2004 Sydney 19th World Energy Congress - Sondernummer Numéro spécial - World Energy Council Switzerland
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Inhaltsverzeichnis
Sommaire
Einführung
Jürg E. Bartlome 3
Bibliographie
Literatur zum Kongress 4
Von Buenos Aires nach Rom
Jürg E. Bartlome 5
Fossile Energien
Martin Seifert 11
Le transport dans le contexte de l’énergie
Bernard Guillelmon 23
Marktreformen und Renaissance der Kernkraft
Hans E. Schweickardt 25
Compte rendu sous l’aspect des besoins en infrastructure
électrique
Bertrand Dusseiller 28
Betrachtungen aus australischer Perspektive
Jean-Christophe Füeg 33
Bilanz des Delegationsleiters
Christian Rogenmoser 37
Conclusions
Sydney 2004 39
2 Nouvelles de l’énergie 2004Jürg E. Bartlome, Generalsekretär Schweizerischer Energierat
Einführung
Diese Sondernummer der «Energie-Nach- gress teil und berichtet über die Kon-
richten» ist der ausführliche Bericht der gressergebnisse im Transportbereich (Sei-
Schweizer Delegation am Weltenergie- te 23).
kongress 2004 in Sydney (Australien).
Sein Thema war: «Delivering Sustainabil- Hans E. Schweickardt, Generaldirektor
ity: Challenges and Opportunities for the der Westschweizer eos Holding, richtete
Energy Industry». Die offiziellen Schluss- sein Augenmerk auf den Stand der Liebe-
folgerungen des Weltenergierates (WEC) ralisierung, die Rolle der Regulatoren und
zum Kongress finden sich auf Seite 39. die Entwicklungen bezüglich Stromerzeu-
Wir haben auf Übersetzungen verzichtet gungsmöglichkeiten. Sein Beitrag «Markt-
und bringen deutsche, französische und reformen und Renaissance der Kernkraft»
englische Texte in lockerer Abfolge. findet sich auf Seite 25. Beigegeben ist
eine Darstellung zur WEC-Studie «Energy
Der einleitende Beitrag von Jürg E. Bart- Market Reform» (Seite 26).
lome stellt die mehr institutionellen As-
pekte des Kongresses dar, die diesmal Als Vertreter der Alstom und damit der In-
geprägt waren durch dustrie beleuchtet Bertrand Dusseiller den
Weltenergiekongress aus dem Blickwinkel
• eine Klärung von Rolle und Funktion des Bedarfs an elektrischer Infrastruktur
des WEC in einem neuen Umfeld der (Seite 28). Bereits heute wird ein Drittel
Energiewirtschaft des Gesamtenergiebedarfs für die Um-
• die Fertigstellung der drei Jahre zuvor wandlung in Strom aufgewendet – ein An-
beschlossenen Studien und die Verab- teil, der weiter steigen dürfte und die Re-
schiedung eines neuen Dreijahrespro- levanz der elektrischen Infrastruktur unter-
gramms. Die bibliografische Übersicht streicht. Um neben den Aspekten der
zu den veröffentlichten Studien findet nachhaltigen Energieproduktion auch der
sich auf Seite 4 mit Verweisen auf die rationellen Energieverwendung einen an-
in die Berichterstattung eingestreuten gemessenen Platz einzuräumen, sind im
Kurzübersichten. Anschluss an diesen Beitrag das Exec-
utive Summary der WEC-Studie «Energy
Wie schon in Buenos Aires (2001) setzte End-Use Technologies for the 21st Cen-
sich die Schweizer Delegation auch in tury» im vollen Umfang (Seite 30) sowie
Sydney dafür ein, dass der Themenkreis eine Kurzübersicht zur WEC-Studie «En-
Energie – Umwelt – Klima eine ausdrück- ergy Efficiency: A Worldwide Review»
liche Aufgabe des WEC ist. Das für den (Seite 32) abgedruckt.
Kongress bereit gestellte Arbeitspapier
«Réflexions sur l’énergie et le changement Jean-Christophe Füeg als Vertreter des
climatique» ist im vollen Wortlaut abge- Bundesamtes für Energie rundet die Be-
druckt (Seite 8). richterstattung der Schweizer Delegation
ab durch für uns Schweizer ungewohnte
Martin Seifert vom Verein des Schweizeri- Betrachtungen aus australischer Per-
schen Gas- und Wasserfaches konzentrierte spektive. Sein als «persönliche Eindrü-
sich in Sydney auf das Thema der fossilen cke eines Energie-Policymakers» be-
Energien. Sein ausführlich redigierter Bei- zeichneter Bericht schliesst mit einer kri-
trag gibt den aktuellen Stand zu den vielfäl- tischen Würdigung des Weltenergiekon-
tigen Aspekten der fossilen Energien ein- gresses (Seite 33).
schliesslich Zukunftsaussichten, Seques-
trierung und Emissionshandel wieder (Sei- Unser Bericht wird abgeschlossen von ei-
te 11). ner Beurteilung und Zusammenfassung
der Konferenzresultate aus Sicht des De-
Gerade im Zusammenhang mit dem The- legationsleiters und heutigen Präsidenten
menbereich der fossilen Energien drän- des Schweizerischen Energierates, Chris-
gen sich Fragen über den Zusammen- tian Rogenmoser (Seite 37).
hang von Energie und Mobilität auf. Ber-
nard Guillelmon nahm als Vertreter der Wir möchten es nicht unterlassen, auch an
Schweizerischen Bundesbahnen am Kon- dieser Stelle unserer Botschaft in Can-
Energie-Nachrichten 2004 3berra, dem Generalkonsulat in Sydney ben. Persönlichen Kontakt hatten wir zu-
und der Schweizerisch-Australischen Han- dem mit den Lokalkorrespondenten der
delskammer bestens zu danken für die Neuen Zürcher Zeitung und des Tagesan-
Unterstützung und das Interesse, das sie zeigers. Ihnen und weiteren Medien dan-
unseren Arbeiten entgegengebracht ha- ken wir für ihre Berichterstattung. ■
Literatur zum Kongress
Bibliographie
Comparison of Energy Systems Using Life Cycle Assessment. 2004, WEC, London,
UK. ISBN 0 946121 16 8.
Drivers of the Energy Scene. 2003, WEC, London, UK. ISBN 0 946121 10 9. (Æ page
36)
Energy Efficiency: A Worldwide Review. 2004, WEC in Collaboration with ADEME
(French Environment and Energy Management Agency), London, UK. ISBN 0 946121 17 6
(WEC), 2 86817 775 1 (ADEME). (Æ page 32)
Energy End-Use Technologies for the 21st Century. 2004, WEC, London, UK. ISBN
0 946121 15 X. (Æ page 30)
Energy Market Reform: Lessons Learned and Next Steps with Special Emphasis on
the Energy Access Problems of Developing Countries. 2004, WEC, London, UK.
ISBN 0 946121 18 4. (Æ page 26)
Facts and Trends to 2050. Energy and Climate Change. 2004, World Business Coun-
cil for Sustainable Development (WBCSD) ISBN 2 940240 63 9. Publications are avail-
able at www.wbcsd.org or www.earthprint.com.
Performance of Generating Plant: New Realities, New Needs. 2004, WEC, London,
UK. ISBN 0 946121 19 2. (Æ page 27)
Potentiel de développement intégré de l’énergie au plan régional en Afrique: Do-
cument de Travail. Programme de travail du WEC 2002-2004. 2003, CME, Londres,
Royaume-Uni. (Also published in English).
