Bankenbrief - Bundesverband deutscher ...

 
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Bankenbrief

Bankenbrief - Ausgabe 2018-234
 Das Thema

Fed-Chef zeichnet positives Konjunkturbild – Zinsanhebung
in den USA am 19. Dezember?
US-Notenbankchef Jerome Powell hat kurz vor der letzten Zinssitzung der Fed in
diesem Jahr die Entwicklung der US-Konjunktur als insgesamt sehr gut bewertet und
damit Spekulationen für eine bevorstehende weitere Zinserhöhung ausgelöst.
Besonders der Arbeitsmarkt sei stark, sagte er in Washington. Die Erwerbslosigkeit
sei auf den niedrigsten Stand seit 50 Jahren gefallen. Allein im November wurden
200.000 Stellen geschaffen. Allerdings profitierten nicht alle Teile des Landes von der
Erholung, sie konzentriere sich vor allem auf die großen Städte, erklärte Powell.
Experten erwarten auch für 2019 einen positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt in den
USA. Die meisten Ökonomen rechnen Medienberichten zufolge mit einer Zinser‐
höhung auf der Fed-Sitzung am 19. Dezember. Das wäre die vierte Zinsanhebung der
Fed in diesem Jahr, die eine Überhitzung der Wirtschaft verhindern will. US-Präsident
Donald Trump hatte den Kurs der Notenbank mehrfach scharf kritisiert. Die Zinserhö‐
hungen seien ein Konjunkturkiller, meinte Trump. Powell ging in seiner Rede nicht
konkret auf die Geldpolitik ein. Deutlicher wurde US-Währungshüter Raphael Bostic:
Die Notenbank sollte bei den Zinsen ein "neutrales Niveau" erreichen, bei dem die
Wirtschaft weder angeschoben noch gebremst werde, sagte der Chef der Fed von
Atlanta. Dieses Niveau sei fast erreicht. Seiner Ansicht nach liegt es bei rund 2,75
Prozent. Das würde laut Experten gegenüber der aktuellen Spanne zwei weitere
Zinserhöhungen nach sich ziehen. Befürchtungen, dass der Handelstreit zwischen
den USA und China negative Folgen für die Wirtschaft habe, hätten sich bislang nicht
bestätigt, sagte US-Notenbanker John Williams. Die im Zuge der Auseinanderset‐
zungen verhängten höheren Zölle hätten sich nur in "relativ kleinem" Ausmaß auf die
Wirtschaft ausgewirkt, sagte der Chef der Fed in New York. Das gelte sowohl für
Wachstum als auch für die Inflationsrate. Einige Unternehmen hätten aber vorerst
Investitionen aufgeschoben.

 manager-magazin.de
  de.reuters.com
  cnbc.com
  finanzen.net

 Die Meldungen

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Bankenverband will sich für freien Kapital- und
Liquiditätsverkehr im Euroraum stark machen
Der Bankenverband will verstärkt darauf dringen, dass die Aufsichtsbehörden den
Geldhäusern des Euroraums einen freien Kapital- und Liquiditätsverkehr ermög‐
lichen. "Wir werden dieses Thema bei der Diskussion von Basel 4 wieder aufrufen",
sagte Hauptgeschäftsführer Christian Ossig heute in Frankfurt. Bei der jüngsten
Überarbeitung der europäischen Bankenregulierung sei aus deutscher Sicht zwar
einiges Positives erreicht worden, an diesem wichtigen Punkt aber nicht. Im
Euroraum grenzüberschreitend tätige Geldhäuser könnten Liquidität und Eigenka‐
pital nicht ungehindert zwischen ihren verschiedenen Töchtern bewegen. Es
bestehen zwar europäische Ausnahmeregeln für die Liquidität, dem stehen aber
Großkreditregeln der nationalen Aufseher entgegen. Die Konsolidierung des europäi‐
schen Bankenmarkts wird dadurch behindert. Ossig sprach vom "größten Show-
Stopper für grenzüberschreitende Fusionen". Der Bankenverband werde sich auch
für eine eine Stärkung der europäischen Bankenbehörde EBA im Kampf gegen
Geldwäsche einsetzen. "Wir unterstützen, dass die EBA mit mehr Mitteln und Kompe‐
tenzen ausgestattet wird", sagte Ossig.

