"Frierss Feines Haus" setzt neue Maßstäbe - Villach im Fokus
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Unabhängiges Stadt-Land-Magazin — www.villachimfokus.at
Foto: Adrian Hipp
Verlagspostamt 9500 Villach - Ausgabe Oktober 2013 - Verkaufspreis 2,50 Euro
Ż Erste Ganztagsschule
(Manzenreiter-Gespräch Seiten 6 und 7)
Ż Kapital für Unternehmer
(WK-Pacher im Interview Seiten 12 und 13)
Ż Goach: „Aufholmilliarde“
(Präsidentenforderung Seiten 16 und 17)
„Frierss Feines Haus“ setzt neue Maßstäbe
Einzigartig in Österreich: Das Unternehmerpaar Andrea und Rudolf Frierss (Foto) hat mit seinem
„Feinen Haus“ für die heimische Gastro-Szene ganz neue Maßstäbe gesetzt. (Seiten 8 bis 11)2
Foto: Adrian Hipp
WEIN
SELIG
Die Burgruine Landskron ist mit Res-
taurant und Greifvogel-Show beliebtes
Ausflugsziel. Jetzt wird die geschichts-
trächtige Anlage auch für die „Weinbei-
ßer“ immer interessanter: Die Südter-
rassen des Burgbergs wurden nämlich
in einen Weingarten verwandelt, und
die heurige Traubenqualität übertrifft
alle Erwartungen! „Wir keltern heuer
einen Prädikatswein, das ist die höchste
Qualitätsstufe“, erzählt Winzer Gerald
Neumair aus Radweg bei Feldkirchen
weinselig. Chardonnay und Bianca sind
die Trauben für den Weißwein, Zweigelt
und Rathay für den Roten.
Impressum - Herausgeber: Ing. Hans Rauter, 9500 Villach, Michaeler Straße 93, Telefon 0 42 42 / 45 6 55,
E-Mail office@grafik-rauter.at. Redaktion: Andreas Kuchler, Michaeler Straße 93, Mobil 0664 / 61 28 019,
E-Mail andreas.kuchler@gmail.com - Auflage 15.000 Stück - Unabhängiges Stadt-Land-Magazin, gestreut in der Stadt
Villach und den Nachbargemeinden, zusätzlich in Velden, Paternion, Feistritz/Drau, Nötsch, Bodensdorf - 2. Ausgabe -
Nächste Ausgabe: Februar 2014 - www.villachimfokus.at3
Editorial Inhalt
Herzlich willkommen
bei „villachimfokus“! Es freut uns sehr, Sie wieder hier an
dieser Stelle begrüßen zu dürfen! Zum zweiten Mal – so
jung sind wir, und es ist für uns und unser Team überaus
erfreulich, dass unsere Premierennummer bei unseren
Leserinnen und Lesern so hervorragend angekommen ist.
Toll ist für uns auch die hohe Akzeptanz, die wir gleich vom
Start weg durch die heimische Wirtschaft erzielen konn-
ERSTE GANZTAGSSCHULE
ten. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer haben
im Entstehen. Bürgermeister
diese neue, etwas andere Plattform gerne für die Präsen- Helmut Manzenreiter im
tation ihrer Produkte und Serviceleistungen genützt, und Interview (Seiten 10 und 11)
das „Feedback“, das sie dabei erhalten haben, bestätigt
uns, dass wir in der heimischen Medienwelt zweifellos auf
neuen, Erfolg bringenden Pfaden unterwegs sind.
Ing. Hans Rauter Wir haben uns leidenschaftlich dahintergeklemmt, auch
Herausgeber die aktuelle Ausgabe, die Sie nunmehr in Händen halten,
mit interessanten Beiträgen zu bestücken. Dabei sind wir
unserer Linie treu geblieben, nämlich für Sie – neben aktuellen Beiträgen über wichtige
lokale Vorhaben und Ereignisse – schwerpunktmäßig wieder namhafte Vertreterinnen
und Vertreter sowie Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik konzentriert dar- BETRIEBE BRAUCHEN
über abzufragen, was Sache ist, Entwicklungstendenzen zu erfahren und Ihnen damit mehr Eigenkapital. Das fordert
WK-Präsident Franz Pacher
wichtige Informationen aus erster Hand zu liefern.
(Seiten 12 und 13)
Helmut Manzenreiter, Bürgermeister der Stadt Villach, teilt Ihnen mit, dass in Landskron
ein ganz neues Schulzentrum entsteht; das erste seiner Art überhaupt in Kärnten. Eben-
so spricht er über Photovoltaik und ein neues Bürgerbeteiligungsmodell für Villach.
Gründe für die zahlreichen Konkurse namhafter Firmen im Lande nennt Franz Pacher,
Präsident der Kärntner Wirtschaftskammer. Bürokratie und Arbeitszeiten sind weiter
heiße Kammerthemen. Ebenso erklärt Pacher, weshalb er bei der kommenden Kammer-
wahl nicht mehr kandidiert.
EINE „AUFHOLMILLIARDE“
Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach sagt Ihnen, benötigt jetzt Kärnten. AK-
weshalb Kärnten jetzt eine „Aufholmilliarde“ braucht. Präsident Günther Goach sagt
Ebenso spricht er offen über die Folgen und Gründe dafür, warum (Seiten 16 und 17)
warum immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh-
mer krank zur Arbeit gehen.
Blättern Sie bitte weiter – das „villachimfokus“-Team hofft,
Ihnen einen guten Mix interessanter Informationen sowie
viele neue und aufschlussreiche Einblicke in unser unmit-
telbares Lebensumfeld bereitet zu haben!
HTL – JOBGARANTIE
Im Gespräch mit dem neuen
Direktor, Dipl.-Ing. Peter Kuss-
Andreas Kuchler
tatscher (Seiten 20 und 22)
Redaktion4
OUTDOOR-GRILLER FÜR IDEALISTENTRUPPE
Eine hochrangige Delegation der Stadt Villach mit Bürgermeis-
ter Helmut Manzenreiter, den Vizebürgermeistern Günther
Albel und Vizebürgermeisterin Wally Rettl sowie Stadtrat Mag.
Peter Weidinger stattete kürzlich der neuen Bezirksstelle des
Roten Kreuzes, Dreschnigstraße, einen Informationsbesuch ab.
Mit dabei auch Rotkreuz-Präsident Dr. Peter Ambrozy. Bezirks-
stellenleiter Dietmar Tschudnig erläuterte die nunmehrigen,
wesentlich verbesserten Einsatzmöglichkeiten. Manzenreiter
Foto: Wolfgang Gallent bewunderte den Idealismus der RK-Truppe und stellte sich mit
einem Outdoor-Griller ein. Die finale Fertigstellung der Einsatz-
stelle erfolgt im kommenden Jahr.
„NATURPARKADLER“ IST GELANDET!
Im Zuge der Nötscher Flugtage wurde das neue Schulflugzeug
ASK 21 eingeweiht. Damit setzt die Flugschule Nötsch wieder-
um Akzente in der Ausbildung junger Piloten. Die Anschaffung
erfolgte durch die Segelflieger-Gruppe Villach gemeinsam mit
dem Flugverein Nötsch, wobei die Stadt Villach ebenfalls ein
„Taufgeld“ beisteuerte. Der Name „Naturparkadler“ ist leicht
erklärbar: Immerhin stellt der Dobratsch mit seinen Aufwinden
sozusagen das Kraftwerk dar, das die lautlosen Gleiter in luftige
Höhen trägt. Auch Stadtrat Dr. Josef Zauchner (rechts), am Bild
mit Ing. Martin Wolf, zeigte sich von dem neuen Fluggerät
beeindruckt.
Foto: Rotes Kreuz
DIE ARBEITSSPRACHE IST ENGLISCH
Bildungspolitischer Meilenstein für Villach und ganz Kärn-
ten: 56 Kinder aus verschiedensten Nationen starteten in der
ehemaligen Berufsschule Oberwollanig ihre internationale
Schulausbildung. Für 2014 wird bereits mit einer Verdoppelung
der Schüleranzahl gerechnet. Zunächst bietet die Schule die
erste bis vierte Klasse Volksschule an, höhere Klassen folgen.