Réflexions sur l’énergie et le changement climatique: Document de Travail. 2004,
CME, Londres, Royaume-Uni. (Also published in English and on CD-ROM). Publié sur
papier et sur CD-ROM. (Æ page 8)
Regulating District Heating and Cogeneration in Central and Eastern Europe. 2004,
WEC, London, UK. ISBN 0 946121 13 3.
Renewable Energy Projects Handbook. 2004, WEC, London, UK. ISBN 0 946121 11 7. (Æ
page 7)
Sustainable Global Energy Development: The Case of Coal. 2004, WEC, London,
UK. ISBN 0 946121 14 1. (Æ page 36)
WEC Statements 2004, 2003, 2002 / Déclarations du CME 2004, 2003, 2002. WEC,
London, UK. (Æ page 38)
World Energy Assessment: Overview. 2004 Update. 2004, UNDP, New York, USA.
ISBN 92 1 126167 8. ■
4 Nouvelles de l’énergie 2004Jürg E. Bartlome, Generalsekretär Schweizerischer Energierat
Der WEC auf dem Weg von Buenos Aires
nach Rom
Positionierung in einem neuen Umfeld von Rio zehn Jahre zuvor waren entspre-
der Energiewirtschaft chende Bemühungen gescheitert.)
Nach dem Weltenergiekongress von Bue- Es ist zweifellos richtig, auf dieser erfolg-
nos Aires vor drei Jahren haben wir be- reichen Grundlage weiterzuarbeiten und
richtet, dass der Weltenergierat (WEC) sich zentral der Frage der Umsetzung die-
sich zu einer zeitgemässen Dienstleis- ser dreifachen Forderung zu widmen. Dies
tungsorganisation gewandelt hat, die ver- kann auch in Zusammenarbeit mit ande-
sucht, den raschen Veränderungen in der ren Organisationen geschehen, doch ist in
weltweiten Energieszene Rechnung zu allen Arbeiten zu prüfen, ob der Weltener-
tragen. In der Zwischenzeit sind diese Be- gierat zu einem spezifischen Mehrwert
strebungen mit Unterstützung der exter- beitragen kann.
nen Beratungsfirma McKinsey weiter ge-
trieben worden. Der Exekutivausschuss Nationale Mitgliedkomitees und regionale
des WEC konnte die Schlussempfehlun- Zusammenarbeit
gen von McKinsey zu den seinigen ma-
chen:
Völlig unbestritten blieb die vitale Bedeu-
Accessibility – Availability – Acceptability tung der nationalen Mitgliedkomitees wie
beispielsweise des Schweizerischen Ener-
Das Engagement des Weltenergierats für gierates als Lebensnerv des WEC. Aus
eine nachhaltige Energieversorgung und diesem Grunde wurden auch bisherige
-nutzung zum Vorteil aller Menschen bildet Budgetanteile aus dem globalen in den re-
die unbestrittenermassen gültige Basis. gionalen Bereich verschoben und die Un-
Die Aussage erhält Gewicht, wenn man in terstützungsaufgaben der Regionen für die
Betracht zieht, dass der WEC die einzige nationalen Mitgliedkomitees verstärkt. Die
Organisation ist, die alle Energieträger Regionen sind geographisch umschrieben,
abdeckt, nicht-kommerziell und nicht-gou- wobei sich in diesem Jahr eine bedeu-
vernemental ist und deshalb auch von der tungsvolle Änderung für Europa ergab:
UNO offiziell als NGO (Nichtregierungsor- Nach der Osterweiterung der EU am 1. Mai
ganisation) anerkannt wird. 2004 erschien es – allen Unterschieden in
der energiepolitischen Agenda zum Trotz –
Der allgemeine Auftrag des WEC hat ja nicht mehr sinnvoll, die bisherige Untertei-
seit Buenos Aires seinen Niederschlag lung in ein westeuropäische und ein mittel-
gefunden in der dreifachen Forderung von und osteuropäische Komitee aufrechtzuer-
«Acessability», «Availability» und «Ac- halten. Damit umfasst die Europäische Re-
ceptability». Mit diesem «Triple A» meint gionalgruppe heute alle Mitgliedkomitees
der WEC: von Island im Westen bis und mit Russland
• Zugang: Zuverlässige und erschwingli- im Osten, was sich ausdehnungsmässig
che Energieversorgung für alle ungefähr mit den von der Europäischen
• Verfügbarkeit: Versorgungskontinuität Energiecharta abgedeckten Staaten deckt.
und Serviceleistungen Als neuer Regionalpräsident und damit als
• Akzeptanz: Kampf gegen lokale Um- einer der Vizepräsidenten des WEC wurde
weltverschmutzung und «No regret»- der Franzose Pierre Gadonneix (heute
Politik bezüglich Klimaänderungen. CEO von EDF) gewählt.
Es ist nicht zuletzt auf die «3 A» und die Am Treffen der Generalsekretäre der nati-
Zusammenarbeit zwischen dem WEC, der onalen Mitgliedkomitees wurden konkrete
Wirtschafts- und Sozialabteilung der UNO Vorschläge erarbeitet zur Umsetzung die-
(UNDESA) sowie dem Entwicklungspro- ser intensivierten Zusammenarbeitsform.
gramm der UNO (UNDP) zurückzuführen, Interessant war, dass aus den fünf zufällig
dass Energie zu einem der fünf Hauptthe- zusammen gesetzten Arbeitsgruppen weit-
men des Weltgipfels für nachhaltige Ent- gehend identische Forderungen kamen,
wicklung von Johannesburg im Jahre 2002 was deren Umsetzung durch den Londo-
gemacht werden konnte. (Am Klimagipfel nersitz des WEC erleichtern dürfte.
Energie-Nachrichten 2004 5Defizit beim Bekanntheitsgrad des Welt- neuesten energiewirtschaftlichen Ent-
energierats (Advocacy) wicklungen berücksichtigen sollen. Und
schliesslich soll nach den positiven Erfah-
Trotz der anerkannten Leistungen des rungen der Zusammenarbeit mit der Wirt-
Weltenergierats ist ein mangelhafter Be- schafts- und Sozialabteilung der UNO
kanntheitsgrad der Organisation ausser- (UNDESA) und dem UNO-Entwicklungs-
halb des eigenen Mitgliederkreises zu be- programm (UNDP) bei der Erarbeitung
klagen. Der Weltenergierat soll daher des World Energy Assessment im Hinblick
künftig versuchen, sich auf einer gesicher- auf die CSD 14 im Jahr 2006 und CSD 15
ten Wissensbasis für bestimmte Lösungen im Jahr 2007 eine gemeinsame Studie zu
einzusetzen. Diese Überzeugungsarbeit Politiken und Mechanismen für den nach-
(«Advocacy») darf aber nicht verwechselt haltigen Zugang der Entwicklungsländer
werden mit dem Lobbying von Pressure zu kommerzieller Energie veröffentlicht
Groups. Demgegenüber muss es dem werden.
