum der individuellen Vereinsstruktur
Behandlungs- und Betreuungsmaßnahmen
ist der „Grüne Kreis“ somit die vielfältigste
Suchthilfeeinrichtung Österreichs.
TEXT: DR. BRIGITTE
WIMMER, LEITERIN ÖF-
FENTLICHKEITSARBEIT
FOTOS: ARCHIV „GRÜNER
KREIS“
18 25 Jahre „Grüner Kreis“grünerkreisEinrichtungen |
Die Einrichtungen des „Grünen Kreises“
Der Verein „Grüner Kreis“ wurde 1983 nach stationäre Langzeit-, Kurzzeit- und ambulante Die therapeutischen Gemeinschaften
einem Konzept von Prim. Dr. G. Pernhaupt, Therapie. In den folgenden Jahren erwies sich des „Grünen Kreises“
ehemals an der Drogenstation des Anton diese Idee als sehr erfolgreich, sodass weitere Die stationäre Therapie findet in neun thera-
Proksch Instituts tätig, als Institution zur stationäre Betreuungshäuser eröffnet wurden. peutischen Wohngemeinschaften im südlichen
Rehabilitation und Integration suchtkranker Der „Grüne Kreis“ entwickelte ein ganzheit- Niederösterreich und in der Steiermark statt.
Personen mit Sitz in Wien gegründet. Im Jahre liches Konzept der stationären Behandlung Je nach individuellem Befinden der Patien-
1985 begann der „Grüne Kreis“ mit der Errich- Suchtkranker in der „Therapeutischen Ge- tInnen besteht die Möglichkeit einer sechs-
tung von Sozialhilfeeinrichtungen für meinschaft“. Neben der Psychothera- monatigen Kurzzeittherapie oder einer 10 bis
Suchtkranke in Niederösterreich. pie und der Medizin stellen das sozi- 18 Monate dauernden Langzeittherapie. Im
Als erste stationäre Einrichtung ale Lernen durch den Aufbau einer stationären Langzeitbereich existieren Spe-
wurde 1985 in Krumbach der Treint- realitätsbezogenen Arbeitsstruktur zialprogramme für Eltern mit Kindern, Ju-
gen
Einrichtun
hof angemietet, renoviert und be- sowie eine aktive Freizeitgestaltung gendliche und MultimorbiditätspatientInnen;
siedelt, um ehemaligen PatientInnen mit verschiedensten Möglichkeiten, geschlechtsspezifische Aspekte werden in den
im Sinne einer Nachbetreuung eine vor allem im Bereich Sport, Aben- Programmen besonders berücksichtigt. Auf-
Wohnmöglichkeit alternativ zur Stadt zu bie- teuer- und Erlebnispädagogik und Kunst, grund eines vom „Grünen Kreis“ entwickelten
ten. Auf Grund des großen Bedarfs an Lang- einen fi xen Bestandteil des Behandlungs- Indikationskataloges erfolgt die Zuteilung
zeittherapieplätzen erfolgte dann der Ausbau programms dar. der PatientInnen in die Kurzzeit- oder in die
des Treinthofs zu einer Langzeittherapieein- Langzeittherapie.
richtung. Der medizinisch-wissenschaft liche Dabei ist grundlegender Gedanke, dass in
Fonds der Stadt Wien ermöglichte die Finan- der Behandlung nicht vorrangig am Defizit
zierung, 1986 wurde der „Grüne Kreis“ als der PatientInnen angesetzt wird, vielmehr
Einrichtung gemäß des damaligen § 22 des werden vorhandene Ressourcen herausge-
Bundesgesetzblattes anerkannt. arbeitet und gefördert. Dies involviert den
Selbsthilfegedanken in der Suchttherapie.
Durch das große Interesse und den regen Die PatientInnen als Mitglieder der „The-
Zulauf wurde das ursprüngliche Konzept rapeutischen Gemeinschaft“ sollen aktiv an
ausgeweitet und zu einem flexiblen, ganzheit- ihrer Persönlichkeitsfindung mitarbeiten und,
lichen Modell mit innovativem Charakter für je nach individueller Möglichkeit, mehr und
mehr Verantwortung für sich selbst und die
soziale Gemeinschaft übernehmen. Diese
Verantwortungsübernahme wird von Beginn
der Therapie an kontinuierlich aufgebaut. Die
TherapeutInnen werden in diesem Konzept
mehr als WegbegleiterInnen erlebt, sie super-
vidieren das Geschehen in den Betreuungs-
häusern, wobei ihrer Vorbildfunktion große
Wichtigkeit zukommt.
25 Jahre „Grüner Kreis“ 19Sie können auch lesen