Arbeitssprache für die Schüler ist Englisch. „Die Internationale
Schule ist eine deutliche Aufwertung unseres Wirtschafts-
standortes“, freut sich Bürgermeister Helmut Manzenreiter. Die
Lehrkräfte sind speziell ausgebildet. Erster Direktor ist James
Foto: ViF Brightman.
WERNBERGER ERWANDERN IHRE KULTUR
Wernberg ist nicht nur eine Gemeinde mit viel Natur,
sondern auch mit viel Kultur. Das war Anlass, die Kultur- und
Kirchenwanderung ins Leben zu rufen. Immerhin eine Tour
in bereits siebenter Auflage, die sich über gut zehn Stunden
hinzieht. Stationen, an denen Historisches vermittelt wird,
sind das Kloster, Kirche und Burg Sternberg sowie Damtschach,
die Kirchen Gottestal, Föderlach, Kantnig, Umberg und
Ragain sowie die Burgruine Eichelberg. Bürgermeister
Franz Zwölbar (zweiter von rechts) und Mag. Roland Stadler
(Tourismuspastoral, dritter von links) freuten sich über die
Foto: Stadt Villach/Augstein
Teilnahme von über 50 „Pilgern“.5
JETZT WIRD GEARBEITET
19 Diplomandinnen und Diplomanden der Gesundheits- und
Krankenpflegeschule Villach freuten sich kürzlich im Paracel-
sussaal des Rathauses über den feierlichen Abschluss ihrer drei
Jahre dauerenden Berufsausbildung. Nun können die frischge-
backenen Diplomanden ihre Arbeit in Krankenhäusern, Alten-
und Pflegeheimen, aber auch in anderen Bereichen aufnehmen.
Stadträtin Mag.a Gerda Sandriesser, Lhstv. Dr.in Beate Prettner,
Mag.a Andrea Gallob, die Diplomanden Vanessa Pulk und Kevin
Keuschnig, Christine Papp MSC und Direktorin Mag.a Beate
Wanke (von links) während der feierlichen Diplomüberreichung.
Foto: Stadt Villach/Augstein
RADLER TANKEN KOSTENLOS AUF
Radeln kann mitunter ganz schön schweißtreibend sein. Die
Stadt Villach schaut deshalb auf ihre Radlerinnen und Radler
und hat jetzt auch im Bereich der St. Ruprechter Kirchen eine
Trinkwassersäule installiert. Rund 3000 Euro wurden dafür
investiert. Mehr als 50 Trinkwasserbrunnen oder -säulen wur-
den auf öffentlichen Plätzen und im Nahbereich von Radwegen
bereits errichtet. Wasserwerkreferent Stadtrat Harald Sobe,
Reinhard Eberhart, Johann Pratsch, Ursel und Lothar Benger
(von rechts) „testen“ die neue Labestation, an der die Speichen-
Foto: Stadt Villach
fans natürlich kostenlos das gesunde Villacher Trinkwasser
„auftanken“ können.
KUBA IM VILLACHER EHRENBUCH
Kubas Botschafter Juan Carlos Marsán Aguilera besuchte kürz-
lich auch die Stadt Villach und trug sich im Zuge dessen in das
Ehrenbuch der Draustadt ein. Wirtschaftskontakte, die zwischen
Kärnten und Kuba bereits bestehen, sollen nunmehr weiter
ausgebaut werden – so ist unter anderem auch ein „Kuba-Tag“
in Kärnten mit allem Drum und Dran geplant. Von links Dr.in
Maiky Diaz Pérez (Gattin des Botschafters und Dritte Botschafts-
sekretärin), Nationalratsabgeordnete Mag.a Christa Muttonen,
Kubas Botschafter in Österreich Juan Carlos Marsán Aguilera,
Vizebürgermeister Günther Albel und Magistratsdirektor
Dr. Hans Mainhart.
Foto: Stadt Villach/Hipp
INFINEON JETZT NOCH SICHERER
Optimale Sicherheit: Auf dem Infineon-Betriebsgelände wurde
ein neues Feuerwehrhaus übergeben. Mag.a Dr.in h.c. Monika
Kircher, Vorstandsvorsitzende: „Der Ausbau unseres Standortes
sowohl in der Produktion als auch in Forschung und Entwick-
lung machte auch in puncto Standortsicherheit neue Konzepte
nötig. Mit dem nunmehr eröffneten Feuerwehrhaus sind wir
gut gerüstet.“ Von links Kommandant Josef Sticker, Vorständin
Dipl.-Ing.in Dr.in Sabine Herlitschka, LA-Präsident Ing. Reinhart
Rohr, Bürgermeister Helmut Manzenreiter, Ing. Bernhard Pla-
sounig, Jürgen Gausterer, Dipl.-Ing. Oliver Heinrich und Monika
Foto: Stadt Villach/Willi Zore
Kircher.6
In Landskron entsteht
erste Ganztagsschule
Das neue Schulzentrum Landskron, die so ge- SOZIALES TRADITIONELL HOCH
nannten Kelag-Millionen, das Photovoltaik-
Bürgerbeteiligungsmodell, die geplante neue Welch Stellenwert wird den Sozialleistungen eingeräumt?
MANZENREITER: In Villach wird dem Sozialbereich mit der
Stadthalle, das Zukunftsprojekt in Auen, Villachs
entsprechenden Dotierung ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit – „Vil-
lach im Fokus“ im Gespräch mit Bürgermeister
Helmut Manzenreiter zu aktuellen Stadtthemen.
TROTZ KRISE GEORDNETE FINANZSITUATION
Herbstzeit ist auch Budgetzeit fürs kommende Jahr. Wie schaut
die aktuelle Finanzlage der Stadt in Hinblick auf 2014 aus?
MANZENREITER: Die Budgetverhandlungen sind abgeschlossen.
Jetzt ist die Feinjustierung in Arbeit. Die Finanzlage unserer
Stadt ist geordnet, obwohl wir bei den Einnahmen in etwa erst
auf dem Stand des Jahres 2008 sind, also vielmehr am Beginn-
zeitpunkt der Krise sind. Das Budget wird sich aufgrund der
Arbeitsmarktlage in Kärnten schwerpunktmäßig auf Beschäfti-
gung konzentrieren.
NEU: SCHULZENTRUM LANDSKRON
Welche Impulse werden vom Budget ausgehen, mit welchen
Herausforderungen wird die Stadt konfrontiert?
MANZENREITER: Die Impulse, die das Budget beinhaltet, werden
vor allem für die Bauwirtschaft positiv sein. Dabei wird im
Straßenbau der größte Brocken die Erneuerung der Zeidler-von-
Görz-Straße sein, aber auch die Sanierung und Erweiterung von
Radwegen stehen auf dem Programm. Was den Bildungsbereich
betrifft, ist das neue Schulzentrum Landskron in Vorbereitung.
Hier entsteht eine Art Campus, in dem Kindergarten, Volks- und Bürgermeister Helmut Manzenreiter: „In Landskron bereiten wir einen
Hauptschule zusammengezogen werden, und mit diesem Pro- Campus mit Kindergarten, Volks- und Hauptschule vor. Das Projekt
jekt wird in Kooperation mit dem Land Kärntens erste Ganz- wird auch Kärntens erste Ganztagsschule beinhalten.“
tagsschule entstehen. Unsere Stadt übernimmt damit wieder
eine Vorreiterrolle. Dass wir auf all jene, die Unterstützung brauchen, besonders
schauen, hat in unserer Stadt schon Tradition.
KELAG-MILLIONEN BLEIBEN UNANGETASTET
Wie laufen die Parteienverhandlungen – wo spießt es sich, in JETZT GERECHTE BEHANDLUNG
welchen Bereichen herrscht Einvernehmen?