WEC gestattet sein, wenn nötig auch
Aussagen zu vertreten, die vom Prinzip Aus den technischen Programmen wurden
der politischen Korrektheit abweichen. die Führung der gut besuchten Homepage
«Global Energy Information System»
Gerade dieser Ansatz könnte auch dazu (GEIS) sowie das künftig ins GEIS integ-
führen, dass der WEC künftig vermehrt rierte «Pilot Programme on Greenhouse
von grossen internationalen Unterneh- Gas Emissions Reduction» ausgegliedert.
mungen unterstützt werden könnte, die Daneben wurden die folgenden prioritären
sich diese Freiheit nicht nehmen können. Programme beschlossen:
So oder anders ist jedenfalls dahin zu wir-
ken, dass der Bekanntheitsgrad einerseits • die Fortführung und Vervollständigung
und der Mitgliedernutzen andererseits ge- der Arbeiten über die Leistungsfähigkeit
steigert werden. Dafür soll die Kommuni- von Stromerzeugungsanlagen («Perfor-
kationsarbeit, die künftig von einem neuen mance of Generating Plants» s. S. 27)
Komitee für Kommunikation und Aussen- • die Aufdatierung der Indikatoren für
wirkung begleitet wird, als integrierter Teil Energieeffizienz
der Programmplanung verstanden wer- • eine Taskforce zur Finanzierung der er-
den. Auf der anderen Seite muss die Ent- neuerbaren Energieträger sowie
wicklung gestoppt werden, dass über die • der Betrieb der beiden bestehenden und
anerkanntermassen gute WEC-Homepage die Neugründung von zusätzlichen
Nutzer zu wertvollen Dienstleistungen kom- Centres of Excellence for Sustainable
men, egal ob es sich um zahlende Mitglie- Energy, die der WEC seit dem Johan-
der oder bloss um Nichtmitglieder handelt. nesburger Weltgipfel für nachhaltige
Entwicklung in Gemeinschaft mit Ent-
wicklungshilfeorganisationen, Wirt-
Studien und technische Programme schaftsunternehmen und anderen Sta-
keholdern führt.
Der umfangreiche Auftrag für Studien und
technische Programme, den sich der Welt-
energierat für die nun abgeschlossene Drei- Energie – Umwelt – Klima
jahresperiode 2002-2004 gegeben hatte,
konnte vollumfänglich erfüllt werden. Die Er- Die Schweizerdelegation stimmte der Re-
gebnisse sollen in der kommenden Periode duktion der Studien und den übrigen Neu-
auf regionaler Ebene überprüft werden. erungen, die aufgrund der Empfehlungen
von McKinsey eingeführt werden, grund-
Für die nächsten drei Jahre unter Führung sätzlich zu. Dennoch setzte sie sich zu-
des neu gewählten WEC-Präsidenten, sammen mit den französischen und deut-
André Caillé (Kanada) wurde beschlos- schen Nationalkomitees erfolgreich dafür
sen, die Anzahl der Studien auf drei zu ein, dass der Themenkreis Energie – Um-
beschränken. Neben dem traditionellen welt – Klima als ausdrücklicher Tätigkeits-
dreijährlichen Survey of Energy Resour- bereich des WEC während der nächsten
ces, der erstmals im Jahr 1934 und 2004 drei Jahre verankert wurde. Denn in drei
als 20. Ausgabe erschienen ist, werden Jahren – 2007 – dürfte die Diskussion um
neue Szenarien für 2050 erarbeitet, die die Nach-Kyotozeit voll entbrannt sein.
die WEC-Energieszenarien der frühen
Neunzigerjahre und ihre späteren Aufda- Ein Ansatz für die Umsetzung des Aufga-
tierungen ablösen und insbesondere die bengebietes Energie – Umwelt – Klima
6 Nouvelles de l’énergie 2004zeichnet sich bereits ab in einer möglichen haltige Entwicklung 2002 beigetragen, wo
Kooperation zwischen Weltenergierat, In- sich Wirtschaft und Umweltvertreter doch
ternationaler Handelskammer und dem ein ganzes Stück näher gekommen sind.
World Business Council for Sustainable In Sydney wurde das Umweltthema über-
Development. Ziel der neuen, zeitlich be- all vorausgesetzt, aber in einen wirtschaft-
schränkten Plattform ist es, den Input der lich-industriellen Ansatz integriert.
Wirtschaft in die CSD 14 (2006) und CSD
15 (2007) sicherzustellen. Der Titel lautet:
Business Action for Energy. Neues Leitbild des Schweizerischen
Energierats verabschiedet
Bei der Lektüre der offiziellen Schlussfol-
gerungen des Weltenergiekongresses von Der Ausschuss und der Generalsekretär
Sydney fällt auf, dass die Energiewirt- des Schweizerischen Energierats haben
schaft und insbesondere die Industrie die Neupositionierung des WEC in den ver-
wieder selbstbewusst und zuversichtlich schiedenen Arbeitsschritten aktiv begleitet
auftritt. Lange Zeit hatte sie wie gelähmt und ihrerseits den Auftrag des schwei-
geschienen wegen der Liberalisierung und zerischen Mitgliedkomitees überdacht und
der Ungewissheit, ob die Kyoto-Verpflich- in einem Leitbild festgehalten. Dieses
tungen Rechtskraft erlangen werden. Zu wurde an der Vereinsversammlung vom
diesem wieder erstarkten Selbstbewusst- 21. Oktober 2004 einstimmig genehmigt
sein hat bestimmt der Weltgipfel für nach- (siehe Kasten auf der 3. Umschlagseite). ■
Literatur zum Weltenergiekongress 2004
Renewable Energy Projects Handbook
The Handbook is designed as a practical resource tool for government agencies,
companies, investors and business partners interested in exploring how to identify,
implement and successfully operate renewable energy projects. It provides a brief
overview of the leading renewable energy resources – biomass, geothermal, hydro,
solar and wind – and the state-of-the-art technologies currently in use. It also iden-
tifies the challenges of establishing such projects and offers resource lists, ideas and
practical solutions for solving the challenges. Also included are descriptions of dif-
ferent categories of renewable energy projects suitable for developed and develop-
ing countries, an overview of the leading renewable energy resources and technolo-
gies and a summary of existing policies and drivers.
A special section on World Energy Council's Global Energy Information System
(GEIS) website (www.worldenergy.org) contains detailed, regularly updated infor-
mation on various aspects of renewable energy, including case studies, technology
assessments and lists of organisations, companies, institutions and policies instru-
mental to the successful development of renewable energy projects.
Energie-Nachrichten 2004 7Literatur zum Weltenergiekongress 2004
Réflexions sur l’énergie et le changement climatique
Lors du 18ème Congrès Mondial de l'Energie d'octobre 2001, à Buenos-Aires, l'accent avait été
mis sur les objectifs du Conseil Mondial de l’Energie (CME) relatifs à l'accès à l'énergie et
aux dispositions réglementaires favorables aux investisseurs afin de promouvoir les investisse-
ments adéquats pour les infrastructures et la disponibilité de l'énergie. Cependant, compte tenu
du fait que le troisième pilier du développement de l'énergie durable, l'admissibilité de l'énergie,
a toujours une grande importance, l'Assemblée Exécutive du CME avait alors décidé d'inclure
une étude spéciale sur l'Energie et le Changement Climatique dans son Programme de Travail
2002-2004. La Commission des Etudes chargea un groupe d'experts de réfléchir sur les divers
aspects et sur les fondements de la gouvernance mondiale relativement aux émissions des gaz à
effets de serre dans la perspective de 2020.