  finanzen.net
  de.reuters.com

EZB untersucht Vergütungspraxis der BayernLB
Bei der BayernLB laufen derzeit Überprüfungen im Bereich der Vergütungsregeln
durch die Europäische Zentralbank (EZB). Das bestätigte heute ein Sprecher der
Deutschen Bundesbank. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht Medienberichten
zufolge die Entlohnung der sogenannten Risikoträger, deren variable Vergütung über
mehrere Jahre gestreckt werden muss. Mindestens die Hälfte darf kein Bargeld sein
und muss auch noch im Nachhinein zurückverlangt werden können. Die Prüfung fällt
zusammen mit der Debatte um eine Vertragsverlängerung für BayernLB-Chef
Johannes-Jörg Riegler. Seine Amtszeit läuft noch bis Ende Februar 2019. Einer der
Streitpunkte ist Finanzkreisen zufolge die Höhe des künftigen Gehalts. Der 54-Jährige
bezog zuletzt Jahresbezüge von 750.000 Euro.

  wiwo.de
  de.reuters.com

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Norwegische Großbank DNB setzt Umweltmaßstäbe bei
Kreditvergabe an
Die norwegische Großbank DNB hat beschlossen, bei der Vergabe von Krediten auch
Umweltfaktoren zu berücksichtigen. Unternehmen, die nicht nachhaltig sind und
umweltbelastende Produkte herstellen, sollen es danach schwerer haben, Geld von
dem Institut zu bekommen. Das sagte die Konzerndirektorin für Geschäftskunden,
Benedicte Schilbred Fasmer, heute dem Norwegischen Rundfunk NRK.

  finanznachrichten.de

Studie: Massives Geldwäscheproblem im Immobiliensektor
Der deutsche Immobiliensektor ist laut einer Studie zunehmend Ziel von krimineller
Geldwäsche im hohen Milliardenbereich. Es werde hier vermehrt ausländisches Geld
investiert, dessen Herkunft unklar sei. "Nach Schätzungen waren es allein 2017 über
30 Milliarden Euro", heißt es in einer heute veröffentlichten Studie der Organisation
Transparency International. Hinweise von Ermittlern in Italien zeigen, dass Mafiaan‐
gehörige versuchten, große Geldsummen, die unter anderem aus dem Kokainhandel
stammten, durch den Immobilienerwerb in Deutschland reinzuwaschen. "Es gibt ein
massives Problem mit Geldwäsche bei Immobilien in Deutschland",
warnte Transparency-Deutschland-Chefin Edda Müller. Die geltenden Gesetze und die
Ausstattung der Ermittlungsbehörden würden nicht ausreichen.

  deutschlandfunk.de

Bitcoin-Kursverfall hält an
Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin ist weiter drastisch gefallen. Jüngst unterschritt
er 3.400 Dollar (2.993 Euro). Seit Mitte des Jahres pendelte der Wert zwischen 6.000
und 8.000 Dollar (5.282 bis 7.043 Euro) bei großen Ausschlägen, wie die Schweizer
Zeitung "Neue Zürcher Zeitung" (nzz) in einer Untersuchung der wichtigsten Fakten
zu der Digitalwährung von den Anfängen bis zur Gegenwart darstellte. Jüngster
Dämpfer sei ein Beschluss der US-Aufsichtsbehörden, den Zulassungsentscheid für
einen weiteren Bitcoin-Anlagefonds zu verschieben. Im vergangenen Jahr hatte hatte
die Digitalwährung ihren Wert in einem Hype auf rund 20.000 Dollar (17.608 Euro)
gesteigert. Untersuchungen der US-Justiz laufen, ob es dabei Gesetzesverstöße
gegeben hat.