MANZENREITER: Die Parteienverhandlungen sind insgesamt Das Land Kärnten ist bekanntlich hoch verschuldet, leidet unter
sehr sachlich verlaufen. Einvernehmen herrscht auch darüber, einer Reihe von Altlasten. Spürt Villach beziehungsweise die
dass wir die Verbindlichkeiten in Grenzen halten müssen und Wirtschaft der Stadt die Auswirkungen davon?
dass die rund 90 Millionen Euro, die im Kelag-Fonds angelegt MANZENREITER: Was Finanzleistungen betrifft, kann ich sagen,
sind, unangetastet bleiben. dass die Stadt Villach vom Land nie verwöhnt worden ist. Mit7
der jetzigen Koalitionsregierung gewinne ich den Eindruck
– auch wenn traditionell wenig Mittel nach Villach fließen –,
SPORTANLAGE: DIE FLÄCHEN GESICHERT
dass wir nunmehr zumindest gerecht behandelt werden. Von
Villach genießt den Ruf, eine echte Sportstadt zu sein. Wie weit
den vielen Firmenkonkursen, die es in Kärnten gegeben hat, ist
sind die Pläne für eine neue Sportanlage für die Landskroner
Villach bisher im Wesentlichen verschont geblieben.
Fußballer gediehen?
MANZENREITER: Ich muss sagen, es waren äußerst schwierige
IN KÄRNTEN EIN NEUES GESPRÄCHSKLIMA
Verhandlungen, in dem sich stark entwickelnden Stadtteil
Andererseits haben die Landtagswahlen im März eine völlige Landskron die notwendigen Flächen zu erhalten. Die entspre-
Veränderung der politischen Landschaft mit sich gebracht. Wie chenden Pachtverträge sind jetzt ausverhandelt und werden
spürt, erlebt die Stadt Villach diese Veränderungen, wie beurtei- in der nächsten Sitzung des Gemeinderates beschlossen. Die
len Sie die Stimmung im Lande? Sportanlage wird in der Nähe der Wohngebiete angesiedelt
MANZENREITER: Ich kann feststellen, es gibt in Kärnten ein völ- sein.
lig neues Gesprächsklima. Es ist von Sachlichkeit und weniger
von parteipolitischen Machenschaften geprägt. BESTE ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN
BÜRGER BETEILIGEN SICH AN PHOTOVOLTAIK Jugendarbeitslosigkeit ist nach wie vor leider ein Dauerthema
im Lande. Setzt Villach Impulse, um dem entgegenzuwirken?
Die Stadt Villach verzichtet jetzt auf ihr Sonderrecht für den MANZENREITER: Die Jugendarbeitslosigkeit ist ein europäisches
Kelag-Strom, und die Stadt lukriert daraus insgesamt rund elf Problem. Österreich ist hier sozusagen in einer Situation mit
Millionen Euro. Was passiert mit dem Geld? der geringsten Jugendarbeitslosigkeit, trotzdem ist unser Bei-
MANZENREITER: Wir verzichten nicht auf unser Sonderrecht, trag einerseits übers Budget, die Schaffung von Arbeitsplätzen
sondern wir haben uns dies aufgrund einer möglicherweise zu unterstützen, und andererseits: Villach hat jetzt mit der Fer-
strittigen Rechtssituation abgelten lassen. Mit dem Geld wird tigstellung des gesamten Bildungs- und Ausbildungsbereiches
jetzt das komplette Lichtnetz modernisiert, auf neue Alterna- die Grundvoraussetzung dafür geschaffen, dass unsere Jugend
tivtechnik und Energien umgestellt, so dass Villach auch eine beste Entwicklungsmöglichkeiten und Jobchancen vorfindet.
sehr moderne Straßenbeleuchtung bekommt, und in unserer
Stadt wird ein großes Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsmodell UNKOORDINIERTE FAHRPLÄNE
gestartet.
Der öffentliche Verkehr löst immer wieder Diskussionen aus. Er
IN AUEN STARTET ZUKUNFTSPROJEKT sei nicht attraktiv. Welche Initiativen setzt die Stadt – oder hat
schon gesetzt – um eine Verbesserung herbeizuführen?
Energieeffizienz ist für Villach kein Schlagwort. Als künftige MANZENREITER: Der öffentliche Verkehr, der in Kärnten vom
„Smart City“ wird hier Pionierarbeit für Kärnten geleistet. Wie Verkehrsverbund organisiert wird, wird in Villach von vier
weit ist das Projekt gediehen? privaten Firmen getragen. Unsere Stadt zahlt dem Verbund fast
MANZENREITER: Neben der intelligenten Produktion von Strom 700.000 Euro dazu. Ein immer wieder geforderter Taktverkehr
ist es auch wichtig, den Strom intelligent einzusetzen. In diesem wird erst möglich sein, wenn über eine Ausschreibung diese
Zusammenhang wird im Stadtteil Auen mit Spezialfirmen das Unternehmen sozusagen gezwungen werden, ihre Fahrpläne
Zukunftsprojekt in hohem Maße gefördert und unter dem Titel zu koordinieren. In Teilbereichen hat unsere Stadt bereits ein
„Smart City“ die zukünftigen Möglichkeiten erforscht und aus- dichteres Verkehrsnetz mitfinanziert, aber die Erfahrungen
gelotet, wobei es für mich das Wichtigste ist, dabei die Bevölke- haben gezeigt, dass eine höhere Busfrequenz nicht automatisch
rung massiv einzubinden. zu mehr Nutzern geführt hat.
BEI DER STADTHALLE AUF KURS SOMMERKARNEVAL ERÖFFNET…
Zur wichtigsten Nebensache der Welt, dem Sport. Neue Schirol- Im Sommer geisterte die Aussage eines Villacher Kommunal-
lerstrecke, neue Dreifachturnhalle in St. Martin, nunmehr neue politikers durch einige Medien, wonach Villach und Klagen-
Trendsportanlage auf dem Wasenboden. Jetzt dominiert der furt zusammengelegt werden sollen. Was halten Sie von dem
Eishockeysport. Die Stadthalle ist jedoch in die Jahre gekommen. Vorschlag?
Wie schaut die Roadmap für die Stadthalle neu aus? MANZENREITER: Der Stadtrat hat seine Antwort darauf sowie-
MANZENREITER: Zur Stadthalle ist festzuhalten, dass wir auf so von den Bürgerinnen und Bürgern bekommen. Wenn die
Kurs sind. Derzeit werden verschiedene Varianten der Stadthal- Chance auf mediale Erwähnung in der Politik wichtiger ist, als
lenerneuerung und -erweiterung geprüft und in der Folge dann die Sinnhaftigkeit eines Vorschlages, dann wird sich die Bevöl-
mit den finanziellen Möglichkeiten abgeglichen. Das Wichtigste kerung ohnehin ihr Bild machen. Auf diese Äußerungen der
ist, dass es vor allem für den Nachwuchs eine zweite Eisfläche Zusammenlegung hin habe ich mir gedacht, der Sommerkarne-
für Trainingszwecke geben wird. val ist eröffnet.8
„Frierss Feines Haus“
setzt neue Maßstäbe!
Einzigartig in Österreich – mit „Frierss Feines Erlebnis – und das bei Preisen, die staunen lassen. Dass sich
die Qualität auf hohem Niveau bewegt, dafür garantiert das
Haus“ setzt der bekannte Villacher Fleisch- und
engagierte Küchenteam, an der Spitze Stefan Lastin, der für die
Wurstspezialist für die heimische Gastro-Szene
gesamte Kulinarik verantwortlich ist und zuvor im Fünf-Sterne-
ganz neue Maßstäbe! Fein für Frierss: Die neue Schlosshotel Velden mit feinsten Á-la-Carte-Gerichten gleich
Gourmet-Adresse, dessen Konzept auf vier Säulen drei Hauben erkocht hat. Außer sonntags ist das „Feine Haus“
ruht und jeder Brieftasche zuträglich ist, erfreut täglich geöffnet.
sich gleich vom Start weg enormen Zuspruchs!!