Pour certains des Comités Membres du CME, la ratification et l'entrée en vigueur du Protocole
de Kyoto est une absolue priorité, car elles fourniront un cadre légal aux instruments qui per-
mettent la commercialisation des émissions, ainsi que pour les transferts de technologie et les
investissements dans les projets d'énergie durable dans les pays en voie de développement. Pour
d'autres Comités Membres du CME, en revanche, le Protocole de Kyoto n'est pas une priorité et
ils se sont focalisés sur des partenariats internationaux viables pour s'occuper du problème de la
stabilisation ou de la réduction des émissions des gaz à effets de serre. Pour l'ensemble des Co-
mités Membres du CME, cependant, il existe une volonté de donner l'accès à une énergie com-
merciale financièrement abordable aux populations qui, de par le monde, n'en disposent pas au-
jourd'hui, en utilisant les meilleures méthodes et les technologies les plus propres de toutes sortes
qui permettront d'aborder les problèmes des émissions aux plans local, régional et mondial d'une
façon efficace et bon marché. Laisser ouvertes toutes les options énergétiques est absolument es-
sentiel pour mener à bien cette tâche. […]
Le changement climatique est un enjeu environnemental majeur, même s’il reste des incer-
titudes sur son ampleur et les coûts de la réduction des émissions ou de l’adaptation à ses
conséquences.
Les concentrations mondiales de gaz à effet de serre sont aujourd’hui principalement le
fait de l’activité humaine dans les pays développés. Un accroissement des émissions des au-
tres pays lié à leur développement semble inéluctable.
Le Conseil Mondial de l’Energie (CME) aborde la question du changement climatique en la
reliant aux trois objectifs énergétiques fondamentaux d’accessibilité, de disponibilité et
d’acceptabilité. Un plus large accès à l’énergie est une condition essentielle du développe-
ment économique et social des pays en développement. La sécurité d’approvisionnement
est un enjeu pour l’ensemble des pays.
La plupart des pays sont concernés par ce problème comme signataires de la Convention
des Nations Unies sur le Changement Climatique (Rio, 1992). Beaucoup de pays industriali-
sés se sont engagés à réduire leurs émissions dans le cadre du Protocole de Kyoto (1997).
L’objectif de la réflexion du CME est de regarder au-delà de l’horizon du Protocole, pour
tous les habitants de la planète.
Il existe déjà et il existera davantage de solutions qui peuvent limiter les émissions de
gaz à effet de serre tout en stimulant le développement social et économique des pays.
Ces solutions impliquent des technologies existantes ou émergentes et la modification des
comportements humains individuels et des modes de vie. Les signaux prix seront l’un des
8 Nouvelles de l’énergie 2004aiguillons de ces changements. En même temps, certaines solutions faciliteront à la fois l’accès à l’énergie et la sécurité des systèmes énergétiques. L’une des tâches du CME est d’identifier et de mettre en évidence les solutions qui répondent à ses trois objectifs et de proposer des moyens de faciliter leur mise en œuvre. La recherche d’une plus faible intensité énergétique pourrait être la première voie pour ré- concilier les trois objectifs du CME. Elle concerne autant l’utilisation de l’énergie pour produire des biens et services pour l’humanité que l’offre d’énergie à partir de toutes les sources. Pour atteindre des niveaux importants, au-delà des gains habituels en efficacité énergétique, cependant justifiés économiquement, la société doit accepter et mettre en œuvre des (r)évolutions majeures dans plusieurs domaines comme le transport, l’habitat et l’urbanisme. L’évolution des comportements humains joue aussi un rôle très important, à côté de l’innovation technologique. La «décarbonisation» des économies régionales et nationales doit être recherchée lorsqu’elle est possible et cohérente avec les autres objectifs. Elle impliquera le développe- ment des énergies renouvelables (dont la grande hydroélectricité pour laquelle existent en- core de nombreux sites) et de l’énergie nucléaire et le développement et la diffusion de nouvelles technologies comme la séquestration du carbone pour les systèmes fossiles pro- pres, la large commercialisation des biocarburants et le développement des forêts. Ceci peut aussi contribuer à la sécurité d’approvisionnement. Ces solutions pourraient être recherchées et mises en œuvre sur la base de deux critères principaux, considéré d’un point de vue global: • Le choix de solutions qui ont les meilleurs ratios coût- efficacité • L’attention portée à l’équité comme un processus pour intégrer les aspirations légitimes de tous les habitants de la planète au développement économique, social et environne- mental. Une application du premier principe, l’efficacité, pris en compte notamment au niveau ré- gional, conduit à analyser toutes les options, dans tous les pays, classées par coût de la tonne de carbone évitée. (Cela révèlera le caractère non optimal des actions actuelles.) Cela inciterait au choix et à l’utilisation de mécanismes flexibles, plus puissants et plus efficaces que les actuels «Mécanismes de Développement Propre» du Protocole de Kyoto. Le deuxième principe, l’équité, est beaucoup plus difficile à définir et à mettre en œuvre. Il exige une discussion sérieuse, documentée et franche. Il pourrait consister, par exemple, à lier les émissions d’un pays à une combinaison de facteurs comme sa population, son acti- vité économique, son revenu, sa consommation d’énergie, ses ressources énergétiques et son niveau de développement technologique. Adopter et mettre en œuvre de tels critères, même à long terme, exigera une extraordinaire volonté de la part des gouvernements et des entreprises, travaillant ensemble avec les autres parties concernées. De plus, la gestion de flux financiers très importants nécessitera une attention particulière en termes de déci- sions et de responsabilités. L’efficacité des systèmes énergétiques nationaux, régionaux et mondiaux dépend de l’éventail des options disponibles. Cela signifie que la société doit développer et garder le plus de technologies possible, sans en limiter arbitrairement le recours. Une telle approche pourrait mener à ce que l’essentiel de l’effort des pays industrialisés soit réalisé dans des pays en développement ce qui aurait des avantages (efficacité globale, transferts de tech- nologie vers les pays en développement, amélioration à l’accès énergétique dans les pays en développement) et des inconvénients (argument moral, incitations des pays développés, organisation de la R&D, problème de sécurité d’approvisionnement non résolu dans les pays développés). La formation doit également être considérée comme un enjeu majeur. Energie-Nachrichten 2004 9
En tant qu’organisation mondiale, multi-énergies, le CME est particulièrement bien placé
pour initier et clarifier un débat global sur l’efficacité et l’équité, et sur les options de long
terme qui constitueront les bases de décisions industrielles ou réglementaires concrètes à
court et moyen termes.
La position du CME pourrait s’articuler autour:
• d’une «vision» du long terme
• de recommandations opérationnelles de court et moyen terme.
La position du CME devra tenir compte du transfert technologique, facteur essentiel à re-
placer dans un contexte de contraintes de financement très actives pour les pays en déve-
loppement.
La vision de long terme (et la définition de la meilleure manière de l’atteindre) reposerait
sur les résultats d’une réflexion fondamentale et honnête sur l’équité, notamment en ce qui
concerne la répartition de l’effort dans la lutte contre le changement climatique, dans la
perspective de décider, après discussion, si des objectifs pourraient être posés et atteints
par des moyens acceptables par toutes les parties.
Les recommandations pourraient intégrer, dans une approche pragmatique:
• l’affichage de l’efficacité énergétique (diminution de l’intensité énergétique) comme
première voie réconciliant lutte contre le changement climatique, sécurité d’approvi-
sionnement et accès à l’énergie.