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  nzz.ch

 Die Köpfe

Deutsche-Bank-Finanzchef v. Moltke: Kampf gegen
Geldwäsche intensiviert
Nach der Razzia wegen Geldwäsche-Verdachts gegen Mitarbeiter der Deutschen
Bank in der vergangenen Woche hat sich das Geldhaus zur Wehr gesetzt. "Bislang
sind wir uns keines Fehlverhaltens unsererseits bewusst, wir warten die Schlussfolge‐
rungen der Staatsanwälte ab", sagte Finanzvorstand James von Moltke dem Sender
CNBC. Es seien kaum Kundengelder nach der Durchsuchung wegen der "Panama
Papers" abgeflossen. "In den vergangenen Jahren haben wir unseren Kampf gegen
Geldwäsche und Steuerhinterziehung kontinuierlich intensiviert", bekräftigte von
Moltke vor Journalisten in Frankfurt. "Wir haben enorme Investitionen getätigt, und
diese Investitionen tragen Früchte." Die Deutsche Bank hatte die in den Fall verwi‐
ckelte ehemalige Tochter auf den Britischen Jungferninseln im März dieses Jahres
verkauft. Von Moltke betonte, es habe sich um ein sehr kleines Geschäft mit sehr
wenigen Kunden gehandelt. Das Geldhaus Bank kooperiere umfassend mit den
Behörden, unterstrich der Finanzchef.

  businessinsider.de
  boerse-online.de

Spekulationen über Rücktritt von Italiens Finanzminister Tria
In Italien mehren sich die Spekulationen über einen Rücktritt von Finanzminister
Giovanni Tria. Die Tageszeitung "Il Giornale" zitierte heute nach ihrer Darstellung
eine Kurzmitteilung Trias an seinen Freund Renato Brunetta von der Mitte-Rechts-
Partei Forza Italia: "Ich kann es nicht mehr ertragen, ich bin einem Hinterhalt nach
dem anderen ausgesetzt." Und weiter: "Das einzige, was mich interessiert, ist die
Rettung des Landes." Wie die Zeitung "La Stampa" und weitere Medien berichteten,
strebt die Regierungspartei Fünf Sterne den Rücktritt des angesehenen Ökonomie‐
professors an. Die Partei werfe ihm vor, zu nachgiebig in den Haushaltsverhand‐
lungen mit der EU-Kommission zu sein, hieß es. Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio
dementierte heute die Berichte. Zudem soll der Koalitionspartner, die rechte Lega,
Tria halten wollen.

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  moneycab.com
  derstandard.at

Enria zum Chef der EZB-Bankenaufsicht ernannt
Der Chef der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), Andrea Enria, ist von den EU-
Staaten zum Vorsitzenden der Bankenaufsicht unter dem Dach der Notenbank EZB
ernannt worden. Der Italiener wird ab 1. Januar Nachfolger der Französin Danièle
Nouy. Das Europaparlament hatte zuvor Zustimmung signalisiert.

  finanznachrichten.de

Slowakischer Finanzminister Kažimír soll Präsident der
Notenbank NBS werden
Das slowakische Parlament hat den bisherigen Finanzminister Peter Kažimír zum
künftigen Gouverneur der Nationalbank NBS gewählt. Der 50-Jährige soll zum 1. März
2019 Nachfolger von Jozef Makúch werden, der vergangene Woche seinen vorzei‐
tigen Rücktritt angekündigt hatte. Seine Amtsperiode wäre noch bis 2021 gelaufen.
Der Berufung Kažimír muss Staatspräsident Andrej Kiska noch zustimmen.

  app.handelsblatt.com

 Die Tweets des Tages

Wie tickt die #GenerationZ? Am Montag im Livestream go.bdb.de/mrxWy
@Siemens-Vorstand @janinakugel, @Junge_Union-Chef @PaulZiemiak, YouTu‐
berin @LisaSLaurent, Head of Strategy @ING_Deutschland Laura Wirtz und Karin
van der Gragt, Managing Director @YoungCapital #bankenlive

  twitter.com

Gut für die Weihnachtsgeschenke: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in
Deutschland erhalten #Weihnachtsgeld!