FAIR KALKULIERTE PREISE
W
ir sind, ehrlich gesagt, überrascht von diesem
großen Zuspruch“, freut sich Unternehmenschef Die Preise sind äußerst fair kalkuliert: Der überaus günstige
Rudolf Frierss, dem mit seinem Bruder und Mitun- Mittagsteller um 4,90 Euro und das Mittagsmenü um 8,90, bei-
ternehmer Kurt Frierss zweifellos gelungen ist, in der Erlebnis- des fein und mit viel Liebe gekocht, wird mit einer Speisenkarte
gastronomie einen ganz neuen Claim abzustecken. Und was für ergänzt, die noch überraschend viel an Köstlichem zu bieten
einen! An der stark frequentierten Maria Gailer Straße, mitten hat. Im Lokal „unterwegs“ ist auch eine fahrbare Prosciutto-
im Gewerbegebiet, setzen sich ein Restaurant mit Imbiss, ein Aufschnittmaschine, mit der Castello-Prosciutto vor dem Gast
„Fine Dining“-Eck, ein hervorragend sortierter und top präsen- herunter geschnitten wird. Blickfang im ersten Stock des Hau-
tierter Wurst-, Fleisch- und Alpen-Adria-Feinkost-Shop sowie ses ist ein Prosciutto-Reiferaum hinter Glas. Die Firma Frierss
ein Abholmarkt holzbetont, gemütlich gestylt und harmonisch beweist mit dem „Feinen Haus“ nicht nur ihre Kompetenz bei
zusammen. der Herstellung bester Fleisch- und Wurstprodukte, sondern
nunmehr auch für ausgezeichnetes Essen.
FÜR KÄRNTEN GANZ NEU
FEINES ECK IM „FEINEN HAUS“
Die Verbindung von Gastronomie und Shops ist in dieser Form
für Kärnten ganz neu und das Konzept einzigartig in Öster- Im „Feinen Haus“ gibt es auch ein „Feines Eck“ mit 16 Sitzplät-
reich. Der Kunde verbindet Einkaufs- mit gastronomischem zen. Hier lassen sich meist bei besonderen Anlässen die Gäste
von den Top-Gastro-Experten des Hauses verwöhnen. Gern
geordert wird hier das Überraschungsmenü mit gleich sieben
AM WORT
Gängen. Mareike Tilly, Top-Weinexpertin, steht den Gästen bera-
unsere bereits vielfach ausgezeichneten und hochwertigen
„einzigartiges Konzept“ Produkte für den Gaumengenuss unserer Kundinnen und
Kunden in einem unverwechselbaren Ambiente zu inszenieren.
Was hat Sie inspiriert, „Frierss Feines Haus“ zu kreieren? Dabei stand die Idee im Vordergrund, die Lokalität in drei Erleb-
RUDOLF FRIERSS: Zum einen haben wir schon seit Jahren die niszonen zu gliedern, und zwar so, dass die Präsentation unserer
Idee im Kopf, ein feines Restaurant mit unseren eigenen Spe- Großhandelsprodukte mit dem Feinkost- und Restaurantbereich
zialitäten zu errichten, und zum anderen mit unserer breiten in unmittelbarer Sichtbeziehung harmonisch verschmelzen.
Produktpalette ein attraktives Vorzeigemodell im Sinne eines
„Flagship Stores“ zu kreieren. Wie die unzähligen positiven „Frierss Feines Haus“ hat ja schon im Sommer seinen Betrieb
Reaktionen zeigen, ist uns diese spannende Herausforderung aufgenommen. Wie wird es angenommen?
gut gelungen. Und zwar so gut, dass dieses – wie wir feststellen RUDOLF FRIERSS: Ehrlich gesagt, wir sind überrascht über diesen
konnten – realisierte Konzept in Österreich einzigartig dasteht. großartigen Zuspruch! Und das schon nach sehr kurzer Zeit. So
ist unser Restaurant nicht nur schon zur Mittagszeit ausgezeich-
Welche Philosophie steht nun hinter dieser Konzeptidee? net belegt, sondern vor allem auch abends. Wir können Gäste
RUDOLF FRIERSS: Es ging uns in erster Linie darum, vor allem aus ganz Österreich begrüßen, darunter viele Unternehmerin-9
Speisenqualität auf höchstem Niveau: Geschäftsführer Rudolf Frierss und Haubenkoch Stefan Lastin garantieren Höchstgenuss in
einem unverwechselbaren Ambiente. Fotos: Adrian Hipp
tend zur Seite, wenn es darum geht, aus dem Sortiment von 120 sowie die fachgerechte Bearbeitung und das Reifen erfolgt zu
Weinen den jeweils passenden zu den gewählten Menügängen 100 Prozent in der Heimat des Schinkens. „Castello“ – das ist
zu finden. Umsichtiger Restaurantleiter ist Gerald Innerwinkler. bestes Fleisch aus natürlicher Aufzucht und der vollkommene
Einklang mit der Natur und deren Gaben. Das Siegerprodukt
100 PROZENT KÄRNTNERISCH mit vielen internationalen Goldmedaillen wird handwerk-
lich mit Meersalz bearbeitet, unter höchster Hygiene und
Frierss, mit 115-jähriger Firmengeschichte ein großer Villacher modernster Technik in Treffen bei Villach – hier herrscht das
Traditionsbetrieb, ist ja bekannt für hochwertige Wurst- und geeignete Klima – über 400 Tage luftgetrocknet. Der Firmenchef
Fleischwaren. Was den bekannten und ausgezeichneten Prosci- legt dabei auch Wert auf die Feststellung, dass alle Fleischpro-
utto „Castello“ betrifft, stammt dafür das Fleisch zur Gänze aus dukte und Fleischgerichte selbstverständlich ohne Zusatzstoffe
unserem Bundesland. Das heißt, die komplette Wertschöpfung und Geschmacksverstärker versehen sind.
nen und Unternehmer. Dazu trägt natürlich auch wesentlich – vieles mehr, sondern natürlich auch erlesene Weine. Das gibt’s in
neben der heißen Theke – die Vielfalt unserer Speisenkarte bei, Kärnten sicher kein zweites Mal in dieser Form!
die mit ganz speziellen Gerichten, doch sehr moderaten Preisen
aufwartet. Hier möchte ich unterstreichen, dass unser Fleisch zu Welche Weine haben Sie nun im Sortiment?
100 Prozent aus Kärnten kommt, absolut frisch zubereitet wird RUDOLF FRIERSS: Unser Weinangebot konzentriert sich vor allem
und selbstverständlich ohne Zusatzstoffe oder Geschmacksver- auf den Alpen-Adria-Raum, und hier besonders auf Friaul und
stärker versehen ist. Österreich. Wir können gleich 120 hochwertige Weinsorten offe-
rieren, und da ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei,
Wie zu sehen ist, bietet Frierss hier im „Feinen Haus“ nicht nur natürlich auch für jede Brieftasche. Dabei spannt sich der Bogen
seine hochwertigen Fleisch- und Wurstprodukte, sondern noch etwa von der mundigen Sorte „Chardonnay Luisa“ aus Friaul bis
vieles mehr? zum „Grünen Veltliner Smaragd“ aus der Wachau.
RUDOLF FRIERSS: Ja, wir haben unser Angebot auch auf Pro-
dukte ausgeweitet, die Speisen veredeln. Das sind nicht nur die
liebevoll zusammengestellten Gewürze aus aller Welt, Olivenöle,
Soßen, Salze oder Senf-, Ketchup- und Krenspezialitäten sowie10
Die Frierss-Mortadella zählt zu den Spezialitäten des „Feinen Hau-
ses“. Iris Erlacher, versierte Kraft an der Wurst- und Fleischtheke,
berät die Kundinnen und Kunden mit kompetentem Engagement.
MARION KERSCHBAUMER, „Feines
ALLE DÜFTE DIESER WELT… Haus“-Fan, Villach: „Ich bin von der
hohen Qualität der Mittagsmenüs
Wahrlich außergewöhnlich ist auch der Feinkostbereich. Neben restlos begeistert. Neben der Hau-
der langen und hervorragend bestückten Fleisch- und Wurst- benqualität ist das Speisenangebot
theke werden in attraktiv gestalteten Holzregalen liebevoll äußerst ausgewogen. Es wird alles
ausgesuchte Produkte von namhaften Produzenten aus dem sehr frisch serviert, und alles genau
gesamten Alpen-Adria-Raum präsentiert. Alle Düfte der Welt in der für mich richtigen Menge.“
treffen hier zusammen: Gewürze, ausgefallene Öle, Salze aus
Portoroz, ein großes Sortiment an Senf-, Ketchup- und Krenspe- MARIO SEHER, Gourmet, Villach: „Ich
zialitäten, Essig, Chutneys, Soßen, Eigenkreationen von Kü- bin seit der ersten Stunde begeis-
chenchef Stefan Lastin und vieles mehr – auch zum Verkosten. terter Stammgast im ,Feinen Haus‘.