• l’établissement d’un programme de R&D national et mondial pour développer les
technologies permettant aux systèmes régionaux, nationaux et mondiaux de satisfaire
aux besoins énergétiques des pays développés et en développement.
• une réflexion rigoureuse sur les modalités de transfert technologique qui pour être effi-
cace dépend entre autres des contextes institutionnels et juridiques et de l’indispensable
évolution des comportements humains.
• l’accroissement de l’efficacité des mécanismes existants (type MDP) en les ouvrant à
tous les pays et à toutes les technologies et en adoptant une approche plus simple et
plus transparente.
• la réorientation des financements publics vers des initiatives et partenariats public-
privé qui permettraient d’associer plus fortement les entreprises à la lutte contre le
changement climatique.
La nécessité de mettre en œuvre de façon très pragmatique les politiques transverses exa-
minées dans cette étude pose la question du rôle que doit jouer le Conseil Mondial de
l’Energie en tant qu’organisation reconnue, non gouvernementale, internationale, avec à
la fois des compétences techniques et industrielles, au-delà de son rôle traditionnel de
compréhension et de réflexion stratégique, pour devenir un acteur ou un partenaire dans la
mise en œuvre d’actions concrètes.
Texte intégral de Réflexions sur l’énergie et le changement climatique: Document de
Travail. 2004, CME, Londres, Royaume-Uni.
10 Nouvelles de l’énergie 2004Martin Seifert, SVGW
Fossile Energien
«Energy for People – Energy for Peace», Die australische Energiepolitik
mit diesem Motto eröffnete der Vorsitzende
des World Energy Council, Antonio del Ro- Nicht nur in der Schweiz bestehen grosse
sario (Philippinen), den 19. Weltenergie- Unsicherheiten, wie die Kyoto-Ziele im
kongress. Das Hauptthema, wie nicht an- Binnenmarkt umgesetzt werden sollen.
ders zu erwarten: der Ölpreis. Dieser steht Australiens Premierminister John Howard
symptomatisch für die Energiepreise im gab im Juni 2003 seine Energiepolitik be-
Allgemeinen. Die dominierende Frage: Wie kannt. Niemand war begeistert, weder der
entwickeln sie sich? Nach Gerald Doucet, erneuerbare Sektor, noch die Energiewirt-
Generalsekretär des WEC, ist heute sicher, schaft und noch weniger die Investoren.
dass man sich beim Erdöl von jetzt an in
der Hochpreisregion bewegen wird. «Cheap Die australische Stromwirtschaft ist für die
Crude» gehört der Vergangenheit an – Hälfte aller nationalen Treibhausgasemissi-
Energie (Erdöl, Erdgas) wird graduell zu- onen verantwortlich. Es wird heute damit ge-
nehmend teurer: Es ist auch klar, dass ge- rechnet, dass die Stromnachfrage sich bis
nau die Nationen leiden werden, welche 2050 um 50 Prozent steigert, was an die 40
nicht genügend diversifizierte Energiequel- Milliarden Dollar an Investitionen erfordert.
len erschlossen haben oder solche heute
schon nutzen. Dies trifft vor allem die Dritte Die kohlenstoffintensive Stromwirtschaft ist
Welt, aber auch abgeschwächt die Indus- die Industrie, die massgeblich zur Errei-
trienationen in ihrer Wirtschaftsentwicklung. chung der Kyoto-Ziele beitragen könnte.
Sie basiert auf Kohle und Erdgas, wobei
Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts Kohle die bedeutendere Rolle spielt. Aust-
verschiebt sich bei den fossilen Energie- ralien hat sich zum Ziel gesetzt, dass 2,5
trägern die Entwicklung von Erdöl zu Erd- Prozent des totalen nationalen Energieauf-
gas. Erdöl bleibt aber bis 2050 der wich- kommens durch erneuerbare Energien ge-
tigste fossile Energieträger. Mit zuneh- deckt werden sollen. Dies wird nie reichen,
mendem Verbrauchsanstieg bei Erdgas um die Kyoto-Ziele zu erfüllen. Die Strom-
müssen immer mehr Förderorte erschlos- wirtschaft muss massgeblich dazu beitra-
sen werden, die sehr weit weg von den gen, steht aber zweifach unter Druck:
Verbrauchermärkten liegen, was zusätzli-
che Kosten und Gaspreiserhöhungen mit Einerseits verlangt der Staat die Deregulie-
sich bringt. Preis, Preis und nochmals rung (natürlich mit einem Regulator) und
Preis ist nach Gerald Doucet das Schlag- setzt Limiten bezüglich CO2-Emissionen.
wort der Zukunft. Dabei lässt sie die Mechanik der Finanz-
märkte ausser Acht, welche die Erneue-
Es gilt, alle Energieoptionen auf breiter rung der Energieanlagen und die Effizienz-
Front weiterzuentwickeln und einzusetzen. verbesserung finanzieren sollen. Diese ma-
Von grosser Bedeutung werden die End- chen aber nur Geld locker, wenn klare,
nutzungstechnologien sein (Heizkessel, langfristig angelegte Rahmenbedingungen
Wärmekraftkopplung, Wärmepumpen etc.). existieren. Eine verständliche Klimapolitik
Hier muss mindestens ebensoviel ge- mit Sicherheiten über zehn Jahre dürfte
macht werden wie bei der Versorgungs- das Minimum sein, um Investoren zu be-
seite. Effizienz, Zuverlässigkeit und nied- wegen, vermehrt in die Energieproduktion
rige Emissionen heissen die Leitmotive und -infrastruktur zu investieren.
auf der Geräteseite.
Der WEC möchte Wesentliches dazu bei- Nachhaltigkeit – Triple A
tragen, um mehr Menschen sicher mit
Energie zu versorgen. Noch immer haben Das Generalthema am 19. Weltenergie-
über zwei Milliarden Menschen keinen Zu- kongress war einmal mehr das Thema
gang zu geregelter Energie- und Wasser- Nachhaltigkeit, allerdings neu mit einer
versorgung. Das soll sich ändern, das etwas veränderten Definition. Die nachhal-
muss sich ändern. Der WEC macht sich tige Weltenergieversorgung muss in Zu-
daran, die verschiedenen Energie-Agenden kunft Triple-A sein: «Accessibility, Availa-
der Länder in diesem Sinne zu koordinieren. bility and Acceptability».
Energie-Nachrichten 2004 11Die Nachhaltigkeit definiert sich über den gen, sich plötzlich in einer Konkurrenzsitu-
Zugang zu geregelter Energieversorgung ation mit Japan und den USA zu befinden.
für alle Menschen und auch für zukünftige
Generationen; die Verfügbarkeit bezieht
sich auf Zusicherung der unterbruchsfreien Der Faktor Preis
Energieversorgung und deren Lieferung für
die Zukunft; die Akzeptanz schliesslich Am Weltenergiekongress wurde festge-
setzt voraus, dass die zukünftige Energie- stellt, dass die Zeit der niedrigen Ölpreise
versorgung umwelt- und sozialverträglich (und damit der Gaspreise) wahrscheinlich
ist. Dies ist sicher ein heisser Diskussions- endgültig vorbei sein wird. Der Aufwärts-
punkt in den Industrienationen. druck auf die Ölpreise wird anhalten, was
auch Dr. Purnomo Yusgiantoro, OPEC-
Im Laufe der Präsentationen wurde rasch Generalsekretär und Energieminister Indo-
klar, dass die aktuellen Probleme die nesiens, unterstrich. Allerdings ist die Kon-
Triple-A-Energiezukunft massiv überschat- trolle der Preisentwicklung schwierig, da
ten. Geo- und marktpolitische Fragestel- eine starke geopolitische Komponente die
lungen sowie die Gewährleistung einer Preise beeinflusst. Dass die Preisent-
unterbruchsfreien Energieversorgung tra- wicklung einen Einfluss auf die Wirt-
ten in den Vordergrund. schaftsentwicklung der Industrienationen
haben wird, ist unbestritten, die Frage ist
nur noch der Zeitpunkt.