  twitter.com

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 Am Vortag meistgeklickt

Zinstief bringt Pensionskassen in Bedrängnis – BaFin greift
durch
Die anhaltende Niedrigzinsphase bereitet etlichen Pensionskassen immer größere
finanzielle Probleme. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) hat
deshalb bei mehreren Kassen durchgegriffen, die das erforderliche Solvenzkapital
nicht mehr aufbringen können. So darf die Caritas Pensionskasse mit rund 25.000
Versicherten keine neuen Betriebsrenten-Verträge mehr abschließen. Die Versi‐
cherten müssen sich auf Leistungskürzungen einstellen. Das gilt auch für das
Schwesterunternehmen, die Kölner Pensionskasse. Auch die Deutsche Steuerberater-
Versicherung ist in eine prekäre Lage geraten. Insgesamt haben rund 65.000
Menschen ihre betriebliche Altersvorsorge über die drei Kassen abgeschlossen, die
zusammen etwa zwei Milliarden Euro Kapitalanlagen verwalten. Die BaFin hält die
Arbeitgeber als Träger der durch das Zinstief in finanzielle Bedrängnis geratenen
Kassen an, soweit notwendig, Geld nachzuschießen, um eine Kürzung der Betriebs‐
renten zu verhindern. Der Finanzaufsicht zufolge stehen derzeit 31 Kassen unter
intensiver Beobachtung. Laut Medienangaben waren es im Frühjahr sogar 45 der 137
Versorgungseinrichtungen. Wie ein BaFin-Sprecher erklärte, haben viele Anteils‐
eigner Geld nachgeschossen. Bei der Caritas Pensionskasse und der für alle
Branchen offenen Kölner Pensionskasse ist eine Nachschusspflicht in der Satzung
jedoch ausgeschlossen. Notwendige Schritte für Leistungskürzungen seien vorbe‐
reitet, hieß es. "Sämtliche Maßnahmen erfolgen unter enger Begleitung und Beauf‐
sichtigung durch die BaFin", erklärten die Einrichtungen. Experten erwarten, dass
weitere Pensionskassen ihre zugesagten Leistungen nicht mehr voll erfüllen könnten,
wenn das Zinstief weiter anhält.

  boersen-zeitung.de
  zeit.de
  n-tv.de
  stern.de
  welt.de

 Was in den nächsten Tagen wichtig wird

Die britische Premierministerin Theresa May stellt sich am Sonntag in einer engli‐
schen TV-Debatte zum Brexit-Deal. Über den von May ausgehandelten Vertrag mit
der EU soll am kommenden Dienstag im britischen Parlament abgestimmt werden. –
Am Montag entscheidet der Europäische Gerichtshof (EuGH) über die Möglichkeit

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eines britischen Rückziehers vom Brexit. – Die Berenberg Bank gibt einen "Ausblick
auf Konjunktur und Finanzmärkte 2019: Zwischen Brexit, Trump und Schwellenland‐
krise – Wie groß sind die Risiken?" mit Chefvolkswirt Holger Schmieding. – Der Finanz‐
ausschuss des Bundestages hat eine öffentliche Anhörung zum Thema "Lehren aus
der Finanzkrise" angesetzt. – In Berlin findet eine Diskussionsveranstaltung des
Bankenverbandes zum Thema "Generation Z – zwischen Ego und Verantwortungsbe‐
reich" statt (mit Live-Stream).

  bankenverband.de

 Der Nachschlag

Mit Alphas umgehen lernen
Dass die Kommunikation im Unternehmen gerade auch unter Mitarbeitern funktio‐
niert, ist für den Erfolg ein wichtiger Faktor. Doch was ist zu tun, wenn Sie mit sehr
dominanten Kollegen umgehen müssen, die sich ständig in den Vordergrund
schieben und andere ausbremsen? Lassen Sie sich nicht von sogenannten Alpha-
Männern oder -Frauen überfahren, rät Management-Coach Svenja Hofert. Sagen Sie
rechtzeitig "Stopp". Auch wenn es Überwindung kostet, sprechen Sie klar aus, was Sie
wahrnehmen und wie Ihre Bedürfnisse sind, beispielsweise so: "Ich fühle mich von
Dir überfahren und möchte Zeit zum Nachdenken haben." Über die verschiedenen
Verhaltensmuster und welche Alternativen es gibt, informieren Sie sich hier:

  spiegel.de

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