Hier finden sich Marken, die anderswo kaum oder oft nur sehr Da stimmen alle Werte. Architektur,
schwer zu bekommen sind. Spitzengastronomie, regionale
Feinkost und exklusive Spezialitäten
KEIN PARKPLATZPROBLEM ergeben hier ein stimmiges Ganzes.“
Der überaus positive Nebeneffekt der Frierss-Investition: Bis
zu 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden im „Feinen NICOLE KERSCHBAUMER, „Feines
Haus“ Beschäftigung. Insgesamt stehen rund 70 Sitzplätze zur Haus“-Fan, Villach: „Ein Restaurant
Verfügung, davon auch auf der stilvollen überdachten Terrasse. auf diesem Niveau und mit Speisen
Parkplatzprobleme gibt es keine. Hinter dem Restaurant, also im in dieser Qualität vermisse ich in
Hof der Firma Frierss, stehen Stellplätze in auseichender Zahl Villach schon lange. Bin viel in Wien,
zur Verfügung. kann deshalb sagen, dass dieses Res-
taurant, mit Speiselokalen im ersten
FOKUS AUF DIE FRIERSS-LEITPRODUKTE Bezirk locker mithalten kann!“
Gestaltet wurde das „Frierss Feines Haus“ von Trecolore Ar-
chitects (Annenheim) mit vielen spannenden Details. Zentrales DIE ÖFFNUNGSZEITEN IM „FEINEN HAUS“
Thema der Konzeptentwicklung im Sinne der Shop-in-Shop-
Öffnungszeiten (Montag bis Samstag): Restaurant 8 bis 24
Idee war neben der Gestaltung des Restaurants mit dem „Fine
Uhr, warme Küche bis 21 Uhr, Feinkost-Shop 7.30 bis 19 Uhr,
Dining“ die Fokussierung auf die Frierss-Leitprodukte wie
Frühstück 8 bis 11 Uhr, Imbisse 7.30 bis 19 Uhr, Happas 14 bis
italienische und Kärntner Wurst- und Schinkenspezialitäten
18 Uhr, Restaurant 11.30 bis 14 und 18 bis 21 Uhr, Fine Dining
sowie die Präsentation dieser international mehrfach ausge-
18 bis 21 Uhr (Dienstag bis Samstag). Näheres: Restaurant,
zeichneten Produkte.
Telefon 0 42 42 / 30 40-45, Shop, Telefon 30 40-44, www.
feines-haus.at, www.frierss.at11
„Feines Haus“: Inspiration
aus Tradition und Kultur
Villach ist um ein Gastro-Kleinod reicher: Mit
„Frierss Feines Haus“ hat sich an der stark fre-
quentierten Maria Gailer Staße eine Marke Trecolore Architects mit
etabliert, hinter der nicht nur Speisenquali- Dipl.-Ing. Hermann Dorn
tät auf Haubenniveau steht, sondern auch kreierte ein
unverwechselbares
eine Architektur mit höchster Ästhetik.
Ambiente.
H
inter dem Produkt, das unikales Design, anziehende Mit der architektonischen
Ästhetik und handgerechte Funktion ausgeklügelt Gestaltung wird der Bogen
vereint, steht Trecolore Architects (Annenheim). Dem vom kleinen Imbiss bis hin
Team um Architekt Dipl-Ing. Hermann Dorn ist es eindrucksvoll zur Haubenküche gespannt.
gelungen, die von großer Individualität getragenen Vorgaben
des Bauherrn anzunehmen, richtig zu interpretieren, mit einer
stimmigen Gestaltung in Einklang zu bringen und die vorgege-
benen Nutzungsmotive, nämlich Abholmarkt, Einzelhandel und
Restaurant, auf ein stimmiges Betriebskonzept zu vereinen.
EIN UNVERWECHSELBARES AMBIENTE
„Das war eine spannende Herausforderung, die wir mit großem
Enthusiasmus aufgenommen haben. Schließlich ging es darum,
die Qualität in der Veredelung des Produkts bis zum Gaumen-
genuss für die Kunden zu inszenieren und dabei ein unver-
wechselbares Ambiente zu kreieren“, erläutert Dipl.-Ing. Dorn.
Diese Art der klassischen Produktpräsentation streiche auch die
rund 115-jährige Geschichte der Firma Frierss sowie die langjäh-
rige Tradition und Kultur für qualitativ hochwertige Erzeugnis-
se deutlich heraus.
Fotos: Trecolore Architects, Martin Gfrerer
SPANNENDE SICHTBEZIEHUNGEN
Räumlich gliedert sich „Frierss Feines Haus Flagship Store“ in unterschiedliche Zonen geschaffen. So steht der Fine Dining-
drei Zonen, die sich durch interessante und spannende Sicht- Bereich für stilvolle Genießeratmosphäre, während sich die
beziehungen zu einem Gesamten vereinen. Mit der Gestaltung übrigen Restaurantzonen auf eine junge, unkomplizierte Küche
des Restaurantbereiches haben die Trecolore Architects auch eingestellt haben.
auf das vielfältige Angebot der Speisenkarte reagiert und12
„Betriebe brauchen
mehr Eigenkapital!“
krise. Wirkt sich diese Krise auch auf Kärnten aus, und wenn, in
Wie geht’s der heimischen Wirtschaft?
welchem Ausmaß?
Haben die Betriebe genug Eigenkapital?
Wie steht die Kammer zur Arbeitszeitver- PACHER: Italien ist für uns eines der wichtigsten Exportländer.
Daher ist der Einbruch bei den Exporten, der immerhin 30 Pro-
kürzung? Franz Pacher, Präsident der Wirt-
zent beträgt, eine große Herausforderung. Wir haben aber Gott
schaftskammer Kärnten, zu aktuellen Fragen,
die derzeit unser Bundesland bewegen.
Wie geht es der Wirtschaft in Kärnten insgesamt? In welchen
Bereichen liegt ihr Zukunftspotenzial, wo Nachholbedarf?
PACHER: Das Zukunftspotenzial für die Kärntner Wirtschaft liegt
vor allem in einer Erweiterung der Exportquote. Wir sind mit
vielen Kärntner Betrieben seit Jahren erfolgreich am Markt tä-
tig, aber besonders für die vielen kleinen Betriebe ist es notwen-
dig, dass sie exportfit und damit zukunftsfit gemacht werden.
WIRTSCHAFTSKONZEPT RASCH UMSETZEN
Seit März hat Kärnten eine neue Landesregierung. Wie beurtei-
len Sie die bisherige Arbeit der Koalition zwischen Schwarz, Rot
und Grün?
PACHER: Ich bin ein etwas ungeduldiger Mensch, und mir geht
immer alles zu langsam. Gott sei Dank haben die Sozialpartner
in der Vergangenheit immer schon zukunftsfähig miteinander
gearbeitet. Aufbauend auf dem gibt’s ja ein Wirtschaftskonzept,
das Bestandteil der Koalition ist, und hier dränge ich, es mög-
lichst rasch umzusetzen.
Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher fordert das Zurück-
FÜR WICHTIGE INVESTITIONEN FEHLT GELD schrauben der Bürokratie insbesondere für Kleinbetriebe und von der
Koalitionsregierung die rasche Umsetzung des Wirtschaftskonzeptes.
Foto: ©KhFessl
Welche Impulse erwarten Sie sich von der neuen Landesregie-
rung für unser Bundesland, für unsere Wirtschaft?