Nachfrageperspektiven
Vor der Preisdiskussion bei den fossilen
Der WEC rechnet mit einem Wachstum Energieträgern Erdöl und Erdgas trat die
der weltweiten Energienachfrage von 1,5 Frage nach deren Spitzenförderung sowie
bis 2 Prozent jährlich. IEA und US-Studien der vorhandenen Reserven in den Hinter-
zeigen auf, dass Erdöl bis 2025 den gröss- grund. Verschiedene Referenten liessen es
ten Teil des Primärenergiebedarfs decken jedoch offen, wie die Probleme mit der
wird. Die Nachfrage nach Erdöl soll dem- Austarierung von Förderung und Nachfrage
nach um fast 40 Prozent auf 110 Millionen gelöst werden könnten.
Barrel pro Tag anwachsen (45 Mio. aus
OPEC-Ländern, die heute ca. 30 Mio. Bar- Die Debatten während des Weltenergiekon-
rel fördern). gresses demonstrierten unmissverständlich,
dass vor der Ölpreisfrage und den Schwie-
Die Entwicklung der Erdölnachfrage in rigkeiten bei der Bedarfsbefriedigung die
China hat gezeigt, wie schnell sich die in- Diskussion der globalen Erwärmung nicht
ternationalen Märkte ändern können. zuoberst auf der Agenda steht. Bis heute
China ist nach den USA heute der zweit- hat nur Europa (die Europäische Union) ein
grösste Erdölmarkt. Daneben ist Erdgas volles Bekenntnis zu Kyoto abgegeben und
der heute am schnellsten wachsende Pri- die notwendigen gesetzlichen Grundlagen
märenergieträger; auch spielt China mit für die Erfüllung der CO2-Reduktionsziele
seinem Energiehunger eine zentrale Rolle geschaffen. Auch steht Europa mit seinen
als Motor der Entwicklung. Die Internatio- Vorstellungen bezüglich der Nutzung der
nale Gasunion (IGU) und die Internatio- erneuerbaren Energien allein da. Vor dem
nale Energieagentur (IEA) nehmen an, Hintergrund der globalen Energietrends
dass im Jahr 2025 der Anteil von Erdgas spielt Europa nur eine Randrolle. Die
an der Weltenergieversorgung über 20 meisten anderen Nationen sind weitge-
Prozent ausmachen wird. Der «Sprung hend unfähig, die Kyoto-Ziele auch nur
nach Gas» (Dash to Gas) wird enorme annähernd zu erfüllen. Der World Busi-
Infrastrukuturinvestitionen nötig machen, ness Council for Sustainable Development
kosten doch Anlandeterminals für Flüssig- (WBCSD) plädiert deshalb für einen mini-
erdgas (LNG) zwischen 250 und 500 Mio. malen Konsens, d.h. für eine Grenzkon-
US$ ohne die notwendige nachgelagerte zentration von 550 ppm CO2 in der Atmo-
Transport- und Verteilinfrastruktur. Das In- sphäre anstelle von fixen Reduktionszie-
vestitionsvolumen wird weltweit irgendwo len für jede einzelne Nation.
bei 1-2 Billiarden US$ angesetzt bis ins
Jahr 2025. Waren Gasmärkte bis heute
weitgehend regionale Märkte mit jeweils Stromproduktion
zugeordneten Förderregionen, wird in Zu-
kunft der Gasmarkt über die LNG-Schiene Während bei den fossilen Energien die
zunehmend global. Europa muss gewärti- Versorgungsseite und die Energiepreise zu
12 Nouvelles de l’énergie 2004reden gaben, sieht sich die Stromwirtschaft Vor ähnlichen Herausforderungen steht
mit ganz anderen Problemen konfrontiert. auch die Gasindustrie in Europa. Die Aus-
Mehr als die Hälfte der weltweiten Strom- weitung der Stromproduktion mit gasbefeu-
produktion basiert auf Kohle als Primär- erten Kombikraftwerken wird sich auf
energie. Bis 2025 wird Kohle auch weiter- Grund ihrer hohen Effizienz fortsetzen
hin bei der Strombereitstellung dominie- (Stromwirkungsgrade von 65 Prozent im
ren und die Kohleverwendung wird zuneh- Jahr 2020). Mit der sinkenden englischen
men. Länder wie China, Indien, Australien und holländischen Gasproduktion sieht sich
und die USA haben eine CO2-Belastung Europa vor der Herausforderung, ihr Im-
der Stromproduktion von 600 g/kWh bis portportfolio zu erweitern, vor allem über
zu fast 1000 g/kWh. Auch in Europa lie- die LNG-Schiene (Nigeria, Trinidad-Toba-
fern Kohlekraftwerke einen Drittel des be- go, Libyen, Ägypten, Oman, Angola, Vene-
nötigten Stroms. Fazit: auf Kohle kann zuela und Iran). Die Erdgas-Landkarte wird
auch in Zukunft nicht verzichtet werden, schon in naher Zukunft neu gezeichnet
trotz des hohen spezifischen CO2-Aus- werden müssen. Im Jahr 2030 werden 92
stosses. Prozent des Erdöls und 81 Prozent des
Erdgases für Europa von anderen Konti-
Aus Klimaschutzgründen laufen zwei Initi- nenten kommen. Der internationale Gas-
ativen, um kohlebefeuerte Kraftwerke emis- handel wird sich nach Meinung von Exper-
sionsärmer zu betreiben: ten (GdF, Gasunie) bis 2030 verdreifachen,
was mit kumulierten Investitionen von bis
Einerseits lässt sich der Strom-Wirkungs- zu 3 Billiarden US$ verbunden sein wird.
grad dieser Installationen (Betrieb mit
Steinkohle) auf annähernd 50 Prozent Bei der Stromproduktion wie bei der Gas-
steigern durch Erhöhung der Dampftem- wirtschaft werden grosse Investitionen bis
peratur auf 700°C (superkritischer Dampf). 2030 anfallen. Damit die Geldmittel zu den
Das ist mehr als 10 Prozent Effizienzstei- leitungsgebundenen Energieträgern flies-
gerung im Vergleich zu heutigen Kohle- sen, sind stabile politische Rahmenbedin-
kraftwerken. gungen notwendig. Am Weltenergiekon-
gress unterstrichen alle Redner aus den
Anderseits ist die CO2-Sequestration d.h. Reihen der Energieversorger diesen Punkt.
CO2-Abtrennung, bei Kohlekraftwerken, Die Stabilität muss sich auf den liberalisier-
die Clean Coal Technologie, in aller ten wie den regulierten Teil der Energie-
Munde. Die Extraktion von CO2 aus dem branche beziehen. Da Primärenergien wie
Abgasstrom und die Injektion in Tiefen- Kohle und Erdgas weltweit transportiert wer-
speicher erscheinen auf den ersten Blick den und Energiefragen nur selten nationalen
als Lösung aller Probleme. Der Vorteil von Charakter haben, wird der Ruf nach einer in-
bis zu Null CO2-Emissionen wird allerdings ternational kompatiblen Regulierung laut.
mit hohen Investitionskosten, reduzierten Stabile, konsistente und transparente Ener-
Anlagewirkungsgraden und höherem Ener- giemarktgesetze sind nach Ansicht aller
gieverbrauch bezahlt. Die Technologie ist Energiebranchen eine Voraussetzung für
frühestens ab 2020 bereit. eine gesunde Entwicklung im Energiebereich.
Harry Roels, CEO der RWE, warnte vor zu Die grundsätzliche Meinung am Weltener-
hohen Erwartungen in Bezug auf ein ra- giekongress formierte sich klar in die Rich-
sches Erreichen von CO2-Zielen. Mit In- tung, dass man weltweit alle Energieoptio-
vestitionszyklen von bis zu 40 Jahren und nen offen halten soll. Kohle, Erdöl, Erdgas
mehr ist eine Erneuerung des Kraftwerks- als Primärenergieträger werden und sollen
parks nicht kurzfristig möglich. Er lässt weiterhin ausgebaut, aber effizienter und
sich auch nicht sofort radikal auf niedrigste rationeller eingesetzt werden. Auf Grund
Emissionen trimmen, selbst wenn Tech- der Klimaproblematik, aber auch ange-
nologien heute verfügbar sind. Der Strom- sichts der Preisunsicherheiten bei den fos-
produktionspark gleicht einem Supertan- silen Energieträgern, wird der Ausbau der
ker – es braucht Zeit die Richtung zu än- Kernenergie neu proklamiert. China, Korea,
dern. Hinzu kommen die finanziellen Mit- Indien und Finnland machten sich stark für
tel. Allein in Europa beläuft sich der Inves- eine Ausweitung der nuklearen Strompro-
titionsbedarf im Stromsektor auf 1,6 Billi- duktion. Allein in Indien, China und Korea
arden Euro bis 2030. Nur schon die Er- sind in den nächsten 15 Jahren fast 20
neuerung des Kraftwerksparks benötigt Kernkraftwerke geplant. Auch die USA
300-350 Milliarden Euro über die nächsten werden voraussichtlich wieder einen mode-
25 Jahre. raten Ausbau der Kernenergie ins Auge
Energie-Nachrichten 2004 13Zahlen zur weltweiten Stromproduktion
Leistung
Weltweit installierte Leistung 3 600 GW
Installierte Leistung industrialisierte Länder (ca. 60 Prozent) 2 200 GW
Weltweit installierte Stromleistung bis 2020-2025 5 000 GW
Zusätzlich installierte Stromleistung in Asien bis 2020-2025 1 000 GW
Zusätzlicher Leistungsbedarf bis 2030 in Europa 500 GW
Energie
Jährliche Stromproduktion 2003 16 000 TWh
Jährliche Stromproduktion 2030 31 000 TWh
Emissionen
Aktuelle CO2-Emissionen aus Stromproduktion 8Gt
Prognostizierte CO2-Emissionen (business as usual) 2020 11 G t
Strommix bis 2020-2025
Kohle 35 Prozent
Erdgas 30 Prozent
Wasserkraft 15 Prozent
Kernenergie 12 Prozent
Erdöl 5 Prozent
Weitere erneuerbare Energiequellen 3 Prozent
fassen. Insgesamt wächst der KKW-Park hen. Verbindliche Ziele für den Anteil der
nicht sehr stark, da viele alte Anlagen end- Erneuerbaren am Energieaufkommen hat
gültig das Ende ihrer Lebenszeit in den lediglich die EU formuliert mit einem Anteil
Jahren bis 2020 erreichen (30-40 Prozent von 12 Prozent bis ins Jahr 2010. Der
des Anlageparks). Weg zu diesen ambitiösen Zielwerten ist
noch nicht bekannt, aber ohne massive
staatliche Förderung wird sich das nicht
Versorgungssicherheit erreichen lassen. Bezeichnenderweise
wurden am Weltenergiekongress im Ge-
Wirtschaftswachstum ist eng verknüpft mit gensatz zu den konventionellen Energie-
stabiler sicherer Energieversorgung. Di- trägern auch keine Prognosen über den
versifizierung auf alle möglichen Energie- Investitionsbedarf für erneuerbare Ener-
träger ist eine politisch-wirtschaftliche Auf- gienutzung bis 2030 gemacht. Die Zahlen,
gabe aller Nationen. Diversifizierung muss die hie und da genannt werden, liegen ein
sich auch auf die Lieferanten von Primär- bis zwei Grössenordnungen tiefer als die-
energie beziehen. Erdöl- und Erdgasre- jenigen für Strom, Erdgas oder Erdöl.
serven sind stärker in geopolitisch schwie-
rigen Regionen konzentriert, Uran und
Kohle dagegen weltweit besser verteilt. CO2-Emissionen – Klimaschutz
Insbesondere Kohle bzw. kohlebasierter
Strom wird eine wichtige Versorgungs- Am Weltenergiekongress konnte man sich
komponente bleiben. Im Übrigen stammen des Eindrucks nicht erwehren, dass der
heute 50 Prozent aller CO2-Emissionen Klimaschutz vor der Ölpreisproblematik und
weltweit aus Öl- und Gasnutzung. Mit den den Fragen nach Versorgungssicherheit
Sequestrationstechnologien für CO2 könn- (Erneuerung der Infrastruktur, Diversifizie-
te Kohle ab 2020 klimatechnisch fast als rung der Primärenergielieferanten) in den
weisser Ritter dastehen. Hintergrund getreten ist. Der Kyoto-Ansatz
wird in seinen Grundzügen zwar begrüsst,
ist aber in den Augen vieler Nationen zu
Erneuerbare Energien strikt. Die späte Implementierung führt
dazu, dass die Ziele in der vorgegebenen
Erneuerbare Energien werden nach Mei- Zeit nicht eingehalten werden können. Die
nung der WEC-Experten eine zunehmend drängende Frage, bei welchem Wert der
wichtige Rolle spielen, auch wenn sie in CO2-Ausstoss stabilisiert werden kann oder
absoluten Grössenordnungen noch weit muss, blieb am Weltenergiekongress un-
hinter den Fossilen bis 2030 zurückste- beantwortet. Lediglich der World Business
14 Nouvelles de l’énergie 2004Council for Sustainable Development fass- tätenliste ist und dass die europäischen An-
te das Unbehagen zusammen und ver- sätze zur Treibhausgasreduktion Schule
suchte klar zu machen, dass mit einem machen. Klimaschutz allein könnte die Wort-
Klimawandel in Zukunft zu rechnen sei. hülse «Nachhaltigkeit» endlich mit einer Be-
deutung füllen.