PACHER: Ein Schwerpunkt der Regierungsarbeit wird nicht nur sei Dank aufgrund der Initiativen der letzten Jahre neue Märkte
sein, die Schulden abzubauen, die große Diskussion wird in aufgebaut und können das Minus von Italien durch die Absätze
den kommenden Monaten die überbordende Bürokratie und auf den neuen Märkten ausgleichen. Erfreulich ist, dass unser
das Benehmen mancher staatlicher Kontrollorgane sein. Dazu Nachbar Slowenien trotz Krise weiterhin hochwertige Produkte
hat sich die öffentliche Hand in den letzten Jahren hochgradig aus Kärnten bezieht. Das zeigt also, dass gute nachbarschaft-
verschuldet und hat nunmehr an den Zinsen zu nagen. Somit liche Beziehungen im Sinne einer stabilen Wirtschaft enorm
fehlt das Geld für wichtige Investitionen, und aus dieser Schere wichtig sind.
herauszukommen, das wird eine der großen Aufgaben der
Regierung sein – ohne dass dabei das Wirtschaftswachstum zu GEGEN VERKÜRZUNG DER ARBEITSZEIT
kurz kommen darf.
Die Verkürzung der Arbeitszeiten ist immer wieder ein mehr
GUTE NACHBARSCHAFT MIT SLOWENIEN oder weniger heißes Thema, natürlich auch in Kärnten. Wie
steht die Wirtschaftskammer zu dieser Thematik?
Unsere Nachbarländer – zum Beispiel Italien als wichtiges PACHER: Ich war immer schon ein Gegner der Verkürzung von
Exportland – leiden derzeit unter einer schweren Wirtschafts- Arbeitszeit, weil weniger Arbeit heißt weniger Lohn, und das13
können wir in der derzeitigen Situation am wenigsten gebrau-
chen. Im Gegenteil. Wirtschaftswachstum, und zwar qualitati-
FÜR GRÖSSERE VERWALTUNGSEINHEITEN
ves Wachstum – weil qualitatives Wachstum auch für höhere
Laut einer IHS-Studie werden der heimischen Wirtschaft schon
Löhne sorgt – bringt mehr Menschen in Beschäftigung, höher
2030 rund 40.000 Erwerbstätige fehlen. Wie könnte aus Sicht
qualifizierte Mitarbeiter bekommen dadurch einen höheren
der Kammer dieses Problem gelöst werden?
Lohn, und das wirkt sich natürlich auch auf das Konsumverhal-
PACHER: Ein Lösungsansatz wäre, dass wir von uns aus größere
ten aus.
Verwaltungseinheiten schaffen, um damit also die Verwal-
tungskosten zu senken und sinnvolle Regionalplanungen zu
BETRIEBE BRAUCHEN MEHR EIGENKAPITAL
ermöglichen. Deswegen finde ich den Vorschlag interessant,
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Konkurse um rund zehn Pro- den Kärntner Zentralraum als einen großen Wirtschaftsraum zu
zent gestiegen. Griffnerhaus, Wigo-Haus, Alpine stehen dafür als sehen, um so auch Doppelgleisigkeiten zu vermeiden.
dramatische Beispiele. Was läuft hier aus Sicht der Wirtschafts-
kammer falsch? INTERNATIONALE SCHULE IN VILLACH
PACHER: Die Wirtschaftskrise hat aufgezeigt, dass, wenn die
Wirtschaft mit zu hohen Belastungen zu kämpfen hat, es in In Villach hat die Internationale Schule ihren Betrieb aufgenom-
einer Abschwungphase zwangsläufig zu Firmenzusammenbrü- men. Was war ausschlaggebend dafür, die Schule in Villach zu
chen kommt. Daher bin ich dagegen, auf Vermögen zusätzliche installieren?
Steuern einzuführen, Betriebe brauchen Betriebsvermögen, PACHER: Es ist zum einen einmal die zentrale Position, die
brauchen Eigenkapital, damit sie arbeiten können. Dort, wo das Villach in Kärnten einnimmt, und sicherlich auch, weil das Inter-
Eigenkapital nicht mehr vorhanden ist oder das Eigentum einer esse für diese internationale Schule, was die Schüler anbelangt,
Bank gehört, dort kommt es dann zu Konkursen. in diesem Raum aufgrund der vielen international agierenden
Unternehmen am größten ist.
MODELL FÜR DIE ZUKUNFT
BETONUNG AUF INTERNATIONALITÄT
Es heißt, Bildung ist der Rohstoff der Zukunft und sichert
wirtschaftlichen Wohlstand sowie soziale Sicherheit. Gerade die Welchen Stellenwert nimmt der Standort Villach im heimischen
Wirtschaft braucht bestens ausgebildete Kräfte. Glauben Sie, Wirtschaftsgefüge ein?
dass wir hier auf Höhe der Zeit sind oder Aufholbedarf haben? PACHER: Mit seiner Lage ist der Großraum Villach ein Teil des
Was trägt die Wirtschaftskammer dazu bei? Kärntner Zentralraumes, und als solchen sehe ich ihn auch. Aus
PACHER: Wir wissen, das jedes System, auch wenn es noch so er- meiner Sicht wäre eine Betonung der Ausbildungseinrichtun-
folgreich ist, weiterentwickelt werden muss. Die Lehre, die duale gen in Richtung Internationalität noch stärker auszubauen
Ausbildung, ist trotz der Unkenrufe, die von Seiten der Gewerk- – wie sie bereits mit der Internationalen Schule manifestiert
schaft immer wieder kommen, ein Ausbildungsmodell für die wurde.
Zukunft. Es sorgt vor allem derzeit dafür, dass in Österreich
– wenn wir in andere Länder schauen – die Jugendarbeitslosig- „WERDE NICHT MEHR KANDIDIEREN“
keit am niedrigsten ist.
Im Jahre 2015 folgt die nächste Wirtschaftskammerwahl. Werden
BÜROKRATIEABBAU FÜR KLEINBETRIBE Sie sich wieder der Wahl stellen?
PACHER: Ich stehe jetzt in meiner dritten Periode als Wirt-
Die Wirtschaft beklagt sich immer wieder über zu viel Bürokra- schaftskammer-Präsident in der Endphase. Ich werde nicht
tie. Sie sei auch aufgrund der vielen Genehmigungspflichten mehr kandidieren, weil ich sehe, dass der Wirtschaftsbund mit
eine Innovationsbremse und behindere die Entwicklung der hervorragenden Funktionären ausgestattet ist. Diese junge
Wirtschaft. Welche Alterativen schlagen Sie vor? Funktionärsriege ist hochmotiviert am Werk und soll von einem
PACHER: Der Grund für die überbordende Bürokratie ist, dass neuen Präsidenten oder von einer neuen Präsidentin in die
versucht wird, den Klein- und Mittelbetrieben - die 95 Prozent Zukunft geführt werden.
aller Unternehmen ausmachen - dieselbe Bürokratie überzu-
stülpen, die für große Betriebe vielleicht notwendig sein mag.
Sicherheitsbeauftragte, Hygienebeauftragte – jetzt wird auch
schon von Psychologen für jeden Betrieb geredet. Ich glaube,
das ist der falsche Weg. Ein Familienbetrieb ist völlig anders
zu behandeln als ein Konzern, weil im Familienbetrieb liegt
bei jedem Unternehmer auch die persönliche Verantwortung
– er haftet persönlich, und deshalb sind die vielen Aufzeich-
nungspflichten, die den Klein- und Mittelbetrieben aufgehalst
werden, der völlig falsche Weg.14
AMS stabiler Partner
für die Wirtschaft!
Das Arbeitsmarktservice Villach versteht sich der Passgenauigkeit der Vermittlung und der Schulungen für
die Wirtschaft hat dabei für das AMS oberste Priorität.
besonders in konjunkturell schwierigen Zei-
ten als starker Partner der Unternehmen im
Bezirk, der persönlich informiert, berät und INDIVIDUELLER BETREUUNGSPLAN
in sämtlichen Personalfragen unterstützt.
Zudem setzt das AMS Villach verstärkt auf Meetings mit Kun-
dinnen und Kunden, um gemeinsam Strategien für passgenaue
W
ir suchen die Partnerschaft zu den Firmen, weil wir Dienstleistungen des AMS für die Unternehmen zu erarbeiten.
Lösungen anbieten und die geeigneten Arbeitskräf- Besonderes Augenmerk wird auf Kontakte mit Neukundinnen
te zur Verfügung stellen können. Das hilft Zeit und und Neukunden gelegt. Auch hier steht die Erarbeitung eines
Kosten zu sparen und verschafft Unternehmen einen Wett- individuellen Betreuungsplanes, der auf die Wünsche des Un-
bewerbsvorteil“, betont AMS-Regionalstellenleiter Mag. Josef ternehmens abgestimmt ist, im Mittelpunkt.
Zeichen.
PASSGENAUES PERSONAL
Vergangenes Jahr haben Villachs Unternehmen 6635 offene
Stellen dem AMS Villach gemeldet. Es wurden 456 Personalvo-
rauswahlen für die Villacher Unternehmen durchgeführt und
612 Betriebe besucht. Diese gute Kooperation mit der Wirtschaft
verstärkt das AMS in der persönlichen Zusammenarbeit mit
den Unternehmen und Interessensvertretungen. Die Erhöhung
Mag. Josef Zeichen, Regio-
nalstellenleiter AMS Villach
AM WORT
„BIETEN KONKRETE LÖSUNGEN AN“
Wie unterstützt das AMS Arbeitsuchende bei ihrem Bemühen, Informationsvermittlung darüber, welche Dienstleistungen
den passenden Job zu finden? das AMS erbringt, und im Zuge dessen den Betrieben auch
ZEICHEN: Mit jeder oder jedem Arbeitsuchenden erarbeiten bei Umstrukturierungen und Besetzungsanliegen zu beraten.
wir gemeinsam einen Betreuungsplan. Dieser ist individuell Allein im Frühjahr haben wir 189 Betriebe besucht.
auf die jeweilige Person abgestimmt, und die Anforderungs-
profile unserer Kundinnen und Kunden werden mit den Wie schaut nun die Kooperation mit den Unternehmen im
Jobprofilen und Qualitätsanforderungen unserer Unterneh- Detail aus?
menskundinnen und -kunden abgeglichen. Dies garantiert ZEICHEN: Weil wir die geeigneten Arbeitskräfte zur Verfü-
eine hohe Passgenauigkeit bei der Vermittlung und eine hohe gung stellen und damit konkrete Lösungen anbieten können,
Gesamtzufriedenheit – sowohl auf Seite der Arbeitsuchenden suchen wir natürlich – das ist eine unserer Kernaufgaben – die
als auch bei den Unternehmen. Partnerschaft zu den Firmen. Das hilft einerseits Kosten und
Zeit zu sparen und verschafft den Unternehmen auch Wett-
Wie weiß nun das AMS, wie sich die Bedürfnislage in den bewerbsvorteile. 456 Personalvorauswahlen haben wir allein
Betrieben darstellt? im Vorjahr für Villacher Unternehmen getroffen und dabei 612
ZEICHEN: Selbstverständlich gehen wir dabei direkt auf die Be- Betriebe besucht. Für das AMS haben dabei die Passgenau-
triebe zu. Dabei geht es nicht nur darum, das jeweilige Unter- igkeit der Arbeitskräftevermittlung und die entsprechenden
nehmen kennen zu lernen, sondern im Besonderen auch um Schulungen oberste Priorität.15
Die Beraterinnen und Berater des Service für Unternehmen im AMS Villach stehen den Betrieben gerne beratend und
unterstützend zur Seite. Fotos: AMS
AMS UNTERWEGS ZU DEN BETRIEBEN
Um Unternehmen optimal unterstützen zu können, sind
Betriebsbesuche vor Ort ein wichtiger Bestandteil des Dienst-
leistungsangebotes des AMS. Im Rahmen der groß angelegten
Betriebsbesuchstour „AMS on tour“ heuer im Frühjahr wurden
189 Betriebe im Bezirk besucht. Doch auch während des Jahres
ist das AMS Villach vor Ort bei den Betrieben, um zu informie-
ren, bei Besetzungsproblemen zu helfen und bei Umstrukturie-
rungen beratend zur Seite zu stehen. Neben dem persönlichen
Kontakt in Form von Betriebsbesuchen und Telefonbetreuung
wird der Zugang zu den Dienstleistungen via Internet forciert.
FLEXIBLES eAMS-KONTO
Vorteile eines eAMS-Kontos für Unternehmen
186 Villacher Unternehmen in Kärnten haben bereits ein eige-
Suche nach geeignetem Personal per Mausklick,
nes eAMS-Konto und können damit die zentralen Dienstleis-
Stellenprofile ins Internet stellen, Förderungen rasch
tungen des AMS, wie die Suche nach geeigneten Arbeitskräften,
und unbürokratisch beantragen, den Antrag zur
Abwicklung von Angelegenheiten nach dem Ausländerbe- Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften
schäftigungsgesetz und Förderungen ( zum Bespiel Eingliede- im Internet stellen, Terminvereinbarungen mit
rungsbeihilfen), einfach und jederzeit per Selbstbedienung im regionalem/r AMS-Betreuer/in
Internet nutzen. Vereinbaren Sie gleich einen Beratungstermin
Nähere Informationen
mit Ihrer zuständigen Beraterin oder Ihrem zuständigen Berater
Arbeitsmarktservice Villach, Service für Unternehmen,
in der Geschäftsstelle Villach! Unsere Expertinnen und Experten
Trattengasse 30, 9501 Villach, Telefon 0 42 42 / 3010,
unterstützen Sie gerne bei der Beantragung beziehungsweise www.ams.at/ktn
Einrichtung Ihres persönlichen e-AMS Kontos!16
„Kärnten braucht jetzt
eine Aufholmilliarde!“
Kärnten braucht eine „Aufholmilliarde“ – ge- sehen Sie im Hinblick auf die globale Wettbewerbssituation die
fordert wird eine nachhaltige Wirtschafts- heimische IT-Branche im Jahre 2020?
und Strukturpolitik, die verantwortungslos GOACH: Unbestritten ist, dass Kärnten in der Frage der Mikro-
elektronik eine herausragende Stellung am Globus genießt. Die
agierenden Finanzmärkte brauchen Nor-
Verstärkung von Forschung und Entwicklung im Bereich der
men und Regeln, durch Überstundenabbau
Mikroelektronik sowie in den verwandten Sparten muss obers-
neue Arbeitsplätze, Mieten sind zu senken, tes Ziel einer nachhaltigen Wirtschafts- und Strukturpolitik
und warum neun von zehn Arbeitnehmern sein, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
auch krank ihrem Job nachgehen – AK-Prä- Hier sehe ich eine Wachstumsbranche, in der Kärnten schon
sident Günther Goach zur aktuellen Situati- jetzt einen hohen Stellenwert hat. Dieser muss gesichert und
on und zu brennenden Fragen im Lande. weiter ausgebaut werden.
DIE ANGST UM DEN ARBEITSPLATZ
Die Landtagswahlen im März dieses Jahres haben in Kärnten
eine Veränderung in mehrfacher Hinsicht gebracht. Wie spürt Wie fühlen Sie die Stimmung bei den Arbeitnehmerinnen und
die Arbeiterkammer diese Veränderung? Arbeitnehmern in den heimischen Betrieben?
GOACH: Die Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten funkti- GOACH: Noch ist die Krise bei den Arbeitnehmerinnen und Ar-
oniert jetzt wieder. Wir haben eine gute Gesprächsbasis und beitnehmern gegenwärtig. Viele haben Angst um ihre Existenz
wollen viele Themen gemeinsam anpacken – zum Wohle aller beziehungsweise sind auch bereit, unter ihrer Qualifikation
Kärntner. Eine sinnvolle Kooperation war vor den Landtagswah- Arbeit zu leisten. Wenn wir den Arbeitsklimaindex, der monat-
len so gut wie unmöglich. Wir messen eine Landesregierung lich von der Arbeiterkammer Oberösterreich veröffentlicht wird,
daran, wie sehr sie bereit ist, sich für die Kärntner Arbeitneh- betrachten, muss man feststellen, dass in erster Linie die Angst
merinnen und Arbeitnehmer einzusetzen und nicht an ihrer um den Arbeitsplatz sowie um die Zukunft eine große Rolle
Parteipolitik. Erste Ergebnisse gibt es bereits. Mit 1. Jänner 2014 spielt. Mehr als 21.000 Menschen in Kärnten sind auf der Suche
administriert die Arbeiterkammer im Auftrag des Landes Kärn- nach einem Job. In erster Linie haben viele - vor dem Hinter-
ten wieder die Arbeitnehmerförderung. grund zahlreicher Insolvenzen - Angst um ihren Arbeitsplatz,
also gravierende existenzielle Sorgen.