Verkehr und Strassentransport – ein wirt-
schaftlicher Pfeiler der meisten Nationen –
tragen im Allgemeinen überproportional zu Treibstoffe
den CO2-Emissionen bei (> 30 Prozent des
Energiekonsums). Sie wachsen stetig. Effi- Es ist unbestritten, dass im 21. Jahrhundert
zientere Fahrzeuge verbunden mit der ver- neue Treibstoffe und Antriebskonzepte auf
mehrten Nutzung erneuerbarer Energien den Markt treten, nachdem Diesel und
werden als Rezept angesehen, um der Lage Benzin die dominante Rolle über mehr als
Herr zu werden. Die Beimischung erneuer- 100 Jahre gespielt haben. Auch über die
barer Treibstoffe wie Bioethanol und Raps- nächsten 20 bis 30 Jahre werden flüssige
methylester soll in naher Zukunft Erfolge Treibstoffe weiterhin die wichtigsten Treib-
zeigen. Rasche Emissionsreduktionen beim stoffe sein. Diese neuen Diesel- und Ben-
Verkehr werden allgemein als aussichtslos zinsorten werden besser und umwelt-
dargestellt. Bis sich neue Fahrzeugtypen, freundlicher sein. Die Abstimmung der
alternative Treibstoffe und Verhaltensände- Treibstoffe und Motoren aufeinander ist die
rungen durchsetzen, ist mit bis zu 30 Jahren Kernvoraussetzung für niedrigste Emis-
zu rechnen. sionen.
In gewissem Sinne zeigte der 19. Welt- Gemäss Angaben von Shell und Exxon
energiekongress eine ernüchternde Bi- steht heute bei modernen Treibstoffen
lanz. Eigentliche Visionen fehlten fast völ- zur Qualitätsverbesserung vor allem die
lig. Vielmehr prägten die «Tagesprob- Zumischung (das sog. Blending) von
leme» die Veranstaltung. Initiativen zur biologischen Dieselsorten und von syn-
Schonung der fossilen Energiereserven thetischen Treibstoffen (GTL = Gas to li-
und -ressourcen fehlten völlig. «Business quid, hergestellt aus Erdgas) im Vorder-
as usual» ist die aktuelle Devise. Auch die grund. Heute bieten alle Treibstoffliefe-
Staatschefs und Entscheidungsträger hiel- ranten Qualitäten mit niedrigsten Schwe-
ten sich sehr zurück, da es allgemein das felgehalten an. Dieser Trend wird sich,
fragile Wirtschaftswachstum zu pflegen teilweise getrieben durch die Gesetzge-
galt. bung, fortsetzen. Neue Märkte sehen die
Ölgesellschaften in den neuen, ultrarei-
Angesichts der Energienachfrage Südost- nen synthetischen Dieselsorten.
asiens und Chinas konnte auch eine stär-
kere Regionalisierung der Energiepolitik be- Die Herausforderung der Zukunft wird sein,
obachtet werden. Die Regionen USA, Eu- den Übergang von der heutigen Treibstoff-
ropa, Südostasien und Pacific-Rim Staaten situation zu erneuerbaren Energiequellen
werden primär um die Energiequellen buh- in der Mobilität zu schaffen. Der heilige
len. Je nach Marktsituation werden die Gral, den es zu erreichen gilt, ist der
Energieströme dann von den stärksten Re- Treibstoff Wasserstoff aus erneuerbaren
gionen absorbiert, mit nachhaltigem Einfluss Quellen. Aber niemand der Teilnehmer am
auf die Preissituation in den andern Welttei- Weltenergiekongress glaubt heute an
len. Vor dieser Situation ist zu hoffen, dass schnelle Lösungen in dieser Richtung. Die
der Klimaschutz wieder hoch auf der Priori- vielfach herbei gebetete Wasserstoffwirt-
Formen von Gas – Wörterbuch
CNG Abkürzung für Compressed Natural Gas (Komprimiertes Erdgas). Natürlich
entstandenes Methangas, über das Pipelinenetz verteilt.
LNG Abkürzung für Liquefied Natural Gas (Verflüssigtes Erdgas). Dieser platz-
sparende Zustand von Erdgas (Volumen rund 600-mal geringer) wird zum
Transport auf Schiffen gewählt, bedingt jedoch eine Kühlung auf rund minus
160 Grad.
LPG Abkürzung für Liquefied Petroleum Gas (Propan/Butan, auch Autogas). Wird
bei der Verarbeitung von Rohöl in den Raffinerien sowie zunehmend als
Begleitgas bei der Förderung von Erdgas und Rohöl gewonnen.
Energie-Nachrichten 2004 15schaft scheitert nach Ausführung von Tim Zum jetzigen Zeitpunkt macht dies keinen
Warren, Shell Australien, an den Realitä- Sinn, da Wasserstoff darüber hinaus kein
ten des Marktes. Die Industrie ist fähig, Primärenergieträger ist und eine Wasser-
grosse Mengen an Wasserstoff in fünf bis stoffwirtschaft klar dem Gebot der Steige-
zehn Jahren bereitzustellen, vorwiegend rung der Energieeffizienz widerspricht.
aus fossilen Primärenergieträgern, z. B. Den Treibstoffen Erdgas (CNG) und Flüs-
aus Erdgas. Dies erfordert aber gewaltige siggas (LPG) wird eine bedeutende Rolle
Investitionen und darüber hinaus muss ein in gewissen Märkten zukommen, obwohl
Markt dahinter stehen mit Kunden, welche es sich um Nischenanwendungen handeln
bereit sind, dies zu bezahlen. Kompetitive wird. Dies stellten die grossen Ölgesell-
Preise und keine Einschränkungen der schaften nun ziemlich offen dar. Als Ni-
Mobilität werden vom Kunden gefordert. schen werden der öffentliche Personen-
Investitionsvolumina im Energiesektor 2001 – 2030
2000 2001-10 2011-20 2021-30 Total Anteil am tota-
2001-30 len Investitions-
volumen [%]
Erdöl 87 916 1 045 1 136 3 096 19
Erdgas 80 948 1 041 1 157 3 145 19
Kohle 11 125 129 144 398 2
Strom 235 2 562 3 396 3 883 9 841 60
Total 413 4 551 5 610 6 320 16 481 100
Jahresdurchschnitt 413 455 561 632 549 100
Werte In Milliarden US$
Bei einer Zunahme des Energiebedarfs von 1,5 bis 2 Prozent ist mit
einem durchschnittlichen Energiebedarf von 500 Milliarden US$ pro
Jahr zu rechnen.
Stromsektor
Kumulierter Investitionsbedarf in OECD Europa bis 2030 1,9 Milliarden US$
Globale Investitionen im Stromsektor bis 2030:
Stromproduktion 4,5 Billiarden US$
Transport und Verteilung 5,3 Billiarden US$
Erdölsektor
Neue Produktions-, Förderstätten 2,2 Billiarden US$
Investitionen in unkonventionelle Ölproduktion (mit GTL) 205 Milliarden US$
Entwicklung Teersande, Ölbitumen, Schwerölvorkommen 160 Milliarden US$
(Kanada, Venezuela)
GTL-Anlagen im Mittleren Osten 40 Milliarden US$
Neue Erdöltanker, Pipelines 260 Milliarden US$
Raffineriekapazitäten, Mittlerer Osten und Asien 410 Milliarden US$
Erdgassektor
Kumulierte Investitionen 2001-2030 3,1 Billiarden US$
Exploration, Erschliessung von Quellen 1,6 Billiarden US$
Jährliche Investitionen 2000-2010 95 Milliarden US$
Jährliche Investitionen 2010-2020 120 Milliarden US$
Investition Transport, Verteilung, Untergrundspeicher 1,4 Billiarden US$
LNG-Verflüssigung und Regasifikation
Kohlesektor
Kumulierte Investitionen 2001-2030 400 Milliarden US$
Jährliche Investitionen 13 Milliarden US$
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