KÄRNTEN BRAUCHT „AUFHOLMILLIARDE“
ÜBERSTUNDENABBAU = ARBEITSPLÄTZE
Aufgrund vieler Altlasten bewegt sich die Neuverschuldung
im Landesbudget bei einer Schuldenbremse von 20 Millionen Die Verkürzung der Arbeitszeit ist immer wieder ein großes
Euro noch immer bei mehr als 143 Millionen. Welche möglichen nationales Thema, das auch in Kärnten mehr oder weniger stark
Folgen sehen Sie darin für Arbeit und Wirtschaft? diskutiert wird. Wie steht die Arbeiterkammer dazu?
GOACH: Der Spielraum im Budget ist mit acht Prozent – auf- GOACH: Eine aktuelle Studie zeigt, dass die durchschnittliche
grund der verfehlten Politik der Vorgängerregierung – äußerst kollektivvertraglich geregelte Wochenarbeitszeit in der EU 2012
klein. Es wird notwendig sein, neben den möglichen Sparmaß- bei 38,1 Stunden lag. Österreich liegt dabei mit 38,8 Stunden im
nahmen in allen Bereichen auch eine „Aufholmilliarde“ des vorderen Mittelfeld der untersuchten Staaten. Auch bei der tat-
Bundes anzustreben. Nur so kann nachhaltig eine Veränderung sächlich geleisteten wöchentlichen Arbeitszeit liegt Österreich
der Wirtschaftsleistung in Kärnten zu erreichen sein. Arbeit, mit 40,1 Stunden deutlich über dem EU-Level von 39,6 Stunden.
Einkommen und soziale Sicherheit müssen für die Kärntner Laut dem Österreichischen Arbeitsklima Index liegt die durch-
Bevölkerung oberste Priorität haben. schnittliche Wunscharbeitszeit bei 35,2 Stunden. Durch den
Abbau von Überstunden können viele neue Arbeitsplätze ent-
HERAUSRAGENDE STELLUNG stehen. Deshalb müssten Überstunden teurer werden. Für die
Arbeiterkammer ist es generell an der Zeit, über eine Verkürzung
Andererseits ist die Mikroelektronikindustrie mit Standorter- der Arbeitszeit nachzudenken. Dabei muss unbedingt darauf
weiterungen ein wirtschaftlich enorm starkes Standbein. Wo geachtet werden, dass zusätzliches Personal eingestellt wird.17
GOACH: In erster Linie sicher finanzielle Probleme der Betriebe.
Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage können viele
Unternehmer einfach die Löhne nicht pünktlich oder mitunter
gar nicht zahlen. Viele rechnen sich auch aus, dass, wenn der
Dienstnehmer zur AK kommt und der Rechtsweg beschritten
wird, es auch rund drei Monate dauert, bis er zu einer Zahlung
verdonnert wird. In einigen Fällen haben die ausbleibenden
Zahlungen auch persönliche Gründe – zeugen von einem
schlechten Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
Im Jahr 2012 wurden 78.853 Beratungen seitens unserer Rechts-
experten durchgeführt. Es wurden 14,1 Millionen Euro für die
Arbeitnehmer erstritten.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG STÄRKEN
Neun hochausgebildete Kärntnerinnen und Kärntner verlassen
täglich ihre Heimat, vor allem die Randbezirke verlieren zuneh-
mend ihre Bevölkerung. Laut einer Studie fehlen in 20 Jahren
40.000 Menschen. Hier besteht heute schon zweifellos akuter
Handlungsbedarf. Was ist zu tun?
GOACH: Den Abwanderungstendenzen kann nur durch eine
Stärkung des Wirtschaftsstandortes und Maßnahmen zur Un-
terstützung bei der Aus- und Weiterbildung etwas entgegenge-
setzt werden. Die Sparten Technologie, Forschung und Ent-
wicklung müssen verstärkt werden, Leitbetriebe müssen durch
AK-Präsident Günther Goach fordert nach den Jahren der vielen attraktive überbetriebliche Forschungseinrichtungen, Kom-
falschen Entscheidungen für Kärnten eine „Aufholmilliarde“. AK/Eggenberger petenzzentren und hochqualifizierte Mitarbeiter unterstützt
sowie die Cluster-Politik fortgesetzt werden. Kärntner Betriebe
müssen durch grenzüberschreitende Kooperationen internatio-
NEUN VON ZEHN KRANK ZUR ARBEIT nalisiert und die Innovationsbasis für Klein- und Mittelbetriebe
muss durch abgestufte Förderungskonzepte verbreitert werden.
Kärnten hat heuer Hunderte Arbeitsplätze verloren, die Angst
um Jobs nimmt zu. Welche Folgen sind damit für die Arbeitneh- KOMMUNIKATION, KONTAKTE AUSGEBAUT
mer verbunden?
GOACH: Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist na- Sie sind jetzt über mehr als zehn Jahre Präsident. Wie schaut
türlich allgegenwärtig. Die Ergebnisse einer Online-Befragung Ihre Bilanz für diesen Zeitraum aus? Was konnten sie erreichen,
durch die Arbeiterkammern Österreichs und die Fachgewerk- was brennt Ihnen unter den Nägeln?
schaften skizzieren ein mehr als trauriges Bild vom Alltag der GOACH: Im Oktober 2002 habe ich die Nachfolge von Josef
Arbeitnehmer. Neun von zehn Personen sind beispielsweise Quantschnig angetreten. Mein oberstes Ziel damals war es, den
schon einmal krank zur Arbeit gegangen – weil sie ihre Kollegen Kontakt und die Kommunikation mit den AK-Mitgliedern auszu-
nicht im Stich lassen wollten, wichtige Arbeiten sonst liegen- bauen sowie die Qualifikation und die berufliche Weiterbildung
geblieben wären oder sie Angst um ihren Job hatten. Immerhin der Arbeitnehmer zu fördern. Mittlerweile habe ich mehr als
elf Prozent aller Befragten wurden im Laufe ihres Berufslebens 1200 Betriebe in Kärnten besucht und den Arbeitnehmern zuge-
schon einmal im Krankenstand gekündigt oder entlassen. Dass hört. 2003 haben wir ein Zukunftsprogramm für Beschäftigung
wir ein Kündigungsverbot im Krankenstand fordern, versteht und Einkommen an die Kärntner Landesregierung übergeben
sich von selbst. Die Belastung für den Einzelnen ist groß, und können. Auch das AK-Wohnbaudarlehen haben wir um rund 30
viele versuchen, den hohen Anforderungen gerecht zu werden, Prozent angehoben. Seit meiner Wahl zum AK-Präsidenten 2004
weil sie ihren Job behalten wollen. Eine Folge ist auch, dass im- haben wir auch den Bildungsgutschein insgesamt zweimal
mer mehr Arbeitnehmer unter dieser Last zusammenbrechen. angehoben. 2006 wurde der Insolvenzschutzverband für Arbeit-
nehmer ins Leben gerufen. 2008 wurde die Jugendplattform
14,1 MILLIONEN EURO ERSTRITTEN AK Young gegründet. Alle Servicecenter in den AK-Bezirksstellen
wurden ausgebaut und noch kundenfreundlicher gemacht.
Betriebe kommen oft ihren Verpflichtungen nicht nach, die AK
erstreitet für die Arbeitnehmer jährlich viele Millionen Euro.
Was sind die Hauptgründe für die mangelnde Zahlungsmoral?Sie können auch lesen